Gästemagazin Park Igls
Kraft schöpfen
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GELENKE – SCHARNIERE DES LEBENS
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HEILENDE PFLANZEN
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WASSER – DER FLUSS DES LEBENS
Frühjahr/Sommer 2020
Park Zeit
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Gelenke – Scharniere des Lebens
Keine Angst vor Arthrose
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ewegung ist die B beste Therapie
Wenn Gelenke Probleme machen
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gelenkig werden
Therapieklettern
Für Beweglichkeit,
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Lass mal locker!
Wie wir wieder
Kraft und Koordination
Was kann Ultraschall
Klarheit in der Diagnose
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Heilende Pflanzen
Mit der Natur Kontakt aufnehmen
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Gut Ding braucht Kraut Mehr als Aroma und Optik
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Der Fluss des Lebens
Unser Wasserhaushalt ist hochkomplex
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Hören, was guttut
Bewusste Wahrnehmung erlernen
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Unser Angebot im Überblick
Lieber Gast! Gut gemeinte Ratschläge zur Stärkung unseres Immunsystems häufen sich nicht nur jetzt, während uns das Corona-Virus zu schaffen macht. Von Wechselbädern über Nasenspülungen bis zu exzessivem Vitaminverzehr reichen die Empfehlungen aus berufenem und – vor allem – weniger berufenem Munde. Dabei ignorieren sogenannte Experten meist völlig einen Bereich: das Zentrum unseres Immunsystems, unseren Darm. Denn dort befinden sich über 70 Prozent jener Zellen, die für ein intaktes Immunsystem verantwortlich sind. Der Dünndarm produziert spezifische Substanzen, die Erreger bekämpfen und abwehren. Und die Lymphozyten – spezielle weiße Blutkörperchen – im Dickdarm erkennen schädliche Viren oder Bakterien und produzieren bei Bedarf weitere Immunzellen, um gegen sie vorzugehen. Stellen Sie sich vor, wie stark und effektiv diese Abwehrspezial einheit wäre, wenn man ihr regelmäßige Erholungspausen gönnen würde! Genau das kann man aber! Die Therapie nach Dr. Franz Xaver Mayr, die bewusste Darm-Regeneration nach den Prinzipien der Modernen Mayr-Medizin, gewährt dem Darm die notwendige Auszeit. Und stärkt damit Ihr Immunsystem! Kommen Sie ins Park Igls und stärken Sie Ihr Immunsystem – wir heißen Sie herzlich willkommen! Ihre Mag. Andrea Gnägi und Dr. Peter Gartner
News, Zahlen & Fakten
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Gelenke – Scharniere des Lebens
850.000 Menschen sind mit der Diagnose Arthrose konfrontiert, das sind 12 % aller Österreicher und Österreicherinnen. Arthrose betrifft fast doppelt so viele Frauen (15 %) wie Männer (8 %) und im Alter nimmt sie deutlich zu. Ab dem 60. Lebensjahr kämpft jede/r Dritte mit den Symptomen einer Arthrose: eingeschränkte Beweglichkeit und Schmerzen. Deshalb wollen wir die Arthrose genauer unter die Lupe nehmen: Welche Gelenke sind am häufigsten betroffen? Welche Ursachen hat die Arthrose? Gibt es bei frühzeitigem Erkennen wirksame Gegenmaßnahmen? Kann Arthrose vielleicht sogar geheilt werden? Dr. med. Mag. phil. Richard Kogelnig, Allgemeinmediziner und Psychologe sowie stellver-
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GELENKE – SCHARNIERE DES LEBENS
tretender medizinischer Leiter im Park Igls, beantwortet im Interview unsere medizinischen Fragen. Physiotherapeut Paul Bajer ergänzt die Ausführungen im Hinblick auf Bewegung und Therapie.
WENN DIE GELENKE PROBLEME MACHEN Laut Dr. Kogelnig sind Hüften und Knie am häufigsten von einer Arthrose betroffen und es werden zu wenig konservative Methoden bzw. Techniken zur Behandlung eingesetzt. Bei der Hüfte, einem großen Kugelgelenk, greift man am häufigsten operativ mit Ersatzgelenken ein und erreicht postoperativ eine gute Beweglichkeit, schwieriger ist es jedoch beim Knie, einem Dreh-Scharniergelenk, und ebenso beim Sprunggelenk. Bänder, Sehnen und vor allem die zugehörigen Muskelketten spielen
nach einer OP nicht so mit, weil sie meist verkürzt, geschwächt und überreizt sind. Deshalb sollte die Entscheidung für eine Operation nicht vorschnell getroffen werden. Falls eine Operation unumgänglich ist, sollte davor ein Muskelaufbautraining mit Dehnungsübungen der Sehnen und Bänder erfolgen. Prävention ist nach Dr. Kogelnig immer besser. Denn eine Operation ist immer ein Risiko und ist erst dann eine Option, wenn nichts anderes mehr hilft. Physiotherapeut Paul Bajer sieht eine Ursache für den schnellen Entschluss zur Operation im mangelnden Körperbewusstsein und dem fehlenden Erkennen des Zusammenhangs von Be- und Entlastung im täglichen Bewegungsablauf.
URSACHEN: HAUSGEMACHT ODER GENETISCH BEDINGT Die Hauptursachen sind laut Dr. Kogelnig Abnützung und Überbelastung. Extremer Sport, wie Tennis, Squash oder Handball, können eine Arthrose beschleunigen. Bei den Schultern spielt häufig auch einseitige Belastung eine erhebliche Rolle, z. B. bei Arbeiten über Kopf, wie bei Handwerkern oder Malern. Harte Böden bewirken in Kombination mit falscher Belastung ein hartes »Aufschlagen« des Fußes beim Gehen. Von Fuß über Sprunggelenk und Knie bis herauf zur Hüfte sind nicht zuletzt Gang, Übergewicht oder Fehlstellungen für eine Arthrose verantwortlich. Am Beispiel eines 77-jährigen Patienten, der sich keiner Operation unterziehen wollte, zeigt Dr. Kogelnig auf, dass dieser mit speziellen Luftkissen-Schuhen (kybun®) und physiologischem Gangtraining seine Arthrose sehr gut in den Griff bekommen hat. Arthrose kann auch genetisch bedingt sein, laut Dr. Kogelnig gibt es sogenannte »Arthrosefamilien«. Hier ist das Risiko zwar erhöht, aber alles andere ist trotzdem »hausgemacht« durch die Lebensführung: falsche Ernährung, zu wenig Bewegung, Übergewicht oder zu langes Zuwarten mit dem Beginn einer ganzheitlichen Behandlung. Die Veranlagung macht nur max. 25 % aus.
Ernährung bei Arthrose MASS HALTEN Im Allgemeinen essen viele Menschen zu sauer, zu viel Fleisch, zu viel Fett und zu viel Zucker. Das beschleunigt die Degeneration bzw. den Alterungsprozess der Gelenke. Bauchfett, Entzündungen und Schmerzen stellen sich ein. Spätestens jetzt wird klar: Unser Darm und eine Arthrose stehen in einem unmittelbaren Zusammenhang. Die Moderne MayrMedizin kann hier gezielt ansetzen, weil sie den »Darm als Wurzel des Körpers« erkennt. Mit Fasten lassen sich schnell spürbare Erfolge erzielen: Entzündungen nehmen ab, die Darmschleimhaut regeneriert sich. Im Alltag sollten unbedingt die Essenszeiten beachtet werden. Morgens und mittags ist die Nahrungsaufnahme kein Problem – abends sollte jedoch nur wenig oder gar nichts mehr gegessen werden. Sonst ist der Körper die halbe Nacht nur mit der Verdauung beschäftigt und die notwendige Entgiftung bleibt aus. GUTE ÖLE UND POLYPHENOLE Omega-3-Fettsäuren, wie in Hanf- oder Distelöl, wirken entzündungshemmend. Beerenfrüchte wie Heidel- oder Brombeeren, aber auch Sauerkirschen oder Erdbeeren enthalten Polyphenole. Diese befinden sich auch in den Randschichten von Früchten und Gemüse und dienen als Radikalfänger und Antioxidans. Alle geräucherten Lebensmittel sind hingegen schlecht: die darin enthaltenen aromatischen Kohlenwasserstoffe führen zu Oxidation und damit zu Blähungen und einem unangenehmen Völlegefühl.
WIE ERKENNE ICH, OB ICH EINE ARTHROSE HABE? Abnützung, Überbelastung und einseitige Belastung durch angeborene oder angelernte Fehl
GELENKE – SCHARNIERE DES LEBENS
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stellungen führen langfristig dazu, dass der Gelenksknorpel geschädigt wird und zunehmend die Gelenksschmiere fehlt. Physiotherapeut Paul Bajer vergleicht den Knorpel mit einem Schwamm, der Gelenksflüssigkeit aufnimmt und wieder abgibt, wenn er voll funktionsfähig ist. Ist das nicht der Fall, treten Schmerzen auf, die Bewegung ist eingeschränkt und der Radius des betroffenen Gelenks wird immer enger. Die Patientin, der Patient bewegt sich immer weniger. Starke Schmerzen, Anlauf-, Nachtschmerz, leichte Gelenksschwellungen, Rötungen oder Gelenkergüsse und Flüssigkeits ansammlungen sind laut Dr. Kogelnig klinische Hinweise. Bei Verdacht auf eine Arthrose ist eine ärztliche Abklärung durch ein bildgebendes Verfahren wie Röntgen und / oder MRT erforderlich. Um eine Arthrose gegenüber anderen Gelenkserkrankungen wie Rheuma oder Gicht abzugrenzen, dient eine Blutanalyse.
