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Frisches Wasser, zu jeder Zeit, das ist für uns alle selbstverständlich. Doch wie bleibt diese Versorgung auch in Zukunft sicher und bezahlbar? Das ist eine Frage, vor der auch der WZV steht. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf seinem Trink- und Abwassernetz.
Das Trink- und Abwassernetz ist ein weit verzweigter Schatz unter der Erde und zusammen fast 1.000 Kilometer lang. Diese Infrastruktur ist über Jahrzehnte gewachsen und essentiell für die kommunale Daseinsvorsorge. Einige Teile des Netzes nähern sich jedoch schrittweise dem Ende ihrer technischen Nutzungsdauer. „Der Erneuerungsbedarf ist absehbar“, sagt David Schacht. (Lesen Sie mehr dazu auf S. 2.)
Der Verbandsgeschäftsführer und sein Team stehen dabei in gewisser Weise vor der Quadratur des Kreises: Die Anforderungen an Qualität, Umwelt- und Gewässerschutz steigen. Die Kosten für Baumaterial und Bauleistungen auch. Fördermittel sind seit Jahren rückläufig. „Wir sind also immer mehr auf Eigenkapital angewiesen.“ All das in Einklang miteinander zu bringen, sei ein großes Spannungsfeld.
Der Verband arbeitet deshalb an einer Investitionsstrategie. Ein wichtiges Kriterium dabei: die Kontinuität der Investi-
zählen und gewinnen

„Wir bauen für Sie“ ist mehr als ein Slogan. Dahinter steht der Anspruch,
langfristig zu sichern.
tionen. Notwendige Erneuerungen aufzuschieben, verlagere Lasten in die Zukunft. „Das wäre nicht generationengerecht!“
David Schacht betont, dass der Verband seit Jahren kontinuierlich investiere. Er sagt aber auch: „Das ist noch nicht genug, um enkelgerecht in unsere Anlagen zu finanzieren.“ Dazu müssten die Erneuerungsraten schrittweise steigen. Das jährliche Investitionsbudget für Trink- und Abwasser lag bisher bei jeweils zwei Millionen Euro. „Das ist eng

Investitionen frühzeitig zu verstetigen, um die Versorgung
gesteckt.“ Der Verband arbeitet deshalb auch mit Krediten. „Aktuell haben wir Verbindlichkeiten von zirka 31 Millionen Euro.“ In diesem Punkt gegenzusteuern sei ebenfalls ein wichtiger Aspekt im Hinblick auf Enkelgerechtigkeit.
Die Herausforderungen sind also groß. David Schacht weiß aber auch um die Expertise in seinem Haus, um Kollegen wie Peter Dammann, den Leiter des Bereichs Entwicklung und Investition, Planungsingenieur
Ronald Richter und Christiane Ehlers, Sachbearbeiterin für Investitionsvorbereitung. „Mit ihnen verfügen wir über das nötige Know-how, um zukunftsgerechte Entscheidungen zu treffen.“
Dass all dies nicht ohne Auswirkungen auf Gebühren bleiben kann, daraus macht David Schacht keinen Hehl. „Niedrige Entgelte waren und sind nie ein Zeichen von nachhaltiger, realistischer und generationengerechter Wirtschaftlichkeit. Ganz im Gegenteil.“
In dieser Ausgabe der WASSERZEITUNG haben sich Wassertropfen versteckt. Finden Sie heraus, wie viele? Unter allen richtigen Einsendungen verlost der WZV fünf Präsentkörbe von Pommernland. Mitmachen ist ganz leicht: Scannen Sie einfach den QR-Code. Oder schicken Sie eine Postkarte mit der richtigen Lösung an: WasserZweckVerband Malchin Stavenhagen, Stichwort: Gewinnspiel, Schultetusstraße 56, 17153 Stavenhagen. Einsendeschluss: 30. Juni 2026. Die Gewinner werden vom Verband benachrichtigt, geben Sie dafür bitte Ihre Adresse an. Kleiner Tipp: Der Wassertropfen in diesem Artikel ist die Vorlage für Ihre Suche und zählt schon mit.

Liebe Leserinnen und Leser, wir leben aktuell in unruhigen Zeiten. Krieg in Europa. Krieg im Nahen und mittleren Osten. Die Kriegsgebiete sind gefühlt weit weg und haben doch Auswirkungen auf unsere Wasser- und Abwassergebühren sowie auf die mittel- und langfristige Investitionsplanung. Warum? Weil neben den Baukosten die Preise für Kraftstoffe, Strom und Gas stark gestiegen sind. Unser Verband arbeitet nicht gewinnorientiert, muss aber im Interesse aller Kunden wirtschaftlich agieren. Das heißt, alle Kosten werden auf Sie, die Gebührenzahler, umgelegt. Für uns als Verbandsmitglieder bedeutet dies, in Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung sparsam, effektiv und effizient zu arbeiten. Sowie Einsparpotenziale zu erkennen, mit dem Ziel, die Gebühren möglichst stabil zu halten. Um das Ziel einer „enkelgerechten“ Erneuerung des Anlagenbestandes zu erreichen, müssen wir daher kontinuierlich in

