„Dieser Sommer lädt ein, langsamer zu werden –und dabei mehr zu entdecken. Genau das wollten wir mit dieser Ausgabe einfangen: die Lust am Reisen, am Genießen und am bewussten Erleben.“
IN DIESER AUSGABE
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Genusstrends 2026 Cocktails, die nach Sommer schmecken Drei Trenddrinks, die diese Saison in keinem Glas fehlen dürfen.
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Die Stadt als Wildnis Warum immer mehr Menschen ihre eigene Stadt zu Fuß entdecken – und dabei völlig neue Welten finden.
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Die schönsten Ziele & Events im Überblick Von Hannover bis Erding: Die besten Destinationen und Veranstaltungen des Sommers auf einen Blick.
Yvonne Bauer (Senior Project Manager) Henriette Schröder (Managing Director), Philipp C olaço (Director Business Development), Lea Hartmann (Head of Design), Cover Hannes Becker
Mediaplanet-Kontakt: de.redaktion@mediaplanet.com
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DEUTSCHLAND IST VOLLER abwechslungsreicher REISEZIELE
Mit fast 500 Millionen Übernachtungen von Gästen aus dem In- und Ausland hat der Deutschlandtourismus 2025 das beste Ergebnis seiner Geschichte erzielt. Deutschland ist voller abwechslungsreicher Reiseziele – von den Küsten im Norden bis zu den Alpen im Süden, von lebendigen Städten bis zu stillen Naturregionen. Wer hier unterwegs ist, entdeckt nicht nur Landschaften und Orte, sondern auch die Reisegewohnheiten eines Landes, in dem das Bedürfnis nach Erholung, Inspiration und bewussten Erlebnissen stetig wächst.
Dabei rückt ein Thema zunehmend in den Mittelpunkt: nachhaltiges Reisen. Immer mehr Menschen möchten ihren Urlaub so gestalten, dass Natur, Kultur und regionale Strukturen erhalten bleiben. Deutschland bietet dafür viele Möglichkeiten – kurze Wege, eine gut ausge baute Infrastruktur und zahlreiche Angebote, die regionale Wertschöpfung stärken und zugleich authentische Einblicke in Landschaften, Traditionen und Lebensweisen ermöglichen. Nachhaltigkeit bedeutet dabei nicht nur umweltfreundliche Mobilität oder ressourcenschonende Unterkünfte, sondern auch, Orte respektvoll zu erleben und regionale Angebote bewusst zu nutzen.
Eine Reise durch Deutschland ist dabei immer auch eine kulinarische Reise. Jede Region hat ihre eigenen Spezialitäten, ihre Traditionen und ihre Geschichten. Was in Hamburg das Franzbrötchen ist, kann im Süden die frisch gebackene Laugenbrezel sein – und dazwischen liegt eine beeindruckende Vielfalt regionaler Küche, die eng mit Landschaft, Handwerk und Kultur verbunden ist. Regionale Produkte, saisonale Zutaten und traditionelle Rezepte prägen vielerorts das gastronomische Angebot und machen Genuss zu einem wichtigen Teil des Reiseerlebnisses.
“Jede Region hat ihre eigenen Spezialitäten, ihre Traditionen und ihre Geschichten.“
Norbert Kunz Geschäftsführer Deutscher Tourismusverband e. V.
Gleichzeitig verändert sich die Art, wie wir Reiseziele entdecken. Museen und kulturelle Einrichtungen entwickeln neue, immersive Formate, historische Orte werden lebendig erzählt, und Veranstaltungen ziehen Besucherinnen und Besucher gezielt in Regionen. Eventtourismus – von Festivals über kulturelle Highlights bis hin zu besonderen Ausstellungen – schafft zusätzliche Anlässe, Deutschland neu zu entdecken und bekannte Orte aus einer anderen Perspektive zu erleben. Reisen wird damit immer stärker zu einer Kombination aus Erlebnis, Begegnung und Inspiration.
Diese Publikation lädt dazu ein, Deutschland aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu entdecken: durch besondere Orte, inspirierende Veranstaltungen und regionale Genüsse.
WEITERE Informationen
FINDEN SIE UNTER www.deutschertourismusverband.de
Text Norbert Kunz
KULINARISCHE ERLEBNISWELTEN:
Warum Geschmack mehr ist als ein Rezept
Von Italien bis Südkorea: Koch, Gastronom und Autor Alexander Herrmann (Instagram: @alexander_herrmann_offiziell) entdeckt weltweit neue Geschmackserlebnisse. Im Interview berichtet er, was ihn dabei besonders überrascht hat, und wie unterschiedlich Esskulturen funktionieren können.
Text Christine Thaler
Wie lässt sich das Gefühl eines Urlaubs kulinarisch nach Hause holen?
Ich glaube, man muss sich bewusst machen, dass man ein echtes Urlaubsgefühl nie eins zu eins nach Hause holen kann – dafür ist die Atmosphäre vor Ort einfach zu prägend. Das ist wie mit einem Wein, der am Meer fantastisch schmeckt und zu Hause plötzlich ganz anders wirkt. Trotzdem kann man mit bestimmten „Aromaankern“ arbeiten: In Thailand sind das für mich Limette, Schärfe, Kaffir-Limette, Koriander und Knoblauch. Im mediterranen Raum dagegen Olivenöl, Tomaten, Knoblauch und Kräuter wie Basilikum oder Estragon. Diese Zutaten geben sofort eine klare Richtung und holen zumindest ein Stück Erinnerung zurück.
Gab es auf Ihren Reisen zuletzt kulinarische Entdeckungen, die Sie besonders überrascht haben?
