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Migros-Magazin-47-2019-d-AA

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migrosmagazin.ch | MM47, 18.11.2019

Konjunktur

Weshalb die Wirtschaft schwächelt und wie die Schweiz sich wappnet Seite 66

Mission Cheops: Zwei Schweizer erobern das All

Zukunft

Schüler schnuppern am Berufsalltag bei der Migros Seite 62

Seite 20

Unser Weihnachtsmädchen

Wie Zazie die beste Freundin von Migros-Eule Mimi wurde

Bild: Jorma Müller

Seite 12

Neu im Kino: Hape Kerkelings Gespür für Schneemänner S. 28


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6 | 18.11.2019 | MEINE MIGROS

Gute-Laune-Kunst Ab 30. November zeigt das ­Migros-Museum in Zürich Werke der holländischen Künstlerin Lily van der Stokker. Sie ist ­bekannt für ihre farbenfrohen, ­verspielten und humorvollen Wandmale­reien. Diese Ausstellung macht gute ­Laune an trüben Wintertagen.  migrosmuseum.ch

?

Wenn ich Guetzli backe, verwende ich oft Mailänderliteig von Anna’s Best. Wie könnte ich den Rest ver­ werten, wenn ich nicht den ganzen Teig aufbrauche? Die Teigreste ­können Sie zum Beispiel dünn aus­ wallen und daraus den Boden für eine Wähe machen. Haben Sie eine Frage? Kontaktieren Sie uns! M-Infoline, der Kundendienst der Migros, ist ­erreichbar unter Tel. 0800 84 0848 oder migros.ch/­ kundendienst

Kinder bei den Migros-Profis Am Zukunftstag, dem 14. November, öffneten ­Migros-Unternehmen ihre Türen für die Töchter und Söhne der Mitarbei­tenden: Im Foto wird ein Kindertrio durch die P ­ roduktionshallen der M ­ idor in Meilen ZH ­geführt: Dieser Traditions­ betrieb stellt die Glaces, ­Biskuits, Snacks und ­Fasnachtschüechli der Migros her.

13 500

Eisenbahnschwellen sind im Rahmen der Sanierung der Ferrovia M ­ onte Generoso zu ersetzen, die in diesem November ­ beginnt. Die einzige Zahnradbahn im Tessin wird vom Migros-Kulturprozent finanziert.


MEINE MIGROS | 18.11.2019 | 7

Süsses Hotelzimmer

Bilder: Cyrill Krähenbühl, Getty Images, zVg

Im Hotel Säntispark in ­ btwil gibt es jetzt ein HotelA zimmer, das ganz den süssen Köstlichkeiten des Migros-­ Unternehmens Chocolat Frey gewidmet ist. Zum ­Mobiliar gehören Sitzmöbel, die wie XXL-Schokoriegel aus­sehen. Gestaltet wurde der Raum von Carmen Fust und Luana Baumgartner, zwei Migros-Lernenden im ­­ Bereich Polydesign.

Sirup im Porträt Leser Estevao Peroza aus Schlieren ZH hat sein Lieblingsprodukt aus der Migros mit Acrylfarbe auf der Leinwand verewigt: Den Sirup mit Pink Grapefruit hat er perfekt getroffen. Schicken auch Sie Ihr Migros-Bild. W ­ ird d ­ as Foto abgedruckt, gewinnen Sie einen Einkaufsgutschein im Wert von 50 Franken. Teilnahme: www.migmag.ch/blickfang


8 | 18.11.2019 | AUGENBLICK

16:39 Uhr

Migros-Moment in Neuendorf SO Bundesrätin Simonetta

Sommaruga lässt sich im grössten Logistikzentrum der Schweiz einen mit Wasserstoff betriebenen LKW zeigen, den die Migros Ende 2020 in Genf einsetzen wird. Die Aufnahme entstand am 7. November 2019.


Bild: Severin Novacki

AUGENBLICK | 18.11.2019 | 9


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INHALT | 18.11.2019 | 11

V ERLOSU

INHALT

NG

ts für 36 × 2 Ticke Ice» n «Disney o

12  Weihnachten im August Ein Besuch am Set für den neuen Migros-Werbespot

azin.ch/­ migrosmag be er ew tb wet

19 Eulen-Muffins 20  Von der Schule ins All Mit 3000 Kinderzeichnungen in die Umlaufbahn

Beilage

33

28 Seiten Tipps und Rezepte, wie man mit Deko und Kulinarik in der Adventszeit ­brilliert.

34  Eggiwil, Switzerland Eine Amerikanerin sucht im Emmental nach ihren Wurzeln 41  Polpette alla Luana 45 Wissensbissen 61  1, 2 oder 3?

Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des­Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch

Herausgeber Migros-Genossenschafts-Bund Chefredaktion Franz Ermel (Ltg.), Steve Gaspoz, Rüdi Steiner Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 550 818 Ex. (WEMF 2019) Leserschaft: 2 291 000 (WEMF, MACH Basic 2019-2) Abonnemente: abo@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 00

Bilder: zVg

Ausführliches Impressum unter ­migrosmagazin.ch/impressum

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27  Bänz Friedli 28  Die Stimme aus dem Eis Der Komiker Hape Kerkeling spricht in «Die Eiskönigin 2» den Schneemann Olaf

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24  Kälte ist keine Ausrede Heisse Tipps, damit beim ­Joggen im Winter nicht nur die Nase läuft

62  Kinder in Orange Schnuppern bei der Migros

20

Die Schweiz startet durch: Für die Entdeckung von Exoplaneten gab es einen Nobelpreis, jetzt sucht ein Satellit nach ­bewohnbaren Himmelskörpern.

66  Alles kommt gut Die Schweiz sei gut gerüstet für die Zukunft, sagt der ­Historiker Tobias Straumann 73 Wasserwelten Südseeträume im Hallenbad 74  Mein Hobby 77  Stadt, Land, Stutz 78 Sodbrennen

81  Ihre Region

Aktionen, Reportagen, News

95  Rätsel und Spiele 100  Meine Welt Samirs Kosmos


12 | 18.11.2019 | WEIHNACHTSSPOT

Der Spot Ein Mädchen kauft mit seinem Vater einen Weihnachtsbaum in der Migros. Zu Hause ent­ decken sie, dass sich im Geäst e ­ ine kleine Eule versteckt hat. Und es gibt ein Problem: Das Tierchen hat seine Eltern verloren und kann nicht ­fliegen. So übt das Mäd­ chen mit der Eule das Fliegen. Kurz vor Heilig­ abend ist es so weit: Der Schützling fl ­ attert davon. Traurig sitzt die Kleine beim Weihnachtsessen, als sie von draussen ein ­Rufen hört: Es sind die ­ Eule und ihre E ­ ltern, die sich bei ihr bedanken.

Heiligabend im August Im neuen Weihnachtsspot der Migros erwärmt die Freundschaft zwischen einem Mädchen und einer kleinen Eule die Herzen. Hinter dem Film stecken eine monatelange Vorbereitung und intensive Drehtage. Das Migros-Magazin war auf dem Set dabei – nur die kleine Eule war nirgendwo zu sehen. Text: Lisa Stutz  Bilder: Jorma Müller


WEIHNACHTSSPOT | 18.11.2019 | 13

L

angsam wird es dunkel in ­Vilnius. Die Menschen ­schlendern in T-Shirts durch die Hauptstadt von Litauen. Der Augusttag war warm, fast heiss. Doch wer in die Gedimino-Strasse einbiegt, sieht da Schnee liegen. Der Boden, die Bäume, die Balkon­ geländer, überall ein weisser Flaum. Zwischen den Gebäuden hängen Lichterketten. Und an der Ecke steht ein Marronistand. Um den Winterzauber herum ist rotes Absperrband gespannt. Davor drängen sich Passanten und beobachten das Gewusel im abgesperrten ­Bereich: Männer und Frauen mit ­Kameras und Funkgeräten, Paare und Kinder mit Schals und Wintermänteln. Ein Passant schafft es bis an die Absperrung und tippt einem Kameramann auf die Schulter: «Was wird hier gedreht?» – «Ein Werbespot. Für die Migros in der Schweiz.» Migros? Das sagt dem Passanten nichts. Spannend ist die Szene allemal. «Und Action!», ruft der Regisseur. Musik erschallt in der Gedimino-Strasse. Die sanften Klänge begleiten eine Szene, in der ein braunhaariges Mädchen mit ihrem Vater zu einem Laden an der Ecke stapft. Davor stehen Christbäume. Die beiden suchen fröhlich einen aus – der Rest ist Geschichte. Jedes Kind weiss mittlerweile, dass Vater und Tochter nicht nur einen Baum, sondern darin versteckt ver­ sehentlich auch eine kleine Eule mit nach Hause nehmen. Seit dem 8. November läuft der neue Weihnachtsfilm der Migros auf allen Kanälen.

Schön und stolz: eine Eule am Filmset in Litauen

Entstanden ist die Idee genau 1433 Kilometer entfernt von der Gedimino-­Strasse, nämlich an der Uetliberg­strasse 132 in Zürich, dem Sitz der Werbeagentur Wirz. Schon jahrelang macht die Agentur die Weihnachtswerbung für die Migros, auch der Wichtel Finn stammt aus ihrem Haus. Seit vergangenem Februar ­waren mehrere Teams damit beschäftigt, sich für die Weihnachtskam­pagne 2019 etwas Neues zu überlegen. Aufhören, wenns am schönsten ist

Warum denn etwas Neues? Schliesslich waren die beiden Finn-­Filme ­Erfolge. «Finns G ­ eschichte endete letztes Jahr mit ­einem Happy End. Wir hören auf, wenn es am schönsten ist», sagt Livio Dainese, Co-CEO der Werbeagentur und Finn-Schöpfer. Er sitzt auf ­seinem Bürostuhl und spielt mit dem Münz in seinem Hosensack. «Man hätte eine Fortsetzung machen ­können, dann hätte Finn vielleicht Kinder bekommen. Aber ich finde es richtig, dass die Migros einen Schritt weitergegangen ist.» Hin zu einer putzigen Eule namens Mimi. Die Idee sei aus dem Team gekommen, sagt Dainese. Bei guten Ideen sei es so, dass am Schluss jeder das Gefühl hat, als hätte er sie gehabt. «Das ist wirklich so, es ist immer ein Ping-

pong.» Agenturintern wurden rund 50 Geschichten ausgearbeitet. Eine Auswahl wurde der Migros präsentiert; die im Baum versteckte Eule konnte sich klar durchsetzen. Am 27. August ist erster Drehtag in Vilnius. Die Hauptstadt von Litauen empfiehlt sich aus mehreren Gründen als Kulisse für den Weihnachtsfilm: Die von Wirz beauftragte Zürcher Produktionsfirma Pumpkin hat gute Erfahrungen mit Serviceproduktionen vor Ort gemacht. Die Infrastruktur ist auf dem neuesten Stand, die ­Crews sind Vollprofis und die Kosten konkurrenzfähig. Das ­ganze Projekt ist trotzdem «Swiss made», denn den Hauptteil der Arbeit erle­digen Migros-­ Teams, Wirz und Pumpkin in der Schweiz. Nicht zu vernachlässigen ist ein weiterer Aspekt: die für die Produktion von Werbespots wichtige Geheimhaltung, lässt sich in der Ferne leichter durchsetzen als in der Schweiz. Verschneiter Wintertag

Schauplatz am ersten Drehtag ist ein Haus in der Vorstadt von Vilnius. Ein ganz normales Einfamilienhäuschen mit Garage, wie es auch in der Schweiz stehen könnte. Ungewöhnlich nur, dass Männer mit Mundschutz, ­kurzen Hosen und engen T-Shirts auf dem Dach stehen. Sie halten einen langen grünen Schlauch, aus dem in hohem Bogen Kunstschnee spritzt. Er besteht aus reiner Zellulose und ist biologisch abbaubar. Die Männer schwitzen, sie rufen sich Anweisungen zu. Etwa die Hälfte des Dachs ist beschneit, als plötzlich der Schneefall

Blick hinter die Kulissen Schneepistole und Co.

Klappe, die erste: Vor dem Dreh jeder Szene wird die ­Filmklappe mit der Aufschrift ­«Migros X-Mas» vor die Kamera ­gehalten.

Für Winterfeeling ­mitten im Sommer sorgt die Schneepistole, die von bis zu drei Männern gehalten werden muss. Innert kurzer Zeit ist der Vorgarten eingeschneit.


WEIHNACHTSSPOT | 18.11.2019 | 15

versiegt. Nur noch ein weisser Hauch weht aus dem Schlauch. Einer der Männer klopft fest darauf, einmal, zweimal, dann strömt der Schnee wieder raus. Bald ist das ganze Dach ­bedeckt, als herrschte tiefster Winter. Heute wird nur von aussen und in der Garage gefilmt. Die Innenszenen werden in einem anderen Haus ­gedreht, das sich dafür besser eignet. Im fertigen Spot wird man davon nichts merken. Die Häuser gehören Privatpersonen, die ihr Heim gegen Bezahlung zur Verfügung stellen. Die Garage wurde vom Filmteam komplett ausgeräumt, neu gestrichen, und neu eingeräumt. Sie sieht chaotisch aus – gewollt: Jeder Skischuh, jede Christbaumkugel wurde einzeln platziert und künstlich eingestaubt. Zazie hat schon Eulenerfahrung

Die Hauptdarstellerin Zazie lebt in London, ist zehn Jahre alt und geht in die 6. Klasse. Sie schauspielert seit sechs Jahren. Wenn sie gross ist, ­möchte sie Schauspielerin, Autorin oder Anwältin werden. Sie freut sich auf Weihnachten. Vor allem wegen der ­vielen Süssigkeiten, die sie dann essen darf – Schweizer Schokolade mag sie zum Beispiel sehr. Zum Fest wünscht Zazie sich eine eigene SIM-Karte fürs Handy und Playmobil-Spielsachen.

Mimis Eltern, die in der Schlussszene des Films zu sehen sind, sind im Gegensatz zu Mimi «in echt» am Set. Die beiden Eulen wurden für Filmzwecke trainiert.

Etwa ein Dutzend Leute steht in der kleinen Garage, bevor die erste Szene gedreht wird: Das Mädchen übt mit der Eule Fliegen. Zazie heisst die Zehnjährige, die in Winterkleidung bereitsteht. Sie lebt mit ihrer Familie in London und schauspielert, seit sie vier Jahre alt ist. «Es macht mir einfach Spass», sagt sie und grinst. Auch das Warten am Set stört sie nicht. Zazie ist mit ihrer Mutter Claudia aus England angereist und hat keine Berührungsängste wegen der vielen Erwachsenen um sie herum: hier ein Spässchen, da ein High-Five. Erfahrungen mit Eulen hat sie schon, wenn auch privater ­Natur: «Erzähl, was uns in Spanien passiert ist!», sagt die Mutter. «Oh ja», Zazies Augen werden gross, «wir waren mit meinen Grosseltern dort, und dann ist eine Eule ins Haus geflogen. Wir haben versucht, sie hinauszuscheuchen, aber sie ist zurückgekommen. Also habe ich sie in mein Jäckchen gewickelt hinausgebracht.» Sie überlegt: «Eigentlich unheimlich, dass mir genau das schon passiert ist.»

Schauspielerin Zazie hält ein gestopftes Stoffteil in der Hand – es ist giftgrün und gepunktet und stellt den Platzhalter für die Babyeule, die im Nachhinein ­digital ins Bild ein­ gefügt wird.

Während vor der Garage g­ edreht wird, sitzen «Client & Agency», also Kunde und Agentur, wie die Leute von Migros und Wirz genannt werden, in der Küche vor Bildschirmen. Sie sehen jede ­Szene und geben ihr Okay oder haben Änderungswünsche. Unten gibt der Regisseur mit lauter Stimme Anweisungen. Zazie stapft wieder und wieder durch den Kunst­schnee vor der Garage, bis die Szene im Kasten ist. Auf der flachen Hand hält sie ein giftgrünes gestopftes Stoffteil mit blauen Punkten – es ist der Platzhalter für die Eule. Die ­animierte Mimi wird erst in der Postproduktion digital in die Szenen ­eingefügt werden. Echte Eulen gehorchen nicht

«Echten Eulen kann man leider nicht so leicht Regieanweisungen geben», sagt Mario Maruska lachend. Er und sein Kollege Jan Tvilling von der ­Firma BaconX in Kopenhagen sind für die Animation verantwortlich. Die beiden Dänen haben gerade Pause. Sie sind stets im Duo anzutreffen und spielen eine wichtige Rolle beim Dreh. Vor jeder Aufnahme halten sie einen silbernen Ball und eine Farbkarte vor die Kamera und evaluieren die Lichtverhältnisse und Reflexionen. Während der Aufnahme ist das grüne Stoff­ teil unerlässlich, damit die Eule später digital ins Bild montiert w ­ erden kann. Der Schauspielerin hilft das Teilchen, an den richtigen Ort zu blicken. Grün muss der Stoff sein, d ­ amit er s­ päter ohne Probleme aus dem Bild zu entfernen ist. Und dank der blauen Punkte wird sich die Eule in die richtige Richtung ­bewegen. Nach dem Dreh wird ein Team von 15 Leuten zwei Monate lang an der Eule arbeiten, jede Feder einzeln gestalten, jede Bewegung animieren. Ziel sei es, eine süsse B ­ abyeule zu ­kreieren, in die sich alle verlieben. Zwei echte Eulen tauchen dann doch noch am Set auf. Es ist dunkel,

Weihnachtsessen im engsten Kreis? Nicht wirklich. ­Regisseur Martin Werner gibt den Schauspielern ­Anweisungen zum Fondue-Chinoise-­ Essen.


16 | 18.11.2019 | WEIHNACHTSSPOT

als die Schlussszene gedreht wird, in der Mimi vereint mit ihren Eltern auf dem Verandageländer sitzt. Es würde einen enormen Mehraufwand bedeu­ ten, weitere Eulen zu animieren. Des­ halb werden für diese Szene Tiere ein­ gesetzt, die extra für Filmzwecke ­trainiert sind. Ruhig warten die Vögel auf den Armen ihrer Besitzer. Als die Kamera läuft, behält Mario recht: E ­ chte Eulen tun sich schwer mit Regieanwei­ sungen. Wenn sie nicht mehr wollen, flattern sie kurzerhand vom Geländer. Die Kameraleute sind Profis, langsam nähern sie sich den Tieren, bis sie per­ fekte Bilder haben. Leise rieselt Kunst­ schnee durch die Som­mer­luft, für ei­ nen Moment herrscht absolute Stille. Nächster Drehtag, nächstes Haus. ­Obwohl es bereits 13 Uhr ist, grüsst man sich mit «Guten Morgen». Am Set herrscht ein anderes Zeitgefühl. Das Mittagessen ist für 17 Uhr ange­ setzt, Drehschluss ist 23.30 Uhr. Im

Wohnzimmer des Hauses steht ein ­geschmückter Tannenbaum neben ­einem schwarzen Flügel. Wieder ­wuseln viele Menschen im Raum her­ um, alle wissen genau, was sie zu tun haben. Die Luft ist schwer, im einfal­ lenden Licht tanzen Staubkörner. Mit Besen gegen die imaginäre Eule

Die erste Szene wird gedreht. Es ra­ schelt im Baum, und der Vater – im wahren ­Leben heisst er Gerard – ver­ sucht, die imaginäre Eule mit einem Besen zu verscheuchen. Draussen sit­ zen ­«Client & Agency» in einem Zelt und schauen sich die Szene auf den Bildschirmen an; sie sind zufrieden mit Gerards Darbietung. Im Garten hinter dem Zelt werden ­Bäume, ­Wiese und Sitzplatz beschneit. Mittagessen. Am Buffet unter ­einem Pavillon in der Hauseinfahrt stehen Reis mit Schweinefleisch, ­Penne, Kartoffelstock, Suppe und

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WEIHNACHTSSPOT | 18.11.2019 | 17

Die Gedimino-­ Strasse in ­Vilnius wurde für den Migros-­Dreh abgesperrt.