unseren technischen Anlagenbestand investieren. Das hört sich im Zusammenhang mit stabilen Gebühren erst einmal paradox an. Aber kontinuierlich modernisierte Anlagen sparen mittel- und langfristig Geld. Allerdings müssen wir aufpassen, dass wir uns nicht überschulden. Um dies zu verhindern, hat die Verbandsversammlung beschlossen, das durch Kredite finanzierte Investitionsvolumen zu begrenzen. So wollen wir für Sie auch in Zukunft ein verlässlicher Partner bei der Versorgung mit hochwertigem Trinkwasser sowie Entsorgung des anfallenden Abwassers sein.
Ihr Axel Müller, Verbandsvorsteher
Wasserversorgung und Abwasserentsorgung funktionieren in Deutschland zuverlässig. Damit das so bleibt, nahmen 54 Wasserunternehmen aus sieben Bundesländern am Projekt „Investitionsstrategie zur Zukunftsfähigkeit der Wasserwirtschaft“ teil. Die Ergebnisse lassen aufhorchen. Die KOWA MV und die Landesgruppe Nord des BDEW nehmen die Ergebnisse ernst. Die WASSERZEITUNG sprach mit David Schacht, Geschäftsführer des WasserZweckVerbandes Malchin Stavenhagen.
Warum beschäftigen
Sie sich so intensiv mit den Investitionen in die Infrastruktur?
Weil viele Leitungs- und Kanalnetze aus den 1960er- bis 1990er-Jahren stammen und absehbar ihre technische Standardnutzungsdauer erreichen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen durch Umwelt- und Gewässerschutz, Klimaanpassung und Extremereignisse sowie steigende Bau- und Finanzierungskosten. Diese Entwicklungen treffen auf begrenzte personelle und finanzielle Ressourcen – der Druck auf Aufgabenträger und politische Gremien wächst, langfristige Investitionsstrategien zu entwickeln.
Was bedeuten langfristigen Strategien für die Wasserwirtschaft?
Investitionen dürfen sich nicht nur am kurzfristigen Bedarf orientieren. Ziel ist eine nachhaltige Substanzerhaltung über Jahrzehnte. Rohrleitungs- und Kanalnetze haben sehr lange Lebenszyklen. Werden Erneuerungen zu lange verschoben, steigen technische Risiken und spätere Kosten deutlich. Investitionsstrategien müssen daher weit über übliche fünfjährige Wirtschaftsplanungen hinausreichen.
Welche Rolle spielen die Leitungsnetze dabei?
Eine zentrale. Der größte Teil des Vermögens der Wasserwirtschaft in Deutschland liegt im Untergrund. In der Wasserversorgung entfallen rund 91 Prozent des Anlagevermögens auf Rohrleitungsnetze – etwa 29,6 Milliarden Euro von 32,4 Milliarden Euro. Auch in der Abwasserbeseitigung liegen rund 75 Prozent der Wiederbeschaffungswerte im Kanalnetz. Ihr Zustand bestimmt daher maßgeblich die langfristige Stabilität der Infrastruktur.
Wie wurden die zukünftigen Entwicklungen untersucht?
Im Projekt „Investitionsstrategie zur Zukunftsfähigkeit der Wasserwirtschaft“ (2024) stellten 54 Wasserversorgungsund 21 Abwasserunternehmen Daten bereit. Analysiert wurden Altersstrukturen, Wiederbeschaffungswerte und technische Nutzungsdauern. Darauf basierend wurden Investitionsstrategien über mehrere Jahrzehnte simuliert –ein „weiter wie bisher“ und ein Szenario mit schrittweiser Anpassung an nachhaltigen Substanzerhalt bis 2050.
Frühzeitige, kontinuierliche Investitionen sind entscheidend, um eine Generationenschuld zu vermeiden.
David Schacht


Schon jetzt ein aufwändiges Unterfangen – die Erneuerung der unterirdischen Leitungen. Künftig muss noch deutlich mehr investiert werden, um die Substanz nachhaltig zu erhalten. Foto: WZV Malchin Stavenhagen
Zu welchen Ergebnissen kommt die Analyse?
Der Anteil von Infrastruktur in kritischem Zustand wird in den kommenden Jahrzehnten steigen – selbst bei höheren Investitionen. Heute liegen die durchschnittlichen Erneuerungsraten bei etwa 0,4 Prozent pro Jahr. Rechnerisch entspräche das Nutzungsdauern von rund 247 Jahren für Rohrleitungsnetze und 244 Jahren für Kanalnetze. Das zeigt, dass das derzeitige Investitionsniveau langfristig nicht ausreicht.
Was wäre stattdessen notwendig?
Um realistische Nutzungsdauern zu erreichen, müssten die Erneuerungsraten deutlich steigen – auf etwa 1,2 Prozent bei Rohrleitungsnetzen und 1,3 Prozent bei Kanalnetzen. Das bedeutet einen Strategiewechsel: weg von überwiegend schadensgetriebener Instandhaltung hin zu einem planmäßigen, kontinuierlichen Substanzerhalt.
Welche Auswirkungen hätte das auf die Gebühren für Verbraucherinnen und Verbraucher?
Höhere Investitionen führen langfristig zu steigenden Entgelten. Wichtig ist aber: Diese Entwicklung ist kein Zeichen ineffizienter Strukturen, sondern Ausdruck einer realistischen Anpassung an die technischen Anforderungen der Infrastruktur.
Was ist die wichtigste Botschaft des Projekts? Kontinuierliche Investitionen sind entscheidend. Werden Erneuerungen aufgeschoben, entstehen später deutlich größere technische und finanzielle Belastungen – eine Art „Generationenschuld“. Nachhaltige Wasserinfrastruktur bedeutet, Investitionen frühzeitig zu verstetigen und die Versorgung langfristig zu sichern. Die Politik ist hier gefordert, für geeignete Rahmenbedingungen und unterstützende Instrumente zu sorgen.
IMPRESSUM Herausgeber: ZV Grevesmühlen, ZV KÜHLUNG, WAZV Parchim-Lübz, WZV Malchin Stavenhagen, WZV Strelitz, ZV Sude-Schaale, ZV Insel Usedom, ZV Festland Wolgast, ZV Wismar Redaktion und Verlag: Spree-Presse- und PR-Büro GmbH, Zehdenicker Straße 21, 10119 Berlin – Niederlassung Nord: Dorfstraße 4, 23936 Grevesmühlen OT Degtow, Telefon: 03881 755544, E-Mail: susann.galda@spree-pr.com, Internet: www.spree-pr.com V.i.S.d.P.: Alexander Schmeichel Redaktion: Susann Galda (verantw.)
Mitarbeit: J. Fuchs, N. Hollatz, S. Kuska, A. Schmeichel Layout: F. Fucke (verantw.), K. Diederichs Druck: NOZ Osnabrück Redaktionsschluss: 01. Mai 2026 Nachdruck von Beiträgen (auch auszugsweise) und Fotos nur mit Genehmigung von SPREE-PR! Für Inhalte externer Links sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich; SPREE-PR übernimmt keine Haftung | Mit der Teilnahme an Gewinnspielen stimmen Sie, basierend auf der EU-DSGVO, der Speicherung personenbezogener Daten zu. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen! Hören Sie den Podcast der „WASSERZEITUNG“ | wz_nord Wasserzeitung Nord wz-nord.bsky.social wasserjobboerse.info
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Zwar heißt sie Meerforelle, doch einen Großteil ihres Lebens verbringt sie in kleinen, oftmals unscheinbaren Fließgewässern im Hinterland. Das Vorkommen der zwar wandlungsfähigen, aber sensiblen Fische gibt Aufschluss über den ökologischen Zustand ihres Lebensraumes. Das Institut für Fischerei betreibt im Poischower Mühlenbach bei Grevesmühlen eine von insgesamt zehn Fischzähleinrichtungen zur Erfassung von Meerforellen.
Die Fischzähleinrichtung im Grevesmühlener Ortsteil Wotenitz ist die jüngste und startet in ihre zweite Saison. „In diesem Abschnitt des Stepenitz-Maurine-Systems wollten wir eine bessere Datengrundlage. In der Wismarer Bucht sowie im Warnow-Einzugsgebiet erfolgt in MV ein maßgeblicher Teil der Reproduktion der Meerforelle. Hier spielt die Musik“, erklärt Armin Steibli die Standortwahl.
„Die videooptische Zähleinrichtung am Poischower Mühlenbach liegt günstig vor den Laichgebieten im teils kiesigen Oberlauf, sodass wir die Tiere auf dem Weg dorthin gut erfassen können.“ Dass sich in unmittelbarer Nähe ein Abwasserpumpwerk befindet, war ein günstiger Zufall.
„Der Zweckverband Grevesmühlen hat uns schnell mit dem benötigten Stromzugang geholfen, eine tolle Zusammenarbeit“, richtet der Fachmann einen Dank an den Partner vor Ort.
Kleine Nebenflüsse wichtig als Kinderstube
Der Poischower Mühlenbach, ein kleiner Zufluss der mecklenburgischen Stepenitz, hat sich in den letzten Jahren deutlich verändert. Nach der Entfernung von Staustufen und aufgrund einiger Renaturierungsmaßnahmen ähnelt der Bach wieder mehr einem natürlichen Gewässer – und eignet sich auch wieder besser als Kinderstube für Meerforellen. Bis zu 50 Kilometer legen die fleißigen Wanderfische von der Ostsee über Trave und Dassower See bis zu ihren Laichplätzen im Poischower Mühlenbach zurück. In anderen Teilen des Landes sind es gerne mal über 100 Kilometer. Armin Steibli kartiert die Laichplätze


