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Editorial
Das Buhlen um einen Sitz in der Pfalz Die CVP darf mit der Wiler Stadtpräsidentin Susanne Hartmann einigermassen ruhig in den Regierungsratswahlkampf ziehen; sie gilt quasi als gesetzt. Die Grüne Rahel Würmli könnte hingegen das SP-Zweierticket Fredy Fässler-Laura Bucher einige – entscheidende – Stimmen kosten, sodass die Chancen auf einen weiteren bürgerlichen, wirtschaftsfreundlichen Sitz durchaus intakt sind. Ob die FDP bei der Ausmarchung ihres Regierungsratskandidaten mit Beat Tinner anstatt Christine Bolt aufs richtige Pferd gesetzt hat, wird sich weisen; offenbar trauten die Delegierten dem altgedienten Gemeindepräsidenten und Kantonsrat mehr zu als der Quereinsteigerin aus der Wirtschaft, die wohl wenig politische Erfahrung mitbringt, dafür aber einen zeitgerechten Vorteil: Sie verkörpert das Bild einer modernen FDP, das auch eine jüngere, urbane Wählerschicht anspricht – wie etwa die Nationalräte Marcel Dobler und Susanne Vincez-Stauffacher. Oder Michael Götte bei der SVP. Treten die bürgerlichen Parteien aber nun geschlossen auf und verkaufen ihre Kandidaten gemeinsam, könnte es durchaus gelingen, der SP einen Sitz abzujagen. Mit nur einer Vertretung in der siebenköpfigen St.Galler Regierung ist die SVP klar untervertreten. So gesehen, ist die Entscheidung der Volkspartei, Michael Götte ins Rennen zu schicken, nicht nur nachvollziehbar, sondern folgerichtig – ihr stehen tatsächlich zwei Sitze zu. Vergangene Regierungswahlen haben gezeigt, dass die Kandidaten der SVP gerade in ländlichen Gegenden einen grossen Rückhalt haben. Das Motto für den 8. März darf für wirtschaftsfreundliche Kräfte im Kanton also nicht lauten: Michael Götte oder Beat Tinner, sondern muss heissen: Michael Götte und Beat Tinner. Es wäre wohl eine kleine Sensation, wenn die beiden bürgerlichen Kandidaten, die politisch ausser den Parteifarben wenig trennt und die nach eigenem Bekunden sehr gut zusammenarbeiten, in die Pfalz einziehen. Rein arithmetisch gesehen, kann das gelingen. Wenn alle bürgerlichen Kräfte geschlossen für die wirtschaftsfreundlichen Kandidaten stimmen.
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Im Fokus
TKB schafftRänge ab Seit Anfang Jahr tragen die Angestellten der Thurgauer Kantonalbank keinen Rang mehr. In Briefsignaturen oder auf Visitenkarten scheinen daher keine Bezeichnungen wie «Direktor» oder «Mitglied des Kaders» mehr auf. «Damit setzen wir einen zeitgemässen Akzent und zeigen, dass wir in unserer Unternehmenskultur auf flache Hierarchien und das Miteinander setzen», sagt Thomas Koller (Bild), Vorsitzender der Geschäftsleitung der Bank. Anstelle des bisherigen Rangsystems gilt bankintern neu ein Funktionsstufenmodell, das die Basis für einzelne Anstellungsbedingungen oder die Zeichnungsberechtigung bildet.
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Inhalt 12 Spotlight Wichtiges in Kürze 16 Innovationspark Ost Mit einzigartigen Stärken zum Erfolg 28 Fredy Lienhard, Unternehmer und Rennfahrer «‹Auto› konnte ich vor ‹Mama› sagen» 32 Wolfgang Giella, Stadtpräsident Wie die öffentliche Hand Medien fördern will 36 Alexander Fust, KMU-HSG «Ich gehe von einem moderaten Wachstum aus»
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40 Michael Götte & Beat Tinner, Regierungsratskandidaten Gemeinsam gegen links 46 Fokus Nachfolgeregelung Frühzeitige Planung verschafft Handlungsspielraum 54 Fokus Steuern So sparen Sie als Unternehmer Steuern 60 Fokus Weiterbildung Machen Sie sich fit für den digitalen Wandel 66 Fokus Rheintaler Wirtschaftsforum Wirtschaftlichen Integration bei politischer Unabhängigkeit 72 Digital News aus der Ostschweizer Digital- und Startup-Szene 80 Vorschau Prix SVC Ostschweiz 2020 88 Rückblick IHK Business Outlook 2020 90 Schlusspunkt Justitia
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People
Schreckgespenst 5G Die Einführung der neuen Mobilfunktechnologie 5G gehört auch in der Ostschweiz zu einem viel diskutierten Thema. Für die einen ist diese neue Technologie Segen, für die anderen Fluch. Neben abstrusen Verschwörungstheorien (nein, es fallen wegen 5G keine Vögel vom Himmel) und gesundheitlichen Bedenken argumentieren die Gegner auch damit, dass ein schnelleres Mobilfunknetz nicht notwendig sei. Die aktuelle Technologie reiche aus, um sich Videos anzuschauen oder Musik zu streamen. Das mag sein, ist aber zu kurz gedacht: Auch wenn Private vielleicht nicht zwingend auf ein schnelleres Netz angewiesen sind, ist es die Wirtschaft Unternehmen mit Sicherheit. Gemäss dem BAKOM ist 5G vor allem relevant für Zukunftstechnologien. Dazu gehören das Internet der Dinge, medizinische Anwendungen, selbstfahrende Fahrzeuge und Virtual Reality. Gerade in der Ostschweiz, wo viele Unternehmen im Digitalbereich tätig sind, sind solche Technologien unerlässlich, um in Zukunft sowohl mit globalen Partnern zusammenarbeiten als auch mit der globalen Konkurrenz mithalten zu können. Zudem wäre es wenig clever, wenn wir mit Projekten wie der IT-Bildungsoffensive die Digitalisierung in unserer Region vorantreiben – aber verhindern, dass neue Technologien auch funktionieren können. Wir sollten deshalb davon abkommen, uns wie die Technikskeptiker im 17. Jahrhundert zu verhalten, die bei der Einführung der Eisenbahn warnten, dass das «rasante» Tempo der Züge zu «Gehirnverwirrungen» führen werde. Im Gegensatz zu den ersten Eisenbahnen ist die 5. Mobilfunkgeneration zwar wirklich rasant, sie ist aber nicht das Schreckgespenst, für das sie viele halten. Sie bringt uns, nutzen wir sie richtig, vor allem Vorteile.
Patrick Stämpfli Redaktor east#digital und LEADER
Der Markt soll es richten Im Kanton St.Gallen droht fünf Regionalspitälern die Schliessung. Nun wollen Private über Zukäufe einsteigen. Warum eigentlich nicht? Was die Politik offenbar nicht kann, schafft vielleicht der Markt. Es gibt durchaus Interessenten, zum Beispiel für das Spital Flawil und das Spital Wattwil. Gut, es mag neu sein, dass sich Private ernsthaft für öffentliche Spitäler interessieren. Doch das wird künftig so bleiben. Im Kanton St.Gallen stecken fünf der neun Regionalspitäler in einer finanziellen Notlage; ihnen droht die Schliessung. Dies darum, weil sich die Lage im Gesundheitswesen grundlegend verändert hat: Seit 2012 erhalten Spitäler Fixbeträge für stationäre Leistungen. Das heisst: Wer nicht effizient genug arbeitet und zu wenig stationäre Kunden hat, kann seine Kosten nicht decken. Zahlreiche Regionalspitäler schreiben seit Jahren Verluste: Sie werden bei den einträglichen stationären Leistungen kaum mehr, dafür vor allem noch bei ambulanten Eingriffen berücksichtigt. Für grössere Operationen, welche über die Grundversorgung hinausgehen, suchen viele Patienten grössere Einrichtungen auf. Das ist logisch und verständlich. Schliesslich will man sich nicht vom nächstbesten, sondern vom bestmöglichen Chirurgen behandeln lassen. Rational begründbar ist das Festklammern an überkommenen Strukturen bei stets steigenden Gesundheitskosten und ebenso steigender Spezialisierung nicht wirklich. Trotzdem: Ein Spital in der Nähe vermittelt Sicherheit und Prestige. Reden wir aber nicht um den heissen Brei herum: Sollen Regionalspitäler eine Zukunft haben und wollen wir nicht immer noch mehr Geld in Fässer ohne Boden werfen, so ist klar: Der Verkauf an eine private Spitalgruppe muss in einem Kanton wie St.Gallen ernsthaft geprüft werden. Die Defizitdeckung durch die öffentliche Hand (und damit den Steuerzahler) muss ein Ende haben. Bringt die kantonale Politik endlich den Mut auf, längst fällige Schnitte zu machen? In solchen Situationen hätte ich manchmal Lust, wieder in der kantonalen Politik tätig zu sein …
Der Rheintaler SVP-Nationalrat Roland Rino Büchel ist Mitglied der Aussenpolitischen Kommission und Mitglied des Europarates.
People Beförderungen im Schützengarten
Die St.Galler Brauerei Schützengarten AG meldet infolge Pensionierungen Veränderungen im Kader. Patrik Epple wurde als bisheriger Leiter Finanz- und Rechnungswesen vom Verwaltungsrat zum Nachfolger von Finanzchef Josef Zweifel gewählt. Somit setzt sich die Geschäftsleitung aus Reto Preisig, Kurt Moor, Richard Reinart und Patrik Epple zusammen.
Mark-Eisenring wird CHRO bei Bühler
Irene Mark-Eisenring übernimmt per 1. September als Chief Human Resources Officer von Dipak Mane die Führung des Bereichs Personal in der Konzernleitung von Bühler. Mane tritt von dieser Funktion zurück, um innerhalb des Unternehmens andere wichtige Aufgaben zu übernehmen.
Wiesinger neuer Verwaltungsrat bei OnlineDoctor
Dr. med. Ole Wiesinger wird neues Mitglied des Verwaltungsrats der St.Galler Teledermatologie- Plattform OnlineDoctor. Der international renommierte Healthcare-Spezialist übernahm diese Funktion beim führenden asynchronen Telemedizin-Startup in Europa per 28. Januar.
Wagner folgt auf Bühler
Die Uze AG zählt zu den traditionsreichsten Immobilienunternehmen der Ostschweiz und ist seit der Gründung im Jahre 1892 in den Händen der Familie Bühler. Seit 2014 führte Karin Bühler das Unternehmen. Nun übernimmt Tobias Wagner die operative Geschäftsführung.
Ledergerber wird Leiterin Firmenkunden
Regina Ledergerber übernahm per 1. Februar die Leitung des Firmenkundengeschäfts der Credit Suisse im Thurgau. Sie ist seit 1988 im Unternehmen tätig und will gemeinsam mit ihrem Team dazu beitragen, die Stellung der Credit Suisse als Bank für Unternehmer weiter zu stärken. Aktuelle News aus der Ostschweizer Wirtschaft und Politik finden Sie täglich auf www.leaderdigital.ch
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Alessandro Sgro, Chefökonom Die Geschäftsleitung der Industrie- und Handelskammer St.Gallen-Appenzell wurde per Anfang Januar mit dem Chefökonomen Alessandro Sgro verstärkt. Seine Aufgabe ist die Analyse wirtschaftsKopf des Monats politischer Themen und ihrer Bedeutung für die Region. Sgro verantwortet zudem die Kommunikation der IHK. Sie hat sich unter der Leitung von IHK-Direktor Markus Bänziger neu aufgestellt. «Mit der wieder eingeführten Position des Chefökonomen bauen wir unsere Analysekompetenz in volkswirtschaftlichen und wirtschaftspolitischen Fragen aus», so Bänziger. Damit werde die Umsetzung der IHK-Zukunftsagenda noch intensiver begleitet. Aufgewachsen in Altstätten, der Vater aus Sizilien eingewanderter Maurer, die Rheintaler Mutter kaufmännische Angestellte, schrieb Alessandro Sgro bereits in der Kanti für die Lokalzeitung. Das Talent kam ihm 2002 in seiner Maturarbeit über sizilianische Fremdarbeiter im Oberrheintal zur Zeit der Schwarzenbach-Initiative (1970) zugute: «Abfahre, er chaiba Tschingga» (so ihr Titel) wurde mit dem nationalen Peter-Dolder-Preis gewürdigt. Sgro verfügt über einen Masterabschluss in Betriebs- und Volkswirtschaftslehre der Universität Bern. Er sammelte dann über zehn Jahre Erfahrung im Research von Finanzinstituten auf dem Bankenplatz St.Gallen (Wegelin, Raiffeisen, Acrevis). Nebst seinen analytischen und konzeptionellen Fähigkeiten bringt Sgro kommunikatives und journalistisches Handwerk sowie Führungserfahrung mit. «Ich freue mich darauf, als IHK-Chefökonom zur positiven Entwicklung von Wirtschaft, Gesellschaft und Politik in der Ostschweiz beizutragen», so Sgro. Der 38-jährige Ex-FC-Altstätten-Kicker ist verheiratet, Vater einer Tochter und wohnt mit seiner Familie in Gais.
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Kommentar
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Vielfalt ...
... als Chance
Die Vielfältigkeit unseres Kantons und seiner Bevölkerung ist eine Chance, aber auch eine Verpflichtung. Eine Chance, denn sie kann dazu genutzt werden, die Angebote für unsere Bewohner*innen weiterzuentwickeln. Wenn wir die verschiedenen Bevölkerungs- und Altersgruppen aktiv einbeziehen, können wir neue, zu den Lebenswelten der Menschen passende Dienstleistungen aufbauen. Sie ist aber auch eine Verpflichtung, denn die Unterschiede dürfen auf nicht dazu führen, dass öffentliche Strukturen abgebaut oder der Service Public ausgedünnt werden.
In der Ostschweiz ist Vielfalt mehr als nur ein Schlagwort. Wir haben alles: Berge, Seen, Täler, Städte. Auf kleinem Raum gibt es vier Kantone mit unterschiedlichen politischen und kulturellen Traditionen. Weder die Geschichte noch die Geografie bildet einen gemeinsamen Nenner. Die einzelnen Teilregionen verfügen über unterschiedliche Alleinstellungsmerkmale. Die Grenzen sind fliessend und je nach Lebensbereich unterschiedlich.
Die gesamte Bevölkerung in unserem Kanton hat ein Anrecht auf eine gute Grundversorgung. Wenn beispielsweise in ländlichen Gebieten die Poststellen mit einem Haustürservice der Post ersetzt werden, ist das ein Ansatz, der diskutiert werden kann. Doch es darf nicht sein, dass damit ein genereller Abbau eingeleitet wird und das Verkaufspersonal im Dorfladen – zum gleichen Lohn – auch noch Postmitarbeiter*in und Bankmitarbeiter*in wird. Oder: Tagesschulen sind nicht nur im städtischen Raum ein Thema, sondern genauso auf dem Land, wo die Schulwege zum Teil lang sind. Im Bildungswesen kann Vielfalt ebenfalls eine Chance sein, wenn wir die Fähigkeiten und Ressourcen der Schüler*innen stärker berücksichtigen und dank schulergänzender Unterstützung mehr Kinder und Jugendliche im Regelsetting unterrichtet werden können. Dabei darf es für ein Kind oder eine Familie keine Rolle spielen, wo sie in unserem Kanton wohnen. Auch wenn es um die Regionalspitäler geht, kann Vielfalt eine Chance sein. Doch die Strategie dahinter muss sein, auf den bestehenden Strukturen neue – und bessere – Ansätze und Modelle zu entwickeln, die für die Kantonsbevölkerung ein Gewinn sind. Aber auch hier gibt es eine Verpflichtung: Eine qualitativ hochstehende Grundversorgung muss für alle Einwohner*innen sichergestellt sein.
Barbara Gysi Nationalrätin, Vizepräsidentin SP Schweiz
Immer wieder besteht die Gefahr, dass wir uns mit dieser Vielfalt selbst im Wege stehen. So erleben wir aktuell eine höchst emotionale Debatte im Gesundheitswesen. Obwohl allen bewusst ist, dass die St.Galler Steuerzahler längerfristig ein jährliches Defizit von 70 Millionen Franken nicht bezahlen können, kämpft jede Region für den Erhalt ihres Spitals. Auch in der Klimapolitik kommen solche Fragen auf uns zu: Die urbane Bevölkerung möchte Windräder. Diese sollen aber irgendwo in der Landschaft stehen, weit weg von der eigenen Stadt. Bemerkenswert auch die Begeisterung der Stadtbevölkerung für Grossraubtiere wie Wölfe und Bären. Auch hier gilt wohl: Aus den Augen, aus dem Sinn. Als Ostschweiz sind wir gefordert. Erfolgreich werden wir nur sein, wenn wir unsere Vielfalt als Chance nutzen und gemeinsame Lösungen suchen. Mit Blick auf Effizienz und Effektivität der staatlichen Leistungserbringung führt kein Weg an einer echten regionalen und kantonsübergreifenden Zusammenarbeit vorbei. Im Vordergrund darf nicht das Trennende, sondern muss das Verbindende stehen. Dieser Gedanken soll weder thematische noch geografische Grenzen kennen. So können wir in diesen Tagen mit dem Metropolitanraum ein erstes Zeichen setzten. Dieser verbindet den Kanton St.Gallen mit Teilen des Thurgaus und dem Vorarlberg. Gemeinsam sind wir stärker.
Michael Götte Fraktionspräsident SVP St.Gallen Gemeindepräsident Tübach
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Spotlight
Auszeichnung für Wiler Gewerbebetrieb Die Wiler Wand- und Bodenbelägespezialistin Knopp & Partner AG wurde anfangs Februar in der Messehalle Frankfurt mit dem German Design Award 2020 ausgezeichnet. Sie durfte die Auszeichnung bereits zum zweiten Mal entgegennehmen.
AR Packaging prüft Ausbau des Standortes St.Gallen Die schwedische AR Packaging hat ihre Wachstumsstrategie jüngst mit den Akquisitionen der rlc packaging group aus Spreitenbach und K+D aus St.Gallen manifestiert. Zur langfristigen Sicherung der Marktführerschaft werden aktuell Massnahmen zur Optimierung der Schweizer Standorte eruiert. Die Fokussierung der Produktion könnte auf den Standort St.Gallen fallen.
Frehner und Fisch laufen für Benachteiligte Neue Geschäftsführer wollen zum Marktführer werden Im Frühling 2020 beginnt ein lang geplanter Generationenwechsel in der Geschäftsführung der Sidler Metallwaren AG aus Romanshorn: Die beiden bisherigen Inhaber Peter Sidler und Martin Keller geben ihren Posten an ihre Söhne Mario und Daniel weiter. Mit einem neuen Markenauftritt wollen die beiden neuen Leiter eine nachhaltige Modernisierung des Lichtspiegelschrank-Herstellers einleiten.
Ruedi Frehner, Leiter der UBS in Chur, läuft als «Ruedi rennt» in 27 Tagen 27 Halbmarathons für benachteiligte Menschen in der ganzen Schweiz. Dabei wird er in jedem Kanton von einem Botschafter unterstützt. Botschafter des Kantons St.Gallen ist Markus Fisch, Leiter der Rehaklinik Seewis. Fisch sucht nun zehn Unternehmen, Organisationen Stiftungen oder Vereine, die sich mit mindestens je 500 Franken an der Spendenaktion beteiligen. ruedirennt.ch
Hilti legt weltweit zu Hilti hat im vergangenen Jahr den Umsatz erneut gesteigert. Wie der Liechtensteiner Baumaschinenhersteller mitteilt, nahmen die Verkäufe um 4,3 Prozent auf 5,96 Milliarden Franken zu. Am stärksten wuchs das Unternehmen in Lateinamerika.
Sitag steigert Umsatz um knapp 30 Prozent Die Sitag AG darf auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurückblicken: Der Sennwalder Bürostuhl- und Büromöbelhersteller hat seinen Umsatz 2019 um fast 30 Prozent auf rund 41 Millionen Franken erhöht.
Fenster Sulser stellt Produktion ein Das Melser Traditionsunternehmen Fenster Sulser AG muss nach 60 Jahren seine Produktion per Ende April einstellen. 30 Angestellte verlieren ihre Jobs.
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Spotlight
Paul kommt nach St.Gallen Benninger übernimmt Lab-Pro Die Uzwiler Textilmaschinenherstellerin Benninger AG hat die Lab-Pro GmbH aus Rieden LU übernommen. Damit baut Benninger sein Portfolio in der Färbe- und Veredelungstechnologie aus.
Zum fünften Mal heisst es am 20. März: «Paul kommt auch». Der Kommunikationsund Querdenkertag widmet sich im Pfalzkeller St.Gallen dem Thema «Mit Kommunikation den Wandel gestalten» – mit Gästen wie Internetpionier Samy Liechti, Glücksexperte Sigmar Willi, das Böörds-Gründerpaar Sandra Gschwend und Christian Diethelm, Musterbrecher Remo Rusca, Lego-SeriousPlay-Ermöglicherin Melanie Wydler und «Bionicman» Michel Fornasier. paulkommtauch.ch
Stadlers Umsatz wächst um 60 Prozent Ein rekordhoher Auftragseingang von über 5 Mia. CHF, 80 Prozent mehr ausgelieferte Fahrzeuge, ein Umsatzwachstum um 60 Prozent auf 3.2 Mia. CHF und 25 Prozent mehr Mitarbeiter (10 500): Das sind die Rekordzahlen, die der Bussnanger Schienenfahrzeughersteller bekannt gab.
Thurgauer KMU realisiert neues Leichtbauverfahren Die Güttinger Nägeli Swiss AG hat den Herstellprozess für dreidimensionale Strukturbauteile aus Faserverbund industrialisiert. Eine erste Anwendung ist an der jüngsten Swiss Plastics Expo mit dem Publikumspreis ausgezeichnet worden.
Generationenwechsel in der Molkerei Fuchs Per 1.1.2020 übernimmt Dominik Fuchs in fünfter Fuchs-Generation die operative Führung des Rorschacher Unternehmens von seinem Vater. Patrick Fuchs, seit bald 40 Jahren aktiv im Unternehmen, wird sein Stellvertreter. Er wird weiterhin ausgewählte Projekte und Aufgaben betreuen und sein Pensum reduzieren.
Würth-Gruppe weiter auf Wachstumskurs Der Umsatz steigt international um 4,8 Prozent auf neuen Rekordwert von 14,27 Milliarden Euro, während die Würth-Gruppe Schweiz mit Hauptsitz in Chur das Jahr 2019 mit einem Umsatzwachstum von 4,1 Prozent abschliessen konnte, was ein Resultat von 949,8 Millionen Euro bedeutet.
Publizieren Sie Ihre Veranstaltung gratis auf leaderdigital.ch Sie können Ihre Veranstaltung selbst auf leaderdigital.ch/agenda eintragen. Damit wird die LEADER-Webseite zum One-Stop-Shop für News, Jobs und Events aus der wirtschaftlichen Ostschweiz. Voraussetzungen für einen Eintrag sind: Veranstaltungsort in der Ostschweiz (SG, AR, AI, TG, FL), öffentliche Veranstaltung mit noch freien Plätzen, wirtschaftsnahe Themen.
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Spotlight
Arbonia wächst weniger stark als erhofft
Investoren übernehmen Mehrheit von Zünd Die Zünd-Gruppe mit Sitz in Diepoldsau hat ihre Nachfolge geregelt. Zusammen mit dem Management-Team übernehmen Verium-Investoren die Aktienmehrheit an der Gruppe, zu welcher die Unternehmen Zünd Präzisionsoptik und Optivac zählen. Das Team mit Geschäftsführer Oscar Turienzo und Produktionsleiter Ernst Pienz werde wie bisher die Verantwortung tragen und beteilige sich im Zuge der Transaktion ebenfalls am Unternehmen. Seitens Verium werden Damian Stricker und George Merk den Verwaltungsrat des Unternehmens verstärken.
Flauer Start der regionalen Wirtschaft Für die Industrie ist die Luft im Jahr 2019 dünner geworden. Zu Beginn des Jahres 2020 hat sich die Geschäftslage zwar etwas verbessert, aber von einer breiten Erholung kann (noch) nicht gesprochen werden. Im Detailhandel zeigen sich gewisse Aufhellungstendenzen und die Bauwirtschaft läuft unverändert gut, so die neuste Konjunkturumfrage der KOF/ETH.
Die Arbonia mit Hauptsitz in Arbon ist 2019 zwar gewachsen, aber weniger stark als prognostiziert. Grund war ein Umsatzrückgang bei der Division Fenster sowie der Fachkräftemangel: Gewisse Aufträge wurden dadurch nicht realisiert oder ins nächste Jahr verschoben. Die Arbonia erzielte 2019 einen im Vergleich zum Vorjahr um 3,1 Prozent höheren Nettoumsatz von 1'416 Millionen Franken. Währungs- und akquisitionsbereinigt stieg der Umsatz im Gesamtjahr 2019 um zwei Prozent und lag damit unter den Erwartungen.
Nespresso setzt auf Quickpac Der St.Galler Paketdienstleister Quickpac liefert auch NespressoKapseln aus: Seit der Lancierung von Quickpac im Juni 2019 wurden bereits über 30’000 Nespresso-Pakete zugestellt. Bestellungen von Kaffee direkt nach Hause oder ins Büro nähmen laufend zu; Mitte 2020 werde Quickpac voraussichtlich das 200’000ste Nespresso-Paket zustellen.
Gabriel an Finance Forum Die sechste Ausgabe des Finance Forums Liechtenstein findet 11. März in Vaduz statt – mit Speakern wie Adrian Hasler, Regierungschef des Fürstentums Liechtenstein, Sigmar Gabriel, ehemaliger deutscher Wirtschafts- und Aussenminister, Sabine KellerBusse, Chief Operating Officer der UBS, Romeo Lacher, Verwaltungsratspräsident der Bank Julius Bär, sowie Führungscoach Wolfgang Jenewein. finance-forum.li
Kellenberger gibt St.Gallen, Wittenbach und Romanshorn auf Hälg schliesst Standort Gamprin-Bendern Die Hälg & Co. AG schliesst ihren Standort in Gamprin-Bendern im Fürstentum Liechtenstein per 30. Juni. Entlassungen gibt es keine, Niederlassungsleiter Marco Blumer wechselte per 1. Januar zum St.Galler Hälg-Team. Die Hälg Group unternimmt diesen Schritt, weil sich ihre Erwartungen an den Standort nicht erfüllt hatten.
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Der Maschinenhersteller L. Kellenberger & Co. verlässt seinen Hauptsitz in St.Gallen sowie die Produktionsstandorte in Wittenbach und Romanshorn. Neu solle ein gemeinsamer Standort in Goldach für 65 Millionen Franken entstehen. Die SchleifmaschinenHerstellerin lässt dort im Gebiet Tannäcker von der Mettler2Invest AG für 65 Millionen Franken eine neue Fabrik bauen. Kellenberger, die zum US-Konzern Hardinge gehört, will die Fabrik in Goldach von der Mettler2Invest AG mieten. Die St.Galler Immobilienentwicklerin ihrerseits wird das Gebäude der 1917 gegründeten Maschinenfabrik beim Stadion Espenmoos übernehmen.
Kolumne
Finnshop schliesst letzte Geschäfte Das Ostschweizer Familienunternehmen Finnshop schliesst im Sommer seine Geschäfte in Wil und Frauenfeld. Neun Mitarbeiter verlieren ihre Stelle. Online-Shopping und Einkäufe im grenznahen Ausland oder bei Grossverteilern hätten dem Unternehmen zugesetzt. Finnshop war spezialisiert auf Wohneinrichtungen und -accessoires.
eine DieWeshalb Verhaltenslenker Familien-Strategie? Bei den Wahlen im Oktober haben vor allem freiheitsfeindliche Verhaltenslenker gesiegt. Es ist eben einfacher, die Menschen umerziehen zu wollen, statt die vielen drängenden Probleme zu lösen – wie die Sicherung der Sozialwerke, eine für Wirtschaft und Bevölkerung geschickte Europapolitik und eine kluge Immigrationspolitik. Tatsächlich lässt die Entwicklung im Hinblick auf die neue Legislatur nichts Gutes ahnen, ist doch bereits jetzt der alltägliche Regulierungswahn überall zu spüren. Drei Beispiele:
SGKB steigert Gewinn auf 163.9 Millionen Der Konzerngewinn der St.Galler Kantonalbank steigt 2019 um 3.4%. Im Verwaltungsrat und an der Unternehmensspitze stehen Veränderungen an: Roland Ledergerber wird im Mai 2021 60 Jahre alt und auf diesen Zeitpunkt als CEO zurücktreten. Gleichzeitig wird er an der Generalversammlung 2021 zur Wahl in den Verwaltungsrat vorgeschlagen.
Stadler liefert 42 Züge nach England Stadler liefert 42 «Metro»-Züge an Tyne & Wear Metro, baut ein neues Instandhaltungswerk und übernimmt für 35 Jahre die Wartung der Züge. Der Erfolg im Nordosten von England ist für Stadler bereits der dritte grosse «Metro»-Auftrag in Grossbritannien.
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Im Sommer 2019 erstellte das Bundesamt für Umwelt in Bern ein Merkblatt für die Bundesverwaltung, das eine Anleitung für «nachhaltige Veranstaltungen» enthält. Es empfiehlt, bei Apéros und Veranstaltungen mindestens zwei Drittel eines Buffets mit vegetarischen Speisen zu bestücken. Die St.Galler Bratwurst hat damit einen schweren Stand. Auch bezüglich Getränke soll ein rigides Regime gelten: Leitungs- statt Mineralwasser, Kaffee und Tee nur noch mit Umweltlabel. Auch kantonale Beispiele lassen sich finden: In Zürich veröffentlichte die Stadtpolizei kürzlich ein Merkblatt für Umzüge und Veranstaltungen. Gesuchen zur Durchführung ist neuerdings eine «Risikoanalyse» beizulegen. Berücksichtigt werden müssen unter anderem starke Unwetter mit Blitzen, Stromausfälle und Schlägereien, Wildpinkler oder Bombendrohungen. Wer hat so noch Lust, einen Anlass zu organisieren? Und in einer Interpellation hat eine grüne Parlamentarierin in Bern eine Beschränkung der Werbung für klimaschädliche Produkte verlangt. Die Werbung für Flugreisen, Autos etc. soll eingeschränkt – oder noch besser gleich verboten – werden. Das neue Parlament geht mit zahlreichen Verhaltenslenkern an den Start. Unser Verhalten soll noch stärker vom Staat gelenkt werden, weil eigen-, klimas- oder sonst wie schädliches Verhalten unterbunden werden muss. Vergessen wird dabei: Die Kernaufgabe des Staates besteht darin, die Freiheit jedes Einzelnen zu sichern – und nicht ihn zu bevormunden. Mehr Freiheit, weniger Staat und wieder mehr Eigenverantwortung: Die alte Regel ist zeitgemässer denn je.
