Das aha! Allergiezentrum Schweiz klärt über Auslöser, Früherkennung und den Umgang mit Allergien auf Seite 21
VORWORT
Diabetes mellitus Typ 1
Dr. med. Thomas Jeck spricht über nächtliche Unterzuckerung bei Typ1-Diabetes
Wenn das Leben Pause drückt
Project Manager: Annika Heim & Sophie Steindl
Business Developer: Paul Pirkelbauer, BA
Lektorat: Joseph Lammertz
Grafik und Layout: Juraj Príkopa
Managing Director: Bob Roemké
Fotocredits: wenn nicht anders angegeben bei Shutterstock
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Manchmal drückt das Leben einfach auf Pause. Eine Krankheit, eine Diagnose, ein Moment, der alles verändert. Und plötzlich steht die Welt still. Termine verlieren ihre Bedeutung. Routinen brechen weg. Zurück bleibt das, was wirklich trägt: Menschen, die füreinander da sind. Vielleicht kennen Sie solche Momente aus Ihrem eigenen Alltag. Es sind die kleinen Augenblicke, die Familien tragen: das gemeinsame Frühstück, auch wenn niemand pünktlich ist; ein Lachen über den missglückten Abendessenversuch; die Umarmung, die alles ein bisschen leichter macht. Gerade in Zeiten, in denen Gesundheit wankt, zeigen sich diese Gesten als tragende Kraft. Bei Pro Familia Schweiz begegnen wir täglich Familien in all ihrer Vielfalt, Familien, die lieben, kämpfen, improvisieren und füreinander da sind, auch wenn ein Mitglied krank ist oder zusätzliche Unterstützung braucht. Wer Kinder grosszieht, Angehörige pflegt oder selbst gesundheitliche Herausforderungen meistert, leistet Unglaubliches. Diese Menschen verdienen nicht nur Respekt, sondern Strukturen, die wirklich entlasten. Vereinbarkeit von Familie, Beruf, Pflege und Gesundheit ist keine private Aufgabe. Sie ist gesellschaftliche Verantwortung.
Junge Familien fühlen sich oft unter Druck, etwa durch steigende Lebenshaltungskosten, dauernde Erreichbarkeit, den Spagat zwischen Terminen, Pflege und eigener Erholung. Gleichzeitig entstehen Chancen dank neuer Rituale, kreativer Lösungen, Momenten der Nähe, die Zusammenhalt schaffen.
Die Kampagne «Meine Familie» zeigt genau diese Geschichten von Menschen, die lernen, dass Zusammenhalt nicht perfekt sein muss, um stark zu sein, und dass gerade kleine Gesten und gemeinsame Zeit einen Unterschied machen.
Stärke entsteht nicht aus Dauerleistung, sondern aus Fürsorge, Geduld und Aufmerksamkeit füreinander. Manchmal ist das grösste Geschenk, das wir einander machen können, schlicht Zeit. Zeit zum Zuhören, Zeit zum Lachen, Zeit füreinander. Jeder kostbare Moment der Nähe zählt und hinterlässt Spuren, die Energie schenken und Halt geben.
Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen dieser Ausgabe. Vielleicht entdecken Sie in Ihrem Alltag kleine Momente, die tragen, stützen und verbinden. Gerade dann, wenn das Leben wankt. Gerade dann, wenn Gesundheit uns fordert. Genau diese Momente zeigen, wie stark Familien wirklich sein können.
Eva-Maria Kaufmann Rochereau Direktorin Pro Fami-
Schweiz
Was Familien über Depression wissen sollten
Ein Interview mit Dr. med. Joe Hättenschwiler, Gründungspräsident der Schweizerischen Gesellschaft für Angst und Depression (SGAD) und Senior Consultant am Zentrum für Angst- und Depressionsbehandlung Zürich (ZADZ).
Ab wann spricht man medizinisch von einer Depression, wann von einer Verstimmung?
Eine Depression liegt vor, wenn mindestens zwei der drei Hauptsymptome – anhaltend gedrückte Stimmung, Verlust von Interesse oder Freude sowie deutlicher Antriebsmangel – fast täglich über mindestens zwei Wochen bestehen. Zusätzlich treten weitere Symptome hinzu, etwa Schlafstörungen, anhaltendes Grübeln, Schuldgefühle, Konzentrationsprobleme, Entscheidungsprobleme oder Veränderungen von Appetit und Gewicht. Der zentrale Unterschied zu einer Verstimmung liegt nicht nur in der Dauer, sondern vor allem im Ausmass der Beeinträchtigung:
Auch einfache Alltagsaufgaben wie Einkaufen, Aufstehen oder soziale Kontakte können zur Belastung oder gar unmöglich werden.
Wann sollte man Hilfe suchen –und wo?
Spätestens bei Beschwerden über zwei Wochen, deutlicher
Alltagsbeeinträchtigung und/oder Suizidgedanken sollte professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden – bei Suizidgefahr sofort. Der erste Schritt führt dann meist in die Hausarztpraxis. Dort wird abgeklärt, wie lange die Beschwerden bestehen, wie stark sie sind und ob körperliche Ursachen eine Rolle spielen. Besteht der Verdacht auf eine Depression, folgt die fachärztliche Abklärung.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es, und wie können Angehörige unterstützen? Depressionen sind gut behandelbar. Leichte Formen sprechen häufig auf Psychotherapie an. Bei mittleren und schweren Verläufen wird meist eine Kombination aus Psychotherapie und Medikamenten eingesetzt. Angehörige können unterstützen, indem sie präsent bleiben, zuhören, zu Terminen begleiten und im Alltag punktuell entlasten, etwa bei organisatorischen Aufgaben. Hilfreich ist auch eine verlässliche Tagesstruktur mit festen Zeiten für Schlaf, Mahlzeiten oder kurze Bewegungseinheiten – allerdings ohne Druck. Ebenso wichtig: Angehörige sollten ihre eigenen Grenzen wahrnehmen und sich selbst Unterstützung holen, um nicht zu erschöpfen.
Wie gelingt eine hilfreiche Kommunikation im Alltag, und was sollte man vermeiden?
Hilfreich sind Sätze wie «Ich bin für dich da» oder «Du musst das nicht alleine schaffen, wir machen es gemeinsam». Oft reicht es, einfach zuzuhören, ohne sofort Lösungen präsentieren zu wollen. Vermieden werden sollten Bagatellisierungen und Appelle wie «Reiss dich zusammen», «Andere haben es schlimmer» oder «Das wird schon wieder». Solche Reaktionen verstärken Schuldgefühle, Scham und sozialen Rückzug.
Wie erkennen Angehörige eine Krise, und was ist dann wichtig?
Warnzeichen für eine Krise sind zunehmende Äusserungen von Hoffnungslosigkeit, ausgeprägte innere Unruhe, Schlaflosigkeit, sozialer Rückzug oder Suizidgedanken. Suizidäusserungen müssen immer ernst genommen werden. Direktes Nachfragen ist wichtig und nicht gefährlich – im Gegenteil: Es entlastet und ermöglicht eine bessere Einschätzung der Situation. Bei konkreten Suizidplänen darf die betroffene Person nicht allein gelassen werden. In diesem Fall muss sofort eine psychiatrische Notfallstelle oder der Notruf kontaktiert werden.
Dr. med. Joe Hättenschwiler Gründungspräsident der Schweizerischen Gesellschaft für Angst und Depression (SGAD) und Senior Consultant am Zentrum für Angst- und Depressionsbehandlung Zürich (ZADZ)
Weitere Informationen finden Sie unter: www.sgad.ch
Wiederkehr Sozialberaterin bei Epi Suisse
Wenn das Gehirn kurz aus dem Takt gerät
Epilepsie. Viele denken dabei an dramatische Zuckungen, Bewusstlosigkeit, Blaulicht. Doch das Bild ist unvollständig und führt dazu, dass Betroffene im Alltag oft missverstanden werden. «Epilepsie ist eine vorübergehende Funktionsstörung im Gehirn», erklärt Nina Wiederkehr, Sozialarbeiterin bei Epi-Suisse. «Es ist wie ein kurzes Gewitter im Kopf – und das kann ganz unterschiedlich aussehen.»
Den bekanntesten
Anfall kennen fast alle: den generalisierten tonisch-klonischen
Anfall, bei dem eine Person stürzt, sich versteift und rhythmisch zuckt. «Aber das ist nur eine von vielen Anfallsformen», betont Wiederkehr. So gibt es etwa Absencen: winzige Aussetzer, oft nur wenige Sekunden lang. Kinder starren plötzlich ins Leere, reagieren nicht und machen danach einfach weiter. «Viele halten das für Träumerei», sagt Wiederkehr. «Dabei ist das ein epileptischer Anfall, den die Betroffenen selbst gar nicht bemerken.»
Andere Anfälle sind noch subtiler: ein Kribbeln in einer Hand, unwillkürliche Bewegungen, Nesteln an Kleidern. «Es gibt nicht die Epilepsie», sagt Wiederkehr. «Und genau darin liegt das Problem: Viele erkennen Anfälle nicht oder interpretieren sie falsch.»
Wie reagiert man richtig?
Wer Zeuge eines tonisch-klonischen Anfalls wird, soll vor allem eines: ruhig bleiben. «Man kann einen Anfall nicht stoppen oder verkürzen», sagt Wiederkehr. «Aber man kann schützen.»
Dauert der Anfall länger als drei Minuten oder man kennt die
Person nicht, sollte die Ambulanz gerufen werden.
Auch wichtig: der Moment danach. Viele Betroffene sind verwirrt, brauchen Orientierung. «Dabeibleiben und in die stabile Seitenlage bringen. Erst etwas zu trinken geben, wenn die betroffene Person wieder vollständig orientiert ist», mahnt die Fachfrau.
