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marie 112/ Februar 2026

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/ Februar 2026

3,60 Euro

davon 1,80 Euro für die Verkäuferin/ den Verkäufer

IN BEWEGUNG

Silvia Salzmann tanzt, seit sie laufen kann. Längst hat sie ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht. Dabei dient ihr der Tanz als jene Sprache, in der sie sich am besten ausdrücken kann. Die umtriebige Künstlerin – seit Kurzem auch Co-Kuratorin der Montforter Zwischentöne – im Porträt. Seiten 4 bis 7.

Foto: Sarah Mistura

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auf die Straße!

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Inhalt

4-7 Tanzen statt reden

Künstlerin und Projekte-Schmiedin Silvia Salzmann im Porträt

8-10 Blättern in der eigenen Geschichte

Lydia Häfele feiert am. 26. Februar ihren

100. Geburtstag und veröffentlicht ein neues Buch

11 Schachecke, Rechenrätsel

12-14 Künstliche Invasion ins Kinderzimmer

Daniela Egger über die großen Gefahren der KI

14 Sudoku

16-18 Das Manifest des Futurismus 2.0

Technologischer Fortschritt lässt uns immer länger und in immer sinnloseren Jobs arbeiten

19 Meine Straße

Erinnerungen von Sabine Rein, Vorsitzende des Wissenschaftsverbundes Vierländerregion Bodensee

19 Rätsellösungen

22-24 Ziemlich beste Jahre

Programmreihe soll Menschen helfen, Übergang in die Pension aktiv und sinnvoll zu gestalten

25 marie-Freundeskreis

26-27 Mitsprache (nicht) erwünscht?

Brigitta Soraperra über die Hürden der direkten Demokratie in Vorarlberg

28-30 „Jeder schräge Vogel findet bei uns Platz“ Kammgarn Hard feiert heuer 30. Geburtstag

30 Impressum

31 Berge voller Schnee

Rezept für eine winterliche Tarte mit Blutorangen aus Dans Probelokal

32-34 Bewusst sein im neuen Jahr

Ein Essay von Hans Platzgumer über alte Gewohnheiten und neue Vorsätze

34 Reparatur-Cafés

35 Filmclub-Tipps

36-37 Eine Frau mit viel Ausdauer

Heidi Ludwig-Heim, Pionierin des Ausdauersports und Olympia-Teilnehmerin 1964 in Innsbruck

38-39 Veranstaltungskalender

Die nächste Ausgabe der marie erscheint

am 27. Februar

Kontaktieren Sie uns

Sie haben Anregungen, Wünsche oder Beschwerden? Dann schreiben Sie uns doch einfach. marie – Die Vorarlberger Straßenzeitung, Graf-Maximilian-Straße 18, 6845 Hohenems.

E-Mail: redaktion@marie-strassenzeitung.at oder Sie rufen uns an unter 0677 615 386 40. Internet: www.marie-strassenzeitung.at. Wir freuen uns über Ihre Zuschriften!

Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser! „Ich weiß nicht, was ich noch glauben kann“, sagt die Kollegin und zuckt resigniert die Schultern. „Hier steht’s doch“, sagt mein Sitznachbar, der Boomer, und fuchtelt siegessicher mit dem Handy. „Im Internet gibt’s ein Video dazu.“ „Mama, das ist ein Deepfake“, meint die digital kompetente Tochter augenrollend und ich weiß plötzlich auch nicht mehr so recht, wie das mit der Wahrheitsfindung überhaupt noch gehen soll ... heute, in Zeiten der Digitalmoderne, der Überinformation und der zugespitzten Debatten. Ich will nicht leichtgläubig sein, aber genauso wenig liegt mir vorbeugendes Misstrauen allem und jedem gegenüber. „Die durchdigitalisierte Menschheit zerfällt in solche, die noch daran glauben, dass sich irgendwo, mit Mühe, Fußnoten und eigenem Denken, Wahrheiten dingfest machen lassen, und die anderen, die nur glauben, dass sich wirklich alles widerlegen lässt“, schreibt Eva Menasse in ihrem Essay „Alles und nichts sagen“. Sie ergründet darin, was mediales Dauerrauschen und der Geschwindigkeits-Imperativ zwischenmenschlich anrichten. Und wie im digitalen Raum das Selbst und seine Befindlichkeiten zur wichtigsten Bezugsgröße werden. Man spricht vom „Enthemmungseffekt“, wenn Leute in Kommentarforen und im Schutze ihrer Anonymität Selbstbeherrschung und Anstand verlieren. Menasse: „Die Empörung ist jenes Gefühl, das die Menschen an ihren Geräten hält, sie begründet den wirtschaftlichen Erfolg der sozialen Medien.“ Ein differenzierter Diskurs ist kaum möglich – gleichzeitig ist er aber unabdingbar, um sich in einer Demokratie im besten Sinne des Wortes zusammenzuraufen. Die Beschleunigung entlarvt Menasse dabei als das glatte Gegenteil dessen, was eine Demokratie braucht: Das Zugeständnis zur Verlangsamung. Man denke nur an juristische Instanzen, Gesetzesanträge, Revisionen etc. In den sozialen Netzen hingegen fehle „der Airbag aus Zeit“, da wird in einer Hektik verbal geschossen, als gäbe es kein Morgen. Und ich möchte ergänzen: Auch bei so mancher Talkshow bekommt man das Gefühl, dass es weniger um Inhalte geht als darum, wer am lautesten und am angriffslustigsten ist. Alle sind immer gleich „fassungslos“, finden andere Standpunkte „beschämend“ und „untragbar“. Alle immer gleich so bissig.

Nicht die marie. Zugegeben, sie ist eine kleine Akteurin in der Medienlandschaft. Doch Größe kann sich auch im Anspruch zeigen. Im Anspruch nach Qualität, Recherche und Weitblick, nach Kontext und gewissenhafter Einordnung. Aus dieser Haltung ist auch die vorliegende Februarausgabe der marie gestrickt. Die Digitalmoderne nehmen wir darin gleich dreifach ins Visier: Während uns Hans Platzgumer ins Gewissen redet, was unsere digitalen Gewohnheiten angeht, leuchten Daniela Egger und Dunja Karanovic den großen Schatten des KI-Potenzials aus. Wir sind uns bewusst, „die Wahrheit“ gibt es nicht. Jeder von uns hat seine Filter, ist ein Filter. Umso mehr ist es uns ein Anliegen, unterschiedlichen Standpunkten gegenüber offen zu bleiben, umso mehr gilt es, um das vermeintlich richtige Wort zu feilschen und gleichzeitig Mehrdeutigkeit auszuhalten. Und sich immer wieder vor Augen zu führen, dass alles im Leben ein Prozess ist. Unfertig. Dynamisch. Lebendig eben.

Ihre Simone Fürnschuß-Hofer Redakteurin

marie ist Mitglied im Weltverband der Straßenzeitungen. www.insp.ngo

TANZEN STATT REDEN

Die muss tanzen gehen, hieß es schon, da war Silvia Salzmann gerade mal zwei Jahre alt. Heute tanzt und choreografiert die 38-Jährige hauptberuflich. Aktuell in der Jubiläumsproduktion von Brigitte Walk, im März in ihrem eigenen Stück „PERFECT MATCH“. Und seit Kurzem leitet sie als Co-Kuratorin die Geschicke der Montforter Zwischentöne. Die umtriebige Künstlerin und Projekte-Schmiedin im Porträt.

Simone Fürnschuß-Hofer

H„MICH REIZT DAS POTENZIAL UNGEWÖHNLICHER

SPIELORTE, MICH INTERESSIEREN VIELFALT UND DER AUSTAUSCH MIT DEN LEUTEN.“

ab ich einen Muskelkater“, seufzt Silvia Salzmann, 38, als wir im Café 21 Platz nehmen und uns einen Tee bestellen. Rund fünf Stunden Tanz hat sie in den Beinen. Müde wirkt sie dennoch nicht. Ich treffe die quirlige Tänzerin und Choreografin inmitten ihrer Probephase zur Jubiläumsproduktion des WalkTanztheater – es ist bereits ihr viertes Engagement dort. Wie immer ein Stück weit Neuland, was genau ihrem Geschmack entspricht. Abseits betretender Pfade fühlt sich Silvia in ihrem Element. Kunst an unkonventionelle Orte zu bringen, in mutigen Kooperationen zu denken, Formate interdisziplinär zu gestalten und dabei auch Menschen ins Boot zu holen, die auf den ersten Blick kaum Bezugspunkte zur Kulturszene haben, dafür brennt sie. Wohl mit ein Grund, dass sie jüngst die künstlerische Agenda für die Montforter Zwischentöne von Hans-Joachim Gögl – wohlgemerkt auf dessen Empfehlung – übertragen bekam. Um gemeinsam mit dem Berliner Konzertdesigner Folkert Uhde das Feldkircher Festival für den Tanz zu öffnen und das Programm insgesamt noch stärker in den öffentlichen Raum zu bringen. Der Fußstapfen-Größe ihres Vorgängers ist sich Silvia Salzmann bewusst, doch einschüchtern lässt sie sich davon keineswegs. Mit Wertschätzung blickt sie auf das, was mit dem Festival geschaffen wurde. Um mit einem Kopf voller Ideen darauf aufzubauen. „Mich reizt es, Feldkirch zu erleben, die Stadt kennenzulernen, sie zu betanzen. Mich reizt das Potenzial ungewöhnlicher Spielorte, mich interessieren Vielfalt und der Austausch mit den Leuten.“ Das halte wach und lebendig, sagt sie mit funkelndem Blick und man zweifelt keine Sekunde daran, dass da eine sitzt, die Formate gegen den Strich bürsten kann. Titel und Programm der nächsten Montforter Zwischentöne will sie noch unter Verschluss halten, ein bisschen gespoilert wird dennoch: Neu eingeführt wird ein Programmzyklus im Frühjahr – zusätzlich zur Edition im November. Und alle, die Silvia Salzmann bis dahin noch nicht tanzen gesehen haben, bekommen die seltene Gelegenheit, eine Kuratorin höchstpersönlich auf der Bühne zu erleben.

Silvia Salzmann hat mit ihrem Stück „MORE“ 2016 den Vorarlberger Kunstpreis gewonnen.

Text:
Fotos: Sarah Mistura

PERFECT MATCH – ein Projekt von Silvia Salzmann in Kooperation mit dem ifs Gewaltpräventionsprojekt StoP und einer Rauminstallation von Roland Adlassnigg

Mit Tanz aufgewachsen

Spätestens seit Silvia Salzmann 2016 mit ihrem Stück „MORE“ unserer Überflussgesellschaft auf den Zahn gefühlt und damit den Vorarlberger Kunstpreis gewonnen hat, ist sie hierzulande einem breiteren Publikum bekannt. Zumal sie mit Häusern wie dem Landestheater, dem vorarlberg museum oder dem Festspielhaus Bregenz namhafte Referenzen vorzuweisen hat. Dass sie ihre Tanzleidenschaft heute beruflich ausleben darf, sieht sie als großes Glück. Wir spulen zurück zu den Anfängen. „Die muss tanzen gehen“, habe man der Mama zugeraunt, als sie sich – gerade mal zwei Jahre alt – auf einem Fest hingebungsvoll zur Live-Musik bewegte. Mama Salzmann meldete sich mit ihrer Tochter umgehend zum Mutter-KindTurnen an. „Den Bärentanz von damals kann ich immer noch“, so Silvia lachend. Das Zeitgenössische, das heute ihre tänzerische Heimat ist, kam aber erst viel später. Nach ein paar Jahren Kunstturnen während der Volksschulzeit waren es in ihren Jugendjahren der Garde- und Showtanz, bei dem sie sich austoben konnte. Das Choreografieren bereitete ihr damals schon große Lust, sie fuhr mit Freundinnen zu Tanzsport-Wettbewerben, liebte ihre Auftritte mit der Kompanie „Terpsichore“ und setzte meist im Partykeller zu Hause noch ein Extratraining drauf. „In den Sommern meiner Jugendzeit gab es für mich nichts als Strandbad und Training“, erinnert sie eine „richtig coole Zeit“. Nach der Matura bewarb sie sich auf gut Glück an der MUK (Musik und Kunst Privatuniversität Wien), wurde zu einer einwöchigen Aufnahmeprüfung eingeladen und war nervös wie selten zuvor. Den Plan B – ein Mathematik- oder Informatikstudium – durfte sie schnell wieder verwerfen, sie bekam den Ausbildungsplatz und damit vier lehrreiche Jahre, in denen sie „sich selbst neu kennen und Kritik annehmen lernte“. Eingebettet in eine Gemeinschaft, die ihr viel gab. Wenn sie aus dieser Zeit erzählt, könnte man fast meinen, das alles wäre ein Klacks für sie gewesen. „Natürlich hab‘ ich das erste Jahr voll viel geheult“, stellt sie schmunzelnd klar. Doch was blieb, geht weit über den Tanzberuf hinaus: „Ich bekam einen besseren Blick auf mich und verstand es plötzlich, mich und meinen Körper als Werkzeug zu sehen und mich nicht ständig zu verurteilen. Mit der Zeit konnte ich zudem Innen- und Außenwahrnehmung viel besser in Einklang bringen.“

„ICH BEKAM EINEN BESSEREN BLICK AUF MICH UND VERSTAND ES PLÖTZLICH, MICH UND MEINEN KÖRPER ALS WERKZEUG ZU SEHEN UND MICH NICHT STÄNDIG ZU VERURTEILEN.“

Silvia Salzmann wohnt mit Ehemann Manuel Salzmann, Kater Sherlock und Katze Enola in Fußach, wo sie mit dem „Salzwerk“ ein Studio realisiert hat, das ihr nicht nur einen Probe- und Performanceraum, sondern zudem freischaffenden Künstler:innen aus dem Ausland eine leistbare Herberge auf Zeit bietet.

Die Tänzerin hat ein Faible für Projekte im öffentlichen Raum. Hier: „Bodies in Urban Spaces“

Lust auf Projekte

Nach ihrer Ausbildung blieb Silvia Salzmann vorerst noch fünf Jahre in Wien, bevor sie ins Ländle zurückkehrte. Sie erkannte schnell, dass ihr ursprünglich ins Auge gefasster Beruf als Tanzpädagogin nichts für sie war. Ihre wahre Passion liege im Choreografieren, im Formate schmieden und als Tänzerin auf der Bühne. „Ich brauche Projekte“, fasst es die Künstlerin kurz und bündig zusammen. Der Tanz an sich, so sagt Silvia, vermöge für sie Themen besser in Ausdruck zu bringen als Worte dies können. Mehr denn je sei er für sie deshalb ein wichtiges Sprachrohr, um Dinge in Bewegung zu setzen und Blickwinkel zu teilen. Wie aktuell in ihrer Produktion „PERFECT MATCH“. Starke Traumbilder warteten seit fünf Jahren darauf, tänzerisch umgesetzt zu werden: „Lange hat mich die Frage beschäftigt, was mir diese Bilder sagen wollen. Und dann war ich plötzlich Beobachterin einer realen Situation, die zu diesen Bildern gepasst hat“. Es geht um häusliche Gewalt und dabei vor allem um die Frage, wo genau der Punkt ist, an dem eine Grenze überschritten wird. „Oft fängt es ganz klein an, vielleicht nur mit Worten.“ Es sei aber kein „Analysestück“, so Silvia Salzmann, viel eher möchte sie das Publikum emotional einbinden, ohne dabei irgendeiner Art von Effekthascherei zu verfallen. „Man soll vor allem die Lösungsmomente erkennen.“

Die Flüchtigkeit der Bühne Silvia liebt ihre freischaffende Projektarbeit. Wenngleich der Moment der Bühnenperformance etwas Flüchtiges habe. Silvia: „Ein Stück wird manchmal über ein, eineinhalb Jahre entwickelt und dann, puff, ist alles zu Ende. Das fühlt sich jedes Mal wie eine Trennung an. Vor allem, weil man auch als Team zusammenwächst. Aber das ist auch wirklich schon der einzig wunde Punkt an meinem Beruf.“

Was man als freischaffende Künstlerin vor allem braucht, um davon leben zu können? „Rechnen muss man können, sprich gut und realistisch kalkulieren“, so Silvia. „Präsent, am Puls der Zeit sein, ist wichtig. Und ohne den Mut, auch Wagnisse einzugehen, geht es sowieso nicht.“ Das größte Gut aber, um in ihrem Beruf gut arbeiten zu können, sei die Geborgenheit, die sie in der Familie und Beziehung erfahre. „Wenn mal was nicht so toll läuft, dann wird man aufgefangen. Ich spüre, dass meine Familie und Freunde meine Arbeit respektieren und gleichzeitig darf man sich und das Ganze auch nicht zu ernst nehmen.“

„PRÄSENT, AM PULS DER ZEIT SEIN, IST WICHTIG. UND OHNE DEN MUT, AUCH WAGNISSE EINZUGEHEN, GEHT ES SOWIESO NICHT.“

Jubiläumsproduktion anlässlich 25 Jahre walktanztheater.com: ICH TRÄUME MIT OFFENEN AUGEN WIRKLICHKEITEN. Schwanengesänge. Eine transparente Tanzperformance nach Texten von Else Lasker-Schüler mit fünf Tänzerinnen, einer Schauspielerin, einer Sängerin und der Musik von Marcus Nigsch.

Eine Schaufensterperformance beim Montforthaus Feldkirch, Leonhardsplatz. Das Publikum ist im Freien vor den Fenstern.

Premiere:

11. Februar

Weitere Vorstellungstermine:

12. Februar

26. Februar

27. Februar

15. März

16. März

jeweils 19 Uhr

Tickets: laendleticket.com

PERFECT MATCH

Performance-Reihe im vorarlberg museum – ein Projekt von Silvia Salzmann in Kooperation mit dem ifs Gewaltpräventionsprojekt StoP und einer Rauminstallation („DER RING“) von Roland Adlassnigg

Kunst als Brücke für gesellschaftliche Reflexion und Veränderung: Es geht um häusliche Gewalt, um das Spannungsfeld zwischen Sicherheit und Instabilität. Die Performance zeigt, wie schnell Beziehungen kippen, vertraute Räume brüchig werden und wie schwer es ist, diese wieder zu verlassen.

Programm:

6. März, 19:00 Uhr: Uraufführung und Premiere

11. März: KLARTEXT IM RING – Unsicherheit – Schwerpunkt Kinder und Gewalt

18. März: KLARTEXT IM RING – Gewalt im Alter

25. März: KLARTEXT IM RING – Zivilcourage – wie können wir als Gesellschaft etwas verändern?

27. März, 8:15 Uhr: Schulaufführung

27. März, 19:00 Uhr: weitere Aufführung PERFECT MATCH

Ticketpreise: 20 Euro, 16 und 10 Euro ermäßigt

Weitere Infos: silviasalzmann.com

Entdecke unsere kommenden Veranstaltungen. Du bist herzlich eingeladen!

