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Migros magazin 51 2017 d aa

Page 1

Ausgabe Aare, AZA 1953 Sion Response Zentral, Psdg DP AG, Ent. bez.A 44631

Weihnachtsgeschichten S. 18 | Fruchtsalat S. 49 | Trampeltier S. 95

MM51, 18.12.2017 www.migrosmagazin.ch

Mitmachen und gewinnen Das Migros-Magazin v­ erlost Fanpakete zum Trickfilm «Ferdi­nand – Geht STIERisch ab».

Erziehung: Ohrfeigen sollen verboten werden

Seite 101

Bild: Herbert Zimmermann

Seite 89

Festtage

O Tannenbaum: Die besten Bilder unserer Leser

Weihnachten mit Maria und Josef

Seite 8

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Seite 10


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4  MM51, 18.12.2017

V Editorial

«Die Grösste Geschichte» Vielleicht sind wir im Lauf des Jahres nie empfänglicher für schöne Geschichten als in der Vorweihnachtszeit. Unternehmen überbieten sich mit herrlichen Weihnachtsspots, gut erzählten Storys, cleveren Plots und herzigen Figuren. Die Migros hat mit dem Wichtel Finn eine der europaweit erfolgreichsten und beliebtesten Figuren geschaffen. Der Spot über den einsamen, scan­nenden Winzling wurde vom renommierten US-Werbe­ portal AdAge gezeigt und ist weltweit auf riesige Resonanz gestossen. Laut Werbeagentur Wirz wurde er schon über 15 Millionen Mal angeschaut.

Doch woher kommt diese Offenheit für Geschich­ten, Legenden, Märchen? Wir schauen zum x-ten Mal die «Drei Haselnüsse für Aschenbrödel», wir lesen «Eine Weihnachtsgeschichte» von Charles Dickens, Kevin muss wieder allein zu Hause bleiben, und die Kaiserin Sissi führt zum x-ten Mal ihre wunderschönen Roben spazieren. Die gleichen Filme, Bücher, Storys. Hat es vielleicht damit zu tun, dass schöne, immer wieder erzählte Geschichten uns vorgaukeln, dass das Leben seinen immer gleichen Gang geht? Dass keine unangenehmen Überraschungen drohen? Heisst es, wenn das Fondue chinoise oder die Ente auf dem Tisch steht, «Stille Nacht» ausgeklungen ist und Grossmutter die Geschenkpapiere wie jedes Jahr säuberlich zusammengefaltet hat, das Leben berechenbar ist und gut? Oder damit, dass «Weihnachten», wie wir es kennen, halt zuerst auch eine Geschichte ist? Über Generationen immer wieder erzählt und vor­ge­lesen: «Es begab sich zu der Zeit, dass ein Gebot von Kaiser Augustus ­ausging …» Die Weihnachtsgeschichte, «Die Grösste Geschichte aller ­Zeiten», wie es ein Hollywood-­ Monumentalbibelschinken in den Sech­zigern suggerierte. So oder so: Ich wünsche Ihnen ein wunder­ schönes Fest mit guten ­Begegnungen, wenig Stress und vielen schönen, herz­erwärmenden ­Traditionen. Hans Schneeberger, Chefredaktor hans.schneeberger @migrosmedien.ch

82 Bunt und kontrastreich: unterwegs in Panama

24

Adventskalender: schöne Überraschung

49

Exotische Früchte

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MM51, 18.12.2017  5

Inhalt Menschen

18

8

Fahrt im Märlitram – und andere Anekdoten

10  Sie heisst Maria, er Josef

klassisch bis skurril Wahl der Weihnachtsbäume: Diese Leserfotos haben es in die Top Seven geschafft

Wie ist es, zu heissen wie Jesus’ Eltern? Die Areggers wissen es

15  Kolumne: Bänz Friedli

16

16  Früh übt sich ...

... in ständiger Produktivität: Die Regisseurin Katja Früh wartet mit einem Buch und einem neuen Theaterstück auf

18 Weihnachtsanekdoten

Von himmlisch bis unheimlich: Die persönlichen Geschichten der Migros-Magazin-Redaktoren

24 Adventskalender 27 Migrosmagazin.ch 29 Leserforum

«Aufhören kommt für mich nicht infrage»

Bilder: Bruno Karl Stebler, Sophie Stieger, Mara Truog, Christine Benz

30 Interview

Die Luzernerin Iris Bohnet macht junge Studentinnen in Harvard fit für die Abeitswelt

Migros-Welt 40  Weihnachtsaktion – Teil 4 44  Zertifizierter Nordseefang Goldbutt von Louwe de Boer

47  Goldbutt: Geschmack satt 49 Migusto

Ananas, Persimon und Co.: Feierliche Akzente mit Exotik

Katja Früh, Regisseurin und Autorin Anzeige

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65  Apéritiv – festlich gemixt 67  Potz – weg mit dem Kalk 68  Papeteria: alles geordnet 71  TV-Genuss von Sony 72  Kleine Freuden zum Fest 75  Neues aus Ihrer Region   Aktionen, Reportagen, News

Leben 81  Kolumne: «1, 2 oder 3?» Dreiste Wünsche ans Christkindli 82 Reisen

Auf Entdeckungstour in Panama

89 Familie

Gewalt an Kindern ist Alltag – nun diskutiert der Staat ein Verbot

90 Gesundheit

Bei der Behandlung von Patienten setzt man neuerdings auf Farben

93  Kolumne: Brave New Girl 95 Zoodoktor

Ein Trampeltier wird sterilisiert

97  Migros Bank

Libor geht – Saron kommt

98 Kinder

Gott und die Kleiderfrage

101 Glücksgriff

«STIERisch abgehen» – Tickets und Gadgets zu gewinnen!

103 Rätsel 105 Impressum 110  Meine Welt

Pfarrerin Caroline Schröder Field


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Menschen MM51

Darauf freuen wir uns Besinnlichkeit 2017 war für viele kein leichtes Jahr. Die Feiertage bringen hoffentlich auch ihnen etwas Ruhe und Frieden. TV-Weihnachtsklassiker Alle Jahre wieder: «Der Kleine Lord» «Dinner for One», «Drei Haselnüsse für Aschenbrödel», «Sissi» – viel Spass beim Schauen!

Unnützes Wissen

O du fröhliche

«Die Altersvorsorge ist zur grössten Sorge der Schweizer ­geworden. Darum stelle ich, kurz vor Weihnachten, während wir alle das Geld so richtig schön mit beiden Händen ausgeben, ein paar Fragen. Hand aufs Herz: Haben Sie in diesem Jahr ein paar Nüsschen aufgespart? Vorräte verbuddelt? Oder alles Verdiente sofort verzehrt, ohne Reserven zu bilden? Ich glaube, man ist nie zu jung, um zu sparen. Das Eichhörnchen hat das ‹einfach drin›, wir Menschen müssen uns dazu zwingen. Zu verlockend ist die Welt! All die schönen Dinge! Denken Sie ans Eichhörnchen, bevor Sie die Kreditkarte zu heiss glühen lassen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen frohe, sorglose Weihnachten.»

Schauprobe

Entschuldigung, was schauen Sie gerade? Myrna Bantilo (52), Küchenhilfe, Freiburg

a) «Be Careful With My Heart» b) «Bridges of Love» c) «My Husband’s Lover»

Auflösung: c) «Ich schaue meine Lieblingsserie, sie kommt aus meiner Heimat, den Philippinen.»

Bilder: Rue des Archives/Collection CSFF/Keystone, GuidoWacker/tier-photographie.com, Marco Zanoni

Mein Bild der Woche

Regula Bührer ­Fecker (39) ist Mitinhaberin der Werbeagentur Rod Kommunikation und zweifache Mutter. 2017 hat sie das Buch «Frauenarbeit» veröffentlicht.

Früher hingen die Christbäume an der Decke. Dies stammt wohl noch aus der Zeit, als grüne Zweige auf­ gehängt wurden, um böse Geister zu vertreiben. Ein Weihnachts­ baum von zwei Metern Höhe hat im Durchschnitt 400 000 Nadeln – bis Silvester liegen 300 000 davon auf dem Wohn­zim­ merboden. In einer Umfrage gaben 56 Prozent der Amerikaner zu, dass sie regelmässig für ihre Haustiere Weihnachtslieder singen. Laut einer Studie des amerikani­ schen National Institutes of ­Health nimmt man an Weihnachten im Schnitt nur um 370 Gramm zu. Quelle: unnützeswissen.de


8  MM51, 18.12.2017 | MENSCHEN

Weihnachtsdekoration

Bäumig! Et voilà: Hier sind sieben der schönsten und skurrilsten Weihnachtsbäume, die Sie, liebe Leserinnen und Leser, unserer Redaktion zur Veröffentlichung zugesandt haben. Wir sagen Danke fürs Mitmachen und gestehen, dass uns die Auswahl extrem schwerfiel. Text: Dinah Leuenberger

Rushhour zum Verlieben «Als Autofan sammle ich schon fast mein ganzes Leben lang alles, was mit der Automobilgeschichte zu tun hat. Die Autosammlung hat in den 80er-­ Jahren begonnen, da waren ‹Autokugeln› noch eine Seltenheit. Die Familie sorgt aber für Vernunft, darum steht der ­Autobaum im Treppenhaus. In der Stube haben wir einen ‹richtigen› Baum.» Markus Hofmann, Vordemwald AG

Stachelige Freude «Der Weihnachtsbaum ist für mich – neben der Familie – fast das Wichtigste an Weihnachten. Es ist das Geschenk, das ich mir selbst mache. Ich hole immer einen f­ rischen Baum mit einer schönen Form und lasse mir für die Dekoration viel Zeit, damit es am Ende harmonisch aussieht.» Ursula Leuenberger, Orpund BE

Die Christpalme «Ich habe eine Lichterkette gekauft und finde, dass sie an der Yucca-Palme ­besonders gut aussieht. Darum müssen wir jetzt nicht noch extra ­einen Baum fällen, die Yucca genügt.» Franziska Hohl, Heiden AR


MENSCHEN | MM51, 18.12.2017  9

Weihnachts-­ Style-Expertin: So gelingt der Baum

... wie schön sind deine Blätter!

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«Dank einer Handarbeitslehrerin bin ich auf die Idee für diese Bäume gestossen: Sie entstehen aus einem Migros-­Magazin. Die einzelnen Zeitungsblätter rollen wir mit einer Stricknadel auf und flechten sie über eine Kartonpyramide.» Trudy Schwarz, Turbenthal ZH

Wie unter den Linden in «Bärli-n» «Weihnachten ist die Zeit der Besinn­lichkeit, und man sollte sie mit seinen Liebsten verbringen. Das tun auch die beiden Bärli: Sie geben sich ganz dem Weihnachtszauber hin. Sie ge­niessen die Zeit, die sie in der heutigen schnell­lebigen Gesellschaft haben, und lassen sich von Weihnachten berieseln.» Familie Brunold, Landquart GR

Ungeduld trägt Früchte

Hell yeah!

«Weil wir den echten Baum erst am 24. 12. holen, haben wir einen Adventsbaum gebastelt. Damit wir mit den Enkeln bereits etwas schmücken und uns ­daran erfreuen können.»

«Zum dritten Mal wird unser Baum mit 5200 Lämpli beleuchtet. Sie bleiben das ganze Jahr über hängen, sonst wäre die Montage zu aufwendig. Der zehn Meter hohe Baum ist ein Familien­projekt, das auch von den Hausmitin­habern Ruth und Adolf Golser freudig unterstützt wird.»

Yvonne Mannino, Gossau SG

Judith und Pascal Zobrist, Horgen ZH


10  MM51, 18.12.2017 | MENSCHEN

Auf einen Kaffee mit Maria und Josef Porträt

Die Eltern von Jesus kennt jedes Kind. Aber wie ist es eigentlich, im Hier und Jetzt Maria und Josef zu heissen? Das Ehepaar Aregger aus Littau LU wird oft auf die Kombination ihrer Namen angesprochen – und gefragt, wer von beiden heiliger ist. Text: Lisa Stutz  Bilder: Herbert Zimmermann

S

ie nennt ihn Vati, er sie Mueti. ­Eigentlich heissen sie Maria und ­Josef. «Wir werden oft darauf an­ gesprochen, ob wir ein heiliges Paar seien», sagt Josef Aregger (76), der gerade von der Gartenarbeit kommt. Er gibt einen Gutsch Schnaps in seinen Kaffee, den Maria (75) für ihn zubereitet hat. «Die Leute sagen immer, dass sie braver ist als ich. Ich weiss nicht, ob das stimmt.» Beide lachen. Sie geht auch unter der Woche gern in die Kirche und ist die Stillere von beiden. Er ist eher der ­humorvolle Typ, nie um einen Witz ver­ legen. Gemeinsam haben Maria und Josef acht Kinder: André, Peter, Markus, Heidi, Evelyne, Roland, Werner, Martin. Momentan ist das 21. Grosskind unter­ wegs. Die Kinder von Maria und Josef, die seit 51 Jahren verheiratet sind, wohnen weit herum verstreut. Eine Tochter wohnt mit ­ihrer Familie in Südafrika – Maria hat sie letzten Monat dort besucht –, ein Sohn ist in der Schweizergarde in Rom. Zum Teil haben die Kinder im Ausland studiert. Liebe auf den ersten Blick

Maria und Josef sind es deshalb gewohnt zu reisen. In vielen Fotoalben sind ihre Er­ lebnisse zu bestaunen. Nach Lourdes führte die Hochzeitsreise, in Indien besuchten sie ein katholisches Kloster, letztes Jahr wagte ­Josef in Südafrika einen Gleitschirmflug. Schon dreimal fuhr er mit dem Velo nach Rom, einmal nach Santiago de Compostela,

nach Wien und zweimal nach Köln, wo eine Tochter einige Jahre lebte. Aufgewachsen sind beide in der Region Luzern. Bereits Marias Eltern und sogar Grosseltern hiessen Maria und Josef. «Es war klar, dass das älteste Mädchen immer Maria heisst. Also ist es kein Zufall, dass ich diesen Namen trage.» Dass sie einmal einen Josef heiraten würde, war trotz aller Tradi­ tion nicht so geplant. Kennengelernt haben sich die beiden an einem Trachtenfest. «Es war Liebe auf den ersten Blick», sagt Josef. Er erinnert sich noch heute genau: Er sei in der Festhalle gleich beim Eingang gesessen. Maria drei Tischreihen weiter, mit Sicht zu ihm. Er habe gedacht: Das wäre doch eine! Ihr lieber Blick habe ihm gefallen und sie sei eine sehr Hübsche gewesen. «Ist sie ja heute noch», hält er fest. Maria kichert. Bis er sie zum Tanzen aufgefordert habe, sei er ihr nicht aufgefallen. «Doch dann hat meine Sympathie sie überzeugt», erklärt Josef. Den ganzen Abend lang tanzten sie zusam­ men, 21- und 22-jährig. Sie tauschten die ­Adressen aus. Das war im Mai. Erst im Au­ gust liess Josef wieder von sich hören – mit einer Postkarte, die er Maria aus dem Bünd­ nerland schickte. Sie schrieb nicht zurück. Im Winter meldete sich Josef erneut, diesmal per Telefon: Er sei gerade in der ­Region, ob er auf einen Kaffee vorbeikom­ men dürfe, fragte er. Maria sagte Ja. «Von da an hatten wir festeren Kontakt», erzählt ­Josef. Irgendwann beschlossen sie, dass

sie zusammenbleiben wollen. Mit einer Hochzeit ­seien beide sofort einverstanden gewesen. Diese fand am 19. April 1966 statt. «Ich hatte nur ein Mal Angst in mei­ nem ­Leben», sagt Josef, «und zwar an ­diesem Tag. Davor, dass sie nicht Ja sagt.» Gemeinsames Leid

Beide erinnern sich gern an den Hochzeits­ tag. Pfarrkirche Ballwil, Regen am Morgen, am Nachmittag strahlend blauer Himmel, 50 Gäste, ein Car, Bild beim Fotografen, ­Essen in Immensee. Ein halbes Jahrhundert später verraten Maria und Josef das Rezept für ihre erfolgreiche Ehe. Es lautet: Die Freude und das Leid teilen. «Das heisst, dass ich sie an die Beerdigungen schicke – und selber die Hochzeiten besuche.» Maria schmunzelt; Josef und seine Witze. Er hatte Landwirt gelernt und arbeitete in Littau 30 Jahre lang als Gemeindegärtner. Nachdem er einen Herzinfarkt erlitten hatte, ging er vor über zehn Jahren frühzeitig in Pension. Sein Hobby war stets die Musik – nächstes Jahr feiert er sein 60-Jahr-Jubi­läum in der Dorfmusik. Maria hat Damenschneide­ rin gelernt und die Bäuerinnen­schule besucht. Nach der Hochzeit war sie Hausfrau und Mutter. Die Areggers wohnen in einem statt­ lichen Mehrfamilien-Bauernhaus. Ein grosses Leid während ihrer Ehe war, als der älteste Sohn André mit elf Jahren nierenkrank wurde. Als junger Erwachsener bekam er eine neue Niere transplantiert.


MENSCHEN | MM51, 18.12.2017  11

Maria und Josef Aregger haben eine Krippe im ­eigenen Garten, die ihre Namensvettern mit dem Jesuskind zeigt.


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MENSCHEN | MM51, 18.12.2017  13

Als er 35 Jahre alt war, spendete ihm Maria eine ihrer eigenen Nieren. Diese vertrug er sehr gut. Doch gesund blieb er nicht: Diesen Frühling verstarb er an Krebs. «Das war, und ist noch immer, sehr tragisch für uns», sagt Josef, in dessen Augen sich Tränen sam­ meln. Auch Maria hält fest: «Das ist das Al­ lerschlimmste, das uns bis jetzt passiert ist.» Ein Wunsch zu Weihnachten

Maria und Josef sind froh, dass sie einander haben. Er schätzt an ihr, dass sie immer ­Geduld hat mit ihm, dass sie das Büro so zu­ verlässig macht und immer alles in Ordnung bringt. «Ich bin ein Zwirbli, sie hat viel Ner­ ven mit mir. Und obwohl sie meine Witze schon kennt, lacht sie manchmal noch darü­ ber.» Sie schätzt an ihm seinen Humor, dass er immer aufgestellt ist – und seine vielen ­Begabungen. «Die grösste Freude macht mir Josef, wenn er für mich kocht.» Für die Grosskinder macht der Grossvati die besten Pommes und Pizzas überhaupt.

An Heiligabend muss niemand von beiden kochen. Sie sind bei einem ihrer Kinder ­eingeladen. «Früher kamen wir natürlich immer bei uns zu Hause mit der ganzen ­Familie zusammen», sagt Maria. «Wie alle anderen feiern wir die Geburt von Jesus. Da­rauf, dass wir wie seine Eltern heissen, sind wir stolz.» Für das Ehepaar ist ­Weihnachten aber nicht nur wegen ihrer Namensvettern ein wichtiges Fest. Auch nach vielen Jahren schenken sich Maria und Josef zu Weihnachten eine Klei­ nigkeit. Etwa Pralinen oder Gebrauchs­ gegenstände. Vor allem aber wünschen sie sich, dass sie noch lange gesund und fit ­bleiben. Josef sagt: «Damit wir noch lange zu unseren Kindern reisen können.» Er holt sein Smartphone hervor – auch Maria ­besitzt eins – und guckt sich auf Whatsapp Fotos an, die er von seinen Kindern und ­deren Familien von überallher zugeschickt bekommen hat. Maria und Josef freuen sich jetzt schon auf die nächste Reise. MM

Gemeinsam schmücken Maria und Josef den Baum in ihrem Garten.

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Trentino & Bernina Express

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Reisehöhepunkte: • Fahrt mit dem legendärer Bernina Express - vom Palmenstrand zum Gletscherrand • Unterwegs in Trient, einer der schönsten Städte der Alpen • Trentiner Spezialitäten-Nachtessen bei Kerzenschein und Musik • Kulinarische Höhenflüge beim Käser und in einer Weinkellerei • Herrliche Fahrt mit der Nonstalbahn von Male nach Trient

Ihr tolles Reiseprogramm: 1. Tag, Samstag – Anreise ins Trentino Gemütliche Fahrt im komfortablen Extrabus ins Val di Sole im Herzen des Trentino. Im Hotel werden wir bereits mit einem feinen Nachtessen erwartet!

Alpenjuwel Trient

Wunderschöne Dolomiten

2. Tag, Sonntag – Mit der Schmalspurbahn nach Trient Das Trentino ist landschaftlich einzigartig. Nirgendwo in Europa findet sich eine perfektere landschaftliche Symbiose aus fantastischer Bergwelt und mediterranem Flair. Gleich nach dem Frühstück fahren wir mit der bekannten Nonstalbahn von Male nach Trient. Lehnen Sie zurück und geniessen Sie die wunderschöne Fahrt durch die herrlichen Dörfer und Täler der Brenta Dolomiten. Später zeigen wir Ihnen bei einer tollen Stadtführung, warum Trient zu den schönsten Alpenstädten gehört. Nach etwas Zeit zur freien Verfügung geht es mit dem Bus zurück ins Hotel, wo uns ein feines Trentiner Nachtessen bei Kerzenschein und Musik erwartet. 3. Tag, Montag – kulinarische Perlen des Trentinos Unser erstes Etappenziel ist heute das zauberhafte Nontal, wo wir eine typische Trentiner Käserei besichtigen. Hier wird der bekannte und vielfach ausgezeichnete Trentin Grana produziert, den wir natürlich

auch verkosten werden. Danach unternehmen wir einen kurzen Spaziergang durch einen wunderschönen Park zum Wallfahrtsort San Romedio, bekannt durch seine besonders sehenswerte Kirche. Am Nachmittag besuchen wir eine typische Trentiner Weinkellerei, wo wir wiederum viel Wissenswertes erfahren und uns von der Qualität der Erzeugnisse überzeugen werden. Nachtessen im Hotel. 4. Tag, Dienstag – Fahrt mit dem legendären Bernina Express & Heimreise Nach dem Frühstück fahren wir nach Tirano. Hier erwartet uns der abschliessende Höhepunkt unserer tollen Reise: die Fahrt mit dem legendären Bernina Express nach St. Moritz. Freuen Sie sich auf eine der höchsten und schönsten Bahnstrecken der Welt! Die Strecke beeindruckt jeden Reisenden mit unzähligen Brücken und Tunnels, diversen Kehrschleifen und schwindelerregend hohen Viadukten. Von Ihrem komfortablen Panoramawagen aus geniessen Sie einen fantastischen Ausblick auf ursprüngliche Gebirgsgipfel, mächtige Gletscher und malerische Landschaften! Von St. Moritz aus treten wir mit dem Bus die Heimreise an.