­ uchen bereit. Die Crew sitzt an lanK gen Holzbänken. Der Regisseur sitzt allein an einem Tischende und geht am Laptop Bilder durch. Martin ­Werner heisst der glatzköpfige Mann. Er ist eine Koryphäe auf seinem Gebiet. Der Däne hat schon Werbefilme für Mercedes-Benz, Lufthansa und Ikea gedreht. Wenn er lacht, bilden sich viele Fältchen um seine Augen. Martin Werner ist immer mit ganzem Herzen dabei. Wenn er laut wird, will er motivieren – und es gelingt. «Der Dreh übertrifft alle Erwartungen», hält er fest. Er ist sehr zufrieden mit der Leistung der Schauspielerinnen und Schauspieler – vor allem Zazie gefällt ihm. «Sie ist sehr besonnen, interessiert und die Kamera liebt sie, sie ist ein Superstar!» Sie sei nicht das typische süsse Mädchen, sondern habe eine gewisse Nüchternheit. An der Story mag er, dass sie gleichzeitig über­raschend und zeitlos ist. Eine

Freundschaft zwischen e­ inem Kind und e­ inem Tier sei etwas, zu dem alle Menschen e­ inen Bezug haben. Sich mal nicht um sich selbst kümmern

Und was sollen die Leute in der Schweiz fühlen, wenn sie den Film sehen? «Sie sollen berührt sein von der Idee, etwas z­ urückzugeben und sich um ­jemand anderen, als sich selbst zu kümmern.» Die Lachfältchen um Martin Werners Augen z­ eigen sich. Er ge­niesst den s­ ozialen Aspekt des Filmemachens. Rund um ihn herum essen Kameraleute neben Stylistinnen, ­Zazie scherzt mit ihrem Film­ vater Gerard, an der Kaffee­maschine unterhalten sich die Eulenschöpfer Mario und Jan angeregt. Alle sind ­gestärkt für Heiligabend. Im Wohnzimmer des Hauses laufen die letzten Vorbereitungen. Die ­Stylistin kämmt Grossvaters Haare durch, Mutter untersucht die Fondue­­

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gabeln. Auch Zazie begutachtet den reich gedeckten Tisch: Saucen, Salat, Gewürze, Kartoffeln stehen b ­ ereit. ­Zazie trägt die Haare zu Zöpfen geflochten und ist festlich ­gekleidet mit rotem Jupe und weisser Bluse. Kerzen brennen auf dem Tisch. Die Vorhänge sind halb zugezogen, draussen tanzen weisse Flocken. M ­ artin Werner versammelt die Crew um sich und instruiert die Schau­spieler: «Ihr seid fröhlich, es ist Heiligabend!» Die sechsköpfige Familie setzt sich an den Tisch und wartet geduldig, bis alle bereit sind. «Uuund Action!», ruft Martin Werner. Die Kameras laufen, die Schauspieler spielen ihre Rollen. Aus der Stereo­anlage erklingt «Stille Nacht, heilige Nacht». Man sieht die Familie schwatzen, lachen und essen. Plötzlich horcht ­Zazie auf. Mit bedächtigen Schritten geht sie aufs Fenster zu – der Rest ist Geschichte. MM


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GENUSS | 18.11.2019 | 19

Süsse Mini-Mimis

Vanille-Muffins aus einer Backmischung werden mit Cremebiskuits und Smarties schnell und einfach zu süssen Vögeln. Rezept: Katrin Klaus

Bild: MGB Fotostudio; Styling: Salome Schwitter

Smarties Die bunten Schokolinsen eignen sich nicht nur für Eulenaugen und -nasen. Beim Backen mit Kindern sind Smarties immer ein Garant für farbige Guetzli.

Biskuits mit Cremefüllung Für ein Auge wird ­lediglich ein Biskuit plus die Füllung ­benötigt. Das zweite darf genascht werden.

Eier & Butter Dank der Backmischung braucht es für die ­Muffins nur noch Eier, Butter und Wasser.

Guetzli verzieren Neun clevere Ideen auf migusto.ch/ weihnachtsguetzli

Eulen-Muffins Zutaten für 8 Stück 1 Pack Muffins-Backmischung Vanille 2 Eier 50 g Butter 16 Biskuits mit Vanille-Cremefüllung 16 blaue Smarties 8 gelbe Smarties

Zubereitung

Backofen auf 170 °C vorheizen. Muffins gemäss Anleitung auf der Verpackung mit Butter, E ­ iern und Wasser zubereiten und backen. Aus dem Ofen nehmen und auskühlen lassen. Von den Biskuits mit einem Messer sorgfältig jeweils das obere wegschneiden, sodass das untere mit der Füllung intakt bleibt. Jeweils eine blaue Smarties-Linse als Auge in die Cremefüllung drücken. Die der Muffins-Backmischung beigelegte Fettglasur gemäss Angaben vorbereiten. Jeweils einen

Muffin damit bestreichen. Sofort zwei vorbereitete Biskuits auf den Muffin kleben und dazwischen ein gelbes Smarties auf­ gestellt als Schnabel in die Glasur drücken. Alle Muffins so fertigstellen und trocknen lassen. TIPPS • Statt der Fertigmischung das ­persönliche Lieblingsrezept für Muffins verwenden und ­ diese vor dem Verzieren mit Schokoladeglasur bestreichen. • Backoblaten für andere Muffins oder Guetzli aufbewahren.

Zubereitung ca. 30 Minuten  Einsteiger + ca. 15 Minuten backen + auskühlen und trocknen lassen Preis: günstig

Pro Stück ca. 6 g Eiweiss, 19 g Fett, 33 g Kohlenhydrate, 1350 kJ/330 kcal


20 | 18.11.2019 | WELTRAUM

Die Schweiz hebt ab

Mitte Dezember wird die Schweiz erstmals in der Geschichte einen Forschungssatelliten ins All schicken. Gründerväter der Mission Cheops sind der Astronom Willy Benz und der frischgebackene Physik-Nobelpreisträger Didier Queloz. Text: Pierre Wuthrich  Bilder: Matthieu Spohn, François Wavre

Bilder: Keystone,/DR

B

ern schreibt Geschichte – nicht in der Politik, sondern in der Raumfahrt: Die Schweiz schickt den ersten Forschungssatelliten ins Weltall. «Wir arbeiten mit zehn ­anderen Ländern und der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) zusam­ men», sagt Willy Benz, Professor f­ ür ­Astrophysik an der Universität Bern, ­Direktor des nationalen Forschungs­ schwerpunkts PlanetS und Verantwort­ licher der historischen Mission. Die Idee zur Mission Cheops (aus: «CHaracterising ExOPlanet Satellite») entstand vor zehn Jahren, als Resultat der engen Zusammenarbeit zwischen Willy Benz und Didier Queloz, seit Kur­ zem Nobelpreisträger für Physik (siehe Interview Seite 22). Ziel der Mission: mehr herauszufinden über die Zusam­ mensetzung der sogenannten Exoplane­ ten, der Himmelskörper, die ausserhalb unseres Sonnensystems liegen, aber um ­einen Stern kreisen (siehe auch Seite 23). «Wenn ein Planet an einem Stern vorbei­ zieht, können wir anhand der sich ver­ ändernden Lichtverhältnisse den ­Radius

des Planeten berechnen», erklärt Willy Benz. Die entsprechenden Daten soll der Satellit zur Erde senden. Setzt man diese Angaben in Bezug zur Masse eines Pla­ neten – per Teleskop von der Erde aus gemessen –, lässt sich die mittlere Dichte des Gestirns berechnen. «So können wir die physikalische und chemische Zusam­ mensetzung eines Planeten charakte­ risieren», sagt der Astronom. Man kann also bestimmen, ob der Planet aus Gas oder aus einer festen Substanz besteht, ob er eine Atmosphäre hat und ob es grössere Wasservorkommen gibt. Die Schweiz ist federführend

Lässt sich damit auch ein Beweis für ­ausserirdisches Leben erbringen? «Das ist nicht das Ziel der Mission», betont Willy Benz. «Wir können jedoch einige der besten Kandidaten identifizieren, die mittels künftiger Instrumente unter­ sucht werden können – und Antworten auf die Frage liefern, die der Menschheit seit Jahrtausenden keine Ruhe lässt­.» Cheops wird Mitte Dezember von Kourou in Französisch-Guayana starten.

Alles stehe bereit, sagt Benz. Alles sei eingehalten worden­­, sowohl der Zeitplan als auch das Budget über etwa 100 Millio­ nen Euro, wovon 33 Millionen zulasten der Schweiz gehen. Trotzdem ist Willy Benz angespannt. «Mir wird flau im ­Magen sein, wenn die Sojus-Rakete mit dem Satelliten aufsteigen wird.» Die Unruhe ist eigentlich unbegrün­ det: Seit Projektbeginn laufen intensive Vorbereitungen und Tests, die jegliche Fehlfunktion ausschliessen sollen. «Wir haben in Bern einen Reinraum einge­ richtet, in dem wir die Bedingungen im All nachbilden können», sagt Willy Benz. Zudem wurde der Satellit bei Ruag Space in Zürich den gleichen Vibrationen ­ausgesetzt, die er beim Start aushalten muss. «Wir wollen sicher sein, dass zum Beispiel die Teleskoplinsen perfekt aus­ gerichtet bleiben.» Auch Zwischenfälle will man ausschliessen können. Was zum Beispiel, wenn der Deckel des ­Satelliten sich nicht öffnet? Willy Benz kann bei dem Projekt be­ ruhigt auf Schweizer Know-how zurück­ greifen. «Der Schweiz ist es gelungen,


WELTRAUM | 18.11.2019 | 21

«Dank der Mission können wir unser Wissen über die Menschheit erweitern.» Willy Benz

einzigartige Nischen zu entwickeln. So spielt die Schweizer Industrie eine ­führende Rolle bei der ­Herstellung von Atomuhren oder von Raketenspitzen, die sogar die Nasa bei uns kauft.» Auch was das Netz der hiesigen Universitäten und Fachhochschulen betrifft, nimmt die Schweiz in der Weltraumforschung eine Spitzenposition ein. Den ersten Exo­ planeten beispielsweise haben zwei Wis­ senschaftler von der Uni Genf entdeckt, und das vor den Augen der USA. Astrophysik im Dienst der Gesellschaft

Kopf der CheopsMission: Willy Benz, Professor für Astrophysik an der Uni­versität Bern

Die Mission ist auf dreieinhalb Jahre ­angelegt. Wenn die elektronischen ­In­strumente der ­kosmischen Strahlung standhalten, können fünf Jahre daraus werden. Danach muss der Satellit herun­ tergeholt werden, damit er den Welt­ raum nicht verschmutzt. ­Cheops wird mit einem kleinen Motor in die Atmo­ sphäre zurück befördert. Beim Wieder­ eintritt wird der Satellit verglühen. Das investierte Geld hingegen löst sich nicht in Luft auf. «Dank der Mission können wir unser Wissen über die

Menschheit erweitern. Die Erde ist ­ 4,5 Milliarden Jahre alt; vergleichen ­ wir sie mit älteren oder jüngeren Exo­ planeten, verstehen wir besser, wie die Erde entstanden ist und wie sie sich ­entwickeln wird.» Wenn man etwas Geliebtes beschützen wolle, müsse man wissen, wie es funktioniert, sagt er. Von den Fortschritten der Astro­ physik profitiert die Gesellschaft ganz konkret im Alltag. So ist es der Welt­ raumforschung zu verdanken, dass wir GPS in unseren Smartphones nutzen können. Auch die Krebsforschung pro­ fitiert. Eine Technik, die Leben aus der Ferne aufspüren könnte, wird nun auch auf die Möglichkeit getestet, Krebszellen im Hirn nachzuweisen. Zwar wurde bisher kein ausserir­ disches Leben nachgewiesen, aber die Weltraumforschung kann vielleicht ­Leben auf der Erde retten. Grund genug für die Wissenschaftler, mit beiden ­Beinen auf der Erde zu bleiben. Seite 22: Interview mit Nobelpreisträger Didier Queloz


22 | 18.11.2019 | WELTRAUM

Die Mission in Zahlen

11

Nationen nehmen an der Cheops-Mission teil. Geleitet wird sie von einem Schweizer Team um Willy Benz, Astrophysiker an der Universität Bern.

280

Kilo wiegt der Satellit Cheops. Alleine das Teleskop ist 60 Kilogramm schwer.

700

Kilometer beträgt die Distanz zwischen der Erde und der Umlaufbahn, auf der der Satellit kreisen wird.

2748

Zeichnungen von Kindern aus der Schweiz und Europa wurden im Massstab 1:1000 auf zwei Titanplatten graviert, um sie ins Weltall zu schicken. Ziel der Aktion: das Interesse der Jugendlichen – besonders das der Mädchen – für die Weltraumforschung und die Naturwissenschaften wecken.

25 200

Kilometer pro Stunde beträgt die Maximalgeschwindigkeit der Rakete, die den Schweizer Satelliten ins All transportiert.

«Ich freue mich für die Schweiz» Der Physik-Nobelpreisträger Didier Queloz ist Professor an den Universitäten Genf und Cambridge und Mitglied des Cheops-Wissenschaftsteams.

S

ie zählen zum CheopsWissenschaftsteam. Welche Aufgabe hat es? Wir sind für die Ausfüh­ rung der Mission zuständig, das heisst, wir geben die Anweisun­ gen, die jede Woche via Antenne in Madrid zum Satelliten gesen­ det werden. Wir entscheiden bei­ spielsweise, welcher Exoplanet zuerst beobachtet werden soll. Wie sieht die Aufgabenteilung zwischen Ihnen und Ihrem ­Kollegen Willy Benz aus? Willy Benz ist in Bern nahe bei den Behörden. Deshalb ist er für die finanziellen und diploma­ tischen Aspekte der Mission zu­ ständig. Er hat die Verhandlun­ gen mit der Europäischen Raum­ fahrtbehörde (ESA) geführt und den Bau des Satelliten über­ wacht. Da wir in Genf über lang­ jährige Erfahrung in der Daten­ analyse rund um Exoplaneten verfügen, war es logisch, dass wir uns auch um diesen Aspekt kümmern würden. Was bedeutet Ihnen die Mission? Es ist eine besondere Mission für mich. Mein Kollege, Professor Andrew Cameron von der Uni­ versität Saint Andrews in Schott­ land, und ich hatten die Idee vor zehn Jahren – auf einer Skipiste. Ich unterbreitete den Vorschlag danach Willy Benz, der sofort ­dabei war. Heute bin ich sehr ­erfreut darüber, dass die Schweiz in der obersten Weltraumliga mitspielt. Ich freue mich mit ­ der Schweizer Industrie und der Schweizer Wissenschaft, dass wir es schaffen, eine solche Mission auf die Beine zu stellen. Für die Cheops-Mission kam Ihr Nobelpreis etwas spät: Er hätte Ihnen die Arbeit vielleicht erleichtert. Ja, zu spät insofern, als Cheops schon seit einigen Wochen ­startbereit ist. Dennoch wird der Nobelpreis dem gesamten ­Fachgebiet enormen Nutzen bringen. Er ist ein Grund mehr, unser Vorhaben umzusetzen; ich glaube, dass meine Kollegen da­ durch noch mehr Gehör finden werden, wenn sie auf internatio­ naler Ebene zusätzliche Gelder beantragen.


WELTRAUM | 18.11.2019 | 23

Was bedeutet der Nobelpreis für Sie ganz persönlich? Ich stehe nun vor der Heraus­ forderung, mit meiner neuen Rolle als Nobelpreisträger ­umzugehen. Diese Rolle wird ­ mir Forschungskapazitäten ­nehmen. Ich muss eine neue Richtung einschlagen und ­akzeptieren, dass ich einen Teil meiner Zeit von nun an darauf verwenden muss, als Botschafter der Astronomie und der Wissenschaft aufzutreten. Meine Auf­ gabe besteht darin, die Aus­ wirkungen dieser Auszeichnung allen zugutekommen zu lassen. Dann stellt der Preis eher eine Belastung für Sie dar? Nein, ich freue mich sehr über die Auszeichnung und die neue Aufgabe. Die Wissenschaft ist ­ ein langes Band, das uns alle

«Die CheopsMission und der Nobelpreis sind Geschenke an die kommenden Generationen.» Didier Queloz

verbindet. Von dem, was heute ­gemacht wird, wird man morgen profitieren. Die Cheops-Mission, der Nobelpreis – das sind Ge­ schenke für die nachfolgenden ­Generationen. Unsere Arbeit wird ihnen zugutekommen. MM

Was ist ein Exoplan­et? Exoplaneten sind ferne Him­ melskörper, die nicht wie die Erde um die Sonne kreisen, sondern um einen anderen Stern. Obwohl man seit Jahr­ hunderten von ihrer Existenz ausgeht, wurde der erste Exo­ planet erst 1995 gesichtet.

«51 Pegasi b» umkreist den Stern Helvetios, einen Zwil­ lingsstern der Sonne, der rund­ 50 Lichtjahre von der Erde ­entfernt liegt. Laut der «Enzyklopädie der extrasolaren Planeten» exis­ tieren 4115 Planeten, die sich in über 3000 Planetensystemen befinden. Im September ­haben Wissenschaftler Was­ serdunst auf einem Exoplane­ ten nachgewiesen; man kann also davon ausgehen, dass dort Leben möglich ist. Die Resultate müssen noch von der wissenschaftlichen Ge­ meinschaft bestätigt werden.

Entdeckt wurde er von den Genfer Forschern Michel Mayor und Didier Queloz ­ mit einem Teleskop, das in Frankreich steht. Der Him­ melskörper trägt den Namen 51 Pegasi b. Für ihr Verdienst sind beide mit dem dies­ jährigen Physik-Nobelpreis aus­gezeichnet worden.

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24 | 18.11.2019 | FITNESS

So joggen Sie gut durch den Winter Wer gerne joggt, um fit zu bleiben, kennt keine Winterpause. Sport- und Bewegungsexperte Georg Hasselmann* gibt Tipps für das Lauftraining in der kalten Jahreszeit.

So machts Spass Es ist kalt, dunkel und matschig draussen. Keine einladenden Bedingungen, um joggen zu gehen, geschweige denn, sich auf einen Wettkampf vorzubereiten. Jedoch gibt es einige Tricks, die der Motivation dienen. • Sich frühzeitig für einen Volkslauf an­ melden und den Termin als Zielsetzung immer wieder in Erinnerung rufen. • In der Gruppe laufen oder mit einem Trainingspartner, der das gleiche Ziel hat. • Die Mittagspause verlängern und bei ­Tageslicht joggen. Vorausgesetzt, die ­Sonne scheint, kommt man so automatisch auch zu einer Portion Vitamin D, und es ist weniger kalt als abends. • Wenn das Ziel Marathon heisst, gehört regelmässiges Laufen zur Routine. Nasskaltes Wetter ist keine Entschul­digung, darf aber dazu führen, dass das Training kürzer als üblich ausfällt oder auf dem Laufband in der Stube stattfindet. • An Winterlauf-Trainingswettkämpfen teilnehmen. • Wer sich in der kalten Jahreszeit total ­verausgabt, wird Mühe haben, die ­Motivation bis zum Sommer hochzu­halten. Daher empfiehlt es sich grundsätzlich, im Winter eher etwas weniger häufig und weniger intensiv zu joggen.