DR. RICHARD KOGELNIG
»Allein in Europa sterben jährlich 20.000 Menschen an den Folgen falscher Medikamenten-Einnahme.«
NORMALES KNIEGELENK
Kapsel SCHMERZ LASS NACH Ohne gezielte Gegenmaßnahmen werden die Schmerzen mit der Zeit chronisch, das heißt, sie können über mehrere Wochen, Monate oder sogar Jahre anhalten. So weit sollte es aber gar nicht erst kommen. Kältetherapie (Kryotherapie), Neural therapie und Akupunktur sind – auch akut – sanfte Behandlungsmethoden. Dr. Kogelnig hebt die Bedeutung von »Triggerpunkten« am betroffenen Gelenk hervor. Um diese zu erkennen, bedarf es langjähriger Erfahrung und Fingerspitzengefühl. Mit Neuraltherapie in Kombination mit Soft-LaserAkupunktur – einer punktuellen Laser-Behandlung – an den Triggerpunkten können sehr gute Erfolge erzielt werden. Bei akuten, schubweise auftretenden Schmerzen rät er zur kurzfristigen Behandlung mit Medikamenten. In Kombination mit Magenschutz kann 2–3 Tage ein Medikament mit schmerzlindernder und entzündungshemmender Wirkung eingenommen werden. Bei akuten oder traumatischen Schmerzen ist eine Kühlung mit Topfen, Eis oder Kühlgelkissen hilfreich. Eine Injektion von Hyaluronsäure – max. fünfmal in Abständen von einigen Wochen – bringt dem Gelenk Schmierung. Bei Injektionen mit Kortison sollten hingegen die Alarmglocken schrillen, sind sich Dr. Kogelnig und Paul Bajer einig. Meist wird es nämlich viel zu hoch dosiert. Im Park Igls verwendet man es – wenn überhaupt – nur in 20-facher
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GELENKE – SCHARNIERE DES LEBENS
Knorpel Synovialis (Schleimhautschicht)
Knochen
KNIEGELENK MIT ARTHROSE
Verdickte Kapsel Zysten und Sklerose im benachbarten Knochen Knorpelverschmälerung Osteophyten (knöcherne Wucherungen) Verdickung der Synovialis Veränderte Knochenstruktur
Verdünnung. Es geht nur darum, einen Heilreiz zu setzen, den Rest erledigt der Körper selbst. Zu viel Kortison hat negative Auswirkungen auf Bänder und Sehnen, sie werden dadurch spröde und reißen leicht, wodurch sich der Degenerations-Prozess sogar noch verstärkt. Bei Injektionen besteht außerdem immer die Gefahr einer Infektion. Eine Dauerbehandlung mit Kortison ist also sogar gefährlich. Denn die Nebenwirkungen können massiv sein: Nieren- und Herzmuskelschäden und innere Blutungen sind häufig Folgen. Über die Wirkung von rezeptfreien Präparaten aus der Apotheke oder Drogerie gibt es zu wenige Studien, aber sie können leicht entzündungshemmend wirken. Viel wichtiger ist aber, das Gangbild zu verbessern, die Muskulatur aufzubauen und Dehnungsübungen unter Anleitung von Physiotherapeuten zu machen.
IST ARTHROSE HEILBAR? Nein, aber der Prozess kann gestoppt bzw. gebremst werden. Arthrose ist ein nicht wieder gutzumachender Schaden. Doch eine ganzheitliche Herangehensweise kann bewirken, dass Betroffene oft jahrelang keine Schmerzen mehr haben. Dazu gehört der Aufbau der stabilisierenden Muskulatur, die gemeinsame Arbeit mit einem Physiotherapeuten an einem größeren Bewegungsradius in Kombination mit entsprechender Ernährung. Beschwerdefreiheit bzw. deutliche Linderung sind also durchaus möglich.
VERSPANNTER NACKEN, KOPFSCHMERZEN, HEXENSCHUSS Wir sitzen stundenlang vor dem Computer, vor Tablet oder Handy und unsere Augen sind zu lange auf Bildschirme gerichtet. Da fehlt auch die notwendige Fern-Nah-Akkommodation – die dynamische Anpassung des Auges an Objekte in unterschiedlicher Entfernung. Dazu kommen häufig mentaler Stress, Zeit- und Arbeitsdruck. Man vergisst Bewegungspausen und es fehlt ein ergonomischer Arbeitsplatz. Die Folgen sind Fehlhaltungen an der Halswirbelsäule, Verspannungen und womöglich ein entzündlicher oder träger Darm. 1. SCHRITT: URSACHE HERAUSFINDEN Nicht immer liegt das Problem da, wo die Schmerzen sind. Wichtig ist, herauszufinden, welche Ursache dahintersteckt. Schulter beschwerden können laut Physiotherapeutin Mina Siehs auch vom Nacken kommen. Stress ist eine der häufigsten Ursachen für Probleme mit dem Nacken und der Brust wirbelsäule. Beide wirken sich negativ auf die Schultern aus und können dort zu Bewegungseinschränkungen führen. 2. SCHRITT: POSITION WECHSELN Eine Grundregel ist: »Die nächste Position ist die beste Position.« Nur wer Bewegung in seine Alltags-Routinen einbaut, kann langfristig Verspannungen und Schmerzen vorbeugen: von einfachen Übungen zum Entspannen zwischendurch über die Arbeit am Stehpult bis hin zum Laufband.
PAUL BAJER
»Arthrose kann man nicht rückgängig machen, aber entschleunigen, indem man sich bewegt und Körperbewusstsein entwickelt.«
Massagen oder Hilfsmittel wie beispielsweise Faszienrollen können Beschwerden zwar lindern, haben aber nur einen kurzfristigen Effekt. Um den Körper stärker, beweglicher und geschmeidiger zu machen, ist Bewegung unerlässlich. Am besten eignet sich ein gerätefreies Training, bei dem Körperwahrnehmung, Gleichgewicht, Kraft und Beweglichkeit trainiert werden. Dabei kann viel mit dem eigenen Körpergewicht gearbeitet werden, kombiniert mit Theraband, Kurzhanteln oder Gymnastikball. Experten empfehlen 10.000 Schritte, also rund 6 bis 7 km am Tag als Richtwert – diese kann man auch gerne mit dem Handy oder einem Schrittzähler messen.
GELENKE – SCHARNIERE DES LEBENS
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Bewegung
ist die beste
Therapie
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GELENKE – BEWEGUNG IST DIE BESTE THERAPIE
Am Beginn einer Therapie steht immer die Abklärung/Anamnese und das Anpassen an die Patientin bzw. den Patienten. Schließlich ist das individuelle Schmerzempfinden bei jedem Menschen unterschiedlich. Entscheidend ist auch der physische Zustand und die Zielsetzung: Welche Art der Bewegung soll nach der Therapie möglich sein?
Eine Trainingstherapie verknüpft Beweglichkeit mit Stabilisation: Dabei kann das Ausmaß der Bewegungen erhalten oder verbessert und gleichzeitig stabilisiert werden. Beim Aqua-Jogging werden die Gelenke mobilisiert, dies ist auch für Menschen mit Arthrose möglich, da es die Gelenke entlastet. Durch den Wasserwiderstand werden Kraft und Ausdauer gleichzeitig trainiert.
TRAINING TROTZ SCHMERZEN? Schmerz ist ein wichtiges Warnsignal unseres Körpers, das uns vor möglichen Schäden frühzeitig warnt. Dabei entscheidet unser Gehirn, ob ein Reiz (beispielsweise ein mechanischer Stimulus) eine Gefahr darstellt und unser Gewebe zusätzlichen Schutz benötigt. Denn in diesem Fall kommt es zu einer Erhöhung der Spannung in der Mus kulatur. Diese Schutzspannung hemmt unsere Bewegungen und verändert unser Verhalten. Sie kann bei akuten Verletzungen sinnvoll sein, über längere Zeit aber zu einer Fehlbelastung der Gelenke führen. Asymmetrie und Haltungsabweichungen müssen nicht automatisch zu Schmerzen führen: Solange die Gelenke ausreichend stabilisiert werden, kann der Körper viel kompensieren.
KYBUN® UND BELLICON® kybun® ist eine von vielen Behandlungsmöglichkeiten im Park Igls, mit der schrittweise Stabilität aufgebaut wird. Zunächst braucht es einen festen Stand auf dem Boden. Das ist der erste Test für Gleichgewichts-Empfinden, Kraft und Koordination. Gleichzeitig kann der Patient Ängste abbauen und stärkt damit sein Vertrauen in den eigenen Körper. Erst im zweiten Schritt geht man auf eine instabile Unterlage. Der Ablauf ist – unabhängig von der Übung bzw. dem Trainingsgerät – von statisch über dynamisch bis instabil.
MINA SIEHS
»Das Verhältnis von Übungen und Massage soll ca. 70 : 30 betragen. Denn bei einer Arthrose sind eindeutig die Übungen wichtiger! «
SANFTE BEWEGUNG Da Schmerz die Beweglichkeit hemmt, hilft sanfte Bewegung gegen Verspannungen der Muskulatur und Versteifung. Mit Massagen wird die Muskulatur wieder auf normale Spannung gebracht. Selbst bei einer akuten Entzündung spricht kaum etwas gegen Bewegung. Leichtes Bewegen, z. B. auf dem Ergometer ohne Widerstand oder im Wasser, kann helfen, dass die Entzündung schneller abheilen kann. Dabei sollte die Bewegung die Schmerzen jedoch nicht verstärken.
Mit kybun®-Schuhen, -Matte, -Laufband wird die Fußmuskulatur aktiviert, die Belastung der Knorpel wird durch die schonende Bewegung vermindert. Barfuß üben ist besonders effektiv, da die Stabilität durch den Schuh fehlt. Bei der Ganganalyse mit dem sogenannten OptoGait lässt sich ablesen, wie sich der Patient bewegt – die Übungen lassen sich individuell gezielt anpassen. Ein Videobefund am Anfang und am Ende zeigt den Fortschritt der Therapie. Zug und Druck sind bei Arthrose die ideale Kombination, daher ist auch das bellicon®Trampolin gut einzusetzen. Die Patienten trainieren damit die Beine und die Tiefenmuskulatur. So macht Bewegung Spaß, weil dabei Endorphine freigesetzt werden. Aktivität ist also angesagt! Welche Art der Bewegung für Betroffene am besten geeignet ist, unterscheidet sich von Patient zu Patient und sollte immer gemeinsam mit Arzt und Physiotherapeuten entschieden werden.
GELENKE – BEWEGUNG IST DIE BESTE THERAPIE
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Lass mal locker! Wie wir wieder gelenkig werden
Wie leicht fällt es Ihnen, locker zu lassen? Merken Sie, ob Sie sich im Laufe des Tages immer mehr anspannen? Verhärten sich Ihre Muskeln und fällt Ihnen das Entspannen schwer? Lernen Sie, mit einfachen Übungen Ihren Alltag aufzulockern.
Training sollte nicht gedehnt werden, wenn die Gefahr eines Muskelkaters besteht. Bei einem Muskelkater handelt es sich um Mikro-Einrisse in den Muskelfasern, die durchs Dehnen vergrößert werden.
Fällt es Ihnen schwer, Dinge aus hohen Kästen oder Regalen zu nehmen? Wenn die Beweglichkeit eingeschränkt ist, werden oft sogar einfache Tätigkeiten zur Qual. Wird ein Gelenk zu wenig bewegt, beschleunigt das den Knorpelabbau und damit den Gelenkverschleiß. Der über jedes Gelenk laufende Muskel überwindet dann einen kürzeren Weg und hat damit weniger Widerstand. Das führt schließlich zu Muskelschwund. Muskeln brauchen wir aber für jede Bewegung und sie sorgen für Stabilität des Bewegungsapparats. Bilden sie sich zurück, fehlen sie auch zur Dämpfung der Gelenke.
Wippen oder ruhige Positionen einnehmen: Mit ruhigen Positionen sind Sie immer auf der sicheren Seite (außer bei zu extremen Positionen). Sanftes, kontrolliertes Wippen (dynamisches Dehnen) ist durchaus eine sinnvolle Variante, bei der auch die Faszien gedehnt werden. Vermeiden Sie zu starke, ruckartige Bewegungen.
