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Migros-Magazin-51-2021-d-NE

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Ausgabe Neuenburg-Freiburg, AZA 1953 Response Zentral

migros.ch/magazin | MM51, 20.12.2021

DIE 10 BESTEN SCHNEESCHUHTOUREN Seite 44

Frohe Weihnachten! ab Seite 14

Macht Omikron den Aufschwung zunichte?

Bild: iStockphoto

Seite 32

EIN HERZ FÜR SCHLEIEREULEN SEITE 10 Adressänderungen bitte der Post melden oder dem regionalen Mitgliederdienst, Tel: 058 574 83 37, an den Nachmittagen von 13.30 Uhr bis 15.30 Uhr, oder per Mail: registre.mnf@migrosnf.ch


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Gemei nsa gegen m Corona .

Bitte planen Sie Ihre Einkäufe während der Weihnachtszeit und zum Jahreswechsel. So schützen Sie sich und Ihre Mitmenschen: Einkäufe im Voraus planen und Stosszeiten vermeiden.

Geschäfte nur mit MundNasen-Schutz betreten.

Einkäufe wenn möglich zu Wochenbeginn erledigen.

Beim Filialeintritt Hände sorgsam desinfizieren.

Wenn möglich soll nur eine Person pro Haushalt einkaufen.

Wenn möglich die Einkäufe kontaktlos bezahlen.

Mit Ihrer Rücksichtnahme helfen Sie dabei, Wartezeiten zu reduzieren und ein sicheres Einkaufen für alle Menschen zu gewährleisten. Vielen Dank für Ihre Mithilfe. Frohe Festtage, und bleiben Sie gesund, Ihre Migros


4 | 20.12.2021 | MEINE MIGROS

115 268 So viele Franken konnte die Migros an die Brustkrebsor­ganisation «Pink Ribbon Schweiz» spenden. Es ist der Erlös aus dem Verkauf mehrerer Pink-RibbonProdukte. Zum Beispiel das pinke Fondue namens «Octobre Rose».

Die inneren Werte zählen

Zu klein, zu gross, zu dick, zu dünn: Immer wieder gibt es Früchte und Gemüse, die äusserlich nicht der Norm entsprechen, aber ohne B ­ edenken geniessbar sind. Damit die Migros kein Foodwaste betreiben muss, ­werden sie unter dem Label «Ganz schön anders» verkauft. So stehen in der Genossenschaft Aare gerade Bioäpfel zum Verkauf, die kaum grösser sind als ein Fünfliber (siehe Bild rechts), ausserdem Clementinen, die Hagel- und Witterungsschäden aufweisen. Haben Sie auch ein Herz für Früchte?

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MEINE MIGROS | 20.12.2021 | 5

IN KÜRZE Haben Sie Fragen zu Kopfschmerzen? Es gibt über 360 Arten von Kopfschmerzen. Migräne, Spannungskopfschmerzen und Cluster-Kopfschmerzen kommen am häufigsten vor. Wie unterscheiden sie sich? Und was hilft gegen Kopfweh? Am Montag, 20. Dezember, findet auf iMpuls, der Gesundheitsplattform der M ­ igros, ein Live-Chat zum T ­ hema Kopfschmerzen statt. Zwei Exper­ tinnen beantworten von 14 bis 15 Uhr alle Fragen. Zum Chat: migros-impuls.ch/live-chat

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Wie wird Weihnachten nachhaltiger? Das Geniessen steht an Weihnachten an erster Stelle. Und doch fragt man sich ab und zu, wie das Fest etwas nachhaltiger werden könnte. Probieren Sie doch mal, anstelle von Fleisch Zutaten wie Gemüse oder Vegi-Tortellini ins Fondue chinoise zu tunken. Noch mehr Ideen gibt es in der neuen Folge des Nachhaltigkeits-Podcasts «Chrut und Rüebli». Hier hören:

Hundekleidung

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Für lange Winterspaziergänge ist Bello nun bestens gerüstet.

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Es ist Winter und nicht nur die Menschen gehen gern warm angezogen hinaus. Die Auswahl an Schutzmänteln für Hunde wird ständig erweitert, damit diese ohne Angst vor der Kälte draussen spielen können. Für besonders empfindliche Hunde ist die Kleidung ein Schutz vor Unterkühlung und vor möglichen Krankheiten wie einer Lungenentzündung.

Neuer CEO der Mibelle Group Per sofort übernimmt Peter Müller die Leitung der ­Mibelle Group. Er hat diese ­Tätigkeit bereits seit Anfang September ad interim inne, nachdem im Juni bekannt gegeben wurde, dass Luigi P ­ edrocchi per Ende 2021 in Frühpension gehen wird. Peter Müller ist Dr. Ing. Chemie der Technischen Universität Darmstadt. Der 49-Jährige steht seit knapp sieben Jahren in den Diensten der Mibelle Group.


Bild: Paolo Dutto

6 | 20.12.2021 | AUGENBLICK


AUGENBLICK | 20.12.2021 | 7

16:05 Uhr

Mit Eigelb bepinseln, mit dem Messer einschneiden und ab in den Ofen: Mitarbeitende der Jowa im Tessin backen derzeit ­­ praktisch rund um die Uhr Panettone. Schliesslich ist das Weihnachtsgebäck in der deutschen Schweiz schon fast so beliebt wie in der italienischen. Das Bild ist am 30. November entstanden. Migros-Moment in Sant’ Antonino TI


Macht jeden Tisch zur Festtagstafel DAS WEIHNACHTSPOULET ELEGANT TRANCHIEREN: DIE VIDEOANLEITUNG GIBT ES AUF migusto.ch/poulet-tranchieren

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INHALT | 20.12.2021 | 9

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INHALT 10  Herzige «Hedwig» Dank Harry Potter hat die Schleiereule heute mehr Fans als Feinde

Beeindrucken Sie Ihre Gäste, ohne dafür ewig in der Küche zu schmoren: etwa mit diesem ­Poulet mit Cranberries und Rosmarin

14  Genussvolle Festtage 19  Jetzt ist Glühweinzeit So machen Sie ihn selbst 20  Die Nadelprobe Mit ein paar Kniffen bleibt Ihr Weihnachtsbaum länger frisch 23  Aktion gegen Einsamkeit Über 30 000 Menschen haben Weihnachtspost bekommen 24  Gelungene Integration 32  Migros Bank Corona und die CH-Wirtschaft 34  1, 2 oder 3?

Impressum

35  Was macht eigentlich … … ein Anlagenführer bei der Truffes-Herstellung?

MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen ­ Kapitals, Organ des­Migros-­ Genossenschafts-Bundes, migros.ch/magazin

Herausgeber Migros-Genossenschafts-Bund Chefredaktion Franz Ermel (Ltg.), Steve Gaspoz, Rüdi Steiner Art Direktion Barbara Pastore Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 556 071 Ex. (WEMF 2020) Leserschaft: 2 207 000 (WEMF, MACH Basic 2021-2) Abonnemente: www.migmag.ch/abo Tel.: 058 577 13 00 Ausführliches Impressum unter ­www.migmag.ch/impressum

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Bilder: Christophe Chammartin, Migusto

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Vor sechs Jahren floh Yohannes Teame von Eritrea in die Schweiz. Nach 100 Bewerbungen und sieben ­Praktika ­bekam er endlich seine Chance: Er absolviert in der ­Migros die Lehre zum Logistiker.

36  O du fröhliche? Wie ein Pater und ein Atheist Weihnachten sehen 44  Slow-up im Schnee Zehn Schneeschuhtouren für Anfänger und Cracks 49  Stadt, Land, Stutz 51 Heidi: Jetzt streamen 52  Smartphone Games 54  Ihre Region Aktionen, Reportagen, News 60  Rätsel und Spiele 62  Meine Welt Lichtdesigner Roger Staub hat schon Beyoncé inszeniert

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10 | 20.12.2021 | SCHLEIEREULE

Die beiden Jungtiere – Männchen (l.) und Weibchen – gehören zum zweiten Gelege des Nist­kastens in Bournens, der von A ­ lexandre Roulin regelmässig kontrolliert und gepflegt wird.

Ein Herz für Schleiereulen

Lange Zeit wurden sie verfolgt, heute stehen sie in vielen Ländern unter Artenschutz. Der Lausanner Biologe Alexandre Roulin beobachtet Schleiereulen seit 35 Jahren – und versteht sie wie kein Zweiter. Text: Patricia Brambilla  Bilder: Christophe Chammartin

Der Himmel tief hängend zwischen zwei Regenschauern. Das Weizenfeld weitläufig und grün, in der Ferne ein paar Kühe und die ersten Häuser von Bournens VD. In drei Metern Höhe, an der ­Fassade einer fenster­ losen Holzscheune, hängt ein Nistkasten, gut geschützt vor Wind und ­Regen. Im Kasten kuscheln sich zwei junge Schleiereulen aneinander. In der ruhigen und weitläufigen Landschaft des Waadtländer Mittellands ­haben die ­gefährdeten ­Tiere ideale Brut­bedingungen. «Es ist

November, die Saison geht ihrem Ende zu», sagt Alexandre Roulin, Biologieprofessor an der Uni­ versität ­Lausanne. «Diese beiden Jungtiere werden bald flügge. Die ­anderen drei ­Geschwister sind schon ausgeflogen.» Bei dieser Brut handelt es sich gemäss Roulin um das zweite Gelege des Jahres. Schleier­eulen brüten im Frühjahr und im Herbst. Die Aufzucht dauert jeweils rund vier Monate: ein Monat Bebrüten, zwei Monate Fütterung und ein Monat Pflege. Im vierten Monat verlassen die Jungvögel den

Nistkasten und kehren nur von Zeit zu Zeit zum Schlafen zurück. Roulin setzt sich seit über 30 Jahren für die Schleiereule ein. In dieser Zeit haben er und sein Team zwischen Murten FR und Lausanne über 400 Nist­ kästen montiert. Das war nicht immer einfach. Denn dazu brauchten sie erst die Geneh­ migung der B ­ auern. «Heute sind die Landwirte mit den Nist­ kästen ganz glücklich. Denn die Schleier­eule ist ein billiger Maulwurffänger», sagt der Biologe. Und für die Ornithologen

Das Markenzeichen der Schleiereule ist ihr herzförmiges Gesicht.


SCHLEIEREULE | 20.12.2021 | 11

bieten sie eine gute Möglichkeit, die Vögel zu studieren und den Rückgang ihres Bestands aufzuhalten. In der Schweiz geht es der Schleiereule gut. Der Bestand liegt stabil bei rund 3000 Tieren. «2021 war sogar ein sehr ­gutes Jahr, wir hatten 200 Gelege.» Roulin freut sich. «Aufgrund der Klimaerwärmung nisten die Weibchen immer früher und ­legen ihre Eier oft schon Ende Februar statt Ende März.» Medizinischer Check-up

Alexandre Roulin klettert die Leiter hoch, um bei den beiden Nachzüglern die monatliche Kontrolle durchzuführen. Er öffnet den Kasten und holt sorgfältig zwei Prachtexemplare mit weissen, herzförmigen Gesichtern heraus, beide den Kopf nach u ­ nten geneigt und regungslos wie Stoffpuppen. Zunächst wird gewogen. Beide Tiere bringen je 400 Gramm auf die Waage. Das Geschwisterpaar (ein Weibchen und ein Männchen) zeigt dabei keine grosse Reaktion. Sie hat die Augen halb ­geschlossen, er starrt einen mit tiefschwarzen Pupillen an. Das Weibchen hat ein beige­graugesprenkeltes ­Gefieder, das Männchen einen makellos weis-


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SCHLEIEREULE | 20.12.2021 | 13

tiere mit, Feld- und Spitzmäuse, die die Jungen zuerst häuten oder als Ganzes ­verschlingen lernen müssen. Anschliessend spucken sie das Fell und die kleinen unverdaulichen Knochen aus.

«Schleiereulen sind friedfertig und bleiben ruhig, deshalb arbeiten wir gern mit ihnen.»

Ausgeprägtes Sozialverhalten

Alexandre Roulin Biologe

sen Brustpanzer. «Die Körper von Schleiereulen können, wie bei den Menschen, sehr unterschiedlich aus­ sehen», erklärt Roulin. «Sie sind recht friedfertige Vögel. Sie schreien nicht und bleiben ­ruhig, deshalb arbeiten wir gern mit ihnen.» Wohlauf, aber hungrig

Nun gehts ans Vermessen von Schnabel, Fusswurzelknochen und ­Flügel, d ­ eren samtige Oberfläche und grosse Krümmung dem Vogel einen völlig laut­losen Flug ­ermöglichen. ­Ausserdem ­überprüft Roulin die Bürzeldrüse, die ein rei­ nigendes und wasserabweisendes Öl absondert. Bei einer vollständigen ­Untersuchung würde der ­Biologe noch eine Blutprobe für die genetische Kontrolle entnehmen. Und vielleicht ein GPS-Gerät anbringen, um herauszufinden, wie die Vögel ihre Umgebung erkunden. An ­diesem Tag tastet er aber lediglich ihren Bauch ab: «Es geht ihnen gut, aber ihr Magen ist leer, man kann nichts darin fühlen.» Ein ­kleiner roter Fleck auf den Fängen weist jedoch d ­ a­rauf hin, dass das junge Weibchen kürzlich ein ­Nagetier zerfleischt hat. Die Eltern bringen ihrem Nachwuchs Beute-

Alexandre Roulin misst jeden Körperteil der Jungtiere ab.