Am Poischower Mühlenbach hat Armin Steibli weitere Laichplätze entdeckt und direkt ins digitale System eingepflegt.
Foto: SPREE-PR/Galda
Zehn Zähleinrichtungen helfen in MV, die Vorkommen der Meerforelle zu messen.
Grafik: A. Steibli/SPREE-PR
und gleicht diese Daten mit den Kamerazählungen ab. So ergibt sich ein gutes Bild über die Nutzung des Bachs als Laichgebiet. Bei seinen Kartierungen beobachtet er auch, an welchen Stellen Gefahren lauern.
Natürliche Feinde sind u. a. Fischotter, Kormorane und Reiher, das gehört dazu. Den größten Einfluss hat allerdings der Mensch. „Nur etwa 5 Prozent der Fließgewässer in MV sind in einem guten oder sehr guten ökologischen Zustand“, berichtet Armin Steibli.
Viele Bäche sind begradigt und oft fehlt die ehemals vorhandene schattenspendende Ufervegetation, die im Sommer Temperatur und Pflanzenwachstum regulieren würde. Ein Mähen mit möglichen Eingriffen in die Bachsohle und somit die Laichplätze wäre dann nicht mehr nötig.
„Die Meerforelle ist Bio- und Klimaindikator unserer Fließgewässer, ihr Schutz eine Gemeinschaftsaufgabe von Behörden, Gewässerunterhaltern, Wissenschaft, Naturschutzverbänden,
Vereinen und Ehrenamtlichen“, so der Experte. Armin Steibli zog übrigens 2011 aus Süddeutschland nach Rostock, weil er „irgendwas mit Fisch“ machen wollte, diese Richtung verfolgte er mit einem Studium an der Uni Rostock beharrlich und ist heute im Institut für Fischerei, das zum Landwirtschaftsministerium gehört, für die Meerforelle zuständig.
Begeistert erzählt der 40-Jährige von dem Verwandlungskünstler. „Die Meerforelle startet im Süßwasser und stellt sich automatisch auf Salzwasser um.“ Durchschnittlich misst der torpedoförmige Fisch 60 Zentimeter, kann aber auch bis zu 130 Zentimeter groß und bis zu 20 Kilo -
gramm schwer werden. Silbern glänzt der Lachsfisch unterjährig, braunrot ist sein Gewand zur Laichzeit. Diese startet meist Ende September und zieht sich bis in den Januar. „Hier sind die Meerforellen am verwundbarsten. Lassen Sie den Fischen beim Aufstieg und in den Laichgebieten bitte in Ruhe“, so sein Appell an den Menschenverstand, dem Umweltschutz nicht gleichgültig sein sollte.
WEITERE INFOS: salmonidenfreund.de landwirtschaft-mv.de
Feuchttücher sind in vielen Haushalten praktische Alltagshelfer. Nach dem Gebrauch gehören sie in den Restmüll. Oft werden sie jedoch in der Toilette entsorgt. Das ist ein großes Problem, sagt Abwassermeister Jens Christofzik.
Warum gehören Feuchttücher nicht in die Toilette?
Jens Christofzik: Im Gegensatz zu Toilettenpapier bestehen sie aus robusten Fasern, die sich nicht im Wasser zersetzen. Das kann jeder in einem kleinen Experiment selbst ausprobieren: Füllen Sie ein Glas mit Wasser und einem Blatt Toilettenpapier. Schon nach wenigen Augenblicken zerfällt das Papier in kleine Fasern. Wiederholen Sie das Ganze mit einem Feuchttuch. Auch nach langem Warten halten hier alle Fasern fest zusammen. Und genau hier liegt das Problem.
Wie zeigt sich dieses Problem beim WZV? Wenn das Abwasser Richtung Kläranlage gepumpt wird, verknoten sich die Tücher zu zopfartigen, oft meterlangen Strängen. Diese verstopfen Kanäle und verheddern sich in Pumpen. Das führt zu Schäden an den Anlagen und stört die Entsorgungsabläufe. Unabhängig davon erhöht sich auf den Kläranlagen mit jedem falsch entsorgten
ARBEITSSCHUTZ