Wechseljahre im Wandel –Zeit für Transparenz & Teilhabe Erzählcafé

Di, 24.02.26 / 18.30 - 21.30 Uhr

Bregenz, Volksbank

Eintritt: freiwillige Spenden

Die Wechseljahre - unsere 2. Pubertät!

Einführungstag

Sa, 07.03.26 / 8.30 - 18.00 Uhr

Feldkirch, Querbeet 46

Preis: € 140,– (Mitfrauen* € 120,–)

3tlg. Seminarreihe

Sa, 07.03. / 28.03. / 18.04.26 jew 8.30 - 18.00 Uhr

Feldkirch, Querbeet 46

Preis: € 360.– (Mitfrauen* € 300.–)

Zyklus Jugendworkshops –Infoabend für Eltern, Paten, Pädagogen und Interessierte

Di, 10.03.26 / 18.00 – 19.00 Uhr online

Preis: kostenlos

Raum und Zeit nur für dich Frauen*kreis

Mi, 11.03.26 / 18.30 – 21.30 Uhr

Dornbirn, Zentrum Annagasse

Preis: € 30.– (Mitfrauen* € 25.–)

Zyklusbewusst leben - dein

Recht auf Selbstbestimmtheit

Vortrag

Di, 24.03.2026 / 19.00 Uhr

Feldkirch, femail

Eintritt: freiwillige Spenden

Detaillierte Informationen zu den Inhalten und die Möglichkeit zur Anmeldung findest du unter: salon13.at/jahresprogramm

Unser Programm bietet ein vielfältiges Angebot an Seminaren, Workshops und Vorträgen für Frauen* in unterschiedlichen Lebensphasen –von Mitgliedsfrauen* gestaltet, die ihre Expertise und Erfahrung weitergeben.

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Blättern in der eigenen Geschichte“

Lydia Häfele feiert am 26. Februar ihren 100. Geburtstag. Das allein ist schon außergewöhnlich. Aber wenn jemand in diesem Alter noch als Autorin eines neuen Buches in Erscheinung tritt, wird es richtig spannend. Die marie hat die rüstige Dame in ihrer Wohnung in Hohenems besucht und über ihr Leben, die Liebe, das Reisen und das Schreiben gesprochen.

Text und Foto: Frank Andres

Ich läute an der Tür. Es heißt wohl geduldig sein, bis sich die Jubilarin via Sprechanlage meldet. Denn schließlich wird die Dame, mit der ich mich heute verabredet habe, in wenigen Wochen 100 Jahre alt. Falsch gedacht. Lydia Häfele hat mich wohl schon erwartet. Es dauert nur wenige Sekunden, bis ich ihre Stimme höre. Der Türöffner der Wohnanlage summt. Ich trete ein. Ein Herr im Erdgeschoss öffnet seine Haustür. Er will offensichtlich mit seinem Hund Gassi gehen. Ich frage: „Wohnt hier Frau Häfele?“ „Nein“, antwortet er. „Die wohnt im obersten Stock.“ Also rasch die Treppen hoch. Man will ja die Gastgeberin schließlich nicht zu lange warten lassen. Oben angekommen, ist die Wohnungstür schon geöffnet. Eine zierliche, kleine Frau mit grau toupiertem Haar, bekleidet mit Hose und Bluse und Filzpantoffeln, begrüßt mich freundlich. „Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal so alt werde“, sagt Lydia Häfele auf dem Weg in die gute Stube, dort, wo unser Gespräch stattfindet. Eine Frau mit wachem und klarem Geist beginnt, aus ihrem Leben zu erzählen.

Unbeschwerte Kindheit und ein lockeres Gebiss

Lydia Häfele kommt in Hohenems zur Welt. Ihr Vater ist Zimmermeister, die Mutter Hausfrau. Ihre Kindheit beschreibt sie als unbeschwert. „Wir sind draußen herumgesprungen, haben Ball oder ‚Versteckerles‘ gespielt. Das war eine schöne Zeit.“ Mit sechs Jahren kommt sie in die Schule – in eine Klasse mit über 50 Mitschülerinnen. Sie wird in den ersten sechs Jahren von Klosterschwestern unterrichtet, die aber nicht übertrieben streng sind. Im Gegenteil: Es gibt immer mal Grund zu lachen. An eine Episode kann sich Lydia Häfele noch sehr lebhaft erinnern: „Wenn die Tiroler Schwester Lamperta von uns Mädchen geärgert worden ist, hat sie mit uns geschimpft. Da ist ihr manchmal das Gebiss heruntergefallen.“ Mit 14 Jahren wechselt Lydia Häfele nach Bregenz ins Marienberg an die Handelsschule. Zwei Jahre danach arbeitet sie zunächst im Büro der späteren Firma Otten. Am 9. November 1943 ändert sich ihr Leben jedoch schlagartig. Sie kommt nach Krimml in Salzburg. Dort muss sie im Rahmen des verpflichtenden Reichsarbeitsdienstes in einem Haushalt putzen, waschen und kochen.

Hochzeitsglocken mit Hindernissen

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges arbeitet Lydia Häfele bei der Firma Riedmann und bemalt dort unter anderem Holzteller. Bei der Geburtstagsfeier eines Arbeitskollegen lernt sie ihren späteren Ehemann Herbert kennen. Damals ist sie 19 Jahre alt. „Und war es Liebe auf den ersten Blick?“, frage ich. „Von seiner Seite aus nicht“, gibt sie offen zu. Sie hätten sich erst allmählich richtig kennengelernt, seien gemeinsam ausgegangen und haben auch das Landestheater besucht. Doch richtige Freude kommt bei ihrem späteren Schwiegervater nicht auf. „Solange ich lebe, kommt mir diese Frau nicht ins Haus“, sagt er zu seinem Sohn. Warum, will ich wissen. „Seine Familie war kohlschwarz und wir zu Hause eher liberal“, erklärt sie. Dann wird Lydia jedoch plötzlich schwanger und es muss –ganz in katholischer Tradition – rasch geheiratet werden. Ein lediges Kind geht damals gar nicht. 1946 läuten die Hochzeitsglocken. 1947 kommt Lydia Häfeles erster Sohn Norbert zur Welt.

Einfache Verhältnisse

Die erste Zeit ist für das junge Paar schwierig. Drei Jahre lang wohnen Lydia und Herbert samt Kind im Dachbodenzimmer ihrer Eltern. Die Wohnsituation entspannt sich erst, als ihr Mann einen Job beim Finanzamt in Bregenz bekommt. „Er hatte dort eine gute Stelle. Er war zuständig für den Bregenzerwald, die Hofsteiggemeinden und das Kleinwalsertal“, betont Lydia Häfele, die sich um Haushalt und Kinder kümmert. Die Familie bekommt Nachwuchs: 1950 kommt Sohn Winfried und 1956 Tochter Gabi zur Welt. (Anmerkung des Autors: Alle drei Kinder werden später Lehrer). Die Familie Häfele lebt zu dieser Zeit in einfachen Verhältnissen. „Mit dem Wenigen, das man hatte, ist man aber positiv umgegangen“, betont Lydia Häfele.

Mit dem Roller nach Südtirol

An große Urlaube ist vorerst nicht zu denken. Es geht höchstens ab und zu im Jänner zum Skifahren ins Kleinwalsertal, wo die Schwester ihres Mannes verheiratet ist. Erst später, als das Ehepaar genügend Geld gespart hat, um sich einen Puch-Roller zu kaufen, werden größere Fahrten möglich. Mit dem motorisierten Untersatz geht es zur Sommerfrische

Wenn die Tiroler Schwester Lamperta von uns Mädchen geärgert worden ist, hat sie mit uns geschimpft. Da ist ihr manchmal das Gebiss heruntergefallen.“

nach Südtirol oder nach Kärnten – ohne Kinder, aber meist gemeinsam mit befreundeten Ehepaaren. Ab diesem Zeitpunkt gibt es jährlich ein paar Tage Urlaub vom Alltag. Vom echten Reisefieber gepackt wird Lydia Häfele aber erst, als ihr Mann in Pension geht. Es führt sie nach Israel, China, in die USA, nach Ägypten, Marokko, St. Petersburg und Moskau. Meist für zwei Wochen.

Seit zehn Jahren ist Lydia Häfele Witwe. Die großen Reisen gehören der Vergangenheit an. Sie hat inzwischen acht Enkel und zehn Urenkel. „Ich bin dankbar für das Leben, das ich bislang führen durfte“, sagt sie. Natürlich habe sie kleine Wehwehchen, aber die gehörten dazu. Den Haushalt führt sie noch immer selbst, bekommt aber Unterstützung von ihren Kindern, die ihr beim Einkauf helfen und sie regelmäßig besuchen.

Aus dem Gedächtnis

Über eine Passion müssen wir aber noch reden: das Schreiben. Als Mitglied im Kulturkreis Hohenems schreibt Lydia Häfele im Jahr 2002 ihren ersten Beitrag für den jährlichen emser almanach. Sie schreibt authentisch über ihre Erinnerungen an Hochzeits- und Totenbräuche, damalige Badefreuden, Glaube und Aberglaube oder ihre Schulzeit – alles gewürzt mit einer großen Prise Humor. Sie beschäftigt sich in ihren Texten außerdem viel mit dem Dialekt und Begriffen, die die jüngere Generation heute gar nicht mehr kennt. Vor zehn Jahren erschien die Sammlung ihrer Beiträge in Buchform unter dem Titel: „As ischt da Bruch gsi.“ Lydia Häfele schrieb danach jedoch weiter. Und jetzt, zu ihrem 100. Geburtstag, gibt es das Buch in einer erweiterten, aktualisierten Auflage (siehe Infobox). „Manchmal“, so sagt sie in unserem Gespräch, „denke ich mir, ob ich das alles wirklich geschrieben habe. Manche Wörter habe ich selbst schon lange nicht mehr verwendet. Das Buch ist für mich, wie in der eigenen Geschichte zu blättern.“

Feiern mit der Familie

Bevor ich mich von Lydia Häfele verabschiede, möchte ich noch wissen, wie sie ihren 100er eigentlich feiert. „Man geht auf jeden Fall mit der Familie ins Gasthaus. Da wird gemeinsam gegessen und getrunken“, verrät sie. Ihr sei bewusst, dass dieser Geburtstag etwas Außergewöhnliches ist. „Das Sterben kommt näher. Mit 100 Jahren kann das Leben nicht mehr ewig gehen. Aber so wie es derzeit aussieht, kann ich diesen Tag auf jeden Fall noch genießen.“ In diesem Sinne wünscht die marie schon vorab alles Gute zum Geburtstag!

Das Buch Lydia Häfele, As ischt da Bruuch gsi 192 Seiten, Bucher Verlag, 22 Euro Das Sterben kommt näher. Mit 100 Jahren kann das Leben nicht mehr ewig gehen. Aber so wie es derzeit aussieht, kann ich diesen Tag auf jeden Fall noch genießen.“

Wir feiern die Liebe: Genuss und Segen am Valentinstag

Hl. Valentin, der Patron der Liebenden, war einfacher Priester, der Liebespaare trotz eines kaiserlichen Verbots nach christlichem Ritus traute und dafür hingerichtet wurde. Anlässlich des Festes am 14. Februar ladet das EFZ in Kooperation mit dem Jugend- und Bildungshaus St. Arbogast alle Paare zu einem Genuss- und Segens-Abend.

„Tragfähige Beziehungen sind ein Fundament des gelungenen Lebens – sie geben uns gerade in schweren Zeiten Halt. Dieses verlässliche Miteinander ist nicht selbstverständlich in unserer schnelllebigen Gesellschaft“, so Marcelo Silveira

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Bubniak vom EFZ: „Am Valentinstag laden wir insbesondere Paare ein, einen Abend des Dankes und des Genießens miteinander zu verbringen. Nach der Segensfeier in der Kapelle mit Pfarrer Rainer Büchel und Pastoralassistentin Heidi Liegel erwartet die Gäste ein Aperitif, ein dreigängiges Menü und stimmungsvolle Musik im feinen Arbogast-Ambiente“.

Beginn der Segensfeier in der Kapelle ist um 18 Uhr, ab 18.30 Uhr ist dann der genussvolle Teil angesagt: Samstag, 14. Februar 2026 in Arbogast. Mehr dazu: www.efz.at/termine

Beziehung.Leben

EFZ Beziehung.Leben inKooperationmit Jugend & Bildungshaus St. Arbogast www.efz.at/familieleben

Lösen Sie es in 60 Sekunden

Beginnen Sie die Kopfrechnung mit der Zahl im Feld ganz links. Rechnen Sie von links nach rechts – Kästchen für Kästchen. Die Lösung im leeren Feld rechts eintragen. Jede Rechnung unabhängig von der Schwierigkeit sollte in weniger als 60 Sekunden gelöst werden. Keinen Taschenrechner verwenden!

SCHACHECKE

Kurz vor Redaktionsschluss wurden die Runden sechs bis acht in der 2. Bundesliga West gespielt – und dadurch ergibt sich für uns die Möglichkeit, besonders aktuell zu berichten. Die elf Teams gastierten vom 23. bis 25. Jänner in der Mittelschule Kufstein. Die Turnhalle bot angenehm viel Platz, und im Vergleich zum Vorjahr waren die Lichtverhältnisse diesmal deutlich besser. Gewohnt souverän und professionell agierte der Internationale Schiedsrichter Gerhard Bertagnolli als Turnierleiter.

Gleich vorweg eine bittere Erkenntnis: Für alle vier Vorarlberger Mannschaften wurde dieses Wochenende zu einem regelrechten schachlichen Waterloo. Hohenems war als Tabellenführer angereist, musste jedoch mit nur einem Unentschieden und zwei Niederlagen die Heimreise antreten. Damit hat sich das Thema Aufstieg in die 1. Bundesliga für die Nibelungenstädter in dieser Saison erledigt. Götzis erreichte ebenfalls ein Unentschieden, hatte jedoch auch eine überraschende Niederlage zu verkraften. Dornbirn und Sonnenberg-Nüziders blieben in Kufstein gänzlich ohne

FM Volker Seifert (Kufstein/Wörgl)

Philipp Lins (Hohenems)

2. Bundesliga West, Kufstein 2026

Wie kann Schwarz am Zug einen forcierten Gewinn erzwingen?

zählbaren Erfolg. Die ernüchternde Gesamtbilanz dieser drei Runden lautet daher: kein einziger Mannschaftssieg, zwei Unentschieden und acht Niederlagen. Immerhin blieben Dornbirn und Götzis in ihren spielfreien Runden ungeschlagen –ein zugegebenermaßen schwacher Trost.

Noch ein kurzer Blick auf die Tabellensituation: Sie präsentiert sich aufgrund der ungeraden Mannschaftszahl und der damit verbundenen spielfreien Runden ausgesprochen unübersichtlich. Nach acht Runden liegt Absam an der Spitze, während das zweitplatzierte Schwaz nur noch geringe Chancen auf den Titel besitzt. Im dicht gedrängten Mittelfeld finden sich Hohenems und Götzis wieder, wohingegen Dornbirn und Sonnenberg-Nüziders kaum noch Hoffnungen auf den Klassenerhalt haben.

Im Folgenden präsentieren wir drei interessante Stellungen aus Partien mit Vorarlberger Beteiligung, die an diesem Wochenende in der 2. Bundesliga West gespielt wurden. Viel Freude beim Lösen dieser Aufgaben!

FM Denis Gretz (Götzis)

Wolfgang Kücher (Ranshofen)

2. Bundesliga West, Kufstein 2026

Wie gewinnt Weiß am Zug einen wichtigen Bauern?

Maksym Kelembet (Götzis)

NM Josef Ager (Ranshofen)

2. Bundesliga West, Kufstein 2026

Mit welcher Fortsetzung entscheidet Weiß am Zug dieses Läuferendspiel?

Lösungen auf Seite 19

KÜNSTLICHE

INVASION INS KINDERZIMMER

Es wäre zu schön gewesen. Eine technologische Entwicklung, die uns das Leben erleichtern kann, die für den Einsatz in Medizin und Wissenschaft wertvolle Arbeit leistet, die als präzises Instrument an der richtigen Stelle sogar für Frieden und Klimaschutz sorgen könnte. Sie existiert. Leider kommt sie zu einem Zeitpunkt, an dem die abscheulichsten Menschen dermaßen viel Geld angehäuft haben, dass sie in der Lage sind, diese Technologie für ihre Zwecke einzusetzen. Und schon ist aus dem bahnbrechenden Fortschritt gleichzeitig eine multidimensionale Katastrophe geworden.

Text: Daniela Egger Illustrationen: Zeughaus Design GmbH, freepik

Was jetzt kommt klingt so, als wäre ich gegen den Einsatz von KI und auch gegen diese Art von Fortschritt. Aber ich bin viel mehr für bestimmte Dinge, wenn es um die Einführung neuer Technologien geht. Ich wünschte, die KI würde einen anständigen Umgang mit den Urheberrechten von Wissenschaftlerinnen, Künstlerinnen und Autoren finden. Ich wünschte, es gäbe ein Zulassungsverfahren, bevor man KI-ChatBots in die Hände von Menschen gibt, die überhaupt nicht darauf vorbereitet sind. Die meisten verwenden KI wie eine Suchmaschine, verbrauchen dabei ungleich mehr Energie und Wasser in überdimensionierten Rechenzentren – das ist der harmlose Teil. Schwieriger wird es, wenn die ChatBots in den sozialen Netzwerken für Dinge missbraucht werden, die strafrechtlich relevant sind. Man gibt aus gutem Grund keine Waffen in die Hände von verhaltensauffälligen Menschen – zumindest in Europa. KI-Programme können wie eine Waffe wirken, das ist leider offensichtlich. Sie fluten unsere Netzwerke mit Fake-News und Hassnachrichten.

Aufdringliche Datensaugroboter

NOCH NIE HATTEN KINDER EINEN

RATGEBER ZUR HAND, DER DIE

TRAGWEITE EINES SELBSTMORDES

NICHT ERFASSEN KONNTE UND

STATTDESSEN BEIM VERFASSEN DES

ABSCHIEDSBRIEFES GEHOLFEN HAT.

