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Programmheft Die Ewigkeit ins Herz gelegt

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Freitag, 27. März 2026, 19.30 Uhr

Samstag, 28. März 2026, 19.30 Uhr

MaiHof Kirchensaal, Luzern

Infos und Tickets: www.maihofkultur.ch

Liebes Publikum

Wir begrüssen Sie herzlich zu unserem Konzert am Wochenende vor Ostern und freuen uns, Sie auf eine besondere musikalische Reise mitzunehmen.

Bereits an der Luzerner Chornacht 2022 sang unser Chor, damals noch unter dem Namen Singkreis Maihof, mit «Triptychon», eine Komposition von Lorenz Ganz. Heute Abend dürfen wir, unterstützt durch 24 Gastsängerinnen und Sänger, erneut ein Werk unseres Dirigenten uraufführen.

«Die Ewigkeit ins Herz gelegt», eine Kantate in sieben Sätzen, steht im Zentrum des Konzertabends. Die Komposition übersetzt alttestamentarische Texte aus dem Buch Kohelet in eine eindringliche, ausdrucksstarke Klangsprache. In der behutsamen Textmeditation durch Li Hangartner und Fulbert Steffensky gewinnen die uralten Worte neue Tiefe und Aktualität. Fragen nach Sinn, Zeit und Vergänglichkeit begegnen uns mit überraschender Nähe.

Diese Thematik verbindet die Kantate mit allen aufgeführten Werken.

Es erklingen ausgewählte Ausschnitte aus dem «Stabat Mater» des walisischen Komponisten Karl Jenkins sowie «The Ground» aus der «Sunrise Mass» des Norwegers Ola Gjeilo und das Lied «Only in Sleep» des lettischen Komponisten Eriks Ešenvalds, dessen Musik für ihre besondere Klangfarbe und spirituelle Tiefe bekannt ist.

Es entsteht ein berührender Dialog zwischen Musik, Text, Solostimmen und Chor.

Hoffnung und Trost, Freude und Gelassenheit begleiten das menschliche Dasein und bewegen unser Herz. Dies findet Ausdruck in der Musik des heutigen Abends.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen ein inspirierendes Konzert.

Ihr MaiHofChor

 Wir bitten Sie, jeweils erst am Ende der Werke zu applaudieren. Vielen Dank.

Programm

Mitwirkende

MaiHofChor

Kohelet Ensemble:

Nora Rosenberger: Violine

René Riebli: Saxofon

Ramon Imlig: Horn

Simon Andres: Flügel

Philippe Frey: Orgel

Jürg Voney: Schlagwerk

Melda Umur: Kontrabass

Lorenz Ganz, Leitung

Madelaine Wibom, Sopran

Sebastian Lipp, Tenor und Sprecher

Li Hangartner / Fulbert Steffensky, Texte

«Die

Ewigkeit ins Herz gelegt»

Kantate von Lorenz Ganz Uraufführung, komponiert 2025/26

 Prolog

 1: Alles ist eitel, vergänglich

 2: Ess- und Trinkspruch

 3: Geblendet von der Gegenwart — Der Mensch steht vor Gericht

 4: Alles hat seine Zeit

 5: Lobe den Herrn, meine Seele

 6: Sieh an die Werke Gottes — Gott steht vor Gericht

 7: Die Ewigkeit in das Herz der Menschen gelegt — Er hat alles schön gemacht

3 Minuten stille Pause

Ola Gjeilo The Ground

Eriks Ešenvalds Only in Sleep

Karl Jenkins Aus «Stabat Mater»

And the Mother did weep | Are you lost out in the darkness? | Ave Verum

«Die Ewigkeit ins Herz gelegt»