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MENSCHEN | MM51, 18.12.2017  15

Bänz Friedli

Verträumtes Land

Bild: Vera Hartmann

Früher nannte man sie Bummler, aber an diesem kalten Tag habe ich mich für den Bummelzug entschieden, weil der angeblich schnellere Intercity neunzehn Minuten ­Verspätung gehabt hätte. Besser drinnen ­sitzen, als auf dem eisigen Perron dem Biswind ausgesetzt zu sein. Also ruckeln wir im warmen Waggon vorbei an Weilern und Wäldern, vor dem Fenster wirbeln dicke Schneeflocken wie aus dem Bilderbuch, «nächster Halt: Herzogenbuchsee». Das Land hat etwas Verwunschenes und gleichzeitig Behagliches, an einem solchen Wintertag. Man stellt sich vor, eine der ­Flocken mit der Zunge aufzufangen, wie man es als Kind getan hat – auf dass sie darauf ­zergehe. Die Formen werden weicher, bald ist alles nur noch weiss, verwischt, verhüllt.

Bänz Friedli (52) spürt das Kind im Manne.

Was tut der Schnee? Er dämpft den Lärm, macht die Welt wohliger. Und überdeckt mit seiner Weissheit gleichsam alles Bangen. Schnee macht die Welt klein, die Menschen freundlich. Verwandelt er unsere asphaltierte Einöde über Nacht in eine Traumlandschaft voller skurriler Formen, dann erzeugt er ­Verbundenheit unter Wildfremden. Ich erinnere mich an einen Morgen im Winter 1999, als plötzlich viel mehr Schnee lag als im Flachland üblich, und in der garstigen Vorstadt, wo ich wohnte, wurden die Menschen zutraulich. Man grüsste, wo man das doch sonst nie tat. Man lächelte, wo man doch sonst stets gries-

grämig ins Leere blickte. Und mir wurde geholfen, den Kinderwagen über einen riesigen Schneewalm zu hieven, den die Strassenräumpflüge zwischen der Fahrbahn und dem Trottoir aufgeworfen hatten. Hier ein gutes Wort, da eine lustige Bemerkung. Die Welt wie verzaubert. Der erste Schnee. Heuer fiel er an einem Abend, und ich schaute zu meinem Fenster hinaus in den unversehens hellen Garten, sah Kinder tollen, die doch eigentlich keine Kinder mehr sind. Gegen Mitternacht gings, und auch ich empfand sie: die kindliche Freude. Es gibt nicht viele dieser magischen Momente, die das Kind im 52-jährigen Mann wecken. Doch es gibt sie. Wir sehen erste Schneeflocken und verdrängen unsere Sorge ums Klima. Wir erblicken nach längerer Zeit wieder das Meer, verdrängen die Verschmutzung, die Überfischung, das Elend der ertrunkenen Flüchtlinge – und sind einfach nur hingerissen. Wir sehen an Weihnachten Lichterglitzern und Kerzenschein – und verdrängen die ­gnadenlose Vermarktung der Tage davor. Versuchen werd ichs, an Weihnachten: für Augenblicke Kind zu sein. Versuchen? Nein, ich weiss, dass es mir gelingen wird. Und sollte es sogar leise zu schneien beginnen, werde ich meine Liebsten fragen, ob sie mit nach draussen kommen. Schneeflocken auffangen, mit der Zunge. MM

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Das Richtige tun

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Olivia Keller (7) Erstklässlerin aus der Schweiz


16  MM51, 18.12.2017 | MENSCHEN

Katja Früh

Projekt Lebenslust

Aufhören ist für die Regisseurin und Drehbuchautorin Katja Früh kein Thema: Soeben hat sie ihr erstes Buch, «Bin ich jemand?», geschrieben, und demnächst bringt sie ihr Theaterstück «Harmonie» auf die Bühne. Dazwischen bleibt Zeit für Kindheitserinnerungen. Text: Lisa Stutz  Bild: Mara Truog

S

ie ist Tochter, Ehefrau, Mutter, Grossmutter. Sie ist Autorin und Regisseurin. Beobachterin, Ästhetin, Sprachfanatikerin. Sie ist die Erfinderin der TV-Serie «Lüthi und Blanc». Sie ist 64. Und an diesem Nachmittag in einem Zürcher Restaurant ist sie ein Gast, der von allen Seiten gegrüsst wird. Trotzdem fragt sich Katja Früh: Bin ich jemand? «Wie bewege ich mich an ­einer Vernissage, einer Theaterpremiere, einem Kulturevent oder einer Gala so, dass man merkt, ich bin jemand? Was sage ich, wenn ich gerade keine Arbeit habe, nichts Interessantes läuft, ich ein bisschen ratlos bin, wenn mich jemand fragt, woran ich gerade bin?», fragt sie in ­einer ihrer Kolumnen. Sie beschäftige sich mit der Frage, ob man nur jemand sei, wenn man etwas darstelle, sagt Katja Früh, sorgfältig rot geschminkte Lippen, schwarze Hornbrille. Sie trinkt einen Schluck Kaffee, bevor sie fortfährt: «In unserer narzisstischen Welt – definieren wir uns da über unseren Beruf, unsere Projekte? Oder sind wir auch sonst jemand?» Was die Projekte angeht, ist Katja Früh auf jeden Fall jemand. Vor Kurzem ist ihr erstes

Buch «Bin ich jemand?» erschienen, eine Kolumnensammlung. Ihr letztes Theaterstück «Exit retour» war ein Erfolg – zu der Komödie zum Thema Sterbe­ hilfe hat sie die persönliche Geschichte ihrer Mutter inspiriert. Zurzeit arbeitet sie am Stück «Harmonie», an einer Ehe­ komödie, die sich um den Bettkauf in einem Möbelhaus dreht. Premiere ist am 26. Dezember. «Bin ich jemand, weil ich eine Premiere habe? Oder weil ich ein Buch geschrieben habe? Keine Ahnung.» Katja Früh lacht. Zunächst nur «Tochter von»

Dass sie überhaupt ist, hat sie der Schauspielerin Eva Langraf und dem Regisseur Kurt Früh zu verdanken. Ihr Vater drehte Schweizer Filmklassiker wie «Polizischt Wäckerli» und «Dällebach Kari» – und wurde damit berühmt. Katja Früh war zunächst einmal «Tochter von». Die Beziehung zum Vater war eng. Doch sie war auch geprägt von der Sorge um ihn: Kurt Früh hatte mit Depressionen zu kämpfen. «Die dunkle Wolke, die immer über uns hing, die ich nie fassen, nie begreifen konnte, das war wohl König Alkohol.» Katja Früh erinnert sich aber auch an dies: «Einmal im Jahr

durften wir das heiss geliebte Spiel ‹Eltern sind Trottel› mit ihm spielen. Wir konnten dann mit ihm machen, was wir wollten, ihn verkleiden, schminken, herumjagen, ihm alles Mögliche befehlen. Wenn ich an meinen Vater denke – was jeden Tag der Fall ist –, denke ich vor allem an die Spiele.» Die Mutter «wahnsinnig schön»

Das «Tochter von» habe sie als junge Schauspielerin gestört. «Inzwischen macht mir das nichts mehr aus, ich bin gern seine Tochter.» Und was hat sie von ihm geerbt? «40 Franken!» Kurt Früh habe am Schluss kein Geld mehr gehabt, weil er es liebend gern ausgegeben habe. Nebst den zwei Zwanzigernoten habe sie die Eigenschaft geerbt, sich gut in andere Menschen einfühlen zu können. Auch zu ihrer Mutter hatte Katja Früh eine gute Beziehung, wenn auch keine so enge wie zum Vater. «Meine Mutter war distanzierter, weniger spielerisch mit mir und meiner Schwester.» Sie bewunderte ihre Mutter für ihr Aussehen. «Sie war wahn­sinnig schön. Ich würde alles dafür geben, um nur einen Tag lang so makellos schön zu sein.»

Vom berühmten Vater 40 Franken und Einfühlungsvermögen geerbt: Katja Früh (64)

Eva Langraf entschied sich im Jahr 2009, mit Hilfe von Exit zu sterben. Katja Früh konnte diesen Entscheid zwar akzeptieren, hatte aber auch schlechte Gefühle dabei. «Vielleicht Schuldgefühle», sagt sie. Sie findet, dass Sterbehilfe nicht selbstverständlich werden sollte. «Ich habe Angst, dass Druck entsteht. Dass alte Menschen finden, sie müssten freiwillig gehen, um anderen nicht zur Last zu fallen.» Sie s­ elbst könne sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorstellen, jemals durch Sterbehilfe aus dem


MENSCHEN | MM51, 18.12.2017  17

Leben zu scheiden. Katja Früh ist selbst eine leidenschaftliche Mutter: Sie liebe ihre Kinder «abgöttisch», sagt sie. Tochter Lisa Maria (29) ist Schauspiele­ rin, Sohn Severin (30) führt eine kleine Filmfirma. Der dreijähri­ ge Ciro, Lisa Marias Sohn, nennt seine Grossmutter «­ Mamama». In einer Kolumne mit dem Titel «Wünsche für meinen Enkel Ciro» schreibt sie: «Sei neugierig. Weniger auf den Schulstoff als auf die Dinge dahinter. Hab keine Angst vor Autoritäten. Sie haben auch Angst. Sei grosszügig, wegen

dem Karma. Glaub an die Ge­ rechtigkeit, auch wenn es sie nicht gibt.» Nicht arbeiten ist unvorstellbar

Katja Früh und ihr Mann Hans hüten den Enkel regelmässig. Ihr Mann ist inzwischen im Ruhe­ stand. Es sei eine neue Situation: «Er ist oft zu Hause und macht den ganzen Haushalt – sogar gern!» Sie sagt das so, als könne sie nicht fassen, dass jemand Hausarbeit mag. Sie selbst arbei­ tet noch viel. «Für mich ist es nicht nachvollziehbar, dass man das kann: nicht arbeiten.» Sie

fühle sich ohne Projekte nicht wohl, denn sie gäben ihr viel Lebenslust. «Es kommt für mich nicht in­frage aufzuhören. Auch wenn es vielleicht normal wäre.» Zudem habe sie keine Pensions­ kasse, es würde finan­ziell gar nicht gehen. «Ich bin nicht sparfähig», erklärt sie. Wie schon ihr Vater gönnt sie sich gerne etwas. Ist Katja Früh jemand, der Angst hat vor dem Älterwerden? «Vor dem Altsein habe ich keine Angst, nur vor der Un­ tätigkeit», sagt sie. Es gebe zwar Dinge, die sie in ihrem Leben

nicht mehr tun wolle. Soufflie­ ren in einem Theater etwa. In eine Disco gehen. Aber es gebe so vieles, was sie noch tun wolle: sich weiter­entwickeln in der Arbeit, sich noch mehr Wissen aneignen, über Psycho­ logie lernen, sich Fernsehserien ansehen, reisen, neue Prota­ gonisten zum Leben erwecken, sich selber auf die Schliche kommen. MM Buch: «Bin ich jemand?», Echtzeitverlag; für 24 Franken bei www.exlibris.ch Theaterstück: «Harmonie – eine Bett­ geschichte für zwei Personen», vom 26. bis 31. Dezember im «Miller’s», Zürich


18  MM51, 18.12.2017 | MENSCHEN

Weihnachtsgeschichten

Himmlisch, gruslig, schön Zum Thema Weihnachtsfest hat jeder eine Geschichte auf Lager. Die Redaktorinnen und Redaktoren des Migros-Magazins erzählen von ungewöhnlichen Traditionen, kleinen Wundern und ihren schönsten Erlebnissen.


MENSCHEN | MM51, 18.12.2017  19

Monica Müller

Unter Engeln «Zu meinen schönsten Kindheitser­ innerungen an die Vorweihnachtszeit gehört die Fahrt im Märlitram. Nir­ gends ist man dem Himmel in Zürich so nah wie im roten Tram, das durch die City ruckelt. Engel berichten von ihrem Job als Sternenpolierer, er­ zählen Weihnachtsgeschichten und verteilen Züri-Tirggel. Doch leider dürfen nur Kinder von vier bis zehn Jahren mitfahren, da sind die sanften Geschöpfe gna­ denlos. Vor zehn Jahren hatte ich die zündende Idee: Ich schlich mich

für eine Reportage unter die Engel. Wohlwollend nahmen sie mich in ­ihrem Kreis auf, richteten mir den Heiligenschein, bogen mir die zerknautschten F ­ lügel zurecht und tupften mir ­etwas Sternenstaub auf die Wangen. Eine Fahrt lang durfte ich einer von ihnen sein. Und es waren wunderbare 20 Mi­nuten. Als das Tram nach der Tour durch die Innenstadt bei der Haltestelle ‹Märlitram› anhielt und die hintere Tür aufging, blieben die Kinder verträumt sitzen. Ich auch.»

Ralf Kaminski

Völlerei unterm Tannenbaum «Zu den nostalgischen Erinnerungen an die Weihnachtsfeste der Kindheit gehören natürlich die t­ ollen Geschenke, die alljähr­ liche Wieder­holung von ‹Das fliegende ­Klassenzimmer› im Fernsehen – und Lach­ anfälle an Heiligabend, weil die Familie beim Weihnachts­liedersingen wieder ein­ mal den Text vergessen hatte. Vor allem aber e­ rinnere ich mich s­ taunend an die ­ un­ge­heuren Mengen, die wir jeweils ­verschlungen haben, wenn die Berliner ­Verwandtschaft von Weihnachten bis ­Silvester zu B ­ esuch war: Frühstück, Mittagessen, Kaffee und Kuchen, Abendbrot – und all das nicht zu knapp. Dazu gab es pro Person jeweils noch einen ‹Bunten Teller›, für den kleinen Hunger zwischendurch: Einen mit Schoko­ lade, Keksen, Marzipan und weiteren süssen Leckereien voll gefüllten, grossen Papp-

Dinah Leuenberger

Bilder: Sophie Stieger, Privat (2)

(Gru-)selige Nachmittage «In meiner Familie ist ein gelungenes Weihnachtsfest nur eines mit Blut, Toten und schrecklichen Verbrechen. Denn: Statt Weihnachtslieder zu ­singen, erzählen wir uns gegenseitig sogenannte Black Stories. Das sind kurze rätselhafte G ­ eschichten wie diese: ‹Fröhlich singend zog Anna ­ihren toten Ehemann hinter sich her.› Ziel ist es, mit Ja- und Nein-Fragen an den ­Vorleser herauszufinden, wie es zu diesem Sachverhalt gekommen ist. Ein wichtiges Merkmal der Black Stories – der Name lässt es erahnen – sind deren düsterer Inhalt. Und wir finden: je mehr Blut, desto besser. Glücklicherweise florieren Black Stories heutzutage, es erscheinen ­jedes Jahr Bücher mit neuen Geschich­ ten. Das war nicht immer so. Als wir

die Tradition starteten, gab es nur ganz wenige Geschichten. Deshalb ­haben wir vor einigen Jahren den Schwierigkeitsgrad erhöht: ­Inzwischen darf nur am Fest teil­ nehmen, wer eine eigene Black Story erfunden hat. Nicht alle gehen auf dieselbe ­ Weise an die Aufgabe heran: Meine Cousine und ihr Mann haben einmal die G ­ eschichte nicht vorgelesen, ­sondern sie mit Playmobilfiguren nachgestellt. Und mein Vater ruft ­jeweils Ende Januar vergnügt an und ver­kündet stolz, dass er seine ­Geschichte bereits hat. Meine eigene entsteht meist am Tag vor dem Fest. Einen Vorteil haben unsere eigenen Geschichten: Eine Leiche und viel Blut kommen garantiert immer vor.»

teller, den wir innerhalb dieser Woche auch immer noch irgendwie wegputzten. Wie wir diese Zeit ohne gesundheitliche Schäden und akute Fettleibigkeit überstanden haben, ist mir völlig schleierhaft. Den ‹Bunten ­Teller› gibts übrigens auch heute noch an Weihnachten, aber es ist nur noch einer für alle, und es dauert oft bis weit nach Silvester, bis er leer ist.»


20  MM51, 18.12.2017 | MENSCHEN

Andrea Freiermuth

«In diesem Jahr bin ich mit dem Rennrad ans Weihnachtsfest ­gefahren. In kurzen Hosen und mit einem leichten Kleid im Rucksack. Das Fest hat am 16. Juli stattgefunden, also mitten im Sommer. Es war das Weihnachtsfest der ­Familie meines Freundes. Der Clan besteht aus den Eltern meines Liebsten, einem Onkel, den Cousins und Cousinen sowie deren Partnern und Kindern. Rund zwölf Personen, wovon die meisten an Weihnachten noch a­ ndere Verpflichtungen haben – mit den Eltern oder Geschwistern des Partners, mit nahen Freunden oder mit dem Hobby.

An Weihnachten gibt es in der Regel Fest über Fest und dazu viel Stress. Zudem wird es bei der Zusammenkunft meist eng. Warum also die jährliche Familienzusammenkunft nicht auf ein ganz anderes Datum legen, an dem kein Termindruck herrscht – und man vielleicht sogar draussen feiern kann? Das sommerliche Weihnachtsfest war eine super Party. Ob die Rechnung aufgeht, wird sich allerdings erst in der kommenden Woche ­zeigen. Vielleicht findet ja trotzdem noch jemand, es wäre doch nett, ­konventionell während der Festtage zu feiern.»

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Bild: Yvonne Böhler

Grüne Weihnachten


MENSCHEN | MM51, 18.12.2017  21

Sabine Lüthi

Bilder: Privat

Zwillinge «Der Eindruck trügt: Meine Schwes­ ter (links) kam 492 Tage vor mir auf die Welt; wir sind keine Zwillinge. Die Symmetrie zum feierlichen Anlass hatte unsere Mama beinahe perfekt hingekriegt, hätte ichs ihr nicht vermasselt: grünes Halstuch, Ketteli und Pelzfinken, in denen ­meine Füsse zwar warm, aber nie ge­ ruchfrei waren. Seit meine Schwester und ich die Kleider selber kaufen, ist die äussere Übereinstimmung dahin. Das Zwillingsthema jedoch ver­ folgt mich bis heute: Seit ich Mama bin, keimt in mir das Bedürfnis, ­meiner Tochter ­einen ebenso gros­ sen, schönen, leuch­tenden Weih­ nachtsbaum zu ­bieten, wie wir ihn ­damals in unserer S ­ tube hatten. Letz­ te Weihnachten startete ich einen ­ersten Versuch: Na ja, am Ziel bin ich noch nicht – aber urteilen Sie selbst!»

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Lisa Stutz

O du Feuchtfröhliche! «Letztes Jahr ist es eskaliert. Mein Bruder, 21 Jahre alt, tanzte zu Schlagermusik auf dem Ledersofa meiner Eltern und rief durchs Wohnzimmer, er wolle ab jetzt nur noch ‹DJ Brutal› genannt werden. Mein Cousin, vier Jahre älter, hatte sich die leuch­tende Weihnachtsdeko geschnappt und führte ­damit einen Techtonic-Tanz auf. Onkel und Tante tanzten sich, eng umschlungen, 30 Jahre in die Vergangenheit. Und meine Cousinen und ich sangen aus voller Kehle bei jedem Lied mit, das mein Bruder – äh sorry – DJ Brutal durch die Boxen jagte. Seit ich denken kann, feiern wir am 26. Dezem­

Reto Vogt

Bilder: Privat

Uf u dervo «Weihnachten. Schon wenn ich daran denke, zieht sich in meinem Körper alles zusammen. Die allenthalben herrschende aufgesetzte Fröhlichkeit nervt. Das unbedingte Zusammen­ seinmüssen mit Freunden und ­Familie: eine Zwängerei. Denn wer sich die anderen 364 Tage nicht ­sehen will, kann es sich auch unter dem Tannenbaum schenken. ­ Apropos schenken: In einem Land, in dem ­jeder eh schon alles doppelt und ­dreifach hat, sind Geschenke ein Hohn. Und auch wenn Weihnachten angeblich mal ein heidnisches Lich­ terfest war, steht es heute ohne Wenn und Aber im Zusammenhang mit dem christlichen Glauben – und das stört mich als überzeugten Atheisten natürlich am allermeisten. Darum bin ich zehn Jahre lang ­jedes Jahr gegen Ende Dezember in den Flieger gehüpft und nach Eng­ land geflogen. Zwischen den Jahren ist dort im Gegensatz zu den ver­ schlafenen Städten hierzulande ­einiges los. Alle zwei Tage findet ein Fussballspiel statt, und in London steigt mit der Dart-Weltmeisterschaft die Party ­des Jahres. Doch die Tradition der England­ reise ist nun für ein paar Jahre auf Eis gelegt. Meine Zwillingsjungs sind zwei Jahre alt und werden sich spä­ testens nächstes Jahr wohl oder übel einen Tannenbaum und Geschenke wünschen. Ob dann plötzlich ein ­Reisegutschein für die ganze Familie nach Gross­britannien unter dem ­Geäst liegt?»

ber Weihnachten mit der Verwandtschaft mütterlicherseits. Die ersten 19 Jahre ­meines Lebens war das ein besinnliches Fest bei meinem Grossmuetti zu Hause. Das Unheil nahm seinen Lauf, als sie ihr Haus verkaufte. Fortan ­fanden die Weih­ nachtsfeste alternierend bei ihren drei ­Kindern zu Hause statt. Ich weiss nicht, wie genau, aber es entstand eine Art Wettstreit unter den einzelnen Familien, wer von Jahr zu Jahr die grössere Wein­flasche organisie­ ren konnte. Dieser gipfelte in einer Fünf-­ Liter-Flasche Don Pascual. Und als es nicht mehr grösser ging, organisierte mein Onkel zusätzlich ein Bierfass, das er auf dem Side­ board platzierte, wo sich ­jeder seine eigene Stange anzapfen konnte. Irgendwann begannen die Cousins, sich unter dem Tisch Shots zu reichen. Und sogar mein Grossmuetti vermutete eines Weihnachtsabends, dass hier nicht mehr alle ganz nüchtern waren. Vergangenes Jahr folgte dann der erwähnte vorläufige Höhe­ punkt. Oder Tiefpunkt, wie man will. Wenn ich ­ehrlich bin: Es war ein richtig tolles Fest. Und am 27. taten wir unsere Busse.»