Ja, zuletzt war ich in Südkorea – und das hat mich wirklich überrascht. Dort wird Essen ganz anders gedacht: Der Fokus liegt zuerst auf der Konsistenz und erst danach auf dem Geschmack. Für uns im Westen ist das genau umgekehrt. Dinge wie Hühnerfüße, die bei uns eher befremdlich wirken, sind dort ein beliebtes Streetfood, gerade wegen ihrer Textur. Das zeigt, wie unterschiedlich Esskulturen funktionieren und wie sehr Wahrnehmung auch geprägt ist.
Welche kulinarischen Erinnerungen bleiben Ihnen besonders im Gedächtnis?
Das sind meist sehr einfache, aber intensive Momente. Ich erinnere mich an ein Mittagessen in Italien vor fast 30 Jahren, bei dem mir einfach ein Glas Rotwein mit einigen Scheiben frisch gehobeltem schwarzen Trüffel serviert wurde – eine Kombination, die ich nie vergessen habe.
Was macht für Sie einen Ort zu einem kulinarischen Lieblingsort?
Für mich ist es ganz klar die Vielfalt. Eine Küche wird dann spannend, wenn sie unterschiedliche Zutaten, Techniken und Aromen vereint. Es geht nicht nur um Fisch oder Fleisch, sondern um das Zusammenspiel, um Gewürze, Kräuter und Zubereitungsarten. Küchen, die sehr eindimensional sind, wirken schnell auserzählt. Vielfalt hingegen macht neugierig und sorgt dafür, dass man immer wieder Neues entdecken kann.
“Wenn man etwas direkt vom Feld oder vom Baum isst, schmeckt man das sofort.“
Alexander Herrmann
Koch, Gastronom, Fernsehkoch, Kochbuchautor
Welche Küchen gehören zu Ihren persönlichen Favoriten?
Ich würde sagen, drei bis vier Küchen begleiten mich besonders: Die mediterrane Küche, vor allem Südfrankreich und Italien, ist für mich emotional sehr stark verankert. Dann die nordische Küche mit ihrer Klarheit und kühlen Säure. Außerdem die thailändische Küche, die für Wärme, Schärfe und enorme Aromendichte steht. Und auch Japan fasziniert mich – durch Reduktion, Präzision und die Tiefe, die durch Techniken wie Fermentation entsteht.
Welche kulinarischen Reiseziele stehen noch auf Ihrer Wunschliste?
Mich reizt besonders Osaka in Japan. Viele sagen, die Stadt sei offener und zugänglicher als Tokio und habe eine unglaublich lebendige Esskultur. Ich würde dort gerne Märkte besuchen, vielleicht auch einen Fischmarkt, um die besondere Wertschätzung für Qualität und Produkte hautnah zu erleben. Gleichzeitig interessiert mich auch immer, wie sich Tourismus auf die Esskultur auswirkt –denn das spürt man in vielen Städten inzwischen deutlich.
SOMMER Erfrischung IM GLAS
Oder an ein Erlebnis in den Bergen, wo als Dessert einfach ein Apfel gereicht wurde, den man sich am Tisch geteilt hat. Diese Klarheit und Reduktion können unglaublich beeindruckend sein. Gleichzeitig gibt es auch die ganz großen Erlebnisse, etwa in der Spitzengastronomie in Frankreich, wo ungewöhnliche Kombinationen völlig neue Geschmacksebenen eröffnen. Für mich sind außerdem Food Markets beim Reisen entscheidend: Sie sind das Herz einer Region: Dort sieht man, was wirklich gegessen wird, welche Produkte wichtig sind und wie die Menschen damit umgehen. Streetfood spielt dabei eine große Rolle, weil es oft sehr reduziert ist und genau das zeigt, was eine Küche ausmacht – direkt, ehrlich und ohne viel Inszenierung.
Wie verändert Frische den Geschmack beim Kochen? Frische ist für mich einer der wichtigsten Faktoren überhaupt. Wenn man etwas direkt vom Feld oder vom Baum isst, schmeckt man das sofort – diese Intensität geht durch Kühlung oft verloren. Ich denke da zum Beispiel an Feigen: Frisch gepflückt sind sie unglaublich aromatisch, im Kühlschrank verlieren sie schnell einen großen Teil ihres Geschmacks. Ähnlich ist es bei Tomaten. Kühlung hat uns zwar ganzjährig verfügbare Lebensmittel gebracht, aber geschmacklich ist das Frischeprodukt unschlagbar – da steckt einfach noch die „Sonne“ drin.
GIBT ES AUF INSTAGRAM! @alexander_herrmann_offiziell
WÜRZIG TRIFFT SOMMERLICH
Birnen im Glas
5 cl Birnenschnaps · 2 cl frischer Zitronensaft · 1,5 cl Ingwersirup · 10 cl Ginger Beer · Eiswürfel. Schnaps, Zitronensaft und Sirup mit Eis shaken, in ein Highball-Glas abseihen, mit Ginger Beer auffüllen. Birnenscheibe als Garnitur.
Spicy Margarita
SCHÄRFE TRIFFT ZITRUS
5 cl Jalapeño-Tequila · 2 cl frischer Limettensaft · 1 cl Agavensirup · Tajín-Salzrand · Eiswürfel. Alle Zutaten shaken, in ein Glas mit Tajín-Rand abseihen.
Aperol Smash
FRUCHTIG & KRÄUTRIG
4 cl Aperol · 2 cl frischer Orangensaft · Basilikumoder Thymianzweig · Crushed Ice · Spritzer Soda. Kräuter im Glas leicht andrücken, Aperol und Saft dazugeben, mit Crushed Ice auffüllen.
