Ausgabe Basel, AZA 4002 Basel. Psdg DP AG Ent. bez. A 44631
Weihnachtsgeschichten S. 18 | Fruchtsalat S. 49 | Trampeltier S. 95
MM51, 18.12.2017 www.migrosmagazin.ch
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Erziehung: Ohrfeigen sollen verboten werden
Seite 101
Seite 89
Festtage
Bild: Sophie Stieger
O Tannenbaum: Die besten Bilder unserer Leser
Weihnachten mit Maria und Josef
Seite 8
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Seite 10
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4 MM51, 18.12.2017
V Editorial
«Die Grösste Geschichte» Vielleicht sind wir im Lauf des Jahres nie empfänglicher für schöne Geschichten als in der Vorweihnachtszeit. Unternehmen überbieten sich mit herrlichen Weihnachtsspots, gut erzählten Storys, cleveren Plots und herzigen Figuren. Die Migros hat mit dem Wichtel Finn eine der europaweit erfolgreichsten und beliebtesten Figuren geschaffen. Der Spot über den einsamen, scannenden Winzling wurde vom renommierten US-Werbe portal AdAge gezeigt und ist weltweit auf riesige Resonanz gestossen. Laut Werbeagentur Wirz wurde er schon über 15 Millionen Mal angeschaut.
Doch woher kommt diese Offenheit für Geschichten, Legenden, Märchen? Wir schauen zum x-ten Mal die «Drei Haselnüsse für Aschenbrödel», wir lesen «Eine Weihnachtsgeschichte» von Charles Dickens, Kevin muss wieder allein zu Hause bleiben, und die Kaiserin Sissi führt zum x-ten Mal ihre wunderschönen Roben spazieren. Die gleichen Filme, Bücher, Storys. Hat es vielleicht damit zu tun, dass schöne, immer wieder erzählte Geschichten uns vorgaukeln, dass das Leben seinen immer gleichen Gang geht? Dass keine unangenehmen Überraschungen drohen? Heisst es, wenn das Fondue chinoise oder die Ente auf dem Tisch steht, «Stille Nacht» ausgeklungen ist und Grossmutter die Geschenkpapiere wie jedes Jahr säuberlich zusammengefaltet hat, das Leben berechenbar ist und gut? Oder damit, dass «Weihnachten», wie wir es kennen, halt zuerst auch eine Geschichte ist? Über Generationen immer wieder erzählt und vorgelesen: «Es begab sich zu der Zeit, dass ein Gebot von Kaiser Augustus ausging …» Die Weihnachtsgeschichte, «Die Grösste Geschichte aller Zeiten», wie es ein Hollywood- Monumentalbibelschinken in den Sechzigern suggerierte. So oder so: Ich wünsche Ihnen ein wunder schönes Fest mit guten Begegnungen, wenig Stress und vielen schönen, herzerwärmenden Traditionen. Hans Schneeberger, Chefredaktor hans.schneeberger @migrosmedien.ch
82 Bunt und kontrastreich: unterwegs in Panama
24
Adventskalender: schöne Überraschung
49
Exotische Früchte
M-Infoline: Tel. 0800 84 0848 oder Fax +41 800 84 0848 (Ausland). www.migros.ch/kundendienst; www.migros.ch Cumulus: Tel. 0848 85 0848* oder +41 44 444 88 44 (Ausland). cumulus@migros.ch; www.migros.ch/cumulus Redaktion Migros-Magazin: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Tel. 058 577 12 12, Fax 058 577 12 08. redaktion@migrosmagazin.ch; www.migrosmagazin.ch * Normaltarif
MM51, 18.12.2017 5
Inhalt Menschen
18
8
Fahrt im Märlitram – und andere Anekdoten
10 Sie heisst Maria, er Josef
klassisch bis skurril Wahl der Weihnachtsbäume: Diese Leserfotos haben es in die Top Seven geschafft
Wie ist es, zu heissen wie Jesus’ Eltern? Die Areggers wissen es
15 Kolumne: Bänz Friedli
16
16 Früh übt sich ...
... in ständiger Produktivität: Die Regisseurin Katja Früh wartet mit einem Buch und einem neuen Theaterstück auf
18 Weihnachtsanekdoten
Von himmlisch bis unheimlich: Die persönlichen Geschichten der Migros-Magazin-Redaktoren
24 Adventskalender 27 Migrosmagazin.ch 29 Leserforum
«Aufhören kommt für mich nicht infrage»
Bilder: Bruno Karl Stebler, Sophie Stieger, Mara Truog, Christine Benz
30 Interview
Die Luzernerin Iris Bohnet macht junge Studentinnen in Harvard fit für die Abeitswelt
Migros-Welt 40 Weihnachtsaktion – Teil 4 44 Zertifizierter Nordseefang Goldbutt von Louwe de Boer
47 Goldbutt: Geschmack satt 49 Migusto
Ananas, Persimon und Co.: Feierliche Akzente mit Exotik
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65 Apéritiv – festlich gemixt 67 Potz – weg mit dem Kalk 68 Papeteria: alles geordnet 71 TV-Genuss von Sony 72 Kleine Freuden zum Fest 75 Neues aus Ihrer Region Aktionen, Reportagen, News
Leben 81 Kolumne: «1, 2 oder 3?» Dreiste Wünsche ans Christkindli 82 Reisen
Auf Entdeckungstour in Panama
89 Familie
Gewalt an Kindern ist Alltag – nun diskutiert der Staat ein Verbot
90 Gesundheit
Bei der Behandlung von Patienten setzt man neuerdings auf Farben
93 Kolumne: Brave New Girl 95 Zoodoktor
Ein Trampeltier wird sterilisiert
97 Migros Bank
Libor geht – Saron kommt
98 Kinder
Gott und die Kleiderfrage
101 Glücksgriff
«STIERisch abgehen» – Tickets und Gadgets zu gewinnen!
103 Rätsel 105 Impressum 110 Meine Welt
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Menschen MM51
Darauf freuen wir uns Besinnlichkeit 2017 war für viele kein leichtes Jahr. Die Feiertage bringen hoffentlich auch ihnen etwas Ruhe und Frieden. TV-Weihnachtsklassiker Alle Jahre wieder: «Der Kleine Lord» «Dinner for One», «Drei Haselnüsse für Aschenbrödel», «Sissi» – viel Spass beim Schauen!
Unnützes Wissen
O du fröhliche
«Die Altersvorsorge ist zur grössten Sorge der Schweizer geworden. Darum stelle ich, kurz vor Weihnachten, während wir alle das Geld so richtig schön mit beiden Händen ausgeben, ein paar Fragen. Hand aufs Herz: Haben Sie in diesem Jahr ein paar Nüsschen aufgespart? Vorräte verbuddelt? Oder alles Verdiente sofort verzehrt, ohne Reserven zu bilden? Ich glaube, man ist nie zu jung, um zu sparen. Das Eichhörnchen hat das ‹einfach drin›, wir Menschen müssen uns dazu zwingen. Zu verlockend ist die Welt! All die schönen Dinge! Denken Sie ans Eichhörnchen, bevor Sie die Kreditkarte zu heiss glühen lassen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen frohe, sorglose Weihnachten.»
Schauprobe
Entschuldigung, was schauen Sie gerade? Myrna Bantilo (52), Küchenhilfe, Freiburg
a) «Be Careful With My Heart» b) «Bridges of Love» c) «My Husband’s Lover»
Auflösung: c) «Ich schaue meine Lieblingsserie, sie kommt aus meiner Heimat, den Philippinen.»
Bilder: Rue des Archives/Collection CSFF/Keystone, GuidoWacker/tier-photographie.com, Marco Zanoni
Mein Bild der Woche
Regula Bührer Fecker (39) ist Mitinhaberin der Werbeagentur Rod Kommunikation und zweifache Mutter. 2017 hat sie das Buch «Frauenarbeit» veröffentlicht.
Früher hingen die Christbäume an der Decke. Dies stammt wohl noch aus der Zeit, als grüne Zweige auf gehängt wurden, um böse Geister zu vertreiben. Ein Weihnachts baum von zwei Metern Höhe hat im Durchschnitt 400 000 Nadeln – bis Silvester liegen 300 000 davon auf dem Wohnzim merboden. In einer Umfrage gaben 56 Prozent der Amerikaner zu, dass sie regelmässig für ihre Haustiere Weihnachtslieder singen. Laut einer Studie des amerikani schen National Institutes of Health nimmt man an Weihnachten im Schnitt nur um 370 Gramm zu. Quelle: unnützeswissen.de
8 MM51, 18.12.2017 | MENSCHEN
Weihnachtsdekoration
Bäumig! Et voilà: Hier sind sieben der schönsten und skurrilsten Weihnachtsbäume, die Sie, liebe Leserinnen und Leser, unserer Redaktion zur Veröffentlichung zugesandt haben. Wir sagen Danke fürs Mitmachen und gestehen, dass uns die Auswahl extrem schwerfiel. Text: Dinah Leuenberger
Rushhour zum Verlieben «Als Autofan sammle ich schon fast mein ganzes Leben lang alles, was mit der Automobilgeschichte zu tun hat. Die Autosammlung hat in den 80er- Jahren begonnen, da waren ‹Autokugeln› noch eine Seltenheit. Die Familie sorgt aber für Vernunft, darum steht der Autobaum im Treppenhaus. In der Stube haben wir einen ‹richtigen› Baum.» Markus Hofmann, Vordemwald AG
Stachelige Freude «Der Weihnachtsbaum ist für mich – neben der Familie – fast das Wichtigste an Weihnachten. Es ist das Geschenk, das ich mir selbst mache. Ich hole immer einen f rischen Baum mit einer schönen Form und lasse mir für die Dekoration viel Zeit, damit es am Ende harmonisch aussieht.» Ursula Leuenberger, Orpund BE
Die Christpalme «Ich habe eine Lichterkette gekauft und finde, dass sie an der Yucca-Palme besonders gut aussieht. Darum müssen wir jetzt nicht noch extra einen Baum fällen, die Yucca genügt.» Franziska Hohl, Heiden AR
MENSCHEN | MM51, 18.12.2017 9
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«Dank einer Handarbeitslehrerin bin ich auf die Idee für diese Bäume gestossen: Sie entstehen aus einem Migros-Magazin. Die einzelnen Zeitungsblätter rollen wir mit einer Stricknadel auf und flechten sie über eine Kartonpyramide.» Trudy Schwarz, Turbenthal ZH
Wie unter den Linden in «Bärli-n» «Weihnachten ist die Zeit der Besinnlichkeit, und man sollte sie mit seinen Liebsten verbringen. Das tun auch die beiden Bärli: Sie geben sich ganz dem Weihnachtszauber hin. Sie geniessen die Zeit, die sie in der heutigen schnelllebigen Gesellschaft haben, und lassen sich von Weihnachten berieseln.» Familie Brunold, Landquart GR
Ungeduld trägt Früchte
Hell yeah!
«Weil wir den echten Baum erst am 24. 12. holen, haben wir einen Adventsbaum gebastelt. Damit wir mit den Enkeln bereits etwas schmücken und uns daran erfreuen können.»
«Zum dritten Mal wird unser Baum mit 5200 Lämpli beleuchtet. Sie bleiben das ganze Jahr über hängen, sonst wäre die Montage zu aufwendig. Der zehn Meter hohe Baum ist ein Familienprojekt, das auch von den Hausmitinhabern Ruth und Adolf Golser freudig unterstützt wird.»
Yvonne Mannino, Gossau SG
Judith und Pascal Zobrist, Horgen ZH
10 MM51, 18.12.2017 | MENSCHEN
Auf einen Kaffee mit Maria und Josef Porträt
Die Eltern von Jesus kennt jedes Kind. Aber wie ist es eigentlich, im Hier und Jetzt Maria und Josef zu heissen? Das Ehepaar Aregger aus Littau LU wird oft auf die Kombination ihrer Namen angesprochen – und gefragt, wer von beiden heiliger ist. Text: Lisa Stutz Bilder: Herbert Zimmermann
S
ie nennt ihn Vati, er sie Mueti. Eigentlich heissen sie Maria und Josef. «Wir werden oft darauf an gesprochen, ob wir ein heiliges Paar seien», sagt Josef Aregger (76), der gerade von der Gartenarbeit kommt. Er gibt einen Gutsch Schnaps in seinen Kaffee, den Maria (75) für ihn zubereitet hat. «Die Leute sagen immer, dass sie braver ist als ich. Ich weiss nicht, ob das stimmt.» Beide lachen. Sie geht auch unter der Woche gern in die Kirche und ist die Stillere von beiden. Er ist eher der humorvolle Typ, nie um einen Witz ver legen. Gemeinsam haben Maria und Josef acht Kinder: André, Peter, Markus, Heidi, Evelyne, Roland, Werner, Martin. Momentan ist das 21. Grosskind unter wegs. Die Kinder von Maria und Josef, die seit 51 Jahren verheiratet sind, wohnen weit herum verstreut. Eine Tochter wohnt mit ihrer Familie in Südafrika – Maria hat sie letzten Monat dort besucht –, ein Sohn ist in der Schweizergarde in Rom. Zum Teil haben die Kinder im Ausland studiert. Liebe auf den ersten Blick
Maria und Josef sind es deshalb gewohnt zu reisen. In vielen Fotoalben sind ihre Er lebnisse zu bestaunen. Nach Lourdes führte die Hochzeitsreise, in Indien besuchten sie ein katholisches Kloster, letztes Jahr wagte Josef in Südafrika einen Gleitschirmflug. Schon dreimal fuhr er mit dem Velo nach Rom, einmal nach Santiago de Compostela,
nach Wien und zweimal nach Köln, wo eine Tochter einige Jahre lebte. Aufgewachsen sind beide in der Region Luzern. Bereits Marias Eltern und sogar Grosseltern hiessen Maria und Josef. «Es war klar, dass das älteste Mädchen immer Maria heisst. Also ist es kein Zufall, dass ich diesen Namen trage.» Dass sie einmal einen Josef heiraten würde, war trotz aller Tradi tion nicht so geplant. Kennengelernt haben sich die beiden an einem Trachtenfest. «Es war Liebe auf den ersten Blick», sagt Josef. Er erinnert sich noch heute genau: Er sei in der Festhalle gleich beim Eingang gesessen. Maria drei Tischreihen weiter, mit Sicht zu ihm. Er habe gedacht: Das wäre doch eine! Ihr lieber Blick habe ihm gefallen und sie sei eine sehr Hübsche gewesen. «Ist sie ja heute noch», hält er fest. Maria kichert. Bis er sie zum Tanzen aufgefordert habe, sei er ihr nicht aufgefallen. «Doch dann hat meine Sympathie sie überzeugt», erklärt Josef. Den ganzen Abend lang tanzten sie zusam men, 21- und 22-jährig. Sie tauschten die Adressen aus. Das war im Mai. Erst im Au gust liess Josef wieder von sich hören – mit einer Postkarte, die er Maria aus dem Bünd nerland schickte. Sie schrieb nicht zurück. Im Winter meldete sich Josef erneut, diesmal per Telefon: Er sei gerade in der Region, ob er auf einen Kaffee vorbeikom men dürfe, fragte er. Maria sagte Ja. «Von da an hatten wir festeren Kontakt», erzählt Josef. Irgendwann beschlossen sie, dass
sie zusammenbleiben wollen. Mit einer Hochzeit seien beide sofort einverstanden gewesen. Diese fand am 19. April 1966 statt. «Ich hatte nur ein Mal Angst in mei nem Leben», sagt Josef, «und zwar an diesem Tag. Davor, dass sie nicht Ja sagt.» Gemeinsames Leid
Beide erinnern sich gern an den Hochzeits tag. Pfarrkirche Ballwil, Regen am Morgen, am Nachmittag strahlend blauer Himmel, 50 Gäste, ein Car, Bild beim Fotografen, Essen in Immensee. Ein halbes Jahrhundert später verraten Maria und Josef das Rezept für ihre erfolgreiche Ehe. Es lautet: Die Freude und das Leid teilen. «Das heisst, dass ich sie an die Beerdigungen schicke – und selber die Hochzeiten besuche.» Maria schmunzelt; Josef und seine Witze. Er hatte Landwirt gelernt und arbeitete in Littau 30 Jahre lang als Gemeindegärtner. Nachdem er einen Herzinfarkt erlitten hatte, ging er vor über zehn Jahren frühzeitig in Pension. Sein Hobby war stets die Musik – nächstes Jahr feiert er sein 60-Jahr-Jubiläum in der Dorfmusik. Maria hat Damenschneide rin gelernt und die Bäuerinnenschule besucht. Nach der Hochzeit war sie Hausfrau und Mutter. Die Areggers wohnen in einem statt lichen Mehrfamilien-Bauernhaus. Ein grosses Leid während ihrer Ehe war, als der älteste Sohn André mit elf Jahren nierenkrank wurde. Als junger Erwachsener bekam er eine neue Niere transplantiert.
MENSCHEN | MM51, 18.12.2017  11
Maria und Josef Aregger haben eine Krippe im Âeigenen Garten, die ihre Namensvettern mit dem Jesuskind zeigt.
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MENSCHEN | MM51, 18.12.2017 13
Als er 35 Jahre alt war, spendete ihm Maria eine ihrer eigenen Nieren. Diese vertrug er sehr gut. Doch gesund blieb er nicht: Diesen Frühling verstarb er an Krebs. «Das war, und ist noch immer, sehr tragisch für uns», sagt Josef, in dessen Augen sich Tränen sam meln. Auch Maria hält fest: «Das ist das Al lerschlimmste, das uns bis jetzt passiert ist.» Ein Wunsch zu Weihnachten
Maria und Josef sind froh, dass sie einander haben. Er schätzt an ihr, dass sie immer Geduld hat mit ihm, dass sie das Büro so zu verlässig macht und immer alles in Ordnung bringt. «Ich bin ein Zwirbli, sie hat viel Ner ven mit mir. Und obwohl sie meine Witze schon kennt, lacht sie manchmal noch darü ber.» Sie schätzt an ihm seinen Humor, dass er immer aufgestellt ist – und seine vielen Begabungen. «Die grösste Freude macht mir Josef, wenn er für mich kocht.» Für die Grosskinder macht der Grossvati die besten Pommes und Pizzas überhaupt.
An Heiligabend muss niemand von beiden kochen. Sie sind bei einem ihrer Kinder eingeladen. «Früher kamen wir natürlich immer bei uns zu Hause mit der ganzen Familie zusammen», sagt Maria. «Wie alle anderen feiern wir die Geburt von Jesus. Darauf, dass wir wie seine Eltern heissen, sind wir stolz.» Für das Ehepaar ist Weihnachten aber nicht nur wegen ihrer Namensvettern ein wichtiges Fest. Auch nach vielen Jahren schenken sich Maria und Josef zu Weihnachten eine Klei nigkeit. Etwa Pralinen oder Gebrauchs gegenstände. Vor allem aber wünschen sie sich, dass sie noch lange gesund und fit bleiben. Josef sagt: «Damit wir noch lange zu unseren Kindern reisen können.» Er holt sein Smartphone hervor – auch Maria besitzt eins – und guckt sich auf Whatsapp Fotos an, die er von seinen Kindern und deren Familien von überallher zugeschickt bekommen hat. Maria und Josef freuen sich jetzt schon auf die nächste Reise. MM
Gemeinsam schmücken Maria und Josef den Baum in ihrem Garten.