* Georg Hasselmann Sport- und Bewegungswissenschaftler MSc, Medbase Abtwil

Das brauchts Sehen und gesehen werden: Weil das Lauftraining nun öfter in der Dämmerung, im Nebel oder gar im Dunkeln stattfindet, sollte man sich schützen. • Eine Stirnlampe, um Bodenunebenheiten zu erkennen, Bekleidung in knalligen ­Farben sowie eine reflektierende Weste und leuchtende Accessoires wie ­ Arm- oder Stirnbänder sind im Winter un­verzichtbar. • Um sich gegen Kälte und Nässe zu wappnen, kleidet man sich nach dem sogenannten Zwiebelprinzip: mehrere dünne anstatt wenige dicke Schichten tragen. Mit einem zusätzlichen warmen Funk­ tionsshirt oder einer Überhose lässt sich das Outfit vom Herbst wintertauglich machen. Dazu braucht es eine Kappe und Handschuhe. • Meistens passt die Auswahl der Kleider, wenn man vor dem Trainingsstart noch leicht friert. • Wer überwiegend auf Schnee oder matschigen Waldwegen läuft, ist mit einem speziellen Winter- oder Traillaufschuh gut beraten. Diese Schuhe haben ein ­stärkeres Profil aus einem meist weicheren Gummi und sind wasserabweisend oder sogar wasserdicht.


FITNESS | 18.11.2019 | 25

Mitmachen

und ­Gratisstart für Volkslauf gewinnen

So gehts Wie sich das Training gestaltet, hängt davon ab, wie fit man ist und wann der Wettbewerb, dem die Vorbereitung dient, stattfindet.

• Ist der Start bereits im Frühling geplant, sollte man ein bis zwei Mal pro Woche ­einen Tempolauf oder eine Intervalleinheit einbauen. • Ist der Saisonhöhepunkt erst im Juli, bleibt nach dem Winter noch Zeit, um «Tempo­ härte» zu erlangen. Dann liegt der Schwer­ punkt im Winter auf dem Training der Grundlagenausdauer. Einmal pro Woche darf es trotzdem intensiv werden. • Es muss nicht immer Joggen sein: Ausdauer lässt sich auch mit Schwimmen, Velofahren auf dem Hometrainer oder Skilanglaufen trainieren. Spielerische Sportarten wie Bad­ minton oder Fussball eignen sich ebenfalls als Intervalltraining und können die Trainingswoche etwas auflockern. • Der Winter lässt sich überdies nutzen, um bisher vernachlässigte Aspekte zu verbes­ sern: Kraft- und Schnelligkeitstraining zum Beispiel mit Alpinskifahren, Kraft- und Koordinationstraining mit Skilanglauf. • Regeneration ist wichtig, daher mindes­ tens alle vier Wochen eine «Ruhewoche» dazwischenschalten. Das bedeutet nicht, dass man komplett die Füsse hochlegt, sondern dass man genauso oft trainiert, aber mit einer um 30 bis 40 Prozent reduzierten Belastung. Also zum Beispiel die Trainingseinheit von 60 auf 40 Minuten verkürzen oder anstelle von vier Intervallen à vier Minuten nur drei Intervalle à vier ­Minuten absolvieren.

Brauchen Sie einen ­Motivationsschub? Dann melden Sie sich für einen der Volksläufe an, die von der Migros gesponsert werden, zum Beispiel: Kerzer­slauf 21. März 2020 Luzerner Stadtlauf 25. April 2020 Grand-Prix von Bern 9. Mai 2020 Oder Sie gewinnen Ihr Startticket: Das Migros-­Magazin und iMpuls, die ­Gesundheitsinitiative der M ­ igros, verlosen für ­diese Veranstaltungen 20 Gratisstarts.

Das tut gut Im Winter trainieren ist ebenso ­ gesund wie im Sommer, denn der ­Körper ­gewöhnt sich an die Kälte. • Temperaturen zwischen null und ­minus fünf Grad Celsius bereiten ­selten Pro­bleme – mit einer Ausnahme: Personen, die geschwächt sind oder kränkeln, sollten dann besser nicht trainieren. • Spätestens ab minus 20 Grad Celsius ist von intensiverer Belastung im Freien abzuraten, man trainiert dann besser auf dem Laufband. • Bereitet die kalte Luft beim Atmen Mühe, kann eine Atemmaske oder ein Schal vor dem Mund helfen. Nasenatmung wärmt die Luft ebenfalls vor, allerdings funktioniert diese nur bei geringer A ­ nstrengung.

Teilnahme: migros-impuls.ch/ lauftickets

Übrigens: Kinder und ­Jugendliche der Jahr­ gänge 2005 bis 2014 starten an diesen Läufen so oder so gratis. Ihr Startgeld wird von der Migros übernommen.

• Wer sein Gewicht optimieren will, tut sich im Winter leichter. Denn erstens verbrennt der Körper bei Kälte zusätz­ liche Kalorien. Zweitens ist bei einer Diät wegen der reduzierten Trainings­ intensität die Gefahr von Übertraining geringer. • Laufanfänger unterschätzen oft die Zeit, die ihr Körper, insbesondere Gelenke und Sehnen, braucht, um sich an die Belastung zu gewöhnen. Wer untrai­ niert ist und Anfang Winter erst mit dem Laufen beginnt, sollte nichts erzwingen und sich den Wettkampfstart bereits im Frühling verkneifen – seiner Gesundheit zuliebe. MM

Joggen ohne Schmerzen Eine gute Vorbereitung ist wichtig. Erfahren Sie, worauf man beim Joggen achten sollte und wie man das Training gezielt steigern kann. Infos: migros-impuls.ch/ schmerzfrei-laufen Bilder: Getty Images, zVg

• Welche Leistungssteigerung kann in der zur Verfügung stehenden Zeit überhaupt gelingen? Diese Frage steht am Anfang der Trainingsplanung. Leistungsdiagnostik und Trainingsberatung können helfen, die eigenen Möglichkeiten realistisch ein­ zuschätzen.

Auf zum Volkslauf

iMpuls ist die Gesundheits­ initiative der Migros.


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BÄNZ FRIEDLI | 18.11.2019 | 27

Bild: Vera Hartmann

Ehrlich währt länger

Bänz Friedli (54) hat unrecht getan.

Alles, was er über Sex wisse, erzählt Jüre gern, habe er vom Küchenfenster aus gelernt. Vis-à-vis, im dritten Stock, hauste nämlich ein Pärchen, das sich seiner Lust am liebsten unter der Dusche hingab, in allen Variationen. Die beiden wähnten sich unbeobachtet, durch ihr Badezimmerfenster konnte man raus-, nicht aber reinsehen. Bloss war es verkehrt montiert. Sie sahen nicht raus, Jüre ennet dem Strässchen aber sah ihre Verrenkungen ganz genau. War das nicht eine Win-winSituation? Die beiden, inzwischen alte Eheleute, wissen bis heute nicht, dass sie be­ obachtet wurden. Und Jüre hat viel gelernt.

schmäht, ihnen missratene Kinder und alles Unglück der Welt gewünscht hatte. Die teure Traumhochzeit – entzaubert.

Vielleicht sollte man gar nicht immer alles erfahren. Wissen Sie noch, das verliebte Paar, das sich an einem maledivischen Strand das Ehegelübde gab? Weiss gewandet und blumengeschmückt am weiss gedeckten Tisch auf weissem Sand, im kühlenden Schatten der Palmwedel, einen Drink aus einer Kokosschale schlürfend … Die Ringe lagen in perlmuttbehafteten Muschelgehäusen bereit, der Zeremonienmeister, weiss gekleidet auch er, sprach in der lokalen Sprache Dhivehi salbungsvolle Worte. Wäre es nicht schöner, die Liebenden hätten sich auf ewig an den Bildern laben können, wie sie zuletzt einen Baum pflanzten? Ein Filmchen des Gelübdes ­landete aber im Web, und jemand über­setzte, dass der «Priester» die beiden als ­«ungläubige Schweine» beschimpft und aufs Übelste ge-

Nur einmal war mir sofort klar, übers Ohr gehauen worden zu sein. Sommer 1984. ­Unsere Maturaklasse, Kernfach Zeichnen, auf Abschlussreise in Neapel. Fünf Taxis brauchte es, um uns vom Bahnhof zum ­Archäologischen Nationalmuseum an der ­Piazza Museo zu chauffieren. Bestimmt eine Fahrt von nur wenigen Minuten. Doch die fünf Chauffeure, in stummer Übereinkunft, fuhren uns im Konvoi via Umfahrungsautobahn rund um die Stadt, eine halbe Stunde lang. Es kostete viele Tausend Lire. Gestern erst habe ich die Strecke zur Stosszeit auf Google Maps gecheckt. Der kürzeste Weg führt tatsächlich über die Umfahrungsautobahn und dauert 28 Minuten. 35 Jahre lang tat ich Neapels ehrlichen Taxifahrern unrecht. MM

Wie gern bleibe ich im Glauben, dass wir im Dschungel Nepals, auf Elefanten reitend und im Jeep durchs Unterholz fahrend, dem Tiger stets ganz nah auf der Spur waren! Sahen wir ihn nicht sogar hinter einem Baum verschwinden? Jedenfalls stiessen wir dauernd auf ­frische Tigertatzenabdrücke. Ob die ein ­Angestellter des Nationalparks kurz zuvor mittels Holzstempel im feuchten Boden ­angebracht hatte? Ich will es nicht wissen.

Bänz Friedli live: 21. 11. Teufen AR, 27. 11. bis 1. 12. Bern

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28 | 18.11.2019 | KINO

«Das mit Prinz Harry ist vorbei» In «Die Eiskönigin 2» kommt es ab 20. November zum Wiedersehen mit dem liebenswürdigen Schneemann Olaf, dem der deutsche Komiker und Autor Hape Kerkeling seine Stimme leiht. Ein Gespräch über Diesney-Helden, A ­ dlige, Ritterorden und legendäre Gags. Text: Lisa Stutz

Herr Kerkeling, wann haben Sie zuletzt einen Schneemann gebaut? Das ist, ehrlich gesagt, schon ein paar Tage her. Ich denke, da war ich etwa zehn Jahre alt. Der war so gross wie dieser Papp-Olaf, der da in der Ecke steht. (Zeigt auf den kindshohen Kartonschneemann, der neben der Eingangstür platziert ist.) Wo war das? Bei uns vor dem Haus, in Recklinghausen im Ruhrgebiet. Hätten Sie gern einen Olaf als Freund?


KINO | 18.11.2019 | 29 Naiv und doch ­lebensklug: Schneemann Olaf hält ­Ausschau nach dem Guten.

Olaf ist im neuen Film wiss­ begierig. Wo wissen Sie noch zu wenig? Ich bin neugierig auf alles. Auf fremde Kulturen, auf andere Länder, auf Geschichte – ich lerne immer noch dazu, was die Geschichte unseres Planeten und der Menschheit angeht. Und ich bin neugierig, was das Lernen neuer Sprachen betrifft. Früher dachte ich, dass Neu­ gierde kein guter Charakterzug ist. Mittlerweile bin ich ganz froh, dass ich so bin.

Bilder: Getty Images; ©2019 Disney. All Rights Reserved.

«Olaf hat eine gesunde Naivität. Man kann bestimmt eine Menge von ihm lernen.»

Was mögen Sie an ihm? Er ist liebenswürdig. Ich mag die Art und Weise, wie er die Welt sieht. Zudem hat er eine gesunde Naivität. Man kann bestimmt eine Menge von ihm lernen.

unheimlicher Umgebung ist der Schneemann überzeugt, dass eines Tages alles Sinn ­ergeben und er alles verstehen wird. Wie sehen Sie das? Ich finde, dass Olaf recht hat. Er soll hoffen, dass er als Erwachse­ ner alles versteht. Das sollen alle Kinder hoffen. Die Wahrheit ist, dass man später noch viel weni­ ger versteht. Man versteht aber, warum man so wenig versteht. Das ist ja auch schon etwas.

Im neuen Film machen Olaf und seine Freunde sich auf eine abenteuerliche Reise durch einen Zauberwald. Trotz

Wo sind Sie wie Olaf? Ich versuche, in die Welt zu ­gucken wie er. Ich halte nach dem Guten Ausschau.

Dass so ein Schneemann leben­ dig wird, ein Herz hat und zum Freund wird, finde ich eine tolle Vorstellung. Ich glaube, den Olaf hätte jeder gerne als Freund – auch ich.

Und werden Sie fündig? Manchmal. (Lacht) Doch, man wird immer fündig. Ich habe viel mit anderen Menschen zu tun, und es vergeht kein Tag, an dem ich nicht eine positive Begegnung habe. Was unterscheidet Sie von Olaf? Ich glaube, ich bin ungeduldiger als er. Die Ungeduld ist mir in die Wiege gelegt. Zum Beispiel, wenn ich bei der Post anstehen muss. Ich nehme das dann aber als kleine Meditationsübung. Das mache ich immer, wenn ich irgendwo warten muss.

Wie sind Sie dazu gekommen, den Olaf zu sprechen? Disney hat mich angefragt, das war im Jahr 2013. Da wusste ich noch nicht genau, worum es geht, aber ich habe zugesagt. Und diese Zusage habe ich nie bereut. Wie sind die ausgerechnet auf Sie gekommen? Ich unterstelle den Leuten von Disney, dass sie gucken, wer auch vom Typ und Charakter her auf die Figur passt. Ich inter­ pretiere das so, dass sie mich für liebenswürdig, ein bisschen naiv und irgendwie doch lebensklug halten. Das hat mir natürlich ­geschmeichelt. Was ist die Herausforderung beim Sprechen dieser Rolle? Dass die Originalsprache, also Englisch, prägnanter und ­knapper ist – sowohl bei Pointen als auch bei emotional starken ­Sätzen. Im Deutschen braucht man für die gleiche Aussage oft etwas länger. Und wir haben ja trotzdem nur die 20 ­Sekunden des Original-Takes. Das dann auch noch lippen­synchron zu gestalten, ist nicht immer ganz einfach. Was machen Sie, wenn ein Satz viel zu lange dauert? Man entscheidet gemeinsam mit der Regisseurin, dass man ein, zwei Füllwörter wie «aber» oder «nur» rausnimmt. Wenn


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KINO | 18.11.2019 | 31

die Situation oder der Satz es ­jedoch verlangt, dass jedes Wort stattfinden muss, dann muss ich auf die Tube drücken. Müssen Sie manchmal selber lachen nach einer witzigen Aufnahme? Manchmal höre oder sehe ich durch die Scheibe, dass sich ­Regisseurin, Toningenieur und Produktionsleute köstlich ­amüsieren. Das heisst für mich, dass alles gepasst hat. Wenn ich selber dann Olaf zum ersten Mal mit meiner Stimme höre, kann es mir schon passieren, dass ich darüber lachen muss. Ich habe die Gags ja nicht geschrieben, ­insofern darf ich das auch. Hätten Sie Olaf als Kind lustig gefunden? Ja. Er wäre sicher auch einer meiner Lieblingsdisneyfiguren gewesen.

Bild: ©2019 Disney. All Rights Reserved.

Welche waren das denn? Ich mochte alle: Mickey, Donald, Goofy, Pluto, Peter Pan, Schnee­ wittchen, Cinderella, Bambi, Klopfer, Tim und Struppi – ich könnte jetzt alle aufzählen. Heute tragen die Kinder ­Elsa-Kostüme und gehen mit Olaf-Rucksäcken zur Schule. Was war damals anders? Gar nicht so viel: Ich besass mei­ ne Helden als Spielzeugfiguren. Es gab bereits Merchandising, nur Produkte wie Bettwäsche konnte man vielleicht noch nicht kaufen. Auch Themenpar­ tys zu einem bestimmten Film haben wir noch nicht gefeiert. Aber man hat schon die Filme nachgespielt. Ich selber hatte neben den Figuren auch zahl­ reiche T-Shirts. Die passen mir jetzt nicht mehr, aber die ­Figuren habe ich noch. Sind sie ausgestellt bei Ihnen zu Hause? Nicht alle, aber einige. Von den anderen weiss ich aber genau, wo sie sind.

Sie retten das Königreich Arendelle: ­Königin Elsa, Prinzessin Anna und Kristoff

«Ich glaube, dass wir alle ein Fantasiekönigreich in uns tragen.»

Sie haben als Achtjähriger die Mutter verloren und lebten dann bei Ihren Grosseltern, wo Sie viel fernsehen durften. Vermochten lustige Filme Sie aufzuheitern? Ich habe viel ferngeschaut, das stimmt. Allerdings fing das Pro­ gramm erst um 17 Uhr an und war für ein Kind um 19 Uhr schon wieder beendet. Es waren also zwei Stunden am Tag. Ich sah das Fernsehen immer als ein ­unglaubliches Fenster hinaus in die Welt. Das «fern Sehen» macht ja aus, dass man etwas sieht, das nicht an dem Ort stattfindet, an dem man gerade ist. Ich fand das schon immer faszinierend, das ist doch Zauberei! Welche Rolle spielen Geschichten im Leben von Kindern? Geschichten sind ganz wichtig. Da hat gerade Disney eine beson­ dere Aufgabe. Die Filme vermit­ teln ja immer eine hohe Moral. Disney hat dabei stets den rich­ tigen Ton getroffen, finde ich. Die Geschichten sind immer versöhnlich und verbindend, sie streben nach Gemeinsamkeiten und nicht auf das Gegeneinan­ der. Es werden schöne ethische Ansprüche verkörpert. Auch im neuen Film geht es wieder um hohe Werte. Darum etwa, die

e­ igene Bestimmung zu finden. Das hat einen philosophischen, spirituellen Aspekt. Besonders beliebt sind Geschichten, die sich um Könige, Prinzessinnen und Schlösser drehen – die funktionieren seit eh und je. Können Sie sich erklären, warum? Ich weiss es nicht. Aber ich ­glaube, dass wir alle ein Fanta­ siekönigreich in uns tragen. Das Königreich Arendelle von «Die Eiskönigin» zum Beispiel ist eine grosse Fantasiewelt, die auch in einem Menschen schlummern kann. Vielleicht ­ ist das der Grund. Sie selber wissen ja auch über die realen Königshäuser Bescheid … (Unterbricht) Fragen Sie! Wie bitte? Fragen Sie, ich kann es Ihnen beantworten. Was ist da aktuell so los? Was muss man wissen, um ­mitreden zu können? Also: Bei Charlène und Albert von Monaco … Ich will nicht ­behaupten, dass es kriselt, aber sie ist ein bisschen von der Bild­ fläche verschwunden. Das gibt


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mir zu denken. In England ver­ mute ich, dass sich Charles peu à peu darauf vorbereitet, bald in die Fussstapfen seiner Mutter zu treten. Ich glaube, dass die Queen so langsam das Zepter fliessend abgibt – Camilla wird wohl Königin werden. Bei Má­ xima und Willem von Holland müssen Sie sich keine Sorgen machen, da ist alles in Ordnung, das kann ich Ihnen garantieren. Die haben drei wunderbare Töchter. Bei Frederik und Mary von Dänemark ist auch alles bes­ tens. Ich mach mir allerdings ein bisschen Sorgen um die Spanier. Um die Spanier? Genau, um Letizia und Felipe. Da gibt es Rücktrittsforderungen. Die Katalanen wollen keinen ­König mehr. Das finde ich ­persönlich bedauerlich. Nicht zuletzt, weil ich von König Juan Carlos I., also vom Vater von ­Felipe, einen Orden verliehen bekommen habe. Was? Kein Scherz, ich gehöre in Spa­ nien quasi zum Adel. Ich habe einen Titel bekommen, der nennt sich Komtur. Das ist ein geistlicher Ritterorden. Wie kam es dazu? Das war wegen meinem Buch «Ich bin dann mal weg» über den Jakobsweg. Ich gelte in Spa­ nien seither als «Herausragen­ der», aber ich will Sie damit nicht langeweilen. Sie waren doch auch mit Prinz Harry auf Facebook befreundet. Das stimmt! Ich war mit Harry auf Facebook befreundet – das endete jäh. Ich wurde auch nicht zur Hochzeit eingeladen. Ich fin­ de, wenn man Facebookfreunde ist, könnte man sich ja einladen. (Lacht) Ich bin allerdings gar nicht mehr bei Facebook. Und das mit Harry, das ist vorbei. Sie waren selber auch einmal ein Royal: Als Königin Beatrix der Niederlande verkleidet, marschierten Sie ins Schloss Bellevue in Berlin – und alle fielen darauf herein. Einer ­Ihrer erfolgreichsten Gags überhaupt. Wie fühlte sich das an?

