Manuel P. Nappo: Im Auftrag ihrer(Brand-) Majestät

Page 1

start up

Manuel P. Nappo: Im Auftrag ihrer (Brand-) Majestät Der Täter fährt meistens im Auto einer deutschen Marke vor. Was seit den 70-er Jahren so mancher James BondVerfilmung oder amerikanischen Krimiserie die Spannung nahm, das sogenannte Product Placement oder Entertainment Marketing, wird heutzutage intensiver und vielfältiger denn je praktiziert. Mit zunehmender Bedeutung auch in Europa und in der Schweiz. HSG-Absolvent Manuel P. Nappo mischt mit seinem Beratungsunternehmen «Creative Assets» in dieser Branche munter mit. Von Reto Pfändler Manuel P. Nappo ist stolz darauf, dass er drei Rektoren an der HSG erlebt hat. Er war einer, der das Studentenleben in vollen Zügen genoss und von Austauschsemestern, Zwischenjahren und ausgedehnten Reisen profitierte. Der Student, der in Italien, «dem Land der schönen Frauen und schlechten Filme», aufwuchs, schloss nach acht Jahren Studium schliesslich im Herbst 1999 sein Lizenziat in International Management ab. Danach begann er seine Karriere im Marketing von Red Bull. Neben seiner Arbeit als «Sampling Manager» war er zuständig für das Entertainment Marketing. Dies bedeutete bei Red Bull vor allem das Filmsponsoring, das «Celebrity Marketing» und die Betreuung von Events wie die Red Bull Music Academy. «In dieser Funktion erfuhr ich, wie stark man eine Marke entwickeln kann. Es gibt unzählige neue Möglichkeiten, die man nutzen kann», sagt Nappo. Product Placement: Ursprung in Hollywood Nappo interessierte sich schon immer stark dafür, wie man ein Produkt durch das Medium Film stärken und so Image- und Marktanteile dazu gewinnen kann. Mit «Creative Assets» bietet Manuel Nappo eine Plattform

zwischen der Filmindustrie und Unternehmen, die ihre Marken in Filmund TV-Formaten platzieren. «Obwohl das Entertainment Marketing in den USA schon in den 80-er Jahren gang und gäbe war, hinkt Europa noch immer hinterher.» Nappo erzählt, dass die Geschichte des Entertainment Marketings die Geschichte Hollywoods sei. In den frühen 60-er Jahren etablierte sich in US-Filmen das Product Placement. In den 70-er Jahren wurden vor allem Tabak und Alkohol in Filmen und Serien platziert. Der Film «E.T.» aus dem Jahr 1982 galt als Meilenstein in der Geschichte des Product Placements. Nach einer Filmszene, in der E.T. mit Bonbons der Marke «Reese’s Pieces» von Hershey gelockt wurde, stiegen die Verkäufe des Produkts um 80 Prozent an.

Manuel P. Nappo hat sich auf Entertainment Marketing spezialisiert.

Zunehmende Bedeutung auch in europäischen Formaten Doch nicht nur Ausserirdische setzen Süssigkeiten ins Bild. Als Beispiele aus dem deutschsprachigen Raum können Thomas Gottschalk mit seinen Haribo-Fruchtgummis oder Götz George als Ermittler Schimanski mit Paroli-Bonbons genannt werden. Nappo erklärt, dass Werbung in Filmen und Serien aber auch hierzulande immer stärker an Bedeutung gewinnt. Das Geschäft rund um die Platzierung von

Produkten in Film- und TV-Formaten kann mittlerweile so weit gehen, dass für einen Sponsor ein Drehbuch zum Teil umgeschrieben wird. Manchen geht dies jedoch zu weit, und vor allem wenn die Umsetzung allzu dreist ist, regt sich Widerstand. Schlechte Beispiele neueren Datums sind die deutsche Endlosserie «Marienhof» oder gewisse Serien des Schweizer Fernsehens. Gerade im Fernsehbereich – anders als bei Filmen – seien die Sender gefordert, die Grenzen der Werbemöglichkeiten eindeutig zu klären, fordert etwa Urs Meier, Lehrbeauftragter für Medienethik an der Universität Zürich.

Product Placement ist heute ein fester Bestandteil im Film-Business.

34

alma 3 /2006


Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook
Issuu converts static files into: digital portfolios, online yearbooks, online catalogs, digital photo albums and more. Sign up and create your flipbook.