Buchtipp In «Schleiereulen: Evolution und Ökologie» beleuchtet Alexandre Roulin das L­ eben der Schleiereule in all seinen Facetten. Der Biologe beobachtet und erforscht die Vögel seit 1986. Das Buch ist leicht verständlich geschrieben und mit Aquarellen von Laurent Willenegger illustriert. Ab Februar 2022 bei exlibris.ch für Fr. 40.25 (Springer Verlag)

Nach der Untersuchung posieren die beiden Schleier­eulen geduldig für ein Foto und ­picken einander ein paar Mal kurz mit dem Schnabel. Aber meistens lehnen sie sich Kopf an Kopf aneinander. Diese Vogelart hat im Gegensatz zu anderen Raubvögeln ein ausgeprägtes Sozialverhalten. Roulin: «Unter Geschwistern wird der Wettbewerb oft durch Verhandeln ausge­ tragen, und es ist nicht ungewöhnlich, dass Jungvögel das Futter teilen oder sich gegenseitig kratzen und das Ge­ fieder glätten.» Alexandre Roulin beobachtet die Schleiereule seit seiner Kindheit – und bleibt von ihr fasziniert. Nach wie vor träumt er von möglichen Entdeckungen, denn diese Vogelgruppe ist auf allen Kontinenten ­ansässig – ausser in der Antarktis. Und sie fühlt sich in der Nähe menschlicher ­Infrastrukturen sehr wohl. «Es gibt noch viel Arbeit mit der Genomik, also den Verwandtschaftsbeziehungen zwischen den Populationen, die auf dem Globus vorkommen. Wir wissen zum Beispiel, dass sie in Europa nur halb so weit fliegen wie in Amerika. Dort versuchen sie so, der Kälte in den harten ­Winter zu entfliehen.» Ein paar flaumige Federn verbleiben noch auf den ­Flügeln der Jungtiere, aber in etwa zehn Tagen werden die beiden Schleiereulen ­flügge sein und das Nest endgültig verlassen. Sie werden nach Frankreich, Deutschland oder auch nur zum n ­ ahe gelegenen Waldrand in Bournens aufbrechen. Wie alle nacht­aktiven Vögel haben Schleiereulen zwar etwas Mysteriöses an sich, aber nicht alle besitzen eine reiselustige Seele. MM

Fake News bekämpfen Furchterregender Schrei, lautloser Flug, gespensterhaftes Gesicht: Mit kaum einem anderen Tier sind so viel Aberglaube, Fake News und ­irrationale ­Vorstellungen verbunden wie mit der Schleiereule. «Bis ins 20. Jahrhundert glaubte man in der west­lichen Welt, dass sie den Tod bringt, und n ­ agelte sie an Scheunen- und ­Kirchentore, um böse Geister zu vertreiben», erzählt Christine Mohr, ­Professorin für Psycho­ logie an der Universität ­Lausanne. Mohr führt derzeit zu ­diesem ­Phänomen in 50 Ländern eine gross-­ angelegte Studie durch. Knapp 20 000 Frage-­ bögen wurden bereits ­zurückgeschickt (darunter 1700 aus der Schweiz). ­Daraus geht hervor, dass der Mythos um dieses Tier vor allem auf dem ­afrikanischen Kontinent nach wie vor stark aus­ geprägt ist. In K ­ enia etwa ist man überzeugt, durch den V ­ erzehr von Eulen­ eiern Wahlen gewinnen zu können. In weiten Teilen Europas verhält sich das heute anders: Mit Hedwig, der Eule von «Harry Potter», hat sich eine grosse Sympathieträgerin in die Herzen der jungen ­Generationen «gespielt». «Unsere Absicht ist es, mit dieser Studie Fake News und Irrglauben zu bekämpfen, die Menschen zum Umdenken zu ­bewegen und vor allem die Verfolgung dieser Tiere zu verhindern», sagt Christine Mohr. Sie hofft, die Ergebnisse ihrer Studie 2022 veröffentlichen zu können.


14 | 20.12.2021 | GENUSS

Festliche Tafelrunde

Poulet mit Cranberries und Rosmarin Hauptgericht für 4 Personen 100 g getrocknete Cranberries 1,5 dl warmes Wasser 4 EL Aceto balsamico bianco 4 Pouletbrüstchen à ca. 180 g 6 Knoblauchzehen 1 Bund Rosmarin 1 Zitrone edelsüsser Paprika 6 EL Olivenöl ½ TL Salz (gestrichen) Pfeffer 1 Zwiebel

Gäste verwöhnen, ohne in der Küche stecken zu bleiben? Kein Problem mit unserem Tavolata-Menü – alle Gerichte können vorbereitet werden, sind mittelgross und kommen gleichzeitig auf den Tisch. Frohe Festtage!

TIPP

Pouletbrüstchen ­eignen sich wegen ihrer Grösse gut für eine ­Tavolata.

Zubereitung 1. Cranberries mit Wasser über-

giessen, Aceto dazugeben. ­Mindestens 30 Minuten ziehen lassen. Poulet trocken tupfen. Knoblauch durchpressen, vom Rosmarin die Hälfte der Nadeln abzupfen und fein hacken. Von der Hälfte der Zitrone Schale fein abreiben, Saft auspressen. Knoblauch, Rosmarin, Zitronenschale und -saft mit Paprika, Öl, Salz und Pfeffer verrühren. ­Poulet mit Marinade bepinseln und ca. 15 Minuten marinieren. Zwiebel in Spalten, restliche ­Zitrone in Scheiben schneiden. Eine beschichtete Bratpfanne ­erhitzen, Marinade vom Poulet streifen, Fleisch rundum kurz scharf anbraten. In eine ofenfeste Form legen. Zwiebel, restliche Rosmarinzweige und Cranberries dazugeben, Cranberry-Wasser und restliche Marinade dazu­ giessen. Poulet in der Ofenmitte 25–30 Minuten durchgaren.

Rezepte: Migusto; Bilder: Migusto

2. Backofen auf 200 °C vorheizen.


GENUSS | 20.12.2021 | 15

Baumnussspätzli mit Salbei und Früchten Beilage für 4 Personen 70 g Baumnüsse 4 Eier 160 g Halbfettquark 200 g Chnöpflimehl 1 TL Salz 1 Prise gemahlene Muskatnuss 4 Feigen, frisch oder ­getrocknet 4 kleine Birnen 1 Bund Salbei 50 g Butter Pfeffer Zubereitung 1. Nüsse im Cutter oder

­ örser fein mahlen. In einer M beschichteten Bratpfanne ohne Fett hellbraun rösten, abkühlen lassen. Eier ver­ quirlen, mit Quark, Mehl und Nüssen mischen, mit Salz und Muskatnuss würzen. Teig weiterschlagen, bis er Blasen wirft und schwer von der ­Kelle reisst. Ca. 30 Minuten ruhen lassen. 2. Reichlich Wasser aufkochen

Gerösteter Blumenkohl mit Pesto-Paniermehl Der delikate, ganze Blumenkohl macht einem Braten ­Konkurrenz. Er lässt sich auch ­vegan zubereiten.

Alle Rezepte auf migusto.ch

und salzen. Teig portionen­ weise auf ein kalt abgespültes Brettchen geben. Mit einem nassen Teighorn oder einer Spachtel in feinen Streifen ins ­Wasser schaben. Aufkochen. Sobald Spätzli an der Ober­ fläche schwimmen, mit einer Schaumkelle herausheben und gut abtropfen lassen. 3. Feigen und Birnen in schmale Schnitze schneiden. Salbeiblättchen von den ­Stielen zupfen. Butter in der Bratpfanne erhitzen, Salbei, Feigen und Birnen anbraten. Mit wenig Salz und Pfeffer würzen. Sofort auf den Spätzli angerichtet servieren.


16 | 20.12.2021 | GENUSS

Gemüse-Crostata mit Feta und Nüssen Salziges Gebäck für 4 Personen 100 g Feta 50 g Sauerrahm 1 Knoblauchzehe 6 Thymianzweige 1 Prise Cayennepfeffer Salz 1 Lauch, klein 1 Süsskartoffel, klein 150 g Rosenkohl 3 EL Olivenöl 1 rund ausgewallter ­Blätterteig 20 g Pekannüsse 2 EL flüssiger Blütenhonig Zubereitung 1. Feta zerbröseln. Die Hälfte

­ avon beiseitestellen, Rest mit d ­Sauerrahm mischen. Knoblauch dazupressen, einige Thymian­ blättchen dazuzupfen, alles mit Pfeffer und Salz würzen. Lauch in Ringe, Süsskartoffel in feine Stifte und Rosenkohl in dünne Scheiben schneiden. Alles Gemüse mit Öl beträufeln und mit Salz würzen. 2. Backofen auf 180 °C vorheizen.

Teig samt Papier auf ein Backofen­ blech legen. Teigboden mit Käse­ creme bestreichen, dabei einen Rand frei lassen. Gemüse darauf verteilen. Mit restlichem Feta, den Thymianzweigen und Pekan­ nüssen belegen. Teigränder rund­ um einschlagen. Crostata in der Ofenmitte ca. 30 Minuten backen, bis der Teig goldbraun ist. Vor dem Servieren mit Honig beträufeln.

Orientalischer Karotten-Kürbis-Salat Vorspeise für 4 Personen 300 g Karotten 200 g Kürbis, z. B. Butternuss, gerüstet ­gewogen 1 Dose Kichererbsen 4 Datteln 1 Zitrone 2 EL Olivenöl ½ TL orientalische ­Gewürzmischung 1 TL geräucherter Paprika ½ TL Salz (gestrichen) 1 Bund gemischte Kräuter, z. B. Petersilie, ­Koriander, Minze

Zubereitung 1. Karotten und Kürbis in feine

Streifen schneiden. Kicher­ erbsen ­abgiessen, abspülen und ­abtropfen l­ assen. Datteln entkernen und fein hacken. Zitronenschale fein abreiben, Saft auspressen. ­Beides mit Datteln, Öl, Gewürzmischung, Paprika und Salz mischen. Karotten, ­Kürbis und Kicher­ erbsen mit der Sauce mischen und im Kühlschrank 30 Minuten ziehen lassen. 2. Vor dem Servieren ­Kräuter

fein hacken und zum Salat mischen.


GENUSS | 20.12.2021 | 17

TIPP

Lebkuchen-Crunch nach B ­ elieben vor dem Backen mit e­ inem halben ­Teelöffel ­Rumaroma verfeinern.

Veganes MandelPassionsfruchtTiramisu

Dessert für 4 Personen 200 g vegane Chocolate Cookies 1 TL Lebkuchengewürz 6 EL Soja-Schlagcreme Mandelcreme 75 g weisses Mandelmus 1 Prise Salz 2 EL Agavendicksaft 2 dl Soja-Schlagcreme Passionsfrucht-Topping 4 Passionsfrüchte 1 Beutel Vanillezucker 2 EL Wasser Zubereitung 1. Backofen auf 200 °C erhitzen.

Guetzli im Cutter oder mithilfe des Wallholzes in einem ­Gefrierbeutel fein zerbröseln. Mit Lebkuchengewürz und SojaSchlagcreme mischen. Masse flach auf ein mit Backpapier ­belegtes Blech verteilen, in der Ofenmitte ca. 12 Minuten backen. Lebkuchen-­Crunch heraus­ nehmen und abkühlen lassen. 2. Inzwischen für die Creme

Mandelmus, Salz, Agavendicksaft und die Hälfte der Schlagcreme glatt rühren. Restliche Schlagcreme aufschlagen, vorsichtig ­unter die Creme heben. Im Kühlschrank kühl stellen. 3. Für das Topping Passions-

früchte halbieren, Fruchtfleisch herauslöffeln. Fruchtfleisch, ­Vanillezucker und Wasser ­köcheln lassen, bis eine dick­ flüssige Sauce entstanden ist. ­Etwas abkühlen lassen. 4. Zum Fertigstellen Lebkuchen-

Crunch grob zerbröseln, abwechslungsweise mit Mandelcreme und Passionsfrucht-­ Topping in Gläser schichten.


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Auf dieser traumhaften Winterreise erwartet Sie ein atemberaubendes Gipfeltreffen & kulinarische Höhenflüge vom Feinsten! Im autofreien Zermatt erleben wir einen unvergesslichen Ausflug zum Gornergrat, von wo aus wir den perfekten Ausblick auf das Matterhorn und die umliegenden Viertausender geniessen. Mit dem Mont Blanc Express erobern wir anderntags eine der schönsten Bahnstrecken der Schweiz und mischen uns am Fuss des gigantischen Mont Blanc unter die Schönen und Reichen. Kulinarisch sorgen die Besuche im Maison Cailler, in der Schaukäserei Gruyères sowie bei einem der besten Winzer der Schweiz für genüssliche Stunden in netter Gesellschaft.

Ihr tolles Reiseprogramm: 1. Tag – Anreise & Süsse Verführung Fahrt im komfortablen Extrabus nach Broc im schönen Freiburgerland. Hier erleben wir im Maison Cailler einen spannenden Rundgang, bei dem wir mit allen Sinnen in die wunderbare Welt der Schokolade eintauchen. Natürlich dürfen Sie dabei der süssen Verführung nachgeben und naschen. Weiterfahrt ins Oberwallis nach Naters. Im frisch renovierten Hotel Adaastra werden wir mit einem feinen Nachtessen herzlich begrüsst. 2. Tag – Zermatt & Matterhorn Mit dem Bus fahren wir heute morgen nach Täsch – von hier bringt uns der Pendelzug direkt ins Herz von Zermatt, dem bekanntesten Ferienort der Schweiz. In 33 Minuten fahren wir dann mit der weltbekannten Gornergratbahn auf den

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3089 Meter hohen Gornergrat. Jede Sekunde dieser Fahrt ist ein unvergessliches Erlebnis. Nach 1484 zurückgelegten Höhenmeter erwartet uns auf der Aussichtsplattform ein Winterpanorama der Superlative mit 29 Viertausendern – das Matterhorn in der Hauptrolle. Verweilen und geniessen Sie in vollen Zügen! Später geht es wieder runter ins Dorf und nach etwas Zeit für eigene Entdeckungstouren mit Zug und Bus zurück nach Naters. 3. Tag – Mont Blanc Express & Chamonix Ab Martigny erobern wir heute mit dem legendären Mont Blanc Express eine der schönsten Bergbahnstrecken der Schweiz. Auf kühner Streckenführung durchquert der Zug die wilde Trientschlucht und klettert vorbei an spektakulären Winterlandschaften nach Le Châtelard hinauf. Unser Buschauffeur fährt uns weiter in die mondäne Alpenstadt Chamonix, wo wir uns

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am Fusse des gigantischen Mont Blanc unter die Schönen & Reichen mischen und durch die Strassen flanieren. Zurück im Wallis besuchen wir in Salgesch einen der besten Winzer der Schweiz, geniessen eine eindrückliche Weindegustation und ein feines Raclette mit verschiedenen Käsesorten – ein schöner Abend in netter Gesellschaft! 4. Tag - Schaukäserei & Heimreise Nach dem Frühstück fahren wir ins malerische Städtchen Gruyères, wo uns zum Abschluss in der bekannten Schaukäserei ein spannender Rundgang erwartet. Anschliessend treten wir die Heimreise an.