Dr. Walter Locher, FDP-Kantonsrat, St.Gallen
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Schwerpunkt Innovationspark Ost
Mit einzigartigen Stärken zum Erfolg St.Gallen will Teil des Netzwerks Innovationspark Schweiz werden und lanciert nach zwei gescheiterten Anläufen eine dritte Bewerbung für einen Innovationspark Ost.
Vor fünf Jahren wurde das Netzwerk des Innovationsparks Schweiz geknüpft, um das Land für Forschungsinvestitionen und Firmenansiedlungen noch attraktiver zu machen. «Switzerland Innovation schafft für nationale und internationale Unternehmen aller Art eine Plattform, auf der sie ihre Forschungsaktivitäten gemeinsam mit unseren Universitäten und Hochschulen vorantreiben», beschreibt sich die Stiftung selbst. Neben den beiden gesetzten Standorten, jenem des Parks Zürich in Dübendorf und dem regionalen Netzwerk um die EPFL in Lausanne, kamen auch Parks in Allschwil (Basel Area), in Villigen und in Biel zum Zug. Der Ostschweiz blieb die Zuschauerrolle. Der Kanton St.Gallen bekam vom Bundesrat gleich zweimal eine Abfuhr: Nachdem ein erstes Konzept 2014 als zu unkonkret abgewiesen wurde, fiel auch 2015 eine verbesserte Bewerbung mit der Fokussierung auf «intelligente Produktionssysteme» durch. Der Kanton Thurgau konnte sich mit seiner
«Der Kanton St.Gallen bekam vom Bundesrat gleich zweimal eine Abfuhr.» Bewerbung, die ein Zentrum für Forschung und Produktion in der Ernährungs- und Landwirtschaft postulierte, ebenfalls nicht durchsetzen. Ein Alleingang mit dem Projekt scheiterte ebenfalls, da in der Standortgemeinde Frauenfeld einen Kredit von 1,2 Millionen Franken für die Pilotphase an der Urne abgelehnt wurde. St.Gallen hingegen gibt sich noch nicht geschlagen und arbeitet mit Nachdruck darauf hin, doch noch Teil des Innovationsparks Schweiz zu werden. Die Leiterin des kantonalen Amts für Wirtschaft und Arbeit, Karin Jung, ist zuversichtlich, dass der dritte Anlauf klappen wird – und betont, warum eine erfolgreiche Bewerbung wichtig für die Ostschweiz sei: «Wenn uns das nicht gelingt, werden wir abgehängt.» Zugang zu Informationen Der Status, ein akkreditierter Standort des Innovationsparks der Schweiz zu sein, wird sich nicht nur im angedachten Forschungszentrum in St.Gallen manifestieren. Das neue Netzwerk LEADER | Jan. / Feb. 2020
wird auch eine Bedeutung weit darüber hinaus bekommen. «Es ist absehbar, dass zukünftig auch viele politische Diskussionen zu Innovationsthemen über dieses Netzwerk besprochen und vorbereitet werden», erklärt Karin Jung. Als Teil des Innovationsparks erhielte St.Gallen zudem Einsitz im Stiftungsrat von Switzerland Innovation und hätte so einen privilegierten Zugang zu Informationen. Weiterer erwünschter Nebeneffekt: Die Organisation Switzerland Global Enterprise, die für die internationale Standortpromotion der Schweiz zuständig ist, hat den Zusatzauftrag, neben eigentlicher Vermarktung der Schweiz speziell auch das Netzwerk Switzerland Innovation zu vermarkten, wie Jung erläutert: «Wenn wir hier einen Standort haben, dann sind wir da mit dabei, dann ist auch die Ostschweiz auf der Landkarte.» Ergänzung des Netzwerks Es gibt also viele gute Gründe, ein Standort des Innovationsparks Schweiz zu werden. Die Erfahrung zeigt aber, dass der Bundesrat keinen regionalpolitisch begründeten Entscheid fällen wird, bloss weil es noch keinen Ableger des Innovationsparks in der Ostschweiz gibt. «Darauf zu hoffen, ist chancenlos», weiss Karin Jung. Die Kriterien, wie man zu einem Zuschlag kommt, seien klar: Ein weiterer Standort muss das Netzwerk des Innovationsparks mit Themen ergänzen, die noch nicht von den anderen Standorten belegt sind. «Wir haben keine Chance mit unserer Bewerbung, wenn wir nicht aufzeigen können, in welchen Themen wir hier in St.Gallen national und international anerkannte wissenschaftliche Exzellenz haben.» Die neuerliche Bewerbung aus der Ostschweiz soll aufzeigen, dass St.Gallen die ideale Ergänzung des bestehenden Netzwerks darstellt. Deshalb fokussiert dieser dritte Anlauf auf die Themen auf der Schnittfläche von Gesundheitstechnologie, Digitalisierung in der Wirtschaft und der MEM-Industrie. «Dieses Profil gibt es so noch nicht», hält die Leiterin des Amts für Wirtschaft und Arbeit fest. Im Bereich Gesundheitstechnik soll der Innovationspark Ost die Entwicklung von physikalischen, chemischen und biologischen Sensoren, von Smart Materials and Processes sowie der Funktionalisierung von Oberflächen fördern. Schon heute werden in St.Gallen beispielsweise Smart-Textiles entwickelt, die Sensoren in funktionalen Fasern nutzen. Bei digitalen Technologien kann sich der Innovationspark Ost auf die Grundlagenforschung der Universität St.Gallen abstützen, um
Innovationspark Ost Schwerpunkt
Karin Jung, Leiterin AWA SG:
«Wenn uns das nicht gelingt, werden wir abgehängt.» LEADER | Jan. / Feb. 2020
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Schwerpunkt Innovationspark Ost
Geschäftsfelder etwa im Bereich der Anwendung von Künstlicher Intelligenz, des Internet of Things oder von Blockchains zu entwickeln. Die Ostschweizer MEM-Industrie wiederum stellt heute schon anspruchsvolle Hightech-Produkte her und kann neue Forschungsergebnisse nutzbringend umsetzen. Diese drei Gebiete sollen sich im künftigen Innovationspark Ost verbinden, wie Karin Jung darlegt: «Schliesslich müssen Produkte herausschauen, die man am Markt verkaufen kann.»
«Schliesslich müssen Produkte herausschauen, die man am Markt verkaufen kann.» Auf vorhandenen Stärken aufbauen Die Ostschweiz habe zwar, etwa im Unterschied zu Basel mit dem Pharma-Schwerpunkt, eine sehr breit aufgestellte Wirtschaft, hier werden unterschiedlichste Themen abgedeckt. «Das ist aber auch ein Vorteil und gibt unserer Region eine gewisse Stabilität», sagt die Leiterin des Amts für Wirtschaft und Arbeit, fügt aber an: «Thematisch fokussiert der Innovationspark Ost auf die spezifischen Stärken der Ostschweizer Wirtschaft und der vorhandenen wissenschaftlichen Exzellenz der in der Region ansässigen Forschungsinstitute. Dies zu bestimmen, ist anspruchsvoller als anderswo. Die nun für die Bewerbung gewählten Forschungsschwerpunkte erfüllen diese Kriterien, LEADER | Jan. / Feb. 2020
auch wenn nicht jedes Unternehmen direkt vom Innovationspark Ost profitieren kann.» Der enge Fokus ist ein Lehrblätz aus den beiden vorherigen Bewerbungen. Bei einer thematisch breiteren Bewerbung wären Überlappungen mit den Themen der bestehenden Standorte programmiert. «Die anderen Standorte haben kein Interesse, einen Park aufzunehmen, der von sich sagt ‹wir können alles›», sagt Karin Jung. Wunschdenken hat deshalb in einer erfolgsversprechenden Bewerbung nichts verloren. «Wir müssen auf vorhandenen wissenschaftlichen Stärken aufbauen», betont Jung. Die Universität St.Gallen ist ein Leuchtturm mit internationaler Ausstrahlung auf dem Gebiet der Umsetzung der Digitalisierung in den Geschäfts-Modellen und -Prozessen der Wirtschaft. Im zukunftsträchtigen Gebiet der Gesundheitstechniken streicht die St.Galler Bewerbung die Qualität der Empa in St.Gallen und des Kantonsspitals heraus – das KSSG ist das einzige nicht-universitäre Spital in der Schweiz mit einer Forschungsabteilung. Das Kantonsspital ist zusammen mit der Empa erfolgreich in der Forschung tätig – «das ist einzigartig, diese Forschungsschwerpunkte werden an anderen Standorten in der Schweiz nicht bearbeitet», sagt Karin Jung. Auch die die Fachhochschule Ost und das Forschungszentrum RhySearch auf dem Campus der NTB Buchs untermauern den in der Bewerbung formulierten Anspruch auf wissenschaftliche Exzellenz. Engagement der Wirtschaft entscheidend Neben der Einzigartigkeit des Profils muss ein Ostschweizer Standort des Innovationsparks Schweiz auch ein zweites, wesentliches Kriterium erfüllen: Er muss von der hiesigen Wirtschaft getragen werden. «Die Bewerbungen in der Ver-
Innovationspark Ost Schwerpunkt gangenheit sind nicht zuletzt auch daran gescheitert, dass es uns zu wenig gut gelungen ist nachzuweisen, dass unsere Wirtschaft daran ein Interesse hat», erklärt Karin Jung. Deshalb sei es entscheidend, «dass wir in der Bewerbung das finanzielle Engagement der Ostschweizer Wirtschaft dokumentieren können.» Der Innovationspark Ost wird als Aktiengesellschaft organisiert, vom Aktienkapital von voraussichtlich drei Millionen Franken soll die Hälfte von der Öffentlichen Hand gezeichnet
«Letztlich muss die Wirtschaft ein Interesse daran haben, dass das Projekt läuft.» werden. Neben dem Kanton St.Gallen sind das die beteiligten Forschungsinstitutionen, aber auch andere Kantone und Gemeinden. Die andere Hälfte der Trägerschaft soll privat sein, diese Aktien sollen bei interessierten Unternehmen platziert werden. Erste Firmen und ein Wirtschaftsverband haben sich bereits verpflichtet; Karin Jung ist zuversichtlich, dass auch das restliche Aktienkapital von der Wirtschaft bis diesen Sommer gezeichnet wird. «Die öffentliche Hand macht eine Anschubfinanzierung und koordiniert die Bewerbung, aber letztlich muss die Wirtschaft ein Interesse daran haben, dass das Projekt läuft», sagt Karin Jung. Natürlich habe der Kanton ein grosses Interesse daran, dass St.Gallen Teil des Netzwerks werde. «Wir sind dennoch nur die Geburtshelfer» sagt Jung, nachher müsse der Innovationspark Ost von der Wirtschaft getragen werden. «Ohne Engagement der Wirtschaft wird es nicht klappen.» Kompetente Gremien Die Politik wird aber auch eine Gelegenheit bekommen, sich zum Innovationspark Ost zu bekennen: Für die Anschubfinanzierung plant die Regierung, dem St.Galler Kantonsrat eine Kreditvorlage zu unterbreiten. Mit voraussichtlich etwa 10,5 Millionen Franken soll der Betrieb für die ersten zehn Jahre sicher gestellt werden, wobei die grössten Tranchen davon für den Start vorgesehen sind und die Beiträge mit der Zeit abnehmen werden. Der Verwaltungsrat des Innovationsparks Ost soll jedoch nicht nach irgendwelchen politischen Schlüsseln zusammengesetzt werden, vielmehr sollen fünf bis sieben fachlich qualifizierte Verwaltungsrätinnen und Verwaltungsräte die Geschicke des Ostschweizer Standorts bestimmen. Als weiteres Gremium ist ein Innovationsrat vorgesehen, dessen Mitglieder die inhaltliche Ausrichtung bestimmen sollen. Um die Koordination sicher zu stellen, sollen der Präsident oder die Präsidentin des Innovationsrat auch dem Verwaltungsrat angehören. Die Suche nach geeigneten Leuten hat bereits begonnen, «mit der Besetzung dieser Gremien können wir nicht warten, bis der Zuschlag vom Bundesrat kommt», erklärt Karin Jung. Langwieriger Prozess Bis der erhoffte Zuschlag kommt, dauert es tatsächlich noch eine Weile. Im Sommer 2019 hat der Kanton St.Gallen das neue Dossier bei der Geschäftsstelle von Switzerland Innovation zur Vorprüfung eingereicht. Am 19. Dezember 2019 war
eine Delegation von Switzerland Innovation vor Ort, «wir haben dabei viele Themen besprochen und haben auch Hinweise bekommen, wie wir unser Dossier mit weiteren Fakten anreichern können», sagt Karin Jung. Das wird nun getan, wobei nicht das Konzept selbst überarbeitet werden muss, sondern vielmehr die verständliche Darstellung des Projekts konkretisiert werden soll. Bis im Frühling soll diese Vorprüfung abgeschossen sein. Wenn die Rückmeldung dann nicht negativ ist und die Chancen intakt sind, will der Kanton bis im Sommer das definitive Dossier einreichen: Der Kanton bewirbt sich somit bei der Stiftung Switzerland Innovation um die Akkreditierung des Standorts St.Gallen als eigenständiger Netzwerkpartner innerhalb des Schweizerischen Innovationsparks. Ein Experten-Komitee, in welchem die anderen Standorte des Netzwerks Einsitz haben, wird eine nächste Beurteilung machen und eine Empfehlung an den Stiftungsrat Switzerland Innovation abgeben, der seinerseits eine Empfehlung an den Bundesrat macht. Die Landesregierung dürfte dann 2021 über die Erweiterung des Netzwerks entscheiden. Der Innovationspark Ost ist der erste, der dieses komplexe Verfahren so durchläuft. Die heutigen Standorte wurden durch ein einfacheres Verfahren bestimmt, Dübendorf und Lausanne waren ohnehin gesetzt. Standort auf dem Campus Lerchenfeld Der Innovationspark Ost soll räumlich im Tagblatt-Gebäudekomplex gleich neben der Empa angesiedelt werden – da, wo heute schon das Innovationszentrum Startfeld betrieben wird. Dieser erfolgreiche Innovationshub hat eine weitgehend andere Ausrichtung als der geplante Innovationspark Ost und würde weiterhin betrieben, allerdings liegen Synergien etwa im Bereich der Verwaltung und der Dienstleistungen auf der Hand. «Wir gehen nicht grundlos an diesen Standort», sagt Karin Jung,
«Wir gehen nicht grundlos an diesen Standort.» «für die Bewerbung ist es entscheidend, dass in unmittelbarer Nähe eine international anerkannte Forschungsinstitution ihren Sitz hat. Zudem hat sich im Tagblatt-Gebäudekomplex mittlerweile ein spannendes und lebendiges Innovationsumfeld etabliert. Mit dem privaten Eigentümer der Immobilie, der Gartenhof-Verwaltung AG, bestehe ein gutes Einvernehmen, mögliche Ausbauschritte eines Innovationsparks Ost wurden in einem gemeinsamen Arealentwicklungsprojekt schon angedacht». Für allfällige Bautätigkeiten gäbe es auch mit dem Label Innovationspark keine Bundesgelder. Hingegen können für spezielle Einrichtungen, etwa Labors, Darlehen der Stiftung Switzerland Innovation beansprucht werden. Für die Unterstützung von einzelnen Forschungs- und Entwicklungsprojekten können (auch ohne das Label Innovationspark) Fördergelder von Innosuisse, der Schweizerischen Agentur für Innovationsförderung, beantragt werden.
Text: Philipp Landmark Bilder: Thomas Hary
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«Bei relevanten Entscheiden mit am Tisch sitzen» Regierungsrat Bruno Damann, Vorsteher des St.Galler Volkswirtschaftsdepartementes, äussert sich im Interview zur Bedeutung des Innovationsparks Ost für die Ostschweiz.
«Ein negatives Selbstbild bringt uns nicht vorwärts.»
Bruno Damann, zweimal schon ist St.Gallen mit dem Versuch, einen Ostschweizer Ableger des Innovationsparks Schweiz zu bekommen, gescheitert. Nun haben Sie einen dritten Anlauf gestartet – warum ist es so wichtig, in diesem Netzwerk dabei zu sein? Es geht darum, die Ostschweiz auf dem Schweizerischen Innovationsradar zu positionieren und sicherzustellen, dass wir in den relevanten Gremien auf Bundesebene direkt vertreten sind. Bei der Verteilung von Geldern zur Erreichung seiner strategischen Ziele setzt der Bund seit einigen Jahren verstärkt auf nationale Netzwerke. Da ist es ein grosser Vorteil, wenn man bei relevanten Entscheiden mit am Tisch sitzt. Der Kanton St.Gallen ist die treibende Kraft in der Bewerbungsphase, danach wollen Sie aber die Wirtschaft in die Pflicht nehmen. Welches Engagement erwarten Sie von der Wirtschaft? Beim Innovationspark Ost handelt es sich um ein Generationenprojekt, das sukzessive aufgebaut werden soll. Zwar beteiligt sich der Kanton in einer frühen Phase massgeblich an den finanziellen Lasten sowie an der Sicherstellung des Betriebs über die ersten zehn Jahre. Gleichzeitig ist dieses Engagement aber an die tatkräftige Unterstützung des Parks durch die Wirtschaft geknüpft. Schon heute laufen intensive Gespräche mit ausgesuchten Unternehmen, erste finanzielle Zusagen liegen vor. Ein Innovationspark Ost könnte den Wissens- und Wirtschaftsstandort sicher beflügeln, doch reicht das wohl noch nicht, um den Rückstand auf dynamischere Regionen der Schweiz aufzuholen. Gibt es weitere Projekte, mit denen die
Ostschweiz Boden gut machen kann? Haben Sie weiteren Nachholbedarf identifiziert? Ein öffentlich zelebriertes negatives Selbstbild bringt uns keinen Schritt vorwärts. Die gesellschaftlichen Megatrends werden die Ostschweizer Industrielandschaft mit ihren stark fragmentierten und hochtechnologisierten KMU besonders stark prägen. Der Innnovationspark, in dem «Open Innovation» gelebt und Kooperationen gefördert werden, bietet uns vor diesem Hintergrund eine einzigartige Chance: Es geht darum, neue dynamische Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und zu nutzen. Weitere Impulse wie der Medical Master und die ITBildungsoffensive tragen das Ihre dazu bei, die wirtschaftliche Position der Ostschweiz weiter zu stärken.
«Beim Innovationspark Ost handelt es sich um ein Generationenprojekt, das sukzessive aufgebaut werden soll.» Es zeugt doch von einem selbstbewussten Selbstbild, wenn der Wunsch laut wird, dass St.Gallen im Finanzausgleich von einem Nehmer- zu einem Geberkanton werde. Wie realistisch ist dieser Wunsch, und wie weit hat die Politik da überhaupt Einfluss? Inhaltlich möchte ich auf diese Frage nicht eingehen, da sie einerseits in die Zuständigkeit des Finanzdepartementes fällt und anderseits ein Postulat im Kantonsrat hängig ist, dessen Beantwortung ich nicht vorgreifen kann.
Text: Philipp Landmark Bild: Thomas Hary
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Schwerpunkt Innovationspark Ost
Wo Industrie auf Forschung trifft Wovon St.Gallen noch träumt, gibt es anderswo schon. Ein Augenschein im Park Innovaare im aargauischen Villigen, einem der fünf nationalen Innovationsparks. Seine Ausrichtung ist stark mit den Forschungsschwerpunkten des Paul Scherrer Instituts verbunden, das sich in unmittelbarer Nähe befindet.
Jens Rehanek ist CEO von Advanced Accelerator Technologies AG, einem Kommerzialisierungspartner des Paul Scherrer Instituts.
Schon auf den ersten Blick lässt sich erahnen: Hier entsteht etwas Grosses. Zwar sind auf dem Areal gegenüber des Paul Scherrer Instituts PSI im aargauischen Villigen noch keine Gebäude zu sehen, aber die Fläche des Aushubs ist riesig. 38 000 Quadratmeter sind es, auf denen in den nächsten vier Jahren der Erweiterungsbau des Hightech-Parks Innovaare entsteht. Davon sind 23'000 Quadratmeter vermietbare Nutzfläche. Der Spatenstich war im vergangenen November, Mitte dieses Jahres soll mit den Baumeisterarbeiten begonnen werden. Finanziert wird der neue Bau von der CPV/CAP Pensionskasse Coop. Sie investiert rund 150 Millionen Franken. In Zukunft sollen auf dem Innovationscampus sowohl Hightech-Start-ups und Spin-offs als auch forschungs- und entwicklungsorientierte KMU und Gross-Unternehmen aus dem In- und Ausland arbeiten, die von der Nähe, dem Wissen LEADER | Jan. / Feb. 2020
und den Erfahrungen des PSI, dem schweizweit grössten Forschungsinstitut für Natur- und Ingenieurwissenschaften, profitieren. «Wir bauen ein Hightech-Ökosystem auf, in dem sich Spitzenforschung und Innovateure aus der Wirtschaft austauschen und gegenseitig inspirieren können», sagt Benno Rechsteiner, CEO des Parks Innovaare. Fünf Parks, ein Netzwerk Der Park Innovaare in Villigen ist einer von fünf Schweizer Innovationsparks unter der nationalen Dachmarke «Switzerland Innovation». Die weiteren sind der Park Basel Area, der Park Network West EPFL in Lausanne, der Innovationspark in Biel und jener in Dübendorf/Zürich. Das Netzwerk wird vom Bund unterstützt, indem er Grundstücke und finanzielle Darlehen bereitstellt. Der Rahmenkredit beträgt 350 Millionen Franken, die fünf Parks können sich alle um die befristeten Bürgschaften bewerben.
Innovationspark Ost Schwerpunkt
Auf 38'000 Quadratmetern wird in den nächsten vier Jahren ein riesiger Erweiterungsbau des Hightech-Parks Innovaare entstehen.
2015 wurde der Park Innovaare gegründet. Er befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Paul Scherrer Institut. Zurzeit sind hier 14 Hightech-Firmen angesiedelt. «Die Zahl ist in den ver-
«Wir bauen ein HightechÖkosystem auf, in dem sich Spitzenforschung austauschen kann».» gangenen Jahren kontinuierlich gestiegen», sagt Nina Müller, Kommunikationsverantwortliche des Parks Innovaare. Bei der Ansiedlung von Unternehmen konzentriert sich der Park auf bestimmte Technologie- und Innovationsbereiche, insbesondere
auf Arzneimittelforschung im Frühstadium, Protonentherapie, Medizintechnik, Bildgebungstechnologien, Nanomaterialien, Batterietechnologien und präzises Engineering – dies alles korrespondiert weitgehend mit den Forschungsschwerpunkten des PSI. «Unser Ziel ist es, Innovateure aus Grossunternehmen, Start-ups und KMU zu fördern und mit Forschungsinstitutionen zu verbinden», sagt der CEO des Parks Innovaare, «damit zum einen der Wissensfluss von der Wissenschaft in die Industrie sichergestellt ist und zum anderen die Innovationen schneller in die Industrie gelangen.» Forschung für Industrie nutzbar machen Die Advanced Accelerator Technologies AG, kurz AAT, ist eines dieser 14 Hightech-Unternehmen und genau dafür zuständig, dass PSI-Technologien nach draussen in die Industrie und in andere Forschungszentren kommen. «Die Entwicklungen werden damit nicht nur für den Elfenbeinturm der Wissenschaft LEADER | Jan. / Feb. 2020
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Schwerpunkt Innovationspark Ost
Kundenapéro einer Mitgliedsfirma vor dem hetigen Gebäude des Parks Innovaare.
gemacht, sondern über die Vermarktung für Gesellschaft und Industrie nutzbar», sagt AAT-CEO Jens Rehanek. Zu diesem Zweck wurde das Unternehmen als gemeinsame Initiative des PSI und einer Reihe von Industriepartnern aus dem In- und Ausland vor gut fünf Jahren gegründet. «Wir sind der Kommerzialisierungspartner des Paul Scherrer Instituts und haben hierfür auch vertragliche Vereinbarungen», sagt der Physiker, selbst ein ehemaliger Mitarbeiter am PSI.
«Mit dem Erweiterungsbau soll in Villigen künftig noch mehr Innovation möglich sein.» Vermarktet wird in erster Linie das Knowhow des Instituts in den Bereichen Beschleunigertechnologien, Experimente und Grossanlagen sowie seine Anwendungskompetenz für Teilchenstrahlen und Protonen in Wissenschaft, Forschung und industriellen Prozessen. «Wir bieten beispielsweise Teilsysteme, Engineering und Beratung in der Technologie der weltweit wachsenden Protonentherapie an, sowie andere LEADER | Jan. / Feb. 2020
Grossforschungsgeräte, die am PSI entwickelt und betrieben werden, wobei unsere Kunden aus der ganzen Welt kommen», sagt Rehanek. «Für uns ist der Innovationspark und seine enge Verbindung zum PSI sehr wichtig.» Er glaube nicht, dass ohne das Netzwerk Ähnliches für sie im selben Zeitraum möglich gewesen wäre. Vom Labor auf den Markt Im Park Innovaare entwickeln KMU und Start-ups neue Lösungen für komplexe Probleme, wie es beispielsweise die Firma GratXray getan hat. GratXrax ist ein Spin-off-Unternehmen der ETH Zürich und des Paul Scherrer Instituts und seit 2017 im Innovationspark in Villigen angesiedelt. Die Firmengründer haben während Jahren am PSI im Bereich Synchrotron-Strahlen geforscht und so eine neue, röntgenbasierte Methode entdeckt, mit der Weichteile wie das Brustgewebe differenzierter und genauer untersucht werden können. Gegenüber der «Aargauer Wirtschaft» (der Zeitung des Aargauer Gewerbeverbands) sagt der Mitgründer und Geschäftsleiter von GratXray Martin Stauber: «Ich bin überzeugt, dass wir mit dieser Methode einen wichtigen Beitrag für die Früherkennung von Brustkrebs leisten können.» Das Team von GratXray entwickelt derzeit ein neues Brust-CT-Gerät für eine bessere Früherkennung von Brustkrebs. «Der Weg der Firma GratXray ist ein gutes Beispiel dafür, wie
Innovationspark Ost Schwerpunkt
Im Innovationspark in Villigen forschen Firmen wie Interax in eigenen Labors.
Grundlagenforschung zur Anwendung im Markt führen kann», sagt die Kommunikationsverantwortliche des Parks Innovaare. Forscher hätten eine neue Methode entdeckt und sich dann gefragt, welches Problem damit gelöst werden könne. Genau umgekehrt sei es bei einer anderen Firma gewesen, wo zuerst das Problem da war und dann eine Lösung gesucht wurde. «Die Firma Qualysense in Glattbrugg stellt SortierMaschinen für Kaffeebohnen und andere Lebensmittel-Körner her. Beim Sortieren der Kaffeebohnen ist es wichtig, von Anfang an die mangelhaften Bohnen zu eliminieren», so Nina Müller. «Die Firma Cosylab, die seit 2017 bei uns im Park ist, half dieser Firma mit ihrer Spezialsoftware, die Kaffeebohnen mittels einer biochemischen Analyse zu untersuchen und zu sortieren.» Die Prozesse wurden damit verbessert. Ein grosser Teil ist schon vermietet Mit dem Erweiterungsbau soll in Villigen künftig noch mehr Innovation in einem von Forschung und Entwicklung geriebenen Umfeld möglich sein. Dies zumindest erhoffen sich die Verantwortlichen des Parks. Zu den bisherigen 14 Hightech-Unternehmen möchten sie noch weitere Schweizer und europäische Start-ups und KMU sowie einige Forschungsabteilungen von internationalen Firmen ansiedeln. Einen ersten Mietvertrag konnten sie bereits kurz nach dem Spatenstich abschliessen. «Die Firma LeadXpro ist eine unserer ersten Member
Companies. Sie ist in der Arzneimittelforschung tätig und hat sich im Neubau bereits jetzt eine ganze Etage gesichert, was uns natürlich riesig freut», sagt Nina Müller. Mit zwei weiteren Unternehmen seien sie in Verhandlung, «noch aber ist nichts spruchreif». Der Park Innovaare muss lediglich für 25 Prozent der gesamten Nutzfläche neue Mieter suchen. Hauptmieter des Ausbaus ist mit rund 65 Prozent das PSI und 10 Prozent soll für Firmen freigehalten werden, die sofort einen Platz suchen. Der Bau ist anspruchsvoll. Nebst Werkstatthallen und Hightech-Büros braucht es spezielle Räume und Labors, wo Forscherinnen und Forscher in einer keimlosen und vibrationsarmen Umgebung Messungen durchführen können. Viel verspricht man sich auch von den Communication Spots, die es auf jeder Etage des neuen Gebäudes gibt. «Hier sollen sich Forscher und Unternehmer auch physisch begegnen und gegenseitig inspirieren, was das Hauptziel unseres Innovationsparks ist», sagt CEO Benno Rechsteiner.
Text: Marion Loher Bilder: zVg
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Schwerpunkt Innovationspark Ost
«Leuchtturm für die Ostschweizer Innovation» Die Erwartungen in den geplanten «Innovationspark Ost» in St.Gallen sind hoch. Neben dem Zugang zu interdisziplinären Forschungsteams und der Stärkung des Innovationsstandorts soll sich die Ostschweiz dank des Innovationsparks sogar zum bevorzugten Unternehmensstandort in Europa entwickeln. Wird der Park nicht realisiert, werden auch Nachteile bei der künftigen Vergabe von Innovationsfördergeldern des Bundes befürchtet. Der LEADER hat Stimmen dazu eingefangen.