DEHNEN STEIGERT DIE LEISTUNG Oft wird unterschätzt, dass wir durch eine verbesserte Beweglichkeit weniger Kraft aufwenden müssen. Das Beispiel Laufen zeigt, dass allein durch gesundes Stretching der bein- und hüftbeugenden sowie der beinstreckenden Muskulatur die Schrittlänge zwischen einem und mehreren Zentimetern pro Schritt verlängert werden kann. Grundsätzlich können Sie sich täglich dehnen! Vor oder nach dem Training: Nur wenn die Muskulatur vor intensiven Übungen zu kalt ist, sollte man nicht dehnen, da Ver letzungsgefahr besteht. Nach einem intensiven
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GELENKE – LASS MAL LOCKER
Den ganzen Körper dehnen: Ähnlich wie beim gesunden Training sollten Sie den Fokus nicht nur auf Problemzonen richten, sondern den ganzen Körper dehnen. Das ist die beste Möglichkeit, etwaige Dysbalancen zu vermeiden. Dauer der Positionen: Die Dehnung sollte ca. 30 bis 40 Sekunden pro Muskel gehalten und 3-mal pro Muskel wiederholt werden. Die Dehnpause kann dazu genützt werden, um einen »gegenläufigen« Muskel zu dehnen, zum Beispiel wechselweises Dehnen von Muskeln der oberen und unteren Extremitäten. Intensität der Dehnung: Die Dehnung sollte gut spürbar sein. Wenn das Dehngefühl nachlässt, können Sie die Dehnung sanft erhöhen. Auf jeden Fall sollten Sie beim Dehnen keine Schmerzen verspüren
Dr. med. Mag. phil. Richard Kogelnig Arzt für Allgemeinmedizin und Psychologe, Mayr-Arzt, stv. medizinischer Leiter
Mina Siehs, B.Sc., Paul Bajer, B.Sc., Lisa French, B.Sc. Physiotherapeuten
Jessica Holzmann, M.Sc. Sportwissenschaftlerin
GELENKE – LASS MAL LOCKER
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Therapieklettern Das therapeutische Klettern ist eine Therapie methode zur Verbesserung der Beweglichkeit, Kraft bzw. Koordination. Das Ziel des Therapiekletterns ist das Halten genau festgelegter Positionen und das Ausführen bestimmter Bewegungssequenzen an der Kletterwand.
Durch die gezielte Kräftigung der Halteund Stützmuskulatur kann diese Therapieform bei jedem Leistungs- bzw. Kraftniveau einfach angewandt werden. Die Kletterbewegung kann das koordinative Zusammenspiel verschiedener Muskelgruppen oder Extremitäten ausgezeichnet verbessern (Bewegungskoordination). Vorhandene Kraftdefizite können analysiert und behoben werden (Gelenksstabilisation).
EINSATZBEREICHE
KONKRETE THERAPIEZIELE
Orthopädie/Traumatologie
• Kräftigung der Halte- und Stützmuskulatur
• Haltungsschwäche • Rückenschmerzen (Lumbalgie) • Skoliose (Verkrümmung der Wirbelsäule) • Instabilitäten und muskuläre Dysbalancen (Wirbelsäule, Schulter, Knie, Sprunggelenk) • Rehabilitation (Bandscheibenvorfall, Cervicalsyndrom, Kreuzbandriss, Schulterluxation, Armbrüche …)
• Rumpfstabilisation • Verbesserung der Koordination • Stabilisation der Gelenke • Schmerzreduzierung • Verbesserung der Beweglichkeit • Schulung der Aufmerksamkeit • Steigerung des Selbstvertrauens • Motivation für neue Ziele
Neurologie • Störungen in der Bewegungsplanung und -ausführung (MS, Parkinson, Ataxie, …) • Lähmungserscheinungen nach Schlaganfällen • Koordinationsstörungen und Gleichgewichts defizite • Körperwahrnehmungsstörungen
NEU
Gewichtsreduktion
Für Terminvereinbarungen wenden Sie sich bitte an unsere medizinische Rezeption: Personal Training Therapieklettern (25 Min.) 5 Personal Trainings Therapieklettern (à 25 Min.) 10 Personal Trainings Therapiekletten (à 25 Min.)
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THERAPIEKLETTERN
€ 58 € 247 € 435
Seit Anfang 2020 gibt es im Park Igls eine Indoor-Kletterwand. Sie ist 2 bis 3 Meter hoch, geklettert wird ohne Seil und ohne Gurt. Der größte Unterschied zum normalen Klettern sind die großen Griffe, die leicht umschraubbar und individuell anpassbar sind. Begonnen wird moderat mit den Füßen am Boden. Das Erfreuliche: Man braucht keine Vorkenntnisse.
THERAPIEKLETTERN 
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UltraschallDiagnostik schafft Klarheit 14  
ULTRASCHALL-DIAGNOSTIK
Ohne klare Diagnose keine effiziente Therapie. In vielen Fällen legt erst die Ultraschall-Diagnostik (Sonografie) den Grundstein für erfolgreiche Behandlungen. Wann diese Diagnosemethode angezeigt ist und wie Ultraschall auch bei The rapien zunehmend wichtig wird, erläutern Radiologe Dr. Stefan Hiehs und Chefarzt Dr. Peter Gartner. Die Ultraschall-Diagnostik ist ein bildgebendes Verfahren, das risikoarm, schmerzlos, nicht invasiv und nicht mit Strahlenbelastung verbunden ist. Bei welchen Untersuchungen kommt sie zum Einsatz? Stefan Hiehs: Organe wie Leber, Bauchspeicheldrüse, Niere, Milz etc. können damit gut untersucht werden. Wir sehen, wie Gefäße, also Venen und Arterien, beschaffen sind, was zum Beispiel für die Prävention von Schlaganfällen wichtig ist. Auch für die Schilddrüsen-Diagnostik eignet sich die Sonografie. Lunge, Gehirn oder Zentralnervensystem können wir damit hingegen nicht gut abbilden.
Gartner: Gefäßerweiterungen können sich zu lebensbedrohlichen Aneurysmen entwickeln, also krankhafte, örtlich begrenzte Erweiterungen von Arterien. Darauf sind wir Mayr-Ärzte besonders sensibilisiert, weil wir bei der klassischen Bauch behandlung – ein fixer Bestandteil der Mayr-Medizin – mitunter bis zur Wirbelsäule vordringen. Wenn die davor liegende Bauchschlagader auffallend pulsiert, gibt der Bauchultraschall Gewissheit darüber, ob ich ein Aneurysma ausschließen kann. Brucherkrankungen (Hernien) Gartner: Ein Leisten- oder Nabelbruch verursacht im Anfangsstadium häufig keine Beschwerden. Bei unseren Untersuchungen stellen wir aber mittels Tastbefund entsprechende Veränderungen fest, die eine Ultraschall-Abklärung nahelegen.
Peter Gartner: Luft und Knochen sind sozusagen »natürliche Feinde« der Ultraschall-Diagnostik. Bei Vorsorgeuntersuchungen im Park Igls ist die Sonografie des Bauchraums mit den inneren Organen sowie der Halsschlagader (Carotis) oder anderer Blutgefäße Standard. Gezielt setzen wir UltraschallDiagnostik bei Beschwerden ein, die auf einen Gefäßverschluss hindeuten. Das können kalte Füße oder ungeklärter Schwindel sein. Bei Risikofaktoren wie Diabetes, bei starken Rauchern oder wenn wir im Labor extreme Cholesterinwerte feststellen, raten wir ebenfalls zur Gefäßuntersuchung. Hiehs: Die radiologische Diagnostik ist bei der Abklärung von Beschwerden immens wichtig, da mit Ultraschall, Radiowellen und Röntgenstrahlen Bilder vom Inneren des menschlichen Körpers angefertigt werden können, die unverzichtbare Grund lagen für Diagnosen und Behandlungen liefert. Gartner: Wir als Mayr-Mediziner sehen viele Krankheiten bereits, bevor eine klare Symptomatik auftritt. Die Sonografie liefert die Diagnose-Absicherung. Gefäßveränderungen und ihre Folgen Hiehs: Bei der Untersuchung der großen Gefäße im Bauchraum lassen sich sowohl Verkalkungen als auch Erweiterungen erkennen, da ich sehe, wie dynamisch das Blut die Gefäße durchläuft. Man spürt Engstellen der Nierenarterien auf, die Bluthochdruck verursachen können oder Ablagerungen (Plaques) an der Bauchschlagader.
Dr. Peter Gartner, medizinischer Leiter im Park Igls, im Gespräch mit Radiologe Dr. Stefan Hiehs
Hiehs: Sowohl beim Leistenbruch, der hauptsächlich bei Männern auftritt, als auch beim Nabelbruch, der sich durch eine extreme Vorwölbung des Nabels bemerkbar macht, kann sich etwa ein Stück Darm in der Bruchpforte (einer Lücke in der Bauchwand) einklemmen. Das verursacht Schmerzen, dank Sonografie ist die entsprechende Diagnose bereits vorher möglich. Auch einen Bauchwandbruch erkennt man im Ultraschall. Er entsteht unter Umständen bei der Knopflochchirurgie, bei der kein Schnitt in der Bauchdecke erfolgt, sondern nur durch eine kleine Öffnung operiert wird.
ULTRASCHALL-DIAGNOSTIK
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Kann die Sonografie bei allen Personen angewandt werden, unabhängig von Alter, körperlichem Zustand oder Vorerkrankungen? Hiehs: Im Prinzip ja. Herzschrittmacher oder Implantate sind kein Hindernis. Bei extrem über gewichtigen Personen können Fett oder Luft im Bauchraum eine Untersuchung erschweren. Bei richtiger Lagerung erhalte ich aber immer aussagekräftige Bilder. Der große Vorteil von Ultraschall gegenüber anderen Untersuchungsmethoden ist das »Feintuning«. Mit dem Schallkopf komme ich überall dorthin, wo Patienten Beschwerden haben.
Was halten Sie vom automatisierten Ultraschall? Dem Gerät, auf dem die Patientinnen liegen und das die Brüste automatisch untersucht? Hiehs: Im klinischen Bereich, in dem ich tätig bin, arbeiten wir nicht damit. Mir kommt bei Untersuchungen meine Erfahrung als Radiologe zugute. Ich erspüre kritische Stellen mit dem kleinen Finger, wenn ich den Schallkopf über die Körperober fläche führe. Außerdem kann ich individuell auf die Patientinnen eingehen. Sie sagen mir, wo sie Beschwerden haben, ich schaue mit dem Gerät exakt dorthin.
Sonografie der Brust Hiehs: In Österreich erkrankt jede achte Frau im Lauf ihres Lebens an Brustkrebs, wesentlich selte-
3-D-Mammografie Hiehs: Die 3-D-Mammografie liefert mit niedriger Strahlendosis Schnittbilder der Brust aus verschiedenen Perspektiven. Diese Methode gibt es bereits seit mehr als zehn Jahren. Sie ersetzt derzeit nicht die herkömmliche Mammografie, sie ergänzt sie aber. Wann ist eine MRT-Untersuchung angeraten? Hiehs: Die Magnetresonanztomografie (MRT) ist eine ergänzende Diagnosemethode bei Risikopatientinnen oder auch bei Frauen, die bereits Brustkrebs hatten, um Rückfälle (Rezidive) ausschließen zu können. Weiters auch bei Frauen mit sehr dichtem Brustgewebe mit ausgedehnter Mastopathie und mit nicht eindeutig gutartigem Befund. Zudem wird die Brust-MRT häufig bei Frauen mit Brust implantaten durchgeführt. Abklärung von Gelenkserkrankungen Gartner: Patienten klagen häufig über Schmerzen an den Füßen oder an den Schultern. Bei unspezi fischen Gelenksschmerzen hilft die UltraschallAbklärung ebenfalls bei der Diagnose.
ner sind davon Männer betroffen. Die Mammografie, also die Röntgenuntersuchung der Brust, ist fixer Bestandteil der Vorsorgeuntersuchung. Bei rund 60 bis 70 % der Patientinnen erfolgt zusätzlich eine Sonografie-Abklärung. Das ist vor allem bei Patientinnen mit dichtem Brustgewebe, das übrigens nichts mit der Größe der Brust zu tun hat, angezeigt. Frauen im gebärfähigen Alter haben oft gutartige Veränderungen der Brust mit Schwellungen, Knötchen oder Zysten. Man spricht dann von einer Mastopathie, die sich ebenfalls mit Mammografie plus Ultraschall gut darstellen lässt.