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2. Tag, Sonntag – Mit der Schmalspurbahn nach Trient Das Trentino ist landschaftlich einzigartig. Nirgendwo in Europa findet sich eine perfektere landschaftliche Symbiose aus fantastischer Bergwelt und mediterranem Flair. Gleich nach dem Frühstück fahren wir mit der bekannten Nonstalbahn von Male nach Trient. Lehnen Sie zurück und geniessen Sie die wunderschöne Fahrt durch die herrlichen Dörfer und Täler der Brenta Dolomiten. Später zeigen wir Ihnen bei einer tollen Stadtführung, warum Trient zu den schönsten Alpenstädten gehört. Nach etwas Zeit zur freien Verfügung geht es mit dem Bus zurück ins Hotel, wo uns ein feines Trentiner Nachtessen bei Kerzenschein und Musik erwartet. 3. Tag, Montag – kulinarische Perlen des Trentinos Unser erstes Etappenziel ist heute das zauberhafte Nontal, wo wir eine typische Trentiner Käserei besichtigen. Hier wird der bekannte und vielfach ausgezeichnete Trentin Grana produziert, den wir natürlich
auch verkosten werden. Danach unternehmen wir einen kurzen Spaziergang durch einen wunderschönen Park zum Wallfahrtsort San Romedio, bekannt durch seine besonders sehenswerte Kirche. Am Nachmittag besuchen wir eine typische Trentiner Weinkellerei, wo wir wiederum viel Wissenswertes erfahren und uns von der Qualität der Erzeugnisse überzeugen werden. Nachtessen im Hotel. 4. Tag, Dienstag – Fahrt mit dem legendären Bernina Express & Heimreise Nach dem Frühstück fahren wir nach Tirano. Hier erwartet uns der abschliessende Höhepunkt unserer tollen Reise: die Fahrt mit dem legendären Bernina Express nach St. Moritz. Freuen Sie sich auf eine der höchsten und schönsten Bahnstrecken der Welt! Die Strecke beeindruckt jeden Reisenden mit unzähligen Brücken und Tunnels, diversen Kehrschleifen und schwindelerregend hohen Viadukten. Von Ihrem komfortablen Panoramawagen aus geniessen Sie einen fantastischen Ausblick auf ursprüngliche Gebirgsgipfel, mächtige Gletscher und malerische Landschaften! Von St. Moritz aus treten wir mit dem Bus die Heimreise an.
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MENSCHEN | MM51, 18.12.2017 15
Bänz Friedli
Verträumtes Land
Bild: Vera Hartmann
Früher nannte man sie Bummler, aber an diesem kalten Tag habe ich mich für den Bummelzug entschieden, weil der angeblich schnellere Intercity neunzehn Minuten Verspätung gehabt hätte. Besser drinnen sitzen, als auf dem eisigen Perron dem Biswind ausgesetzt zu sein. Also ruckeln wir im warmen Waggon vorbei an Weilern und Wäldern, vor dem Fenster wirbeln dicke Schneeflocken wie aus dem Bilderbuch, «nächster Halt: Herzogenbuchsee». Das Land hat etwas Verwunschenes und gleichzeitig Behagliches, an einem solchen Wintertag. Man stellt sich vor, eine der Flocken mit der Zunge aufzufangen, wie man es als Kind getan hat – auf dass sie darauf zergehe. Die Formen werden weicher, bald ist alles nur noch weiss, verwischt, verhüllt.
Bänz Friedli (52) spürt das Kind im Manne.
Was tut der Schnee? Er dämpft den Lärm, macht die Welt wohliger. Und überdeckt mit seiner Weissheit gleichsam alles Bangen. Schnee macht die Welt klein, die Menschen freundlich. Verwandelt er unsere asphaltierte Einöde über Nacht in eine Traumlandschaft voller skurriler Formen, dann erzeugt er Verbundenheit unter Wildfremden. Ich erinnere mich an einen Morgen im Winter 1999, als plötzlich viel mehr Schnee lag als im Flachland üblich, und in der garstigen Vorstadt, wo ich wohnte, wurden die Menschen zutraulich. Man grüsste, wo man das doch sonst nie tat. Man lächelte, wo man doch sonst stets gries-
grämig ins Leere blickte. Und mir wurde geholfen, den Kinderwagen über einen riesigen Schneewalm zu hieven, den die Strassenräumpflüge zwischen der Fahrbahn und dem Trottoir aufgeworfen hatten. Hier ein gutes Wort, da eine lustige Bemerkung. Die Welt wie verzaubert. Der erste Schnee. Heuer fiel er an einem Abend, und ich schaute zu meinem Fenster hinaus in den unversehens hellen Garten, sah Kinder tollen, die doch eigentlich keine Kinder mehr sind. Gegen Mitternacht gings, und auch ich empfand sie: die kindliche Freude. Es gibt nicht viele dieser magischen Momente, die das Kind im 52-jährigen Mann wecken. Doch es gibt sie. Wir sehen erste Schneeflocken und verdrängen unsere Sorge ums Klima. Wir erblicken nach längerer Zeit wieder das Meer, verdrängen die Verschmutzung, die Überfischung, das Elend der ertrunkenen Flüchtlinge – und sind einfach nur hingerissen. Wir sehen an Weihnachten Lichterglitzern und Kerzenschein – und verdrängen die gnadenlose Vermarktung der Tage davor. Versuchen werd ichs, an Weihnachten: für Augenblicke Kind zu sein. Versuchen? Nein, ich weiss, dass es mir gelingen wird. Und sollte es sogar leise zu schneien beginnen, werde ich meine Liebsten fragen, ob sie mit nach draussen kommen. Schneeflocken auffangen, mit der Zunge. MM
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Das Richtige tun
Wenn Armut ihr Gesicht zeigt Erfahren Sie mehr über Olivia und ihre Familie: www.dasrichtigetun.caritas.ch
Olivia Keller (7) Erstklässlerin aus der Schweiz
16 MM51, 18.12.2017 | MENSCHEN
Katja Früh
Projekt Lebenslust
Aufhören ist für die Regisseurin und Drehbuchautorin Katja Früh kein Thema: Soeben hat sie ihr erstes Buch, «Bin ich jemand?», geschrieben, und demnächst bringt sie ihr Theaterstück «Harmonie» auf die Bühne. Dazwischen bleibt Zeit für Kindheitserinnerungen. Text: Lisa Stutz Bild: Mara Truog
S
ie ist Tochter, Ehefrau, Mutter, Grossmutter. Sie ist Autorin und Regisseurin. Beobachterin, Ästhetin, Sprachfanatikerin. Sie ist die Erfinderin der TV-Serie «Lüthi und Blanc». Sie ist 64. Und an diesem Nachmittag in einem Zürcher Restaurant ist sie ein Gast, der von allen Seiten gegrüsst wird. Trotzdem fragt sich Katja Früh: Bin ich jemand? «Wie bewege ich mich an einer Vernissage, einer Theaterpremiere, einem Kulturevent oder einer Gala so, dass man merkt, ich bin jemand? Was sage ich, wenn ich gerade keine Arbeit habe, nichts Interessantes läuft, ich ein bisschen ratlos bin, wenn mich jemand fragt, woran ich gerade bin?», fragt sie in einer ihrer Kolumnen. Sie beschäftige sich mit der Frage, ob man nur jemand sei, wenn man etwas darstelle, sagt Katja Früh, sorgfältig rot geschminkte Lippen, schwarze Hornbrille. Sie trinkt einen Schluck Kaffee, bevor sie fortfährt: «In unserer narzisstischen Welt – definieren wir uns da über unseren Beruf, unsere Projekte? Oder sind wir auch sonst jemand?» Was die Projekte angeht, ist Katja Früh auf jeden Fall jemand. Vor Kurzem ist ihr erstes
Buch «Bin ich jemand?» erschienen, eine Kolumnensammlung. Ihr letztes Theaterstück «Exit retour» war ein Erfolg – zu der Komödie zum Thema Sterbe hilfe hat sie die persönliche Geschichte ihrer Mutter inspiriert. Zurzeit arbeitet sie am Stück «Harmonie», an einer Ehe komödie, die sich um den Bettkauf in einem Möbelhaus dreht. Premiere ist am 26. Dezember. «Bin ich jemand, weil ich eine Premiere habe? Oder weil ich ein Buch geschrieben habe? Keine Ahnung.» Katja Früh lacht. Zunächst nur «Tochter von»
Dass sie überhaupt ist, hat sie der Schauspielerin Eva Langraf und dem Regisseur Kurt Früh zu verdanken. Ihr Vater drehte Schweizer Filmklassiker wie «Polizischt Wäckerli» und «Dällebach Kari» – und wurde damit berühmt. Katja Früh war zunächst einmal «Tochter von». Die Beziehung zum Vater war eng. Doch sie war auch geprägt von der Sorge um ihn: Kurt Früh hatte mit Depressionen zu kämpfen. «Die dunkle Wolke, die immer über uns hing, die ich nie fassen, nie begreifen konnte, das war wohl König Alkohol.» Katja Früh erinnert sich aber auch an dies: «Einmal im Jahr
durften wir das heiss geliebte Spiel ‹Eltern sind Trottel› mit ihm spielen. Wir konnten dann mit ihm machen, was wir wollten, ihn verkleiden, schminken, herumjagen, ihm alles Mögliche befehlen. Wenn ich an meinen Vater denke – was jeden Tag der Fall ist –, denke ich vor allem an die Spiele.» Die Mutter «wahnsinnig schön»
Das «Tochter von» habe sie als junge Schauspielerin gestört. «Inzwischen macht mir das nichts mehr aus, ich bin gern seine Tochter.» Und was hat sie von ihm geerbt? «40 Franken!» Kurt Früh habe am Schluss kein Geld mehr gehabt, weil er es liebend gern ausgegeben habe. Nebst den zwei Zwanzigernoten habe sie die Eigenschaft geerbt, sich gut in andere Menschen einfühlen zu können. Auch zu ihrer Mutter hatte Katja Früh eine gute Beziehung, wenn auch keine so enge wie zum Vater. «Meine Mutter war distanzierter, weniger spielerisch mit mir und meiner Schwester.» Sie bewunderte ihre Mutter für ihr Aussehen. «Sie war wahnsinnig schön. Ich würde alles dafür geben, um nur einen Tag lang so makellos schön zu sein.»
Vom berühmten Vater 40 Franken und Einfühlungsvermögen geerbt: Katja Früh (64)
Eva Langraf entschied sich im Jahr 2009, mit Hilfe von Exit zu sterben. Katja Früh konnte diesen Entscheid zwar akzeptieren, hatte aber auch schlechte Gefühle dabei. «Vielleicht Schuldgefühle», sagt sie. Sie findet, dass Sterbehilfe nicht selbstverständlich werden sollte. «Ich habe Angst, dass Druck entsteht. Dass alte Menschen finden, sie müssten freiwillig gehen, um anderen nicht zur Last zu fallen.» Sie s elbst könne sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorstellen, jemals durch Sterbehilfe aus dem
MENSCHEN | MM51, 18.12.2017 17
Leben zu scheiden. Katja Früh ist selbst eine leidenschaftliche Mutter: Sie liebe ihre Kinder «abgöttisch», sagt sie. Tochter Lisa Maria (29) ist Schauspiele rin, Sohn Severin (30) führt eine kleine Filmfirma. Der dreijähri ge Ciro, Lisa Marias Sohn, nennt seine Grossmutter « Mamama». In einer Kolumne mit dem Titel «Wünsche für meinen Enkel Ciro» schreibt sie: «Sei neugierig. Weniger auf den Schulstoff als auf die Dinge dahinter. Hab keine Angst vor Autoritäten. Sie haben auch Angst. Sei grosszügig, wegen
dem Karma. Glaub an die Ge rechtigkeit, auch wenn es sie nicht gibt.» Nicht arbeiten ist unvorstellbar
Katja Früh und ihr Mann Hans hüten den Enkel regelmässig. Ihr Mann ist inzwischen im Ruhe stand. Es sei eine neue Situation: «Er ist oft zu Hause und macht den ganzen Haushalt – sogar gern!» Sie sagt das so, als könne sie nicht fassen, dass jemand Hausarbeit mag. Sie selbst arbei tet noch viel. «Für mich ist es nicht nachvollziehbar, dass man das kann: nicht arbeiten.» Sie
fühle sich ohne Projekte nicht wohl, denn sie gäben ihr viel Lebenslust. «Es kommt für mich nicht infrage aufzuhören. Auch wenn es vielleicht normal wäre.» Zudem habe sie keine Pensions kasse, es würde finanziell gar nicht gehen. «Ich bin nicht sparfähig», erklärt sie. Wie schon ihr Vater gönnt sie sich gerne etwas. Ist Katja Früh jemand, der Angst hat vor dem Älterwerden? «Vor dem Altsein habe ich keine Angst, nur vor der Un tätigkeit», sagt sie. Es gebe zwar Dinge, die sie in ihrem Leben
nicht mehr tun wolle. Soufflie ren in einem Theater etwa. In eine Disco gehen. Aber es gebe so vieles, was sie noch tun wolle: sich weiterentwickeln in der Arbeit, sich noch mehr Wissen aneignen, über Psycho logie lernen, sich Fernsehserien ansehen, reisen, neue Prota gonisten zum Leben erwecken, sich selber auf die Schliche kommen. MM Buch: «Bin ich jemand?», Echtzeitverlag; für 24 Franken bei www.exlibris.ch Theaterstück: «Harmonie – eine Bett geschichte für zwei Personen», vom 26. bis 31. Dezember im «Miller’s», Zürich
18 MM51, 18.12.2017 | MENSCHEN
Weihnachtsgeschichten
Himmlisch, gruslig, schön Zum Thema Weihnachtsfest hat jeder eine Geschichte auf Lager. Die Redaktorinnen und Redaktoren des Migros-Magazins erzählen von ungewöhnlichen Traditionen, kleinen Wundern und ihren schönsten Erlebnissen.
MENSCHEN | MM51, 18.12.2017 19
Monica Müller
Unter Engeln «Zu meinen schönsten Kindheitser innerungen an die Vorweihnachtszeit gehört die Fahrt im Märlitram. Nir gends ist man dem Himmel in Zürich so nah wie im roten Tram, das durch die City ruckelt. Engel berichten von ihrem Job als Sternenpolierer, er zählen Weihnachtsgeschichten und verteilen Züri-Tirggel. Doch leider dürfen nur Kinder von vier bis zehn Jahren mitfahren, da sind die sanften Geschöpfe gna denlos. Vor zehn Jahren hatte ich die zündende Idee: Ich schlich mich
für eine Reportage unter die Engel. Wohlwollend nahmen sie mich in ihrem Kreis auf, richteten mir den Heiligenschein, bogen mir die zerknautschten F lügel zurecht und tupften mir etwas Sternenstaub auf die Wangen. Eine Fahrt lang durfte ich einer von ihnen sein. Und es waren wunderbare 20 Minuten. Als das Tram nach der Tour durch die Innenstadt bei der Haltestelle ‹Märlitram› anhielt und die hintere Tür aufging, blieben die Kinder verträumt sitzen. Ich auch.»
Ralf Kaminski
Völlerei unterm Tannenbaum «Zu den nostalgischen Erinnerungen an die Weihnachtsfeste der Kindheit gehören natürlich die t ollen Geschenke, die alljähr liche Wiederholung von ‹Das fliegende Klassenzimmer› im Fernsehen – und Lach anfälle an Heiligabend, weil die Familie beim Weihnachtsliedersingen wieder ein mal den Text vergessen hatte. Vor allem aber e rinnere ich mich s taunend an die ungeheuren Mengen, die wir jeweils verschlungen haben, wenn die Berliner Verwandtschaft von Weihnachten bis Silvester zu B esuch war: Frühstück, Mittagessen, Kaffee und Kuchen, Abendbrot – und all das nicht zu knapp. Dazu gab es pro Person jeweils noch einen ‹Bunten Teller›, für den kleinen Hunger zwischendurch: Einen mit Schoko lade, Keksen, Marzipan und weiteren süssen Leckereien voll gefüllten, grossen Papp-
Dinah Leuenberger
Bilder: Sophie Stieger, Privat (2)
(Gru-)selige Nachmittage «In meiner Familie ist ein gelungenes Weihnachtsfest nur eines mit Blut, Toten und schrecklichen Verbrechen. Denn: Statt Weihnachtslieder zu singen, erzählen wir uns gegenseitig sogenannte Black Stories. Das sind kurze rätselhafte G eschichten wie diese: ‹Fröhlich singend zog Anna ihren toten Ehemann hinter sich her.› Ziel ist es, mit Ja- und Nein-Fragen an den Vorleser herauszufinden, wie es zu diesem Sachverhalt gekommen ist. Ein wichtiges Merkmal der Black Stories – der Name lässt es erahnen – sind deren düsterer Inhalt. Und wir finden: je mehr Blut, desto besser. Glücklicherweise florieren Black Stories heutzutage, es erscheinen jedes Jahr Bücher mit neuen Geschich ten. Das war nicht immer so. Als wir
die Tradition starteten, gab es nur ganz wenige Geschichten. Deshalb haben wir vor einigen Jahren den Schwierigkeitsgrad erhöht: Inzwischen darf nur am Fest teil nehmen, wer eine eigene Black Story erfunden hat. Nicht alle gehen auf dieselbe Weise an die Aufgabe heran: Meine Cousine und ihr Mann haben einmal die G eschichte nicht vorgelesen, sondern sie mit Playmobilfiguren nachgestellt. Und mein Vater ruft jeweils Ende Januar vergnügt an und verkündet stolz, dass er seine Geschichte bereits hat. Meine eigene entsteht meist am Tag vor dem Fest. Einen Vorteil haben unsere eigenen Geschichten: Eine Leiche und viel Blut kommen garantiert immer vor.»
teller, den wir innerhalb dieser Woche auch immer noch irgendwie wegputzten. Wie wir diese Zeit ohne gesundheitliche Schäden und akute Fettleibigkeit überstanden haben, ist mir völlig schleierhaft. Den ‹Bunten Teller› gibts übrigens auch heute noch an Weihnachten, aber es ist nur noch einer für alle, und es dauert oft bis weit nach Silvester, bis er leer ist.»
20 MM51, 18.12.2017 | MENSCHEN
Andrea Freiermuth
«In diesem Jahr bin ich mit dem Rennrad ans Weihnachtsfest gefahren. In kurzen Hosen und mit einem leichten Kleid im Rucksack. Das Fest hat am 16. Juli stattgefunden, also mitten im Sommer. Es war das Weihnachtsfest der Familie meines Freundes. Der Clan besteht aus den Eltern meines Liebsten, einem Onkel, den Cousins und Cousinen sowie deren Partnern und Kindern. Rund zwölf Personen, wovon die meisten an Weihnachten noch a ndere Verpflichtungen haben – mit den Eltern oder Geschwistern des Partners, mit nahen Freunden oder mit dem Hobby.