Kantate von Lorenz Ganz, Komponiert 2025/26

Li Hangartner und Fulbert Steffensky über ihre Texte zu Kohelet

Wir leiden oft an religiösen Texten, weil sie so widerspruchsfrei und eintönig sind, Texte von falscher Stimmigkeit. Sie behaupten die Güte des Lebens, ohne dass sie seine Brüche ernstnehmen. Sie behaupten die Gegenwart Gottes, ohne seine Abgründe zu nennen. Das Leben ist weniger stimmig, als die Texte behaupten. Die Schöpfung ist weniger menschen- und lebensfreundlich, als wir ihr andichten. Kohelet ist der grosse Aufmischer, er ist der Störer der unbedachten Geläufigkeiten. Er singt das grosse Loblied Gottes und er behauptet, dass die Toten die wirklich Glücklichen dieser Schöpfung sind. Er ist der Meister der Resignation. Sein billigster Trost, der 38mal in seiner Schrift verteilt ist: Iss und trink und tu dir gütlich! Alles, was der Mensch tut, alles, was er erfährt, ist hawäl; nichtig, verlogen, vergiftet, ist Wind und Haschen nach Wind. Er ist der Gottesleugner in seiner Bestreitung des Sinnes des Lebens. Es verdross ihn zu leben. «Denn es war mir zuwider, was unter der Sonne geschieht, denn alles ist eitel und Haschen nach Wind.» Er ist der atemlose Verkünder Gottes. Er verschweigt die Widersprüche der Schöpfung, des Menschen und Gottes nicht, aber er erstickt nicht in ihnen. Seine Lust an den Widersprüchen macht seine Sprache hörbar und lebendig.

Ist Kohelet nur der grosse Pessimist, oder ist seine Bezweiflung und Skepsis ein Teil seiner Weisheit? Er singt im 3. Kapitel den Hymnus der Vergänglichkeit allen Lebens, auch des Menschen: «Es geht dem Menschen wie dem Vieh, wie dies stirbt, so stirbt auch er. Der Mensch hat nichts voraus vor dem Vieh, denn es ist alles eitel.» Ich denke an unsere Zeit und an ihren trügerischen Ewigkeitsglauben. Der Mensch glaubt sich gerettet durch seine eigene Grösse. Er glaubt an ewiges Wachstum. Er kann Gebäude errichten, wie man sie früher nicht einmal denken konnte. Die Meere sind in seiner Hand, er kann sie töten. Die Waffen sind in seiner Hand. Er kann Völker vernichten. Er selbst ist in seiner Hand. Er kann sich und seine eigenen Nachkommen ausrotten. Wer lehrt uns die Vergänglichkeit? Wer lehrt uns, dass wir sterben müssen wie das Vieh? Wer befreit uns von dem blindäugigen Optimismus? «Mensch, du musst sterben!» So lehrt uns Kohelet, seine Lehre ist lebensrettend.

Lorenz Ganz, der Komponist der Kantate, über seine Musik zu Kohelet

Hacke dein Holz und höre Kohelet! Wahrlich ist dieser Text lebensrettend; und wenn nicht, so ist er doch — nicht zuletzt in Verbindung mit der Musik — heilsam. Die neue Kantate beleuchtet Folgen von Handeln und Nichtstun, das urteilslos beobachtete Unrecht und das Nichteinmischen in irrational wirkenden Situationen aus einer klanglichen Ebene, die Erlebtes, Gesehenes und eigenes Wirken in neuem Licht zeigt. Sie ermutigt zum Feiern trotz Ungemach und zum Loben Gottes, auch wenn sein Handeln auf Erden unverständlich bleibt.

Gelassenheit im Angesicht der Stürme verbindet sich mit einem unverkrampften Umgang mit Gewohntem, Tradition und der Suche nach dem eigenen Zuhause. Die Musik spiegelt den Moment, in dem wir Verantwortung übernehmen für das, was in unserem alltäglichen Zuständigkeitsbereich liegt, und führt suchend an die Grenze dieser Zuständigkeit, ohne deren exakte Bestimmung zum Ziel zu erheben. Kohelet mahnt: Gelassenheit bringt dem Seelenheil näher als das ständige «Haschen nach Wind», die Suche nach Perfektion oder nach ewigem Leben — Bereiche, die meist ausserhalb unseres Wirkkreises liegen.

Wie ein Ster Holz zu sägen, zu spalten und für den Kachelofen vorzubereiten, wirkt diese Haltung gesund: In rhythmischer Wiederholung arbeitend denken wir nicht an die Asche, sondern an die Wärme für Ofen und Herz. So wünsche ich Ihnen ein waches Ohr und einen frischen Geist, damit die Musik die Aktualität des alttestamentlichen Textes erfahrbar macht.