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Hiehs: Gerade die Schultern sind komplexe Gelenke mit Sehnen und Muskeln, die ich mit dem Ultraschallgerät detailliert untersuchen kann. Aber auch an Händen, Knien, Füßen lassen sich (beginnende) Arthrosen, Gelenksergüsse, die zum Anschwellen der Gelenke führen, Schleimbeutelentzündungen oder andere Veränderungen wie etwa ein Fersensporn erkennen. Sehnen können übrigens ebenfalls verkalken oder Einrisse auf weisen, die Beschwerden verursachen. Als primäre Diagnostik ist der Ultraschall führend, ein Röntgenbild liefert unter Umständen zusätzliche Puzzleteile für Diagnose und anschließende Therapie.
Radiologie als Therapie Hiehs: Die Radiologie spielt zunehmend auch bei Therapien eine wichtige Rolle. Immer häufiger werden Medikamente direkt in die Gelenke gespritzt, das Ultraschallbild ermöglicht dabei eine exakte Punktion. Die Radiofrequenzablation ist ein minimalinvasiver Eingriff, etwa bei kleineren Tumoren, aber auch bei gutartigen Veränderungen. Dabei werden Tumore, vor allem an Schilddrüse, Leber, Gehirn oder Prostata, durch die Hitze einer Hochfrequenzwelle »verkocht«. Bildgebende Verfahren wie die Sonografie sind bei einem derartigen Eingriff ebenso notwendig wie beim Verschließen von Aneurysmen. Welche neuen Entwicklungen gibt es bei Ultraschallgeräten? Hiehs: Die Bilder werden hochauflösender und enthalten auch mehr Informationen. Mit Hilfe der Elastografie lassen sich zusätzlich Elastizität und Härte des Gewebes messen, woraus die Behandlungsmethode abgeleitet werden kann. Außerdem lassen sich Ultraschall- mit MRT-Bildern fusionieren, was die Genauigkeit verbessert. Die Zukunft der Diagnostik Gartner: In Zukunft werden wir bei der Erstellung von Befunden sicher immer mehr von Künstlicher Intelligenz unterstützt werden. Die automatische Diagnostik, die auf Algorithmen beruht, wird immer verlässlicher. Hiehs: Technik hin oder her, das Wichtigste in meinen Augen ist immer noch das Gespräch, der »Arzt als Medikament« sozusagen. Auch als Radiologe bin ich nicht nur Technik-Spezialist, ich bin auf das aufmerksame Zuhören, das Beobachten meiner Patientinnen und Patienten angewiesen. So gut die Technik ist, die ärztliche Erfahrung trägt wesentlich zu einem exakten Befund bei. Gartner: Das kann ich nur unterstreichen. Die individuelle Erklärung von Befunden macht einen großen Teil unserer Arbeit aus. Meine Aufgabe ist es herauszuhören, was sich meine Patientinnen und Patienten erwarten. Dabei hilft mir folgende Erkenntnis: »Die Menschen wählen nicht das, was sie mögen, sondern das, wovor sie weniger Angst haben.« Deshalb gilt es, den Patienten die Angst zu nehmen.
Dr. Stefan Hiehs Nach seinem Medizinstudium in Innsbruck und Freiburg i. Breisgau absolvierte Dr. Stefan Hiehs seine Facharztausbildung an der Universitätsklinik für Radiologie in Innsbruck. Als Spezialist auf dem Gebiet Neuroradiologie und Brustdiagnostik ist er derzeit als Oberarzt am Krankenhaus St. Vinzenz in Zams/Tirol tätig. Dr. Hiehs ist Mitglied der OERG (Österreichische Gesellschaft für Radiologie), der ESR (European Society of Radiology), der EUSOBI (European Society of Breast Imaging) und der ESNR (European Society of Neuroradiology). Als Konsiliararzt im Park Igls führt er alle Untersuchungen im Bereich Ultraschall-Diagnostik durch.
ULTRASCHALL-DIAGNOSTIK
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Kontaktaufnahme mit der Natur DIE PHYTOTHERAPIE
Der Begriff Phytotherapie wurde von dem französischen Arzt Henri Leclerc (1870–1955) in die medizinische Wissenschaft eingeführt, als naturwissenschaftlich orientierte Fortsetzung der Kräutermedizin. Die Phytotherapie widmet sich der Heilung, Linderung und Vorbeugung von Krankheiten und Befindlichkeitsstörungen durch Arzneipflanzen. Arzneimittel der Phytotherapie werden als Phytopharmaka bezeichnet. Moderne Phytotherapie ist keine Alternativmedizin, sondern Teil der naturwissenschaftlich orientierten Schulmedizin. Die Phytotherapie unterscheidet sich von der Homöopathie grundsätzlich dadurch, dass Letztere Therapeutika nicht nach naturwissenschaftlichen Grundsätzen anwendet.
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KONTAKTAUFNAHME MIT DER NATUR
Die Pflanzenheilkunde bietet ein beeindruckendes Spektrum an höchst wirkungsvollen Anwendungsmöglichkeiten. Wer glaubt, »das wirkt bei mir nicht«, sollte sich auf eine Entdeckungsreise begeben – und staunen lernen.
Der Mensch befindet sich heute oft in einem Zwiespalt: einerseits Wissenschaftsgläubigkeit und Entzauberung, andererseits Sehnsucht nach alten Wurzeln, nach Naturverbundenheit. Doch was auf den ersten Blick so unvereinbar scheint, ist es in Wahrheit nicht. Die jahrtausendealte überlieferte Pflanzenheilkunde findet in der Phytotherapie ihre Fortsetzung nach naturwissenschaftlichen Grundsätzen. Die Wissenschaft von der Heilbehandlung mit pflanzlichen Substanzen macht so die alte Pflanzenheilkunde in ihrer wirkungsvollsten Form nutz- und anwendbar. War noch vor wenigen Jahrzehnten die breite Anwendung von klassischen Methoden der Volksheilkunde, wie Kräuterzubereitungen, Wickel oder Kompressen, gang und gäbe, vertrauen die Menschen heute oft lieber der klassischen Pharmazie, die Wirkstoffe chemisch-synthetisch herstellt. Dieser Vertrauensverlust gegenüber der Wirksamkeit von Pflanzen kommt daher, dass der Mensch den Kontakt zur Natur immer mehr verloren hat. Doch dieser lässt sich schnell wieder herstellen – wenn wir Raum für Begegnung schaffen und Bewusstsein dafür, was die Pflanzenheilkunde kann. STAUNEN ÜBER DIE NATUR »Wenn wir mit unseren Gästen auf einer Kräuterwanderung unterwegs sind, sehen wir, wie deren Begeisterung und Faszination wächst«, erzählen Susanne Parson, Biologin, und Alexandra Federa, diplomierte Krankenschwester mit Zusatzdiplom in Komplementärpflege und Kräuterpädagogin. Beide widmen sich im Gesundheitszentrum Park Igls neben ihrem regulären Aufgabenbereich auch der Vermittlung von Wissen rund um Natur, Kräuter und deren Einsatz. Regelmäßig stehen im Park Igls Kräuterwanderungen und Workshops am Programm, die großen Zuspruch finden. Überzeugungsarbeit müssen die zwei Expertinnen nicht leisten. Das erledigt die
Natur ganz allein – auf eine sehr unspektakuläre, aber gerade deshalb umso eindringlichere Art: Sie lässt uns staunen. »Was uns natürlich immer wieder auffällt, ist, wie wenig die Teilnehmerinnen und Teilnehmer oft wissen«, sagt Federa. Zum Beispiel dass man Gänseblümchen essen kann, sie darüber hinaus ein wertvoller Zusatz in einem Erkältungs-Kräutertee sind. Oder dass Giersch, als Unkraut verschrien, eine unglaublich nährstoffreiche Pflanze ist. Für eine spannende Entdeckungsreise in unsere Natur ist es nie zu spät, denn sie öffnet nicht nur die Augen, sondern auch alle anderen Sinne. PHYTOTHERAPIE ALS TEIL EINER GANZHEITLICHEN THERAPIE Von der Phytotherapie, die auch im Park Igls breite Anwendung findet, wissen sehr viele sehr wenig. Dr. Sonja Schottkowsky, Ärztin für Allgemeinmedizin und Phytotherapie, weiß das aus ihrer täglichen Praxis. »In der Regel frage ich meine Patienten bei speziellen Beschwerdebildern, ob sie etwas Pflanz liches ausprobieren möchten, denn im Sinne einer ganzheitlichen Therapie empfehle ich pflanzliche Anwendungen sehr gerne.« Oft kommt dann als Antwort: »Nein, danke, Homöopathisches wirkt bei mir nicht.« »Hier liegt ein großes Missverständnis vor«, so die Medizinerin, »und deshalb kann die Pflanzenheilkunde oft gar nicht erst eingesetzt werden. In der Phytotherapie arbeiten wir mit Auszügen aus Pflanzen. Diese enthalten Inhaltsstoffe, deren Wirk samkeit wissenschaftlich nachgewiesen wurde.« Ein weiterer Grund für die Skepsis ist auch, dass wirkungsvolle Substanzen falsch angewendet werden und die Wirkung ausbleibt. »Baldrian ist ein gutes Beispiel. Bei Schlafstörungen nehmen viele Menschen 20 Tropfen Baldriantinktur ein – das ist viel zu wenig, denn das entspricht 0,05 Milligramm
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Baldrianwurzel«, erklärt Schottkowsky. »Es sind aber 2 bis 3 Gramm Baldrianwurzel notwendig, um eine Wirkung zu erzielen, was mit einer Tinktur nicht erreicht werden kann.« Deshalb verordnet die Medizinerin in diesem Fall Baldrian in Tablettenform. Das ist anwenderfreundlich und wird von den Patienten auch leichter akzeptiert. Die Phytotherapie hat ein großes Spektrum – auch Tees, Aromatherapie, Öle, Wickel oder Tinkturen kommen zur Anwendung. WECHSELWIRKUNGEN AUCH IN DER PHYTOTHERAPIE BEACHTEN Aber nicht nur über die angebliche Wirkungslosigkeit von Pflanzenmedizin gibt es Missverständnisse, sondern auch über das Gegenteil. »Hilft es nicht, schadet es nicht, ist eine weit verbreitete Annahme, aber eben ein Irrtum bei der Anwendung von Kräutern«, sagt Alexandra Federa. Das betrifft nicht nur den volksheilkundlichen, sondern auch den phytotherapeutischen Einsatz. Der Unterschied zwischen diesen beiden Formen besteht übrigens einzig und allein in der wissenschaftlichen Nachweisbarkeit. Es gibt unzählige Pflanzen, die in der Volksheilkunde breiten Einsatz finden, nicht jedoch in der Phytotherapie, da deren Wirkung für bestimmte Beschwerden (noch) nicht bestätigt werden konnte. Phytotherapeutika haben in der Regel zwar wesen tlich weniger Nebenwirkungen als die meisten chemischen Pharmazeutika, doch das bedeutet nicht, dass sie nebenwirkungsfrei sind. Das betrifft auch mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. So muss beispielsweise beim Einsatz von Johanniskraut, das gut bei depressiven Verstimmungen hilft, darauf geachtet werden, dass es nicht oder nur sehr vorsichtig in Kombination mit Antibabypille, Antidepressiva oder Medikamenten für Immunerkrankungen eingenommen wird. Außerdem können hellhäutige Menschen bei hoher Johanniskraut-Dosierung unter Umständen lichtempfindlicher sein, weshalb Vorsicht geboten ist, wenn man sich der Sonne aussetzt.