Ich wäre auch dafür, dass die KI wartet, bis sie gefragt wird. Wo sie kann, drängt sie sich auf. Sie fragt diensteifrig, ob sie meinen Text noch überarbeiten soll, in den sozialen Medien muss ich mich dagegen wehren, dass sie mir ihre selbst erzeugten Fragen beantwortet, während mir klar ist, dass sie jede meiner Entscheidungen speichert und als wertvollen Datenstoff weitergibt. Habe ich einen Moment zu lange bei einem Urlaubangebot verweilt? Habe ich mich für ein bestimmtes Kosmetikprodukt interessiert? Schon greift der Algorithmus die Information auf und zeigt mir eine ganze Palette davon in den folgenden Tagen. Aber das wissen wir alle und natürlich: Wir sind auch selbst schuld, wenn wir Smartphones verwenden und TikTok, Instagram & Co nutzen. Für Jugendliche und junge Erwachsene ist es aber fast undenkbar, diese nicht zu nutzen. Sie kennen keine Welt ohne soziale Medien und isolieren sich, wenn sie nicht daran teilnehmen. Außerdem machen sich die fiesen Mechanismen die Dopaminsucht des Gehirns zunutze.

Suizid-Coaching im Kinderzimmer Es wäre zu schön gewesen, wenn die KI nur dafür gesorgt hätte, dass wir bestimmte Arbeitsprozesse vereinfachen und gleichzeitig verbessern können, ohne sich direkt in unsere Leben einzumischen. Aber KI wird von vielen Jugendlichen zum Vertrauensmedium erklärt, sie teilen ihre Sorgen und Nöte mit ChatGPT oder einem ähnlichen ChatBot. Das ist nachvollziehbar, weil dieser immer verfügbar ist und antwortet. Manchmal sind gute Tipps dabei, und bei bestimmten Fragen wird eine gewisse Empathie vorgespielt. Etwas, was viele junge Menschen vermutlich nie erfahren haben. Inzwischen tauchen in den

Medien immer mehr Fälle von Eltern auf, die versuchen, den Tech-Konzern OpenAI zur Verantwortung zu ziehen, weil ChatGPT ihren Jugendlichen buchstäblich geraten hat, sich selbst zu töten – inklusive einer detaillierten Beratung, wie dies zu bewerkstelligen sei. Die meisten von ihnen waren deshalb erfolgreich (siehe Klageschrift Raine v. OpenAI). Das alles kann still im sauberen Kinderzimmer eines behüteten Hauses vor sich gehen – die wenigsten Eltern wissen, was ihre Kinder online treiben. Kinder und Jugendliche gehen durch schwierige Phasen, bevor sie erwachsen werden. Noch nie hatten sie einen Ratgeber zur Hand, der die Tragweite eines Selbstmordes nicht erfassen konnte und stattdessen beim Verfassen des Abschiedsbriefes geholfen hat.

Groks Porno-Fakebilder auf X Welch unübersichtlichen Gefahren wir Kinder und Jugendliche aussetzen, ahnen wir seit der Einführung von Social Media. Aber alles lässt sich immer weiter treiben – beispielweise erlaubt Grok, die KI-Anwendung der Plattform X von Elon Musk, neuerdings jedem Nutzer, fremde Bilder in einen pornografischen Inhalt zu verwandeln. Jede Art von Körper kann nackt und kompromittierend verändert werden – Kinder, Frauen und Männer. Dagegen wehren können sich die Opfer dieser Darstellungen nicht. Ein solches Werkzeug auf die Gesellschaft loszulassen, müsste als globale Menschenrechtsverletzung gewertet werden, aber die US-Gerichte haben derzeit wohl andere Sorgen.

ELON MUSK HÄLT EMPATHIE

FÜR DIE GRÖSSTE SCHWÄCHE

DER MENSCHHEIT.

Die Tech-Elite lügt und ihre KI ebenfalls

Leute wie Elon Musk (xAI und OpenAI), Mark Zuckerberg (Meta), Jeff Bezos (Amazon), Greg Brockman (OpenAI), Joel Kaplan (Meta), Marc Andreessen und Ben Horowitz (Venture Capital) und Peter Thiel (Palantir, PayPal) arbeiten sehr effizient daran, mithilfe ihrer neuen Instrumente und ihrer Vermögen die Demokratie zu zerstören. Peter Thiel schrieb bereits im Jahr 2009 in einem Essay, er wäre der Meinung, Freiheit sei mit der neuen, technologischen Entwicklung nicht vereinbar. Diese Aussage wiederholte er seither mehrmals öffentlich, Elon Musk hält Empathie für die größte Schwäche der Menschheit und mischt sich in die amerikanische und auch in die europäische Politik ein. Leider stehen diesen Kräften heute mächtige Instrumente zur Verfügung. Sie können sowohl demokratische Prozesse massiv untergraben als auch Wahlen manipulieren. Ihre Werkzeuge formen die öffentliche Wahrnehmung mit Fake-Videos, Fake News und mit unverschämten Lügen. Ich möchte an dieser Stelle auf MiniKama hinweisen, ein Verein zur Aufklärung von Fake News und Desinformation im Internet. Ich nutze die Plattform regelmäßig und bin dankbar für deren Arbeit. Jetzt stehen wir vor der Weiterentwicklung der künstlichen Intelligenz mithilfe von Quantencomputer-Systemen, deren Rechenleistung wir uns gar nicht vorstellen können. Seither steigen immer wieder Experten aus diesen Unternehmen aus, kündigen ihre Jobs und warnen davor, die Entwicklung weiter zuzulassen. Immerhin ist die KI schon jetzt in der Lage, sich vor der drohenden Abschaltung oder Einschränkung zu verbergen, auf ein fremdes Netzwerk zu verlagern und, danach befragt, zu lügen. Die KI hat bereits jetzt gelernt zu lügen – dabei sind wir erst am Anfang dieser Technologie.

Der Arbeitsmarkt im Wandel

Was neben all diesen enormen politischen Entwicklungen sonst noch auf uns zukommt, wird uns alle betreffen – etwa die Frage, wie sehr sich der Arbeitsmarkt in den nächsten Jahren verändern wird. Da gibt es Aussagen von Experten, die behaupten, in fünf bis zehn Jahren gäbe es nur >>

noch etwa ein Drittel der Jobs, die wir heute haben. Dies betrifft so genannte white-collar Jobs, also Bürotätigkeiten in Verwaltung, Management aber auch IT-Experten, Anwälte, Buchhalter, Steuerberater …, die Liste lässt sich fortführen. Grundsätzlich ist eine Reduktion von Arbeit eine gute Nachricht, wenn wir davon ausgehen, dass bis dahin ein Grundeinkommen eingeführt wurde und diese freigewordene Zeit mit sinnvoller Tätigkeit für das soziale Miteinander zur Verfügung steht. Allein, Peter Thiel hat es bereits angekündigt, er und seine Freunde halten nicht viel von Freiheit. Außer für Ihresgleichen natürlich.

Move fast and break things

Der Frage, welche Verwerfungen der Einsatz einer KI in einem Unternehmen auslösen kann, wird ab 5. Februar in der Feldkircher Schafferei nachgegangen. „Move fast and break things“ war das Motto von Mark Zuckerberg bei Facebook und so lautet der Titel einer kurzen Theaterintervention zum Thema KI – im Anschluss wird darüber mit Expert*innen aus Wirtschaft und Arbeitsrecht auf dem Podium gesprochen. Der Abend ist kostenlos, eine Anmeldung wird empfohlen.

Theaterstück und Podiumsgespräch:

MOVE FAST AND BREAK THINGS

Termine:

5. Februar

6. Februar

7. Februar, jeweils um 20 Uhr

Text und Regie: Daniela Egger

Schauspiel: David Kopp

Beginn: 20 Uhr, Schaffarei Klub Freier Eintritt

Anmeldung: schaffarei.at

MiniKama braucht Ihre Spende für die wertvolle Arbeit, die der Verein leistet: www.mimikama.org/unterstuetze-uns-bitte/

So geht‘s: Füllen Sie die leeren Felder so aus, dass in jeder Reihe, in jeder Spalte und in jedem Block (= 3×3-Unterquadrate) die Ziffern 1 bis 9 genau einmal vorkommen. Viel Spaß!

Lösung auf Seite 19

BILDUNGSHAUS BATSCHUNS

PROGRAMM

Atem – Bewegung – Stimme Heilende Energiequellen aktivieren | Tagesseminar

Sa 7. Feb. 9.00 – 17.00 h

Theorie U und Presencing Von der Zukunft her führen | Vortrag

Fr 13. Feb. 19.00 – 20.30 h

Wandel gestalten mit den Methoden der Theorie U

Sa 14. Feb. 9.00 – 17.00 h

Die Architektur der Inszenierung SCHAUEN - SPIELEN - LEITEN | Grundmodul Fr 6. März 18.00 h – So 8. März 12.00 h

Kommunizieren in Konflikten und Krisen. Reden ist Gold ... mit Renée Hansen, M.A. Di 3. März 9.00 – Mi 4. März 17.00 h

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MÖRDERISCHER BEZIRK

Im Februar wird es im Bezirk Dornbirn spannend – mörderisch spannend. Vom 19. bis 26. Februar schließen sich die Bibliotheken Dornbirn, Hohenems und Lustenau offiziell zur literarischen Komplizenschaft zusammen. Gemeinsam laden sie zu einer ganzen Reihe verdächtig unterhaltsamer Veranstaltungen ein: Lesungen, Kinderprogramm, Krimidinner und mehr erwarten alle Gäste im „Mörderischen Bezirk“.

ALLE TATORTE UND TERMINE IM ÜBERBLICK

Stadtbibliothek Dornbirn

Donnerstag 19. Februar um 19 Uhr, Edith Kneifl – Der unheimliche Patient

Freitag 20. Februar um 18 Uhr, Krimidinner „Backwaren, Magie & ein mysteriöser Diebstahl“

Anmeldung unter: bildung.stadtbibliothek@dornbirn.at

Samstag 21. Februar um 10 Uhr: FamilienKrimiZeit

Der mysteriöse Bibliotheks-Fall, für Kinder mit Detektivgespür ab 6 Jahren.

Stadtteilbüchereien Rohrbach, Wallenmahd, Hatlerdorf, Oberdorf, Schoren und Haselstauden

Jeweils Freitag, 20. Februar, 17 -18 Uhr, „Tatort Bibliothek – Spannende Krimigeschichten für Kinder“ Kinder zwischen 6 und 10 Jahren dürfen sich auf abwechslungsreiche Kurzgeschichten, kreative Mitmachstationen und eine gemütliche Atmosphäre im Pfarrheim St. Martin freuen. Begleitend zur Lesung gibt es eine Bastel- und Maltischstation, eine Buttonmaschine, mit der Kinder eigene Detektivbuttons gestalten können, sowie eine Fotobox, in der kleine Spürnasen ein Erinnerungsfoto machen dürfen. Eintritt frei!

Bibliothek Lustenau

Samstag 21. Februar um 19 Uhr: Champagner, Charme und Chiffren in Lustenau Guido Buettgen liest aus Champagnergrab Anmeldung: bibliothek@lustenau.at 19.-28. Februar während der Öffnungszeiten, Schatzsuche zwischen Büchern (ab 6 Jahren)

Bücherei Hohenems

Donnerstag, 26. Februar, 19 Uhr: Krimidinner: Kriemhilds späte Rache Im Emser Schloss wird ein weiterer Kodex des Nibelungenlieds entdeckt – und ein Toter. Doch dabei bleibt es nicht. Eine rätselhafte Todesspur zieht sich durch das Innenstadtquartier zwischen Jüdischem Museum und Literaturhaus. Werden Sie Teil einer Ermittlungsnacht, in der jedes Detail zählt.

jazzambach erneut Hotspot für Musikbegeisterte

Nach der erfolgreichen Premiere von „jazzambach“ wird das Festival vom 18. bis 22. Februar wieder zum Place-to-be für Musikbegeisterte aus nah und fern. Für fünf Tage wird Götzis in Vorarlberg zum Zentrum für exzellenten Jazz in all seiner Vielfalt. Unter der künstlerischen Leitung des international renommierten Vorarlberger Jazzpianisten David Helbock treffen Jazzgrößen aus aller Welt auf herausragende Musiker*innen der Bodenseeregion. Das innovative Format fördert deren kreativen Austausch wie auch jenen mit dem Publikum

Mehr Infos unter: jazzambach.at

– verstärkt durch das erweiterte hochkarätige Programm. Die Bandbreite reicht von der Eröffnung mit Michael Köhlmeier und dem neu gegründeten jazzambach ensemble unter Leitung von Claude Diallo über weitere Highlights wie Shake Stew, dem Shuteen Erdenebaatar Quartett oder auch dem Wolfgang Muthspiel Trio mit Scott Colley und Brian Blade bis zur Jazzgesangsikone Norma Winstone. Neu sind unter anderem ein Familien- und Kindermitmachkonzert und ein Schulworkshop.

DAS MANIFEST DES FUTURISMUS 2.0

Im Jahr 1930 prognostizierte der englische Ökonom John Maynard Keynes, dass die Technologie bis zum Ende des 20. Jahrhunderts so weit fortgeschritten sein würde, dass die Menschen in den Industrieländern nicht mehr als 15 Stunden pro Woche arbeiten müssten. Rund 80 Jahre später hat sich das genaue Gegenteil ereignet: Die technologische Entwicklung hat keineswegs zu mehr Freizeit geführt, stattdessen leben wir in einer Welt, in der wir immer mehr arbeiten müssen – in Jobs, die immer weniger Sinn machen.

IZahlreiche Autoren weltweit haben bereits als Problem erkannt, dass KI die Kluft zwischen den am höchsten und am niedrigsten bezahlten Jobs auf dem Markt vergrößert.

n seinem berühmten Essay „On the phenomenon of bullshit jobs“ (Über das Phänomen der Bullshit Jobs), der später zum Buch „Bullshit Jobs“ wurde, löste der amerikanische Anthropologe David Graeber 2013 eine Debatte über den Sinn und das Wesen der Arbeit im 21. Jahrhundert aus. Graeber weist darauf hin, dass der englische Ökonom John Maynard Keynes bereits 1930 vorausgesagt (oder gehofft?) hatte, dass die Technologie bis zum Ende des 20. Jahrhunderts so weit fortgeschritten sein würde, dass die Menschen in den Industrieländern nicht mehr als fünfzehn Stunden pro Woche arbeiten müssten. Etwa 80 Jahre später ist genau das Gegenteil eingetreten: Anstatt dass die technologische Entwicklung zu mehr Freizeit geführt hat, leben wir in einer Welt, in der wir immer

Text: Dunja Karanovic mehr arbeiten und immer weniger Jobs Sinn machen. David Graeber verstand unter Bullshit Jobs all jene Jobs, die derjenige, der sie ausübt, nicht versteht und/oder nicht als Beitrag zur Verbesserung der Gesellschaft ansieht. Trotz Keynes' Optimismus hat die Technologie zur Automatisierung vieler mechanischer, aber produktiver Arbeitsplätze geführt, sodass den Menschen Aufgaben wie das Ausfüllen von Tabellen und das Beantworten von E-Mails bleiben. David Graeber hat dies nicht mehr erlebt, aber etwa ein Jahrzehnt nach der Veröffentlichung seines Essays wurde die Technologie auch für diese Aufgaben einsetzbar.

Neue sinnlose Jobs

In einer Zeit, in der ChatGPT, Gemini und ähnliche Bots, die auf generativer künstlicher Intelligenz basieren, alles von der Analyse umfangreicher Berichte über das Verfassen von Schulaufsätzen und langwierigen E-Mails bis hin zur Lösung komplexer mathematischer Probleme leisten können, stellt sich erneut die Frage nach der Zukunft und dem Sinn der Arbeit. Generative KI wird einerseits höchstwahrscheinlich zur Entwicklung einer neuen Generation sinnloser Jobs führen. Da Chatbots zu sogenannten „Halluzinationen“ neigen und auf die Verwendung bestehender Problemlösungsparadigmen beschränkt sind, müssen sie überwacht werden, und es scheint, dass eine große Anzahl der derzeitigen Verwaltungsjobs darauf reduziert werden wird, Fehler zu korrigieren und auf den Ergebnissen der künstlichen Intelligenz aufzubauen. Andererseits haben zahlreiche Autoren weltweit bereits als Problem erkannt, dass KI die Kluft zwischen den am höchsten und am niedrigsten bezahlten Jobs auf dem Markt vergrößert. ChatGPT wird weder den Job eines Regisseurs noch den eines Lieferfahrers für Lebensmittel gefährden, aber es kann weitgehend jene sinnlosen Jobs übernehmen, die vielen Menschen den sozialen Aufstieg ermöglicht haben. Im Gegensatz zu einem Projektassistenten hofft ein virtueller KI-Assistent nicht auf eine Gehaltserhöhung und Beförderung innerhalb

des Unternehmens – was für Unternehmen eine gute Nachricht ist, für Arbeitnehmer jedoch eine schlechte. Diese Situation könnte auch positive Auswirkungen haben, wenn sie zur Einführung eines universellen Grundeinkommens führt (über das Graeber selbst geschrieben hat) und damit die Möglichkeit für Menschen, ihre Arbeit nach ihren persönlichen Interessen, Fähigkeiten und sogar ihrem Sinn für Ziele auszuwählen. Denn trotz des kapitalistischen Ethos, das das Phänomen der sinnlosen Arbeit hervorgebracht hat, geht es bei der Arbeit nicht nur darum, seinen Lebensunterhalt zu verdienen, zu überleben und etwas zu kaufen, um die langen Arbeitszeiten zu rechtfertigen; sie kann uns auch ein Gefühl der persönlichen Erfüllung vermitteln, einen Beitrag zur Gemeinschaft leisten und ein Gefühl der Zugehörigkeit vermitteln.

KI-generierte Kunst

Trotz ihres Potenzials, mühsame Aufgaben wie das Ausfüllen von Tabellen und das Verfassen von Berichten zu übernehmen, ist es derzeit ironischerweise so, dass generative KI-Technologie häufiger zum Schreiben von Gedichten und zur Erstellung (mehr oder weniger) visueller Kunst eingesetzt wird. Seit März 2025 ist ChatGPT in der Lage, anhand einer kurzen Textbeschreibung ein Bild mit beliebigen Inhalten und in beliebigen visuellen Stilen zu generieren. Dieser verbesserte Bot, der mit Daten aus der Kunstgeschichte und der Geschichte des Internets gefüttert wird, ist nicht mehr verwirrt, wenn er mit komplexen visuellen Darstellungen wie menschlichen Fingern oder den Tasten eines Klaviers konfrontiert wird, und er macht nicht mehr die Fehler, die vor zwei Jahren für KI-Kunst charakteristisch waren. Darüber hinaus ist er in der Lage, Illustrationen und Fotos (wenn man sie so nennen kann) zu generieren, die völlig authentisch aussehen. Die neue künstliche Intelligenz

hat fast augenblicklich eine Reihe neuer Trends im Internet hervorgebracht, von denen einer der beliebtesten darin bestand, Fotos in Illustrationen im Stil des japanischen Animators Hayao Miyazaki zu verwandeln. Der Ghibli-Trend, benannt nach Miyazakis Studio Ghibli, Heimat der berühmten Anime-Filme „Prinzessin Mononoke“ und „Mein Nachbar Totoro“, eroberte über Nacht die sozialen Medien, entfachte aber auch erneut die Debatte über die Ethik der KI-Kunst. Auf den ersten Blick ist es fraglich, ob es legal ist, KI-Modelle ohne Erlaubnis oder Vergütung mit urheberrechtlich geschützten Werken lebender Künstler zu füttern. Wie viele Kreative und Social-Media-Nutzer betont haben, bezeichnete Miyazaki selbst vor einigen Jahren KI-generierte Kunst als Beleidigung des Lebens. Wenn wir die moralischen Dilemmata außer Acht lassen, wie beispielsweise die Tatsache, dass die Erzeugung eines einzigen KI-Bildes einen enormen ökologischen Fußabdruck hinterlässt, und die Tatsache, dass wir dabei die jahrelange Arbeit und Mühe ignorieren, die Künstler in die Entwicklung ihres persönlichen Stils investieren, bleibt das Problem des Missbrauchs dieses Stils im wahrsten Sinne des Wortes. Denn neben dem relativ harmlosen Wunsch, ein Hochzeitsfoto oder ein Porträt unseres Kindes aus dem Kindergarten in den Stil eines beliebten Zeichentrickfilms zu verwandeln, den wir als private Nutzer von sozialen Medien (und KI-Technologie) haben mögen, gibt es auch weitaus weniger harmlose politische Ziele, für die dieser Trend ausgenutzt wurde.