Abfall natürlich auch die Menge des Rechenguts.
Wie bekommen Sie die Anlagen bei einer Verzopfung wieder frei?
Nur mit hohem Aufwand! Maschinen, die das Tuchgewirr aus den Anlagen ziehen, gibt es nicht.
Unsere Mitarbeiter müssen die Stränge mit den Händen aus den Anlagen pulen. Das ist anstrengend und ehrlich gesagt auch sehr unappetitlich. Hinzu kommen noch der Aufwand für die An- und Abfahrt zu den Anlagen, der Ausund Einbau von Pumpen oder anderen Armaturen.
Das sind am Ende sicher auch alles Kostenfaktoren?
Auf jeden Fall! Verstopfte Pumpen wieder in Gang zu bringen, erzeugt Kosten, die letztlich in die Kalkulation der Abwassergebühr mit einfließen. Feuchttücher korrekt zu entsorgen, trägt also auch dazu bei, Gebühren nicht unnötig zu belasten.

Diese graue Masse sind falsch entsorgte Feuchttücher. Sie wurden mühselig im Hauptpumpwerk Malchin geborgen und müssen nun auf dem Klärwerk in Stavenhagen weiter behandelt werden.
Arbeitsschutz ist in Deutschland ein hohes Gut. Ein wichtiges Bindeglied bei der Erfüllung der gesetzlichen Vorgaben sind innerbetriebliche Sicherheitsbeauftragte wie Sandra Volkmann.
Wenn Sandra Volkmann auf der Kläranlage Stavenhagen unterwegs ist, dann verrichtet sie nicht nur ihre Arbeit als Klärwärterin. Ihre Augen haben immer auch einen Blick für das Drumherum. Sind alle Schächte richtig abgedeckt? Gaswarngeräte geladen? Beleuchtungen intakt? Gibt es Stolperfallen? Oder andere Sicherheitsmängel? Als Sicherheitsbeauftragte unterstützt sie den Verband – zusammen mit drei anderen Kollegen –ehrenamtlich beim Arbeitsschutz. Eine Aufgabe mit vielen Facetten. „Wir achten nicht nur auf Mängel und Gefahrenquellen. Wir beraten und motivieren auch Kollegen zu
sicherem Verhalten am Arbeitsplatz.“ Weisungsbefugnisse haben Sicherheitsbeauftragte nicht. „Wir handeln beratend und unterstützend, sind quasi das Bindeglied zwischen Belegschaft und Vorgesetztem.“ Sicherheitsbeauftragte zu sein, ist ein innerbetriebliches Ehrenamt, für das sich Sandra Volkmann und ihre Kollegen regelmäßig fortbilden. Ein weiteres Rädchen im Arbeitsschutzgetriebe sind Fachkräfte für Arbeitssicherheit. Sie beraten den Verband von außen, ermitteln Arbeitsbedingungen sowie betriebliche Unfall- und Gesundheitsgefahren und erstellen Gefährdungsbeurteilungen, aus denen sich konkrete Handlungsanweisungen ableiten. „Viele Jahre hat Elke Kraft uns in dieser Funktion begleitet. Demnächst geht sie in den Ruhestand“, sagt Verbandsgeschäftsführer David Schacht. „Wir

