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REISEN UND FREIZEIT

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Freitag, 10. Oktober 2014 ^ Nr. 235

Neuö Zürcör Zäitung

Regelmässig Sport treiben trotz Dunkelheit und Kälte

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Auf der Via Surprise ein Stück Solothurner Jura entdecken Seite 55

Eine Reise zu Tschechiens Burgen und Schlössern Seite 56

Mit Eseln im Schwarzwald: Wenn die Familie eine Herde bildet Seite 57

Ein wenige Sekunden dauernder Ritt auf den Wellen macht alle vorhergehenden Strapazen vergessen.

PAUL BOX / REPORT DIGITAL-REA / LAIF

Mit Kind und Kegel Surfen, golfen, wandern – an der Atlantikküste in Portugal wird es Teenagern garantiert nicht langweilig

Für familienfreundliches, günstiges Wohnen sind in Sagres die Sagres Time Apartamentos zu empfehlen: www.sagrestime.com/de. Weniger günstig, dafür mit fünf Sternen und an wunderbarer Lage direkt am Strand ist das Familienhotel Martinhal Beach Resort: www.martinhal.com. Gut geführte Surfkurse und sehr günstige, hippe Unterkünfte für Jugendliche bietet die Algarve Surf School gleich um die Ecke: www.algarvesurfschool.com. Etwas weniger nah gelegen ist die Golfanlage Espiche, die Golflektionen für Anfänger organisiert: www.espiche-golf.com. PORTUGAL

Lissabon

SPANIEN

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Atlantischer Ozean

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Der nächste Morgen ist trüb, und so lassen wir die Teens ausschlafen. Die Surfkurse beginnen erst um elf – ganz dem Rhythmus der jungen Kundschaft entsprechend. An der wild-romantischen Amado Beach, einem Hotspot der portugiesischen Surfschulen an der Costa Vicentina, beginnt der bewölkte Tag dann sehr gemächlich: Mit einem Galao, ˜ einem hellen Milchkaffee im Glas, wärmt man sich die Hände und beobachtet, wie die mächtigen Wellen des Atlantiks auf den breiten Sandstrand zurollen und der Morgennebel langsam die schwarzen Felsklippen hochklettert. Mit der Ausgabe der Neoprenanzüge, der T-Shirts und der Bretter kommt

GUT ZU WISSEN

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Ausschlafen und Action

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Gu

Alles läuft wie am Schnürchen: Nach der pünktlichen Ankunft unseres Abendflugs in Lissabon empfängt uns in der Ankunftshalle ein freundlicher Herr vom Autoverleih. Zehn Minuten später brausen wir auf der Autobahn Richtung Süden und schweben mit der letzten Abendsonne über die imposante Vasco-da-Gama-Brücke, die sich elegant über die riesige Mündung des Tejo spannt. Nach gut zwei Stunden recht einsamer Fahrt – in Portugal wurden in den letzten Jahren grosszügige Autobahnen erstellt, die jedoch wegen der Krise momentan praktisch leer sind – erreichen wir Sagres, unser Ziel am südwestlichen Zipfel des Landes.

migen wir uns in der Bar am Dorfplatz überbackene Toasts mit Schafskäse und Honig, Johannisbrotkuchen und einen würzigen Salat mit Feigen. Der Abend gehört dem Lesen, die Nacht – zumindest bei den Teenagern – dem Gamen. Am folgenden Nachmittag wählen wir die Strecke, die am südwestlichsten Punkt Europas, dem Leuchtturm am Cabo de Sao ˜ Vicente, beginnt und endet. Sie verläuft über scharfe, vom Meer zerfressene Karstpartien, durch canyonartige Einschnitte, mannshohen Schilf und an verlassenen Höfen vorbei. Auch die dritte Runde, zu der sich noch