KINO | 18.11.2019 | 33

Das MigrosMagazin und Disney on Ice verlosen 36 × 2 Tickets im Gesamtwert von über 3000 Franken. Grosse und kleine Fans von «Die Eiskönigin – Völlig unverfroren» können sich auf ein tolles Spektakel freuen.

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Erlebe das Original – live auf dem Eis! Disney präsentiert mit «Die Eiskönigin – Völlig unverfroren» erstmals die Geschichte des erfolgreichen Animationsfilms auf dem Eis. Erzählt werden die Abenteuer zweier königlicher Schwestern.

Ein dunkles Geheimnis der Königstochter Elsa taucht das Land Arendelle in ewiges Eis, doch ihre kleine Schwester Anna stürzt sich in ein waghalsiges Abenteuer, um das Königreich zu befreien. Begleitet wird sie von Kristoff, einem charmanten Naturburschen, seinem lustigen Rentier Sven mit dem schiefen Geweih und dem naiven, etwas tollpatschigen Schneemann Olaf. In einem Wettlauf mit der Zeit treffen

Wenn ich gewusst hätte, dass das so gut gelingt, hätte ich es mehr genossen. Manchmal sehe ich die Aufnahmen wieder und denke: unglaublich! Als ich das Video zum ersten Mal geschnitten ­gesehen habe, dachte ich: Das kann man nicht ausstrahlen, was ist daran witzig?! Und meine ­Redakteurin sagte: «Du täuschst dich, das ist witzig!» Sie hat das ganze Team zusammengetrom­ melt, und die mussten sich das ­ansehen. Bald kugelten sich alle lachend auf dem Boden.

sie während ihrer gefährlichen Reise auf geheimnisvolle Trolle sowie einen fiesen Riesenschneemann und müssen höchste Höhen und unzählige Hindernisse überwinden. In der «Disney On Ice»-Produktion «Die Eiskönigin – Völlig unverfroren» begleiten Micky und Minnie Maus die Zuschauer auf der spannenden Reise. Freuen dürfen sich die Fans zudem auf Auftritte der Disney-Prinzessinnen und der Lieblingscharaktere aus DisneyPixars «Toy Story» und «Findet Nemo» sowie Disneys «Der König der Löwen». MM Freitag–Sonntag, 20.–22. Dezember 2019, St. Jakobshalle, Basel; disneyonice.com

«Wir leben in schwierigen Zeiten. Da ist ein Olaf dringend nötig.»

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Und dann? Der Rest ist Gott sei Dank Fernseh­geschichte. Was sind Sie denn nun lieber, ein Royal oder Olaf? In meiner momentanen Lebenssituation bin ich wahn­ sinnig gerne der Schneemann. Wir ­leben in schwierigen Zeiten, in denen Liebenswürdig­ keit und ein positives Lebens­ gefühl i­ mmer mehr abhanden­ kommen. Da ist ein Olaf ­dringend nötig. MM


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Wo the Bixlers noch die Bichsels waren In Eggiwil sucht die US-Amerikanerin Robin O’Hearn nach Spuren ihrer Vorfahren. Ihr Urahne Jakob Bichsel ist vor rund 180 Jahren aus dem Emmental ausgewandert und hat in Ohio als Jacob Bixler den Grundstein für den amerikanischen Zweig der Familie gelegt. Text: Rahel Schmucki  Bilder: Daniel Winkler


AHNENFORSCHUNG | 18.11.2019 | 35

Die Kirche steht noch: Robin ­O’Hearns ­Vorfahren hatten ­einen anderen Glauben und mussten gehen.

H

ans Minder (63) legt einen kleinen Stapel Blätter auf den Tisch und schiebt ihn Robin O’Hearn unter die Nase. «Das ist alles, was ich über Ihre Vorfahren herausgefunden habe», sagt er auf Englisch und zeigt auf ­Namen und Daten auf dem Blatt. Der Lokalhistoriker hat das ameri­ kanische Ehepaar in den Gasthof ­Bären in Eggiwil BE im Emmental zu einem Kaffee eingeladen. Robin (61) und ihr Ehemann Bill O’Hearn (60) aus New Jersey sind hier, weil Robin herausfinden will, wo sie herkommt. Vor einem Jahr ist ihre Mutter, Mary Lou Bixler, ­gestorben. Da fing sie an, nach ihrer Familien­ geschichte zu suchen. Im A ­ rchiv in ihrer Heimatstadt in Ohio fand sie die Papiere der ersten Volkszählung im Jahr 1823. Da stiess Robin auf den ­Namen Jakob Bixler und konnte ihre Ahnenlinie zu ihm ­zurückführen. Nach ein paar Nachforschungen fand sie heraus, dass der Name Bixler vom Berner Nachnamen Bichsel ab­ stammt. Der Heimatort der Familie Bichsel brachte sie auf die Spur seiner Herkunft: Eggiwil im E ­ mmental. Täufer wurden vertrieben und verjagt

Heute will Robin O’Hearn zusammen mit Ehemann Bill herausfinden, ­warum dieser Jakob ausgewandert ist und wie er in der Schweiz gelebt hat. Und sie will sich das Emmental an­ sehen. Während ihrer Recherchen zu Jakob ist Robin auf den Historiker Hans Minder gestossen. Heute zeigt


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AHNENFORSCHUNG | 18.11.2019 | 37

Die häufigsten Heimatorte im Emmental Ab Mitte des 18. Jahrhunderts gab es immer wieder Auswanderungswellen nach Übersee. Religiöse Verfolgung und Armut trieben zahlreiche Menschen in die Fremde. Viele Bauern aus Bergregionen wie dem Emmental oder dem Berner Oberland verliessen ihre Heimat in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft. So verbreiteten sich die Schweizer Nachnamen auf der ganzen Welt. Die Schweizer Besonderheit des Heimatorts ist ihren Trägern eine grosse ­Hilfe bei der Ahnenforschung. Wenn weltweit viele Personen denselben Heimatort in ihrem Pass stehen haben, ist deshalb anzunehmen, dass aus diesem Ort viele Menschen abgewandert sind. Hier einige Beispiele aus dem Emmental:

40 000

Menschen haben im Pass den Heimatort Langnau i. E. stehen. Heute wohnen in der Gemeinde aber nur 9419 Personen. Das kann ein Hinweis darauf sein, dass aus Langnau sehr viele Menschen abgewandert sind.

35 000

Personen haben den Heimatort Trub. Die Gemeinde hat heute 1353 Einwohner.

17 000

Menschen haben den ­Heimatort Eggiwil. Aktuelle ­Einwohnerzahl: 2455.

14 000

Personen haben den Heimatort Schangnau. Heute leben in der Gemeinde 897 Menschen. Die Anzahl der Heimatberechtigten wurde letztmals in der Volkszählung 1980 ermittelt.

Hans Minder (Mitte) zeigt den O’Hearns die Ergebnisse seiner Nachforschungen.

«Ich glaube, die Familie Bichsel gehörte den Täufern an und musste fliehen.» Hans Minder Lokalhistoriker im Emmental

dieser den O’Hearns einige Orte, die mit der Geschichte der Familie Bichsel zu tun haben. Als erstes Ziel hat Minder die alte Kirche ausgesucht. Sie steht fünf Gehminuten vom «Bären» entfernt. Auf dem Weg erzählt Robin O’Hearn, was sie bereits herausgefunden hat: «Jakob reiste mit der Brigg ‹Thetis› vom französischen Le Havre bis New York. Da ist er am 5. Juli 1821 gelandet», erzählt sie. Die alten Dokumente zeigen: Es waren fast nur Schweizer an Bord. «Jakob hatte zwei Kisten, einen Wagen, ein Bündel und eine Waffe bei sich», erzählt O’Hearn. Während die O’Hearns bedächtig um die Kirche aus dem Jahr 1632 ­gehen und ihre Hände an die Mauern legen, erzählt Minder: «Im 17. und 18. Jahrhundert lebten im Emmental und im Berner Oberland einige Anhänger der Täufergemeinde, einer Abspaltung der reformierten Kirche. Die Täuferkirche war zu dieser Zeit in der Schweiz verboten, und die Anhänger wurden verjagt und enteignet.» Aus diesem Grund seien viele von ihnen nach Moutier im damaligen Fürstbistum Basel ausgewandert. Das gehörte zu dieser Zeit nicht zur Schweiz. Von da reisten einige weiter in die USA. «In

den alten Dokumenten habe ich einen Hinweis darauf gefunden, dass ein Vorfahre von Jakob Bichsel 1706 eine Täuferin geheiratet hat. Ich nehme deshalb an, dass die ganze Familie zu den Täufern konvertierte und ihre Heimat verlassen musste.» Das kann Robin O’Hearn bestätigen. «Von New York ging Jakob zum Dorf Sonnenberg im heutigen Bundesstaat Ohio, wo sich schon andere Schweizer Auswanderer niedergelassen hatten. Sie alle gehörten der Täuferbewegung an», erzählt sie. Den Weg legte Bichsel zu Fuss zurück. Es handelt sich um rund 756 Kilometer, vergleichbar mit einem Fussmarsch von Zürich nach Berlin. «Im Dorf Sonnenberg hat ­Jakob als Farmer gearbeitet», sagt O’Hearn. In Sonnenberg ist sie aufgewachsen. Bis heute gehört ihre Familie der Täufergemeinde an. Bilder des alten Hofs

Nach einer kurzen Besichtigung der Kirche steigt das Ehepaar in Minders Jeep. Seine Nachforschungen haben den Historiker zu zwei Bauernhöfen geführt. Diese möglichen früheren Wohnorte der Bichsel-Familie will er seinen Gästen zeigen. Nach kurzer Fahrt durch ein Waldstück erreichen


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Entdeckungsreise: Hans Minder zeigt Robin und Bill O’Hearn (unten) das Dorf Eggiwil und die Bauern­ höfe, auf ­denen Robins ­Vorfahren gelebt haben ­könnten.

Anders als in unseren Nachbarlän­ dern ist im Schweizer Pass nicht der Geburtsort, sondern der Heimatort aufgeführt. Die wichtigsten Fragen zum Spezialfall der Schweiz: Was ist ein Heimatort? Der Heimat­ ort ist der Herkunftsort einer Familie. Schweizer Nachnamen geben darum meist einen Hinweis darauf, wo die Vorfahren herkamen.

sie am Ende eines kleinen Tals den ersten Hof. Seit 1930 gehört dieses Bauernhaus der Familie Schwarz. Für die O’Hearns haben sie nach alten ­Fotos gesucht und Bilder des Hofs vor dem Umbau gefunden. Zwischen den freilaufenden Seidenhühnern und den anhänglichen Hofkatzen beugen sich Robin und Bill über die alten Fotos. «Ich bin mir nicht sicher, ob das noch das ursprüngliche Haus ist. Aber die Bauart passt zur Architektur der Zeit der Familie Bichsel», sagt Minder.

Welche Bedeutung hat der Heimat­ort heute noch? Eine Funk­ tion hat der Heimatort keine mehr. Bis 2012 musste der Heimatkanton seinen Bürgerinnen und Bürgern ­finanziell unter die Arme greifen, falls diese Sozialhilfe beantragten und noch keine zwei Jahre in ihrem aktuel­ len Wohnkanton lebten. Wie kommt man zu seinem Heimat­ort? Schweizer erben ihren Heimatort von den Eltern. Ausländer und Ausländerinnen bekommen ­einen Heimatort, wenn sie einen Schweizer Bürger heiraten oder sich einbürgern lassen.

Idylle löst Heimatgefühle aus

Ein Spaziergang auf den Hügel hinter dem Haus, ein paar Fotos, dann führt Minder das Ehepaar zum zweiten Hof. Am Ende eines verwachsenen Feldwegs steht ein altes Holzhaus, das heute als Ferienhaus vermietet wird. «Auf dem Hügel hinter dem ­Gebäude soll früher eine Burg aus Holz gestanden haben. Darum bekam dieser Familienzweig der Bichsel den Beinamen ‹unter der Bürg›», erklärt Minder. Gedankenverloren schlendert Robin ums Haus. Der idyllische Hof ist für sie ein guter Abschluss der Reise in die Vergangenheit. «Ich liebe diese Gegend und die Kühe auf den Weiden – muss wohl genetisch sein», sagt sie und steigt mit Bill ins Auto. Minder fährt sie zum Bahnhof, wo sie ihre Schweizerreise fortsetzen. Zu Hause wird sie weiterforschen und andere Nachfahren der Bichsels kontaktieren. Die Adressen hat ihr Hans Minder zugesteckt. Vielleicht können sie ihr helfen, die restlichen Lücken in ihrer Familiengeschichte zu schliessen. MM

Schweizer Spezialität: Wozu ist der Heimatort eigentlich gut?

Was passiert bei einer Heirat? ­Heute behalten beide Ehepartner ­ihren Heimatort. Auch wenn man bei einer Heirat den Namen wechselt. Die Kinder erben den Heimatort ­derjenigen Person, deren Namen sie tragen.

«Ich liebe diese Gegend und die Kühe auf den Weiden – muss wohl genetisch sein.» Robin O’Hearn Amerikanerin auf der Suche nach ihren Wurzeln

Was unterscheidet den Heimatvom Bürgerort? Da gibt es keinen Unterschied, mit Bürgerort und ­Heimatort ist dasselbe gemeint. Kann man seinen Heimatort ­ändern? Ja. Die generelle Regel lautet: Man muss zwei Jahre an einem neuen Ort wohnen, dann kann man eine Einbürgerung beantragen. Diese ­Regel kann aber je nach Wohnkanton variieren. Tipps zur Familienforschung unter: www.migmag.ch/Ahnenforschung


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Schottland mit mit Royal Royal Military Military Tattoo Tattoo 1. Tag Schweiz – Köln Abwechslungsreiche Fahrt durch das Elsass nach Köln. 2. Tag Köln – Amsterdam – Einschiffung Weiterreise nach Amsterdam mit den vielen malerischen Grachten und Brücken. Nachmittags kurze Fahrt nach Ijmuiden zur Einschiffung nach Grossbritannien. 3. Tag Newcastle – Glasgow – Loch Lomond Nach der Ankunft in Newcastle folgen Sie dem Hadrianswall und erreichen bei Carlisle die schottische Grenze. Über die Hügelzüge der Southern Upplands gelangen Sie am Mittag nach Glasgow. Auf einer Besichtigungstour lernen wir die bevölkerungsreichste Stadt Schottlands kennen. Gegen Abend fahren wir dann weiter zum Loch Lomond, der «Queen of Scottish Lochs».

4. Tag Loch Lomond – Fort William – Aviemore Heute führt uns die Reise zuerst ins malerische Inveraray am Ufer des Loch Fyne mit seinem berühmten alten Gefängnis. Danach fahren wir durch das geschichtsträchtige Glen Coe mitten durch die Highlands. Am Mittag befinden wir uns in Fort William am Fusse des Ben Nevis, des höchsten Berges ganz Grossbritanniens. Gegen Abend erreichen wir Aviemore, einen beliebten Ferienort mitten in den schottischen Highlands.

5. Tag Ausflug Inverewe Gardens – Eilean Donan Castle (fakultativ) Atemberaubende Küstenfahrt zu den Inverewe Gardens mit seiner üppigen subtropischen Pflanzenwelt. Danach Weiterfahrt vorbei am Loch Maree, einem der schönsten Lochs Schottlands, zum Eilean Donan Castle, einem dieser typischen schottischen Burgen. Vorbei am berühmten-berüchtigten Loch Ness kehren wir dann zurück nach Aviemore. 6. Tag Aviemore – Whisky-Brennerei – Raum Edinburgh Fahrt durch das Tal des Spey nach Newtonmore und über den Killiecrankiepass nach Pitlochry, einem beliebten und lebhaften Ferienort. In einer typischen Brennerei werden Sie dann auch in die Geheimnisse des Whiskybrennens eingeführt und werden auch Gelegenheit haben vom schottischen Nationalgetränk zu kosten. Danach führt die Reise vorbei an Perth in den Grossraum Edinburgh. Nach einer Fotopause bei der berühmten Forth Bridge erreichen wir unser Hotel. 7. Tag Edinburgh und das Military Tattoo Am Vormittag Besichtigung der Schottischen Hauptstadt Edinburgh. Nachmittags Zeit zur freien Verfügung. Am Abend erleben Sie mit dem Besuch des weltberühmten «Royal Edinburgh Military Tattoo» einen weiteren Höhepunkt der Reise. 8. Tag Raum Edinburgh – York – Hull Reise nach York mit seinem berühmten Münster und den längsten noch erhaltenen mittelalterlichen Stadtmauern Englands. Danach kurze Fahrt nach Kingston-upon-Hull und Einschiffung für die Überfahrt auf den Kontinent. 9. Tag Rotterdam/Zeebrügge – Schweiz Rückreise über Luxemburg in die Schweiz.

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GENUSS | 18.11.2019 | 41

Polpette mit Erinnerungen

Wenn Migusto-Projektleiterin Luana Carito Fleischbällchen zubereitet, fühlt sie sich sofort wieder wie in Grossmutters Küche in Kalabrien. Text: Claudia Schmidt Bilder: Tina Sturzenegger

M

Kochwelten

it einem Strahlen empfängt Luana Carito die Gäste in ihrer Wohnung im Zürcher Seefeld. Die Zürcherin hat Wurzeln in Kalabrien, wo bei der Grossmutter sonntags Polpette, ein Klassiker der italienischen Küche, auf den Tisch kam. «Wenn es keine Polpette gab, wurde eine Lasagne serviert», erinnert sich Carito, die als Junior-Clubmanagerin des ­Migusto-Kochclubs arbeitet. Die Wohnung ist hell und aufgeräumt, Blumen setzen farbige Akzente. «Das sieht nicht immer so aus», sagt Carito und lacht, «wir hatten am ­Wochenende Taufe, deshalb auch die Blumen». Das sechs Monate alte Töchterchen ­Sophia beobachtet neugierig das Geschehen um sich herum. Für die Sauce gibt Carito Pelati ins Passevite. «Ich nehme Pelati, weil die Sauce eine ­bessere Konsistenz bekommt als mit Passata», erklärt sie. Gibt es Pasta zu den Polpette? «Die Pasta mit wenig Sauce gibt es als Primo, die Polpette sind der Hauptgang», kommen­ tiert die 28-Jährige die häufig

Bei der Migros arbeiten Menschen aus 154 Na­­tionen. Mitarbeitende mit Wurzeln im Ausland geben Einblick in die Küche ihrer Heimat.

