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Migros-Magazin-47-2018-d-LU

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Ausgabe Luzern, AZA 1953 Sion Response Zentral

Ein kleiner Migroswichtel mit einem grossen Wunsch.

Bitte Wohnungswechsel der Post melden oder dem regionalen Mitgliederdienst: Tel. 041 - 455 70 38, E-mail: genossenschaftsregister@migrosluzern.ch


Das schönste Geschenk: miteinander feiern. Eines Nachts, kurz vor Weihnachten, leuchtete in einer Migros-Filiale eine Kasse rot auf. Das Licht kam von Finn, dem Migroswichtel. Er sass in seinem kleinen Zuhause in der Migros-Scannerkasse. In seinen Händen lag ein altes Familienfoto. Darauf war er mit seinen Wichtel-Eltern abgebildet. Nachdem er das Bild sehnsüchtig betrachtet hatte, packte Finn es sorgfältig in seinen Rucksack. Seine beiden Wichtel-Freundinnen Eli und Lucy versuchten voller Sorge, Finn zum Bleiben zu überreden. Kein Migroswichtel hatte sich jemals auf so eine lange und gefährliche Reise begeben. Doch Finn hatte es sich fest vorgenommen: Diese Weihnachten würde er mit seinen Eltern feiern. Eli und Lucy sahen ihm nach, bis er in der kalten Nacht verschwunden war.

Finn hatte seine Eltern schon lange nicht mehr gesehen. Unterwegs dachte er oft an sie. Er erinnerte sich auch genau daran, wie es dazu kam, dass er von ihnen getrennt wurde. Das fing nämlich damit an, dass er als Kind seine Eltern so gerne bei der Arbeit beobachtete. Und als er grösser und grösser wurde, wuchs in ihm der Wunsch, auch ein Migroswichtel wie seine Eltern zu werden. So oft es ging, nahm er ihnen Arbeit ab. Wenn sein Vater auch nur mal hustete, schickte Finn ihn gleich ins Wichtel-Bett und tippte voller Freude für ihn die Preise ein. Seinen Eltern war klar, dass Finn seine eigene Kasse brauchte. Denn für einen Migroswichtel gibt es fast nichts Schlimmeres, als nicht mithelfen zu können. Als Finn einmal durch das Lager der Filiale spazierte, entdeckte er etwas Grosses, das unter einer Plastikplane versteckt war. Vorsichtig krabbelte er darunter und traute seinen Augen kaum – da stand eine ganz neue, funkelnde Scannerkasse vor ihm.

So etwas hatte er noch nie gesehen. Sofort zeigte er die moderne Kasse seinen Eltern. Aufgeregt fragte Finn, welcher Migroswichtel denn hier wohne? Niemand, sagte Mama, diese Kasse war frei. Sofort wollte Finn wissen, ob er sie nicht haben könne. Seine Mutter sagte Ja, aber Papa runzelte die Stirn und schaute sich die Plane genauer an. Doch das bekam Finn gar nicht mit. Er war schon losgerannt, um seine Sachen zu holen. Finn machte sich mit der modernen Technik vertraut, da kam sein Vater. In der Hand hielt er einen grossen Zettel, den er aussen an der Kasse gefunden hatte. Es war ein Adressetikett. Finn sah es an – und sein kleines Herz zerbrach in 1000 Stücke. Die Kasse war gar nicht für diese Filiale bestimmt. Sie würde schon bald in eine weit entfernte Migros-Filiale gebracht werden.


MM47, 19.11.2018 www.migrosmagazin.ch

Der Landesstreik hat die Schweiz positiv geprägt Seite 38

Auf Social Media die Erde retten Seite 12

Herbert Grönemeyer

24 Türchen für die Lieben: Was dahintersteckt Seite 86

Tumult für eine bessere Welt

Bild: Antoine Melis

Seite 26

Migusto-Rezept S. 67 | Kinderwissen S. 92 | Halswehprävention S. 95


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MM47, 19.11.2018  7

V Editorial

Eines Tages werde ich … Viele von uns haben Grosses vor: auswandern, sich selbständig machen, eigenhändig ein Haus bauen. Die meisten aber schieben den grossen Tag, an dem alles anders, besser wird, jahrelang vor sich her. Und gucken den Auswanderern, Hausbauern, Jobwechslern im Fernsehen zu. Charles Michel und Doris Codiga haben ihre Idee von «Eines Tages» wahrgemacht. Sie träumten von einem anderen Land, einer neuen Berufung, einem anderen Dach über dem Kopf. Und obenauf wollten sie noch ein bisschen die Welt verbessern. «Wer nimmt schon das Erbe der Kinder und kauft ein Schiff, um damit in die Arktis zu reisen?», fragt Charles Michel. Der langjährige SRF-Dokumentarfilmer und seine Frau wissen, dass ihr neuer Lebens­ entwurf nicht jedermanns ­Sache wäre. Das Paar hat meiner Kollegin Dinah Leuen­berger erzählt, warum die Zeit eines Tages reif war, das Abenteuer anzutreten. (S. 12) Herbert Grönemeyer ist keiner, der sagt: «Eines Tages werde ich …» Zum anhaltenden Glücksgefühl, das ­viele anderswo anderswie suchen, meint der Musiker nämlich: «Ich glaube, dass der Lebenssinn ist, d ­ arauf zu hoffen, dass einen das nächste Glück anfällt. Aber konstantes Glück gibt es schon des­wegen nicht, weil es dann ja kein Glück mehr wäre, sondern ein relativ lang­weiliger Zustand.» (S. 26)

Bilder: Jorma Müller, Basil Stücheli

In diesem Sinne: Viel ­Sekundenglück diese Woche. Yvonne Zurbrügg, Redaktionsleiterin yvonne.zurbruegg@mgb.ch

Inhalt Menschen 9 Aufgeschnappt

Bedeutende Kleinigkeiten

10  Diese Woche Männer

20

12  Swiss Arctic Project

Das Schweizer Ehepaar Michel-­ Codiga kämpft für das Polareis

19  Bänz Friedli 20 Abgesang

Mit 13 verliert der Knabensopran Arno Meier bei einem Auftritt die Stimme. Mit 31 singt er wieder – seine eigene Geschichte

25 Leserbriefe 26  Rock für Tumult

Herbert Grönemeyer wünscht sich lautstarkes Engagement

Migros-Welt 33 Migros-Moment 35  Kurz notiert 38 Landesstreik

Der Aufstand von 100 Jahren führte zur modernen Schweiz

42 Sozialengagement 45 Zukunftstag 67 Migusto 79  Neues aus Ihrer Region Aktionen, Reportagen, News

Leben 85  «1, 2 oder 3?» 86 Adventskalender Was er über Sie verrät

89  Migros Bank 91  «Stadt, Land, Stutz» 95 Gesundheit Halsweh 96 Digital Autoradios 99 Glücksgriff 101  Rätsel und Spiele 108  Meine Welt Rea Eggli

M-Infoline: Tel. 0800 84 0848 oder Fax +41 800 84 0848 (Ausland). migros.ch/kundendienst; migros.ch Cumulus: Tel. 0848 85 0848* oder +41 44 444 88 44 (Ausland). cumulus@migros.ch; migros.ch/cumulus Redaktion Migros-Magazin: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Tel. 058 577 12 12 migrosmagazin.ch; Kontakt: www.migmag.ch/leser * Normaltarif

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Handeln gegen den Klimawandel Die Caritas unterstützt die verletzlichsten Einwohner in den Ländern des Südens bei der Anpassung an den Klimawandel und beim Schutz vor Naturkatastrophen. Einsatzländer: Bangladesch, Brasilien, Haiti, Indien, Kambodscha, Kenia, Mali, Somaliland, Tadschikistan und Tschad.

Der Wegnia-See, der zu den Feuchtgebieten von internationaler Bedeutung zählt, ist vom Austrocknen bedroht. Fischer, Viehzüchter und Gemüsebauern verlassen die Region, in der immer wieder Nahrungsmangel herrscht. Auch Modeste Traoré, dessen Vater bereits Fischer war, muss diesen Beruf allmählich aufgeben.

«Wir wollen unseren See retten.» Modeste Traoré ist Fischer am Wegnia-See in Mali. Doch seine Familie kann er damit nicht mehr ernähren. Trockenheit und Erosion setzen dem See zu. Um das Überleben der Menschen zu sichern, muss der Wegnia-See vor dem Klimawandel geschützt werden. Die Caritas leistet Unterstützung. «Meine Kinder werden keine Fischer sein», bedauert Modeste Traoré. Dabei hatte schon sein Vater seinen Lebensunterhalt als Fischer verdient. Doch der Wegnia-See wird immer kleiner. Im Dorf erinnern sich die Menschen noch an die Zeiten, als Besucher in die Region strömten, um ihre Vogelvielfalt, die Vegetation und die

Mehr Informationen über Modeste Traoré: dasrichtigetun.caritas.ch

ertragreiche Landwirtschaft zu bewundern. Doch das ist längst Vergangenheit. Zu wenig Einkommen Die Regenmengen gehen zurück und sind immer weniger voraussagbar. Gewitter schwemmen tote Bäume und Erde in den See, der sich über Nacht füllen, aber auch genauso schnell wieder austrocknen kann. 2017 konnte Traoré 50 Kilo Kleinfisch aus dem See herausholen. Einen kleinen Teil davon bekamen seine Familie und die Familien seiner Brüder. Den Rest konnte er für 200 Franken verkaufen. Das reicht gerade mal, um eine Kuh zu kaufen. Bereit für Veränderung Modeste Traoré besitzt am Seeufer ein paar Mangobäume und Bananenstauden. Er produziert hauptsächlich Sorghum, etwas Mais und Erdnüsse für den Verkauf. In der Nebensaison bauen die Frauen Tomaten, Peperoni und verschiedene Salatsorten an. Aber der Wassermangel und der Schädlingsbefall machen aus jeder Erntesaison ein Lotteriespiel. Aufforstung, Uferbefestigung, neues Saatgut und klimaangepasste Anbaumethoden: Es gibt Lösungen, aber es wird Jahre dauern, bis sie ihre Wirkung entfalten. Doch die Dorfbewohner sind fest entschlossen, sie umzusetzen.

• Wir sensibilisieren die Kleinbauern für den Schutz ihrer natürlichen Ressourcen und entwickeln gemeinsam neue, an den Klimawandel angepasste Anbaumethoden. • Wir bauen Infrastruktur auf, die den Zugang zum Wasser und den Schutz vor Naturkatastrophen verbessert. Wir entwickeln Frühwarnsysteme und bilden Katastrophenschutzteams. • Wir forsten Wälder auf, um die Bodenerosion zu bekämpfen. • Wir entwickeln und schulen neue Technologien zur Förderung einer ökologischen und nachhaltigen Wirtschaft. • Im Rahmen der humanitären Hilfe helfen wir den Betroffenen und Vertriebenen, ihre Grundbedürfnisse zu sichern: Wir stellen beispielsweise Nahrungsmittel oder Gesundheitsversorgung zur Verfügung, verbessern den Zugang zu sauberem Wasser, leisten Bargeldhilfe, stellen Viehfutter oder weitere Tiere zur Verfügung, damit sich die Viehbestände erholen können, oder verteilen neues Saatgut.

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Darauf freuen wir uns Krippen Alljährlich inszeniert das Landesmuseum Zürich Krippen aus aller Welt und lädt Kinder ein, in einer zauberhaften Kulisse zu spielen. 23. 11. 18 bis 6. 1. 19.

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Unnützes Wissen

Andere Länder, andere Sitten

Bilder: Papierkrippe aus mehreren Teilen, um 1925/Schweizerisches Nationalmuseum, Keystone/Alexandra Wey, Herbert Zimmermann

Briten verbringen im Leben etwa ein halbes Jahr mit Anstehen. Französische ­Polizisten durf­

Bild der Woche Wären Sie gerade auch gern da, wo dieser Surfer ist? Aber wo das

wohl sein mag – Neuseeland, Florida, Südafrika? Alles falsch! Weit gefehlt. Der Mann im Neoprenanzug spaziert bei Isleten am Urnersee entlang. Genau, dem Urnersee im Zentrum der Schweiz. Und das genau heute vor einer Woche, dem 12. November. Unter dem Einfluss des Föhns stieg die Temperatur im Spät­ herbst nochmals auf über 20 Grad an. Glitzernder See, grüne Hügel, blauer Himmel: Das Gute liegt manchmal bei Isleten.

zweipunktnull

Entschuldigung, wie digital sind Sie?

Liebste App: Instagram

Yvonne Fischer (49) Wohnberaterin, Ermensee LU So informiere ich mich «Mit ‹Blick›, ‹Luzerner Zeitung›, ­‹Tages-Anzeiger› und SRF» Dafür bin ich zu alt «Für nichts» Da bin ich analog «Ich schaue online, kaufe aber im Laden.»

ten bis 2011 im Dienst Wein und Bier trinken, so­ fern das während der Mahlzeiten ­geschah. In Singapur darf Kaugummi nur ­gegen Vorlage ­eines Ausweises ­verkauft werden. Nordkoreanische Männer dürfen beim Friseur nur unter zehn Haarschnitten auswählen.

In Litauen muss­ ten sich Frauen bis 2002 vor der Füh­ rerscheinprüfung gynäkologisch un­ tersuchen lassen. Quelle: Neon/Stern


10  MM47, 19.11.2018 | MENSCHEN Diese Woche

Männer

Sie wollen unbeschwert flirten können – und gleichberechtigt sein, zu Hause und im Job. Zum Männertag am 19. November haben wir sechs Exemplare befragt. Text: Monica Müller und Yvette Hettinger

Lu Decurtins (55), Sozialpädagoge «Die Erwartungen an heutige Män­ ner sind ziemlich widersprüchlich. Nebst den neuen Anforderungen in Partnerschaft und Familie halten sich hartnäckig herkömmliche Rol­ lenbilder. Männer müssen lernen, zu sich selber zu stehen und auch auf andere einzugehen. Sie sollten ihre schwachen Seiten zeigen lernen und ihre Stärken verantwortungsvoll einsetzen. Vor allem aber soll­ ten sie die ganze Vielfalt des Mann­ seins akzeptieren, die sich nicht ab­ zugrenzen braucht von sogenannt weiblichen oder schwulen Verhal­ tensweisen. Vater sein ist die wohl zentralste und bleibendste Rolle im Leben eines Mannes. Da ich ein prä­ senter Vater sein wollte, habe ich Teilzeit gearbeitet und meinen An­ teil an Erziehungsverantwortung übernommen. Früher wurde man an einem Arbeitstag auf dem Spielplatz noch als exotisch angeschaut. In der Kompetenz als Bezugsperson wurde ich oft nicht für voll genommen, das gab mir Narrenfreiheit, und ich be­ kam auch Unterstützungsangebote von wildfremden Frauen. Heute sind engagierte Väter im urbanen Raum durchaus normal.»

Clive Bucher (26), Bachelor und Unternehmer Was macht einen Mann aus? Dass er Ziele hat im Leben, selbstbewusst ist und auf eigenen Beinen steht. Vorher ist er kein Mann, sondern ein Junge. Was brauchen Sie als Mann, um sich in der Gesellschaft wohlzufühlen? Von Freunden umgeben sein, denen ich vertraue. Nicht jeden Rappen umdrehen müssen, wenn ich ausgehe, Kleider kaufe oder auswärts esse. Gesundheit. Gibt es politische Rahmenbedingungen, die Ihnen helfen, sich zu entfalten? Ich entfalte mich unabhängig von der Politik. Die Regeln sind, was sie sind, und haben ihren Grund. Gleichberechtigung ist allerdings wichtig, für Frauen und für Männer. Wer ist heute Ihr Vorbild? Cristiano Ronaldo und Arnold Schwarzen­ egger. Ronaldo liefert seit vielen Jahren unter grossem Druck konstant Höchstleistungen. Und Schwarzenegger ist einer der inspirie­ rendsten Menschen, die es gibt. Er hat alles gemacht und erreicht, was er wollte.

Janos Horvath (36), Single- und Flirtcoach. Die #MeToo-­ Debatte hat dazu geführt, dass sich manche Männer nicht mehr getrauen, ihre Meinung zu äussern und auf Frauen zuzugehen, aus Angst, als oberflächliche Wüstlinge abgetan zu werden. Das bedaure ich.

Wenn Sie einen Sohn hätten: Was würden Sie ihm mit auf den Weg geben? Ich würde ihm etwas beibringen: Man muss kämpfen im Leben, wenn man etwas will. Und man sollte sich Gedanken da­ rüber machen, warum man hier auf der Erde ist. Sich fragen: Was ist meine Aufgabe? Was will ich wirklich? Wofür schlägt mein Herz?


MENSCHEN | MM47, 19.11.2018  11

Daniel Bekcic (32), Leiter Politik männer.ch «Letztlich sind die Bedürfnisse der Männer dieselben wie die der Frauen: Wir wünschen uns Anerkennung für unseren Beitrag am Gelingen der Ge­ sellschaft. Der Mann von heute muss seinen Kompass neu justieren, um durch den gesellschaftlichen Wandel zu navigieren. Frauen haben sich emanzipiert und patriarchalische Strukturen zum Einstürzen gebracht. Dafür sollten wir Männer dankbar sein: Denn auch für uns sind Rollenkorsette nicht gut. Viele Männer sind verunsichert, da die Ansprüche an sie komplex und

widersprüchlich sind. So wird erwartet, dass sie Leistungsträger und präsente Väter sind, Macker und verständnisvolle Partner. Das Zusammenleben muss im­ mer wieder neu verhandelt, Privilegien und ihr Preis müssen hinterfragt wer­ den. Denn Gleichstellung dient allen. Auch wenn sie rechtlich weitgehend erreicht ist, ist das in den Köpfen vieler noch nicht angekommen. Sei es im Kampf um gleichen Lohn oder bei der Frage, wer die Pflegearbeit übernimmt: Wir brauchen weniger Grabenkämpfe und mehr Schulterschlüsse.»