Bevor Sandra Volkmann oder ihre Kollegen in Schächte steigen können, müssen sie diese freimessen. Damit stellen sie sicher, dass sich keine giftigen Gase im Schacht befinden.
danken Frau Kraft für die gute Zusammenarbeit und wünschen ihr alles Gute für den neuen Lebensabschnitt.“ Nun sucht der Verband eine Nachfolge, die diese Aufgaben ab dem kommenden Jahr übernimmt.
Beim Zweckverband stehen auch in diesem Jahr etliche Bauvorhaben an. „Im Trinkwasserbereich investieren wir 3,06 Millionen Euro, im Abwasserbereich 2,52 Millionen Euro“, sagt Peter Dammann, Leiter des Bereichs Investition/Entwicklung. Ein Überblick über die wichtigsten Projekte.
Gesamtes Verbandsgebiet
Der Verband erneuert an vielen Stellen im Verbandsgebiet sein Rohrnetz. „Diese Leistungen werden komplett in Eigenleitung durch unseren Mitarbeiter Ronald Richter geplant und größtenteils durch unseren verbandseigenen Bautrupp umgesetzt“, unterstreicht Peter Dammann. Insgesamt stehen im Investplan dafür etwa 400.000 Euro (brutto) zur Verfügung.
Vorgesehen sind diese Maßnahmen:
• Drosselweg, Malchin (TW-Leitungen und Hausanschlüsse/HA);
• Friedrichsruh (TW-Leitungen und HA);
• Kameruner Weg, Stavenhagen (TW-Leitungen und HA);
• Bahnübergang Wackerow (TW-Leitungen und HA);
• Bahnhofsstraße, Mölln (TW-Leitungen und HA);
• Ivenack (HA), Dorfstraße,
• Galenbeck (HA);
• Schorrentin (HA);
• Lindenweg, Kummerow (Schmutzwasserkanal und SW-Hausanschlüsse).
„In Abhängigkeit von den zu erwartenden Baukosten kann es möglich werden, dass wir einige Maßnahmen ins kommende Jahr schieben müssen.“
A Gielow
In Gielow baut der WZV einen neuen Trinkwasserspeicher. „Der bisherige Speicher war mehr als 60 Jahre alt und einsturzgefährdet“, erläutert Peter Dammann. Die Arbeiten begannen 2025 und beinhalten auch eine neue Zuwegung zum Wasserwerk, die Leitungsverlegung
zwischen Wasserwerk und Speicher sowie zwei Druckerhöhungsstationen. Der neue Speicher soll Ende August in Betrieb gehen. Insgesamt investiert der Verband ca. 1,3 Millionen Euro (netto) in diese Baumaßnahme. Das Wasserwerk Gielow ist für den Verband ein wichtiger Standort: Perspektivisch sollen die Wasserwerke Viezenhof und Basedow vom Netz gehen und in Gielow eingebunden werden.
B Rosenow In Rosenow wird das Wasserwerk fit für die Zukunft gemacht. „Im Moment steht von dem Gebäude nur die Hülle.“ Der Verband erneuert die gesamte Anlagentechnik, wechselt Druckerhöhungspumpen und ersetzt die beiden bisherigen Filter durch drei größere. „Künftig sollen die Versorgungsgebiete der Wasserwerke Gädebehn und Groß Helle ebenfalls über dieses Wasserwerk versorgt werden.“ Dass „ihr“ Wasserwerk außer Betrieb ist, davon merken die angeschlossenen Einwohner nichts: „Ihre Versorgung erfolgt zuverlässig über eine provisorische Wasseraufbereitungsanlage.“ Die Sanierung wird voraussichtlich im August fertig sein. Der Wertumfang beträgt ungefähr 600.000 Euro (netto).
C Stavenhagen
In der Reutersiedlung wird das defekte Mischwassersystem durch ein neues Trennsystem ersetzt. Die Maßnahme befindet sich im letzten Bauabschnitt. Wertumfang: 254.000 Euro.
D Neukalen
„Auf dem Gartshof“ werden die Arbeiten zur Leitungsverlegung fortgeführt. Dazu werden im hinteren Bereich des Wohngebiets ca. 175 Meter Trinkwasserleitung und Hausanschlüsse ausgewechselt, ca. 145 Meter Schmutz- und Regenentwässerung sowie die
Der WZV widmet sich auch in diesem Jahr überall im Verbandsgebiet wichtigen Bauvorhaben. So unterschiedlich diese auch sind, eines haben sie gemeinsam: Sie sind wichtige Investitionen für die Zukunft. Karte:
Grundstücksanschlüsse erneuert. Kostenpunkt: 309.000 Euro.
E Malchin
Unter der Peene werden bis Ende des Jahres eine Trinkwasser- und eine Abwasserdruckrohleitung neu verlegt. Wertumfang: 260.000 Euro.
Das ehemalige Wasserwerk Malchin wurde zur Umweltbildungsstätte ausgebaut. Das Außengelände soll als außerschulischer Lernort genutzt werden.
Deshalb entsteht hier eine überdachte Fläche und eine „Bibliothek der Dinge“. Das Vorhaben wird mit 260.000 Euro gefördert vom Landesförderinstitut Mecklenburg-Vorpommern (LFI).
F Basepohl Im Wasserwerk Basepohl wird die Pumpentechnik erneuert. Die Planung erfolgt in Eigenleistung. Kosten: ca. 250.000 Euro (netto).
G Rittermannshagen
Im Einzugsgebiet der Wasserfassung wird eine Grundwassermessstelle errichtet. Außerdem entsteht ein neuer Versorgungsbrunnen. Kostenpunkt: 170.000 Euro (netto).
H Stavenhagen
Die Kläranlage Stavenhagen soll in diesem Jahr einen mit Klärgas betriebenen Heizkessel erhalten. Wertumfang: ca. 138.000 Euro (brutto).

Herzlich Willkommen beim WasserZweckVerband Malchin Stavenhagen! Wenn Anastasia Hensel auf den Zettel an ihrem Schreibtisch schaut, muss sie lächeln. Die kleine Botschaft mit dem bunten Blumen-Motiv begleitete die Studentin der Siedlungswasserwirtschaft durch ihre ersten Praxiswochen beim Verband.

In ihrer Praxisphase war Anastasia Hensel viel draußen unterwegs. Im Büro protokolliert sie im Nachgang alle wichtigen Infos.
Anastasia Hensel ist die erste Bachelorstudentin im WZV. Siedlungswasserwirtschaft ist ein Fachgebiet des Bauingenieurwesens. Das duale Studium bereitet Studierende darauf vor, wasserwirtschaftliche Bauvorhaben im Umfeld von Siedlungen zu planen und umzusetzen. „Ich lerne zum Beispiel, wie man unter Maßgabe von Umweltschutz und innovativer Technologien Anlagen wie Wasserwerke, Kläranlagen oder Versorgungsnetze plant, baut oder saniert.“ Die Theorie lernt Anastasia an der Fachhochschule in Potsdam. Die Praxis beim WZV: In zwei Praxissemestern und den Praxiswochen während der Semesterferien.
Ihre erste Praxisphase führte sie in den Trinkwasserbereich. Sie begleitete die Kollegen bei Filterkontrollen, Filterspülungen, beim Zählerwechsel, zu Bauberatungen. In Zolkendorf ist ein neuer Reinwasserbehälter geplant. Dafür muss das Gelände vermessen werden. „Auch hier war ich dabei.“
KURZER DRAHT
WASSER ZWECK VERBAND
MALCHIN STAVENHAGEN
Schultetusstraße 56 17153 Stavenhagen
Tel.: 039954 361-0
Fax: 039954 361-531
info@wzv-malchin-stavenhagen.de www.wzv-malchin-stavenhagen.de