Die Polpette, die Fleischbällchen, ­bereitet Luana Carito aus gemischtem Hackfleisch, ­Parmesan und ­eingeweichtem Toastbrot zu. Damit die Sauce die gewünschte ­Konsistenz erhält, treibt sie Pelati durchs Passevite.

falsch verstandene Speisen­folge der italienischen Küche. Während in der Schweiz die Fleischbällchen oft in der Sauce zu Teigwaren gereicht werden, ist es für Italiener ein Sakrileg, beides zu mischen. Gemischtes Hackfleisch, in Milch eingeweichtes Toastbrot und geriebenen Parmigiano Reggiano vermischt Carito mit den Händen und formt kleine Bällchen aus der Masse. «Laut Originalrezept kommt noch Petersilie hinein. Aber ich mag das nicht», erklärt sie die kleine Besonderheit ihrer Polpette. Mitbringsel aus Italien

Wenn Carito mit ihrer jungen Familie nach Kalabrien reist, stehen auf ihrer Einkaufsliste eingelegte Auberginen. «Und auf jeden Fall muss ich Tartufo di Pizzo essen, eine Glace mit Schokoladekern – eine Spezialität der Region», schwärmt sie, «das sind Kindheitserinnerungen». Ebenfalls ein Muss in ihrer ­Küche ist das Olivenöl ­ihres ­Onkels, der in Kalabrien eine Olivenbaumplantage hat. Inzwischen sind die Polpette gar. Noch ist Tochter Sophia zu klein für das Gericht, doch wie die italienische Küche funktioniert und wie man sie geniesst, kann sie schon jetzt von Mammas Arm aus be­ obachten. Wie schön, wenn ­einem die wichtigen Dinge so sympathisch in die Wiege gelegt werden. MM Polpette mit Sugo Ein Rezept finden Sie hier: migusto.ch/polpette


42 | 18.11.2019 | MEINE MIGROS

Kartoffelgenuss hoch drei Mit ihren Fries als Beilage, Chips für den Apéro und Rösti als ­ auptmahlzeit bietet die Migros-Marke Farm jetzt KartoffelH genuss zu drei Gelegenheiten. Neu im Sortiment ist eine überraschend ­vielfältige Auswahl an Rösti. Es gibt sie in fünf Sorten, wobei sämtliche Zutaten wie Butter, Käse, Gemüse und die Knollen selbst Bioqualität aufweisen. Dass für die Herstellung nur Schweizer Kartoffeln verwendet werden, ist wie bei allen Farm-Produkten selbstverständlich.

Lachs-Rösti Farm Rösti But­ ter in einer ­beschichteten Pfanne ohne ­Zusatz von Fett goldgelb anbra­ ten. Rauchlachs­ tranchen auf der Rösti anrichten. Mit Crème fraîche und fri­ schen K ­ räutern servieren.

Älpler-Rösti Farm Rösti Gemüse als Röstitaler in kleinen Portionen ­braten. Alpkäse auf die heissen Rösti raffeln. Mit knusprig gebratenen Specktranchen und mit Apfelmus servieren.


MEINE MIGROS | 18.11.2019 | 43

Bild: MGB Fotostudio; Styling: Claudia Stalder

Birnen-Gorgonzola-Rösti Farm Rösti Original in einer beschichteten Pfanne ohne ­Zusatz von Fett braten. Mit ebenfalls gebratenen ­Birnenschnitzen, Blauschimmelkäse und Brunnenkresse oder Nüsslisalat servieren.

Farm Fries Rosmarin, tiefgekühlt 600 g* Fr. 4.50

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Farm Chips Nature, 150 g* Fr. 2.70

Farm Chips Schweizer Kräuter, 150 g* Fr. 2.80

Farm Chips Rosmarin, 150 g* Fr. 2.80

Bio Farm Rösti Butter, 500 g* Fr. 4.20

Bio Farm Rösti Original, 500 g Fr. 2.80

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Die Gegensätze könnten nicht grösser sein. Umwerfende Naturschönheiten und schillernde Grossstädte machen Eindruck. Wahrlich grosses Kino läuft im wohl bekanntesten Canyon der Welt, im Grand Canyon.

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GENUSS | 18.11.2019 | 45

Wissensbissen Ein dicker Wälzer, über den sich ­Hobbyköche (nicht nur) an ­Weihnachten freuen: Mit «Türkei. Das Kochbuch.» hat Musa Dağdeviren, bekannt aus der Netflix-Serie «Chef’s Table», ein Kompendium der türkischen Küche zusammengestellt. Es umfasst 550 Rezepte, die beweisen, dass das Land jenseits vom Döner-Klischee über eine extrem vielseitige ­Küchentradition verfügt. Fr. 43.10 bei exlibris.ch

Illustration: Felice Bruno; Bilder: Getty Images, zVg

GARTEN

Pfingstrosen pflanzen

Produkt der Woche

Die auch Päonien genannten Pfingstrosen pflanzt man am besten im späten Herbst. Dabei dürfen die Austriebsknospen des Wurzelstocks nicht zu tief (maximal fünf Zentimeter) eingegraben werden, da die Pflanze sonst nicht blüht. Wer Stauden­ päonien vermehren möchte, kann Wurzelstockteile, die über mindestens drei Augen verfügen, behutsam von der Mutterpflanze trennen und versetzen.

Mi Bugs – Insekten Seit einem Jahr sind in der Migros mit Mehlwürmern, Grillen und Heuschrecken getrocknete Insekten erhältlich. Ist das Verspeisen der in Holland produzierten Mi Bugs für die einen noch eine Mutprobe, sind andere zu Stammkäufern der proteinreichen Snacks geworden. Anklang finden auch die Insektenkochkurse der Klubschule Migros: Vor allem junge Männer möchten die Verarbeitung von Grille und Co. erlernen.

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46 | 18.11.2019 | SORTIMENT

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Dank flexibler ­Backform lässt sich die Länge je nach Rezept beliebig anpassen. Cucina & Tavola ­Cakeform, ­ausziehbar, 20 bis 35 cm Fr. 13.95

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Kein Kindergeburtstag ohne freche Trendfigürchen auf dem Dessert. Städter Streudekoration, in trendigen Formen, zum Beispiel: Flamingo Fr. 5.95

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MEINE MIGROS | 18.11.2019 | 59

Sonnengrüsse im Advent Knackige Nüsse, süsse Trockenfrüchte und exquisite Früchte im Saft: Das Sun-Queen-Sortiment ist besonders in der Weihnachtszeit beliebt: Datteln, Feigen, Nüsse und exotische Früchte wie Ananas zaubern in der kalten Jahreszeit Vielfalt auf den Tisch und erinnern an die Sonnen­ stunden des Sommers. Sun Queen stellt hohe Ansprüche an seine Produktion von Früchten und Nüssen. So wird ­sicher­gestellt, dass diese stets für einen geschmacks­intensiven Genuss sorgen. Sun Queen Medjool Datteln, 227 g Fr. 3.35 statt 4.20 In grösseren Filialen

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Info zu Feigen und Datteln: Die Auszuckerung ist ein natürlicher Prozess, der die Qualität nicht beeinträchtigt.

Sun Queen ­Ananasstücke, 140 g Fr. 1.– statt 1.30


JUBILÄUMSREISE ZUR SCALA DI MILANO ERSTKLASSIGE MUSIKREISE NACH MAILAND

ê Mode- und Kulturmetropole Mailand ê Exklusive Sondervorstellung in der Scala di Milano ê Geigen-Mekka Cremona 1. Tag: Schweiz – Mailand Am Vormittag Fahrt via Gotthard, Chiasso nach Mailand. Zimmerbezug im Hotel, wo wir die nächsten vier Nächte wohnen werden. Mailand ist für viele Innbegriff der schillernden Welt der Mode und des Designs, der pulsierenden Finanzwelt und internationalen Messen. Tatsächlich ist aber Mailand so viel mehr – beeindruckende Kunststadt mit einer der grössten christlichen Kirchen und Mekka der Opernliebhaber mit einem der berühmtesten Opernhäuser der Welt. 2. Tag: Ausflug Cremona Bekannt ist die 80 Kilometer südöstlich von Mailand gelegene Stadt Cremona durch ihre Tradition im Geigenbau. Geführte Stadtbesichtigung. Am Abend besuchen wir das Spezialkonzert des Orchestra Sinfonica di Milano Giuseppe Verdi im Auditorium di Milano. Das Mailänder Symphonieorchester Giuseppe Verdi gehört zu den beliebtesten Musikinstitutionen Mailands. 3. Tag: Ausflug Certosa di Pavia Südlich von Mailand befindet sich das noch heute von Kartäusermönchen bewirtschaftete Kloster Certosa di Pavia aus dem 15. Jahrhundert mit seiner kostbar ausgestatteten Kirche. Besichtigung. Beeindruckend ist die herrliche Marmorfassade der Kartause im Bramante-Stil. 4. Tag: Mailand Mailand ist Standort wichtiger internationaler Messen und weltberühmt für ihre zahlreichen Kunstgalerien, Museen und Kirchen sowie für den Musiktempel «par excellence», die Scala. Stadtführung. Am Abend erwartet uns der Höhepunkt unserer

Reise: «Il Trovatore» in der legendären Mailänder Scala, welche anlässlich des 125 Jahre-Jubiläums exklusiv gemietet wurde. International gefeierte Interpreten, herausragende Aufführungen sowie die einzigartige neoklassizistische Innenarchitektur machen die Mailänder Scala zu einem der berühmtesten Opernhäuser der Welt. 5. Tag: Mailand – Schweiz Heimreise via Como und Gotthard zurück in die Schweiz. Programmänderungen bleiben vorbehalten. Das Reiseprogramm kann in abgeänderter Reihenfolge stattfinden.

MUSIKPROGRAMM ORCHESTRA SINFONICA DI MILANO GIUSEPPE VERDI Auditorium Milano G. Verdi, Ouverture La Forza del Destino Beethoven, Piano Concerto n. 5 op. 73 Beethoven, Symphonie n. 7 op. 92 «IL TROVATORE» Mailänder Scala Oper von Giuseppe Verdi Exklusive Aufführung anlässlich des Jubiläums 125 Jahre Twerenbold Reisen

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KOLUMNE | 18.11.2019 | 61

Popeye 1, 2 oder 3? Der Kleine (4) hat ein bescheidenes Repertoire an gesunden Dingen, die er gern isst. Basilikumpesto liebt er. Gurken und Rüebli mag er. Bananen kann er hie und da etwas abgewinnen. Immer wieder versuche ich, ihm Obst und Gemüse unterzujubeln. Bohnen und Peperoni beispielsweise fliegen in Hacktätschli nicht auf, und in einem Curry lassen sich Mais und Auberginen bestens verstecken.

Kürzlich habe ich es wieder einmal ganz direkt versucht mit einer Portion Spinat. Der Grosse (9) haut rein, der Kleine sagt nur «bäh!». Worauf der Grosse zu schwärmen beginnt, wie stark Spinat mache. Und von Popeye erzählt, der Unmengen davon vertilge und dadurch unbesiegbar sei. Erst ist der Kleine skeptisch. Bis der Grosse aufsteht, seinen Stuhl himmelwärts stemmt und «schau, wie stark ich jetzt bin!» ruft. Verstohlen probiert jetzt auch der Kleine etwas Spinat – er scheint ihm zu schmecken. Nun steht er ebenfalls auf und hievt seinen Stuhl in die Höhe. Dieser wackelt gefährlich. – Und jetzt? MM 1   Was ist schon ein Hick in der Wand, wenn der Kleine dafür

Monica Müller (45) hat zwei ­Buben, einen Mann, einen Job, einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.

Antwort 1: Ich bin wirklich froh, wenn Spinat auf dem ­Speiseplan akzeptiert wird. Und unsere Wand ist schon länger nicht mehr wirklich weiss …

Illustration: Lisa Rock; Bild: René Ruis

ein Gemüse mehr isst? 2   «Stop!», schreie ich, das könne ins Auge gehen. 3   Ich helfe den beiden, ihre Stühle sicher wieder abzustellen und zeige ihnen auf Youtube ein Popeye-Filmli.

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Die von Armut betroffene Kim (7) aus der Schweiz soll nicht noch mehr ausgegrenzt werden


62 | 18.11.2019 | ZUKUNFTSTAG

Wir MigrosKinder

Am Zukunftstag haben zwei Mädchen und ein Bube die Migros-Magazin-Redaktion aufgemischt – und uns Ideen für die Migros der Zukunft aufgetischt. Text: Jana Frank (10)  Bilder: Cyrill Krähenbühl

M Ich heisse Ich bin Jahre alt Lieblingsfach Handarbeit, Deutsch Hobbys Tennis, Klavier, designen, kreativ sein Liebste Migros-Angestellte Cynthia (Mama)* Meine Migros ist in Züriiiiiiiiii !!!! (Erlenbach, Meilen) Lieblingsprodukt Nicht möglich, sich zu entscheiden Ich möchte mal Dekoratörin, Schauspielerin werden * Marketingerin

Das gefällt mir in der Migros

Dort fühle ich mich wohl Das fehlt der Migros noch

Ein Auto für Kinder, mit dem ich in die Schule brausen kann

Das wünsch ich mir für die Zukunft

Weltfrieden, Umweltschutz, Gerechtigkeit, Gesundheit für alle

Meine Erfindung für die Migros: Eine Wolke mit M drauf, die Essen liefert


ZUKUNFTSTAG | 18.11.2019 | 63

M Ich heisse Ich bin Jahre alt Lieblingsfach Mathi Hobbys Basketball, Snowboarden Liebste Migros-Angestellte Séghi Egli (Stiefmutter)* Meine Migros ist in Luzern: Waldstätter-Migros Lieblingsprodukt Migros-Eistee Peach Ich möchte mal Chemiker werden * irgendetwas in der Kommunikation

Das gefällt mir in der Migros

Eistee-Kaugummis Das fehlt der Migros noch

Eine Vergnügungsecke in jeder Filiale

Meine Erfindung für die Migros: Ein Migropoli

Das wünsch ich mir für die Zukunft

Keinen Dritten Weltkrieg

M Ich heisse Ich bin Jahre alt Lieblingsfach Sport und Werken Hobbys Handball, Zeichnen Liebste Migros-Angestellte Dominique (Mutter)* Meine Migros ist in Rudolfstetten (Aargau) Lieblingsprodukt Playmobil, Schleichtiere Ich möchte mal Sportartikelverkäuferin werden * Digital-Produkterin

Das gefällt mir in der Migros

Illustrationen: iStock

Es gibt viele Spielsachen Meine Erfindung für die Migros: Ein Roboterhund, der alles kann

Das fehlt der Migros noch

Fliegende Teppiche, ein Hallenbad in jeder Migros

Das wünsch ich mir für die Zukunft

Dass ich eines Tages eine ganze Playmobil-Stadt oder Schleich-Stadt habe oder ein Pferd und vier Ratten bekomme


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66 | 18.11.2019 | WIRTSCHAFT

«Es werden zwei Blöcke entstehen, wie im Kalten Krieg» Donald Trump hat recht mit seiner harten Haltung gegenüber China, sagt Wirtschaftshistoriker Tobias Straumann. Aber er rechnet nicht mit einer Einigung, sondern einer wirtschaftlichen Entflechtung der Welt. Für die Schweiz ist er optimistisch. Sie sei für die Herausforderungen der kommenden Jahre gut gerüstet – auch falls es zur Krise kommt. Text: Benita Vogel, Ralf Kaminski

D

ie Zeichen stehen auf Wirt­ schaftskrise: Wann kommt sie? Ob es wirklich eine Krise gibt, kann niemand sagen. In den USA, in Deutschland und auch in der Schweiz läuft die Wirtschaft noch gut. Trotzdem gibt es einige beunruhigende Indikatoren. Oder ist Psychologie letztlich wichtiger? Wenn alle an eine Krise glauben, kommt sie auch? Die Psychologie war noch nie die Ursache für eine Krise, kann sie aber verstärken. Wenn alle von Rezession reden, kommt es oft zu Übertreibungen. Aber ja, es gibt tat­ sächlich negative Anzeichen: Die Industrie schwächelt. Die Staatsverschuldung ist ­überall hoch. Ein Fünftel der Unternehmen in ­Europa sind Zombiefirmen, die so hoch ­verschuldet sind, dass sie die Zinsen ihrer Kredite nicht mehr bezahlen können. ­Trotzdem: Ob und wo die Kette reissen wird, kann man schlicht nicht voraussagen. Wie problematisch wird es für die Schweiz, falls es zur Krise kommt? An sich ist die Schweiz in einer relativ kom­ fortablen Position, einzig die hohe Privat­ verschuldung im Hypothekarbereich könnte zum Problem werden. Zwar werden wir einer Wirtschaftskrise nicht ausweichen können, aber so heftig wie bei der Finanzkrise 2008 wird es nicht werden. Zwei bis drei Jahre ohne Wachstum wären aber schon möglich.

Zur aktuellen Unsicherheit gehören auch der Handelskrieg und die Abschottungs­ politik unter US-Präsident Donald ­ Trump – wie schädlich ist das? Von Krieg würde ich nicht sprechen. Indem Trump Zölle auf chinesische Produkte ­ein­geführt hat, tat er nur das, was China auch tut: die Produkte aus dem Ausland zu ver­ teuern. Auch ist es angebracht, auf dem Schutz des geistigen Eigentums zu bestehen, um die westlichen Firmen zu schützen, deren Technologien in China nach wie vor kopiert werden. Das Thema war schon lange präsent, es war höchste Zeit, dass die USA reagiert haben. Trumps Abschottungskurs gegenüber Europa hingegen ist tatsächlich schädlich. Auch andere Länder wollen ihre Wirtschaft mit Zöllen schützen. Hat die Globalisierung ihren Zenit überschritten? Sie wird nicht gestoppt, aber gebremst. Ich erwarte, dass es eine Entflechtung von China geben wird, westliche Unternehmen ihre Produkte also nicht mehr dort herstellen lassen und umgekehrt. Damit werden zwei Blöcke entstehen, wie im Kalten Krieg: ein westlicher, in dem der Freihandel bestehen bleiben wird, und ein Block um China, der seine Märkte weiterhin abschottet. Wird das zu neuen globalen Konflikten führen? Stellvertreterkonflikte gibt es schon jetzt, aber ich glaube nicht, dass es zu einem echten

Krieg zwischen grossen Nationen kommt – dafür steht einfach zu viel auf dem Spiel. Es gibt derzeit einige historische Vergleiche, die Beunruhigung auslösen. So wird zum Beispiel befürchtet, dass die Digitalisierung ähnlich massive Umbrüche bringen könnte wie die Industrialisierung vor 200 J ­ ahren. Das lässt sich nicht vergleichen – die Indu­ strialisierung damals war eine Weltrevolu­ tion, die es kein zweites Mal geben wird. Ein Wirtschaftssystem, das zu 80 Prozent aus Handwerk und Landwirtschaft bestand, wurde in eine Industrie- und Dienstleistungs-­ wirtschaft umgekrempelt. Man kann sich heute gar nicht mehr vorstellen, was für ein massiver gesellschaftlicher Einschnitt das war. Die Digitalisierung würde ich eher mit der Einführung der Elektrizität ver­ gleichen, das war viel sanfter. Was wir heute sehen, ist ein heftiger Strukturwandel einzel­ ner Branchen. Die aktuelle politische Lage wird gerne mit den 1920er- und 30er-Jahren verglichen, samt Wirtschaftskrise, Massenarbeits­ losigkeit und dem Aufstieg der Populisten. Letzteres ist ein sehr typisches Phänomen nach einer Finanzkrise. Als Erstes kommen die Populisten, danach eine protektionis­ tische Welle. Diese Reaktion ist Teil einer funktionierenden Demokratie: Wenn Rand­ parteien wachsen, müssen sich Mitteparteien bewegen.


WIRTSCHAFT | 18.11.2019 | 67

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Donald Trump und Xi Jinping streuen Sand ins Getriebe der Weltwirtschaft.