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Lucie Paska

dann Bewegung in die Gruppe. Das Warmlaufen mit den ersten Sonnenstrahlen im Gesicht und dem Donnern der Wellen im Rücken und die Dehnübungen auf der kühlen, von der nächtlichen Flut glattgestrichenen Sandbank sind eine Wohltat für Körper und Seele – was danach folgt, ist eine Tortur. Die auf dem Trockenen eingeübte Bewegungsabfolge, um sich aufs Brett zu schwingen, will im hüfttiefen Wasser auch nach dem gefühlt hundertsten Mal einfach noch nicht klappen. Die Wellen sind zu Bergen geworden, deren weisse Schaumlawinen einen überrollen und weichspülen, und die Strömung reisst an Beinen und Körper. Nach einer Stunde im Salzwasser-Tumbler läuft allen der Rotz aus der Nase und Meerwasser aus allen Poren. Wer aber durchhält, wird am zweiten, spätestens dritten Tag mit einem wenige Sekunden dauernden Wellenritt belohnt – und der macht alle Strapazen vergessen. Der Nachmittag gehört dem Land. Seit wenigen Jahren verläuft entlang der Atlantikküste nämlich ein ausgeschilderter Wanderweg. Insgesamt misst er 250 Kilometer und wäre in fünf Tagen zu bewältigen. Wir nehmen es nach dem morgendlichen Kraftakt gemütlicher und wählen die eher kürzeren Rundkurse. Der erste führt uns direkt von der zu dieser Tageszeit schon stark frequentierten Amado Beach in weitem Bogen über Pisten und Trampelpfade hoch über den Klippen bis zum Strand Praia da Bordeira. Da keine Strasse bis direkt ans Meer führt, muss man sich den kilometerlangen Küstenabschnitt nur mit ein paar Surfern teilen. Der Rückweg durch die mit blühenden Büschen und hohen Gräsern bewachsene Dünenlandschaft führt vorbei an einem rustikalen Restaurant, das wir uns mit seinen Meerspinnen, Riesenkrabben und Entenmuscheln für das Nachtessen vormerken. Im malerischen Carrapateira, dem einzigen Dorf auf dem Weg, geneh-

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Gelungene Ferien mit Jugendlichen verlangen einen guten Mix aus Action und Ruhe, Bekanntem und Neuem, Gemeinschaft und Einsamkeit. An der portugiesischen Costa Vicentina gibt es von alldem etwas.

Carrapateira ALGARVE Amado Beach Lagos Sagres Cabo de São Vicente 100 Kilometer

NZZ-cke.

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einige «Surfgspänli» gesellen, hat ihren ganz besonderen Reiz: Von der stark verlandeten und fruchtbaren Flussmündung bei der Praia da Arrifana steigen wir durch blühende Steingärten in einen ausgedehnten Föhrenwald und kehren über eine Hochebene mit Viehweiden und von Brombeerranken überwachsenen, kleinen verlassenen Bauernhäusern zurück. Um den «Alltagstrott» zu durchbrechen und einmal Richtung Osten statt immer nordwärts zu fahren, habe ich uns zu einem Golfschnupperkurs in der Nähe des Algarvestädtchens Lagos angemeldet: Der ehemalige britische Golfprofi Peter Lester persönlich erwartet uns auf der Driving Range, wo er uns vier blutige Anfänger in die Geheimnisse des Golfens einweihen wird. Systematisch und geduldig führt er uns vom richtigen Griff über die stabile Haltung bis zum entspannten Schwung. Die erste halbe Stunde sei entscheidend für die späteren Erfolgserlebnisse, so gibt er sich überzeugt.

Figur machen. Mir selber gelingen ein paar schöne, gerade Schläge, die mich erahnen lassen, wie es sich anfühlt, wenn man’s kann. Zum Schluss wieder ein besonderes Teenie-Vergnügen: Mit zwei Golfcarts kurven wir in flottem Tempo auf das erste Putting Green, wo es nicht mehr um Weite, sondern um Präzision geht; und da scheitern wir alle. Hier komme ganz stark die Psyche ins Spiel, die eines ebenso intensiven Trainings bedürfe wie der Körper. – Eine gute Gelegenheit also, neben der Körperbeherrschung auch seine Frusttoleranz zu erhöhen. Da diese insbesondere bei unserer Tochter aber noch eher tief liegt, ist der Tag nur noch mit einer Shoppingtour in Lagos zu retten. ANZEIGE

Luxus und Shopping Unser 16-jähriger Sohn macht sich gar nicht schlecht. Cool schlenzt er mit seinem «Iron» die Bälle weg, die in schönem Bogen bis hinter die 100-MeterLinie fliegen. Bald schon darf er das längere «Wood» in die Hand nehmen. Unsere 13-Jährige, die sich so wahnsinnig aufs Golfen gefreut hat, ist etwas verkrampft (weil sie alles so gut machen will). Der Neid auf den Bruder, dem Golf als vermeintlicher Altherrensport eigentlich suspekt war, macht die Sache auch nicht besser. Meinem Mann ist anzusehen, dass er die neue Herausforderung geniesst – die Kombination aus Konzentration und Loslassen, dem kurzen Schlag und dem langen Flug. Als älterer, gesetzter und gutbetuchter Herr würde er auf dem Golfplatz vielleicht eine noch bessere

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