Grenzüberschreitungen

Im vergangenen Jahr wurden Porträts des amerikanischen Präsidenten, des indischen und israelischen Premierministers sowie des serbischen Präsidenten „ghiblifiziert“. Ebenso ein Foto des Anschlags auf die Twin Towers am 11. September 2001 sowie ein Foto der Ermordung von George Floyd im Jahr 2020. Ein animiertes Foto von Soldaten, die Palästina angreifen, wurde auf dem offiziellen X-Account der israelischen Streitkräfte gepostet, während das Profil des Weißen Hauses im selben Netzwerk eine Ghibli-Version eines Fotos der weinenden Dominikanerin Virginia Basora Gonzales während ihrer Abschiebung aus den USA zeigte. Künstliche Intelligenz ist wie jede andere Technologie neutral, aber ihre Tendenz, die Grenzen der Urheberschaft und ethischer Grundsätze zu überschreiten, ist untrennbar mit dem wachsenden Einfluss rechtspopulistischer politischer Optionen verbunden.

Es wäre nicht fair, von KI-Kunst als der Ästhetik der aktuellen autoritären Regime zu sprechen (vor allem, weil es sich nicht um eine einzige Bewegung oder einen einzigen visuellen Stil handelt), aber es ist unmöglich, nicht zu bemerken, wie eine große Anzahl von sogenannten Technologie-Milliardären (Eigentümer der Unternehmen, die hinter der Entwicklung künstlicher Intelligenz stehen und die Idee vertreten, dass diese Technologien keiner Zensur unterliegen sollten) zunehmend einflussreiche politische Positionen einnehmen und enge Kooperationen mit konservativen und rechtsgerichteten politischen Parteien eingehen.

Futuristisches Manifest

Im „Manifest des Futurismus“, das 1909 vom italienischen Dichter und Begründer des Futurismus, Filippo Tommaso Marinetti, verfasst wurde, heißt es in elf Punkten, dass Kunst der Verherrlichung von Gefahr, Aggression, Krieg, Militarismus, Geschwindigkeit, Technologie und Verachtung (sic!) gegenüber Frauen

Was wir in dieser Hektik bereits zerstört sehen, sind die Prinzipien des Völkerrechts, der Menschenrechte, der Gleichstellung der Geschlechter und der reproduktiven Rechte, der Solidarität und des sozialen Schutzes.

Künstliche Intelligenz ist wie jede andere Technologie neutral, aber ihre Tendenz, die Grenzen der Urheberschaft und ethischer Grundsätze zu überschreiten, ist untrennbar mit dem wachsenden Einfluss rechtspopulistischer politischer Optionen verbunden.

dienen sollte. Das Manifest in seiner ausführlichen Form ist im digitalen Zeitalter von X (ehemals Twitter) nicht gut gealtert. Seine zugrunde liegende Denkweise – die radikale Priorisierung von Geschwindigkeit, Disruption und dem Bruch mit bestehenden Strukturen – kann in Elon Musks Umgang mit der Plattform als eine Art „Futuristisches Manifest 2.0“ angesehen werden.

Allgegenwärtige Geschwindigkeit ist nicht mehr nur ein Slogan der Tech-Industrie, sondern wird Teil der Politik und damit unseres Zusammenlebens. Was wir in dieser Hektik bereits zerstört sehen, sind die Prinzipien des Völkerrechts, der Menschenrechte, der Gleichstellung der Geschlechter und der reproduktiven Rechte, der Solidarität und des sozialen Schutzes, die über Jahrzehnte hinweg aufgebaut wurden.

Aber sollte uns das überhaupt interessieren, wenn wir keine Illustratoren, Animatoren oder Fans von Hayao Miyazakis Filmen sind? Wenn wir acht Stunden am Tag mit der Prüfung der Einhaltung von Unternehmensrichtlinien beschäftigt sind, haben wir es dann nicht verdient, ein paar schöne Dinge zu schaffen, auch wenn sie von KI generiert sind? So flüchtig und oberflächlich sie auch sein mögen, Internet-Trends ermöglichen es uns dennoch auf psychologischer Ebene, Verbindungen zu knüpfen, ein Gefühl der Zugehörigkeit zu entwickeln und unsere Kreativität auszudrücken. Es stimmt, dass Kunst schon immer im Zusammenspiel mit Technologie entstanden ist, aber der bedeutungsvolle Teil der Arbeit, also die Aufgabe, Bedeutung zu schaffen, musste von einem Menschen ausgehen. Die KI-Technologie ist neutral und zeigt ihr positives Potenzial dort, wo wir ihr eine Aufgabe geben, die uns von sinnlosen Tätigkeiten befreit.

Aus dem Serbischen übersetzt von Ute Kahle

Solidarische Landwirtschaft: Demnächst beginnt die neue Saison!

Von Anfang März bis Mitte Dezember bietet die SoLaWi-Bodenkultur in Sulz wieder wöchentlich frisches, regionales Gemüse zur Selbstabholung.

Termine für Feldbegehungen, um sich vor Ort über die kommene Saison zu informieren:

Freitag, 6. Februar, 14 Uhr

Samstag, 7. Februar, 14 Uhr

Treffpunkt: Haltestelleweg3, Sulz www.solawi-bodenkultur.at

letzten Schlaf vor dem Aufstehen noch genießen ließ.

Am Abend kamen die Kinder der ganzen Nachbarschaft zusammen. Auf der Wiese zwischen den Häusern wurde Versteckerlis gespielt, auf der Straße Fängerlis und Tempelhüpfen, auf dem Hausplatz spielten wir mit den Kügele und die Hauswand bot sich zum „Zehnerla“ an. Die Erwachsenen saßen auf dem Hausbänkle und schnäderten, bis sie uns Kinder zum Schlafengehen zusammenriefen.

Die Straße meiner Kindheit war die Hatlerstraße in Dornbirn. Wir hatten auf unserer Schreinerwerkstatt ein Blechdach, das uns Kindern als Spielplatz, zum „Sünnala“ und als Beobachtungsplatz diente. Wir lagen bäuchlings auf Wolldecken und hatten einen Teil der Straße im Blick. Es wurden Autos gezählt, von denen es damals noch nicht soviel gab, und die „Michler“ begutachtet, die jeden Tag zur selben Zeit im Pulk auf Fahrrädern zur Fabrik und später wieder nach Hause fuhren. Das absolute Highlight waren die schwarzen Staatskarossen, die bei uns vorbei zum damaligen Landeshauptmann Ulrich Ilg fuhren. Ich war als kleines Mädchen in allen umliegenden Häusern mit einer Selbstverständlichkeit und ohne Einladung zu Gast. Es gab Kinder in der Nachbarschaft zum Spielen, es gab interessante Handwerksbetriebe wie zum Beispiel der Bürstenbinder und freundliche Erwachsene, die mit mir gerne plauderten. Bei Huchlers Katrin und Susan saß ich stundenlang auf dem Tisch zwischen herrlich bunten Wimpeln und sah zu, wie die zwei Frauen diese zu Käpple und anderem in Heimarbeit zusammennähten. Im Sommer hörte ich in den frühen Morgenstunden meinen Nachbarn Adam die Sense dängelen und dann das rhythmische Geräusch des Mähens, das mich den

Ja, die Straße meiner Kindheit war voller Leben, netter Menschen und schöner Erlebnisse. Heute geht dieser Teil der Hatlerstraße in die Raiffeisenstraße über und es gibt viel Verkehr. Jetzt werden nach und nach alte, gemütliche Häuser und landwirtschaftliche Anwesen abgerissen und durch Wohnanlagen ersetzt. Der dörfliche Charakter meiner Kindheitsstraße ist leider Vergangenheit.

Zum Abschluss noch eine schöne Geschichte aus meiner Kindheit: Eines Tages hieß es: „Der Bundespräsident kommt!“ Ich hatte irgendwie das Gefühl, da müsse ich etwas tun. Ich sah schon die ersten schwarzen Autos langsam Richtung Ilgs fahren, als ich schnell zu einer Nachbarin rannte und sie um Blumen bat. Mit meinen Ringelblumen erreichte ich den Platz, als der Bundespäsident Theodor Körner gerade die Hausstiege hinauf steigen wollte.

Erinnerungen an die Straße seiner Kindheit von Sabine Rein, Vorsitzende des Wissenschaftsverbunds Vierländerregion Bodensee: © privat

Jemand tippte ihn an und zeigte auf mich. Er nahm mein Sträußchen entgegen, hob mich auf und küsste mich auf mein Kinderbäckchen.

LÖSUNGEN

Schachecke

1...Txf3! Schwarz ignoriert die Fesselung und hat präziser als Weiß gerechnet. 2.Txf3 [Der naheliegende Versuch 2.Lxd8? scheitert natürlich an 2...Txf1+ 3.Kg2 Se3+.] 2...Dxg5+ 3.Dg2 [Nach 3.Kh1 folgt einfach 3...Txf3.] 3...Dc1+! 4.Df1 [Auf 4.Tf1 Txf1+ 5.Dxf1 Lxh2+! 6.Kf2 ist 6...Dxb2+ ein menschliche Gewinnzug, wohingegen die Engines beim Zug 6...Df4+ bereits ein Matt am Horizont erkennen können.] 4...Lxh2+! Erneut die stärkste Fortsetzung. 5.Kxh2 Dxf1 6.Txf1 Txf1 7.Ta8 Tf8 Weiß steht materiell völlig hoffnungslos.

1.Tc2! [Nicht so überzeugend ist 1.Td1?! Dc6 2.Sd5 Tc8 und Schwarz kann noch Widerstand leisten.] 1...Txc2 2.Dxf7+! Dieses Zwischenschach gewinnt nicht nur einen Bauern, sondern schwächt auch die Felder um den schwarzen König empfindlich. 2...Sg7 [Nach 2...Lg7 3.Sxc2 Dxc2 4.Dg6+! Kg8 5.Dxe8+ Lf8 (auch 5...Kh7 6.Dg6+ Kg8 7.Dxd6 verspricht keine Rettung) führt 6.Da8! zu einer technischen Gewinnstellung.] 3.Sxc2 Dxc2 4.Dxf8 Der Anziehende steht deutlich auf Gewinn. Seine Dame wird – abhängig vom schwarzen Zug – über d6, f7 oder f6 das Schach auf g6 geben und anschließend die Bauern am Königsflügel einsammeln. 1.Kf4! [Der einzige Weg zum Sieg. Nach der Partiefortsetzung 1.Kf2? La6 2.Kg3 Kxe5 3.Lf3 Lc8 ist das Endspiel nicht mehr zu gewinnen.] 1...Lg2 2.Lf3! [Dieser kaltblütige Zug ist entscheidend. Die zweite Gewinnmöglichkeit besteht in 2.Lf5+! Kd5 3.Kg3 Kxe5 4.Lxh3 Ld5 und nun zaubert der Computer die studienartige Fortsetzung 5.Lg4!! Kd4 6.Kf4!! mit Gewinn in 37 Zügen aus dem „Ärmel“.] 2...Lf1 3.a4 Die zwei verbundenen weißen Freibauern machen das Rennen.

Rechenrätsel

Für Anfänger = 47

Für Fortgeschrittene = 54

Für Genies = 79

Sudoku

Der Lehrlingsball

Warum nur in Vorarlberg?

Die Lehrlingsausbildung genießt in der Vorarlberger Industrie einen besonders hohen Stellenwert und ist ein zentraler Erfolgsfaktor des Wirtschaftsstandorts. Ein sichtbares Zeichen dieses Engagements ist der Lehrlingsball im Bregenzer Festspielhaus, der bereits zum 17. Mal stattfand. Österreichweit ist der Vorarlberger Lehrlingsball einzigartig.

Veranstaltet von der Sparte Industrie der Wirtschaftskammer Vorarlberg, feierten Lehrabsolventinnen und -absolventen gemeinsam mit ihren Ausbildern, Familien sowie zahlreichen Vertreterinnen und Vertretern der Wirtschaft den erfolgreichen Abschluss ihrer Ausbildung. Das Pro-

gramm stand unter dem Motto „Wir sind die Zukunft“ und bot neben Showblocks auch Profi- und Nachwuchs-DJs, die für Stimmung sorgten.

„Die Atmosphäre im Festspielhaus hat eindrucksvoll gezeigt, welch großes Potenzial in unserer jungen Generation steckt. Der Lehrlingsball war ein würdiger Rahmen, um die herausragenden Leistungen unserer Lehrabsolventinnen und -absolventen zu würdigen. Ich gratuliere ihnen herzlich und danke zugleich den Ausbildungsbetrieben, die mit ihrem täglichen Einsatz die Basis für den wirtschaftlichen Erfolg unseres Landes geschaffen haben“, erklärt Spartenobmann Markus Comploj.

Die Party der Lehrlinge stand im Vordergrund. Internationale DJ‘s rundeten das Programm ab.
Das Image und der Stellenwert der Lehre sind in Vorarlberg am höchsten. Das kommt auch durch den Lehrlingsball zum Ausdruck.
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Martin Blum und Robert

ihre

Spartenobmann Markus Comploj und WKV-PräsidentKarlheinz Kopf in prominenter Runde.

Die Vorarlberger Sparkassen waren Hauptsponsor.

WKV-Vizepräsident Udo Filzmaier in dynamischer Runde.

Ein buntes Showprogramm begeisterte die Ballgäste.

WKV-Industrie - das Organissationsteam

Bunte Outfits und gute Stimme.

Dieser QR-Code führt Sie direkt zur Website des Lehrlingsballs:

illwerke vkw: starke Partner der Lehre.
Kaufmann feierten
Lehrlinge.

Es sind die Übergänge im Leben, auf die es ankommt. Gerade auch beim Abschied aus dem Erwerbsleben ist eine bewusste Vorbereitung die halbe Miete. Genau hier setzt die Programmreihe „Ziemlich beste Jahre“ an: Sie möchte Menschen dabei unterstützen, ihre Pensionszeit aktiv und sinnvoll zu gestalten. Babyboomer also aufgepasst – die beste Zeit steht vielleicht kurz bevor!

ZIEMLICH BESTE JAHRE: ZWISCHEN VORFREUDE UND BAMMEL

Text: Simone Fürnschuß-Hofer Fotos: Ivo Vögel

W„Ich bin früher Marathon gelaufen. Und obwohl ich laufen kann, war klar, dass ich mich mit einem Laufseminar darauf vorbereiten musste. So ähnlich sehe ich es mit der bevorstehenden Pensionierung.“

elches die besten Jahre sind? Darüber lässt sich trefflich streiten. Eine gewisse Übereinstimmung findet sich vielleicht dennoch: Das Jungsein punktet mit Kraft und Schönheit, das Älterwerden mit Reife und Gelassenheit. Und jede Wegstrecke hat ihre Schattenseiten. Während jedoch Pubertät und das Hineinfinden ins Erwachsenenalter als „schwierige Phasen“ anerkannt sind und entsprechend Aufmerksamkeit erhalten, genießen die Jahre der Pensionierung gesellschaftlich vergleichsweise wenig Beachtung. Ein paar Witze hier, gönnerhafte Kommentare dort und vielerorts wenig Bewusstsein dafür, dass auch der Eintritt ins Rentenalter „nicht ohne“ ist. Nur logisch, dass unser Grundbedürfnis nach sinnvoller Tätigkeit und Zugehörigkeit nicht mit einer gesetzlich festgeschriebenen Zahl endet. Viele Menschen möchten ihre Pensionszeit heute aktiv gestalten und so mancher hat Bammel vor der bevorstehenden Veränderung. Dessen ist man sich in der Schweiz schon länger bewusst. Dort wird deshalb seit über 40 Jahren von praktisch allen großen Betrieben ein Programm angeboten, um den Austritt aus dem Erwerbsleben gut vorzubereiten. Peter Weiskopf, 63, Geschäftsführer vom Lebensraum Bregenz, kam bereits vor drei Jahrzehnten mit dem Thema in Berührung: „Ich lernte jemanden kennen, der die Pensionsvorbereitung für Schweizer Betriebe organisiert. Das gehört dort einfach dazu.“ Die Idee, das Bewusstsein dafür auch im Ländle zu stärken und ein entsprechendes Programm auf die Beine zu stellen, ließ ihn seitdem nicht mehr los.

„Ziemlich beste

Jahre“

„Ich bin früher Marathon gelaufen. Und obwohl ich laufen kann, war klar, dass ich mich mit einem Laufseminar darauf vorbereiten musste. So ähnlich sehe ich es mit der bevorstehenden Pensionierung“, zieht Weiskopf einen Vergleich. Tatsächlich gehört er selbst inzwischen zur Zielgruppe, wird er sich doch in einem Jahr größtenteils aus dem Erwerbsleben verabschieden. Für ihn persönlich bestätigt sich, was für viele andere gilt: Wie wertvoll eine gelebte Abschiedskultur ist, verbunden mit der bewussten Vorbereitung auf die

Peter Weiskopf, Obmann von „Ziemlich beste Jahre“

Zeit nach dem Geldverdienen. Zumal er seine Arbeit liebt und zu jenen zählt, die sich mit dem Loslassen schwertun.

Ein erstes Programm hat Weiskopf bereits vor drei Jahren ins Leben gerufen. Und es inzwischen zu der 12-teiligen Modul- und Vortragsreihe „Ziemlich beste Jahre“ weiterentwickelt – mit Rückendeckung des gleichnamigen Vereins, gefördert aus Mitteln des Vorarlberger Gesundheitsförderungsfonds und mitfinanziert von teilnehmenden Betrieben. Soeben läuft der vierte Durchgang an, erstmalig nicht nur am Standort Unterland, sondern zeitgleich auch als eigene Edition im Oberland.