Wie vermisst man ein Gelände? Auch das war Teil ihrer ersten Praxisphase im Verband. Foto: WZV
Nun sind die Semesterferien um. Das zweite von acht Semestern ist gestartet. Mit Fächern wie Bauinformatik, Vermessungskunde und Hydrochemie. Im Sommer folgt auf die Theorie wieder Praxis. „Ich freu mich schon drauf“, sagt Anastasia und schaut noch einmal lächelnd auf die kleine Nachricht an ihrem Schreibtisch.
Afrikanische Savannen, tropische Regenwälder, eisige Polarlandschaften: Ferne Welten wie diese rücken in Zoos in greifbare Nähe. Auch in MV bieten sich viele Gelegenheiten, Tieren aus allen Kontinenten zu begegnen – und dabei mehr über Lebensräume, Artenschutz und ökologische Zusammenhänge zu erfahren. Auf dieser Seite stellen wir Beispiele aus dem Herausgeberkreis der WASSERZEITUNGEN vor.
Zwischen Regenwald und Nordpol liegt in Rostock nur ein kleiner Fußmarsch. Vorbei an Zebras, Robben und Wisenten, Nasenbären und Dikdiks. Die Wurzeln des Zoos reichen bis 1899 zurück. Am Anfang war er ein Wild- und Dendrologischer Garten. Heute ist er eine 56 Hektar große Parklandschaft mit 6.500 Tieren in 500 Arten. Und botanischen Besonderheiten. Dazu gehören eine historische Eichenallee, das Dahlienquartier und ein Mammutbaum. Bis Ende September öffnet der Zoo täglich von 9 bis 18 Uhr. Jeden 3. Sonntag im Monat lädt der Zooverein zu Führungen ein. Besucher können den Zoo auch mit digitalen Touren (Actionbounds) erkunden sowie zu ausgewählten Zeiten bei Fütterungen zuschauen. www.zoo-rostock.de
Tierpark, Tiergarten oder Zoo?
Was ist der Unterschied? Wir haben beim Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) nachgefragt. Die Antwort: „Es gibt keine Namensabgrenzung zwischen Tierpark, Tiergarten oder Zoo. Die Begriffe werden synonym genutzt.“ Aber: „Wer sich so nennen darf, ist gesetzlich geregelt.“
Basisdokument für alle Zoos in der EU ist die sogenannte „EU-Zoorichtlinie“. Sie enthält Vorschriften für die Betriebserlaubnis und Überwachung von Zoos und für ihre Rolle bei Artenschutz, Bildung und Forschung. Die meisten EU-Mitgliedsstaaten haben die Richtlinie in ihre nationale Gesetzgebung integriert. In Deutschland ist das z. B. das Bundesnaturschutzgesetz.
Tierpark Wismar
Antwerpener Bartzwerge. Blaßkopfrosellas. Degus. Mufflons: Sie freuen sich im Tierpark Wismar über Besucher. Ihr Revier liegt südlich der Altstadt, unmittelbar am Bürgerpark. Und in trauter Ge meinschaft mit 300 anderen Wild- und Haustieren. Unser Tipp: Schauen Sie unbedingt bei den Känguru-Jungen in der Australienanlage vorbei! Ein besonderes Highlight sind auch die frei laufenden Blauen Pfaue (Foto). Wenn die Männchen zur Paarungszeit ihre prachtvollen Schwanzfedern spreizen, heißt es: Schnell die Kamera zücken! Bis Oktober öffnet der Tierpark täglich von 9 bis 18 Uhr. www.tierpark-wismar.de


Nur Pfauenmännchen tragen die markanten Schwanzfedern. Nach der Paarungszeit werfen sie diese ab.
Zoo Schwerin
Als der Zoo Schwerin vor 70 Jahren seine Türen öffnete, hatte er gerade einmal 17 Tiere. Heute sind es ungefähr 2.000. Zu den Besonderheiten zählen die Asiatischen Löwen, die Südlichen Breitmaulnashörner und die Moorea-Baumschnecke. Als Artenschutz-Zoo konzentriert er sich auf die Haltung und Zucht bedrohter Arten. Aber auch heimische Wildtiere haben ihren Platz. Zu den jüngsten Bewohnern gehören drei Löwenwelpen. Sie kamen Anfang Januar zur Welt. Bis 25. Oktober öffnet der Zoo montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr, an Wochenenden und Feiertagen bis 19 Uhr. www.zoo-schwerin.de
Wildpark-MV Güstrow
Bären, Wölfe, Luchse und Wildkatzen: Im Wildpark-MV erleben Besucher am Stadtrand von Güstrow Tiere fast wie in freier Wildbahn. Wer möchte, kann auf dem Weg zu ihnen durch Höhlengänge kriechen, über Kletterpfade durch Baumwipfel streifen, ohne nass zu werden durch einen Fluss wandern und einer Moorleiche begegnen. Der Wildpark bietet Besuchern auch Übernachtungen im Wolfsgehege oder einen ganz persönlichen Tag als Tierpfleger an. Unser Tipp: eine Wolfswanderung in der Dämmerung. Bis Ende September öffnet der Wildpark-MV täglich von 9 bis 19 Uhr. www.wildpark-mv.de