Wirtschaft und Wissenschaft vernetzen und Innovation fördern – das ist das Ziel des geplanten Ostschweizer Generationenprojekts «Innovationspark Ost». Auf dem Campus Lerchenfeld im Westen der Stadt St.Gallen soll der Innovationspark eine hochstehende Entwicklungs-, Labor- und Arbeitsinfrastruktur bieten, den Forschungsteams von Unternehmen und wissenschaftlichen Institutionen für gemeinsame Innovationsprojekte nutzen können. Neben der Empa und ihren Entwicklungen in der Gesundheitstechnologie liegt der Fokus in einer ersten Phase vor allem auf der Digitalisierung und der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie. Neben der Industrie- und Handelskammer, der Empa und dem Amt für Wirtschaft setzen sich vor allem das St.Galler Pharmaunternehmen Vifor und die Textilfirma Schoeller aus Sevelen dafür ein, dass der Innovationspark im dritten Anlauf nun endlich realisiert werden kann. Welche Bedeutung hat der «Innovationspark Ost» für sie und andere Institutionen und Organisationen und welche Erwartungen haben sie an dieses Projekt?
Etienne Jornod, Executive Chairman Vifor Pharma Group LEADER | Jan. / Feb. 2020
Vifor Pharma Group: «Schaffung und Erhalt vonArbeitsplätzen» «Als St.Galler Unternehmen betrachten wir den Innovationspark grundsätzlich als Chance für die gesamte Ostschweizer Wirtschaft und damit einhergehend auch für die Schaffung und den Erhalt von Arbeitsplätzen in der Region», sagt Etienne Jornod, Executive Chairman
der Vifor Pharma Group. Das Pharmaunternehmen sieht die Vorteile eines Innovationsparks vor allem in den Bereichen Materialwissenschaft, Sensortechnik, Informationsverarbeitung und medizinische Versorgungssysteme. Dazu gehören beispielsweise Geräte zur Bestimmung von Blutparametern oder Versorgungssysteme, die dem Organismus eines Patienten Wirkstoffe dosiert abgeben können.
Schoeller Textil AG: «Zugang zu interdisziplinären Forschungsteams» Bei der Rheintaler Schoeller Textil AG sieht man den Innovationspark als einen Gewinn sowohl für die Region Ostschweiz als auch für die Ostschweizer und die schweizerische Siegfried Winkelbeiner, Textilindustrie. InnovationsCEO Schoeller parks und interdisziplinäre Textil AG Ausbildungskonzepte seien ideale Inkubatoren, um bei der laufenden Textilrevolution vorne mit dabei sein zu können, sagt Schoeller-CEO Siegfried Winkelbeiner. Als mittelständisches Unternehmen könne man nicht aus eigener Kraft alle notwendigen Innovationen stemmen. Dafür müssten Firmen und Forschungsstätten unterschiedlichster Arbeitsbereiche zusammenspannen. Einen Innovationspark Ost sehe man deshalb als erstrebenswerte Plattform für den Zugang zu interdisziplinären Forschungsteams sowie modernster Infrastruktur. So könne man, zusammen mit Schweizer Experten und Partnern aus der ganzen Welt, die sich rasant verändernde textile Zukunft weiter mitgestalten.
Innovationspark Ost Schwerpunkt IHK St.Gallen-Appenzell: «Ein Schlüsselprojekt der IHK-Zukunftsagenda» Für IHK-Direktor Markus Bänziger ist klar: «Die Ostschweiz soll sich zum bevorzugten Lebensraum, Arbeitsort und Unternehmensstandort der Schweiz, ja von Europa entwickeln. Markus Bänziger, Innovationskraft, gepaart Direktor IHK St.Gallenmit Unternehmertum sind Appenzell und Mitglied zentrale Treiber auf diesem Steuerungsausschuss Weg. Die Vernetzung Innovationspark Ost zwischen Wissenschaft und Wirtschaft ist dazu entscheidend.» Von einem leistungsfähigen Innovationspark verspricht sich die IHK St.Gallen-Appenzell deshalb eine starke Brückenfunktion für KMU zu hochstehender Forschung, Entwicklung und Innovation. Aus diesem Grund sei der Innovationspark Ost auch als Schlüsselprojekt auf der IHK-Zukunftsagenda aufgeführt.
Wirtschaft Region St.Gallen: «Leuchtturm für Ostschweizer Innovation» «Für die Ostschweiz und die Region St.Gallen ist es sehr wichtig, im nationalen Innovationsnetzwerk vertreten zu sein», ist David Ganz, Präsident der «Wirtschaft ReDavid Ganz, Präsident gion St.Gallen» überzeugt. Wirtschaft Region «Daher unterstütz auch die St.Gallen WISG alle Bestrebungen, St.Gallen im nationalen und internationalen Standortwettbewerb noch besser zu positionieren.» Neben der Schaffung eines Metropolitanraumes St.Gallen-Bodensee, die unmittelbar bevorsteht, ist für die WISG der Innovationspark eines der wichtigsten Projekte für diese Positionierung. Der Innovationspark werde Wirtschaft und Wissenschaft noch enger zusammenbringen, und der Campus Lerchenfeld könne so, zusammen mit den dort schon vorhandenen Institutionen Empa und Startfeld, zu einem eigentlichen Leuchtturm für die Ostschweizer Innovation werden, so Ganz weiter.
Peter Frischknecht, Geschäftsführer Startfeld Innovationszentrum
Startfeld: «Ostschweiz auf Innovationslandkarte sichtbar machen» Peter Frischknecht, Geschäftsführer von Startfeld, bedauert, dass für viele Schweizer die Schweiz immer noch hinter Winterthur aufhöre – danach komme «Niemandsland». «So wie die schweizerische Landkarte der Innovationsparks jetzt vorliegt, bestätigt sich dieses
Bild auch auf diesem Gebiet. Zurzeit hat das keine grossen Nachteile. Sollte dereinst jedoch diese Landkarte von der Bundesverwaltung für die Gestaltung von Innovationsförderprogrammen oder Ähnlichem verwendet werden, und davon gehen wir aus, könnte dies ein gravierender Nachteil werden. Der Innovationspark Ost sorgt deshalb dafür, dass die Ostschweiz auch auf der Innovationslandkarte der Schweiz sichtbar und damit wahrnehmbar ist.»
IT rockt: «Innovationskraft weiter vorantreiben» Innovation und Ausstrahlung stehen auch beim Ostschweizer IT-Cluster «IT rockt!» und bei dessen Geschäftsführerin Eva De Salvatore ganz zuoberst auf der Wunschliste: «Wir Eva De Salvatore, wünschen uns gemeinsam Geschäftsführerin mit dem Innovationspark, «IT rockt!» dass wir mit der exzellenten Forschungsentwicklung und -kompetenz in der Ostschweiz auch überregional und international stärker als der innovative Standort wahrgenommen werden, der wir effektiv sind und die Innovationskraft der Region weiter vorangetrieben wird.»
Startnetzwerk Thurgau & IHK Thurgau: «Attraktiv auch für Start-ups» Ähnlich klingt es auch aus dem Thurgau. Generell begrüsse man solche Initiativen in der Ostschweiz. «Sie helfen uns, die Region im Bereich Innovation besser zu positionieren und Tiziana Ferigutti, attraktiver zu machen, auch Geschäftsführerin für Startups», sagt Tiziana Startnetzwerk Thurgau Ferigutti, Mitarbeiterin der IHK Thurgau und Geschäftsführerin des Startnetzwerks Thurgau. Sie betont zudem, dass dafür mit dem Projekt «Digital Campus» auch im Thurgau wichtige Weichen gestellt würden.
Text: Patrick Stämpfli Bilder: Thomas Hary, zVg
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«‹Auto› konnte ich vor ‹Mama› sagen» Im Sommer 2019 verkaufte die Ostschweizer Unternehmerfamilie Lienhard ihre alteingesessene Firma Lista an einen chinesischen Investor. Franziska Lienhard Nava (*1978) und ihr Vater Fredy Lienhard (*1947) standen mit verschiedenen Unternehmern aus Europa, den USA und aus Asien in Kontakt, bevor sie sich für die Unternehmerfamilie Wang entschieden haben. Der St.Galler BüromöbelHersteller mit 330 Mitarbeitern wird künftig aus der Provinzstadt Anji in Ostchina geführt. Im Gespräch mit dem LEADER erläutert Fredy Lienhard die Hintergründe und verrät, was er jetzt macht.
Fredy Lienhard, Mitte 2019 haben Sie die Lista Office Group an den chinesischen Büromöbelhersteller Henglin verkauft. Was war der Grund für den Verkauf? Hauptsächlich strategische Gründe – ein Alleingang nur mit dem Standort Schweiz wäre mit Blick auf die Zukunft nicht mehr erfolgversprechend und ein weiteres Wachstum aus eigener Kraft schwierig gewesen. Der Markt Schweiz ist seit zehn Jahren rückläufig, ausländische Rivalen drängten verstärkt ein, und die Margen stehen unter Druck.
«Wir haben viel Erfolg und Glück gehabt in unserem Leben. Das möchten Regula und ich teilen.» Und was gab den Ausschlag für Henglin aus Anji? Wir haben viele potenzielle Käufer geprüft. Henglin hat als Familienunternehmen am besten unseren Vorstellungen entsprochen. Sie bauen auf unsere Mitarbeiter und den Standort Schweiz, und sie haben ähnliche Werte wie wir. Die Zhejiang Henglin Chair Industry Co. Ltd. wurde 1998 von Wang Jianglin gegründet und stieg seither zum grössten chinesischen Exporteur von Bürostühlen auf. Henglin ist wie die Lista ein Familienunternehmen. Wie gut haben Sie die Familie Wang im Vorfeld kennengelernt? Sie haben mehrmals uns und wir sie in China besucht, wir haben einen sehr guten Eindruck bekommen und uns sofort gut verstanden. LEADER | Jan. / Feb. 2020
Lista ist die Nr. 1 im hiesigen Büromöbelmarkt. Wie sieht es nun international mit dem neuen Eigentümer aus? Henglin ist eine dynamische Familienunternehmung und wird neue Impulse setzen. Sie planen sogar, der Werkplatz Schweiz auszubauen. Mit über 3000 Mitarbeitern und mehr als 20 Jahren Erfahrung in der Entwicklung und Herstellung von Bürostühlen generiert Henglin ein jährliches Umsatzvolumen von über 300 Millionen Franken. Die Schweizer Angestellten von Lista müssen sich also keine Sorgen um ihre Arbeitsplätze machen? Nein, im Gegenteil, sie bekommen neue Chancen und eine klare Vorwärtsstrategie. Bereits 2018 haben Sie die St.Galler Papeterie Markwalder an die Gossauer Pius Schäfler AG verkauft. Erfolgte diese Übergabe im Hinblick darauf, dass Markwalder nicht auch an die Chinesen gehen sollte? Nein, das war nicht der Grund. Markwalder war eine gute Tochtergesellschaft, aber sie hat zu wenig zu unserem Kerngeschäft gepasst. Mit der starken Firma Pius Schäfler bekommen sie den passenden Eigentümer. Wechseln wir nach Romanshorn: In der dortigen Eventlocation «Autobau» steht Ihre private Autosammlung, Sie waren ja nicht nur Unternehmer, sondern auch aktiver Rennfahrer. Warum haben Sie Ihre Sammlung 2007 öffentlich zugänglich gemacht? Den Ausschlag gab der Besuch einer Primarschulklasse: Als ich die leuchtenden Augen der Kinder sah, wurde mir klar, dass ich diese Faszination teilen sollte. Ich muss diese Sammlung ja loslassen, und es macht Spass, wenn man Freude teilen kann. Es wäre schade, die Autos hinter verschlossenen Türen zu halten!
Wirtschaft
Unternehmer und Autoenthusiast Fredy Lienhard:
Margen unter Druck.
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Marc Hauser Coach, Pionier und Keynote Speaker www.erfolgswelle.ch
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«Markwalder war eine gute Tochtergesellschaft, aber sie hat zu wenig zu unserem Kerngeschäft gepasst.» Das Gemeinwohl ist sehr wichtig in einer Gesellschaft – es hält zusammen und verbessert das Zusammenleben. Wir haben viel Erfolg und auch Glück gehabt in unserem Leben. Das möchten Regula und ich teilen. Wir sprechen absichtlich nicht von «zurückgeben», denn wir haben ja nichts gestohlen! Wir hoffen gleichzeitig, dass es noch mehr «Nachahmer» gibt, wir also diesbezüglich eine Vorbildfunktion übernehmen können. Sie unterstützen auch den gemeinnützigen Förderverein für Kinder mit seltenen Krankheiten; so luden Sie 120 Betroffene und Angehörige im September 2019 in den Autobau. Weshalb gerade für KMSK? Die Idee kam von unserem Sohn Fredy Alexander – und unsere gesamte Familie hat das gerne unterstützt. Auch hier: Was gibt es Schöneres, als diesen geprüften Kindern und ihren Eltern eine Freude zu machen?
Fredy A. Lienhard führt die Autobau-Erlebniswelt in Romanshorn. Ebendort haben Sie im Sommer 2019 den «Swiss Classic Lifetime Award» für Ihre Verdienste zur Förderung und An erkennung historischer Automobile als rollendes Kulturgut erhalten. Woher kommt Ihre Begeisterung für Autos? Von Geburt an. Das Wort «Auto» konnte ich vor «Mama» sagen. Den Virus hatte ich von meinem Vater Alfred, der sowohl Unternehmer als auch Rennfahrer war. Was fahren Sie privat für ein Auto? In erster Linie Porsche, aber auch Mini, BMW und Ferrari. Porsche ist meine Lieblingsmarke, weil das Auto auch im normalen Verkehr passt, perfekt und praktisch ist und begeistern kann. Der Autobau wird heute von Ihrem Sohn Fredy A. Lienhard geführt. Trifft man Sie selbst auch noch in Romanshorn an? Hie und da natürlich schon, aber ohne «offizielle» Aufgaben. Gerne begrüsse ich dort meine privaten Gäste. Und auf der Rennstrecke? 2008 habe ich in Silverstone mein letztes Rennen gefahren, genau an meinem 61. Geburtstag. Vor dem Rennen hat mir meine Tochter Franziska mitgeteilt, dass ich Grossvater werde … Es war also der richtige Zeitpunkt, mit Rennfahren aufzuhören. Wir sind nach 1'000 km noch auf das Podium gefahren, und so konnte ich meine über 40-jährige Rennfahrerkarriere erfolgreich abschliessen. Seither bewege ich meine Rennwagen immer noch «just for fun» auf internationalen Rennstrecken – an sogenannten Trackdays. Sie engagieren sich zusammen mit Ihrer Frau Regula auch mit der Lienhard-Stiftung für gemeinnützige Projekte aus Berufsbildung, Kultur, Sozialem, Sport und Wissenschaft in der Ostschweiz. Warum dieses Engagement?
Am 7. April 1970 traf ein schwerer Schicksalsschlag das Ostschweizer Unternehmen Lista: Seniorchef Alfred Lienhard, der es 1945 gegründet hatte, erlag im Alter von 44 Jahren einem Herzinfarkt. Sein damals 22-jähriger Sohn Alfred «Fredy» Lienhard übernahm die unternehmerische Verantwortung – mit Erfolg: Mit den Marken Lista Office LO und InterOffice gehört die 2009 gebildete Lista Office Group mit Produktionsstandorten in Degersheim und Arnegg heute zu den führenden Schweizer Herstellern und Anbietern von Büromöbelsystemen (Lista = Lienhard Stahl). 2014 gab Lienhard nach über 44 Jahren sein Verwaltungsratspräsidenten-Mandat ab. Heute steht Tochter Franziska Lienhard Nava dem ListaVR vor. Autorennen und seine Autosammlung, die in der Autobau-Erlebniswelt in Romanshorn ausgestellt ist, welche von seinem Sohn Fredy A. Lienhard geführt wird, sind nach wie vor Lienhards Passion, der er sich jetzt noch intensiver widmen kann – er fährt seit den 1960er Jahren leidenschaftlich (und gut) Autorennen; unvergessen ist etwa sein Lista Racing Team. 2002 feierte Lienhard mit dem Sieg des 24-Stunden-Rennes von Daytona seinen grössten Triumph; 2008 fuhr er sein offiziell letztes Rennen in Silverstone, was aber nicht heisst, dass sich Lienhard nicht nach wie vor noch hinter ein schnelles Steuer setzt. Die Familie Lienhard engagiert sich seit jeher auch für das Gemeinwohl, etwa mit der Lienhard-Stiftung (lienhardstiftung.ch) oder für «Kinder mit seltenen Krankheiten» (kmsk.ch). Text: Stephan Ziegler Bilder: Thomas Hary
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Wie die öffentliche Hand Medien fördern will Der Gossauer Stadtrat geht in Sachen Medienförderung eigene Wege: Er hat den Auftrag für ein Stadtmagazin ausgeschrieben. Was verspricht sich Gossau vom Magazin? Wie beurteilt ein HSG-Medienexperte den «Gossauer Weg»? Und was hat es mit dem Media Lab auf sich, dass die Uni der St.Galler Regierung als Massnahme zur Medienförderung vorschlägt?
Im Sommer 2017 ist die traditionsreiche Gossauer Wochenzeitung GOZ verschwunden, einen Sommer später die «A GOZ». «Seither empfinden es verschiedene gesellschaftliche Akteure schwierig, Beachtung in den gedruckten lokalen Medien zu finden», sagt Wolfgang Giella, Stadtpräsident von Gossau. Dazu komme, dass gerade die jüngere Generation sich zunehmend online informiere. «Dies zwingt Gemeinden, darüber nachzudenken, wie man alle Bevölkerungskreise informiert, nicht nur die printaffinen», so Giella.
«Der Lenkungsausschuss soll die Leitplanken für die redaktionelle Arbeit geben, sich aber nicht ans Steuer setzen.» Wolfgang Giella, Stadtpräsident Gossau
Neues Stadtmagazin Analysen hätten gezeigt, dass sich die Mehrheit der Gossauer Bevölkerung auf mobilen Endgeräten über digitale Kanäle informiert. «Die Printmedien reduzieren aus ökonomischen Gründen seit Längerem die lokale Berichterstattung und spiegeln das örtliche gesellschaftliche Leben zunehmend nicht mehr», stellt Giella fest. Eine Studie zeige zudem: Je weniger die Medien über lokale Politik berichteten, desto geringer sei die Wahlbeteiligung. «Mit der Lancierung eines unabhängigen Stadtmagazins will der Stadtrat dazu beitragen, dass der politische Diskurs in Gossau nicht verebbt», so Giella. Der Gossauer Stadtrat stellt sich eine gedruckte Ausgabe vor, die alle zwei Wochen erscheint und in alle Haushalte in Gossau LEADER | Jan. / Feb. 2020
und Arnegg verteilt wird. News und andere Beiträge sollen zuerst online erscheinen – auf einer Website und einer App. Print und online seien auch für Vereine, Verbände, Gewerbe und Fachgeschäfte interessant. Das genaue Konzept ist noch offen; der Stadtrat hat den Auftrag dazu bis am 9. März öffentlich ausgeschrieben. Journalistische Unabhängigkeit Das Magazin soll von einer externen Redaktion produziert werden. Die redaktionelle Hoheit liegt bei einem paritätisch zusammengesetzten Lenkungsausschuss. Hier stellt sich die Frage, wie unabhängig ein Medienprodukt sein kann, das von der öffentlichen Hand lanciert und mitfinanziert wird. Die Stadt Gossau will jedes Jahr 250'000 Franken investieren plus Initialkosten von 50'000 Franken übernehmen. Wolfgang Giella sieht die Unabhängigkeit der Redaktion gewahrt und zieht dazu den Vergleich zur SRG. «Deren journalistische Arbeit wird landesweit als recht unabhängig wahrgenommen. Der Lenkungsausschuss soll mit dem Redaktionsstatut die Leitplanken für die redaktionelle Arbeit geben, sich aber nicht ans Steuer setzen.» Die Stadt sei einer unter vielen Vertretern im Ausschuss. Den Kostenrahmen, mit dem sich die Stadt am neuen Magazin beteiligt, hält Giella für realistisch: «Aus Sicht des Stadtrats ist diese Summe eine gute Basis für ein üppigeres Businessmodell.» Und es könne ja sein, dass der künftige Auftragsnehmer aus dem Produkt ein weiterverwertbares Geschäftsmodell entwickle. «Interessanter Weg» Wie beurteilt das Institut für Medien- und Kommunikationsmanagement der Universität St.Gallen den «Gossauer Weg»? Vincent Kaufmann, Direktor am MCM, findet Medienförderung durch lokale Behörden einen interessanten Weg. Es bestehe offensichtlich heute ein Bedürfnis, die (hyper)lokale Öffentlichkeit zu unterstützen. «Es ist zu vermuten, dass sich dieses
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Wolfgang Giella, Stadtpräsident von Gossau:
Politischen Diskurs nicht verebben lassen.
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Vincent Kaufmann, Direktor MCM-HSG:
Innovation ist wichtiger denn je.
mit der weiteren Konsolidierung in der Medienlandschaft verstärken wird», sagt Kaufmann. «Bei einer Unterstützung durch lokale Behörden vermeidet man weitgehend die Verteilungskämpfe, die mit der direkten Medienförderung auf Bundes- oder Kantonsebene entstünden», so Kaufmann. Man vermeide ebenfalls die Probleme, die entstehen, wenn grossen Medienhäuser subventioniert werden, die gleichzeitig ihren Aktionären Dividenden ausschütten. Sinnvoll, aber auch innovativ? «Interessant am Gossauer Projekt ist, dass eine gemischte Finanzierung – durch die öffentliche Hand und durch Werbung – angestrebt wird», sagt Kaufmann. «Wenn es das Magazin der Gossauer wird, wenn sich die Bevölkerung ein solches Magazin wirklich aneignet, dann sind auch substanzielle Werbeeinnahmen möglich», sagt Kaufmann. Und: «Mit einer gemischten Finanzierung wird die Frage der (Un)abhängigkeit etwas entschärft.» Für ihn ist klar: «Die Behörden müssen sich bewusst sein, dass sie kritische Berichte über den Stadtrat in Kauf nehmen müssen.» Für Kaufmann ist der «Gossauer Weg» grundsätzlich sinnvoll. «Mein einziger Zweifel bei einer direkten Medienförderung durch die öffentliche Hand ist, dass diese Lösung nicht unbedingt Innovation fördert – und diese braucht es im Kontext der Digitalisierung mehr denn je.»
Kantonale Medienförderung Auch die St.Galler Regierung sorgt sich angesichts der Medienkonzentration um die Medienvielfalt im Kanton. Ende 2019 gab sie dem MCM dazu folgenden Auftrag: Wie kann eine kantonale Medienförderung Vielfalt, Innovation und deren Nachhaltigkeit fördern? Das Institut schlägt der Regierung in ihrem Bericht nun ein «Media Lab» vor. Dies als Konsequenz aus den durchgeführten Gesprächen des MCM mit lokalen Medienakteuren. «Eine klare Mehrheit der angefragten Akteure ist sich bewusst, dass es in verschiedenen Bereichen neue und innovative Lösungen braucht, aber für die Umsetzung fehlen meist die Ressourcen: Geld und Zeit, aber auch Know-how und Expertise», sagt MCM-Leiter Vincent Kaufmann. Ein Media Lab solle auf diese Anliegen eingehen können und den Medienunternehmen den komplexen Weg in die digitale Umwelt erleichtern. Anschubfinanzierungen und Wissenstransfer Das Media Lab soll nach den Vorschlägen des MCM Anschubfinanzierungen für konkrete, innovative Projekte zur Verfügung stellen. Das könnten laut Kaufmann Projekte sein, die in (grossen) Medienhäusern intern durchgeführt werden, oder Projekte, an denen sich das Media Lab aktiv oder sogar proaktiv beteilige, um z. B. mit kleineren Unternehmen technische Dispositive zu entwickeln. Andererseits solle ein Media Lab Wissenstransfer-
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«Ein Media Lab müsste durch den Kanton St.Gallen finanziert werden und Anschubfinanzierungen für Projekte bereitstellen.» Vincent Kaufmann, Direktor am MCM-HSG
und Austausch fördern: mit Newslettern, Präsentationen, Foren, Seminaren usw. Es könnte sogar externe Aus- und Weiterbildungen unterstützen. Konkret könnte das Media Lab gemäss Kaufmann zum Beispiel ein lokales Medienunternehmen dabei unterstützen, das eine neue Online-Plattform lancieren möchte. Es würde es etwa bei der Akquisition von neuer Software beraten und finanziell unterstützen, eine Schulung anbieten – und vielleicht dem Unternehmen vorschlagen, eine schon mit anderen Akteuren entwickelte App anzupassen, um z.B. Jugendliche zu erreichen oder mit dem Format Podcast zu experimentieren. «Diese Form der Unterstützung ist mit anderen Ansätzen, insbesondere Unterstützung durch lokale Behörden, durchaus kompatibel», sagt Kaufmann. Finanzierung durch Kanton Für das MCM ist klar, dass ein Media Lab durch den Kanton St.Gallen finanziert werden müsste. «Nach unserer Einschätzung sollte es um 600 bis 1000 Stellenprozente verfügen und in der Lage sein, den Medienunternehmen substanzielle Anschubfinanzierungen für Projekte zur Verfügung zu stellen», betont Kaufmann. In seinem Bericht weist das MCM darauf hin, dass ein Media Lab Ostschweiz vermutlich Sinn machen würde, was zu weiteren Synergieeffekten führen sollte. Bei der St.Galler Regierung scheinen die Vorschläge des HSG-
Instituts grundsätzlich auf offene Ohren zu stossen, auch wenn die Regierung nicht von einem Media Lab, sondern von einem «unabhängigen Förder- und Kompetenzzentrum» spricht. In ihrer Antwort zu einem Vorstoss zur Medienförderung nimmt die Regierung Bezug auf den Bericht des MCM und erklärt, dass sie den Ansatz, ein unabhängiges Förder- und Kompetenzzentrum aufzubauen, «allenfalls als zielführend erachtet und ihn vertieft prüfen wird». Zudem beabsichtige sie, diesen Ansatz auch erneut in der Ostschweizer Regierungskonferenz vorzustellen. «Sollte er sich bezüglich der angestrebten Wirkungen, mit Blick auf die demokratische Willensbildung namentlich hinsichtlich Medienvielfalt und qualitativ gutem Journalismus als gangbar erweisen, wird die Regierung dem Kantonsrat den Aufbau eines solchen Förder- und Kompetenzzentrums beantragen», hält die Regierung weiter fest. Sie werde im ersten Quartal 2020 einen entsprechenden Projektauftrag erteilen. Wem der Auftrag erteilt wird und was genau geprüft wird, lässt die Regierung dabei offen. Ob Kompetenzzentrum oder Media Lab – in Sachen Medienförderung könnte der Kanton St.Gallen wie bereits Gossau neue Wege gehen. Text: Tanja Millius Bilder: Thomas Hary, Hannes Thalmann
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«Ich gehe von einem moderaten Wachstum aus» Alexander Fust ist Leiter Transfer & Fördergefässe am Schweiz. Institut für Klein- und Mittelunternehmen der Universität St.Gallen sowie Direktor des Fördervereins KMU-HSG. Im Gespräch mit LEADER-Chefredaktor Stephan Ziegler skizziert der Fachmann, wo er insbesondere die Ostschweizer KMU-Landschaft 2020 verortet.
Alexander Fust, die Expertengruppe des Bundes meint, dass sich die Schweizer Konjunktur 2020 nur moderat entwickle. Mit einer allmählichen konjunkturellen Belebung sei erst für 2021 zu rechnen. Teilen Sie diese Einschätzung? Während die Economiesuisse eher davon ausgeht, prognostiziert die Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) und das SECO das Bruttoinlandsprodukt für 2020 ein höheres Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) als noch 2019. Beim BIP-Wachstum für 2021 bestehen jedoch Unterschiede. Teilweise wird es höher, teilweise tiefer als noch 2020 eingeschätzt. Eine Voraussage zu treffen für die ganze Schweiz, finde ich relativ schwierig. Es gab in der jüngsten Vergangenheit immer wieder unvorhersehbare Ereignisse, die sich auf die Konjunktur ausgewirkt haben. Das könnte auch in Zukunft passieren. Ich gehe aber selbst auch eher von einer moderaten Entwicklung für 2020 aus. Und wie sieht es 2020 für die Ostschweiz aus? Ich gehe auch hier von einem moderaten Wachstum aus, wobei die Entwicklungen je nach Branche unterschiedlich sein werden. Eine Betrachtung der Branchen mit den meisten Beschäftigten in den Ostschweizer Kantonen zeigt Folgendes: Im Gesundheitswesen kann eher von einem stärkeren Wachstum gesprochen werden. Gleiches gilt für die Branche «Erziehung und Unterricht». Der Detail- und Grosshandel werden wahrscheinlich weiter unter dem Strukturwandel (z. B. Onlinehandel, Kostendruck) leiden. Gleiches gilt auch für die Landwirtschaft. Im Ausbaugewerbe kommt es auf den Neuwohnungsbau an, wobei der Gesamtmarkt wahrscheinlich moderat wachsen wird. Die Hersteller von Metallerzeugnissen dürften auch moderat wachsen, wobei das stark von der Kundenstruktur abhängt. Die Automobilzulieferer werden es wahrscheinlich weiterhin nicht einfach haben. Alle diese Branchen beschäftigen etwa ein Drittel aller in marktwirtschaftlichen Unternehmen Beschäftigten der Ostschweizer Kantone. LEADER | Jan. / Feb. 2020
Viele Ostschweizer KMU sind stark exportorientiert. Bekommen diese den Handelskrieg zwischen den USA und China sowie die weltpolitischen Spannungen noch mehr 2020 zu spüren? Die letzten Zeichen waren zwar versöhnlich, doch ist das Verhältnis zwischen den USA und China weiterhin belastet. Ob der Handelskrieg sich verschärfen oder beruhigen wird, kann ich zum aktuellen Zeitpunkt nicht sagen. Da es auf die Wahlen in den USA zugeht und es durchaus auch eine Machtfrage ist, gehe ich von einer weiteren Unsicherheit aus. Es bleibt eine Wahrscheinlichkeit, dass sich der Handelskrieg weiter verschärfen könnte. Insbesondere hat die Regierung der USA nicht
«Die Automobilzulieferer werden es auch weiterhin nicht einfach haben.» nur China, sondern auch Europa erwähnt. Wir dürfen gespannt sein, was da noch auf uns zukommen könnte. Diese Unsicherheit belastet aller Voraussicht nach die exportorientierten Firmen. Hier möchte ich aber schon auch noch erwähnen, dass es auch in der Ostschweiz viele KMU gibt, die gar nichts exportieren und den allergrössten Teil ihres Geschäftes im Inland machen. Naturgemäss sind sie von diesen globalpolitischen Entwicklungen kurzfristig kaum oder nur am Rande betroffen. Muss man hier zwischen Konsumgütern unterscheiden, die nach wie vor gut nachgefragt werden, und MEM-Produkten? Im Grundsatz ja. In der Schweiz werden laut dem Bundesamt für Statistik (BfS) vor allem Pharmaprodukte, Erzeugnisse der MEM-Branche, Instrumente und Uhren exportiert. Die Exporte dieser Erzeugnisse dürften sich unterschiedlich entwickeln.