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WIRTSCHAFT | 18.11.2019 | 69

Aber heute wie damals wird vom «Ende des Kapitalismus» geraunt. Damals wegen der wachsenden Arbeitslosigkeit, heute wegen der zunehmenden Ungleichheit. In den 1930er-Jahren gab es mit der Sowjetunion ein Gegenmodell. Im «Arbeiterstaat» herrschte scheinbar Vollbeschäftigung, ­während die Weltwirtschaft gleichzeitig die schlimmste Krise durchlief. Klar, sucht man in einer solchen Situation Alternativen. Damals wusste man noch nicht, wie verheerend sich der Kommunismus auswirkte. Heute hingegen fehlt ein Gegenmodell. China ist nicht attraktiv, nicht einmal für Kapitalismuskritiker. Auch Venezuela, Nordkorea und Kuba haben Probleme. Niemand hat ein funktionierendes Alternativmodell. Die zunehmende Ungleichheit zeigt ­allerdings, dass der Kapitalismus an seine Grenzen stösst. Extreme Ungleichheiten gibt es in den USA und in Grossbritannien, die kein gut funk­ tionierendes Sozial- und Bildungssystem ­haben, aber nicht in der Schweiz. Wir haben eine ausgeglichene Einkommensverteilung und ein sehr gutes Schulsystem – man muss zum Beispiel nicht ins Gymnasium, um ­Karriere zu machen. Viel besser als die Schweiz kann man es nicht machen. Selbst die Marktlöhne vor den Sozialabzügen sind die ausgeglichensten in Europa. Aber auch in Europa werden Menschen abgehängt. Sie haben das Gefühl, trotz harter Arbeit auf keinen grünen Zweig zu kommen – und wählen dann in Deutsch­

land die AfD und in Frankreich den Front National. Aber nicht deswegen. Die AfD hat nur wegen des Themas Migration Erfolg; zuvor haben ihre Anhänger die CDU gewählt. Die ­Zu­wanderung ist Europas grösste Heraus­ forderung: Wie schafft man es, mit so vielen verschiedenen Kulturen einen gemeinsamen Nenner zu finden? Viele Länder haben die Integration 30 Jahre lang auf die leichte Schulter genommen und jetzt gemerkt, dass es so nicht funktioniert. Würden die Leute radikal, weil sie wenig verdienen, würden sie links wählen. Das ist aber nicht der Fall. Die Zahl der Sozialhilfebezüger steigt – da­ runter sind viele Leute, die im hochspezia­ lisierten Schweizer Arbeitsmarkt keinen Platz mehr finden. Im Dienstleistungsbereich gibt es Jobs, die nicht hoch spezialisiert sind: in der Gastronomie, in der Hotellerie und in der Pflege.

«Viel besser als die Schweiz kann man es nicht machen. Wir haben ein gutes Schulsystem und ausgeglichene Einkommen.» Aber überall werden immer mehr Aus­ bildungen und Zertifikate vorausgesetzt. Das hat aber weniger mit den Anforderungen zu tun als mit der unglücklichen Tendenz, alles zu verschulen und immer höhere Standards zu setzen. Und das ist tatsächlich ein riesiges Problem, weil man damit Leute ausschliesst, die absolut begabt sind, aber halt akademisch nicht brillieren. Es braucht keine Matura, um zum Beispiel eine gute Kindergärtnerin zu werden. Unser duales System mit Berufslehre und Gymnasium ist einzigartig – dazu müssen wir Sorge tragen und die Berufsausbildung stärken. Die Schweiz neigt leider dazu, sich hier zu stark an ausländische Standards anzulehnen. Das hat aber nichts mit Kapitalismus oder Ungleichheit zu tun.

Experte für Wirtschaft und Geschichte Tobias Straumann (53) hat Geschichte, Soziologie sowie Wirtschafts- und Sozialgeschichte in Zürich, Paris und Bielefeld studiert. Zwischen 1995 und 2000 war er als Journalist in Zürich und New York tätig, danach begann er eine Universitäts­­kar­riere in Lausanne. 2007 wurde er ­Privatdozent an der Universität Zürich. ­Inzwischen hat er Lehraufträge an den Universitäten Zürich und Basel in Wirtschaftswissenschaften und Philosophie. Sein Forschungsinteresse gilt vor allem der europäischen Geld- und Finanzgeschichte und der schweizerischen Wirtschafts­ geschichte. Straumann lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Zürich.

Bild: Pascal Mora/Keystone

Gefährlich wird es aber, wenn aus Popu­ lismus Extremismus wird. Mit dem Vergleich zu den 1930er-Jahren müssen wir wirklich vorsichtig sein. Das war eine sehr spezielle Zeit. Die Gesellschaft war nach dem Ersten Weltkrieg völlig ­mili­tarisiert. Die Leute gingen bewaffnet spazieren, überall sah man Uniformen. ­Zudem herrschte Revanchestimmung: Die unterlegenen Deutschen hatten das Gefühl, sich rächen zu müssen. Die etablierten ­Politiker hatten damals keine Wahl, sie ­waren an Verträge gebunden und wollten sie erfüllen, um Stabilität und gute Be­ziehungen zu garantieren. Die Rechten und die Linken akzeptierten das nicht und erhielten grossen Zulauf. Und mitten hinein platzte die ­Wirtschaftskrise, durch die alles zusammenbrach. Von solchen Verhältnissen sind wir heute weit entfernt.

Da wächst also eine keine Gruppe von Menschen heran, die keine Chance mehr hat in der Gesellschaft? Jeder, der will und sich Mühe gibt, kann etwas erreichen? Klar sind einige einfachere Industriejobs verschwunden, aber im Grunde ist das ein Fortschritt, weil diese Arbeit für viele eine Unterforderung war. Dass aber erwachsene Leute keine Chance mehr haben auf dem ­Arbeitsmarkt, das stimmt so nicht. Die ­Arbeitslosenzahlen sind tief. Aber nun haben kürzlich sogar Milliardäre den Staat dazu aufgerufen, sie stärker zu besteuern, um die gesellschaftliche ­Ungleichheit abzumildern. Und einige Banker und Unternehmer haben an­ gekündigt, dass sie nicht mehr nur für die


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WIRTSCHAFT | 18.11.2019 | 71

Aktionäre arbeiten, sondern auch Mit­ arbeiter und die Gesellschaft stärker profi­ tieren sollen. Die ganz Reichen realisieren offenbar, dass sie aufpassen müssen. Das ist auch gut so – aber das Problem stellt sich wie gesagt vor allem in den USA, von wo diese Ankündigungen auch stammen. Dort muss man in der Tat aufpassen, weil die Umverteilung nicht funktioniert. In der Schweiz aber haben wir eine sehr direkte progressive Bundessteuer – wer viel verdient, zahlt auch hohe Steuern. Auch die AHV ist eine sehr effektive Umverteilungsmaschine. Viele glauben ja, die Schweiz sei ein Steuerparadies, aber wenn man alle Abzüge berücksichtigt, stimmt das nicht. Und es besteht auch keine Gefahr, dass sich das US-System bei uns durchsetzt. In der Praxis existiert derzeit kein funk­ tionierendes Gegenmodell zum Kapita­ lismus. Gibt es im akademischen Bereich Ideen dazu? Auch wenn ich niemanden kenne, der den Kapitalismus uneingeschränkt toll findet, gibt es derzeit tatsächlich kein Gegenmodell. Die Diskussion ist eher, wie reguliert werden soll, damit es möglichst wenige Verlierer gibt, ohne dass die Innovationskraft ver­ loren geht. Es braucht eine kluge Balance zwischen privater Wirtschaft und staat­ licher Umverteilung. Die ökologischen Folgen unserer globali­ sierten Wirtschaft sind allerdings enorm. Ja, und nicht nur wegen des CO2-Ausstosses. Aus meiner Sicht ist dringender, dass die Verschmutzung der Meere, die Ausbeutung der Böden und die Vergiftung des Grundwassers gestoppt werden. Können wir daran etwas fundamental ändern, ohne unser Wirtschaftssystem zu überdenken? Die ökologischen Probleme haben wenig mit der Wirtschaftsform zu tun, im Sozialismus war es nicht besser. Es ist letztlich ein ­Koordinationsproblem: Wie bringt man alle Länder dazu, sich auf etwas zu einigen? Es gibt ja keine Sanktionsmöglichkeiten. Ist es nicht ein Grundsatzproblem? Der Kapitalismus setzt Wachstum voraus, die Menschheit wächst, die Wirtschaft wächst, der Schaden wächst. Unsere einzige Hoffnung ist es, bessere Technologien zu finden. Das ist schwierig, aber nicht unmöglich.

Es gibt aber auch ein Ressourcenproblem. Wir müssen mehr Ressourcen erneuerbar machen. Da gibts viele Erfolgsgeschichten: Einst war Wasser aus dem Zürichsee gesundheitsschädlich, heute kann man es trinken. Klar, Wachstum verursacht das Ressourcenproblem, aber es trägt auch zur Lösung bei.

Sind digitale Zahlungsmittel wie Bitcoins eine Investitionsalternative? Nein, Hände weg von Kryptowährungen! Wer da investieren will, muss wirklich über genügend Wissen und Geld verfügen. Die Schwankungen sind enorm und viele Anbieter bereits zusammengebrochen.

Kleinsparer verdienen heute fast nichts mehr – weil die Nationalbanken den ­Banken das Geld mit negativen Zinsen nachwerfen. Ja, und das Zinsniveau wird wohl weiterhin tief bleiben. Die Nationalbanken werden in der nächsten Rezession in einigen Ländern sogar dazu übergehen, die Notenpresse an­ zuwerfen, um einen Teil des Staatsdefizits zu finanzieren. Das wäre zwar ein Tabubruch – Nationalbanken sind eigentlich nur dazu da, das Bankensystem mit Geld zu versorgen –, aber was bleibt den überschuldeten Staaten anderes übrig?

Wenn man nur noch konsumiert statt spart, droht die Verschuldung weiter zu­ zunehmen. Dabei ist sie in vielen Ländern schon hoch. Wann platzt die Blase? Ich erwarte keinen Kollaps. Klar, die Privatverschuldung in der Schweiz ist wegen der Hypothekarschulden hoch. Wenn diese ­Blase platzt, haben wir tatsächlich ein Problem. Die Nationalbank hat aber bereits von den Banken den Aufbau von zusätzlichen Kapitalpuffern verlangt, um eine mögliche Krise zu dämpfen. Kommt hinzu, dass das Hypogeschäft ein sehr regionales ist und die Grossbanken nicht stark involviert sind. Das Finanzsystem würde also nicht zu-­ sammenbrechen. In den Euro-Staaten wird man höhere Defizite wegen einer Rezession zulassen und auch finanzieren. Und von den USA wissen wir, dass sie schnell eine ­Einigung finden können, wenn sie das ­Messer am Hals haben.

«Unsicherheit ist eigentlich der Normalfall. Die Ausnahme war die einzigartig stabile Zeit zwischen 1990 und 2007.» Wieso gibt es keinen grösseren Aufruhr der Kleinsparer? Weil es 80 Prozent der Bevölkerung nicht betrifft. Die Hälfte der Schweizer hat keine Ersparnisse, ein weiteres Drittel hat ­genügend Geld, um den tiefen Zinsen ­aus­zuweichen, indem es Immobilien oder ­Aktienfonds kauft. Nur etwa 20 Prozent sind Kleinsparer und können sich mit ihrem Vermögen weder Immobilien noch andere Anlagen leisten. Können sie trotzdem etwas Sinnvolles tun? Ihr Geld nützlich konsumieren, beispielsweise indem sie ihre Kinder für die Aus­ bildung ins Ausland schicken. Das ist eine gute Investition in deren Zukunft.

Alles also nur halb so schlimm? Trotzdem gibt es derzeit sehr viele pessimistische Stimmen. Nach dem Ende des Kalten Kriegs lebten wir in der Illusion, dass nun der grosse Frieden ausbricht und alle Kulturen sich in Richtung unseres liberalen Wirtschafts- und Gesellschaftsmodells entwickeln. Das war ein Irrtum und für viele im Westen eine grosse Enttäuschung. Mindestens ein Teil des Pessimismus speist sich daraus. Haben die vielen apokalyptischen Ideen auch damit zu tun, dass es uns heute so gut geht? Da kann es ja quasi nur noch abwärtsgehen? Absolut. Man ist pessimistisch, um sich besser vorzubereiten, falls die Krise wirklich kommt. Dabei leben wir in einer der besten Zeiten, die es je gegeben hat. Zugegeben, in den letzten zehn bis 15 Jahren ist die Lage unsicherer geworden. Aber Unsicherheit ist eigentlich der Normalfall. Die Ausnahme war vielmehr die einzigartig positive und stabile Zeit zwischen 1990 und 2007. Und auch das war eigentlich nur eine vermeint­ liche Stabilität. Alle Probleme, die wir jetzt haben, bauten sich damals auf. MM


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AUSFLUG | 18.11.2019 | 73

Planschen unter Palmen Die Lust auf einen Badeplausch ist gross, aber der nächste Sommer noch weit weg? In diesen Hallenbädern werden Gross und Klein auch an trüben Tagen glücklich.

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Text: Dinah Leuenberger

Bilder: Klaus Andorfer, Baschi Bender, PD

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Säntispark

Der Säntispark macht das Rutschen zum Event. Lichtshow, freier Fall und schnelle Reifen haben alle nur ein Ziel: das ­Adrenalin der Besucher fliessen lassen. Auf 1500 Metern Rutschbahn schiesst man mit bis zu ­ 40 Stundenkilometern dem ­Becken entgegen und misst sich mit seinen Rutschkollegen. Ein Spass auf der Breitrutsche oder im direkten Duell auf der SuperG-Rutsche – inklusive Zeit­ messung wie beim Skirennen. Schmerzt irgendwann der Po, erholt man sich im grosszügigen Wellnessbereich oder macht ­einen Abstecher in die vielfältige Bäderwelt. Info: Vom Bahnhof St. Gallen ist die Fahrt mit Bus Nr. 7 nur kurz. Eintritt für Erwachsene von 29 bis 50, für Kinder 19 bis 35 Franken saentispark-freizeit.ch

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Badeparadies Schwarzwald

In der Galaxie Schwarzwald die Rutschen runtersausen, unter 300 echten Palmen in ­einem Pool liegen und Karibikstimmung aufkommen lassen

2 oder in einer der zwölf Saunas ins Schwitzen kommen: Im Ba­ de­paradies Schwarzwald kommt bei allen Besuchern Ferien­ stimmung auf. Während die Galaxie mit Wasser­attraktionen für Gross und Klein für Spass sorgt, erholen sich ab 16 Jahren alle in der Palmenoase oder im Palais Vital. Dort gibts Dampfbäder, Mineralien-Pools und Sauna­ varianten auf über 6000 Qua­ dratmetern Wellnessfläche. Info: Anreise per Zug via Freiburg im Breisgau. Eintritt für Erwach­ sene 16 bis 40, für Kinder 16 Euro badeparadies-schwarzwald.de

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Bernaqua

Im Einkaufszentrum Westside gibt es kein klassisches Hallenbad. Nach modernem ­Ansatz sind die Pools in verschiedenen Räumen versteckt, so entwickelt sich ein Besuch im Erlebnisbad Bernaqua zur Erkundungstour. Zuerst zum Fluss­bad, zum Wildwasser­ canyon oder zu einer der drei Riesenrutschen? Oder den Kreislauf mit Heiss-kalt-­ Wechseln zwischen Aussenund Innenbecken anregen? ­Beides ist möglich. Wer noch mehr Action braucht, kommt

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am Mittwoch oder Wochenende: Dann bringt der Hindernisparcours mit Luftmatratzen und aufblasbaren Einhörnern oder Donuts an den Tag, wer richtig Power hat. Als Gegenpol dient das Solaqua: Man suhlt sich entspannt im 36 Grad warmen Solewasser und beobachtet an den Wänden ein einzigartiges Klangund Farbschauspiel. Eine Atmosphäre für lebhafte Tagträume. Infos: Mit dem Zug bis Bern Brünnen Westside. Eintritt für Erwachsene von 25 bis 45, für Kinder 15 bis 30 Franken bernaqua.ch

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74 | 18.11.2019 | HOBBY

Mein Hobby

«Mein Name ist Laurin. Ich bin zehn Jahre alt. Ich wollte schon immer herausfinden, wie es möglich ist, dass auf Knopfdruck Lichter leuchten oder Sound ertönt. Mein neues Hobby Program­mieren macht es ­mög­lich, das selber auszu­probieren. Da­bei habe ich ge­lernt, ge­dul­dig zu sein. ­Manch­mal dauert es eine Weile, bis ich al­­les verstanden habe.»

«Ich erfinde ein Videospiel» Im vergangenen Winter stand Laurin vor dem Fenster, als es schneite. Das brachte ihn auf die Idee, ein Videospiel mit Raumschiffen zu entwickeln. Deshalb lernt er jetzt Programmieren. Text: Nora Zukker  Bilder: Gabi Vogt

«Beim Programmieren kann es ­pas­sieren, dass man nur einen kleinen Fehler macht. ­Trotzdem funktioniert dann überhaupt nichts. Genau das finde ich spannend. Im Moment programmieren wir einen ­Taschenrechner, und das ist ein bisschen, wie wenn man ein Puzzle ­zusammensetzt, bis es funktioniert.»


HOBBY | 18.11.2019 | 75

«Als es einmal schneite, stand ich am Fenster. Auf der ­Scheibe war ein Fleck. Ich habe mir vorgestellt, jede F ­ locke sei ein Komet. Und der Fleck ein Raumschiff. Je nachdem, ­wie ich meinen Kopf bewegt habe, bin ich mit dem ­Raumschiff den Kometen ausgewichen.»

Das brauchts: «Der Calliope mini ist ein kleiner sternförmiger Computer, mit dem man Programmieren lernt. Er hat 25 LED-Lämpchen, die man zum Blinken bringen kann. Am Anfang haben wir damit ein ‹Blinkgesicht› programmiert.»

«Da hatte ich die Idee, ein Videospiel zu er­ finden, in dem man ein Raumschiff an Kometen vorbeisteuert. Es ist megaschwierig zu programmieren, dass sich der Hintergrund bewegt. Im Level zwei kommen ­einem noch andere Raumschiffe entgegen, ­denen man auch aus­weichen muss und die sich zudem angreifen.» Lesetipp «Ich finde ‹Programmieren s­ upereasy›* toll, weil da viele Ideen drin sind.» * Verlag Dorling Kindersley 2015, ab 10 Jahren; Fr. 19.90 bei exlibris.ch

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Programmieren Willst du selber eine kleine Alarmanlage bauen? Der Calliope-mini-Computer ist das Herzstück beim Programmieren. Er zeigt auf, was es braucht, damit zum Beispiel eine LED leuchtet oder ein Ton e ­ rklingt. So kann man Elek­ tronik spielerisch verstehen.

Mein Kurs «Ich gehe am Mittwoch­ nachmittag zum Program­ mieren in die ‹Turbine› in Brunnen SZ. Mein Freund Roland kommt auch mit, wir sind sieben Kinder im Kurs. Zuerst haben wir Theorie, da lerne ich, mit V ­ ariablen ­umzugehen. Danach üben wir mit dem Calliope-mini-­ Computer. So kann ich gleich alles ausprobieren.» Kursinfo: www.migmag.ch/calliope


Enchiladas mit Pangasius (für 4 Personen – fertig in 45 Minuten)

Zutaten:

Zubereitung:

• 8 Pancho Villa™ Soft Tortillas • 1 Beutel Pancho Villa™ Mexican Mix Würzmischung • 1 Glas Pancho Villa™ Salsa Mexicana Medium • 800 g tiefgefrorener Pangasius • 400 g gehackte Tomaten • 2 rote Peperoni • 2 grüne Peperoni • 1 grosse Zwiebel • 2 Knoblauchzehen • 400 g Kartoffeln, festkochend • 200 g geriebener Käse • Olivenöl • 1 kleiner Bund glatte Petersilie • 2 Limetten

Den Fisch auftauen und in 1 cm breite Streifen schneiden. Die Kartoffeln schälen und in kleine Würfel schneiden. In einen Topf mit kaltem, gesalzenem Wasser geben. Das Wasser aufkochen und die Kartoffeln darin rund 15 Min. kochen (die Kartoffeln müssen weich sein). Abgiessen und zur Seite stellen. Die Knoblauchzehen und die Zwiebel schälen und alles hacken. Die Peperoni entkernen und in kleine Würfel schneiden. Einen grosszügigen Spritzer Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Die Zwiebel 5 Min. darin dünsten, dann den Knoblauch und die Peperoni hinzufügen und weitere 5 Min. dünsten.