Reto E. Wild

Wie grasgrün sind deine Nadeln «Weihnachten waren für mich als Kind ­immer die schönsten Tage des Jahres. Vor lauter Vorfreude schlief ich die Nächte vor dem Heiligen Abend schlecht. Am 24. Dezember warteten dann mein Bruder und ich im Zimmer auf den festlich ge­ schmückten Baum. Waren meine Eltern bereit, klingelten sie mit einem Glöckchen. Der Baum schien jedes Jahr schöner – und grösser. Die Baum­ spitze berührte meist die Wohnzimmer­ decke. Ja, die Ausmasse der Nordmann­ tanne waren meist so gewaltig, dass mein Vater den Stamm kürzen musste. Ich stand oft staunend vor dem Baum, der für mich so hoch wie ein Wolkenkratzer war. Wir behandelten den Nadelbaum wie ein Familienmitglied, hegten und pflegten ihn. In einem Jahr war die Zuneigung beson­ders intensiv: Wir konnten uns von unserem Freund, dem Baum, ganz einfach nicht ­trennen. Während andere ihre Bäume teilweise schon Ende Dezember entsorgen, ­verlängerten wir das Leben unserer Tanne ­Woche um Woche, indem wir sie regelmäs­ sig mit Wasser versorgten. Dann passierte es: Eines schönen Tages erwiderte der Baum unsere Zuneigung mit kleinen, grünen

Zweigchen, die aus ihm wuchsen. Die Tanne fühlte sich offensichtlich auch noch Wochen nach Weihnachten wohl in unserer Stube. Und so wurde es Ostern, bis wir uns entschie­ den, das Wohnzimmer von den Er­innerungen an Weihnachten zu räumen.» MM


24  MM51, 18.12.2017 | MENSCHEN

Adventskalender – Teil 4

Gewinnen und Gutes tun

N

Das Migros-Magazin verlost noch bis Weihnachten täglich Preise. Wer am Wettbwerb teilnimmt, unterstützt ein soziales Hilfswerk.

och bis Heiligabend bietet der Migros-­ Magazin-Adventskalender Tag für Tag die Chance, einen ­attraktiven Preis zu gewinnen. Gleichzeitig läuft der Countdown für das grosse Gewinnspiel-Finale, bei dem es kurz vor dem Fest als Hauptpreis noch eine von vier Migros-­Geschenkkarten im Wert von 5000 Franken zu gewinnen gibt. Wer bei den Verlosungen mitmacht, tut ein ­gutes Werk, denn alle Erlöse aus dem Advents­

kalender fliessen in die ­Arbeit der Hilfsorganisa­ tionen Caritas, Pro Juventute, Pro Senectute, Winterhilfe und Heks. Welchen der auf dieser Seite ausgelobten Preis möchten Sie gewinnen? Beantworten Sie einfach die Frage in der gelben Box «Mitmachen und ­gewinnen» an dem Tag, dem der Preis zugeordnet ist. Das können Sie via SMS, Telefon oder ­Internet tun. Wie Sie sich den Hauptpreis angeln, ­erfahren Sie ebenfalls in der gelben Spalte. MM

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MENSCHEN | MM51, 18.12.2017  25

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Teilnahme Verlosung des Hauptpreises: Wie viele Weihnachtshelfer mit einem Knopf am Gewand haben Sie in den Adventskalendern der MM-Ausgaben 48, 49, 50 und 51 ­gefunden? Per Telefon: Wählen Sie die Nummer 0901 200 033 (Fr. 1.-, Anruf), nennen Sie Ihre Lösung, Ihren Namen und Ihre Adresse. Per SMS: Senden Sie eine SMS mit dem Wort PREIS, Ihrer ­Lösung und Ihrer Adresse an die Nr. 920 (Fr. 1.-/SMS). Beispiel: PREIS, Lösung, Beat Muster, Musterstrasse 1, 9999 Musterdorf Online: www.migrosmagazin.ch/­ adventskalender Teilnahmeschluss: Sonntag, 24. Dezember, 00.00 Uhr

Sämtliche Erlöse aus dem ­Adventskalender kommen der Caritas, Pro Juventute, Pro Senectute, Winterhilfe und dem Heks zugute. Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Über die Verlosung wird k­ eine Korrespondenz geführt. Es ­erfolgt keine Barauszahlung, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Mitarbeitenden der Migros-Medien sind nicht teilnahmeberechtigt. Mehrfachteilnahmen sind nicht e ­ rlaubt.


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MENSCHEN | MM51, 18.12.2017  27

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Kindheit in Höri Remo Albrecht erinnert sich mit «Bim Grosi und bim Grossvater» an die 1970er- und frühen 1980er-Jahre in Höri bei Bülach ZH. Vor allem an die glücklichste Zeit der Jugend: an die Sommerferien auf dem Hof der Grosseltern (Bild) – mit Traktorfahren und den Süssigkeiten am Freitag. www.migmag.ch/hoeri

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«Very merry Christmas»

Wärmt Alkohol?

Unter dem Motto Hartes Pflaster schreiben Dinah Leuenberger (27, Volontärin) und Melanie Michael (29, Projektleiterin) wöchentlich über Arbeit, Alltag, Trends und vieles mehr. Diesmal zeigt Michael mit besinnlichen, aber auch abgedrehten Weihnachts­ geschichten, warum «Merry» nicht immer für «selig» steht. Frohe Festtage! www.migmag.ch/christmas

Werner Anker aus Interlaken BE wollte wissen: «Ich kenne Leute, die schwören, dass Alkohol bei grosser Kälte wärmt. Wie ist das möglich?» Das Team Sucht Schweiz erklärt, warum der Eindruck täuscht: «Das Blut kühlt im Kontakt mit der niedrigen Aussentemperatur rascher ab.» Die ganze Erklärung auf: www.migmag.ch/waermt-alk

Nach dem Stalking-Fall um Yannick Buttet haben wir gefragt: Sollten für Parlamentarier moralisch höhere Massstäbe gelten? 3% 19%

Bilder: zVg, Chris Sowder/Youtube, Pixabay

78%

78 %: Ja. Volksvertreter haben eine Vorbildfunktion. 19 %: Nein, die gleichen. Man sollte Politik nicht mit Privatem vermischen. 3%: Sogar tiefere, denn sie stehen unter enormem Druck.

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MENSCHEN | MM51, 18.12.2017  29

Leserforum MM50: Menschen Und plötzlich war er weg

«Man muss einfach weiter funktionieren» Ich bin eine Witwe mit drei Kindern (8, 10, 13) und hatte mich sechs Jahre nach dem Tod meines Mannes wieder verliebt. Für die Kinder wurde mein neuer Partner zum Papi, in den fünf gemeinsamen Jahren hatten wir viel unternommen und erlebt. Am Abend des 2. Dezember sassen wir noch zusammen und assen Raclette. Am nächsten Morgen sagte er uns, dass er mit mir Schluss ­mache und ausziehen werde. Ich kämpfte und wollte es einfach nicht wahrhaben, hatte aber keine Chance. Für die Kinder und mich war eine Welt zusammengebrochen. Auch wenn es schmerzt und unbegreiflich ist, muss man einfach weiter funktionieren.

Wenn der Lebensgefährte aus heiterem Himmel ­verschwindet, bricht für den Partner oft eine Welt zusammen.

Es gibt dieses Phänomen des wortlosen Verschwindens nicht nur in Partnerschaften, sondern auch in Freundschaften, wie ich es selber schon vor 30 Jahren mit meiner damals vermeintlich besten Freundin erlebt habe. Ich finde es grundsätzlich daneben, wenn «Expertin» Tina Solimann den Rat gibt, man solle dem, der gegangen ist, Raum lassen. Für mich kommt es einem Freipass gleich, wenn diese respektlose Art des Verlassens so dargestellt wird, als sei sie gesellschaftsfähig. Wofür haben wir eine Stimme, wenn nicht zum Miteinander­ reden? Claudia Süsstrunk, Sulgen TG

Bild: Herbert Zimmermann

MM49: Leserforum/Organ­ spende Brief von P ­ hilipp Sigrist zum Artikel «Und vier Leben gehen weiter» (MM48)

Herr Sigrist, woher wissen Sie, dass eine Transplantation nur eine kurzfristige Lebensverlän­ gerung ist? Ich lebe seit über 40 Jahren mit einer fremden Niere, und es geht mir sehr gut. Leider kursieren zu diesem ­Thema viele falsche Meinungen, was mit dazu beiträgt, dass es in der Schweiz viel zu wenig ­Organspender gibt. Rosmarie Schürch, via E-Mail

MM49: Editorial Toten gratu­lieren?

G.M. (Der Name der Verfasserin ist der Redaktion bekannt.)

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Hier wurde leider eine wichtige Funktion bei Facebook nicht ­erwähnt: Es ist seit langer Zeit möglich, einen Nachlasskontakt zu hinterlegen, der im Fall des eigenen Todes das Konto einfach übernehmen oder deaktivieren kann. Wenn man niemanden hat, der dafür zur Verfügung steht, hilft das natürlich wenig. Aber ich meine, dass man zumindest auf die Möglichkeit hinweisen sollte. Christof Mazenauer, via E-Mail

Rauchfrei ins neue Jahr?

MM49: 6. Dezember Frau Chlaus

Die abgebildete Frau Chlaus hat kein Kostüm des heiligen Nikolaus an. Dessen Attribute sind Mitra (Kopf­bedeckung), Pallium (Band) und Bischofstab, nicht Rute und Glocke. Robert Hauri, Zunft­ meister Chlausenzunft Härkingen

Schicken Sie Ihre Leserbriefe an: Redaktion Migros-Magazin, Limmat­strasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, oder per Mail an: redaktion@migrosmagazin.ch Die Redaktion behält sich Kürzungen vor und übernimmt keine Verantwortung für Inhalt und Richtigkeit der Aussagen. Über Erscheinen resp. Nichterscheinen der Leserbriefe wird keine zusätzliche Korrespondenz geführt.

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30  MM51, 18.12.2017 | MENSCHEN

«Meine Söhne sind gute Feministen» Iris Bohnet

Als erste Schweizerin hat Iris Bohnet 2006 eine Professur an der ­Eliteuniversität Harvard erhalten. Die Luzernerin unterrichtet dort ­Verhaltensökonomie und strebt mit ihrer Forschung weltweit mehr Diversität und Gleichberechtigung in Unternehmen an. Interview: Dinah Leuenberger


Bilder: Annick Ramp/NZZ

MENSCHEN | MM51, 18.12.2017  31

«Klassische Frauenförderung reicht nicht, um Gleichberech­tigung zu erreichen», sagt Iris B ­ ohnet. Dafür brauche es eine V ­ eränderung der Strukturen.


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Iris Bohnet, müssen Sie als Professorin an der Eliteuniversität Harvard härter ­arbeiten als Ihre männlichen Kollegen? Schwer zu sagen. Es gibt aber durchaus For­ schung, die zeigt, dass junge Frauen härter arbeiten als ihre männlichen Kollegen, bis sie eine volle Professur erhalten. Wenn ich als junge Frau Leute unterrichtete, die älter waren als ich, war es schwieriger, meine ­Autorität und Kompetenz zu demonstrieren. Da hiess es schnell, was will denn die, die hat doch noch zu wenig Erfahrung, um uns ­Führungspersönlichkeiten zu unterrichten.

Was hat Ihnen sonst noch geholfen auf ­Ihrem Karriereweg? Während meiner Studienzeit gab es in Z ­ ürich eine Konferenz von Führungsfrauen, quasi ein WEF für Frauen. Dort lernte ich Dinge, die ich noch heute anwende. Zum Beispiel, dass ich vor einem Vortrag an eine Situation zurückdenke, in der ich mich stark und selbstsicher fühlte. An diesem Event habe ich auch realisiert, was alles möglich ist. Die weiblichen Vorbilder waren extrem wichtig für mich und sind es generell. Ob Mädchen sich nur als auf Rettung wartende Prin­ zessinnen oder als aktive Frauen ­sehen, spielt eine wichtige Rolle. Zudem habe ich von guten Mentoren profitiert. Meine Eltern, Ruth und Paul Bohnet, aber auch mein Dok­ torvater Bruno Frey, haben immer an mich geglaubt. Förderung ist enorm wichtig.  Trotzdem sind Sie kein Fan von Frauen­ förderung. Ja, denn sie allein reicht nicht. Weil sie selten dazu führt, dass es mehr Frauen in den Füh­ rungsetagen gibt. Das zeigen etliche wissen­ schaftliche Studien. Natürlich muss ich meine Studentinnen in Harvard auf die Arbeitswelt von heute vorbereiten – und dafür braucht es gewisse Fähigkeiten und Trainings. Aber es reicht nicht, die Frauen auf die männlich geprägte Arbeitswelt vorzubereiten, man muss deren Strukturen verändern, damit alle langfristig die gleichen Chancen haben. Als Verhaltensökonomin sind Sie dafür am richtigen Ort.

Iris Bohnet: «Fotos gehören nicht in die Bewerbung, dafür gibt es unzählige Beweise.»

Die Verhaltensökonomie hat in den letzten Jahren extrem an Bedeutung gewonnen. Die Erkenntnisse und Instrumente aus dieser Wissenschaft wurden bereits angewendet auf Gesundheitsfragen, finanzielle Entschei­ dungen und die Erziehung, aber noch nicht auf die Gleichberechtigung und Diversität in Unternehmen. Darum habe ich ein Buch darüber geschrieben, das war ein grosses ­Bedürfnis von mir. Weil ich durch meine Forschung etwas wusste, das sonst niemand so einbringen konnte. Eine Kernaussage von «What works» lautet, dass jeder Mensch Vorurteile hat. Welches Vorurteil gibt es gegenüber Ihnen? Man nimmt mich natürlich gemäss meiner demografischen Charakteristika wahr: Ich bin eine Frau, Ökonomin, Mutter. Das führt sicher zu vielen Vorurteilen. Hinzu kommen die typischen Vorurteile gegenüber Schwei­ zern und Schweizerinnen – dass wir pünkt­ lich sind zum Beispiel. Wobei ich das gerade widerlegt habe, weil das Interview meinet­ wegen zu spät begonnen hat. ( lacht) Sonst ist es eher schwierig, Vorurteile zu wider­ legen. Wie alle Menschen lebe ich in einer Blase und treffe in der Regel selten Menschen, die mir gegenüber Vorurteile hegen. Welches ist Ihr grösstes Vorurteil? Im Buch schreibe ich darüber, wie ich meinen Sohn zum ersten Mal in die Krippe brachte. Uns begrüsste ein männlicher Betreuer, was mich zuerst irritierte. Auch ich bin nicht gefeit vor Vorurteilen, obwohl ich mich sehr intensiv mit ihnen befasse. Mein grösstes Vorurteil hege ich aber wohl gegenüber Menschen, die Fake News verbreiten. Ich verstehe diese Leute nicht und würde wohl überreagieren, wenn ich sie treffe. Wenn sogar Sie noch Vorurteile hegen, gibt es denn überhaupt die Möglichkeit, sie zu

Gibt es andere Beispiele aus der Praxis? In manchen amerikanischen Colleges werden die Studierenden zufällig in ihre Zimmer eingeteilt. Die Forschung zeigt, dass sie lang­ fristig toleranter werden, wenn sie mit je­ mandem im Zimmer wohnen, der anders ist als sie. Ein Jahr gemeinsam mit jemandem zu wohnen, ist natürlich schwieriger zu rea­ lisieren als eine Stunde Virtual Reality. Ob jemand seine Vorurteile so effektiv ­abbauen kann, lässt sich noch nicht sagen. Was tun Sie in Harvard für mehr Gleich­ stellung? Der Anteil von Frauen beträgt heute bei den Lehrbeauftragten 40 und bei den Professo­ rinnen 25 Prozent. Natürlich versuchen wir, das noch weiter zu verbessern. Zum Beispiel stellen wir nicht mehr nur eine Person ein, sondern jeweils mindestens drei Personen gleichzeitig. Meine Forschung zeigt, dass Menschen diverser entscheiden, wenn sie mehrere Entscheidungen aufs Mal treffen müssen. Wenn ich jeden Tag einen Snack aus­ wählen darf, tendiere ich dazu, häufig mei­ nen Lieblingssnack zu wählen – in meinem Fall das Schoggistängeli aus der Migros. Wenn ich aber Snacks für den ganzen Monat auf einmal auswählen soll, dann entscheide ich mich für eine bunte Mischung – weil ich mir nicht vorstellen kann, 30 Schoggi­ stän­geli zu essen. So verläuft es auch bei der ­Personalrekrutierung. Wenn ich nur eine Person wählen muss, entscheide ich mich ­öfter für den «sicheren Wert», jemanden, den ich vom Typ her bereits kenne. Bei ­mehreren Personen gleichzeitig wende ich das Portfoliodenken an, weil ich nicht fünf hellhäutige Männer einstellen will. Wer muss in einem Unternehmen den e­ rsten Schritt für mehr Diversität ­machen? Will ein Unternehmen Gleichberechtigung für alle, muss das Topmanagement dahinter­ stehen. Aber das reicht nicht, weil die Men­ schen, die mit den Veränderungen konfron­ tiert werden, ja auf allen Stufen arbeiten. Gleichberechtigung bedeutet unter Umstän­

Bild: Jared Leeds

Hätten Sie in der Schweiz ähnlich Karriere machen können wie in den USA? Ich weiss es nicht. Aber als ich nach Amerika kam, lag der Anteil der Professorinnen in Harvard bei fast 20 Prozent, in der Schweiz gerade mal bei sechs Prozent. In den USA sind auch die Strukturen anders: Mein Mann und ich haben viele Freunde, die beide ar­ beiten. Darum gibt es schon lange Ganztags­ schulen. Unsere Söhne, Dominik und Luca, sind jetzt 16 und 11, und wir hatten noch nie eine Geburtstagsparty unter der Woche, weil alle Eltern arbeiten. Das alles macht es ­einfacher, Beruf und Familie zu vereinen.

überwinden, um Gleichberechtigung zu schaffen? Das ist in der Tat nicht leicht. Wir müssen nicht unser Denken, sondern vor allem ­unser Handeln und die Organisationsstruk­ turen verändern. Aber indem man sich mit dem Thema befasst, geht man den ersten Schritt. Ein neuer Ansatz ist Virtual Reality. Wenn wir damit zum Beispiel in die Situa­ tion eines Flüchtlings versetzt werden – oder als Mann in diejenige der Frau, die sexuell belästigt wird –, entwickeln wir Empathie. So schaffen wir Vertrauen. Und wenn unser Verhalten und unsere Erfahrungen anders sind, werden wir unser Denken anpassen.


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den auch mehr Wettbewerb, weil man den Arbeitsmarkt für einheimische Frauen ­sowie Ausländer und Ausländerinnen öffnet. Wie löst man dieses Problem? Indem man den Mitarbeitenden die Vorteile aufzeigt. Dass sie zum Beispiel davon profitieren, wenn die Besten eingestellt werden, und nicht nur diejenigen, die ins Rollenbild passen. Solche Massnahmen führen meistens schnell zum Erfolg, aber Unternehmen messen und beobachten dies oft zu wenig. Ohne ­diese Daten ist aber eine Veränderung hin zu mehr Gleichstellung gar nicht möglich. Was muss denn genau gemessen werden? Wenn ich mit einer Firma arbeite, frage ich, wie die Menschen eingestellt werden. Ist ein BWL-Studium für eine Stelle Voraus­ setzung, sage ich: 35 Prozent der Betriebswirte sind Frauen, also müssten es in der Firma auch ungefähr 35 Prozent Frauen sein. Ist dies nicht der Fall, kann das ein e­ rstes Zeichen für mangelnde Gleichberech­tigung

sein. Diesen Schritt machen wir dann auf ­jeder Ebene, um zu verstehen, wo bei der Rekrutierung und Beförderung unter Umständen Fehler gemacht werden. Erst dann versuchen wir, die mit geeigneten Instrumenten zu korrigieren. Welche Instrumente sind das? Das fängt bei der Stellenanzeige an. Studien zeigen, dass man mit den richtigen Adjektiven steuern kann, ob sich mehr Frauen oder mehr Männer auf eine Stelle bewerben. Also sollte man die Wortwahl der Anzeige mit ­Bedacht wählen. Ein weiterer Punkt sind die Fotos in Bewerbungen; die gehören da nicht hin, und dafür gibt es unzählige Belege. Ein Foto hat keine Voraussagekraft, wie gut die Person in meiner Firma abschneiden wird. Auch die Vorstellungsgespräche, wie wir sie kennen, laufen falsch ab. Sie sind häufig unstrukturiert, was dazu führt, dass wieder vor allem ins Rollenbild passende Bewerbende eingestellt werden. Wir mögen Leute, die die gleichen Hobbys haben wie wir, auch

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wenn das nichts mit der Arbeit zu tun hat und d ­ aher nichts darüber aussagt, ob die Person gut programmieren oder mit Kundinnen und Kunden umgehen kann. Bei strukturierten Gesprächen lassen sich die Antworten hingegen vergleichen, weil alle dieselben Fragen erhalten. Diese Massnahmen sind sehr einfach umzusetzen. Warum tun wirs dann nicht? Wir müssen zwei Dinge unterscheiden: Wenn wir von A nach B wollen, also von ­weniger zu mehr Diversität, dann ist das ­etwas kompliziert, aber an sich kein Problem. Man analysiert und misst, was falsch läuft, und verändert dann gezielt die Strukturen. Das Problem liegt bei Firmen, die gar nicht von A nach B wollen, weil es ihnen bei A ­gefällt. Die geben dann an, sie hätten keine Vorurteile und alles sei prima. Nur: Wir haben alle Vorurteile, einfach halt unbewusste. Ein gutes Beispiel dafür ist England: Dort wurde der Anteil von Frauen in Verwaltungsräten innert vier Jahren von zwölf auf 26 Prozent


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erhöht – und das nicht über die Quote, son­ dern mit wenigen vorausdenkenden Verwal­ tungsräten und viel Überzeugungsarbeit. Neben England zählen Sie im Buch viele andere positive Beispiele auf. Die Schweiz ist nicht darunter. Warum? In der Tat bemerke ich, dass viele Länder, etwa Island, Norwegen oder Australien, auf der Reise von A nach B sind – im Gegensatz zum deutschsprachigen Raum und auch zu der Schweiz. Warum das so ist, bräuchte eine längere Diskussion. Aber: Direkte Demo­ kratien brauchen immer länger bis zu einer grundlegenden Veränderung. Zwar wurde das Frauenstimmrecht in der Schweiz schockierend spät eingeführt, aber danach stieg der Anteil von Frauen im Parlament vergleichsweise rasch. Weil das Land ­bereit dafür war. Unsere Kultur basiert auf Kompromissen, das zeigen die direkte ­Demokratie, die Konkordanz und der Föde­ ralismus. Eine Vorgabe nur von oben funk­ tioniert hier eher schlecht. Also wäre die Einführung einer Frauen­ quote für die Schweiz nicht zielführend? Quoten haben klare Vorteile: Sie verändern Zahlen und damit auch die Vorbilder schnell. Sie haben aber auch Nachteile: Wer will schon eine Quotenfrau sein? Ob wir in der Schweiz eine Quote wollen, ist eine ­politische Entscheidung. Auf jeden Fall ist es sinnvoll, Personalentscheide ­aufgrund von Fakten und nicht aufgrund des Bauch­gefühls zu treffen.