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Dr. Alexander Fust:
«Umsatz ist noch nicht Deckungsbeitrag oder Gewinn.»
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Wirtschaft Die Preise für Gesundheit und Wohnen sollen steigen, prognostiziert etwa die CS. Wie sehen Sie das, bezogen auf die Ostschweiz? Bei den Preisen für Gesundheit teile ich diese Meinung. Ob das Wohnen auch in der Ostschweiz teurer wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die Leerwohnungsziffer (2 bis 2.6 %) ist in der Ostschweiz (ohne Glarus und Graubünden) höher als der Durchschnitt der anderen Kantone (1.66 %). Deshalb glaube ich eher weniger, dass das Wohnen 2020 in der Ostschweiz signifikant teurer wird.
«Der Cyber Security gilt es, ein grosses Augenmerk zu schenken.» Und wie entwickelt sich Ihrer Meinung nach das Zinsniveau? Es würde mich überraschen, wenn die Zinsen steigen würden. Entscheidend ist, was die Europäische Zentralbank (EZB) machen wird. Es kann jedoch angenommen werden, dass die neue Präsidentin der EZB, Christine Lagarde, die expansive Geldpolitik ihres Vorgängers beibehalten wird, solange sich die Inflationsrate im Euroraum nicht dem Zielwert von 2 % nähert. Und wie der EUR-CHF-Wechselkurs? Das ist ein Blick in die Kristallkugel. Meinungsführer und Experten geben eine Wechselkursprognose an, die von 1:1 bis 1:1.15 EUR/CHF reichen. Die politische Unsicherheit in Europa sowie die Ankündigung der USA, die Schweizer Nationalbank aufgrund ihrer Interventionen auf dem Devisenmarkt auf eine Beobachtungsliste zu setzen, tragen zu einem Aufwertungsdruck des Schweizer Frankens bei. Die aktuelle Aufwertung könnte auch der Unsicherheit rund um den Coronavirus geschuldet sein. Ich könnte mir gut vorstellen, dass sich der Wechselkurs Ende 2020 wieder auf 1.08 EUR/CHF einpendelt, sofern nicht unvorhersehbare Entwicklungen auftreten sollten. Auf lange Frist wird der Aufwertungsdruck des Schweizer Frankens jedoch bestehen bleiben. Im Detailhandel blieb der Umsatz 2019 erstaunlicherweise stabil, trotz Konkurrenz aus dem Onlinehandel und dem Umsatz. Wagen Sie hier eine Prognose für 2020? Umsatz ist leider noch nicht Deckungsbeitrag oder Gewinn. Ich gehe wie die meisten davon aus, dass sich der Strukturwandel durch den Onlinehandel weiterhin fortsetzen wird. Ich hoffe jedoch, dass der Effekt für den hiesigen Detailhandel moderat sein wird, da sehr viele Personen in der Ostschweiz in dieser Branche beschäftigt sind. Und wo verorten Sie die hiesige Bauwirtschaft 2020? Wenn ich mit unseren Kunden spreche, dann spüren sie noch keinen Rückgang. Es bleibt aber abzuwarten, was im Neuwohnungsbau passiert. Da gehen Experten eher von einer leichten Abkühlung aus.
Ein grosses Thema dürfte auch 2020 die Digitalisierung sein. Wo sehen Sie hier Trends im KMU-Umfeld – und was empfehlen Sie als KMU-Digitalisierungsexperte ebendiesen? Die Digitalisierung resp. digitale Transformation bleibt selbstverständlich ein Thema, auch bei den KMU. Es gilt dabei, nach Automatisierungsmöglichkeiten zu suchen und die Interaktion mit den Kunden vermehrt auch online zu gestalten (z. B. mithilfe von Onlinemarketing). Auch macht eine Beobachtung von neuen (digitalen) Angeboten Sinn, die allenfalls auch selbst angeboten oder genutzt werden können. Der Cyber Security gilt es, ein grosses Augenmerk zu schenken, denn die Nachrichten über betroffene KMU häufen sich leider. Es zeigt sich, dass KMU nicht zu klein sind, um für Angriffe interessant zu sein. Das Einfallstor Nummer eins ist hierbei eine mangelnde Sensibilisierung von Mitarbeitern – Stichwort Social Engineering. Zur Prävention sollten KMU vermehrt in Schulungsmassnahmen investieren. Sie sind auch Experte für Innovation in KMU. Wie gut – oder schlecht – sind diesbezüglich die Ostschweizer KMU aufgestellt, und was wird hier 2020 auf der Agenda stehen? Diese Frage ist schwierig zu beantworten, da die Ostschweizer KMU sehr unterschiedlich aufgestellt sind. Einige sind Innovationsführer, andere wiederum folgen eher anderen Firmen in Bezug auf Innovationen und andere möchten sich nicht gross verändern. In letzter Zeit ist vermehrt von einer Neuausrichtung oder Optimierung der «Customer Journey» die Rede. Es geht darum, sich in den Kunden hineinzuversetzen und die Berührungspunkte der (potenziellen) Kunden mit dem eigenen Produkt oder der Dienstleistung zum Beispiel im Zuge des Beratungs-, Bestell- und Verkaufsprozesses zu identifizieren und diese möglichst reibungs- bzw. nahtlos oder intuitiv zu gestalten. Ein weiteres Konzept ist «Design Thinking», das sich mit der Entwicklung von neuen Angeboten beschäftigt, die einen Mehrwert für die Kunden bieten.
«Ich glaube weniger, dass das Wohnen 2020 signifikant teurer wird.» Zum Schluss: Wie sieht der Arbeitsplatzsaldo insgesamt für die Ostschweiz 2020 aus – werden wir Arbeitsplätze gewinnen oder verlieren? Es hängt davon ab, wie stark die Wachstumsbranchen wie etwa das Gesundheitswesen und die Branche «Erziehung und Unterricht» im Vergleich zu den anderen wachsen werden. Unter der Annahme einer moderaten konjunkturellen Entwicklung werden wir jedenfalls keinen allgemeinen Rückgang an Arbeitsplätzen erleben. Text: Stephan Ziegler Bilder: Thomas Hary
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Gemeinsam gegen links Die Spannung im Regierungsrats-Wahlkampf steigt. Die SVP erhebt Anspruch auf einen zweiten Sitz. Den soll Kantonsrat Michael Götte (*1979) holen. Die FDP tritt mit Beat Tinner (*1971) an, um den Sitz des zurücktretenden Martin Klöti zu verteidigen. Stimmen die St.Galler am 8. März geschlossen bürgerlich, könnte mit dem Zweierticket Tinner-Götte der SP ein Sitz abgejagt werden. Götte und Tinner betonen, dass sie nicht gegeneinander, sondern gemeinsam gegen links antreten.
Beat Tinner, Michael Götte, warum hat Ihre Partei Anspruch auf zwei Sitze im St.Galler Regierungsrat? Michael Götte: Die SVP ist mit über 30 Prozent Wähleranteil seit über zwölf Jahren mit grossem Abstand die stärkste Partei im Kanton St.Gallen. Dies muss sich auch in der Regierung abbilden. Beat Tinner: Die FDP übernimmt seit Jahrzehnten Verantwortung in der Regierung. Dieses Angebot macht sie der Bevölkerung auch am 8. März. Darüber hinaus hat die FDP gemeinsam mit der CVP den zweithöchsten Wähleranteil im Kanton. Werden sich die schweizweiten Wählerbewegungen vom Herbst 2019 auch im März 2020 im Kanton St.Gallen für Ihre Partei wiederholen? Tinner: Die FDP hat im Kanton St.Gallen seit 2008 bei allen nationalen und kantonalen Wahlen an Wähleranteilen zugelegt. Auch bei den Nationalratswahlen 2019 hat sie Wähleranteile gewonnen und den zweiten Nationalratssitz fast zum Vollmandat ausgebaut. Wir nehmen diesen Schwung in die kantonalen Wahlen mit. Götte: Nationale und kantonale Wahlen haben ihre eigenen Gesetze. Ich bin überzeugt, dass die SVP im Vergleich zu den Wahlen im Herbst besser abschneiden wird. Was war der Grund für diese Trends? Götte: Das Klimathema hat die veröffentlichte Meinung dominiert. Die grünen Parteien profitierten von der damit verbundenen Mobilisierungsdynamik. Tinner: Wir haben uns als verlässlicher, bürgerlicher Partner etabliert. Die Bevölkerung weiss, dass wir trotz unserer klaren Positionierung den Kompromiss suchen und damit den Kanton weiterbringen. Was hat ihre Partei falsch – und was richtig gemacht? Tinner: In der letzten Legislatur hat die FDP im Kanton St.Gallen einen massgeblichen Beitrag zum Erfolg vieler wichtiger Vorlagen geleistet: Theater St.Gallen, IT-Bildungsoffensive, LEADER | Jan. / Feb. 2020
Campus Platztor, Gewerbliche Berufsschule Demutstrasse, Campus Wattwil, das Klanghaus ... Die Bevölkerung hat all diesen Vorlagen mit grosser Mehrheit zugestimmt. Götte: Für mich ist es richtig, dass die SVP ihren Überzeugungen treu bleibt und keine Windfahnenpolitik betreibt. Wir müssen aber bereit sein, für diese Überzeugungen auch bei Gegenwind zu kämpfen.
Beat Tinner: Wettbewerbsfähigkeit erhöhen und Arbeitsplätze schaffen. Wo sind Sie auf Parteilinie, wo nicht? Götte: Ich stehe ohne Vorbehalt zu «Sicherheit und Freiheit» als die zentralen Werte der SVP. Aus meiner Sicht und mit Blick auf die Ostschweizer Wirtschaft gehören dazu auch die bilateralen Verträge. Tinner: Ich bin ein liberal denkender Mensch, der auf Eigenverantwortung setzt. In diesem Sinne bin ich auch auf Parteilinie. In einer liberalen Partei ist aber auch Widerspruch möglich. Ich versuche, jeweils als Brückenbauer zwischen unterschiedlichen Positionen zu vermitteln. Welche Ziele wollen Sie als Regierungsrat als erste erreichen? Tinner: Wir müssen die Wettbewerbsfähigkeit erhöhen und Arbeitsplätze schaffen. Das gelingt durch attraktive Steuerbedingungen für Private und Unternehmen. Nur so können wir langfristig etwa die Finanzierung der sozialen Wohlfahrt oder von Kulturprojekten gewährleisten. Götte: In erster Linie werde ich mich dafür einsetzen, dass die Zusammenarbeit zwischen den Regionen des Kantons St.Gallen wieder besser wird. Ich will ein Regierungsrat für Stadt und Land sein.
Politik
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Beat Tinner und Michael Götte: Unterschiedliche Parteien, aber ähnliche Positionen.
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43 Das Thema der Stunde ist das Klima. Wie klimafreundlich sind Sie? Götte: Ich setze auf Eigenverantwortung und Innovation. Meine Frau und ich haben bei unserem Hausbau trotz hoher Kosten entschieden, eine Erdsondenheizung einzubauen, wir reduzieren den Abfall und achten gemeinsam mit unseren Kindern auf einen nachhaltigen Umgang mit der Natur. Tinner: Berufliche wie private Reisen lege ich meistens mit dem öffentlichen Verkehr zurück. Zudem habe ich mich als Präsident der Interessengruppe öffentlicher Verkehr Ostschweiz auch politisch für den Ausbau des Schienennetzes in der Ostschweiz eingesetzt. Muss der Kanton in Sachen Klimapolitik aktiv(er) werden – und wenn ja: Wo? Tinner: Ich setze viel Hoffnung in das neue Energiegesetz. Nachholbedarf haben wir sicher bei den Gebäuden. So muss möglichst bald auf fossil betriebene Heizsysteme verzichtet werden. Dafür wurden kürzlich die Förderbeiträge erhöht. Götte: Der Staat soll für Umweltthemen sensibilisieren, aber keine Verhaltensregeln aufstellen. Bei Verboten hört es bei mir auf. Wie viele Spitäler braucht der Kanton? Götte: Noch liegen nicht alle Fakten auf dem Tisch. Aus heutiger Sicht halte ich die Strategie «4plus5» für eine taugliche Diskussionsgrundlage. Tinner: Die neue Spitalfinanzierung führt zu einer Konsolidierung des Angebots. Ebenso ist eine starke Verschiebung von stationären hin zu ambulanten Leistungen feststellbar. Das Anzeige
führte dazu, dass in der Schweiz in den letzten zehn Jahren über 100 Spitäler geschlossen oder umgenutzt wurden. Diesem Trend wird sich auch der Kanton nicht verschliessen können. Und welche sollen geschlossen werden? Tinner: Heute fehlen teilweise noch Kennzahlen – diese müssen durch die Regierung noch nachgeliefert werden. Klar ist: Im ganzen Kanton braucht es ein einwandfrei funktionierendes Rettungswesen und regionale Anlaufstellen für die Menschen. Götte: Es werden keine Spitäler geschlossen, sondern kleine Mehrspartenspitäler in Gesundheits- und Notfallzentren umgebaut. Diese können an sieben Tagen die Woche und während 24 Stunden als Notfallzentrum aufgesucht werden.
Michael Götte: Ich setze auf Eigenverantwortung und Innovation.
Wie machen wir den Kanton St.Gallen steuerlich attraktiver? Götte: Indem wir alles dafür tun, dass innovative Unternehmen mit zukunftsorientierten Arbeitsplätzen in den Standort Kanton St.Gallen investieren. Tinner: Ganz einfach: Indem wir die Steuern senken. Für Private und Unternehmen. Und wie verkehrstechnisch? Tinner: Zürich muss zwingend in 60 Minuten von St.Gallen aus erreichbar sein. Dafür muss die Infrastruktur zwischen St.Gallen und Wil angepasst werden. Götte: Bei der Bahn möchte ich nennen: Vollknoten Bahnhof St.Gallen, Stärkung Knoten Wil, Halbstundentakt St.GallenRapperswil, S-Bahn FL-A-CH. Und bei der Strasse: Autobahnverbindung Rheintal, Engpassbeseitigungen St.Gallen und Rapperswil, Autobahnausfahrten Rorschach und Wil West. Sind Sie für oder gegen die Plafonierung der Kulturausgaben im Kanton St.Gallen? Götte: Kultur muss möglichst nahe bei den Menschen sein und ist daher in erster Linie Sache der Gemeinden. Auf kantonaler Ebene braucht es keine weiteren Ausgaben. Tinner: Ich habe mich für die Aufhebung der Plafonierung eingesetzt. Die Ausgaben für die Kultur machen heute einen geringen Anteil des Staatshaushaltes aus. Kultur ist aber wichtig – auch als Standortfaktor. Was müsste in der Bildungspolitik gemacht – oder anders gemacht – werden? Tinner: Zu unseren Bildungsleuchttürmen müssen wir Sorge tragen. Sie sind ein wesentlicher Standortvorteil. Wir müssen die unterschiedlichen Bildungswege weiterhin verzahnen und alle Vorteile nutzen. Das ermöglicht Fachkräften aus der dualen Berufslehre, sich weiterzubilden und einen wichtigen Beitrag zur Wertschöpfung zu leisten. Götte: Dank der hervorragenden Arbeit von SVP-Regierungsrat Stefan Kölliker hat der Kanton St.Gallen in der Bildungspolitik in den letzten Jahren sehr viel bewegt, beispielsweise mit der ITBildungsoffensive. Nun geht es darum, diese Projekte zeitnah, LEADER | Jan. / Feb. 2020
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Politik
zukunftsorientiert und unbürokratisch umzusetzen. Wie begegnen wir dem Fachkräftemangel am besten? Götte: Indem wir die Berufslehre, die höheren Fachschulen und die Hochschulen mit derselben Konsequenz fördern und vernünftige Rahmenbedingungen für familien- und schulergänzende Massnahmen definieren. Tinner: Mit einer guten Bildungspolitik und indem wir ein grosses Potenzial aktiveren: dasjenige der gut ausgebildeten Frauen. Ich unterstütze deshalb familienergänzende Massnahmen wie ein flächendeckendes Angebot an Kindertagesstätten und Tagesstrukturen im Schulbereich. Aber auch hier gilt: Der Staat schafft die Rahmenbedingungen und soll private Anbieter nicht behindern. Wie senken wir die Maturitätsquote und erhöhen den Berufsnachwuchs aus der Lehre? Tinner: Ich bin gegen Quoten. Wir müssen die Jugendlichen über verschiedene Wege in unserem hervorragenden Bildungssystem informieren. Sie werden ihren Weg finden – egal ob an der Universität, der Fachhochschule oder mit einer Lehre. Götte: Ich bin gegen jede Planwirtschaft, auch in der Bildungspolitik. Wenn es aber darum geht, die Berufslehre auf die Bedürfnisse der Zukunft auszurichten, sehe ich den Kanton St.Gallen schweizweit in einer Leaderrolle. Muss für die öffentliche Sicherheit mehr getan werden? Götte: Wir müssen alles daransetzen, damit die Polizei ihre Aufgaben erfüllen kann. Dazu gehört die Bereitstellung der entsprechenden personellen und technischen Ressourcen. Tinner: Eine neue Herausforderung stellt die Cyberkriminalität dar. Hier müssen wir uns zusammen mit den umliegenden Kantonen besser aufstellen. Wie wollen Sie die ausufernde Bürokratie im Kanton in den Griff bekommen? Tinner: Regierung und Kantonsrat müssen sich konsequent auf die wesentlichen staatlichen Massnahmen konzentrieren und sich immer die Frage stellen, ob eine zusätzliche Leistung wirklich notwendig ist. Götte: Die Verwaltung muss sich bewusst sein, dass die Verwaltung für den Bürger und nicht der Bürger für die Verwaltung da ist. Dazu braucht es Regierungsräte, die nicht nur im öffentlichen Dienst, sondern auch in der Privatwirtschaft gearbeitet haben. Was macht für Sie eine attraktive Ostschweiz aus? Götte: Die ungeheure Vielfalt als Lebens-, Wohn- und Arbeitsort! Dazu müssen wir Sorge tragen. Tinner: Ein Miteinander und nicht ein Gegeneinander. Vor allem müssen wir aufhören, uns selbst schlecht zu reden! Zum Schluss: Charakterisieren Sie für uns bitte Ihren Mitbewerber. Tinner: Michael Götte ist ein eloquenter Fraktionspräsidentenkollege, mit dem ich gut und gerne zusammenarbeite. Hoffentlich bald in der Regierung! Götte: Beat Tinner schätze ich seit vielen Jahren als engagierten Politiker.
Mit Martin Klöti (FDP), Benedikt Würth (CVP) und Heidi Hanselmann (SP) treten drei Regierungsräte zurück. SP, CVP und FDP wollen, natürlich, ihre beiden bisherigen Sitze verteidigen und schicken ihre bisherigen (Marc Mächler, FDP, Bruno Damann, CVP, Fredy Fässler, SP) und drei Neue (Beat Tinner, FDP, Susanne Hartmann, CVP, Laura Bucher, SP) ins Rennen. Gleichzeitig nimmt die SVP mit Fraktionschef Michael Götte erneut Anlauf, einen zweiten Sitz neben Bildungsdirektor Stefan Kölliker in der Exekutive zu erobern. Hinzu kommen die grüne Aussenseiterin Rahel Würmli und aus der Gruppierung «Parteifrei» Zlatan Subasic.
Parteipolitisch stehen der SVP längst zwei Sitze in der siebenköpfigen Kantonsregierung zu: Sie ist im Kantonsrat mit Abstand stärkste Kraft (SVP-Fraktion: 40 Mitglieder, CVP-GLP-Fraktion: 28, SP-Grüne-Fraktion: 26, FDP-Fraktion: 26). Arithmetisch betrachtet müsste die SP mit nur noch 12,7 Prozent Wähleranteil bei den Nationalratswahlen im Herbst 2019 (2015 14,2 Prozent) einen ihren bisherigen zwei Sitze abgeben, und zwar zugunsten der Grünen. Diese sind innerhalb der letzten vier Jahre von 5,7 auf 10,5 Prozent gewachsen. Falls aber die bürgerliche Wählerschaft geschlossen für die drei bisherigen (Mächler, Damann, Kölliker) und die drei neuen Bürgerlichen (Hartmann, Tinner, Götte) stimmt, könnte der freiwerdende SP-Sitz an Michael Götte fallen.
Text: Stephan Ziegler Bilder: Thomas Hary
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Fokus Nachfolgeregelung
Frühzeitige Planung verschafft Handlungsspielraum Viele Firmeninhaber stehen vor der Herausforderung, für ihr Unternehmen eine Nachfolgelösung zu finden – intern oder extern: Bis 2021 stehen gegen 80'000 Schweizer KMU vor einem Generationenwechsel. Im Gespräch erklärt Patrick Allemann, Director Tax & Legal Services bei KPMG St.Gallen, wieso sich eine frühzeitige Vorbereitung mit einer professionellen Begleitung für Unternehmer auszahlt und worauf es zu achten gilt.
Patrick Allemann, ein Unternehmer muss die Nachfolge für seine Firma ausserhalb der Familie regeln – welche Überlegungen soll er als erste machen? Zunächst muss er seine Vorstellungen formulieren, den Istzustand erfassen und einen Zeitplan erarbeiten. Zentral ist auch, die Firma verkaufsfit und so leicht wie möglich zu machen, also unnötige Reserven und Aktiven abzubauen, zum Beispiel über eine BVG-Kaderlösung oder über eine neue Rechtsstruktur. Empfehlenswert ist auch eine frühe Due Diligence, also eine vertiefte unabhängige Unternehmensprüfung, um Risiken aufzudecken. Falls der Unternehmer zunächst einen Mitarbeiter im Auge hat, der für ihn als potenzieller Nachfolger infrage käme – was raten Sie hier? Die Situation sollte langfristig angegangen werden und er sollte das Gespräch mit der Person suchen. Für Mitarbeiter ist eine Nachfolgenotwendigkeit meist früher ein Thema als für den Unternehmer selbst. Mit einer Mitarbeiterbeteiligung (Aktienplan, Optionsplan, etc.) kann auch seine unternehmerische Neigung gefördert und geprüft werden. Sie kann auch steuerlich vorteilhaft zur kontinuierlichen Veräusserung des Unternehmens beitragen. Und was bei einer familieninternen Lösung? Es braucht grosse Offenheit, und die weiteren Familienmitglieder sollten zumindest beschränkt beigezogen werden. Der Unternehmer muss sich über seine finanzielle Situation im Klaren sein, er muss wissen, ob er ein Darlehen stehen lassen kann zur Mitfinanzierung oder ob er einen Marktverkaufspreis ansetzen muss, um seinen Lebensabend zu sichern. Der übernehmende Nachkomme muss möglichst unabhängig von der restlichen Familie gestellt werden, sodass seine unternehmerische Freiheit gewahrt bleibt. Nichtmitarbeitende Familienmitglieder sollten auch nicht mehr am Unternehmen beteiligt sein. Nebst steuer- und gesellschaftsrechtlichem Know-how ist hier auch gutes Wissen im Finanz- und Familien-/Erbrechtsbereich gefordert. LEADER | Jan. / Feb. 2020
Wieso lohnt es sich in jedem Fall, bei der Nachfolgeregelung professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen? Eine professionelle Unterstützung vereint Wissen und Know-how, das dem Verkäufer wie auch dem Käufer in seiner Gesamtheit in der Regel abgeht. Dem Auftraggeber steht ein neutraler Dritter zur Seite, der dessen Interessen einbringt und unterstützt, in den richtigen Kontext stellt, aber auch genau hinschauen kann und emotionale wie betriebsblinde Entscheide zu vermeiden weiss. Eine professionelle Unterstützung verfügt zudem über ein geeignetes Netzwerk von Spezialisten, wenn zum Beispiel etwas bewertet werden muss oder wenn es um eine Finanzierung geht.
«Mitarbeiterbeteiligungspläne helfen Steuern sparen – auch in der Nachfolge.» Wie läuft ein Verkaufsprozess in der Regel ab? Die zentrale Frage ist, was verkauft wird. Das Unternehmen mit Werten und Know-how – aber auch Risiken – oder aber lediglich die Substanz des Unternehmens, die Sach- und Immaterialgüter. Hier besteht ein Interessenkonflikt zwischen Verkäufer und Käufer. Nach einer ersten Kontaktnahme kommt es meist zu einer Vertraulichkeitsvereinbarung. Daraufhin prüft der Käufer das Unternehmen oder die zu erwerbenden Teile und macht eine Offerte. Ein standardisiertes Verfahren existiert aber nicht, der Verkaufsprozess verläuft individuell und auf die Situation abgestimmt. Ein Firmenverkauf ist immer auch mit Emotionen verbunden: Es geht um das Lebenswerk, das ein Firmeninhaber aufgebaut hat und das er nicht einfach «verscherbelt» sehen möchte ... Wie kann ein Profi hier den potenziellen Verkäufer beruhigen, dass es «schon gut kommt»?
Nachfolgeregelung Fokus
Patrick Allemann, Director Tax & Legal Services, KPMG StGallen:
Fünf Jahre als Minimum.
KPMG als professionelle Beratungsgesellschaft etwa verfügt über die personellen Ressourcen für eine ganzheitliche Beratung. Steuer- Rechts- und Finanzfachleute arbeiten Hand in Hand. Entsprechend kann ein Profi dahingehend beruhigen, dass zur guten Beratung auch eine Analyse des Käufers gehört und das zu veräussernde Unternehmen auch preislich ins rechte Licht gerückt wird. Finanzielle Fantasievorstellungen kann aber auch der beste Berater nicht erfüllen. Wie begegnen Sie generell den Emotionen von Verkäufer und potenziellen Käufern – und was sind hier die sensibelsten Themen, die es zu klären gilt? Der Unternehmensverkauf ist immer ein hochemotionaler Vorgang. Der Berater muss sachlich bleiben und die nötige Distanz aber dennoch Wertschätzung bewahren; es geht ja vielfach um ein Lebenswerk. Häufig drehen sich die grossen Emotionen um den Weiterbestand des Unternehmens und insbesondere um den Firmennamen. Dies kann meist vertraglich gelöst werden. Oft begegnen wir auch der Situation, dass ein Unternehmer gerne noch weiter mitarbeiten oder beratend dabei sein möchte. Und was sind die grössten Stolpersteine, die es bei einem Firmenverkauf zu beachten gilt? Vielfach ist es die Betrachtungsweise der Parteien, wenn es um das Verkaufsobjekt geht. Der Verkäufer sieht den Wert im bereits Erreichten, dem Know-how, den Kundenbeziehungen, den Unternehmenswerten. Der Erwerber sieht den Wert in der Zukunft, dem möglichen Return on Investment. Ein wichtiger Punkt, woran ein Firmenverkauf scheitern kann, sind verschiedene Vorstellungen von Käufer und Verkäufer, was die Firma für einen Wert haben soll. Wir können mit verschiedenen Bewertungsmethoden unterstützen und Vergleiche aus unserem Erfahrungsschatz anstellen. Wir versuchen sodann, Realitäten zu vermitteln. Die zukünftigen Erwartungen können in den Verkaufsvertrag integriert werden, und der Verkäufer kann an einer positiven Entwicklung – deren Grundstein er für sich reklamiert – mit partizipieren. Wie oft passiert es, dass ein Verkauf scheitert? Oft tauchen im Rahmen der Unternehmensprüfung Risiken auf, die eine der Parteien nicht zu tragen bereit ist beziehungsweise finanziell nicht abgegolten werden. Immer wieder scheitern auch Verträge daran, dass keine weitere Mitarbeit des Unternehmers gewünscht ist. Eine gute Analyse der
Zur Person Patrick Allemann (*1966) ist Rechtsanwalt und Steuerexperte mit langjähriger Tätigkeit in Advokatur und Beratungsgesellschaften. Er hat langjährige Erfahrung in der Beratung von Unternehmen und Unternehmern und ist Referent am IFF St.Gallen und der ZHAW Winterthur/Zürich.
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Kolumne
Ausgangssituation und vorgängige ehrliche Durchleuchtung des Unternehmens minimieren die Risiken massiv. Seitens des Erwerbers kommt es gelegentlich zu unklaren Finanzierungssituationen. Innerfamiliäre Nachfolgen scheitern meist an den verschiedenen Vorstellungen der Beteiligten, sei es finanziell oder betreffend der Arbeitshaltung. Gibt es auch Fälle, wo es Sinn macht, die Firma nicht zu verkaufen, sondern sie mit Erreichung des Pensionsalters zu liquidieren? Es gibt nur wenige Fälle, wo es sich nicht lohnt, einen Verkauf zumindest vorab zu prüfen. Wenn aber während der letzten fünf Jahre nichts mehr investiert wurde ins Unternehmen und die Kunden- oder Produktbasis erodiert, ist ein Verkaufsversuch meist zwecklos.
«Der Unternehmenswert entwickelt sich mit zunehmendem Alter des Patrons eher selten positiver.»
Was sind die Vorteile, wenn sich ein Firmeninhaber schon früh um die Nachfolgeregelung kümmert? Der Unternehmer gewinnt mit einer frühzeitigen Planung Handlungsspielraum. Dieser kann gewinnbringend genutzt werden für nötige Umstrukturierungen oder auch für steueroptimierte Entnahmen und selbstverständlich auch für den Aufbau eines Nachfolgers. Fünf Jahre sind das Minimum. Und was sind die grössten Probleme, die sich ergeben, wenn das Thema Nachfolgeregelung erst mit, sagen wir, 60 Jahren an die Hand genommen wird? Abgesehen von der bereits erwähnten zeitlichen Komponente: Der Firmeninhaber verliert Glaubwürdigkeit, überhaupt irgendwann abgeben zu wollen. Insbesondere kann es dazu kommen, dass sich potenzielle Nachfolger anderswo umschauen. Es ist zudem so, dass sich der Wert von Unternehmen mit zunehmendem Alter des Patrons eher selten positiver entwickelt. Was sind Ihre Tipps, die Sie Unternehmern für die Nachfolgeregelung mitgeben wollen? Beschäftigen Sie sich frühzeitig mit Ihrer Nachfolge, das schärft auch den Blick fürs Wesentliche im Unternehmen. Der Beizug eines externen Beraters hilft, eine Nachfolgeregelung erfolgreich abzuschliessen. Der Unternehmer kann sich trotz geplanter Nachfolge um die Weiterentwicklung der Firma kümmern. Der Berater nimmt dem Unternehmer nicht die Entscheidungen ab, bereitet die Grundlagen aber so auf, dass innert nützlicher Frist Entscheidungen getroffen und Weichen gestellt werden können. Text: Tanja Millius Bilder: Thomas Hary
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Weshalb eine Weshalb eine x Familien-Strategie? Familien-Strategie? Unternehmerfamilien umfassen meist einen grösseren Personenkreis als die klassische Kernfamilie. Der Wille zur Weitergabe des Unternehmens an die nächste Generation ist für diese zentral.