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GENUSS | 20.12.2021 | 19

Tipps für den perfekten Glühwein Ein betörender Duft nach Gewürzen, ein warmes Gefühl im Bauch – kein Wunder, ist Glühwein eins der beliebtesten Heissgetränke im Winter. Text: Claudia Schmidt

Der Wein

Die Süsse

Hände weg von billigem Fusel. Der sorgt für Kater. Er muss nicht teuer sein, aber gut. Vor allem sollte er nicht zu viele Gerbstoffe, sogenannte Tannine, enthalten, denn die sorgen für Bitternoten. Merlot oder auch Pinot noir eignet sich gut. Glühwein funktioniert aber auch mit Weisswein, etwa einem Riesling oder Sylvaner.

Zucker oder Honig? Beides passt. Der ­Honig sorgt neben Süsse auch für Aroma. Pro Flasche Rotwein rechnet man je nach Vorliebe zwischen drei und vier Esslöffel Zucker oder Honig. Es geht aber auch gut mit noch mehr – oder mit etwas weniger.

Das Erhitzen Bei der Zubereitung von Glühwein ist es wichtig, dass man den Wein nur erhitzt und nicht kocht: Beim ­Kochvorgang verflüchtigt sich nämlich der Alkohol.

Die Gewürze

Bild: iStock

TIPP

Das passt gut zum ­ heissen Wein: Adventsklassiker wie ­Lebkuchen, Gewürz­nüsse oder Bären­tatzen

Als klassische Gewürze im Glühwein gelten Vanille, Zimt, Sternanis, Nelken und manchmal Wacholder. Dazu kommt noch das Aroma von Orangenschalen. Man gibt die dünn abgeschnittene Bio-Orangenschale zu den Gewürzen oder reibt sie ganz fein in den Wein. Ein wenig Kardamom verleiht dem Glühwein einen orientalischen Hauch. Auf eine ­Flasche Rotwein rechnet man je drei Nelken und Sternanis, eine halbe Vanilleschote und zwei kleine Stangen Zimt. Die Migros verkauft fixfertige ­Gewürzmischungen.

Ziehen lassen Geben Sie die gewählten und bemessenen Gewürze in einen Teebeutel. Diesen geben Sie in den Wein und erhitzen ihn bis auf 80 °C. Dann lässt man das Ganze circa eine Stunde abgedeckt ­ziehen, entfernt die Gewürze und erhitzt danach den Glühwein kurz vorm Trinken wieder.

Mit Schuss? Ein Klassiker ist der Glühwein mit Schuss, sprich mit einem Schnapsglas Rum. Auch anderes Hochprozentiges wie Gin, Obstbrände oder ein Amarettolikör eignen sich. Den Schnaps ­unbedingt erst nach dem Erhitzen dazu­ geben, da er sonst verdunstet.

Oder alkoholfrei Statt Wein kann man genauso gut Traubenoder Apfelsaft verwenden. Und ein Punsch mit Holunderbeerensaft ist herrlich aromatisch.


Bild: Keystone/Laurent Gillieron

20 | 20.12.2021 | WEIHNACHTSBAUM


WEIHNACHTSBAUM | 20.12.2021 | 21

So bleibt der Baum länger frisch Dank dieser Step-by-Step-Anleitung lässt der Weihnachtsbaum noch lange keine Nadeln. Text: Lisa Stutz

1. Beim Kauf auf die Schnittkante achten

Das Ziel ist, eine möglichst frisch gefällte Tanne zu kaufen. Logisch: je «neuer» die Tanne, desto länger hält sie in der Stube. Achten Sie beim Christbaumkauf deshalb auf die Schnittkante. Ist sie hell? Dann wurde der Baum erst vor Kurzem gefällt. Ist sie dunkel? Diese Tanne steht schon länger da. Zudem können Sie den Nadeltest machen: fallen beim Streichen gegen die Wuchsrichtung Nadeln ab, lassen Sie besser die Finger von diesem Exemplar.

2. Nicht ohne Schutz auf dem Autodach transportieren

Zwar fühlt man sich mit wehendem Baum auf dem Dach wie in einem romantischen Weihnachtsfilm, doch es ist ein No-Go: Der kalte Fahrtwind lässt den Baum austrocknen. Haben Sie keine andere Transportmöglichkeit, sollten Sie den Baum – vorab die Schnittstelle – in Folie verpacken.

3. Nicht sofort in die warme Stube stellen

Akklimatisieren ist hier das Stichwort! Stellen Sie den neu erworbenen Weih-

nachtsbaum zuerst in den Keller, in die Garage oder in den Wintergarten. Dort lassen Sie ihn ein bis zwei Tage. Hier taut er auf und kann sich an die warmen Temperaturen gewöhnen.

4. «Ansägen» und ins Wasser stellen

Schon im «Zwischenlager» muss der Baum in einem Kübel mit Wasser stehen. Damit er die Flüssigkeit ­optimal aufsaugt, müssen Sie ihn wie bei Tulpen im Frühling anschneiden.

5. Richtig platzieren

Hat sich der Baum an die Wärme gewöhnt, können Sie ihn in der Wohnung platzieren. Aber Achtung: Stellen Sie ihn nicht vor eine Heizung, hier wird es ihm schnell zu heiss. Haben Sie eine Boden­ heizung, stellen Sie die Tanne samt Ständer am besten auf ein kleines ­Podest. Achten Sie aber auch darauf, dass er nicht direkt in der Zugluft steht. Perfekt ist ein Platz am Fenster.

6. Netz entfernen

Das Netz sollten Sie am Baum belassen, bis er am finalen Standort steht.

Dann kann man es von ­unten aufschneiden, denn so wird der Baum nicht beschädigt. Schmücken Sie ihn aber nicht sofort – die Äste brauchen einen Tag, um wieder in die richtige Form zu kommen.

7. Lüften, giessen und besprühen

Lüften Sie den Raum mit dem Baum regelmässig. So wird die Luftfeuchtigkeit und damit die Haltbarkeit des Baums erhöht. Zudem muss man regelmässig Was­ser im Christbaumständer nachgiessen – etwa alle zwei Tage, sonst trocknet der Baum aus. Als Faustregel gilt: Ein zwei Meter hoher Baum trinkt zwei Liter Wasser am Tag. Es empfiehlt sich, die ­Nadeln regelmässig mit kalkarmem Wasser zu besprühen. Auf Sprühdeko wie Kunstschnee oder ­Glitzer sollte man ver­ zichten, das hemmt den Stoffwechsel des Baums.

8. Freuen

«O Tannenbaum, wie grün sind deine Blätter!» Endlich ist die Zeit zum Singen, Staunen und Einatmen des einmaligen Tannenbaumdufts gekommen.


WEIHNACHTSGRÜSSE | 20.12.2021 | 23

33 171-mal Weihnachtspost Tausende sind dem Aufruf der Migros gefolgt und haben Menschen, die über die Festtage Unterstützung von der Spitex benötigen, mit einer Weihnachtskarte eine Freude gemacht. Eine kleine Geste gegen die grosse Leere. Text: Kian Ramezani

88 Prozent der Schreibenden haben ihre Adresse (Post oder E-Mail) angegeben und damit die Tür für einen Briefwechsel mit den Empfängern aufgemacht.

327 400

236

Worte umfassen die Karten im Durchschnitt.

120

33 171

Spitex-Klientinnen und Klienten erhalten über die Migros eine Weihnachtskarte.

Menschen in der Schweiz beziehen Leistungen der Spitex.

Spitex-Organisationen in der ganzen Schweiz haben an der Aktion teilgenommen.

4 17 900 000

19 965

Menschen haben mindestens eine Weihnachtskarte erstellt.

Leistungsstunden hat die Spitex im vergangenen Jahr verrechnet.

Gramm wiegt eine Karte. Mehr zum gesellschaftlichen Engagement der Migros-Gruppe: migros-engagement.ch

86 Prozent der Karten sind auf Deutsch geschrieben, 12 Prozent auf Französisch, 2 Prozent auf Italienisch und sogar einige auf ­Rätoromanisch.


24 | 20.12.2021 | INTEGRATION

Motivation allein reicht nicht Mit 16 ist Yohannes Teame aus Eritrea in die Schweiz geflüchtet. Mit 22 schliesst er bald eine Lehre zum Logistiker bei der Migros Waadt ab. Bis er diese Lehrstelle fand, schrieb er über 100 Bewerbungen. Die Geschichte eines gelungenen Experiments. Text: Nicola Brusa  Bilder: Christophe Chammartin

Die Putzmaschine dreht im Schneckentempo ihre Runden. In der feuchten Spur, die sie hin­ terlässt, spiegeln sich die ­langen Reihen Neonröhren, die die rie­ sige Halle des Verteil­zen­trums der Migros Waadt in Ecublens in k ­ altes Licht tauchen. Früchte und Gemüse für die g­ anze West­ schweiz werden hier angeliefert, zwischen 600 und 700 Tonnen jede Woche. Unter den Täfelchen mit den ­Namen der ­Filialen, ­Cos­sonay, Chablais, Lausanne ­Métropole und so ­weiter, stehen leere Paletten und ­formen ein U. Hinten in der frisch geputz­ ten Halle schwingt jetzt ein grosses Tor auf. Yohannes Tea­ me fährt mit einem roten Gabel­ stapler quer durch das Lager. Es sieht beinahe so aus, als würde er auf seinem Gefährt über den spiegelnden Hallenboden he­ ranschweben. Der 22-Jährige ist ­einer von ­vielen – und doch ein Einzelfall, auf den sein Chef, ­Pascal Apothéloz, der hier für die Distri­bution und die Logis­

tiklernenden verantwortlich ist, ein besonderes Auge wirft. Yohannes Teame ist ein solcher Lernender. Er ist im letzten Lehrjahr und der Einzige hier, bei dem die Lehre drei statt zwei Jahre dauert. Im ersten Jahr be­ suchte er im Rahmen der Inte­ grationsvorlehre (INVOL) zwei Tage in der W ­ oche die Berufs­ schule. Er holte Schulstoff nach und arbeitete an seinem Franzö­ sisch, um dann für die reguläre zweijährige Lehre bereit zu sein. Sprache und Arbeit sind essenziell Der junge Mann floh 2015 aus ­Eritrea. Yohannes Teame war 16,

als er in die Schweiz kam, allein, als UMA, wie es im bürokrati­ schen Jargon heisst, als unbeglei­ teter minderjähriger Asylsuchen­ der. Heute lebt er in Prilly, einem Vorort von Lausanne. Er mühte sich mit ­einer Sprache ab, die mit seiner Muttersprache Tigrinya so gar keine Gemeinsamkeiten hat. Dann machte er sich auf die S ­ uche nach einer Lehrstelle. ­Arbeit sei,

Mehr zum gesellschaftlichen Engagement der Migros-Gruppe: migros-engagement.ch

das betont Teame immer wieder, zusammen mit der Sprache der wichtigste Faktor für eine erfolg­ reiche Integration. Und gleich­ zeitig eine grosse Hürde. Viele Berufe kamen für ihn nicht in­ frage, ­Yohannes T ­ eame machte Praktika als ­Logistiker, als Ka­ rossier und B ­ etreuer in einem Altersheim. Logistiker gefiel ihm gut, er mag den Umgang mit den Maschinen, er schätzt die Arbeit im Team, ihm gefällt, dass er schnell und doch konzentriert arbeiten muss, dass er direkt das Resultat dieser Arbeit sieht. Er selbst ­beschreibt sich als ­inte­ressiert und motiviert. Und ­Pascal Apothéloz ergänzt noch: aufmerksam, verantwortungs­ bewusst, freundlich, hilfsbereit, allseits beliebt – nur Positives. Interessiert und motiviert zu sein, reichte lange nicht. Die «andere Seite», wie sich Yohan­ nes Teame ausdrückt, habe stets schwerer gewogen: dass man ihm auf den ersten Blick ansehe, dass er kein Schweizer ist, und

Yohannes Teame absolviert bei der Migros Waadt eine Lehre als Logistiker. Der ­junge Eritreer ist im letzten Lehrjahr.


INTEGRATION | 20.12.2021 | 25

«Ich arbeite gern schnell und ­ gleichzeitig konzentriert.»

Inklusion bei der Migros Inklusion gehört zur Kultur der Migros. Sie ist selbstver­ ständlicher Teil des Arbeitsalltags. Im Un­ ternehmen arbeiten Menschen mit den unterschiedlichsten Hintergründen, mit körper­lichen oder psychischen Beein­ trächtigungen; eben­ so hilft die Migros ­sozial benachteiligten Jugend­lichen auf ihrem Weg in und durch die Berufswelt. Damit nimmt die Mi­ gros einerseits ihre soziale Verantwor­ tung wahr, anderer­ seits profitiert sie von ­einem Vorteil auf dem Arbeitsmarkt: indem sie Arbeitskräfte nicht von vornherein aus­ schliesst, sondern nach Wegen und Lö­ sungen sucht, Men­ schen mit Beeinträch­ tigungen zu integrie­ ren. So tragen diese mit ihren Fähigkeiten zum Erfolg der Mi­gros bei. Mehr zum Engage­ ment der Migros auf migros.ch/jobs


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INTEGRATION | 20.12.2021 | 27

es sofort höre, dass er nicht hier aufgewachsen ist. Mehr als 100 Bewerbungen hat er ge­schrie­ ben, sieben Stages als Logistiker absolviert. Beim s­ iebten hat es dann «Klick» gemacht. Pascal Apothéloz meint: «Nach dieser Woche war klar: Wir w ­ agen das Experiment.» Es passt zum Grundsatz der Mi­gros, sich sozial zu engagieren – Stichwort In­ klusion, die laut Apothéloz auch eine unternehmerische Kompo­ nente be­inhaltet: Sie vergrössert den Pool der potenziellen Ar­ beitskräfte respektive l­ imitiert ihn nicht. Die Lehre gibt eine Perspektive

Yohannes Teame fühlt sich bei seiner Arbeit sichtlich wohl.