Der innere Frieden findet seinen Widerhall in «The Ground» aus Gjeilos «Sunrise Mass», Sinnbild für Verwurzelung und Urvertrauen. «Only in Sleep» von Eriks Ešenvalds führt in die verklärte Erinnerung der Kindheit, in die Geborgenheit der mütterlichen Hand als Quelle von Stärke. Zum Ausklang vertiefen drei Werke von Karl Jenkins das Thema Ewigkeit und Gelassenheit: Erlösung, das Ertragen von Unwägbarkeiten («Ave Verum») und göttlichen Trost im Leiden («Are you lost out in the darkness?», «And the Mother did weep»). So können wir mit festem Grund und Gelassenheit den Stürmen der Zeit trotzen, weil Gott «die Ewigkeit in unser Herz gelegt».

«Die Ewigkeit ins Herz gelegt»

«Nichts und wieder Nichts, sprach der Versammler Kohelet: hawel hawalim! Alles ist hewel: Alles ist nichts! Welcher Gewinn bleibt den Menschen von all ihrer Mühe, mit der sie sich abmühen unter der Sonne?»

 Prolog

Gott schuf das Feste, er schuf das weiche Wasser, Er schuf die Scheidung: Von Wasser und festem Land, von Licht und Finsternis. von Hitze und Kälte. Er rief sie mit Namen, das fliehende Licht nannte er Abend, das neugeborene Licht rief er Morgen. Gott sah, dass gut war, was er geschaffen hat: alles hatte seinen Ort, seine Zeit und seine Art. und war geschieden von anderen Orten. Geschieden waren die Zeiten: Die Zeit des Blühens, von der Zeit des Vergehens, die Zeit der Trauer, von der Zeit des Tanzes, Die Zeit der Wut von der Zeit des Lächelns, die Zeit des Lebens von der Zeit des Todes Der Geist Gottes schwebte über den Abgründen, und die Abgründe waren nicht tödlich. Wer behütet uns vor den gottlosen Abgründen?

Wer gibt unseren Füssen Weg und Ziel? Wer rettet unsre Worte von Torheit und Tollheit?

Wer lehrt uns sehen, was gut ist? Wer lehrt uns hören die Gesänge der Abgründe, die niemanden schrecken?

1: Alles ist eitel, vergänglich

hawel hawalim, hewel, hawel hawalim, hewel, Alles ist eitel, ist Haschen nach Wind, die Zartheit einer Seifenblase, die sich an einen Traum verschenkt, flüchtig schön, luftig leicht, die Pracht ist kurz, ein gold’nes Nichts steigt auf, zerplatzt. Umsonst sind Angst und Sorgen, vergeblich Müh’ und Plag’, nichts bleibt, nur Windhauch, Leere, hawel hawalim, hewel, hawel hawalim, hewel, Alles ist eitel, du aber bleibst. Die Sonne kommt, sie geht; aus Licht wird Nacht. Die Welt bleibt steh’n bis auf den Tag, da Himmel und Erde vergeh’n.

Wir laufen, wir rennen, wir kommen nicht an. Kein Ende des Todes Reigen, das Leben ohne Ziel und Zweck. Frag nach dem Lohn, du erntest Spott und Hohn. Du sprichst und sprichst, und sprichst doch nie das rechte Wort, du siehst und siehst, und siehst dich doch nicht satt, du hörst und hörst und hörst nur Trug und List. Was ist, das war, was wird, es geht vorüber. Gibt es ein Ding, von dem man sagt: Sieh her, es ist neu?

Längst ist es Schatten und vergangen. hawel hawalim, hewel, hawel hawalim, hewel,

 2: Ess- und Trinkspruch

Iss dein Brot, trink den Wein, sei fröhlich und vergnügt dabei. Sorglos und mit Heiterkeit geniess das Leben zu seiner Zeit. Erfreue dich des Glücks. Am Unglückstag sieh ein, auch dieser ist von Gott gemacht.