Ihr Buch ist scheinbar zur richtigen Zeit erschienen: Sexismus wird breit diskutiert. Denken Sie, dass eine öffentliche Verur­ teilung von Kevin Spacey und ­Harvey Weinstein etwas zur Gleichberech­tigung beitragen kann? Ja, ich denke schon. Sexismus gab es schon immer. Aber die Diskussion, die wir jetzt ­darüber führen, ist eine andere. Als Gesell­ schaft treten wir nun auf die Bremse und ­sagen: so nicht! Wir akzeptieren solche Übergriffe und Belästigungen nicht mehr. Gleichzeitig macht mir die ­Diskussion etwas Sorgen. Denn es gibt Menschen, die finden, es sei so kompliziert mit den Frauen, dass sie am liebsten gar keine mehr einstellen. Weil sie nicht wissen, ob und wann sie ein Kompliment machen dürfen und wie sie sich verhalten sollen. Das ist dann höchst kontraproduktiv und leider zum Teil schon beobachtbar. Sie haben einmal gesagt, dass Sie Ihre ­Söhne genderneutral erziehen. Bekommen sie dann auch entsprechende Geschenke? Ja, wir haben bewusst auch Geschichten mit weiblichen Helden vorgelesen. Damit unsere Söhne keine stereotype Vorstellung haben, wer eine Führungsperson sein kann. Ob sie dieses Jahr ein feministisches Buch bekommen, weiss ich noch nicht. Aber meine Söhne sahen den Film «Wonder Woman» noch vor mir und fanden ihn super. Was wäre denn ein gutes feministisches Buch für unter den Weihnachtsbaum?

Mit unserem elfjährigen Sohn haben wir die ­Geschichte von Malala Yousafzai gelesen. Es ging Luca sehr nah, dass ein Mädchen nicht das Recht haben soll, in die Schule zu gehen, und deswegen sogar fast umgebracht wurde. Wie feiern Sie Weihnachten? Wir feiern Weihnachten in der Schweiz, mit unseren Eltern, Geschwistern und deren Fa­ milien in der Innerschweiz und in Baden AG. Meine Schwester Brigitte und ihr Mann ha­ ben zwei Töchter, und ich würde schon sagen, dass sowohl sie wie auch unsere Söhne gute Feministinnen und Feministen sind. MM

Zur Person

Verhaltensökonomin und Autorin Iris Bohnet (51) unterrichtet an der Harvard Kennedy School of Government in Boston «Public Policy». Sie forscht in der Verhaltens­ ökonomie und wendet die Ergebnisse auf Firmen und Organisationen an. Die Luzer­ nerin war 2006 die erste Schweizerin, die in Harvard eine ordentliche Professur bekam. Sie lebt mit ihrem Ehemann Michael Zürcher und den beiden Söhnen Dominik (16) und Luca (11) in Boston. In die Schweiz kommt Iris Bohnet für ihre Verwandten und für ihr Man­ dat als Verwaltungsrätin der Credit Suisse. Buch: Iris Bohnet, «What Works: Wie Verhaltens­ design die Gleichstellung revolutionieren kann», C. H. Beck-Verlag, bei Exlibris.ch für Fr. 31.10

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Festtagsverkäufe in der Nähe Eigentlich hat man beim Einkaufen an alles gedacht – aber meistens fehlt genau dann eine entscheidende Zutat oder ein Präsent, wenn die Feiertagsgäste schon fast vor der Tür stehen. Wer auf die Schnelle einige Besorgungen machen möchte oder ganz einfach am Feiertag endlich mal Zeit zum Einkaufen hat, ist in der Migros herzlich willkommen. Einige

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38  MM51, 18.12.2017 | MIGROS-WELT

Weihnachts­ geschenk am 22. und 23. Dezem­ ber: Finn erzählt die Weihnachts­ geschichte der Migroswichtel. Klassische Musik

Fördergeld für Jungtalente 144 000 ­Fanken verteilt das Migros-Kulturprozent an die zehn Gewinnerinnen und Gewinner des diesjährigen Instrumentalmusik-Wettbewerbs. Eine international besetzte Jury hat die Darbietungen 36 junger Talente bewertet und die Preisträger gekürt. Sie werden auf ihrem Weg von der Ausbildung auf die Bühne umfassend unterstützt. Die drei Hauptgewinner profitieren von der Aufnahme in die Konzertvermittlung des Migros-­ Kulturprozents. Es sind dies der Perkussionist Fabian Ziegler (22, Bild) aus Matzingen TG, der ­Pianist Jérémie Conus (23) aus Bättwil BL und der Violoncellist Paul Handschke (24) aus ­Zürich.

Storybox

So feiern die Wichtel Auch die Migros-Wichtel feiern Weihnachten. Wie dieses Fest aussieht, erzählt der weihnachtlich gekleidete Wichtel Finn. Diese spezielle Hörspielfigur verschenkt die Migros nur am 22. und 23. Dezember. Zudem gibt es beim Kauf der Hörspielfiguren am 20. Dezember 30 Prozent Rabatt. Text: Andreas Dürrenberger

W

ichtel Finn ist der Star des Migros-­ Weihnachtsspots. Er und seine Wich­ telfreunde leben in den Migros-­ Kassen. Aber wie feiern sie denn ­Weihnachten? Das erfährt, wer am 22. und 23. Dezember in der Migros einkauft. Bei einem Einkauf ab 100 Franken gibt es als Weihnachtsgeschenk gratis eine spezielle Hörspielfigur namens Finn.* Die Geschichte der Wichtelweihnacht kann man über die Migros-­Hör-Box oder die kostenlose «Migros Play App» auf dem Smartphone abspielen. Für alle, die ihre Wichtelsammlung so bald wie möglich komplettieren möchten, gibt es zudem am 20. Dezember eine gute Gelegenheit: An diesem Tag bietet

die Migros beim Kauf der Hörspielfiguren 30 Prozent Rabatt. Die Figuren kosten statt 9.50 nur 6.65 Franken. Natürlich kann man bis am 25. Dezember auch weiterhin Sticker sammeln. Bei jedem Einkauf gibt es pro 20 Franken einen Sticker. Für ein volles Sammelheft mit zehn ­Stickern erhält man gratis eine Hörspielfigur. Die vollen Sammelkarten können bis am 1. Januar eingelöst werden. Ihre Wichtelgeschichten hat die Migros gemeinsam mit Ex­ perten des Kinderverlags Spick Books entwickelt. Die kind­ gerechten Hörspiele vermitteln wichtige Werte wie Freundschaft, Ehrlichkeit und Zuverlässig­keit – genau wie bei der Sammel­ aktion «Story­Mania», die im

Sommer und Herbst stattgefunden hat. Baldige Rückkehr von Mick, Niki, Lulu und Co.

Die «StoryMania» rund um den abenteuerlustigen Mick und s­ eine Freunde in der Fantasiewelt ­Coloria war ein riesiger Erfolg. Deshalb waren einige Figuren wie die Eule Lulu, mit der man ­eigene Geschichten aufnehmen kann, vergriffen. Wer seine Sammlung noch vervollständigen möchte, kann dies bald tun: ­Demnächst können alle Figuren online nachbestellt werden. MM Alle Infos und Anleitungen: www.migros.ch/storybox * am 22. und 23. 12. 2017, ab Fr. 100.– Einkauf, max. 1 Figur pro Einkauf, nur solange Vorrat, erhältlich in allen Migros-Filialen


MIGROS-WELT | MM51, 18.12.2017  39

Blickfang

WichtelKalender

Schicken Sie uns Ihr Migros-Bild und ­gewinnen Sie einen Einkaufsgutschein im Wert von 50 Franken. Wenn auf dem Foto ein Migros-Zusammenhang zu erkennen ist, sind Sie dabei.

«Wir machen jedes Jahr einen Adventskalender für alle hier im Haus, und jeder darf ein Türchen öffnen. Diesmal nahmen wir die herzigen ­Wichtel und klebten nur die Nummern auf. Mein Sohn Marvin freut sich sehr.» Nadja Spring, Adliswil ZH

Hochladen auf www.migmag.ch/blickfang

Preisbarometer

Bilder: Ana Hofmann; zVg

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3.50

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4.90

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M-Classic Lasagne Bolognese, 400 g

4.20

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Anna’s Best Oliven Corfu, 150 g

4.70

4.80

2,1

Anna’s Best Hummus Nature, 175 g

3.40

3.50

2,9

Andros Orangensaft, 1 l

4.80

4.90

2,1

Andros Blutorangensaft, 1 l

4.90

4.95

1,0

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40  MM51, 18.12.2017 | MIGROS-WELT Im Schlusspurt: Margrit Clement (links) und Laura Davi von der ­Winterhilfe packen die letzten Päckli ein.

Migros-Weihnachtsaktion

Überblick

Die Weihnachts­ aktion der Migros In einer sechsteiligen Serie berichtet das ­Migros-­Magazin über ­einige der ausgewählten Hilfsprojekte, für die der Ertrag der Migros-­Weih­ nachts­aktion ­bestimmt ist. Teil 1: Überblick über die Spendenaktion Teil 2: Heks – in Familien­ gärten finden M ­ igranten und Flücht­linge eine ­sinnvolle ­Tätigkeit und knüpfen Freundschaften. Teil 3: C ­ aritas – mittels ­Beratung führt das Hilfswerk Menschen aus der Schuldenfalle. Teil 4: Pro Juventute – über eine Helpline erhalten verzweifelte Kinder und Jugendliche rund um die Uhr Beistand. Teil 5: Pro Senectute – der Besuchsdienst be­ reichert den Alltag von Seniorinnen und ­Senioren. Diese Woche, Teil 6: Winterhilfe – ­Weihnachtsfeiern für ­Menschen am Existenz­ minimum vertreiben die Einsamkeit.

Niemand soll leer ausgehen Mitarbeiterinnen der Winterhilfe Basel-Stadt veranstalten jedes Jahr eine Weihnachtsfeier für Menschen, die am Existenzminimum leben. Künftig soll dieser Anlass auch in anderen Kantonen stattfinden. Text: Beat Matter  Bild: Daniel Winkler

A

m Claramattweg in Basel herrscht im Büro gerade Hoch­ betrieb. Eine Gruppe von Frauen wickelt Kinderund ­Familienspiele in buntes und festliches Geschenkpapier ein­. Rund 100 Päckli sind es zum Schluss. Die Stimmung ist ­fröhlich. Am Claramattweg befindet sich die Geschäftsstelle der ­Winterhilfe Basel-Stadt. Die Frauen um Geschäfts­stellen­ leiterin Laura Davi (31) und ­deren Vorgängerin, Margrit ­Clement (62) sind damit

­ eschäftigt, das traditionelle b Weihnachtsfest für bedürftige Familien aus der Stadt vorzu­ bereiten. Anfangs war es nur ein Zvieri

Seit mehr als zehn Jahren führt die Winterhilfe Basel-Stadt ­jeweils Mitte Dezember ihr Weihnachtsfest durch. Margrit Clement erinnert sich, wie diese ­Tradition zustande kam, als sie die Leitung der Geschäfts­ stelle übernahm: «Ich wollte ­einen Weihnachtsanlass organi­ sieren, an dem rund 150 bedürf­ tige Menschen und Familien ein

paar Stunden lang feiern ­können.» Gleichzeitig wollte sie ­einen festlichen Rahmen ­schaffen, um den erwachsenen Gästen Einkaufsgutscheine und jedem Kind ein Päckli zu schenken. Die Basler Weihnachtsfeier ist mit den Jahren gewachsen. Strich Clement mit ihren Helfe­ rinnen anfänglich noch 900 be­ legte Brote für einen Weihnachts­ zvieri, werden mittlerweile den ­geladenen ­Familien ein Zmittag gekocht und eine Nachmittags­ unterhaltung präsentiert. «Die­ ses Jahr spielt ein Puppenthea­


MIGROS-WELT | MM51, 18.12.2017  41

Mitmachen

So können Sie spenden Jetzt gibt es an den Migros-Kassen bunt verpackte Schoggi­herzen zum Preis von 6, 10 und 15 Franken. Mit dem Kauf der Herzen ­unterstützen Sie die Migros-Weihnachts­ aktion. Der Erlös fliesst vollumfänglich in den Spendentopf. Am Ende der Aktion ­erhöht die Migros die Spendensumme um eine Million Franken. Das Geld wird anschlies­ send an die fünf Hilfswerke Caritas, Heks, Pro Juventute, Pro Senectute und Winterhilfe ­verteilt. Die Spenden kommen ausgewählten Hilfsprojekten in der Schweiz zugute.

ter für die Kleinen und eine ­Musikgruppe für die G ­ rossen», verrät Laura Davi, die als neue Leiterin Clements Idee weiter­ führt. Am Grund­konzept der Feier will sie aus ­guten Gründen nichts ändern: «Aus unzähligen Rückmel­dungen wissen wir, dass das Fest überaus geschätzt wird.» Das bestätigt eine allein­ erziehende Mutter von vier ­Kindern aus Basel, die anonym bleiben möchte. Die Frau, die derzeit eine Ausbildung nach­ holt, bat letztes Jahr im Advent bei der Basler Winterhilfe

schüchtern um einen Zustupf für einen Christbaum. Statt­ dessen bekam sie eine Ein­ ladung für das Fest. «Bei uns reicht das Geld nicht für einen Weihnachtsbaum oder für ­Geschenke. Am Weihnachts-­ fest der Winterhilfe aber wur­ den wir verwöhnt und beschenkt. Wir hatten einen wunderschö­ nen Abend.» Die Idee soll Schule machen

Neben der Winterhilfe BaselStadt führt auch die Winterhilfe Waadt regelmässig eine Weih­ nachtsfeier durch. Künftig

­ önnten weitere Sektionen k die Idee aufnehmen. «Wir ­suchen stets nach zusätzlichen Möglichkeiten, um armuts­ betroffenen Menschen eine ­Auszeit zu schenken. Deshalb bietet die Winterhilfe Schweiz neu all ihren Kantonalorganisa­ tionen an, sich dem Projekt anzu­schliessen und e­ igene Weih­ nachtsfeiern zu veranstalten», sagt Esther Güdel, Verantwort­ liche Kommunikation bei der Winterhilfe. «Es sind schliesslich schöne Momente, die den Betrof­ fenen Kraft für ihren schwierigen Alltag ­geben.» MM

Informationen zu ­weiteren Spenden­ möglichkeiten auf www.migros.ch/ weihnachten


42  MM51, 18.12.2017 | MIGROS-WELT

Frage der Woche

Haben Sie eine Frage? Kontaktieren Sie uns! M-Infoline, der Kundendienst der Migros, erreichbar ­unter 0800 84 0848 oder www.migros.ch/ kundendienst

Telefonisch erreichbar Montag bis Freitag: 8.00–18.00 Uhr Samstag: 8.30–16.30 Uhr Anrufe auf die oben ­genannte Nummer sind gratis.

Ich habe in der Migros Mehl gekauft und festgestellt, dass das Gewicht um einige Gramm von der Angabe auf der Verpackung abweicht. Wie ist das möglich? Das Mehl wird mit einer Feuchtigkeit von rund 14,5 Prozent in ­Papierbeutel abgefüllt. Je nach Ort und Dauer der Lagerung kann es ­Feuchtigkeit aufnehmen oder abgeben. Daher sind bei Mehl Gewichts­abweichungen von unter fünf Prozent möglich. Darauf wird auf der Verpackung mit dem Vermerk «Mehl kann durch natür­liche ­Wasserabgabe an Gewicht verlieren» hingewiesen. Der Gewichtsverlust kann beim Zubereiten von Teig aber mit der ­Zugabe von etwas mehr Wasser wieder ausgeglichen werden. Die Mehlpackungen werden auf der Abfüllanlage automatisch durch den Einsatz einer geeichten Waage überprüft. Zudem kontrolliert ein Eichmeister stichprobenartig die Füllmenge. MM

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MIGROS-WELT | MM51, 18.12.2017  43

2012 Serie: Migros-Pioniere

Bild: Paolo Dutto

Seit fünf Jahren entlastet die Migros die Umwelt mit dem System des kombinierten Verkehrs

Transportfachspezialist Mario Lehmann trägt dazu bei, dass Migros-Waren umweltfreundlich befördert werden.

Mario Lehmann (38) steht im Cargobahnhof Dietikon ZH und beobachtet, wie ein mächtiger Container voller Migros-Produkte per Kran von einem Lastwagen auf einen Güterwaggon verladen wird. «Dieses System nennen wir kombinierten Verkehr», erklärt Lehmann, der beim Migros-­ Genossenschafts-Bund als Transportfachspezialist arbeitet. Der schnelle Wechsel der ­Güter von der Schiene auf die Strasse macht es möglich, dass Zug- und LKW-­

Transporte ­optimal ­aufeinander abgestimmt werden. So lassen sich Waren über längere Strecken per Bahn befördern. Bereits seit September 2012 betreibt die ­Migros auf nationaler Ebene das System des kombinierten Verkehrs und trägt so zur Entlastung der Umwelt bei.

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44  MM51, 18.12.2017 | MIGROS-WELT

Fischfang

Goldener Fang aus der Nordsee

Louwe de Boer ist seit über 30 Jahren Fischer und beliefert die Migros mit MSC-zertifiziertem Goldbutt. Dank innovativer Fangmethoden schont sein holländischer Familienbetrieb Meeresgrund und Fischbestände. Text: Andreas Dürrenberger  Bilder: Andrea M. Hajmer

L

ouwe de Boer ist Fischer mit Leib und Seele. Er war fünf Jahre alt, als er zum ersten Mal auf einem Fischerboot zur See fuhr. «In den Ferien durfte ich meinen ­Vater auf einer Fahrt ­begleiten und wurde fürchterlich seekrank», erzählt er und lacht. De Boer entstammt einer holländischen ­Fischerfamilie aus der Ortschaft Urk an der Nordsee. Sein Grossvater ­begann in den 1930er-Jahren mit dem Fischfang. Enkel Louwe wuchs in ­einer Grossfamilie mit 17 Geschwistern auf. Er und vier Brüder sind noch heute im Unternehmen tätig. Fischfang ohne Schleppnetze

Während seine Brüder nach wie vor in See stechen, bleibt Louwe an Land. Er ist als Fischereimanager der ­Ekofish Group mittlerweile im Büro tätig. Der Wechsel von der Schiffs­ brücke an den Schreibtisch fiel ihm nicht leicht. «Seit ich 16 Jahre alt bin, habe ich auf dem Schiff gearbeitet. Zuerst als Koch, dann im Maschinenraum, als Maat und zum Schluss als Skipper, also als Kapitän», erzählt der 51-Jährige. Mehr als 20 Jahre hatte sich sein Leben nur um seine Familie und ­seine Arbeit auf dem Boot gedreht. «Über unser Unternehmen an sich habe ich überhaupt nicht nachgedacht.» Das änderte sich, als sein ­Vater 2004 in Rente ging und ihm die Führung des Familienbetriebs anbot. Sein neuer Job gab ihm Einblick in alle Bereiche des Betriebs, auch in die Finanzen. Was er sah, erschreckte ihn. «Was die Fangmenge anging, waren

wir die Champions in unserem Dorf. Aber unsere Ausgaben waren sehr hoch.» Der Grund: Die schweren Grundschleppnetze, die für den Fang der am Meeresboden lebenden Fische wie Goldbutt eingesetzt wurden, ­verursachten einen hohen Treibstoffverbrauch. Louwe sagt: «Uns war klar: Das ist nicht nachhaltig. Wir müssen etwas ändern, nur was?» Die Lösung heisst Twin-Rig-­ Methode. Dabei kommen statt eines Netzes zwei offene N ­ etze zum Einsatz, die nicht mehr über den Boden geschleppt werden, sondern wenige Zentimeter darüber hinweggleiten. Das spart Treibstoff und schont den Meeresboden. Die neuen Netze verfügen zudem über eine Maschenweite, die es kleineren Schollen erlaubt, zu ent­ fliehen. «Unsere Beifangquote liegt bei zwei Prozent», sagt de Boer. «Gehen zu viele junge Fische ins Netz, erhöhen wir die Maschenweite.» De Boer gibt zu, dass er am Anfang skeptisch war, ob die neue Methode funktionieren würde. «Auf unserer ersten Twin-Rig-Fangfahrt 2006 begleitete uns ein dänischer Freund, der die Methode bereits kannte. Wir warfen unsere Netze aus, und es passierte – nichts.» Mit der alten Methode sei man mit voller Kraft vorausgefahren. Nun blieb der Schiffsmotor erstaunlich r­ uhig. «Nach ein paar Minuten fragte ich meinen Freund, wann wir mit ­Fischen beginnen. Er meinte nur: Bleib ruhig und warte, bis wir die ­Netze einholen. Zwei Stunden später schaute ich zu, wie die Netze hoch­kamen: Sie waren

voller Fische. Das öffnete uns die ­Augen: Wir mussten 30 Jahre lang ­etwas falsch g­ emacht haben.» Goldbuttbestand ist im Hoch

Ein Jahr später folgte erneut ein Wendepunkt: Der Goldbutt, der 80 Prozent des Fangs der Ekofish Group ausmacht, wurde von Naturschutzorganisationen wie dem WWF auf die rote Liste gesetzt. Super­ märkte begannen, auf den Verkauf zu verzichten. «Wir setzten uns mit dem WWF zusammen, um über Fischerei und Nachhaltigkeit zu diskutieren», erzählt de Boer. «Sie waren von den bisherigen Umstellungen be­ eindruckt. Aber wir fragten uns: Was können wir noch mehr tun?» Ekofish fasste den Entschluss, sich durch MSC (Marine Stewardship Council) zertifizieren zu lassen. «Als erstes Fischereiunternehmen, das auf Grundfische spezialisiert ist, erhielten wir 2009 das MSC-Zerti­ fikat», sagt de Boer. Mittlerweile ­haben sich die Goldbuttbestände in der Nordsee dank tieferer Fang­ quoten und nachhaltigerer Fischereimethoden erholt und sind so hoch wie seit 50 Jahren nicht mehr. Und Fischer wie Louwe de Boer und seine Familie tragen Sorge dazu, dass die Bestände auch künftig nachhaltig ­befischt werden. «Wir sind stolze ­Fischersleute. Und wir sind stolz ­darauf, den künftigen Generationen einen gesunden Fischbestand zu ­hinterlassen.» MM Infos zum Goldbutt auf Seite 47


Wissenswertes Da viele Fischarten nicht in reinen Schwärmen ­vorkommen, lässt sich der Beifang nicht verhindern. Um eine MSC-Zertifizierung zu erhalten, dürfen die Zusammensetzung und die Menge des Beifangs keine negative Auswirkungen auf die bei­ gefangenen Arten haben.