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Yohannes Teame spricht behut­ sam und ruhig, er wählt seine ­Worte wohlüberlegt. «Doch», meint er, «die sprachliche Hürde ist überwunden.» Der Schulstoff bereitet ihm kaum Mühe, über­ haupt umweht ihn eine gewisse Leichtigkeit. Das habe mit der Perspektive zu tun, die ihm die Berufslehre gebe, sagt Teame: Freiheit und Selbständigkeit. Die will er erreichen. Sein Wunsch wäre es, nach der Lehre weiter bei der Migros zu arbeiten. Diese Unabhängigkeit ist ihm beson­ ders wichtig: Er möchte sich hier

in der Schweiz eine eigene Zu­ kunft aufbauen. Am Ende unseres Rundgangs gegen Mittag sind einige der Rolltore geöffnet, Camionneure laden Mandarinen, Orangen oder Broccoli ab. Am nächsten Morgen werden die Mitarbeite­ rinnen und Mit­arbeiter schein­ bar planlos durch die Halle wim­ meln und die ange­lieferte Ware für die 69 Filialen im Verteilge­ biet auf Paletten stapeln. Schein­ bar planlos: Via Headset und Smartphone erhalten sie von ­einer Computerstimme An­ weisungen und erledigen die verschiedenen Aufträge. Im riesigen Verteilzentrum kennt sich Yohannes Teame ­inzwischen bestens aus, er hat in allen Abteilungen gearbeitet: bei den Früchten und Gemüsen, im grossen Kühlhaus. Er erin­ nert sich gut an den ersten Tag, als er etwas verloren auf dem rie­ sigen Areal stand. Und er erin­ nert sich auch an seine Ankunft in der Schweiz, als er etwas ver­ loren im Leben stand. Diese Er­ innerungen haben ihn geprägt: Er helfe, wo immer er könne, und erkläre stets, was sich wo be­ findet. Damit sich die anderen nicht verloren fühlen.  MM


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Das schönste Geschenk für Kinder in Not Spenderinnen und Spender möchten heute oft etwas Konkretes und Bleibendes bewirken. Indem Sie die Stiftung Terre des hommes (Tdh) in Ihrem Testament mit einem Vermächtnis oder einer Erbschaft berücksichtigen, haben Sie es in der Hand, das Leben von Kindern dauerhaft zu verändern. Ousmane absolviert ein Praktikum in einem Bildungszentrum von Terre des hommes in Mogtédo.

Tdh ist die führende Kinderhilfsorganisation der Schweiz. Sie ist in fragilen Kontexten aktiv, um Kinder, ihre Familien und Gemeinschaften zu schützen. Vermächtnisse und Erbschaften sind unverzichtbare Ressourcen. Sie tragen dazu bei, diejenigen Kinder zu unterstützen, die es am dringendsten brauchen. Sendrine Constant ist Spezialistin für Kinderschutz bei Terre des hommes. Sie erzählt uns die Geschichte von Ousmane, einem 13-jährigen Jungen, der in Burkina Faso lebt. Wie er arbeiten fast 20’000 Kinder in diesem Land, oft unter Lebensgefahr.

©Tdh/S. Garcia

«Zwei Jahre lang arbeitete Ousmane mehr als 10 Stunden am Tag in einer Goldmine, 80 Meter unter der Erde bei brütender Hitze, um sich etwas zu essen kaufen zu können. Die meisten Kinder wie Ousmane träumen davon, Arzt oder Lehrer zu werden, oder zumindest einen Beruf zu haben, der nicht lebensbedrohlich ist.» Mit einem Vermächtnis können Sie im Leben von Kindern wie Ousmane, die Opfer von Ausbeutung sind, ein bleibendes Zeichen setzen. Sie können ihnen ermöglichen, in einem Bildungszentrum von Terre des hommes ein Praktikum zu machen oder wieder zur Schule zu gehen. Fern von jeder Gefahr

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können sie allmählich wieder wie ein Kind leben. Solche Projekte haben es Kindern wie Ousmane ermöglicht, bei ihrer Familie in Sicherheit aufzuwachsen und bessere Möglichkeiten für ihre Zukunft zu haben. Wenn Sie Terre des hommes in Ihrem Testament berücksichtigen, tragen Sie zu einem besseren Leben für Millionen von Kindern weltweit bei.

Für weitere Informationen: Laurent D. Zbinden, Verantwortlicher Legate und Erbschaften 058 611 06 81 – laurent.zbinden@tdh.ch

tdh.ch/testament

Entdecken Sie in einem Video die Geschichten von Kindern wie Ousmane, die dank Gönnern der Ausbeutung entweichen konnten.


SORTIMENT | 20.12.2021 | 29

Fondue chinoise

Was kann ich bestellen? Eine Fleischplatte für das ­Fondue chinoise können Sie ganz nach Ihrem Gusto in ­wenigen Schritten online zusammenstellen. Zum ­vereinbarten Termin sind die Platten in Ihrer Migros-Filiale abholbereit. Wichtig: Frisch geschnittenes Fleisch ist ein wenig dicker als gefrorene Röllchen. Dadurch bleibt es viel saftiger und geschmackvoller nach der Zubereitung. Man kann übrigens auch Fleischplatten für Fondue bourguignonne, Tischgrill oder Raclette online be­ stellen: theke.migros.ch Welches Fleisch gibt es? Je nach gewählter Filiale variiert die Auswahl leicht. Es gibt Edelstücke von Rind, Kalb und Schwein, ebenso Pouletbrust und Lammnierstück.

Bilder und Styling: Veronika Studer

Tipps von der Theke Fleisch und Beilagen vor dem Garen nicht salzen, sonst ist die Brühe schnell überwürzt. Nach dem Essen kann die Bouillon mit einem Schuss Sherry oder Cognac veredelt und heiss in Suppentassen serviert werden. Weitere ­Zubereitungstipps und Infos gibts von den Profis an der Migros-Fleischtheke.

1

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Pro Person rechnet man mit etwa 250 Gramm Fleisch.


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SORTIMENT | 20.12.2021 | 31

Drei ­Chinoise-Saucen auf einer Basis – im Nu gemacht. Basis-Zubereitung: 200 g Crème fraiche mit 180 g M-Dessert (Sauermilch), 180 g Halbrahm und 3 TL Zitronensaft verrühren. Mit Salz abschmecken. Die entstandene Masse dritteln.

2

… UND DIE SAUCEN SELBER MACHEN

1. Speck-Sauce Für die Speck-Sauce 80 g Bratspeck ohne Fett in einer Bratpfanne knusprig braten. Auf einem Haushaltspapier abtrocknen lassen. Speck fein hacken. Mit 1 TL Sambal Oelek zu einem Drittel der Sauce geben, gut verrühren.

Mit Mango

2. Mango-Sauce Für diese Variante 80 g reife Mango und 1 Frühlings­ zwiebel fein hacken. Beides mit 2 EL grobem Senf zum zweiten Drittel der Sauce geben und gut verrühren. 3. Wasabi-Sauce Dafür 1 cm Ingwer und 2 Stängel Zitronengras fein reiben. Mit 1 TL Wasabi zum letzten Drittel der Sauce ­geben, dann gut verrühren.

Mit Speck

Selbstgemachte Saucen ganz ohne Mayonnaise

Mit Wasabi


32 | 20.12.2021 |

Wie gefährlich ist Omikron für die Wirtschaft?

Wenn eine dritte und vierte Welle kommt, leide die Wirtschaft, hiess es. Jetzt ist die Schweiz in der fünften – es läuft erstaunlich gut. Wieso? Wir haben gelernt, mit der Pandemie umzugehen. Dank Impfung und einer wachsenden Anzahl an Genesenen konnten Lockdowns vermieden werden. Gleich­zeitig haben viele Staaten, allen voran die USA, die Ausgaben hochgefahren, um die Wirtschaft ­anzukurbeln. Dies führte zu einem Konsumboom. Der weltweite Warenhandel liegt fünf Prozent über dem Niveau vor der Krise.

Die Wirtschaft erholt sich im Eiltempo. Christoph Sax, Chefökonom der Migros Bank, erklärt, ob das so weitergeht und ob Inflation und der starke Franken zum Problem werden.

Illustration: iStock; Bild: Gerry Nitsch

Text: Benita Vogel

Die Lage ist aber fragil. Eine heftige fünfte Welle und Omikron sorgen für Unsicherheit. Wie gefährlich ist das für die Wirtschaft? Entscheidend ist, wie gut die Impfung gegen die Mutation wirkt. Virologen gehen davon aus, dass sie zumindest vor schweren Verläufen schützt. Das ist ermutigend. Falls Omikron wider Erwarten die «Impfung umgehen» kann, dauert es einige Monate, bis der neue Impfstoff da ist. Das h ­ ätte einen leichten Rückgang der Wirtschaftsleistung im ersten Halbjahr zur Folge. Über das gesamte 2022 würde die Schweizer Wirtschaft ­dennoch moderat wachsen. Die Preise steigen zum ersten Mal seit Jahren wieder. Die Inflationsrate der USA liegt bei mehr als sechs Prozent. Bereitet das Sorgen?


FINANZEN | 20.12.2021 | 33

die Inflation ebenfalls. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) wird den Leitzins erst anheben, nachdem die Europäische Zentralbank ihren erhöht hat – und diese will an der ­Ne­gativzinspolitik festhalten.

Zu Beginn der Pandemie sind die ­Preise von vielen Waren und Dienst­ leistungen stark gesunken, nun ziehen sie wieder an. Das treibt die Inflation an, aber nur kurzfristig. Etwas länger anhalten dürften die Auswirkungen der kräftig steigenden globalen ­Nachfrage. Viele Produzenten haben ­Lieferprobleme, insbesondere bei Rohstoffen, Transportkapazitäten und Halbleitern herrscht Knappheit. Das treibt die Preise in die Höhe. Dauert diese Knappheit länger? Dieser Effekt dürfte sich im Lauf des kommenden Jahres abschwächen. Die Nachfrage und mit ihr das Wirt­ schaftswachstum werden sich nor­ malisieren. Zudem werden weltweit neue Kapazitäten geschaffen. Kurz: Die Inflation macht mir wenig Sorgen – auch wenn sie generell etwas höher bleiben wird als vor der Pandemie. Das heisst, die Notenbanken müssen die Geldschleusen nicht schliessen, um die Inflation zu drosseln? In den USA schon. Die US-Notenbank wird die Leitzinsen in den kommen­ den zwei Jahren schrittweise er­ höhen. Dies auch, weil das Land mit Konjunkturprogrammen eine bereits gut laufende Wirtschaft ankurbelt. Der Inflationsdruck wird in den USA hartnäckiger bleiben als in Europa. In der Eurozone sinkt die Teuerung rascher, Leitzinserhöhungen sind ­weniger dringlich. Kann man in der Schweiz auf ein Ende der Negativzinsen hoffen? Nach dem Motto, wenn nicht jetzt, wann dann? Leider nein: Die Zinsen bleiben in den kommenden zwei Jah­ ren ziemlich sicher negativ. In der Schweiz liegt die Inflationsrate ledig­ lich bei 1,5 Prozent. Der Anstieg der Treibstoffpreise schlägt sich im hie­ sigen Warenkorb weniger nieder als anderswo. Der starke Franken dämpft

Christoph Sax (45) ist Chefökonom der Migros Bank.

Ein Euro ist seit Wochen nur noch um die Fr. 1.05 wert. Ein derart ­teurer Franken sorgte früher für ­einen Aufschrei in der Export­ industrie. Heute scheint das kein Problem zu sein. Was ist passiert? Weil die Teuerung in der Eurozone seit Jahren höher liegt als in der Schweiz, stiegen die Kosten der Firmen im Euroland stärker als die der Schweizer Unternehmen. Dies wiederum steigert die Wettbewerbs­ fähigkeit der Schweizer Firmen ­gegenüber ihrer Eurokonkurrenz. Gleichzeitig haben die hiesigen Unternehmen in der Krise einen guten Job gemacht. Sie hatten die Kosten im Griff oder sie gar senken können. Jetzt können sie in einer ­gestärkter Position vom globalen ­Aufschwung profitieren. Die Pandemienotmassnahmen wie die Kurzarbeitsentschädigung laufen im März aus. Drohen dann Massenentlassungen? Nein, die Kurzarbeit wird heute viel weniger oft in Anspruch genommen. Die Differenz zwischen Arbeitslosen­ quote mit und ohne Kurzarbeit lag im Frühling 2020 zeitweise bei rund 17 Prozentpunkten. Heute beträgt der Unterschied höchstens noch einen halben Prozentpunkt. Je nach Pande­ mieentwicklung kann das zwar wieder zunehmen, die Arbeitslosigkeit in der Schweiz dürfte im kommenden Jahr aber nicht massiv steigen. Die Börsenkurse sind in schwindel­ erregende Höhen gestiegen. Taucher

Die Zinsen bleiben tief. Es lohnt sicht also, beispielsweise auf Fondssparpläne umzusteigen. Wichtig ist es, das Geld wie bei einer Schichttorte in Tranchen zu investieren.

gab es zwar, aber nur kurz­zeitig. Wie lange geht das so weiter? Die Unternehmen verzeichnen hohe Wachstumsraten bei Umsatz und G ­ ewinn. Diese sorgen für eine gute Stimmung an den Börsen. Trotz der gestiegenen Produktionskosten konnten viele Firmen die Margen halten. Omikron und die hohe Infla­tion ­sorgen aber für Nervosität. Das Auf und Ab kommt deshalb in kürzeren Abständen. Was bedeutet das für das Börsen­ jahr 2022? Die Unternehmensumsätze und -ge­ winne dürften sich weiterhin positiv entwickeln. Wir rechnen mit einem Wachstum der Weltwirtschaft von rund 4,5 Prozent. Der Aufwärtstrend an den Börsen dürfte also anhalten. Was raten Sie Kleinanlegern in ­dieser Situation? Die Zinsen bleiben tief. Es lohnt sich also, beispielsweise auf Fondsspar­ pläne umzusteigen. Wichtig ist es, das Geld wie bei einer Schichttorte in Tranchen zu investieren statt alles auf einmal. Mit dem Schichttortenprinzip ist man besser gegen allfällige Korrekturen gewappnet. Wieso nicht in Kryptowährungen investieren? Dort winken Traum­ renditen … … und Riesenverluste. Wer Krypto­ währungen kauft, muss hohe Kurs­ schwankungen in Kauf nehmen. Kryptowährungen wie Bitcoin sind en vogue, auch weil sie nicht an ­Staaten und an die Politik der Noten­ banken gebunden sind. Die Investo­ ren erlangen so ein Stück Unabhän­ gigkeit. Inzwischen nutzen auch viele institutionelle Investoren Krypto­ währungen als Anlageklasse. Für die meisten übrigen Investoren sind Kryptowährungen aber primär Spekulationsvehikel. Eine Immobilie als Anlage wäre sehr lukrativ, bloss können sich ­immer weniger Leute Wohn­ eigentum leisten. Die Pandemie hat die Nachfrage und damit die Preise weiter in die Höhe ­getrieben. Es gibt aber nach wie vor grosse Unterschiede, was die Regionen und die Segmente betrifft. Ein­familien­ häuser sind sehr gesucht. ­Solange sich an der Zinsfront nichts ändert, wird es am Immobilienmarkt nächstes Jahr kaum Überraschungen geben. MM


Weihnachtskracher

1, 2 ODER 3 ? Ihre Wünsche haben der Grosse (11) und der Kleine (6) längst ans Christkindli übermittelt. Auch bei Überraschungen für Grosseltern, Gotte und Götti mangelt es jeweils nicht an Ideen. Dafür an der konkreten Umsetzung. So waren die Jungs Feuer und Flamme beim Gedanken, selbst Bouillon herzustellen. Mittlerweile sind der Stangensellerie und die Kräuter eher etwas für Meersäuli als für Menschen. Auch für die schöne Idee mit den Untersetzern aus Glasperlen wird die Zeit knapp. Also kaufe ich grosse Zündholzschachteln, die sie mit selbst gesuchten Muscheln und Steinen verzieren können. Das geht schnell und sieht nett aus. Der Kleine macht sich schon einmal allein ans Werk. Als ich zu ihm stosse, sehe ich, dass er seiner Kreativität freien Lauf gelassen hat. Er hat alle Zundhölzer in eine riesige Schachtel aus unserer Kartonsammlung gebohrt und ist dabei, diese golden zu bemalen. «Schau mal, eine coole Burg!», strahlt er. – Und jetzt? MM 1 Wir haben ein Geschenk für seinen

besten Freund, und aus dem restlichen Karton gibts Trouvaillen für alle anderen! 2 Ich kaufe frisches Gemüse und mache diese Bouillon selbst. 3 Ein Blech Mailänderli schaffen wir noch.