An Weihnachten gibt es in der Regel Fest über Fest und dazu viel Stress. Zudem wird es bei der Zusammenkunft meist eng. Warum also die jährliche Familienzusammenkunft nicht auf ein ganz anderes Datum legen, an dem kein Termindruck herrscht – und man vielleicht sogar draussen feiern kann? Das sommerliche Weihnachtsfest war eine super Party. Ob die Rechnung aufgeht, wird sich allerdings erst in der kommenden Woche zeigen. Vielleicht findet ja trotzdem noch jemand, es wäre doch nett, konventionell während der Festtage zu feiern.»
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Bild: Yvonne Böhler
Grüne Weihnachten
MENSCHEN | MM51, 18.12.2017 21
Sabine Lüthi
Bilder: Privat
Zwillinge «Der Eindruck trügt: Meine Schwes ter (links) kam 492 Tage vor mir auf die Welt; wir sind keine Zwillinge. Die Symmetrie zum feierlichen Anlass hatte unsere Mama beinahe perfekt hingekriegt, hätte ichs ihr nicht vermasselt: grünes Halstuch, Ketteli und Pelzfinken, in denen meine Füsse zwar warm, aber nie ge ruchfrei waren. Seit meine Schwester und ich die Kleider selber kaufen, ist die äussere Übereinstimmung dahin. Das Zwillingsthema jedoch ver folgt mich bis heute: Seit ich Mama bin, keimt in mir das Bedürfnis, meiner Tochter einen ebenso gros sen, schönen, leuchtenden Weih nachtsbaum zu bieten, wie wir ihn damals in unserer S tube hatten. Letz te Weihnachten startete ich einen ersten Versuch: Na ja, am Ziel bin ich noch nicht – aber urteilen Sie selbst!»
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Lisa Stutz
O du Feuchtfröhliche! «Letztes Jahr ist es eskaliert. Mein Bruder, 21 Jahre alt, tanzte zu Schlagermusik auf dem Ledersofa meiner Eltern und rief durchs Wohnzimmer, er wolle ab jetzt nur noch ‹DJ Brutal› genannt werden. Mein Cousin, vier Jahre älter, hatte sich die leuchtende Weihnachtsdeko geschnappt und führte damit einen Techtonic-Tanz auf. Onkel und Tante tanzten sich, eng umschlungen, 30 Jahre in die Vergangenheit. Und meine Cousinen und ich sangen aus voller Kehle bei jedem Lied mit, das mein Bruder – äh sorry – DJ Brutal durch die Boxen jagte. Seit ich denken kann, feiern wir am 26. Dezem
Reto Vogt
Bilder: Privat
Uf u dervo «Weihnachten. Schon wenn ich daran denke, zieht sich in meinem Körper alles zusammen. Die allenthalben herrschende aufgesetzte Fröhlichkeit nervt. Das unbedingte Zusammen seinmüssen mit Freunden und Familie: eine Zwängerei. Denn wer sich die anderen 364 Tage nicht sehen will, kann es sich auch unter dem Tannenbaum schenken. Apropos schenken: In einem Land, in dem jeder eh schon alles doppelt und dreifach hat, sind Geschenke ein Hohn. Und auch wenn Weihnachten angeblich mal ein heidnisches Lich terfest war, steht es heute ohne Wenn und Aber im Zusammenhang mit dem christlichen Glauben – und das stört mich als überzeugten Atheisten natürlich am allermeisten. Darum bin ich zehn Jahre lang jedes Jahr gegen Ende Dezember in den Flieger gehüpft und nach Eng land geflogen. Zwischen den Jahren ist dort im Gegensatz zu den ver schlafenen Städten hierzulande einiges los. Alle zwei Tage findet ein Fussballspiel statt, und in London steigt mit der Dart-Weltmeisterschaft die Party des Jahres. Doch die Tradition der England reise ist nun für ein paar Jahre auf Eis gelegt. Meine Zwillingsjungs sind zwei Jahre alt und werden sich spä testens nächstes Jahr wohl oder übel einen Tannenbaum und Geschenke wünschen. Ob dann plötzlich ein Reisegutschein für die ganze Familie nach Grossbritannien unter dem Geäst liegt?»
ber Weihnachten mit der Verwandtschaft mütterlicherseits. Die ersten 19 Jahre meines Lebens war das ein besinnliches Fest bei meinem Grossmuetti zu Hause. Das Unheil nahm seinen Lauf, als sie ihr Haus verkaufte. Fortan fanden die Weih nachtsfeste alternierend bei ihren drei Kindern zu Hause statt. Ich weiss nicht, wie genau, aber es entstand eine Art Wettstreit unter den einzelnen Familien, wer von Jahr zu Jahr die grössere Weinflasche organisie ren konnte. Dieser gipfelte in einer Fünf- Liter-Flasche Don Pascual. Und als es nicht mehr grösser ging, organisierte mein Onkel zusätzlich ein Bierfass, das er auf dem Side board platzierte, wo sich jeder seine eigene Stange anzapfen konnte. Irgendwann begannen die Cousins, sich unter dem Tisch Shots zu reichen. Und sogar mein Grossmuetti vermutete eines Weihnachtsabends, dass hier nicht mehr alle ganz nüchtern waren. Vergangenes Jahr folgte dann der erwähnte vorläufige Höhe punkt. Oder Tiefpunkt, wie man will. Wenn ich ehrlich bin: Es war ein richtig tolles Fest. Und am 27. taten wir unsere Busse.»
Reto E. Wild
Wie grasgrün sind deine Nadeln «Weihnachten waren für mich als Kind immer die schönsten Tage des Jahres. Vor lauter Vorfreude schlief ich die Nächte vor dem Heiligen Abend schlecht. Am 24. Dezember warteten dann mein Bruder und ich im Zimmer auf den festlich ge schmückten Baum. Waren meine Eltern bereit, klingelten sie mit einem Glöckchen. Der Baum schien jedes Jahr schöner – und grösser. Die Baum spitze berührte meist die Wohnzimmer decke. Ja, die Ausmasse der Nordmann tanne waren meist so gewaltig, dass mein Vater den Stamm kürzen musste. Ich stand oft staunend vor dem Baum, der für mich so hoch wie ein Wolkenkratzer war. Wir behandelten den Nadelbaum wie ein Familienmitglied, hegten und pflegten ihn. In einem Jahr war die Zuneigung besonders intensiv: Wir konnten uns von unserem Freund, dem Baum, ganz einfach nicht trennen. Während andere ihre Bäume teilweise schon Ende Dezember entsorgen, verlängerten wir das Leben unserer Tanne Woche um Woche, indem wir sie regelmäs sig mit Wasser versorgten. Dann passierte es: Eines schönen Tages erwiderte der Baum unsere Zuneigung mit kleinen, grünen
Zweigchen, die aus ihm wuchsen. Die Tanne fühlte sich offensichtlich auch noch Wochen nach Weihnachten wohl in unserer Stube. Und so wurde es Ostern, bis wir uns entschie den, das Wohnzimmer von den Erinnerungen an Weihnachten zu räumen.» MM
24 MM51, 18.12.2017 | MENSCHEN
Adventskalender – Teil 4
Gewinnen und Gutes tun
N
Das Migros-Magazin verlost noch bis Weihnachten täglich Preise. Wer am Wettbwerb teilnimmt, unterstützt ein soziales Hilfswerk.
och bis Heiligabend bietet der Migros- Magazin-Adventskalender Tag für Tag die Chance, einen attraktiven Preis zu gewinnen. Gleichzeitig läuft der Countdown für das grosse Gewinnspiel-Finale, bei dem es kurz vor dem Fest als Hauptpreis noch eine von vier Migros-Geschenkkarten im Wert von 5000 Franken zu gewinnen gibt. Wer bei den Verlosungen mitmacht, tut ein gutes Werk, denn alle Erlöse aus dem Advents
kalender fliessen in die Arbeit der Hilfsorganisa tionen Caritas, Pro Juventute, Pro Senectute, Winterhilfe und Heks. Welchen der auf dieser Seite ausgelobten Preis möchten Sie gewinnen? Beantworten Sie einfach die Frage in der gelben Box «Mitmachen und gewinnen» an dem Tag, dem der Preis zugeordnet ist. Das können Sie via SMS, Telefon oder Internet tun. Wie Sie sich den Hauptpreis angeln, erfahren Sie ebenfalls in der gelben Spalte. MM
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Sämtliche Erlöse aus dem Adventskalender kommen der Caritas, Pro Juventute, Pro Senectute, Winterhilfe und dem Heks zugute. Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Über die Verlosung wird k eine Korrespondenz geführt. Es erfolgt keine Barauszahlung, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Mitarbeitenden der Migros-Medien sind nicht teilnahmeberechtigt. Mehrfachteilnahmen sind nicht e rlaubt.
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Beiträge, Bilder und Meinungen unserer Leserinnen und Leser
Online mitgestalten
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Leserbeitrag
Kindheit in Höri Remo Albrecht erinnert sich mit «Bim Grosi und bim Grossvater» an die 1970er- und frühen 1980er-Jahre in Höri bei Bülach ZH. Vor allem an die glücklichste Zeit der Jugend: an die Sommerferien auf dem Hof der Grosseltern (Bild) – mit Traktorfahren und den Süssigkeiten am Freitag. www.migmag.ch/hoeri
Die Umfrage
Exklusiv online
Die Leserfrage
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«Very merry Christmas»
Wärmt Alkohol?
Unter dem Motto Hartes Pflaster schreiben Dinah Leuenberger (27, Volontärin) und Melanie Michael (29, Projektleiterin) wöchentlich über Arbeit, Alltag, Trends und vieles mehr. Diesmal zeigt Michael mit besinnlichen, aber auch abgedrehten Weihnachts geschichten, warum «Merry» nicht immer für «selig» steht. Frohe Festtage! www.migmag.ch/christmas
Werner Anker aus Interlaken BE wollte wissen: «Ich kenne Leute, die schwören, dass Alkohol bei grosser Kälte wärmt. Wie ist das möglich?» Das Team Sucht Schweiz erklärt, warum der Eindruck täuscht: «Das Blut kühlt im Kontakt mit der niedrigen Aussentemperatur rascher ab.» Die ganze Erklärung auf: www.migmag.ch/waermt-alk
Nach dem Stalking-Fall um Yannick Buttet haben wir gefragt: Sollten für Parlamentarier moralisch höhere Massstäbe gelten? 3% 19%
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Leserforum MM50: Menschen Und plötzlich war er weg
«Man muss einfach weiter funktionieren» Ich bin eine Witwe mit drei Kindern (8, 10, 13) und hatte mich sechs Jahre nach dem Tod meines Mannes wieder verliebt. Für die Kinder wurde mein neuer Partner zum Papi, in den fünf gemeinsamen Jahren hatten wir viel unternommen und erlebt. Am Abend des 2. Dezember sassen wir noch zusammen und assen Raclette. Am nächsten Morgen sagte er uns, dass er mit mir Schluss mache und ausziehen werde. Ich kämpfte und wollte es einfach nicht wahrhaben, hatte aber keine Chance. Für die Kinder und mich war eine Welt zusammengebrochen. Auch wenn es schmerzt und unbegreiflich ist, muss man einfach weiter funktionieren.
Wenn der Lebensgefährte aus heiterem Himmel verschwindet, bricht für den Partner oft eine Welt zusammen.
Es gibt dieses Phänomen des wortlosen Verschwindens nicht nur in Partnerschaften, sondern auch in Freundschaften, wie ich es selber schon vor 30 Jahren mit meiner damals vermeintlich besten Freundin erlebt habe. Ich finde es grundsätzlich daneben, wenn «Expertin» Tina Solimann den Rat gibt, man solle dem, der gegangen ist, Raum lassen. Für mich kommt es einem Freipass gleich, wenn diese respektlose Art des Verlassens so dargestellt wird, als sei sie gesellschaftsfähig. Wofür haben wir eine Stimme, wenn nicht zum Miteinander reden? Claudia Süsstrunk, Sulgen TG
Bild: Herbert Zimmermann
MM49: Leserforum/Organ spende Brief von P hilipp Sigrist zum Artikel «Und vier Leben gehen weiter» (MM48)
Herr Sigrist, woher wissen Sie, dass eine Transplantation nur eine kurzfristige Lebensverlän gerung ist? Ich lebe seit über 40 Jahren mit einer fremden Niere, und es geht mir sehr gut. Leider kursieren zu diesem Thema viele falsche Meinungen, was mit dazu beiträgt, dass es in der Schweiz viel zu wenig Organspender gibt. Rosmarie Schürch, via E-Mail
MM49: Editorial Toten gratulieren?
G.M. (Der Name der Verfasserin ist der Redaktion bekannt.)
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Hier wurde leider eine wichtige Funktion bei Facebook nicht erwähnt: Es ist seit langer Zeit möglich, einen Nachlasskontakt zu hinterlegen, der im Fall des eigenen Todes das Konto einfach übernehmen oder deaktivieren kann. Wenn man niemanden hat, der dafür zur Verfügung steht, hilft das natürlich wenig. Aber ich meine, dass man zumindest auf die Möglichkeit hinweisen sollte. Christof Mazenauer, via E-Mail
Rauchfrei ins neue Jahr?
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Die abgebildete Frau Chlaus hat kein Kostüm des heiligen Nikolaus an. Dessen Attribute sind Mitra (Kopfbedeckung), Pallium (Band) und Bischofstab, nicht Rute und Glocke. Robert Hauri, Zunft meister Chlausenzunft Härkingen
Schicken Sie Ihre Leserbriefe an: Redaktion Migros-Magazin, Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, oder per Mail an: redaktion@migrosmagazin.ch Die Redaktion behält sich Kürzungen vor und übernimmt keine Verantwortung für Inhalt und Richtigkeit der Aussagen. Über Erscheinen resp. Nichterscheinen der Leserbriefe wird keine zusätzliche Korrespondenz geführt.
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«Meine Söhne sind gute Feministen» Iris Bohnet
Als erste Schweizerin hat Iris Bohnet 2006 eine Professur an der Eliteuniversität Harvard erhalten. Die Luzernerin unterrichtet dort Verhaltensökonomie und strebt mit ihrer Forschung weltweit mehr Diversität und Gleichberechtigung in Unternehmen an. Interview: Dinah Leuenberger
Bilder: Annick Ramp/NZZ
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«Klassische Frauenförderung reicht nicht, um Gleichberechtigung zu erreichen», sagt Iris B ohnet. Dafür brauche es eine V eränderung der Strukturen.
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Iris Bohnet, müssen Sie als Professorin an der Eliteuniversität Harvard härter arbeiten als Ihre männlichen Kollegen? Schwer zu sagen. Es gibt aber durchaus For schung, die zeigt, dass junge Frauen härter arbeiten als ihre männlichen Kollegen, bis sie eine volle Professur erhalten. Wenn ich als junge Frau Leute unterrichtete, die älter waren als ich, war es schwieriger, meine Autorität und Kompetenz zu demonstrieren. Da hiess es schnell, was will denn die, die hat doch noch zu wenig Erfahrung, um uns Führungspersönlichkeiten zu unterrichten.
Was hat Ihnen sonst noch geholfen auf Ihrem Karriereweg? Während meiner Studienzeit gab es in Z ürich eine Konferenz von Führungsfrauen, quasi ein WEF für Frauen. Dort lernte ich Dinge, die ich noch heute anwende. Zum Beispiel, dass ich vor einem Vortrag an eine Situation zurückdenke, in der ich mich stark und selbstsicher fühlte. An diesem Event habe ich auch realisiert, was alles möglich ist. Die weiblichen Vorbilder waren extrem wichtig für mich und sind es generell. Ob Mädchen sich nur als auf Rettung wartende Prin zessinnen oder als aktive Frauen sehen, spielt eine wichtige Rolle. Zudem habe ich von guten Mentoren profitiert. Meine Eltern, Ruth und Paul Bohnet, aber auch mein Dok torvater Bruno Frey, haben immer an mich geglaubt. Förderung ist enorm wichtig. Trotzdem sind Sie kein Fan von Frauen förderung. Ja, denn sie allein reicht nicht. Weil sie selten dazu führt, dass es mehr Frauen in den Füh rungsetagen gibt. Das zeigen etliche wissen schaftliche Studien. Natürlich muss ich meine Studentinnen in Harvard auf die Arbeitswelt von heute vorbereiten – und dafür braucht es gewisse Fähigkeiten und Trainings. Aber es reicht nicht, die Frauen auf die männlich geprägte Arbeitswelt vorzubereiten, man muss deren Strukturen verändern, damit alle langfristig die gleichen Chancen haben. Als Verhaltensökonomin sind Sie dafür am richtigen Ort.
Iris Bohnet: «Fotos gehören nicht in die Bewerbung, dafür gibt es unzählige Beweise.»
Die Verhaltensökonomie hat in den letzten Jahren extrem an Bedeutung gewonnen. Die Erkenntnisse und Instrumente aus dieser Wissenschaft wurden bereits angewendet auf Gesundheitsfragen, finanzielle Entschei dungen und die Erziehung, aber noch nicht auf die Gleichberechtigung und Diversität in Unternehmen. Darum habe ich ein Buch darüber geschrieben, das war ein grosses Bedürfnis von mir. Weil ich durch meine Forschung etwas wusste, das sonst niemand so einbringen konnte. Eine Kernaussage von «What works» lautet, dass jeder Mensch Vorurteile hat. Welches Vorurteil gibt es gegenüber Ihnen? Man nimmt mich natürlich gemäss meiner demografischen Charakteristika wahr: Ich bin eine Frau, Ökonomin, Mutter. Das führt sicher zu vielen Vorurteilen. Hinzu kommen die typischen Vorurteile gegenüber Schwei zern und Schweizerinnen – dass wir pünkt lich sind zum Beispiel. Wobei ich das gerade widerlegt habe, weil das Interview meinet wegen zu spät begonnen hat. ( lacht) Sonst ist es eher schwierig, Vorurteile zu wider legen. Wie alle Menschen lebe ich in einer Blase und treffe in der Regel selten Menschen, die mir gegenüber Vorurteile hegen. Welches ist Ihr grösstes Vorurteil? Im Buch schreibe ich darüber, wie ich meinen Sohn zum ersten Mal in die Krippe brachte. Uns begrüsste ein männlicher Betreuer, was mich zuerst irritierte. Auch ich bin nicht gefeit vor Vorurteilen, obwohl ich mich sehr intensiv mit ihnen befasse. Mein grösstes Vorurteil hege ich aber wohl gegenüber Menschen, die Fake News verbreiten. Ich verstehe diese Leute nicht und würde wohl überreagieren, wenn ich sie treffe. Wenn sogar Sie noch Vorurteile hegen, gibt es denn überhaupt die Möglichkeit, sie zu
Gibt es andere Beispiele aus der Praxis? In manchen amerikanischen Colleges werden die Studierenden zufällig in ihre Zimmer eingeteilt. Die Forschung zeigt, dass sie lang fristig toleranter werden, wenn sie mit je mandem im Zimmer wohnen, der anders ist als sie. Ein Jahr gemeinsam mit jemandem zu wohnen, ist natürlich schwieriger zu rea lisieren als eine Stunde Virtual Reality. Ob jemand seine Vorurteile so effektiv abbauen kann, lässt sich noch nicht sagen. Was tun Sie in Harvard für mehr Gleich stellung? Der Anteil von Frauen beträgt heute bei den Lehrbeauftragten 40 und bei den Professo rinnen 25 Prozent. Natürlich versuchen wir, das noch weiter zu verbessern. Zum Beispiel stellen wir nicht mehr nur eine Person ein, sondern jeweils mindestens drei Personen gleichzeitig. Meine Forschung zeigt, dass Menschen diverser entscheiden, wenn sie mehrere Entscheidungen aufs Mal treffen müssen. Wenn ich jeden Tag einen Snack aus wählen darf, tendiere ich dazu, häufig mei nen Lieblingssnack zu wählen – in meinem Fall das Schoggistängeli aus der Migros. Wenn ich aber Snacks für den ganzen Monat auf einmal auswählen soll, dann entscheide ich mich für eine bunte Mischung – weil ich mir nicht vorstellen kann, 30 Schoggi stängeli zu essen. So verläuft es auch bei der Personalrekrutierung. Wenn ich nur eine Person wählen muss, entscheide ich mich öfter für den «sicheren Wert», jemanden, den ich vom Typ her bereits kenne. Bei mehreren Personen gleichzeitig wende ich das Portfoliodenken an, weil ich nicht fünf hellhäutige Männer einstellen will. Wer muss in einem Unternehmen den e rsten Schritt für mehr Diversität machen? Will ein Unternehmen Gleichberechtigung für alle, muss das Topmanagement dahinter stehen. Aber das reicht nicht, weil die Men schen, die mit den Veränderungen konfron tiert werden, ja auf allen Stufen arbeiten. Gleichberechtigung bedeutet unter Umstän
Bild: Jared Leeds
Hätten Sie in der Schweiz ähnlich Karriere machen können wie in den USA? Ich weiss es nicht. Aber als ich nach Amerika kam, lag der Anteil der Professorinnen in Harvard bei fast 20 Prozent, in der Schweiz gerade mal bei sechs Prozent. In den USA sind auch die Strukturen anders: Mein Mann und ich haben viele Freunde, die beide ar beiten. Darum gibt es schon lange Ganztags schulen. Unsere Söhne, Dominik und Luca, sind jetzt 16 und 11, und wir hatten noch nie eine Geburtstagsparty unter der Woche, weil alle Eltern arbeiten. Das alles macht es einfacher, Beruf und Familie zu vereinen.