Botanical Spritz
NON-ALCOHOLIC
5 cl botanisches Destillat (z. B. Seedlip Spice) · Tonic Water · frische Kräuter (Rosmarin, Thymian) · Zitronenscheibe · Eiswürfel. Destillat über Eis in ein Weinglas geben, mit Tonic Water auffüllen, Kräuter und Zitrone als Garnitur.
PRICKELN, PAUSE, PERFETTO
DREI REZEPTE FÜR DEN perfekten STRANDTAG
Ob klassisch, fruchtig oder kräutrig – für jeden Strandtag gibt es den richtigen Spritz. Diese drei Varianten sind einfach zuzubereiten, und alle haben eines gemeinsam: Sie schmecken draußen am besten.
Aperol Spritz Solare DER KLASSIKER
Für alle, die wissen, was sie mögen. Frisch, leicht bitter, mit sattem Orange-Ton und dieser unverwechselbaren Farbe, die aussieht wie der Sommer selbst.
Zubereitung Eis ins Glas, Prosecco zuerst, dann Aperol, einen Spritzer Soda dazu. Orangenscheibe an den Rand. Nicht rühren –kurz schwenken, fertig.
Tipp: Das Glas vorher kurz ins Gefrierfach –macht den Unterschied
Limoncello Spritz DER SOMMERLICHE
Frisch, süffig, südlich. Dieser Spritz riecht nach Amalfi und schmeckt, als wäre der Zitronenbaum direkt neben dem Liegestuhl.
Warum ein guter Spritz am Strand mehr als ein Getränk ist – und wie man ihn richtig trinkt
Es gibt diesen Moment am Strand, kurz nach dem ersten Bad. Das Salz trocknet auf der Haut, die Sonne hängt noch hoch, und irgendwo klingt Musik aus einem kleinen Lautsprecher. Man sinkt in den Liegestuhl – und dann kommt das Glas. Gefüllt mit Eis, mit Prosecco, mit einem Hauch Bitter und viel Prickeln. Der erste Schluck schmeckt nach Sommer. Nach genau diesem Sommer. Nach diesem Nachmittag.
“Die Italiener nennen es dolce far niente –die süße Kunst, nichts zu tun. “
Der Spritz ist längst mehr als ein Trend. Er ist eine Haltung. Ein Signal, das sagt: Ich bin angekommen. Ich mache jetzt nichts mehr. Ich genieße. Kein anderes Getränk hat diese Funktion so perfekt übernommen – von den Strandclubs an der Adria bis zu den Strandkorbzeilen an der Ostsee, von Ibiza bis Usedom. Das Prickeln im Glas
ist international. Und es ist, mit den richtigen Zutaten, eine kleine Kunst.
Die Kunst des perfekten Spritz Was einen guten Spritz ausmacht, ist weniger kompliziert als man denkt – und gleichzeitig präziser, als viele ahnen. Die Basis muss stimmen. Guter Prosecco, kühl, mit feiner Perlage, ist das Fundament. Dazu kommt ein Bitter oder Likör, der Tiefe und Charakter gibt. Und dann: Soda, Eis, eine Garnitur – und Geduld. Nicht rühren, nur kurz schwenken. Das Glas soll sich entfalten, nicht aufgeweckt werden.
Die Garnitur ist kein Dekor. Eine Scheibe Orange, ein Zweig Rosmarin, ein Stängel Basilikum – das verändert den Geruchseindruck und damit den Geschmack. Der erste Schluck beginnt immer mit der Nase. Wer das versteht, trinkt besser. Wer das am Strand versteht, trinkt am besten.
Das Glas als Pause
Ein Spritz am Strand ist kein Luxus. Er ist eine Entscheidung. Die Entscheidung, kurz nichts anderes zu sein als jemand, dem es gut geht. Kein Checklist-Urlauber, kein To-do-Abarbeiter, kein Optimierer. Einfach jemand, der sitzt. Der prickeln hört. Der die Sonne auf der Haut spürt und denkt: So soll es bleiben.
Die Italiener nennen diesen Zustand „dolce far niente“ –die süße Kunst, nichts zu tun. Kein anderes Land hat es so zur Kulturform erhoben. Kein anderes Getränk symbolisiert es so treffend wie der Spritz. Prickelnd, leicht, offen für den Moment. Auf einen guten Sommer. Auf das Prickeln im Glas. Auf den Moment danach.
Zubereitung: Eis und Minze ins Glas, Rosé-Prosecco eingießen, Holunderlikör langsam dazugeben, mit Soda vollenden. Limettenspalte ausdrücken und ins Glas geben.
Tipp: Essbarer Lavendel als Garnitur macht ihn auch optisch unschlagbar.
Text Katharina Steinl
WO STILLE LAUT WIRD: DIE Faszination
nordischer Landschaften NEU ENTDECKT
Für Hannes Becker (@hannes_becker) ist der Norden weit mehr als nur ein Reiseziel – er ist ein Gefühl. Der Outdoor-Fotograf zeigt, warum raue Landschaften und kühle Temperaturen heute eine besondere Anziehungskraft haben. Seine Perspektive eröffnet einen neuen Blick auf modernes Reisen.
Reisen in nördliche Regionen Europas wirken derzeit auf viele Menschen besonders attraktiv. Woran liegt es Ihrer Meinung nach, dass gerade rauere Landschaften, Weite und kühleres Klima so eine starke Sehnsucht auslösen?