MIGROS-WELT | MM51, 18.12.2017  45

Generation M

Nur noch Fisch aus nachhaltiger Quelle Im Rahmen ihres Nachhaltigkeitsprogramms «Generation M» hat die Migros ein ehrgeiziges Versprechen abgegeben: Bis 2020 will sie nur noch Fisch und Meeresfrüchte aus nachhaltigen Quellen verkaufen. Ein Ziel, das sie bereits letztes Jahr erreichte. Seither haben alle Produkte ein Zertifikat wie MSC für Fische aus Wildfang und ASC oder Bio für Produkte aus Zucht, oder sie sind vom WWF als «empfehlenswert» oder «akzeptabel» eingestuft worden.

1

Die Migros hat bis zur Erfüllung des Versprechens immer wieder Pionierleistungen ­erbracht. So hat sie 2012 als erste Schweizer ­Detailhändlerin einen ASC-zertifizierten Fisch ins Sortiment aufgenommen und 2013 als erste Händlerin weltweit MSC-Dosen-­Thunfisch verkauft, der mit der ­Angel ­gefangen wird. Mehr Infos: www.generation-m.ch

2

4

1 Die Ekofish Group verfügt über drei ­Schiffe, die wöchentlich fünf Tage auf See sind.

3

2 Schonender Fang: Bei der Twin-Rig-­ Methode kommen zwei Netze zum Einsatz,

die wenige Zentimeter über den Meeresboden hinweggleiten. 3 Kaum mehr Beifang: Die Maschenweite der Netze verhindert, dass zu kleine Goldbutt gefangen werden.

4 Stolzer Fischer: ­Louwe de Boer fuhr mehr als 30 Jahre zur See. Heute ist er der ­Fischereimanager seines Familien­ betriebs.

Fische und Meeresfrüchte mit dem MSC-Gütesiegel (Marine Stewardship Council) stammen aus nachhaltiger Fischerei, die Beifang vermeidet, den Meeresboden schont und dafür sorgt, dass sich die Fischbestände erholen und vermehren können.

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MIGROS-WELT | MM51, 18.12.2017  47

Goldbutt

Volle Punktzahl beim Geschmack

Der Goldbutt, auch Scholle ­genannt, ist ein Plattfisch, der am Meeres­ boden auf Sandund Schlickgrund lebt. Er kommt in fast allen euro­ päischen Küsten­ gebieten vor.

Tipp Die Mitarbeitenden an den Fisch­theken ­geben gern Tipps zur ­Zu­bereitung und beant­ worten Fragen zur Nachhaltigkeit.

Bild: StockFood

Goldbutt kann auf verschie­dene Arten zubereitet werden. Die dünnen ­Filets haben ­wenig Gräten und ­eignen sich ­hervorragend zum Panieren, zum Braten mit ­Mandeln oder zum Pochieren.

Schmackhafter Fang aus der Tiefe: Der Goldbutt lebt in Meerestiefen zwischen 100 und 200 Metern.

Goldbutt ist als Speisefisch sehr beliebt. Sein ­festes, ­weisses Fleisch verfügt über ­einen vollmundi­ gen ­Geschmack.

Die Oberseite der Scholle ist grau-braun gefärbt und mit ­rötlichen oder gelblichen ­Punkten gesprenkelt, daher auch der Name Goldbutt. Zur Tarnung kann sie ihre Farbe dem ­Untergrund anpassen.

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MIGROS-WELT | MM51, 18.12.2017  49

O du exotische ... Migusto

Sie sehen verführerisch aus, doch wie isst man viele der exotischen Früchte eigentlich? Wir zeigen Schritt für Schritt, wie sie verwendet werden, und empfehlen ein Rezept für eine fruchtige Zabaione zum Fruchtsalat. Text: Andrea Pistorius, Claudia Schmidt Bilder: Christine Benz Rezept: Andrea Pistorius

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50  MM51, 18.12.2017 | MIGROS-WELT Step-by-step

Passionsfrucht-Zabaione mit exotischen Früchten    1

Von der Ananas unten und oben den Strunk entfernen. Schale abschneiden, Augen dia­ gonal rundum herausschneiden. Ananas der Länge nach vierteln, den Strunk herausschnei­ den. Das Fruchtfleisch in Scheiben schneiden.

5

Für die Zabaione Passionsfrüchte halbieren, Fruchtmark herauslöffeln und durch ein Sieb streichen. Saft mit Eigelb, Ei und Zucker in einer Chromstahlschüssel mit dem Handrührgerät ca. 5 Minuten hell und schaumig rühren.

2

Pitahaya längs vierteln. Schale von Hand ­abziehen, Fruchtfleisch in Scheiben schneiden.

6

Schüssel über ein heisses Wasserbad stellen und weiterrühren (Schüssel darf das Wasser nicht berühren). Zabaione weiterschlagen, bis der Schaum cremig wird. Schüssel in ein ­kaltes Wasserbad stellen und Creme ca. 1 Minute weiterschlagen. Exotische Früchte mit Passions­ frucht-Zabaione servieren.

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Von der Persimon den Strunk wegschneiden. Die Frucht mit einem Sparschäler schälen, vier­ teln und in Scheiben schneiden. Physalis öffnen, die Schale nach hinten legen und drehend fixieren.


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aren. 20% Alle San Antonio-Panettoni und -Pandori (ohne Sélection), z.B. Pandoro, 800 g, 9.20 statt 11.50

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Alle Crème d’or Glaces 750 ml und 1000 ml ab 2 Stück, 20% günstiger, gültig bis 1.1.2018

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günstiger Gesamtes Créa d’Or Biscuit-Sortiment ab 2 Stück, jedes –.60 günstiger, z.B. Buttersnacks, 125 g, 3.80 statt 4.40

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Alle Finest Fondue Chinoise tiefgekühlt, ab 2 Packungen, 30% günstiger, gültig bis 1.1.2018

Duo-Pack

20% Heinz Ketchup im Duo-Pack Tomato, Hot oder Light, z.B. Tomato, 2 x 700 g, 4.40 statt 5.50

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3.65 statt 5.50 San Pellegrino im 6er-Pack, 6 x 1.25 Liter gültig bis 1.1.2018

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3er-Pack

20% Garnier-Gesichts- und -Körperpflege-Produkte (ohne Mehrfachpackungen und Deos), z.B. Ultra Lift Tagespflege Anti-Falten, 50 ml, 11.20 statt 14.–, gültig bis 1.1.2018

20% Nivea Duschen in Mehrfachpackung z.B. Dusche Sensitive im 3er-Pack, 3 x 250 ml, 5.75 statt 7.20, gültig bis 1.1.2018

6er-Pack

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4.80 statt 6.– Longobardi Gehackte Tomaten im 6er-Pack 6 x 280 g

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13.– statt 18.60 Soft Deluxe Toilettenpapier in Sonderpackung, FSC 24 Rollen, gültig bis 1.1.2018


3 für 2 Alle Pampers Windeln (ohne Sonderpackungen), gilt für 3 Produkte mit identischem Preis, z.B. Baby-Dry 4, 3 x 44 Stück, 33.60 statt 50.40

3er-Pack

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7.45 statt 10.65 Fructis Produkte in Mehrfachpackungen z.B. Fresh Shampoo im 3er-Pack, 3 x 250 ml, gültig bis 1.1.2018

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Duo-Pack

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Weitere Angebote. Früchte und Gemüse

Amaryllis ausgarniert mit Grün, Bund, 3 Stück, 11.90 statt 14.90 20%

Brot und Milchprodukte

Weitere Lebensmittel

Alle Bio-Oliven (ohne Alnatura), z.B. griechische Oliven aus Kalamata, 270 g, 2.15 statt 2.70 20% Gesamtes Nescafé Sortiment, z.B. Gold Cappuccino, 125 g, 3.15 statt 3.95 20%

Litschis, Madagaskar, Schale, 500 g, 3.80 statt 6.25 35%

La Pizza im Duo-Pack, 2 x 420 g, z.B. 4 Stagioni, 11.20 statt 15.– 25%

Clementinen, Spanien, per kg, 2.40 statt 3.20 25%

Apérifrais im Duo-Pack, 2 x 100 g, 6.– statt 7.60 20%

Mifloc Kartoffelstock in Sonderpackung, 5 Beutel, 5 x 95 g, 4.55 Hit

Sbrinz Reibkäse im Duo-Pack, 2 x 120 g, 3.65 statt 4.60 20%

Gesamtes Bio-Tee-Sortiment (ohne Alnatura), ab 2 Stück 20%

Valflora Schlagrahm Dose im Duo-Pack, 2 x 250 ml, 7.– statt 8.80 20%

Alle Frey Baumschmuck-Produkte, UTZ, z.B. Milchschokolade hohl, assortiert, 300 g, 7.80 20x Punkte Gültig bis 25.12.2017

Fisch, Fleisch und Geflügel

Valflora Halbrahm Dose im Duo-Pack, 2 x 250 ml, 5.90 statt 7.40 20% Alle Sélection-Fleisch-, -Geflügelund -Charcuterie- sowie -FischProdukte (ohne Tiefkühl-Produkte), z.B. Rindshohrücken Dry Aged, Irland, per 100 g, 6.10 statt 7.65 20% Gültig bis 22.12.2017

Käse in Bedienung: Glarner Alpkäse, per 100 g, 2.55 statt 3.– 15% Käse in Bedienung: Züri Grand Cru, per 100 g, 2.55 statt 3.– 15%

Blumen und Pflanzen

Bio-Crevetten Tail-on, Zucht aus Ecuador, per 100 g, 5.30 statt 6.70 20% Bio-Bündnerfleisch, Schweiz, per 100 g, 8.45 statt 10.60 20% *

Fairtrade Rosen im Bund, 10 Stück, erhältlich in diversen Farben, Stiellänge 50 cm, z.B. dunkelrot/rot/ weissrosa, 14.90 Hit Cymbidiumgesteck, Topf gold und silber, Blüten erhältlich in diversen Farben, pro Gesteck, z.B. rosa, 9.90 Hit

TerraSuisse Rindshuft, per 100 g, 6.35 statt 7.95 20% Entenbrustfilet, Frankreich, per 100 g, 2.80 statt 3.50 20% Bio-Forellenfilet geräuchert im Duo-Pack, Zucht aus Dänemark, 2 x 100 g, 8.80 statt 11.– 20%

Casa Giuliana Mini-Pizze-Mozzarella oder -Prosciutto im Duo-Pack, tiefgekühlt, 2 x 270 g, z.B. Prosciutto, 6.70 statt 9.60 30%

Alle Bio-, Fairtrade-Kaffees und -Kapseln, z.B. Kaffee gemahlen, 500 g, 6.60 statt 8.50 20%

Enten-Innenfilet, Frankreich, per 100 g, 3.– statt 3.85 20% TerraSuisse Cipollata im Duo-Pack, 2 x 200 g, 6.90 statt 8.80 20%

Frey Napolitains Selection in Sonderpackung, UTZ, Beutel, assortiert, 1 kg, 15.– statt 30.10 50%

Costa Pacific Prawns in Sonderpackung, tiefgekühlt, 800 g, 19.30 statt 27.60 30%

Fleischkäse Paprika geschnitten «Aus der Region.», per 100 g, 1.70 statt 2.20 20%

Strauss Olivia, erhältlich in diversen Farben, pro Strauss, z.B. crème, 19.90 Hit Weihnachtsstern im Topf «Aus der Region.», 13 cm, pro Pflanze, 5.90 statt 7.90 25%

Alle Bio-Mifloc und -Rösti (ohne Alnatura), z.B. Rösti, 500 g, 1.95 statt 2.45 20%

Gesamtes Bio-EssiggemüseSortiment (ohne Alnatura), z.B. Gewürzgurken, 270 g, 1.80 statt 2.30 20%

Bio-Dinkelgebäck im Duo-Pack, mit Rosinen, 2 x 260 g, 6.30 statt 7.90 20% Alle Frey Truffes, UTZ (ohne Mehrfach- und Sonderpackungen), z.B. assortiert, 256 g, 10.05 statt 12.60 20% Alle Bio-Essige und -Öle (ohne Alnatura), z.B. Sonnenblumenöl, kaltgepresst, 500 ml, 3.75 statt 4.70 20%

Near-/Non-Food

Gesamtes Sheba KatzenfutterSortiment, z.B. Selection in Sauce, 4 x 85 g, 2.65 statt 3.35 20% Alle Best Friend TierzubehörProdukte, ab 2 Stück 20%

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Alle Bio-Trockenreis-Sorten, 1 kg (ohne Alnatura), z.B. Vollreis, 2.60 statt 3.30 20% Alle Bio-Teigwaren, -Pastasaucen und -Tomatenkonserven (ohne Alnatura), z.B. Hörnli fein, 500 g, 1.55 statt 1.95 20% Alle Bio-Senfe, -Mayonnaisen und -Ketchups (ohne Alnatura), z.B. Mayonnaise, 265 g, 1.75 statt 2.20 20%

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MIGROS-WELT | MM51, 18.12.2017  63

Profi-Tipp

Fruchtige Passion    4

Zutaten für 4 Personen 1 Mango 1 Baby-Ananas 1 Persimon 1 Schale Physalis 1 Pitahaya Zabaione: 3 Passionsfrüchte 2 Eigelb 1 Ei 110 g Zucker

Andrea Pistorius, Rezeptautorin

Die Passionsfrucht ist eine ­meiner Lieblingsfrüchte unter den Exoten – schon ihr Name ­verspricht leidenschaftlichen ­Genuss. Und den bekommt man nicht erst, wenn die Früchte schrumpelig sind. Die noch glatten Früchte schmecken genauso fein und können sofort verzehrt werden. Sie reifen bei Zimmertemperatur noch etwas nach und werden schrumpeliger und etwas süsser. Lässt man sie zu lange reifen, können Passionsfrüchte vergoren schmecken. Die Kerne sind zwar ebenfalls geniessbar, in der Zabaione ­stören sie aber. Deshalb streiche ich sie durch ein Sieb.

Getrocknete Kerne kann man in Töpfe sähen. Mit etwas Glück wird daraus eine rankende Passionsblume, die im Sommer auch auf dem Balkon gedeiht und wunderschön blüht. Leider ist sie nicht frostsicher und braucht viel Sonne und Wärme. Deshalb trägt sie in unseren Breiten kaum Früchte und muss im Keller überwintern. MM

Mangofruchtfleisch samt Schale vom Stein schneiden. An einem Glasrand Schale und Fruchtfleisch trennen. Das Fruchtfleisch der Länge nach halbieren und in Scheiben schneiden.

Geniessen Sie die Zabaione unbedingt ganz frisch, denn zur Aufbewahrung ist dieses Gericht nicht geeignet. Nach dem Schneiden exo­ tischer Früchte sollten vor allem hochwertige Karbon­ stahlmesser rasch gereinigt werden, da die Säure der Früchte die Klinge verfärben kann. Stumpf werden die Messer dadurch aber nicht.

Viele weitere kochtipps ZU FRÜCHTEN

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MIGROS-WELT | MM51, 18.12.2017  65

Apéritiv

So prickelt der festliche Apéro

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Alkoholfreie Cocktails kommen bei allen Gästen gut an. Tonic Water, Ginger Ale und Bitter Lemon von Apéritiv sind schon pur ein prickelnder Genuss. Mit wenigen Zutaten lassen sich damit im Handumdrehen feine Longdrinks mixen. Die Apéritiv-Bitter-Limonaden werden mit natürlichem Mineralwasser und Aromen, aber ohne Konservierungsstoffe hergestellt.

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Tipp 1

Mit Zitronensaft und ­einem Schuss Grenadine-­ Sirup lässt sich Bitter Lemon schnell in einen spritzigen ­Longdrink ­verwandeln. Apéritiv Ginger Ale, 6 × 0,5 l Fr. 5.25* statt 6.60 In grösseren Filialen

Tipp 2

Bild und Styling: Christine Benz

Zur leicht bitteren Note von Tonic Water passt ­Grapefruit- oder Orangensaft: einfach nach persön­ licher Vorliebe mischen.

Wer nicht mixen mag, gibt einfach nur Eiswürfel zu den prickelnden Bitter-Limonaden.

Bei allen Angeboten sind M-Budget und bereits reduzierte ­Artikel ausgenommen.

Apéritiv Tonic Water, 6 × 0,5 l Fr. 5.25* statt 6.60

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MNIGROS-WELT | MM51, 18.12.2017  67

Potz

Der Spezialist für Kalk Der Spezialentkalker von Potz eignet sich für Espresso- und Kaffeemaschinen aller Marken und Typen. Das hochwirksame Mittel bietet einen guten Schutz vor Korrosion. Wir zeigen drei einfache Schritte zur kalkfreien Maschine.

1

Eine Flasche Potz Calc ­E spresso in den Wasser­ tank der Kaffeemaschine füllen und gemäss Anleitung des Geräteherstellers mit Wasser verdünnen.

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2

Programm zur Entkalkung starten. Flüssigkeit hin­ durchfliessen lassen und in einem Behälter auffangen. Vorgang gemäss Anweisung des Herstellers wiederholen.

3

Klares Leitungswasser durch die Maschine fliessen lassen, um Entkalkerrückstände zu entfernen.

Illustration: Katena Studios

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Regelmässiges Entkalken optimiert den Kaffeegenuss. Denn verkalkte Maschinen­ teile verzögern den Brüh­ vorgang und beeinträchtigen das Kaffeearoma. Um die Lebensdauer des Geräts zu verlängern, alle zwei bis drei Monate entkalken.


68  MM51, 18.12.2017 | MIGROS-WELT Papeteria

Top organisiert ins neue Jahr Der Jahreswechsel ist die beste Zeit, um Dinge neu zu ordnen – auch im Büro. Stylische Accessoires und praktische Papeteria-Artikel dafür gibt es in der Migros. Text: Jacqueline Vinzelberg  Bilder: Roger Hofstetter

Wenn man sich im Büro wohlfühlt, macht auch die Arbeit mehr Spass. Ein sauber organisiertes ­Office schafft die beste Voraus­setzung ­dafür. Denn so hat alles seinen Platz und ist rasch zur Hand, wenn es ­gebraucht wird. Ob Papier, Couverts und Stifte, Ordner, Register oder Scheren: Im Papeteria-­Sorti­ment führt die Migros fast ­alles, was im Büro benötigt wird – zu Hause wie am Arbeitsplatz.

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Papeteria Neon-Haftnotizen-Set, 13-teilig Fr. 7.90


MIGROS-WELT | MM51, 18.12.2017  69

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MIGROS-WELT | MM51, 18.12.2017  71

Brillante Farben und ­ Kontraste: Mit Sonys A1-Serie wird Fernsehen zum beson­deren audiovisuellen Erlebnis.

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Hightech für die Sinne Die Anforderungen an einen Fernseher sind gross: Er muss sich ästhetisch ins Wohnzimmer integrieren und gleichzeitig moderne Bild- und Soundtechnolo­gien in sich vereinen. Wie die neueste Serie «Bravia OLED A1» von Sony. Sony KD-65A1, 65’’ 164 cm Bildschirmdiagonale*

Text: Claudia Schmidt

Bilder: zVg

Aktion Fr. 3299.– statt 3999.– OLED-Display Die OLED-Technologie sorgt mit über acht Millionen individuell gesteuerten Bildpunkten für Kon­ trastverhältnisse, die das Bild mit mehr Details, Tiefe, Texturen und Farben ausstatten – selbst bei Tageslicht. Zudem garantiert die Technologie den Genuss von 4K-Filmen mit High Dynamic Range (HDR) – egal, ob es sich um DVDs, Blu-ray-Discs oder digitale Fotos handelt. Auch herkömmliche Filme profitieren vom Sony-Prozessor X1-Extreme, denn er optimiert die Bilddaten so, dass sie ähnlich klar und sauber wirken wie 4K-Aufnahmen.

Acoustic Surface In Sachen Ton beschreitet Sony neue Wege: Mit der neuen Acoustic-­ Surface-Soundtechnologie steht das gesamte Display für die Klang­ erzeugung zur Verfügung. Zwei ­sogenannte Aktuatoren auf der Rückseite des Geräts wandeln die elektrischen Signale in mechanische Bewegung um, sprich: Sie verset­zen das Display in unsichtbare Schwingungen und erzeugen so den Klang. Die Stimmen scheinen unmittelbar von den Protagonisten auszugehen, Explosionen auf dem Display stattzufinden. Auf diese Weise sind Bild und Ton optimal aufeinander abgestimmt.