Tierpark Greifswald
Wenn der Frühling die Natur wärmt, zieht es nicht nur King Arthur wieder hinaus ins Freie. Die Pantherschildkröte ist eines von rund 800 Tieren, die Sie im Tierpark Greifswald sehen können. Der Tierpark liegt in unmittelbarer Nähe zur Altstadt und erstreckt sich als naturnahe Parkanlage rund um den Schwanenteich. Eine Besonderheit ist seine Wildvogelauffangstation: Sie ist – neben dem Zoo in Stralsund –die einzige Station dieser Art in MV. Bis Mitte Oktober öffnet der Tierpark täglich von 9 bis 18 Uhr. www.tierpark-greifswald.de
Tierpark Wolgast
Australien. Madagaskar. Europa. Nord- und Südamerika: Im Tierpark Wolgast liegen sie nur einen Katzensprung voneinander entfernt. Hier, im Waldstück Tannenkamp, haben rund 600 Tiere aus mehr als 70 Arten ein Zuhause. Zu den Bewohnern gehören zum Beispiel Alpakas, Kängurus, Silberfüchse und der Braune Maki. Eine Besonderheit ist das Peene-Aquarium mit heimischen Fischarten wie Stichling, Schlammbeißer und Rotfeder. Bis Ende September öffnet der Tierpark täglich von 9 bis 18 Uhr. Zwischen 12 und 15 Uhr finden Schaufütterungen statt. www.tierparkwolgast.de
Artenreiche Vielfalt Wer Tiere hautnah erleben möchte, findet in MV viele Möglichkeiten. Dazu gehören neben den sechs vorgestellten Einrichtungen zum Beispiel auch diese: Tropenzoo Bansin Wisentreservat Damerow Ozeaneum Stralsund Wildpark Boek Tierpark Grimmen Tiererlebnispark Müritz Vogelpark Marlow Tiergarten Neustrelitz Tierpark Sassnitz Zoo Stralsund Tierpark Ueckermünde Wisentpark Insel Usedom Schmetterlingspark Klütz Schmetterlingsfarm Trassenheide Erlebnis- und Tigerpark Dassow Elefantenhof Platschow Müritzeum Meeresmuseum Stralsund. Der älteste Zoo in MV ist der Tiergarten Neustrelitz: Er wurde 1721 errichtet.
Artenschutz und grüne Klassenzimmer Zoos und Tierparks sind weit mehr als Orte, die Besuchern „einfach nur“ Tiere zeigen: Moderne Anlagen setzen auf naturnahe Lebensräume, engagieren sich in Zuchtprogrammen und klären Besucher über Natur- und Artenschutz auf. Zum Beispiel in Workshops, an Wissensstationen oder in Zooschulen.
Wir leben in unsicheren, anstrengenden Zeiten. Seit Jahren müssen wir tapfer sein. Im Alltag. Im Privatleben. Im Job. Coronapandemie, Ukrainekrieg, Energiekrise – die weltpolitische Lage ist beunruhigend. Entspannt und gelassen durchs Leben gehen? Eine echte Herausforderung.
Gerade in solch turbulenten Zeiten sehnen sich viele Menschen nach Orten, an denen man Kraft tanken und zur Ruhe kommen kann, je näher, um so besser. Das kleine Glück um die Ecke, die kurze Auszeit in der Natur kommen da ins Spiel. Für den einen ist es der eigene Garten, ein See mit seinen verschiedensten Farb- und Lichtstimmungen, ein bestimmter Baum, ein mystischer Wald, ein Berg oder die kleine Kirche im Ort. Kraftorte, an denen man sich rundum wohl fühlt, gibt es fast überall, man muss sie nur für sich selbst aufspüren. Die WASSERZEITUNG hat die Herausgeber nach ihren Tipps gefragt.


STRAND IN SICHT

„Heute ist ein guter Tag um glücklich zu sein.
Steht das Glück vor der Tür, dann lass' ich es rein.
Guten Tag, liebes Glück, schön dich zu sehen, Kaffee oder Tee? Du willst doch nicht gleich wieder gehen …“
Max Raabe und das Palast Orchester „Guten Tag, liebes Glück ”
PERSPEKTIVWECHSEL
e Orte der Stille, inneren Einkehr, Baukunst, Aussichten. Nicht nur gläubige Menschen finden in Kirchen, Domen (hier St. Nikolai in Greifswald) und Klöstern des Landes eine Auszeit aus dem hektischen Alltag. Foto: SPREE-PR/Galda
EIN GLÜCKSDORF

` Jenseits jeder Hektik liegt der Deck Beach Club am Radweg zwischen Heiligendamm und Kühlungsborn. Egal zu welcher Tageszeit lässt sich hier mit Blick aufs Wasser bestens abschalten. Das geht übrigens auch zum Beispiel in der Ostsee-Lounge in Boltenhagen oder im Supremesurf Beachhouse in Warnemünde. Foto: MV-T/Tiemann
e Nicht weit von Zarrentin liegt in der Gemeinde LüttowValluhn der Ortsteil Schadeland. Er nennt sich selbstbewusst Glückswohlfühldorf. Am Ortsrand grüßen Mohn- und Kornblume und sind mit ihren kräftigen Farben eine echte Augenweide.

Die eigene Terrasse, liebgewonnene Haustiere – manchmal muss man für seinen Lieblingsplatz gar nicht so weit schauen. Foto: SPREE-PR/Galda

EINEN SICHEREN HAFEN ENTDECKEN

BLAUE WUNDER ERLEBEN
Hier an der Elde in Plau am See kann man ebenso wie in Wolgast sein Blaues Wunder erleben, der Volksmund nennt die beiden Brücken so. Die Elde ist mit 208 Kilometern der längste Fluss in MV und durchfließt dabei jede Menge Seen, bevor sie bei Dömitz in die Elbe mündet. Foto: SPREE-PR/Galda

a 2.000 Kilometer Ostseeküste und genauso viele Seen. Wasser hat man vielerorts im Blick, hier zum Beispiel von Wolgasts Schlossinsel auf die Stadt oder gespiegelt im Wismarer Hafen. Fotos (2): SPREE-PR/Galda
EINFACH MÄRCHENHAFT
Hugo, der Märchenbaum, entführt in Heringsdorf Besucher in die Welt der Geschichten. Im Westen des Landes lädt die „Sagen- und Märchenstraße“ ein, der Realität kurz zu entfliehen. Orte wie Dreilützow, Zarrentin, Lübtheen, Wittenburg, Parchim, Plau am See, die Insel Poel, Grevesmühlen oder Dassow sind mit ihren Sagengestalten dabei. sagen-und-maerchenstraße-mv.de