Ich glaube, das hat viel mit einem grundlegenden Wandel im Reiseverhalten zu tun. Ich selbst war noch nie der klassische Urlaubstyp, der sich einfach eine Woche an den Strand legt, um möglichst wenig zu tun – auch wenn ich absolut verstehen kann, dass genau das für viele Menschen Erholung bedeutet. Bei mir war Reisen immer eher mit Bewegung, mit Entdecken und mit einem gewissen Drang nach draußen verbunden. Und ich habe das Gefühl, dass sich dieses Bedürfnis inzwischen bei vielen verändert hat. Menschen wollen heute oft mehr als nur abschalten – sie wollen etwas erleben, etwas fühlen, vielleicht sogar sich selbst ein Stück weit neu begegnen. Social Media spielt dabei sicherlich eine Rolle, weil es uns ständig Orte zeigt, die fernab vom klassischen Massentourismus liegen und eine ganz andere Ästhetik vermitteln.
Gleichzeitig hat sich gerade in den letzten Jahren auch das Bewusstsein vieler verändert. Themen wie Nachhaltigkeit, Achtsamkeit oder bewusster Konsum spiegeln sich auch im Reisen wider. Der Norden steht dabei fast sinnbildlich für
durch Komfort entsteht, sondern durch Reduktion. Man ist draußen, den Elementen ausgesetzt, und genau das macht es so intensiv. Ich glaube auch, dass viele Menschen heute bewusst Orte suchen, an denen sie sich ein Stück weit „verlieren“ können – im positiven Sinne. Orte, die nicht durchgetaktet sind, die Raum lassen für eigene Gedanken. Und genau das findet man im Norden sehr häufig.
Ihre Fotos zeigen oft minimalis tische Landschaften mit viel Raum, Licht und Ruhe. Was unterscheidet die Bildsprache dieser Regionen von klassischen Postkartenmotiven aus südlichen Urlaubsdestinationen? Für mich ist es vor allem die Kombination aus Licht, Wetter und Landschaft, die diese Regionen so faszinierend macht. Das Licht im Norden ist oft unglaublich weich und gleichzeitig sehr vielschichtig. Es verändert sich schnell, ist nie statisch und schafft dadurch ständig neue Situationen. Während man in südlicheren Regionen oft sehr klare, harte Lichtverhältnisse hat, ist es im Norden eher ein Spiel aus Nuancen. Wolken, Nebel, Regen oder Schnee wirken wie ein natürlicher Filter, der Szenen verändert und ihnen Tiefe
Was viele dabei unterschätzen: Diese Art der Fotografie erfordert sehr viel Geduld. Man ist oft stundenlang draußen, ohne zu wissen, ob sich die Situation überhaupt so entwickelt, wie man es sich erhofft. Es gibt Tage, an denen man mit keinem einzigen Bild zurückkommt – und dann gibt es diese Momente, in denen plötzlich alles zusammenpasst. Diese Ungewissheit gehört für mich dazu. Sie macht den Prozess intensiver und die Ergebnisse am Ende auch wertvoller.
“Für mich ist es vor allem die Kombination aus Licht, Wetter und Landschaft, die diese Regionen so faszinierend macht.“
Wie hat sich Ihr Blick auf Reisen und Fotografie im Laufe der Jahre verändert?
Am Anfang war ich sehr stark auf Ergebnisse fokussiert. Ich hatte bestimmte Bilder im Kopf und wollte diese möglichst genau umsetzen. Das war auch eine wichtige Phase, um ein Verständnis für Komposition, Licht und Technik zu entwickeln. Mit der Zeit hat sich mein Blick aber deutlich verändert. Heute ist der Weg für mich wichtiger als das Ergebnis. Ich nehme mir bewusst mehr Zeit, bleibe länger an einem Ort und versuche, ihn wirklich zu erleben – nicht nur durch die Kamera, sondern auch ohne sie. Ich beobachte viel mehr, lasse Dinge auf mich wirken und versuche, ein Gefühl für die Umgebung zu entwickeln. Dadurch entstehen Bilder, die weniger geplant sind, aber oft eine stärkere emotionale Ebene haben. Ich glaube, das ist ein Prozess, den viele durchlaufen – weg vom reinen „Sammeln“ von Bildern hin zu einem tieferen Verständnis für Orte und Momente. Es geht weniger um Quantität und mehr um Qualität, weniger um Perfektion und mehr um Authentizität.
Social Media kann Orte innerhalb kürzester Zeit weltbekannt machen. Wie reflektieren Sie als Fotograf die Verantwortung, die mit dieser Reichweite einhergeht? Es ist ein sehr ambivalentes Thema. Auf der einen Seite hat Social Media mir unglaublich viele Möglichkeiten eröffnet. Ich kann meine Arbeit zeigen, Menschen erreichen und mich mit anderen Kreativen austauschen.
Auf der anderen Seite bringt es aber auch einen gewissen Druck mit sich. Man ist ständig mit neuen, beeindruckenden Bildern konfrontiert, und es entsteht schnell das Gefühl, mithalten zu müssen oder sich sogar übertreffen zu müssen. Ich habe für mich gelernt, da bewusst Abstand zu nehmen. Es ist wichtig, sich nicht zu sehr von äußeren Erwartungen leiten zu lassen. Wenn man anfängt, nur noch für
REISEÜBELKEIT
Übelkeit, Erbrechen – für viele Urlauber lästige aber typische Begleiter bei Reisen im Auto, Flugzeug oder Schiff. Dagegen hilft das SEA-BAND Akupressur-Band. Schnell, zuverlässig, meist innerhalb weniger Minuten und ganz ohne Nebenwirkungen.
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Text Christine Thaler
Viele Menschen sehnen sich nach „authentischen“ Reiseerlebnissen. Was bedeutet das für Sie persönlich?