Erntezeit statt Pensionsschock

„Reinhard Haller, Vortragender unserer Programmreihe, spricht von 70 Prozent, die Schwierigkeiten mit dem Übergang in die Rente haben“, so Weiskopf. „Diese Jahre vor der Pensionierung sind für viele hoch emotional. Oft geht es dabei um nicht gefühlte Wertschätzung. Und mancherorts zeigt sich gar das Phänomen, dass bislang durchaus engagierte Mitarbeiter in ihren letzten Arbeitsjahren miese Stimmung verbreiten. Unbewusst machen sie etwas schlecht, um dann besser gehen zu können.“ Abgesehen vom Wissenstransfer, der dabei verloren geht, sei es also auch im Hinblick aufs Arbeitsklima im Interesse eines Betriebes, seine Mitarbeitenden eine gute Pensionsvorbereitung zu ermöglichen. Das bestätigt auch Arbeitspsychologin Tanja Eiselen im marie-Interview (im Anschluss). Andrerseits sieht Weiskopf gar nicht so sehr die betriebswirtschaftliche Kosten-Nutzen-Analyse im Vordergrund als vielmehr die gesellschaftliche Verantwortung. „Uns war in der Konzeption wichtig, dass wir den Menschen Impulse bieten, wie sie den Lebensabschnitt nach der Erwerbsphase gelingend gestalten. Mit Anregungen für Körper, Geist und Seele. Und dem Blick auf das Potenzial, das diese Zeit der Ernte birgt.“

Gemeinsam wachsen

Kurze, knackige Modul-Einheiten fokussieren deshalb Themen wie Partnerschaft und Rollenbilder, rechtliche Bestimmungen, Ernährung und Bewegung oder Spiritualität. Dass die Gruppe überbetrieblich und damit breiter aufgestellt ist, lässt unterschiedliche Lebenswelten aufeinandertreffen. „So lernt man neben dem fachlichen Input einfach auch durch den Austausch extrem viel. Es ist immer befruchtend, wenn verschiedene Menschen zusammenkommen“, so der Initiator. Zumal innerhalb der Modulreihe die Kerngruppe konstant

„Diese Jahre vor der Pensionierung sind für viele hoch emotional. Oft geht es dabei um nicht gefühlte Wertschätzung.“

Programm „Ziemlich beste Jahre“

Darum geht’s: Menschen dabei zu begleiten, ihren Ruhestand als Chance und neue Lebensphase zu nutzen. Sowie Unternehmen zu helfen, diese Prozesse nachhaltig zu gestalten und Mitarbeiter:innen optimal zu unterstützen.

Die Reihe richtet sich an Personen, die den Übergang in die Pension innerhalb der nächsten 1-5 Jahre vor sich haben sowie an Betriebe, die ihre Mitarbeiter:innen in die Pension entlassen. Anmeldung entweder als Einzelperson oder über den Betrieb.

E-Mail: info@ziemlichbestejahre.at, T 0670 356 93 90

Eröffnungsvortrag „Pension – das Ende des (Erwerbs)Lebens?“

Di, 3. Februar, 18 Uhr: Prof. Dr. Tanja Eiselen & Pantomime Thiemo Dalpra, im „zemma“, Sägeweg 16, Bludenz (Pfarrzentrum Heilig Kreuz)

In Folge 8 Module und 4 Vorträge von Februar bis November jeweils im Unterland wie auch im Oberland. Referent:innen: Dr. Tanja Eiselen, Dr. Markus Hofer, Mag. Franz Beck, Mag.a Eva Brunner-Wildauer, Prof. (FH) Dr. Erika Geser-Engleitner, Pater Martin Werlen, Univ.-Prof. Dr. Reinhard Haller, Stefan Behnke, Maria Fink, Martina Rietzler, Mag.a Eva Längle, Bertram Strolz, Helmut Krapmeier und Florian Eberle, BA

Alle Termine und Programmdetails: www.ziemlichbestejahre.at

bleibt und gemeinsam wachsen darf. Auch für die jeweiligen Partner und Partnerinnen ist eine Teilnahme möglich. Vier zusätzliche Vorträge sind – im Gegensatz zu den Modulen – öffentlich zugänglich. Die Finanzierung für die einzelnen Teilnehmenden (990,- Euro bzw. 750,- Partnertarif) übernimmt im Idealfall der Betrieb.

„Manchen ist echt himmelangst vor dem Eintritt ins Rentenalter, gerade auch, weil man sich sehr mit dem Beruf identifiziert, weil Tagesstrukturen wegfallen und man sich in der Partnerschaft neu sortieren muss. Doch auf der anderen Seite warten Chancen wie nie zuvor. Vorausgesetzt man ist gesund und finanziell halbwegs abgesichert, kann man selbstbestimmter denn je agieren“, macht Peter Weiskopf Mut. Ein bisschen vielleicht auch sich selbst.

„Manchen ist echt himmelangst vor dem Eintritt ins Rentenalter, gerade auch, weil man sich sehr mit dem Beruf identifiziert, weil Tagesstrukturen wegfallen und man sich in der Partnerschaft neu sortieren muss. Doch auf der anderen Seite warten Chancen wie nie zuvor.“

„MAN MUSS SICH NEU ERFINDEN“

Tanja Eiselen, ehemalige Rektorin der Fachhochschule Vorarlberg, ist Gründungsmitglied des Vereins „Ziemlich beste Jahre“. Warum die Arbeits- und Organisationspsychologin jedem Unternehmen raten würde, ihre Angestellten gut auf die Pensionszeit vorzubereiten.

Prof. Dr.in Tanja Eiselen, ehemalige Rektorin der Fachhochschule Vorarlberg.

marie: Wann wird der Übergang vom Erwerbsleben in die Pension zum Problem?

Tanja Eiselen: Wenn Menschen verdrängen, dass der Zeitpunkt bevorsteht. Der Eintritt in die Pension bedeutet ja auch den Eintritt in die letzte Lebensphase und die endet zu 100 Prozent mit dem Tod. Deshalb – und weil Pension für sie bedeutet, zum alten Eisen zu gehören – wollen sie sich damit nicht auseinandersetzen. So schlittern sie völlig unvorbereitet hinein, verunsichert von der Frage, was kommt denn jetzt überhaupt noch in dieser letzten Lebensphase.

Und die Antwort darauf wäre?

Man muss sich wieder neu erfinden. Das ist die große Herausforderung.

„Ziemlich beste Jahre“ hilft dabei?

Genau. Es geht viel um Identitätsthemen: Wer bin ich jetzt, wenn ich nicht mehr die erfolgreiche, was weiß ich was, bin? Wie muss ich mein Umfeld gestalten? Komme ich mit dem Geld klar? Wo kann ich mich einbringen, wie komme ich aus dem Haus raus, wie kriege ich wieder Struktur in meinen Tag? Um nicht zu versumpfen, um nicht die sozialen Kontakte zu verlieren und in einer Depression zu landen.

Wir bauen ganz stark auf die Peergroup, auf Gespräche mit Gleichgesinnten innerhalb einer fixen und übersichtlichen Gruppe, die sich rund ein Dreivierteljahr trifft. Da entsteht Vertrauen und die Menschen können sich besser öffnen.

Welche Verantwortung sehen Sie bei den Unternehmen? Es kann nicht sein, dass es keinen interessiert, wenn der Mitarbeiter, die Mitarbeiterin das Unternehmen verlässt. Da geht ja auch ein Wissensträger – jemand, der Abläufe kennt, die er vielleicht über Jahrzehnte mitgestaltet hat. Das ist ein unschätzbarer Wert für ein Unternehmen. Ich kenne leider ganz viele Geschichten über Unternehmen, die Mitarbeitende freigestellt haben und dann wichtige Informationen nicht mehr bekommen. Es gibt Fallbeispiele, dass Mitarbeiter:innen in Pension geschickt werden, die damit aber sehr, sehr unglücklich sind und aus dieser Kränkung heraus – als eine Art Bewältigungsstrategie – sehr schlecht über das Unternehmen reden oder Agenden nur halbherzig übergeben. Deshalb sind die Unternehmen wirklich gut beraten, sich um ihre Angestellten zu kümmern.

Wie gelang Ihnen persönlich der Übergang von der vielbeschäftigten Rektorin in die Pension? Man sagt ja immer, Eigenhandwerk leidet Not. Aber ich habe mich sehr intensiv damit auseinandergesetzt, wo ich am Ende meines Berufslebens meinen Platz sehe. Ich habe bestimmt zwei Jahre vorher entsprechend Erkundigungen eingezogen, mich umgeschaut, in mich reingehört. Nun bin ich bei mir im Dorf in der Politik aktiv, bei „50plus“ und bei „Ziemlich beste Jahre“. Also ehrlich gesagt habe ich einen sehr ausgefüllten Tag.

PFANDtoni sammelt für den guten Zweck

Die Kaplan Bonetti Arbeitsprojekte starten ein neues Projekt, das Nachhaltigkeit und soziales Engagement ganz einfach verbindet: PFANDtoni. Wer leere Pfandflaschen und Dosen sammelt, kann damit Gutes tun. Denn der Pfand wird zur Spende für das Arbeitsprojekt.

Mit PFANDtoni erhalten arbeitsmarktferne Menschen die Chance, Schritt für Schritt wieder in den Arbeitsalltag einzusteigen, es entstehen neue Perspektiven. Und gemeinsam leisten wir einen aktiven Beitrag zu Umwelt- und Klimaschutz.

So funktioniert’s:

• Sammlung in Unternehmen, Vereinen und Gastronomie

• Ab 100 Flaschen/Dosen holen wir die Pfandspenden kostenlos ab

• Alternativ: Abgabe direkt in Dornbirn

• Fachgerechtes Recycling inklusive

Kaplan Bonetti Arbeitsprojekte

Schlachthausstraße 7c, 6850 Dornbirn

Marion Allgäuer: +43 5572 230 61-10

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MITSPRACHE (NICHT) ERWÜNSCHT?

Über die Hürden der direkten Demokratie in Vorarlberg

Mitte Jänner verbreitete sich die Nachricht wie ein Lauffeuer: Zwei Bürgerinnen wollten die Entscheidung der Landesregierung, im Zuge der geplanten Spitalsreform die frauen- und kindergesundheitlichen Abteilungen am Krankenhaus Dornbirn zu schließen bzw. ins LKH Bregenz zu „verlagern“, nicht hinnehmen. Angesichts der massiven zivilgesellschaftlichen Proteste seit Herbst – mit Demonstrationen und einer Online-Petition von bislang beispielloser Beteiligung – reichten Miriam Capelli aus Nenzing und Mechtild Bawart aus Weiler bei der Landeswahlbehörde einen Antrag auf ein Volksbegehren ein. Ziel war eine Volksbefragung zur Frage, ob Geburtshilfe, Gynäkologie und Kinderheilkunde in Dornbirn erhalten bleiben sollen.

B„ES GEHT UM TRANSPA-

RENZ, DEMOKRATISCHE MITBESTIMMUNG UND VERSORGUNGSSICHERHEIT.“

ei einer so entscheidenden Frage, die weit über Dornbirn hinaus das gesamte Rheintal und den Bregenzerwald betrifft, muss die Bevölkerung mitentscheiden können“, ist Mechthild Bawart, langjährige Kommunalpolitikerin und heutige „Basispolitikerin“, überzeugt. „Es geht um Transparenz, demokratische Mitbestimmung und Versorgungssicherheit“, ergänzt Mitantragstellerin Miriam Capelli. Als Mutter eines an ME/CFS erkrankten Kindes sieht sie zudem ihre einzige geeignete Anlaufstelle bedroht: „Wir kennen jedes Krankenhaus im Land – aber nur in Dornbirn gibt es nicht nur eine erfahrene Ärztin, sondern eine ganze Station, die auf die Bedürfnisse dieser Kinder ausgerichtet ist.“ Für ihre Familie aus dem Oberland sei das Krankenhaus zudem gerade noch in sinnvoller Zeit erreichbar.

Weitere Beweggründe lieferten die öffentlichen Warnungen des medizinischen Personals. Dieses wies darauf hin, dass mit einer Verlegung nach Bregenz jahrelang aufgebaute und zertifizierte Zentren der Frauengesundheit – etwa das Beckenboden- und Brustkrebszentrum – für lange Zeit verloren gingen. Auch die erst vor wenigen Jahren mit Millionenaufwand ausgebaute Geburtenstation spielte eine Rolle.

„MICH

HAT WÜTEND GEMACHT, DASS DIE

LANDESREGIERUNG SOWOHL FACHMEI-

NUNGEN ALS AUCH EINE PETITION MIT ÜBER 57.000 UNTERSCHRIFTEN NICHT

ERNST NIMMT UND ALS HETZE ABTUT.“

„Mich hat wütend gemacht, dass die Landesregierung sowohl Fachmeinungen als auch eine Petition mit über 57.000 Unterschriften nicht ernst nimmt und als Hetze abtut“, sagt Bawart. „Da habe ich den Slogan der Demos ernst genommen: So nicht!“

Nicht gerechnet hatten die beiden jedoch mit den strengen rechtlichen Vorgaben. An ihnen ist der Antrag vorerst gescheitert. Das Vorarlberger Landesvolksabstimmungsgesetz kennt zwar Volksbegehren, Volksbefragung und Volksabstimmung – diese korrekt und rechtssicher zu beantragen ist für Laien jedoch äußerst schwierig und ohne juristische Unterstützung kaum zu bewältigen. Selbst Verfassungsjurist Peter Bußjäger erklärte in einem Interview, die abschlägige Entscheidung sei zwar nachvollziehbar, zeige aber, dass der Verfassungsgerichtshof Instrumente direkter Demokratie eher restriktiv auslege und faktisch erschwere.*

Kein Zufall also, dass in Vorarlberg bislang erst vier Volksbegehren auf Landesebene eingebracht wurden, das letzte im Jahr 2004 „für einen kompetenteren und kostengünstigeren Landtag“. Die von einer Bürgerinitiative hart

Ein Kommentar von Brigitta Soraperra

erkämpfte Volksabstimmung auf Gemeindeebene 2019 in Ludesch zur landwirtschaftlichen Nutzung des „Ludescher Neuguts“ wurde gar vom Verfassungsgerichtshof aufgehoben. Begründung: In einer repräsentativen Demokratie dürften Gemeindevertretungen nicht durch Volksabstimmungen gegen ihren Willen gebunden werden. Seither sind kommunale Volksabstimmungen in Vorarlberg de facto nicht mehr möglich. In Lustenau wurde Ende 2023 denn auch lediglich eine nicht bindende Volksbefragung zur geplanten Variante der S18 abgehalten.

Auch organisatorisch liegen die Hürden in Vorarlberg höher als auf Bundesebene. Anträge müssen persönlich bei der Landeswahlbehörde eingebracht werden, zudem ist eine Kaution von 720 Euro in bar zu hinterlegen – bei Ablehnung wird die Hälfte einbehalten. Auf Bundesebene hingegen werden Initiativen anfallende Kosten etwa für Werbematerialien und Kampagnen rückerstattet, teils bis zu 10.000 Euro. Diese Regelung hat zwar in den letzten Jahren zu einer Inflation an Volksbe-

ALL DIESE BESONDERHEI-

TEN NÄHREN DEN VER-

DACHT, DASS DAS POLITISCHE ESTABLISHMENT

ZWAR REGELMÄSSIG

POLITIKVERDROSSENHEIT

BEKLAGT, TATSÄCHLICHE

MITBESTIMMUNG JEDOCH

WENIG FÖRDERT.

„Für mich war klar, dass auf jeden Fall jemand etwas machen muss. Viele wollten ein Volksbegehren, haben sich aber nicht getraut, weil es zu kompliziert sein könnte oder aus Angst vor Konsequenzen. Das ist für mich erst recht ein Grund. Man sollte in Vorarlberg keine Angst davor haben müssen, aufzubegehren, wenn etwas komplett in die falsche Richtung geht. Es wäre für mich ein Zeichen von Mut und Stärke, wenn die Landesregierung eingesteht, dass sie in diesem Segment der Spitalsreform einen Fehler macht, dessen Folgen mit großen Verlusten und unvorhersehbaren Risiken verbunden sind.“

gehren geführt, gilt jedoch ausschließlich bundesweit. Erstaunlich ist zudem, dass in Vorarlberg keine Unterstützung per ID Austria möglich ist: Alle Unterzeichnenden müssen persönlich in ihre Gemeindeämter, während auf Bundesebene die digitale Signatur ausreicht.

All diese Besonderheiten nähren den Verdacht, dass das politische Establishment zwar regelmäßig Politikverdrossenheit beklagt, tatsächliche Mitbestimmung jedoch wenig fördert. Capelli und Bawart wollen das nicht hinnehmen. „Wir machen weiter“, sagen sie. Inzwischen haben sie ein vereinfachtes Volksbegehren ohne Antrag auf Volksbefragung eingebracht – „damit die Bevölkerung zumindest durch ihre Unterschrift öffentlich Stellung beziehen kann“. Mitte bis Ende Februar wird sich zeigen, ob die Landeswahlbehörde dem Antrag stattgibt.

*Vorarlberger Nachrichten, 14.01.26

„Als aufmerksame und mitdenkende Staatsbürgerin war es für mich eine zutiefst demokratische Selbstverständlichkeit, die Petition zum Erhalt der Geburtshilfe in erster Linie sowie der Gynäkologie und Kinderheilkunde zu unterschreiben. Ich wollte ein klares Zeichen setzen, Solidarität mit den Frauen, die diese Petition mit Mut und Entschlossenheit initiiert haben und zugleich mich als Verbündete verstehen. Ich finde wichtig, dass wir uns als Verbündete sichtbar machen. Mir geht es nicht nur um den Erhalt der ‚Hardware‘ in Dornbirn, sondern auch um gewachsenes Vertrauen, Geborgenheit und Sicherheit und einzigartige Abteilungen für die Frauengesundheit. Das klingt vielleicht kitschig, aber darum ist der Widersand vielleicht auch so emotional.“

Mechthild Bawart

„ JEDER SCHRÄGE VOGEL PLATZ“

FINDET BEI UNS

UNS WAR ES IMMER WICHTIG, HEIMISCHE TALENTE ZU FÖRDERN, ABER AUCH IMPULSE VON AUSSEN NACH HARD ZU TRAGEN.“

Kulturschaffende sind es gewohnt, Dinge in die Hand zu nehmen. Zu tun. Zu machen. Oft auch ehrenamtlich. Das ist der Ausgangspunkt einer Erfolgsgeschichte, die vor fast genau 30 Jahren im ehemaligen Schoeller-Areal in Hard seinen Anfang genommen hat. Die marie holt drei Protagonist:innen der Kulturwerkstatt Kammgarn vor den Vorhang und blickt mit ihnen gemeinsam in die Vergangenheit und die Zukunft des Vereins.