Monica Müller (47) hat zwei ­Buben, e ­ inen Mann, einen Job, ­einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.

Antwort 1: Der Kleine ist so was von im Flow, im Nu hat er auch eine Kanone, ein Zirkuszelt und einen Kiosk aus Karton gezaubert. Da werden Götti und Co. staunen. Vor allem, wenn er die Werke auch noch selbst einpackt. Persönlichkeitsschutz: Namen und Bild geändert.

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Die Schweiz steht für eine hohe Lebensqualität. Nicht für Sarah und Ben: Sie können kaum ihre Fixkosten decken.

Für eine Schweiz ohne Armut. Jetzt Appell unterzeichnen: caritas.ch/appell

Illustration: Lisa Rock

34 | 20.12.2021 | KOLUMNE


Bild: Nik Hunger

Was machen Sie da, Herr Pisapia? Ich trenne Truffes, die zusammengewachsen sind. Doppel-­Truffes will niemand, sie passen auch in keine Pralinéschachtel. Daher greife ich mit meiner Trempier­ gabel ein. 1000 Kilo oder über 78 000 Stück stelle ich in einer neunstündigen Schicht mit dieser modernen Überziehmaschine her. Dazu füttere ich sie zunächst über Trichter mit vorgefertigten Kugeln. Über Bahnen gelangen diese unter den Schleierkasten, den Schoggibrunnen, wo sie mit flüssiger Schokolade überzogen werden. Von dort geht es auf den Stachel; so nennen wir die Gitter, die den Truffes von unten und oben ihre charakteristisch stachelige Oberfläche verleihen. Dann noch für zwölf Minuten in den Kühlkanal, bis der Schoggibezug ausgehärtet ist. Einmal durch den ­Metalldetektor und ab in kleine Kisten – noch nicht fürs MigrosRegal, sondern fürs Hochregal-­ lager. Dort können sich meine ­Kollegen aus der Verpackung bedienen, um die Truffes mit anderen Pralinés in schöne Schachteln ­abzufüllen. Hier in Buchs machen wir Truffes in diversen Ausführungen: Milch, dunkel, weiss, mit Cointreau, Irish Coffee. Am liebsten mag ich die mit MilchschoggiÜberzug, weil sie in der Hand­ habung am pflegeleichtesten sind. Dunkle Schoko­lade ist zäher und macht das Trennen von zwei Truffes schwieriger. Auch sonst bevorzuge ich Milchschokolade, ­wobei ich eigentlich wenig Schoggi esse. Das war schon immer so und hat sich auch im ­Beruf nicht ge­ändert. Noch lieber als Truffes sind mir bei der Ver­arbeitung die Clouds, denn sie erfordern mehr Feingefühl und sind technisch ­anspruchsvoller. Auf der Maschine lässt sich vieles einstellen, etwa Geschwindigkeit, Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Trotzdem braucht es mich, den Fachmann.

EINBLICK | 20.12.2021 | 35

Patrizio Pisapia (41) ist Anlagenführer Truffes/Clouds bei Delica in Buchs AG.


36 | 20.12.2021 | RELIGION

Obwohl vieles sie trennt, verstehen sie sich gut: ­Andreas Kyriacou (links) und Niklaus Brantschen

«Wir sind nicht die Marionetten eines Gottes»

Niklaus Brantschen ist Jesuit und Zen-Meister, Andreas Kyriacou ist Atheist. Finden sie in Glaubensfragen dennoch Gemeinsamkeiten? Ein Gespräch über Weihnachten, das Gebet, das Jenseits und die Bedeutung von Religion. Text: Ralf Kaminski, Andreas Bättig Bilder: Nik Hunger


RELIGION | 20.12.2021 | 37

Der Gläubige und der Gottlose Niklaus Brantschen (84) ist Jesuitenpater, Zen-Meister, Begründer und lang­jähriger Leiter des Lassalle-Hauses in Edlibach ZG – ein «Zen­ trum für Spiritualität, Dialog und Verantwortung». Dort lebt er auch und leitet ­weiterhin Kurse.

Niklaus Brantschen und ­Andreas K ­ yriacou, wie feiern Sie Weihnachten? Niklaus Brantschen: Ich besuche einen Freund in einer Klinik, der an einem Burn-out erkrankt ist. Ausserdem rufe ich Menschen an, von denen ich glaube, dass sie sich über einen Anruf freuen. Und wir werden dann in der Klinik wohl noch einen Gottesdienst feiern. Wichtig ist für mich aber ohnehin die Zeit ­zwischen Weihnachten und Neujahr. Die verbringe ich hier im Lassalle-Haus eine ­Woche lang schweigend mit einer ­Gruppe von 30 Leuten. Andreas Kyriacou: Seit ich von zu Hause ausgezogen bin, habe ich nie mehr klassisch Weihnachten gefeiert. Wir treffen uns für ein gutes Essen mit der Familie, das ist alles. Einige Freidenker kommen aber am 21. Dezember zu einer Sonnenwendfeier zusammen – ein Ersatzritual für Weihnachten, jedenfalls wenn nicht gerade eine Pandemie dies verhindert. Sie feiern den kürzesten Tag und die längste Nacht im Jahr. Hat Weihnachten für Sie eine Botschaft, die über Familienzusammenkunft, Essen und Geschenke hinausgeht? Kyriacou: Nicht wirklich. Aber es ist schön, dass man an diesen Tagen auch mal ein bisschen zur Ruhe kommen kann. Brantschen: Weihnachten ist zu einem Allerweltsfest geworden. Dabei hat diese Art zu feiern mit ausgiebigem Essen und Geschenken mit dem Christentum so viel gemeinsam wie die Taufe mit einer Dusche. Eigentlich sollte Weihnachten ein Fest des Erschreckens sein! Wieso das denn? Brantschen: In der Bibel heisst es: Maria erschrak; Josef erschrak. Gott ist in diese Welt ­hineingebrochen! Und wir

Andreas Kyriacou (55) ist Präsident der FreidenkerVereinigung, Gründer des Wissensfestivals Denkfest und Berater für Wissens­ management. Er lebt mit seiner Partnerin in Bern. Lesetipp: Niklaus Brantschen: «Gottlos ­beten», Patmos-Verlag 2021, bei exlibris.ch für Fr. 22.30 Mehr Infos: lassalle-haus.org; frei-denken.ch

­ achen daraus ein «Leise rieselt m der Schnee»-Fest. Ihnen fehlt heute die spirituelle Auseinandersetzung rund um Weihnachten? Brantschen: Das Weihnachtsfest bleibt oberflächlich, wenn wir nicht erkennen, dass das Leben auch eine tiefere Dimension hat. Aber es gibt tatsächlich heute noch Menschen, die gerade am Jahresende nach dieser Dimension in ihrem Inneren suchen. Und Sie, Herr Kyriacou, haben Sie gar keine spirituellen Momente in Ihrem Leben? Kyriacou: Auch ich kann vom Sonnenuntergang oder von der Dimension des Weltalls ergriffen sein. Ich würde dies aber nicht als einen spirituellen Moment bezeichnen. Im Gegensatz zu Gläubigen sehe ich dahinter keinen Gott, keine schöpferische Kraft. Ich finde sogar, dass der Glaube dem Staunen in solchen Momenten im Weg stehen kann. Dann meditieren oder beten Sie nie? Kyriacou: Nein. Und beten wird auch bei Gläubigen unpopulärer. Laut dem Bundesamt für Statistik betet rund ein Drittel von ­ihnen nie. Ein weiteres Sechstel lediglich ein bis elf Mal im Jahr. Warum sollten da ausgerechnet


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Sind sich einig, dass man nicht blind vor­ gefassten Ideen hinter­ herlaufen sollte: Niklaus Brantschen (oben) und Andreas Kyriacou

wir Atheisten diese Technik übernehmen? Brantschen: Um Himmels willen – ja nicht! Wenn Sie beten als «Technik» verstehen, dann sollten Sie es so oder so lassen. Aber das, was Sie vorhin gesagt haben, mit dem Sonnenuntergang, ­finde ich ein wunderschönes Beispiel. So etwas kann eben auch Beten sein. Es kann bedeuten, einfach mit offenem Mund über das Leben zu staunen. In Ihrem Buch «Gottlos beten» schreiben Sie, «das Gebet im Sinne radikaler Offenheit hebt uns über uns selbst hinaus». Was verstehen Sie unter «radikaler Offenheit»? Brantschen: Dass wir unsere Existenz offen halten wie ein U-Boot, das die Luke nach dem Auftauchen nicht mehr verschliesst. Viele möchten, dass das Gebet einen Zweck erfüllt. Sie erwarten, dass Gott zu einem Handelspartner wird. Dabei wird Gott jedoch zur Karikatur. Radikale Offenheit bedeutet, gar nichts zu erwarten, mit ganzem Herzen dazusitzen und den Reichtum des Lebens zu spüren. Herr Kyriacou, machen Sie so etwas vielleicht ab und zu einfach mit anderen Mitteln? Kyriacou: Mein Zugang, um ­unter die Oberfläche zu schauen, ist die Philosophie oder die Naturwissenschaft. Für mich ist es

«Der Hang zu übernatürlichen Erklärungen ist in der Biologie unserer Spezies angelegt.» Andreas Kyriacou Atheist

beruhigend anzunehmen, dass wir nur das eine kurze irdische Leben haben und das Beste daraus machen müssen. Dass wir nicht Marionetten eines Gottes sind und einen Zweck ­erfüllen müssen. Brantschen: Wenn es den Freidenkern darum geht, sich von ­einem übermächtigen Gott loszulösen und das Heft selbst in die Hand zu nehmen, bin ich ganz bei Ihnen. Das ist auch im Zen-Buddhismus zentral: mündig zu werden, selbst zu denken, sich vom verdammten schicksalshaften Gängelband zu befreien. Es gibt Menschen, die ohne Glauben nicht sein können, und andere, die mit Glauben nichts anfangen können. Hat das mit den Genen zu tun oder eher mit dem Aufwachsen?

Kyriacou: Ich halte das Aufwachsen für entscheidend. Religiöse Umbrüche passieren vor allem, wenn eine Generation die Traditionen ihrer Eltern nicht übernimmt. In unserem Teil der Welt kann man heute eine distanziert religiöse Haltung einnehmen, ohne stigmatisiert zu werden. Brantschen: Religion ist von Menschen gemacht, ganz klar. Was man glaubt, wird davon ­beeinflusst, wie man aufwächst. Die Ursprünge der Religionen jedoch sind recht vielfältig. Aber machen wir doch mal ein Gedankenexperiment: Was wäre, wenn wir ab morgen alle Religionen der Welt einfach abschaffen? Was würden wir gewinnen? Kyriacou: Nicht viel, glaube ich. Menschen sind sehr gut darin, Muster zu erkennen – und suchen so überall nach ­Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen. Wenn ein Phänomen sonst nicht erklärbar ist, ist die Religion eine mögliche Option, die Lücke zu füllen. So ist unser Hang zu übernatürlichen Erklärungen in der Biologie unserer Spezies angelegt. Würden wir alle Religionen morgen abschaffen, kämen wohl schlicht andere Gottheiten auf, samt Menschen, die sich als deren Vertreter zu positionieren versuchen. Der Mensch ist sozusagen … Brantschen (amüsiert): … hoffnungslos religiös.

Kyriacou: Wir sind besser als andere Primaten darin, uns ­Dinge vorzustellen – die Fort­ setzung einer realen Handlung ebenso wie fantastische Dinge. Das befähigt uns zur Kunst, zum Geschichtenerzählen und auch zur Entwicklung religiöser Welterklärungsmodelle. Dennoch würde ich auf diese Fähigkeit keinesfalls verzichten wollen. Wie sind Sie zu Ihren Welterklärungsmodellen gekommen? Kyriacou: Ich bin religionsfern aufgewachsen, meine Mutter war reformiert, mein Vater griechisch-orthodox – doch beide haben sich in jungen Jahren davon distanziert. Religiosität kam daher in meiner Jugend kaum ins Spiel. Ein biografisches Schlüsselerlebnis oder ­einen Befreiungskampf, wie das bei vielen Freidenkern früher oft der Fall war, gab es bei mir nicht. Brantschen: Ich bin traditionell katholisch im Wallis aufgewachsen. Aber meine langen Studien im Jesuitenorden führten zu ­einer intensiven Reflexion über den «Religionsbetrieb». So ­haben sich meine Vorstellungen erweitert. Ich bin auch nicht als frustrierter Christ nach Japan gereist, sondern aus Neugier, ­andere religiöse Traditionen besser kennenzulernen. Mit der Frage, wie das meine Sicht und meine Arbeit verändern kann. So entstand ein interreligiöser


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Dialog in mir selbst, der auch immer noch weitergeht. Sie beide plädieren dafür, dass die Menschen selbst denken und nicht blind vorgefassten Ideen hinterherlaufen. Das scheint vielen schwerzufallen. Brantschen: Vermutlich ist die Frage, wie viel Verunsicherung ein Mensch erträgt und wann der Moment kommt, in dem er einen Ort der Zugehörigkeit braucht. Auch ausserhalb der ­religiösen Welt vertraut man sich Gruppen mit «Geheim­ rezepten» an – das zeigen die Reak­tionen auf die Verunsi­ cherung, die von der Corona­pandemie hervorgerufen wurde.