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Auch im Alltag kommt es immer wieder zu Missverständnissen, etwa was das Teetrinken anbelangt. »Viele glauben, man kann jeden Tee gleich zubereiten, dabei gibt es grundlegende Unterschiede bei Dosierung und Ziehzeit, die die Wirksamkeit eines Heiltees wesentlich beeinflussen. Außerdem sollte man nicht wochenlang literweise den gleichen Tee trinken. Drei Tassen am Tag für drei Wochen ist die Faustregel.« Brennnessel-Tee, der gern zum Entwässern und Entschlacken getrunken wird, wird oft im Übermaß konsumiert. Damit erreicht man am Ende aber nicht, wie vielleicht gedacht, einen noch besseren Effekt, sondern schadet seiner Gesundheit. PFLANZEN BIETEN VIELE EINSATZM ÖGLICHKEITEN Um das Wissen über Heilkräuter und deren Anwendungsmöglichkeiten wieder mehr ins Bewusstsein zu bringen, setzt man im Park Igls auf die aktive Begegnung mit den Pflanzen. Für den hauseigenen Kräutergarten haben Federa und Parson große Pläne: Hier sollen neben den klassischen (Küchen-) Kräutern bald auch zahlreiche Neuzugänge Heimat finden, die auf den ersten Blick recht unspektakulär aussehen und vielen von uns nur als Unkraut oder gar nicht bekannt sind. Spitzwegerich, Schafgarbe, Giersch, Beinwell, Ringel blume, Arnika und viele mehr – sie alle wachsen in der freien Natur und jede von ihnen bietet ein beeindruckendes Spektrum an wirkungsvollen Ein satzmöglichkeiten. Und darum geht es dann auch in den Workshops. Hier erklären Alexandra Federa und Susanne Parson die Pflanzen und ihren Lebensraum und auch, was man konkret mit ihnen machen kann, wie Ölauszüge, Tinkturen, sogar Essig und Honig. Und so entsteht eine neue Lust und Neugierde fast von selbst, wenn man sich öffnet, wieder achtsamer wird für das, was einen umgibt – und damit auch achtsamer für sich selbst und die eigenen Bedürfnisse.
Badesalz • Totes-Meer-Badesalz • 1–2 EL Oliven-, Mandel- oder Jojobaöl • Ätherische Öle nach Wahl: Cajeput bei Erkältungen, Rosengeranie und Lavendel zum Entspannen, Rosmarin wirkt anregend und blutdrucksteigernd. Auf ein Vollbad ca. 100 g Salz mit 5 bis 10 Tropfen ätherischer Öle. Man kann auch ein paar getrocknete Lavendelblüten, Zitronenschalen, Rosmarin oder Rosenblüten dazugeben.
Dr. Sonja Schottkowsky Ärztin für Allgemeinmedizin und Phytotherapie, Mayr-Ärztin
Mag. Susanne Parson
Ölauszug (Mazerat) Für einen Ölauszug verwendet man frische oder getrocknete Pflanzen. Frische Pflanzen sollten ein paar Stunden im Schatten liegen (oder über Nacht), damit die Pflanzen etwas Wasser verlieren und das Öl nicht zu schimmeln beginnt. Die Pflanzen dann zerkleinern, ein Schraubglas zu 1/3 damit befüllen und dann das Öl dazugießen. Man kann jegliches Öl verwenden, z. B. Oliven-, Jojoba- oder Sonnenblumenöl. Dann mit einem Deckel verschließen und für 2–3 Wochen stehen lassen. Das Glas sollte täglich mehrmals geschwenkt werden, damit die ganze Pflanze mit dem Öl in Berührung kommt und alle Wirkstoffe herausgezogen werden. Zum Abseihen eignen sich ein engmaschiges Sieb oder ein Kaffeefilter. Den Ölauszug dann in eine Braunglasflasche gießen und mit Name und Datum beschriften. Das Mazerat kann als Basis für Salben und Cremen oder pur als Narben- oder Gesichtsöl verwendet werden.
Biologin, Ordinationsassistentin
Alexandra Federa Diplomierte Krankenschwester
Spitzwegerich-Sirup Frische, junge Spitzwegerichblätter sammeln und quer zur Längsfaser in ca. 1 cm breite Streifen schneiden. Die Spitzwegerichblätter dann in ein Glas geben und etwas andrücken, mit Bio-Honig übergießen, das Glas verschließen und an einen hellen Ort stellen. Das Glas immer wieder leicht schwenken, nach 4 Wochen abseihen und in Gläser füllen. Man kann die Blätter auch drinnen lassen und mitessen. Bei Husten und Erkältungskrankheiten 1 TL pur oder mit Zitrone verdünnt einnehmen. Auch Erkältungstees können damit gesüßt werden, der Tee sollte allerdings nicht mehr zu heiß sein.
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Gut Ding braucht Kraut
Markus Sorg, Küchenchef im Park Igls
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GUT DING BRAUCHT KRAUT
»Hat ein Produkt mehr als nur Geschmack zu bieten, wäre es ja unsinnig, das nicht auch zur Gänze auszunutzen«, sagt Markus Sorg. Der Küchenchef im Park Igls setzt in Sachen Kräuter aufs Ganze: Kaum eines seiner Gerichte kommt ohne die wertvolle Pflanzenkraft aus – nicht nur des Aromas oder der Optik wegen, sondern vor allem aufgrund des gesundheitlichen Nutzens. Für manch einen mag ein gutes Gericht aus den Hauptzutaten bestehen, für andere, wie etwa Markus Sorg, gehört mehr dazu. Nicht unbedingt ein Mehr an Zutaten – es geht nicht um Quantität –, aber sehr wohl um Qualität. Das betrifft die verwendeten Produkte genauso wie Zutaten aus dem Kräutergarten, die zur Qualität des Essens bei tragen. »Es gibt beinahe kein Gericht, bei dem wir ohne Kräuter auskommen – nicht nur wegen des Geschmacks und der Optik, sondern auch wegen der gesundheitlichen Wirkung«, so der Küchenchef, der bei der Auswahl aus dem Vollen schöpft: »Da wir selbst einen großen Kräutergarten haben, bepflanzen wir ihn natürlich jedes Jahr mit immer mehr neuen Kräutern. Bei meiner Suche nach Geschmacks- und Duftvariationen stoße ich aber auch oft auf interessante alte Sorten, ebenso wie auf neue Kreuzzüchtungen. Wenn man bedenkt, wie viele verschiedene Sorten es von Basilikum, Thymian, Rosmarin usw. gibt, bekommen diese Küchenklassiker eine ganz neue Bedeutung.« Und damit auch wieder neue Einsatzmöglichkeiten. WAHRE PFLANZENKRAFT AUS DEM GARTEN Zu Markus Sorgs Favoriten zählen Bohnenkraut, Verbene, Brennnessel, Kohlrabi-Blatt und Ko riander. Jedes dieser Gewächse ist geschmacklich einzigartig und wirkt obendrein durch die enthaltenen Inhaltsstoffe auch auf unsere Gesundheit. Und genau darum geht es: Unsere Nahrung ist mehr als nur Mahlzeit, sie ist unsere Lebensgrundlage. Die darf und soll richtig gut schmecken und soll uns dabei auch richtig guttun. Das erreichen wir mitunter durch einfachste Mittel, die gar nicht teuer sein müssen: »Ich bin ein absoluter Befürworter von Kräutern. Allerdings werden sogenannte Superfoods mittlerweile unglaublich vermarktet. Sobald sich ein Lebensmittel findet, das sich dieser Sparte zuordnen lässt, werden ihm im wahrsten Sinne des Wortes Superkräfte beigemessen. Meines Erachtens wird das völlig überschätzt und auch überzogen im Handel angeboten.«
Doch das Gute liegt nah und muss in den meisten Fällen weder großartig verarbeitet noch mit Zusätzen angereichert werden. Die ganze Power steckt schon in der Pflanze selbst. Nun gilt es, sie auch entsprechend zu verwenden. JEDES KRAUT HAT SEINE EIGENHEITEN Beim Kochen mit Kräutern ist jedoch auch einiges zu beachten: Garzeit, Lagerung und Verwen dungsbereich. Viele Kräuter vertragen Hitze nicht, man sollte sie deshalb auch nicht mitkochen, andere wiederum brauchen etwas Zeit, um ihr Aroma abzugeben. Sogenannte Weichkräuter wie etwa Petersilie und Schnittlauch entfalten ihren Geschmack beim Kochen sehr schnell, man gibt sie also erst zum Schluss hinzu. Hartkräuter wie Rosmarin oder Thymian brauchen bis zu zehn Minuten, um ihre Würze zu offenbaren. Besonders feine Kräuter wie Dill oder Kerbel sollten generell nicht mitgekocht werden. Was die Verwendung anbelangt: Hier entscheidet in erster Linie der Geschmack. Weniger ist mehr, ist aber auch hier eine gute Devise. Manche Kräuter sind zudem recht intensiv in ihrem Aroma, vor allem in getrockneter Form, Estragon zum Beispiel. »Die Dosierung der jeweiligen Kräuter ist essenziell«, betont Markus Sorg. Dennoch darf man sich ruhig in dieses wundervolle Geschmacksuniversum wagen: »Ich glaube, dass unser Geschmack aufgrund unseres Essverhaltens schon etwas abgestumpft ist und viele Kräuter in ihrer frischen, wild wachsenden Form gewöh nungsbedürftig schmecken. Haben Sie schon mal in ein dickes Salbeiblatt gebissen?« Doch das sollte man, ganz bewusst. Nur wer den Geschmack des Produkts kennt, kann es auch sinnvoll einsetzen, denn es geht schließlich um die harmonische Erweiterung eines Gerichts, manchmal auch um eine Akzentuierung. Und wie Markus Sorg so schön sagt: Wenn das Kraut nicht nur schmeckt, sondern auch noch wirkt, dann hat es uns doppelten Dienst erwiesen.