Weitere Rezepte unter www.pancho-villa.ch

Den Fisch, die gehackten Tomaten und die Würzmischung hinzufügen. Alles aufkochen und anschliessend auf niedriger Stufe 10 Min. köcheln, dabei regelmässig umrühren. Die Kartoffeln hinzugeben und nochmals aufkochen. Den Backofen auf 200 °C vorheizen. Die Fisch-Mischung auf den Tortillas verteilen, einrollen und mit dem Falz nach unten auf ein eingeöltes Blech legen. Die Salsa Mexicana über die Enchiladas geben, mit dem Käse bestreuen und 20 Min. im Ofen garen. Währenddessen die Petersilienblätter abzupfen. Die warmen Enchiladas mit den Petersilienblättern bestreuen und mit den Limettenschnitzen servieren.


STADT, LAND, STUTZ | 18.11.2019 | 77

Lisa Stutz (26) sucht die Balance zwischen urban und ländlich. Und pickt von beidem das Beste heraus.

Montagabend, 17.53 Uhr. «Liebe Zug­ reisende», tönt es aus den Lautsprechern der S14 Richtung Affoltern am Albis, die schon vor einigen Minuten am Zürcher Hauptbahnhof hätte losfahren sollen. «Bitte steigen Sie nicht alle an derselben Tür ein, sondern VERTEILEN Sie sich.» Bis zum stark betonten VERTEILEN wirkte der Zugchauf­ feur ziemlich kontrolliert. Er holt hörbar Luft. Mit ruhiger Stimme setzt er fort: «Wir könnten den Zug auch 1000 Meter lang ­machen – wenn Sie trotzdem alle bei der glei­ chen Tür einsteigen, werden wir nie pünkt­ licher.» Ich muss schmunzeln. «Vielen Dank und eine gute Heimreise», verabschiedet sich der geplagte Chauffeur. Die Leute im Abteil werfen sich belustigte Blicke zu. Ich stelle mir derweil eine einen Kilometer lange S14 vor. Ich finde, der Chauffeur hat einen Preis verdient: die netteste passiv-aggressive Rüge des

Jahres 2019. Und er hat irgendwie recht. Viel­ leicht sind die SBB nicht allein an allen Ver­ spätungen schuld. Vielleicht tragen wir selber dazu bei. Eine gute Denkübung: Der Coiffeur hat die Haare falsch geschnitten? Vielleicht habe ich meine Vorstellung nicht gut e­ rklärt. Das Paket war ewig unterwegs nach Deutsch­ land? Vielleicht hätte ich die A-Post wählen sollen. Der Bäcker hat keine Vollkorngipfeli mehr? Vielleicht hätte ich früher aufstehen können. Es sind nicht immer die anderen die «Dubbel». Manchmal bin ich es, manchmal beide, manchmal hat man einfach Pech. Einige Tage später sitze ich im Tram. Am Ende der Fahrt gibts wieder eine Lautspre­ cherdurchsage: «Ich möchte mich mit einem Zitat verabschieden», sagt der Chauffeur. «Lasse die Welt nicht dein Lächeln verändern, sondern verändere mit deinem Lächeln die Welt.» Auch er hat einen Preis verdient. MM

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78 | 18.11.2019 | GESUNDHEIT

Was tun bei Sodbrennen? Es brennt hinter dem Brustbein, manchmal bis in den Rachen: Sodbrennen ist unangenehm. Mögliche Ursachen und wann man den Arzt aufsuchen sollte, zeigt unsere Liste. Text: Dirk Bareiss

S

Typische Auslöser dafür sind ü ­ ppige,

fettreiche Mahlzeiten, die zusammen mit Alkohol eingenommen werden. Der anschliessende Kaffee mit Ziga­ rette ist ein weiterer Faktor, der Sod­ brennen auslösen kann. Hier helfen der Verzehr von kleineren Portionen und der Verzicht auf Alkohol, Kaffee und Nikotin. Weitere Risikofaktoren sind Über­

gewicht und einschnürende Kleidung besonders im Bauchbereich. Auch scharfe Nahrungsmittel, Pfeffermin­ ze und kohlensäurehaltige Getränke können für Sodbrennen verantwort­ lich sein. Tritt es nachts im Liegen auf, kann schon ein Anheben des Kopfteils Erleichterung bringen. Abhilfe aus der Hausapotheke kann

das klassische Natron (Natriumhydro­ gencarbonat) schaffen. Dazu wird ein Teelöffel in stillem Wasser auf­gelöst

iMpuls ist die Gesundheits­ initiative der Migros.

Fettiges und ­üppiges Essen kann Sodbrennen ver­ursachen.

und langsam getrunken. Auch Kau­ gummikauen wirkt lindernd: Es regt die Speichelproduktion an. Speichel neutralisiert die Magensäure ähnlich wie Natron. Säurearme Tees wie ­Kamillentee oder ein Glas Milch ­haben sich ebenfalls bewährt. In der Apotheke gibt es rezeptfreie, säure­ bindende Mittel.

Bei über 60-Jährigen sind erstmalige

Den Arzt aufsuchen sollte man, wenn

Bei einer Magenspiegelung lässt sich

die Symptome mehr als zwei Mal pro Woche auftreten und die genannten Verhaltensmassnahmen und Haus­ mittel nicht helfen. Das gilt auch, wenn es zu anhaltendem Erbrechen kommt oder die Symptome stark ­ausgeprägt sind.

Bei zusätzlichen Symptomen ver­ anlasst der Arzt weitere Abklärungen, zum Beispiel eine Magenspiegelung. Dann, wenn Schmerzen beim Schlu­ cken oder im Magenbereich auftreten, es zu ungewolltem Gewichtsverlust kommt oder es Anzeichen für Blutun­ gen im Magen-Darm-Bereich gibt.

Haben Sie Fragen zum Thema? Unsere Experten können sie Ihnen beantworten. Infos: migros-impuls.ch/experten

Schmerzen oder Völlegefühl im ­Magenbereich ein Warnzeichen. Auch bei familiärer Vorbelastung, wenn zum Beispiel bei einem Verwandten ersten Grades ein bösartiger Tumor im Magen-Darm-­Bereich diagnos­ tiziert wurde, sollte man weitere ­Untersuchungen veranlassen. feststellen, ob entzündliche Schäden der Schleimhaut aufgetreten und ob diese kontrollbedürftig sind. Gleich­ zeitig kann der Magen beurteilt wer­ den, und es können andere Ursachen für Sodbrennen, wie etwa ein Hoch­ rutschen des Magens durch das Zwerchfell, identifiziert werden. Zur Diagnose von Sodbrennen ist

­ eine invasive Untersuchung nötig. k In den meisten Fällen und ohne zusätz­liche Alarmzeichen hilft eine acht­wöchige Behandlung mit Proto­ nenpumpenhemmern. Sie regulieren die Säureproduktion im Magen. MM

Dr. med. Dirk Bareiss Facharzt für Innere Medizin, Medbase Basel Heuwaage

Credit: GettyImages

odbrennen wird im Engli­ schen auch als «Heart burn» bezeichnet. Es führt zu einem brennenden Gefühl hinter dem Brustbein, das die Speiseröhre entlang bis in den Mund aufsteigen kann. Ursache für den brennenden Schmerz ist ein Rückfluss von meist saurem Mageninhalt durch den Schliessmuskel zwischen Magen und Speiseröhre.


Contentpartnerschaft

FOTO & FILM | 18.11.2019 | 79

Filmen und fotografieren

Wir zeigen Ihnen, wie es geht

Tipps von Swisscom Academy

In den Kursen «Profes­ sionelle Fotos mit dem Smartphone», «Fotos ­präsentieren» und «Filmen mit dem Smartphone» können Sie unter Anleitung Funktionen, Einstellungen und Perspektiven aus­ probieren, um Ihre Fotos und Videos zu optimieren. Sie lernen Apps kennen, mit denen sich Bilder be­ arbeiten, Videos erstellen und Aufnahmen optimal präsentieren lassen.

Illustration: Vectorstock; Bild: zVg

Freude an seinen Smartphone-Aufnahmen Ein Foto vom Ausflug, ein Film über den Spaziergang mit dem Hund: Dafür ist das Smart­ phone schnell zur Hand. Kaum eine Smartphonefunktion wird so oft genutzt wie die Kamera. Doch soll das Motiv richtig in Szene gesetzt werden, gilt es ein paar Dinge zu beachten:

2. Das Smartphone beim Fotografieren oder Filmen wenn möglich immer mit ­beiden Händen halten und die Arme auf einem festen Untergrund abstützen. ­Dadurch erreicht man mehr Stabilität, und die Bilder ver­ wackeln nicht.

1. Trübe oder unscharfe ­Auf­nahmen müssen nicht sein. Um sie zu vermeiden, gilt es vor jedem Gebrauch, die Kameralinse gut zu ­reinigen, da diese nicht ­geschützt ist.

3. Auf den Blitz verzichten, stattdessen die Funktion «HDR» wählen und auf dem Bildschirm die Helligkeit einstellen. Das Smartphone reguliert dann die Belichtung automatisch.

4. Ab und zu die Kamera­ position wechseln, um das ­Motiv aus verschiedenen Perspektiven einzufangen. Weitere Tipps und Tricks ver­ mitteln die Trainer von Swiss­ com Academy (siehe Box).

Anmeldung und Infos: www.swisscom.ch/academy Gratisnummer: 0800 33 55 77

Sylvia Josko Trainerin Swisscom Academy

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18.11.2019 | 81

os

Ab in den Supermarkt

Eine Lehre im Supermarkt ist ­­ abwechslungsreich.

In den Supermärkten der Migros Aare gibt es viele Lehrstellen. Ob im Bereich Nahrungs- und Genussmittel, an der Fleisch- und Fischtheke, in der Blumen­ abteilung, im Bereich Textil oder in der Haushaltsabteilung – im Migros-­Super­ markt lernt man viel für die berufliche

r ig re M Aa

LEHRSTELLEN

Zukunft, arbeitet mit netten Leuten ­zusammen und wird Teil der Migros-­ Familie. Übrigens: Die Migros ist dafür bekannt, Lernende nach einem erfolg­ reichen Ab­schluss gerne weiter­ zubeschäftigen. Lehrstellen: migros-gruppe.jobs/lehre-gmaa

Köstliche Weihnachts­ spezialitäten Ob feine Lebkuchen, Stollen, Spitzbuben mit Tannensujet, ­Biberli und Advents­ sterne oder feine Konfekt­teige: In den Supermärkten der ­Migros Aare kommt jetzt so richtig Weih­ nachts­stimmung auf.

Bei der Migros Aare gibt es feine Partyplatten.

Entspannt feiern

KLUBSCHULTIPP

Den Weihnachtsschmaus geniessen – ohne zuvor stundenlang in der Küche zu stehen? Das geht, weil die Catering Services der Migros Aare von Partyplatten über individuellen Partyservice bis zu einem kompletten Catering alles bieten.

Bild: zVg

V

or Weihnachten gibt es alle Hände voll zu tun: mit den Kindern basteln, Geschenke besorgen und verpacken oder die Wohnung weih­ nachtlich dekorieren. Wer keine Lust hat, sich um den Weihnachts­ schmaus zu kümmern, aber trotz­ dem ein feines Znacht geniessen möchte, findet bei der Migros Aare von Fingerfood bis zum Galabuffet alles. Das Ziel: ohne Vorbereitung­s­ stress ein schönes Fest zu erleben. Beliebt sind die Rustico-Platte mit Bündnerfleisch, Rohschinken, Käse sowie die Käseplatte. Es gibt aber auch Platten für Vegetarier oder Gourmets mit Rauchlachs,

Crevetten und Roastbeef. Wer leichtes Essen bevorzugt, ist mit ­einer Sushi-Platte oder einem Sa­ latbuffet gut bedient. Die Catering Services der Migros Aare bieten ganze Menüs wie Schweinsnier­ stückbraten mit Kartoffelgratin oder Älplermagronen an. Auch Dessertplatten, Cakes oder Torten kann man sich liefern lassen. Bis Ende des Jahres wird die Migros Aare rund 700 Anlässe mit Buffets beliefert haben. Davon am häufigsten Firmen- und Familien­ feste – wie an Weihnachten. Die Gastro-Profis der Migros Aare ­bereiten alle Speisen frisch und termingerecht vor. MM

Bestellen Online oder in einem der Migros-­Restaurants oder ­-Take-aways Fristen: Spätestens 2 Tage vor ­Abholtermin für Platten, Brote und Desserts. Spätestens 7 Tage vor Abholtermin für Salate und warme Gerichte. Kurzfristige Bestellungen in der Filiale in Ihrer Nähe tätigen. Abholen Zum gewünschten Termin trans­ portfertig verpackt im Migros-­ Restaurant oder -Take-away. Auf Wunsch Lieferung gegen Aufpreis. Alle Angebote auf migrosaare.ch/partyservice

1 × 1 des Konflikt­ managements In diesem Kurs lernt man, besser mit Konflikten umzugehen, und erfährt vieles über die Grund­ lagen der Mediation. Nach dem Kurs erkennt man eigene Konflikt­ muster und meistert Mei­ nungsverschiedenheiten, bevor sie eskalieren. Konflikte besser lösen 7 Lektionen kosten 420 Franken klubschule.ch Tel. 0844 844 900


82 | 18.11.2019 | MIGROS AARE

Mirko Buri (rechts) und Pierre-Yves Bernasconi führen neben Restaurant und Laden auch ein Testlabor. Ihr Wurf: Die Foodoo-Bouillon aus Food-Waste-Gemüse.

Mit Grosis Rezept gegen Food Waste Statt im Abfall landen krumme Rüebli in der Bouillon von Mirko Buri. Mit Herz und Seele und Kochlöffel kämpft der ehemalige Spitzengastronom gegen die Verschwendung von Lebensmitteln. «Foodoo» steht heute auch in den Regalen von 80 Migros-Filialen und Voi-Migros-Partnern. Text: Pia Schüpbach  Bilder: Thomas Baumann

N

ein, nein, ein Koch macht einen Fond», antwortete Mirko Buri der ­alten Frau auf ihre Frage, ob er eine Bouillonpaste ohne Palmfett hätte. Am folgenden Tag brachte sie einen Zettel in Buris Restaurant «Mein Küchenchef». In ­krakeliger Schrift stand darauf das Rezept für eine Gemüsebouillon. «Ich habe es an den Kühlschrank geheftet und vergessen», gesteht Buri. Das war vor drei Jahren. Das Thema «Food Waste» beschäftigt den umtriebigen 36-Jährigen. In Köniz BE er­ öffnete Buri mit seinem Schwager PierreYves Bernasconi vor vier Jahren ein Restaurant mit dem Ziel einer No-Waste-Küche, also

ohne Lebensmittel zu verschwenden. Dazu gehört, dass jemand aus seinem Team bei den Bauern vorbeigeht, um die zu krummen Rüeb­ li oder zu grossen Äpfel ab­zuholen, die es nicht in die Läden geschafft haben. Aber auch, dass Rüstabfälle weiterverwertet werden: Aus ­Rüeblischalen entsteht Karot­tensalz, aus Orangenschalen stellt er Orangenzucker her. Bouillonpaste aus 70 Prozent Gemüse

In Mirko Buris Restaurant «Mein Küchenchef» kann man nicht nur essen, sondern auch Lebensmittel kaufen. Auch bei den Food-Save-Banketten in der Stadt Bern ­en­gagiert sich der gelernte Koch seit vier

­ ahren mit Herz und Seele und Kochlöffel. J Als ein Hotelfachschüler bei Buri ein ­Praktikum machte, sinnierten die beiden über vergessenes Wissen beim Kochen. Da erinnerte sich Buri an den Fresszettel am Kühlschrank. Er bat den Lernenden, das Rezept der alten Frau auszuprobieren. Nach nur 15 Minuten hatte er die Bouillonpaste hergestellt. «Und sie schmeckte s­ augut», erzählt Buri lachend. Hinter dem Rezept steckt die «uralte Technik des Einsalzens». Als Buri realisierte, dass die Zutaten zu 70 Prozent aus Gemüse bestanden, jubelte er innerlich. Denn plötz­lich wurde ihm bewusst, wie er all das Ge­müse


| 18.11.2019 | 83

os

r ig re M Aa WEIHNACHTSMARKT

Als Mirko Buri zu Hause kochte, realisierte er, wie viel Essen in einem Privathaushalt verschwendet wird.

verwer­ten konnte, das «auf den Feldern veraus Mirko Buris Team hatte bereits Kontakte reckt»: in einer Bouillon. «Foodoo» war gebo- zur Migros Aare und begeisterte die Migros-­ ren. «Bouillon brauchen alle immer wieder.» Leute für Foodoo. «Geholfen hat zudem, dass Seit dem Film «Taste the waste» und der das Foodoo-­Team dieses Produkt in ‹Aus der Geburt seines Sohns Nilo vor sechs Jahren Region. Für die Region.›-­Qualität anbieten hatte es den Koch immer ­weiter weg von der konnte», sagt Roman Schaub, Leiter Food/ Spitzen­gastronomie gezogen – hin zur einNoon-Food bei der Migros Aare. Nun steht fachen Küche ohne Food Waste. die Bouillon im Regal von 80 Sein Credo: «Nicht das Rüebli Filialen. «Wir bewegen uns muss sich der Maschine vorwiegend in der Food-Wasteanpassen. Sondern umgekehrt.» Szene. Mit der Migros haben Vor zwei Jahren initiierte Buri wir die Riesenchance, mehr zu die sogenannten Foodoo-­ be­wegen», sagt Mirko Buri. Factories: Dort rüsten und Für die Migros Aare wird das schneiden Freiwillige zu Gemüse nicht an den Foodoo-­ ­Musik aussortiertes Gemüse, Factories, sondern von der aus dem die Bouillon herge­ ­Stiftung Transfair in Thun stellt wird. «Die Idee entstand gerüstet. So ist «Foodoo» nicht in Anlehnung an die in Nord­ nur ein Projekt gegen Food europa existierenden Schnippel-­ Waste, sondern bietet auch ­Discos, bei denen an einem Menschen mit Beeinträch­ Fest das Gemüse zu Suppe tigung eine Aufgabe. Zudem ­verarbeitet wird», erklärt Buri. Mirko Buri spendet Buri einen Teil des In diesem Jahr fanden Koch ­Erlöses von «Foodoo» an ­Foodoo-Factories mit über ­Organisationen, die sich gegen 1000 Freiwilligen in Köniz, Food Waste engagieren. Zwar Freiburg und Worb statt. Bauern aus der können der 36-Jährige und sein dreiköpfiges Umgebung der Factories brachten Gemüse, Team nicht von «Foodoo» allein leben. daraus produzierten Buri und sein Team Doch der Tausendsassa hat neben seinem jeweils ein bis zwei Tonnen Paste. Heute hat Restaurant und L ­ aden genügend Projekte, Buri ein Netzwerk von rund 45 Bauern. Mit um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. seinem wichtigsten Partner, «Gutknecht Am Anfang stand ein Notizzettel mit Gemüse» aus Kerzers, teilt er die Vision von ­einem Rezept. Die alte Frau sei leider weniger Food Waste in der Schweiz. nie mehr bei ihm aufgetaucht, bedauert Vor zwölf Monaten nahm die Migros Aare ­Mirko Buri. «Aber ihre Bouillon wird die Bouillon in ihr Sortiment auf. Jürg Burri ­bleiben.» MM

«Nicht das Rüebli muss sich der Maschine anpassen. Sondern umgekehrt.»