Aufgrund ihres Einflusses können grosse Gesellschafterkreise einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung oder zur Destabilisierung eines Familienunternehmens leisten. Bedingung für eine positive Einflussnahme ist, dass sie sich mit der Entwicklung einer Familien-Strategie beschäftigen. Diese klärt das Verhältnis der Familie zum Unternehmen (und umgekehrt), statt die typischen Entfremdungsdynamiken der Familienmitglieder untereinander bzw. gegenüber dem Unternehmen laufen zu lassen. Spätestens wenn die Familie so gross ist, dass Alltagsfragen nicht mehr «face to face» besprochen werden können, ist es ratsam, sich einem familienstrategischen Prozess zu stellen. Praktiken, Werthaltungen und Verhaltenserwartungen werden hier erörtert, verhandelt und gegebenenfalls niedergeschrieben, vielfach in Form einer Familienverfassung. Eine Unternehmerfamilie muss sich bei der Formulierung einer Familien-Strategie mit Fragen der Zukunftsgestaltung, der Gesellschafter und der Familie auseinandersetzen. Im Kern geht es um Fragen der Positionierung der Familie dem Unternehmen gegenüber. Manche Familienverantwortliche haben anfangs den Eindruck, sie brächen Tabus auf, wenn sie beginnen, im Familienkreis Fragen zum Verständnis von Unternehmertum, zum Umgang mit Traditionen, zur Definition von Familie, zur Höhe der Ausschüttungen oder zur Besetzung von Gremien zu diskutieren. Meist gehen Familien aber gestärkt aus einem solchen Prozess hervor: Man lernt sich besser kennen, entwickelt ein gemeinsames Verständnis von Unternehmensführung, nimmt Konflikte und deren Bewältigung vorweg. Für weitere starke Worte: www.continuum.ch
Rolf Brunner, Partner und Präsident des Verwaltungsrates Continuum AG
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Fokus Nachfolgeregelung
Zwei Brüder an der Spitze Mit Thomas Sallmann übernimmt ein zweiter Vertreter der siebten Familiengeneration Führungsverantwortung. Damit sind die wichtigsten Führungsfunktionen in der gleichnamigen Thurgauer Textilgruppe weiterhin familienintern besetzt.
Vor einem Jahr hatte die Sallmann-Textilgruppe mit Sitz in Amriswil offiziell den Übergang von der sechsten auf die siebte Familiengeneration eingeleitet. Christian Sallmann, 33, trat als COO in die Geschäftsleitung ein und wurde gleichzeitig Mitglied des Verwaltungsrats, während Vater und CEO Andreas Sallmann sich aufs Marketing und den Verkauf konzentrierte. Nun trat per 6. Januar 2020 Thomas Sallmann, 31, als Bereichsleiter Marketing/Verkauf, Mitglied der Geschäftsleitung und Verwaltungsrat ins Unternehmen ein. Damit engagiert sich auch der zweitälteste Sohn von Andreas Sallmann im Familienbetrieb. Thomas Sallmann verfügt über einen Masterabschluss der Universität St.Gallen und hat mehrere Jahre für die Hilti Group in verschiedenen Funktionen im In- und Ausland gearbeitet.
Siebte Generation arbeitet sich ein «Mit dem Eintritt von Thomas Sallmann erfolgt ein weiterer und wichtiger Schritt im langen und in aller Gründlichkeit am Familientisch geplanten Nachfolgeprozess», sagt Andreas Sallmann. «Damit sind nebst Jürg Keel, Bereichsleitung Finanzen/Personal, die wichtigsten Führungsfunktionen im Unternehmen familienintern besetzt», freut sich der 63-Jährige. «Meine Aufgabe ist es, meine beiden Söhne bei den wichtigen Kontakten und Kunden sowie in die Abläufe innerhalb der ISA Sallmann AG einzuführen.» Gemäss der Nachfolgeplanung sollen die beiden Führungskräfte in einigen Jahren die Aktienmehrheit übernehmen. Offen ist, ob die jüngste Tochter Martina Sallmann, 23, sich ebenfalls engagieren wird. Sie war bisher im Verkauf Innendienst tätig und hat beschlossen, sich weiter auszubilden, bevor sie über eine Rückkehr zum Unternehmen entscheiden wird. Ein Bekenntnis zum Standort Schweiz Andreas Sallmann, der seit 1984 für Marketing und Verkauf zuständig war, überträgt diese Funktion an Thomas Sallmann im Wissen, «dass das Unternehmen über eine marktkonforme und marktgerechte Kollektion verfügt». Ein wichtiges Element sei auch die Tatsache, dass die neue Generation zum Standort Schweiz stehe. Das heisst, die eigene Strickerei und die Veredelung der Stoffe werden, solange noch finanziell tragbar, auch künftig im Inland erfolgen. «Wir sind im Schweizer Handel sehr stark vertreten, die Firma ist gesund und wir haben ein starkes Team», kommentiert Thomas Sallmann die Ausgangslage. «Matchentscheidend wird es sein, LEADER | Jan. / Feb. 2020
das von unserem Vater über Jahrzehnte aufgebaute Beziehungsnetzwerk zu den Kunden zu übernehmen.» Marke mit grossem Potenzial Er habe viele Ideen und Ansätze, um das Unternehmen weiterzuentwickeln, so Thomas Sallmann. «Gleichzeitig müssen wir aber auch ganz klare Prioritäten setzen und zuerst sicherstellen, dass der Laden weiterhin ‚brummt‘, bevor wir grundlegende strategische Entscheidungen treffen». Langfristig sei es das Ziel, die Marke ISA bodywear international zu etablieren und neue Absatzmärkte an ausgewählten, strategisch attraktiven Orten aufzubauen. «Das Potenzial ist vorhanden, wir haben die richtigen Produkte und das Know-how. Die Umsetzung wird aber eine echte Herausforderung sein, viel Zeit und Ressourcen beanspruchen. Als Team werden wir dies aber auf die Reihe kriegen», so Thomas Sallmann. Er sei darüber hinaus beeindruckt, wie viel sein Bruder Christian innert kürzester Zeit zum Positiven verändert hat.
Gemäss Nachfolgeplanung sollen die beiden Führungskräfte in einigen Jahren die Aktienmehrheit übernehmen.
Doppeltes Führungsteam packt an Zu ihrem Vater meinen die beiden Jungunternehmer: «Wir sind in der komfortablen Situation, dass wir verglichen mit unserem Vater mehr Manpower zur Verfügung haben werden – er hatte beide Funktionen inne und irgendwie doch immer alles unter einen Hut gebracht, davor haben wir grossen Respekt. Die Latte ist hoch angesetzt.» Zum Einstieg seines Bruders sagt Christian Sallmann «Es freut mich, dass sich Thomas auch für das Familienunternehmen entschieden hat. Mit seinen Kompetenzen und Erfahrungen wird er neue Ansätze und somit auch frischen Wind ins Unternehmen bringen. Ich sehe es als Privileg, zusammen mit meinem Bruder das Unternehmen bereits als siebte Generation in die Zukunft führen zu können. Die aktuelle Marktsituation wird uns fordern. Ich bin jedoch überzeugt, dass wir diesen Herausforderungen gewachsen sind.»
Nachfolgeregelung Fokus
Die Sallmann-Textilgruppe Die Anfänge der Sallmann-Textilgruppe reichen zurück bis ins Jahr 1849, als der gebürtige Sachse Johann Joseph Sallmann in die Schweiz floh, im thurgauischen Amriswil ein eigenes Geschäft eröffnete und zum Begründer der schweizerischen Trikotindustrie wurde.
Thomas (links) und Christian Sallmann treten in die Fussstapfen ihres Vaters Andreas Sallmann.
Heute ist das Unternehmen auf die Entwicklung, die Herstellung und Vermarktung von Tag- und Nachtwäsche spezialisiert. 73 Mitarbeiter in der Schweiz und 130 in Portugal stellen jährlich 1,5 Millionen Wäschestücke her. Sie werden unter der Marke ISA bodywear vor allem in der Schweiz und im naheliegenden Ausland vermarktet.
Text: Martin Sinzig Bild: zVg
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Fokus Nachfolgeregelung
Nachfolge sorgfältig planen lohnt sich Der Verkauf des eigenen Unternehmens will gut überlegt sein – insbesondere, wenn es keine Nachfolgelösung innerhalb der Familie gibt. Ein Beispiel einer gelungenen Nachfolgeregelung ist der Firmenverkauf der ipaster GmbH in Buchs. Im Gespräch erzählt der ehemalige Inhaber Larklind Cerkezi, welche Punkte für ihn beim Verkauf seiner Firma besonders wichtig waren, wie er die Zusammenarbeit mit der Business Broker AG, einem Spezialisten für Firmenverkäufe, erlebte und welche Tipps er Firmeninhabern mitgibt, die vor einer ähnlichen Situation stehen. Larklind Cerkezi, Sie haben ihr Reinigungsunternehmen ipaster GmbH per Anfang 2019 verkauft – es tritt neu unter dem Namen The Top Service GmbH auf, ebenfalls mit Sitz in Buchs. Eine Toplösung für Sie im Nachhinein? Eine bessere hätte ich mir nicht vorstellen können. Wir konnten während einer Übergangsfrist alle unsere Prozesse erfolgreich zusammenführen und diese sogar optimieren. Auch unsere Mitarbeiter wurden zu den gleichen Konditionen übernommen, was mir ein grosses Anliegen war. Wir konnten die vielen positiven Aspekte aus beiden Unternehmen vereinen und von dem super Service sowie dem langjährigen Know-how profitieren, um die Unternehmen weiterhin nachhaltig in der Reinigungsbranche zu verankern.
«Die Einstellung sowie die Pläne des Käufers waren uns sehr wichtig.»
Käufer aus der Nähe ist, um die Kundenbedürfnisse optimal zu verstehen. Zudem war für mich zentral, dass wir den aufwendig aufgebauten Buchungsprozess und die digitale Arbeitsweise bestmöglich weitergeben konnten. Dies war für uns eine grosse Investition – finanziell aber auch vom Arbeitsaufwand her – und wurde schlussendlich zu unserem USP. Der Verkaufsprozess dauerte rund eineinhalb Jahre: Was waren schwierige Momente für Sie? Da ich im letzten Jahr auch im Aufbau der digicube AG sehr beschäftigt war, war das Schwierigste, einen Ausgleich zwischen diesen grossen Aufgaben zu haben. Denn bei der ipaster lief ja das Tagesgeschäft sowie die Unternehmensführung für mich und meinen Gründungs-/Geschäftspartner Calvino Miguel im normalen Umfang weiter. Wir waren uns bewusst, dass alle Entscheidungen in dieser Zeit starke Auswirkungen für uns privat, aber auch für die vielen involvierten Personen hatten. Umso grösser war die Motivation, alles mit höchster Qualität zu meistern. Wir mussten uns sehr gut organisieren, aber mit zuverlässigen und kompetenten Partnern an der Seite gelingt auch eine Aufgabe mit diesen Herausforderungen sehr gut.
Was war der Anlass für den Firmenverkauf? Ganz grundlegend der Wunsch, zurück zu den IT Wurzeln zu kehren. Als gelernter Informatiker Systemtechnik und Dipl. Wirtschaftsinformatiker HF hatte ich die Chance, die digicube AG in Buchs mitzugründen. Zusammen mit zwei Mitgründern bauten wir das heutige 30-köpfige Team auf; ich war verantwortlich für die IT-Abteilung. Parallel hatte die ipaster damals 25 Mitarbeiter und wuchs weiter, was mich zu einer Entscheidung drängte. Ich habe mich für die digitale Welt – meiner grossen Leidenschaft – entschieden, natürlich unter der Bedingung, dass wir das Unternehmen in gute Hände weitergeben können.
Ein Firmenverkauf ist immer auch mit Emotionen verbunden. Wie erging es Ihnen während dem Verkaufsprozess – hatten Sie ab und zu Zweifel oder immer ein gutes Gefühl? Wir hatten auch Zweifel bei gewissen Interessenten, ob die Firma dort in guten Händen wäre. Die Einstellung sowie die Pläne des Käufers waren uns sehr wichtig. Dies haben wir auch unter uns intensiv diskutiert und uns jeweils gefragt, wie denn ein idealer Käufer für uns aussieht. Natürlich, den 100 % perfekten Käufer gibt es nicht, aber es gab uns Orientierung und wir kamen schlussendlich sehr nahe dran.
Was war für Sie der wichtigste Punkt beim Verkauf, der unbedingt erfüllt sein musste vom Käufer? Es war mir sehr wichtig, dass alle Mitarbeiter übernommen werden, die Aufträge weitergeführt werden und dass der
Gab es mehrere Interessenten und was gab für Sie schlussendlich den Ausschlag für den aktuellen Käufer? Ja, es gab mehrere Interessenten, und als einer der letzten kam die Top Service GmbH dazu. Sie ist auch bei uns in der Region
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Nachfolgeregelung Fokus
bekannt und hat einen sehr guten Ruf. Darum hatten wir von Anfang an ein gutes Gefühl und wurden uns bereits nach kurzer Zeit einig. War für Sie von Anfang an klar, dass Sie den Verkauf mit einer professionellen Beratung angehen möchten? Ja, in diesem Bereich war die Entscheidung klar – wir wollten in diesem sensiblen Prozess professionell beraten werden und mit einem kompetenten Partner zusammenarbeiten. Der ausschlaggebende Punkt war, dass ich im Aufbau einer neuen Firma war und meine Ressourcen gut einteilen musste. Wie haben Sie die Zusammenarbeit mit der Business Broker AG erlebt? Sehr gut! Unser Berater hat uns professionell betreut und einen Top-Job von A-Z gemacht. Der ganze Verkaufsprozess war sehr klar und strukturiert aufgebaut. Der Berater hat das Vorgehen adressatengerecht und ausführlich erklärt, alle notwendigen Informationen von uns geholt und im Verkaufsdossier niedergeschrieben. Zum Schluss: Was sind ihre drei wichtigsten Tipps für einen Unternehmer, der sich mit der Nachfolgeregelung seiner Firma auseinandersetzt? Unser Erfahrungsschatz wurde reichlich erweitert, und schliesslich sind die tausend kleinen «lessions learned» immer die prägendsten und nachhaltigsten. Was wir jedoch zusammenfassend als Tipp weitergeben können, sind folgende Punkte: Frühzeitig anfangen: Eine saubere Planung lohnt sich, man muss sich der Auswirkungen einer solchen Entscheidung bewusst werden und genügend Zeit für den Entscheidungsprozess einplanen. Professionelle Beratung beiziehen: Das Know-how auf diesem Gebiet ist sehr spezifisch und wir hatten unsere Kernkompetenzen in einem anderen Bereich. Bei einem Verkauf gibt es, gerade wenn es ums Vertragliche geht, sehr viele Details zu berücksichtigen, die zwar in diesem Moment klein erscheinen aber am Schluss grosse Auswirkungen haben können. Kriterien für die perfekte Nachfolge definieren: Wenn man sich ganz zu Beginn Gedanken macht, hat man nachher eine solide Orientierung. Da ein solcher Prozess auch emotional geprägt ist, ist eine sachliche Orientierungshilfe Gold wert.
«Wir wollten in diesem sensiblen Prozess professionell beraten werden.»
Larklind Cerkezi, ehemaliger Inhaber ipaster GmbH: Frühzeitig anfangen, Profis beiziehen, Kriterien definieren.
Text: Tanja Millius Bild: zVg
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Fokus Steuern
Raphael Ebneter, Bereichsleiter St.Gallen/Kreuzlingen, VZ VermögensZentrum AG.
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Steuern Fokus
So sparen Sie als Unternehmer Steuern Im Kanton St.Gallen ist am 1. Januar 2020 das revidierte Steuergesetz in Kraft getreten. Im Kanton Thurgau gilt es nach der Abstimmung am 9. Februar rückwirkend auf den 1. Januar 2020. Neben höheren Familienzulagen und zusätzlichen Steuerabzügen für Private gibt es auch Vergünstigungen für Unternehmen. Letztere können nicht erst seit diesem Jahr Steuern sparen, allerdings nutzen sie oftmals nicht das ganze Sparpotenzial aus.
Mit der Steuerreform wurde die Steuerbelastung für juristische Personen gesenkt. So können Unternehmen dank einer Inputförderung neu beispielsweise zusätzlichen Forschungs- und Entwicklungsaufwand im Umfang von 40 Prozent abziehen (siehe Box am Ende des Artikels). Doch es gibt noch mehr Sparpotenzial. Zum Beispiel, wenn man seine Vorsorgelösung optimiert oder die Bezüge von Lohn und Dividende besser koordiniert. Mit einer geschickten Planung können Sie als Unternehmer Ihre Steuerrechnung deutlich reduzieren. Besteuerung von Einzelunternehmen Nach der GmbH ist die Einzelfirma die beliebteste Unternehmensform in der Schweiz. Einzelunternehmer gelten als selbstständig. Ihr Gewinn ist AHV-pflichtig und unterliegt der Einkommenssteuer. Gute Geschäftsjahre können wegen der Steuerprogression mit bis zu 40 Prozent belastet werden. «Einzelunternehmer können viel Steuern sparen, wenn Sie sich freiwillig einer Pensionskasse anschliessen», erklärt Raphael Ebneter, Bereichsleiter St.Gallen/Kreuzlingen bei der VZ VermögensZentrum AG.
«Ein hoher Dividendenbezug ist nicht immer die beste Lösung.» Einzelunternehmer haben die Wahl, ihre Vorsorge über die Säule 3a zu organisieren oder mit einer Pensionskasse. Ohne Anschluss an eine PK dürfen 20 Prozent des Einkommens in die Säule 3a einbezahlt werden – höchstens aber 34’128 Franken (Stand: 2020). Die Einzahlungen lassen sich vollumfänglich vom steuerbaren Einkommen abziehen. «Selbstständige mit einem Einkommen ab 150'000 Franken sollten unbedingt den freiwilligen Anschluss an eine PK prüfen», rät Ebneter. «In der Regel haben sie die Wahl zwischen der PK ihres Berufsverbandes oder der Vorsorge-Einrichtung ihrer Mitarbeiter.»
In einer PK lassen sich die Risiken gegen Tod und Invalidität kostengünstig versichern und gleichzeitig die Steuerlast verringern. Denn die Einzahlungen sind wie bei der Säule 3a steuerlich abzugsfähig. Zusätzlich sind mit einer PK-Lösung auch freiwillige Einkäufe möglich. Weil durch solche PK-Einkäufe das steuerbare Einkommen sinkt, fällt auch die Steuerrechnung viel tiefer aus. Besteuerung von Kapitalgesellschaften Bei der beliebtesten Unternehmensform in der Schweiz, der GmbH, sowie bei der AG fallen Gewinn- und Kapitalsteuern an. Steuerpflichtig ist dabei das Unternehmen. Die Aktionäre und Gesellschafter werden dagegen als Privatpersonen besteuert. Auf Lohnbezügen und Dividenden müssen sie Einkommenssteuern entrichten. «Die Trennung zwischen privaten und geschäftlichen Mitteln ist also klar geregelt. Allerdings kann das zu einer steuerlichen Doppelbelastung führen. Denn einerseits muss die Gesellschaft Gewinnsteuern bezahlen und andererseits fallen bei einer Dividendenausschüttung Einkommenssteuern beim Aktionär oder Gesellschafter an», sagt VZ-Experte Raphael Ebneter. Um diesen Effekt zu entschärfen, werden Dividenden heute reduziert besteuert. Davon profitieren allerdings nur Inhaber einer qualifizierten Beteiligung. Als qualifizierte Beteiligung gilt ein Anteil von mindestens zehn Prozent an einem Unternehmen. «Unternehmer können ihre Steuern optimieren, indem sie das Bezugsverhältnis zwischen Lohn und Dividenden optimieren, ihre PK-Lösung auf ihre Bedürfnisse ausrichten und sich frühzeitig auf den Verkauf der Firma vorbereiten», so Ebneter weiter. Mehr Lohn oder Dividende? Ob es sich lohnt, mehr Lohn oder Dividende zu beziehen, hängt vor allem von der Besteuerung der Dividende am Wohnort sowie von der Gewinnsteuer am Firmensitz ab. Entscheidend sind auch die Sozialversicherungsbeiträge und die Ausgestaltung der PK-Lösung. «Da Dividenden privilegiert besteuert werden und nicht AHV-pflichtig sind, tendiert eine Mehrheit dazu, LEADER | Jan. / Feb. 2020
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Treuhand | Steuer- und Rechtsberatung Wirtschaftsprüfung | Unternehmensberatung Informatik-Gesamtlösungen
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Kolumne mehr Dividenden und weniger Lohn zu beziehen. Allerdings: Ein hoher Dividendenbezug ist nicht immer die beste Lösung, denn ein höherer Lohn vergrössert den Spielraum für die steuerliche Optimierung innerhalb der PK. Zudem kontrollieren die Sozialversicherungen zunehmend die Marktkonformität der bezogenen Löhne. Bei der Aufteilung der Entschädigung sollten Unternehmer deshalb immer auch ihre Vorsorge einbeziehen und die gesetzlichen Möglichkeiten besser ausschöpfen», empfiehlt Ebneter. Hohe Lohnbezüge und eine optimierte PK-Lösung haben auch den Vorteil, dass sich die Sparbeiträge und das Potenzial für PKEinkäufe erhöhen, womit gleichzeitig ein weiteres Instrument zur Steueroptimierung geschaffen wird. Ein Beispiel: Ein Unternehmer verdient 140'000 Franken im Jahr. Sein jetziger Vorsorgeplan versichert lediglich den BVG-Jahreslohn, der Sparanteil beträgt 18 Prozent. Versichert er nun den ganzen Lohn und erhöht er die Sparbeiträge auf 20 Prozent (das gesetzliche Maximum liegt bei 25), so steigen seine jährlichen Sparbeiträge von 10’900 auf 23’000 Franken. Mit den zusätzlichen Sparprämien senkt er sein steuerbares Einkommen und reduziert die Gewinnsteuern. Gleichzeitig erhöht sich mit dem Ausbau der Vorsorgeleistungen sein Potenzial für freiwillige PK-Einkäufe. Er kann jetzt rund 710’000 Franken mehr als bisher in die Pensionskasse einzahlen und diesen Betrag vom steuerbaren Einkommen abziehen. Mit einer modernen Kaderlösung kann der Unternehmer seine Vorsorge zusätzlich optimieren.
Mit einer modernen Kaderlösung kann der Unternehmer seine Vorsorge zusätzlich optimieren Umsetzung Steuerreform St.Gallen und Thurgau Im Zentrum der Reform standen die Abschaffung der privilegierten Besteuerung von Statusgesellschaften, damit alle Unternehmen in der Schweiz denselben Besteuerungsregelungen unterliegen. Ziel der Steuerreform ist es, ein international konformes und wettbewerbsfähiges Steuersystem für Unternehmen zu etablieren. Neben den kantonalen Reduktionen der ordentlichen Steuersätze für alle Unternehmen tragen die geplanten Massnahmen zur Förderung von innovativen Tätigkeiten auf Kantonsebene dazu bei. Zu diesen neuen Steuerinstrumenten gehören zum einen die obligatorischen Patentboxen, die eine steuerliche Entlastung von Gewinnen aus Patenten ermöglichen. Zum anderen sind Abzüge im Bereich Forschung und Entwicklung möglich. Die Ausgestaltung dieser und weiterer Prinzipien ist den Kantonen innerhalb des gesetzlichen Rahmens selbst überlassen. Entlastungsbegrenzung Patentbox Zus. Abzug Forschung & Entwicklung Befreiung Dividenden-Besteuerung Zinsabzug auf Eigenkapital
Text: Patrick Stämpfli Bilder: Thomas Hary
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Weshalb eine Brexit à la Suisse? Familien-Strategie? Die Briten sind mittlerweile aus der politischen Union ausgetreten. Bis Ende Jahr sollen die Austrittsmodalitäten aus dem europäischen Binnenmarkt verhandelt sein. Grossbritannien wird dann nach 47 Jahren keine gleichberechtigten Marktzutrittsrechte mehr haben. Der Schweiz droht ähnliches Ungemach. Am 17. Mai stimmen wir über die Begrenzungs-Initiative zur massvollen Zuwanderung der SVP ab. Kündigung mit … Aber Achtung, wer sich beirren lässt, ebnet den Weg für einen «Brexit à la Suisse». Fordert die Volksinitiative doch, dass «das Abkommen vom 21. Juni 1999 zwischen der Schweiz. Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit innerhalb von zwölf Monaten nach Annahme von Artikel 121b durch Volk und Stände ausser Kraft» gesetzt werde. Dies sei auf dem Verhandlungsweg anzustreben. Andernfalls habe der Bundesrat dieses Abkommen innerhalb von 30 Tagen zu kündigen. … fatalen Folgen Kein Wunder, dass die Gegner von der «Kündigungs-Initiative» reden. Zählt die Personenfreizügigkeit doch zum eigentlichen Kern unserer Wirtschaftsabkommen mit der EU. Mit der Kündigung würden wegen der vereinbarten «Guillotine-Klausel» auch sechs weitere, vom Volk angenommene Verträge der Bilateralen I dahinfallen. Nebst der Personenfreizügigkeit so bedeutende Vertragswerke wie das Abkommen über den Abbau technischer Handelshemmnisse, das Abkommen über das öffentliche Beschaffungswesen, das Landwirtschaftsabkommen, das Forschungsabkommen sowie das Luftverkehrs- und das Landverkehrsabkommen. Abkommen, die uns während der letzten Jahrzehnte zum wirtschaftlichen Erfolg verhalten. Nein zur Kündigungs-Initiative! Sorgen wir dafür, dass unser Wirtschaftsstandort, unsere Exportchancen und unsere heimischen Arbeitsplätze nicht gefährdet werden. Sagen wir Nein zur gefährlichen «Swexit»-Vorlage!
Dr. rer. publ. HSG Sven Bradke Wirtschafts- und Kommunikationsberater, Geschäftsführer der Mediapolis AG in St.Gallen LEADER | Jan. / Feb. 2020
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«Recht gibt mir Perspektive.» Wirtschaftsrecht für Manager (WRM-HSG) Weiterbildung in Recht für Nichtjuristen, von Einzelmodulen bis zum HSG Executive Master. Jetzt informieren und mit der Weiterbildung starten. lam.unisg.ch/wrm
11. Unternehmensspiegel Ostschweiz Kooperationen zwischen etablierten Unternehmen und Start-ups Interessante Beispiele von KMU aus der Region St.Gallen und dem Appenzellerland. 3. März 2020, 18.00 Uhr, Pfalzkeller, St.Gallen 18. März 2020, 18.00 Uhr, Hotel zur Linde, Teufen Kostenlose Anmeldung unter: www.fhsg.ch/ifu-unternehmensspiegel
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Profil
Steuerplanung bei der Unternehmensnachfolge Sich stetig veränderndes Steuerumfeld verlangt nach einer Überprüfung des Nachfolgeplans bei der Übergabe des Unternehmens an die nächste Generation
Die Veränderungen der letzten Jahre auf der nationalen sowie internationalen Steuerbühne sind vielfältig. Einerseits hat die im Mai 2019 durch das Schweizer Volk angenommene Steuerreform (STAF) die Schweizer Steuerlandschaft grundlegend verändert, andererseits verlangen internationale Entwicklungen nach mehr Transparenz im Steuerbereich und einer fairen Besteuerung am Ort der effektiven Wertschöpfung. Familienunternehmen als Rückgrat der Schweizer Volkswirtschaft dienen für viele Patrons als eigentliche Altersvorsorge. Oft jedoch wird die Nachfolgeplanung hinausgeschoben und Steuerfragen in diesem Zusammenhang unterschätzt, da man davon ausgeht, dass die möglichen privaten Kapitalgewinne steuerfrei sind. Sollen jedoch unliebsame steuerliche Konsequenzen vermieden werden und gleichzeitig der nachhaltige Bestand des Unternehmens gesichert werden, tut der Unternehmer gut daran, die Nachfolgeplanung frühzeitig und professionell in Angriff zu nehmen. Insbesondere für Familien, deren Mitglieder in verschiedenen Staaten wohnen oder für Gesellschaften, welche nicht nur in der Schweiz tätig sind, ist es wichtig die steuerlichen Veränderungen im nationalen und internationalen Umfeld im Auge zu behalten und entsprechend zu planen. Die sich verändernden Rahmenbedingungen im Steuerrecht bieten aber auch neue Möglichkeiten. So wurden als Folge
der STAF in den meisten Kantonen die Gewinnsteuersätze für juristische Personen gesenkt, weshalb für Einzelunternehmen oder Personengesellschaften die Umwandlung in eine Kapitalgesellschaft im Hinblick auf eine Unternehmensnachfolge unter Umständen steuerlich attraktiv sein kann. Weiter verlangen strukturelle und gesellschaftliche Veränderungen, wie der Umstand, dass familieninterne Nachfolgeregelungen immer mehr abnehmen, nach innovativen und steuereffizienten Lösungen. So haben zum Beispiel liechtensteinische Familien- oder Unternehmensstiftungen seit 2017 durch das neue Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Schweiz und Liechtenstein an Attraktivität gewonnen. Die Stiftungen erlauben eine langfristige Sicherung des Unternehmens bei gleichzeitig nachhaltiger Begünstigung der nachfolgenden Generationen. Der Unternehmer ist gefordert, die vielfältigen Entwicklungen im Steuerbereich zu verfolgen und im Rahmen einer möglichen Übergabe des Unternehmens an die nächste Generation zu berücksichtigen. Durch unsere langjährige Erfahrung in Steuerfragen in der Schweiz und Liechtenstein sowie durch unser internationales Netzwerk sind wir in der Lage, Sie und Ihr Unternehmen bei der Ausarbeitung einer individuellen und steuereffizienten Nachfolgelösung bestmöglich zu unterstützen.