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BOHNENKRAUT Der Geschmack von Bohnenkraut ist kräftig-herb mit leicht scharfer Note, daher sollte es entsprechend sparsam verwendet werden. Winterbohnenkraut schmeckt intensiver als Sommerbohnenkraut. Das Kraut sollte beim Kochen nicht zu spät beigefügt werden. Gesundheitlich wirkt es vorbeugend gegen Blähungen. Auch ein Tee aus dem frischen oder getrockneten Kraut hat einen krampflösenden Effekt und hilft gegen Durchfall.
Wildlachs auf Zitronen und Kräutern gegart Für 4 Personen • 700 g Wildlachs, enthäutet und gezupft (vom Händler) • 2 große Bio-Zitronen • 1 Stängel Zitronengras, zerdrückt • Kräuter: Bohnenkraut, Thymian, Basilikum, ShisoBlätter, Eisenkraut, Dill usw. • Fleur de Sel • schwarzer Pfeffer • Olivenöl • ¹⁄₈ l Weißwein, Brühe oder Wasser
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Den Lachs in etwa 2 cm dicke Tranchen schneiden und mit dem Abrieb der Zitronen marinieren. Die Zitronen in dünne Scheiben schneiden und damit den Boden eines Porzellantellers belegen. Nun das Zitronengras und die restlichen Kräuter nach Belieben zusammen mit den Fischtranchen darauf drapieren. Mit Salz, Pfeffer und Olivenöl würzen. Danach den ganzen Teller mit Frischhaltefolie luftdicht verpacken und im vorgeheizten Backofen bei 90 Grad etwa 10 bis 12 Minuten im Weißwein oder der Brühe pochieren.
MARKUS SORG
»Die Kräuter verleihen diesem Gericht Leichtigkeit und versetzen einen auf einen anderen Kontinent«
Seeteufel im Kokos-Gewürzfond Für 4 Personen • 700 g Seeteufelschwanz, geputzt • Fleur de Sel • Sesamöl zum Braten • Saft von 2 Limetten • 20 ml Noilly Prat • ½ l Basenbrühe • ¼ l ungesüßte Kokosmilch • ½ Chilischote • 1 Stängel Zitronengras • Eisenkraut • Koriander gemahlen • 1 rote Paprika
Den Seeteufel leicht salzen und in einer großen Kasserolle in Sesamöl scharf anbraten. Hat er rundum schön Farbe angenommen, mit dem Limettensaft marinieren und gleich wieder aus der Pfanne nehmen. Mit Noilly Prat ablöschen, mit der Brühe und der Kokosmilch aufgießen und die halbe, entkernte Chili sowie den leicht gepressten Stängel Zitronengras dazugeben. Den Fond mit den Gewürzen abschmecken und etwa 10 Minuten auf niedriger Stufe ziehen lassen. Währenddessen Paprika putzen, entkernen und in etwa 2 cm breite Rauten schneiden. Den Fisch in etwa 4 cm dicke Scheiben schneiden und nach Ablauf der 10 Minuten Fisch und Paprika für weitere 4 bis 5 Minuten bei selber Hitze im Fond gar ziehen lassen. Den Fisch in tiefen Tellern mit dem Fond servieren.
EISENKRAUT Die Verwendung von Eisenkraut in der Küche ist alles andere als klassisch, hat aber sehr wohl Berechtigung: Der bittere Geschmack des angenehm zitronig-würzig duftenden Krauts kommt von den enthaltenen Bitterstoffen, sie regen die Produktion von Speichel und Magensäften an. Dem Kraut wird harntreibende, gallenflussanregende und antirheumatische Wirkung nachgesagt. Eisenkraut hilft der Leber bei der Selbstreinigung. Ein Eisenkraut-Tee kräftigt, hilft Fieber zu senken und wirkt wundheilend.
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Geschmorter Chicorée mit Bohnenkraut und Salbei SALBEI Salbei hat eine herbe Note und angenehme Würze. Vorsicht: Getrockneter Salbei ist kräftiger als frischer und kann bitter und seifig schmecken. Salbei-Tee fördert die Verdauung fettund ölhaltiger Speisen. Übrigens: Auch die Blüten des Salbeis sind, wie bei den meisten Kräutern, essbar und ein wundervoller Akzent auf dem Teller.
Für 4 Personen • • • • • • • • •
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950 g Chicorée Öl zum Braten 5 g Butter Steinsalz aus der Mühle 1 EL Ahornsirup 20 ml Zitronen- oder Himbeeressig 1 Zweig Bohnenkraut 2 große Salbeiblätter, geschnitten Pfeffer-, Koriander- und Senfkörner aus der Mühle oder mit dem Mörser zerstoßen Saft einer ½ Limette
Die Spitzen des Chicorée halbieren und den Strunk keilförmig herausschneiden. In einer ofenfesten, beschichteten Pfanne mit wenig Öl von allen Seiten goldbraun anbraten. Butterflocken dazugeben, salzen und mit dem Ahornsirup leicht karamellisieren. Wenn die Spitzen schön glänzen, sofort mit dem Essig ablöschen. Nun im Backofen bei 150 Grad Heißluft etwa 10 Minuten im eigenen Saft fertig schmoren. Vor dem Servieren die Kräuter und den Gewürzschrot dazugeben. Den Chicorée nochmals kurz schwenken, mit dem Limettensaft beträufeln und noch heiß servieren.
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Der Fluss
des Lebens
Den grundlegenden Dingen des Lebens messen wir meist zu wenig Bedeutung bei. Wohl auch deshalb, weil sie uns allzu selbstverständlich erscheinen. Für unseren Körper ist der Wasserhaushalt lebensnotwendig, hochkomplex, faszinierend. Und wird kaum beachtet. DER FLUSS DES LEBENS
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Alles ist im steten Fluss. In dieser unaufhörlichen Bewegung, die gleichermaßen aus Geben und Nehmen besteht, liegt das Gleichgewicht, das uns am Leben hält: Wasser ist unsere Grundlage. Aber sie ist nicht konstant und verlangt deshalb nach Ausgleich.
WASSERANWENDUNGEN Wasser tut uns nicht nur gut, wenn wir es trinken, auch äußerlich angewendet ist es in seinen verschiedenen Formen und unterschiedlichen Temperaturen eine Wohltat für Körper und Geist. Spa-Bereiche bieten uns eine Fülle an Möglichkeiten: Das Wort Spa leitet sich übrigens ursprünglich vom belgischen Badeort Spa ab, bekam aber später treffenderweise die Bedeutung »sanus per aquam« zugeschrieben, was »Gesundheit durch Wasser« bedeutet. Wasseranwendungen zählen zu den besten Formen des Gefäßtrainings, sie beleben die Beinvenen und auch den Kreislauf allgemein. Sie sind auch die Grundlage der KneippTherapie, die man in Form von kalt-warmen Wechselgüssen auch einfach zu Hause durchführen kann.
Schon gewusst? Die fettfreie Körpermasse verfügt mit ca. 70–75 Prozent über einen recht konstanten Wassergehalt, im Gegensatz zu Fett, wo er zwischen 10 und 40 Prozent liegt. Frauen haben einen höheren Körperfettanteil und deshalb auch einen um etwa 10 Prozent geringeren Wasseranteil als Männer. Übergewichtige Menschen haben einen Wasseranteil von 40–45 Prozent, muskulöse hingegen bis zu 70 Prozent.
»Wasser ist die Matrix des Lebens«, so Dr. Peter B. Barth, F. X. Mayr-Arzt im Park Igls. »Durch seine Erscheinungsformen – fest, flüssig und gasförmig – ermöglicht es die Vorgänge in der gesamten Natur. Es ist Ausgangs- und Endprodukt unzähliger biochemischer Reaktionen, es ist Lösungsmittel, Transportvehikel, Wärmepuffer, Kühlmittel und vieles mehr. Im menschlichen Körper ist es unverzichtbar, es ist nicht nur in den Zellen enthalten, sondern umspült diese auch als extrazelluläre Flüssigkeit. Damit Wasser seinen zahlreichen Funktionen in unserem Körper nachkommen kann, bedarf es allerdings eines komplexen Regulationsmechanismus, der diesen Wasserhaushalt balanciert, stabil hält, Defizite ausgleicht und der auch die Mengenzufuhr reguliert.« Wie und was mit Wasser in unserem Körper passiert, ist an verschiedenste Organe gebunden. Dazu zählen neben den Nieren als Ausscheidungsorgane ebenso der Darm in seiner Gesamtheit, die Lungen und auch die Haut, die ebenfalls ein Organ ist, und zwar eines der größten. Alles braucht Wasser und das beginnt in den Zellen. Das Körperwasser besteht zu zwei Dritteln aus in Zellen gebundenem, sogenanntem intrazellulären Wasser und zu einem Drittel aus extrazellulärem Wasser. Damit das Wasser in die Zellen und aus ihnen herausgelangt und der lebenswichtige Austausch zustande kommt, braucht es allerdings mehr: »Verschiedenste Moleküle, Elektrolyte, ermöglichen erst, dass Wasser in die Zellen kommt und über die Membrane der Zellwände in den extrazellulären Raum abgegeben wird. Dazu gehören insbesondere Natrium und Kalium, außerdem, speziell bei Herzmuskelzellen, auch Kalzium«, erklärt Barth. »Also ist nicht nur die körpereigene Regulation des Wassers, sondern auch dieser Elektrolyte lebensnotwendig.« DURST IST EIN UNTRÜGLICHES ZEICHEN Das höchst Faszinierende an diesen, im Verborgenen ablaufenden Prozessen ist deren unglaubliche Effizienz. Der Körper tut, was er tun muss, und signalisiert uns ziemlich deutlich, wenn etwas nicht so ist, wie es sein soll. Er sagt uns, was er braucht, um sich, um uns am Leben zu erhalten.