Format und Benutzeroberfläche Die «Bravia OLED A1»-Serie gibt es in drei Grössen mit Bilddiagonalen von 139, 164 und 195 Zentimetern. Das «One Slate»-Design bietet ein Gehäuse, das ganz ohne Standfuss und zusätzliche Lautsprecher auskommt – nichts lenkt vom Wesentlichen, dem Bild, ab. Die A1-Serie verwendet Android-TV und erlaubt den Web­zugriff auf Filme, Musik, Fotos und Spiele. Die Ansteuerung erfolgt über die Fernbedienung mit Sprachsuchfunktion. Das in­te­ grierte Chromecast ermöglicht das Streaming von Inhalten vom Smartphone oder Tablet direkt aufs TV-Gerät.  MM

bis 25. Dezember

Sony KD-77A1, 77’’ 195 cm Bildschirmdiagonale* Fr. 19 999.– * erhältlich im Melectronics sowie auf www.melctronics.ch Bei allen Angeboten sind M-Budget- und bereits reduzierte Artikel ausgenommen.


72  MM51, 18.12.2017 | MIGROS-WELT Ausgewählt

Frohes Fest

Der Tisch ist gedeckt, die Geschenke liegen unter dem Weihnachtsbaum. Überall Glitzer und gute Laune. Ich liebe Weihnachten und freue mich jedes Jahr wieder auf die bewährten Rituale. Text: Heidi Bacchilega

Heidi Bacchilega, Redaktorin und Projektleiterin Migros-Medien

Dauerbrenner: Fondue chinoise ist eines der beliebtesten Weihnachts­menüs, auch in unserer Familie.

Migros Sélection Fondue chinoise Wagyu-Beef, 200 g Fr. 19.50

Pflichtprogramm: Was mich morgens munter macht, gehört selbstverständlich auch an den Schluss eines guten Essens. Delizio Espresso Classico, 12 Kapseln Fr. 5.30


MIGROS-WELT | MM51, 18.12.2017  73

Für Gross und Klein: Ob im Topf gekauft, im Wald selbst geschlagen oder künstlich – ein Christbaum muss sein. Baum im Topf mit Deko Fr. 7.90

Unwiderstehlich: Die kleinen Pralinés aus dunkler Schokolade serviere ich auf einem Silber­tablett zum Kaffee. Sélection Pavés Grand Cru Madagascar, 112 g* Fr. 10.50

Perfekt: Ich bestreiche Blinis mit Frischkäse und belege sie mit würzigem Lachs.

Migros Sélection Graved Wildlachs, MSC, 100 g Aktion Fr. 7.90 statt 9.90 bis 24. Dezember

Besonders: Zum kleinen Schwarzen trage ich an Weihnachten Netzstrümpfe.

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Goldig: Ich liebe diese Platzteller. Sie wirken elegant und lassen jede Tafel festlich erstrahlen.

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Solothurn Gäupark Egerkingen Grenchen Langendorf Olten Sälipark VOI Bettlach VOI Trimbach

09.00 – 18.30 08.00 – 18.30 08.00 – 18.30 08.00 – 18.30 07.30 – 18.30 08.00 – 18.30

Aargau Frick Migros Take Away Baden Metro Shop** Muri AG Stein Würenlos** VOI Mellingerstrasse VOI Unterkulm

08.00 – 20.00 09.00 – 17.00 08.00 – 19.00 08.00 – 19.00 07.30 – 21.00 08.00 – 18.00 08.00 – 17.00

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MIGROS-WELT | MM51, 18.12.2017  75

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Neues aus der Genossenschaft Migros Aare

Grand Prix Migros

Auf die Piste, fertig, los! Am Grand Prix Migros warten wiederum 13 Ausscheidungsrennen und ein grosses Saisonfinale auf junge Skirennfahrerinnen und Skirennfahrer. Text: Jacqueline Mendl

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Ihre Region

er Grand Prix Migros hat bei vielen Jugendlichen zwischen 8 und 16 seit Jahren einen festen Platz in der Agenda. Beim grössten ­Kinder- und Jugendskirennen starten künftige Weltmeister. Jüngstes Beispiel: der Doppelsieg von Wendy Holdener und Michelle Gisin an den Welt­meisterschaften in St. Moritz im vergangenen Winter. Ganz nach dem Motto «Mehr als ein Skirennen» kommen beim Grand Prix Migros alle auf ihre Kosten, und den Teilnehmenden wird auch neben dem Rennen jede Menge Unterhaltung im Village geboten. Sogar die kleinsten Skifahrer können in der Kategorie

Minirace (6 und 7 Jahre) ganz ohne Zeitdruck ein Schnupperrennen absolvieren und die einzigartige Atmosphäre geniessen. Jetzt kann man sich anmelden zum Grand Prix Migros im Wirtschaftsgebiet der Migros Aare – in Schönried (14. Januar), Wengen/ Grindelwald (28. Januar) und Adelboden (25. Februar). Anmeldeschluss ist zwei Wochen vor Austragungstermin, spätere Anmeldungen werden berücksichtigt, solange Startplätze frei sind (eine Anmeldung vor Ort ist nicht möglich). Vom 6. bis 8. April werden beim Saisonfinale in Grächen VS die Schnellsten aller Ausscheidungsrennen gekürt. Anmeldung und Renndaten: www.gp-migros.ch

Klubschulangebot

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76  MM51, 18.12.2017 | MIGROS-WELT

Genossenschaft Migros Aare

Liebe Genossenschafterinnen, liebe Genossenschafter

F

ür ein Unternehmen wie die Genossenschaft Migros Aare zu arbeiten, bringt ein ganz besonderes Privileg mit sich: Wir haben über 500 000 Chefinnen und Chefs. Heisst es andernorts, dass zu viele Köche den Brei verderben, so habe ich auch im letzten Jahr wieder festgestellt, wie wertvoll es ist, aus vielen unterschiedlichen Richtungen wertvolle Hinweise, ab und zu Kritik und glücklicherweise oft auch Lob zu erhalten. Die Chefinnen und Chefs der Migros Aare, das sind Sie, liebe Genossenschafterinnen und Genossenschafter. Für unsere Mitarbeitenden, die Geschäftsleitung, die Mitglieder der Verwaltung und für mich ist es ein wesentlicher ­Ansporn, die Migros für Sie als Besitzerinnen und Besitzer dieser Unternehmung täglich eine Spur besser zu machen. Anders als bei Firmen, die von renditeorientierten Aktionären getrieben sind, erlauben uns diese ­Besitzverhältnisse – trotz vielfältiger Herausforderungen in schnelllebigen Zeiten und trotz oft kurzfristig zu fällenden Entscheiden – bei zentralen Themen langfristig planen zu kön-

nen. Das ist aus meiner Sicht wichtig, um nachhaltig erfolgreich zu sein. Sie erlauben uns dies, indem Sie uns mit Ihrer Treue belohnen. Viele Genossenschafterinnen und Genossenschafter sind seit Jahrzehnten ein wichtiger Teil der Migros und bilden damit unser ebenso wertvolles wie ­stabiles Fundament. Erfreulich ist, dass Jahr für Jahr neue hinzukommen und dafür sorgen, dass die Anzahl Besitzerinnen und Besitzer stetig ­zunimmt. Ich danke an dieser Stelle den Langjährigen herzlich für ihre Treue und den Neuen für ihre Entscheidung, unserer Genossenschaft beizutreten und Teil der Migros zu werden. Uns ist es wichtig, Ihnen allen eine Stimme und damit die Möglichkeit zur Partizipation zu g­ eben. Im nächsten Jahr feiert die Genossenschaft Migros Aare – 1998 aus der Migros Bern und der Genossenschaft Aargau/­ Solothurn hervorgegangen – ihr 20-jähriges Bestehen. Wir werden dies zum Anlass nehmen, Ihnen mit Aktionen und Aktivitäten unseren Dank auszusprechen, Sie aber auch gezielt um Ihre Meinung zu bitten.

Weil die Migros vielen Menschen gehört, tun wir mehr für alle: Wir setzen uns für das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bei unseren Produkten ein, engagieren uns mit dem Migros-Kulturprozent, leben soziale und ökologische Nachhaltigkeit oder sorgen für Mehrwert durch Innovationen wie «Aus der Region.

Für die Region.», Themenplattformen wie Migusto und iMpuls in den Bereichen Ernährung und Gesundheit oder zahlreiche weitere Neuerungen. Ich freue mich, dass Sie uns durch das kommende Jubiläumsjahr begleiten und uns wie gewohnt Ihre Meinung und Ihre Tipps mit auf den Weg geben


MIGROS-WELT | MM51, 18.12.2017  77

Das Kulturbüro in der Stadt Bern unterstützt Kulturschaffende und wird vom Kulturprozent finanziert.

Genossenschaftsrat

16 Millionen für die Bevölkerung Im Rahmen der letzten Genossenschaftsratssitzung des Jahres standen wie immer die Aktivitäten des Kulturprozents im Fokus. Text: Reto Wüthrich

A

Anton Gäumann, ­Geschäftsleiter der M ­ igros Aare

werden. Vorerst aber wünsche ich Ihnen und Ihren Angehöri­ gen eine schöne Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Ihr Anton Gäumann, Geschäftsleiter der Migros Aare

n der Sitzung des Genossenschafts­ rates der Migros Aare erhielten die Mitglieder interessante Ein­ blicke in die Arbeit des Kultur­ prozents. Die letzte Genossen­ schaftsratssitzung im Jahr ist traditionell dem Rück- und Ausblick auf die Tätigkeiten des Migros-Kulturprozents gewid­ met. Mirjam Viviani und Reto Wüthrich vermittelten den Mitgliedern des Genossen­ schaftsrats der Migros Aare ­einen vielfältigen Einblick ­in ihre Arbeit. Mirjam Viviani ist seit September neue Leiterin des Kulturprozents der Migros Aare, und Reto Wüthrich ist als Leiter des Stabs Kommunika­ tion gesamtverantwortlich für diesen Bereich. Die Anwesenden erfuhren, dass sich die Migros mit dem Kulturprozent in den Berei­ chen Kultur, Gesellschaft, Bil­ dung, Freizeit, Sport und Wirt­ schaftspolitik engagiert. Jähr­ lich investiert die Migros Aare

rund 16 Millionen Franken in Projekte und Aktivitäten, die einer breiten Bevölkerung Zugang zu kulturellen, sport­ lichen oder sozialen Angeboten ermöglichen. Der grösste Teil des Beitrags fliesst an die Klub­ schulen sowie in den Gurten – Park im Grünen. Vielfältige Schwerpunkte

Daneben ist die Bandbreite der unterstützten Projekte und Institutionen gross: In den ­Bereichen So­ziales, Freizeit und Sport zum Beispiel sind es viele kleinere Spenden, im ­Bereich Kultur ist es auch mal ein grösserer Förderbeitrag; im ­auslaufenden Jahr flossen zum Beispiel namhafte Beträge an die Veranstaltung «Rendez-­ vous Bundesplatz», die Kunstsammlung der ­Migros Aare, das Kulturbüro Bern oder die Ausstellung «Heimat» im Stapferhaus Lenzburg. Ein wichtiger Ausgabeposten war zudem erneut die «M-Aktion», die Broschüre mit zahlreichen

Vergünstigungen für Mitglieder der Genossenschaft Migros Aare. Ebenfalls ein Schwer­ punkt war die Unterstützung von Powercoders, der ersten Programmierschule für Flücht­ linge in der Schweiz. Auch im neuen Jahr stehen dem Kulturprozent der Migros wiederum rund 16 Millionen Franken zur Verfügung. Im ­Fokus werden nebst den Gesu­ chen die zahlreichen etablier­ ten Projekte und Veranstaltun­ gen sein, so etwa «Loufmeter – Modeschou uf der Gass» zur Förderung regionaler Mode­ labels, die Beteiligung am natio­ nalen Tanzfestival Steps oder traditionsgemäss im Zweijah­ resturnus die Aufführung des Freilichttheaters auf dem Gur­ ten mit jeweils rund 16 000 Be­ suchenden. Die Regisseurin Livia Anne Richard war an der ­Genossenschaftsratssitzung und gab Einblicke in die Probe­ arbeiten zum Stück «Abefahre», das am 21. Juni 2018 Premiere feiern wird. MM


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Leben MM51

Richtig oder falsch?

Eine Bohrmaschine ist während ihrer ­Lebensdauer im Durchschnitt nur 20 Minuten im Einsatz.

1, 2 oder 3?

Monica Müller (43) hat zwei Buben, einen Mann, einen Job, einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.

Der Grosse (7) ist fasziniert vom Christkindli. Er wundert sich, wie so ein kleines Wesen mit Flügeln so viele, teils schwere Geschenke transportieren kann. Alle Jahre wieder bereitet er ein Tellerchen mit Mailänderli und ein Glas Milch fürs Christkindli vor und stellt beides auf den Fenstersims. Er möchte es so für seinen harten Job stärken. Als ich ihn dieses Jahr auffordere, dem Christkindli seine Wünsche mitzuteilen, schreibt er keinen Brief, sondern malt eine märchenhafte Schneelandschaft, in deren Mitte ein prächtiger Weihnachtsbaum funkelt. «Schön», denke ich. Dann wende ich die Zeichnung und lese: «Als erstes wir! Vroe Weihnachten.» Ich runzle die Stirn, und er erklärt: «Das Christkindli soll uns als Erste ­beliefern, so kriegen wir die besten Geschenke.» Und jetzt? 1   Der Trump’sche Imperativ missfällt mir, und ich tadle ihn: «Das Christkindli nimmt

keine Befehle entgegen, nur Wünsche. Und es behandelt alle gleich.»

Darum gilt: Wer ­Gegenstände wie Akku­ schrauber, Fahrrad­ anhänger und Raclette­ ofen mit seinen Nach­ barn teilt, kann nicht nur Geld sparen, son­ dern auch Ressourcen schonen und das ­Gemeinschaftsgefühl stärken.

2   Ich klebe die Zeichnung ans Fenster, damit das Christkindli nur das Bild sieht. 3   Ich freue mich, dass er strategisch denkt. Und das erst noch nett verpackt.

Antwort 2: Der Grosse wird fragen, warum ich das so gemacht habe, und dann kann ich ihm meine ­Moralpredigt nebenbei verpassen. Ich werde sie charmant verpacken und erklären, dass das Christkindli bestimmt eine möglichst gut durchdachte Flugroute wählt und für alle etwas Schönes hat.

Illustration: Lisa Rock, Bild: René Ruis

Christkindli

Falsch! Es sind sogar nur 13 Minuten. Trotz­ dem haben viele Haus­ halte einen eigenen Akkuschrauber und viele andere Geräte, die nur punktuell zum Einsatz kommen. ­Wa­rum nicht Nähma­ schine, Rasenmäher, Velopumpe und Co. mit der Nachbarschaft teilen? Machen alle mit, sind solche Tausch­ geschäfte ganz einfach möglich und können aus­serdem für nette Begegnungen sorgen. Kleine Aufkleber am Briefkasten, die an­ zeigen, was man aus­ zuleihen hat, erleich­ tern das Teilen. Solche ­Kleber sind zum Bei­ spiel auf der Website www.pumpipumpe.ch erhältlich.

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82  MM51, 18.12.2017 | LEBEN

Reisen

Alles klar in Panama

Panama ist eine Entdeckung – für Foodies genauso wie für Naturliebhaber. Das mittelamerikanische Land besticht durch kulturelle Kontraste und eine reiche Flora und Fauna. Text: Dinah Leuenberger  Bilder: Bruno Karl Stebler

D

ie Ankunft in Panama ist laut. Just in der Minute, in der wir am Flughafen Tocumen landen, qualifiziert sich das Land zum ersten Mal für die Fuss-­ ballweltmeisterschaft. Das löst eine nationale Euphorie aus. ­Getragen von einem Autohupkonzert, fahren wir auf dem Highway der Skyline von Panama City entgegen. Augenblicklich zeigt die Stadt ihre Kontraste: ärmliche Well­ blechhütten neben modernen Wolkenkratzern, alte, mit Airbrush verzierte Busse neben schicken Uber-Karossen. In den futuristischen Gebäuden der ­Finanzmetropole arbeiten Tausende von Bankern aus aller Welt.


LEBEN | MM51, 18.12.2017  83

1

Vom Stadtberg Cerro Ancón aus bietet sich eine grandiose Sicht auf die Skyline von Panama City.

Einer davon ist Benjamin Bracher. Der 33-jährige Berner mit chilenischer Mutter hat eine ­typische Bankkarriere bei der Credit Suisse absolviert und ist vor drei Jahren als Expat nach Panama gekommen. Ein angenehmes Leben in materiellem Wohlstand. Doch er suchte nach einer sinnvolleren, weniger oberflächlichen Beschäftigung. Diesen September hat er seinen Job gekündigt, um sich seinem Kunstprojekt «Casa Selva» zu widmen: Zusammen mit seinem Cousin Severin Bracher (24) und Cristian Zuñiga (30) kreiert er Kunst, etwa einen Tisch aus einem Holzstrunk, Skulpturen aus geschweissten Nägeln oder einem alten Anzug. «Mir gefällt

der entspannte Lebensstil der Panamaer, doch als Banker will ich nicht hier bleiben», sagt Bracher. Mit dem Kunstprojekt hat er für sich nun die ideale Lösung gefunden. «Es war unglaublich befreiend, mal ein Schleif­gerät in die Hand zu nehmen, das machst du als Banker ja nie.» Dennoch profitiert er von seinen Kontakten aus der Bankerzeit: Darunter befindet sich auch der junge Starkoch José Carles Olmuedo. In seinem Restaurant, im «Donde José», muss man normalerweise drei Monate im Voraus reservieren – es gibt nur 16 Plätze. Serviert werden keine Gänge, sondern Geschichten; sie tragen Namen wie «Urban Surroundings» und sollen den

2

1 Hier pulsiert das Leben: Der Panamaer Stadtteil El Chorrillo ist geprägt von Lärm und Betriebigkeit. 2 Die drei kreativen Köpfe hinter «Casa Selva»: Cristian Zuñiga, Benjamin und Severin Bracher an einem Tisch, den sie selbst gefertigt haben.

Alltag in Panama City widerspiegeln. Mit Zitrussäften vermischte Kräuter etwa prickeln wie das Leben in der pulsierenden Stadt. Die rau­chigen Noten unseres Menüs – frittierte Käse-Mais-­Bällchen mit einer unwiderstehlichen Tomaten­ sauce, ein herrlich würziges Tatar und das typische Eis­ dessert «Raspao» – lassen uns noch Tage später schwärmen. Endlich im Dschungel

«Que xopa?», begrüsst uns unser Guide Josue Uno am nächsten Morgen: «Alles klar?» In Costa Rica würde das niemand verstehen, erklärt der 30-Jährige. Der Ausdruck werde nur in Panama verwendet, hier dafür inflatio-

när. Uno bezeichnet sich als Geschichten­­erzähler. «Schon im Alter von zehn Jahren war das meine Passion. Ich habe zwar Wirtschaft studiert, aber die Arbeit als Tourguide sagt mir mehr zu.» Keine Frage, auf die er nicht sofort eine Antwort weiss. So auch bei unserem ersten Kontakt mit der Flora und Fauna in Panama – im Museum: Im futuristischen Museo de la Biodiversidad von Architekt Frank Gehry ­erfahren wir, wie Panama sich aus tektonischen Platten ge­ bildet und die Vulkan­erde sich ­geformt hat – und wie dadurch eine schier grenzenlose Bio­ diversität entstand: Es gab drei Meter grosse Faultiere, Nashörner und Kamele, die irgendwann


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LEBEN | MM51, 18.12.2017  85

Tipps

Panama – von Anreise bis Wetter Anreise: Direktflüge gibt es zurzeit keine. KLM bietet Flüge ab Zürich mit Zwischenstopp in Amsterdam für rund 700 Franken.

1

Hotels: Auf dem Festland bieten sie jeglichen Luxus. Wer ein Back­ packer-Erlebnis sucht, übernachtet auf San Blas. Dort allerdings besser mit Rucksack statt Rollkoffer.

3

2

1 Die Weissrüssel-Nasenbären sind scheu, aber sehr gefrässig. 2 Im typischen Kolonialstil erbaute Häuser im Panamaer Stadtteil Casco Antiguo 3 Rund 40 Schiffe passieren täglich die Schleusen des Panamakanals. 4 Die Plantagen am Fuss des Vulkans Barù liefern mit die besten Kaffeesorten der Welt.

wieder verschwanden, Affen, ­Capybaras (grosse Nagetiere) und Krokodile, die man mit etwas Glück noch heute antrifft. Den realen Dschungel erleben wir während einer Flussfahrt durch den Panama­kanal und die vielen kleinen Seen, die bei dessen Bau entstanden sind. Wir passieren den Chagres – den einzigen Fluss der Welt, der in zwei Ozeane fliesst – und entdecken eine schillernde Vogel- und Schmetterlingswelt. Wir machen Bekanntschaft mit den frechen Kapuzineraffen, sehen Kaimane und Capybaras. Nur die Faultiere sind wohl zu faul, um sich ­blicken zu lassen. Also besuchen wir die «Miraflores Locks», die Schleusen des Panamakanals. Wir passieren die «Puente de las Américas», bis 2004 die einzige Verbindungsbrücke zwischen Nord- und Südamerika. «Wisst ihr, warum mein Wohnort ‹Arraijan› heisst?», fragt Guide Josue. Es klingt wie «areihän», also «at the right hand». Josue klärt uns auf: Der Ort liegt auf der rechten Seite des Panamaka-

Sympathie gewinnt man in Panama sofort, wenn man die Einheimischen mit «Que xopa» («Keh So-pah») begrüsst und nach dem besten Rezept für die Hühnersuppe Sancocho fragt: Jeder Panamaer behauptet nämlich, sein Rezept sei das beste.