Gegen diese Formen von Verein­ nahmung hilft vermutlich nur informieren, erklären, trans­ parent machen, immer wieder zu Gesprächen bereit sein. Wie stellen Sie sich denn das Jenseits vor? Brantschen: Das weiss ich auch nicht. Aber mit dem Tod ist alles aus. Zumindest gibt es nicht einfach eine grössere und schö­ nere Fortsetzung des irdischen ­Lebens. Was von uns hier bleibt, ist das, was selbstlose Menschen Zeit ihres Lebens durch ihre ­Liebe in die Welt gebracht haben. Weihnachten wäre eine schöne Gelegenheit, gut und liebevoll miteinander umzugehen.

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«Die ultimative Wahrheit und Perfektion bleiben für uns unerreichbar.» Niklaus Brantschen Jesuit und Zen-Meister

Kyriacou: Erleben Sie denn ­keine Enttäuschung bei Ihrem Publikum, wenn sie ihm quasi das Jenseits wegnehmen? Brantschen: Das mache ich nicht. Ich sage ja nicht, es gibt kein Jenseits. Ich bin nur überzeugt, dass es nicht einfach eine Art Fortsetzung unserer hiesigen Existenz ist. Und Ent-Täuschung ist gut: das Ende der Täuschung. Es ist immer hilfreich, wenn man sich von Illusionen verab­ schieden kann. Im Namen der Religion wurde und wird auf der Welt auch viel Leid verursacht. Das ­inzwischen im Vergleich ­ungläubige Europa hingegen gehört zu den friedlichsten ­Regionen der Welt. Brantschen: Aber sind wir hier wirklich friedlicher? Wie gehen wir um mit unserer Umwelt und unseren Mitgeschöpfen? Wie behandeln wir Flüchtlinge, die an unseren Grenzen stehen? Sind uns durch den Rückgang der Religion sogar wichtige Werte abhandengekommen? Kyriacou: Ich denke nicht. Wenn man sich die rund 1000 Jahre anschaut, in denen das Christen­ tum Europa dominiert hat, fällt nicht auf, dass Barmherzigkeit und Achtung vor der Schöpfung besondere Priorität genossen hätten. Doch auch wenn die ­frühen Christen sich ihren Platz in Europa wie die Taliban er­ kämpft haben, hat das Barm­ herzigkeitsgebot als christliches Grund­postulat unsere heutige Kultur schon positiv mitgeprägt. Und wir hier profitieren von der

Aufklärung – davon, dass wir ­Autoritäten infrage stellen und um die plausibelste Antwort ­ringen dürfen. Das hat das ­Potenzial zu friedlicheren ­Gesellschaften, weil es einen entspannteren Umgang mit Vielfalt ermöglicht. Brantschen: Das Gesamtbild des Christentums ist letztlich durchwachsen. Aber ich sehe in den Traditionen aller Reli­ gionen Aspekte, die den Men­ schen ein besseres Leben ­ermöglichen. Das wollen doch auch die Freidenker. Trotz ­unterschiedlicher Ansichten und Methoden haben wir schliesslich beide das Anliegen, diese Welt weiterzubringen. Vielen Gläubigen scheint es an Gelassenheit zu fehlen – Sie haben die offensichtlich. Wie kommt man dorthin? Brantschen: Die basiert auf ein paar wenigen Grundprinzipien: Gott hat keine Religion. Es gibt Wichtigeres als Religion. Und es gibt Wichtigeres als mich, meine Rolle und meine Arbeit. Hinzu kommt die Erkenntnis, dass alles, worum wir uns ­bemühen, Stückwerk bleibt – und die ultimative Wahrheit und Perfektion für uns uner­ reichbar bleiben. Das lässt ­Türen offen, immer wieder mal etwas Neues zu entdecken. Herr Brantschen, in Ihrem Buch schreiben Sie: «Heute wie damals suchen wir nach Heimat und Geborgenheit in der Ver­lorenheit unserer Existenz.» Haben Sie das inzwischen gefunden? Brantschen: Diese Suche endet wohl erst mit meinem Tod. Herr Kyriacou, kennen Sie eine solche Suche auch? Kyriacou: Ich habe meine Welt­ anschauung gefunden. Und ich muss auch nicht nach Sinn su­ chen, weil es mich nicht belastet, dass es keinen objektiven Sinn im Leben gibt. Zudem fühle ich mich relativ schnell an einem Ort zu Hause. Trotzdem hoffe ich, dass ich weiterhin neugierig und offen für Neues bin. MM


BEN 42 | 20.12.2021 N|LESORTIMENT VEGA

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Die Migros hat geliefert, Frau Lombardini ien. ag Kop «Ich m bin mit Ich K ä se i und Sa lam achsen. aufgew st ein Das i ding.» ühl o W hlf

Es ist der Klassiker bei Apéros: das Schinkengipfeli. Dank der Geschäftsleiterin der Veganen Gesellschaft Schweiz und der Migros-Eigenindustrie gibts den Hit neu auch vegan. Text: Angela Obrist  Bild und Styling: Veronika Studer

V

egane Schinkengipfeli fände ich toll», antwortete Laura Lombardini dem MigrosMagazin vor knapp e­ inem Jahr auf die Frage, was sie gerne im Laden hätte (siehe oben). Lombardini ist Geschäftsleiterin der ­Veganen Gesellschaft Schweiz und lebt seit acht Jahren vegan. «Bei Schinkengipfeli denke ich sofort an die Familienfeste in meiner Kindheit, da gehörten die einfach dazu», begründet die 35-Jährige ihren Wunsch. So wie Lombardini ernähren sich heute immer mehr Men-

schen pflanzenbasiert, sie verzichten also n ­ eben Fleisch auch auf andere tierische ­Erzeugnisse. Diesem Bedürfnis kommt die Migros nach. Ihr Sortiment an veganen Produk­ ten – von Milch- über Fleisch­ ersatz bis zur veganen Alter­ native zum hartgekochten «Ei» – wächst stetig. «Ich hätte gerne noch mehr Convenience- und Tiefkühl­ produkte, die vegan sind. Denn auch bei Veganerinnen und ­Veganern muss es im Alltag manchmal schnell gehen», sagt Lombardini heute.

Laura Lombardini (links) hatte sich Anfang Jahr im Migros-Magazin eine vegane Alternative zu Schinkengipfeli (Ausriss links) ­gewünscht. Im November konnte sie die fertigen Gipfeli degustieren.


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Beim Schinkengipfeli kann sie in der Migros ab sofort zugreifen. Ihr im Migros-Magazin geäusserter Wunsch fand nämlich den Weg zur Migros-Bäckerei Jowa. Und stiess dort auf offene Ohren: ­«Vegane Neuheiten sind für uns ein grosses Thema. Lauras Wunsch war eine Herausforderung und verlieh uns zusätz­ lichen Schwung», sagt Christina Fullerlove, Produktmanagerin Convenience bei der Jowa. Mit neuer Gewürzmischung

Noch im Frühjahr machten sich die Produktentwickler ans Werk. Köche und Bäcker erstellten verschiedene Rezepturen für die ­veganen Apérogipfeli. «Unser Ziel war ein Gipfeli, das wie das Original schmeckt. Das war auch unsere grösste Herausforderung», erklärt Fullerlove. Neben Teig und fleischloser Füllung auf Sojabasis wurde auch eigens eine ­vegane Gewürzmischung kreiert. Das Team tüftelte lange, verkostete die kleinen Werke und verfeinerte die Rezeptur nach und nach. «Ein solches Produkt fordert deutlich mehr Detail­ arbeit als andere Neuheiten, aber nach einigen Extrarunden war es geschafft», sagt die Jowa-­ Produktmanagerin. Schon im

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Veganes in der Migros Unter der Marke V-Love bietet die Migros bereits mehr als 100 Produkte für eine pflanzenbasierte Ernährung an. Das Sortiment wird laufend weiter ausgebaut. migros.ch/vlove

Sommer entstanden die ersten veganen Apérogipfeli in der heutigen Rezeptur zu Degustationszwecken. Sie ähnelten ihren Vorbildern zum Verwechseln, trotz der knusprigen Hülle aus veganem Blätterteig und Sojawürfeli statt einer Schinken­ füllung. Auch der Name stand schon fest: V-Love Happytizer. Beim Test voll überzeugt

Die Migros schickte Ideen­ geberin Laura Lombardini kurz darauf einige Happytizer zum Probieren zu. In der Küche der Veganen Gesellschaft schob Lombardini die Gipfeli in den Ofen und schritt danach zur ­Degustation. «Der Geschmack hat mich total verblüfft. Und zwar so, dass ich sicherheits­ halber bei der Jowa nachfragte, ob sie mir tatsächlich vegane Gipfeli geschickt hatten», erinnert sie sich. Nachdem die Jowa dies bestätigt hatte, konnte der vegane Apéro starten. Und nun können die Vegane Gesellschaft und andere Kunden den Häppli-Anlass wiederholen, denn die Happytizer liegen ab sofort in den Tiefkühlregalen ­aller grösseren Migros-Filialen. Laura Lombardini sagt: «Das freut mich riesig. Ich hätte im Februar nie gedacht, dass mein Wunschprodukt innert einiger Monate Realität wird.» MM


44 | 20.12.2021 | WINTERSPORT

10 Entdeckungen auf Schneeschuhen

Weitab von Pisten und Trampelpfaden ist die Schweiz ein Winterparadies für Naturerlebnisse und Entschleunigung. Zehn Touren für Einsteigerinnen, Geniesser und Cracks. Text: Daniel Fleuti

Saignelégier – Etang des Royes: Königliche Schleife Lauenen – Gsteig: Das rockt Die Mundart-Rockband Span hat den Lauenensee berühmt gemacht. Doch wenn der unter Schnee liegt, wendet man sich eben der einzig­arti­ gen Natur im abge­schiedenen Saanenland zu, einem der grössten Schutz­gebiete der Schweiz. Mit Blick aufs Wild­ horn gehts durch urwüchsigen Wald, an steilen Wänden vor­ bei zur Chrine. Beschwingt der Abstieg nach Gsteig – auf Pfaden oder im Tiefschnee.

Bild: Getty Images

Start: Lauenen BE, Rohrbrücke Route: Skilift Bergstation – Brüchli – Chrine – Chübel­ bode – Gsteig Länge: 7,5 km; je 450 Höhen­ meter Auf- und Abstieg Dauer: 3,5 Stunden Anforderungen: mittel, ab Chrine markiert Besonderheit: bis Chrine dem Sommerweg folgen; Wildruhezonen beachten

In den Freibergen lohnt sich nicht nur der Weiher Etang de la Gruère. Das beweist unsere kleine Schneeschuhrundtour, die von Saignelégier zum Etang des Royes führt. In der kalten Jahreszeit erinnert uns die kleine Wasserperle im Hochmoor ein wenig an die Landschaften des Hohen ­Nordens. Es herrscht hier oben eine Stille und Ruhe, die den Gedanken freien Lauf lassen. Start: Freizeitzentrum Saignelégier JU Route: alle Details auf www.migmag.ch/royes Länge: 5,2 km; Höhen­ unterschied: je 130 m Dauer: 2,5 Stunden Anforderungen: technisch einfach, körperlich durchschnittlich anspruchsvoll; ab 7 oder 8 Jahren


WINTERSPORT | 20.12.2021 | 45

Flumserberg – Spitzmeilenhütte: Im Holzwürfel beim Felszahn Ebnat-Kappel – Tanzboden: Ein Fondue hoch über dem Toggenburg Fondue und Winter gehören zusammen. Nirgendwo sonst schmeckt es besser als in der heimeligen Bergwirtschaft Tanzboden; nach drei Stunden Aufstieg ist Helvetiens Nationalgericht im Nu verschlungen. Vorher heisst es das Panorama vom Zürichsee über die Glarner Alpen bis zum Säntis auskosten. Sollte es mit dem Berge-Raten nicht klappen, versucht man sich an den unzähligen Tierspuren. Start: Ebnat-Kappel SG Route: Nestenberg – Ab­ schlagen – Tanzboden – ­Chüebodenegg – Stotzweid – Dicken – Ebnat-Kappel Länge: 13 km; je 850 Höhenmeter Auf- und Abstieg Dauer: 5,5 Stunden Anforderungen: mittel, aber unmarkiert (Swisstopo-Skitourenkarte Appenzell, 227 S) Besonderheit: Wildruhe­ zonen beachten (Infos auf wildruhezonen.ch)

In den Flumserbergen wird geklotzt. Steil ragt der Spitzmeilen in die Höhe, mit ­seinem Felszahn dominiert er die Bergwelt zwischen ­Sarganser- und Glarnerland. An schönster Aussichtslage thront unweit der grosse, ­moderne Holzwürfel der Spitzmeilenhütte. Dazwischen warten der weite Talkessel der Alp Fursch und das zauberhafte Madseeli auf sonnenhungrige Ausflügler – und in der Hütte Hausgemachtes auf knurrende Mägen. Start: Maschgenkamm SG Route: Panüöl – Fursch – Spitzmeilenhütte SAC – Madseeli und zurück bis Panüöl Sessellift Länge: 11 km; 550 Höhenmeter Auf- und 700 Abstieg Dauer: 4 Stunden Anforderungen: mittel, bis zur Hütte markiert Besonderheit: am Wochenende ist die Spitz­meilenhütte bewartet

Die Rundtour im Herzen der Dents du Midi Moosalp – Stand: Auf der Walliser Aussichtskanzel Der Stand ist die Oberwalliser Aussichtskanzel. Vom Gipfelplateau schweift der Blick über die Berner und Walliser Bergriesen, weit unten er­ strecken sich Rhone-, Matterund Saastal. Zwei Bergseen, magische Arven- und Lärchen­ wälder sowie der Ruf des Tannenhähers sorgen für einen Hauch von Alaska auf der abwechslungsreichen Runde über die Moosalp. Die Schlittenfahrt zum Abschluss rundet den Tag perfekt ab. Start: Bürchen VS, Bergstation Sessellift Chalte Bode Route: Bürchner Alp – Moosboden – Bieltini – Stand – Breitmatte – Ledi – Restaurant Panorama Länge: 6 km; je 350 Höhenmeter Auf- und Abstieg Dauer: 3 Stunden Anforderungen: einfach und markiert Besonderheit: Schlitten­ vermietung im Restaurant ­Panorama

Von den Dents du Midi kann man nicht genug bekommen! Dieser Spaziergang ermöglicht es, die Bergkette aus fast ­jedem Winkel zu bewundern. Die Rundtour, die auf dem Grat bei Frâchette vis-à-vis von Champoussin beginnt und ­endet, bietet atemberaubende Panoramaausblicke auf die ganze Bergkette. Es sind auch mehrere Varianten möglich. Start: Frâchette, auf dem Grat bei Champoussin VS Route: Informationen auf www.migmag.ch/frachette Länge: Hauptschleife von 6,5 km; 450 Höhenmeter aufund abwärts Dauer: 3 Stunden Anforderungen: einfach; auch für Kinder ab 10 Jahren Besonderheit: Für die Kleinen gibts ab Champoussin auch einen 50-minütigen Lehrpfad mit erklärten Tierspuren.