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Beim Wasserhaushalt ist das untrüglichste Zeichen etwas ganz Banales: nämlich dass wir Durst verspüren. Das Wort bedeutet übrigens »Trockenheit in der Kehle« und beschreibt, was wir tatsächlich spüren. Sinkt der Wasseranteil im Körper um 0,5 Prozent, gibt unser Gehirn diese Information weiter. Kommen wir diesem Verlangen nicht nach und verlieren dann zehn Prozent an Flüssigkeit, klebt uns nicht nur tatsächlich die Zunge am Gaumen, es kommt darüber hinaus zu Sprachstörungen, der Gang wird unsicher. Man wird lethargisch, der Blutdruck sinkt, die Nieren schränken die Urin ausscheidung ein. Das hat zur Folge, dass Substanzen wie Harnstoff, Harnsäure oder Kreatinin in den Blutkreislauf gelangen und Organe schädigen können. Würde man nichts mehr trinken, würde ein Nierenversagen eintreten und ein Kaliumüberschuss, der zum Herzstillstand führt. Durst ist also ein lebensnotwendiges Signal. UNTERSCHIEDLICHES DURSTEMPFINDEN Das Durstempfinden ist nicht bei jedem Menschen gleich, ebenso wenig das notwendige Maß an Flüssig keitszufuhr. »In der Regel geht man von einer durchschnittlichen Zufuhr von 1,5 Litern bei Normal temperaturen aus bzw. 30–40 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht«, so Dr. Barth. Steigt die Außentemperatur oder ist man körperlich aktiv, ändert sich auch der Bedarf. »Treffen beide Faktoren zusammen – hohe Temperatur und sehr hohe körperliche Belastung –, kann der Mensch durchaus an die zwei Liter Flüssigkeit pro Stunde verlieren. Diese muss unbedingt ersetzt werden.«
DR. PETER B. BARTH
»Treffen die Faktoren hohe Temperatur und sehr hohe körperliche Belastung zusammen, kann der Mensch an die zwei Liter Flüssigkeit pro Stunde verlieren. Diese muss unbedingt ersetzt werden.«
trinkt dann zu viel natriumarmes Wasser, führt das zu einem Abfall des Natriumgehalts im Blut. Das führt zu Kopfschmerzen und Übelkeit und es kann – im schlimmsten Fall – tödlich enden. Gerade bei heißem Wetter und vor allem bei körperlichen Aktivitäten ist eine regelmäßige, ausreichende Flüssigkeitszufuhr also existenziell, zudem sollte man darauf achten, auch Elektrolyte zuzuführen. »Doch auch mit isotonischen Getränken kann man es übertreiben«, macht Barth klar. »Sportgetränke sind nur dann sinnvoll, wenn diese ausreichend Salz enthalten.« Wesentlich ist, auf die Signale des Körpers zu achten. Beim durchschnittlichen, gesunden Erwachsenen sind diese relativ klar und eindeutig und das per sönliche Befinden letztendlich ausschlaggebend – auch in Bezug auf die Menge, die man trinken sollte.
Bei einem gesunden Erwachsenen beträgt der Wassergehalt in den Zellen an die 55–65 Prozent – dieser Wert nimmt im Lauf des Lebens immer mehr ab. Auch das Durstgefühl wird ab dem 50. Lebensjahr stetig weniger. Die Gefahr einer Dehydration ist deshalb bei älteren Menschen höher. »Eine drastische Abnahme der kognitiven Leistungsfähigkeit ist die Folge. Bekommen diese Patienten Flüssigkeit über Infusionen zugeführt, bessert sich ihre Situation schlagartig.« MASS HALTEN Wo es ein Zuwenig gibt, gibt es auch immer ein Zuviel. Man kann tatsächlich auch zu viel trinken. Dann spricht man von Hyperhydration. Es gibt auch die regelrechte Wasservergiftung, bei der ein Volumenüberschuss der extrazellulären Flüssigkeit besteht: Im Jahr 2015 starb beispielsweise ein Sportler während des Ironmans in Frankfurt an einer Wasservergiftung, in dem Fall war eine Elektrolytstörung schuld. Schwitzt man sehr stark und
Dr. Peter Barth Arzt für Allgemeinmedizin, Mayr-Arzt
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Hören, was guttut Was wir hören, bestimmt unser Sein und unser (Er-)Leben in viel größerem Ausmaß, als wir vermuten. Das kann ebenso positiv wie negativ sein – in erster Linie hängt es davon ab, wie bewusst wir hinhören. Nicht nur nach außen, sondern auch nach innen.
Eines der ersten Dinge, die wir tun und die wir können, ist zu hören. Es ist der erste Sinn, mit dem der noch ungeborene Mensch seine Umwelt wahrnimmt und er ist von all unseren Sinnen der differenzierteste. Wesentlich genauer und leistungsfähiger als die Augen ermöglicht uns das Gehör Orientierung – nicht nur im geografischen Sinn. Was und wie wir hören, ist – abgesehen vom rein physikalischen Vorgang – eine individuelle und eine emotionale Angelegenheit. Wenn wir hören, fühlen wir. Ein Lied aus unserer Kindheit, ein Geräusch, das uns an den letzten Urlaub erinnert, eine Stimme, die wir kennen und lieben (oder auch nicht). Unser Gehirn verknüpft und katalogisiert Erinnerungen, Eindrücke und Erlebnisse auch mit unserem Gehör. Selten ist uns wirklich bewusst, wie viel wir hören und was unser Hören in uns auslöst – und dass es auch ein Zuviel geben kann, ohne dass es uns auffällt. LÄRM HAT AUSWIRKUNGEN »Wohnen Menschen an einer stark befahrenen Straße, sind sie also Dauerlärm ausgesetzt, sagen sie oft, dass sie den Lärm gar nicht mehr hören, weil sie sich daran gewöhnt haben. Tatsache und auch wissenschaftlich erwiesen ist aber, dass diese Menschen ein ständig erhöhtes Stressniveau haben, auch wenn sie es selbst so nicht wahrnehmen«, erklärt Dr. Melanie Robertson, klinische, Neuro- und Gesundheitspsychologin mit Spezialisierung auf Stressprävention. Ein erhöhtes Stressniveau hat aber Konsequenzen: »Es kommt zu deutlichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Beispielsweise ist auch die Herzinfarkt-Rate wesentlich höher.« Lärm macht krank, und in vielen Fällen können wir ihm nicht entfliehen. Ein gutes Beispiel dafür sind etwa Großraumbüros. »Dabei gibt es hierzu eindeutige wissenschaftliche Befunde, die zeigen, wie kontraproduktiv sie sind und welch hohen Stress das Arbeiten darin verursacht.« Auch in Einkaufszentren oder in Lokalen sind wir permanenter Beschallung ausgesetzt – nicht nur durch Stimmen und Geräusche, sondern ebenso durch Musik, deren Einsatz einen Grund hat: »Wird in Lokalen laute Musik gespielt, trinkt man mehr und außerdem schneller«, so Robertson. Geräusche werden auch eingesetzt, um ein Produkt in der Wahrnehmung besser zu machen: Sounddesigner lassen den Motor eines Autos röhren, sie sorgen dafür, dass sich die Chips-Packung nicht
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leise öffnen lässt (um Frische zu suggerieren) und die Chips selbst im Mund richtig knacken, oder sie tunen den Rasierapparat akustisch so, dass er leistungsstark klingt. Unser Gehör ist dahingehend getrimmt, dass Dinge für uns richtig oder falsch klingen. Aber wesentlich ist vor allem eins: Es muss klingen. Denn etwas, mit dem viele nur schwer umgehen können, ist Stille. DAS GEFÜHL DER STILLE Vielen Geräuschen können wir nicht entfliehen – andere wiederum wollen wir gar nicht ausschalten. »Viele unserer Gäste erzählen von der ständigen Reizüberflutung, der sie ausgesetzt sind, und suchen nach Ruhe«, so Mag. Thomas Blasbichler, Diplompsychologe, klinischer und Gesundheitspsychologe, spezialisiert auf Prävention und Stabilisierung mentaler Gesundheit.
ABSOLUT HÖREN Das absolute Gehör ist laut aktuellem Forschungsstand einerseits angeboren und andererseits antrainiert. »Bei Menschen, die beispielsweise schon in sehr frühen Jahren Musikunterricht erhielten, kommt es zu funktionellen Umstrukturierungen des Hörzen trums und somit zu einer höheren Wahrscheinlichkeit, dass sie ein absolutes Gehör entwickeln«, erklärt Melanie Robertson. Auch unter Menschen, die tonale Sprachen wie Mandarin oder Swahili als Muttersprache sprechen, ist die Anzahl jener, die über ein absolutes Gehör verfügen, höher.
Er bietet im Park Igls die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson an und dabei fällt auf: »Es geht vor allem um Ruhe, darum, sich zu entspannen – und damit tun sich viele enorm schwer. Eben weil die Reize ständig präsent sind, muss man Stille regelrecht lernen. Denn wenn man ruhig wird, kommen die Gedanken – davor haben viele Angst. Also lenkt man sich wieder ab.«
Wie viel Zeit am Tag ist es still um uns herum? Wie viel Ruhe haben wir? Und ist es eine echte Ruhe oder nur die Abwesenheit von (störenden) Geräuschen? »Man kann dann zwar still sein«, sagt Blasbichler, »aber die Stille nicht fühlen.« Ohrstöpsel sind ein gutes Beispiel. »Natürlich wird es dann still«, erklärt Melanie Robertson, »aber mit dieser Stille können viele nicht umgehen, weil sie durch das Ausblenden der Umgebungsgeräusche Raum schafft für anderes.« Wir hören die Geräusche des eigenen Körpers, das Rauschen des Blutes, das Gurgeln im Magen, das Klopfen des Herzens – Vorgänge, die in jeder Sekunde unseres Lebens selbstverständlich ablaufen, aber wir hören sie nie und sie sind uns fremd. Und was fremd ist, macht vielen Angst. Das ist nicht die Stille, nach der wir suchen. Wir wollen, wie Thomas Blasbichler es nennt, »Stille fühlen«. WIR LENKEN UNS VON UNS SELBST AB Essenziell ist das bewusste Wahrnehmen. Wer bewusst Stille sucht, der kann sie auch finden. Trifft uns Stille hingegen quasi unvorbereitet, kann sie uns nervös machen – auch ohne Ohrstöpsel. Der Körper ist nicht der einzige, der recht laut sein kann. »Wir haben am Tag durchschnittlich 60.000 Gedanken plus 95 Prozent vom Vortag, also gehen uns täglich an die 120.000 Dinge durch den Kopf. Darunter sind sicher viele negative und stress behaftete Gedanken, und auch davon suchen wir bewusst Ablenkung.« Wir wollen uns selbst nicht hören, wir lenken uns von uns selbst ab. »Das funktioniert nur bedingt«, sagt Melanie Robertson. »Irgendwann rächt sich das körper eigene System, entweder durch körperliche Signale oder durch emotionale, psychische Zusammenbrüche. Tinnitus, Schlafstörungen, Verdauungsprobleme, Kopfschmerzen, Depressionen – die Liste ist lang.« »Unser Körper sagt uns normalerweise, wenn etwas nicht stimmt«, so Thomas Blasbichler. »Die Ursache kann durchaus darin liegen, dass der Körper selbst sagt: Stopp, zu viel.« Er erzählt von einem Patienten, der immer wieder mit Mittelohrentzündung zu kämpfen hatte. Ein Arzt sagte schließlich zu ihm: »Vielleicht willst du manches einfach nicht mehr hören.« Das Ohr macht zu, als Schutz für die Seele.