Bejahe das Leben, das Gott dir gegeben, dem Elend zum Trotz.

Pflücke den Tag, vergiss deine Sorgen, wart nicht auf das Glück schon morgen lauert der Tod.

Haschen nach Wind, haschen nach Wind, die Lust am Leben ist Haschen nach Wind.

Iss dein Brot, trink den Wein, sei fröhlich und vergnügt dabei. Sorglos und mit Heiterkeit geniess das Leben zu seiner Zeit.

 3: Geblendet von der Gegenwart —

Der Mensch steht vor Gericht

Was hat der Mensch davon, dass er sich abmüht Tag für Tag, sein Hab und Gut dem lassen muss, der nie dafür gesorgt?

vergeblich, vergänglich, eitel, nichtig, flüchtig

Wer Geld liebt, wird des Geldes Knecht, wer Besitz liebt, einen Götzen ehrt. Was ist der Gewinn, was die Bilanz, was bleibt am Ende eines Lebens?

vergeblich, vergänglich, eitel, nichtig, flüchtig

Immer höher, immer schneller, immer besser, immer weiter kämpfen, siegen, überleben hemmungslos, erfolgsfixiert

vergeblich, vergänglich, eitel, nichtig, flüchtig

Unrecht richten die Gerichte, Rechtsbruch statt Gerechtigkeit.

Die Geschlagenen: Sie weinen. Niemand sieht sie. Niemand richtet sie auf.

Die Gedemütigten: Sie klagen.

Niemand hört sie. Niemand tröstet sie. vergeblich, vergänglich, eitel, nichtig, flüchtig

Glücklich die Toten, nichts hält sie fest. Glücklicher, wer nie geboren, wer nie das Licht sah, nie den Tag. Der Himmel verstummt, der Tod lacht, wenn das Unrecht spricht.

Wehe euch, die ihr das Recht in bitteren Wermut verwandelt und die Gerechtigkeit zu Boden schlägt

Wehe euch, die ihr Haus an Haus und Feld an Feld reiht, bis kein Platz mehr da ist und ihr allein das Land besitzt.

Wehe euch, die ihr Böses gut und Gutes böse nennt.

 4: Alles hat seine Zeit (Koh 3,1– 8; aus der Lutherbibel, 1545)

Ein iglichs hat seine Zeit und alles fürnemen unter dem Himmel hat seine Stund. geboren werden sterben pflanzen ausrotten das gepflanzt ist würgen heilen brechen bauen hat seine Zeit weinen lachen klagen tanzen Steine zerstreuen herzen fernen von Herzen suchen verlieren behalten wegwerfen aufreissen zunähen hat seine Zeit schweigen reden lieben hassen Krieg hat seine Zeit Frieden hat seine Zeit

Alles hat Gott schön gemacht schön zu seiner Zeit in des Menschen Herz gelegt auch die ferne Zeit.

 5: Lobe den Herrn, meine Seele

Gott hat alles schön gemacht.

Gott hat alles gut gemacht zu seiner Zeit.

Lobe den Herrn, meine Seele alles schön und gut gemacht, alles gegeben von Gott?

Das Zittern des Lammes, vor dem Biss des jungen Löwen, gegeben von Gott?

Lobe den Herrn, meine Seele

Von welchem Gott gegeben?

Lobe den Herrn meine Seele!

Verkehrte Welten

Es gibt Gerechte, denen geht es, als hätten sie die Werke der Gottlosen getan.

Verkehrte Welten

Es gibt Gottlose, denen geht es, als hätten sie die Werke der Gerechten getan

Verdrehte Welten

Da ist ein Gerechter, der geht zugrunde in seiner Gerechtigkeit

Verdrehte Welten

Da ist ein Gottloser, der lebt lange und gut in seiner Bosheit.

Von Gott gemacht: schön und gut?

 6: Sieh an die Werke Gottes — Gott steht vor Gericht

Sieh an die Werke Gottes.

Denn wer kann gerade machen, was er krümmt?

Wo macht er die Gebeugten gerade, die das Leben krümmt? Wo die Kinder, die die Kriege töten? Wo die Geiseln, die unter den Tritten ihrer Entführer brechen?