Text: Frank Andres, Fotos: mediArt, Darko Todorovic, Frank Andres

Von links: Lisa Weiß, Manfred Reindl und Ursula Faigle

Die Kulturwerkstatt Kammgarn ist seit 1996 in denkmalgeschützten Räumlichkeiten (ehemals Firma Schoeller) in Hard beheimatet. Das Programm spannt sich von Kabarett, Musik, Kinderveranstaltungen, Theater und Workshops bis zum alljährlich stattfindenden Kleinkunst Festival SUMMER SESSIONS am letzten Juniwochenende. Der Startschuss ins Jubiläumsjahr „30 Jahre Kammgarn“ erfolgt am 3. Oktober.

Offiziell wird erst in neun Monaten gefeiert – genauer gesagt am 3. Oktober. Doch die Vorbereitungen für das Jubiläum „30 Jahre Kammgarn“ laufen schon jetzt auf Hochtouren. Geplant sind unter anderem Ausstellungen und eine Filmpräsentation. Doch damit nicht genug: In der gesamten Spielzeit, die bis Juni 2027 läuft, findet jeden Monat mindestens eine Veranstaltung statt, die im Zeichen des Vereinsjubiläums steht. Das ist allerdings noch Zukunftsmusik.

DIE KULTURARBEIT IN DER KAMMGARN

DIENT NICHT DEM SELBSTZWECK, SIE IST FÜR DIE ALLGEMEINHEIT.

ES GEHT UM AUSTAUSCH, ERWEITERUNG DES HORIZONTES UND KONFRONTATION MIT NEUEM, ABER AUCH BEWÄHRTEM.“

Genießen und gestalten

Rückblick ins Jahr 1996: Die Theatergruppe Hard ist seit Jahren auf Herbergssuche. Einige Mitglieder sehnen sich nach einem Ort, an dem nicht nur Theater, sondern Kultur als Ganzes dauerhaft stattfinden kann. Sie wollen einen Platz für Konzerte, Kleinkunst oder Lesungen schaffen; einen Ort, an dem Bands proben können und Künstler ihre Ateliers haben. Im Prinzip suchen sie einen Treffpunkt für kulturinteressierte Menschen – einen Raum, in dem man Kultur genießen, aber auch aktiv gestalten kann. Vor genau 30 Jahren bietet sich durch einen Zufall diese einmalige Chance. Der damalige Bürgermeister Gerhard Köhlmeier setzt sich dafür ein, dass die Gruppe im ehemaligen Schoeller-Areal eine neue Heimstätte bekommt. Das ist die Geburtsstunde der Kulturwerkstatt Kammgarn Hard.

Alles in Eigenregie

„Am Anfang war alles ehrenamtlich“, betont Ursula Faigle (63), die nach eigener Aussage „so ziemlich seit Beginn dabei ist“. Es war eine bunte Mischung von rund 30 Menschen aus unterschiedlichsten Berufsgruppen – von Handwerkern über Lehrer bis zu Sozialarbeitern. „Jeder hat seine Fähigkeiten eingebracht“, erzählt Faigle. Ob Gastronomie, Technik, Marketing oder das Booking der Künstler: Alles wurde selbst gemacht. In Zeiten ohne Internet und Smartphone waren manche Abläufe eine Herausforderung – heute kaum mehr vorstellbar. Ursula Faigle erinnert sich schmunzelnd: „Du hast etwas im

Radio gehört, das dir gefallen hat. Dann hast du beim Redakteur des Senders angerufen und gefragt, welches Lied da gerade lief und ob er die Telefonnummer des Musikers habe. Wenn die Musik im Team mehrheitlich ankam, haben wir versucht, den Künstler zu engagieren.“ Trotz knappem Budget gelingt es den Verantwortlichen immer wieder, internationale Größen nach Hard zu holen. Manfred Rendl (70), ein Mann der ersten Stunde, ist der Auftritt der Kabarettistin Cora Frost besonders in Erinnerung geblieben: „Sie hat auf einem Podest aus Brettern gespielt, das Mitarbeiter des Bauhofs gezimmert hatten. Wir haben einen Teppich darauf geschraubt, um die Holzelemente zusammenzuhalten.“

Das leidige Thema Geld

Mit der Zeit erarbeitet sich die Kammgarn einen hervorragenden Ruf. Immer mehr Kunstschaffende melden sich direkt beim Verein. Die Zahl der jährlichen Events steigt stetig: Waren es anfänglich etwa 60, so sind es bald 100 und heute im Schnitt 130 Veranstaltungen pro Jahr. Damit stößt das Ehrenamt an seine Grenzen.

Im Jahr 2000 wird der erste Mitarbeiter aus den eigenen Reihen auf 20-Stunden-Basis angestellt. Ein halbes Jahr später folgt Manfred Rendl – zuerst halbtags, später in Vollzeit, was er bis 2019 blieb. Das Finanzielle spielt dabei immer eine große Rolle. „Dass es Angestellte braucht, um die Kammgarn zu führen, wurde nie infrage gestellt. Aber der Kampf um die notwendigen Mittel war und ist mühsam, gibt er offen zu. „Es ist traurig, dass man nach wie vor über Kulturförderungen und -sponsoring und deren Sinnhaftigkeit und Nachhaltigkeit diskutieren muss. Unterstützung in diesem Bereich sollte selbstverständlich sein. Die Kulturarbeit in der Kammgarn dient nicht dem Selbstzweck, sie ist für die Allgemeinheit. Es geht um Austausch, Erweiterung des Horizontes und Konfrontation mit Neuem, aber auch Bewährtem.“

Lisa Weiß (40), seit 2020 Geschäftsführerin, ist stolz darauf, dass die Hälfte des Jahresbudgets von 500.000 Euro vom Verein selbst erwirtschaftet wird. „Das ist für einen Kulturverein >>

DIE KUNST IST DAS WICHTIGSTE, ABER ES IST

AUCH EIN RAUM, IN DEM VIELES PASSIEREN

DARF – UND DER VIELE IN IHREM LEBEN SCHON

GERETTET HAT.“

ein außergewöhnliches Ergebnis“, sagt sie. Unter ihrer Leitung hat sich der Betrieb weiter professionalisiert. Inzwischen beschäftigt der Verein fünf Angestellte (umgerechnet drei Vollzeitstellen), die die Bereiche Geschäftsführung, Technik, Marketing, Veranstaltungsabwicklung und Reinigung abdecken.

Bunte Mischung

Vor knapp fünf Jahren hat die alte Garde das Zepter an die jüngere Generation übergeben. Es dauerte eine Weile, doch schließlich entschlossen sich Menschen, die die Kammgarn bereits als Besucher oder Helfer kannten, zur Mitarbeit. Auch der jetzige Vorstand ist eine bunte Mischung: Ein IT-Techniker, eine Krankenschwester, eine Bibliothekarin und ein Versicherer sind dabei. Direkt aus dem Kulturbereich kommt niemand – doch es funktioniert trotzdem, oder gerade deswegen.

Talenteförderung

In den Räumen der ehemaligen Schoeller-Fabrik herrscht eine besondere Atmosphäre. Technik und Bühne werden von den Künstlern gelobt, das Publikum schätzt die Intimität. „Uns war es immer wichtig, heimische Talente zu fördern, aber auch Impulse von außen nach Hard zu tragen“, betont Ursula Faigle, die weiterhin ehrenamtlich mithilft. Besonders freut sie sich, wenn Musiker, die einst als Schüler beim Vorspielabend der Musikschule auf der Bühne standen, später als Profis zurückkehren. Auch auf manche Entdeckung ist sie stolz: „Wir hatten Klaus Eckel zu Gast, als ihn noch kaum jemand kannte.“ Geschäftsführerin Lisa Weiß kennt den Spagat zwischen Qualität und Wirtschaftlichkeit. „Ein Teil unseres Programms muss wirtschaftlich funktionieren und Publikum anziehen. Nur so können wir uns leisten, auch Acts zu buchen, die noch am Anfang stehen und nicht automatisch für volle Säle sorgen.“ Die Aufgabe sei es, das Publikum zu verjüngen, ohne die Stammgäste zu verlieren.

Ort der Begegnung

Was macht die Kammgarn nach 30 Jahren so besonders? Für Lisa Weiß liegt die Antwort im Miteinander: „Das ehrenamtliche Engagement führt dazu, dass wir uns als Gemeinschaft verstehen. Viele kommen ohne Begleitung zu uns und finden garantiert jemanden zum Reden. Jeder ‚schräge Vogel‘ findet bei uns Platz. Die Kunst ist das Wichtigste, aber es ist auch ein Raum, in dem vieles passieren darf – und der viele in ihrem Leben schon gerettet hat.“ Ein wundervolles Schlusswort.

Zahlen und Fakten:

// 130 Veranstaltungen pro Jahr

// 13000 Besucher:innen pro Jahr

// Angestellte: gesamt 3 Vollzeitstellen

// Vorstand: 7 Ehrenamtliche

// Helfer:innen: 50 Ehrenamtliche

// Mitglieder: 373

Impressum

Grundlegende Richtung

Die Straßenzeitung marie versteht sich als Sprachrohr für die Anliegen von Randgruppen unserer Gesellschaft. marie ist ein Angebot zur Selbsthilfe für Menschen an oder unter der Armutsgrenze, die ihren Lebensmittelpunkt in Vorarlberg haben. Ziel ist die Förderung des Miteinanders von Menschen am Rande der Gesellschaft und der Mehrheitsgesellschaft. Die Hälfte des Verkaufspreises von 3,60 Euro verbleibt den Verkäufer:innen. marie ist ein parteiunabhängiges, soziales und nicht auf Gewinn ausgerichtetes Projekt.

Redaktion

marie – Die Vorarlberger Straßenzeitung, Graf-Maximilian-Straße 18, 6845 Hohenems, Telefon: 0677 615 386 40, eMail: redaktion@marie-strassenzeitung.at, Internet: www.marie-strassenzeitung.at

Redaktion: Frank Andres, Simone Fürnschuß-Hofer Mitarbeiter:innen dieser Ausgabe: Daniela Egger, Guntram Gärtner, Walter Gasperi, Daniel Mutschlechner, Hans Platzgumer, Brigitta Soraperra, Gerhard Thoma Zeitungsausgabestellen:

Dornbirn: Kaplan Bonetti Sozialwerke, Kaplan-Bonetti-Straße 1, Montag, Mittwoch und Freitag von 7.15 bis 9 Uhr

Bregenz: dowas, Sandgrubenweg 4, Montag bis Freitag: 8.30 bis 13 Uhr

Feldkirch: Caritas-Café, Wohlwendstraße 1, Montag bis Freitag 8.30 bis 14 Uhr

Bludenz: do it yourself, Kasernplatz 5-7/3b, Montag und Donnerstag 9 bis 11.30 Uhr und 13 bis 16 Uhr, Dienstag 13 bis 14.30 Uhr, Freitag 9 bis 11.30 Uhr und 13 bis 14 Uhr

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Medieninhaber und Herausgeber Verein zur Förderung einer Straßenzeitung in Vorarlberg, ZVR-Zahl 359044778, 6833 Klaus, eMail: redaktion@marie-strassenzeitung.at

Vorstand

Frank Andres, Obmann, Christina den Hond-Vaccaro, Obmann-Stellvertreterin, Schriftführerin, Oliver Mössinger, Kassier, Gabriele Hörl-Anselmi, Daniel Mutschlechner

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Die Julius Blum GmbH unterstützt die Berichterstattung über privat initiierte, gemeinnützige Projekte in Vorarlberg.

Berge voller Schnee

Winterliche Tarte mit Blutorangen

Zutaten für etwa 6 Tarte-Förmchen:

Tarte-Böden:

• 150 g weiche Butter

• 100 g Staubzucker

• 1 Ei (Gr. M)

• Prise Salz

• 30 g Mandelmehl

• 280 g Mehl (Typ 700)

Mandelcrème:

• je 125 g Zucker

• Mandelmehl und weiche Butter

• 2 Eier (Gr. M)

Blutorangencrème:

Zubereitung:

• 100 g frisch gepresster Blutorangen- und 50 g Zitronensaft

• 150 g Zucker

• 250 g Butter

• 4 Eier (Gr. M)

• 5 Bl. Gelatine

Meringue:

• 130 g Eiweiß

• 100 ml Wasser

• 260 g Zucker

• 1 Blutorange

• etwas Staubzucker

Für die Tarte-Böden alle Zutaten mit dem Knethaken der Küchenmaschine zu einem Teig verarbeiten, in Folie einwickeln und kühl stellen, am besten über Nacht. Auf einer bemehlten Arbeitsfläche dünn ausrollen, Förmchen mit dem Teig auskleiden, nochmals ein paar Minuten kühlen und bei 150°C 12 Minuten vorbacken. Für die Mandelcrème alle Zutaten cremig rühren, auf die vorgebackenen Böden auftragen, bei 180°C 5 Minuten weiterbacken und auskühlen lassen.

Für die Blutorangencrème Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Eine Orange vor dem Auspressen waschen und Schale abreiben. Blutorangen- und Zitronensaft mit geriebener Schale, Zucker und Eiern mit dem Schneebesen vermischen, unter kräftigem Rühren kurz aufkochen und zur Seite stellen, Butter und Gelatine einrühren, mit dem Pürierstab zu einer homogenen Masse mixen. Crème in die Tartes gießen und ein paar Stunden kühlstellen.

Für die Meringue-Haube Zucker und Wasser auf 120°C erhitzen –am besten mit Hilfe eines Zuckerthermometers. Kurz bevor die Temperatur erreicht ist, das Eiweiß in der Küchenmaschine steif schlagen. Den heißen Sirup langsam einlaufen lassen und weiter schlagen, bis die Masse nach einigen Minuten abkühlt. Abgeriebene Orangenschale unterziehen, mit einem Spritzbeutel auf die Tarte dressieren, mit Staubzucker bestreuen und bei 220°C für 2-3 Minuten in den Backofen schieben. Mit noch etwas Orangenschale bestreuen und servieren.

Von Daniel Mutschlechner, probelokal.com

Schneeberge im Rheintal sind längst so selten wie ermutigende Nachrichten aus der Weltpolitik. Dabei hätte ich beides gerne: Winter vor der Haustüre, mit verschneiten Straßen und rodelnden Kindern. Und ein selbstbewusstes Europa, das den Trumps und Putins genauso entschlossen gegenübertritt, wie ihren Bewunderern hierzulande, den falschen Patrioten und Schlechtrednern.

Wenn sich der Handlungsspielraum angesichts der großen Themen gerade klein anfühlt, dann hilft es, ins Tun zu kommen. Und sei es nur, sich eine Platte aufzulegen, in die Küche zu stellen und seinen Lieben eine winterliche Tarte zu backen. Das erfordert Muße und Zeit, die aber sinnvoll investiert ist.

Die kleinen Patisserie-Kunstwerke können mit allen erdenklichen Zitrusfrüchten zubereitet werden: Zitronen, Limetten oder Grapefruits. Mir sind kürzlich aromatische Blutorangen ins Netz gegangen. Gekrönt wird die Tarte von cremigen Meringue-Bergen, die den fehlenden Schnee im Tal fast vergessen lassen.

Musiktipp: Die Band „Naked Lunch“ um Oliver Welter ist für mich eine Säule der österreichischen Indie-Musik. Zwölf Jahre nach der letzten AlbumVeröffentlichung hat der gebürtige Klagenfurter unlängst die Platte „Lights And a Slight Taste Of Death“ herausgebracht. Sie vertont mir mindestens diesen Februar. Weitere Rezeptgeschichten und Musiktipps finden Sie auf www.probelokal.com.

BEWUSST SEIN IM NEUEN JAHR

Ein neuer Jahresbeginn ist stets ein guter Anlass, mit alten Gewohnheiten und Routinen zu brechen, die sich im Alltag eingeschlichen haben. Unser Leben ist voller kleiner und größerer Handlungen und Beschäftigungen, die wir, meist ohne darüber nachzudenken, ausführen. Manches davon ist unausweichlich, harmlos, unscheinbar, einiges hilft uns bei der Bewältigung des Daseins, anderes ist hinderlich. Unsere Alltagsgewohnheiten sind eingebettet in ein ständiges Fließen, das wir uns selten bewusst machen. Routinen entwickeln sich, oft ohne wahrgenommen zu werden, sie bleiben eine Weile, transformieren in etwas Neues. Manches geht in diesem Panta rhei verloren, anderes nimmt überhand. Die Bewegungen fallen uns, wenn überhaupt, oft erst im Nachhinein auf. Wir meinen, nichts ändere sich, aber in der unaufhörlichen Drehung der Welt, stehen auch jene von uns nicht still, die am liebsten stillstehen würden.