überwinden, um Gleichberechtigung zu schaffen? Das ist in der Tat nicht leicht. Wir müssen nicht unser Denken, sondern vor allem unser Handeln und die Organisationsstruk turen verändern. Aber indem man sich mit dem Thema befasst, geht man den ersten Schritt. Ein neuer Ansatz ist Virtual Reality. Wenn wir damit zum Beispiel in die Situa tion eines Flüchtlings versetzt werden – oder als Mann in diejenige der Frau, die sexuell belästigt wird –, entwickeln wir Empathie. So schaffen wir Vertrauen. Und wenn unser Verhalten und unsere Erfahrungen anders sind, werden wir unser Denken anpassen.
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den auch mehr Wettbewerb, weil man den Arbeitsmarkt für einheimische Frauen sowie Ausländer und Ausländerinnen öffnet. Wie löst man dieses Problem? Indem man den Mitarbeitenden die Vorteile aufzeigt. Dass sie zum Beispiel davon profitieren, wenn die Besten eingestellt werden, und nicht nur diejenigen, die ins Rollenbild passen. Solche Massnahmen führen meistens schnell zum Erfolg, aber Unternehmen messen und beobachten dies oft zu wenig. Ohne diese Daten ist aber eine Veränderung hin zu mehr Gleichstellung gar nicht möglich. Was muss denn genau gemessen werden? Wenn ich mit einer Firma arbeite, frage ich, wie die Menschen eingestellt werden. Ist ein BWL-Studium für eine Stelle Voraus setzung, sage ich: 35 Prozent der Betriebswirte sind Frauen, also müssten es in der Firma auch ungefähr 35 Prozent Frauen sein. Ist dies nicht der Fall, kann das ein e rstes Zeichen für mangelnde Gleichberechtigung
sein. Diesen Schritt machen wir dann auf jeder Ebene, um zu verstehen, wo bei der Rekrutierung und Beförderung unter Umständen Fehler gemacht werden. Erst dann versuchen wir, die mit geeigneten Instrumenten zu korrigieren. Welche Instrumente sind das? Das fängt bei der Stellenanzeige an. Studien zeigen, dass man mit den richtigen Adjektiven steuern kann, ob sich mehr Frauen oder mehr Männer auf eine Stelle bewerben. Also sollte man die Wortwahl der Anzeige mit Bedacht wählen. Ein weiterer Punkt sind die Fotos in Bewerbungen; die gehören da nicht hin, und dafür gibt es unzählige Belege. Ein Foto hat keine Voraussagekraft, wie gut die Person in meiner Firma abschneiden wird. Auch die Vorstellungsgespräche, wie wir sie kennen, laufen falsch ab. Sie sind häufig unstrukturiert, was dazu führt, dass wieder vor allem ins Rollenbild passende Bewerbende eingestellt werden. Wir mögen Leute, die die gleichen Hobbys haben wie wir, auch
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wenn das nichts mit der Arbeit zu tun hat und d aher nichts darüber aussagt, ob die Person gut programmieren oder mit Kundinnen und Kunden umgehen kann. Bei strukturierten Gesprächen lassen sich die Antworten hingegen vergleichen, weil alle dieselben Fragen erhalten. Diese Massnahmen sind sehr einfach umzusetzen. Warum tun wirs dann nicht? Wir müssen zwei Dinge unterscheiden: Wenn wir von A nach B wollen, also von weniger zu mehr Diversität, dann ist das etwas kompliziert, aber an sich kein Problem. Man analysiert und misst, was falsch läuft, und verändert dann gezielt die Strukturen. Das Problem liegt bei Firmen, die gar nicht von A nach B wollen, weil es ihnen bei A gefällt. Die geben dann an, sie hätten keine Vorurteile und alles sei prima. Nur: Wir haben alle Vorurteile, einfach halt unbewusste. Ein gutes Beispiel dafür ist England: Dort wurde der Anteil von Frauen in Verwaltungsräten innert vier Jahren von zwölf auf 26 Prozent
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erhöht – und das nicht über die Quote, son dern mit wenigen vorausdenkenden Verwal tungsräten und viel Überzeugungsarbeit. Neben England zählen Sie im Buch viele andere positive Beispiele auf. Die Schweiz ist nicht darunter. Warum? In der Tat bemerke ich, dass viele Länder, etwa Island, Norwegen oder Australien, auf der Reise von A nach B sind – im Gegensatz zum deutschsprachigen Raum und auch zu der Schweiz. Warum das so ist, bräuchte eine längere Diskussion. Aber: Direkte Demo kratien brauchen immer länger bis zu einer grundlegenden Veränderung. Zwar wurde das Frauenstimmrecht in der Schweiz schockierend spät eingeführt, aber danach stieg der Anteil von Frauen im Parlament vergleichsweise rasch. Weil das Land bereit dafür war. Unsere Kultur basiert auf Kompromissen, das zeigen die direkte Demokratie, die Konkordanz und der Föde ralismus. Eine Vorgabe nur von oben funk tioniert hier eher schlecht. Also wäre die Einführung einer Frauen quote für die Schweiz nicht zielführend? Quoten haben klare Vorteile: Sie verändern Zahlen und damit auch die Vorbilder schnell. Sie haben aber auch Nachteile: Wer will schon eine Quotenfrau sein? Ob wir in der Schweiz eine Quote wollen, ist eine politische Entscheidung. Auf jeden Fall ist es sinnvoll, Personalentscheide aufgrund von Fakten und nicht aufgrund des Bauchgefühls zu treffen.
Ihr Buch ist scheinbar zur richtigen Zeit erschienen: Sexismus wird breit diskutiert. Denken Sie, dass eine öffentliche Verur teilung von Kevin Spacey und Harvey Weinstein etwas zur Gleichberechtigung beitragen kann? Ja, ich denke schon. Sexismus gab es schon immer. Aber die Diskussion, die wir jetzt darüber führen, ist eine andere. Als Gesell schaft treten wir nun auf die Bremse und sagen: so nicht! Wir akzeptieren solche Übergriffe und Belästigungen nicht mehr. Gleichzeitig macht mir die Diskussion etwas Sorgen. Denn es gibt Menschen, die finden, es sei so kompliziert mit den Frauen, dass sie am liebsten gar keine mehr einstellen. Weil sie nicht wissen, ob und wann sie ein Kompliment machen dürfen und wie sie sich verhalten sollen. Das ist dann höchst kontraproduktiv und leider zum Teil schon beobachtbar. Sie haben einmal gesagt, dass Sie Ihre Söhne genderneutral erziehen. Bekommen sie dann auch entsprechende Geschenke? Ja, wir haben bewusst auch Geschichten mit weiblichen Helden vorgelesen. Damit unsere Söhne keine stereotype Vorstellung haben, wer eine Führungsperson sein kann. Ob sie dieses Jahr ein feministisches Buch bekommen, weiss ich noch nicht. Aber meine Söhne sahen den Film «Wonder Woman» noch vor mir und fanden ihn super. Was wäre denn ein gutes feministisches Buch für unter den Weihnachtsbaum?
Mit unserem elfjährigen Sohn haben wir die Geschichte von Malala Yousafzai gelesen. Es ging Luca sehr nah, dass ein Mädchen nicht das Recht haben soll, in die Schule zu gehen, und deswegen sogar fast umgebracht wurde. Wie feiern Sie Weihnachten? Wir feiern Weihnachten in der Schweiz, mit unseren Eltern, Geschwistern und deren Fa milien in der Innerschweiz und in Baden AG. Meine Schwester Brigitte und ihr Mann ha ben zwei Töchter, und ich würde schon sagen, dass sowohl sie wie auch unsere Söhne gute Feministinnen und Feministen sind. MM
Zur Person
Verhaltensökonomin und Autorin Iris Bohnet (51) unterrichtet an der Harvard Kennedy School of Government in Boston «Public Policy». Sie forscht in der Verhaltens ökonomie und wendet die Ergebnisse auf Firmen und Organisationen an. Die Luzer nerin war 2006 die erste Schweizerin, die in Harvard eine ordentliche Professur bekam. Sie lebt mit ihrem Ehemann Michael Zürcher und den beiden Söhnen Dominik (16) und Luca (11) in Boston. In die Schweiz kommt Iris Bohnet für ihre Verwandten und für ihr Man dat als Verwaltungsrätin der Credit Suisse. Buch: Iris Bohnet, «What Works: Wie Verhaltens design die Gleichstellung revolutionieren kann», C. H. Beck-Verlag, bei Exlibris.ch für Fr. 31.10
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Basler Fasnacht – jetzt offiziell ein Weltkulturerbe Die belgische Bierkultur, Yoga in Indien oder das Neujahrs- und Frühjahrsfest Nouruz in Zentralasien: Sie alle stehen auf der Unesco- Liste des Immateriellen Kulturerbes. Diese umfasst Bräuche, die Gemeinschaften als Bestandteil ihres Kulturerbes ansehen. Nach dem Winzerfest von Vevey finden neu auch die «Drey scheenschte Dääg» als zweites
i mmaterielles Schweizer Kulturerbe Platz auf der Liste. Anfang Dezember hat das Komitee der Basler Tradition ihre verdiente Anerkennung geschenkt und sie offiziell aufgenommen. Die Migros Basel gratuliert der Basler Fasnacht und all ihren Beteiligten herzlich zu dieser Ehrung. Mehr von der Migros Basel ab Seite 75
38 MM51, 18.12.2017 | MIGROS-WELT
Weihnachts geschenk am 22. und 23. Dezem ber: Finn erzählt die Weihnachts geschichte der Migroswichtel. Klassische Musik
Fördergeld für Jungtalente 144 000 Fanken verteilt das Migros-Kulturprozent an die zehn Gewinnerinnen und Gewinner des diesjährigen Instrumentalmusik-Wettbewerbs. Eine international besetzte Jury hat die Darbietungen 36 junger Talente bewertet und die Preisträger gekürt. Sie werden auf ihrem Weg von der Ausbildung auf die Bühne umfassend unterstützt. Die drei Hauptgewinner profitieren von der Aufnahme in die Konzertvermittlung des Migros- Kulturprozents. Es sind dies der Perkussionist Fabian Ziegler (22, Bild) aus Matzingen TG, der Pianist Jérémie Conus (23) aus Bättwil BL und der Violoncellist Paul Handschke (24) aus Zürich.
Storybox
So feiern die Wichtel Auch die Migros-Wichtel feiern Weihnachten. Wie dieses Fest aussieht, erzählt der weihnachtlich gekleidete Wichtel Finn. Diese spezielle Hörspielfigur verschenkt die Migros nur am 22. und 23. Dezember. Zudem gibt es beim Kauf der Hörspielfiguren am 20. Dezember 30 Prozent Rabatt. Text: Andreas Dürrenberger
W
ichtel Finn ist der Star des Migros- Weihnachtsspots. Er und seine Wich telfreunde leben in den Migros- Kassen. Aber wie feiern sie denn Weihnachten? Das erfährt, wer am 22. und 23. Dezember in der Migros einkauft. Bei einem Einkauf ab 100 Franken gibt es als Weihnachtsgeschenk gratis eine spezielle Hörspielfigur namens Finn.* Die Geschichte der Wichtelweihnacht kann man über die Migros-Hör-Box oder die kostenlose «Migros Play App» auf dem Smartphone abspielen. Für alle, die ihre Wichtelsammlung so bald wie möglich komplettieren möchten, gibt es zudem am 20. Dezember eine gute Gelegenheit: An diesem Tag bietet
die Migros beim Kauf der Hörspielfiguren 30 Prozent Rabatt. Die Figuren kosten statt 9.50 nur 6.65 Franken. Natürlich kann man bis am 25. Dezember auch weiterhin Sticker sammeln. Bei jedem Einkauf gibt es pro 20 Franken einen Sticker. Für ein volles Sammelheft mit zehn Stickern erhält man gratis eine Hörspielfigur. Die vollen Sammelkarten können bis am 1. Januar eingelöst werden. Ihre Wichtelgeschichten hat die Migros gemeinsam mit Ex perten des Kinderverlags Spick Books entwickelt. Die kind gerechten Hörspiele vermitteln wichtige Werte wie Freundschaft, Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit – genau wie bei der Sammel aktion «StoryMania», die im
Sommer und Herbst stattgefunden hat. Baldige Rückkehr von Mick, Niki, Lulu und Co.
Die «StoryMania» rund um den abenteuerlustigen Mick und s eine Freunde in der Fantasiewelt Coloria war ein riesiger Erfolg. Deshalb waren einige Figuren wie die Eule Lulu, mit der man eigene Geschichten aufnehmen kann, vergriffen. Wer seine Sammlung noch vervollständigen möchte, kann dies bald tun: Demnächst können alle Figuren online nachbestellt werden. MM Alle Infos und Anleitungen: www.migros.ch/storybox * am 22. und 23. 12. 2017, ab Fr. 100.– Einkauf, max. 1 Figur pro Einkauf, nur solange Vorrat, erhältlich in allen Migros-Filialen
MIGROS-WELT | MM51, 18.12.2017 39
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«Wir machen jedes Jahr einen Adventskalender für alle hier im Haus, und jeder darf ein Türchen öffnen. Diesmal nahmen wir die herzigen Wichtel und klebten nur die Nummern auf. Mein Sohn Marvin freut sich sehr.» Nadja Spring, Adliswil ZH
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40 MM51, 18.12.2017 | MIGROS-WELT Im Schlusspurt: Margrit Clement (links) und Laura Davi von der Winterhilfe packen die letzten Päckli ein.
Migros-Weihnachtsaktion
Überblick
Die Weihnachts aktion der Migros In einer sechsteiligen Serie berichtet das Migros-Magazin über einige der ausgewählten Hilfsprojekte, für die der Ertrag der Migros-Weih nachtsaktion bestimmt ist. Teil 1: Überblick über die Spendenaktion Teil 2: Heks – in Familien gärten finden M igranten und Flüchtlinge eine sinnvolle Tätigkeit und knüpfen Freundschaften. Teil 3: C aritas – mittels Beratung führt das Hilfswerk Menschen aus der Schuldenfalle. Teil 4: Pro Juventute – über eine Helpline erhalten verzweifelte Kinder und Jugendliche rund um die Uhr Beistand. Teil 5: Pro Senectute – der Besuchsdienst be reichert den Alltag von Seniorinnen und Senioren. Diese Woche, Teil 6: Winterhilfe – Weihnachtsfeiern für Menschen am Existenz minimum vertreiben die Einsamkeit.
Niemand soll leer ausgehen Mitarbeiterinnen der Winterhilfe Basel-Stadt veranstalten jedes Jahr eine Weihnachtsfeier für Menschen, die am Existenzminimum leben. Künftig soll dieser Anlass auch in anderen Kantonen stattfinden. Text: Beat Matter Bild: Daniel Winkler
A
m Claramattweg in Basel herrscht im Büro gerade Hoch betrieb. Eine Gruppe von Frauen wickelt Kinderund Familienspiele in buntes und festliches Geschenkpapier ein. Rund 100 Päckli sind es zum Schluss. Die Stimmung ist fröhlich. Am Claramattweg befindet sich die Geschäftsstelle der Winterhilfe Basel-Stadt. Die Frauen um Geschäftsstellen leiterin Laura Davi (31) und deren Vorgängerin, Margrit Clement (62) sind damit
eschäftigt, das traditionelle b Weihnachtsfest für bedürftige Familien aus der Stadt vorzu bereiten. Anfangs war es nur ein Zvieri
Seit mehr als zehn Jahren führt die Winterhilfe Basel-Stadt jeweils Mitte Dezember ihr Weihnachtsfest durch. Margrit Clement erinnert sich, wie diese Tradition zustande kam, als sie die Leitung der Geschäfts stelle übernahm: «Ich wollte einen Weihnachtsanlass organi sieren, an dem rund 150 bedürf tige Menschen und Familien ein
paar Stunden lang feiern können.» Gleichzeitig wollte sie einen festlichen Rahmen schaffen, um den erwachsenen Gästen Einkaufsgutscheine und jedem Kind ein Päckli zu schenken. Die Basler Weihnachtsfeier ist mit den Jahren gewachsen. Strich Clement mit ihren Helfe rinnen anfänglich noch 900 be legte Brote für einen Weihnachts zvieri, werden mittlerweile den geladenen Familien ein Zmittag gekocht und eine Nachmittags unterhaltung präsentiert. «Die ses Jahr spielt ein Puppenthea
MIGROS-WELT | MM51, 18.12.2017 41
Mitmachen
So können Sie spenden Jetzt gibt es an den Migros-Kassen bunt verpackte Schoggiherzen zum Preis von 6, 10 und 15 Franken. Mit dem Kauf der Herzen unterstützen Sie die Migros-Weihnachts aktion. Der Erlös fliesst vollumfänglich in den Spendentopf. Am Ende der Aktion erhöht die Migros die Spendensumme um eine Million Franken. Das Geld wird anschlies send an die fünf Hilfswerke Caritas, Heks, Pro Juventute, Pro Senectute und Winterhilfe verteilt. Die Spenden kommen ausgewählten Hilfsprojekten in der Schweiz zugute.
ter für die Kleinen und eine Musikgruppe für die G rossen», verrät Laura Davi, die als neue Leiterin Clements Idee weiter führt. Am Grundkonzept der Feier will sie aus guten Gründen nichts ändern: «Aus unzähligen Rückmeldungen wissen wir, dass das Fest überaus geschätzt wird.» Das bestätigt eine allein erziehende Mutter von vier Kindern aus Basel, die anonym bleiben möchte. Die Frau, die derzeit eine Ausbildung nach holt, bat letztes Jahr im Advent bei der Basler Winterhilfe
schüchtern um einen Zustupf für einen Christbaum. Statt dessen bekam sie eine Ein ladung für das Fest. «Bei uns reicht das Geld nicht für einen Weihnachtsbaum oder für Geschenke. Am Weihnachts- fest der Winterhilfe aber wur den wir verwöhnt und beschenkt. Wir hatten einen wunderschö nen Abend.» Die Idee soll Schule machen
Neben der Winterhilfe BaselStadt führt auch die Winterhilfe Waadt regelmässig eine Weih nachtsfeier durch. Künftig
önnten weitere Sektionen k die Idee aufnehmen. «Wir suchen stets nach zusätzlichen Möglichkeiten, um armuts betroffenen Menschen eine Auszeit zu schenken. Deshalb bietet die Winterhilfe Schweiz neu all ihren Kantonalorganisa tionen an, sich dem Projekt anzuschliessen und e igene Weih nachtsfeiern zu veranstalten», sagt Esther Güdel, Verantwort liche Kommunikation bei der Winterhilfe. «Es sind schliesslich schöne Momente, die den Betrof fenen Kraft für ihren schwierigen Alltag geben.» MM
Informationen zu weiteren Spenden möglichkeiten auf www.migros.ch/ weihnachten
42 MM51, 18.12.2017 | MIGROS-WELT
Frage der Woche
Haben Sie eine Frage? Kontaktieren Sie uns! M-Infoline, der Kundendienst der Migros, erreichbar unter 0800 84 0848 oder www.migros.ch/ kundendienst
Telefonisch erreichbar Montag bis Freitag: 8.00–18.00 Uhr Samstag: 8.30–16.30 Uhr Anrufe auf die oben genannte Nummer sind gratis.