Warum Offenheit hilft Epilepsie ist eine chronische Erkrankung, die meist gut behandelbar ist. Doch Unsicherheit im Umfeld kann den Alltag unnötig erschweren. «Es hilft enorm, wenn das nahe Umfeld Bescheid weiss», sagt Wiederkehr. Wer informiert ist, reagiert sicherer und mit weniger Angst. «Fehlende Informationen führen zu Hemmungen und Vorurteilen.»
Für Angehörige ist besonders der Anfang schwierig: Man beobachtet jede Regung, will beschützen. «Diese Sorge ist verständlich», sagt Wiederkehr. «Doch es geht darum, Schritt für Schritt Freiräume zurückzugeben.»
Wenn die medikamentöse Behandlung greift, wenn Anfälle seltener werden, braucht es Mut, aber auch Vertrauen. «Menschen mit Epilepsie sollen so selbstständig wie möglich leben können. Das ist wichtig für ihre Entwicklung, für ihr Selbstbild, für ihre Lebensqualität.»
Das Thema betrifft uns alle Überraschend: Rund fünf Prozent aller Menschen erleben im Laufe ihres Lebens mindestens
einmal einen epileptischen Anfall – oft ohne dass eine Epilepsie vorliegt. Und rund ein Prozent der Bevölkerung hat tatsächlich eine Diagnose. «Die Wahrscheinlichkeit, im Alltag damit in Berührung zu kommen, ist hoch», sagt Wiederkehr. «Umso wichtiger ist es, dass wir wissen, dass es eine chronische Erkrankung ist, die medikamentös behandelt werden muss.» Aber auch, dass die Medikamente sehr gut helfen. Die Patientenorganisation Epi-Suisse will Bewusstsein dafür schaffen, dass viele Leute mit Epilepsie einen normalen Alltag führen können. «Es gibt Menschen, die stärker betroffen sind. Dort braucht es andere Massnahmen. Aber zum Glück kann ein grosser Teil mit der Erkrankung ein Leben mit einer guten Lebensqualität führen», so Nina Wiederkehr.
Für Familien mit einem epilepsiebetroffenen Kind ist es eine Herausforderung, die Balance zwischen Freiraum und Schutz vor Gefahren zu finden. Für sie bietet Epi-Suisse den zweitägigen Workshop «famoses» an. Eltern und Kinder besuchen parallel je einen alters- und themengerechten Kurs. Es ist auch möglich, dass nur Eltern am Kurs teilnehmen. «famoses» steht für ein modulares Schulungsprogramm für Familien mit epilepsiebetroffenen Kindern. Ziel ist es, Wissen zu vermitteln und den sicheren Umgang mit der Erkrankung im Alltag zu stärken.
Weitere Informationen: epi-suisse.ch/de
Nina
Mit freundlicher Unterstützung von Merz Pharma Schweiz AG
«Seit meiner MS-Erkrankung empfinde ich mein Leben als bewusster»
Die Diagnose Multiple Sklerose kam für Anny nicht überraschend, sondern brachte vor allem Gewissheit. Heute prägt die Erkrankung den Alltag der alleinerziehenden Mutter: Fatigue und körperliche Einschränkungen sind ständige Begleiter, ihre Energie muss sie Tag für Tag sorgsam einteilen. Im Interview erzählt sie, wie es mit klaren Strukturen, professioneller Begleitung und dem starken Rückhalt ihrer Familie gelingt, Lebensqualität zu bewahren und bewusst auf sich zu achten.
Wann und wie haben Sie die Diagnose Multiple Sklerose erhalten, und welche ersten Anzeichen oder Symptome haben Sie damals bemerkt?
Mein Weg zur Diagnose begann mit einer Taubheit im Arm und führte schliesslich über weitere Abklärungen bis zur Lumbalpunktion, die Klarheit brachte. Ich wusste, dass etwas nicht stimmt. Mein Grossvater hatte MS, und tief in mir hatte ich schon als Teenager die Vermutung, dass diese Krankheit mich irgendwann betreffen könnte. Als die Diagnose kam, war es deshalb kein Schock, sondern vor allem Klarheit.
Welche körperlichen Einschränkungen begleiten Sie heute am meisten im Familienalltag?
Ein Schub lähmte einmal vorübergehend mein rechtes Bein. Inzwischen sind dort rund 70 bis 80 Prozent des Gefühls zurückgekehrt. Eine leichte Gangschwäche blieb, daher trage ich eine Beinschiene (Orthese), die mich beim Gehen stabilisiert. Langes Stehen oder Gehen fällt mir schwer, weshalb ich jeden Tag sorgfältig einteilen muss, vor allem um genug Energie für meinen Sohn zu haben, der inzwischen in den Kindergarten geht. Am stärksten beeinträchtigt mich die Fatigue. Ich brauche täglich einen Mittagsschlaf und habe manchmal
sogar Sekundenschlaf. Spasmen in Schultern und Rücken gehören ebenfalls zu meinem Alltag. Mein Gangbild wird bei jeder Kontrolle besprochen, ist aber gottseidank mittlerweile stabil. Ich gehe jedes halbe Jahr zur Kontrolle.
Welche Therapie- oder Behandlungsformen helfen Ihnen besonders?
Neben der medikamentösen MS-Therapie hilft mir ein FatigueManagement sehr: eine kleine Gruppe, in der wir gelernt haben, Energie sinnvoll einzuteilen und den Alltag neu zu strukturieren. Physiotherapie, Logopädie, Musik, Meditation und warme Bäder unterstützen mich ebenfalls.
Eine grosse Hilfe ist mein Umfeld. Meine Mama wohnt inzwischen bei uns und ist meine wichtigste Stütze, emotional und im Alltag. Mein Ex-Mann hilft, wo er kann, und wir finden gemeinsam Wege, unseren Sohn gut zu begleiten. Eine besondere Unterstützung ist auch meine Schwiegermama: Sie begleitet mich zu weiter entfernten Terminen oder fährt mit mir, wenn mir die Kraft fehlt, zu meinen eigenen Untersuchungen oder zu wichtigen Terminen meines Sohnes. Und sie ist einfach da, wenn ich jemanden brauche, der neben mir steht oder
mir die Hand hält. Diese Fürsorge bedeutet mir unglaublich viel.
Wie hat sich Ihr Alltag seit der Diagnose verändert?
Meine Hoffnung, wieder ins Berufsleben zurückzukehren, hat sich nicht erfüllt. Ich beziehe heute eine IV-Rente und habe gelernt, dass ich meinen Alltag klar strukturieren muss, mit festen Ruhephasen und nur einem Termin pro Tag. Ich plane jeden Tag um meine Energie herum, um für meinen Sohn da zu sein. Trotz Einschränkungen empfinde ich mein Leben nicht als kleiner, sondern als bewusster. Ich höre auf meinen Körper, gehe liebevoller mit mir um und gebe mir den Raum, den ich früher nie zugelassen hätte.
Welche Unterstützung ist für Sie besonders wichtig, um Lebensqualität und Selbstständigkeit zu erhalten?
Die MS-Nurses der MS-Ambulanz in meiner Region sind für mich unglaublich wichtig. Sie begleiten mich mit Ruhe, Kompetenz und Offenheit und sind jederzeit erreichbar, wenn ich unsicher bin. Am meisten trägt mich jedoch meine Familie. Mein Sohn gibt mir Kraft, meine Mama gibt mir Halt, und mein Umfeld hilft mir, meinen Alltag warm und stabil zu gestalten.
Anny Wulsch
Betroffene
Werden Sie
Teil unserer Storytelling-Familie
Erzählen wir gemeinsam Erfolgsgeschichten, bieten wir Familien, Eltern und Expert:innen eine Bühne, um Vorsorge und mentale sowie physische Gesundheit sichtbar zu machen und echte Lösungen aufzuzeigen.
HPV-Impfung für die Familie – weil Vorsorge wirkt
Mehr als 70 Prozent der sexuell aktiven Menschen infizieren sich im Laufe ihres Lebens mit humanen Papillomaviren (HPV) – mit der Zahl der sexuellen Kontakte und Partner:innen steigt das Infektionsrisiko. Während die meisten HPV-Infektionen unbemerkt und folgenlos verlaufen, verursachen einige HP-Viren Genitalwarzen und einige auch Krebs. Eine HPV-Infektion ist noch nicht heilbar, doch eine HPV-Impfung schützt die ganze Familie.
Die mehr als 200 HPViren werden per Hautkontakt, wie er beim Geschlechtsverkehr geschieht, sehr leicht übertragen und befallen Haut und Schleimhäute im Genitalbereich, in Mund und Rachen.
HPV-Infektion – das Risiko für Sie und Ihre Familie Neben vielen harmlosen gibt es einige gefährliche HPV.
• Die vom Typ 6 und 11 verursachen Genitalwarzen, an denen geschätzt eine von zehn Personen in der Schweiz einmal im Leben leidet.
• Die vom Typ 16 und 18 schlummern über Monate, Jahre und Jahrzehnte unbemerkt in befallenen Hautzellen und können währenddessen unwissentlich übertragen werden. Irgendwann rufen sie Krebs hervor.
Gebärmutterhalskrebs – die fünfthäufigste Krebsart bei Frauen zwischen 20 und 49 in der Schweiz – geht fast immer eine HPV-Infektion voraus. Täglich erhält eine Frau hierzulande diese Krebsdiagnose, jährlich sterben 80 Frauen in der Schweiz daran.
HPV-Impfung – der Schutz für Sie und Ihre Familie
Die Hälfte der HPV-Infektionen trifft Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 15 und 24. Deshalb ist die HPV-Impfung auch ein Familienthema. Sie wird Mädchen und Buben vor dem ersten Sex empfohlen. Eine Impfung lässt sich auch später nachholen, denn sie kann sicher und zuverlässig vor allen HPV-Typen schützen, die im Impfstoff enthalten sind und mit denen man sich noch nicht angesteckt hat.