Ihre Kontakte:
Roger Krapf Partner St.Gallen/Liechtenstein Tel: +41 58 286 21 25 roger.krapf@ch.ey.com
Markus Koch Senior Manager St.Gallen/Liechtenstein Tel: +41 58 286 20 92 markus.koch@ch.ey.com
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Fokus Weiterbildung
Machen Sie sich fit für den digitalen Wandel Die Digitalisierung ist ein grosser gesellschaftlicher Transformationsprozess, der alle Lebens- und Arbeitsbereiche tangiert. Jobanforderungen wandeln sich immer schneller und wer sicher sein will, dass er immer einen Job hat, muss sich ein Leben lang weiterbilden. Im Kanton St.Gallen sind die Voraussetzungen dafür gut.
Prof. Dr. Peter Jaeschke ist Leiter des Instituts für Informationsund Prozessmanagement der FHS St.Gallen.
Das World Economic Forum geht davon aus, dass 65 Prozent der Schweizer Kinder, die heute die Primarschule besuchen, einst einen Job ausüben, den es jetzt noch gar nicht gibt. Und die Berufe, die bestehen, verändern sich immer schneller. Diesen Wandel hat es zwar schon immer gegeben, die Digitalisierung beschleunigt ihn aber. Bereits heute gibt es kaum noch einen Arbeitsbereich, der nicht irgendwie von der Digitalisierung betroffen ist. Wer hier nicht mithalten kann, verliert schnell den Anschluss und im schlimmsten Fall seinen Job. «Die Digitalisierung ist einer der Megatrends, dem sich niemand entziehen kann, schon gar nicht im Berufsleben. Demzufolge spielt das Thema eine wichtige Rolle in der Weiterbildungslandschaft», sagt Prof. Dr. Peter Jaeschke. Er ist Leiter des Instituts für Informations- und Prozessmanagement und Sprecher des Themenfelds Digitalisierung der FHS St.Gallen und Mitglied des «DigitalLab@HSR». Lebenslanges Lernen, das in der Schweiz bereits jetzt einen grossen Stellenwert hat, wird also unerlässlich. Dass die Beteiligung an Bildung und Weiterbildung hierzulande wesentlich höher als in Ländern der Europäischen Union ist, zeigt sich allein schon an den entsprechend vielfältigen Möglichkeiten, sich auf dem zweiten Bildungsweg digital fit zu machen oder zu halten. Im Kanton St.Gallen bieten zum Beispiel die Hochschule für Technik Rapperswil (HSR), die Interstaatliche Hochschule für Technik Buchs (NTB), die Pädagogischen Hochschule St.Gallen (PHSG) und die Fachhochschule St.Gallen (FHS) unterdessen eine Vielzahl entsprechender Weiterbildungsmöglichkeiten an. LEADER | Jan. / Feb. 2020
Was gilt es zu bedenken? Wer sich digital weiterbilden will, muss sich bewusst sein, dass man sich nicht pauschal für die Digitalisierung fit machen kann. Denn: «Die Digitalisierung ist kein Selbstzweck. Dieses Fitmachen und Fithalten ist nur im Kontext der eigenen Branche und/oder des eigenen Jobprofils zielführend», erklärt Prof. Dr. Peter Jaeschke. Aus diesem Grund thematisiert die FHS die Digitalisierung in den verschiedenen Weiterbildungen, die auf Branchen und/oder Jobprofile ausgerichtet sind: Beispielsweise Digital Health im Zertifikat «Management im Gesundheitswesen»; Prozessdigitalisierung auf operativer und strategischer Ebene im Lehrgang «Geschäftsprozessmanagement» und verschiedenste Anwendungsfälle im Lehrgang «Integriertes Management». Neben den zahlreichen integrierten Bausteinen bietet die FHS auch komplette Lehrgänge wie beispielsweise «Digital Leadership» oder «Digital Public Services and Communication» an. Um sich an der FHS St.Gallen für eine Weiterbildung anzumelden, wird im Regelfall ein anerkannter Tertiärabschluss (Universität, Höhere Fachschule sowie Technikerschule oder Höhere Fachprüfung) mit qualifizierter Berufserfahrung vorausgesetzt. Bewerberinnen und Bewerber, die über andere Abschlüsse und entsprechende Berufserfahrung verfügen, können auf Basis einer individuellen Prüfung des Dossiers aufgenommen werden. Damit will die FHS sicherstellen, dass die Weiterbildung mit hoher Erfolgswahrscheinlichkeit abgeschlossen werden kann. «Es heutzutage entscheidend, über die für Job und Branche relevanten Digital Skills zu verfügen, da sich viele Arbeitgeber
Weiterbildung Fokus
nur mit Hilfe der Digitalisierung im Wettbewerb behaupten oder einen Wettbewerbsvorsprung aufbauen können», betont Peter Jaeschke. Alternative Berufsmaturität Für Peter Jaeschke ist aber auch klar, dass sich die Weiterbildungsinstitute weiterentwickeln müssen, um mit der Digitalisierung mithalten zu können: «Wir benötigen Weiterbildungen, die die Digitalisierung im konkreten Anwendungsfeld, in der konkreten Branche und im konkreten Jobprofil der Person adressieren. Letztendlich sollten in fast jeder Weiterbildung heute jeweils relevante Digitalisierungsaspekte und Anwendungsfälle adressiert werden. Neben komplett neuen Angebo-
«Wir benötigen Weiterbildungen, die die Digitalisierung im konkreten Anwendungsfeld adressieren.» ten ist daher die entsprechende Modernisierung bestehender Angebote erforderlich. Wenn Sie sich über eine Weiterbildung informieren, kann ich nur empfehlen, nachzufragen, wie das Thema Digitalisierung im Angebot integriert ist.»
Wer nicht über die nötigen Voraussetzungen für eine Weiterbildung an einer Hochschule verfügt, kann sich seine Digital Skills auch an einem Erwachsenengymnasium erwerben. Um die Maturitätsprüfung zu absolvieren, ist in der Regel kein Besuch einer vorbereitenden Schule erforderlich. Jede Person kann sich selbstständig auf die Prüfung vorbereiten. Das macht vor allem dann Sinn, wenn man über die berufliche Tätigkeit bereits viele Kompetenzen erworben hat und nur noch wenig Themen nachbearbeiten muss. Wer diesen Weg wählen möchte, kann das über diverse private Anbieter oder im Berufs- und Weiterbildungszentrum Wil-Uzwil (BZWU) und im Weiterbildungszentrum Rorschach-Rheintal (WZR) machen. Beide Zentren bieten diverse Weiterbildungen an, die sich zukunftsgerichteten Berufen und Techniken widmen. Auch Unternehmen in der Pflicht Auch wenn bekanntlich jeder seines Glückes Schmied ist, sind beim Thema Weiterbildung auch die Unternehmen in der Pflicht. Dass die Wirtschaft und ihre Unternehmen digital fit bleiben, dafür sorgen in unserer Region unter anderem die Industrie- und Handelskammer St.Gallen-Appenzell und der Ostschweizer ICT-Cluster «IT rockt!» mit ihrer ICT-Konferenz, die im Februar bereits zum fünften Mal stattgefunden hat. An diesen Anlässen werden ausdrücklich nicht nur InformatikSpezialisten angesprochen, sondern alle Unternehmen, die sich für die Chancen der Digitalisierung interessieren. Anlässlich des 3. Nationalen Digitaltags im September 2019 präsentierte Nicole Burth, Chefin von Adecco Schweiz, sechs LEADER | Jan. / Feb. 2020
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Bildungszentrum BVS St.Gallen einfach eine Spur persönlicher Wenige Aktivitäten geben einer Karriere einen so grossen Schub wie eine Weiterbildung. St.Gallen ist dank den Hochschulen auch über die Grenzen hinaus als Stadt, wo man sich weiterbildet, bekannt.
Wo können sich betriebswirtschaftlich orientierte Praktiker ausserhalb der Hochschulwelt weiterbilden? Am Bildungszentrum BVS, im Herzen von St.Gallen. Bei uns gilt:
Zwei Beispiele solcher Lehrgänge sind:
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Die meisten unserer Dozenten sind Ostschweizer Führungskräfte Sie vermitteln ihnen relevante Handlungskompetenzen für ihren Berufsalltag Ihr persönliches Wohlbefinden und ihre Ziele stehen bei uns im Zentrum Unsere Lehrgänge sind eidgenössisch, gesamtschweizerisch und auch im Ausland anerkannt Bei diversen Lehrgängen übernimmt der Bund 50% der Ausbildungskosten
Unser Angebot reicht von der Handelsschule bis zur Vorbereitung auf eidg. Prüfungen (z.B. eidg. dipl. Verkaufsleiter/in). Auch in unserem Angebot sind Lehrgänge auf Stufe Höhere Fachschule (z.B. Dipl. Betriebswirtschafter/in HF) und Nachdiplomstudiengänge (z.B. Personalleiter/in NDS HF). Die Lerninhalte werden einerseits von Kanton und Bund vorgegeben. Ergänzt werden diese durch unsere Bildungspartner (z.B. Egeli Informatik AG beim Wirtschaftsinformatiker HF). In einer intensiven Zusammenarbeit mit den Bildungspartnern und durch Befragung der Ostschweizer Leader, entstehen auch neue Lehrgänge in den hochaktuellen Themengebieten. Etwas ist dadurch garantiert: Gelernt wird das, was auf dem Arbeitsmarkt verlangt wird.
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Experte im Online-Marketing NDS HF (1. Ostschweizer Lehrgang mit eidg. Anerkennung) Digital Innovation Manager NDS HF (1. Ostschweizer Lehrgang mit eidg. Anerkennung)
Unsere Lehrgänge starten mehrmals im Jahr. Nächster Kursstart der meisten Lehrgänge ist der 20. April 2020. Viele Personen absolvieren während ihrer Karriere verschiedene Lehrgänge bei uns. Ein Beispiel: Nach ihrer technischen beruflichen Grundbildung absolviert Martina S. die Ausbildung zur Techn. Kauffrau. Der Bund bezahlt die Hälfte ihrer Weiterbildungskosten. Sie übernimmt in ihrem Berufsalltag vielfältige Aufgaben im Marketing und beginnt die Weiterbildung als Dipl. Marketingmanagerin HF direkt im 3. Semester. Auch hier beteiligt sich die öffentliche Hand an den Gesamtkosten. Dank diesem eidg. anerkannten Lehrgang übernimmt Martina S. die Teilbereichsleitung Digital Marketing in ihrer Unternehmung. Nun startet sie die nächste Weiterbildung am Bildungszentrum BVS: Das Nachdiplomstudium als Expertin im Online-Marketing NDS HF. Mit dieser Weiterbildung bringt Martina ihre Unternehmung in allen relevanten digitalen Themen wie Social Media, Suchmaschinenmarketing, Digitale Werbung, Mobile Apps auf die Pole Position. Aus diesen Gründen schenken uns jedes Jahr über 1'000 Kursteilnehmende ihr Vertrauen. Wann dürfen wir Sie über Ihre Weiterbildungsmöglichkeiten beraten?
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Höhere Fachschule für Wirtschaft
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Tel. 071 22 888 22 vs.ch sekretariat@bvs.ch | www.b LEADER | Jan. / Feb. 2020
Kursstart: 20.04.2020 ungsgespräch Für ein persönliches Beratrne für Sie da. sind wir ge
Kolumne Grundsätze, auf die sich 125 Schweizer Unternehmen, darunter die Digitalagentur Liip, die auch in St.Gallen eine Niederlassung hat, im Rahmen der Kampagne «LifelongLearning» (dt. lebenslanges Lernen) verpflichten haben. So verpflichten sich die Unternehmen beispielsweise dazu, ihren Mitarbeitern, unabhängig von ihrer Ausbildung, ihrem Alter, ihrem Dienstalter oder ihrer beruflichen Perspektive, Re- und Up-Skilling- Programme zur Verfügung zu stellen, um ihre digitale Einsatzbereitschaft und ihren beruflichen Werdegang zu gewährleisten (siehe Box).
«Die Digitalisierung ist kein Selbstzweck.» Infos über Weiterbildungsangebote zum Thema Digitalisierung finden Sie übrigens auch regelmässig in der Agenda der Ostschweizer Digitalplattform eastdigital.ch.
Grundsätze, auf die sich 125 Schweizer Unternehmen im Rahmen der Kampagne «LifelongLearning» verpflichten haben: Die Herausforderungen der digitalen Zukunft können nur durch lebenslanges Lernen und Lernen, wie man lernt, erfolgreich bewältigt werden. Alle Erwerbstätigen in der Schweiz sollten die Möglichkeit haben, ihre vorhandenen Fähigkeiten mit digitalen Fähigkeiten zu erweitern, indem sie sich weiterbilden oder ganz neue Fähigkeiten erwerben, um auf dem zunehmend digitalisierten Arbeitsmarkt wettbewerbsfähig zu bleiben. Insbesondere verpflichten sich die Unterzeichner zu folgenden Punkten: Wir verpflichten uns, eine echte digitale Denkweise zu fördern, mit gutem Beispiel voranzugehen und das Lernen und die Erfahrung am Arbeitsplatz zu würdigen. Wir verpflichten uns, kürzere Bildungswege, Kurse und andere Formen des Lernens zum Erwerb spezifischer digitaler Fähigkeiten anzuerkennen. Wir verpflichten uns, unseren Mitarbeitern, unabhängig von ihrer Ausbildung, ihrem Alter, ihrem Dienstalter oder ihrer beruflichen Perspektive, Re- und Up-Skilling- Programme zur Verfügung zu stellen, um ihre digitale Einsatzbereitschaft und ihren beruflichen Werdegang zu gewährleisten. Wir verpflichten uns, Innovationen zu fördern, die sich aus den Veränderungen der Fähigkeiten in unseren Unternehmen ergeben. Die Kampagne «LifelongLearning – Deine Chance fit zu bleiben» ist eine Initiative von Digitalswitzerland und dem Schweizerischen Arbeitgeberverband. Mehr Infos dazu: www.lifelonglearning.ch
Text: Patrick Stämpfli Bilder: zVg, 123rf.com
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Weshalb eine Komfortzone verlassen Familien-Strategie? Diktiert Ihr Terminkalender Ihren Arbeitsalltag? Wenn wir «Freizeit» haben, ist diese oft ebenso effizient verplant. Wir sollten aber hin und wieder aus dem Gewohnten ausbrechen – um zu lernen und um zu scheitern. Es gibt Komfortzonen, die sind weniger offensichtlich. Die Algorithmen von Google, Facebook & Co. zeigen uns Resultate, die wir mögen. Das, was wir nicht liken oder suchen, wird uns auch nicht gezeigt. So erhält jeder von uns andere, auf sein Profil angepasste Resultate. Wer sich dieser Funktion nicht bewusst ist, geht das Risiko ein, die eigene digitale Wohlfühl- oder Komfortzone für eine objektive Realität zu halten. Das geplante Verlassen der eigenen Komfortzone ist ein «Muss» für jede (Führungs-)Person. Ein Treiber kann das Bewusstsein über den Nutzen sein – besser sind Neugier und eine positive Einstellung dazu. Beispiele von neuen Erfahrungen ausserhalb der eigenen Komfortzone sind: der Besuch eines neuen Restaurants, einer TechnoParty oder einer Oper, eine unbekannte Stadt zu erkunden, Theater zu spielen, eine Sprache zu lernen, ein Referat zu halten, einen neuen Arbeitsplatz zu suchen oder auch, eine andere Suchmaschine als Google zu verwenden. Vor einigen Monaten habe ich das Silicon Valley besucht. Eine wichtige Erfahrung war das Mindset: Scheitern bedeutet, dass man schnell lernt, was funktioniert und was nicht. Daher ist Scheitern eine Voraussetzung, um schnell zu lernen und besser zu werden. 100 Versuche – wovon 90 scheitern – sind hier besser als einer, der zuvor über Monate geplant worden ist. Unser Gehirn lernt, wenn ein Ereignis anders ausfällt, als wir es erwartet haben (also etwa aus Fehlern). Um zu lernen, ist es damit wichtig, die gewohnte Umgebung – die Komfortzone – auch einmal zu verlassen. Ich wünsche uns das Mindset, dass Scheitern positiv aufgefasst werden und eine Basis für den Erfolg sein kann.
Christoph Lanter Querdenker und Netzwerker
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Profil
Vernetztes Denken als «Top Skill» Der Erfolg eines Unternehmens hängt massgeblich davon ab, wie gut es sich in der globalen, digitalen Welt behaupten kann. Das stellt besondere Anforderungen an Führungskräfte: Gefragt sind ein systemisches und vernetztes Denken sowie die Fähigkeit, anspruchsvolle unternehmerische Situationen schnell analysieren und bearbeiten zu können. Der Executive Master of Business Administration (EMBA) an der FHS St.Gallen schärft dieses Kompetenzprofil. Neu wird dieser Weiterbildungsmaster auch mit Fokus auf Digital Business Leadership angeboten.
Prof. Andreas Löhrer Programmleiter Executive MBA
Volatil, unsicher, komplex und ambivalent: Für diese Eigenschaften steht die sogenannte VUKA-Welt, die das heutige unternehmerische Umfeld prägt. Führungskräfte müssen Entscheidungen unter anderem vor dem Hintergrund digitaler und globaler Herausforderungen treffen. Es gilt, deren Einfluss auf einzelne Geschäftsbereiche beurteilen zu können. Das bedingt nicht nur Fachwissen, sondern auch ein systemisches und vernetztes Denken – gemäss World Economic Forum einer der Top Skills. Hier setzt der Executive Master of Business Administration (EMBA) an der FHS St.Gallen an. Ziel ist es, dass die Absolventinnen und Absolventen in der Lage sind, komplexe und neuartige Management-Probleme integrativ und auf Basis bewährter Konzepte und Methoden anzugehen. Wissen in die Praxis transferieren Der Transfer des Gelernten in die Praxis spielt im EMBA an der FHS St.Gallen eine wichtige Rolle. In kollegialen Fallbearbeitungen wenden die Studierenden fachliche Inhalte direkt auf Fragestellungen im eigenen Unternehmen an. Die Situation wird in Gruppen anhand der erworbenen Kenntnisse analysiert. Nebst diesen Fallbearbeitungen kommt ein didaktisch aufbereitetes Management-Planspiel zum Einsatz. Es bietet die Möglichkeit, den Stoff des Studiengangs in simulierten Echtsituationen anzuwenden und damit zu festigen. Aufgabe ist es, im Team eine fiktive Firma zu führen und dabei eine bestimmte Strategie umzusetzen. Der Erfolg der Firma hängt letztlich davon ab, ob die gefällten Entscheidungen strategisch LEADER | Jan. / Feb. 2020
und operativ konsistent sind. Dazu benötigen die Spielerinnen und Spieler die Fähigkeit, die unternehmerische Situation fundiert zu analysieren und zu beurteilen. Auch vernetztes Denken ist zentral. «Die Teilnehmenden stehen vor der Situation, dass selbst vermeintlich einfache Entscheidungen, beispielsweise jene der Preisfestsetzung eines Produktes, eine nichtlineare und vernetzte Wirkung auslösen», sagt Andreas Löhrer, Programmleiter des EMBA an der FHS St.Gallen.
Profil
Jacqueline Ramel, Studentin Executive MBA:
«Die Weiterbildung hat mir ein fundierteres Verständnis für Management-Themen ermöglicht. Mit dieser Horizonterweiterung kann ich meine Führungsrolle noch besser wahrnehmen.»
Alexander Vasilakis, Absolvent Executive MBA:
«Der integrierte Ansatz sowie die Verknüpfung von aktueller Theorie mit praktischer Anwendung haben mir sehr gut gefallen. Zudem war der Austausch mit Studierenden aus anderen Branchen sehr inspirierend.»
Digitalisierung gewinnbringend nutzen Neu bietet die FHS St.Gallen den EMBA auch mit Fokus auf Digital Business Leadership an. Die Studierenden erlangen ein grundlegendes Verständnis für digitale Technologien. «Sie lernen, digitale Veränderungsprozesse erfolgreich zu steuern und die Digitalisierung für ihr Unternehmen gewinnbringend zu nutzen», sagt Andreas Löhrer. Zielgruppe des EMBA mit Fokus auf Digital Business Leadership sind Führungskräfte, die ein Studium oder einen höheren Berufsabschluss im Bereich Ökonomie vorweisen und somit bereits über fundierte betriebswirtschaftliche Kenntnisse verfügen. Verhalten in der Führungsrolle reflektieren Zudem beschäftigen sich die Teilnehmenden des EMBA mit Themen rund um Führung und Strategie. Unter anderem geht es um Stakeholdermanagement, Globalisierung und Interkulturalität sowie Bevölkerungsentwicklung, aber ebenso um die Reflexion des eigenen Verhaltens in der Führungsrolle. Zentral ist auch der konsequente Peer-to-Peer-Dialog, durch den die Teilnehmenden miteinander und voneinander lernen können und Lösungen sowie Erkenntnisse zusammen erarbeiten. Auch eine gemeinsame internationale Studienreise steht auf dem Programm.
Netzwerk erweitern Mit dem EMBA an der FHS St.Gallen erweitern die Studierenden aber nicht nur ihr Fachwissen, sondern auch ihr Netzwerk. Sie profitieren vom Austausch mit anderen Führungskräften. Oft bleibt der Kontakt – meist auch verbunden mit einem gegenseitigen Coachen – über den Abschluss hinaus bestehen. Eine Plattform dafür bietet auch der FHS Alumni Club EMBA.
Executive Master of Business Administration (EMBA) an der FHS St.Gallen Start: Umfang: Kreditpunkte:
8. Mai 2020 60 Präsenztage 60 ECTS
Programmleitung:
Prof. Andreas Löhrer, Institut für Unternehmensführung IFU-FHS
Nächster Infoabend:
4. März 2020
www.fhsg.ch/emba
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Fokus Rheintaler Wirtschaftsforum
Wirtschaftlichen Integration bei politischer Unabhängigkeit «Probleme lösen – Wohlstand schaffen»: Die Referenten des 26. Rheintaler Wirtschaftsforum vom 17. Januar hatten unterschiedliche Rezepte für die Erreichung dieser – widersprüchlichen? – Ziele.
«Wie viele Male wurden Sie schon gefragt ‚Wie geht es Ihnen?’», fragte die St.Galler Gesundheitsministerin Heidi Hanselmann zum Auftakt des Wirtschaftsforums – und fast alle 800 Teilnehmer streckten die Hände in die Höhe. Es sei zwar eine Floskel, die man aber ernst nehmen müsse. Die Regierungspräsidentin forderte die anwesenden Wirtschaftsführer auf, nicht nur der physischen, sondern auch der psychischen Gesundheit ihrer Mitarbeiter Sorge zu tragen. «Die Demokratie verändern» Für Isolde Charim, die stille, kleine, aber im Denken grosse Wiener Philosophin, sind es vor allem die Populisten, die ihr Sorge bereiten und die sie ausgeschlossen haben möchte. Im Weiteren betrachtete sie den Unterschied von Gesellschaft und Gemeinschaft und forderte: Es brauche nicht noch mehr Gemeinschaft, sondern das Gegenteil, es brauche ein neues Konzept von Gesellschaft, ein Konzept der Nicht-Ähnlichen. Wenn es uns, so Charim, auch in Zukunft gut gehen soll, «dann müssen wir, wir alle, unsere Grundlage – nämlich die demokratische Gesellschaft – erhalten». Um sie zu erhalten, so die Wienerin zum Schluss, müsse man die Demokratie aber verändern. Veränderungen gemacht und durchgezogen hat in den letzten Monaten Jan Jenisch im LafargeHolcim Konzern. Die Zementbranche ist einer der grössten CO2-Verursacher, und diesem Problem rückt der führende Konzern mit verschiedenen Massnahmen zu Leibe: Modernisierung bestehender Zementwerke, Einsatz alternativer Brennstoffe, Wärmerückgewinnung oder Kohlenstoffbindung und -speicherung. In Zahlen zeigt Jenisch auf, dass LafargeHolcim hier schon weit, weiter als der Durchschnitt der Branche und damit führend bei der CO2-Reduktion sei. Dank der Kooperation mit verschiedenen Institutionen werde man diesen Weg auch weitergehen. «Vieles noch im Argen» Einen fulminanten und von Ideen, Massnahmen und Gedanken nur so sprühenden Auftritt hatte Severin Schwan, CEO von Roche. Nach einer Darstellung der Gruppe, der Industrie in der Schweiz und dem Geschäftsmodell der Branche widmete sich Schwan der Chance der Digitalisierung, die seiner Ansicht nach in der Schweiz noch nicht wahrgenommen wird. Erst wenn man LEADER | Jan. / Feb. 2020
anonymisierte Patientendaten habe, könne man personalisierte Medizin machen, die zu einer individualisierten Behandlung führe. Die Herausforderung der Schweiz bestehe darin, dass man die Spitäler sensibilisieren müsse, zusammenzuarbeiten und diese ihre Patientendaten in anonymisierter Form zur Verfügung stellen müssten. Hier aber liege noch vieles im Argen. In der digitalen Transformation im medizinischen Bereich sei die Schweiz im Hintertreffen gegenüber USA und China und müsse aufholen. Auch der Zugang zu höchst qualifizierten Wissenschaftlern müsse gesichert werden und der ETH, diesem Leuchtturm der Grundlagenforschung in der Welt, müsse genügend Mittel auch in Zukunft zur Verfügung gestellt werden. Lieber viel mehr als nur gleichviel oder mehr, rief Schwan dem anwesenden Bundesrat und dem Publikum zu. Die Bedeutung der EU für die Schweiz Dieser Bundesrat, Aussenminister Ignazio Cassis, zeigte im Folgenden vor allem die Vision der Schweiz bis ins Jahr 2028 auf – und dies auf kluge Art und Weise, die ihm viel Zuspruch einbrachte. Seine Vision der grösstmöglichen wirtschaftlichen Integration und grösstmöglicher politischer Unabhängigkeit der Schweiz in der Welt wolle der Bundesrat mittels möglichst vieler Handelsabkommen und einer engen Zusammenarbeit mit dem wichtigsten Partner, der EU, erreichen. Ein Wirtschaftstag mit der EU, so Cassis, sei vergleichbar mit einem Wirtschaftsjahr mit Südafrika und zeigt damit die Bedeutung der EU für die Schweiz auf. Das Rahmenabkommen habe in drei von vier Bereichen eine gute Akzeptanz und sichere die Eigenständigkeit der Schweiz. Beim Schiedsgericht sei man noch daran, die Streitigkeiten zu lösen. Im weiteren Ausblick zeigte Cassis auf, dass es viele persönliche Kontakte seien, die man im Innern und im Äusseren wahrnehmen müsse, um die Rolle der Schweiz verständlich zu machen.
Text: Julia Frischknecht Bilder: Wifo
Rheintaler Wirtschaftsforum Fokus
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Fokus Rheintaler Wirtschaftsforum
Meilensteine gesetzt Das ausverkaufte 26. Rheintaler Wirtschaftsforum war erneut hochkarätig besetzt. Unter den Referenten: Bundesrat Ignazio Cassis, der am Wifo seine Europastrategie erläuterte. Im Gespräch erzählt Wifo-Gründer Reinhard «Reini» Frei, worauf er sich besonders gefreut hat, was seine Highlights der letzten Jahre waren und was das Erfolgsgeheimnis des Wifos ist.
Reini Frei, Sie organisieren das Wirtschaftsforum seit 1995 und somit seit 25 Jahren. Worauf haben Sie sich dieses Jahr besonders gefreut? Ich habe mich – wie jedes Jahr – auf die neuen Referentinnen und Referenten und in diesem Jahr besonders auf die neue Moderatorin Sonja Hasler gefreut. Nach zehn Jahren Susanne Wille war man schon gespannt, wie es die «Neue» macht. Aber ich war sehr zuversichtlich, dass Sonja Hasler diese Herausforderung packt – und sie hat uns alles andere als enttäuscht! Und ebenfalls freute es mich, zwei CEOs von Weltmarktführern dabei zu haben – Jan Jenisch und Severin Schwan, ein Ritterschlag für eine Wirtschaftstagung! Es gibt ja heute zahllose Foren, Symposien und Tagungen rund um die Wirtschaft, gerade auch in der Ostschweiz. Wie hebt sich das Wifo ab? Das Rheintaler Wirtschaftsforum hat mit knapp 800 Teilnehmern eine Grösse, die ideal ist, um neue Kontakte zu knüpfen, sich zu vernetzen und auszutauschen. Und da über 50 Prozent der Gäste von ausserhalb des Rheintals kommen, ist auch die Durchmischung ideal. Weiter hebt sich das Wifo von anderen Tagungen dadurch ab, dass sich hier Politik und Wirtschaft persönlich treffen – auf dem Podium wie auch im Plenum. Was waren in den letzten Jahren Ihre Highlights? Oh, da gibt es viele. Sicher der Besuch letztes Jahr von Joachim Gauck, dem ehemaligen deutschen Bundespräsidenten. Dann natürlich die immer tolle Zusammenarbeit mit Referenten und Moderatorin – und heuer war es ganz besonders zu erleben, wie nahbar Wirtschaftsgrössen wie Severin Schwan, Jan Jenisch oder Bundesräte wie Ignazio Cassis waren. Alle drei haben sich anschliessend unters Publikum gemischt und breitwillig Auskunft gegeben. Der Preis der Rheintaler Wirtschaft ist auch immer wieder ein Highlight – er zeigt, dass wir viele sehr gute Unternehmen im St.Galler Rheintal haben. LEADER | Jan. / Feb. 2020
Die Bauwerk Boen Group aus St.Margrethen hat den diesjährigen «Preis der Rheintaler Wirtschaft» gewonnen – was gab den Ausschlag für den Sieg? Innovationskraft, ökologische Fertigung, Führungsstärke, Zeitlosigkeit der Produkte und vieles mehr haben die Jury dazu bewogen, Bauwerk auszuwählen. Bauwerk gehört zum Rheintal wie der Rhein selbst! Ein hervorragendes Unternehmen, das gut geführt und ein prächtiger Botschafter für das ganze Tal ist.