«Seitens der Arbeitgeber wünsche ich mir mehr Verständnis dafür, dass sich Männer auch als Väter aktiv engagieren möchten.» Res Niemeyer (37), Wirtschaftsinformatiker

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«Als Mann wünsche ich mir Gleichberech­ tigung. Auf einer von Skala von 1 bis 10 gebe ich der Schweiz im Familienrecht eine 4, in fortschrittlichem Denken eine 3. Bei Trennungen und Scheidungen ist Willkür an der Tagesordnung. Man argumentiert zwar gerne mit dem Kindeswohl, verfolgt aber politisch motivierte Interessen. Ob­ wohl längst auch wissenschaftlich erwiesen ist, dass Kinder beide Eltern brauchen, wer­ den die Kinder von den Gerichten leider fast ausschliesslich der Kindsmutter zugespro­ chen. Im Speziellen hat der Bundesrat die Gerichte des Kantons Zürich zwei Mal gerügt und sie aufgefordert, unsere Gesetzesrevi­ sion doch bitte auch umzusetzen. Ich bin ein Scheidungskind und habe den Eindruck, seit meiner Kindheit sind wir keinen Schritt weitergekommen. Den Vätern wird nichts zugetraut, sie sind das böse Beigemüse. Mei­ nen Buben gebe ich auf den Weg: Heiratet nie! Meiner Tochter: Bleib immer eigen­ ständig! Im Jahr 2018 über Lohngleichheit zu diskutieren, finde ich schlicht peinlich.»

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12  MM47, 19.11.2018 | MENSCHEN

Für ihr «Swiss Arctic Project» brauchten Charles Michel und Doris Codiga ein Schiff. So kauften sie die «MV San Gottardo» und verlegten ihren Lebensmittelpunkt für zwei Jahre in den hohen Norden.


MENSCHEN | MM47, 19.11.2018  13

Swiss Arctic Project

Eine Idee allein reicht nicht aus Kälte mag er eigentlich gar nicht. Trotzdem reiste Charles Michel mit seiner Frau Doris Codiga und einer Gruppe junger ­ Hobbyreporter in die Arktis, um gegen den Klimawandel zu kämpfen. Ihr Projekt wirft mediale Wellen – aber getan sei es damit noch lange nicht, sagt Michel.

Bild: Swiss Arctic Project

Text: Dinah Leuenberger


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«Wir sind am Klimawandel schuld. Ausbaden müssen es aber unsere Kinder. Darum müssen wir sie erreichen.» Charles Michel, Dokumentarfilmer und Expeditionsleiter

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Bilder: René Ruis, Swiss Arctic Project (2)

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etterprognosen stimmen auch in der Arktis nicht ­immer – im Gegenteil. «Wahnsinn, wie unpräzise die sind. Fast wie Bingo-­Spielen», sagt Charles Michel. Jeden Morgen habe er zum Schiffsfenster hinausgeschaut und sich ­ über die Abweichung von der Vorhersage ­gewundert: «Vorher den Tag zu planen, war praktisch nicht möglich.» Zusammen mit seiner Frau Doris Codiga hat der 61-Jährige die ­vergangenen zwei Jahre auf einem Schiff in den nördlichsten Gewässern der Erde ­verbracht. Eineinhalb Jahre davon zur intensiven Vorbereitung, um diesen Sommer dann für drei Wochen mit einer Handvoll junger Leute durch die Arktis zu fahren – der Höhepunkt des «Swiss Arctic Projects». Auslöser für dieses Vorhaben war eine Antarktisexpedition, die Michel vor einigen Jahren begleiten durfte. Als Dokumentar­ filmer war er über drei Jahrzehnte lang für das Schweizer Fernsehen tätig und dokumentierte Extremsituationen auf der ganzen Welt: Naturkata­strophen, Konflikte, Kriege. In der Antarktis seien ihm zwei Dinge klar geworden: «Erstens, dass der Klimawandel viel schlimmer ist, als wir uns das je vorstellen konnten. Zweitens, dass wir zwar schuld daran sind, aber ausbaden müssen es unsere Kinder.» Umso wichtiger sei es, die junge Generation jetzt dafür zu sensibilisieren. Michel ahnte, dass ihm dies mit seinen Filmen nicht gelingen würde. Also grübelte er mit seiner Frau, wie man die Jugend auf

den Klimawandel aufmerksam macht und sie dazu bringt, ihr Verhalten zu ändern. Über einen Wett­bewerb suchten die beiden Jugendliche, die den «coolsten Sommerjob der Welt» ausüben wollten: an einer Arktis­ expedition teilnehmen und via Social Media darüber berichten. Ihr Credo: «Junge müssen zu Jungen sprechen, nur so funktioniert es.»

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Verrückt, aber überzeugt

Auch Sponsoren suchte das Paar und sprach potenzielle Kandidaten an. «Doch die meinten alle, wir würden spinnen», berichtet ­Michel. «Wer nimmt schon das Erbe seiner Kinder und kauft ein Schiff, um damit in die Arktis zu reisen? Alle denken, ich sei so ein Öko-Freak. Aber das stimmt gar nicht.» Natürlich seien sie verrückt, aber eben auch überzeugt davon, dass jeder etwas tun müsse, um den Klimawandel zu stoppen. «Wir beide haben viel Glück gehabt im Leben. Das ‹Swiss Arctic Project› ist unsere Art, ­etwas zurückzugeben. Aber eine Idee allein reicht nicht aus, es müssen Tausende sein.» Darum habe er Mühe mit der Politik. «Ich bin erschüttert, dass uns das Thema Klimawandel so kalt lässt», sagt Michel mit leicht enerviertem Unterton. Das ganze Wirtschaftssystem müsse sich grundlegend ­ändern: «Umweltschädliches Verhalten muss so viel kosten, dass es sich nicht mehr lohnt. Und umweltschonendes muss zur Goldgrube werden.» Die Politiker seien ­gefordert, denn sie legten schliesslich die Spielregeln fest.

1 Charles Michel und Doris Codiga ­verbrachten zwei Jahre auf ihrem Schiff im hohen Norden, um Beweise für den Klimawandel zu sammeln und darüber zu berichten. 2 Die Expeditionsteilnehmer waren ­erschüttert angesichts der Müllhalden, die sie an ent­legenen Stränden fanden, ... 3 ... und eines Gletschers, der innerhalb nur eines Jahres um einen Kilometer ­geschmolzen ist.


Vor gut zwei Jahren kauften die beiden die «MV San Gottardo» und begannen mit den Vorbereitungen. «Wir konnten nicht einfach so ein Schiff übernehmen und mit ein paar jungen Leuten in See stechen. Schliesslich erwarteten uns in der Arktis die gefährlichsten Gewässer der Welt», ­erklärt Doris Codiga. Das Ehepaar machte sich mit der Schiffstechnik vertraut und ­eignete sich nautische Fähigkeiten an. Und auch die auserwählten Expeditions-­ teilnehmer mussten sich vor­bereiten: auf die extremen klimatischen Verhältnisse, aber auch auf eine mögliche Begegnung mit ­Eisbären. Glück­licherweise sollte es dazu nicht kommen, sodass sich die Schiess-­ übungen im Nachhinein als überflüssig ­erwiesen. Bis zum Start ins Abenteuer war das Teambuilding abgeschlossen und die Stimmung grossartig. «Das Allerschönste für uns war es, zu sehen, wie gut das Team funktionierte», sagt Doris Codiga. Nie habe es Auseinandersetzungen gegeben – trotz

e­ ingeschränkter Bewegungsfreiheit und Nähe, die auf einem verhältnismässig ­kleinen Schiff wie der «MV San Gottardo» zwangsläufig herrschen. Codiga: «Auch wenn es in Strömen regnet: Man kann nicht einfach weg.» Und die eigenen vier Kinder? «Die mussten natürlich schon einverstanden sein mit unserem Plan.» Immerhin steckte ja ihr Erbe in dem Projekt. Hie und da hiess es schon «Ou nei Papi, nöd wider Klimawandel!». Sie hätten halt manchmal «den Overkill», sagt Charles Michel. Aber selbstverständlich seien sie einverstanden gewesen – die Jüngste, ­Sabine (28), war sogar mit an Bord und schmiss in der Arktis den Küchendienst. Schockierende Beobachtungen

Die Schönheit der Arktis zog alle in ihren Bann. «Ist man das erste Mal dort, hat man ja keinen Vergleich. Da ist alles überwältigend», sagt Michel. Die Ausmasse des Klima­ wandels würden einem dann aber schnell bewusst. Dass ein Gletscher, den er im ver-

gangenen Jahr auf einer Karte eingezeichnet hatte, diesen Sommer um über einen Kilometer geschmolzen war, habe sie schockiert. Und auch, dass an den entlegensten Stränden haufenweise Müll herumlag. «Aber unser Team fühlte keine Ernüchterung, sondern nur noch grösseren Tatendrang.» Fleissig berichteten die jungen Leute – alle zwischen 19 und 22 Jahre alt – auf Social Media über ihre Erfahrungen. Glücklicherweise durften sie die Glasfaser­kabel der lokalen Forscher nutzen. Ansonsten würde ein Gigabyte Daten in der Arktis bis zu 16 000 Franken kosten. Die Klickzahlen übertrafen die Erwartungen bei Weitem. Die Ziele des Projekts hätten sie somit zu 100 Prozent erreicht. «Und alles ohne einen Franken Marketingbudget. Vielleicht hat uns da ironischerweise sogar der Hitzesommer geholfen», sagt Charles Michel. Zum Termin mit dem Migros-Magazin nach der Rückkehr erscheint Michel in einem dicken Wollpullover, obwohl das Wetter in Zürich eher zu mild ist für die Jahreszeit. Er sagt: «Ich bin eigentlich ein Sonnenkind.

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So lange in der Kälte unterwegs zu sein, ist für mich ein grosser Verzicht. Deshalb freue ich mich über die Wärme hier.» Anders verhält es sich bei seiner Frau, die eine leichte weisse Jacke mit dem Logo des Projekts trägt. Ihr mache Kälte nichts aus. «In dieser Hinsicht fühle ich mich fast eher in der Arktis zu Hause», erklärt sie schmunzelnd. Einig sind sie sich in ihrer Absicht, das Projekt fortzuführen. Darum sind sie jetzt auf Sponsorensuche. Einzelheiten will das Paar noch festlegen. Die Reiseplanung für die Arktis sei nun mal nicht so einfach, vor allem wegen der klimatischen Unwägbarkeiten. Fest stehe aber, dass die beiden auch 2019 an Bord der «San Gottardo» gen Norden reisen würden. Wieder in Begleitung j­ unger Reporter, die erneut live über das Ausmass des Klimawandels berichten werden. Dass ihre Beobachtungen dann weniger Anlass zur Besorgnis geben werden als dieses Mal, ist leider nicht zu erwarten. MM

Was die jungen Arktis-Reisenden via Social Media der Welt mitzuteilen ­haben, gibt wenig Anlass zu guter Laune. Entsprechend gedrückt ist die Stimmung auf dem Schiff.

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1. Tag – Anreise nach Lille Gemütliche Fahrt nach Lille. Nachtessen im Hotel. 2. Tag – Dover, «Romney Hythe & Dymchurch Railway» Überquerung des Ärmelkanals und Weiterfahrt nach Hythe. Mit der Liliputbahn «Romney, Hythe and Dymchurch Railway» geht es auf nur 381 mm Spurweite durch die schöne Landschaft von Kent. Via den hübschen Ferienort Rye erreichen wir unseren Übernachtungsort im Grossraum Brighton. 3. Tag – Brighton, Bluebell Railway & Stonehenge Nach einer kurzen Rundfahrt durch Brighton wartet die Bluebell Railway, die wohl bekannteste Museumsbahn Grossbritanniens, auf uns. Freuen Sie sich auf eine romantische Dampfzugfahrt durch die sanfte Hügellandschaft. Am Nachmittag besichtigen wir die sagenumwobenen Steinkreise von Stonehenge. Die nächsten 2 Nächte schlafen wir im Raum Devon. 4. Tag – Dartmouth Steam Railway Wir starten den Tag in Paignton, wo der Dampfzug der Dartmouth Steam Railway für die schöne Fahrt nach Kingswear bereitsteht. Freuen Sie

sich später auf eine spannende Rundfahrt in der alten Hafenstadt Dartmoutn. 5. Tag – Exeter & Polperro Am Vormittag flanieren wir durch Exeter mit seiner fantastischen Kathedrale. Am Nachmittag sehen wir das malerische Fischerdorf Polperro, das uns mit verwinkelten Gassen & hübschen Häusern begrüsst. Übernachtung für die nächsten 2 Nächte in Cornwall. 6. Tag – Cornwall & St. Ives Bay Line Heute erwartet uns Rosamunde Pilcher Romantik auf Schritt und Tritt. Freuen Sie sich auf Land’s End oder das zauberhafte St. Ives, standesgemäss mit Cream Tea und Scones. Später erleben wir auf der kurzen Fahrt mit der St. Ives Bay Line eine traumhaft schöne Bahnstrecke entlang der Küste. 7. Tag – Exmoor Nationalpark & West Somerset Railway Durch den wildromantischen Exmoor Nationalpark führt uns der Weg nach Minehead. Ab hier erleben wir die herrliche Landschaft Sommersets bei Fahrt mit dem legendären Dampfzug der West Somerset Railway. Anschliessend bummeln wir durch die Gässchen von Wells und besichtigen die bekannte Kathedrale. Übernachtung in Bristol.

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✓ Dampfzugfahrt mit der «Dartmouth Steam Railway» von Paignton nach Kingswear ✓ Fährüberfahrt Kingswear-DartmouthKingswear ✓ Hafenrundfahrt in Dartmouth

Auf dieser zauberhaften Erlebnisreise nehmen wir uns Zeit, Südenglands grossartigen Bilderbuchlandschaften aus verschiedenen Perspektiven und mit allen Sinnen zu entdecken. Historische Lokomotiven ziehen die liebevoll und mit viel Hingabe restaurierten Panoramawagen schnaufend und gemächlich durch die malerischen Landschaften. Unterwegs stossen wir auf Bahnhöfe, wo die Zeit stehen zu bleiben scheint – fantastisch. Wir flanieren durch hinreisende Küstenorte und bestaunen beeindruckende Schlösser mit Gärten, die zu den schönsten der Welt gehören! Kommen Sie mit auf eine Reise, die Sie begeistern wird!

Ihr Reiseprogramm:

✓ 10 x Nachtessen im Hotel ✓ Dampfzugfahrt mit der „Romney, Hythe & Dymchurch Railway“ von Hythe nach New Romney

Bourton-on-the-Water (Cotswolds) West Somerset Railway Exmoor Nationalpark

✓ 10 x Frühstück im Hotel

8. Tag – Cotswolds & Windsor Heute fahren wir durch die Cotswolds – die hügelige Traumlandschaft im Herzen Englands wird Sie begeistern. Wir besuchen das bildschöne Bourton-On-The-Water und besichtigen später Schloss Windsor, den Sommersitz der englischen Königin. Übernachtung für die nächsten 2 Nächte im Raum Kent. 9. Tag – Leeds Castle & Sissinghurst Castle Am Vormittag verzaubert uns das unglaublich schöne Märchenschloss Leeds Castle und am Nachmittag der berühmte «White Garden» des Sissinghurst Castle – ein wahrer Traum in Weiss. 10. Tag – Dover-Lille Wir fahren zurück nach Dover, wo wir am Nachmittag zur Fährüberfahrt nach Calais erwartet werden. Übernachtung in Lille. 11. Tag – Heimreise Mit vielen unvergesslichen Eindrücken im Gepäck treten wir heute die Heimreise in Richtung Schweiz an.

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✓ Zugfahrt mit der «St. Ives Bay Line» zwischen St. Erth und St. Ives (Dieseltriebwagen) ✓ Cream Tea in Cornwall, inkl. Tee oder Kaffee, landestypische Gebäckstücke ✓ Dampfzugfahrt mit den West Somerset Railways von Minehead nach Bishops Lydeard ✓ Eintrittsgelder Stonehenge, Wells Cathedral, Windsor Castle, Leeds Castle & Gardens, Sissinghurst Castle & Gardens ✓ Eigene Schweizer Reiseleitung während der ganzen Reise

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MENSCHEN | MM47, 19.11.2018  19

Bänz Friedli

Es feins Käfeli

Bild: Vera Hartmann

«Nimmsch es feins Käfeli?» Es gibt einen Schuhladen in unserer Stadt, in dem man als Erstes gefragt wird, ob man «es feins Käfeli» wünsche. Dass ich einfach geduzt werde, stört mich nicht gross. Auch nicht die Frage an sich, wenngleich ich stets verneine, denn ich bin wegen der Schuhe hier. Daran, dass einem beim Coiffeur, im Blumengeschäft, in der Buchhandlung und was-weiss-ich-wo Ge­tränke angeboten werden, habe ich mich gewöhnt. Und das «-li» finde ich zwar albern wie so manchen Diminutiv in unserem verkleinerungssüchtigen Land: Wir veranstalten «Feschtli», statt Feste zu feiern, unter­nehmen «es Usflügli», statt ins grosse Abenteuer zu starten, und gönnen uns bestenfalls «es Gläsli». Aber, nein, das eigentlich Irritierende an «Nimmsch es feins Käfeli?» ist, dass die fragende Person schon impliziert, ich würde den Kaffee, nähme ich das Angebot denn an, auch mögen: Mir wird nicht einfach «es Käfeli» angeboten, sondern «es feins Käfeli». Nun ist es mit Kaffee ja wie mit der Musik, die Bandbreite reicht von der Schnulze bis zum Metal-Gedröhne. Es gibt tausend Sorten und Zubereitungsarten, und ich möchte noch immer selber sagen dürfen, was ich mag und was nicht. Ausserdem sollte der Gastgeber sich nie selber rühmen wie der Wirt, der letzthin an unseren Tisch trat und fragte: «Isch es hervorragend gsi?» Es mag ja sein, dass das ewige «Isch es rächt gsi?» der Inbe-

Bänz Friedli (53) sagt «Nein, danke».