Ich habe in der Migros Mehl gekauft und festgestellt, dass das Gewicht um einige Gramm von der Angabe auf der Verpackung abweicht. Wie ist das möglich? Das Mehl wird mit einer Feuchtigkeit von rund 14,5 Prozent in Papierbeutel abgefüllt. Je nach Ort und Dauer der Lagerung kann es Feuchtigkeit aufnehmen oder abgeben. Daher sind bei Mehl Gewichtsabweichungen von unter fünf Prozent möglich. Darauf wird auf der Verpackung mit dem Vermerk «Mehl kann durch natürliche Wasserabgabe an Gewicht verlieren» hingewiesen. Der Gewichtsverlust kann beim Zubereiten von Teig aber mit der Zugabe von etwas mehr Wasser wieder ausgeglichen werden. Die Mehlpackungen werden auf der Abfüllanlage automatisch durch den Einsatz einer geeichten Waage überprüft. Zudem kontrolliert ein Eichmeister stichprobenartig die Füllmenge. MM
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Seit fünf Jahren entlastet die Migros die Umwelt mit dem System des kombinierten Verkehrs
Transportfachspezialist Mario Lehmann trägt dazu bei, dass Migros-Waren umweltfreundlich befördert werden.
Mario Lehmann (38) steht im Cargobahnhof Dietikon ZH und beobachtet, wie ein mächtiger Container voller Migros-Produkte per Kran von einem Lastwagen auf einen Güterwaggon verladen wird. «Dieses System nennen wir kombinierten Verkehr», erklärt Lehmann, der beim Migros- Genossenschafts-Bund als Transportfachspezialist arbeitet. Der schnelle Wechsel der Güter von der Schiene auf die Strasse macht es möglich, dass Zug- und LKW-
Transporte optimal aufeinander abgestimmt werden. So lassen sich Waren über längere Strecken per Bahn befördern. Bereits seit September 2012 betreibt die Migros auf nationaler Ebene das System des kombinierten Verkehrs und trägt so zur Entlastung der Umwelt bei.
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44 MM51, 18.12.2017 | MIGROS-WELT
Fischfang
Goldener Fang aus der Nordsee
Louwe de Boer ist seit über 30 Jahren Fischer und beliefert die Migros mit MSC-zertifiziertem Goldbutt. Dank innovativer Fangmethoden schont sein holländischer Familienbetrieb Meeresgrund und Fischbestände. Text: Andreas Dürrenberger Bilder: Andrea M. Hajmer
L
ouwe de Boer ist Fischer mit Leib und Seele. Er war fünf Jahre alt, als er zum ersten Mal auf einem Fischerboot zur See fuhr. «In den Ferien durfte ich meinen Vater auf einer Fahrt begleiten und wurde fürchterlich seekrank», erzählt er und lacht. De Boer entstammt einer holländischen Fischerfamilie aus der Ortschaft Urk an der Nordsee. Sein Grossvater begann in den 1930er-Jahren mit dem Fischfang. Enkel Louwe wuchs in einer Grossfamilie mit 17 Geschwistern auf. Er und vier Brüder sind noch heute im Unternehmen tätig. Fischfang ohne Schleppnetze
Während seine Brüder nach wie vor in See stechen, bleibt Louwe an Land. Er ist als Fischereimanager der Ekofish Group mittlerweile im Büro tätig. Der Wechsel von der Schiffs brücke an den Schreibtisch fiel ihm nicht leicht. «Seit ich 16 Jahre alt bin, habe ich auf dem Schiff gearbeitet. Zuerst als Koch, dann im Maschinenraum, als Maat und zum Schluss als Skipper, also als Kapitän», erzählt der 51-Jährige. Mehr als 20 Jahre hatte sich sein Leben nur um seine Familie und seine Arbeit auf dem Boot gedreht. «Über unser Unternehmen an sich habe ich überhaupt nicht nachgedacht.» Das änderte sich, als sein Vater 2004 in Rente ging und ihm die Führung des Familienbetriebs anbot. Sein neuer Job gab ihm Einblick in alle Bereiche des Betriebs, auch in die Finanzen. Was er sah, erschreckte ihn. «Was die Fangmenge anging, waren
wir die Champions in unserem Dorf. Aber unsere Ausgaben waren sehr hoch.» Der Grund: Die schweren Grundschleppnetze, die für den Fang der am Meeresboden lebenden Fische wie Goldbutt eingesetzt wurden, verursachten einen hohen Treibstoffverbrauch. Louwe sagt: «Uns war klar: Das ist nicht nachhaltig. Wir müssen etwas ändern, nur was?» Die Lösung heisst Twin-Rig- Methode. Dabei kommen statt eines Netzes zwei offene N etze zum Einsatz, die nicht mehr über den Boden geschleppt werden, sondern wenige Zentimeter darüber hinweggleiten. Das spart Treibstoff und schont den Meeresboden. Die neuen Netze verfügen zudem über eine Maschenweite, die es kleineren Schollen erlaubt, zu ent fliehen. «Unsere Beifangquote liegt bei zwei Prozent», sagt de Boer. «Gehen zu viele junge Fische ins Netz, erhöhen wir die Maschenweite.» De Boer gibt zu, dass er am Anfang skeptisch war, ob die neue Methode funktionieren würde. «Auf unserer ersten Twin-Rig-Fangfahrt 2006 begleitete uns ein dänischer Freund, der die Methode bereits kannte. Wir warfen unsere Netze aus, und es passierte – nichts.» Mit der alten Methode sei man mit voller Kraft vorausgefahren. Nun blieb der Schiffsmotor erstaunlich r uhig. «Nach ein paar Minuten fragte ich meinen Freund, wann wir mit Fischen beginnen. Er meinte nur: Bleib ruhig und warte, bis wir die Netze einholen. Zwei Stunden später schaute ich zu, wie die Netze hochkamen: Sie waren
voller Fische. Das öffnete uns die Augen: Wir mussten 30 Jahre lang etwas falsch g emacht haben.» Goldbuttbestand ist im Hoch
Ein Jahr später folgte erneut ein Wendepunkt: Der Goldbutt, der 80 Prozent des Fangs der Ekofish Group ausmacht, wurde von Naturschutzorganisationen wie dem WWF auf die rote Liste gesetzt. Super märkte begannen, auf den Verkauf zu verzichten. «Wir setzten uns mit dem WWF zusammen, um über Fischerei und Nachhaltigkeit zu diskutieren», erzählt de Boer. «Sie waren von den bisherigen Umstellungen be eindruckt. Aber wir fragten uns: Was können wir noch mehr tun?» Ekofish fasste den Entschluss, sich durch MSC (Marine Stewardship Council) zertifizieren zu lassen. «Als erstes Fischereiunternehmen, das auf Grundfische spezialisiert ist, erhielten wir 2009 das MSC-Zerti fikat», sagt de Boer. Mittlerweile haben sich die Goldbuttbestände in der Nordsee dank tieferer Fang quoten und nachhaltigerer Fischereimethoden erholt und sind so hoch wie seit 50 Jahren nicht mehr. Und Fischer wie Louwe de Boer und seine Familie tragen Sorge dazu, dass die Bestände auch künftig nachhaltig befischt werden. «Wir sind stolze Fischersleute. Und wir sind stolz darauf, den künftigen Generationen einen gesunden Fischbestand zu hinterlassen.» MM Infos zum Goldbutt auf Seite 47
Wissenswertes Da viele Fischarten nicht in reinen Schwärmen vorkommen, lässt sich der Beifang nicht verhindern. Um eine MSC-Zertifizierung zu erhalten, dürfen die Zusammensetzung und die Menge des Beifangs keine negative Auswirkungen auf die bei gefangenen Arten haben.
MIGROS-WELT | MM51, 18.12.2017 45
Generation M
Nur noch Fisch aus nachhaltiger Quelle Im Rahmen ihres Nachhaltigkeitsprogramms «Generation M» hat die Migros ein ehrgeiziges Versprechen abgegeben: Bis 2020 will sie nur noch Fisch und Meeresfrüchte aus nachhaltigen Quellen verkaufen. Ein Ziel, das sie bereits letztes Jahr erreichte. Seither haben alle Produkte ein Zertifikat wie MSC für Fische aus Wildfang und ASC oder Bio für Produkte aus Zucht, oder sie sind vom WWF als «empfehlenswert» oder «akzeptabel» eingestuft worden.
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Die Migros hat bis zur Erfüllung des Versprechens immer wieder Pionierleistungen erbracht. So hat sie 2012 als erste Schweizer Detailhändlerin einen ASC-zertifizierten Fisch ins Sortiment aufgenommen und 2013 als erste Händlerin weltweit MSC-Dosen-Thunfisch verkauft, der mit der Angel gefangen wird. Mehr Infos: www.generation-m.ch
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1 Die Ekofish Group verfügt über drei Schiffe, die wöchentlich fünf Tage auf See sind.
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2 Schonender Fang: Bei der Twin-Rig- Methode kommen zwei Netze zum Einsatz,
die wenige Zentimeter über den Meeresboden hinweggleiten. 3 Kaum mehr Beifang: Die Maschenweite der Netze verhindert, dass zu kleine Goldbutt gefangen werden.
4 Stolzer Fischer: Louwe de Boer fuhr mehr als 30 Jahre zur See. Heute ist er der Fischereimanager seines Familien betriebs.
Fische und Meeresfrüchte mit dem MSC-Gütesiegel (Marine Stewardship Council) stammen aus nachhaltiger Fischerei, die Beifang vermeidet, den Meeresboden schont und dafür sorgt, dass sich die Fischbestände erholen und vermehren können.
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Schmackhafter Fang aus der Tiefe: Der Goldbutt lebt in Meerestiefen zwischen 100 und 200 Metern.
Goldbutt ist als Speisefisch sehr beliebt. Sein festes, weisses Fleisch verfügt über einen vollmundi gen Geschmack.
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Von der Ananas unten und oben den Strunk entfernen. Schale abschneiden, Augen dia gonal rundum herausschneiden. Ananas der Länge nach vierteln, den Strunk herausschnei den. Das Fruchtfleisch in Scheiben schneiden.
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Für die Zabaione Passionsfrüchte halbieren, Fruchtmark herauslöffeln und durch ein Sieb streichen. Saft mit Eigelb, Ei und Zucker in einer Chromstahlschüssel mit dem Handrührgerät ca. 5 Minuten hell und schaumig rühren.
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Pitahaya längs vierteln. Schale von Hand abziehen, Fruchtfleisch in Scheiben schneiden.
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Schüssel über ein heisses Wasserbad stellen und weiterrühren (Schüssel darf das Wasser nicht berühren). Zabaione weiterschlagen, bis der Schaum cremig wird. Schüssel in ein kaltes Wasserbad stellen und Creme ca. 1 Minute weiterschlagen. Exotische Früchte mit Passions frucht-Zabaione servieren.
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Von der Persimon den Strunk wegschneiden. Die Frucht mit einem Sparschäler schälen, vier teln und in Scheiben schneiden. Physalis öffnen, die Schale nach hinten legen und drehend fixieren.
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Crevetten mediterran, Zucht aus Bangladesch, 220 g, 7.30 statt 9.20 20% Bio-Bündnerfleisch, Schweiz, per 100 g, 8.45 statt 10.60 20% * Thunfischfilet nature, Sesam oder nach Schwarzwälder Art, Wildfang aus dem westlichen Zentralpazifik/ Vietnam, 80 g, z.B. nature, 7.90 statt 9.90 20%
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MIGROS-WELT | MM51, 18.12.2017 63
Profi-Tipp
Fruchtige Passion 4
Zutaten für 4 Personen 1 Mango 1 Baby-Ananas 1 Persimon 1 Schale Physalis 1 Pitahaya Zabaione: 3 Passionsfrüchte 2 Eigelb 1 Ei 110 g Zucker
Andrea Pistorius, Rezeptautorin
Die Passionsfrucht ist eine meiner Lieblingsfrüchte unter den Exoten – schon ihr Name verspricht leidenschaftlichen Genuss. Und den bekommt man nicht erst, wenn die Früchte schrumpelig sind. Die noch glatten Früchte schmecken genauso fein und können sofort verzehrt werden. Sie reifen bei Zimmertemperatur noch etwas nach und werden schrumpeliger und etwas süsser. Lässt man sie zu lange reifen, können Passionsfrüchte vergoren schmecken. Die Kerne sind zwar ebenfalls geniessbar, in der Zabaione stören sie aber. Deshalb streiche ich sie durch ein Sieb.
Getrocknete Kerne kann man in Töpfe sähen. Mit etwas Glück wird daraus eine rankende Passionsblume, die im Sommer auch auf dem Balkon gedeiht und wunderschön blüht. Leider ist sie nicht frostsicher und braucht viel Sonne und Wärme. Deshalb trägt sie in unseren Breiten kaum Früchte und muss im Keller überwintern. MM
Mangofruchtfleisch samt Schale vom Stein schneiden. An einem Glasrand Schale und Fruchtfleisch trennen. Das Fruchtfleisch der Länge nach halbieren und in Scheiben schneiden.
Geniessen Sie die Zabaione unbedingt ganz frisch, denn zur Aufbewahrung ist dieses Gericht nicht geeignet. Nach dem Schneiden exo tischer Früchte sollten vor allem hochwertige Karbon stahlmesser rasch gereinigt werden, da die Säure der Früchte die Klinge verfärben kann. Stumpf werden die Messer dadurch aber nicht.
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Mit Zitronensaft und einem Schuss Grenadine- Sirup lässt sich Bitter Lemon schnell in einen spritzigen Longdrink verwandeln. Apéritiv Ginger Ale, 6 × 0,5 l Fr. 5.25* statt 6.60 In grösseren Filialen
Tipp 2
Bild und Styling: Christine Benz
Zur leicht bitteren Note von Tonic Water passt Grapefruit- oder Orangensaft: einfach nach persön licher Vorliebe mischen.
Wer nicht mixen mag, gibt einfach nur Eiswürfel zu den prickelnden Bitter-Limonaden.
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2
Programm zur Entkalkung starten. Flüssigkeit hin durchfliessen lassen und in einem Behälter auffangen. Vorgang gemäss Anweisung des Herstellers wiederholen.
3
Klares Leitungswasser durch die Maschine fliessen lassen, um Entkalkerrückstände zu entfernen.
Illustration: Katena Studios
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68 MM51, 18.12.2017 | MIGROS-WELT Papeteria
Top organisiert ins neue Jahr Der Jahreswechsel ist die beste Zeit, um Dinge neu zu ordnen – auch im Büro. Stylische Accessoires und praktische Papeteria-Artikel dafür gibt es in der Migros. Text: Jacqueline Vinzelberg Bilder: Roger Hofstetter
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MIGROS-WELT | MM51, 18.12.2017 69
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MIGROS-WELT | MM51, 18.12.2017 71
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Aktion Fr. 3299.– statt 3999.– OLED-Display Die OLED-Technologie sorgt mit über acht Millionen individuell gesteuerten Bildpunkten für Kon trastverhältnisse, die das Bild mit mehr Details, Tiefe, Texturen und Farben ausstatten – selbst bei Tageslicht. Zudem garantiert die Technologie den Genuss von 4K-Filmen mit High Dynamic Range (HDR) – egal, ob es sich um DVDs, Blu-ray-Discs oder digitale Fotos handelt. Auch herkömmliche Filme profitieren vom Sony-Prozessor X1-Extreme, denn er optimiert die Bilddaten so, dass sie ähnlich klar und sauber wirken wie 4K-Aufnahmen.
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72 MM51, 18.12.2017 | MIGROS-WELT Ausgewählt
Frohes Fest
Der Tisch ist gedeckt, die Geschenke liegen unter dem Weihnachtsbaum. Überall Glitzer und gute Laune. Ich liebe Weihnachten und freue mich jedes Jahr wieder auf die bewährten Rituale. Text: Heidi Bacchilega
Heidi Bacchilega, Redaktorin und Projektleiterin Migros-Medien
Dauerbrenner: Fondue chinoise ist eines der beliebtesten Weihnachtsmenüs, auch in unserer Familie.
Migros Sélection Fondue chinoise Wagyu-Beef, 200 g Fr. 19.50
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MIGROS-WELT | MM51, 18.12.2017 73
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Perfekt: Ich bestreiche Blinis mit Frischkäse und belege sie mit würzigem Lachs.
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MIGROS-WELT | MM51, 18.12.2017 75
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Für 20 Franken* an die Generalprobe am 20. Januar um 14 Uhr Am Charivari stehen Clique, Gugge, Pfyffergrubbe und Schnitzelbängg auf der Bühne.