ENTSCHLEUNIGEN
Entschleunigen, digitaler Entzug. Auf dem Rücken der Pferde oder wie hier am Neuklostersee zu Wasser im Kanu. Um den See führt übrigens ein schöner, gut zehn Kilometer langer Rundweg. Foto: SPREE-PR/Galda
Glück | das [glyk] | Substantiv angenehme und freudige Gemütsver fassung, in der man sich befindet, wenn man in den Besitz oder Genuss von etwas kommt, was man sich gewünscht hat; Zustand der inneren Befriedigung und Hochstimmung
Quelle: Duden
Ausreichend zu trinken, ist wichtig für die Konzentration. Doch was, wenn die Trinkflasche schon nach wenigen Schulstunden leer ist? Im WZV-Gebiet müssen sich Schüler darüber keine Gedanken mehr machen: Der Zweckverband hat in vielen Schulen Trinkwasserspender aufgestellt.
Mit Sprudel? Oder lieber ohne? Manchmal dauert es einen kleinen Moment, bis sich die Finger entschieden haben. Sobald sie die Taste ihrer Wahl drücken, füllt der Automat frisches Wasser in die Flasche. „Alle Spender sind wie ein Wasserhahn direkt mit der Wasserleitung verbunden“, sagt Dirk Kettner. Er leitet beim WZV den Bereich „Betrieb“ und damit auch die Umsetzung der Idee, Schulen mit Trinkwasserspendern zu versorgen.
Den ersten Spender hat der Verband schon 2003 aufgestellt. „Inzwischen haben wir alle öffentlichen Grundschulen und weiterführenden Schulen im Verbandsgebiet damit ausgestattet.“ Sie sollen Schüler darauf aufmerksam machen, wie wertvoll Trinkwasser aus dem Hahn und dem öffentlichen Netz ist.
Der Impuls dazu sei aus zwei Richtungen gekommen, sagt Dirk Kettner. „Als Trinkwasserversorger wissen wir natürlich, wie gesund Wasser ist. Auf der anderen Seite sind viele Mitarbeiter im Verband selbst Eltern und kennen die Her-

ausforderungen, wenn es darum geht, dass Kinder ausreichend trinken.“ Was lag also näher, als mit gutem Beispiel voranzugehen?
„Mit den Wasserspendern bieten wir Schülern eine gesunde, nachhaltige und kostenlose Alternative zu anderen Getränken.“ Statt jeden Morgen eine schwere Trinkflasche in die Schule mitzunehmen, können sich die Kinder und Jugendlichen ihre Flaschen nun vor Ort füllen so oft sie möchten. Neben der gesundheitlichen und sozialen Komponente leiste das Angebot auch einen Beitrag
Kennen Sie schon das „Wasserwerk der Zukunft“? Baulich betrachtet ist es das alte Wasserwerk am Turnplatz 12 in Malchin. Inhaltlich gesehen steht dahinter ein gleichnamiger Verein, der neue Wege im Umgang mit natürlichen Ressourcen beschreitet und das denkmalgeschützte Gebäude zu einer offenen Begegnungs-, Kultur- und Bildungsstätte rund um Wasser, Landschaft und Zukunft macht. Interessierte finden das „Wasserwerk der Zukunft“ jetzt auch im Internet. „Damit können wir unser Anliegen nun einer noch breiteren Öffentlich-
Wasserwerk der Zukunft

Das „Wasserwerk der Zukunft“ hat jetzt auch eine Homepage
Grafik: SPREE-PR
keit zugänglich machen“, sagt Verbandsgeschäftsführer David Schacht, der auch im Aufsichtsrat der Initiative sitzt. Schauen Sie doch mal rein unter: www.wasserwerkderzukunft.de
zum Umweltschutz. „Mit eigenen, immer wieder verwendeten Flaschen fällt weniger Einweg-Müll an.“ Verbunden mit Bildungsangeboten zum vorbeugenden Grundwasserschutz möchte der Verband ein Bewusstsein für Wasser als wichtige Ressource schaffen.
Jeder Wasserspender enthält ein Kühlaggregat. „Damit ist das Wasser auch an heißen Sommertagen gut gekühlt.“

Der Zweckverband finanziert sowohl die Geräte als auch deren Wartung und Reparatur.
Die Schüler der Pestalozzi-Grundschule Malchin schickten ein ganz persönliches Dankeschön an den Verband. Foto: SPREE PR/Kuska
Trinkwasser ist unser wichtigstes Lebensmittel und für unser tägliches Leben unverzichtbar. Wir trinken es, kochen damit und nutzen es täglich im Haushalt. Deshalb muss es absolut sauber und sicher sein. Damit das garantiert ist, wird Trinkwasser regelmäßig untersucht.
Grundlage dafür sind strenge gesetzliche Vorgaben und moderne Analyseverfahren. Dabei werden sowohl mikrobiologische als auch chemische und physikalische Merkmale in den Blick genommen. „Unsere 16 Wasserwerke werden jedes Jahr im
Schnitt viermal beprobt“, erläutert Antje Heiden, Technische Mitarbeiterin im Bereich Trinkwasser. Zu den Proben, die der Verband durch ein akkreditiertes Wasserund Umweltlabor bestimmen lässt, gehört auch jedes Jahr eine große Analyse. „Diese Untersuchung nimmt mehr als 110 Inhaltsstoffe unter die Lupe.“
Aber nicht nur die Wasserwerke, auch 55 Probe-Entnahmestellen im Trinkwassernetz, zum Beispiel in Kitas, werden regelmäßig beprobt. „Außerdem werden alle 47 Versorgungsbrunnen kontrolliert", sagt Antje Heiden. Wie gut das Trinkwasser in Ihrem Versorgungsbereich ist,
„Alle Wasserspender werden regelmäßig durch einen Fachbetrieb gewartet.“ Wie sehr die Wasserspender bei den Schülern ankommen? „Vor kurzem haben wir einen Wasserspender in der Pestalozzi-Grundschule Malchin aufgestellt. Ein paar Tage später haben wir Post bekommen. Darin haben sich die Kinder mit selbst gemalten Bildern für den Spender bedankt. Das hat uns sehr berührt. Wir sagen deshalb auch an dieser Stelle noch einmal: Vielen Dank!“
können Sie unter www.wzvmalchin-stavenhagen.de einsehen. Im Abschnitt „Trinkwasserversorgung“ finden Sie für jedes Wasserwerk den aktuellen Prüfbericht. Scannen Sie einfach den QR-Code, dann gelangen Sie direkt zur Übersicht. Die Nachricht hinter den vielen Zahlen in den Analysen: Alle Werte erfüllen die vorgeschriebenen Anforderungen und belegen eine sehr gute Wasserqualität.