griff helvetischer Tiefstapelei ist, denn niemand möchte, dass sein Essen nur «rächt» ist. Ausserdem wird die Frage meist so mechanisch gestellt, dass man sie gar nicht mehr als Frage empfindet. Aber immerhin lässt «Isch es rächt gsi?» mir die Möglichkeit zum Kompliment: dass es «sehr, sehr fein», «extrem gut» oder gar «fantastisch» gewesen sei – habe ich alles schon gesagt. Wenn indes schon der Fragende das Gebotene «hervor­ ragend» findet, was will man da noch sagen? Höchstens, dass es zwar ganz okay, aber weiss Gott nicht hervorragend gewesen sei. Aber so etwas traut sich ja doch niemand. Ausser meiner lieben Schwiegermutter selig. Wir wollten einmal etwas Neues ver­suchen und tischten ihr – wenn ich mich richtig erinnere – einen Kalbsbraten an Rhabarbersauce auf. Ob es schmecke? «Me chas näh», kommentierte sie trocken. Es ist bei uns in der Familie zum geflügelten Wort geworden. Wann immer wir eine kulinarische Kreation für etwas gar gewagt oder ein Menü für schlicht missraten halten, sagt jemand: «Me chas näh.» In besagtem Schuhladen liess ich mir dann übrigens, mehr aus Gwunder, doch mal «es feins Käfeli» geben. Es war nicht fein. Mir schmeckt die Kaffeesorte nicht besonders. Die teuren Schuhe hab ich dennoch gekauft. MM

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20  MM47, 19.11.2018 | MENSCHEN

Gesangskarriere

Ein Wunderkind kriegt die Kurve

Arno Meier war ein erfolgreicher Knabensopran – bis der Stimmbruch seine

vielversprechende Karriere abrupt beendete. Nach Jahren abseits der Bühne tritt er nun wieder auf: in einem Musical, das seine Geschichte erzählt. Text: Monica Müller  Bild: Basil Stücheli

A

rno war 13 Jahre alt, als er an der Marseiller Oper aus einem Brunnen auf die Bühne stieg, um als Amore die Welt zu retten. Doch statt das Publikum zu verzaubern, brach seine glockenklare Sopranstimme einfach weg. Der Dirigent hielt kurz inne und schaute den Buben eindringlich an. Beiden war sofort klar, dass Arnos Zeit auf der Bühne vorbei war. Dabei hatte er sich dort und in der Welt der barocken Melodien so wohlgefühlt. Das laufende Schuljahr durfte er im Centre de Musique Baroque de Versailles noch abschliessen, doch dann musste er seinen Platz an der Pariser Eliteschule räumen. Zwar hätten andere Musikschulen den jungen Auslandschweizer trotz seines Stimmbruchs mit Handkuss genommen. Doch davon wollte seine Mutter nichts wissen. Nachdem sie ihren Buben drei Jahre lang nur an den Wochenenden gesehen hatte, wollte sie ihn nun bei sich und den drei Brüdern behalten. Zurück auf dem abgelegenen Gutshof in Süd­ frankreich, brach für Arno eine Welt zusammen. Lustlos besuchte er das Gymnasium, anfangs mit dem Ziel, später Gesang zu studieren. Aber als er die Matur im Sack hatte, war der Traum verblasst, und er schrieb sich an der Universität in La Rochelle für ein Wirtschaftsstudium ein. Ein Praktikum in einer Schweizer Privatbank brachte den Studenten nach Zürich zurück. Obwohl er schon mit sechs Jahren nach Frankreich ­gezogen war, fühlte er sich ­sofort ­wieder zu Hause. Er beschloss, nach dem Praktikum hier weiterzustu­

dieren. Doch die Vorlesungen an der Universität Zürich vermochten ihn genauso wenig zu packen wie die in La Rochelle. Statt sich in Betriebswirt­ schaftslehre, Finance und Banking zu vertiefen, gründete er zusammen mit Kollegen eine Pokerbude. Zwei Jahre später erstickte eine Gesetzesrevision den Unternehmer­ geist der Freunde. Arno Meier mach­ te weiterhin Party – ohne Businessplan. Morgens um neun Uhr rollte er den ersten Joint, abends ging er aus, trank viel. Auch wenn er sich amüsier­ te, er war auf dem Weg nach unten.

«Die Proben und die Musik gaben mir eine Struktur, mein Motor lief wieder warm.» Arno Meier alias Arno Leon, Sänger und Key-Account-Manager

Da griff Arno Meiers Vater, seit Jah­ ren Chirurg in Zürich, ein. Er bot ­dem 24-jährigen Sohn an, ihn nochmals bei einem Studium finan­ziell zu un­ terstützen. Kurz flackerte die alte ­Vision eines Gesangsstudiums auf, doch der einstige Knabensopran ­wagte es nicht, seinen Traum wieder auf­leben zu lassen. Er versuchte sich ­erneut an einem Wirtschaftsstudium. Ein Semester lang liess er sich trei­

ben, dann schmiss er es ein weiteres Mal. Um Ordnung in sein Leben zu bringen, begann er, seine Wohnung akribisch aufzuräumen. Wegweisendes Inserat

Beim Bündeln alter Zeitungen stach Arno Meier ein Inserat ins Auge: Für ein Jugendprojekt wurden Gesangstalente gesucht. Der Termin fürs Vor­ singen war – genau in dem Moment. Entschlossen griff Meier zum Handy, um zu fragen, ob er doch noch vorbei­ kommen könne. Er konnte, und stand kurz darauf atemlos auf der Bühne des Kirchgemeindehauses Winter­ thur-Wülflingen. Als er «You are so beautiful to me» von Joe Cocker an­ stimmte, wurde es still im Saal. Für Benjamin Stückelberger (50), den Pfarrer, der damals das Jugendpro­ jekt leitete, war sofort klar: «Arno ­gebührt die Hauptrolle.» Mit seinen Auftritten im Laienmusical «The Story of Christine» löste sich bei Arno Meier der Knopf. «Die Proben und die Musik gaben mir eine Struktur, mein Motor lief wieder warm», sagt der heute 31-Jährige. Er bemühte sich um einen temporären Job als Kundenberater in einem ­Callcenter und führte diesen mit so viel Engagement aus, dass er fest angestellt wurde und schliesslich zum Abteilungsleiter aufstieg. Tagsüber warf er sich als Arno Meier im Büro ins Zeugs, abends probte er als Arno Leon – sein Künstlername – bis zum Umfallen. Das Musical wurde ein Publikumserfolg, Meier und Benja­ min Stückelberger wurden Freunde. ­Beide spielten im Leben des anderen über das Stück hinaus eine wichtige


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Er war auf dem Weg nach ganz oben, als er einen plötzlichen Bühnentod starb: der Sänger Arno Meier (31) ­alias Arno Leon


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MENSCHEN | MM47, 19.11.2018  23

dessen als Key-­Account-Manager bei einem Out­sourcing-Dienstleister, wo er Kunden berät. Neben seinem Vollzeitjob hat er die Ausbildung zum eidgenössisch diplomierten Verkaufs­ leiter abgeschlossen. Seine Tätigkeiten im Büro und auf der Bühne seien so unterschiedlich nicht: «An beiden ­Orten bringt mich meine ‹Schnurre› durchs Leben.»

Bild: zVg

Arno Meier mit Fliege im Jahr 1999 beim Üben. Auf dem Foto ist er zwölf Jahre alt.

Gemischte Gefühle

Rolle: Arno Meiers geschulte Stimme half Stückelberger, seine Produk­ tionen zu professionalisieren. 2015 hängte der Pfarrer seine Stelle an den Nagel. Seither realisiert er nur noch Bühnenprojekte. «Mit einem Musical kann ich die gleichen Werte vermit­ teln wie in einer Predigt, aber einem grösseren Publikum», sagt er. Dane­ ben motivierte er seinen Sänger, auf Kurs zu bleiben. Meier arbeitet unter­

Arno Meier alias Arno Leon ist froh, hat er zur Musik zurückgefunden: «Musik hilft mir, Dinge einzuordnen, sie balanciert mich und meine Ge­ fühlswelt aus.» Die Jahre, die er ohne Gesang verbracht hat, will er dennoch nicht missen. Er macht auch seinen Eltern keine Vorwürfe, dass sie man­ che seiner Chancen ungenutzt liessen. So auch einen Auftritt mit dem Opernsänger Placido Domingo. «Viel­ leicht hätte mich ein solches Erlebnis

auch aus der Bahn geworfen», sagt er heute. Hätte er die Wahl, in die Vergangenheit oder in die Zukunft zu reisen, wäre der Fall für ihn klar: «Mich interessiert die Zukunft.» «Stage Call», die dritte gemein­ same Produktion mit Freund Benja­ min Stückelberger, erzählt Meiers ­eigene Geschichte. Seine Gefühle sind gemischt: Er empfinde Furcht, Stolz und Freude zugleich. Furcht, weil er im Musical sehr viel über sich preis­ gibt. Stolz, weil seine Geschichte ­diese Plattform bekommt. Und ­Freude, weil er die Produktion gross­ artig findet. Ob er nächstes Jahr er­ neut für ein Musical auf der Bühne steht, lässt er aber noch offen. Denn eigentlich möchte er endlich seine erste eigene CD herausbringen. MM «Stage Call» in Zürich vom 22. bis 24.11. in der katholischen Kirche Liebfrauen. In Baden AG am 30.11. sowie 1. und 2. Dezember in der reformierten Kirche. Tickets: starticket.ch

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Handeln gegen den Klimawandel Die Caritas unterstützt die verletzlichsten Einwohner in den Ländern des Südens bei der Anpassung an den Klimawandel und beim Schutz vor Naturkatastrophen. Einsatzländer: Bangladesch, Brasilien, Haiti, Indien, Kambodscha, Kenia, Mali, Somaliland, Tadschikistan und Tschad.

Der Wegnia-See, der zu den Feuchtgebieten von internationaler Bedeutung zählt, ist vom Austrocknen bedroht. Fischer, Viehzüchter und Gemüsebauern verlassen die Region, in der immer wieder Nahrungsmangel herrscht. Auch Modeste Traoré, dessen Vater bereits Fischer war, muss diesen Beruf allmählich aufgeben.

«Wir wollen unseren See retten.» Modeste Traoré ist Fischer am Wegnia-See in Mali. Doch seine Familie kann er damit nicht mehr ernähren. Trockenheit und Erosion setzen dem See zu. Um das Überleben der Menschen zu sichern, muss der Wegnia-See vor dem Klimawandel geschützt werden. Die Caritas leistet Unterstützung. «Meine Kinder werden keine Fischer sein», bedauert Modeste Traoré. Dabei hatte schon sein Vater seinen Lebensunterhalt als Fischer verdient. Doch der Wegnia-See wird immer kleiner. Im Dorf erinnern sich die Menschen noch an die Zeiten, als Besucher in die Region strömten, um ihre Vogelvielfalt, die Vegetation und die

Mehr Informationen über Modeste Traoré: dasrichtigetun.caritas.ch

ertragreiche Landwirtschaft zu bewundern. Doch das ist längst Vergangenheit. Zu wenig Einkommen Die Regenmengen gehen zurück und sind immer weniger voraussagbar. Gewitter schwemmen tote Bäume und Erde in den See, der sich über Nacht füllen, aber auch genauso schnell wieder austrocknen kann. 2017 konnte Traoré 50 Kilo Kleinfisch aus dem See herausholen. Einen kleinen Teil davon bekamen seine Familie und die Familien seiner Brüder. Den Rest konnte er für 200 Franken verkaufen. Das reicht gerade mal, um eine Kuh zu kaufen. Bereit für Veränderung Modeste Traoré besitzt am Seeufer ein paar Mangobäume und Bananenstauden. Er produziert hauptsächlich Sorghum, etwas Mais und Erdnüsse für den Verkauf. In der Nebensaison bauen die Frauen Tomaten, Peperoni und verschiedene Salatsorten an. Aber der Wassermangel und der Schädlingsbefall machen aus jeder Erntesaison ein Lotteriespiel. Aufforstung, Uferbefestigung, neues Saatgut und klimaangepasste Anbaumethoden: Es gibt Lösungen, aber es wird Jahre dauern, bis sie ihre Wirkung entfalten. Doch die Dorfbewohner sind fest entschlossen, sie umzusetzen.

• Wir sensibilisieren die Kleinbauern für den Schutz ihrer natürlichen Ressourcen und entwickeln gemeinsam neue, an den Klimawandel angepasste Anbaumethoden. • Wir bauen Infrastruktur auf, die den Zugang zum Wasser und den Schutz vor Naturkatastrophen verbessert. Wir entwickeln Frühwarnsysteme und bilden Katastrophenschutzteams. • Wir forsten Wälder auf, um die Bodenerosion zu bekämpfen. • Wir entwickeln und schulen neue Technologien zur Förderung einer ökologischen und nachhaltigen Wirtschaft. • Im Rahmen der humanitären Hilfe helfen wir den Betroffenen und Vertriebenen, ihre Grundbedürfnisse zu sichern: Wir stellen beispielsweise Nahrungsmittel oder Gesundheitsversorgung zur Verfügung, verbessern den Zugang zu sauberem Wasser, leisten Bargeldhilfe, stellen Viehfutter oder weitere Tiere zur Verfügung, damit sich die Viehbestände erholen können, oder verteilen neues Saatgut.

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«Unglück hat dummerweise keinen Sinn» Herbert Grönemeyer

Der deutsche Musiker Herbert Grönemeyer war in seinem Leben schon überglücklich und todtraurig. Manchmal hat er aber auch banalere Gefühle. Gerade ist sein neues Album «Tumult» erschienen – ein sehr politisches Album, das den Menschen Mut machen soll. Text: Lisa Stutz Bilder: Antoine Melis


MENSCHEN | MM47, 19.11.2018  27

Herbert Grönemeyer (62) will auch in turbulenten Zeiten den Durchblick behalten.


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Herbert Grönemeyer, lassen Sie uns über Menschen reden. Über Menschen? Gut. Wie geht es der Menschheit gerade so? Wir befinden uns im Umbruch. Die Welt ist nervös, aufgescheucht wie ein unruhiges Meer. Jetzt müssen wir Menschen enger zusammenrücken. Und zwar länderübergreifend. Warum? Wir sind verunsichert durch die Kriege, den Terrorismus, die Flüchtlinge. Umgekehrt glaube ich aber, dass das gut ist: Lange waren wir Einzelkämpfer, jeder hat versucht, seine Karriere voranzutreiben. Das machen wir heute auch noch, aber gleichzeitig wissen wir, dass wir uns vielleicht doch ein bisschen Sorgen um die anderen machen müssen. Das tut uns nicht schlecht. Ich sehe darin eine Chance, die Dinge neu zu sortieren. Sie singen von Flüchtlingen und Rechtsrutsch. Man könnte meinen, Sie seien ­besorgt. Besorgt bin ich, aber ich habe keine Angst. Das klingt jetzt absurd: Ich empfinde die Flüchtlingskrise als Glücksfall. Weil wir erinnert werden an unser humanistisches und empathisches Gewissen. «Mensch ist Mensch» haben Sie schon 2002 gesungen. Ist diese Aussage aktueller denn je? Ich habe immer an Menschen geglaubt. Ich bin ja selber durch eine Phase gegangen, in der ich Hilfe brauchte, als Ende der 90er-Jahre mein Bruder und meine Frau starben. Ich habe immer das Vertrauen gehabt, dass mir Menschen helfen. Das hat sich bewahrheitet: Menschen haben mich liebevoll durch diese Jahre getragen, sind mir beigestanden, haben mir Stabilität verliehen und Schutz gegeben. Ich weiss, dass Menschen Hilfe leisten können. Nach wie vor kümmern sich in Deutschland acht Millionen Menschen tagtäglich um Geflüchtete. Das wird viel zu wenig gesehen. Die Menschen sind sehr gut in der Lage zu ­begreifen, was die Sorgen von anderen Menschen sind. Deshalb bin ich positiv gestimmt. Machen die, die helfen, einfach zu wenig Tumult? Genau. Darum sind wir jetzt alle aufgefordert zusammenzustehen, damit wir den rechten Tendenzen klarmachen können: Das wollen wir nicht. Was möchten Sie uns mit dem Album ­«Tumult» mitteilen? Ich möchte mitteilen – ähnlich wie beim ­Album «Mensch» –, dass es keinen Anlass zu Angst gibt. Wir müssen uns aber zusammen bewegen, laut werden, eben Tumult machen. Laut sind bis jetzt die Menschen, die im Netz

von morgens bis abends rumpöbeln. Leute, die ihre Sinne beisammenhaben, sitzen nicht da und kommentieren alles. Diese müssen gucken, wie sie lauter werden. Damit meine ich Menschen, die einen humanistischen Geist haben.