«Jan Jenisch und Severin Schwan, ein Ritterschlag für eine Wirtschaftstagung!» Und was ist Ihr persönliches Erfolgsgeheimnis – weshalb gibt es das Wifo schon so lange? Ja, das Rheintaler Wirtschaftsforum hat sich wirklich sehr gut entwickelt und sich einen festen Platz in der Agenda der Teilnehmer gesichert. Der Fokus lag und liegt immer noch auf einer kompakten, informativen, auch unterhaltenden Halbtagesveranstaltung mit einer guten Infrastruktur. Das ist sicher ein wesentlicher Teil des Erfolgs. Den anderen, ebenso wichtigen macht für mich unser Tal aus und insbesondere die Unternehmen, die Unternehmerinnen und Unternehmer, die in diesem wunderbaren Tal wirtschaften! Weiter trägt der Programmablauf zum Erfolg bei: die Eröffnung der Tagung durch den Regierungspräsidenten des Kantons und den Hauptsponsor, die Preisvergabe, die Topreferenten in all den Jahren und der jeweilige Überraschungsgast. Das Wifo hat im Bereich Tagungen seit 1995 Meilensteine gesetzt. Das hat viel zur langjährigen erfolgreichen Durchführung beigetragen.
Rheintaler Wirtschaftsforum Fokus
Mr. Wifo Reinhard Frei:
«Wunderbares Tal.»
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Atemberaubender Fahrspass, Highspeed-Ladefähigkeit und quattro Technologie: der Beginn einer neuen Ära.
Der rein elektrische Audi e-tron ist da. Jetzt bei uns live erleben. Audi e-tron 55, 300 kW, 25.0–28.1 kWh/100 km (Benzinäquivalent: 2.8–3.1 l/100 km), 0 g CO₂/km (Zielwert 115 g CO₂/km, ⌀ aller erstmals immatrikulierten PWs 174 g CO₂/km), CO₂-Emissionen aus Treibstoff- und/oder Strombereitstellung: 32–36 g/km, Energieeffizienzkategorie A.
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Kolumne
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Weshalb eine Wie sitzen Ihre Schuhe? Familien-Strategie? 2019 war aus Anlegersicht ein Höhenflug: Mangels Alternativen im Tiefzinsumfeld drängten Investoren weiter in Aktien und Immobilien. Trotz sinkenden Gewinnerwartungen respektive zunehmenden Leerständen sind die Preise für Aktien und Immobilien gestiegen. Gibt es Druckstellen?
Ein Referat am Wifo trug den Titel «Digitalisierung bringt Wohlstand». Was bedeutet das für Sie persönlich? Wohlstand bedeutet für mich Familie, Freunde, Gesundheit, Zufriedenheit, Ausgeglichenheit, Fröhlichkeit – und viele Ideen, die man noch umsetzen könnte. Digitalisierung bedeutet für mich persönlich Vereinfachung unseres Lebens, Arbeitens, Wirtschaftens. Die digitale Transformation wird uns alle und alles verändern – Geschäftsstrategien, Unternehmensstrukturen, Firmenkulturen und Businessprozesse. Das wird spannend für die nächste Generation und unsere Branche, denn auch Kommunikation und Marketing sind neu zu denken.
«Bauwerk gehört zum Rheintal wie der Rhein selbst.»
Bauwerk Boen Group erhält 26. Preis der Rheintaler Wirtschaft Die Bauwerk Boen Group in St.Margrethen wurde von der Jury mit dem «Preis der Rheintaler Wirtschaft 2020» ausgezeichnet. Das Stammhaus Bauwerk Parkett AG mit ihrem Sitz in St.Margrethen wurde 1944 gegründet und entwickelt und produziert seit mehr als 70 Jahren Massiv- und Zweischichtparkett zur vollflächigen Verklebung. Die Bauwerk Boen Group entstand 2013 durch den Zusammenschluss der Bauwerk Parkett AG und der norwegischen Boen AS. Sie unterhält heute Produktionsstandorte in Litauen, Kaliningrad, Kroatien und der Schweiz. Mit 292 Millionen Franken Umsatz und rund 1700 Mitarbeitern gehört die Gruppe zu den führenden Unternehmen der europäischen Parkettbranche.
Text: Stephan Ziegler Bilder: Thomas Hary
Aktienhaussen enden entweder wegen einem unerwarteten Ereignis, weil eine Rezession bevorsteht oder weil sich niemand mehr Sorgen macht und die Märkte schlicht zu teuer sind. Die Wahrscheinlichkeit für die dritte Möglichkeit ist mit den Rekordkursen 2019 gestiegen. Aktuell sieht es zwar nicht nach einem grossen Einbruch aus. Allerdings ist eine Korrektur von 20 Prozent immer möglich und muss laufend berücksichtigt werden. Kann eine Rezession drohen? In der Absicht, einen Abschwung zu verhindern, weiteten die Notenbanken die Geldmengen über die letzten Jahre massiv aus. Der befürchtete Inflationsdruck bleibt vorerst trotz guter Arbeitsmarktlage gering. Der Druck auf die Notenbanken, genügend Liquidität zur Verfügung zu stellen, ist weiterhin hoch, soll doch ein Einbruch an den Finanzmärkten mit Konjunkturabschwung um jeden Preis verhindert werden. Interventionen stehen auch im Zuge der Klimadebatte an: Zur Dekarbonisierung der Wirtschaft deutet vieles darauf hin, dass anstatt einer marktverträglichen Lösung mittels Lenkungsabgaben sehr bald staatliche Subventionen folgen. Diese werden wohl durch weitere Schulden finanziert. Es droht also aktuell keine Rezession, aber ein zunehmend sorgloser Umgang mit Schulden bei Unternehmen und Staaten. Einzelne Ausfälle von Obligationen sind denkbar. Jeder Wanderer weiss, dass gewisse Blasen unvermeidbar sind. Lindern lassen sie sich, wenn die Schuhe zum Fuss passen, gut geschnürt und die Socken von hoher Qualität sind. Als in Szenarien denkender Vermögensverwalter ist mir ein sorgsamer Umgang mit Vermögen und Druckstellen wichtig. Dies kann nur gewährleistet werden, wenn vieles aufeinander abgestimmt, diskutiert und beobachtet wird. Wohlüberlegtes, vorausschauendes Handeln ist angebracht.
Werner Krüsi ist Partner und Leiter der Niederlassung von Privatbankiers Reichmuth & Co St.Gallen.
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Digital
OSTSCHWEIZER STEUERSOFTWARE FÜR ZUG Seit Anfang Jahr arbeitet auch die Steuerverwaltung des Kantons Zug mit der bewährten Software «nest». Mitentwickelt wurde die Software von der St.Galler Innosolv AG, für die Schnittstellen ist unter anderem die Abacus aus Wittenbach verantwortlich.
KANTONSPOLIZEI TESTET GESICHTSERKENNUNGSSOFTWARE In verschiedenen Kantonen sind Softwaresysteme ein Thema, die für die automatische Gesichtserkennung eingesetzt werden können. Das gilt auch für die St.Galler Kantonspolizei: Es seien bisher fünf Produkte getestet worden, so Mediensprecher Hanspeter Krüsi. Das Projekt steht erst am Anfang, die Evaluation läuft weiter. Eine Beschaffung könne aber in den nächsten zwei Jahren zum Thema werden.
ZUR ROSE WÄCHST MARKANT Die Thurgauer Versandapotheke Zur Rose ist im Geschäftsjahr 2019 rund 30 Prozent gewachsen. Zum Wachstum trugen neben Übernahmen hauptsächlich Deutschland, aber auch der Heimmarkt Schweiz und das Segment «International» bei. Unter Einrechnung der Verkäufe der deutschen Medpex erzielte sie ein Umsatzwachstum von 30.1 Prozent auf 1,57 Milliarden Franken.
ST.GALLER HELFEN ZÜRCHERN BEI BAUGESUCHEN Die GemDat Informatik AG hat das Portal «eBaugesucheZH» realisiert. Bauchgesuche können nun einfach online und rund um die Uhr eingereicht werden. LEADER | Jan. / Feb. 2020
Der Bauherr könne jederzeit direkt mit der Gemeinde kommunizieren und sehe laufend, wie der Stand seines Gesuchs ist, berichtet das Branchenportat eastdigital.ch.
FCSG UND «IT ROCKT!» SPANNEN ZUSAMMEN Der FCSG und «IT rockt!» treten neu als starkes Team auf. Der FC St.Gallen 1879 steckt mitten in der Ausweitung seiner digitalen Fanstrategie, bei dem Themen wie «Mehrwert für die Fans», «digitale Follower» und «digitale Wachstumspotenziale» im Mittelpunkt stehen. Dabei sei «IT rockt!» der ideale Partner.
STARTUPS GEWINNEN 150'000 FRANKEN Die Venture-Kick-Jury zeichnet Endotelix Diagnostics und Cowa Thermal Solutions mit je 150'000 Franken aus – der Start von insgesamt fünf Millionen Franken, die 2020 von dem VentureKick-Programm der Venturelab AG aus St.Gallen an Schweizer Tech-Startups zur Erschliessung globaler Märkte ausgezahlt werden.
FRONTIFY ERHÄLT 22,3 MILLIONEN DOLLAR Die St.Galler Brand-ManagementPlattform Frontify hat 22,3 Millionen Dollar in der von EQT Venture angeführten Series-B-Finanzierungsrunde eingesammelt. Daran beteiligt waren zudem bereits existierende Investoren, inklusive Blossom Capital, Datartis Ventures und Thomas Dübendorfer, Ternderloin Ventures sowie Myke Näf.
APPENZELLER SOFTWARE FÜR BUNDESBERN Pünktlich auf die Wintersession wurde der neue Digital Workplace der Bundesversammlung in Betrieb genommen: Nach nur einem Jahr Entwicklung konnte die Clavis IT aus Herisau das erste Software-Release der neuen digitalen
Arbeitsplattform für die National- und Ständeräte veröffentlichen.
NEUE BANKBEZIEHUNGEN DIGITAL ERÖFFNEN In wenigen Minuten zur Bankbeziehung – das ist bei der Thurgauer Kantonalbank ab sofort möglich. Denn die TKB hat einen weiteren Digitalisierungsschritt gemacht und den Prozess für die Eröffnung einer neuen Kundenbeziehung vollumfänglich digitalisiert.
HSG-STUDIE ZUR UMWELTBILANZ DES ONLINEHANDELS Der Online-Handel hat einen schlechten Ruf bezüglich seiner Auswirkungen auf das Klima. Eine Studie des Instituts für Supply Chain Management (ISCM-HSG) der Universität St.Gallen zeigt jedoch, dass diese Einschätzung nicht immer zutrifft. Wer etwa auf dem Land wohnt, ist für einen durchschnittlichen Einkauf besser beraten, sich die online bestellten Waren liefern zu lassen, statt mit dem eigenen PKW eine lange Strecke zur nächsten Filiale zu fahren. Hintergrund: Die Logistikdienstleister bündeln ihre Sendungen bei der Auslieferung auf dem Land.
EAST#DIGITALBREAKFAST ZU «ARBEITSPROZESSE DIGITALISIEREN» Das Digital Breakfast ist die Plattform für digitale Vordenker und Nachdenker der Ostschweiz. Ab sofort heisst das DB neu east#digital-Breakfast. Der nächste digitale Zmorge findet am 27. Februar im Tibits St.Gallen zum Thema «Arbeitsprozesse digitalisieren» statt.
INTERACTIVE FRIENDS DIGITALISIEREN GAUTSCHIGRUPPE Die Digitalagentur Interactive Friends AG aus St.Gallen realisiert die komplett digitale Leistungserfassung auf den Baustel-
Digital
len der St.Margrether Gautschi-Gruppe. So werden Kosten reduziert und die produktive Arbeitszeit erhöht.
ALLTRON LISTET ST.GALLER COMPUTER Alltron und Prime Computer haben eine Vertriebsvereinbarung unterzeichnet. Der Distributor aus Mägenwil nimmt die Mini-PCs und Server des St.Galler Herstellers in sein Sortiment auf. Brack und Microspot vertreiben die lüfterlosen Computer bereits.
PRIVATE BLOCKCHAIN FÜR MEHR SOLARSTROM Ein Jahr lang handelten in der St.Galler Gemeinde Walenstadt 37 Haushalte Solarstrom in einem lokalen Strommarkt basierend auf einer Blockchain. Die Beteiligten ziehen aus dem weltweiten Pionierprojekt eine positive Bilanz: Eigenverbrauch und Eigenversorgung stiegen. Die Teilnehmer nahmen zwar aktiv am Strommarkt teil, zeigten sich aber kaum bereit, mehr für den lokalen Strom zu berappen.
DIE 101 DIGITAL SHAPERS DER OSTSCHWEIZ Die erste Ausgabe des east#digital-Magazins ist da. Und mit ihm auch die Liste der 101 Personen und Unternehmen aus der Ostschweiz, die die Digitalisierung in unserer Region, aber auch über die Kantons- und Landesgrenzen hinaus vorantreiben. Zudem erfahren Sie in der ersten Ausgabe des Magazins unter anderem, was Ostschweizer Experten von der IT-Bildungsoffensive halten, was der Ostschweizer Tourismus vom digitalen China lernen kann und welche Referenten Sie an der ersten «east#digital conference» im Juni erwarten. eastdigital.ch
ABACUS BAUT MARKTANTEIL AUF 33 PROZENT AUS Die Wittenbacher Abacus Research AG hat im letzten Jahr bei 52 Städten und Gemeinden ihre Software eingeführt.
Zehn Städte, darunter Köniz, Sitten und Baar, sowie 42 Gemeinden aus den Kantonen Aargau, Bern, Baselland, Graubünden, St.Gallen, Schwyz, Thurgau, Waadt, Wallis Zug und Zürich setzen seit 2019 Abacus-Lösungen ein.
DIGITALE SICHERHEIT VON BÜHLER ZERTIFIZIERT Ende Januar 2020 erhielt das Informationssicherheitsmanagementsystem von Bühler die Zertifizierung gemäss dem heute renommiertesten Cyber-Sicherheitsstandard: ISO 27001:2013. Dieser schützt Schlüsselbereiche wie die interne betriebliche Informatik, die Automationslösung Mercury MES, die Plattform Bühler Insights und das Kundenportal myBühler.
ONLINEHANDEL NICHT IMMER UMWELTSCHÄDLICHER Der Onlinehandel hat einen schlechten Ruf bezüglich Auswirkungen aufs Klima. Eine Studie des HSG-Instituts für Supply Chain Management zeigt jedoch, dass dies nicht immer zutrifft: Wer etwa auf dem Land wohnt, ist für einen durchschnittlichen Einkauf besser beraten, sich die online bestellten Waren liefern zu lassen, statt mit dem eigenen PKW eine lange Strecke zu fahren.
INNERRHODER BEITRAG FÜR «APP 147» Die Standeskommission Appenzell Innerrhoden leistet an das Projekt «App 147» der Stiftung Pro Juventute einen Beitrag von 2'000 Franken aus dem Swisslos-Fonds. Die App soll als Hilfsmittel für Kinder und Jugendliche bei der Nutzung von Social-MediaPlattformen und Messenger-Diensten dienen.
ERFOLGREICH IN STARTUPS INVESTIEREN Wie erkennt man Hidden Champions? Wie gestaltet sich eine erfolgreiche Beteiligung? Wie bewerte ich ein Startup und führe eine Due-Diligence durch? Solche Fragen werden am 17. März um 17.30 Uhr im Startfeld St.Gallen von Bettina Hein und Thomas Dübendorfer beantwortet. Die Veranstaltung für potenzielle Investoren gibt Best-PracticeMethoden weiter.
HOSTPOINT SETZT AUF WHATSAPP Als erster Schweizer Webhosting-Anbieter setzt die Rapperswiler Hostpoint AG auf WhatsApp im Kundendienst. In den vergangenen Monaten wurde die neue Funktion im Service ausgiebig getestet. Die gesammelten Erfahrungen und Feedbacks waren sehr positiv, sodass die Option nun live ist.
Alle Digitalnews der Ostschweiz auf eastdigital.ch Der neue Hub «east#digital» der LEADER-Herausgeberin MetroComm AG begleitet den digitalen Wandel der Ostschweiz – mit einem mehrmals jährlich erscheinenden Magazin, mit eastdigital.ch und der east#digital conference im Frühjahr 2020. Newsletter: www.eastdigital.ch www.facebook.com/eastdigital.ch LEADER | Jan. / Feb. 2020
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Rückblick
Neujahrsapéro der Thurgauer Kantonalbank Zum Jahresauftakt lud die TKB am 6. Januar rund 300 Gäste aus Politik und Wirtschaft des Kantons zum «Thurgauer Neujahrs-Apéro» ein. Hauptreferent war David Bosshart, Trendforscher und CEO des Gottlieb-Duttweiler-Instituts. Fotografiert für den LEADER hat Thomas Hary; alle Bilder des Anlasses finden Sie unter leaderdigital.ch/galerien.
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Rückblick
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Profil
Im Porsche Zentrum St.Gallen kümmern sich Verkäufer, Techniker und Kundendienst-, Marketing- und Ersatzteile-Spezialisten um Porsches aller Baureihen.
Den Mythos Porsche erleben «Der 911 ist das einzige Auto, mit dem man von einer Safari nach Le Mans, dann ins Theater und anschliessend auf die Strassen von New York fahren kann.» Dieser Satz stammt von Ferry Porsche, der den 356 entwarf, den Vorgänger des legendären 911, dessen DNA auch im aktuell meistverkauften Porsche, dem Kompakt-SUV Macan, steckt – und im vollelektrischen Taycan, der ab dem 28. Februar erhältlich ist. Erleben kann man die Faszination Porsche in der Ostschweiz am besten im Porsche Zentrum St.Gallen.
Porsche lieferte im vergangenen Jahr 3722 Fahrzeuge in der Schweiz aus und steigerte damit seinen Absatz um satte elf Prozent gegenüber 2018. Der Macan war mit 1415 Auslieferungen erneut die am stärksten nachgefragte Porsche-Modellreihe hierzulande. Von der Sportwagenikone 911 – mit über 900.000 gebauten Einheiten der erfolgreichste Sportwagen der Welt – verkaufte Porsche 854 Fahrzeuge; besonders beliebt waren 911 Carrera 4S Coupé und Cabriolet. Was macht den anhaltenden Erfolg der Sportwagen aus Zuffenhausen aus? Porsche ist Faszination pur, Porsche ist Motorsport. Porsche ist Funktionalität und Alltagstauglichkeit, Tradition und Innovation – verpackt in einem Design, das jedes Kind kennt. Jeder Porsche ist in seinem jeweiligen Marktsegment das sportlichste Auto, und zugleich steckt in jedem Porsche ein Stück des legendären 911. LEADER | Jan. / Feb. 2020
Vom Kompaktsportler bis zum Vollstromer Heute umfasst das Porsche-Produktportfolio sechs Baureihen – vom Kompaktsportler 718 (Boxster und Cayman) über den 911 in der 8. Generation, die SUVs Macan und Cayenne sowie die Limousine Panamera bis hin zum vollelektrischen Taycan. Gerade letzterer beweist, dass Porsche es schon immer verstanden hat, mit der Zeit zu gehen – oder ihr gar einen Schritt voraus zu sein: Porsche präsentierte nämlich bereits an der Pariser Weltausstellung 1900 den Lohner-Porsche als erstes vollelektrisches Fahrzeug – mit einer Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h und etwa 50 km Reichweite. Heute verkörpert der Taycan die elektrische Seele von Porsche: Zwei Synchronmotoren mit einer Systemleistung von über 600 PS beschleunigen den Elektrosportler in deutlich weniger als 3,5 Sekunden auf Tempo 100 und in unter zwölf Sekunden
Profil
Auf 1300 Quadratmetern stehen immer rund 30 Neu- und Gebrauchtwagen bereit.
Der neue vollelektrische Porsche Taycan kann am 29. Februar während des Taycan Open Days im Porsche Zentrum St.Gallen erstmals erlebt werden.
auf 200 km/h. Die maximale Reichweite beträgt über 450 km. Der Allradler verfügt über eine 800-Volt-Architektur und ist für das Laden am Schnellladenetz vorbereitet. Hier lässt sich in rund vier Minuten Energie für 100 km nachladen. Hotspot für Porsche-Enthusiasten Sämtliche Modellreihen sind im Porsche Zentrum St.Gallen zu besichtigen und Probe zu fahren; zwischen Bündner Herrschaft und Zürich der Hotspot für Porsche-Enthusiasten. Hier stehen auf insgesamt 1300 Quadratmetern immer rund 30 Neu- und Gebrauchtwagen aus allen Baureihen bereit, um die Faszination Porsche live zu erfahren. Das Porsche Zentrum in St.Gallen hat eine strategisch optimale Lage (auch für den Anschluss ans Schnellladenetz von Porsche) und ist ein klares Bekenntnis der Inhaberin City-Garage AG zu Region, Innovation und Nachhaltigkeit – beispielsweise über ein umfassendes Beleuchtungskonzept mit LED, eine biologische
Das Porsche Zentrum St.Gallen ist weltweit das erste und einzige, das eine solch nachhaltige Lösung nutzt. Wasseraufbereitung und den Anschluss an das von den Stadtwerken St.Gallen und Gossau sowie der St.Gallisch-Appenzellischen Kraftwerke AG betriebene Anergienetz. Bei diesem wird die Abwärme der angeschlossenen Betriebe in ein Netz gespeist, bei Bedarf gespeichert und zum Heizen oder Kühlen wiederverwertet. Das Porsche Zentrum St.Gallen ist weltweit das erste und einzige, das eine solch nachhaltige Lösung nutzt. «Einmal Porsche, immer Porsche» Im Porsche Zentrum St.Gallen kümmert sich ein Team von vier Verkäufern, acht Technikern und fünf Kundendienst-, Marketing- und Ersatzteile-Spezialisten um die Premiumfahrzeuge aus Zuffenhausen. Darunter viele langjährige Mitarbeiter, die
schon am alten Standort der City-Garage St.Gallen AG an der Zürcherstrasse für Porsches zuständig waren. Dass die Fluktuation im Porsche Zentrum St.Gallen sehr niedrig ist, überrascht nicht, identifizieren sich doch die Fachleute mit «ihrer» Marke, wie es sonst bei wohl keinem anderen Automobil der Fall ist. «Einmal Porsche, immer Porsche» gilt also auch auf der Betreuerseite. Genau diese Konstanz und Nähe ist es, die auch die Kunden des Porsche Zentrums St.Gallen schätzen: Man kennt sich, man vertraut sich. Kein Wunder, darf das hiesige Zentrum Porscheenthusiasten aus der ganzen Schweiz zu seinen Kunden zählen – manch einer fährt durch die halbe Schweiz, um sich bei seinem St.Galler Betreuer gut aufgehoben zu fühlen. Die hochkarätige Kundschaft des Porsche Zentrums St.Gallen schlägt sich auch in einer eindrücklichen Zahl nieder: St.Gallen war eines der wenigen Zentren, die den exklusiven 935 ausliefern konnten – von nur 77 gebauten Stück gingen hier gar zwei Exemplare an von Porsche ausgewählte Kunden!
Die Frühlings-Events 2020 von und mit dem Porsche Zentrum St.Gallen 29.02.2020 Taycan Open Day, Porsche Zentrum St.Gallen 01.03.2020 Winterfahrtraining, Samedan GR 05.-15.03.2020 Auto-Salon, Genf 21.-22.03.2020 Auto-Show St.Gallen, Porsche Zentrum St.Gallen 28.-29.03.2020 Strassenfest Winkeln, Porsche Zentrum St.Gallen 31.03.2020 Trackday Academy für Neueinsteiger, Anneau du Rhin FRA 09.04.2020 Trackday, Hockenheim GER 28.-29.05.2020 Säntisrundfahrt, Schwägalp 09.06.2020 Besuch IWC Manufaktur, Schaffhausen
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Vorschau Unternehmertag
Wachstum und Innovation in Vaduz Die 15. Ausgabe des Unternehmertags Liechtenstein widmet sich am 5. Mai dem Thema «Wachstum und Innovation». Ivoclar-Vivadent-CEO Diego Gabathuler, Malbuner-Chef Alexander Ospelt und Elektroauto-Pionier Günther Schuh beleuchten gemeinsam mit dem Ökonomen Mathias Binswanger und dem Wirtschaftsphilosophen Anders Indset das Thema.
Muss die Wirtschaft immer weiter wachsen, um den Wohlstand auch in Liechtenstein und der Ostschweiz weiter zu sichern? Die 15. Ausgabe des Unternehmertags am Dienstag, 5. Mai, in der Spoerry-Halle Vaduz stellt diese Frage in den Mittelpunkt. Die Teilnehmer erwarten unter anderem spannende Referenten und Talkgäste sowie informative Workshops und attraktive Netzwerk-Möglichkeiten.
um grosse Visionen wie den Umstieg auf Elektromobilität zu erreichen. Alexander Ospelt ist Verwaltungsratspräsident der OspeltGruppe und wurde 2019 zum Entrepreneur Of The Year in Liechtenstein gekürt. Im Talk mit Moderatorin Mona Vetsch verrät der Unternehmer, wie die Ospelt-Gruppe (u.a. «Malbuner») mit innovativen Ideen die Lebensmittelbranche aufwirbelt.
Rektorin, Ökonom und Wirtschaftsminister Die Referenten beleuchten dabei das Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln. «Wachstum um jeden Preis kann für Liechtenstein mit seinen begrenzten räumlichen und personellen Ressourcen nicht das Ziel sein. Um jedoch langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben, sind neben den guten Rahmenbedingungen ein auf Qualität ausgerichtetes Wachstum und Innovationen unerlässlich», sagt etwa Regierungschef-Stellvertreter und Wirtschaftsminister Daniel Risch. Nach der Begrüssung durch Risch erklärt Ökonom Mathias Binswanger, warum die Volkswirtschaft aus seiner Sicht immer weiterwachsen muss, um das System am Laufen zu halten. Gleichzeitig wird er Möglichkeiten aufzeigen, wie aus dieser Spirale ausgebrochen werden kann. Anschliessend diskutiert Binswanger mit Wirtschaftsminister Daniel Risch und Universitätsrektorin Ulrike Baumöl über Vor- und Nachteile eines ungebremsten Wachstums.
Philosoph mit «neuem Betriebssystem» Zum Abschluss der Tagung betritt der norwegische Buchautor Anders Indset die Bühne. Er plädiert für ein neues «Betriebssystem» für den Kapitalismus, weil er überzeugt ist, dass ein neues und utopisches Wirtschaftsmodell notwendig sei, um aktuelle Herausforderungen wie Digitalisierung, Klimakrise und Konsumwahn zu meistern. Indset zählt zu den führenden Wirtschaftsphilosophen und ist Sparring-Partner für internationale CEOs und Politiker. Sein aktuelles Buch «Quantenwirtschaft – Was kommt nach der Digitalisierung?» ist bereits ein Bestseller. Moderiert wird der Unternehmertag wieder von Radiomoderatorin Mona Vetsch. Im Vorfeld der Tagung finden ab 11 Uhr optionale Workshops zu ausgewählten Themen statt. Die Teilnehmer erhalten dabei vertiefte Einblicke in Themen wie Firmenbewertung, Markenpositionierung, Online-Marketing, Nachfolgeregelungen in Familienunternehmen, Innovationsförderung oder Internationalisierung von Fintech-Lösungen und können sich mit Experten austauschen.
CEOs von Ivoclar Vivadent und Ospelt-Gruppe Aus unternehmerischer Sicht zeigen drei prominente Redner auf, wie Unternehmen dank neuen Innovationen wachsen und neue Geschäftsfelder erobern. Diego Gabathuler ist seit Mitte 2019 CEO des Dentalunternehmens Ivoclar Vivadent aus Schaan und erklärt, wie radikale Kundenzentrierung funktioniert. Günther Schuh ist Gründer des Elektroautobauers e.Go Mobile in Aachen. Er geht darauf ein, wie wichtig kleine Schritte sind, LEADER | Jan. / Feb. 2020
Informationen und Anmeldungen unter www.unternehmertag.li. Text: Patrick Stahl Bilder: zVg
Unternehmensspiegel Vorschau
Grosse Potenziale ausschöpfen Etablierte Unternehmen und junge Start-ups verfügen oft über ganz unterschiedliche Stärken und Schwächen, die sich aber sehr gut ergänzen können. Kooperationen können daher für alle Seiten sehr vielversprechend sein, bringen jedoch auch zahlreiche Fragen und neue Herausforderungen mit sich.
Prof. Dr. Rigo Tietz, Leiter Kompetenzzentrum Strategie und Management, IFU-FHS
Etablierte Unternehmen und junge Start-ups zeichnen sich oftmals durch sehr komplementäre Eigenschaften aus: Start-ups sind in der Regel sehr gut in der Entwicklung von innovativen Ideen und Prototypen, haben aber oftmals Schwierigkeiten bei der Vermarktung ihrer Leistungen und selten Erfahrung mit der Skalierung ihres Geschäftsmodells. Etablierten Unternehmen gelingt es hingegen zumeist nicht, radikal neue Ideen und Vorhaben in der eigenen Organisation zu entwickeln und erfolgreich umzusetzen. Allerdings verfügen sie über den Zugang zu Vertriebskanälen, finanzielle Ressourcen für die Entwicklung von Produkten und Personal mit den verschiedensten Qualifikationen. Win-win-Situation für alle Beteiligten Kooperationen zwischen etablierten Unternehmen und jungen Start-ups sind daher äusserst vielversprechend – eine mögliche Win-win-Situation für alle Beteiligten: Etablierte Unternehmen können neue Impulse erhalten, innovative Technologien kennenlernen sowie vom Wissensaustausch und Kulturtransfer profitieren. Der Nutzen für junge Start-ups kann darin liegen, einen Zugang zum Markt zu erhalten, vom vorhandenen Netzwerk zu profitieren oder aufgrund finanzieller und personeller Unterstützung weniger Risiken eingehen zu müssen. Mittlerweile haben sich in der Praxis bereits diverse Kooperationsformen und -modelle etabliert: Von der losen Kooperation über organisierte Ideenwettbewerbe und Unterstützungsprogramme bis hin zur finanziellen Beteiligung. Diese unterschiedlichen Formen haben z. B. hinsichtlich Zeithorizont und Ressourceneinsatz jeweils verschiedene Zielsetzungen und Ausprägungen. Eine zentrale Herausforderung besteht grundsätzlich darin, den passenden Partner für eine langfristige Zusammenarbeit oder ein zeitlich befristetes Vorhaben zu finden.