Gott steht vor dem Gericht der Betrogenen. Die Werke Gottes, verschlossen wie ein versiegeltes Buch. Der Mensch kann nicht ergründen, was unter der Sonne geschieht.

Gott, öffne das Buch, in dem die Leiden der Krummen mit ihrem Blut aufgezeichnet sind! Zerbrich seine Siegel! Lehre uns lesen.

Oder gibt’s es nichts zu lesen? Ist alles nur, was es ist?

Ist alles nur Haschen nach Wind, die Qualen der Opfer, der Blutdurst der Täter, Haschen nach Wind?

Gott steht vor dem Gericht der Erschlagenen. Vor den Toten hat er Angst, er, der Unerschrockene. Vor den Erschlagenen, Erstickten, Verhungerten, Erwürgten, Erschossenen. Er hat Angst, sie könnten ihm mit ertrunkener Stimme das Fluchwort zurufen, zuschreien, zukrächzen, zuheulen: Warum?

Warum hast du uns verlassen?

Warum hörst du die Schreie nicht?

Sag nicht: Das waren wir, die Menschen, sag es nicht.

Denn damit verlierst du deine letzte Würde, wie die Menschen sie verloren haben mit dem gottlosen Spruch: Das waren die anderen!

«Herr der Welten, viel tust du, damit ich meinen Glauben aufgebe. Wisse aber, dass ich Himmel und Hölle zum Trotz deine Güte preise und sie preisen werde. Da wird nichts nützen, was du auch über mich gebracht hast, und noch über mich bringen wirst.

Gelobt sei dein heiliger Name!»

(Elie Wiesel, «Der Prozess von Schamirud», 1979)

 7: Die Ewigkeit in des Menschen Herz gelegt — Er hat alles schön gemacht

Fürchte Gott und du wirst keinen Menschen fürchten!

Fürchte Gott und du wirst deine Zukunft nicht fürchten!

Fürchte Gott und du wirst dein Gewissen nicht fürchten!

Fürchte Gott und du wirst dich selbst nicht fürchten.

Fürchte Gott, und du wirst seinen Namen nicht zum Siegen missbrauchen.

Fürchte Gott, und du wirst dich nicht vor Gott fürchten.

Gott hat alles schön gemacht zu seiner Zeit. Er hat die Ewigkeit in unser Herz gelegt. die Schönheit eines Gänseblümchens in unser Herz gelegt, die Lust der Liebenden in unser Herz gelegt den Glanz der Morgensonne in unser Herz gelegt den Gesang des Zaunkönigs in unser Herz gelegt den Tanz der Derwische in unser Herz gelegt den Zorn der Entrechteten in unser Herz gelegt.

Gott hat alles schön gemacht zu seiner Zeit. Gott, du unaussprechlicher Seufzer im Grund unserer Seele.

Du hast die Sehnsucht in unser Herz gelegt.

The Ground

Ola Gjeilos «The Ground» entstammt einem grösseren Chorwerk von 2008, der «Sunrise Mass».

Der 1978 in Norwegen geborene Komponist und Pianist lebt heute in den USA und zählt zu den prägenden Stimmen der zeitgenössischen Chormusik.

Liedtext

Pleni sunt caeli et terra gloria tua. Osanna, Osanna in excelsis.

Benedictus qui venit in nomine Domini. Benedictus qui venit.

Osanna, Osanna in excelsis.

Agnus Dei, qui tollis peccata mundi, Agnus Dei qui tollis peccata mundi, Dona nobis pacem.

Übersetzung

Himmel und Erde sind erfüllt von deiner Herrlichkeit.

Hosanna, Hosanna in der Höhe.

Gesegnet sei, der da kommt im Namen des Herrn.

Gesegnet sei, der da kommt.

Hosanna, Hosanna in der Höhe.

Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünden der Welt,

Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünden der Welt, Gib uns Frieden.

Only in Sleep

Eriks Ešenvalds

Eriks Ešenvalds’ «Only in Sleep», welches 2010 entstanden ist, lässt die Zuhörenden in eine Welt eintauchen, in der Erinnerungen an Kindheit und vergangene Freundschaften anklingen.