DIE HPV-IMPFUNG
• schützt Sie und Ihre Familie zuverlässig vor den gefährlichsten HP-Viren,
• wird Mädchen und Buben zwischen elf und 14 Jahren empfohlen (zwei Impfdosen),
• ist bis 45 Jahre sinnvoll (dann drei Impfdosen), besonders jedoch für Frauen um die 30,
• wird im Rahmen kantonaler Impfprogramme für Mädchen und junge Frauen, Jungen und junge Männer (elf bis 26 Jahre) von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung ohne Selbstbehalt (Franchise) übernommen.
«UNSERE VIER KINDER SIND ALLE GEGEN HPV GEIMPFT»
Wir haben unsere vier Kinder auf den Rat unserer Kinderärzt:innen hin gegen HPV impfen lassen. Denn wir wissen, was ihnen ohne diesen Impfschutz geschehen kann – und dass es eine «geimpfte Herde» braucht, um auch die, die sich nicht impfen lassen dürfen, vor gefährlichen Erkrankungen zu bewahren. Bei der HPV-Impfung ging es uns sowohl um die Gesundheit unserer zwei Mädchen und zwei Buben als auch um die Gesundheit ihrer späteren Partner:innen. Doreen Brumme, #motherof4 (Familienbloggerin –doreenbrumme.de)
Text Doreen Brumme
4,5 Prozent aller Krebserkrankungen bei Frauen und Männern weltweit sind die Folge einer HPV-Infektion. Einem
Diabetes mellitus Typ 1: Kontinuierliche Glukosemessung (CGM) senkt Risiko für nächtliche Unterzuckerung
Dr. med. Thomas Jeck, niedergelassener Facharzt FMH für Innere Medizin und Endokrinologie und Diabetologie in Basel, erklärt, wie ein CGM (Continuous Glucose Monitoring) bei Diabetes vom Typ 1 hilft, das Risiko für eine nächtliche Unterzuckerung (Hypoglykämie) zu mindern.
Dr. med. Thomas Jeck niedergelassener
Facharzt FMH für Innere Medizin und Endokrinologie/Diabetologie in Basel
Vor welchen alltäglichen Herausforderungen stehen Betroffene mit Diabetes Typ 1? Herausfordernd ist, die Zuckerkonzentration im Blut im Zielbereich zu halten. Dabei sind drei Faktoren zu beachten:
• Ernährung steigert die Blutzuckerkonzentration durch den Abbau von Kohlenhydraten zu Zucker im Rahmen der Verdauung und durch Zuckerzufuhr direkt.
• Bewegung erhöht den Zuckerbedarf in der Muskulatur, beeinflusst somit auch die Zuckerkonzentration im Blut.
• Stress aktiviert Hormone, die die Insulinwirkung schwächen.
Warum sind nächtliche Unterzuckerungen bei Typ-1-Diabetes so riskant?
In der Regel warnt der Körper mit typischen Signalen wie Zittern, Schwitzen und Herzklopfen vor einer Hypoglykämie. Im Schlaf hebt uns das Gehirn jedoch auf ein anderes Bewusstseinslevel mit einer schwächeren
Wahrnehmung. Warnungen des Körpers vor einer Unterzuckerung werden dann nicht oder zu spät wahrgenommen. Hinzu kommt, dass diese Warnsignale im Laufe der Jahre auch schwächer oder gar nicht mehr gesendet werden. Und andere Warnsignale, die hinzukommen können, wie Konzentrationsstörungen oder gedankliches Abschweifen, sind im Schlaf nicht wahrnehmbar. Keine Warnung heisst: Man hat keine Möglichkeit, eine Unterzuckerung zu verhindern.
Wie stark beeinflusst die Angst vor einer nächtlichen Hypoglykämie Schlaf und Erholung? Es sind weniger die Betroffenen, die sich davor sorgen und nicht schlafen, sondern mehr deren Angehörige. Die Patient:innen spüren Warnsignale wie Unruhe im Schlaf meist nicht, neben ihnen schlafende Partner:innen dagegen schon.
Welche Vorteile bietet das CGM im Umgang mit nächtlichen Unterzuckerungen?
WAS BEI DIABETES TYP 1 IM KÖRPER
PASSIERT
Insulin bewirkt, dass Zucker aus dem Blutkreislauf in das Gewebe aufgenommen und verstoffwechselt wird. Werden die insulin produzierenden Betazellen in der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) infolge einer Autoimmunreaktion angegriffen und zerstört, kommt es zu einem Insulinmangel. Dieser führt zu einem Rückstau des Zuckers im Blutkreislaufsystem, also zu einem zu hohen Blutzuckerlevel beziehungsweise einem Diabetes Typ 1.
Der Vorteil der kontinuierlichen Glukosemessung ist, dass der zugehörige Sensor, der im Fettgewebe der Unterhaut am Oberarm oder Bauch positioniert wird, alle fünf Minuten den Zuckergehalt im Fettgewebe misst. So erfährt man am Morgen, was nachts los war. Daraus lassen sich Schlüsse für Verhalten und Behandlung ziehen. Zudem warnen die CGM-Geräte bei einem nächtlichen Abfall der Zuckerwerte. Neueste CGM-Sensoren können sogar Vorhersagen vor dem Zubettgehen machen, damit die Betroffenen Massnahmen einleiten können, die eine ruhige Nacht ermöglichen.
Warum ist das CGM gerade für Menschen mit Typ-1-Diabetes sinnvoll?
Text Doreen Brumme
Die Therapie eines Diabetes 1 birgt Gefahren im Zusammenhang mit der Insulindosierung. Bei Gesunden ist die Freisetzung des Insulins aus der Bauchspeicheldrüse perfekt an die Blutzuckerkonzentration angepasst, sodass nur minimale Blutzuckerschwankungen entstehen. Eine Insulintherapie bei Diabetes mellitus Typ 1 kann sich dieser Perfektion annähern, aber sie erreicht sie nicht. Es besteht deshalb immer das Risiko, dass Insulin zu hoch oder zu niedrig dosiert wird, sodass im ersten Fall eine Unterzuckerung, im zweiten Fall eine Überzuckerung ensteht. Ein CGM kann den Bedarf an Insulin zuverlässiger als eine Blutzuckermessung identifizieren.
Wie kann das CGM den Alltag von Betroffenen in Bezug auf Planung, Flexibilität und Lebensqualität verbessern?
Ein CGM hilft, den Zuckerspiegel engmaschig zu beobachten und bei Bedarf adäquat zu reagieren. Wird aufgrund von Nahrungsaufnahme oder Stress mehr Insulin gebraucht, kann es zeitnah verabreicht werden.
Verschiedene Organe, vor allem die Leber, produzieren selbst Zucker und geben diesen an den Blutkreislauf ab. Die Gabe langwirkenden Insulins (24 Stunden) deckt diese Zuckerabgabe in der Regel ab. Hier bieten die vom CGM gelieferten Verlaufswerte des Zuckerspiegels die Chance, sofort gegenzusteuern, wenn diese zu eskalieren drohen. So bringt die kontinuierliche
Glukosemessung Betroffenen maximale Freiheit, Selbstständigkeit und Sicherheit in der Planung ihres Alltags. Die Werte können zu jeder Zeit per Handy oder Lesegerät abgerufen werden. Da das CGM auch Trendwerte dazu liefert, ob die Zuckerwerte steigen, fallen oder stabil sind, ist selbst vorausschauende Planung möglich. Das macht den alltäglichen Umgang mit Diabetes mellitus Typ 1 flexibler und verbessert die Lebensqualität der Patient:innen.
Welche Tipps helfen Betroffenen, ihren Diabetes und nächtliche Unterzuckerungen zu kontrollieren?
1. Checken Sie per CGM mindestens 14 Tage lang, was ihr Blutzucker in der Nacht treibt.
Erkennen Sie eine Regelmässigkeit, haben Sie eine gute Basis für Ihr Diabetesmanagement. Sollte sich keine Regelmässigkeit ergeben, sprechen Sie unbedingt mit Ihren Diabetolog:innen. Wir erkennen unter Umständen auch versteckte Muster.
2. Schalten Sie den Alarm vom CGM-Gerät nachts ein! Das verschafft Ihnen und denen, die neben Ihnen schlafen, ein sicheres Gefühl. Bedenken Sie, dass vor allem die Menschen an Ihrer Seite Angst vor einer Unterzuckerung bei Ihnen haben. Ein CGM warnt alle zuverlässig und rechtzeitig, sobald sich etwas zusammenbraut. Es gibt Ihnen die Chance, geeignete Gegenmassnahmen zu ergreifen.
Mehr Informationen finden Sie unter diabetesschweiz.ch
1 Die Accu-Chek® SmartGuide Predict App prognostiziert die allgemeine geschätzte Glukose-Entwicklung innerhalb der nächsten 2 Stunden (Glukosevorhersage), das geschätzte Risiko einer Unterzuckerung innerhalb der nächsten 30 Minuten (Vorhersage für niedrigen Glukosewert) und das geschätzte Risiko einer nächtlichen Unterzuckerung innerhalb der nächsten 7 Stunden (Vorhersage für nächtliche Unterzuckerung, aktiv zwischen 21.00 und 02.00 Uhr).
2 Simulationsstudie, Studiendaten noch nicht veröffentlicht, Daten liegen vor, Roche Diabetes Care GmbH, 2025. Roche Diagnostics (Schweiz) AG | Accu-Chek® SmartGuide Kundenservice +41 800
Diese Fakten zu Diabetes sollten Sie kennen
Haben Sie sich schon einmal mit Ihren Blutzuckerwerten oder der Diabeteserkrankung befasst? Beides ist vielleicht für Sie relevanter, als Sie denken. Wir haben Wissenswertes zum Thema für Frauen zusammengefasst.