Authentizität bedeutet für mich vor allem, sich wirklich auf einen Ort einzulassen. Das heißt auch, sich Zeit zu nehmen und nicht zu versuchen, möglichst viel in möglichst kurzer Zeit zu erleben. Es bedeutet, sich auf das einzulassen, was vor Ort passiert – auch wenn es nicht dem ursprünglichen Plan entspricht. Gerade im Norden spielt das Wetter eine enorme Rolle, und es zwingt einen oft dazu, flexibel zu sein. Ich finde, genau darin liegt der Reiz. Die besten Erlebnisse sind oft die, die man nicht planen kann. Wenn man sich darauf einlässt, entsteht eine ganz andere Verbindung zu einem Ort.
Millionen Menschen fotografieren heute mit dem Smartphone. Was sind aus Ihrer Sicht drei einfache Dinge, die jeder Reisende beachten kann, um bessere Bilder mit nach Hause zu bringen?
Ein wichtiger Punkt ist, die eigenen Erwartungen zu hinterfragen. Viele Bilder, die man online sieht, entstehen unter sehr spezifischen Bedingungen und sind oft das Ergebnis von viel Vorbereitung und Geduld. Man sollte sich davon nicht entmutigen lassen, sondern den eigenen Weg finden. Geduld ist dabei wahrscheinlich der wichtigste Faktor. Gute Bilder brauchen Zeit – und manchmal auch mehrere Anläufe.
Gleichzeitig ist Vorbereitung wichtig. Sich mit der Umgebung, dem Wetter und den Lichtverhältnissen auseinanderzusetzen, hilft enorm. Aber man sollte sich auch die Freiheit lassen, spontan zu reagieren.
Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit für Sie beim Reisen und Fotografieren?
Eine sehr große. Wenn man viel Zeit in der Natur verbringt, entwickelt man automatisch ein Bewusstsein dafür, wie sensibel viele dieser Orte sind. Ich versuche, so respektvoll wie möglich mit der Umgebung umzugehen und meinen Einfluss zu minimieren. Das betrifft nicht nur mein Verhalten vor Ort, sondern auch die Art und Weise, wie ich Orte darstelle. Gerade durch Social Media kann ein Ort schnell sehr populär werden – und das hat oft direkte Auswirkungen. Deshalb finde ich es wichtig, hier verantwortungsvoll zu handeln und nicht jeden Ort uneingeschränkt zu teilen.
Gibt es Orte oder Momente, die Sie besonders geprägt haben?
Ja, und es sind oft nicht die spektakulären, sondern die stillen Momente. Augenblicke, in denen man allein in der Natur ist und sich ganz auf das konzentrieren kann, was um einen herum passiert. Diese Momente haben oft eine besondere Intensität, weil sie nicht inszeniert sind. Sie passieren einfach – und genau das macht sie so wertvoll. Gerade im Norden habe ich viele solcher Erfahrungen gemacht. Diese Kombination aus Weite, Ruhe und gleichzeitig großer Dynamik durch das Wetter schafft eine Atmosphäre, die man so kaum woanders findet.
Was treibt Sie heute an, weiterhin zu reisen und zu fotografieren?
Es ist vor allem die Neugier und der Wunsch, Dinge immer wieder neu zu entdecken. Selbst Orte, die ich schon oft besucht habe, wirken jedes Mal anders. Ich habe gelernt, dass es nicht darum geht, immer spektakulärere Bilder zu machen, sondern bewusster zu arbeiten. Es geht darum, Momente einzufangen, die für mich persönlich eine Bedeutung haben. Am Ende ist es genau diese Verbindung aus Natur, Erfahrung und Fotografie, die mich antreibt – und die mich immer wieder dazu bringt, aufzubrechen und neue Perspektiven zu suchen.
Drei Fragen an FLORIAN HECKER
Katharina Steinl
Text
Urbanes Wandern verändert den Blick auf Städte grundlegend. Welche Rolle spielt dieses Konzept für die Positionierung von Essen als Reiseziel – gerade in Abgrenzung zu klassischen Naturdestinationen?
Essen ist immer noch ein Geheimtipp unter den klassischen Städtetrips. Hinzu kommt, dass viele Menschen in Deutschland weiterhin ein veraltetes und falsches Bild vom Ruhrgebiet haben. Essen ist seit 2017 „Grüne Hauptstadt Europas“ und drittgrünste Stadt Deutschlands. Dies erfährt man vor allem während des Wanderns auf einem der vier hochklassigen Wandersteige. Das Besondere an Essen als Reiseziel ist, dass Touristen hier einen klassischen Städtetrip - mit allen Annehmlichkeiten, wie Hotels, Kultur und Gastronomie - mit anspruchsvollem Wandern verbinden können. Das macht uns einzigartig. Niemand erwartet, dass er nur 20 Minuten vom Zentrum entfernt zwischen 26 und 35 Kilometern am Stück ausschließlich durch die Natur wandern kann und dabei zwischen 300 und über 1.000 Höhenmetern absolviert. In Essen ist das auf insgesamt 120 Kilometern Länge, verteilt auf vier Wandersteige möglich.
“Essen ist immer noch ein Geheimtipp unter den klassischen Städtetrips.“
Digitale Wanderwege verbinden Bewegung mit Information und Storytelling. Wie verändert diese Entwicklung die Erwartungen von Besuchern – und welche Chancen ergeben sich daraus für Städte im Wettbewerb um Aufmerksamkeit?