Fasnacht
Vor allen anderen ans Charivari Das Glaibasler Charivari bietet auch 2018 ein vielfältiges und unterhaltsames Programm. Die Kundinnen und Kunden der Migros Basel können am 20. Januar für 20 Franken an die Generalprobe im Volkshaus. Text: Moritz Weisskopf
Bilder: zvg
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as Glaibasler Charivari ist jedes Jahr heiss begehrt und meistens innert kürzester Zeit ausverkauft. Kein Wunder, zaubert doch die Vorfasnachtsveranstaltung jedes Jahr ausgewählte Schnitzelbänke, humorvolle Rahmestiggli und feinste Fasnachtsmusik aus dem Hut. Das ist auch 2018 nicht anders, wenn das Charivari vom 20. Januar bis 3. Februar im Volkshaus Basel zu Gast ist. Bekannte Basler Fasnachtsformationen wie die Basler Rolli Fasnachtsgesellschaft 1969, die Kleinbasler Guggenmusik Ohre-
gribler oder der mehrstimmige Schnitzelbank d Gwäägi sorgen in der kommenden Ausgabe für fasnächtliche Unterhaltung, während die Pfyffergrubbe Spitzbuebe mit ihren Piccoloklängen für einen wahren Ohrenschmaus sorgt. Mit humorvollen, bissigen und besinnlichen Texten nimmt das Schauspielensemble im Rahme stiggli regionale und globale Themen aufs Korn und überzeugt mit ihrem ganzen Können. Neben dem Charivari-Newcomer Roger Wicki setzt sich das Ensemble unter der Leitung von Regisseurin
und Schauspielerin Colette Studer aus den etablierten Kräften Mirjam Buess, Nico Jacomet, Tatjana Pietropaolo, Stephanie Schluchter und Martin Stich zusammen. Mathis Brenneis schlüpft in die Rolle des Blaggedde-Verkäufers und präsentiert wiederum eine besondere Figur der Basler Fasnacht. MM Saalöffnung Generalprobe: 13 Uhr Vorverkaufsstellen: Migros Claramarkt und MParc Dreispitz Informationen und reguläre Tickets: www.charivari.ch * Im Preis inbegriffen sind ein Pärli Wienerli mit Brot und ein Getränk nach Wahl. Freie Platzwahl am Tisch
76 MM51, 18.12.2017 | MIGROS-WELT Mehr Wissen Die Schweizer Tafel hat 2016 in der Region Basel 825 Tonnen Lebens mittel verteilt.
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Schweizer Tafel
Gemeinsam gegen Food Waste Die Schweizer Tafel verteilt jeden Tag überschüssige Lebensmittel an Bedürftige. Das Migros-Magazin hat die Helfer auf einer Tour begleitet. Text und Bilder: Moritz Weisskopf
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s ist noch früh am Mor gen, doch Sonja Grässlin ist schon auf Zack. Sie sucht etwas in den Gän gen des Bürogebäudes. Links und rechts stapeln sich Süss getränke, Schokolade, Nudeln, Konserven und … Kaffee! «Da ist er!», sagt sie und fährt die Café-Royal-Palette sogleich in den Lift. Seit 2015 ist Sonja Grässlin Regionalleiterin beider Basel bei der Schweizer Tafel. Gegrün det im Jahr 2001, sorgt die Hilfsorganisation für die Ver teilung überschüssiger Lebens mittel von Grossverteilern und Produzenten an soziale Institu tionen, die sich um Menschen in der Armutsfalle kümmern. Lebensmittel, bei denen das Verkaufs-, nicht aber das Verbrauchsdatum abgelaufen ist, sind einwandfrei und können so sinnvoll weiterverwendet an statt weggeworfen werden. Im Bürogebäude in Pratteln lagern die etwas länger haltbaren Produkte, alle anderen werden
MIGROS-WELT | MM51, 18.12.2017 77
1 Um 7.30 Uhr werden die Lebensmittel auf die drei Transporter verteilt. 2 Seit 2015 ist Sonja Grässlin als Regionalleiterin beider Basel für die Schweizer Tafel tätig. 3 Sonja Grässlin bei der Routenbespre chung mit den Helfern. 4 Sauber gestapelt stehen die Kisten bei der Migros bereit. 5 Insgesamt 62 Kisten haben in einem Transportwagen der Schweizer Tafel Platz. 6 Die Nahrungsmittel gehen entweder an Verteilstationen wie die Kirche St. Anton … 7 … oder an Institu tionen wie das Männerwohnhaus der Heilsarmee, die aus den Zutaten ganze Menüs kochen. 8 Nergiz Huber und ihr Team verteilen jeden Dienstag die Nahrungsmittel an die Familien.
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direkt bei den Filialen abgeholt. Dank ihrer langjährigen Erfahrung im Speditionsbereich behält Sonja Grässlin den Überblick. Doch ohne den Einsatz ihrer Helfer würde die Schweizer Tafel nicht funktionieren. So stehen an diesem Dienstagmorgen um 7.30 Uhr vier Zivildienstleistende, zwei Leute vom Beschäftigungsprogramm der Sozialhilfe sowie drei Freiwillige unten an der Laderampe und lauschen den freundlichen, aber klaren Anweisungen von Sonja Grässlin. Rund 100 Stationen pro Tag
Für die Migros-Tour sind die Zivis Joel Eglin und Marco Saitta eingeteilt. Bei der Anliefer zone der ersten Migros-Filiale stehen die Kisten bereits schön gestapelt bereit. In Windeseile werden sie überprüft und im Transporter verstaut. «Salat, Gemüse, Früchte und Brot erhalten wir am meisten, Fleisch eher selten», erklärt Joel Eglin. Rund 100 Abhol- und Anliefer-
stationen fährt das Team durchschnittlich pro Tag an. Ein halbe Million Betroffener
14,6 Prozent der Schweizer Bevölkerung sind von Armut bedroht. Weitere 7 Prozent sind davon betroffen – das sind rund 570 000 Menschen. Auch Peter E.* zählt dazu. Im Männerwohnhaus der Heilsarmee geniesst er sein Mittagessen: Kartoffelstock mit Rüebli. Er wohnt schon eine Weile im Männerwohnhaus. Nach einem familiären Schicksalsschlag kam er in die psychiatrische K linik. Danach konnte er nicht mehr zurück in seine Wohnung, fand aber im Männerwohnhaus Unterschlupf, wo er mit über 40 anderen Sozial hilfeempfängern und IV-Rent nern wohnt und gemeinsam mit Fachpersonen auf die Wieder eingliederung hinarbeitet. «Der geregelte Tagesablauf ist wichtig, er gibt mir Halt. Und das E ssen ist nicht mal so schlecht», sagt er augenzwinkernd in Richtung Küche.
Dort steht Marcus Pfeil und nimmt die angelieferten Kisten entgegen. Jeden Tag kreiert er daraus drei Mahlzeiten. «Wir bauen die Produkte der Schweizer Tafel in unseren Speiseplan ein. Wir wissen nicht immer, was kommt, aber Gemüse gibt es auf jeden Fall täglich.» Doch nicht nur Gemüse, auch viele Früchte landen in Pfeils Küche – überschüssige werden zu Konfi verarbeitet: «Wir haben viel mehr Brot als Konfitüre, da dachte ich mir: Wir machen die Konfi einfach selber», sagt Sonja Grässlin. An Standaktionen wird die übrige Konfitüre dann zur Spendenakquise verteilt. Nahrungsmittel für Familien
Während die Konfi vor sich hinköchelt, sind Joel und Marco wieder unterwegs. Nach sechs Monaten Einsatz weiss Marco Saitta genau, welche Institutionen was benötigen. «Das Männerwohnhaus braucht Gemüse, Fleisch und Pasta zum Kochen. Der Kirche St. Anton bringen
wir mehrheitlich Nahrungsmittel zum Direktverzehr, etwa Früchte, Brote, Joghurt und Süssigkeiten», so der 25-Jährige. In einem Vorraum der Kirche St. Anton versammeln sich rund 20 Menschen. Die meisten stammen aus dem Quartier. Auch sie leben in ärmlichen Verhältnissen. Sie warten, bis die von der Schweizer Tafel angelieferte Ware an sie verteilt wird. Die Tische sind in U-Form angeordnet, in der Mitte die Kisten. Nergiz Huber und ihre zwei Kollegen verteilen die Nahrungsmittel. «Wir fangen bei denen mit den grössten Familien an», erklärt sie. Einen symbolischen Beitrag von drei Franken müssen alle zahlen. «Das Geld verwenden wir, um den Familien an Weihnachten einen MigrosSack zu schenken, mit Produkten, die sie sonst nie erhalten», erklärt Huber. Während sie Kiste für Kiste weiterverteilt, geht die Fahrt für Joel und Marco weiter. Es stehen noch viele weitere Stationen bevor. MM
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Leben MM51
Richtig oder falsch?
Eine Bohrmaschine ist während ihrer Lebensdauer im Durchschnitt nur 20 Minuten im Einsatz.
1, 2 oder 3?
Monica Müller (43) hat zwei Buben, einen Mann, einen Job, einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.
Der Grosse (7) ist fasziniert vom Christkindli. Er wundert sich, wie so ein kleines Wesen mit Flügeln so viele, teils schwere Geschenke transportieren kann. Alle Jahre wieder bereitet er ein Tellerchen mit Mailänderli und ein Glas Milch fürs Christkindli vor und stellt beides auf den Fenstersims. Er möchte es so für seinen harten Job stärken. Als ich ihn dieses Jahr auffordere, dem Christkindli seine Wünsche mitzuteilen, schreibt er keinen Brief, sondern malt eine märchenhafte Schneelandschaft, in deren Mitte ein prächtiger Weihnachtsbaum funkelt. «Schön», denke ich. Dann wende ich die Zeichnung und lese: «Als erstes wir! Vroe Weihnachten.» Ich runzle die Stirn, und er erklärt: «Das Christkindli soll uns als Erste beliefern, so kriegen wir die besten Geschenke.» Und jetzt? 1 Der Trump’sche Imperativ missfällt mir, und ich tadle ihn: «Das Christkindli nimmt
keine Befehle entgegen, nur Wünsche. Und es behandelt alle gleich.»
Darum gilt: Wer Gegenstände wie Akku schrauber, Fahrrad anhänger und Raclette ofen mit seinen Nach barn teilt, kann nicht nur Geld sparen, son dern auch Ressourcen schonen und das Gemeinschaftsgefühl stärken.
2 Ich klebe die Zeichnung ans Fenster, damit das Christkindli nur das Bild sieht. 3 Ich freue mich, dass er strategisch denkt. Und das erst noch nett verpackt.
Antwort 2: Der Grosse wird fragen, warum ich das so gemacht habe, und dann kann ich ihm meine Moralpredigt nebenbei verpassen. Ich werde sie charmant verpacken und erklären, dass das Christkindli bestimmt eine möglichst gut durchdachte Flugroute wählt und für alle etwas Schönes hat.
Illustration: Lisa Rock, Bild: René Ruis
Christkindli
Falsch! Es sind sogar nur 13 Minuten. Trotz dem haben viele Haus halte einen eigenen Akkuschrauber und viele andere Geräte, die nur punktuell zum Einsatz kommen. Warum nicht Nähma schine, Rasenmäher, Velopumpe und Co. mit der Nachbarschaft teilen? Machen alle mit, sind solche Tausch geschäfte ganz einfach möglich und können ausserdem für nette Begegnungen sorgen. Kleine Aufkleber am Briefkasten, die an zeigen, was man aus zuleihen hat, erleich tern das Teilen. Solche Kleber sind zum Bei spiel auf der Website www.pumpipumpe.ch erhältlich.
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82 MM51, 18.12.2017 | LEBEN
Reisen
Alles klar in Panama
Panama ist eine Entdeckung – für Foodies genauso wie für Naturliebhaber. Das mittelamerikanische Land besticht durch kulturelle Kontraste und eine reiche Flora und Fauna. Text: Dinah Leuenberger Bilder: Bruno Karl Stebler
D
ie Ankunft in Panama ist laut. Just in der Minute, in der wir am Flughafen Tocumen landen, qualifiziert sich das Land zum ersten Mal für die Fuss- ballweltmeisterschaft. Das löst eine nationale Euphorie aus. Getragen von einem Autohupkonzert, fahren wir auf dem Highway der Skyline von Panama City entgegen. Augenblicklich zeigt die Stadt ihre Kontraste: ärmliche Well blechhütten neben modernen Wolkenkratzern, alte, mit Airbrush verzierte Busse neben schicken Uber-Karossen. In den futuristischen Gebäuden der Finanzmetropole arbeiten Tausende von Bankern aus aller Welt.
LEBEN | MM51, 18.12.2017 83
1
Vom Stadtberg Cerro Ancón aus bietet sich eine grandiose Sicht auf die Skyline von Panama City.
Einer davon ist Benjamin Bracher. Der 33-jährige Berner mit chilenischer Mutter hat eine typische Bankkarriere bei der Credit Suisse absolviert und ist vor drei Jahren als Expat nach Panama gekommen. Ein angenehmes Leben in materiellem Wohlstand. Doch er suchte nach einer sinnvolleren, weniger oberflächlichen Beschäftigung. Diesen September hat er seinen Job gekündigt, um sich seinem Kunstprojekt «Casa Selva» zu widmen: Zusammen mit seinem Cousin Severin Bracher (24) und Cristian Zuñiga (30) kreiert er Kunst, etwa einen Tisch aus einem Holzstrunk, Skulpturen aus geschweissten Nägeln oder einem alten Anzug. «Mir gefällt
der entspannte Lebensstil der Panamaer, doch als Banker will ich nicht hier bleiben», sagt Bracher. Mit dem Kunstprojekt hat er für sich nun die ideale Lösung gefunden. «Es war unglaublich befreiend, mal ein Schleifgerät in die Hand zu nehmen, das machst du als Banker ja nie.» Dennoch profitiert er von seinen Kontakten aus der Bankerzeit: Darunter befindet sich auch der junge Starkoch José Carles Olmuedo. In seinem Restaurant, im «Donde José», muss man normalerweise drei Monate im Voraus reservieren – es gibt nur 16 Plätze. Serviert werden keine Gänge, sondern Geschichten; sie tragen Namen wie «Urban Surroundings» und sollen den
2
1 Hier pulsiert das Leben: Der Panamaer Stadtteil El Chorrillo ist geprägt von Lärm und Betriebigkeit. 2 Die drei kreativen Köpfe hinter «Casa Selva»: Cristian Zuñiga, Benjamin und Severin Bracher an einem Tisch, den sie selbst gefertigt haben.
Alltag in Panama City widerspiegeln. Mit Zitrussäften vermischte Kräuter etwa prickeln wie das Leben in der pulsierenden Stadt. Die rauchigen Noten unseres Menüs – frittierte Käse-Mais-Bällchen mit einer unwiderstehlichen Tomaten sauce, ein herrlich würziges Tatar und das typische Eis dessert «Raspao» – lassen uns noch Tage später schwärmen. Endlich im Dschungel
«Que xopa?», begrüsst uns unser Guide Josue Uno am nächsten Morgen: «Alles klar?» In Costa Rica würde das niemand verstehen, erklärt der 30-Jährige. Der Ausdruck werde nur in Panama verwendet, hier dafür inflatio-
när. Uno bezeichnet sich als Geschichtenerzähler. «Schon im Alter von zehn Jahren war das meine Passion. Ich habe zwar Wirtschaft studiert, aber die Arbeit als Tourguide sagt mir mehr zu.» Keine Frage, auf die er nicht sofort eine Antwort weiss. So auch bei unserem ersten Kontakt mit der Flora und Fauna in Panama – im Museum: Im futuristischen Museo de la Biodiversidad von Architekt Frank Gehry erfahren wir, wie Panama sich aus tektonischen Platten ge bildet und die Vulkanerde sich geformt hat – und wie dadurch eine schier grenzenlose Bio diversität entstand: Es gab drei Meter grosse Faultiere, Nashörner und Kamele, die irgendwann
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LEBEN | MM51, 18.12.2017 85
Tipps
Panama – von Anreise bis Wetter Anreise: Direktflüge gibt es zurzeit keine. KLM bietet Flüge ab Zürich mit Zwischenstopp in Amsterdam für rund 700 Franken.
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Hotels: Auf dem Festland bieten sie jeglichen Luxus. Wer ein Back packer-Erlebnis sucht, übernachtet auf San Blas. Dort allerdings besser mit Rucksack statt Rollkoffer.
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1 Die Weissrüssel-Nasenbären sind scheu, aber sehr gefrässig. 2 Im typischen Kolonialstil erbaute Häuser im Panamaer Stadtteil Casco Antiguo 3 Rund 40 Schiffe passieren täglich die Schleusen des Panamakanals. 4 Die Plantagen am Fuss des Vulkans Barù liefern mit die besten Kaffeesorten der Welt.
wieder verschwanden, Affen, Capybaras (grosse Nagetiere) und Krokodile, die man mit etwas Glück noch heute antrifft. Den realen Dschungel erleben wir während einer Flussfahrt durch den Panamakanal und die vielen kleinen Seen, die bei dessen Bau entstanden sind. Wir passieren den Chagres – den einzigen Fluss der Welt, der in zwei Ozeane fliesst – und entdecken eine schillernde Vogel- und Schmetterlingswelt. Wir machen Bekanntschaft mit den frechen Kapuzineraffen, sehen Kaimane und Capybaras. Nur die Faultiere sind wohl zu faul, um sich blicken zu lassen. Also besuchen wir die «Miraflores Locks», die Schleusen des Panamakanals. Wir passieren die «Puente de las Américas», bis 2004 die einzige Verbindungsbrücke zwischen Nord- und Südamerika. «Wisst ihr, warum mein Wohnort ‹Arraijan› heisst?», fragt Guide Josue. Es klingt wie «areihän», also «at the right hand». Josue klärt uns auf: Der Ort liegt auf der rechten Seite des Panamaka-
Sympathie gewinnt man in Panama sofort, wenn man die Einheimischen mit «Que xopa» («Keh So-pah») begrüsst und nach dem besten Rezept für die Hühnersuppe Sancocho fragt: Jeder Panamaer behauptet nämlich, sein Rezept sei das beste.