Wie geht es Ihnen eigentlich, so als Mensch? Mir geht es im Grund genommen ganz solide. Ganz solide? Nein, mir geht es gut ( lacht). Ich bin froh, dass ich jetzt die Platte fertig habe. Dass ich es halbwegs hinbekommen habe, zu erzählen, was ich erzählen wollte. Das erste Lied auf dem Album heisst ­«Sekundenglück». Sie beschreiben das Glück, das einen plötzlich überfällt. Wann haben Sie das zum letzten Mal gespürt? Gerade, als ich draussen auf dem Balkon sass. Es gibt so Momente, in denen man sich mit

«Ich musste Verluste verkraften, das war in der Wucht sehr lähmend.» Herbert Grönemeyer

sich selber im Reinen fühlt. Die sind der Treibstoff fürs Leben. Wenn man einfach nur sitzt und merkt: Irgendwie ist gerade alles stimmig. Ich mache mir gerade keine Sorgen und ich sehe heute auch gar nicht so schlecht aus. Es kann draussen regnen und dann passiert es einfach. Und man wundert sich vielleicht darüber, man freut sich, und dann geht es weiter. Konstantes Glück, gibt es das auch? Das wünsche ich natürlich jedem. Das kon­ stante Glück gibt es aber in dem Sinne nicht. Es gibt vielleicht ein parallel laufendes Glück, das neben einem herläuft und das man ab und zu packen kann, wenn das Leben schwer ist. Ich glaube, dass der Lebenssinn ist, darauf zu hoffen, dass einen das nächste Glück anfällt. Aber konstantes Glück gibt es schon deswegen nicht, weil es dann ja kein Glück mehr wäre, sondern ein relativ langweiliger Zustand. Das Glück lebt davon, dass es sich abhebt? Genau, das ist dann die Explosion, das innere Schmunzeln. Was haben Sie in Ihrem Leben über Glück gelernt? Wenn man schwere Dinge erlebt hat, begreift man die Feinheiten des Lebens noch präziser und weiss sie noch mehr zu schätzen. Man ist demütiger dem Leben gegenüber, weil man weiss, wie viel Schönheit es birgt. Wenn die Geflüchteten zurückstrahlen, sich bedanken,

dass man da ist, löst das Glück aus. Obwohl man im Grunde gar nichts getan hat. Das ist auch bei Menschen so, die durch Krankheiten gingen. Die Leute denken: Dem gehts so schlecht, vielleicht sollte ich gar nicht anrufen. Im Gegenteil: Der wird schon sagen, wenn er nichts will. Sag ihm einfach nur, dass du da bist. Das ist schon wahnsinnig viel. Das ist menschlich. Wir sind in der Lage, mit ganz normalem Menschsein Glück auszulösen. Helfen macht Sie also glücklich. Was noch? Wenn ich Musik mache, bin ich glücklich. Wenn ich meine Kinder sehe, bin ich glücklich. Wenn ich meine Frau sehe, bin ich glücklich. Wenn ich meine Freunde treffe, bin ich glücklich. Wenn ich mit denen doof rumsitze, bin ich glücklich. Wenn ich das Gefühl habe, dass ich umgeben bin von Menschen, die sich Gedanken machen, bin ich glücklich. Was macht Sie unglücklich? Boshaftigkeit, Ignoranz, Hass, Wut, Lieb­ losigkeit. Und dass es heute erlaubt ist, das alles völlig ungefiltert äussern zu dürfen. Was haben Sie in Ihrem Leben über ­Unglück gelernt? Ich musste Verluste verkraften, das war in der Wucht sehr lähmend. Das Unglück ist wahnsinnig massiv. Und wenn man davon getroffen wird, merkt man, wie ohnmächtig man ist. Unglück macht einen taub. Umso erfrischender ist das Glück. Sie haben aus dem Unglück heraus sehr erfolgreiche Lieder geschrieben. Hat es also auch irgendeinen Sinn? Nein, das Unglück hat dummerweise keinen Sinn. Aber es gehört zum Leben. Sie hätten also lieber die ganzen Lieder nicht geschrieben? Mit Sicherheit. Auf die Lieder hätte ich verzichten können. Aber Musik zu machen, ist ein gutes Ventil. Dazu habe ich Musik stets benützt, auch heute noch. Ich sitze fast jeden Tag am Klavier und singe vor mich hin. Ich bin zwar eine Frohnatur, aber ich habe auch meine Stimmungsschwankungen. Da weiss ich, dass die Musik mir hilft wie eine heisse Dusche. Und dann gibt es ja noch ganz banale Gefühle, die der Mensch so hat. Neid zum Beispiel. Wann waren Sie das letzte Mal neidisch? Neid ist ein grosses Thema. Ich könnte jetzt sagen, dass ich keinen Neid kenne. Aber natürlich kenne ich ihn. Noch einen Tick besser kenne ich mich allerdings mit Eifersucht aus. Wenn jemand meine Frau ein bisschen zu lange anschaut, werde ich nervös. Ich atme erst einmal tief durch und überlege, was ich jetzt machen soll. Ich versuche dann, meine


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Herbert Grönemeyer Liebste aus dem Blickfeld zu ziehen, und schiebe sie ganz unauffällig weg. Ich bin nicht manisch eifersüchtig, aber das passt mir nicht so richtig. Meine Frau dagegen freut sich fast, dass sie wahrgenommen wird, sonst gucken ja alle immer mich an. … nervös? Hochgradig nervös war ich, als ich im März für das neue Album zu texten anfing. Das setzte mich unter grossen Stress. Ich dachte einen halben Monat lang: Das schaffst du nie! Das wird nix! Ich war unausstehlich. Beim Texte schreiben bin ich wahnsinnig unsicher. Ich habe grosse Angst, dass ein nicht perfekter Text meine Musik zerstört.

Mit vollem Namen heisst der 62-jährige ­Musiker Herbert Arthur Wiglev Clamor Grönemeyer. Aus erster Ehe – seine ­damalige Frau verstarb 1998 – hat er zwei ­erwachsene Kinder. Seit 2016 ist Grönemeyer erneut verheiratet und lebt in Berlin. Am 9. November ist sein neues Album ­«Tumult» erschienen. Am 17. März 2019 tritt er im Hallenstadion Zürich auf.

Wenn Sie eine absteigende Reihenfolge aufstellen müssen, was sind Sie am besten: Vater, Partner, 62-Jähriger oder Musiker? Als Musiker bin ich am besten. Ob ich ein guter Vater bin, kann ich nicht beurteilen. Wie gut ich als Partner bin, weiss ich auch nicht. Ausser wenn es ums Wegbugsieren meiner Frau geht, wenn einer zu lange guckt: Darin bin ich gut. Also: 1. Musiker. 2. 62-Jähriger. 3. Partner. 4. Vater.

… peinlich berührt? Ich selber bin mir schon ab und zu peinlich. Ich bin manchmal zu laut oder zu forsch oder merke, dass viele Leute bei meinem ­Gerede kurz aussteigen. Ich schiesse oft über das Ziel hinaus. Ich bin durch meine impulsive Art auch anderen Leuten oft ­peinlich. Aber Sie wollen eine Geschichte von einem richtigen Fettnäpfchen hören, stimmts? Ich überlege noch. … überrascht? Hm, wann war ich überrascht? Das Problem ist, dass ich die letzte Zeit sehr absorbiert war. (Überlegt.) Ich denke gerade über peinlich und überrascht gleichzeitig nach. Das führt aber zu nichts. Es gibt etwas, das mich neulich überraschte. Aber das ist vielleicht zu intellektuell. Was denn? Ich habe ein sehr gutes Buch gelesen, das heisst «The shortest History of Germany». 200 Seiten, von einem Engländer geschrieben. Er schreibt, dass der Antisemitismus von den Protestanten in Preussen angeschoben wurde schon vor dem Ersten Weltkrieg. Da war ich völlig überrascht. Weil ich immer dachte, das wäre in den katholischen Gebieten durch Hitler entstanden. Das hat mein ganzes Weltbild komplett durcheinandergebracht. Das klingt jetzt komisch, aber Sie haben ja gefragt, und das ist mir spontan in den Sinn gekommen. Alles gut. Mir ist noch was anderes eingefallen: Mich haben die positiven Reaktionen auf die Platte überrascht. Die Leute sehen Dinge in den Liedern, die ich selber nicht sehe. Die positiven Reaktionen überraschen Sie nach all den Jahren immer noch? Mir ist gar nicht bewusst, was meine Musik und meine Texte in den Leuten auslösen können. Das freut mich sehr. Eine Platte zu schreiben, ist etwas völlig Instinktives, es ist keine genaue Operation. Das ist auch das

her normal war, weiss ich nicht. Normal ist ein dehnbarer Begriff. Ich glaube, dass ich noch halbwegs weiss, was die Alltagssorgen von Menschen sind. Ich lebe aber schon in einer eigenen Welt. Es wäre falsch zu sagen, dass es mir finanziell nicht sehr gut geht. Aber dennoch glaube ich, dass ich noch weiss, worum es geht auf der Erde. Ich gebe mir ­jedenfalls Mühe, halbwegs normal und unabgehoben zu sein. Ich gehe einkaufen und weiss, wo im Supermarkt die Sachen stehen. Ich renne auch nicht mit Bodyguards durch die Gegend.

Wieso sind Sie denn ein derart guter 62-Jähriger? Weil ich finde, ich sehe für meine 62 Jahre noch ganz vernünftig aus. Ich bin noch beweglich – körperlich und geistig. Ich komme mit dem Alter relativ gut klar. Schöne: Man stösst Dinge an, über die man überrascht ist. Sie schauen von der Bühne auf ein Meer aus Menschen herab. Was fühlen Sie da? Das macht mich perplex. Ich gehe oft vor den Konzerten raus und sehe mir die ­grossen leeren Hallen an. Dann denke ich: Boah, bald ist hier voll. Nach wie vor bin ich sehr verblüfft. Wenn ich rauskomme und die Leute sich freuen, ist das ein schönes Gefühl. Gleichzeitig möchte ich nicht, dass sie mich anhimmeln. Aber dass die da sind und mir zuhören und sich freuen – viel schöner gehts gar nicht. Das ist das ultimative Glücksgefühl. Deswegen will ich ja auch nicht aufhören zu spielen. Das ist wie Küssen, da will man nicht aufhören damit. Was sind das für Menschen, die an Ihre Konzerte kommen? Das weiss ich nicht. Ich glaube, mein Publikum ist relativ altersgemischt. Aber ich habe noch nie eine Fan-Analyse gemacht. Ich sehe die Menschen und ihre Reaktionen. Aber wer das ist, weiss ich nicht. Sie sind ein Star, aber auch ein ganz normaler Mensch: Vater, Partner, 62-Jähriger – fühlen Sie sich denn manchmal ganz normal? Oder ging das irgendwann verloren? Ich fühle mich komplett normal ( lacht). Wie weit das jetzt noch so normal ist, wie ich frü-

Vater kommt am Schluss. Haben sich Ihre Kinder denn mal beklagt? Nein, netterweise haben sie eher gesagt, dass ich ein ganz guter Vater sei. Und dass ich mich gut um sie gekümmert hätte. Aber das kann man ja selber nicht beurteilen. Die Kinder waren neun und elf Jahre alt, als Ihre Frau starb. Ziemlich jung. Wenn man Vater wird, ist das eine Verantwortung, die man trägt. Und die hat man auch gefälligst wahrzunehmen, solange man es kann. Ich bin gern Vater. Auch wenn meine Kinder jetzt erwachsen sind, fühle ich mich noch als Vater. Apropos Kinder: Was halten Sie eigentlich von jungen Menschen? Ich glaube, dass die heutige junge Genera­ tion sehr beweglich ist. Sie muss es sein, um mit dem ganzen Wahnsinn klarzukommen. Ich halte sie für extrem aufgeklärt. Sie denkt internationaler als wir, weil sie die Welt als ihren Spielplatz ansieht. Wir ­waren viel lokaler geortet. Ich weiss nicht, ob ich den Ansprüchen von heute standhalten würde. Dass sie unpolitisch seien oder nicht kämpfen, halte ich für Unsinn. Sie müssen viel mehr aussortieren, und das machen sie beeindruckend. Die Welt ist bei ihnen in guten Händen. Welche Menschen sind Ihre Vorbilder?


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Menschen, die kämpfen. Ob das der Journa­ list Rupert Neudeck war, der die vietname­ sischen Flüchtlinge aufgenommen hat. Oder der ehemalige Bundeskanzler Willy Brandt, der sich entschuldigt hat bei den Polen, für das, was wir ihnen angetan haben im Krieg. Es sind Menschen, die aufstehen und etwas tun. Auch die Ärzte ohne Grenzen sind ­Vorbilder. Oder die Menschen, die jetzt im ­Mittelmeer die Geflüchteten retten. Ich mag Menschen, die Haltung zeigen. Die er­ frischen meinen Kopf und machen das ­Leben lebenswert.

Gern treffen würde ich auch den Musiker Randy Newman. Der hat immer die schöns­ ten Balladen geschrieben. Ob er auch mit mir zu Abend essen würde, weiss ich nicht. Jedenfalls sicher nicht am 17. März 2019 … Dann trete ich in Zürich auf, schätze ich. Genau! Sie waren lange mit einer Schweizerin zusammen und kennen unser Land gut. Ich chan au es birebitzeli Schwiizerdütsch.

Mit welchem Menschen, tot oder lebendig, würden Sie gerne mal zu Abend essen? Heute würde ich sagen mit Rudi Dutschke (Anm. d. Red: deutscher marxistischer Sozio­ loge und politischer Aktivist). Weil der ein sehr kluger Kopf war. Zwar ein sehr linker Kopf, aber sehr analytisch. Es würde mich interes­ sieren, wie er in der heutigen Zeit denken würde. Mit Willy Brandt habe ich übrigens mal gegessen, den durfte ich kennenlernen.

Klingt ja perfekt. Freuen Sie sich? Sehr. Ich habe vorhin gesagt, dass es mich wundert, dass die Leute zu meinen Konzer­ ten kommen. Dass sie in der Schweiz kom­ men, wundert mich noch mehr. Denn das ist ein anderes Land, und ich freue mich ­darum besonders. Diese Herzlichkeit, die mir in der Schweiz entgegenschlägt, ist ­unglaublich schön. Ich mag die Schweizer. Was sind denn die Schweizer für ­Menschen?

Sie sind selbstironischer als wir in Deutsch­ land. Mit ihnen kann man besser albern, sie nehmen nicht alles gleich krumm. Die Schweizer sind hemdsärmeliger und gehen schneller aufeinander zu. Ich mag die Schweizer Zurückhaltung. Ich mag die Art und Weise, wie das politische System ­funk­tioniert. Speziell mag ich den Humor. Ich finde, die Schweizer sind sehr humor­ volle Menschen. Sie haben für mich etwas ­Britisches. Gibt es jemand Bestimmten, den Sie in ­Zürich treffen werden? Ich habe mehrere gute Freunde in Zürich, von denen ich hoffentlich ein paar sehen werde. War Ihnen vor den Schweizern schon mal etwas peinlich? Stimmt, ich schulde Ihnen ja noch eine Ant­ wort. (Überlegt lange.) Tierisch peinlich ist mir jetzt gerade, dass ich Ihnen keinen schö­ nen Schluss liefern kann! MM

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MIGROS-WELT | MM47, 19.11.2018  35

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Ausgezeichnet Bei den «Best of Swiss Apps» geht es ein Mal im Jahr darum, die erfolg-

reichsten und gelungensten Apps des Landes auszuzeichnen. Die Migros räumte mit den neuen Anwendungen von Interio und dem Projekt Amigos in zahlreichen Kategorien ab. Vier Preise gingen an Interio, fünf an Amigos, darunter der Hauptpreis des Abends, der «Master of Swiss Apps 2018». Amigos heisst die Social-Shopping-Plattform, über die Migros-Kunden füreinander einkaufen. Die Amigos-App vermittelt dabei Besteller und Bringer, und auch die Bezahlung der Waren wird mit der App erledigt. Mit der Augmented-Reality-App von Interio lassen sich die eigenen vier Wände mit Produkten in unterschiedlichen Grössen, Farben und Varianten virtuell einrichten.

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MIGROS-WELT | MM47, 19.11.2018  37

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Geballte Staatsmacht: Militär­truppen marschieren 1918 unter General Willes Führung in Zürich auf.

Das soziale Erdbeben

Vor 100 Jahren erschütterte der Landesstreik die Schweiz: Im Zuge des Ersten Weltkriegs hatte sich die Situation der Arbeiter drastisch verschlechtert. Ihr Aufstand gab den Anstoss zu tief greifenden Veränderungen, die bis heute das Verhältnis zwischen Arbeitgebern und -nehmern prägen. Text: Andreas Dürrenberger

D

as Jahr 1918 war für Europa prägend: Der Erste Welt­ krieg ging zu Ende, Königs­ häuser fielen, und auch die Schweiz wurde in ihren Grund­ festen erschüttert. Sie erlebte, was bis heute als grösste staatspolitische Krise seit der Gründung 1848 gilt – den Landesstreik. Ein Blick zurück, vor den Ersten Weltkrieg. «Das Leben der Arbeiter war hart. Die 60-Stunden-Woche mit sechs Arbeitstagen war die Regel», sagt Historiker Christian Koller. «Nicht nur Männer, auch Frauen mussten häufig arbeiten, um das Überleben der Familie zu sichern.» Die Generalmobilmachung zu Beginn des Kriegs verschärfte die prekäre finanzielle Situation der Arbeiter­ schaft. «Eine Erwerbsersatzversiche­ rung gab es noch nicht, der Sold war tief. In der zweiten Hälfte des Kriegs kam eine rasante Inflation hinzu»,

Bilder: Keystone, MGB-Archiv, zVg

Landesstreik


MIGROS-WELT | MM47, 19.11.2018  39

erklärt Koller. So kam es bereits während des Kriegs zu Protesten und Streikwellen. Russland erlebte mit der Oktoberrevolution 1917 einen gewaltsamen Regimewechsel, in Deutschland und Österreich gab es bei Kriegsende Revolutionen. Koller: «Man erwartete zunehmend, dass sich auch in der Schweiz eine radikale Veränderung anbahnte. Die einen sehnten sie herbei, die anderen fürchteten sie.» Als der Bundesrat 100 000 Soldaten aufbot, um die Situation zu kontrollieren, protestierten die Arbeiter unter der Führung des Oltner Aktionskomitees mit einem landesweiten Streik. In Zürich wurde ein Soldat getötet, in Grenchen wurden drei Unbeteiligte bei Protesten erschossen, kurz nachdem das Aktionskomitee den Streik bereits für beendet erklärt hatte. Konkordanz statt Konfrontation

Christian Koller ist Direktor des Schweizerischen Sozialarchivs.