Für uns sind Outdoorportale wie komoot besonders wichtig, um das Thema „urbanes Wandern“ bei der Zielgruppe zu platzieren. Die digitale Routenführung macht das Wandern besonders einfach, zusätzlich zu den durchgehend markierten Steigen. Gleichzeitig bieten wir Wanderern zahlreiche Informationen, die das Erlebnis ergänzen. Indem wir die touristischen Highlights entlang der Strecken erfahrbar machen, bieten wir einen absoluten Mehrwert. Entlang eines Steiges ein UNESCO-Welterbe zu besuchen oder in Deutschlands größtem Einfamilienhaus, der Villa Hügel, eine Pause einzulegen, ist einzigartig. Es ist aber immer noch so, dass viele Wanderer das Thema „urbanes Wandern“ nicht auf dem Schirm haben. Durch die digitale Präsenz unseres Angebots schaffen wir es aber immer öfter, aufzufallen und zu überraschen.
Gerade im Ruhrgebiet treffen Industriegeschichte und neue Lebensräume aufeinander. Wie können urbane Trails und digitale Formate dazu beitragen, diesen Wandel erlebbar zu machen, ohne ihn zu inszenieren oder zu verfälschen?
Essen und das Ruhrgebiet sind immer authentisch und unverfälscht. Hier tragen die Menschen das Herz auf der Zunge und so rau ist teilweise die Natur. Das UNESCO-Welterbe Zollverein ist genau so ein Ort, wo man dies erlebt. Große Teile der einstigen Steinkohlezeche und Kokerei wurden bewusst sich selbst überlassen. Hier sind Wälder und Biotope entstanden, die heute mehr als 1.000 unterschiedlichen Lebewesen ein Zuhause bieten. Und genau hier lässt es sich dann einzigartig Wandern. Rundherum warten zudem die früheren Abraumhalden auf Besucher, die einen 360-Grad-Blick auf das grüne Ruhrgebiet werfen wollen. Unsere Berge sind nicht hoch, aber wir haben sie selbst gebaut und zu einzigartigen Orten mit wilder Natur gemacht.
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Florian Hecker Leiter Stadtwerbung und Kommunikation der EMG
WEITERE INFOS & Fotografien
FINDEN SIE AUF INSTAGRAM @ hannes_becker
DIE STADT als WILDNIS
Text Katharina Steinl
Urbanes Wandern: Warum immer mehr Menschen ihre eigene Stadt zu Fuß entdecken – und dabei völlig neue Welten finden
Es war kurz nach sieben Uhr morgens, als ich das erste Mal wirklich verstand, was urbanes Wandern bedeutet. Nicht auf einem Bergpfad, nicht im Nationalpark – sondern auf einem stillgelegten Gleisbett mitten in der Stadt. Zu meiner Linken: eine Reihe alter Industriehallen, deren Fassaden jetzt von wildem Wein überwuchert werden. Zu meiner Rechten: ein neu angelegter Stadtpark, in dem Jogger ihre Runden drehen und Amseln in den Büschen singen. Unter meinen Füßen: Schotter, Geschichte, Gegenwart. In diesem Moment begann ich, meine Stadt zu lesen wie ein Buch, das ich jahrelang ungelesen im Regal stehen gelassen hatte.
Wandern neu definiert: Wenn die Stadt zur Landschaft wird
Wandern galt lange als etwas, das Abstand von Städten voraussetzt. Natur, Stille, Weite – das klassische Trio schien unverhandelbar. Doch dieses Bild verändert sich grundlegend. Urbanes Wandern, das gezielte Erkunden städtischer Räume zu Fuß, hat sich in den vergangenen Jahren von einer Nischenidee zu einem echten gesellschaftlichen Trend entwickelt. Dabei ist es weit mehr als ein Spaziergang mit ambitioniertem Namen: Es ist eine neue Art, sich zu einer Stadt zu verhalten – neugierig, aufmerksam, entschleunigt.
Der entscheidende Unterschied zum normalen Stadtbummel liegt in der Haltung. Wer urban wandert, hat ein Ziel, eine Route, eine Absicht. Er wählt Wege, die nicht der kürzesten Verbindung folgen, sondern der interessantesten. Er durchquert Quartiere, die er sonst nur aus dem Fenster des Busses kennt, überquert Brücken, die er noch nie betreten hat, und hält an Orten inne, die kein Reiseführer erwähnt.
Das Ruhrgebiet als Vorreiter: grün, rau, überraschend Nirgendwo in Deutschland wird das Potenzial des urbanen Wanderns so eindrücklich greifbar wie in der Metropolregion Ruhr. Was viele noch immer mit Kohle, Stahl und grauer Tristesse verbinden, ist längst eines der grünsten Ballungsgebiete Europas. Ein dichtes Netz aus Parks, renaturierten Industriebrachen, Halden und Wasserläufen durchzieht die Region – und eröffnet ein Wegesystem, das in seiner Vielschichtigkeit kaum seinesgleichen findet.
Essen – Das unvergesslichste Wanderwochenende 2026
Essen ist eine Großstadt inmitten des pulsierenden Ruhrgebiets. Und die kontrastreiche Metropolstadt bietet ein Wanderwochenende, das unvergesslich bleiben wird. So verfügt Essen mit seinen vier Steigen über das professionellste urbane Wandernetz unter allen deutschen Großstädten. Unterwegs geht es für Wanderer aber nicht nur durch Wälder, über Wiesen und Felder, sie kommen unter anderem auch vorbei an der Villa Hügel, dem größten eingetragenen Einfamilienhaus Deutschlands und ehemaligen Wohnsitz der Industriellen-Familie Krupp. Oder es geht über das imposante Areal des UNESCO-Welterbes Zollverein,
Hier wird der Strukturwandel nicht in Museen erklärt, sondern ergehbar gemacht. Eine ehemalige Zechenanlage thront heute als Aussichtspunkt über die Dächer der Stadt. Ein alter Förderturm rahmt den Horizont wie ein modernes Denkmal. Rostige Stahlträger und zarter Birkenaufwuchs bilden Kulissen, für die kein Bühnenbildner hätte zahlen müssen. Wer diese Wege geht, begreift, dass Geschichte nicht hinter Glas konserviert werden muss – sie liegt manchmal einfach auf dem Boden, aus dem neues Leben wächst.