Sorgfältige Abstimmung der Ziele Denn der Markt für mögliche Kooperationen ist intransparent, d. h. vor allem sehr junge Start-ups sind für etablierte Unternehmen nicht sichtbar, und aus der Sicht der Start-ups sind die für ein konkretes Vorhaben jeweils richtigen Ansprechpartner in den etablierten (oftmals grösseren) Unternehmen nicht bekannt. Unklarheiten bezüglich der Zielsetzungen und unterschiedliche Unternehmenskulturen erschweren es, in einer frühen Phase das für eine Zusammenarbeit notwendige Vertrauen aufzubauen. Fazit: Kooperationen zwischen etablierten Unternehmen und jungen Start-ups können für alle Beteiligten grosse Potenziale ausschöpfen. Gleichzeitig gibt es aber zahlreiche Stolpersteine und Herausforderungen. Eine sorgfältige Abstimmung der Zielsetzungen und Auslotung möglicher Kooperationsmodelle stellen den ersten Schritt dar.
Der Unternehmensspiegel des Instituts für Unternehmensführung ist der KMU-Wirtschaftsanlass in der Ostschweiz. In diesem Jahr geht es um Kooperationen zwischen etablierten Unternehmen und Start-ups. Termine: 3. März in St.Gallen und 18. März in Teufen. Anmeldung: www.fhsg.ch/ifu-unternehmensspiegel
Text: Rigo Tietz Bild: zVg
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Vorschau Prix SVC Ostschweiz
Wer gewinnt den 9. Prix SVC Ostschweiz? Am Donnerstag, 5. März, wird in den Olmamessen St.Gallen der Prix SVC Ostschweiz vor rund 1'000 Gästen aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Kultur verliehen. Die sechs Finalisten, allesamt erfolgreiche Ostschweizer KMU, sind: Davaz Holding AG, Evatec AG, Glatz AG, Heule Werkzeug AG, Integra Biosciences Group und Zünd Systemtechnik AG.
Die Corvaglia Holding AG von Romeo Corvaglia gewann den Prix SVC Ostschweiz 2018.
Mit dem Prix SVC Ostschweiz werden vom Swiss Venture Club erfolgreiche Klein- und Mittelunternehmen der Region ausgezeichnet, die überzeugen: mit ihrer Firmenkultur, mit der Qualität der Mitarbeiter und des Managements, mit ihren Produkten und Innovationen sowie mit einem nachhaltigen Erfolgsausweis. Seit 2004 wird der Prix SVC Ostschweiz alle zwei Jahre vergeben.
Söhnen ein Weingut in Fläsch, drei Weinhandlungen und seit 2018 die Rimuss & Strada Wein AG mit insgesamt 95 Mitarbeitern. Davaz setzt vom Weinbau über die Vinifizierung bis zum Weinhandel verstärkt auf ökologische Produktion und konsequent auf höchste Qualität.
Unternehmen aus der ganzen Ostschweiz Die Expertenjury hat in einem mehrstufigen Verfahren aus einer Liste von gegen 200 Unternehmen sechs Preisträger nominiert. Zur Auswahl standen Firmen aus beiden Appenzell, Glarus, Graubünden, St.Gallen und Thurgau. Als Finalisten für den Prix SVC Ostschweiz 2020 nominiert sind (in alphabetischer Reihenfolge):
Evatec AG, Trübbach Die Evatec AG ist ein global tätiges Unternehmen, das sich auf die Entwicklung, Produktion und den Vertrieb von Hightech-Dünnfilm-Beschichtungsanlagen für den Halbleiter-, Optik- und Optoelektronik-Markt spezialisiert hat. Über 300 Ingenieure, Wissenschaftler und Supportmitarbeiter arbeiten am Hauptsitz in Trübbach, um Innovationen in den Bereichen Energieeffizienz, Connectivity & Mobility, Datenverarbeitung und Smart Sensing zu ermöglichen.
Davaz Holding AG, Fläsch Die Winzerfamilie Davaz hat sich seit 1972 konsequent vom Weingut hin zum Kompetenzzentrum für Weingenuss entwickelt. Andrea Davaz führt heute zusammen mit seinen zwei
Glatz AG, Frauenfeld Die Glatz AG, Frauenfeld, entwickelt, produziert und vertreibt weltweit qualitativ hochwertige Sonnen- und massgefertigte Grossschirme mit passendem Zubehör. Sie blickt im Jahr 2020
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Prix SVC Ostschweiz Vorschau
Zur Auswahl standen gegen 200 Firmen aus beiden Appenzell, Glarus, Graubünden, St.Gallen und Thurgau.
Andrea Davaz, Verwaltungsratspräsident Davaz Holding AG
Andreas Wälti, CEO Evatec AG
Markus Glatz, Inhaber und Verwaltungsratspräsident Glatz AG
Ulf Heule, CEO Heule Werkzeug AG
Urs Hartmann, CEO Integra Biosciences Group
Oliver Zünd, CEO Zünd Systemtechnik AG
auf eine 125-jährige Firmengeschichte zurück und gehört zu den in Europa und weltweit führenden Sonnenschirmherstellern. Das Unternehmen beschäftigt aktuell 110 Mitarbeiter.
Als Erfolgsrezept für ihr nachhaltiges Wachstum führt die Firma die konsequente Kundenorientierung und die gelebte Innovationskultur an.
Heule Werkzeug AG, Balgach Die Heule Werkzeug AG setzt seit 1961 Massstäbe in der Entwicklung und Fertigung von Werkzeugen für die vor- und rückseitige Bearbeitung von Bohrungen. Das Rheintaler Familienunternehmen mit Standort in Balgach beliefert über vier Vertriebs-Niederlassungen sowie zahlreiche Vertriebspartner alle namhaften Automobil- und Luftfahrthersteller. Heule stellt sich als technologischer Marktleader jeden Tag neuen Herausforderungen.
Zünd Systemtechnik AG, Altstätten Die Zünd Systemtechnik, Altstätten, ist ein weltweit tätiges Familienunternehmen, das sich auf die Entwicklung und Herstellung digitaler Flachbettschneidsysteme spezialisiert hat. Ihre Kunden sind gewerbliche Dienstleister und Industrieunternehmen aus der grafischen Industrie, der Verpackungsindustrie, der Textil- und Lederbranche sowie aus dem technischen Textil- und Compositemarkt. Das 1984 gegründete Unternehmen wird heute in zweiter Generation von Oliver Zünd geleitet und beschäftigt weltweit 400 Mitarbeiter, davon 210 am Hauptsitz in Altstätten.
Integra Biosciences Group, Zizers Die Integra Biosciences Group in Zizers entwickelt, fertigt und vertreibt hochqualitative Laborgeräte für das präzise Dosieren von Flüssigkeiten. Der Marktführer für elektronische Pipetten beschäftigt heute 280 Mitarbeiter und hat Niederlassungen in den USA, den Hauptmärkten von Europa, in China und Japan.
Text: Stephan Ziegler Bilder: Axel Kirchhoff, zVg
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Vorschau Prix SVC Ostschweiz
«Viel stärker wahrgenommen» Bei der Verleihung des letzten Prix SVC Ostschweiz setzte sich 2018 die Corvaglia Holding AG aus Eschlikon TG gegen fünf weitere Finalisten durch. Im Interview erinnert sich Inhaber Romeo Corvaglia an den Moment des Triumphs und erläutert, was ihm und seinem Unternehmen die Auszeichnung gebracht hat.
Romeo Corvaglia, Sie haben mit Ihrer Corvaglia Holding AG den Prix SVC 2018 gewonnen. Können Sie sich noch an den Moment erinnern, als der Sieger verkündet wurde – und was Ihnen da durch den Kopf gegangen ist? Aber sicher! Obschon ich mir fest vorgenommen hatte, die Sache ganz gelassen anzugehen, war ich – je näher das Datum rückte – immer angespannter. Als wir am Schluss nur noch zu zweit im Rennen waren, war ich irgendwie gelassener. Und dann natürlich: Freude pur! Was gab Ihrer Meinung nach den Ausschlag für den Sieg? Sie haben sich ja gegen fünf starke Finalisten durchgesetzt. Ich habe eine Werkzeugmacherlehre absolviert und mir das Unternehmertum eigentlich selbst beigebracht. Vielleicht lag es mir auch schon im Blut? Jedenfalls habe ich die Corvaglia Holding AG dann von null aufgebaut, heute sind wir internationaler Marktführer mit mehreren Alleinstellungsmerkmalen im globalen Umfeld. Wir sind, sowohl was die Technologie als auch was die Kosten angeht, absolut führend. Und das Wachstum ist noch keineswegs abgeschlossen, da gibt es noch viel Potenzial, gerade auch, was neue Materialien angeht. Und was war der Grund, dass Sie sich für den Prix SVC Ostschweiz beworben haben? «Beworben» trifft es nicht ganz richtig: Die Mitglieder der Jury des Prix SVC Ostschweiz machen jeweils Vorschläge für potenzielle Kandidaten; man kann sich also nicht selbst ins Spiel bringen. Nach einer Vorselektion wurden wir dann angefragt, ob wir Interesse an einer Teilnahme hätten. Wir hatten. Und wie haben Sie das Bewertungsprozedere in Erinnerung? Man liefert zwar etwas Zahlenmaterial ab, aber was im Vorfeld genau abläuft, bekommt man als Kandidat nicht direkt mit. In der Endphase kam dann eine grössere Delegation zu uns in die Firma. Unser CEO und ich durften je eine kurze Präsentation halten; danach gab es einen Rundgang am Hauptsitz in Eschlikon. Der Zeitrahmen war zwar knapp gehalten, sodass wir gezwungen waren, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren. Aber das war gut so, das hat auch uns viel gebracht. Manchmal sieht man ja den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr …
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Haben sich Ihre Erwartungen an die Teilnahme erfüllt? Für alle unsere Mitarbeiter, aber auch für mich persönlich war es eine Anerkennung der ausserordentlichen Leistung, die wir in den bald 30 Jahren erbracht haben. Also ein klares Ja! Was blieb, rückblickend, vom Sieg «hängen»? Ich war doch etwas erstaunt, wie viele Personen und Unternehmen auf uns zugekommen sind. Das mediale Echo war immens, und es ist uns dadurch auch gelungen, neue Partnerschaften einzugehen. Und ja, wir alle von der Corvaglia Holding AG waren doch auch stolz, dass wir dadurch so bekannt geworden sind.
«Aufmerksamkeit hilft uns bei der Rekrutierung von Mitarbeitern und Lehrlingen, aber auch im Umgang mit allen Stakeholdern.» Konnten Sie ihn auch marketingtechnisch verwerten? Ja. Unsere Kommunikationsabteilung hat das Beste daraus gemacht. Unser Unternehmen und besonders, was wir überhaupt machen, wurde in der Region dadurch viel stärker wahrgenommen. Dies hilft uns bei der Rekrutierung von Mitarbeitern und Lehrlingen, aber auch im Umgang mit allen Stakeholdern. Sie exportieren einen Grossteil Ihrer Produkte; reagieren Ihre internationalen Kunden auf eine solche Preisverleihung? Sie nehmen es zur Kenntnis, aber für sie sind die Resultate wichtiger, die wir liefern. Wie wichtig sind Auszeichnungen wie der Prix SVC für Unternehmen generell? Je lokaler ein Unternehmen tätig ist, umso mehr kann es direkt profitieren. Bei Unternehmen wie unserem, die praktisch zu 100 Prozent exportieren, geht es hauptsächlich ums Image.
Prix SVC Ostschweiz Vorschau
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Porträt
«Begeisterung für Wissen wecken» Dr. Elisabeth HuberGasperi (*1955) ist selbstständige Kunst- und Kulturvermittlerin. Als solche bietet die langjährige ehemalige ORF-Mitarbeiterin Kunstund Kulturführungen, Vorträge, Seminare, Museumspädagogik, Ausstellungseröffnungen, Kunst- und Kulturreisen an.
Elisabeth Huber-Gasperi, was reizt Sie an Ihrer unternehmerischen Tätigkeit? Mein in Salzburg, Bologna und Wien abgeschlossenes Studium der Kunstgeschichte, verschiedene Ausbildungen als Museums- und Kirchenraumpädagogin sowie als Austria Guide haben mich zu meiner aktuellen Tätigkeit als selbstständige Unternehmerin geführt. Der Kontakt mit an Kunst und Kultur interessierten Menschen und deren positive Resonanz durch die Vermittlung von Kulturgut schenkt mir pure Freude. Zeit meines Lebens sind Kunst und Kultur meine Begleiter. Ich könnte mir keine schönere Tätigkeit vorstellen! Auf welchen Meilenstein in Ihrer beruflichen Laufbahn sind Sie besonders stolz? Die Frage stellt sich für mich eher, dass ich in meinen Zuhörern Begeisterung für mehr Wissen über Kunst und Kultur erwecke und es mir gelingt, dass sie zu «Wiederholungstätern» werden. Dies sehe ich jedes Mal aufs Neue als Meilenstein in meiner Tätigkeit. Welchen Vorteil bietet für Sie das Netzwerk «Leaderinnen Ostschweiz»? Netzwerken ist das Um und Auf im Berufsleben – und als in der Schweiz verheiratete Wienerin bilden für mich die Veranstaltungen der «Leaderinnen Ostschweiz» eine absolute Horizonterweiterung. Der Slogan «Stark. Vernetzt» bürgt für deren Qualität. Ein reger Gedankenaustausch und interessante Begegnungen an den vielfältigen Veranstaltungen der «Leaderinnen Ostschweiz» stellen für mich einen unschätzbaren Wert dar und tragen zur regelmässigen Pflege des Networkings bei.
www.leaderinnenostschweiz.ch
Aber es ist doch auch schön, wenn eine Leistung auch im näheren Umfeld zur Kenntnis genommen wird. Und für eine Region? Wir Ostschweizer tendieren ja eher dazu, unser Licht etwas unter den Scheffel zu stellen. Das stimmt. Es gibt in der Ostschweiz viel mehr ganz tolle Unternehmen, als man denkt. Diese verdienen es, auf lokaler Ebene ins Rampenlicht zu kommen und tragen so automatisch zur Imagepflege unserer Region bei. So gesehen bin ich froh und dankbar, dass es solche Auszeichnungen wie den Prix SVC Ostschweiz gibt. Zum Schluss: Wo steht die Siegertrophäe heute? Gut sichtbar bei uns am Haupteingang in Eschlikon!
«Unser Unternehmen und besonders, was wir überhaupt machen, wurde in der Region dadurch viel stärker wahrgenommen.»
Corvaglia Holding AG gewinnt Prix SVC 2018 Die Plätze 2 und 3 belegen die HB-Therm AG (St.Gallen) und die Namics AG (St.Gallen). Ebenfalls in den Final geschafft hatten es die Büchi Labortechnik AG (Flawil), die MS Direct Group AG (St.Gallen) und die Uffer AG (Savognin). «Aus dem Nichts hat Romeo Corvaglia eine Firma aufgebaut, die unsere Jury in ehrfürchtiges Staunen versetzt hat. Ihm und seinem Team ist es gelungen, eine global tätige Firma aufzubauen, mit heute 300 Mitarbeitern und 18 Lehrlingen, mit hoch innovativen Produkten sowie Produktionszentren in der Schweiz, den USA und Mexiko», erklärte Jurypräsident Professor Thomas Zellweger, Direktor des Centers for Family Business an der Universität St.Gallen, in seiner Laudatio für den Sieger. Auch die achte Durchführung verfolgten rund 1000 Gäste aus Politik und Wirtschaft. Tatsächlich vertrauen weltweit Grosskonzerne auf das Corvaglia-Know-how bei Verschlusslösungen für PETFlaschen, das aus einer unscheinbaren Fabrikhalle im Hinterthurgau kommt. Das Unternehmen deckt die gesamte, vollintegrierte Prozesskette ab, von Verschlussdesign und -entwicklung über Formenbau und Verschlussproduktion bis hin zu Applikation und technischem Support.
Text: Stephan Ziegler Bilder: Thomas Hary
Rückblick
Race-Höck des Porsche Zentrums St.Gallen Am Race-Höck vom 10. Januar stellte das Porsche Zentrum St.Gallen rund 130 Interessierten die Porsche Trackday Saison, die 911er GT4 und GT2 RS Clubsport sowie den Porsche 935 vor. Mit dabei waren Motorradrennfahrer Dominique Aegerter und Rennfahrerlegende Fredy Barth. Fotografiert für den LEADER hat Thomas Hary; alle Bilder des Anlasses finden Sie unter leaderdigital.ch/galerien.
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Vorschau Prix SVC Ostschweiz
«Analytisch ermittelt und gesamthaft gewürdigt» Eine Expertenjury hat in einem mehrstufigen Verfahren unter der Leitung von Andrea Fanzun aus einer Liste von gegen 200 Unternehmen die sechs Preisträger nominiert. Im Gespräch verrät der Jurypräsident, wie man bei der Wahl des diesjährgien Gewinners – und der Jurymitglieder – vorgegangen ist.
Andrea Fanzun, Sie leiten die zwölfköpfige Expertenjury des Prix SVC Ostschweiz. Aufgrund welcher Kriterien wurde diese zusammengestellt? Neue Mitglieder werden nach dem Berufungsverfahren rekrutiert. Wichtige Kriterien sind der Leistungsausweis des Kandidaten, sein berufliches Netzwerk und sein Leumund. Die Jury soll ausgeglichen sein bezüglich regionaler Vertretung und Geschlecht. In der Juryarbeit muss das Team kollegial und im gegenseitigen Vertrauen funktionieren können, ergo darf das Persönliche nicht unterschätzt werden. Die Auswahl der Kandidaten wird von der Jury übernommen, die Unternehmen können sich nicht für eine Nomination bewerben. Wie gehen Sie bei der Auswahl vor? Die Tatsache, dass sich Unternehmen nicht bewerben können, sondern portiert werden, ist der bedeutende Unterschied zu
«Wenn Sie als Unternehmer Unternehmen beurteilen dürfen, sind es schlussendlich die Menschen, die beeindrucken.» den meisten andern Unternehmerpreisen. Das Teilnehmerfeld besteht ergo nicht aus Unternehmen, die sich einen Sieg erhoffen, sondern aus Unternehmen, denen man einen Sieg zutraut. Das Verfahren ist dreistufig aufgebaut: In einem ersten Schritt stellen die Mitglieder in der Jury ohne Kontaktaufnahme knapp 200 Unternehmen vor. Die Jury wählt daraus 20 potenzielle Finalisten. Im zweiten Schritt wird mit den Unternehmen Kontakt aufgenommen und eine detailliertere Analyse des Unternehmens vorgenommen. Aus den 20 werden die sechs Finalisten gewählt. Schlussendlich besucht die gesamte Jury die Finalisten an ihren Unternehmensstandorten. Im Anschluss daran wird umgehend die Rangierung vorgenommen der Selektionsprozess abgeschlossen. LEADER | Jan. / Feb. 2020
Und wie bei der Bewertung, wie sieht dieses Verfahren aus? In der Bewertung beurteilt die Jury einen Strauss von Kriterien wie Alleinstellungsmerkmal, Leistungsausweis, geschaffene Arbeitsplätze, Attraktivität der Branche, Führungskompetenz, regionaler Beitrag oder kommerzieller Erfolg. Die Rangierung erfolgt in den ersten Phasen global, während gegen Schluss das Resultat analytisch ermittelt und in der Jury gesamthaft gewürdigt wird. Kommen bei der Bewertung rein wirtschaftliche Faktoren zum Tragen oder achten Sie auch auf eine gewisse regionale Verteilung? Die regionale Verteilung spielt in der ersten Phase eine Rolle, indem potenzielle Kandidaten aus jeder Region in den Prozess eingebracht werden. Im weiteren Verlauf liegt das Schwergewicht klar auf den beschriebenen Kriterien. Das kann dazu führen, dass in einem Jahr mehrere Finalisten aus einer Region stammen. Und wie haben Sie den Juryprozess zum aktuellen Prix SVC Ostschweiz erlebt? Einmal mehr eine Mischung aus kollegialer Zusammenarbeit, einen gewissen Erfolgsanspruch bei den Paten der Unternehmen und einem intensiven Meinungsaustausch in der Selektion – am Schluss aber mit einem breit abgestützten Resultat. Das Endergebnis macht angesichts des hervorragenden Niveaus der nominierten Unternehmen grosse Freude und ist ein weiterer Beweis der Konkurrenzfähigkeit unserer Wirtschaftsregion! Gibt es beim Bewertungsprozess jeweils auch Anpassungen, oder sieht der seit Anbeginn genau gleich aus? Nach dem Juryprozess ist vor dem Juryprozess: Unmittelbar nach der Preisverleihung bespricht die Jury im Debriefing den erlebten Prozess. Erkanntes Optimierungspotenzial kann so in der nächsten Durchführung gleich angewendet werden. Was war für Sie persönlich der Grund, sich in der Jury zu engagieren? Die Jurytätigkeit schafft Einblicke in Topunternehmen unserer Region. Die gespürte Motivation in den Unternehmen, sich während des Jurybesuchs von ihrer besten Seite zeigen zu
Prix SVC Ostschweiz Vorschau
Jurypräsident Andrea Fanzun:
Einblicke in Topunternehmen unserer Region.
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Vorschau Prix SVC Ostschweiz
«Das Teilnehmerfeld besteht nicht aus Unternehmen, die sich einen Sieg erhoffen, sondern aus Unternehmen, denen man einen Sieg zutraut.»
Andrea Fanzun (55) ist Partner und Vorsitzender der Geschäftsleitung der Fanzun AG, Architekten Ingenieure, Berater. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Chur und weiteren Standorten im Engadin, in Zürich, St.Gallen und Bern beschäftigt gut 80 Mitarbeiter und kann als Generalplaner auf über 50 Jahre Erfahrung im Bauwesen zählen. Fanzun ist verheiratet und hat zwei erwachsene Söhne in Ausbildung. Neben Fanzun sitzen Gian Bazzi, Generalagent/Inhaber die Mobiliar Generalagentur St.Gallen, Christine Bolt, Leiterin Lesermarkt/stv. Leitung St.Galler Tagblatt AG, Reto Freitag, Sales Director East Enterprise Sales & Services Swisscom (Schweiz) AG, Prof. Dr. Isabella Hatak, KMU-HSG, Ordentliche Professorin, Lehrstuhlvertretung für KMU-Management, Ruth Metzler-Arnold, VR-Präsidentin Switzerland Global Enterprise/VR u. a. AXA Winterthur, Bühler AG/Universitätsrätin HSG/Stiftungsrätin Avenir Suisse, Peter Schütz, Inhaber Letrona AG, Christian Sieber, CEO/Mitinhaber Sieber Transport AG, Esther von Ziegler, VR/Mitinhaberin azinova group AG, Christoph Zeller, Leiter KMU Region Ostschweiz Credit Suisse (Schweiz) AG, Iwan Zimmermann, Associate Partner, Audit Services, Leiter Region Ostschweiz/ Liechtenstein Ernst & Young AG und Reto Zürcher, CEO/ Mitinhaber HB-Therm AG in der Expertenjury des Prix SVC Ostschweiz 2020.
Text: Stephan Ziegler Bilder: Thomas Hary
wollen, ist immer beeindruckend und inspirierend. Die Beurteilung der eingeholten und erhaltenen Informationen in einer Jury aus durchwegs interessanten Persönlichkeiten ist ein weiterer Grund, sich dafür zu engagieren. Schlussendlich gibt es immer wieder Erkenntnisse, die ich in unser Unternehmen mitnehmen und dieses auch weiterbringen kann. Wenn Sie auf Ihre Jurytätigkeit zurückblicken: Gibt es ein Unternehmen, das Sie ganz besonders beeindruckt hat? Wenn Sie als Unternehmer Unternehmen beurteilen dürfen, sind es schlussendlich die Menschen, die beeindrucken: die Vision und der Glaube an den Erfolg des Unternehmers, die zielorientierte Führung des Managements, die Kompetenz und die Loyalität der Mitarbeitenden. In diesem Umfeld sind Spitzenleistungen möglich und aus guten werden hervorragende Unternehmen. Sind die Entscheide der Jury in der Regel eindeutig oder gibt es auch Fälle, in denen intensiv diskutiert oder gar gestritten wird? In der Jurytätigkeit wird nach den erwähnten Kriterien beurteilt. Die Diskussionen sind intensiv. Wenn das numerische Resultat vorliegt, beurteilt die Jury gemeinsam, ob dieses Resultat auch richtig ist oder allenfalls überarbeitet werden muss. Der ganze Prozess kann zwar lange dauern, ich habe aber noch nie einen Streit erlebt. Zum Schluss: Sie wissen bereits, wer den Prix SVC Ostschweiz 2020 gewinnt. War der Sieger auch Ihr Favorit? Zwischen Jurierung und Preisverleihung vergehen knapp drei Monate. Erklärtes Ziel ist es jeweils, die Sieger wirklich erst auf der Bühne in der Olma bekannt geben zu können. Und nie soll der Juryprozess publiziert werden. Deshalb ist meine persönliche Meinung auch nicht relevant. Ich halte es deshalb vielmehr mit der olympischen Tradition und spreche vom «best winner ever».
Rückblick
IHK Business Outlook 2020 Am IHK Business Outlook im St.Galler Pfalzkeller sprachen am 10. Februar Bundesrat Ignazio Cassis, HSG-Professor Christoph Frei, Bühler-CEO Stefan Scheiber, Stadler-Verwaltungsratspräsident Peter Spuhler und Ständerat Benedikt Würth. Fotografiert für den LEADER hat Thomas Hary; alle Bilder finden Sie unter leaderdigital.ch/galerien
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Schlusspunkt
Justitia
Ein Pädophiler wird zu 4,5 Jahren Haft wegen sexuellen Handlungen mit Kindern verurteilt. Seinen Namen behält das «Tagblatt» für sich. Ein Anwalt wird zu 10'000 Franken Busse verurteilt. Seinen Namen erwähnt die Zeitung gefühlte hundert Mal.
Was ist Recht – und was ist richtig? Nehmen wir zwei aktuelle Beispiele aus der Ostschweiz: Ein bekannter St.Galler Anwalt wird wegen (zu) hoher Honorarforderungen von der Anwaltskammer mit 10'000 Franken gebüsst. Überzeugt, richtig gehandelt zu haben, zieht er das Urteil weiter, doch das Kantons- und das Bundesgericht bestätigen das Urteil. Die Gerichte haben Recht gesprochen.
Magazin LEADER MetroComm AG Bahnhofstrasse 8 Postfach 1235 9001 St.Gallen Telefon 071 272 80 50 Fax 071 272 80 51 leader@metrocomm.ch www.leaderdigital.ch
Verleger:
Praktisch gleichzeitig wird ein «Ich habe nichts gegen ehemaliger KitaKlassenjustiz; mir gefällt Mitarbeiter wegen sexuellen Handnur die Klasse nicht, lungen mit Kindern und mehrfacher die sie macht.» Pornografie vom Kurt Tucholsky (1890-1935), St.Galler Kreisgedeutscher Autor. richt zu viereinhalb Jahren Haft, einer stationären Therapie und einer Busse von insgesamt 6600 Franken verurteilt. Das Gericht hat Recht gesprochen, Staatsanwaltschaft und Verteidigung haben das Urteil akzeptiert. Beide Urteile sind also rechtskräftig. Ist es nun richtig, dass das «Tagblatt» den Anwalt mit rund einem Dutzend Artikel an den Pranger stellt, mit vollem Namen und mit Bild? Ist es gerecht, dass der Kinderschänder in den Medien Anonymität geniessen darf, während der Anwalt diesen Täterschutz nicht bekommt? Der Schweizer Presserat fordert in seiner «Erklärung der Pflichten und Rechte der Journalisten», dass Medienschaffende die Privatsphäre von Personen zu respektieren haben, sofern «das öffentliche Interesse» nicht das Gegenteil verlange. Wo ist das öffentliche Interesse nun höher zu bewerten – bei einem Anwalt, der mit seiner Klientin vor Arbeitsbeginn auf ihren Wunsch hin einen Deal ausgehandelt hat und so ein zugegebenermassen sattes (Erfolgs-) Honorar garniert? Oder bei einem Pädophilen, der irgendwann wieder auf die Öffentlichkeit losgelassen wird? Ich persönlich möchte meine Sprösslinge, wenn ich denn welche hätte, nicht unbedingt unter den Fittichen eines verurteilten Kinderschänders wissen. Als Elternteil habe ich allerdings keine Chance zu wissen, ob der Erzieher meiner Kinder nicht vielleicht ein Pädophiler sein könnte. Denn solche Namen zirkulieren nicht. Sexualstraftäter sind offenbar von weniger grossem öffentlichen Interesse als fehlbare Anwälte. Zumindest für die Medien.
Stephan Ziegler LEADER-Chefredaktor
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Natal Schnetzer
Chefredaktor: Stephan Ziegler, Dr. phil. I sziegler@metrocomm.ch Autoren :
Philipp Landmark, Marion Loher, Tanja Millius, Patrick Stämpfli, Stephan Ziegler, Martin Sinzig, Julia Frischknecht, Rigo Tietz, Christoph Lanter, Patrick Stahl, Barbara Gysi, Michael Götte, Werner Krüsi, Sven Bradke, Walter Locher, Roland Rino Büchel, Rolf Brunner
Fotografie:
Thomas Hary, Hannes Thalmann, Axel Kirchhoff, 123rf.com, zVgg
Herausgeberin, MetroComm AG Redaktion Bahnhofstrasse 8 und Verlag: 9001 St. Gallen Tel. 071 272 80 50 Fax 071 272 80 51 www.leaderdigital.ch www.metrocomm.ch leader@metrocomm.ch Geschäftsleitung: Natal Schnetzer nschnetzer@metrocomm.ch Verlags- und Oliver Iten Anzeigenleitung: oiten@metrocomm.ch Marketingservice/ Fabienne Schnetzer Aboverwaltung: info@metrocomm.ch Abopreis:
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Erscheinung: Der LEADER erscheint 9 x jährlich mit Ausgaben Januar/Februar, März, April, Mai, Juni, August, September, Oktober, November/Dezember, zusätzlich 9 Special-Ausgaben Gestaltung/Satz: MetroComm AG Produktion: Ostschweiz Druck AG, Wittenbach LEADER ist ein beim Institut für geistiges Eigentum eingetragenes Markenzeichen. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlages. Für unverlangt eingesandte Manuskripte übernimmt der Verlag keine Haftung.
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