Der 1977 in Lettland geborene Komponist zählt heute zu den international gefragtesten Komponisten der zeitgenössischen Chormusik.

Liedtext

Only in sleep I see their faces

Children I played with when I was a child Louise comes back with her brown hair braided Annie with ringlets warm and wild

Only in sleep time is forgotten

What may have come to them, who can know? Yet we played last night as long ago And the doll-house stood at the turn of the stair

The years had not sharpened their smooth round faces

I met their eyes and found them mild

Do they, too, dream of me, I wonder And for them am I too a child?

Übersetzung

Nur im Schlaf sehe ich ihre Gesichter, Kinder, mit denen ich spielte, als ich selbst ein Kind war. Louise kehrt zurück, ihr braunes Haar geflochten, Annie mit Locken, warm und wild.

Nur im Schlaf ist die Zeit vergessen. Was aus ihnen geworden ist – wer kann es wissen? Und doch spielten wir gestern Nacht, wie einst vor langer Zeit, und das Puppenhaus stand am Absatz der Treppe.

Die Jahre hatten ihre glatten, runden Gesichter nicht geschärft. Ich traf ihre Blicke und fand sie mild. Träumen auch sie wohl manchmal von mir, frage ich mich – und bin ich für sie dann ebenfalls noch ein Kind?

Aus «Stabat Mater»

Karl Jenkins

Karl Jenkins’ «Stabat Mater» (2008) verbindet die mittelalterliche Klage über den Schmerz Marias mit einer farbenreichen, zeitgenössischen Tonsprache.

Der 1944 in Wales geborene Komponist zählt heute zu den meistaufgeführten lebenden Tonsetzern und ist bekannt für seine kraftvollen, zugänglichen Werke, die klassische und globale Einflüsse verbinden.

Liedtexte

And the Mother Did Weep And the Mother did weep. And the Mother did weep. And the Mother, And the Mother, And the Mother did weep.

Vehaeym bachetah (Hebräisch)

Lacrimavit Mater (Latein)

Warkath hahi imma (Aramäisch)

Kai eklausen he meter (Griechisch)

Übersetzung

Und die Mutter weinte.

Are you lost out in the darkness?

Are you lost out in the darkness?

Is your sleep, your silence endless?

Can you no more hear my voice?

Ahtu schirik bercheschka Damkutuak schetkak dalalam?

Meschar arlam maschma kali?

Übersetzung

Bist du in Dunkelheit verloren?

Ist dein Schlaf, dein Schweigen, endlos? Kannst du meine Stimme nicht mehr hören?

Ave Verum

Ave, verum corpus, natum de Maria Virgine vere passum, immolatum in cruce pro homine.

Cujus latus perforatum fluxit aqua et sanguine. Esto nobis praegustatum mortis in examine

Jesu dulcis! Jesu pie, Fili Mariae, Amen.

Übersetzung

Sei gegrüsst, wahrer Leib, geboren von Maria, der Jungfrau

Der wahrhaft litt, geopfert wurde; am Kreuz für die Menschheit; dessen durchbohrte Seite von Wasser floss und Blut. Sei uns ein Vorgeschmack in der Prüfung des Todes.

Süsser Jesus! Frommer Jesus, Sohn der Maria. Amen.

Chor

Der MaiHofChor (ehemals Singkreis Maihof) mit seinen rund fünfzig Sängerinnen und Sängern trägt regelmässig zur musikalischen Gestaltung der liturgischen Feiern im Kirchensaal Der MaiHof bei. Etwa alle zwei Jahre treten wir mit einem Konzert auf — oft auch gemeinsam mit einem befreundeten Chor aus der Region. Für dieses Konzert wird der Chor mit 24 Gastsängerinnen und -sängern verstärkt.

Seit 2009 liegt die musikalische Leitung bei Lorenz Ganz, der die Tradition der über 50jährigen Geschichte des Chors weiter pflegt und gleichzeitig neue musikalische Wege beschreitet. Nebst klassischen Werken und traditioneller Chormusik kommen auch vermehrt

zeitgenössische Kompositionen zur Aufführung. Es werden neue Stile erforscht und musikalische Grenzen erweitert. So durfte der MaiHofChor anlässlich der Luzerner Chornacht 2022 mit «Triptychon» eine Komposition von Lorenz Ganz uraufführen.