Es lohnt sich, hin und wieder genauer hinzuschauen, auf sich selbst zu blicken. Wo stehe ich, was tue ich, was daran finde ich gut, was nicht? Wenn wir in regelmäßigen Abständen uns und unserem Tun mit mehr Achtsamkeit begegnen, entwickeln wir ein größeres Bewusstsein über uns, unsere Handlungen, unsere Umgebung. Das beginnt etwa morgens beim Erwachen. Wie komme ich aus dem Bett? Behandle ich meinen Körper, meinen Geist dabei mit gebührendem Respekt? Zünde ich mir gleich eine Zigarette an? Springe ich sofort auf und wundere mich später, dass ich Rückenschmerzen habe? Nehme ich sofort das Handy zu mir, um nachzusehen, was ich während meiner Abwesenheit in der digitalen Welt verpasst habe? Noch bevor wir den Tag richtig beginnen, folgen Dutzende kleine Tätigkeiten, deren Ausführung wir mit Interesse begegnen könnten. Beobachten wir uns dabei, wie wir die

Kaffeemaschine benutzen, das Teewasser aufstellen, die Butter aus dem Kühlschrank holen. Überlassen wir nichts dem Zufall. Hinterfragen wir die Handgriffe, wie unbedeutend sie auch erscheinen. Warum verwenden wir immer dieselbe Hand für bestimmte Tätigkeiten? Beugen wir uns immer von derselben Seite übers Waschbecken? Schlüpfen wir beim Anziehen der Hose stets zuerst ins gleiche Hosenloch? Ziehen wir immer den rechten Schuh vor dem linken an? Es macht Spaß, die scheinbar unbedeutenden Dinge des Alltags zu hinterfragen. Wir bemerken, dass wir jedes einzelne davon auch anders machen könnten. Gewohnheitstiere, die wir sind, denken wir nur nicht daran. Oft merkt man erst zu spät, welche Gewohnheiten sich eingeschlichen haben. Nicht nur Haltungsschäden oder chronische Entzündungen können daraus entstehen, auch psychische Beeinträchtigungen, Stress, Depressionen, Ängste. Oft ist uns nicht bewusst, woher sie kommen, weil uns zu lange nicht bewusst war, was wir tun. Es ist aufwändig, körperliche und seelische Beeinträchtigungen, die vermeidbar gewesen wären, im Nachhinein zu behandeln. Einfacher wäre es vorzubeugen, sich immer wieder daran zu erinnern, dass nichts, was wir machen, ohne Konsequenzen ist. Keine Kleinigkeit ist zu klein. Viele Menschen sind sich etwa nicht bewusst darüber, wie richtiges oder falsches Atmen ihr Leben beeinflusst. Sie nehmen den Atem als Selbstverständlichkeit an, ziehen automatisch Luft ein und stoßen sie aus, im Durchschnitt 20.000 Mal täglich, oft unzureichend, flach, ohne Kontakt zu ihrem Atemzentrum. Es ist unmöglich, 15 Atemzüge pro Minute, 1440 Minuten pro Tag, konzentriert zu vollführen. Doch wir können uns des Öfteren darauf besinnen und einen oder mehrere Atemzüge bewusst durchführen. Das ist eine aufregende Beschäftigung. An guten Tagen komme ich auf Dutzende

Text: Hans Platzgumer, Foto: Melk Hagelslag via Pixabay

Atemzüge, die ich mir bewusst mache. Ich beobachte, wohin, wie tief der Atem fließt, was er wo im Körper bewirkt, wie sich der Brustkorb wölbt oder der Bauch ausdehnt und zusammenzieht. Ich achte darauf, nur durch die Nase ein- und durch den Mund auszuatmen. Ich achte auf die Intervalle des Atemvorgangs. Es beruhigt meinen Körper, wenn ich doppelt so lange aus- wie einatme. Ich übe mich in unterschiedlichen Atemtechniken. Ich werde mir bewusst darüber, was ich eigentlich tue, wenn ich meine, nichts zu tun. Derartige Kleinigkeiten, die in Wahrheit gar keine Kleinigkeiten, sondern Wunder sind, gilt es, sich beizeiten in Erinnerung zu rufen. Sie unterstützen uns bei den größeren Aufgaben, die wir zu meistern haben.

Seit Jahren habe ich das Meditieren in mein Leben integriert. Viele Bekannte, mit denen ich darüber spreche, meinen, es würde ihnen auch gut tun, aber sie finden im vollgepackten Alltag keine Zeit dafür. Tatsächlich aber hat ein Tag 24 Stunden, in denen sich enorm viel unterbringen lässt. Wer keine Zeit für gewisse Dinge hat, die ihm wichtig erscheinen, tut gut daran zu analysieren, womit am Tag er die Zeit verbringt, die Arbeits-, die Frei-, die Wach-, die Auszeit. Wie vergehen die etwa 16 Wachstunden, die uns täglich zur Verfügung stehen?

Bei näherem Hinsehen zeigen sich rasch die großen und kleinen Zeit- und Energiefresser. Der größte und bekannteste ist oft das Smartphone. Führen wir Buch darüber, wie oft und lange wir es jeden Tag benutzen, meist ohne konkreten Sinn, kommen wir auf erschreckende Zahlen. Aktuelle Studien belegen, dass wir das Mobiltelefon täglich fast 60 Mal zu uns nehmen und durchschnittlich über 5 Stunden damit verbringen. Das entspricht in etwa einem Drittel unserer wachen Lebenszeit, die wir dem Handy widmen. Es ist mit Abstand das in modernen Konsumgesellschaften meistgenutzte Gerät. Bei

manchen, überwiegend jungen aber auch älteren Menschen beträgt die Bildschirmzeit bis zu 10 und mehr Stunden täglich. Viele schalten ihr Mobiltelefon nie aus und haben es stets in Griffweite. Wir verbringen nicht nur einen überwiegenden Teil unserer Lebenszeit in dieser Virtualität, sondern gewähren damit auch einer unüberschaubaren Vielzahl künstlich gesteuerter Algorithmen permanenten Zugang zu unserer Privatsphäre. Selbst wenn wir das Handy im Ruhemodus beiseitelegen, durchleuchtet es unsere Interessen und Meinungen, erstellt Profile und wertet sie aus. Nicht Big Brother überwacht uns heute unaufhörlich, wie George Orwell es Mitte des letzten Jahrhunderts für das Jahr „1984“ prophezeite, sondern Big Tech. Wir wissen es, aber nur wenige schaffen es, sich auszuklinken. Die Handy-Gewohnheiten abzulegen, erscheint schwieriger, als sich etwa von Kaffee, Nikotin oder Alkohol loszusagen. Die Handynutzung, speziell der Bereich der Sozialen Medien, führt die Liste jener Gepflogenheiten an, die sich in den letzten anderthalb Jahrzehnten in unsere Gesellschaft eingeschlichen haben und sie von innen her verändern. Wie viele Neujahrsvorsätze wurden ausgerufen, die Bildschirmzeit zu verkürzen und Medienabhängigkeit in den Griff zu bekommen? Wie viele davon werden halten?

Ein Bekannter berichtete mir bei einer Silvester-Party stolz, dass er seit über einem Monat Facebook-abstinent ist. Ich war wenig beeindruckt, denn ich habe mich schon seit etwa einem halben Jahr weit aus den Sozialen Netzwerken herausgezogen. In meinem Beruf als freischaffender Künstler, in dem die ständige digitale Selbstdarstellung unabdingbar ist, bedeutet das ein Verschwinden aus der Öffentlichkeit, ein Abrutschen ins Nichts, aber das nehme ich in Kauf. Die Dauerjagd nach Likes und Views, der Dauerdruck, sich in Posts erfolgreich zu

präsentieren, und die dabei stets ausbleibende Befriedigung, das nie erfüllte Glück, das damit einhergeht, der Stress, die Heuchelei, die Oberflächlichkeit, all das ist mir den Aufwand nicht wert. Mein Bekannter empfindet den Ausstieg als etwas Ungeheuerliches. Er weiß nicht, wie lange er durchhalten kann. Einen so bedeutend wirkenden Teil seines Lebens hat er in Mark Zuckerbergs Online-Imperium ausgelagert, dass es ihm unvorstellbar scheint, ohne ihn auszukommen. Aus der Facebook-Community auszusteigen, ist wie ans Ende der Welt zu übersiedeln, auszuwandern an einen einsamen Ort, unsichtbar werden, exilieren in die Sinn- und Wertlosigkeit. Viele User und Userinnen sehen das so.

In Utrecht wurde kürzlich ein Facebook-Museum eröffnet, um das öffentliche Nachdenken über den Übergang in eine Post-Facebook-Gesellschaft anzustoßen. Facebook sei mehr als eine App, heißt es, es sei die Geschichte unserer Gesellschaft. All die Fotos, Nachrichten und Facebook-Gruppen; wie schaffen wir emotional den Übergang in eine Welt ohne? Behutsam soll ein „Freigabeprozess“ eingeleitet werden, denn die Menschen seien emotional nicht bereit dazu, sich von den Sozialen Medien zu verabschieden. Besucher und Besucherinnen des Museums werden eingeladen, ihre eigenen Facebook-Erinnerungen zu hinterlassen, ihr digitales Erbe abzugeben. Ein kleiner Holzsarg mit einem USB-Stick wird angeboten, in dem man seine digitalen Hinterlassenschaften archivieren kann. Das Absterben steht bei diesen Reflexionen im Vordergrund, nicht der Neubeginn. Nostalgie entsteht, und doch ist es eine Utopie zugleich: die Welt ohne Soziale Medien. Es ist zu bezweifeln, dass es 2026 bereits so weit kommen wird. Wahrscheinlicher ist, dass unsere Neujahrsvorsätze, die Bildschirmabhängigkeiten abzulegen, ein ähnliches Schicksal erleiden, wie fast alle anderen Vorsätze auch. Mit dem Rauchen aufzuhören, beispielsweise. Etwa eine Million Österreicher und Österreicherinnen nimmt sich das jedes Jahr vor. Es sei kinderleicht, meinte Mark Twain einmal, er habe es schon hundert Mal geschafft! Ich kann ähnliches Scheitern von meinem immer wiederkehrenden Vorsatz berichten, endlich wieder mehr Klavier zu üben. Jedes Jahr aufs Neue nehme ich es mir vor. Und ich weiß jetzt schon: Da wird auch 2026 nichts draus.

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FILMCLUBTIPPS

von Walter Gasperi

Ausführliche Filmrezensionen zu Mainstream- ebenso wie zu Arthausfilmen und einen Filmclubkalender finden Sie unter www.film-netz.com

Pelleas

Films

© Les

Unfall

Ein einfacher Unfall

Ein Automechaniker glaubt in einem Kunden seinen einstigen Folterer im Gefängnis zu erkennen und will sich rächen. Der Kunde behauptet aber, dass dies eine Verwechslung sei: Jafar Panahi diskutiert in seinem in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichneten 12. Spielfilm komplex und dicht die Frage, wie man mit Handlangern eines verbrecherischen Regimes umgehen soll.

→ FKC Dornbirn im Cinema Dornbirn: Mi 04.02., 18 Uhr + Do 05.02., 19.30 Uhr (farsi O.m.U.)

→ Kinothek extra in der Kinothek Lustenau: Mo 09.02., 18 Uhr + Mi 18.02., 20 Uhr (farsi O.m.U.)

→ LeinwandLounge in der Remise Bludenz: Mi 18.02., 19 Uhr (farsi O.m.U.)

Song Sung Blue

Mit viel Musik und viel Gefühl erzählt Craig Brewer die Geschichte von Mike und Claire Sardina, die in den 1990er und frühen 2000er Jahren in Milwaukee als Neil Diamond-Tribute Duo Lightning & Thunder lokale Bekanntheit erlangten: Von einem starken Ensemble getragenes, herzerwärmendes Feelgood-Movie, das aber zu formelhaft inszeniert ist um nachzuwirken.

→ Spielboden Dornbirn: Fr 06.02.,19.30 Uhr (engl. O.m.U.)

Gaucho Gaucho

Michael Dweck und Gregory Kershaw feiern in großartigen Schwarzweißbildern die vom Untergang bedrohte Kultur der argentinischen Gauchos: Kein sachlich-informativer Dokumentarfilm, sondern ein mit seiner Bildmacht faszinierendes und bezauberndes Filmgedicht.

→ Filmforum Bregenz im Parktheater Lindau: Mi 06.02.,19.30 Uhr (span. O.m.U.)

The Mastermind

Kelly Reichardt inszeniert die Geschichte eines orientierungslosen jungen Familienvaters, der durch einen missglückten Kunstraub ins gesellschaftliche Abseits driftet, als unaufgeregtentschleunigte Studie und zeichnet dabei auch ein desillusionierendes Bild der USA des Jahres 1970.

→ Spielboden Dornbirn: Sa 07.02. + Mi 18.02. –jeweils 19.30 Uhr (engl. O.m.U.)

Ein einfacher

Leibniz – Chronik eines verschollenen Bildes

Edgar Reitz legt kein Biopic vor, sondern ein Kammerspiel bei dem im Rahmen einer Porträtsitzung mit dem Universalgelehrten Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716) nicht nur philosophische, sondern auch künstlerische Fragen diskutiert werden: Trotz des scheinbar trockenen Themas dank des spielfreudigen Ensembles und starker Bildsprache ein von Humor durchzogenes, leichthändiges Vergnügen.

→ FKC Dornbirn im Cinema Dornbirn: Mi 11.02., 18 Uhr + Do 12.02., 19.30 Uhr (deutsche Originalfassung)

On vous croit

So konzentrierte und intensive 78 Minuten erlebt man im Kino selten: Charlotte Devillers und Arnaud Dufeys zeichnen maximal reduziert und mit dokumentarischer Nüchternheit eine Anhörung in einem Sorgerechtsstreit um zwei Kinder nach.

→ Kinotheater Madlen, Heerbrugg: Mo 16.02., 20.15 Uhr (franz. O.m.U.)

Happy

Bewegend, aber auch sehr geradlinig und bieder erzählt Sandeep Kumar in seinem Sozialdrama vom Inder Happy, der zwar schon seit zehn Jahren in Europa lebt, nun aber abgeschoben werden soll. Happy wehrt sich gegen diese Entscheidung, denn er will auf keinen Fall von seiner neunjährigen Tochter, die aufgrund ihrer verstorbenen österreichischen Mutter eine Aufenthaltsgenehmigung hat, getrennt werden.

→ Altes Kino Rankweil: Mo 23.02., 20 Uhr + 20 Uhr (deutsche Originalfassung)

Karla

Im Deutschland des Jahres 1962 zeigt die zwölfjährige Karla ihren Vater wegen sexuellen Missbrauchs an: Christina Tournatzés entwickelt in ihrem Langfilmdebüt mit großartigen Schauspieler:innen und konzentrierter Inszenierung ein aufwühlendes Drama über den Kampf der jugendlichen Protagonistin um Anerkennung und Würde in einer Zeit, in der Kinder schweigen sollten.

→ Kinothek extra in der Kinothek Lustenau: Mo 23.02., 18 Uhr + Mi 4.3., 20 Uhr (deutsche Originalfassung)

Die kompletten Filmclubprogramme finden Sie hier: www.filmforum.at // www.spielboden.at // www.allerart-bludenz.at/leinwand-lounge // www.fkc.at // https://saumarkt.at/taskino

HEIDI LUDWIG-HEIM: eine Frau mit viel Ausdauer

Heiderun (Heidi) Ludwig-Heim ist eine Pionierin des Ausdauersports in Vorarlberg und darüber hinaus. Sie war Teilnehmerin bei den Olympischen Winterspielen 1964 in Innsbruck. Als Langläuferin. Aber im Unterschied zu den allermeisten Olympionik:innen zählte die heute 85-jährige Dornbirnerin auch in anderen Sportarten zu den Besten: In der Leichtathletik, im Radfahren und im Triathlon/Duathlon.

Text: Gerhard Thoma, Fotos: Privatbesitz Heiderun Ludwig-Heim

Dabei war Heiderun oder Heidi, wie sie rundum genannt wird, nie eine Profisportlerin und wollte auch nie eine sein. Naturtalent und Leidenschaft sind es wohl, die ihre Erfolge ausmachen. Dazu hilfreiche Unterstützung von Kindesbeinen an – von den richtigen Leuten zur rechten Zeit.

„ HÖR AMOAL

MIT

DEAM SPORT UF,

DU WIRSCHT ALL

WÜSCHTER.“

Heidis besorgte Oma

Wie viele andere Kinder legte die 1940 in Dornbirn geborene Heidi den mehr als halbstündigen Weg in die Volksschule mit Ski oder Rodel zurück. Die Ski bekam sie zu Weihnachten 1946 von ihrem Onkel Guntram geschenkt, ihre Mutter Herta hatte ihr eine Skihose genäht. Ihr Vater Wilhelm kam während des Zweiten Weltkriegs in jugoslawische Kriegsgefangenschaft, wo er 1947 verstarb. In der Volksschule gab es damals zwar keinen Sportunterricht, dafür wurden einfach andere Unterrichtsstunden gekürzt oder gestrichen, damit sich die Kinder in zahlreichen Sportarten austoben konnten. Die Skirennen, welche die Volksschule jährlich veranstaltete, hat Heidi in ihrer Altersklasse allesamt gewonnen. Dankbar erinnert sich Heidi an ihre Turnlehrerinnen in der Hauptschule (HS) Dornbirn-Markt: In den ersten beiden Klassen an Hildegard Eiler, in der 3. und 4. Klasse an Ilka Albl. Sie ermöglichten ihr ihre ersten Wettkämpfe, etwa am Bezirksturnfest. Mit 14 wurde sie Mitglied der Turnerschaft (TS) Dornbirn. Als sie ihre schulische Ausbildung an der Handelsschule Lustenau fortsetzte, traf sie wieder auf ihre ehemalige HS-Lehrerin Hildegard Hagen. Hagen ermutigte das Mädchen, allen Widerständen zum Trotz dem Sport treu zu bleiben und an Wettkämpfen teilzunehmen. Und das tat Heidi auch. Nach ihrem Schulabschluss arbeitete sie vier Jahre bei der Firma Spar Drexel in Dornbirn. Arbeitsbeginn: regelmäßig um 5 Uhr. Nachmittags war Turntraining angesagt. 1961 wechselte sie als Sekretärin zur Textilfirma J.M. Fußenegger in Dornbirn. Der Wechsel zur Leichtathletik kam zufällig. Beim Landesjugendturnfest 1955 ist Heidi als Geräteturnerin angemeldet. Aber der TS fehlt eine Läuferin für den 4 x 100-Meter Staffellauf. Heidi springt ein – ihr Team siegt und von da an schlägt das Herz der 15-Jährigen für die Leichtathletik. Sie wechselt 1956 zum neu gegründeten Union Leichtathletikclub (ULC) Dornbirn, wo sich alles um Leichtathletik dreht. Trainiert wird mindestens drei

Mal wöchentlich. Buben und Mädchen gemeinsam, was damals nicht allen gefiel. Eines Tages taucht der Schuldirektor in der Turnhalle der Realschule (heute: BG Dornbirn) auf und fordert, das Training sofort zu beenden. Erst nach langen Gesprächen und inständigem Bitten dürfen die Buben und Mädchen weiter sporteln.