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WINTERSPORT | 20.12.2021 | 47

Die unbekanntere Seite des Chasseral Ein Geschenk des Winters: Der macht auf dem Chasseralpass viele Wege für den motorisierten Verkehr unpassierbar. Wir beginnen die Schneeschuhtour in Les Savagnières oberhalb von St. Imier und kehren später auch dahin zurück. Der Weg steigt erst sanft an, wird vor und über der Combe Grède und zum Gipfel auf 1600 m ü. M. stetig steiler. Start: Les Savagnières BE Route: Bericht zur Tour auf www.migmag.ch/chasseral Länge: 12 km; je 520 Höhenmeter Auf- und Abstieg Dauer: 4,5 Stunden Anforderungen: mittel; ab 12 Jahren

Oberblegisee – Ijenstock: Unter dem Glärnisch

St. Antönien – Alp Valpun: Links hinter dem Mond

Glärnisch, Vrenelisgärtli, Bös Fulen und Tödi rundherum und weit unten der Talgrund: Zwischen Brunnenberg, Oberblegisee und Ijenstock zeigt sich der Zigerschlitz von seiner imposanten Seite. Hochalpin und respekteinflössend ist es im hintersten Glarnerland, wenn von den Felswänden der Schnee ­donnert, man in sicherer Distanz in einsamer Waldund Mondlandschaft seine Spur zieht und sich ganz der Natur hingibt.

Hinter dem Mond, links: Der Slogan des schmucken Bündner Walserdorfs St. Antönien trifft den Nagel auf den Kopf. Die Ruhe, Weite und Abgeschiedenheit locken auf der Tour zur Alp Valpun, in einer sanften Runde stapft man über sonnige Weiden und quert verträumte Wälder sowie tief eingeschneite Moore. Die wuchtige Bergwelt des Rätikon mit Schesaplana, ­Drusen- udn Sulzfluh und die grössten Lawinenver­ bauungen der Schweiz liefern dazu das Panorama.

Start: Bergstation Brunnenberg Route: Unterstafel – Alp Oberblegi (Büchel) – Ijenstock und zurück Länge: 6 km; je 600 Höhenmeter Auf- und Abstieg Dauer: 4 Stunden Anforderungen: schwer und unmarkiert (SwisstopoSkitourenkarte Klausenpass, 246 S) Besonderheit: lohnende Kurztour zur Alp Oberblegi

Weitere Vorschläge finden Sie auf migros-impuls.ch/schneeschuhtouren iMpuls ist die Gesundheits­initiative der Migros.

Schwägalp – Hinterfallenchopf: Auf Du und Du mit dem Säntis Mächtig und unnahbar wirken die 1000 Meter hohen Felswände des Säntis; dick ein­ geschneit machen sie den höchsten Berg im Alpstein zum Kunstwerk. Wie schön, geniesst man zwischen der Schwägalp AR und dem Hin­ ter­fallenchopf die skurrile Bergkulisse aus sicherer Distanz – und stapft dabei über Alp­weiden, auf denen sich Fuchs und Hase unter altem Berg-Ahorn Gute Nacht sagen. Start: Schwägalp, Passhöhe Route: Chräzerenpass – Pfingstboden –Ellbogen – Hinterfallenchopf – Chloster­ alp – Gössigen – Ennetbühl Länge: 11 km; 500 Höhen­ meter Auf- und 900 Abstieg; Dauer: 4,5 Stunden Anforderungen: schwer und unmarkiert (Swisstopo-Skitourenkarte Appenzell, 227 S) Besonderheit: bis Pfingst­ boden den Weg nicht ver­ lassen; Wildruhezone

Start: St. Antönien GR, Platz Route: Aschüel – Grossried Nord – Alp Valpun – Capöllerbüel – Grossried Süd – Aschüel – St. Antönien Platz Länge: 8 km; je 500 Höhenmeter Auf- und Abstieg Dauer: 3,5 Stunden Anforderungen: einfach und markiert Besonderheit: im RiedbüelWald den Weg nicht verlassen; Wildruhezone


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KOLUMNE | 20.12.2021 | 49

Illustration: Rinah Lang

Tram ist nicht gleich Bahn

Lisa Stutz (28) sucht die Balance zwischen urban und ländlich. Und pickt von beidem das Beste heraus.

STADT, LAND, STUTZ Die woken Städte­ rinnen und Städter rühmen sich ja oft damit, dass sie kein Auto haben. Ich finde das jetzt nicht so eine besondere Leistung, wenn man mit dem Auto sowieso länger bis zum Zielort hätte als mit dem Tram. Was würdest du tun, wenn die nächste Migros sieben Kilometer entfernt wäre, Hans-Martin? Jedenfalls ist ÖV nicht gleich ÖV, Tram nicht gleich Bahn. Fällt in der Stadt das Tram aus, kann man den Weg meist gehen – und freut sich am Ende noch über die Zeit an der frischen Luft und die hohe Schrittzahl auf der Apple-Watch. Wir Agglo-Kids und Pendler-Bären hinge­ gen kennen die wahre Qual, wenn ein Zug aus­ fällt. Neulich komme ich nach einem anstren­ genden Arbeitstag (what else?) am Haupt­ bahnhof an. Der Zug fahre auf einem anderen Gleis, steht auf der Anzeigetafel. Ich mar­ schiere mit meinen Taschen, voll mit Sport­ sachen, Französischkursunterlagen und dem

Laptop, also quer durch den HB. Am ­neuen Gleis dann die Überraschung: Der Zug fällt aus. Ich konsultiere meine SBB-App. In vier Minuten fährt ein Ersatzzug. J ­ edoch auf dem Gleis, von dem ich gerade komme. Also nichts wie zurück. Ich renne, meine Taschen klat­ schen an meinen Körper, ich schnaufe laut und komme so dann doch noch rechtzeitig auf dem Gleis an. Im Gegensatz zur Bahn. «Ausfall» steht kurze Zeit später auch hier hoch über den Pendlerköpfen. Ein Seufzen geht durch die Menge. In 20 Minuten fährt der nächste Zug. Theoretisch. Schon jetzt wird eine Verspätung von neun Minuten ­angezeigt. Und natürlich wieder auf dem an­ deren Gleis. «Ommm», ich versuche, mich selbst in einen meditativen Zustand zu ver­ setzen. Klappt so mittel. Das wird ein Städter nie ­verstehen. Trotzdem habe ich nicht vor, je mit dem Auto zur Arbeit zu fahren. Ich plöffe nur nicht so damit wie Hans-Martin. MM

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STREAMING | 20.12.2021 | 51

Wieso Heidi Sport­geschichte schrieb

Elsbeth Sigmund: das Schweizer Heidi der Fünfzigerjahre

Zwar zählt sie zu den grössten Film­heldinnen, aber wir verraten sechs kaum bekannte Heidi-Facts. Den Klassiker von 1952 können Sie dank filmo.ch jetzt streamen. Text: Marlies Seifert Der erste Heidi-Film war stumm

Bild: Praesens-Film AG

Vor dem legendären Schweizer HeidiFilm von 1952 ist der Stoff in den USA bereits zweimal verfilmt worden. 1920 als Stummfilm, 1937 folgte die Hollywoodversion. Die Haupt­rolle spielte: Shirley Temple, bekanntester Kinderstar jener Zeit. Nie in Maienfeld

Am Originalschauplatz der Geschichte wurde nie gefilmt – der Ort hatte schon zuviel von seinem

ländlichen Charakter verloren. Zum Zug kamen dafür Latsch ob Bergün und die Alp Falein. Die Aussenszenen, die in Frankfurt spielen, wurden mehrheitlich in Basel gedreht. Grund: Die deutsche Grossstadt lag nach dem Zweiten Weltkrieg in Trümmern. Nur der Dom konnte dort gefilmt werden. Zufällig Comic-Star

«Heidi, Heidi – deine Welt sind die Berge»: Das Titellied zur ­japanischen Comic-

Serie ist weltbekannt. Dabei wäre aus Heidi fast keine ComicHel­din geworden. Die Macher wählten eigentlich Story und Figur von Pippi Langstrumpf. Autorin ­Astrid Lindgren legte jedoch ihr Veto ein. Da schwenkte der Regisseur auf «Haiji» ( japanisch) um. Auch die Österreicher wollten profitieren 1965 hat eine öster-

reichische Produ­k­ tionsfirma an den gleichen Schauplätzen ein Remake ge-

dreht. Der HeidiFarbfilm aus Österreich konnte jedoch nicht an den Erfolg des Schwarz-WeissVorbilds anknüpfen. US-Sportgeschichte Am 17. November 1968 um 19 Uhr zeigte der US-Sender NBC wie geplant die

Premiere des neuen Hollywoodstreifens «Heidi kehrt heim». Der Aufschrei war riesig, weil der Sender dafür die letzten Minuten der hart­ umkämpften Super Bowl (American

Football) opferte. «Swiss Alps vs. Super Bowl» titelte am nächsten Tag die «Los Angeles Times». Hauptdarstellerin Jennifer Edwards bekam von wütenden Footballfans sogar Morddrohungen. Das Spiel ging als «Heidi Game» in die Geschichte ein. Seither müssen Sportübertragungen in den USA bis zum Ende ausgestrahlt werden. Jetzt streamen

Der Schweizer Hit von Luigi Comencini

in Schwarz-Weiss («Heidi», 1952) gilt bis heute als Nummer eins der Ver­ filmungen. Mehr als 100 Millionen Menschen haben ihn ­gesehen. Filmo hat ihn mit acht weiteren Schweizer Kinderfilmklassikern – von Globi bis Titeuf – online zugänglich gemacht. Sie können neu auf den gängigen Streaming-Platt­ formen abgespielt werden. Das Projekt wurde ermöglicht durch den Migros-­ Pionierfonds.

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52 | 20.12.2021 | DIGITAL

Smartphone-Spiele für zwischendurch

Mehr Spass beim Pendeln, auf dem Sofa oder an einem stillen Örtchen: Diese elf Games sorgen für Zeitvertreib auf dem Smartphone oder dem Tablet.

1

«Genshin Impact»

Ein Spiel, das auf der Konsole, am PC oder eben auch auf Smartphones gespielt werden kann. «Genshin Impact» ist ein fantasievolles Action-Rollenspiel in einer farbenfrohen Fantasiewelt, wo es viel zu erkunden gibt. Preis: gratis für iOs und Android, aber mit In-App-Käufen

2 «Stardew Valley»

Im liebevoll designten «Stardew Valley» verwandelt man eine heruntergekommene Farm im Lauf des Spiels in einen präch­ tigen Bauernhof. Da­ neben schliesst man

Text: Philipp Rüegg

in der Stadt Freund­ schaften, be­kämpft in unter­irdischen Höhlen Monster oder geht angeln. Preis: ca. 5 Franken für iOS und für Android

3

«Monument Valley» 1 und 2

Das Ziel des Rätselspiels «Monument Valley» ist ganz einfach erklärt: das Figürchen mit spitzem Hut ans Ende des Levels zu geleiten. Weil diese Welt aber aufgebaut ist wie ein Bild des Künstlers M. C. Escher, braucht es dafür ordentlich Gehirnschmalz. Preis: ca. 4 Franken für iOS und für Android

«Reigns: Her Majesty»

Die «Reigns»-Serie spielt sich wie Tinder, aber aus Sicht eines Königs respektive einer Königin. Mit Wischen nach links oder rechts ent­ scheidet man sich für geheime Lieb­ schaften, erklärt fremden König­ reichen den Krieg oder bietet der prüden Kirche die Stirn. Geht einem das Geld aus oder bringt man das Volk gegen sich auf, heisst es Kopf ab, und das Spiel beginnt von vorne. Preis: ca. 3 Franken für iOS und Android

4

Einfaches Spielprinzip mit ­hohen Anforderungen an das räumliche Verständnis: «Monument Valley»

6

Liebe, Beziehung und Trennung. Preis: ca. 3 Franken für iOS und Android

«Horizon Chase»

Ein rasantes Rennspiel mit tollem Design und jeder Menge schnellen Flitzern. Um ein Rennen zu gewinnen, sind ein gutes Reaktionsvermögen und Streckenkennt­ nisse nötig. Mit der Zeit kommt man in einen regelrecht hypnotischen Rausch. Preis: gratis für iOS und Android, mit In-App-Käufen

5 7 «Florence»

In ein bis zwei Stunden erzählt «Florence» eine wunderschöne interaktive Geschichte um

«80 Days»

Hier hat man 80 Tage Zeit, die Welt zu


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umrunden. Das Spiel versetzt Jules Vernes Romanvorlage in ein alternatives Steam­ punk-Universum mit Dampfrobotern und kuriosen Flugobjek­ ten. Die Route ist frei wählbar, aber überall warten Abenteuer auf Phileas Fogg und seinen treuen Gehilfen Passe­ partout. Preis: 5 Franken für iOS und 6 Franken für Android

Kugel abprallen muss, bis der Block zerstört wird. Schleudert man anfangs nur eine Kugel, werden es im Verlauf des Spiels immer mehr. Am Ende eines Levels muss der Kern des Planeten zerstört werden, um neue Ge­ biete freizuschalten. Preis: ca. 4 Franken für iOS und Android

10 8 «Hidden Folks»

«Pureya»

Wer «Wario Ware» für die Nintendo Switch kennt, findet sich hier schnell zurecht. «Pureya» besteht aus unzähligen Minispielen, die sich alle zehn Sekunden abwechseln. Die Herausforderung besteht darin, in der kurzen Zeit zu verstehen, was ver­ langt wird, und ein möglichst gutes Ergebnis zu erzielen. Preis: ca. 4 Franken für iOS und Android

9

Bilder: Getty Images, zVg

«Holedown»

Man schleudert eine Kugel durch einen vertikalen Gang, der mit Blöcken versperrt ist. Jeder Block hat eine Zahl: Sie be­ stimmt, wie oft die

Das Spiel funktioniert wie «Wo ist Walter?», die Szenerie ist aber in Schwarz-Weiss, und die Bilder bewegen sich. Ansonsten geht es auch hier darum, diverse Personen und Objekte zu finden. Preis: ca. 5 Franken für iOS und Android

11

«Crash Bandicoot: On the Run!»