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MIT ALLEN SINNEN Unsere Sinne sind selbstverständlich für uns. Robertson und Blasbichler plädieren für mehr Bewusstsein, dafür, sich die Zeit zu nehmen, um bewusst zu sehen, zu hören, zu riechen, zu schmecken, zu fühlen. Das meiste von dem, was wir tagtäglich aufnehmen, auf uns einwirken lassen, geschieht unbewusst. Wir starren auf Bildschirme, lassen uns berieseln, steigen ins Auto und machen das Radio an bzw. es schaltet sich schon von ganz allein mit dem Anlassen des Motors ein. »Ich schalte es oft bewusst aus und konzentriere mich auf eine Sache: Ich fahre Auto. Solche Dinge kann man trainieren.« Und muss man auch, denn, wie Melanie Robertson sagt, Multitasking geht nicht. »Ich plädiere für Einfachheit, dafür, nur eine Sache zu machen. Multitasking ist eine Utopie, auch für uns Frauen. Deshalb sollten wir uns auf einen Sinneskanal konzentrieren. Beim Spazierengehen beispielsweise nur auf die Geräusche der Natur achten.« In der Progressiven Muskelentspannung nach Edmund Jacobson geht es darum, den Körper durch bewusste, willentliche An- und Entspannung bestimmter Muskelgruppen in einen Zustand tiefer Entspannung zu versetzen. »Anfangs habe ich Hinter grundgeräusche und Entspannungsmusik verwendet, weil ich dachte, dass das meinen Patienten hilft, sich zu entspannen«, erzählt Thomas Blasbichler. »Bis mir klar wurde, dass sie das zu sehr ablenkt. Bei Entspannungs- und Achtsamkeitsübungen geht es immer darum, im Hier und Jetzt zu sein. Höre ich aber das Geräusch eines Wasserfalls, bin ich beim Wasserfall und nicht bei meinem Körper.« AUF UNSEREN KÖRPER HÖREN Mit Geräuschen erreicht man mitunter also den gegenteiligen statt beabsichtigten Effekt. Man kann damit den Körper sogar auf »stumm« schalten, wie Melanie Robertson beschreibt: »Das sieht man zum Beispiel bei Läufern, die Musik als Schritt macher verwenden, damit sie schneller laufen, als sie es eigentlich schaffen würden, sie gehen in die Überforderung oder Überreizung. Diese Fremd bestimmung ist ein großes Problem. Einerseits suchen Menschen genau nach solchen Vorgaben, nach Regeln, andererseits haben sie das Gefühl, ihr Leben nicht selbst in der Hand zu haben.« Würden wir mehr auf uns und die Bedürfnisse unseres Körpers, unserer Seele hören, würden wir vermutlich auch keine Taktgeber fürs Leben benötigen.
Mag. Dr. Melanie Robertson Klinische, Neuro- und Gesundheitspsychologin
Mag. Thomas Blasbichler Klinischer und Gesundheitspsychologe, Coach
»Es gibt eine tolle Übung«, sagt Thomas Blasbichler. »Dabei setzt man sich täglich 20 Minuten auf einen Stuhl, sitzt einfach nur da, tut nichts, und lässt die Gedanken kommen. Wir sind Meister im Abwehren, im Verdrängen, im Wegschieben. Mit dieser Übung schaffen wir uns eine Zeit und einen Ort der Ruhe, und ein Ritual, das uns hilft, wirklich im Hier und Jetzt zu sein und damit auch zur Ruhe zu kommen.« Derartige Übungen sind wichtig. Sie helfen uns dabei, Dinge bewusst zu machen, sie zu trainieren und sie irgendwann wie selbstverständlich zu tun. Können wir denn nur das hören, was wir auch hören wollen? »Kinder und ältere Menschen definitiv«, scherzt Robertson, selbst Mutter einer kleinen Tochter. »Man kann sicher lernen, zu filtern, was man hört. In der Therapie von Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen schaltet man etwa bewusst Umgebungsreize zu, damit der Betroffene lernt, diese nicht relevanten Reize auszublenden. Man kann den Gehörsinn wie alle anderen Sinne auch trainieren.« Tun wir das, nutzen wir ein Potenzial, das uns innewohnt. Die Kraft unserer Sinne ist immens – es liegt an unserer Fokussierung, in welchem Maß wir sie und damit unser (Er-)Leben bewusst gestalten.
RICHTIG HÖREN
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Wussten Sie, dass . . .
… im Park Igls im vergangenen Winter drei zusätzliche Therapieräume entstanden sind? Sie sind hell, einladend und modern ausgestattet. Somit steht für Physiotherapien und Shiatsu mehr Platz zur Verfügung und die Gesprächstherapien finden in angenehmer, freundlicher Atmosphäre statt.
IMPRESSUM Für den Inhalt verantwortlich: Gesundheitszentrum Igls GmbH, Igler Str. 51, 6080 Innsbruck-Igls Tel. +43 512 377 305 Fax +43 512 379 225 info@park-igls.at www.park-igls.at KONZEPTION UND GESTALTUNG Studio Roth&Maerchy, Zürich
… unsere Physiotherapeuten neu mit Redcord® arbeiten können, einem Trainingssystem aus frei beweglichen roten Seilen und Schlingen, die von der Decke hängen? Neben dem Training – nur mit dem eigenen Körpergewicht – kann es auch in der passiven Mobilisation, zur Schmerz reduktion und Entlastung von Gelenken eingesetzt werden.
REDAKTION Mag. Andrea Gnägi, Dr. Peter Gartner, Ingrid Striednig, Mag. Helene Forcher, Dr. Richard Kogelnig, Dr. Stefan Hiehs, Dr. Peter B. Barth, Dr. Sonja Schottkowsky, Mag. Susanne Parson, Mag. Thomas Blasbichler, Mag. Dr. Melanie Robertson, Alexandra Federa, Markus Sorg, Mina Siehs, B.Sc., Paul Bajer, B.Sc., Lisa French, B.Sc., Jessica Holzmann, M.Sc. marketing deluxe: Claudia Reichenberger, Sonja Niederbrunner, Dr. Heidemaria Abfalterer Änderungen und Schreibfehler vorbehalten.
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WUSSTEN SIE, DASS …
… es im Park Igls neue Trinkwasserbrunnen gibt? Diese sind aus lokalen Findlingen gefertigt – im Hallenbad aus Sellrainer Gneis, im Untergeschoss und in der Teebar aus Höttinger Brekzie (= Innsbrucker Stadt gebiet). Das kristallklare Quellwasser kommt direkt aus den Tiroler Alpen und sprudelt in höchster Trinkwasser qualität aus den Leitungen. Plastikflaschen wird es bei uns bald nicht mehr geben.
LEKTORAT Erika Krammer-Riedl, Mattsee FOTOGRAFIE UND ILLUSTRATION Fred Einkemmer, Martina Meier, Hansi Heckmair, Ingrid Striednig Auflage: 9.400 © April 2020 Gedruckt auf Circle Volume White aus 100 % Altpapier, ausgezeichnet mit dem blauen Umweltengel, EU Eco-Label, FSC®-zertifiziert
Hotelzimmer
Mayr-Programme Mayr-Detox
Einzelzimmer Doppelzimmer* Suiten* Park Igls Suite (bis 5 Personen)
€ 157 – 353 € 152 – 256 € 280 – 401 € 1.190
Preise jeweils pro Tag und Person, Therapien nicht inbegriffen. * Zur Einzelbelegung auf Anfrage. Preisermäßigung: 5 % ab zwei Wochen, 10 % ab drei Wochen.
MAYR-BASIC Ist die Grundlage unseres Therapieangebots und fixer Bestandteil aller Therapiemodule
€ 1.042
MAYR-KLASSIK Zum Kennenlernen der Modernen Mayr-Medizin
€ 1.487
MAYR-INTENSIV Zur Entschlackung und Optimierung des Gesundheitszustandes auf breiter Basis
€ 1.956
MAYR-KURZPROGRAMM Eine kurze Auszeit für körperliche und seelische Entspannung
€ 921
Mayr-Fokus
Doppelzimmer Deluxe
MAYR-DE-STRESS Das Tempo reduzieren und die Energie wieder zum Fließen bringen
€ 2.000
MAYR-PHYSIO Behandlung von Rückenbeschwerden, Wiedererlangung der Beweglichkeit
€ 1.881
MAYR-METABOLIC Bei Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten, Allergien, Burn-out und Schlafstörungen
€ 1.953
MAYR-NEURO Behandlung von degenerativen Erkrankungen des Nervensystems im Frühstadium
€ 2.137
Diagnostik ULTRASCHALL-VORSORGEPAKET SUPER MEDICAL CHECK
€ 948 € 2.203
Specials FELDENKRAIS® UND MENTALCOACHING@MAYR € 1.898 Der Teich im Park Igls
YOGA@MAYR
€ 1.576
Preise jeweils pro Woche und Person exkl. Zimmerpreise. Preise für Folgewochen auf Anfrage. Preise und Leistungen gültig bis 19.12.2020
ANGEBOTE UND PREISE
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Feldenkrais® und Mentalcoaching@ Mayr 14. – 21. Juni 2020 Eine Reise zu neuer Leichtigkeit. Mit der Kombination der Modernern Mayr-Medizin Feldenkrais® und Mentalcoaching entdecken Sie sich selbst neu und entfalten Ihre Potenziale. Kleinste Veränderungen Ihrer Bewegungsmuster führen zu großen Veränderungen im Nervensystem, lindern Schmerz, machen beweglicher und verleihen neue Leichtigkeit. Ergänzt durch Mentalcoaching werden Denk- und Verhaltensmuster untersucht und Wege aufgezeigt, innere Widerstände zu überwinden. Dieses Spezial programm ist für alle Altersklassen geeignet, Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
∞ Mayr-Basic (Leistungen siehe www.park-igls.at) ∞ 5 Feldenkrais®-Lektionen in der Gruppe (à 60 Min.) ∞ 1 Personal Training Feldenkrais® (60 Min.) ∞ 2 Personal Mentalcoachings (à 50 Min.) ∞ 5 Teilmassagen (à 25 Min.) ∞ 1 Leberwickel mit Bienenwachs
€ 1.898 für 1 Woche exklusive Hotelzimmer Als Einzelleistung für € 653: 5 Feldenkrais®-Lektionen in der Gruppe (à 60 Min.) 1 Personal Training Feldenkrais® (60 Min.) 2 Personal Mentalcoachings (à 50 Min.)
Yoga@Mayr 30. August – 6. September 2020 Zur Ruhe kommen, die eigene Atmung spüren, den Körper sanft bewegen und dehnen, wahrnehmen und dem nach innen gerichteten achtsamen Geist lauschen … All das und vieles mehr bietet Yoga, mit dem Ziel, mit sich selbst in Kontakt zu kommen. Der ganzheitliche Ansatz verbindet Yoga mit der Modernen MayrMedizin und wird durch ein bewährtes Bewegungskonzept für anatomisch richtige Körperhaltung bestens ergänzt. Entdecken und erforschen Sie Ihre eigene Kraftquelle inmitten einer einzigartigen Naturkulisse. Tanken Sie Energie, Ihrer Gesundheit zuliebe.
∞ Mayr-Basic (Leistungen siehe www.park-igls.at) ∞ 4 Yoga-Lektionen in der Gruppe (à 80 Min.) ∞ 1 Personal Yoga-Training (50 Min.) ∞ 5 Teilmassagen (à 25 Min.) ∞ 1 Leberwickel mit Bienenwachs
€ 1.576 für 1 Woche exklusive Hotelzimmer Als Einzelleistung für € 334: 4 Yoga-Lektionen in der Gruppe (à 80 Min.) 1 Personal Yoga-Training (50 Min.)
Park Igls | Gesundheitszentrum Igls GmbH | Igler Straße 51 | 6080 Innsbruck-Igls | Österreich Tel. +43 512 377 305 | Fax +43 512 379 225 | info@park-igls.at
www.park-igls.at