In der Schweiz leben geschätzt 525'000 Menschen mit Diabetes mellitus, wobei viele gar nicht wissen, dass sie betroffen sind oder ein Risiko für die Erkrankung haben. Hormonelle Veränderungen im Leben einer Frau spielen eine Schlüsselrolle bei der Entstehung von Diabetes. So ist beispielsweise das Diabetesrisiko während einer Schwangerschaft erhöht. Auch nach den Wechseljahren besteht ein höheres Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, da sich die Fettverteilung im Körper verändert und die Insulinempfindlichkeit abnimmt. Das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) gilt ebenfalls als Risikofaktor.
Ausbleibende Schwangerschaft PCOS kann, neben einem nicht optimal eingestellten Diabetes, auch bei einer ausbleibenden Schwangerschaft eine Rolle spielen. Die Hormonstörung betrifft geschätzt bis zu 15 Prozent aller Frauen und kommt somit häufiger vor als Diabetes. Sie kann grundsätzlich unabhängig vom Diabetes auftreten, aber es gibt ein komplexes Zusammenspiel zwischen Insulinresistenz, Körpergewicht sowie ovariellen Störungen und einem damit verbundenen Anstieg männlicher Hormone im Blut. Frauen mit Typ-2-Diabetes haben häufiger PCOS – und umgekehrt. Viele Frauen, die trotz PCOS nicht an Diabetes leiden, entwickeln diesen in der
Schwangerschaft, den sogenannten Gestationsdiabetes.
Gestationsdiabetes ernst nehmen
Der Schwangerschafts- oder Gestationsdiabetes ist an erhöhten Blutzuckerwerten erkennbar, die erstmals während der Schwangerschaft und aufgrund der damit einhergehenden Hormonveränderungen auftreten. Er wird bei rund zehn bis 15 Prozent aller Schwangerschaften diagnostiziert und gehört damit zu den häufigsten Komplikationen. Es muss jedoch zwischen einem bestehenden Diabetes mellitus, der bei den Schwangerschaftskontrollen erst entdeckt wird, und einem tatsächlichen Schwangerschaftsdiabetes unterschieden werden. Letzterer wird in der 24. bis 28. Schwangerschaftswoche diagnostiziert. Ein bereits bestehender Diabetes muss während und nach der Schwangerschaft gezielt therapiert werden. In den meisten Fällen hat die Mutter beim Gestationsdiabetes keine Beschwerden, es fehlen die typischen Anzeichen wie starker Durst oder häufiges Wasserlassen. Oft weisen nur unspezifische Symptome auf einen Schwangerschaftsdiabetes hin, zum Beispiel eine erhöhte Anfälligkeit für Harnwegsinfektionen, erhöhter Blutdruck, erhöhte Fruchtwassermenge oder Zuckerausscheidung im Urin. Normalerweise verschwindet der Schwangerschaftsdiabetes,
kurz nachdem die Plazenta ausgestossen wird. Nur bei wenigen Frauen bleibt die Stoffwechselstörung bestehen. 25 bis 50 Prozent aller betroffenen Mütter entwickeln jedoch innerhalb von fünf bis zehn Jahren nach der Geburt einen Diabetes mellitus Typ 2.
Risikofaktor Wechseljahre
Mit dem Wegfall des Hormons Östrogen in den Wechseljahren steigt die Insulinresistenz der Zellen und infolgedessen der Zuckerwert im Blut, was einen Diabetes begünstigen kann. Frauen mit einer Diabetesdiagnose haben in der postmenopausalen Phase tendenziell mehr Schwierigkeiten, die Blutzuckerwerte in Balance zu halten, und haben ein höheres Risiko für koronare Herzkrankheiten als gleichaltrige Männer mit Diabetes. Zudem ist das osteoporosebedingte Frakturrisiko deutlich höher als bei Frauen ohne Diabetes. Frauen, die einen Schwangerschaftsdiabetes hatten oder eine genetische Veranlagung zu Typ-2-Diabetes aufweisen, wird empfohlen, den Langzeitzucker (HbA1c-Wert) regelmässig kontrollieren zu lassen. Ein gesunder Lebensstil, also eine vitalstoffreiche, blutzuckerstabilisierende Ernährung, regelmässige Bewegung und Stressabbau, ist ab dem Alter von 40 Jahren extrem wichtig und wirkt vorbeugend.
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Stabilität in Zeiten der Unsicherheit
Eine Pflegefamilie bietet Kindern ein sicheres Zuhause, wenn beispielsweise ein Elternteil oder beide Eltern krankheitsbedingt vorübergehend oder längerfristig ausfallen. In dieser sensiblen Situation stehen das Wohl und die Stabilität des Kindes im Mittelpunkt. Pflegefamilien übernehmen für begrenzte Zeit die alltägliche Betreuung, geben Struktur, Nähe und Verlässlichkeit. Gleichzeitig bleibt das Ziel, die Bindung zu den Eltern, zum Beispiel durch regelmässige Kontakte, zu erhalten und eine Rückkehr in die eigene Familie zu ermöglichen, sobald es die Gesundheit erlaubt. Für die Eltern bedeutet die Pflegefamilie eine Entlastung und die Sicherheit, dass ihr Kind gut aufgehoben ist, während sie sich auf die Genesung konzentrieren können.
Pflegefamilien leisten einen wertvollen Beitrag, um Krisenzeiten zu überbrücken und Kindern Geborgenheit in einer herausfordernden Lebensphase zu geben. Verschiedene Bildungsangebote von PACH Pflege- und Adoptivkinder Schweiz bereiten die Pflegeeltern auf ihre Aufgabe vor. Zudem steht PACH ihnen mit ihrer Fachexpertise beratend zur Seite. Die Zusammenarbeit zwischen Pflegefamilie, Eltern und Fachstellen ist entscheidend: Regelmässige Gespräche, klare Absprachen und gegenseitiges Vertrauen schaffen ein tragfähiges Netz.
Wenn wir an Familie denken, denken wir an,…
...ein Gefühl:
Ich bin nicht in dem Setting gross geworden, das man klassischerweise als Kernfamilie bezeichnen würde.
Mama, Papa, Kinder – dieses Bild war für mich nicht unbedingt selbstverständliche Realität. Und vielleicht hat genau das meinen Blick auf Familie geöffnet.
Denn Familie ist für mich nie nur eine Frage der Herkunft gewesen. Familie sind Menschen, zu denen ich eine tiefe Verbindung spüre. Freund:innen und Bezugspersonen – all jene, bei denen ich nicht erklären muss, wer ich bin oder warum ich so bin.
Was Familie für mich im Kern ausmacht, ist ein Gefühl von Sicherheit.
Vielleicht ist genau das der Grund, warum mir im Umgang mit anderen eine angenehme Atmosphäre so wichtig ist. Offenheit, Wertschätzung, ein echtes Interesse am Gegenüber.
Gerade in herausfordernden Zeiten zeigt sich, wie wertvoll ein stabiles Umfeld ist. Gleichzeitig weiss ich, dass nicht jede:r auf ein starkes Netz zurückgreifen kann.
Nicht jede Geschichte ist gleich, nicht jede Familie fängt auf. Umso wichtiger ist es, aufmerksam zu sein.
Diese Kampagne soll auch ein kleiner Impuls dafür sein: innezuhalten, dankbar zu sein. Für die eigene Gesundheit. Für Menschen, die uns begleiten. Für all das, was wir ganz persönlich als Familie verstehen.
... Zuneigung:
Oft heisst es: «Familie kann man sich nicht aussuchen.» Aber stimmt das wirklich?
Ich bin in einer Patchworkfamilie aufgewachsen, umgeben von Menschen, die ursprünglich nicht Teil meines Lebens waren und die ich mir nicht ausgesucht habe –und doch wurden sie mit der Zeit unverzichtbar für mich.
Inmitten dieser Dynamik habe ich Freund:innen und Wegbegleiter:innen gefunden, die ich bewusst in meine sogenannte «Wahlfamilie» aufgenommen habe. Menschen, bei denen ich mich sicher, verstanden und getragen fühle. Ein Platz, an dem ich sein darf, wie ich bin.
Familie ist für mich kein statisches Ideal, sondern ein lebendiges, wachsendes Konstrukt. Sie entsteht durch Zeit, Vertrauen und Zuneigung – durch die Menschen, die bleiben, wenn es schwierig wird, die dich ermutigen und deine Hand halten, wenn du sie am meisten brauchst.
Jeder Mensch, den wir in unser Leben lassen, kann Teil dieses
bunten Mosaiks werden. Familie bedeutet für mich, aktiv Zuneigung zu wählen und Verantwortung füreinander zu übernehmen. Und so frage ich euch: Wer sind die Menschen, die für euch Familie bedeuten?
Lesen
Sophie Steindl Project Manager Mediaplanet GmbH
Annika Heim Project Manager
Mediaplanet GmbH
Vom Überleben zum Leben: Chanel Silberbergs zweite Chance
Schon als Kind kämpfte Chanel gegen Schmerzen, für die es keine
Erklärung gab. Mit nur elf Jahren lag die Ex-GNTM-Kandidatin im Koma, überstand 30 Operationen – ihre Überlebens-chance: unter einem Prozent. Heute erzählt sie ihre Geschichte mit Stärke, Stolz und Hoffnung – und erwartet ihr erstes Kind. Ein Gespräch über Mut, Schmerz, Liebe und das Wunder, wieder leben zu dürfen.
Wann hast du zum ersten Mal gespürt, dass etwas mit deinem Körper nicht stimmt?