Seinen Forderungskatalog, der etwa die Einführung der 48-Stunden-Woche und die Einrichtung einer Altersund Invalidenversicherung verlangte, konnte das Aktionskomitee zwar nicht durchsetzen. Aber der Bundesrat hatte erkannt, dass es Zeit war für soziale Veränderungen. Bereits 1919 wurde die 48-Stunden-Woche eingeführt, und man begann mit der Ausarbeitung der Grundlagen für die AHV. Die Rolle der Arbeiterbewegung veränderte sich: «Die Unternehmen und Arbeitgeberverbände erkannten die Gewerkschaften als Verhandlungspartner an», sagt Koller. «Als Sozialpartner wurden sie auch in die politischen Entscheidungsprozesse miteinbezogen. Und später dann ganz konkret bei der Ausarbeitung von Gesamtarbeitsverträgen (GAV).» Diese Verträge sind entscheidend dafür, dass in der Schweiz nur noch wenig gestreikt wird. Denn darin verpflichten sich die Parteien zum Arbeitsfrieden und verzichten auf Kampfmassnahmen. Betrachtet man die Streikaktivitäten im Ausland, ist das keine Selbstverständlichkeit. «Das hat mit der politischen Kultur in der Schweiz zu tun. Wir streben nach Konkordanz: Man spricht zuerst miteinander, versucht, eine Lösung zu finden, bevor man zum Kampf schreitet», erklärt Koller. Seit dem Landesstreik 1918 hat sich also vieles zum Positiven gewendet für die Schweiz. MM

Legte Wert auf gute Arbeitsbedingungen: Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler bei einer Dankesrede vor seinen Mitarbeitenden im Jahr 1950

Sozialpartnerschaft

Bei der Migros reden die Mitarbeitenden mit

M

igros-Gründer Gottlieb Duttweiler wusste, wie wichtig es ist, seinen Mitarbeitenden gute Arbeitsbedingungen zu bieten. Bereits 1942 kennzeichnete er Migros-­ Produkte, die «sozial anständig» produziert wurden, mit einem spe­ ziellen Signet. In seinen Thesen, die für die Migros noch heute als Richtlinien gelten, schrieb Duttweiler: «Die Löhne und Saläre wie auch die ­Arbeitsbedingungen und das Verhältnis zu der Arbeiter- und An­ gestelltenschaft müssen weiterhin vorbildlich sein.» Damit dies auch heute gewährleistet ist, baut die ­Migros auf drei Säulen: den LandesGesamt­arbeitsvertrag (L-GAV) und die Zusammenarbeit mit internen und externen Sozialpartnern. Der L-GAV Über 50 000 Mitarbeitende in 40 Un-

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ternehmen der Migros-Gruppe sind dem L-GAV unterstellt. Er enthäl Bestimmungen zum Verfahren betreffend Mindestlohn, sichert die Chancengleichheit von Mann und Frau, gewährt frischgebackenen ­Vätern ­einen bezahlten Vaterschafts­urlaub von drei Wochen und allen Angestellten mindestens fünf Wochen ­Ferien. Der L-GAV berücksichtigt

den Umstand, dass die Migros-­Un­ ternehmen in mehreren Branchen tätig sind, und wird von internen und externen Sozialpartnern unterstützt. Die internen Sozialpartner Die meisten der dem L-GAV unter-

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stellten Migros-Unternehmen verfügen über eine Personalkommission (PEKO), die die Anliegen der Mitarbeitenden gegenüber der Geschäfts­ leitung vertritt. Angestellte wählen die Vertreter aus ihren Reihen demokratisch. Die Vereinigung aller Per­ sonalkommissionen nennt sich Landes­kommis­sion und ist direkt an den Verhandlungen zum L-GAV beteiligt. Einzigartig ist auch die Unterneh­mens­mitbestimmung: In den Unternehmen nimmt jeweils ein Mit­arbeitender Einsitz als vollwer­ tiges Mitglied im Verwaltungsrat. Die externen Sozialpartner

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Für die Ausarbeitung des L-GAV ­arbeitet die Migros auch mit externen Sozialpartnern zusammen. Mit dem Kaufmännischen Verband Schweiz und dem Metzgereipersonal-­ Ver­band der Schweiz pflegt sie eine konstruktive Zusammenarbeit. Sozialpartnerschaft der Migros: Was die Partner sagen (Seite 41)


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MIGROS-WELT | MM47, 19.11.2018  41

Zusammenarbeit

Bilder: zVg (3)

Was die Migros auszeichnet Alain Montani, Präsident der Landeskommission, HR-Spezialist Migros Neuenburg-Freiburg: «Unsere Sozial- und Vertragspartnerschaft ist mehrstufig angelegt. Die Personalkommissionen sind bei allen Verhandlungen gleichgestellt. Die Mitarbeiter sind auf allen Ebenen des Unternehmens, auch in der Verwaltung, vertreten, was in der Schweiz nicht üblich ist. Das alles gewährleistet eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zum Wohl des Unternehmens und seiner Mitarbeiter. Was unseren Arbeitsvertrag von anderen unterscheidet, ist meiner Meinung nach vor allem unsere Mitverantwortung. Wir vertreten und verteidigen die gemeinsamen Interessen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern.»

Giusy Meschi, Geschäftsführerin Metzgereipersonal-Verband der Schweiz (MPV): «Die Migros ist für den MPV als Sozialpartner eine Traumpartnerin. Denn Sozialpartnerschaft ist bei ihr kein Lippenbekenntnis. Bei Verhandlungen versucht man nicht, einander über den Tisch zu ziehen, sondern sucht einen Konsens, der für beide Seiten passt. Bei Lohnverhandlungen informiert uns die Migros transparent. Speziell und herausfordernd beim Migros-L-GAV ist, dass er viele Branchen und Unternehmen umfasst. Auch die Zusammenarbeit mit dem anderen Sozialpartner, der Landes­kommission, ist ausgezeichnet. Ich freue mich auf die weitere, hoffentlich langjährige und gute Partnerschaft mit der Migros.»

Roland Duss, Mitarbeitervertreter im Verwaltungsrat der Migros Luzern, Leiter Verkaufs­ region Supermarkt: «Einerseits ist es der Migros wichtig, dass die Sozialpartnerschaften mit den externen Verbänden gepflegt werden. Andererseits sind die internen und von den Mitarbeitenden gewählten Personalkommissionen sowie die Personalvertreter in den Verwaltungen starke Partner. Hier findet ein offener und vertrauensvoller Dialog auf Augenhöhe statt. Weil ich funktionsbedingt mit vielen Mitarbeitenden in Kontakt stehe, erhalte ich oft wertvolle Inputs und Anregungen. So bin ich nah am Puls. In den Sitzungen mit der Verwaltung kann ich dann gezielt die Stimme der Mitarbeitenden auch zum Wohl der Migros einfliessen lassen.»

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42  MM47, 19.11.2018 | MIGROS-WELT

Migros-Spendenaktion

Damit Türen aufgehen Aus Sorge um seinen autistischen Sohn wanderte der Kosovare Musa Jashari in die Schweiz aus. Hier fand er dank eines Programms der Heks eine Stelle. Die Migros unterstützt das Hilfsprojekt mit ihrer Spendenaktion. Text: Estelle Dorsaz  Bilder: Roger Hofstetter

M

usa Jashari war in seiner kosovarischen Heimat ein erfolgreicher Unternehmer. Er leitete eine Firma, die Türen und Fenster herstellte. Dennoch kam der heute 50-­Jährige 2012 in die Schweiz und versuchte, sich hier eine neue Existenz aufzubauen. Es ging ihm dabei vor allem um das Wohl seines autistischen Sohnes, der im Herkunftsland nicht an­ gemessen betreut werden konnte. «Der Krieg hat es nicht geschafft, mich aus meiner ­Heimat zu vertreiben», meint Jashari rückblickend. «Doch die Sorge um meinen Sohn trieb mich dazu, einen Neuanfang zu wagen.» Lange ohne Arbeit

In der Schweiz gelang es dem früheren Unternehmer lange nicht, einen Job zu finden. Er erlebte Jahre der Unsicherheit und liess sich dennoch nie entmutigen. Eine Wende zum Besseren brachte schliesslich

das Programm «MosaiQ» der Heks: Mitarbeiter des Hilfswerks standen Jashari bei der Arbeitssuche bei. Dank ihrer ­Begleitung und Beratung konnte er kürzlich bei einem Pharma­ unternehmen im Kanton Waadt eine Stelle als MehrzweckLagerarbeiter antreten. Jashari ist kein Einzelfall. Es gibt viele Migranten, die gut qualifiziert sind, in der Schweizer Arbeitswelt aber dennoch nicht Fuss fassen können. Aus diesem Grund rief die Heks in verschiedenen Regionen das Projekt «MosaiQ» ins Leben. In der Deutschschweiz wird es in den Kantonen Aargau, Basel, Bern sowie in der Ostschweiz angeboten. «MosaiQ» gehört zu den ausgewählten Hilfsprojekten, die von der diesjährigen Spendenaktion der Migros profitieren werden (siehe auch Spalte). Gemeinsam ist all diesen Projekten, dass sie bedürftigen Menschen in der Schweiz helfen, die sonst oft mit ihren S ­ orgen allein blei-

Musa Jashari bei der Heks in Lausanne: Dank des Hilfswerks konnte er in der Schweizer Arbeitswelt Fuss fassen.


MIGROS-WELT | MM47, 19.11.2018  43

Spendenkampagne

So können Sie helfen

Heks-Beraterin Cecilia Mathys unterstützte Jashari bei der schwierigen Suche nach einer Stelle.

ben. «Wir versuchen, die Fähigkeiten von Migranten richtig einzuordnen, und helfen Ihnen eventuell auch bei einer Weiterentwicklung», erklärt Cecilia Mathys (29), die Heks-Mitarbeiterin, die Jashari betreut hat. «Manchmal geht es um die Anerkennung von Diplomen, manchmal auch um die Fort­ setzung einer Ausbildung.» Das Programm «MosaiQ» verläuft in verschiedenen Phasen. Dazu gehören ein individuelles Coaching, das Zusammenstellen einer Bewerbungsmappe und auch das Vermitteln von Prak­ tikumsstellen. Die Teilnehmer am Programm haben in ihren Herkunftsländern unterschiedliche Berufe ausgeübt: Ingenieur, Hebamme, Soziologe, Schuh­ macher, Übersetzer oder Investor. «Viele von ihnen könnten für den Schweizer Arbeitsmarkt interessant sein», betont Mathys. Die Voraussetzung ist, dass ihre Fähigkeiten hierzulande

erkannt werden, dass sie Anschluss finden und dass am Ende die richtigen Türen aufgehen. Mann mit Ausdauer

Jashari hat die Heks-Mitarbeiterin als Mensch beeindruckt: «Er hat viel Ausdauer, Motiva­ tion und auch Gelassenheit.» Der Kosovare ist seinerseits ­begeistert von der Arbeit der ­Betreuerin und vom gesamten Programm «MosaiQ»: «Dieses Projekt hilft nicht einfach nur bei der Arbeitssuche, es vermittelt menschliche Begegnungen, und es gibt Verzweifelten neuen Mut.» Besonders glücklich ist Jashari darüber, dass es seinem Sohn in der neuen Heimat heute viel besser geht: Seit einem Jahr lebt er werktags in einer spezialisierten Institution, wo er sehr gut betreut wird. Genau dafür hatte Jashari einst seine alte Heimat verlassen und den riskanten Neuanfang gewagt.  MM Infos zum Programm «MosaiQ»: heks.ch

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Weitere Infos: migros.ch/spenden


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MIGROS-WELT | MM47, 19.11.2018  45

Ein Tag als Chefin

«Stillsitzen ist ein Problem» Was macht eine Chefin bei der Migros den ganzen Tag? Im Rahmen des nationalen Zukunftstags haben sich acht Mädchen an die Fersen von verschiedenen Migros-Chefinnen geheftet. Die Schülerinnen Nora und Kyra erzählen, was sie dabei erlebt haben. Text: Thomas Tobler  Bilder: Daniel Winkler

D

ie Sekundarschülerin Nora (13) verbrachte ihren Migros-Tag mit Eliana Zamprogna, Chief Technology Officer M-Industry. «In der Schule übernehme ich gerne die Leitung, bei Gruppenarbeiten zum Beispiel. Deshalb passt das Programm ‹ein Tag als Chefin› gut zu mir. Die Migros interessiert mich, weil ich regelmässig mit meiner Mutter bei ­unserer Quartier-Migros einkaufe und mir die Firma ohnehin schon ein bisschen vertraut ist. Im Migros-‹Park im Grüene› in Rüschlikon habe ich früher oft meine Sommernachmittage verbracht und den 1. August ge­feiert. Ich kenne die Migros Bank und weiss, dass die Migros kulturelle Veranstaltungen organisiert und keinen Alkohol verkauft. Aber was eine ‹Chief Techno­ logy Officer M-Industry› macht, ­wusste ich nicht. Eliana hat mir deshalb vieles erklärt, und ich durfte mit ihr an wichtige Besprechungen. Das war spannend. Mir fiel aber auf, wie leise die Leute miteinander sprachen, mit meinen Freundinnen rede ich ­immer viel lauter.

Schülerin Nora und Chefin Eliana Zamprogna

Viele Menschen bestimmen mit In einem Meeting am Nachmittag wurde sogar englisch gesprochen, ich verstand aber ziemlich viel – eine coole Erfahrung. Sowieso war der Tag mit Eliana spannender, als ich es mir vor­ gestellt hatte. Dass bei der Migros so viele Menschen mitbestimmen, hat mich überrascht. Ich könnte mich an

das Business-Leben gewöhnen. Natürlich ist es manchmal anstrengend. ­Eliana ist viel unterwegs und hat einen vollen Terminplan. Aber sie verdient Geld mit einem Beruf, den sie gerne macht. Das finde ich sehr wichtig. Cool fand ich auch unser Mittag­ essen mit allen Chefinnen. Es war elegant und der Tisch schön dekoriert. Eliana hat mir aber gesagt, dass sie nicht jeden Tag so ein ­Mittagessen hat.»

«Es war interessant zu hören, wie Nora die Migros in 20 Jahren sieht. Sie wünscht sich nicht nur einen Laden, sondern einen Ort, an dem Menschen sich treffen, austauschen und lernen können.» Eliana Zamprogna


46  MM47, 19.11.2018 | MIGROS-WELT

MGB-Zukunftstag

65 Kinder zu Besuch bei der Migros

«Es war für mich sehr bereichernd und ein gänzlich neues Erlebnis, meine Arbeit aus der Perspektive der aufgeweckten, interessierten 12-jährigen Kyra zu betrachten.»

Die Migros ist seit 2001 beim Zukunftstag mit dabei und unterstützt das Projekt seit seiner Lancierung. In diesem Jahr besuchten 65 Schülerinnen und Schüler im Alter von 10 bis 13 Jahren den MigrosGenossenschafts-Bund in Zürich und begleiteten für einen Tag «die Grossen» bei der Arbeit.

In der ganzen Schweiz findet einmal pro Jahr der Zukunftstag statt. Mädchen und Jungs begleiten ihre Eltern oder eine Bezugsperson an den Arbeitsplatz und erhalten einen Einblick in den ihnen eigentlich unbekannten Arbeits­ alltag von Mami, Papi, Götti oder Gotti. Zusätzlich gibt es verschiedene Spezial­ projekte wie «ein Tag als Chefin», «ein Tag als Landwirtin» oder «ein Tag als Tierarzt» an denen die Kinder bestimmte Berufe oder Berufsgruppen während eines Tages kennenlernen. Der nächste Zukunftstag geht am 14. November 2019 über die Bühne. Mehr Informationen: nationalerzukunftstag.ch

Andrea Ming und Kyra beim Rundgang durch die Migros-Arbeitswelt

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inen Tag lang begleitete Se­ kundarschülerin Kyra (12) Andrea Ming, die Leiterin der Direktion Koordina­ tion Klubschulen und Freizeit­ anlagen beim Migros-Genossen­ schafts-Bund. «Ohne Chefinnen gäbe es, glaube ich, ein Durcheinander. Berufe wie der von Andrea, in dem man Menschen führen und viel mit ihnen reden muss, sind des­ halb sehr wichtig. Sonst könnte jeder machen, was er will. Als mir Andrea aber ihren vollen Stunden­ plan zeigte, war ich schon etwas überrascht. Mein Stundenplan ist viel weniger streng. Zuerst sind wir zusammen an ein Meeting ­gegangen, das erste Meeting ­meines Lebens – und wahrschein­ lich gleich ein ziemlich wichtiges, denn der Migros-Chef, Herr Zum­

Andrea Ming

brunnen, nahm auch daran teil. Ich habe nicht ganz genau verstanden, worum es ging, aber Andrea hat mir erklärt, dass Projekte vorge­ stellt werden und dann entschie­ den wird, was damit passiert. Am Ende des Meetings wurde aber nur entschieden, dass weiter an den Projekten gearbeitet wird. Danach gab es eine Kaffeepause, während der ich Wasser getrunken habe. Migros hat auch Golfplätze

Danach hat mir Andrea ihre Auf­ gaben erklärt und erzählt, welche Bereiche zu ihrer Direktion gehö­ ren. Bisher kannte ich die Migros vor allem als Lebensmittelladen, wusste aber, dass sie auch andere Firmen besitzt und Sponsorin ist von Veranstaltungen. Ich war neu­ gierig und wollte mehr erfahren, deshalb meine Anmeldung für den

‹Tag als Chefin›. Was eine Chefin macht, konnte ich mir nämlich nicht so genau vorstellen. Jetzt weiss ich, dass Andrea sehr viele Treffen mit wichtigen Leuten hat, dass sie gut organisiert sein muss und manchmal auch abends arbei­ tet. Für mich war es sehr spannend, Andrea begleiten zu dürfen und so die Migros besser kennenzulernen. Dass die Migros zum Beispiel eigene Golfplätze hat, viele Kurse anbietet oder ein Sportgeschäft besitzt, wusste ich nicht. Diese Erfahrungen nehme ich mit, auch wenn ich noch keine Ahnung habe, was ich später werden möchte. Vielleicht auch Chefin, wobei ich noch nicht so gut still sitzen kann, bei den vielen Meetings ist das aber sicher wich­ tig. Andrea kann das glücklicher­ weise viel besser.» MM


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MIGROS-WELT | MM47, 19.11.2018  49

Ab dem Geschäftsjahr 2019 verzichtet die Migros Bank auf Boni. Im Bild die Filiale an der Zürcher Seidengasse

Finanzbranche

Migros Bank schafft Boni ab Als erstes grosses Geldhaus der Schweiz verzichtet die Migros Bank künftig auf flexible Vergütungen. Fünf Gründe, warum dies den Kunden und den Mitarbeitenden nützt. Text: Michael West

Bild: zVg

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ie sorgen ­in der Öffent­ lichkeit oft für Ärger und in den Medien für negative Berichte: Die in der Schweizer Bankenbranche ­bezahlten Boni sind häufig schwindelerregend hoch und für Berufsleute aus anderen Sparten kaum nachvollziehbar. Die ­Migros Bank ging schon bisher einen anderen Weg: Sie belohnte ihre Mitarbeitenden mit mode­ raten Boni. Harald N ­ edwed, der ­Präsident der Geschäftsleitung, bezog sogar keine derartigen Ver­gütungen. Nun schafft die Migros Bank die Boni generell ab. Denn ­Harald Nedwed hält diese Art der ­Belohnung für «nicht mehr zeit­gemäss». Fünf Gründe sprechen dafür, dass diese ­Neuerung den Kunden, aber auch den Mit­arbeitenden nützt.

Bessere Beratung Boni begünstigen im Bankwesen eher das Einzelkämpfertum. ­Berater haben vor ­allem ihre ­persönlichen Leistungsziele vor Augen. Ohne variable Vergütung bekommt das Teamwork einen höheren Stellenwert. Verschie­ dene Spezialisten arbeiten ge­meinsam an der Betreuung der Kunden; ­jeder bringt dabei seine ­Erfahrung und sein Wissen ein. So wird die Beratung um­fas­sender und ­besser.