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nals und verdankt seinen Namen den Amerikanern. Land im Aufschwung
Der Einfluss der USA macht sich nicht nur in der Sprache der Panamaer bemerkbar. Nachdem das Land sich von Kolumbien abgespaltet hatte, erhielten die Amerikaner das Recht, den Panamakanal zu bauen. 1914 wurde er fertiggestellt, fortan gehörten die Zone um den Kanal und die Zolleinnahmen den Amerikanern. 1999 wurde das gesamte Gebiet an Panama zurückgegeben, was im Land zu wirtschaft lichem Aufschwung führte. Diese Entwicklung nimmt seit Juni 2016 weiter zu, seit die zweiten und grösseren Kanalschleusen eröffnet wurden. Die grössten Güterschiffe, die bis zu 14 000 Container führen, zahlen bis zu e iner Million US-Dollar Zoll, um den 82 Kilometer langen Kanal passieren zu können. Dafür werden sie auf der einen Seite um 26 Meter erhöht und auf der anderen wieder gesenkt. Das ist nötig wegen der
Gezeiten, die im Pazifik einem anderen Rhythmus folgen als im Atlantik. Nach einigen Tagen in der Hauptstadt reisen wir weiter in Richtung Norden. Wir machen Halt in Boquete, einem Dorf am Fuss des Barú: Der Vulkan ist mit 3475 Metern die höchste Erhebung im Land und sorgt für besonders nährstoffhaltige Böden. So wächst in dieser Region eine der weltweit teuersten Kaffeesorten. Wir besuchen die Finca Lerida, ein Anwesen, das 1920 von einem Norweger erbaut wurde. Wir wandern durch die hügeligen Kaffee plantagen am Rande des Urwalds und lernen, wie der Kaffee wächst: Anfangs ragt eine ein zige Kaffeebohne auf einem dünnen Halm aus der Erde. Kaffee, so erfahren wir, lässt sich auf unterschiedliche Arten rösten: Das Resultat, die grossen Unterschiede im Geschmack, erleben wir bei einer Degustation. Die Nacht verbringen wir im gemütlichen Hotel Panamonte, in dem einst Ingrid Bergman
Tee: In Boquete gibt es die Kaffeesorte «Geisha» zu entdecken: Sie schmeckt nach Kaffee und Tee zugleich – ungewohnt, aber sehr schmackhaft. Vögel und Kaffee: Beides gibt es in Boquete. Die Vogelarten sind in Panama zahlreicher als in Amerika, Kanada und Europa zusammen. Whale Watching: Auf tierfreundliche Art spüren die Guides in der Region Chiriqui die grossen Meeressäuger auf. Dort hat man gute Chancen, sie zu sichten. Wetter: Von April bis etwa Mitte Dezember ist Regenzeit. Eine lokale Weisheit besagt, dass 85 Prozent des Regens nach 13 Uhr fallen. Sonnencreme gehört unbedingt ins Gepäck – der Dunst trügt!
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Vulkan BarÚ
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1 Die bunten «Molas» zählen zur traditionellen Kleidung der Kunas. 2 Ein Eiland pro Tag: Nur wenige der 365 San-Blas-Inseln sind bewohnt.
a bstieg. Attraktionen des über 100-jährigen Hotels: der gleichaltrige, riesige Kaktus im gros sen Garten und die Küche von Charlie Collins – er zählt zu den besten Köchen in Panama. Wir geniessen den köstlichen Naranjilla-Saft, knusprige Patacones aus grünen Bananen und eine würzige Sancocho – die cremige Hühnersuppe, von der jeder Panamaer behauptet, er kenne das beste Rezept. In Begleitung der Meeressäuger
Wer Wale beobachten will, muss früh aufstehen. Gute Chancen hat man etwa in Bocas del Toro an der Atlantikküste. Der Ort ist allerdings eine beliebte touristische Destination und darum relativ stark frequentiert. Wir bevorzugen den am Pazifik gelegenen Ort Chiri-
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quí. Mit uns im Boot sitzt eine Frau, die schon zwölf Touren unternommen, aber noch nie Wale gesehen hat. Ein schlechtes Omen? Als wir die Hoffnung schon fast aufgegeben haben, spritzt plötzlich eine Fontäne in die Luft: Eine Buckelwal mutter begleitet uns mit ihrem Kalb – ein majestätischer Anblick. Auf der Rückfahrt folgt der nächste Höhepunkt: Unser Schiff gerät in eine Delfinschule, deren mutigste Tiere am Bug mitschwimmen und vor Freude quietschen. Zu guter Letzt werden wir Backpacker: Wir besuchen die San-Blas-Inseln im Atlantik oder «Kuna Yala», wie die Einheimischen, die Kunas, sie nennen. Wer hier übernachten möchte, lässt mit dem Rollkoffer am besten auch das
Shampoo zurück: Die Duschen werden mit Salzwasser betrieben, das ungefiltert zurück ins Meer fliesst. Die Nächte hier sind stürmisch, aber lau. Und auch das Meer ist warm: Stundenlang schnorcheln wir den weissen Sandstränden entlang und tauchen nach Muscheln. Zwischen den Inseln, es scheint mitten im Meer, entdecken wir auf einer Bootstour den «natural swimmingpool», eine Sandbank mit knöcheltiefem Wasser und Seesternen. Wir lassen uns treiben und denken an die Worte des Kinderbuch autors Janosch: «Oh, wie schön ist Panama!» MM Die Recherche zu dieser Reise wurde unterstützt von Visit Panama. Infos: www.visitpanama.com
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PUNKTE
LEBEN | MM51, 18.12.2017 89
Tipps
Gewalt vermeiden • Gehen Sie an die frische Luft, wenn die Wut kommt.
Familie
Sind Ohrfeigen okay? In der Schweiz zählen Ohrfeigen, Fusstritte und andere Übergriffe auf Kinder oft noch zum Erziehungsalltag. Ein Gesetz soll das künftig verbieten. Text: Angela Cadruvi Illustration: Jan Buchczik
D
er kleine Sohn quengelt, die Teenagertochter ist frech, der Chef verlangt Überstunden. Und plötz lich rutscht die Hand aus: Gewalt von Eltern an ihren Kindern ist auch in der Schweiz verbreitet – mit Ohrfeigen, Fausthieben, Gür telschlägen, sexuellen Übergriffen, Erniedrigungen, Beschimpfungen. Eine aktuelle Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wis senschaften (ZHAW) besagt, dass jedes fünfte Kind zu Hause mas sive Gewalt erlebt; zwei von fünf Kindern werden geohrfeigt, gestossen oder hart angefasst. Zwar wurde das Recht der Eltern, ihre Kinder zur Erziehung körperlich zu züchtigen, 1978 ab geschafft. Ein ausdrückliches Verbot existiert aber nicht. Im Mai 2017 hat der Nationalrat eine entsprechende Motion abgelehnt. Chantal Galladé, SP-National rätin, macht sich jetzt im Parla ment erneut stark für ein Züchti
gungsverbot, das im Zivilgesetz buch festgehalten werden soll – und auch Ohrfeigen verbietet. Es müsse klar sein: In der Schweiz ist es verboten, Kinder zu schlagen. Die Folgen sind massiv
Kann ein Gesetz Gewalt in der Erziehung verhindern? Peter Rieker, Sozialwissenschaftler an der Universität Zürich, relativiert: «Verhalten lässt sich nicht durch Gesetze verändern; ein Züchti gungsverbot kann aber das Be wusstsein schärfen.» Vor allem müssten die Lebensbedingungen der besonders belasteten Fami lien verbessert werden. «Gewalt ist nicht unbedingt Ausdruck entsprechender Überzeugungen, sondern steht häufig in Zusam menhang mit sozialen Belastungen und mit dem Erleben von Stress», sagt Rieker. Ausserdem seien die Zusammenhänge zwischen selbst erlebter Gewalt und eigener Ge walttätigkeit belegt.
Britta Went kennt das aus ihrer Arbeit als Psychotherapeutin beim Elternnotruf und weiss, warum Eltern ihre Kinder schlagen: «Gewaltbereite Eltern sind über fordert. Sie werden von ihren Gefühlen überschwemmt, fühlen sich ohnmächtig und hilflos. Sie wissen es einfach nicht besser.» Es gehe nicht um böse, sondern um überforderte Väter und Mütter. Was immer die Gründe für Gewalt seien: Kinder müssten ge schützt werden. Denn die Folgen von Gewalt sind erheblich: unsi chere Bindungsmuster, schwere Bindungsstörungen, somatische Beschwerden, Depressionen im Erwachsenenalter, Sucht, Angst störungen. «Je jünger ein Kind und je massiver die Gewalt ist, desto gravierender die Schädi gung», so Went. Wenn Eltern bei sich Gewaltbereitschaft spüren, sollten sie die Scham überwinden und Hilfe h olen. Sich selbst und den Kindern zuliebe. MM
• Rufen Sie an: eine gute Freun din, ihren Mann, ihre Frau und sprechen Sie über ihre Angst zuzuschlagen. • Beharren Sie im Streit nicht auf Ihrer Meinung; warten Sie, bis sich die Situation beruhigt hat. • Finden Sie heraus, wie Sie sich selber be ruhigen können (atmen, in einen Sack boxen, joggen etc.). • Bereiten Sie sich auf künftige kritische Situa tionen vor. • Falls alles nichts hilft: Vertrauen Sie sich Ihrem Hausarzt oder einem Psycho logen an. 24-Stunden-Hilfe (Beratung online oder telefonisch. Per sönlich, vertraulich, kostenlos) Elternnotruf: 0848 35 45 55; www.elternnotruf.ch Pro Juventute: 058 261 61 61; www.projuventute.ch
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Gesundheit
Die Heilkraft der Farben
Wer als Patient auf einer Intensivstation liegt, ist mit viel Lärm, hellem Licht und Hektik konfrontiert. Auf der Suche nach Lösungen sind Spitäler auf Farb- und Lichtkonzepte gestossen. Text: Ben Kron
Die Ergebnisse der Linzer Versuche waren positiv: Die Patienten fühlten sich auf gehoben und motiviert, das Pflegepersonal berichtete von «mehr Leben, mehr Freude, mehr Emotion» bei den Patienten. Wichtig: tiefer Geräuschpegel
Einen noch umfassenderen Versuch, die In tensivstation auf die Bedürfnisse der Patien ten auszurichten, unternimmt seit 2013 das Berliner Charité-Krankenhaus. «Wir haben zu Beginn unseres Projekts auf der Intensiv station einen Schallpegel von 80 Dezibel ge messen, mit Spitzen von 100 Dezibel», sagt der Anästhesist Alawi Lütz. «Das ist etwa so laut wie neben einer Autobahn.» Gemäss der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollte der Lärm aber nicht lauter sein als 40 Dezi bel – das entspricht der Lautstärke eines Flüsterns. Hier liegt die sogenannte Kon zentrationsstörungsschwelle. Lütz erläutert das Vorgehen der Charité: «In Zusammen arbeit mit einem Architekturbüro und Mediengestaltern wurden zwei Zweibett zimmer komplett umgebaut. Die medizi nischen Geräte rückten optisch in den Hin tergrund, die Geräusche wurden gedämpft.» Beim Umbau der zwei Behandlungsräume liessen die Architekten sämtliche Technik ausser dem Dialysegerät hinter schalldäm menden Holzwänden verschwinden, ohne dadurch das Bedienen der Apparate durch Ärzte und Pflegepersonal zu behindern. Nach dem Umbau wurde der Schall aber mals gemessen: Die Lärmbelastung war nur noch halb so hoch und damit im gewünschten Bereich. Zweiter wichtiger Punkt: die Lichtver hältnisse in den Räumen. Denn der Mensch braucht ausreichend Tageslicht oder ver gleichbar intensives Licht, damit sein Kör per den Hormonhaushalt steuern und den Tag-Nacht-Rhythmus balancieren kann.
Licht und Farben beein flussen den Heilverlauf. Das Charité-Krankenhaus in Berlin testet deshalb Lichtdecken.
«Intensivpatienten haben aber oft einen gestörten Rhythmus», erklärt Lütz. Um dies auszugleichen, kommen in der Charité grosse, neu entwickelte Lichtdecken zum Einsatz, die unter anderem das Tageslicht ersetzen können. Die mit zahlreichen LED-Lampen bestückten Decken erreichen die erforderliche Lichtintensität, um den Effekt auf den Hormonhaushalt zu erzielen. Und dies, ohne dass dabei die Patienten geblendet werden. Schichten von Bewegtbildern
Die Charité hat eine grosse klinische Studie gestartet, bei der der Heilverlauf von Patien ten in Standardräumen mit denen der neu konzipierten Intensivstation verglichen wird. Im Zentrum des Interesses steht dabei unter anderem die LED-Decke, die eine Weltneuheit darstellt. Sie kann jede belie bige Farbe und jedes Muster erzeugen. «Wir projizieren meistens bewegte farbige Objek te an die Decke», erläutert Alawi Lütz. Hier
Bild: Charité – Universitätsmedizin Berlin
J
eder fünfte Patient auf der Intensiv station erleidet während seines Aufent halts ein Delirium. Bei denjenigen, die künstlich beatmet werden, sind es sogar 80 Prozent. Zwar kann man sie mit Medi kamenten ruhigstellen, doch das birgt ein Risiko: Zahlreiche Studien belegen, dass eine tiefe Sedierung, sei es auch nur für die ersten 48 Stunden, zu bleibenden Schäden führen kann. Diese reichen von Gedächtnis störungen bis zu Alzheimer und Demenz. Seit einigen Jahren findet in der Medizin ein eigentlicher Paradigmenwechsel statt: weg vom sedierten, komatösen, hin zum wachen Patienten, der seine Umgebung wahrnimmt und im Idealfall kooperieren kann. Auf den Intensivstationen werden deshalb Massnahmen ergriffen, um die Behandlung für die Patienten so stressfrei wie möglich zu gestalten. Unter anderem setzt man auf Farben. Erfahrungen damit hat etwa das Allgemeine Krankenhaus in Linz (A). Schon vor 15 Jah ren versuchte es, mit der Beleuchtung und einer neuen Farbgestaltung das Wohlbefin den der Kranken zu verbessern. Der dama lige Oberarzt Dietmar Bibl erklärt: «Wir ha ben mehrere Zimmer mit intensiven Farben neu gestaltet, orientiert am Krankheitsbild.» Konkret erhielt ein Raum rote und oran ge Töne. Hier liegen Komapatienten oder solche mit getrübter Wahrnehmung, bei de nen die Farben stimulierend wirken sollen. Türkis und Blau in Raum Nummer zwei und drei sollten auf sedierte Patienten und sol che mit künstlicher Beatmung beruhigend wirken. In Raum vier kam Grün als harmo nisierende und regenerierende Farbe zum Einsatz, dies bei Patienten mit Stresspoten zial. Zudem wurden die Deckenleuchten mit strukturiertem Glas versehen, was das Fo kussieren erleichtert. Dezente Wandlampen spendeten genügend Licht zur Orientierung.
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Entwicklung
Was macht die Schweiz? Der Versuch der Berliner Charité wird von den Schweizer Spitälern mit Interesse verfolgt, eigene Aktivitäten sind aber nirgends geplant. Martin Jordan vom Uni spital Basel weist darauf hin, dass man die Auf wachräume stets so baue, dass diese mit Tageslicht versorgt sind.
für wurden spezielle inhaltliche Schichten von Bewegtbildern entwickelt. In der ersten Schicht wird zum Beispiel der Himmel ab gebildet, die zweite Schicht beinhaltet die Sonne und die dritte grüne Blätter. Wobei Aussehen, Form, Grösse der Elemente und das Tempo der Bewegungen verändert wer den können. Das Besondere dabei: Der Zu stand des Patienten bestimmt das Erschei nungsbild der Decke. Anhand von Parame tern wie Schmerzintensität, Wachheit oder Sedierungsgrad verändert ein Computer die dargestellten Farben und Muster. Lütz erklärt: «Man weiss aus Studien, dass ope rierte Patienten mit Blick auf einen grünen Baum oder Garten weniger Schmerzmittel benötigen als solche, die zum Beispiel auf eine graue Mauer blicken.» Alle acht Stunden werden die Schmerzen gemessen. Sind sie gestiegen, werden mehr und grössere Blätter auf die Decke projiziert. Patienten, die vom Beatmungsgerät ent wöhnt wurden, fordert man auf, nach oben
zu schauen und im Rhythmus der g rünen Blätter zu atmen, da sie sonst oft zu schnell schnaufen. Alawi Lütz und die Ärzte der Berliner Charité sind überzeugt von ihren Ansätzen. Klinische Erfahrungen abseits der Studien wie auch Rückmeldungen von Patienten und deren Angehörigen geben Grund für diese Zuversicht. «Patienten hatten weniger Angst, und unser Eindruck war, dass wir weniger Schmerz- und Beruhigungsmittel einsetzen mussten», erklärt Lütz. «Und wenn Besucher keinen Monitor vor sich haben, auf den sie angstvoll starren können, haben sie ihre Augen sozusagen frei für den Patienten, was sich auf diesen überträgt.» Der Berliner Anästhesist erinnert daran, dass es sich erst um eine Pilotstudie mit vier Intensivbetten und bisher 74 Patienten handle. Danach braucht es weitere, grösser angelegte Untersuchungen, bis das neue I ntensivzimmerkonzept in Spitälern zum Standard gehört. MM
Das Berner Inselspital plant einen Neubau, dessen Aufwachraum über Tageslicht verfügt. Martin Brüesch, Chef arzt am Institut für Anästhesie des Zürcher Unispitals, äussert Vor behalte gegenüber baulichen Massnahmen, die die Aufwachphase angenehmer gestalten sollen: «Das gelingt nur, wenn Schmerzen, Übel keit und Frieren optimal behandelt sind, was bereits eine Heraus forderung darstellt.» Und die Sicherheit der Patienten gehe vor: «Alarme müssen trotz Musik hörbar sein, die Beurteilung des Haut kolorits soll durch farbi ges Licht nicht gestört werden, der Zugang zum Patienten ohne Umwege möglich sein.»
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LEBEN | MM51, 18.12.2017 93
Brave New Girl – die Letzte
Wunschliste Liebe Schweiz. Du bist 726 Jahre alt und noch so wunderbar unperfekt. Darum wünsche ich dir was zu Weihnachten. Ich wünsche dir, dass du weniger Angst davor hast, Dinge zu verlieren, zu kurz zu kommen, übersehen zu werden. Ich wünsche dir, dass du erkennst, dass diese Angst menschlich ist und überwunden werden kann.
Bild: Andrea Monica Hug
Mit dieser Kolumne verabschiedet sich Anne-Sophie Keller von den Lesern des Migros- Magazins.
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sche dir Zuversicht für eine Zukunft, in der sich nicht alles zum Schlechten ver ändern wird. Ich wünsche dir all das und nur Liebe. Und ich wünsche dir einen guten Rutsch ins neue Jahr. Und für mich? Ich will Ruhm und Ehre. Ein Haus am Genfersee. Romantik. Den Sturz des Patriarchats. Für immer Sommer. Glitzer und rosaroten Tüll. Einen Baum pflanzen. Kinder. Mindestens zwei. Aben teuer bis zur Atemlosigkeit. Meine Freunde behalten. Das Gefühl haben, dass ich genüge. Die Nordlichter sehen. 100 Jahre alt werden und bis zu meinem Tod lieben. Flaschenpost eines Fremden erhalten. Nackt im Meer schwimmen. Gehört werden.
Ich wünsche dir, dass du Grösse zeigst in Momenten, in denen es darauf ankommt. Weil ich weiss, dass du tief in deinem Herzen, das irgendwo in einer Alpfurche hämmert, genug Substanz für grossen Mut hast. Ich wünsche dir, dass du anerkennst, dass dein Wohlstand auf Kosten anderer entstanden ist und dass du für diese Erkenntnis Verant wortung übernimmst.
Und: Meine ehemalige Mitstudentin als Autorin für die Nachfolgerin dieser Kolumne, die heute endet. MM
Ich wünsche dir Offenheit und Verständnis gegenüber dir selbst und anderen. Ich wün
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Kastration beeinträchtigt das Wachstum. Deshalb wird der junge Trampeltierhengst Ugur sterilisiert.