Schon als Kind. Mit etwa sieben Jahren bemerkte ich erstmals blutigen Stuhlgang und suchte sofort das Gespräch mit meiner Mutter. Damit begann eine jahrelange Odyssee von Arztbesuchen und Kran-kenhausaufenthalten. Aber schon im Kindergartenalter vertrug ich viele Lebensmittel nicht und war häufig krank. Dennoch konnte lange Zeit niemand die Ursache eindeutig feststellen. Erst 2012 traf ich auf einen Arzt, der schliesslich die richtige Diagnose stellte – und mir damit das Leben rettete. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich bereits zahlreiche Bakterien im Körper, die fast zu
einem Organversagen geführt hätten. Diese Behandlung war meine letzte Chance.
Deine Familie, vor allem deine Mama, spielt in deinem Leben eine grosse Rolle. Wie habt ihr gemein-sam diese herausfordernde Zeit erlebt?
In dieser schweren Zeit war meine Mama der wichtigste Mensch in meinem Leben. Ich bin mir sicher, dass ich ohne sie nicht überlebt hätte. Selbst als ich im Koma lag, habe ich gespürt, dass sie da ist – ganz nah bei mir, ohne je von meiner Seite zu weichen. Diese bedingungslose Nähe, ihre Stärke und ihr Glaube an mich haben mir die Kraft gegeben, weiterzukämpfen.
Was hat dir geholfen, mit deiner Erkrankung Frieden zu schliessen?
Mir hat es unglaublich gutgetan, mich mit Menschen auszutauschen, die dasselbe oder etwas Ähnli-ches durchleben. Ich wollte nie psychologische Hilfe, weil ich überzeugt war, dass mir nur Menschen wirklich helfen können, die wissen, wie es ist, so etwas durchzumachen. Durch meine Arbeit auf Social Media habe ich nun die Möglichkeit, meine Erfahrungen weiterzugeben. Ich kann Aufmerksamkeit schaffen für ein Thema, über das viele lieber schweigen.
Wie sieht dein Alltag heute mit Morbus Crohn aus?
Mehr über Chanel und ihre Geschichte findest du hier: instagram.com/ chanelsilberberg/
Von 2015 bis Anfang 2025 befand ich mich in Remission. Zehn Jahre lang ging es mir sehr gut –ganz ohne Medikamente. Meine Krankheit ruhte, und ich konnte mein Leben endlich unbeschwert genies-sen. Doch Anfang 2025 musste ich wieder für längere Zeit ins Krankenhaus. Ich wurde dann auf ein neues Medikament eingestellt und seitdem geht es mir wieder sehr gut.
Trotzdem war dieser Rückfall auch psychisch eine enorme Belastung. Die Angst, nicht rechtzeitig eine Toilette zu erreichen, begleitet einen ständig. Aber ich möchte mich von meiner Erkrankung nicht zu sehr einschränken lassen. Das wäre das Schlimmste, was man tun kann.
Erinnerst du dich an besondere Augenblicke, in denen du gemerkt hast: „Ich bin stärker, als ich dach-te“?
Es gab viele prägende Momente, in denen mir bewusst wurde, wie stark ich eigentlich bin. Der erste und wohl wichtigste war damals, als ich elf Jahre alt war – und all das überlebt habe. Ich hatte uner-trägliche Schmerzen, musste mehrere Hauttransplantationen überstehen, lag lange im Koma, wurde mehr als 30-mal operiert und hatte eine Überlebenschance von unter einem Prozent. Und trotzdem habe ich es geschafft.
Aber auch danach gab es viele Hürden, die mich geprägt haben
Bist du bereit, wenn jede Sekunde zählt?
– sei es in der Schule, wo ich mit Mobbing zu kämpfen hatte, oder später bei Germany’s Next Topmodel. Dort habe ich mich zum ersten Mal getraut, meine Geschichte öffentlich zu erzählen, meine Narben zu zeigen – die sichtbaren und die unsichtbaren.
Du hast vor Kurzem deine Schwangerschaft verkündet – herzlichen Glückwunsch! Wie erlebst du die-se Zeit als werdende Mama?
Das ist für mich bis heute kaum zu begreifen. Noch im März dieses Jahres lag ich im Krankenhaus, ge-schwächt von einem starken Schub. Damals hatte ich Angst, dass alles wieder von vorn beginnen wür-de. Nie hätte ich gedacht, dass ich ein Jahr später zur gleichen Zeit im Krankenhaus liegen, aber dies-mal mein Kind im Arm halten würde.
Wegen der vielen Medikamente, der Operationen, der Narkosen und der Zeit im Koma war nie sicher, ob ich überhaupt jemals Kinder bekommen kann. Umso grösser ist das Glück, dass es jetzt doch ge-klappt hat. Allerdings gilt meine Schwangerschaft als Risikoschwangerschaft, weshalb ich engmaschiger kontrolliert werde.
Was wünschst du dir am meisten für dich und euer Kind?
Mein grösster Wunsch ist, dass wir alle gesund bleiben. Ich wünsche mir, dass wir eine
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Einfach erklärt, keine Vorkenntnisse nötig Für Eltern, Grosseltern und Betreuungspersonen
behütete, glückliche Familie werden, die das Leben gemeinsam geniesst. Ganz besonders freue ich mich darauf, die Welt irgendwann durch die Augen meines Kindes zu sehen. Vielleicht kann ich so ein Stück Kind-heit nachholen, die ich selbst nie so unbeschwert erleben konnte wie andere. Es fühlt sich an wie ein neuer Anfang – einer, auf den das ganze Leben hingearbeitet hat.
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Stell dir vor, dein Kind ist in Not – du bist allein und musst schnell handeln. Weisst du, was zu tun ist?
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Weil Erste Hilfe Leben rettet
Wenn der Darm das Leben verändert – Warum
Offenheit der erste Schritt ist
Bruno Giardina
Präsident Crohn
Colitis Schweiz
CWeitere Informationen und Fakten finden Sie unter
hronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa treffen Menschen oft mitten im Leben – junge Erwachsene, Eltern, Berufstätige. Die Diagnose kommt selten erwartet. Sie verändert den Alltag, das Selbstbild und oft auch das Familienleben. Viele Betroffene kämpfen nicht nur mit körperlichen Beschwerden, sondern auch mit Unsicherheit und Scham. Über Darmprobleme zu sprechen, fällt schwer, noch immer ist das Thema in unserer Gesellschaft mit Tabus belegt. Dabei betrifft es in der Schweiz schätzungsweise rund 30'000 Menschen direkt und viele weitere indirekt – Partner:innen, Kinder, Freund:innen und Arbeitskolleg:innen. Gerade in Familien zeigt sich, wie wichtig Verständnis und Offenheit sind. Wenn Angehörige wissen, was hinter den Symptomen steckt, können sie besser unterstützen. Kleine Gesten – Rücksicht bei gemeinsamen Aktivitäten, Geduld bei
unvorhergesehenen Arztterminen oder einfach ein offenes Ohr – machen einen grossen Unterschied.
Ebenso zentral ist die frühe Diagnose. Viele Betroffene leben lange mit unklaren Beschwerden, bevor sie ärztliche Hilfe suchen. Dabei gilt: Je früher eine CED erkannt und behandelt wird, desto besser lässt sich der Krankheitsverlauf beeinflussen. Ein bewusster Umgang mit Warnsignalen, das offene Gespräch mit Hausärzt:innen und die Enttabuisierung von Darmgesundheit sind entscheidend.
Als Patientenorganisation setzt sich Crohn Colitis Schweiz dafür ein, dass Betroffene und ihre Familien nicht allein bleiben. Wir bieten Information, Austausch und Unterstützung – von Fachvorträgen über Selbsthilfegruppen bis hin zu individuellen Beratungsangeboten. Gleichzeitig engagieren wir uns für mehr Sichtbarkeit dieser Erkrankungen im öffentlichen Bewusstsein. CED ist kein Randthema. Es betrifft Menschen in der Mitte der Gesellschaft. Offen über
CROHN COLITIS SCHWEIZ
Crohn Colitis Schweiz (CCS) ist die nationale Patientenorganisation für Menschen mit Morbus Crohn und Colitis ulcerosa.
Seit bald 40 Jahren setzt sich der Verein für Information, Aufklärung und Unterstützung von Betroffenen und deren Angehörigen ein.
CCS bietet:
• Beratung und Austausch in Selbsthilfegruppen und Onlineforen
• Fachveranstaltungen zu medizinischen und psychosozialen Themen
• Interessenvertretung gegenüber Politik, Fachkreisen und Öffentlichkeit
Ziel ist es, die Lebensqualität von Betroffenen zu verbessern, das Verständnis für CED zu fördern und das Thema Darmgesundheit aus der Tabuzone zu holen.
Mehr Informationen unter: www.crohn-colitis.ch
Darmgesundheit zu sprechen, ist kein Tabubruch, es ist ein Zeichen von Stärke und Solidarität. Nur so schaffen wir Verständnis, nehmen Ängste und ermöglichen Betroffenen, ein erfülltes Leben zu führen – mit und trotz Krankheit.
Stressfrei am Familientisch
Eine abwechslungsreiche, ausgewogene Ernährung ist wichtig, um den Körper mit einem breiten Spektrum an Nähr- und Schutzstoffen zu versorgen. Das
Die Kinder im Gegenzug dürfen selbst entscheiden, wovon sie wie viel essen möchten. Ermutigen Sie sie dabei, Neues zu probieren, ohne sie zu drängen. Denn Druck und Ermahnungen verderben
Ausgewogene Mahlzeiten
Zu einer ausgewogenen Mahlzeit gehören immer drei Komponenten: mindestens ein Gemüse oder eine Frucht, ein Stärkelieferant (Kartoffeln, Getreideprodukte
Weiterführende Infos zur Ernährung von Kindern:
Garnelen mit ASC-Siegel stehen für geprüfte Umwelt- und Sozialstandards in der Zucht –unabhängig kontrolliert entlang klarer Kriterien. Mehr unter de.asc-aqua.org/garnelen
Generation Kurzsichtigkeit? – Myopie bei Kindern und Jugendlichen
Was ist Kurzsichtigkeit?