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Vernetztes Denken Das Bankengeschäft ist in den vergangenen Jahren komplexer ­geworden. Die Mitarbeitenden ­müssen online und offline immer mehr Vertriebskanäle im Auge be­ halten. Sie haben seit der Finanz­ krise mehr Vorschriften zu beach­ ten, und die öffentliche Meinung

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spielt eine zunehmend wichtige Rolle. Finanz­institute benötigen darum Mit­arbeitende, die ver­ netzt denken. Das ist ohne Boni leichter möglich. Denn diese Ver­ gütungen führen manchmal dazu, dass der Blick fürs Ganze verloren geht. Sie bewirken dann, dass kurzfristige ­Ziele ein grösseres Gewicht ­haben als der langfristige Erfolg des Unternehmens.

Lebenssinn statt Profit Das neue Vergütungsmodell passt zum Zeitgeist. Anders als noch vor der Finanzkrise wünschen sich heute viele junge Mit­arbeitenden nicht in erster Linie schnellen Reichtum, sondern ein Gleichge­ wicht zwischen Arbeit und Leben sowie ein Unternehmen mit guter Repu­tation. Auch dazu passt der ­Verzicht auf Boni.

Mehr Lohnsicherheit Mit der Abschaffung der Boni spart die Migros Bank nicht etwa Kosten ein. Das Fixsalär der be­ troffenen Mitarbeitenden wird ­einmalig erhöht. Sie erhalten ­weiterhin eine marktgerechte Vergütung und verzichten ­lediglich auf die variablen ­Lohnbestandteile. Letztlich ­profitieren sie von einer ­grös­seren Lohn­sicherheit.

Im Einklang mit der Tradition 1950 formulierte Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler mit seiner Frau 15 Thesen, die das ethische Fundament des Unternehmens bilden. Darin plädierten die bei­ den für «gute Bezahlung und So­ zialleistungen», aber gegen «jede direkte oder indirekte Beteiligung an Umsatz oder Reingewinn». Die Abschaffung der Boni passt also in die Migros-Tradition. MM

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Feine Vielfalt Wer sich zeitgemäss und abwechslungsreich ernähren möchte, kann das mittlerweile einfach und bequem daheim umsetzen. Viele neue Produkte ermöglichen frischen Genuss – nicht nur für Vegetarier und Veganer. Text: Claudia Schmidt  Bilder: Yves Roth  Styling: Miriam Vieli-Goll

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MIGROS-WELT | MM47, 19.11.2018  63

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Vor einigen Jahren ­begann der Siegeszug der sogenannten Super­ foods. Hauptmerkmal der heterogenen Grup­ pe an Lebensmitteln: eine hohe Konzentration an wertvollen Nähr- und Inhaltsstoffen. Häufig kamen die Lebensmittel aus fernen Ländern. Heute wissen wir, dass sich heimische Lein­ samen nicht vor den vergleichbaren Chia-­ samen verstecken müs­ sen. Manchmal muss man gar nicht in die Fer­ ne schweifen, denn das Gute wächst ganz nah. Das Beste am Super­ food-Trend: Viele Men­ schen achten verstärkt darauf, was auf dem ­Teller landet. Die Vielfalt ermöglicht heute ganz neue Gerichte und ­besondere Geschmacks­ erlebnisse.

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MIGROS-WELT | MM47, 19.11.2018  65

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MIGROS-WELT | MM47, 19.11.2018  67

Nicht nur für Hirten Migusto

Ganz klassisch wird zum amerikanischen Thanksgiving ein Truthahn serviert. Dass das traditionelle Restessen danach, der Shepherd’s Pie, ebenfalls das Zeug zum Star des geselligen Festtags hat, zeigen wir in unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung. Text: Andrea Pistorius, Claudia Schmidt Bilder: Veronika Studer Rezept: Andrea Pistorius

Traditionell wird der Shepherd’s Pie mit Lammfleisch zubereitet. Mit Rindfleisch kennt man das Gericht auch unter dem Namen ­Cottage Pie.

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68  MM47, 19.11.2018 | MIGROS-WELT Step-by-step

Rindfleisch-Shepherd’s-Pie mit Süsskartoffeln    1

Steinpilze im Cutter zu Pulver mahlen. ­Karotte fein raffeln, Zwiebel fein hacken. ­Thymianblättchen vom Stiel zupfen. Cham­ pignons putzen und in S ­ cheiben schneiden.

2

Zwiebel und Champignons in der Hälfte des Öls ca. 5 Minuten braten. Karotte, Thymian und Steinpilzpulver dazugeben. Knoblauch ­dazupressen, ca. 1 Minute mitbraten. Mit Bouillon ablöschen, Worcestershire-Sauce dazugeben. Herd ausschalten.

3

Fleisch in einer weiteren Bratpfanne im restlichen Öl anbraten. Tomatenpüree dazu­ geben, kurz mitbraten. Mit Wein ablöschen und ca. 1 Minute einköcheln lassen. Zur Zwiebel-­ Champignons-Mischung geben. Zusammen bei kleiner Hitze 10 Minuten köcheln lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Zutaten für 4 Personen

4

Süsskartoffeln schälen und in Würfel schneiden. In eine Pfanne geben und mit Salzwasser knapp bedecken. Ca. 10 Minuten weich kochen. Abgiessen und grob stampfen. Butter und Crème fraîche dazugeben. Mit den Süsskartoffeln verrühren. Mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen.

5

Backofen auf 200° vorheizen. HackfleischPilz-­Mischung in eine ofenfeste Form geben. Süsskartoffeln darauf verteilen. In der Ofen­ mitte ca. 15 Minuten backen. Nach Belieben mit Pfeffer bestreuen und sofort servieren. Dazu passt ein herbstlicher Salat, z. B. Radicchio.

15 g getrocknete Steinpilze 150 g Karotten 1 grosse Zwiebel 3 Thymianzweige 200 g Champignons 4 EL HOLL-Rapsöl 1 grosse Knoblauchzehe 2 dl kräftige Rindsbouillon 3 EL Worcestershire-Sauce 300 g Rindshackfleisch 3 EL Tomatenpüree 2 dl Rotwein Salz Pfeffer 800 g Süsskartoffeln 15 g Butter 100 g Crème fraîche gemahlene Muskatnuss

Korrigendum Im Rezept Aprikosenstollen im Migros-­ Magazin 45 (S. 71) haben wir angegeben, es würden 0,8 Liter Milch benötigt. Richtig sind 0,8 Deziliter. Wir bitten um Entschuldigung.


MIGROS-WELT | MM47, 19.11.2018  69

Profi-Tipp

Mit herbstlicher Note TIPPS Nach Belieben den Rotwein durch ­Bouillon ersetzen. Statt Süsskartoffelstampf eignet sich auch ein herkömmlicher ­Kartoffelstampf als Topping.

Andrea Pistorius, Rezeptautorin

Wie jedes Jahr laden mein Mann und ich unsere Freunde wieder an Thanksgiving zum Essen ein. Auch wenn dieses Fest nicht zu unserer Kultur ­gehört, so schätzen wir es doch als ein grosses Dankeschön für die treue Freundschaft. ­Dieses Mal verzichten wir aber auf den traditionellen Truthahn, da wir uns die Vor­bereitung ­etwas vereinfachen möchten. Stattdessen werden wir unseren Freunden einen Shepherd’s Pie servieren. Der lässt sich wunder­ bar vorbereiten. Ich verwende Rindfleisch, weil nicht alle Gäste Lammfleisch schätzen. Um dem Gericht noch eine herbstliche Note zu ver­ leihen, verfeinere ich die Sauce mit Steinpilzpulver. Die kräftigen Aromen der getrockneten Steinpilze sind auch für viele andere Saucen ein Geheimtipp. Mit einer feinen Kürbissuppe und e­ inem Chicoréesalat mit Nüssen als Vorspeisen und einer Marronimousse als Dessert wird niemand den Truthahn vermissen. MM

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5. Tag: Kyoto Besichtigung der ehemaligen Kaiserstadt mit ihren prachtvollen Tempeln, Zen-Gärten, Shinto-Schreinen und natürlich dem Goldenen Pavillon. 6. Tag: Kyoto – Osaka – Kyoto Besichtigung der imposanten Tempelhalle des Sanjusangendo und des Fushimi Inari-Schreins. In Osaka Besichtigung der Burganlage. 7. Tag: Kyoto – Nara – Kyoto Heute machen Sie einen Ausflug nach Nara, der Wiege der japanischen Kultur. Sie besuchen den Horyu und den Todaiji Tempel.

3. Tag: Hiroshima – Miyajima – Hiroshima Sie besichtigen die Gedenkstätte und das Friedensmuseum. Ausflug zur heiligen Insel Miyajima mit dem Itsukushima-Schrein.

8. Tag: Kyoto – Kanazawa Auf dem Weg nach Kanazawa Halt in Tojinbo. In Kanazawa Besuch eines Samuraiviertels.

4. Tag: Hiroshima – Kyoto Flanieren in Kurashiki. In Himeji sehen Sie die «Burg des Weissen Reihers». Fahrt mit dem Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen nach Kyoto.

9. Tag: Kanazawa – Takayama Heute fahren Sie entlang der japanischen Alpen. Unterwegs Halt in Shirakawa-go, einem malerischen Dorf mit traditionellen Bauernhäusern.

Megacity Tokyo

10. Tag: Takayama – Nagano Rundgang in Takayama. Auf der Fahrt nach Nagano sehen Sie mit etwas Glück die Makaken-Affen. 11. Tag: Nagano – Fuji-Hakone N.P. Am Morgen besichtigen Sie die «Krähenburg» in Matsumoto. Nachmittags erreichen Sie das Fünf-Seen-Gebiet beim heiligen Berg Fuji-san. 12. Tag: Fuji-Hakone N.P. – Tokyo Fahrt via Kamakura nach Tokyo. 13. Tag: Tokyo Heute sehen Sie die unterschiedlichen Gesichter der Megacity Tokyo. 14. Tag: Tokyo Zeit zur freien Verfügung, um Tokyo auf eigene Faust zu entdecken.

Preis pro Person im Doppelzimmer in Fr.

Sofort-Preis gültig für mindestens 50% der verfügbaren Plätze, danach Katalog-Preis. Ihre Reisedaten

KatalogPreis

SofortPreis

14.03.19–28.03.19

5145.–

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15.03.19–29.03.19

5295.–

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22.03.19–05.04.19

5245.–

5045.–

10.05.19–24.05.19

4995.–

4795.–

16.05.19–30.05.19

4995.–

4795.–

06.10.19–20.10.19

5195.–

4995.–

Zusätzliche Abreise am 02.11.19 bereist heute unverbindlich vormerken. Nicht inbegriffen 550.– • Einzelzimmerzuschlag 130.– • Japanischer Abend in Kyoto 2161.– bis 3700.– • Business-Klasse • Annullierungskosten- und Assistanceversicherung • Kleingruppenzuschlag unter 15 Personen möglich Internet-Buchungscode: vrjapa01

15. Tag: Tokyo – Zürich Am Morgen Flug mit SWISS nonstop oder mit SAS Scandinavian Airlines via Kopenhagen nach Zürich. Ankunft am Nachmittag oder Abend.

Fushimi Inari-Schrein

Vögele Reisen AG, 8048 Zürich, info@voegele-reisen.ch

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MIGROS WELT | MM47, 19.11.2018  75

Exelia

Weich und duftend Die neuen Exelia-Weichspüler Soft & Care ­machen Wäsche nicht nur luxuriös weich, sondern bestechen auch durch langanhaltende, ange­ nehme Düfte und eine besondere Faserpflege. Gleichzeitig sorgen die Produkte für länger ­strahlende Farben, verzögern die Vergrauung ­weisser Textilien und verhindern elektro­sta­tische ­Aufladung. Die Wäsche kommt bügelleicht und ­knitterarm aus der Trommel. Die Exelia-­Linie Soft & Care umfasst die Duftnoten ­ Flower Fantasy, Blue Passion und Urban Jungle.

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PUBLIREPORTAGE

Die Illusion des Schwebens. Der LG OLED65E8 Die innovative LG OLED-Technologie macht Hintergrundbeleuchtung überflüssig. Dadurch ermöglicht sie es Fernseher zu designen, die so dünn sind, dass sie mit ihrer Umgebung geradezu verschmelzen. Die selbstleuchtenden Pixel können ein tiefes, realistisches Schwarz darstellen, auf dem Farben bis ins kleinste Detail intensiv und klar erstrahlen. Und mit dem neuen Intelligent-Prozessor werden die Bilder gleich noch schärfer und klarer. Damit Sie Ihre Lieblingsfilme in höchster Qualität geniessen können. Das OLED-Display des in 55” und 65” erhältlichen LG OLED TV E8 ist auf einem hochwertigen Glaskörper aufgebracht, der über das Display hinaus bis auf den Boden reicht. Dadurch wirkt der TV, als würde er im Raum schweben. Raffiniert gelöst ist auch der Soundstreifen, der direkt unter dem Display liegt und in dem 6 Front-Firing-Lautsprecher eingelassen sind - für tollen Kinosound in Dolby Atmos® Qualität.

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Der LG OLED TV E8 wurde bereits mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Eine kleine Auswahl finden Sie hier :

1

Advanced HDR by Technicolor – direkt aus Hollywood in Ihr Zuhause Technicolor sind Experten, wenn es um professionelle Farbwiedergabe geht. Ihre Studios haben den Grossteil aller Hollywood-Blockbuster koloriert. Für das beste Farberlebnis in Ihrem Zuhause unterstützen die LG OLED TVs dank 4K Cinema HDR nun auch advanced HDR by Technicolor.

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Bestverkaufte OLED Marke der Welt seit 2013 lt. IHS Markit Group, TV Sets Market Tracker, Q4 2017 Der Intelligent-Prozessor ist mit Ausnahme des B8 in allen 2018er LG OLED TVs integriert


MIGROS-WELT | MM47, 19.11.2018  77

Tierwelt

«Hunde wollen lernen»

Hundetrainerin Laure Knappe über ihre vierbeinigen Schüler, verblüffende Lernerfolge und Snacks als kleine Belohnung. Text: Michael West

Ich und mein Hund

Wie viele Hunde haben Sie schon ausgebildet? In meiner Schule im Zürcher Oberland habe ich schon weit über tausend Tiere trainiert. In Erinnerung bleiben mir vor ­allem einige Problemhunde, ­denen ich mit der Ausbildung helfen konnte und die grosse Fortschritte machten. Ebenso unvergesslich ist natürlich die Freude der Besitzer über den Lernerfolg.

Benjamin Böttcher (39) ist Bildredaktor beim Migros-Magazin und seit einem Jahr Hundebesitzer. «Früher konnte ich mit Haustieren wenig anfangen», gesteht er. «Heute gehört Chiggo ganz selbstverständlich zur Familie.» So heisst der Hund der ­russischen Rasse Bolonka Zwetna, den Ben von einer Kollegin übernommen hat.

Warum ist es nötig, Hunde zu erziehen? Weil folgsame Tiere schlicht mehr Freude am Leben haben. Denn der ­Besitzer kann ihnen mehr ­Freiheit lassen. Wenn sie über eine Wiese tollen oder mit an­ deren Hunden spielen, muss er sich keine Sorgen machen, weil er seinen Vierbeiner jederzeit zu sich rufen kann.

go. hosshund Chig her und sein Sc ttc Bö n Be or kt Bildreda

«Chiggo beruhigt mich»

Der vierjährige Chiggo bringt nur gerade vier Kilo auf die Waage, ist in der Hundewelt also ein Leichtgewicht. Doch das macht er mit unwiderstehlichem Charme wett. «Wenn er mich nach einem stressigen Bürotag aus seinen dunkelbraunen Augen ansieht, beruhige ich mich sofort», sagt Ben. Chiggo verstand sich auch auf Anhieb mit den beiden Kindern Mika (5) und Nele (9). Wenn der Bildexperte mit dem herzigen Vierbeiner Gassi geht, wird er oft von ­an­deren Hundebesitzern auf das Tier an­ gesprochen: «Dank Chiggo wächst mein ­Bekanntenkreis ständig.» Fasziniert ist Ben von einer ­Eigenheit der russischen Hunderasse: «Ein Bolonka ­Zwetna wechselt im Lauf seines Lebens ­immer wieder die Fellfarbe. Als er zu uns kam, war er schwarz-weiss gefleckt, dann nur noch weiss, und jetzt bekommt er wieder schwarze Sprenkel.»

Macht es den Tieren Spass, wenn man ihnen etwas Neues beibringt? Viele Hunde wollen lernen. Sie haben Spass, wenn sie einen kleinen Trick zeigen können. Es nimmt auch fremden Leuten die Scheu vor einem Hund, wenn er auf Befehl des Besitzers Pfötchen gibt oder eine Rolle macht.

Belohnen Sie Ihre Hunde mit Futter, wenn sie bei der Dressur mitmachen? Ja, denn massvoll dosierte Snacks sind ein bewährtes ­Mittel, um Hunde zu motivieren. Man kann ihnen nach einem Lernerfolg auch mal den Lieblingsball zuwerfen und ein wenig mit ihnen spielen. Brauchen grosse und kleine Hunde ­verschiedene Arten von Futter? Es liegt auf der Hand, dass Tiere mit völlig unterschiedlichem Körperbau nicht das gleiche Futter benö­tigen. Es beginnt damit, dass ein zierlicher Chihuahua nicht gleich grosse Stücke kauen kann wie eine mächtige Deutsche Dogge. Ein Spezialfall sind Arbeits­hunde wie Huskys, die Schlitten durch den Schnee ziehen. Sie brauchen eine besonders energiereiche Ernährung. Kann eigentlich jeder lernen, mit Hunden umzugehen? Manche Leute sind geborene Hundeführer, anderen fällt es etwas schwerer, mit den Tieren umzugehen. Aber lernen kann dies jeder Mensch, der motiviert ist und sein Tier mag. MM

Aktion 30% auf das gesamte Sortiment an unge­kühltem Hundefutter, beim Kauf ab drei Stück vom 20. bis 26. 11.