Samichlous, Eselreiten, Sonntagsverkauf im Lyssbachpark Im Einkaufscenter Lyss­ bachpark in Lyss findet am Wochenende vom 22. bis 24. November der Weih­ nachtsmarkt mit Sonntags­ verkauf statt. Diverse Markt­stände locken mit Hand­werkskunst, kulina­ri­schen Köstlichkeiten oder Glühwein und Weih­ nachtsmusik. Kinder können an allen drei Tagen Esel reiten. Am Sonntag besucht der Samichlous den Weihnachtsmarkt, und die Kinder können sich schminken, Adventskerzen bemalen oder Lebkuchen verzieren. Zudem lassen Anita & Maik mit ihren über 50 Konzertglocken klas­ sische und weih­nachtliche Musik erklingen. Weihnachtsmarkt: Freitag, 22. November, 14 bis 20 Uhr; Samstag, 23. November, 9 bis 17 Uhr; Sonntag, 24. No­vember, 10 bis 17 Uhr Info: lyssbachpark-center.ch


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«Chasch mirs nachene twinte!» Wettbewerb TWINT verlost 10 000 Franken

Nutze mindestens drei der rechts beschriebenen TWINT-Funktionen bis Ende Dezember 2019, damit nimmst du automatisch an der Verlosung von 20 × 500 Franken teil. Mehr dazu: twint.ch/wettbewerb

Unter Freunden per App Geld einfordern oder versenden: TWINT gehört heute zum Alltag vieler Schweizerinnen und Schweizer.

Erst kritisiert und belächelt, jetzt für viele unverzichtbar im Alltag: Die Bezahl-App TWINT hat sich durchgesetzt. Auf der Post, in Läden, Restaurants und Bars – seit rund vier Jahren hat man mancherorts die Möglichkeit, statt mit Bargeld oder Karte mit dem Smartphone zu bezahlen.

Dies dank der Bezahl-App TWINT, die aber noch mehr kann: Die App ermöglicht den Geldtransfer von Handy zu Handy. Nicht zuletzt kämpften auch internationale Systeme von Apple oder Samsung um die Gunst der Nutzer. Diese w ­ aren zu Beginn sehr skeptisch. Immerhin wurde die Möglichkeit, jemandem digital Geld aufs Smartphone zu überweisen, rege genutzt. Diese sogenannten Peer-to-Peer-Zahlungen (P2P)

d­ ürften mit dazu bei­getragen haben, dass TWINT doch noch die Kurve g­ ekratzt hat. So sollen bis Ende Jahr gegen zwei Millionen User TWINT nutzen. Und über 70 Banken setzen auf die m ­ obile Bezahllösung. Besonders beliebt ist TWINT bei Männern zwischen 20 und 40 Jahren. Aber auch die etwas ä­ ltere Generation weiss die Bezahl­lösung zu schätzen. So überweisen beispielsweise manche Eltern ihren

Twinten für Dummies Du hättest gerne TWINT, weisst aber nicht, wie das funktioniert? Es ist ganz einfach: • Du gehst auf twint.ch. • Du wählst die TWINT-App deiner Bank aus. • Du lädst die App herunter und verbindest TWINT mit ­deinem Bankkonto oder ­deiner Kreditkarte. • Fertig. Jetzt kannst du mit TWINT bezahlen und weitere Funktionen nutzen.

• Bezahlen: Du öffnest die TwintApp, tippst auf das QR-CodeSymbol und scannst den Code. Oder falls ein Beacon vorhanden ist, hältst Du dein Smartphone einfach an den Twint-Beacon. • Geld senden oder einfordern: Betrag eingeben, Empfänger wählen oder dessen Handy­ nummer eingeben und nach Wunsch eine Nachricht mit­ senden.

BILD: STEVAN BUKVIC

Kindern das Sackgeld oder das Geld für Schulmaterial direkt aufs Smartphone. Gemäss einer Studie der ZHAW und der Uni St. Gallen könnten sich über 70 Prozent der befragten Nutzer vorstellen, das mobile Bezahlen in den kommenden drei Jahren ­häufiger zu nutzen. Ein noch ­grösserer Vertrauens­beweis ist aber die Tatsache, dass das Verb «twinten» Eingang in die Alltagssprache gefunden hat.

Digitales Bargeld – kaufen, zahlen und spenden Alles Wissenswerte zu TWINT gibt es über diesen QR-Code. So einfach gehts: Kamera-App starten, draufhalten, runter­ laden, fertig. Nebst vielen Informationen findest du auch alle wohltätigen Organisationen, die du mit deiner TWINT-Spende bei ihrer Arbeit für eine bessere Welt unterstützen kannst. Eine gute Sache, oder?


PUBLIREPORTAGE

Ein ganzer Tag ohne Bargeld

Bezahlen mit digitalem Bargeld auf dem Smartphone­

Bargeldlos und ohne Kreditkarte durch den Tag? Kein Problem, wenn man das Smartphone dabeihat – und wer hat das nicht? 7.30 Uhr: Du nimmst den Zug zur Arbeit – und da bist du nicht der Einzige. Immerhin ersparst du dir das Anstehen am Automaten, weil du dir das Ticket direkt übers Smartphone checkst. 7.35 Uhr: Wie üblich sind sämtliche Sitzplätze schon besetzt. Und dann hört auch noch ein Mitreisender mit seinen Kopfhörern viel zu

BILD: STEVAN BUKVIC

laut so richtig grottenschlechte Musik. Aber nicht mit dir. Du buchst übers Smartphone einen Klassenwechsel und setzt dich bequem in die ruhige 1. Klasse. 8.00 Uhr: Am Bahnhof angekommen, brauchst du dringend einen Kaffee und ein frisches Gipfeli. Beides ist im Shop über den QRCode schnell bezahlt, denn dafür brauchst du nicht mal Mobilfunkempfang. 12.30 Uhr: Das Menü im Restaurant hast du natürlich auch mit TWINT bezahlt. Aber die Frau am Blumenstand akzeptiert nur Bares. Wird nun nichts mit dem Geburi-Strauss fürs Mami? Zum Glück hast du deinen Kollegen dabei. Der pumpt dir 30 Franken, die du ihm

à la minute per TWINT ­wieder zurückzahlst. 15.00 Uhr: Zwar ist noch lange nicht Wochenende, aber du machst dir bereits Gedanken, was dann so läuft. Kino oder Konzert oder Fussballmatch? Das Ticket kaufst du dir im ­Onlineshop und bezahlst übers Smartphone.

17.30 Uhr: Zeit fürs Feierabendbier mit den Arbeitskollegen. Und da ist das Personal noch so dankbar, dass nicht jeder einzeln bar bezahlt. Einer übernimmt die ganze Rechnung, und die Kollegen twinten ihm die Einzelbeiträge retour. 18.00 Uhr: Der ÖV bleibt dir für einmal erspart, denn dein Kollege nimmt dich mit dem Auto mit. Und weil ihr etwas früher dran seid als geplant, bekommt dieser die zu viel bezahlte Parkzeit per TWINT gutgeschrieben. 18.15 Uhr: Auf dem Heimweg macht ihr noch einen Abstecher zum Hofladen. Dein Kühlschrank ist nämlich leer, und hier bekommst du frisches Obst, Gemüse, Milch und allerhand Selbstgemachtes. Sobald du deinen Einkauf beendet hast, öffnest du die TWINT-App, scannst den QR-Code ein, gibst den Totalbetrag ein und bestätigst die Zahlung. Und schon kannst du dich auf einen feinen Znacht mit regionalen Frischeprodukten freuen.

Clever: Sogar im Hofladen ohne Bargeld einkaufen

BILD: TWINT

Parkieren ohne Münz

Parkgebühren per Knopfdruck begleichen

BILD: STEVAN BUKVIC

Als Autofahrer ist dir diese Situation nur zu gut bekannt: Du hast endlich einen Parkplatz gefunden, aber wieder mal kein Münz für die Parkuhr. Eine Busse riskieren? Sicher nöd. Denn dafür gibt es ja TWINT. Du scannst einfach mit der TWINTApp den QR-Code, der an der Parkuhr angebracht ist. Ist es das erste Mal, gibst du zudem

deine Autonummer ein. Nun wählst du die Parkdauer und bestätigst die Zahlung. Du bist schon früher wieder zurück? Kein Problem, denn die bezahlte Parkzeit kann vorzeitig abgebrochen werden. Die Differenz bekommst du direkt via TWINTApp wieder zurück. Denn wer will denn schon Geld an eine Parkuhr verschenken?

Was die App alles kann Online Ob Jeans oder Konzertticket: Beim Onlineshopping benötigt man weder Kreditkarte noch Kontonummer. Einfach mit der TWINTApp den QR-Code scannen. Shopping Viele ­Detailhändler sowie Automaten und ­sogar Hofläden bei Bauern bieten die Möglichkeit, bargeldlos übers Smartphone zu bezahlen – per QR-Code oder über Beacons. Parking Nicht nur die Park­gebühr lässt sich übers Handy bezahlen: Man bekommt auch ein allfälliges Restguthaben gutgeschrieben. Tickets Nicht nur am Billettautomaten am Bahnhof, sondern auch im Webshop der SBB kann man mit Twint ­bezahlen. Einfach den Anweisungen auf dem Automaten oder im Shop folgen. P2P Geld lässt sich auch von Smartphone zu Smartphone überweisen. Dazu muss man lediglich die Handynummer des Begünstigten kennen. Dies gilt auch, wenn man Geld einfordern will.


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3. Tag – San Gimignano & der Wein Das fantastische San Gimignano – das «Manhattan der Toskana» – erwartet uns heute Vormittag mit seiner vollen Pracht. Die pittoreske Stadt mit den charakteristischen Geschlechtertürmen begeistert jeden Besucher. Freuen Sie sich auf einen interessanten Rundgang, welchen wir in einer bekannten Eisdiele mit einem feinen Gelato beenden. Am Nachmittag kehren wir auf einem Weingut im Raum San Gimignano ein und geniessen bei einer Degustation einige köstliche toskanische Weine. Ein gemütlicher Nachmittag in bester Gesellschaft! 4. Tag – Prato & Florenz Am Vormittag besichtigen wir in Prato einen Herstellungsbetrieb für bekanntes, toskanisches Mandelgebäck und verköstigen die bekannten Cantuccini. Im Anschluss erwartet

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Die schlaue Ecke a) Erkennen Sie das Muster? Welcher Buchstabe folgt als nächster?

A E F H I K L M b) Welche zehn aufeinanderfolgenden Zahlen ergeben, wenn man sie zusammenzählt, die Summe 105?

? + ? + ? + ? + ? + ? + ? + ? + ? + ? = 105 Teilnahmebedingungen Gewinnspiele: Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Keine Barauszahlung. Computergesteuerte Massenteilnahmen sind nicht gewinnberechtigt. Die Mitarbeitenden der Migros-Medien sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Gewinner werden schriftlich benachrichtigt und mit Namen und Wohnort veröffentlicht.


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RÄTSEL | 18.11.2019 | 97

Gewinnen Sie eine von 4 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! 4×

Quiz

Paroli

2 × 100 Franken zu gewinnen

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Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort.

Tragen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Das Lösungswort ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1 bis 5.

Wenn jemand grossen Tatendrang hat, sticht ihn der … R Weizen

S Hafer

U Roggen

Welcher Ort zählt zu den Zähringerstädten? T Bern

M Basel

O Zürich

Welches Gestein gilt als Namensgeber für ein Erdzeitalter? G Gneis

U Kreide

S Sandstein

Oberhalb welcher Stadt steht die Kirche Madonna del Sasso? A Lugano

I

D Locarno

Ascona

So nehmen Sie teil:

Wo arbeitet ein Grundbauer? I

R Acker

Tiefbau

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S Wald

Mit was hat das Kessler-Syndrom zu tun? U Weltraummüll

A Zwillinge

E Farbkomplex

Bimaru

Was bezeichnet man mit den «Roaring Forties»? S Lokomotiven 1

2

3

E Musikrichtung 4

5

6

5 1

Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

M Westwindzone 7

Lösungswort

So nehmen Sie teil: Tel.: 0901 560 042 (Fr. 1.–/Anruf ) SMS: Senden Sie MMD2, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an 530 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD2 ATEMZUG. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte (A-Post): Migros-Magazin, Quiz, Postfach, 8074 Zürich Internet: migrosmagazin.ch/wettbewerbe (kostenlos) Teilnahmeschluss: Sonntag, 24.11.2019, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

0 2 3 0 1 4 2 2 1

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Kreuzworträtsel Lösung Nr. 46 TreppenlifTe

Sudoku Lösung Nr. 46

Paroli Lösung Nr. 46

Quiz Lösung Nr. 46

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Albert Vogler, Bachenbülach ZH; Elsbeth Buchmann, Wilchingen SH

Rolf Stutz, Felben TG; Walter Barmettler, Weggis LU

Auflösung die schlaue Ecke Nr. 47 a) N. Dieser Buchstabe ist der nächste in der Reihe, der nur aus «geraden» Strichen besteht. b) 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15 5 Zahlenpaare à 21 (6 + 15, 7 + 14, 8 + 13, …)


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100 | 18.11.2019 | MEINE WELT

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Mein liebstes Produkt aus der Migros «Den Sparschäler kaufe ich immer wieder – ich ­verschenke ihn auch oft.»

«Ich kämpfe für eine bessere Welt»

Am 28. November kommt sein neuer Spielfilm «Baghdad in My Shadow» in die Kinos. Abseits vom Set ist Filmemacher Samir gerne in der Küche, an Klima-Demos oder in der Nähe von Frau und Tochter. Text: Lisa Stutz Bilder: Daniel Winkler


MEINE WELT | 18.11.2019 | 101

1 Mein Bauerndorf «Lavin im Unter­ engadin ist einer meiner Lieblingsorte. Nicht nur wegen der wunderbaren Berg­ landschaft, sondern auch wegen der Menschen. Sie sind keine verschlosse­ nen Bergler, sondern sehr weltoffen.» 2 Meine Bücher «Bei uns in der Woh­ nung findet man viele Bücher. Am liebs­ ten lese ich, wenn alle im Bett sind. Ist ein Buch spannend, kann es dabei auch mal Morgen werden. Ich lese vor allem Dreh­ bücher, Sachbücher und Belletristik.»

Name Samir (64) Wohnort Zürich Das läuft bei mir «Im Moment bin ich vielbeschäftigt. Ich veröffentliche meinen ersten Spielfilm nach 15 Jah­ ren. ‹Baghdad in My Shadow› kommt am 28. November in die Kinos. Darin treffen Exil-Iraker aufeinander. Etwa die Architektin Amal, die vor ihrem Ex-Mann auf der Flucht ist. Sie wird von Zahraa Ghandour (Bild rechts) gespielt, die in Bagdad als kritische Journalistin und Frauenaktivistin ­bekannt ist. Für den Film hat sie grosse Risiken auf sich genommen – ihre Rolle behandelt Tabus, die in der ­arabischen Welt aus der Unter­ drückung der Frauen resultieren. Der Film wurde an verschiedenen ­internationalen Festivals gezeigt, die ich auch besuchte. Jetzt bin ich gespannt auf den Kinostart.»

3

3 Meine Verbündete «Meine Frau Stina (55) ist neben meiner Tochter Selma (16)

Bilder: © Dschoint Ventschr Filmproduktion, zVg

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Filmszene aus «Baghdad in My Shadow», dem neuen Spielfilm von Samir

der wichtigste Mensch in meinem ­Leben. Nicht nur, weil ich sie über alles liebe, auch, weil Stina als Filmemacherin sehr talentiert ist. Ihre Kritik kann furcht­ bar sein, ist aber immer konstruktiv.»

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4 Meine Meditation «Ich bin der Koch zu Hause. Dabei kann ich ganz bei mir sein, es ist fast wie Meditation. Arabische Speisen mit Aubergine und Kichererbsen sind wichtig für mein Wohlbefinden.» 5 Meine Ziele «Ich kämpfe für eine ­bessere Welt. Ich mache das, indem ich politisch aktiv bin und an Demonstratio­ nen gehe. Diese Klima-Kleber liegen im Eingangsbereich unserer Wohnung.»

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6 Meine Tochter «Zurzeit vermissen wir Selma. Sie ist für ein Austauschjahr nach Tunesien gereist. Bevor sie im ­August ging, zeichnete sie dieses Bild von sich. Wir sind stolz auf sie!»  MM


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Die kleine Eule Mimi Das Gummiband

«Mega!», ruft Mimi, als beim Aufräumen ein altes Gummiband auftaucht. «Daraus kann ich doch bestimmt ein Katapult für meinen Modellflieger bauen», freut Mimi sich lautstark. Und damit ist es mit dem Aufräumen auch schon wieder vorbei. Wer räumt denn schon auf, wenn man stattdessen einen Modellflieger aus leichtem Holz mit Katapult bauen kann? Mimi sicherlich nicht. Ach ja: Mimi ist übrigens eine Eule. Eine kleine Eule mit einer Riesenfantasie und enorm viel Freude am Basteln. Sie denkt sich die wildesten Abenteuer aus und hat die tollsten Ideen, was man alles basteln kann. Die Abenteuer erlebt die kleine Eule am liebsten mit ihren Freunden Evi, dem Eichhörnchen, Edi, dem Fuchs, und Lou, dem Hasen. Und genau für die möchte Mimi noch Geschenke basteln. Schliesslich ist bald Weihnachten. Dem Eichhörnchen Evi möchte die kleine Eule ein Fernrohr schenken. Edi, der Fuchs, soll eine Schneekugel bekommen. Und für den Hasen Lou bastelt sie den Modellflieger.

«Jetzt aber los», denkt Mimi sich und holt die Bastelsachen und den selbst gemalten Bauplan für den Flieger aus dem Schrank. Die kleine Eule grübelt und probiert, wie sich mit dem Gummiband ein Katapult bauen lässt, und spricht dabei leise vor sich hin: «Also. Wenn ich das Gummiband hier befestige, dann müsste es klappen.» Da schaut plötzlich ihr Vater ins Zimmer. «Was bastelst du denn heute?», möchte er von Mimi wissen. «Na, einen Flieger für Lou», antwortet Mimi und fügt gleich noch an: «Gerade überlege ich, wie der Flieger starten könnte. Am besten wohl mit diesem Gummiband als Katapult.» Darauf hockt sich der Vater neben die kleine Eule. Er

Ein Gesc e hich zum Selbe te rle oder Vorle sen lasse sen n

einzuzeichnen. Gemeinsam schneiden, malen und kleben sie am Flieger herum. Freudestrahlend haben sie es zusammen geschafft: Der Modellflieger aus Holz mit Gummibandmotor ist endlich fertig. Doch dann passiert es: Als Mimi den fertigen Flieger mit aufgezogenem Gummibandmotor in der Hand hält, stösst ihr Vater sie aus Versehen an. Dadurch lässt die kleine Eule den Flieger los, der plötzlich ganz allein aus dem Fenster Richtung Wald fliegt. Und Mimi schnell hinterher. Raus aus dem Baumhaus und rein ins nächste Abenteuer. Aber das ist eine Geschichte für ein anderes Mal.

SPICK «Zeig mir doch mal deine Baupläne»

liebt es, mit Mimi zu basteln und neue Dinge zu entwickeln. «Zeig mir doch mal deine Baupläne», bittet er sie. Mit den Plänen in der Hand schaut der Vater immer wieder zwischen Gummiband, Modellflieger und Bauplan hin und her. Und nach einer Weile guckt er Mimi freudestrahlend an. «Und wie wäre es, wenn du mit dem Gummiband einen Gummibandmotor bauen würdest? Dann kann der Flieger alleine fliegen.» – «Grossartige Idee!», ruft Mimi begeistert und fängt sofort an, die neue Konstruktion in den Bauplan

Das nächste Abenteuer der kleinen Eule Mimi kannst du nächste Woche lesen. Natürlich wieder im Migros Magazin. Mimis Abenteuer findest du auch online auf migros.ch/bastelboxen


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