Buchbesprechungen
Janice P. Nimura
Die BlackwellSchwestern Wie die ersten Ärztinnen der USA die Frauen in die Medizin brachten
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as Dorothea Christiane Erxleben für Deutschland ist, das ist ohne Zweifel Elizabeth Blackwell für die USA: die erste Frau, die Medizin studiert hat und einen medizinischen Doktortitel trug. Ihre jüngere Schwester Emily folgte ihr wenig später. Janice P. Nimura widmet sich in ihrem Buch der Lebensgeschichte der beiden Blackwell-Schwestern und fragt nach ihrer Bedeutung für die Entwicklung von Frauen in der Medizin. Aus England stammend übersiedelt die Familie Blackwell 1832 in die Vereinigten Staaten. Der Familienvater stirbt bereits 1838, worauf die Frauen der Familie versuchen, mit einer Privatschule finanziell über die Runden zu kommen. Elizabeth Blackwell gilt bereits früh als rational und zielstrebig. So war ihr selbst durchaus bewusst, dass ihr Ziel, Medizin zu studieren, nur schwer zu erreichen sein würde. Doch ihre Beharrlichkeit gab ihr letztendlich recht. Trotz intensiver Vorgespräche mit Ärzten, Professoren und Dekanen wurde ihre Bewerbung für ein Medizinstudium von zwölf Colleges aufgrund ihres Geschlechts abgelehnt. Jede Abweisung fachte ihren Ehrgeiz jedoch noch mehr an. Erst das Geneva Medical College in New York nahm sie nach einer Befragung der eingeschriebenen Studenten als erste weibliche Medizinstudentin an. Zwar versuchte sie, dort nicht als Besonderheit aufzufallen, doch trat sie immer für ihre Rechte ein, beispielsweise wenn sie ein Dozent von einer Vorlesung ausschließen wollte. Sie arbeitete besonders hart, weil sie unter immerwährender Beobachtung stand und jedes Scheitern Wasser auf den Mühlen ihrer Kritiker gewesen wäre. So überraschte es dann auch nicht, dass sie 1849 beste Absolventin ihres Jahrgangs war. Zur Vervollkommnung ihrer Ausbildung ging sie im Anschluss nach Europa, sah sich dort aber den gleichen Vorbehalten gegenüber Frauen in der Medizin ausgesetzt wie in den USA. In Paris, der weltweit führenden Metropole im Bereich der Medizin, erkannte man ihre Ausbildung nicht an. Jedoch war sie sich nicht zu fein dafür, auf einer Stufe mit den Hebammen Dr. med. Mabuse 259 · 1. Quartal 2023
zu arbeiten, um zumindest auf diese Weise wichtige Einblicke in die Praxis der Geburtshilfe zu bekommen. Zurück in den USA eröffnete sie in New York eine Krankenstation speziell für Frauen, die zunächst nur spärlich frequentiert wurde. Doch Elizabeth Blackwell gab nicht auf und erarbeitete sich so einen immer größeren Patientinnenstamm. Gemeinsam mit ihrer Schwester Emily, die kurze Zeit nach Elizabeth ebenfalls Medizin studierte und es noch schwieriger hatte als ihre Schwester, baute sie die Krankenstation immer weiter aus. Dort bildeten sie dann auch Frauen in Medizin aus. Zwar entstanden in dieser Zeit in den USA bereits einige Colleges speziell für Frauen, doch diese Entwicklung missfiel den Blackwells, denn sie wollten keine gesonderte Ausbildung für Frauen, sondern sie forderten dieselben Bedingungen, wie sie auch für Männer galten. Die Frauencolleges etablierten jedoch einen Standard unterhalb dem der Männer und das wollten die Schwestern vermeiden. Daher gründeten sie ein eigenes College und trugen damit maßgeblich zur Öffnung des Medizinstudiums für Frauen bei. Nimura schreibt eine faszinierende und gut lesbare Biografie über zwei Pionierinnen der amerikanischen Medizin und schafft es gleichzeitig, wichtige Einblicke in das amerikanische Gesellschaftssystem des 19.Jahrhunderts zu geben. Eindrucksvoll arbeitet sie an den Blackwells ein Bild der Zeit heraus. Elizabeth und Emily wurden von den fortschrittlich gesinnten männlichen Ärzten als eine erfreuliche Ausnahme in der Welt der Medizin gesehen. Eine grundsätzliche Öffnung des Medizinerstandes für Frauen wurde aber unisono abgelehnt. Zwar deckten sich Elizabeths und Emilys Überzeugungen nicht immer mit denen der Frauenrechtlerinnen, doch auch sie setzten sich für die Rechte von Frauen ein und waren somit ein Teil der Frauenbewegung. Pierre Pfütsch, Stuttgart
Nagel & Kimche, Zürich 2021, 336 S., 26 Euro
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Neu bei Mabuse
Igor Plohl, Urška Stropnik Šonc,
Rogi findet sein Glück Ein Kinderfachbuch über das Leben mit Rollstuhl 2022, 38 Seiten, 22 Euro ISBN 978-3-86321-622-1 Nach einem schlimmen Unfall ist Rogis Wirbelsäule so kaputt, dass er im Rollstuhl sitzen muss. Er hat Angst, nie wieder die Dinge machen zu können, die er liebt. Doch er findet mit der Hilfe seiner Tierclique heraus, wie er mit den neuen Hürden umgehen kann. Das Kinderfachbuch basiert auf der Lebensgeschichte des Autors und vermittelt dessen optimistische Einstellung, dass auch im Rollstuhl fast alles möglich ist. Für Kinder ab 3 Jahren.
www.mabuse-verlag.de
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