Cesar Selektion Sauce, 4 × 100 g* Fr. 4.– * in grösseren Filialen

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s e n i e f u a k m i Be s b o B r e d o s n Schlitte Beim Kauf eines Schlittens oder Bobs erhalten Sie eine Schlitten-Tageskarte der Rigi Bahnen im Wert von Fr. 50.–.* *Angebot gültig bis 28.2.2019 an den SportXX-Standorten der Zentralschweiz: Länderpark Stans, Mall of Switzerland Ebikon, Mythen Center Schwyz, Surseepark, Zugerland Steinhausen

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MIGROS-WELT | MM47, 19.11.2018  79

Produkt der Woche

Für jeden Lebkuchen ein Muss Der «Aus der Region.»-Birnendicksaft wird seit Generationen von der Familie Amstutz in Luzern hergestellt. Von Natur aus liefern Birnen Fruchtzucker, Säure sowie herbe Gerbstoffe, die dem Birnendicksaft den typischen Geschmack verleihen. In Leb­kuchen schmeckt er genauso gut wie auf einer Käseplatte oder zu Gschwelti. Er kann problemlos mehrere Jahre gelagert werden – er wird mit dem Alter gar immer besser. Der «Aus der Region.»-Birnendicksaft ist in allen Filialen der Genossenschaft Migros Luzern erhältlich.

Ihre Region Neues aus der Genossenschaft Migros Luzern

Multimedia-Schulungen

«Das hätte ich alleine nicht gekonnt …» Wie wird eine App geschlossen, ein Passwort zurückgesetzt oder in WhatsApp eine Nachricht gelöscht? Die Antworten darauf gibts in individuellen Schulungen bei Melectronics.

Anne Brandl hört aufmerksam zu, macht sich Notizen und stellt Fragen. Die 70-jährige Luzernerin sitzt im Melectronics Schweizerhof an einem Tisch mit Verkaufsberater Pascal Sigrist, der ihr beim Einrichten ihres iPads hilft. «Das hätte ich jetzt alleine nicht gekonnt», stellt die Pensionärin verblüfft fest. Genau deshalb hat sie sich tags zuvor für eine halbstündige Multimedia-Schulung angemeldet. Frau Brandl, wie genau setzen Sie Ihr Tablet ein? Für mich ist es ein wunderbares Kommunikationsmittel. So kann ich ganz einfach mit meinen Leuten in Kontakt bleiben. WhatsApp geht viel schneller als Telefonieren, und man kann es einsetzen, wann man will. Vor allem Alleinstehenden kann ich es nur empfehlen. Was ist Ihr grösster Frust mit dem Gerät? Ich habe die Geduld nicht, mich stundenlang damit herumzuschlagen, wenn etwas nicht funktioniert. Das und die Angst, etwas zu ändern, was ich nicht rückgängig machen kann, sind die Gründe, weshalb ich hier sitze. Generell macht mir aber mein Handy mehr zu schaffen. Weshalb das? Ich weiss wichtige Sachen nicht. Als ich im Sommer im Ausland in den Ferien war, klärten mich zwei junge Frauen auf, was Roaming ist. Von da an habe ich keine Fotos mehr mit dem Handy in die Schweiz geschickt, weil es sonst richtig teuer geworden wäre.

Zurück zur Schulung: Sind alle Ihre Fragen geklärt, oder kommen Sie wieder? Für mich hat es sich gelohnt. Ich habe einige neue Sachen gelernt, zum Beispiel wie man ein SoftwareUp­date macht. Da sich fast täglich

neue Fragen ergeben, werde ich ­bestimmt wieder kommen. MM 2 Franken pro Minute: So viel kosten die Multimedia-Schulungen in den Melectronics-Filialen Schweizerhof Luzern, Rothenburg, Zugerland und Mythen-Center Schwyz. Anmeldung direkt vor Ort.

Anna Brandl lässt sich von Pascal Sigrist bei Melectronics beraten.


80  MM47, 19.11.2018 | MIGROS-WELT

Klubschule Luzern

… und sie tanzt einen Tango Die Gewinnermotive: «Handfestes» aus dem Aquarium von Katja Galliker und «Gleitschirm-­­Migi» über der Stadt Luzern von Chantal Ziswiler-Horlent Wettbewerb

Und gewonnen haben … Die beiden besten Sujets für eine Geschenkkarte der Migros Luzern wurden beim Sommer-­ Wettbewerb gesucht und kürzlich mittels Online-Voting gefunden: In der Kategorie Kinder hat Katja Galliker aus Werthenstein mit ihren Handabdruck-­Fischen gepunktet. Für ihr fliegendes Migi-­ Schwein erhielt Chantal Ziswiler-­Horlent aus Küssnacht am Rigi bei den Erwachsenen die meisten Stimmen. Die Migros Luzern gratuliert den beiden krea­tiven Gewinnerinnen ganz herzlich. Als Preis er­ halten sie eine Migros-­ Geschenkkarte mit ihrem Motiv und einem Gut­haben von 500 Franken. Die beiden Geschenkkarten mit den Gewinnersujets sind ab dem 20. November in den Filialen der Genossenschaft Migros Luzern als «Limited Edition» erhältlich – solange Vorrat.

Su-Ling Pfäffli hat mit über 50 mit dem Tango­tanzen angefangen. Die Chinesischlehrerin an der Klubschule Luzern ist sich sicher: Man ist nie zu alt, um etwas Neues zu lernen. Interview: Jacqueline Achermann

Su-Ling Pfäffli, was sagen Sie als tangotanzende Chinesischlehrerin: Ist Tango oder Chinesisch schwie­ riger zu lernen? Ich habe ohne Tanzgefühl Tango gelernt. Der Lehrer sagte mir, wenn ich laufen könne, könne ich auch Tangotanzen. Genauso ist es mit Chinesisch: Wer sprechen kann, lernt die Sprache mit etwas Einsatz und Ausdauer. Wie kamen Sie zum Tango? Na ja, das war eher Zufall. Nach einem dreiwöchigen Aufenthalt in Taiwan kam ich acht Kilo schwerer zurück. Ich war ständig überall eingeladen. Daraufhin beschloss ich, etwas für meine Figur zu tun, und besuchte einen Salsa-Kurs. Salsa? Ja, ich wollte mich einfach bewegen, fand aber keinen Tanzpartner. Eine Freundin nahm mich daraufhin zum Tango mit. Anfangs wollte ich nur zuschauen. Doch dann ging ich einfach eine Stunde zum Takt der Musik durch den Raum. Ich habe so geschwitzt! Da wusste ich, das ist es. Weil Sie durch den Raum marschiert sind? Die Musik faszinierte mich. Sie hat etwas Berauschendes. Man vergisst alles rundherum und fühlt sich ­glücklich. Sie sagen, Tango zu tanzen sei wie eine Sprache zu lernen. Sie selber unterrichten seit 25 Jahren Chinesisch an der Klubschule Luzern. Eine weitere Leidenschaft von mir. Es ist eine Art Kulturtausch, der stets Freude bereitet. Ich hatte eine Klasse,

die war sicher 18 Jahre zusammen. Da ent­stehen richtige Freundschaften. Wie hat sich der Unterricht in diesen zwei Jahrzehnten verändert? Die Klassen sind kleiner geworden. Viele wollen möglichst schnell und günstig eine Sprache lernen. Online-­ Angebote boomen. Es hat ja auch Vorteile. Man muss nicht mehr raus, kann lernen, wo und wann man möchte. Dürfen Sie als Sprachlehrerin so ­etwas sagen? Die neuen Technologien bringen viel Gutes, keine Frage. Dennoch bin ich fest davon überzeugt, dass ein Internetkurs einen klassischen Sprachkurs nicht ersetzt. Der Austausch, direktes Feedback, das mitein­ander Lernen, die gemeinsamen Fortschritte: Das alles hat man nicht, wenn man zu Hause bleibt. Aber eben genau das motiviert und macht auch Spass. MM Kurse

Chinesisch ausprobieren Gratislektion: Montag, 26. November, von 20.10 bis 21.25 Uhr

Tanzen in lockerer Runde • Tango Argentino • Standard-/Lateinamerikanische Tänze • Salsa • Discofox • Jive (Rock’ n’ Roll) • Orientalischer Tanz • Line Dance • Klassischer Hochzeitstanz Alle Kurse: klubschule.ch, Beratung: Tel. 041 418 66 66


MIGROS-WELT | MM47, 19.11.2018  81

Filialleiter Thomas Grüter in der vergrösserten Frischeabteilung der Migros Schönbühl in Luzern.

Migros Schönbühl Luzern

Grösser, schöner, mehr Produkte Endlich: Nach neunmonatiger Umbauzeit feiert die Migros im Einkaufscenter Schönbühl Luzern vom 22. bis 24. November ihre Gesamteröffnung – und beschenkt ihre Kundschaft. Text und Bild: Lisa Savenberg

Bilder: zVg

D ​Eine spezielle Kombination: Su-Ling Pfäffli aus Luzern unterrichtet an der Klubschule Chinesisch und mag es auf dem Parkett gern argentinisch.

ie letzte Umbauetappe ist abgeschlossen, und die Non-Food-Abteilung vom Provisorium zurück in den Laden gezogen. Mehr als 330 Pro­ dukte sind zusätzlich im Sortiment, darunter viele neue Daily-Takeaway-­­Angebote sowie Dry Aged Beef an bedienter Theke. «Wir freuen uns, unseren Kundinnen und Kunden wieder das komplette Sortiment anbieten zu können – künftig sogar noch mehr als vorher», so Thomas Grüter, Filial­ leiter der Migros Schönbühl Luzern. Auch die Verkaufsfläche wurde mit neu über 2000 Quadratmetern leicht vergrössert: Der Frischebereich ist

gross­zügiger gestaltet, und die Beauty-­ Abteilung hat mehr Platz erhalten. Migros und Einkaufscenter feiern

Während der Eröffnungstage vom 22. bis 24. November profitieren Kundinnen und Kunden von 10 Prozent Rabatt und haben täglich die Chance, ein E-Bike im Wert von über 3500 Franken zu gewinnen. Kinder werden mit einem Mini-Einkaufskörbli inklusive Lebkuchen und Ballon beschenkt. Am Samstag erhalten die ersten 3000 Migros-Kunden einen Butterzopf und dürfen sich über weitere Aktivitäten und Aktionen im ganzen Center freuen. MM


Das freut nicht nur den Samichlaus.

20%

2.20 statt 2.80 Lebkuchen-Samichlaus 4 Stück, 170 g

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4.95 Klaussack 310 g

Klaussack (Hergestellt und befüllt von der Stiftung BSZ) Jute, 230 g

Genossenschaft Migros Luzern ANGEBOTE GELTEN NUR VOM 20.11. BIS 26.11.2018, SOLANGE VORRAT

Fürs Festmahl.

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Festtags-Truthahn* Frankreich/Ungarn, produziert nach Schweizer Tierschutzverordnung, erhältlich von 2 bis 8 kg, per kg *Erhältlich in allen Migros-Filialen auf Bestellung oder unter migros.ch/theke Genossenschaft Migros Luzern ANGEBOT GILT NUR VOM 20.11. BIS 31.12.2018, SOLANGE VORRAT


Zum Dahinschmelzen: Unsere Cordon-bleu-Variationen.

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Holzfäller-Poulet-Cordon-bleu* (Füllung: Trockenfleisch, Küssnachter Käse) Schweiz, per 100 g

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2.45 statt 3.30 TerraSuisse Schweins-Cordon-bleu vom Stotzen «Aus der Region.»* (Füllung: Hinterschinken, Käse «Aus der Region.») Zentralschweiz, per 100 g

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2.45 statt 3.30 TerraSuisse Schwinger-Cordon-bleu «Aus der Region.»* (Füllung: Hinterschinken, Seelisberger Bergkäse) Zentralschweiz, per 100 g

25%

2.45 statt 3.30 TerraSuisse Älpler-Cordon-bleu «Aus der Region.»* (Füllung: Hinterschinken, Speckwürfel, Rigi Senior Käse) Zentralschweiz, per 100 g

* Erhältlich an der Bedienung. Genossenschaft Migros Luzern ANGEBOTE GELTEN NUR VOM 20.11. BIS 26.11.2018, SOLANGE VORRAT

7.75

TerraSuisse Kalbs-Cordon-bleu «Aus der Region.»* (Füllung: Hinterschinken, Gruyère Surchoix Käse) Zentralschweiz, per 100 g

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2.45 statt 3.30 TerraSuisse Innerschweizer-Cordon-bleu «Aus der Region.»* (Füllung: Muotathaler Urwaldschinken, Raclettekäse) Zentralschweiz, per 100 g

25%

2.45 statt 3.30 M-Classic Luzerner-Cordon-bleu XXL* (Füllung: Speckwürfel, Hinterschinken, Vacherin, Küssnachter Käse) Schweiz, per 100 g


9 unvergessliche Reisetage Fr.

1’265.–

Perlen des Nordens

Kopenhagen Kopenhagen –– Stockholm Stockholm –– Helsinki Helsinki –– Oslo Oslo 1. Tag Schweiz – Hannover Anreise in die bekannte Messestadt Hannover. 2. Tag Hannover – Kopenhagen – Lund Reise nach Puttgarden zur Überfahrt nach Dänemark. Durch Lolland und Falster erreichen wir Kopenhagen. Auf einer Stadtrundfahrt lernen wir die Sehenswürdigkeiten der dänischen Hauptstadt näher kennen. Am Abend erleben wir die spektakuläre Fahrt über die Oeresundbrücke. 3. Tag Lund – Südschweden – Stockholm Wir durchfahren das von unzähligen Seen geschmückte Südschweden. Vielen wird diese idyllische Gegend bekannt vorkommen, spielen doch hier viele der populären Inga Lindström-Filme. Nach Besuchen im beliebten Ferienort Gränna und im Freilichtmuseum von Gamla Linköping erreichen wir am Abend Stockholm.

4. Tag Stockholm Nach kurzer Fahrt erreichen wir das Zentrum von Stockholm, der grössten Stadt Nordeuropas. Nach einer Stadtrundfahrt bleibt noch viel Zeit, die schwedische Hauptstadt auf eigene Faust zu erkunden, bevor wir dann unsere Kabinen auf einem modernen Fährschiff beziehen.

5. Tag Turku – Helsinki Am Morgen legt das Schiff in Turku an. Nach einer kurzweiligen Fahrt durch Südfinnland erreichen wir Helsinki. Auf einer Stadtrundfahrt zeigt man uns die Sehenswürdigkeiten der finnischen Hauptstadt. Danach bleibt auch genügend Zeit für eigenen Entdeckungen. Abends Einschiffung zur Überfahrt nach Schweden. 6. Tag Stockholm – Örebro – Oslo Nach der Ausschiffung Fahrt ins malerische Mariefred, wo auch das berühmte Schloss Gripsholm steht. Durch das Södermanland erreichen wir Örebro mit seinem beeindruckenden Renaissance-Schloss. Am Nachmittag Weiterfahrt entlang dem Vänernsee, dem grössten See Schwedens, und über Karlstad in den Raum Oslo. 7. Tag Oslo Nach dem Frühstück werden wir zur Stadtrundfahrt erwartet. Natürlich darf dabei ein Besuch des Holmenkollen-Gebiets ebenso wenig fehlen, wie ein Spaziergang durch den berühmten Vigelandspark. Auch für eigene Erkundungen und Besichtigungen ist genügend Zeit. Am Abend beziehen wir die Kabinen auf einem Fährschiff und geniessen dann die Fahrt durch den grandiosen Oslo-Fjord. 8. Tag Frederikshavn – Hannover Am Morgen legt das Schiff in Dänemark an. Wir durchfahren nun die Halbinsel Jütland und Schleswig Holstein, das nördlichste Bundesland Deutschlands und erreichen vorbei an Kiel und Hamburg erneut Hannover. 9. Tag Hannover – Schweiz Rückreise in die Schweiz.

044 880 08 00 Schaffhauserstrasse 44 • 8152 Glattbrugg • www.bossartreisen.ch

Reisedaten 2019 14. – 22. Juni 29. Juni – 07. Juli 06. – 14. Juli 20. – 28. Juli

Das ist alles dabei...

•

9-tägige Fahrt mit modernem 4-Sterne-Fernreisecar mit Toilette, Klimaanlage etc.

•

3 Übernachtungen auf modernen Fähren in Doppelkabinen innen mit Dusche/WC

•

5 Übernachtungen in guten Mittelklassehotels

•

Alle Zimmer mit Bad oder Dusche/WC

•

Halbpension in den Hotels (während der Fährüberfahrten ist das Skandinavische Frühstücksbuffet inbegriffen)

•

Geführte Stadtbesichtigung in Kopenhagen

•

Geführte Stadtbesichtigung in Helsinki

•

Geführte Stadtbesichtigung in Stockholm

•

Geführte Stadtbesichtigung in Oslo

Auf Wunsch:

• •

Aussenkabine Fr. 120.–

•

Annullationsschutz Fr. 36.–

Einzelzimmer-/Einzelkabinenzuschlag Fr. 450.–

Abfahrtsorte Zürich, Bern, Olten, Basel, Luzern


Leben MM47

Umfrage

Wie oft putzen Ihre Kinder die Zähne? Morgens und abends

48 %

1, 2 oder 3?

Monica Müller (44) hat zwei B ­ uben, einen Mann, einen Job, einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.

Der Kleine (3) hat einen eigenwilligen Stil. Noch immer trägt er sein geliebtes Brasilien-Fussballtrikot einfach über Leggings, Jeans und Pullis. Er komponiert seinen Look selbst und kommt sehr farbenfroh daher. Auf seinen Leggings tummeln sich Krokodile, MinionsFlicken halten seine Jeans zusammen, und auf seinen Pullis trifft sich halb Entenhausen. Diese Freude an Farben legt er beim Malen seltsamerweise ab: Sitzt er mit Pinsel bewaffnet vor einem Malkasten, tunkt er den Pinsel nur ins schwarze Töpfchen. «Nimm doch mal etwas Blau oder Gelb», schlage ich vor. Er schüttelt energisch den Kopf und sagt: «Ich male nur Blak.» «Meinst du ‹black›, das englische Wort für Schwarz?», frage ich irritiert. «Ich sage dem Blak», antwortet er, den Blick verloren im schwarzen Gekritzel. Und jetzt? 1   Ich kleide ihn ganz dezent, zum Beispiel in Beige – vielleicht malt er dann farbig? 2   Ich fördere seine künstlerische Ader, stelle eine Staffelei in sein Zimmer und ganz    viele Farbtöpfe mit verschiedenen Nuancen von Schwarz. 3   Ich lasse ihn walten, verstecke die Bilder aber, wenn Besuch kommt.