Kurzsichtigkeit (Myopie) bedeutet, dass entfernte Objekte – etwa die Wandtafel – ohne Brille oder Kontaktlinsen unscharf erscheinen. Ursache ist ein zu lang gewachsenes Auge: Das Licht wird vor statt auf der Netzhaut gebündelt. Eine Brille korrigiert das Sehen, beseitigt aber nicht das Grundproblem. Je länger das Auge, desto höher das Risiko späterer Augenerkrankungen. Bei einer Augenlänge unter 26 Millimetern liegt die Wahrscheinlichkeit bleibender Sehschäden im Alter bei etwa vier Prozent, bei 26 Millimetern bei 25 Prozent und bei 30 Millimetern sogar bei über 90 Prozent. [1]
Mögliche Folgen
Mit zunehmender Kurzsichtigkeit steigt das Risiko für bestimmte Augenerkrankungen deutlich:
Zunahme weltweit
Kurzsichtigkeit nimmt weltweit stark zu, besonders in Asien, wo in manchen Regionen über 90 Prozent der Jugendlichen betroffen sind [3]. Prognosen zufolge wird bis 2050 etwa die Hälfte der Weltbevölkerung kurzsichtig sein [4]. In der Schweiz sind bei männlichen Rekruten rund 27 Prozent betroffen. [5]
Was hilft?
Myopie ist nicht heilbar, doch ihr Fortschreiten lässt sich bremsen – und damit das Risiko für Spätfolgen senken. Zwei Ansätze sind wissenschaftlich belegt:
1. Optische Methoden: Spezielle Brillengläser oder Kontaktlinsen lenken das Licht so, dass das Augenwachstum verlangsamt wird. [6, 7]
2. Atropin-Augentropfen: Diese Medikamente hemmen ebenfalls das Längenwachstum
des Auges. Je höher die Dosierung, desto stärker der Effekt – allerdings auch mit mehr möglichen Nebenwirkungen. [8] Atropin ist verwandt mit Cyclopentolat, das bei Augenuntersuchungen zur Pupillenerweiterung eingesetzt wird.
Beliebt ist auch die 20-20-20-Regel: Nach 20 Minuten Naharbeit 20 Sekunden in etwa 20 Meter Entfernung schauen. Das entspannt die Augen, beugt Kurzsichtigkeit aber nach aktuellem Stand nicht nachweislich vor. [9]
Erkennen von Kurzsichtigkeit
Die zuverlässigste Diagnose stellen Augenärzt:innen oder Optometrist:innen mithilfe spezieller Tropfen, die die Fokussierung kurzzeitig ausschalten. Auch regelmässige Sehtests bei Kinderärzt:innen sind wichtig und sollten wahrgenommen werden.
Typische Anzeichen:
• Unscharfes Sehen in der Ferne (z. B. Tafel oder Beamerbild in der Schule)
• Zusammenkneifen der Augen beim Blick in die Ferne
1. Tideman J.W. et al. (2016): Association of Axial Length With Risk of Uncorrectable Visual Impairment. JAMA Ophthalmology.
2. Haarman A.E.G. et al. (2020): The Complications of Myopia: A Review and Meta-Analysis. Acta Ophthalmologica.
3. Morgan I.G. et al. (2012): Myopia. The Lancet.
4. Holden B.A. et al. (2016): Global Prevalence of Myopia and High Myopia and Temporal Trends. Ophthalmology.
5. Guggenheim J.A. et al. (2021): Myopia in Swiss Conscripts. BMC Ophthalmology.
6. Chamberlain P. et al. (2019): Myopia Control with Dual-Focus Contact Lenses. Optome-try and Vision Science.
Wenn nur ein Auge betroffen ist, fällt das oft nicht auf. Deshalb sollte spätestens im zweiten Kindergartenjahr oder bei Schuleintritt eine vollständige Augenuntersuchung erfolgen.
7. Bao J. et al. (2021): Effect of Defocus Incorporated Multiple Segments (DIMS) Spectacle Lenses on Myopia Progression. British Journal of Ophthalmology.
8. Yam J.C. et al. (2020): Low-Concentration Atropine for Myopia Progression (LAMP) Study. Ophthalmology.
9. Pucker, A.D. and T.J. Gawne, Fighting Myopia with Intermittent Nearwork Breaks: 20 Seconds Every 20 Minutes Might Not Be Enough Time. Optom Vis Sci, 2023. 100(1): p. 31-32.
ADHS verstehen – Wissen entlastet
Betroffene und Angehörige
Die ADHS-Organisation elpos Schweiz engagiert sich seit vielen Jahren dafür, Wissen über ADHS zugänglich zu machen und Betroffene wie Angehörige zu unterstützen. ADHS ist eine neurobiologische Besonderheit, die den Alltag auf unterschiedliche Weise prägen kann und oft Unsicherheiten hinterlässt. In der Beratung erleben wir, wie gross der Leidensdruck sein kann und wie sehr Menschen nach Erklärung und tragfähigen Strategien suchen. Unser Ziel ist es, Orientierung zu geben und Verständnis zu ermöglichen.
Susanne Spalinger
Co-Geschäftsleiterin
ADHS-Organisation
elpos Schweiz,
Leiterin Fachstelle
Zürich
Was versteht man unter ADHS und welche Formen werden am häufigsten diagnostiziert?
ADHS beschreibt eine Besonderheit der Informationsverarbeitung im Gehirn. Sie beeinflusst, wie Menschen Reize wahrnehmen, filtern und steuern, und kann sich auf Aufmerksamkeit, Impulsivität, Aktivität, Planung und Alltagsorganisation auswirken. Erste Anzeichen zeigen sich oft in der Kindheit, werden aber nicht immer erkannt. Bei Erwachsenen zeigt sich Hyperaktivität häufig als innere Unruhe oder als Gefühl ständigen Drucks. Man unterscheidet eine unaufmerksame, eine impulsive und eine gemischte Form. Die Ausprägung ist sehr individuell und hängt stark von den Anforderungen und der Umgebung ab.
Wie läuft eine ADHS-Diagnose ab und welche Stellen sind wichtig?
Eine sorgfältige Abklärung bedeutet, aufmerksam hinzuschauen und die Lebensgeschichte einzubeziehen. Durchgeführt wird sie meist von (Kinder- und Jugend-) Psychiater:innen, klinischen Psycholog:innen oder spezialisierten Ambulatorien. Haus- und Kinderärzt:innen leisten wichtige Vorarbeit. Gespräche, Fragebögen und Rückmeldungen aus
Schule oder Beruf helfen, ein vollständiges Bild zu erhalten. Die Differenzialdiagnose prüft, ob die Symptome zu ADHS passen oder andere Belastungen stärker wirken. Für viele Erwachsene ist die Diagnose ein Moment der Entlastung, weil verständlich wird, warum so vieles so viel Kraft gekostet hat.
Welche Symptome treten auf, und können Anzeichen früh erkannt werden?
Kinder mit ADHS reagieren oft intensiver auf Übergänge und Reize. Manche sind impulsiv, andere verlieren schnell den Faden oder ziehen sich zurück. In der Schule steigt der Druck, weil Erwartungen an Tempo und Organisation nicht zu ihrer Art zu lernen passen. Nicht weil Kindern etwas fehlt, sondern weil ihr Gehirn anders arbeitet. Erwachsene erleben häufiger innere Unruhe, Reizüberflutung oder Mühe mit Struktur. Frühzeichen können Sensibilität, Erschöpfbarkeit und das Gefühl sein, anders zu funktionieren als andere.
Über die Autorin
Susanne Spalinger ist Co-Geschäftsleiterin der ADHS-Organisation elpos Schweiz. Sie begleitet Betroffene und ihr Umfeld und ist schweizweit als Referentin zu ADHS, Neurodivergenz und Inklusion tätig.
Welche Unterstützung hilft Angehörigen?
Viele Angehörige erleben Entlastung, sobald sie besser verstehen, wie ADHS wirkt und weshalb herausfordernde Situationen entstehen. Dieses Verständnis schafft Orientierung und bringt mehr Ruhe in den Alltag. In unseren Gesprächsgruppen hören wir oft, wie wichtig es für Angehörige ist, mit ihren eigenen Sorgen und Fragen Platz zu finden. Viele berichten, dass sie sich dort zum ersten Mal wirklich verstanden, getragen und nicht mehr allein fühlen.
Warum wird ADHS bei Mädchen und Frauen oft später erkannt? Studien zeigen, dass Mädchen und Frauen häufiger eine unaufmerksame und weniger sichtbare Form von ADHS zeigen. Sie wirken seltener deutlich hyperaktiv oder impulsiv, sondern eher ruhig, verträumt oder überangepasst. Diese stillen Muster verdecken die Belastung oft jahrelang. Erst bei steigenden Anforderungen zeigt sich, wie viel Energie dieses Mittragen gekostet hat. Viele Frauen erhalten erst im Erwachsenenalter eine Diagnose und erleben zum ersten Mal Erleichterung.
Mehr Infos unter: www.elpos.ch
Dr. med. dent. Rocca Arrigo-
Dipl.
Der erste Zahnarztbesuch: Empfehlungen für Eltern
Der erste Zahn ist oft schneller da als gedacht – und mit ihm die ersten Fragen: Ab wann Zähneputzen? Ab wann zum Zahnarzt? Im Interview erklärt eine Zahnärztin, warum Milchzähne so wichtig sind und wie frühe Kontrollen Karies vorbeugen.