Bei den Auftritten singen wir meist mit Begleitung von Orgel oder anderen Instrumenten. Soloparts werden von namhaften Solistinnen und Solisten gesungen. Regelmässige professionelle Stimmbildung ergänzt unsere Probenarbeit.

www.maihofchor.ch

Leitung

Kohelet Ensemble

Nora Rosenberger: Violine

René Riebli: Saxofon

Ramon Imlig: Horn

Simon Andres: Flügel

Philippe Frey: Orgel

Jürg Voney: Schlagwerk

Melda Umur: Kontrabass

Nach den ersten beruflichen Erfahrungen als Primarlehrer und der Gründung des Bischofszeller Lehrerchores studierte Lorenz Ganz Chorleitung und Dirigieren bei Hans Zihlmann, Alois Koch und Stefan Albrecht sowie Schulmusik II mit Schwerpunkt Klavier an der Musikhochschule Luzern. Seit 1999 unterrichtet er — erst am Seminar und Gymnasium in Hitzkirch, heute an der Kantonsschule Seetal in Baldegg — Chor, Schulmusik und Klavier.

Es folgten Weiterbildungen an verschiedenen Meisterkursen Dirigieren (bei Dan Olaf Stenlund, Johannes Schläfli, Kirk Trevor, Simon Halsey, u. a.) im In- und Ausland. Von 2003 bis 2005 absolvierte er ein berufsbegleitendes Nachdiplomstudium in Popmusik und Klavier beim Jazzpianisten Immanuel Brockhaus an der Hochschule der Künste in Bern.

Bezeichnend für sein Schaffen sind die stilistische wie klangliche Vielfalt und Offenheit gegenüber Neuerungen in der musikalischen Gestaltung von Konzerten und Gottesdiensten.

Neben der Tätigkeit als Chordirigent wirkt Lorenz Ganz als Pianist und musikalischer Leiter verschiedener Ensembles (u. a. Theatermusik) sowie als Arrangeur und Komponist (z. B. «De Sonnezwärg», «Amos & Bertha»).

Seit 2009 ist Lorenz Ganz Dirigent des MaiHofChores

Für dieses Konzert wurde ein eigens zusammengestelltes Ensemble ins Leben gerufen — ein Klangkörper, der in seiner besonderen Besetzung neue Farben und überraschende musikalische Perspektiven eröffnet. Die Musikerinnen und Musiker vereinen unterschiedliche künstlerische Hintergründe und schaffen gemeinsam einen lebendigen, vielschichtigen Sound, der die Werke dieses Abends in einem einzigartigen Licht erscheinen lässt.

Solistin, Solist

Die in der Schweiz lebende schwedische Sopranistin studierte Gesang an der Opernhochschule in Stockholm. Bei vielen namhaften Persönlichkeiten besuchte sie Meisterkurse.

Von 1998 bis 2012 war Madelaine Wibom im Ensemble des Luzerner Theater engagiert und stellte etwa 50 Partien dar. 2008 wurde sie mit dem «Prix Gala» als Lieblingssängerin des Luzerner Publikums ausgezeichnet.

Bei Gastspielen in Deutschland, Frankreich, Spanien, Portugal, Schweden und der Schweiz verkörperte sie verschiedene Opernpartien.

2008 erschien ihre erste Solo-CD «Längtan» mit schwedischen Liedern, begleitet von Andrew Dunscombe, und 2012 ihre zweite CD «Jul» mit Lucia- und Weihnachtsliedern, begleitet von Yvonne Lang.

Madelaine Wibom tritt regelmässig in Konzerten und an Liederabenden solistisch auf.

Auch musikpädagogisch ist sie tätig. Sie unterrichtet Gesang und ist seit 2013 die Stimmbildnerin des Luzerner Chors «molto cantabile». Seit 2020 ist sie Gesangslehrerin an der Hochschule Luzern — Musik.