Das einstige Playstation-Maskottchen hüpft neu auch auf Smartphones umher. «Crash Bandicoot» ist ein Runner-Spiel: Die Spielfigur rennt von selbst, man muss nur Hindernissen aus­ weichen und Gegner beseitigen. Kurzweilige Unterhaltung mit schickem Design. Preis: gratis, mit In-App-Käufen

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56 | 20.12.2021 | MIGROS NEUENBURG-FREIBURG

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Lisa Seidel (28), seit 2012 bei der Migros und zweifache Mutter, arbeitet im Marin Centre an Kasse oder beim Empfang.

Szene aus «Grand loup et Petit loup» CINÉMA ABC

Kurzfilme für Kids & Teenager Kleine Filme erzählen mit Poesie und Humor von der Bedeutung des Zuhörens, der Liebe zum Lesen, der Freundschaft und der Einfachheit. Mit «Aglaé la pipelette», «Petite étincelle», «Grand Loup et Petit Loup» und «L’humble tailleur de pierre». Ab 3 Jahren, vom 26. Dezember bis zum 9. Januar im Cinéma ABC in La Chaux-de-Fonds. Gesamtdauer: 40 Minuten

✴ ✴ ✴«Wir ziehen alle an einem Strang»

Zwei Mitarbeiter aus dem Verkauf erzählen, wie sie Weihnachten in der Filiale und zu Hause erleben. Beide freuen sich trotz erhöhter Belastung über die vorweihnachtliche Stimmung am Arbeitsplatz.

L

isa Seidel, wie bereiten Sie sich in der Filiale des Marin Centre auf ­Weihnachten vor? Im November und Dezember gibt es immer sehr viel zu tun. Die Kunden sind manchmal schon etwas gestresst, aber mit ein paar freundlichen Worten entlockt man ihnen fast immer ein Lächeln. Im Empfangs­ bereich und an den Kassen ist die Stimmung immer gut, das

Text und Bilder: Julie Mégevand

gefällt mir sehr. Ich mag es, wenn viel los ist. Und wie feiern Sie privat Weihnachten? Bei uns ist Weihnachten ein bisschen anders: Wir feiern meist schon Anfang Dezember, weil ein Teil der Familie am Ende des Monats in die Ski­ferien fährt, während die anderen zu Hause bleiben. Also feiern wir vor. Ich für meinen Teil liebe es,

✴ ✴ ✴

das Haus zu schmücken. Anfang November stelle ich einen zwei Meter hohen Weihnachtsbaum auf und schmücke ihn mit bei­ nahe 100 Kugeln. Meine beiden Kinder sind immer mit Begeis­ terung dabei und ich auch.

Welches Produkt darf bei ­Ihnen an Weihnachten auf keinen Fall fehlen? Für mich ganz klar die Foie gras. Die gibt es nicht oft bei uns, aber


✷

20.12.2021 | 57

s ro rg ig u M nb urg e eu ib N Fre

✴ ✴

GRAND PRIX MIGROS

Für junge Skitalente Bereits seit 20 Jahren ­unterstützt die Migros als Hauptsponsor den Grand Prix Migros. Auch in diesem Winter haben junge Nachwuchsski­ fahrerinnen und -fahrer wieder die Möglichkeit, am weltweit grössten Kinderskirennen teil­ zunehmen.

Grégory Félix (33), seit 2016 bei der Migros und Vater zweier Kinder, ist Marktleiter im Marché Fribourg.

«Wir dekorieren die Haustür mit einer Krone.»

ich mag sie sehr gerne. Das ist für mich ein ganz besonderer Genuss. In meiner Familie ­gönnen wir uns um diese ­Jahreszeit gerne einmal etwas besonders Gutes zum Essen.

✷

Bilder: Grand loup et petit loup, Rémi Durin

✴

Was möchten Sie Ihren Arbeits­kolleginnen und -kollegen gerne sagen? Dass ich sie sehr mag und sie für mich wie eine Familie sind. Gerade in der Vorweihnachts­ zeit sind wir eigentlich jeden Tag im Stress: viele Kunden, viel Betrieb. Wir sind ständig ­präsent und versuchen, überall gleich­ zeitig zu sein. Das geht nur, weil wir uns gegenseitig nach Kräften unterstützen. Wir ziehen alle an einem Strang. Ich habe hier enge Freundschaften geschlos­ sen, die mir sehr wichtig sind. Grégory Félix, wie bereiten Sie sich im Marché Fribourg auf Weihnachten vor? Es gibt eine Menge zu tun. Wir haben sehr viel neue Ware ein­ zuräumen. Zum Jahresende gibt es immer Sortimentswechsel;

Grégory Félix

neue Artikel müssen schnell in die Regale; das fängt an St. Niko­ laus an und geht dann weiter bis Weihnachten und Silvester.

Wie feiern Sie Weihnachten in privatem Rahmen? Ich mag es, das Haus weihnächt­ lich zu schmücken. Meine Frau und ich stellen für unsere Kin­ der einen Weihnachtsbaum auf, ausserdem dekorieren wir die Haustür mit einer Krone und hängen Lichterketten auf. Im Garten haben wir ein beleuch­ tetes Rentier mit seinem Kitz, das bleibt über die Feiertage draussen stehen. Ohne welches Produkt geht bei Ihnen Weihnachten sicher nicht über die Bühne?

Für mich ist das Foie gras. Am liebsten esse ich sie als Pastete. Das ist mein kleines Weihnachtsbonbon.

✴

Was würden Sie Kolleginnen und Kollegen gern mitteilen? Das Jahr 2020 war ein ganz spezielles, in vielerlei Hinsicht. Besonders beeindruckt hat mich, dass alle Mitarbeitenden in meinem Team zu Beginn der ­Coronakrise trotz Ansteckungs­ gefahr wie gewohnt zur Arbeit erschienen sind. Das war ja noch ganz am Anfang, als man kaum etwas über das Virus wusste. Die Menschen hatten Angst, und überall herrschte eine sehr seltsame Stimmung. Hier, im Marché Fribourg sind einige Mitarbeiter über 60 Jahre alt. Sie sind alle zur Arbeit gekommen, auch das gesamte Jahr 2021. Da kann ich nur sagen: Hut ab! Ab Anfang 2022 leite ich die Filiale in Flamatt. Daher möchte ich die Gelegenheit nutzen, um mein jetziges Team zu grüssen und al­ len für die schönen gemeinsamen Jahre zu danken. MM

Die Qualifikationsrennen finden in elf Schweizer Wintersportorten statt. Kinder und Jugendliche mit Jahrgängen zwischen 2006 und 2014 können an den Qualifikationen teilnehmen. Die Kleins­ ten mit den Jahrgängen 2015 und 2016 treten im Minirace ohne Zeit­ beschränkung gegen­ einander an, um erste Wettkampferfahrungen zu sammeln. Das erste Rennen ist am 9. Januar. Infos und Anmeldung auf gp-migros.ch.

✴

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Feiertagsöffnungszeiten* Mittwoch, 22. Dezember Abendverkauf in allen Filialen des Kantons Neuenburg bis spätestens 20:00 Uhr. Donnerstag, 23. Dezember Abendverkauf in allen Migros Filialen** bis spätestens 21:00 Uhr. Freitag, 24. Dezember Spätestens ab 7:30 Uhr geöffnet. Samstag, 25. Dezember Migros Bahnhöfe Freiburg und Bulle von 7:00 bis 21:00 Uhr geöffnet. Sonntag, 26. Dezember Migros Bahnhöfe Freiburg und Bulle von 7:00 bis 19:00 Uhr geöffnet.

Schöne Weihnachten für alle ! * Scannen Sie

mich für die Öffnungszeiten.

** Migros Filialen der Genossenschaft Migros Neuenburg-Freiburg


60 | 20.12.2021 |RÄTSEL

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Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3×3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den orangen Feldern von links nach rechts. So nehmen Sie teil: Tel.: 0901 000 844 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD4, gefolgt von der Lösungszahl, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD4 123. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: www.migmag.ch/sudoku (kostenlos) Teilnahmeschluss: Sonntag, 26.12.2021, 24 Uhr


RÄTSEL | 20.12.2021 | 61

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Quiz

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Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. Nicht wirklich als Halsschmuck geeignet ist eine … H Perlenkette

R Schneekette

L Goldkette

Wenn jemand ruhig bleibt und nicht ärgerlich wird, hat er eine … I

E Engelsgeduld

Feenruhe

A Hexenstille

Was macht man oft in der Adventszeit? N Kerzenziehen

G Kerzenstossen

S Kerzendrücken

Wie heissen vorweihnachtliche Feiern in Lateinamerika? D Jesadas

E Vukuluzus

R Rop hit

I

1 1

Pop it

Seit wann fährt eine Luftseilbahn auf den Crap Sogn Gion? B 1945

E 1968

N 1988

1

2

T Pollux 3

4

6

3 3

7

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2 2

3 3

4 4

5 5

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Bimaru Lösung Nr. 50

Sudoku Lösung Nr. 50

Was

koche ich heute? migusto.ch

S 5 1

Tel.: 0901 000 842 (Fr. 1.–/Anruf ) SMS: Senden Sie MMD2, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD2 ATEMZUG Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: www.migmag.ch/quiz (kostenlos) Teilnahmeschluss: Sonntag, 26.12.2021, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

Kreuzworträtsel Lösung Nr. 50

5

E 1 2

Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

G Papam 5

4 2

Bimaru

Was heisst Hirte im Lateinischen? R Pastor

4

Lösung: Lösung:

T Posadas

Wie nennt sich ein Spielzeug, bei dem das Platzen von Luftpolsterfolie imitiert wird? S Ist Pop

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M O O R W A L E R H A N D E Paroli

A N H E I Lösung Nr. 50 Z E R TREN D

S A E U S E L N

W E L B T I E R E E I N A U F N D E I S E R Quiz I Lösung Nr. 50 N G VORBILD

Sudoku Gewinner Nr. 49

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Paul Petrescu, Renens VD; Eve-Line Gaudin, St-Sulpice VD

Evelyne Thommen-Reicher, Aesch BL; Ursula Stämpfli, Aarberg BE

Attilio Zanetti, Allschwil BL; Elisabeth Brechbühl-Durrer, Adligenswil LU


62 | 20.12.2021 | MEINE WELT

«Licht hat einen direkten Einfluss auf das Befinden»

Bild: Gadget Entertainment AG/Julius Hatt

Name Roger Staub (48) Wohnort Zürich Das läuft bei mir «Im Moment hält mich meine neu gegründete Agentur auf Trab. Aber die Übersetzung von Musik in Bilder finde ich nach wie vor spannend. Künstlerinnen und Künstler auf der Bühne in ­Szene zu setzen, ist eine Herzensangelegenheit von mir. Im kommenden Jahr bin ich unter anderem wieder für die Swiss Music Awards als Creative ­Director tätig. Ich arbeite auch gerade an der US-Tour der Band Def Leppard, die für nächstes Jahr angesagt ist. Aber auch Schweizer Bands berate ich regelmässig bezüglich ihrer Bühnenshows. Licht hat einen direkten Einfluss auf das Befinden. Das finde ich spannend, wie auch die Tat­ sache, dass jeder Künstler ­anders darauf reagiert. Eine Bühnenshow ist aber definitiv dann gut, wenn die Beleuchtung die Emotionalität der verschiedenen Songs aufnimmt und so deren Wirkung verstärkt.»

Er inszenierte in den USA die Bühnenshows von Stars wie Beyoncé, Eminem oder Maroon 5. Jetzt lebt der Showdesigner Roger Staub wieder in der Schweiz. Text: Anna Bürgin

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MEINE WELT | 20.12.2021 | 63

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6 1 Mein Sofa «Ich bin ein ­Serien- und Bücherjunkie. Wenn ich zu Hause bin, erhole ich mich hier, beame Serien wie ‹Succession› an die Wand oder vertiefe mich in ein Buch.» 2 Meine Passion «Die ­Bühnenshow, die ich 2019 im Hallenstadion für Hecht inszenierte, war für mich ein Highlight. Bereits jetzt bin ich an den Vorbereitungen für ihren Hallenstadion-Gig am 4. November 2022.»

Mein MigrosLieblingsprodukt «Die Marguerites-­ Guetzli hatte meine Oma immer in ihrer Schürzentasche. Ihr Geschmack hat sich glücklicher­ weise bis heute nicht verändert.»

3 Mein Freund «Anfang des Jahres habe ich mit Christoph Eschmann die Branding- und Kreativ-Agentur LoF* gegründet. Er ist eher der Stratege, ich mehr der ­Kreative. Die Grenzen sind aber fliessend. Neben der Arbeit verbindet uns eine langjährige Freundschaft.» 4 Mein Spiel «Die NetflixSerie ‹The Queen’s Gambit› hat meine Leidenschaft fürs Schachspielen wieder entfacht. Beigebracht hat es mir mein Vater. Heute spiele ich es hin und wieder mit einem Freund.»

7 5 Mein Balkon «Im Sommer ist er Naherholungsgebiet und Arbeitsplatz in einem. Am Abend wird er zur Grillund Chillzone für Freunde. Und im Winter gefällt mir schlicht sein melancholischer Touch.» 6 Mein Schatz «Ich sammle Magazine und Bücher. Mein ganzer Stolz sind die ‹Typografischen Monatsblätter›, vor allem die Ausgaben von

1933 und 1934, die der Schweizer Fotograf und Grafiker Herbert Matter gestaltet hat. Aufgestö­bert habe ich sie in einem ­Zürcher Antiquariat.» 7 Mein Hund «Diesel ist mir in Los Angeles zugelaufen, als er ungefähr 1,5 Jahre alt war. Jetzt ist er sieben und begleitet mich fast überall hin. Er mag Menschen – ­genau wie ich.»  MM


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