Die Urban Trails, die durch diese Region führen, sind keine improvisierten Routen. Sie sind durchdacht konzipiert, verbinden Natur und Kultur, Vergangenheit und Zukunft – und erschließen Räume, die zu Fuß eine ganz andere Bedeutung gewinnen als aus dem Auto.
“Viele Städte und Regionen in Deutschland bieten kostenlose UrbanTrail-Apps und geführte Wanderrouten an.“
Die digitale Dimension: Wandern mit Kopfhörern und Karte
Ein zentraler Motor des urbanen Wandertrends ist die Digitalisierung. Immer mehr Städte und Regionen entwickeln digitale Tourenangebote, die weit über klassische Beschilderung hinausgehen. Per App, GPS oder QR-Code werden Routen erlebbar, die sich interaktiv entfalten: Audioinhalte erzählen von der Geschichte eines Ortes, Augmented-Reality-Elemente legen eine zweite Bedeutungsebene über die Realität, interaktive Karten lassen sich individuell nach Tempo, Interesse oder verfügbarer Zeit anpassen.
Das Ergebnis sind Erlebnisse, die sich jedem Rhythmus fügen. Wer will, kann in drei Stunden eine kompakte Kurzroute absolvieren. Wer Zeit hat, verlängert und vertieft. Der Weg ist nicht mehr nur Mittel zum Zweck – er wird selbst zum Inhalt. Statt Sehenswürdigkeiten abzuhaken, entsteht ein echtes Gefühl von Entdeckung, das mit jeder Ecke wächst.
übrigens dem einzigen im ganzen Ruhrgebiet. Im Süden warten die pittoresken Stadtteile Werden und Kettwig mit ihren urigen Fachwerkhäusern und kleinen Gässchen darauf, entdeckt zu werden. Zum Übernachten geht es dann ins Mercure Hotel Plaza Essen, das perfekt zwischen dem Stadtgarten und der Philharmonie gelegen ist. Die modernen, stilvoll eingerichteten Zimmer mit durchdachtem Komfort bieten Ruhe und Erholung nach einem erlebnisreichen und aktiven Tag. Für einen perfekten Ausklang sorgt dann noch ein Besuch in der gemütlichen Hotelbar.
Nach einem abwechslungsreichen Frühstück punktet Essen am zweiten Tag mit den Vorzügen, die eine Großstadt zu bieten hat. Zum Beispiel dem Essener Domschatz, der mit der Goldenen Madonna die älteste vollplastische
Naherfahrung statt Fernweh: Die neue Lust am Langsamen
Urbanes Wandern antwortet auf eine Sehnsucht, die in unserer beschleunigten Zeit immer lauter wird: die Sehnsucht nach Entdeckung ohne aufwendige Planung, nach Abenteuer ohne lange Anreise. Man muss nicht in die Ferne schweifen, um das Gefühl zu haben, wirklich irgendwo gewesen zu sein. Manchmal reicht es, die eigene Stadt so zu betreten, als würde man sie zum ersten Mal sehen. Genau darin liegt die besondere Qualität dieses Trends: Er ist demokratisch. Er erfordert keine teure Ausrüstung, keine Urlaubstage, keinen Reisepass. Er lässt sich an einem freien Nachmittag beginnen und endet, wenn man möchte. Und er schenkt dennoch das, wofür andere stundenlang fahren: das Gefühl, angekommen zu sein.
Der Blick, der sich verändert Was bleibt, ist ein veränderter Blick. Wer einmal begonnen hat, urban zu wandern, sieht Städte anders. Nicht mehr als Funktionsräume, die man durchquert, um von A nach B zu gelangen. Sondern als Orte mit überraschender Tiefe, verborgenem Witz und stiller Schönheit. Die scheinbar leeren Zwischenräume, die brachen Flächen, die unspektakulären Straßenecken – sie alle erzählen etwas, wenn man ihnen die Zeit gibt.
Wandern war schon immer eine Übung in Aufmerksamkeit. In der Stadt lernt diese Aufmerksamkeit neue Gegenstände kennen: den Schatten eines Förderturms auf frischem Gras. Die Geräuschkulisse eines Marktplatzes, der gerade erwacht. Den Geruch nach feuchtem Beton nach einem kurzen Schauer.
Vielleicht ist das die eigentliche Botschaft des urbanen Wanderns: Nicht die Natur ist das Gegenteil des Alltags. Das Gegenteil des Alltags ist Achtsamkeit. Und die lässt sich überall üben – auch und gerade dort, wo wir zu Hause sind.
Jetzt loslegen: Viele Städte und Regionen in Deutschland bieten kostenlose Urban-Trail-Apps und geführte Wanderrouten an. Einfach Schuhe schnüren, Akku aufladen – und die eigene Stadt neu entdecken.
Marienfigur des Abendlandes bereithält. Wer shoppen gehen möchte, ist in der Essener City und im Szenestadtteil Rüttenscheid goldrichtig. Rüttenscheid bietet mit seinen vielen stylischen Cafés, Bars und Restaurants auch das richtige Setting zum Ausgehen. Wer sich kulinarisch so richtig verwöhnen lassen möchte, gönnt sich einen Abend in einem der drei Sterne-Restaurants. Dass es von Gourmetfreuden der Extraklasse zu Hochkultur in Essen nicht weit ist, beweist das Museum Folkwang, das alleine vier Werke van Goghs bei freiem Eintritt bietet.