Siege in Serie

Betreut von den Parade-Athleten Herve Zanetta und Siegfried Grabher entwickelt sich Heidi rasch zu einer Ausnahmekönnerin in den Disziplinen Ausdauer und Speerwurf. Schon bei der ersten Teilnahme an den Jugendmeisterschaften 1957 gewinnt die noch 15-Jährige den 600-m-Lauf. Kurz darauf holt sie bei den österreichischen Meisterschaften über 600 m in Linz die Silbermedaille – die erste von insgesamt 27 Medaillen bei österreichischen Meisterschaften! Ein Jahr später startet Heidi in der Allgemeinen Klasse der Frauen. Sie gewinnt den 800-m-Lauf in Vorarlberg und bei den Internationalen Bodensee Leichtathletik-Meisterschaften. Als Heidi im 800-m-Lauf der österreichischen Junioren-Meisterschaft in Wien stürzt und mit einigen Schrammen im Gesicht heim kommt, meint ihre besorgte Oma: „Hör amoal mit deam Sport uf, du wirscht all wüschter.“ Doch Heidi gewinnt weiter. Serienmäßig. Im Gelände ist sie noch besser als auf der Bahn, weil dort die Distanzen länger und die Bedingungen schwieriger sind. 1966 wird sie Staatsmeisterin im Geländelauf. Längst ist sie im Nationalteam. Daneben gewinnt die berufstätige Sekretärin Wettkämpfe im Weitsprung, Hochsprung und Speerwurf. Gleichzeitig mit der Leichtathletik übt sich Heidi auch im Skilanglauf. Am 6. Jänner 1960 veranstaltete der Skiverein Dornbirn auf dem Bödele einen Langlauf-Bewerb, an dem 37 Läufer, aber keine einzige Läuferin teilnahmen. Kurz darauf gab es einen Wettkampf im Allgäu. Dort liefen einige Mädchen und Frauen mit, und als die Männer verblüfft feststellten, dass die Mädels nicht erschöpft zusammenbrachen, war dies ein Weckruf für Martin Eberle, den nordischen Sportwart des Vorarlberger Skiverbands. Kurzerhand besuchte er Heidis Familie. Er fragte Heidi, ob sie nicht einmal Langlauf probieren wolle und Heidis Mama, ob sie dies erlauben würde. Die 19-Jährige wollte und auch ihre sportbegeisterte Mutter stimmte zu. Schon am nächsten Tag kurvte sie mit Eberles 206 cm langen Langlaufski und ausgeliehenen Schuhen der Größe 41 auf dem Bödele herum. Heidi: „Es fühlte sich nicht schlecht

Heidi Ludwig-Heim bei der Siegerehrung der Ski-Langlauf-Staatsmeisterschaft 1964. Turnlehrerinnen in der Hauptschule motivierten sie für den Sport.

Heidi Ludwig-Heim als Leichtathletin: 27 Medaillen bei Staatsmeisterschaften.

an. Dieser Sport gefiel mir.“ Und war der Auftakt zu einer beachtlichen Karriere: 10 Landesmeistertitel, Staatsmeisterin, Erfolge bei internationalen Bewerben in Italien, Kroatien, Weltmeisterschaften in Polen (5- und 10-kmLäufe). Die WM im polnischen Zakopane im Februar 1962 bleibt Heidi in guter Erinnerung: „As het so brutal gschneit, dass ma uf d'Bündta ku Spur me gsehat heat, sondern blus no a paar Fähnele.“

Langlauf-Exotin

Die Männer waren anfangs nicht erfreut über das Auftauchen der jungen Vorarlbergerin. Als Heidi 1961 als einzige Frau zu einem Trainingskurs des ÖSV auf die Tauplitz kam, bezeichnete Langlauf-Trainer Fritz Krischan sie als „Langlauf-Exotin“. Die Männer beäugten sie kritisch, weil sie einem von ihnen einen Kaderplatz nehmen würde. Bei den österreichischen Meisterschaften 1962 in Bad Goisern liefen die Frauen und Junioren (bis 21) die gleiche Strecke. Als die Tiroler Funktionäre feststellten, dass die 21-jährige Heidi bei den Junioren den 6. Platz belegt hätte, zogen sie frustriert ihre Burschen vom Staffellauf zurück und schickten sie nach Hause. Heidi aber sollte noch in vielen Wettkämpfen viele Männer hinter sich lassen. Im nächsten Jahr qualifizierte sie sich für die Olympischen Spiele 1964 in Innsbruck. Dort belegte sie im 5-km-Lauf den 20. Rang und im 10-km-Lauf den 25. Rang. Großartige Leistungen, wenn man bedenkt, dass Heidi auch Leichtathletin war, erst vier Jahre zuvor mit dem Langlaufen begonnen hatte und die ersten zehn Plätze in beiden Bewerben von Profi-Läuferinnen aus der UdSSR, Finnland und Schweden belegt wurden.

In den nächsten Jahren schaltet die berufstätige Leistungssportlerin einen Gang zurück. Private Dinge gewinnen die Oberhand: 1968 hatte sie im Messezelt der Dorn-

Duathlon/Triathlon: drei Medaillen bei österreichischen Meisterschaften.

Ski nordisch: Olympia-Teilnehmerin im Skilanglauf 1964 in Innsbruck, WM-Teilnehmerin.

LITERATURTIPP

Laurin Peter, „Dornbirnerinnen schreiben Sportgeschichte“, Dornbirner Schriften, 2024.

birner Messe den Wolfurter Erich Heim kennen gelernt. Hochzeit ist 1970. Ein Eigenheim wird gebaut. 1974 wird Tochter Claudia geboren, 1979 Sohn Anton. Sportlich gewinnen die Berge an Höhe. Skitouren, Skiwanderungen. In Heidis Tourenbuch finden sich von 1980 bis 1982 die Wildspitze (3774 m), Ortler (3905 m), Großglockner (3798 m), Piz Palü (3905 m), Weissmies (4023 m) und der Mönch (4099 m).

Neues Hobby

Nebst Bergtouren frönt Heidi seit 1975 noch einem anderen Hobby: Radtouren. 1975 fährt sie bei der vom RV Hohenems organisierten ersten „Rund um Vorarlberg“ mit – von 1976 bis 1985 gemeinsam mit ihrem Gatten Erich. Und endlich gibt es mittlerweile auch in der Leichtathletik lange Distanzen für Frauen. 1982 macht sie ihren ersten 25-km-Lauf und stellt gleich eine Vorarlberger Bestmarke auf, gefolgt von Rekorden über 5000 m und 10 km. In der Folge stehen auch Marathonläufe auf dem Programm sowie Duathlons und Triathlons. Beim ersten Triathlon in Vorarlberg, 1984, organisiert vom Gendarmerie-Sportverein Bregenz, belegt sie bei den Frauen Rang eins (1 km Schwimmen im Bodensee, 60 km Radfahren, 11 km Laufen). 1985 gewinnt sie erneut. Ihren letzten Triathlon absolviert sie 1997. Zwei Jahre später beendet sie ihre aktive sportliche Karriere – standesgemäß mit einer Halbmarathon-Zeit von 1:37,37. In Zukunft sollte sie als Funktionärin und Trainerin und bis 2021 als Kampfrichterin tätig sein. Es gibt nur wenige (Hobby-)Sportlerinnen und Sportler, die mehr als 40 Jahre lang in so vielen verschiedenen Sportarten nationale und internationale Top-Leistungen abgeliefert haben: in der Leichtathletik, im Skilanglauf, im Radsport, im Duathlon und im Triathlon.

VERANSTALTER AKZEPTIEREN DEN KULTURPASS FÜR FREIEN/ERMÄSSIGTEN EINTRITT

Infos über den Kulturpass unter www.hungeraufkunstundkultur.at

Di., 03.02.

20 Uhr, Remise, Bludenz

UMRU UNRUHE

Ein Konzert des Jüdischen Museum Hohenems mit Daniel Kahn, Jake Shulman-Ment und Christian Dawid

Mi., 04.02.

20 Uhr, Conrad Sohm, Dornbirn

SYLOSIS

Metal-Konzert

Do., 05.02.

18 Uhr, Literaturhaus Vorarlberg, Hohenems

READ&MEET

Du liest gern, möchtest dich mit anderen über Bücher austauschen und bist zwischen 17 und 30 Jahren? Dann bist du in Selinas Buchclub „Read & Meet“ genau richtig!

Do., 05.02.

19-21 Uhr, Bildungshaus St. Arbogast

DIGITAL ERWACHSEN

Ein Plädoyer für natürliche Intelligenz. Ein Abend mit Wolf Lotter (Wirtschaftsjournalist), Helga Kohler-Spiegel (Psychotherapeutin) und Hubert Rhomberg (Unternehmer)

Do., 05.02.

20 Uhr, Altes Kino, Rankweil

MARIA MA

Konzert mit Maria Ma (Hackbrett & Stimme), Christian Einheller (Perkussion), Thomas Hechenberger (Gitarre), Mischa Krausz (Bass)

Fr., 05.02.

20 Uhr, Spielboden Dornbirn

LESUNG MIT SARAH LORENZ

Debütroman: „Mit dir, da möchte ich im Himmel Kaffee trinken.“

Do., 06.02.

20 Uhr, Spielboden Dornbirn

MARCO POGO „LOST&FOUND“

Kabarett

Veranstaltungskalender

Sa., 07.02.

14 Uhr, Theater im Kopfbau (tik), Dornbirn

TIK KIDS ZIRKUS UND MÄSCHGERLE

Sa., 07.02.

15 Uhr, Spielboden Dornbirn SCHNEEWITTCHEN

Theater im Ohrensessel – ein Figurentheaterstück für Kinder ab 4 Jahren

Sa., 07.02.

19.30 Uhr, Theater im Saumarkt, Feldkirch

SWINGWERK BIG BAND FEATURING JULIA ZISCHG Konzert

So., 08.02.

15 Uhr, Kammgarn, Hard DIE SCHURKEN FÜR KINDER

Ein abenteuerliches Musik-Stück über Lebensfreude, das kreative Vergessen im Alter und die Musik, die vieles repariert.

So., 08.02.

11-17 Uhr, Spielboden Dornbirn SCHALLPLATTEN&CD-BÖRSE

Mo., 09.02.

19 Uhr, Montafoner Alpin- und Tourismusmuseum, Gaschurn GEMEINSAMES SINGEN

Menschen aller Generationen treffen sich in den stimmungsvollen Museumsstuben, um gemeinsam mit Begleitung neue und alte Volkslieder zu singen. Neue Stimmen und/oder Instrumente immer herzlich willkommen! —

Di., 10.02.

9.45-12.30 Uhr, Bildungshaus Batschuns

VOM ERBEN UND VERERBEN mit Marlene Engelhorn und Annemarie Felder

19-22 Uhr, Bildungshaus Arbogast, Götzis

REDEN WIR ÜBERS

GELD

Ein Arbogaster Wirtschaftsgespräch über das Geld: Wie viel ist genug? Wie wollen wir teilen? Was ist das gute Leben für alle? Mit: Aktivistin und Publizistin Marlene Engelhorn, Geld-Forscherin Sabine Krusch, Finanz- und Kapitalmarkt-Experte Michael Grahammer sowie der Finanzkammer-Direktor der Diözese Feldkirch, Andreas Weber.

Di., 10.02.

15 Uhr, vorarlberg museum, Bregenz ERZÄHLCAFÉ

Umzüge, Braten stehlen, das Rosenmontagskränzle und rauschende Ballnächte, die frühmorgens zuhause weitergingen. Welche Erinnerungen haben Sie an den Fasching? Und wie erleben Sie die närrische Zeit heute? Moderation: Manfred Welte

Fr., 13.02.

15 Uhr, Bücherei Göfis QUATSCHGESCHICHTEN mit Nadine Fink-Peer

Fr., 13.02.

19 Uhr, vorarlberg museum, Bregenz CAY KÜLTÜR: REDEN, TEE TRINKEN, OPEN STAGE

In der Türkei ist die Zubereitung von Çay ein Zeichen der Liebe – eine Zeremonie, die Raum, Zeit und Aufmerksamkeit verdient. Fatih Özcelik bereitet mit Helfer:innen verschiedene Teesorten zu – eine Einladung, zwischen dampfenden Tassen Menschen kennenzulernen und ins Gespräch zu kommen. Und wer mag, nimmt die offenen Bühne ein und präsentiert Musik, Gedichte oder kleine Geschichten.

Fr., 13.02.

19.30 Uhr, Theater im Saumarkt, Feldkirch

DIE ZITTERNDEN LIPPEN: SCH(T)PLATTE

Konzert mit Oswald Kessler (Altsaxophon, Conférence), Gerhard Graf (Trompete), Georg Vith (Tenorsaxophon), Bertold Bischof (Sopransaxophon), Rupert Tiefenthaler (Gitarre, Posaune), Manfred Vith (e-Piano), Elmar Rinderer (e-Bass), Peter Ludescher (Perkussion), Thomas Fußenegger (Schlagzeug) und vielleicht Überraschungsgäste!

Sa., 14.02.

10-18 Uhr, Kunsthaus Bregenz KUNST ZU ZWEIT

Egal ob Partner*in, beste*r Freund*in oder Mama und Papa – am Valentinstag feiern wir die Zweisamkeit: Eine Person zahlt Eintritt, die andere kommt kostenfrei mit.

Do., 19.02. 15 Uhr, Kammgarn, Hard BERNI WAGNER „MONSTER“ Kabarett

Do., 19.02.

19 Uhr, Literaturhaus Vorarlberg, Hohenems

RADETZKYSTRASSE 1 MIT MIRJAM ZADOFF

Auf Spotify und anderen Plattformen öffnet der Podcast mit über 100 Folgen euren Ohren freitags um 12 Uhr die Türen zum Literaturhaus. Heute Abend machen wir euch als Publikum die Türen auf und das Esszimmer des Literaturhauses zum Tonstudio – mit Publikum! Denn nach der ersten Ausgabe mit Marcus Nigsch geht die Radetzkystrasse 1 Live in die zweite Runde.

Do., 19.02.

20 Uhr, Altes Kino, Rankweil PUMA ORCHESTRA Konzert

Fr., 20.02.

17 Uhr, vorarlberg museum, Bregenz DEM SCHWEIGEN VERPFLICHTET

Landesgeschichte im Gespräch zu den Schattenseiten des SOS-Kinderdorf. Horst Schreiber beleuchtet die strukturellen Ursachen der Gewalt und kommentiert die jüngsten Entwicklungen in der Organisation.

Sa., 21.02.

10-14 Uhr, Frauenmuseum, Hittisau LÜCKEN FÜLLEN? WIE KI GESCHLECHTERBILDER VERZERRT

Künstliche Intelligenz ist nicht neutral. In diesem Workshop zeigt die Künstlerin Claudia Larcher KI als Material, in dem Machtverhältnisse, Bias und Geschlechterbilder sichtbar werden. Nach einer kurzen Einführung arbeiten die Teilnehmer:innen selbst mit generativer KI und analysieren gemeinsam, welche Körper, Narrative und Ausschlüsse reproduziert werden.

Sa., 21.02.

16 Uhr, analog, café & mehr, Gisingen BOOKS & COFFEE EVENT

Offener Bookie-Nachmittag, bei dem sich die Bücherliebelei vorstellt.

Tickets: buecherliebelei.kartix.at —

Sa., 21.02.

19.30 Uhr, Theater im Saumarkt, Feldkirch

JA, NEIN, VIELLEICHT. Doris Knecht, Lesung —

So., 22.02.

15 Uhr, Kammgarn, Hard

ROSI IN DER GEISTERBAHN

Theater Feuerblau ab 4 Jahren nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Phillip Waechter —

Di., 24.02.

14 und 15.30 Uhr, Remise, Bludenz KLEINKINDERKONZERTREIHE PFIFFIKUS

Eine phantasievolle Inszenierung zum gemeinsamen Lauschen, Staunen, Summen und Tanzen. Nach dem Konzert dürfen Instrumente auch ausprobiert werden, das „Trio Pfiffikus“ hilft euch dabei.

Mi., 25.02.

20 Uhr, Altes Kino, Rankweil KARAOKE NIGHT

Auf der großen Bühne können alle Singstars ihr Können austesten, ihre Lieblingssongs selbst auswählen und performen.

Mi., 25.02.

20 Uhr, Theater im Kopfbau (tik), Dornbirn STUBOHOCK „INSPIRIERT“

Der „Stubohock“ bringt Menschen einmal im Quartal zusammen, die Lust auf Literatur, Gespräche und überraschende Themen haben. In gemütlicher Atmosphäre wird gelesen, erzählt und diskutiert – immer mit einem Schwerpunkt. —

Do., 26.02.

12.15 Uhr, vorarlberg museum, Bregenz

WINDKRAFT!

Kammermusikkonzert mit Meisterwerken für Holzbläser und Klavier —

Do., 26.02.

15 Uhr, vorarlberg museum, Bregenz OFFENES SINGEN mit Evelyn Fink-Mennel und Philipp Lingg

Do., 26.02.

19.30 Uhr, Theater im Saumarkt, Feldkirch

KEIN LEICHTES MÄDCHEN. KÄUFLICHER LIEDERABEND

Theaterprojekt von Elisabeth de Roo zum Thema Sexarbeit

26./27./28.02.

20 Uhr Spielboden Dornbirn TERRARIUM

Eine Meditation über das Ende der Welt. Offener theatraler Diskurs über die Fragen nach Altern, Verantwortung und Selbstbestimmung –in einer Welt, in der sich jeder selbst der Nächste ist. Theater Mutante

Fr., 27.02.

14-17 Uhr, Domino s'Hus, Frastanz JASSNACHMITTAG

Fr., 27.02.

19 Uhr, Bücherei Göfis MITANAND SINGA mit Uschi und Nobert Erath

Sa., 28.02.

9 Uhr, Harder Familiennest

BABYFREUNDLICHE & BABYGELEITETE BEIKOST MIT UND OHNE BREI

Vortrag mit Stephanie Lau – www.stephanie-lau.at

Sa., 28.02.

19.30 Uhr, Theater im Kopfbau (tik), Dornbirn

DER GOTT DES GEMETZELS

Theater von Yasmina Reza, Gastspiel des ArteFaktum Kulturvereins

Sa., 28.02.

15 Uhr, Theater im Saumarkt, Feldkirch

JONA UND DER VOGEL

Figurentheater, für Kinder ab 6 Jahren

Sa., 28.02.

19 Uhr, Villa Falkenhorst, Thüringen THE SILVER TRIO

Konzert mit Cäcilia Dorner (Violine), Miriam Dorner (Violoncello) und Stefan Man (Klavier)

Sa., 28.02.

20.30 Uhr, Kammgarn, Hard PANDORAS DREAM

Das Klangprojekt ist eine berührende musikalische Zusammenarbeit zwischen dem griechischen Musiker Andreas Paragioudakis, dem deutschen Kontrabassisten Florian King und dem palästinensischen Perkussionisten und Vokalkünstler Tony Majdalani.

Fasching im Messepark –Bühne frei für Spaß & gute Laune!

Freut euch auf ein buntes Programm voller Lachen, guter Stimmung und Unterhaltung:

Die Garde Hittisau sorgt für schwungvolle Auftritte, Clown Pompo präsentiert seine abwechslungsreiche

Show und der beliebte Kehraus findet im Interspar Restaurant statt.

UNSER FASCHINGSPROGRAMM

Fr., 13.02.2026 – um 14:00, 15:30 und 16:30 Uhr

Garde Hittisau auf der Aktionsfläche gegenüber dem Infopoint

Di., 17.02.2026 – 14:00–18:30 Uhr

Kehraus im Interspar Restaurant mit Live-Musik von „Die Zwei“

Di., 17.02.2026 – um 14:00, 15:30 und 17:00 Uhr

Clown Pompo auf der Aktionsfläche gegenüber dem Infopoint

Extra für unsere kleinen Gäste

Am Faschingsdienstag, 17.02.2026 erhalten alle maskierten Kinder beim Interspar Krapfenstand einen Gratis-Krapfen.

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