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nals und verdankt seinen Namen den Amerikanern. Land im Aufschwung

Der Einfluss der USA macht sich nicht nur in der Sprache der Panamaer bemerkbar. Nachdem das Land sich von Kolumbien abgespaltet hatte, erhielten die Amerikaner das Recht, den Panamakanal zu bauen. 1914 wurde er fertiggestellt, fortan gehörten die Zone um den ­Kanal und die Zolleinnahmen den Amerikanern. 1999 wurde das gesamte Gebiet an Panama zurückgegeben, was im Land zu wirtschaft­ lichem Aufschwung führte. Diese Entwicklung nimmt seit Juni 2016 weiter zu, seit die zweiten und grösseren Kanalschleusen eröffnet wurden. Die grössten Güterschiffe, die bis zu 14 000 Con­tainer führen, zahlen bis zu e­ iner Million US-Dollar Zoll, um den 82 Kilometer langen Kanal passieren zu können. Dafür werden sie auf der einen Seite um 26 Meter erhöht und auf der anderen wieder gesenkt. Das ist nötig wegen der

Gezeiten, die im Pazifik einem anderen Rhythmus folgen als im Atlantik. Nach einigen Tagen in der Hauptstadt reisen wir weiter in Richtung Norden. Wir machen Halt in Boquete, einem Dorf am Fuss des Barú: Der Vulkan ist mit 3475 Metern die höchste Erhebung im Land und sorgt für besonders nährstoffhaltige Böden. So wächst in dieser Region eine der weltweit teuersten Kaffeesorten. Wir besuchen die Finca Lerida, ein Anwesen, das 1920 von einem Norweger erbaut wurde. Wir wandern durch die hügeligen Kaffee­ plantagen am Rande des Urwalds und lernen, wie der Kaffee wächst: Anfangs ragt eine ein­ zige Kaffeebohne auf einem dünnen Halm aus der Erde. Kaffee, so erfahren wir, lässt sich auf unterschiedliche Arten rösten: Das Resultat, die grossen Unterschiede im Geschmack, erleben wir bei einer Degustation. Die Nacht verbringen wir im gemütlichen Hotel Panamonte, in dem einst Ingrid Bergman

Tee: In Boquete gibt es die Kaffeesorte «Geisha» zu entdecken: Sie schmeckt nach Kaffee und Tee zugleich – ungewohnt, aber sehr schmackhaft. Vögel und Kaffee: Beides gibt es in Boquete. Die Vogelarten sind in Panama zahlreicher als in Amerika, Kanada und Europa zusammen. Whale Watching: Auf tierfreundliche Art spüren die Guides in der Region Chiriqui die grossen Meeressäuger auf. Dort hat man gute Chancen, sie zu sichten. Wetter: Von April bis etwa Mitte Dezember ist Regenzeit. Eine lokale Weisheit besagt, dass 85 Prozent des Regens nach 13 Uhr fallen. Sonnencreme gehört unbedingt ins Gepäck – der Dunst trügt!


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Vulkan BarÚ

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San-Blas-Inseln Panamakanal Bocas del Toro Boquete Chiriqui

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PANAMA HIGHLIGHTS

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1 Die bunten «Molas» zählen zur traditionellen Kleidung der Kunas. 2 Ein Eiland pro Tag: Nur wenige der 365 San-Blas-Inseln sind bewohnt.

a­ bstieg. Attraktionen des über 100-jährigen Hotels: der gleichaltrige, riesige Kaktus im gros­ sen Garten und die Küche von Charlie Collins – er zählt zu den besten Köchen in Panama. Wir genies­sen den köstlichen Naranjilla-Saft, knusprige Patacones aus grünen Bananen und eine würzige Sancocho – die cremige Hühnersuppe, von der jeder Panamaer behauptet, er kenne das beste Rezept. In Begleitung der Meeressäuger

Wer Wale beobachten will, muss früh aufstehen. Gute Chancen hat man etwa in Bocas del Toro an der Atlantikküste. Der Ort ist allerdings eine beliebte touristische Destination und darum relativ stark frequentiert. Wir bevorzugen den am Pazifik gelegenen Ort Chiri-

2

quí. Mit uns im Boot sitzt eine Frau, die schon zwölf Touren unternommen, aber noch nie Wale gesehen hat. Ein schlechtes Omen? Als wir die Hoffnung schon fast aufgegeben haben, spritzt plötzlich eine Fontäne in die Luft: Eine Buckelwal­ mutter beglei­tet uns mit ihrem Kalb – ein majestätischer Anblick. Auf der Rückfahrt folgt der nächste Höhepunkt: Unser Schiff gerät in eine Delfinschule, deren mutigste Tiere am Bug mitschwimmen und vor Freude quietschen. Zu guter Letzt werden wir Backpacker: Wir besuchen die San-Blas-Inseln im Atlantik oder «Kuna Yala», wie die Einheimischen, die Kunas, sie nennen. Wer hier übernachten möchte, lässt mit dem Roll­koffer am besten auch das

Shampoo zurück: Die Duschen werden mit Salzwasser betrieben, das ungefiltert zurück ins Meer fliesst. Die Nächte hier sind stürmisch, aber lau. Und auch das Meer ist warm: Stundenlang schnorcheln wir den weissen Sandstränden entlang und tauchen nach Muscheln. Zwischen den Inseln, es scheint mitten im Meer, entdecken wir auf einer Bootstour den «natural swimmingpool», eine Sandbank mit knöcheltiefem Wasser und Seesternen. Wir lassen uns treiben und denken an die Worte des Kinderbuch­ autors Janosch: «Oh, wie schön ist Panama!» MM Die Recherche zu dieser Reise wurde unterstützt von Visit Panama. Infos: www.visitpanama.com

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PUNKTE


LEBEN | MM51, 18.12.2017  89

Tipps

Gewalt vermeiden • Gehen Sie an die frische Luft, wenn die Wut kommt.

Familie

Sind Ohrfeigen okay? In der Schweiz zählen Ohrfeigen, Fusstritte und andere Übergriffe auf Kinder oft noch zum Erziehungsalltag. Ein Gesetz soll das künftig verbieten. Text: Angela Cadruvi  Illustration: Jan Buchczik

D

er kleine Sohn quengelt, die Teenagertochter ist frech, der Chef verlangt Überstunden. Und plötz­ lich rutscht die Hand aus: Gewalt von Eltern an ihren Kindern ist auch in der Schweiz verbreitet – mit Ohrfeigen, Faust­hieben, Gür­ telschlägen, sexuellen Übergriffen, Erniedrigungen, Beschimpfungen. Eine aktuelle Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wis­ senschaften (ZHAW) besagt, dass jedes fünfte Kind zu Hause mas­ sive Gewalt erlebt; zwei von fünf Kindern werden geohrfeigt, ­gestossen oder hart angefasst. Zwar wurde das Recht der ­Eltern, ihre Kinder zur Erziehung körperlich zu züchtigen, 1978 ab­ geschafft. Ein ausdrückliches ­Verbot existiert aber nicht. Im Mai 2017 hat der Nationalrat eine ­entsprechende Motion abgelehnt. Chantal Galladé, SP-National­­ rätin, macht sich jetzt im Parla­ ment erneut stark für ein Züchti­

gungsverbot, das im Zivilgesetz­ buch festgehalten werden soll – und auch Ohr­feigen verbietet. Es müsse klar sein: In der Schweiz ist es verboten, Kinder zu schlagen. Die Folgen sind massiv

Kann ein Gesetz Gewalt in der ­Erziehung verhindern? Peter ­Rieker, Sozialwissenschaftler an der Universität Zürich, relativiert: «Verhalten lässt sich nicht durch Gesetze verändern; ein Züchti­ gungsverbot kann aber das Be­ wusstsein schärfen.» Vor allem müssten die Lebensbedingungen der besonders belasteten Fami­ lien verbessert werden. «Gewalt ist nicht ­unbedingt Ausdruck entsprechender Überzeugungen, sondern steht häufig in Zusam­ menhang mit sozialen Belastungen und mit dem Erleben von Stress», sagt Rieker. Aus­serdem seien die Zusammenhänge zwischen selbst erlebter ­Gewalt und eigener Ge­ walttätigkeit belegt.

Britta Went kennt das aus ihrer Arbeit als Psycho­therapeutin beim Elternnotruf und weiss, warum ­Eltern ihre Kinder schlagen: «Gewaltbereite Eltern sind über­ fordert. Sie werden von ihren Gefühlen überschwemmt, fühlen sich ohnmächtig und hilflos. Sie wissen es einfach nicht besser.» Es gehe nicht um böse, sondern um überforderte Väter und Mütter. Was immer die Gründe für ­Gewalt seien: Kinder müssten ge­ schützt werden. Denn die Folgen von Gewalt sind erheblich: unsi­ chere Bindungsmuster, schwere Bindungsstörungen, somatische Beschwerden, Depressionen im Erwachsenenalter, Sucht, Angst­ störungen. «Je jünger ein Kind und je massiver die Gewalt ist, ­desto gravierender die Schädi­ gung», so Went. Wenn Eltern bei sich Gewalt­bereitschaft spüren, sollten sie die Scham überwinden und Hilfe h ­ olen. Sich selbst und den ­Kindern zu­liebe. MM

• Rufen Sie an: eine gute Freun­ din, ihren Mann, ihre Frau und sprechen Sie über ihre Angst zuzuschlagen. • Beharren Sie im Streit nicht auf Ihrer Meinung; warten Sie, bis sich die Situation beruhigt hat. • Finden Sie ­he­raus, wie Sie sich selber be­ ruhigen können (atmen, in einen Sack boxen, ­joggen etc.). • Bereiten Sie sich auf künftige ­kritische Situa­ tionen vor. • Falls alles nichts hilft: Vertrauen Sie sich Ihrem Hausarzt oder einem Psycho­ logen an. 24-Stunden-Hilfe (Beratung online oder telefonisch. Per­ sönlich, vertraulich, ­kostenlos) Elternnotruf: 0848 35 45 55; www.elternnotruf.ch Pro Juventute: 058 261 61 61; www.projuventute.ch


90  MM51, 18.12.2017 | LEBEN

Gesundheit

Die Heilkraft der Farben

Wer als Patient auf einer Intensivstation liegt, ist mit viel Lärm, hellem Licht und Hektik konfrontiert. Auf der Suche nach Lösungen sind Spitäler auf Farb- und Lichtkonzepte gestossen. Text: Ben Kron

Die Ergebnisse der Linzer Versuche waren positiv: Die Patienten fühlten sich auf­ gehoben und motiviert, das Pflegepersonal berichtete von «mehr Leben, mehr Freude, mehr Emotion» bei den Patienten. Wichtig: tiefer Geräuschpegel

Einen noch umfassenderen Versuch, die In­ tensivstation auf die Bedürfnisse der Patien­ ten auszurichten, unternimmt seit 2013 das Berliner Charité-Krankenhaus. «Wir haben zu Beginn unseres Projekts auf der Intensiv­ station einen Schallpegel von 80 Dezibel ge­ messen, mit Spitzen von 100 Dezibel», sagt der Anästhesist Alawi Lütz. «Das ist etwa so laut wie neben einer Autobahn.» Gemäss der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollte der Lärm aber nicht lauter sein als 40 Dezi­ bel – das entspricht der Lautstärke eines Flüsterns. Hier liegt die sogenannte Kon­ zentrationsstörungsschwelle. Lütz erläutert das Vorgehen der Charité: «In Zusammen­ arbeit mit einem Architekturbüro und ­Mediengestaltern wurden zwei Zweibett­ zimmer komplett umgebaut. Die medizi­ nischen Geräte rückten optisch in den Hin­ tergrund, die Geräusche wurden gedämpft.» Beim Umbau der zwei Behandlungsräume liessen die Architekten sämtliche Technik ausser dem Dialysegerät hinter schalldäm­ menden Holzwänden verschwinden, ohne dadurch das Bedienen der Apparate durch Ärzte und Pflegepersonal zu behindern. Nach dem Umbau wurde der Schall aber­ mals gemessen: Die Lärmbelastung war nur noch halb so hoch und damit im ­gewünschten Bereich. Zweiter wichtiger Punkt: die Lichtver­ hältnisse in den Räumen. Denn der Mensch braucht ausreichend Tageslicht oder ver­ gleichbar intensives Licht, damit sein Kör­ per den Hormonhaushalt steuern und den Tag-Nacht-Rhythmus balancieren kann.

Licht und Farben be­ein­ flussen den Heil­verlauf. Das Charité-Krankenhaus in Berlin testet deshalb Lichtdecken.

«Intensivpatienten haben aber oft einen ­gestörten Rhythmus», erklärt Lütz. Um dies auszugleichen, kommen in der Charité grosse, neu entwickelte Lichtdecken zum Einsatz, die unter anderem das Tageslicht ersetzen können. Die mit zahlreichen LED-Lampen bestückten Decken erreichen die erforderliche Lichtintensität, um den ­Effekt auf den Hormonhaushalt zu erzielen. Und dies, ohne dass dabei die Patienten ­geblendet werden. Schichten von Bewegtbildern

Die Charité hat eine grosse klinische Studie gestartet, bei der der Heilverlauf von Patien­ ten in Standardräumen mit denen der neu konzipierten Intensivstation verglichen wird. Im Zentrum des Interesses steht dabei unter anderem die LED-Decke, die eine Weltneuheit darstellt. Sie kann jede belie­ bige Farbe und jedes Muster erzeugen. «Wir projizieren meistens bewegte farbige Objek­ te an die Decke», erläutert Alawi Lütz. Hier­

Bild: Charité – Universitätsmedizin Berlin

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eder fünfte Patient auf der Intensiv­ station erleidet während seines Aufent­ halts ein Delirium. Bei denjenigen, die künstlich beatmet werden, sind es sogar 80 Prozent. Zwar kann man sie mit Medi­ kamenten ruhigstellen, doch das birgt ein ­Risiko: Zahlreiche Studien belegen, dass eine tiefe Sedierung, sei es auch nur für die ersten 48 Stunden, zu bleibenden Schäden führen kann. Diese reichen von Gedächtnis­ störungen bis zu Alzheimer und Demenz. Seit einigen Jahren findet in der ­Medizin ein eigentlicher Paradigmenwechsel statt: weg vom sedierten, komatösen, hin zum ­wachen Patienten, der seine Umgebung wahrnimmt und im Idealfall kooperieren kann. Auf den Intensivstationen werden deshalb Massnahmen ergriffen, um die ­Behandlung für die Patienten so stressfrei wie möglich zu gestalten. Unter anderem setzt man auf Farben. ­Erfahrungen damit hat etwa das Allgemeine Krankenhaus in Linz (A). Schon vor 15 Jah­ ren versuchte es, mit der Beleuchtung und einer neuen Farbgestaltung das Wohlbefin­ den der Kranken zu verbessern. Der dama­ lige Oberarzt Dietmar Bibl erklärt: «Wir ha­ ben mehrere Zimmer mit intensiven Farben neu gestaltet, orientiert am Krankheitsbild.» Konkret erhielt ein Raum rote und oran­ ge Töne. Hier liegen Komapatienten oder solche mit getrübter Wahrnehmung, bei de­ nen die Farben stimulierend wirken sollen. Türkis und Blau in Raum Nummer zwei und drei sollten auf sedierte Patienten und sol­ che mit künstlicher Beatmung beruhigend wirken. In Raum vier kam Grün als harmo­ nisierende und regenerierende Farbe zum Einsatz, dies bei Patienten mit Stresspoten­ zial. Zudem wurden die Deckenleuchten mit strukturiertem Glas versehen, was das Fo­ kussieren erleichtert. Dezente Wandlampen spendeten genügend Licht zur Orientierung.


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Entwicklung

Was macht die Schweiz? Der Versuch der Berliner Charité wird von den Schweizer Spitälern mit Interesse verfolgt, eigene Aktivitäten sind aber nirgends geplant. Martin Jordan vom Uni­ spital Basel weist darauf hin, dass man die Auf­ wachräume stets so baue, dass diese mit ­Tageslicht versorgt sind.

für wurden spezielle inhaltliche Schichten von Bewegtbildern entwickelt. In der ersten Schicht wird zum Beispiel der Himmel ab­ gebildet, die zweite Schicht beinhaltet die Sonne und die dritte grüne Blätter. Wobei Aussehen, Form, Grösse der Elemente und das Tempo der Bewegungen verändert wer­ den können. Das Besondere dabei: Der Zu­ stand des Patienten bestimmt das Erschei­ nungsbild der Decke. Anhand von Parame­ tern wie Schmerzintensität, Wachheit oder Sedierungsgrad verändert ein Computer die dargestellten Farben und Muster. Lütz erklärt: «Man weiss aus Studien, dass ope­ rierte Patienten mit Blick auf einen grünen Baum oder Garten weniger Schmerzmittel benötigen als solche, die zum Beispiel auf eine graue Mauer blicken.» Alle acht Stunden werden die Schmerzen gemessen. Sind sie gestiegen, werden mehr und grössere Blätter auf die Decke pro­jiziert. Patienten, die vom Beatmungsgerät ent­ wöhnt wurden, fordert man auf, nach oben

zu schauen und im Rhythmus der g­ rünen Blätter zu atmen, da sie sonst oft zu schnell schnaufen. Alawi Lütz und die Ärzte der Berliner Charité sind überzeugt von ihren Ansätzen. Klinische Erfahrungen abseits der Studien wie auch Rückmeldungen von Patienten und deren Angehörigen geben Grund für diese Zuversicht. «Patienten hatten weniger Angst, und unser Eindruck war, dass wir ­weniger Schmerz- und Beruhigungsmittel einsetzen mussten», erklärt Lütz. «Und wenn Besucher keinen Monitor vor sich ­haben, auf den sie angstvoll starren können, haben sie ihre Augen sozusagen frei für den Patienten, was sich auf diesen überträgt.» Der Berliner Anästhesist erinnert daran, dass es sich erst um eine Pilotstudie mit vier Intensivbetten und bisher 74 Patienten handle. Danach braucht es weitere, grösser angelegte Untersuchungen, bis das neue I­ ntensivzimmerkonzept in ­Spitälern zum Standard gehört. MM

Das Berner Inselspital plant einen Neubau, dessen Aufwachraum über Tageslicht verfügt. Martin Brüesch, Chef­ arzt am Institut für ­Anästhesie des Zürcher Unispitals, äussert Vor­ behalte gegenüber ­baulichen Massnahmen, die die Aufwachphase ­angenehmer gestalten sollen: «Das gelingt nur, wenn Schmerzen, Übel­ keit und Frieren optimal behandelt sind, was ­bereits eine Heraus­ forderung darstellt.» Und die Sicherheit der Pa­tienten gehe vor: «Alarme müssen trotz Musik hörbar sein, die Beurteilung des Haut­ kolorits soll durch farbi­ ges Licht nicht gestört werden, der Zugang zum Patienten ohne Umwege möglich sein.»

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Brave New Girl – die Letzte

Wunschliste Liebe Schweiz. Du bist 726 Jahre alt und noch so wunderbar unperfekt. Darum ­wünsche ich dir was zu Weihnachten. Ich wünsche dir, dass du weniger Angst ­davor hast, Dinge zu verlieren, zu kurz zu kommen, übersehen zu werden. Ich wünsche dir, dass du ­erkennst, dass diese Angst menschlich ist und überwunden werden kann.

Bild: Andrea Monica Hug

Mit dieser Kolumne verabschiedet sich Anne-Sophie ­Keller von den ­Lesern des Migros-­ Magazins.

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sche dir Zuversicht für eine Zukunft, in der sich nicht alles zum Schlechten ver­ ändern wird. Ich wünsche dir all das und nur Liebe. Und ich wünsche dir einen guten Rutsch ins neue Jahr. Und für mich? Ich will Ruhm und Ehre. Ein Haus am Genfersee. Romantik. Den Sturz des Patriarchats. Für immer Sommer. Glitzer und rosaroten Tüll. Einen Baum pflanzen. Kinder. Mindestens zwei. Aben­ teuer bis zur Atemlosigkeit. Meine Freunde be­halten. Das Gefühl haben, dass ich genüge. Die Nordlichter sehen. 100 Jahre alt werden und bis zu meinem Tod lieben. Flaschenpost eines Fremden erhalten. Nackt im Meer schwimmen. Gehört werden.

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Und: Meine ehemalige Mitstudentin als ­Autorin für die Nachfolgerin dieser Kolumne, die heute endet.­ MM

Ich wünsche dir Offenheit und Verständnis gegenüber dir selbst und anderen. Ich wün­

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Kastration ­beeinträchtigt das Wachstum. Deshalb wird der junge Trampeltierhengst Ugur sterilisiert.

Zootierärztin

Ugur muss unters Messer Die Geburtenkontrolle in einer Herde von Trampeltieren ist eine Herausforderung. Die Lösung heisst Sterilisation – und der Weg dahin führt über die Pferdechirurgie. Text: Karin Federer  Bilder: Tierspital UZH

D

as Durchschnittsalter in der Trampeltierherde des Walter Zoo ist relativ hoch, nämlich über 20 Jahre. Eine Ausnahme ist Hengst Ugur: Er ist erst zweieinhalb Jahre alt und bald geschlechtsreif. Die alten Stuten sollten aber nicht mehr gedeckt werden, weshalb wir handeln müssen.

Karin Federer (31) ist Tier­ärztin und berichtet regel­ mässig aus dem Walter Zoo in ­Gossau SG.

Ein Chirurg muss her

Eine einfache Methode wäre die Kastration, doch dieser Eingriff könnte Ugurs Wachstum beeinträchtigen – und das, bis er sieben ist. Ihn von der Herde zu trennen, kommt auch nicht infrage, denn Kamele, zu denen Trampeltiere zählen, sind soziale Tiere. Bleibt also die Sterilisation: Sie verhindert die Fortpflanzung, ohne den Hormonhaushalt zu beeinflussen. Allerdings ist das Durch­trennen des Samenleiters bei Trampeltieren kein Routineeingriff, weil deren Geschlechtsorgane sehr klein sind und kompakt am Körper liegen. Ich studiere Fachliteratur und frage mich durch – bis zu einem amerikanischen Experten. Seine Antwort: «Das habe ich noch nie

gemacht. Könnte schwierig werden.» Dann finde ich im Tierspital der Uni Z ­ ürich doch noch einen Chirurgen, der vor Jahren Trampeltierhengste sterilisiert hat. Erst Pferdedoktor, dann Erholung bei Kühen

Und so fahren wir Ugur nach Zürich. In der Klinik für Pferdechirurgie versetzt man ihn in Vollnarkose, dann wird er zwei Stunden lang operiert. Ich bin dabei – und lerne. Der Chi­rurg durchtrennt einen der beiden ­Samenleiter, an den anderen kommt er nicht ran: Wie vermutet, befindet sich der zweite Hoden noch tief in der Bauchhöhle, von wo er in der Regel innerhalb der ersten Lebensjahre in den Hodensack absteigt. Aufgrund der höheren Temperatur in der Bauchhöhle ist er zurzeit unfruchtbar, also unproblematisch. Sollte der Hoden doch noch absteigen, wäre eine zweite Operation nötig. Für den Moment aber hat es Ugur überstanden: Im Tierspital kann er sich in einer Box – neben offensichtlich interessierten Kühen – etwas erholen. Am Abend ist er fit für die Reise zurück in den Zoo – zurück zu seiner Herde, zu den alten Stuten.­ MM

Tipps

Kamele als Haustiere Auch Private können Kamele halten. Für Neuweltkameliden, also Lamas und Alpakas, bieten erfahrene Halter Sachkundenachweise an. Dazu müssen Inter­ essierte ein dreiwöchi­ ges Praktikum und ­einen Theoriekurs in einem vom Bundesamt für Lebensmittel­sicherheit und Veterinärwesen anerkannten ­Betrieb absolvieren. Für die Haltung von Altwelt­ kameliden, also Drome­ daren und Trampeltie­ ren, sind ein mehr­tägiger Kurs und ein dreimona­ tiges Praktikum auf einem anerkannten Betrieb erforderlich. Ein geeigneter Betrieb ist etwa der Kamelhof Olmerswil in Neukirch an der Thur TG. www.kamelhof.ch


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Migros Bank

Goodbye, Libor: Ein bewährter Referenzzins geht, nun kommt der Saron

Bild: zVg

Irina Martín ist als Ökonomin für die Migros Bank tätig.