Warum ist eine frühzeitige zahnärztliche Kontrolle bereits im Kleinkindalter so wichtig? Frühzeitige Kontrollen sind wichtig, weil manche Zahnschäden den Eltern oft verborgen bleiben. Darum empfiehlt die SSO eine zahnärztliche Kontrolle ab ca. 2 Jahren. Wichtig ist, das Kind auf den Besuch vorzubereiten und zu begleiten, damit es sich an das Umfeld gewöhnen kann.
Welche Probleme können dadurch frühzeitig verhindert werden?
Zu den vermeidbaren Erkrankungen gehört Karies an den Milchzähnen, die frühzeitig behandelt werden muss. Milchzähne erfüllen zentrale Funktionen: Sie sind wichtig für das Kauen, die Sprachentwicklung und die allgemeine Gesundheit.
Was sind aus kinderzahnärztlicher Sicht die häufigsten Ursachen für Zahnerkrankungen bei Kindern? Welche präventiven Massnahmen empfehlen Sie Eltern?
Karies ist die häufigste Ursache für Zahnerkrankungen bei Kindern. Sie entsteht vor allem
durch eine unzureichende Mundhygiene und einen häufigen Konsum von zuckerhaltigen Lebensmitteln und Getränken. Wir empfehlen Eltern, bereits ab dem Durchbruch des ersten Zahnes mit dem Zähneputzen zu beginnen, am besten dreimal täglich mit fluoridhaltiger Zahnpasta.
Welche Rolle spielen Ernährung und Trinkgewohnheiten von Kindern, und was sollten Eltern besonders beachten? Kinderzähne sind besonders empfindlich, Ernährung und Trinkgewohnheiten spielen eine grosse Rolle. Wie gesagt gilt: möglichst keine gezuckerten Speisen und Getränke.
Wie kann man Kindern die Angst vor dem Zahnarzt nehmen?
Am besten beginnt man möglichst früh mit dem ersten Zahnarztbesuch, damit Kinder den Termin als etwas Normales erleben. Der Erstbesuch sollte spielerisch erfolgen und wenn möglich keine Behandlung beinhalten, damit alles in Ruhe erklärt werden kann. Auf diese
Weise gewinnt das Kind Vertrauen und verknüpft den Besuch mit positiven Erlebnissen. Auch Eltern sollten ruhig bleiben und positiv sprechen, da Kinder oft ihre Ängste übernehmen.
Gibt es aktuelle Entwicklungen oder Herausforderungen, die Sie in der Kinderzahnmedizin beobachten und die für junge Familien besonders relevant sind?
Neue Technologien ermöglichen genauere Diagnosen sowie schnellere und bequemere Behandlungen, was gerade bei Kindern hilft. Gleichzeitig sehen wir, dass die Mundhygiene und die regelmässigen Kontrollen vermehrt vernachlässigt werden. Dabei beugen konsequentes Zähneputzen und frühe Behandlung Löchern, Zahnfleischentzündungen und teuren Behandlungen am besten vor. Die Zahngesundheit der Bevölkerung wird nie endgültig gesichert sein; Prävention und Aufklärung bleiben daher ein Dauerthema. Der Appell an die Eltern: Täglich dranbleiben, es lohnt sich!
HELLO SMILE – BYE BYE KARIES!
3 TIPPS, WIE ZÄHNEPUTZEN BEI KINDERN GANZ LEICHT KLAPPT
TIPP 1
ZAHNBÜRSTE UND ZAHNPASTA
SELBST AUSSUCHEN
Kinder nutzen lieber Dinge, die sie selbst ausgesucht haben. Ob Lieblingsfarbe oder leckerer Geschmack – wenn sie mitentscheiden dürfen, macht das Zähneputzen gleich mehr Freude.
TIPP 2
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TIPP 3
LERNEN DURCH SPIEL
Musik an, Zahnbürste raus: Zahnputzlieder oder spannende Geschichten machen das tägliche Putzen spannender. Auch das Kuscheltier will saubere Zähne – oder die Handpuppe, die nach Bakterien sucht.
Wenn alle mitmachen, wird das Zähneputzen zum schönen Familienmoment. Kinder lernen am besten durch Nachahmung – und mit einem Lächeln geht’s noch leichter.
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Eine gute Zahnbürste sollte weich, dicht und klein sein. Die Curaprox Kids Zahnbürste mit ultraweichen Filamenten reinigt gründlich und sanft – ideal für Kinderzähne.
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Wenn die Nase läuft –Erkältungszeit in der Familie
Wie Eltern ihre Kinder gut durch die Infektsaison begleiten können
Dr. med. Marc
Sidler
Präsident Kinderärzte Schweiz (Berufsverband der Kinder- und Jugendärzt:innen in der Praxis), Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin FMH in eigener Praxis in Binningen (BL)
Kaum beginnt die kalte Jahreszeit, sind Husten und Schnupfen in vielen Familien wieder Dauerthema. Für die Eltern kann das immer wieder zu einer Belastungsprobe werden. Häufige Infekte sind normal Doch auch wenn es im Familienalltag oft mühsam ist: Häufige Erkältungen gehören bei Kindern dazu. Gesunde Kinder können bis zu zwölf Infektionen pro Jahr durchmachen. Das ist kein Grund zur Sorge, sondern ein wichtiger Schritt in der Entwicklung des Immunsystems. Jeder durchgemachte Infekt hilft dem Körper, Abwehrkräfte aufzubauen. Eltern dürfen gelassen bleiben, auch wenn es den Eindruck macht, das Kind sei «ständig krank». Praktische Informationen und Orientierung bieten hier die Eltern-Infos der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin: www.dgkj.de/ eltern/dgkj-elterninformationen/ elterninfo-infekte
Wenn Arzttermine knapp sind Während der Erkältungssaison sind viele Kinderarztpraxen überlastet. Bei leichten Symptomen kann man oft zunächst abwarten und das Kind zu Hause pflegen. Wichtig ist, das Befinden aufmerksam zu beobachten. Steigt das Fieber stark an, hat das Kind Atemnot, trinkt oder isst kaum, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden. Viele Praxen bieten mittlerweile telefonische Beratung an – eine gute Möglichkeit, die Situation
vorab einzuschätzen und unnötige Wege zu vermeiden. Auch im Internet, zum Beispiel unter www.meinkindistkrank.ch, finden sich wertvolle Erläuterungen zu Symptomen wie Fieber und Husten. Als weitere Orientierung eignet sich auch der informative Eltern-Podcast «Dr. Schnodder & Co.» des Kinderspitals Luzern.
Bewährte Hausmittel
In den meisten Fällen erholen sich Kinder innerhalb von vier bis sieben Tagen von selbst. Eltern können die Genesung unterstützen, indem sie darauf achten, dass das Kind ausreichend trinkt. Flüssigkeit hilft, die Schleimhäute feucht zu halten und Sekrete zu lösen. Nasenpflege mit isotonischer Kochsalzlösung befreit die Atemwege und erleichtert das Atmen. Ruhe und erholsamer Schlaf sind ebenfalls wichtig, damit der Körper seine Selbstheilungskräfte aktivieren kann.
Der bei Erkältungen häufig auftretende Husten kann sehr lästig sein, weshalb oft schnell zu Hustenstillern gegriffen wird. Doch Husten ist meist ein ganz normaler Schutzmechanismus des Körpers. Gegen Erkältungshusten helfen pflanzliche oder chemische Hustenmittel nicht – sie können sogar schaden, da sie oft mehrere Wirkstoffe enthalten und in Kombination mit anderen Medikamenten leicht zu Überdosierungen führen. Eltern können ihr Kind unterstützen, indem sie ab zwölf Monaten Honig (pur oder im Tee) geben,
Zigarettenrauch meiden, für ein angenehmes Raumklima mit ausreichender Luftfeuchtigkeit und etwa 18 Grad sorgen. Zeigt sich eine beginnende Erkältung, kann es hilfreich sein, das Kind für einen Tag zu Hause zu lassen. Ruhe und Entspannung können den Krankheitsverlauf günstig beeinflussen und verhindern, dass aus einem leichten Schnupfen eine stärkere Infektion wird.
Regelmässige Bewegung an der frischen Luft, ausgewogene Ernährung und ausreichend Schlaf tragen wesentlich dazu bei, die Abwehrkräfte zu stärken. Empfehlenswert ist eine mediterrane Ernährung (www.sge-ssn. ch/de/lebensphasen/kindheit/ ernaehrungsscheibe) – damit wird das Kind ausreichend mit den notwendigen Nährstoffen versorgt.
Hygieneregeln im Familienalltag
Vollständig vermeiden lassen sich Infekte in einer Familie kaum, dennoch können einfache Hygieneregeln helfen, die Ansteckungen zu reduzieren. Dazu zählt das regelmässige Händewaschen mit Seife sowie häufiges Lüften. Taschentücher sollten nur einmal verwendet und Trinkflaschen oder Besteck nicht gemeinsam benutzt werden. Häufige Erkältungen gehören zur normalen Immunentwicklung von Kindern, und Eltern können sie vor allem durch Beobachtung, einfache Hausmittel und Ruhe gut begleiten.
Erste Zähne, grosse Verantwortung:
Der erste Milchzahn ist ein besonderer Meilenstein – und der Startschuss für die Zahnpflege! Gesunde Milchzähne sind wichtig für die Sprachentwicklung, das Kauen und als Platzhalter für die bleibenden Zähne. Scannen Sie den QR-Code und erfahren Sie mehr zur Zahnpflege bei Kindern.