Kurzum: Einzigartiges Wandern mit eindrucksvollen Panoramen und sattgrüner Natur und das Ganze inmitten einer pulsierenden Großstadt mit Kultur, Kulinarik und Nightlife – das gibt es nur in Essen.
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DIE SCHÖNSTEN EVENTS & DESTINATIONEN IM SOMMER
Wenn die Sonne Weinberge, Weinfeste, Schlösser, Klöster und Musikbühnen in warmes Licht taucht – verbringt Ihr den Sommer im Rheingau voller Musik, Genuss und mediterraner Leichtigkeit.
Mehr Einblicke gibt es unter: www.rheingau.com
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Der Veranstaltungskalender des Casino Baden-Baden hat viel zu bieten – die nächste Lesung mit BestsellerAutor Wladimir Kaminer findet am 24. September 2026 statt.
Mehr Einblicke gibt es unter: www.casino-baden-baden.de
EIN
Der Sommer 2026 ist die Saison der Sinne – und wo lässt er sich besser genießen als auf dem Sinnesradweg im Nürnberger Land? Auf vier Etappen, 160 km und rund 1800 Höhenmetern finden alle Entdecker genau den richtigen Schwierigkeitsgrad. Von familienfreundlich bis herausfordernd – durch die Anbindung an die Radrundtouren des Nürnberger Lands sind die einzelnen Abschnitte für jeden machbar. Unterwegs laden 14 Stationen ein, die Region mit allen Sinnen zu erkunden. So ist es Radelnden ein Leichtes, den Alltag hinter sich zu lassen und das Nürnberger Land auf jeder Ebene zu genießen.
Etappe Eins bringt Radfahrer vom romantischen Schnaittachtal bis ins malerische Pegnitztal: Es geht entlang schattenspendender Wälder, saftiger Wiesen und vorbei an beschaulichen Dörfern mit altehrwürdigen Herrensitzen. Unterwegs kann man einen Blick auf die mächtige Festung Rothenberg werfen. Die größte Barockfestung Europas sitzt auf einer hohen Bergzunge. Wer sich die Zeit für eine Besichtigung nimmt, kann das noch gut erhaltene unterirdische Gewölbe entdecken. Doch bereits die gigantische Außenansicht beeindruckt. Vielleicht gleich eine kleine Challenge annehmen und die Distanz, Größe und Höhe der Festungsmauern erraten? Die Auflösung gibt es mittels eines QR-Codes. Eine besondere Raststation wartet auf dieser Etappe im Naturpark Fränkische Schweiz-Frankenjura: Das Waldsofa. Hier hat man die Möglichkeit, durch ein Rohr zu lauschen oder zu blicken und den Wald auf diese Weise neu zu erleben.
Natur ertasten heißt es dagegen auf Etappe Zwei beim Barfußpfad in Neuhaus an der Pegnitz. Die verschiedenen Materialien des Dolomitkiefernwalds wie Zapfen, Äste, Sand und Kies pieksen oder schmeicheln den Füßen. Unterschiedliche Gesteine wie Basalt,
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Hannover
Mediterranes Flair, Live-Musik und kulinarische Highlights direkt am Wasser: Das Maschseefest 2026 macht Hannover vom 22.07. bis 09.08. zur sommerlichen Genuss- und Flaniermeile voller Urlaubsfeeling.
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Erding
Bayerische Gastfreundschaft, historische Gassen, Therme und Biergenuss machen jeden Besuch unvergesslich. Entdecken Sie Kultur, Natur und Lebensfreude vor den Toren Münchens!
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Granit, Schiefer, Sandstein und Jura-Kalk können zusätzlich befühlt werden und geben Einblick in die Geologie der Region und darüber hinaus. Ebenfalls spannend und äußerst lehrreich ist ein Stopp an der Harnbachmühle bei Enzendorf. Dieser Ort der Inklusion und Begegnung vermittelt Gästen, was passiert, wenn die Sinne eingeschränkt sind oder sogar komplett ausfallen. Allein schon das Motto der Mühle inspiriert auf diesem Weg: „Abenteuer für alle.“
Auch ein paar reizvolle Anstiege hat der Weg in petto – zum Beispiel bei der Etappe Drei von der Fränkischen Alb ins Albvorland. Für die Anstrengungen belohnen herrliche Ausblicke wie von Püscheldorf hinunter nach Altdorf. Die Tour führt unter anderem am Flüsschen Schwarzach und an Streuobstwiesen vorbei, bei deren Früchten man sich bedienen darf. Schließlich radelt man entlang des historischen Ludwig-Donau-Main-Kanals bis nach Feucht. Als längstes Denkmal Bayerns feiert der Kanal heuer sein 180jähriges Jubiläum und er ist heute ein Naturidyll.
Auf der letzten Etappe tauchen Entdecker in die Geschichte des Nürnberger Landes ein. Es geht durch den ersten Bannwald Bayerns, den Lorenzer Reichswald und weiter in den Sebalder Reichswald. Hier, im ehemaligen Zeidlergebiet, kann man sich über dieses fast vergessene Handwerk informieren. Zeidler waren Waldimker, die bereits im Mittelalter Honig von wilden oder halbwilden Bienenvölkern sammelten. In Schwaig lebt unweit des Radwegs ein aktives Bienenvolk. Die Gerüche und das stete Brummen des emsigen Volkes sind Eindrücke, die beruhigend wirken. Zum Abschluss, bevor man den Startpunkt des Radwegs erreicht, sollte man unbedingt den unvergleichlichen Ausblick von Tauchersreuth bis nach Nürnberg hinein genießen.