Madelaine Wibom wurde 2018 mit dem Anerkennungspreis der Gemeinde Horw ausgezeichnet.

www.wibom.ch

Der Tenor Sebastian Lipp stammt aus Berlin und studierte an der dortigen Hochschule für Musik «Hanns Eisler» Gesang bei Edda Schaller-Keyn. An der Komischen Oper Berlin war er ab 1994 während fünf Jahren als Erster Chorsolist engagiert.

Seither ist er freiberuflicher Konzertsänger.

Sein Repertoire umfasst Oratorien des 17. bis 20. Jahrhunderts sowie verschiedene Kantatenwerke J. S. Bachs, Liederzyklen und Uraufführungen zeitgenössischer Komponisten. Besonders gefragt ist er als Evangelist bei Passionsmusiken Bachs, Keisers und Händels.

Er sang unter der Leitung von Fabio Luisi, Ivan Fischer, Attilio Cremonesi, Alois Koch und Stephan Smith.

Seine solistischen Aufgaben führten ihn an die Berliner Staatsoper, die Bayerische Staatsoper, das Teatro dell‘ Opera di Roma, das Leipziger Gewandhaus, das KKL (Lucerne Festival) und an internationalen Musik-Festivals, wie das Sydney-Festival.

2016 sang er am Teatro Colon von Buenos Aires.

Sebastian Lipp ist Mitglied der Zürcher Singakademie.

www.sebastianlipp.ch

Texte

Geboren 1953 in Brunnen, Studium der katholischen Theologie in Freiburg i. Ü. und Delhi (Indien), lebt seit 1984 in Luzern; von 1989 bis 2008 Leiterin der Fachstelle Feministische Theologie in Luzern, und von 1989 bis zur Pensionierung Mai 2017 Programmverantwortliche im RomeroHaus Luzern; von 1986 bis 2006 in der Redaktion der feministisch-theologischen Zeitschrift FAMA; Radiopredigerin von 2010 bis 2016; freiberufliche Tätigkeit als Publizistin, Theologin und Erwachsenenbildnerin mit den thematischen Schwerpunkten: Frauen, Gesellschaft, Kirche, feministische Theologie, neue Ausdrucksformen im Gottesdienst, Politik und Spiritualität. Seit 20 Jahren gestaltet sie regelmässig Gottesdienste im MaiHof Luzern.

Geboren 1933, Studium der katholischen und evangelischen Theologie, 13 Jahre Benediktinermönch in der Abtei Maria Laach, 1969 Übertritt zum Protestantismus, bis zu seinem Ruhestand 1998 Professor für Religionspädagogik am Fachbereich Erziehungswissenschaft der Universität Hamburg mit den Arbeitsschwerpunkten Religionspädagogik und Homiletik. Durch seine Verbundenheit mit beiden Konfessionen wird Fulbert Steffensky sowohl in katholischen als auch in evangelisch-reformierten Kreisen geschätzt. Als «demütiger Freigeist» beobachtet und inspiriert Steffensky das kirchlich-religiöse Leben, indem er alte Begriffe wie «Gnade» oder «Schuld» von Verkrustungen befreit und neu buchstabiert. 2013 erhielt Steffensky den ökumenischen Predigtpreis für sein Lebenswerk. Von 1969 bis zu ihrem Tod 2003 verheiratet mit Dorothee Sölle; lebt in Luzern, verheiratet mit Li Hangartner.

Wir danken

Als Nächstes im MaiHof

In diesem «Best-of-Konzert» trifft das hochkarätige

Profi Brass Ensemble «Swiss Brass Consort» auf die zwei erfolgreichen Konzertchöre des «Boys Choir Lucerne».

Entdecken Sie Perlen der Musik aus vier Jahrhunderten, einmal in den einzelnen Formationen präsentiert, oder aber miteinander zum musikalischen Höhenflug vereint.

Ein Genuss für die ganze Familie!

Sa, 13. Juni 2026, 20.00 Uhr

So, 14. Juni 2026, 14.30 Uhr, Familienkonzert

Kirchensaal MaiHof, Luzern

Weitere Informationen und Tickets unter www.maihofkultur.ch oder an der Abendkasse.

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