Zootierärztin
Ugur muss unters Messer Die Geburtenkontrolle in einer Herde von Trampeltieren ist eine Herausforderung. Die Lösung heisst Sterilisation – und der Weg dahin führt über die Pferdechirurgie. Text: Karin Federer Bilder: Tierspital UZH
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as Durchschnittsalter in der Trampeltierherde des Walter Zoo ist relativ hoch, nämlich über 20 Jahre. Eine Ausnahme ist Hengst Ugur: Er ist erst zweieinhalb Jahre alt und bald geschlechtsreif. Die alten Stuten sollten aber nicht mehr gedeckt werden, weshalb wir handeln müssen.
Karin Federer (31) ist Tierärztin und berichtet regel mässig aus dem Walter Zoo in Gossau SG.
Ein Chirurg muss her
Eine einfache Methode wäre die Kastration, doch dieser Eingriff könnte Ugurs Wachstum beeinträchtigen – und das, bis er sieben ist. Ihn von der Herde zu trennen, kommt auch nicht infrage, denn Kamele, zu denen Trampeltiere zählen, sind soziale Tiere. Bleibt also die Sterilisation: Sie verhindert die Fortpflanzung, ohne den Hormonhaushalt zu beeinflussen. Allerdings ist das Durchtrennen des Samenleiters bei Trampeltieren kein Routineeingriff, weil deren Geschlechtsorgane sehr klein sind und kompakt am Körper liegen. Ich studiere Fachliteratur und frage mich durch – bis zu einem amerikanischen Experten. Seine Antwort: «Das habe ich noch nie
gemacht. Könnte schwierig werden.» Dann finde ich im Tierspital der Uni Z ürich doch noch einen Chirurgen, der vor Jahren Trampeltierhengste sterilisiert hat. Erst Pferdedoktor, dann Erholung bei Kühen
Und so fahren wir Ugur nach Zürich. In der Klinik für Pferdechirurgie versetzt man ihn in Vollnarkose, dann wird er zwei Stunden lang operiert. Ich bin dabei – und lerne. Der Chirurg durchtrennt einen der beiden Samenleiter, an den anderen kommt er nicht ran: Wie vermutet, befindet sich der zweite Hoden noch tief in der Bauchhöhle, von wo er in der Regel innerhalb der ersten Lebensjahre in den Hodensack absteigt. Aufgrund der höheren Temperatur in der Bauchhöhle ist er zurzeit unfruchtbar, also unproblematisch. Sollte der Hoden doch noch absteigen, wäre eine zweite Operation nötig. Für den Moment aber hat es Ugur überstanden: Im Tierspital kann er sich in einer Box – neben offensichtlich interessierten Kühen – etwas erholen. Am Abend ist er fit für die Reise zurück in den Zoo – zurück zu seiner Herde, zu den alten Stuten. MM
Tipps
Kamele als Haustiere Auch Private können Kamele halten. Für Neuweltkameliden, also Lamas und Alpakas, bieten erfahrene Halter Sachkundenachweise an. Dazu müssen Inter essierte ein dreiwöchi ges Praktikum und einen Theoriekurs in einem vom Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen anerkannten Betrieb absolvieren. Für die Haltung von Altwelt kameliden, also Drome daren und Trampeltie ren, sind ein mehrtägiger Kurs und ein dreimona tiges Praktikum auf einem anerkannten Betrieb erforderlich. Ein geeigneter Betrieb ist etwa der Kamelhof Olmerswil in Neukirch an der Thur TG. www.kamelhof.ch
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Migros Bank
Goodbye, Libor: Ein bewährter Referenzzins geht, nun kommt der Saron
Bild: zVg
Irina Martín ist als Ökonomin für die Migros Bank tätig.
Ab 2022 dient der Saron-Zinssatz einigen Banken als Grundlage für die Berechnung von Hypothekarzinsen. (Angaben in Prozent) 0,5 0 –0,5
■ Libor 3 Monate ■ Saron
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Wer eine Libor-Hypothek hat oder eine abschliessen möchte, ist direkt von der Libor-Abschaffung betroffen. Denn der Zins, den Sie für eine Libor- Hypothek bezahlen, funktioniert wie ein variabler Preis. Steigt der Libor, steigt auch der Zins, den Sie für Ihre Hypothek bezahlen, weil der Hypo thekarzins von Libor-Hypotheken an den Libor gekoppelt ist. Umgekehrt profitieren Sie von tieferen Hypo thekarzinsen, wenn der Libor sinkt. Grundsätzlich ist es jedem Finanz institut selbst überlassen, einen neuen Referenzzins für seine Hypo theken zu wählen. Einigen sich alle Finanzinstitute auf denselben Referenzzins, hat dies aber den Vor teil, dass sich die Konditionen dieser Hypotheken besser vergleichen lassen. Die Nationale Arbeitsgruppe für Refe renzzinssätze hat am 5. Oktober 2017
Der Dreimonats-Libor und der Saron verlaufen sehr ähnlich.
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Der Libor ist der wichtigste Referenz zins in der Schweiz. Er wird unter an derem für die Berechnung von Hypo thekarzinsen verwendet. Allerdings wird der Libor nur noch bis Ende 2021 veröffentlicht. In den Medien spricht man in diesem Zusammenhang auch von «Libor-Abschaffung». Als Nach folger steht der Saron bereit.
Quelle: Thomson Reuters Datastream
empfohlen, ab 2022 den Saron anstelle des Libors zu verwenden. Der Saron ist ein seit 2009 in der Schweiz berech neter und publizierter Zinssatz. Den Hypothekennehmern wird also auch künftig ein Referenzzins für Finanzierungen mit regelmässiger Anpassung der Zinskonditionen zur Verfügung stehen. Es bleiben jedoch
gewisse Unsicherheiten. Einerseits ist abzuwarten, ob der Saron der einzige Libor-Nachfolger bleibt. Andererseits wird jedes Finanzinstitut für sich entscheiden, wie es Verträge für Libor- Hypotheken anpasst, um dem abseh baren Wechsel des Referenzzinses Rechnung zu tragen. Die Migros Bank arbeitet derzeit an einer bestmög lichen Lösung für ihre Kunden. MM
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98 MM51, 18.12.2017 | LEBEN Kinder
Feuer und Flamme Wie entsteht eigentlich Feuer? Die Wissenschaftler können es nicht genau erklären. Aber sie wissen: Das Brennmaterial selber brennt gar nicht. Text: Véronique Kipfer Illustration: Jan Kruse
Sauerstoff
Gasförmige Kohlenstoffmoleküle
Kohlenstoffverbindungen (Zellulose)
So entsteht ein Feuer Ein Feuer im Kamin oder Ofen ist einfach etwas Gemütliches. Doch wie entstehen die Feuer zungen? «Die Verbrennung ist ein sehr komplexes Phänomen, das noch niemand vollständig erklären kann», sagt Olivier Delémont, Dozent an der Uni Lausanne. «In den Flammen entstehen Tausende von che
mischen Stoffen, die oft nicht einmal eine Sekunde bestehen, bevor sie sich in einen anderen Stoff umwandeln. Man kennt nicht alle diese Stoffe.» Was man aber weiss: Für ein Feuer braucht es drei Elemente: einen Brennstoff (etwa Holz oder Gewebe ), eine chemische,
verbrennungsfördernde Sub stanz, die mit dem Brennstoff (Sauerstoff in der Luft) reagiert, und eine Wärmequelle, um die chemische Reaktion aus zulösen. Bei einem Kamin feuer sind die Holzscheite das Brennmaterial. Sie bestehen aus Zellulose. Dabei brennt das Holz selber nicht. Viel mehr spalten sich die erhitz ten Kohlenstoffmoleküle in kleinere Teile, die flüchtig werden, sich in Gas umwan deln, auf den Sauerstoff in der Umgebungsluft stossen und brennen. Es sind also die Gase, die brennen, und nicht das Holz. MM
Bild: iStockphoto, zVg
Wärmequelle
Bei einer Kerzenflamme hat man zwar den Eindruck, dass der Docht brennt, doch tatsächlich gibt es direkt am Docht keine Flamme. Vielmehr wird durch den stark erhitzten Docht ein Gas aus dem Kerzenwachs freigesetzt. Dieses stösst auf den Sauerstoff in der Luft, verbrennt und lässt eine Flamme entstehen.
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Ida (4), Buchs AG
In Kinderbüchern oder -filmen wird Gott gern in einer weissen Tunika gezeigt. Er wohnt auf einer Wolke und sieht aus wie ein lieber, alter Mann. Für kleine Kinder finde ich dieses Bild okay. Es zeigt eine väterliche Figur – etwas, das ihr Kinder ziemlich sicher schon kennt. Das ist schon mal ein Anfang. Wenn ihr aber grösser seid und weiterhin an Gott glaubt, dann merkt ihr, dass wir uns Gott nicht vorstellen können – weil er viel mehr ist als ein lieber, alter Mann. So wie ich es verstehe,
ist er … alles: die Allmacht, die Unendlichkeit. Jetzt lass uns mal überlegen, wie sich dieses Alles wohl kleiden könnte.
Dort singt ein Gläubiger zu Gott: «Du bist mit Hoheit und Pracht bekleidet. Du hüllst dich in Licht wie in einen Mantel.»
Fangen wir damit an: Mit Kleidern zeigen wir Menschen unserer Umgebung, wer wir sind und was wir vorhaben. Die anderen Leute erkennen durch unsere Kleider, was wir nach aussen tragen wollen. Was trägt Gott wohl nach aussen? Er oder sie, diese Gottheit, die die Liebe verkörpert? Ich habe für dich in der Bibel nachgelesen.
Auch dieses Bild kann nur als ein weiterer Anfang dienen. Denn Gott ist zugleich auch unbekleidet. Das siehst du derzeit wieder auf den Krippenbildern. Durch die Geburt von Jesus wurde Gott an Weihnachten Mensch. Und Jesus kam auf die Welt wie alle Menschen auch: nackt. MM
Eine Mutter erklärt die Welt: Journalistin Gabriela Bonin (50) beantwortet Kinderfragen.
Das Christkind hat Geschenke versteckt. Suche die farbig verpackten Päckli, und trage unten ein, wie viele grüne, rote, lila und gelbe du gefunden hast. Zusammenzählen und schon hast du die Lösung!
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Andere Länder, andere Sitten: Wer bringt wo die Geschenke?
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Völlig harmlos: Stier Ferdinand lässt sogar Kinder auf seinem Kopf reiten. Glücksgriff
Sanfter Riese
Bild: © 2017 Twentieth Century Fox Film Corporation. All Rights Reserved
Das Kinospektakel «Ferdinand – Geht STIERisch ab» erzählt die Geschichte eines Stiers, der nicht kämpfen will. Anlässlich des Filmstarts in der Deutschschweiz am 14. Dezember verlost das Migros-Magazin Tickets und Fanartikel.
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er Titelheld des char manten und rasanten Animationsfilms ist ein gewaltiger Stier, der Menschen schon durch seinen blossen Anblick in Todes angst versetzt. Nur wohnt in dem gewaltigen Körper eine zarte Seele: Am liebsten schnup pert der Stier an Blumen, spielt mit einer kleinen Ziege oder unternimmt in der spanischen Ortschaft in der Nähe seines Bauernhofs Spaziergänge durch die Gassen. Ferdinand ist zudem mit einem kleinen Mädchen befreundet, das weiss, wie harm los das Tier ist. Alles wird schlagartig anders, als der Stier von einer Biene
g estochen wird und kurz die Beherrschung verliert. Ein Veranstalter von Stierkämpfen sieht den Ausraster und hält Ferdinand für einen wilden Kämpfer, der für die Arena bestimmt ist. Das Tier wird per Lastwagen entführt und soll gegen einen Matador antreten. Nur hat Ferdinand nicht die geringste Lust auf einen Kampf und unternimmt alles, um wieder in sein idyllisches Leben zurückzukehren. Unwiderstehlicher Humor
Das Kinospektakel «Ferdinand» ist eine Verfilmung des gleich namigen Kinderbuchklassikers von Munro Leaf und Robert
Lawson. Der Geist der Geschich te wurde perfekt auf die Lein wand übertragen: Hier wie dort geht es darum, wie trügerisch der Schein sein kann und dass niemand ein Feigling ist, der ein friedliches Leben einem Kampf vorzieht. Hinter dem Spektakel stehen die Macher der beiden Anima tionsfilme über den kuriosen Papagei Rio, die grosse Erfolge an der Kinokasse waren. Auch der neue Streifen «Ferdinand» wird es garantiert schaffen, mit seinem unwiderstehlichen Humor und seinen vielen schrägen Helden Kinder und Erwachsene gleichermassen zu begeistern. MM
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Quiz
Gewinnen Sie eine von 3 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die acht Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. 1. Weihnachten gilt als das Fest …? L
G der Liebe
des Wohlstands
H des Geldes
2. Wovon handelt das Weihnachtslied «Jingle Bells»? I
E
Schneeball
A Bergwanderung
Schlittenfahrt
3. Wie nennt sich ein vorweihnächtlicher Brauch? S
N Zwergeln
Wichteln
U Trollen
So nehmen Sie teil
4. Seit wann sind Adventskalender im Gebrauch? E
T
16. Jh.
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Taschenlampe
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Amman
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Iwan IV.
Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite
C 19. Jh.
17. Jh.
5. Wie heisst eine Ortschaft in der Nähe von Rorschach? I
H Wienacht
Samichlaus
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Läbchueche
6. Welcher Gegenstand hat in den USA am 21. Dezember «seinen Tag»? S
R Thermometer
Rollator
7. Welche Stadt liegt am nächsten bei Bethlehem? N Jerusalem
U Tel Aviv
8. Wer sprach 1644 ein Weihnachtsfest-Verbot für «sein» Land aus? F
K Oliver Cromwell
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Lösungswort: 1
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Füllen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Die Lösung ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1-5.
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LEBEN | MM51, 18.12.2017 107
Sudoku
Gewinnen Sie eine von 5 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3x3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den gelben Feldern von links nach rechts. Auflösung Nr. 50: 184
So nehmen Sie teil Tel. Wählen Sie die 0901 560 044 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD4, gefolgt von der Lösungszahl, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD4 123 Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Sudoku, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/wettbewerbe Teilnahmeschluss: Sonntag, 24.12.2017, 24 Uhr
Gewinner Nr. 49: Enrico Lepri, Lengnau AG; Ramona Schnüriger, Unterägeri ZG; Doris Hess, Stans NW; Adriano Dello Buono, Grand-Lancy GE; Roland Pesenti, Le Brassus VD
Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite
Bimaru
Brücken
Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.
Jeder Kreis stellt eine Insel dar. Die Zahl darin gibt an, wie viele Brücken dort enden. Brücken sind nur zu horizontal oder vertikal benachbarten Inseln erlaubt. Diese dürfen mit einfachen oder doppelten Brücken verbunden werden. Am 3 2 3 Schluss sollen alle Inseln 2 4 miteinander verbunden sein. Verboten: Kreuzun4 gen, diagonale Brücken 2 2 6 3 und mehr als zwei Linien.
Auflösung Nr. 50:
3 3 3
2 3 1
2
3
3
1
2
3 3 3
3
Conceptis Puzzles
3 3
2 3
1
3
3
Auflösung Nr. 50: 2 3
2
2
3
3 2
11010002607
2 1
1
2
4
3
1
4
5 3
4
2 1
1 3
1
3 3 1
3 3
2 4
2 1 3 3 2
3 3 2 3 3 11010002606
Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 554 258 Ex. (WEMF 2017) Leserschaft: 2 373 000 (WEMF, MACH Basic 2017-2) Adresse Redaktion und Verlag: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Telefon: 058 577 12 12 Fax: 058 577 12 08 redaktion@migrosmagazin.ch Herausgeber: Migros-Genossenschafts-Bund Leiter Migros-Medien: Lorenz Bruegger
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DAVID GUETTA
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Das energiegeladene Ausnahmetalent bezaubert mit seinem Solo-Programm.
Charles nimmt kein Blatt vor den Mund und enthüllt Dinge, die andere nur denken, aber nicht auszusprechen wagen.
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Das bekannte Ballett von Tschaikowsky ist der Weihnachtsklassiker schlechthin. Datum: 21. und 23.3.2018 Ort: Bern und Zürich Preis: Fr. 40.– bis Fr. 68.– (statt Fr. 50.– bis Fr. 85.–), je nach Ort und Kategorie
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110 MM51, 18.12.2017 | LEBEN
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Meine Welt
«Jeden Morgen um sieben besteige ich zwei Mal beide Türme»
Pfarrerin Caroline Schröder Field erklimmt gern luftige Höhen: beim Morgentraining im Basler Münster genauso wie beim Wandern in den Alpen. Nebst den Schweizer Bergen liebt die gebürtige Deutsche das Predigen – und ihre Familie. Text: Dinah Leuenberger Bilder: Kostas Maros
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1 Mein Arbeitsort «Ich freue mich auf die offene Feier an Heiligabend: Im Münstersaal feiere ich mit meiner Familie und etwa 80 weiteren Menschen.» 2 Meine Fitness «Jeden Morgen um sieben Uhr steige ich zwei Mal auf beide Münstertürme. Die Stufen zähle ich nicht. Ich nutze die Zeit, um zu beten, nachzudenken oder im Geist eine Predigt zu verfassen.» 3 Meine Familie «Mein Mann David (54) und unsere beiden Söhne Carlo (18) und Ernst (15) sind mein Lebensmittelpunkt. Hund Filippo (10) ist der gute Geist.»
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Name Caroline Schröder Field (51) Lebenslauf «Ich bin in Bonn aufgewachsen. Zuerst habe ich Pharmazie studiert, aber bereits nach einer Woche wieder aufgehört und mich für Theologie entschieden, weil dies meinen Interessen viel eher entsprach. Auch heute noch ist für mich der Weg zum Glauben ein Weg übers Denken. Bei einem Auslandsemester an der Princeton-Universität in den USA habe ich David, einen Südafrikaner, kennengelernt. Vor zwölf Jahren sind wir in die Schweiz gekommen, zuerst nach Winterthur, dann, 2011, nach Basel. Hier gefällt es uns sehr. Ich bin die Hauptverdienerin der Familie, heute gibt es in meinem Beruf fast gleich viele Frauen wie Männer. Ich bin auch Seelsorgerin, und das Predigen mag ich besonders in meinem Job.» 6
4 Meine Teetasse «Ich trinke Tag und Nacht Tee, am liebsten Schwarztee mit Zitronensaft, Zucker und Ingwer. Vor elf Jahren hat mir David diese Tasse geschenkt, die er auf einer Geschäftsreise extra für mich anfertigen liess.»
Mein Lieblingsprodukt «Da mein Mann den Haushalt erledigt, kauft er auch ein und kocht. Mein Lieblingsprodukt ist der Käse Creamy Blue von Castello.»
5 Meine Wanderschuhe «Als wir in die Schweiz kamen, habe ich die Berge entdeckt, zuerst zum Wandern im Sommer. Die Jungs kommen mit und finden es – nach anfänglichen Bedenken – dann meistens toll. Inzwischen liebe ich die Berge auch im Winter. Wir haben hier alle das Skifahren erlernt.» 4 Mein Akkordeon «Meine lebenslange Utopie. Als Kind nahm ich Unterricht. Hier in Basel waren Sohn Ernst und ich für eine Weile in einer Fasnachtsclique, in der wir Piccolo lernten. Heute beherrsche ich weder das eine noch das andere richtig – das ist eigentlich traurig.» MM
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