Mehr Tipps für gesunde Kinderzähne: zahnfreundlich.ch | Folgen Sie uns auf Instagram: aktionzahnfreundlich_ch
Trockene Haut, tränende Augen oder Atemprobleme gehören zu den häufigen Symptomen bei Kindern. Nicht selten steckt eine beginnende allergische Erkrankung dahinter. Werden frühe Anzeichen erkannt und geeignete Massnahmen eingesetzt, lassen sich längerfristige Beschwerden oft verhindern. Roxane Guillod, Leiterin Fachdienstleistungen bei aha! Allergiezentrum Schweiz, erklärt, worauf Familien achten sollten.
Warum die Haut so wichtig ist
Bei vielen Kindern treten zunächst trockene, juckende oder gerötete Hautstellen auf – häufig an Wangen, Armbeugen oder Kniekehlen. Dabei ist oft die Hautbarriere gestört: Sie verliert Feuchtigkeit, wird anfälliger für Reizstoffe und ermöglicht Allergenen einen leichteren Zugang. «Eine konsequente Basispflege mit rückfettenden, feuchtigkeitsspendenden Produkten stabilisiert die Hautbarriere und kann Beschwerden deutlich reduzieren», erläutert Roxane Guillod. Kurze, lauwarme Duschen sowie Kleidung aus Baumwolle oder Seide unterstützen die Haut. Eine frühzeitige Behandlung kann verhindern, dass ein Ekzem fortschreitet oder chronisch wird.
Wenn Augen und Nase reagieren
Tränende oder juckende Augen sowie eine laufende oder verstopfte Nase sind typische Hinweise auf Heuschnupfen – besonders während der Pollensaison oder
beim Lüften. Viele Familien merken erst spät, dass die Beschwerden saisonal sind. Schon einfache Routineänderungen helfen: Kleidung von draussen nicht im Schlafzimmer lagern, abends Haare waschen, nach Pollenlage lüften. Moderne Antihistaminika und Nasensprays lindern Symptome wirksam.
Atemwege im Blick behalten Nächtlicher Husten, Atemnot beim Rennen oder ein Pfeifen beim Ausatmen sollten ernst genommen werden. «Ein unbehandelter Heuschnupfen oder eine Sensibilisierung auf Hausstaubmilben kann das Risiko für die Entwicklung eines allergischen Asthmas erhöhen», sagt Roxane Guillod. Eine frühzeitige allergologische Abklärung schafft Klarheit und ermöglicht eine Behandlung, die die Atemwege schützt. Inhalationsmedikamente wirken gezielt dort, wo die Entzündung entsteht, und verhindern Schübe.
Früh handeln lohnt sich Heute stehen wirksame Therapien zur Verfügung: von einer guten Basispflege über antiallergische Medikamente bis hin zu spezifischer Immuntherapie oder modernen Biologika bei schweren Verläufen. Ein strukturiertes Symptomtagebuch unterstützt die Diagnostik, zeigt Muster und erleichtert die Behandlung. Es steht im aha!shop kostenlos zum Download bereit. Mit der richtigen Unterstützung können Kinder trotz Allergien unbeschwert spielen, schlafen und ihren Alltag geniessen.
QR-Code zum Symptomtagebuch:
Für persönliche Fragen rund um Allergien, Hautprobleme oder Atemwegsbeschwerden bietet die aha!infoline kostenlose Beratung durch Fachpersonen: 031 359 90 50. Informationen zur Allergieprävention, Tipps zu Hautpflege, Pollenreduktion und Entlastung im Alltag sowie Hinweise zu Schulungen und Webinare für Betroffene und Angehörige finden Sie unter: www.aha.ch
Roxane Guillod
Leiterin Fachdienstleistungen
Liebe Familienmitglieder,
wir gehören als Haustiere zu eurer Familie – leise, selbstverständlich und oft im Hintergrund. Wir sehen, wie ihr euch sorgt, wenn jemand krank ist, wie ihr Termine organisiert, Therapien begleitet, Trost spendet und Wege findet, als Familie stark zu bleiben. Wir spüren eure Müdigkeit, eure Ängste und eure Hoffnung.
Wir merken, wenn ihr traurig seid, wenn euch etwas belastet oder wenn ihr jemanden in der Familie unterstützt, der sich gesundheitlichen Herausforderungen stellen muss. Wir kommen dann näher, legen unseren Kopf an eure Knie, schnurren, wedeln oder bleiben einfach still an eurer Seite. Ohne Worte, aber mit ganzem Herzen.
Doch auch wir werden krank. Auch wir haben Schmerzen, fühlen Unsicherheiten oder Belastungen – nur können wir sie euch nicht sagen. Unsere Signale sind klein: ein anderer Blick, weniger Appetit, ein ungewöhnliches Verhalten. Wir hoffen dann darauf, dass ihr sie seht. So wie ihr euch umeinander kümmert, wünschen wir uns, dass ihr auch auf uns achtet.
Wir möchten euch daran erinnern, dass Gesundheit unsere gemeinsame Aufgabe ist. Lasst uns nicht vergessen, wie wichtig Fürsorge und gegenseitige Verantwortung für das Wohlbefinden aller Familienmitglieder sind.
Auf ein gesundes und liebevolles Miteinander!
Kayla: befreit aus einer Katzenbox
Vielen Katzen sträubt sich das Fell, wenn es in die Katzenbox geht. Stellen Sie sich vor, Sie sind ein Orang-Utan – das grösste in Bäumen lebende Tier – und werden mutterseelenallein 6 schreckliche Monate in so eine Box eingesperrt! Dies erlebte Kayla, Neuankömmling bei BORNEO ORANGUTAN SURVIVAL (BOS ) , dem grössten Primatenschutzprogramm der Welt. Dort lernen gerettete Orang-Utan-Babys wie Kayla von menschlichen Ersatzmüttern, was es heisst (wieder) wild zu sein.
Ein Anruf bei einer indonesischen Naturschutzbehörde auf Borneo gab den Startschuss für Kaylas aufwendige Rettung: Rasch machte sich die Wildlife Rescue Unit zusammen mit den BOS-Tierärztinnen Rifdah Inayah Askin und Sunarji auf den Weg in das weit entfernte Dorf Miau Baru, um einen kleinen Orang-Utan entgegenzunehmen. Wenerson, ein Dorfbewohner, sagte, dass er das Baby 6 Monate zuvor auf seiner Plantage «gefunden» habe. Weil aber eine Orang-UtanMutter ihr Baby niemals kampflos aufgeben würde, musste sie zuvor getötet worden sein. Wenerson sperrte das Waisenkind in eine 30 x 50 cm kleine Box und fütterte es mit süsser und fettiger Kondensmilch.
Endlich frei
Kayla am Tag ihrer Rettung 2025 und mit ihren Gspänli im BOS-Waldkindergarten.
Etwa 12 Monate alt und 3,8 kg schwer war der gerettete Winzling, der sich ängstlich an die Ärztinnen klammerte. Eine 16-stündige Autofahrt in die BOS-Rettungsstation Samboja Lestari lag vor ihm. Das Baby, dem BOS den Namen Kayla gab, genoss sichtlich Körperkontakt, Wärme und Ersatzmilch aus dem Fläschchen – denn Orang-Utans werden bis zu 8 Jahre lang gesäugt. Kayla beruhigte sich und spürte, dass sie nun in guten Händen war. Mehr als 3000 OrangUtans hat BOS bereits gerettet, fast 1000 rehabilitiert und ausgewildert – alles stark mitfinanziert aus Spenden der gemeinnützigen Zürcher Organisation BOS SCHWEIZ.
Kaylas Chance auf ein neues Leben
Text: Dr. Sophia Benz Geschäftsführerin von BOS Schweiz Mehr Info unter bos-schweiz.ch/orangutanpatenschaft oder 044 310 40 30
In der 2025 fertiggestellten und von BOS Schweiz finanzierten Tierklinik wurde Kayla untersucht und den Babysitterinnen Irma Ananda und Sri Ramadhanty übergeben. Sie kümmern sich nun liebevoll um die Kleine – und Kayla schloss sofort Freundschaft mit Indri und Esa, die ebenfalls 2025 bei BOS Zuflucht fanden. Auf dem Stundenplan der 3 Waldkindergärtlerinnen stehen Klettern, Nestbau, Futterkunde und viel Liebe. Denn den Babys fehlen ihre Mütter! Bis zu 10 Jahre lang bringen ihnen nun stattdessen ihre
menschlichen Ersatzmütter alles bei, was sie zum Überleben brauchen. So heilt Kayla täglich ein Stück mehr – doch vor ihr liegt noch eine lange Reise! Erleben Sie die Aufs und Abs in der BOS-Rettungsstation hautnah mit: Übernehmen oder verschenken Sie eine Orang-Utan-Patenschaft und begleiten Sie Kayla und andere Orang-Utans auf dem Weg zurück in den Regenwald. Denn Tierliebe bedeutet auch, über das eigene Haustier hinaus ein Bewusstsein zu haben für artgerechte Tierhaltung, Schutz vor Leid und für die zahllosen Wildtiere weltweit, die dringend unsere Hilfe benötigen.
Mit Ihrer Orang-Utan-Patenschaft unterstützen Sie die – Rettung von Orang-Utan-Waisen – Unterbringung, Betreuung und Pflege – Versorgung mit Futter und Medizin – Ausbildung in Waldkindergarten und Waldschule für ein Leben in Freiheit
Bewusst geniessen beginnt hier.
Vegilife gehört zu den führenden Schweizer Plattformen für Food-Trends und Innovationen mit Fokus auf Gesundheit, Geschmack und einen bewussten, nachhaltigen Lifestyle.
In enger Zusammenarbeit mit innovativen Start-ups und gesundheitsorientierten Unternehmen aus Europa entsteht ein Sortiment, das zeitgemässe Ernährung mühelos in den Familienalltag integriert.