Ab 2022 dient der Saron-Zinssatz einigen Banken als Grundlage für die Berechnung von Hypothekarzinsen. (Angaben in Prozent) 0,5 0 –0,5

■ Libor 3 Monate ■ Saron

–1 –1,5

Ok t.

20

17

17 . 20 Jan

16 . 20 Jan

15 . 20 Jan

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Jan

. 20

09

10

–2 . 20

Wer eine Libor-Hypothek hat oder eine abschliessen möchte, ist direkt von der Libor-Abschaffung betroffen. Denn der Zins, den Sie für eine Libor-­ Hypothek bezahlen, funktioniert wie ein variabler Preis. Steigt der Libor, steigt auch der Zins, den Sie für Ihre Hypothek bezahlen, weil der Hypo­ thekarzins von Libor-Hypotheken an den Libor gekoppelt ist. Umgekehrt profitieren Sie von tieferen Hypo­ thekarzinsen, wenn der Libor sinkt. Grundsätzlich ist es jedem Finanz­ institut selbst überlassen, einen neuen Referenzzins für seine Hypo­ theken zu wählen. Einigen sich alle Finanzinstitute auf denselben ­Referenzzins, hat dies aber den Vor­ teil, dass sich die Konditionen dieser Hypotheken besser vergleichen lassen. Die Nationale Arbeitsgruppe für Refe­ renzzinssätze hat am 5. Oktober 2017

Der Dreimonats-Libor und der Saron verlaufen sehr ähnlich.

Jan

Der Libor ist der wichtigste Referenz­ zins in der Schweiz. Er wird unter an­ derem für die Berechnung von Hypo­ thekarzinsen verwendet. Allerdings wird der Libor nur noch bis Ende 2021 veröffentlicht. In den Medien spricht man in diesem Zusammenhang auch von «Libor-Abschaffung». Als Nach­ folger steht der Saron bereit.

Quelle: Thomson Reuters Datastream

empfohlen, ab 2022 den Saron anstelle des Libors zu verwenden. Der Saron ist ein seit 2009 in der Schweiz berech­ neter und publizierter Zinssatz. Den Hypothekennehmern wird also auch künftig ein Referenzzins für ­Finanzierungen mit regelmässiger Anpassung der Zinskonditionen zur Verfügung stehen. Es bleiben jedoch

gewisse Unsicherheiten. Einerseits ist abzuwarten, ob der Saron der einzige Libor-Nachfolger bleibt. Andererseits wird jedes Finanzinstitut für sich entscheiden, wie es Verträge für Libor-­ Hypotheken anpasst, um dem abseh­ baren Wechsel des Referenzzinses ­Rechnung zu tragen. Die Migros Bank arbeitet derzeit an einer bestmög­ lichen Lösung für ihre Kunden. MM

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98  MM51, 18.12.2017 | LEBEN Kinder

Feuer und Flamme Wie entsteht eigentlich Feuer? Die Wissenschaftler können es nicht genau erklären. Aber sie wissen: Das Brennmaterial selber brennt gar nicht. Text: Véronique Kipfer  Illustration: Jan Kruse

Sauerstoff

Gasförmige Kohlenstoffmoleküle

Kohlenstoffverbindungen (Zellulose)

So entsteht ein Feuer Ein Feuer im Kamin oder Ofen ist einfach etwas Gemütliches. Doch wie entstehen die Feuer­ zungen? «Die Verbrennung ist ein sehr komplexes Phänomen, das noch niemand vollständig erklären kann», sagt Olivier ­Delémont, Dozent an der Uni Lausanne. «In den Flammen entstehen Tausende von che­

mischen Stoffen, die oft nicht einmal eine Sekunde bestehen, bevor sie sich in einen anderen Stoff umwandeln. Man kennt nicht alle diese Stoffe.» Was man aber weiss: Für ein Feuer braucht es drei Elemente: einen Brennstoff (etwa Holz oder Gewebe ), eine chemische,

verbrennungsfördernde Sub­ stanz, die mit dem Brennstoff (Sauerstoff in der Luft) reagiert, und eine Wärmequelle, um die chemische Reaktion aus­ zulösen. Bei einem Kamin­ feuer sind die Holzscheite das Brennmaterial. Sie bestehen aus Zellulose. Dabei brennt das Holz selber nicht. Viel­ mehr spalten sich die erhitz­ ten Kohlenstoffmoleküle in kleinere Teile, die flüchtig werden, sich in Gas umwan­ deln, auf den Sauerstoff in der Umgebungsluft stossen und brennen. Es sind also die Gase, die brennen, und nicht das Holz. MM

Bild: iStockphoto, zVg

Wärmequelle

Bei einer Kerzenflamme hat man zwar den Eindruck, dass der Docht brennt, doch tatsächlich gibt es direkt am Docht keine Flamme. Vielmehr wird durch den stark erhitzten Docht ein Gas aus dem Kerzenwachs freigesetzt. Dieses stösst auf den Sauerstoff in der Luft, verbrennt und lässt eine Flamme entstehen.


LEBEN | MM51, 18.12.2017  99

Ida (4), Buchs AG

In Kinderbüchern oder -filmen wird Gott gern in einer weissen Tunika gezeigt. Er wohnt auf einer Wolke und sieht aus wie ein lieber, alter Mann. Für kleine Kinder ­ finde ich dieses Bild okay. Es zeigt eine väterliche Figur – etwas, das ihr Kinder ziemlich sicher schon kennt. Das ist schon mal ein ­Anfang. Wenn ihr aber grösser seid und weiterhin an Gott glaubt, dann merkt ihr, dass wir uns Gott nicht vorstellen können – weil er viel mehr ist als ein lieber, alter Mann. So wie ich es verstehe,

ist er … alles: die Allmacht, die ­Unendlichkeit. Jetzt lass uns mal überlegen, wie sich dieses Alles wohl kleiden könnte.

Dort singt ein Gläubiger zu Gott: «Du bist mit Hoheit und Pracht ­bekleidet. Du hüllst dich in Licht wie in einen Mantel.»

Fangen wir damit an: Mit Kleidern zeigen wir Menschen unserer Umgebung, wer wir sind und was wir vorhaben. Die anderen Leute erkennen durch unsere Kleider, was wir nach aussen tragen wollen. Was trägt Gott wohl nach aussen? Er oder sie, diese Gottheit, die die Liebe verkörpert? Ich habe für dich in der Bibel nachgelesen.

Auch dieses Bild kann nur als ein weiterer Anfang dienen. Denn Gott ist zugleich auch ­un­bekleidet. Das siehst du derzeit ­wieder auf den Krippenbildern. Durch die Geburt von Jesus wurde Gott an Weihnachten Mensch. Und Jesus kam auf die Welt wie alle Menschen auch: nackt. MM

Eine Mutter erklärt die Welt: Journalistin ­Gabriela Bonin (50) beantwortet ­Kinderfragen.

Das Christkind hat Geschenke versteckt. Suche die farbig verpackten Päckli, und trage unten ein, wie viele grüne, rote, lila und gelbe du gefunden hast. Zusammenzählen und schon hast du die Lösung!

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Das Kinospektakel «Ferdinand – Geht STIERisch ab» erzählt die Geschichte eines Stiers, der nicht kämpfen will. Anlässlich des Filmstarts in der Deutschschweiz am 14. Dezember verlost das Migros-Magazin Tickets und Fanartikel.

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er Titelheld des char­ manten und rasanten Animationsfilms ist ein gewaltiger Stier, der Menschen schon durch ­seinen blossen ­Anblick in Todes­ angst versetzt. Nur wohnt in dem gewaltigen Körper eine ­zarte Seele: Am liebsten schnup­ pert der Stier an Blumen, spielt mit einer kleinen Ziege oder ­unternimmt in der spanischen ­Ortschaft in der Nähe seines Bauernhofs Spaziergänge durch die ­Gassen. Ferdinand ist zudem mit einem kleinen Mädchen ­befreundet, das weiss, wie harm­ los das Tier ist. Alles wird schlagartig anders, als der Stier von einer Biene

g­ estochen wird und kurz die ­Beherrschung verliert. Ein ­Veranstalter von Stierkämpfen sieht den Ausraster und hält Ferdinand für einen wilden Kämpfer, der für die Arena ­bestimmt ist. Das Tier wird per Lastwagen entführt und soll ­gegen einen Matador antreten. Nur hat Ferdinand nicht die ­geringste Lust auf einen Kampf und unternimmt alles, um ­wieder in sein idyllisches Leben zurückzukehren. Unwiderstehlicher Humor

Das Kinospektakel «Ferdinand» ist eine Verfilmung des gleich­ namigen Kinderbuchklassikers von Munro Leaf und Robert

Lawson. Der Geist der Geschich­ te wurde perfekt auf die Lein­ wand übertragen: Hier wie dort geht es darum, wie trügerisch der Schein sein kann und dass niemand ein Feigling ist, der ein friedliches Leben einem Kampf vorzieht. Hinter dem Spektakel stehen die Macher der beiden Anima­ tionsfilme über den kuriosen ­Papagei Rio, die grosse Erfolge an der Kinokasse waren. Auch der neue Streifen «Ferdinand» wird es garantiert schaffen, mit seinem unwiderstehlichen ­Humor und seinen vielen ­schrägen Helden Kinder und ­Erwachsene gleichermassen zu begeistern. MM

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Kreuzworträtsel

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So nehmen Sie teil Tel. Wählen Sie die 0901 560 041 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD1, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD1 SOMMER. Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Kreuzworträtsel, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/wettbewerbe Teilnahmeschluss: Sonntag, 24.12.2017, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Keine Barauszahlung. Computergesteuerte Massenteilnahmen sind nicht gewinnberechtigt. Die Mitarbeiter der Migros-Medien sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Gewinner werden schriftlich benachrichtigt und mit Namen und Wohnort veröffentlicht.

Auflösung Nr. 50: EIGNUNG

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Gewinner Nr. 49: Cecilia Spielmann, Oberkirch LU; Ruth Schuler, Ibach SZ; Esther Simeoli, Fislisbach AG; Yvette Blaser, Derendingen SO; Mina Gloor, Degersheim SG Gewinner «Zusatz» Nr. 49: Celina Emmenegger, Hildisrieden LU; Peter Flückiger, Zürich; Anita Jörg, Luzern; Vera Major, Genève; Heidi Schuler, Seedorf UR


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Quiz

Gewinnen Sie eine von 3 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die acht Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. 1. Weihnachten gilt als das Fest …? L

G der Liebe

des Wohlstands

H des Geldes

2. Wovon handelt das Weihnachtslied «Jingle Bells»? I

E

Schneeball

A Bergwanderung

Schlittenfahrt

3. Wie nennt sich ein vorweihnächtlicher Brauch? S

N Zwergeln

Wichteln

U Trollen

So nehmen Sie teil

4. Seit wann sind Adventskalender im Gebrauch? E

T

16. Jh.

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Taschenlampe

Z

Amman

Tel. Wählen Sie die 0901 560 042 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD2, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD2 TASTSINN Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Quiz, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/wettbewerbe Teilnahmeschluss: Sonntag, 24.12.2017, 24 Uhr

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Iwan IV.

Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

C 19. Jh.

17. Jh.

5. Wie heisst eine Ortschaft in der Nähe von Rorschach? I

H Wienacht

Samichlaus

L

Läbchueche

6. Welcher Gegenstand hat in den USA am 21. Dezember «seinen Tag»? S

R Thermometer

Rollator

7. Welche Stadt liegt am nächsten bei Bethlehem? N Jerusalem

U Tel Aviv

8. Wer sprach 1644 ein Weihnachtsfest-Verbot für «sein» Land aus? F

K Oliver Cromwell

Napoleon

Lösungswort: 1

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3

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5

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7

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Gewinner Nr. 49: Andrea Diethelm, Studen SZ; Edith Ozsvàth, Bern; Rinaldo Deplazes, Altdorf UR

Auflösung Nr. 50: TUERCHEN

Paroli

Gewinnen Sie eine von 3 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken!

Füllen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Die Lösung ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1-5.

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T in das E IWörter S Zzehn T die A MSie Füllen Rätselgitter S L LösungsH ADas G E I Zein. wort ergibt sich aus den K N O E C H E L Buchstaben in den Feldern 1 bis 5. MI SCHUNG PR I TSCHE SCHE I DEN THE I STEN TSCHADOR VERALTET Aufl L I50:S C H Y K Nr. Zösung NAGEL

Gewinner Lösung:Nr. 49: Elisabeth Frutschi, Hinwil ZH; Heidi Beyeler, Biel BE; 1 2 3 4 5 Daniela Weissmann, Trimmis GR

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So nehmen Sie teil

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Tel. Wählen Sie die 0901 560 043 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD3, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD3 OSTEN Hans Mustermann 1 Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Paroli,3 Postfach, 8074 Zürich T Internet www.migrosmagazin.ch/wettbewerbe 2 Teilnahmeschluss: Sonntag, 24.12.2017, 24 Uhr 4

Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite 5

Lösungswort:

Lösung: 1 2 1

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5 5


Die Frauenversteher

Nur Frauen wissen, wie es ist, schwanger zu sein. Ausser bei den Seepferdchen: Die Weibchen legen ihre Eier in die männlichen Bauchtaschen. Dort werden sie befruchtet, genährt und ausgebrütet. Etwa zwölf Tage später gebären die Männchen die geschlüpften Seepferdchen unter wehenartigen Krämpfen. Weitere Wunder finden Sie auf: meere.wwf.ch

Schützen wir die Wunder der Natur.

SPINAS CIVIL VOICES

Schwangere Männchen, ein Wunder der Meere.


LEBEN | MM51, 18.12.2017  107

Sudoku

Gewinnen Sie eine von 5 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3x3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den gelben Feldern von links nach rechts. Auflösung Nr. 50: 184

So nehmen Sie teil Tel. Wählen Sie die 0901 560 044 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD4, gefolgt von der Lösungszahl, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD4 123 Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Sudoku, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/wettbewerbe Teilnahmeschluss: Sonntag, 24.12.2017, 24 Uhr

Gewinner Nr. 49: Enrico Lepri, Lengnau AG; Ramona Schnüriger, Unterägeri ZG; Doris Hess, Stans NW; Adriano Dello Buono, Grand-Lancy GE; Roland Pesenti, Le Brassus VD

Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

Bimaru

Brücken

Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

Jeder Kreis stellt eine Insel dar. Die Zahl darin gibt an, wie viele Brücken dort enden. Brücken sind nur zu horizontal oder vertikal benachbarten Inseln erlaubt. Diese dürfen mit einfachen oder doppelten Brücken verbunden werden. Am 3 2 3 Schluss sollen alle Inseln 2 4 miteinander verbunden sein. Verboten: Kreuzun4 gen, diagonale Brücken 2 2 6 3 und mehr als zwei Linien.

Auflösung Nr. 50:

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Conceptis Puzzles

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Auflösung Nr. 50: 2 3

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Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 554 258 Ex. (WEMF 2017) Leserschaft: 2 373 000 (WEMF, MACH Basic 2017-2) Adresse Redaktion und Verlag: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Telefon: 058 577 12 12 Fax: 058 577 12 08 redaktion@migrosmagazin.ch Herausgeber: Migros-Genossenschafts-Bund Leiter Migros-Medien: Lorenz Bruegger

Publizistische Leitung: Monica Glisenti

Ressort Migros-Welt: Daniel Sidler (Leitung / stv. Chef­redaktor), Chefredaktor: Sandra Jermann (Leiterin Projekt­ Hans Schneeberger management), Heidi ­Bacchilega, Produktion/Ressort Leben: Jean-Sébastien ­Clément, Andreas Remo Leupin (Leitung), ­Dürrenberger, Dora Horvath, Robert Rossmanith (Chef vom Dienst), Melanie Michael, F ­ atima ­Nezirevic, Yvette Hettinger (Koordinatorin ­Angela ­Obrist, Kian ­Ramezani, ­Leben), Sabine Müller (Produzentin), ­Anna-Katharina Ris, C ­ laudia Schmidt, Gerda Portner (Produzentin), Thomas Tobler, ­Jacqueline ­Vinzelberg, Ursula Trümpy (Produzentin), Michael West Karin Keller-Jabbie (Korrektorin), Heinz Stocker (Korrektor) Bildredaktion: Olivier Paky (Leitung), Ressort Menschen: Benjamin Böttcher, Franziska Ming, Sabine Lüthi (Leitung), Susanne Oberli, Helen van Pernis Andrea Freiermuth, Ralf Kaminski, Dinah Leuenberger (­ Volontärin), Layout: ­Monica Müller, Lisa Stutz, Reto E. Wild Laetitia Buntschu Signer Online: Reto Vogt (Leitung), Almut Berger, Elena Bernasconi, Reto Meisser

(Art Director), Werner Gämperli, Saskia Goslings, Nicole Gut, Gabriela Masciadri, Pablo Tys

Prepress: Liliane Bolliger, Ruedi Bolliger Lithografie: Reto Mainetti (Leitung), Manuela Seelhofer, Max Sommer Sekretariat: Stefanie Zweifel (Leitung), Imelda Catovic Simone, Nicolette Trindler Honorarwesen: Verena Hochstrasser Kommunikation & Medien-Koordination: Eveline Zollinger (Leitung), Alina Bühler Verlag: Rolf Hauser (Leitung), Margrit von Holzen verlag@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 70, Fax: 058 577 13 71

Werbemarkt: Thomas Brügger (Leitung) Anzeigen: Gian Berger, Simon Djoni, Yves Golaz, Andreas Hess anzeigen@migrosmagazin.ch Telefon: 058 577 13 80 Fax: 058 577 13 72 Innendienst: Tom Ballaman (Leitung), Dominique Brunner, Michael Glarner, Janine Meyer, Jasmine Steinmann Lesermarkt: Nicole Thalmann (Leitung), Marianne Hermann ­ edia-Services: Patrick Rohner M (Leitung), Tabea Burri, Laetitia Dürst, Abonnemente: Sonja Frick (Leitung), Sibylle Cecere abo@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 00, Fax: 058 577 13 01

Druck: DZB Druckzentrum Bern AG


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110  MM51, 18.12.2017 | LEBEN

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Meine Welt

«Jeden Morgen um sieben besteige ich zwei Mal beide Türme»

Pfarrerin Caroline Schröder Field erklimmt gern luftige Höhen: beim Morgentraining im Basler Münster genauso wie beim Wandern in den Alpen. Nebst den Schweizer Bergen liebt die gebürtige Deutsche das Predigen – und ihre Familie. Text: Dinah Leuenberger Bilder: Kostas Maros


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1 Mein Arbeitsort «Ich freue mich auf die offene Feier an Heiligabend: Im Münstersaal feiere ich mit meiner Familie und etwa 80 weiteren Menschen.» 2 Meine Fitness «Jeden Morgen um sieben Uhr steige ich zwei Mal auf beide Münstertürme. Die Stufen zähle ich nicht. Ich nutze die Zeit, um zu beten, nachzudenken oder im Geist eine Predigt zu verfassen.» 3 Meine Familie «Mein Mann David (54) und unsere beiden Söhne Carlo (18) und Ernst (15) sind mein Lebensmittelpunkt. Hund Filippo (10) ist der gute Geist.»

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Name Caroline Schröder Field (51) Lebenslauf «Ich bin in Bonn aufgewachsen. Zuerst habe ich Pharmazie studiert, aber bereits nach einer Woche wieder aufgehört und mich für Theologie entschieden, weil dies meinen Interessen viel eher entsprach. Auch heute noch ist für mich der Weg zum Glauben ein Weg übers Denken. Bei einem Auslandsemester an der Princeton-Universität in den USA habe ich David, einen Südafrikaner, kennengelernt. Vor zwölf Jahren sind wir in die Schweiz gekommen, zuerst nach Winterthur, dann, 2011, nach Basel. Hier gefällt es uns sehr. Ich bin die Hauptverdienerin der Familie, heute gibt es in meinem Beruf fast gleich viele Frauen wie Männer. Ich bin auch Seelsorgerin, und das Predigen mag ich besonders in meinem Job.» 6

4 Meine Teetasse «Ich trinke Tag und Nacht Tee, am liebsten Schwarztee mit Zitronensaft, Zucker und Ingwer. Vor elf Jahren hat mir David diese Tasse geschenkt, die er auf einer Geschäftsreise extra für mich anfertigen liess.»

Mein Lieblingsprodukt «Da mein Mann den Haushalt erledigt, kauft er auch ein und kocht. Mein Lieblingsprodukt ist der Käse Creamy Blue von Castello.»

5 Meine Wanderschuhe «Als wir in die Schweiz kamen, habe ich die Berge entdeckt, zuerst zum Wandern im Sommer. Die Jungs kommen mit und finden es – nach anfänglichen Bedenken – dann meistens toll. Inzwischen liebe ich die Berge auch im Winter. Wir haben hier alle das Skifahren erlernt.» 4 Mein Akkordeon «Meine lebenslange Utopie. Als Kind nahm ich Unterricht. Hier in Basel waren Sohn Ernst und ich für eine Weile in einer Fasnachtsclique, in der wir Piccolo lernten. Heute beherrsche ich weder das eine noch das andere richtig – das ist eigentlich traurig.»  MM


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