38 %

Ein Mal täglich, dafür richtig gründlich

11 %

Erwischt! Ehrlich gesagt, (noch) nicht ganz so regelmässig

3 % 328 Abstimmende

Eine Umfrage von

Antwort 3: Irgendwie finde ich seine düstere Farbwahl etwas gespenstisch, und ich fürchte, andere könnten die falschen Rückschlüsse auf sein Innenleben ziehen.

Illustration: Lisa Rock, Bild: René Ruis

Er malt nur «Blak»

Mindestens drei Mal täglich, sicher aber nach jeder Hauptmahlzeit


86  MM47, 19.11.2018 | LEBEN

1 2

3

Der pädagogisch Unkorrekte Lustige Kleinigkeiten und viel buntes Geschenkpapier sind nicht Ihr Ding. Ebenso wenig von langer Hand geplante gemeinsame Aktivi­ täten. Am liebsten würden Sie die Vorweihnachtszeit ignorieren, doch die ­Kinder freuen sich so darauf. Kaufen Sie einen Schokolade-Kalender! Das Prinzip ist wunderbar einfach und erst noch sehr beliebt. Und das Beste: Der Inhalt verschwindet immer sofort, nirgends türmen sich Plastikdinger.

Der Pragmatische Sie sind etwas spät dran und strotzen nicht vor ­Ideen. Kaufen Sie einen «Cars»-, «Frozen»- oder ­«Minions»-Kalender. Reissen Sie alle «Gschänkli» aus dem Karton und treffen Sie eine Auswahl für Ihr Kind. In die nun leeren Päckli verpacken Sie, was Ihr Kind derzeit glücklich macht (Pokémon-­ Karten?) oder braucht (Zahnbürste?). Mit den aussortierten Klebern, Schuhbändeln und Schlüsselanhängern ­verzieren Sie die Weihnachtsgeschenke Ihrer ­Gottenkinder.

Der Bequeme Sie sind sehr spät dran, ­haben keine Ideen und null Ehrgeiz, sich selbst in das Projekt einzubringen. Kaufen Sie einen der vielen fixfertigen Kalender, das Angebot ist breit und bei der Zielkundschaft beliebt: Stecken die Kinder in der Bauphase, empfehlen sich Lego- oder Playmobil-Figuren. Tauchen Sie gerne in Geschichten ab, ein Kalender mit 24 Pixi-­ Büchlein oder ein Adventsbuch mit 24 Kapiteln.

Adventskalender

Türöffner zum Fest Wertvolle Geschenkchen, praktische Dinge oder spezielle Gesten: Jeder geht den Adventskalender anders an. Wir stellen acht Typen vor – zu welchem zählen Sie? Text: Monica Müller  Illustration: Corina Vögele


Der Liebevolle Sie sammeln das ganze Jahr aufmerksam Kleinigkeiten, die Ihren Kindern gefallen. Im Museumshop beschatten Sie die Lieb­sten, beobachten, was sie in die Hände nehmen und ungern ­ zurücklegen. Heimlich kaufen Sie die Dinosaurier-Tattoos und den ­Mammut­gummi. Bis Mitte November haben Sie locker 24 Geschenke für jedes Kind, allesamt hübsch verpackt.

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LEBEN | MM47, 19.11.2018  87

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Der Rezyklierende Ihre Kinder pflegen die sorgfältig eingepackten ­Geschenke in weniger als drei Sekunden aufzureissen und sich nicht sonderlich für den Inhalt zu interessieren. Profitieren Sie davon, dass die Kleinen die Übersicht über ihre Spielsachen längst verloren haben. Suchen Sie im Gewühl nach den vergessenen Schätzen und packen Sie diese erneut ein – mit ­glitzerndem Weihnachtsoder dem bereits benutzten ­Papier vom Geburtstag.

Der Solidarische

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Sie finden es falsch, Kinder unnötig zu verwöhnen und ins Zentrum zu stellen. Und Sie werden auch gerne mal selbst beschenkt. Warum nicht jeden in die Pflicht nehmen? Teilen Sie die Anzahl Tage bis Weihnachten durch die Zahl der Familienmit­ glieder. So viele Geschenke muss jeder beschaffen oder basteln und einpacken. Um den Überraschungsfaktor gross zu halten, darf jeder an ebenso vielen Tagen irgendein Päckli auspacken …

Der pädagogisch Korrekte

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Der Soziale Die Materialschlacht an den Festtagen ist Ihnen ein Gräuel, und doch machen Sie Ihren Liebsten gerne eine Freude. Warum nicht Gutscheine aushecken, die glücklich machen? Schreiben Sie in Ihrer schönsten Schrift Versprechen für gemeinsame Momente auf: Marroni essen, Kerzen ziehen, warme Schoggi im Lieblingskafi trinken, ins Schaumbad ­eintauchen oder einen Überraschungs-Zvieri für Freunde organisieren.

Für Sie soll die besinnliche Vorweihnachtszeit erlebbar werden und nichts mit Konsum zu tun haben? ­Gehen Sie alle zusammen in den Wald, sammeln Sie Äste und Tannenzapfen. Damit bauen Sie eine kleine Wald­ ecke in Ihrem Wohnzimmer, auf der etwas Wattenschnee liegt. An jedem Tag taucht nun ein neues Waldtier im Miniformat auf. Die Kinder zählen statt Tage Tiere und wissen mit den Jahren, dass gleich nach dem Hirsch Zeit für die Bescherung ist.


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7.95 M&M’S® Metall-Dose 330 g

11.95 M&M’S® Adventskalender 361 g

Gültig vom 20.11. bis 26.11.2018, solange Vorrat Erhältlich in grösseren Migros-Filialen. SEA_Xmas_Ins_Migros_209x141_und_289x220_dfi.indd 1

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Öffentlicher Konsum Privater Konsum BIP -1

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Veränderung im Vorjahr in %

Migros Bank

Der Wirtschaftsmotor läuft auch dank Sport-Grossanlässen rund Die Schweizer Volkswirtschaft entwickelt sich prächtig – getragen von der robusten Weltwirtschaft, der intakten Binnenkonjunktur und dem etwas schwächeren Franken. Nach Einschätzung der Migros Bank wird das reale Bruttoinlandprodukt (BIP) 2019 im Jahresvergleich um drei Prozent zulegen. Damit wächst die Schweizer Wirtschaftsleistung so kräftig wie schon lange nicht mehr. Die gute Wirtschaftsstimmung spiegelt sich auch im Arbeitsmarkt: So haben die Unternehmen die Zahl der Beschäftigten auf Vollzeitstellen hochgerechnet im Jahresverlauf bereits um 1,9 Prozent erhöht.

Thomas Pentsy ist Markt- und ­Produktanalyst bei der Migros Bank.

Das kräftige Wachstum der Wirt­ schaft im Inland beruht teilweise auf positiven Sondereffekten. Weil wich­tige internationale Sportver­ bände hierzulande domiziliert sind, profitiert das BIP von den Lizenz­ einnahmen des Weltfussballverban­ des FIFA und des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Ins­ gesamt führen Lizenzeinnahmen von FIFA und IOC dank der Fussball­-WM und der Olympischen Winterspiele 2018 zu einem um knapp 0,3 Prozent­ punkte höheren BIP-­Wachstum. Ein

Das Schweizer Wirtschaftswachstum schwächt sich 2019 ab 2018 2019

Importe Exporte Ausrüstungsinvestitionen Bauinvestitionen Öffentlicher Konsum Privater Konsum BIP -1 0 1 2 Veränderung zum Vorjahr in Prozent

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Quelle: BAK Economics

Wachstums­impuls, der sich im nächs­ ten Jahr aber nicht wiederholen wird. Daher ist absehbar, dass 2019 die Dynamik etwas abflachen wird. Mit einem BIP-Zuwachs von voraussicht­ lich 1,6 Prozent wird die Schweizer Wirtschaft ihren Wachstumskurs etwas gebremst jedoch fortsetzen. Für die Normali­sierung des Wachs­ tums­tempos sind mehrere Gründe verantwortlich. Insbesondere der Rückenwind aus dem internationalen Umfeld wird nachlassen. In der EU

hat die Wachstums­verlangsamung wegen politischer ­Un­sicherheiten – vorab italienische Schulden und Eng­ lands Brexit –, der Kapazitätseng­ pässe und des ansteigenden Ölpreises bereits eingesetzt. In den USA dürfte die Abschwächung 2019 erfolgen: Der US-Konjunktur­zyklus ist weit fort­ geschritten, das Ende ist wie auch eine ­weitere Straffung der Geldpolitik ­absehbar. Es ist auch mit weniger Wachstumsimpulsen aus Schwellen­ ländern zu rechnen. MM Die Migros Bank berät Sie zu Anlagethemen.

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Stadt, Land, Stutz

Ich kratze an den Wolken

Illustration: Rinah Lang

«Wolkenkratzer» ist eins meiner Lieblingswörter. Ich stelle mir vor, wie die hohen Gebäude ihre Finger ausstrecken und die Wolken dort kratzen, wo sie selber nicht hin­ kommen. Die Wolken seufzen wohlig. Auf dem Land gibt es keine Hochhäuser. Da gibt es höchstens Blöcke, in denen die ganzen Neuzu­züger wohnen oder die ärmeren Fami­ lien. Ich habe mal gehört, dass früher immer die ­Kirche das höchste Gebäude im Dorf war; am Kirchturm konnte man sich orientieren.

Lisa Stutz (25) sucht die Balance zwischen urban und ländlich. Und pickt von beidem das Beste heraus.

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Orientierungsschwierigkeiten hatte ich, als ich in der Stadt meine neue Stelle antrat. Das war vor über einem Jahr. Wie komme ich aus dem Hauptbahnhof raus? Tram 13, 17 oder 5? Und welcher Eingang ist der richtige? Doch weil meine neue Arbeitgeberin die Migros ist, konnte ich mich schnell an mei­ nem ganz persönlichen Kirchturm orientie­ ren: Direkt am Limmatplatz in Zürich steht

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der stolze Hauptsitz mit 21 Stockwerken. Nach einigen Monaten in bescheideneren Höhen arbeite ich seit Neuestem im 18. Stock. Hier oben, ich sags Ihnen, hat man eine andere Sicht auf die Welt, äh, auf Zürich – aber das macht für die Zürcher ja eh keinen Unter­ schied. Auf der einen Seite der Prime Tower auf Augenhöhe, auf der anderen wirken Alt­ stadt und See wie im Swissminiatur. Jeden Tag stehen wir am Fenster und staunen. (Keine Angst, Chefs, wir stehen da nicht zu lange!) Aber sogar in unseren Computerbild­ schirmen widerspiegelt sich das Pano­rama. Die Höhe meines Arbeitsplatzes nervt mich nur morgens und abends, wenn ich im Lift stehe: Alle paar Sekunden stoppt er, und je­ mand steigt zu oder aus. «Hallo – adieu – en Schöne!» Wir beten die leeren Worte Stock­ werk für Stockwerk runter. Und das in einem Haus, das nach den Wolken greift. MM


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Kinder

Die mit den orangen Zähnen Sie zählt zu den eher unbekannten Tieren hierzulande, und viele verwechseln sie mit der Ratte oder dem Biber: die Nutria, auch Biberratte oder Sumpfbiber genannt. Ursprünglich stammt sie aus Südamerika. Text: Andrea Fischer Schulthess  Illustration: bunterhund.ch

Feinde

Weil sie ursprünglich keine einheimische Art ist, hat die Nutria bei uns eigentlich kaum ­natürliche Feinde. Aber einige Raubtiere, etwa der Fuchs, jagen sie trotzdem.

Der grösste Feind aber ist der Mensch: Er bejagt die Nutrias – auch um dafür zu sorgen, dass es nicht zu viele davon gibt.

Ein weiteres Problem ist das Klima: Im Winter ist es den Nutrias oft zu kalt, sodass sie ums Überleben kämpfen müssen. Weitere Infos: zoobasel.ch

Obwohl N ­ utrias sehr zutraulich werden können, sollte man sie nicht füttern.

Nutrias sind Nagetiere und sehen ähnlich aus wie Biber. Und sie sind wirklich gross: Allein ihr Körper kann etwa so lang werden wie der Arm ­eines erwachsenen Menschen. Hinzu kommt ein Schwanz von etwa 40 Zentimetern Länge. Daran kann man die Tiere auch unter­scheiden: Bei Nutrias ist der Schwanz rund, bei Bibern flach.

Nutrias stammen aus Südamerika und kommen bei uns deshalb vor, weil man sie wegen ihres dicken Fells für die Pelzzucht nach Europa geholt hat. Sie sind Vegetarier und haben geschickte ­kleine Vorderpfoten und lange, orangefarbene Nagezähne. Sie leben zu zweit oder in Gruppen in Parks mit Weihern oder an Flüssen und Bächen. In der Dämmerung

lassen sie sich am besten beobachten, denn sie sind nachtaktiv. Im Zoo Basel gibt es ein Nutria­ gehege. Mit etwas Glück beobachtet man vielleicht, wie kleine Nutrias schwimmend bei ihrer Mutter Milch trinken. Die Zitzen befinden sich nämlich so weit oben, dass die Kleinen dafür nicht abtauchen müssen.  MM


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Kinder fragen

Was ist

das Heisseste das auf der Welt? Jonas (4), Gossau SG

Eine interessante Frage. Aber sie lässt sich nicht ganz einfach beantworten. Zunächst muss man klären, was mit «die Welt» gemeint ist. Für den einen ist es die Oberfläche der Erde, für andere umfasst es die ganze Erde von der Oberfläche bis tief in die Mitte der Erdkugel. Man kann aber auch unser Sonnensystem oder sogar das Universum mit seinen vielen Sternen dazuzählen. Es gibt auf diese Frage also verschiedene Antworten, je nachdem, was man ­zur «Welt» zählt:

Der heisseste Ort auf der Erdoberfläche liegt im Tal des Todes in Nevada, USA. Im Sommer 1913 wurden dort 56,7 Grad Celsius gemessen – im Durchschnitt ist es im Sommer 47 Grad heiss. Ein Mensch kann bei diesen Temperaturen nur knapp über­leben. Noch viel heisser ist Lava, also geschmolzenes Gestein, das Vulkane ausspucken. Lava ist etwa 1200 Grad heiss und kommt aus dem Erdinneren, wo es noch heisser ist. In der Mitte der Erde,

Hast du auch eine Frage?

in 6370 Kilometern Tiefe, misst man ungefähr 5000 Grad.

Schreib an: kinderfragen@ migrosmedien.ch

Unerträglich heiss aber ist die Sonne: Auf ihrer Oberfläche sind Temperaturen von fünf Millionen Grad üblich, und in ihrem Inneren kann es sogar bis zu 15 Millionen Grad heiss werden. Die Sonne ist aber nur ein durchschnittlich grosser Stern. Es gibt Sterne, die tausend Mal grösser sind – und auch besonders heiss: In ihrem Inneren kann es zehn Milliarden Grad heiss sein. MM

Es antwortet: Klaus Mezger, Professor für Geochemie und Dozent an der Kinderuni Bern; kinderuni.unibe.ch

Ui, das sind aber viele Zahlen. Erkennst du die Logik der folgenden Zahlenreihen? Hilf Tobi, sie fortzusetzen!

Rätse lspass AUF DIE PISTE, FERTIG, LOS! Findest du heraus, was die Symbole bedeuten? Setze die richtigen Buchstaben unten ein, und du errätst das Lösungswort!

A B

2 H Ski abstellen verboten P Helikopter-Landeplatz N Vorsicht Kreuzung

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5

7

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E Anlauf nehmen zum Absprung A Schaukeln verboten K Sessellift für 2 Personen

Lösungswort: 1

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D

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8 10 12 14 ?

10 9

8

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9 12 15 18 21 ?

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O 1.-Hilfe-Posten T Apotheke G Rote Piste

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R Pisten-Absperrung L Hindernisse auf der Piste S Vorsicht Skirennen 5

C

6

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M Slalom fahren D Vorsicht Engpass A Schneebar

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4

6

B Vorsicht Pistenfahrzeug K Unpräparierte Piste A Abschleppdienst

F Blumen pflücken verboten Z Pisten-Abzweigung W Vorsicht Schnee-/Eisglätte

O Fahrverbot B Vorsicht Nebel U Restaurant

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Lösung: SNOWBOARD

D Empfohlene Abfahrt S Wald- und Wildschutzzone L Vorsicht Jagdgebiet

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Lösung: A: 8 (+1–2), B: 16 (+2), C: 3 (–1), D: 24 (+3)

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Drei Mal pro Woche

mindestens 40 Minuten joggen, Nordic Walking oder ein anderes Ausdauer­ training in einer angenehmen Intensität betreiben: Das macht nicht nur Muskeln, Herz und Kreislauf ­fitter, sondern auch das Immunsystem. Auch zwei bis drei Saunabesuche pro ­Monat stärken die ­Abwehrkräfte. Idealerweise beginnt man damit bereits vor der Erkältungssaison. Jetzt auf iMpuls

Die zehn grössten GrippeIrrtümer So erfahren Sie mehr: • Discover in der Migros-App öffnen • Diese Seite scannen migros-impuls.ch/ grippeirrtuemer

Gesundheit

Keine Gnade für Halsweh und Husten

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Erkältungen sind eine lästige und oft langwierige Sache. Besser, man beugt einer Infektion vor. Text: André Dietschi iMpuls ist die Gesundheits­ initiative der Migros.

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Bilder: iStockphoto, zVg

Mehr als 50 % André Dietschi, Medizinischer ­Leiter Medbase Diepoldsau und Heerbrugg, Facharzt für ­Allgemein- und Sportmedizin SGS In Zusammenarbeit mit

der Erkältungen werden nicht über eine Tröpfchen­infek­tion übertragen, ­sondern über die Hände. Deshalb ist regelmässiges Händewaschen wichtig. Zum Beispiel nach dem ­Anfassen von Rolltreppen­ geländern oder dem Auf­enthalt in öffent­lichen Räumen.

der Fälle sind Viren schuld am Infekt. Da Antibiotika nicht ­gegen Viren helfen, sind sie bei ­Erkältungen nur selten von Nutzen. Beim Aus­kurieren einer Erkältung ist vor ­allem ­Geduld gefragt.

Extra Vitamine

sind bei vernünftiger E ­ rnährung unnötig – mit zwei Ausnahmen: Ältere Menschen und chronisch Kranke ernähren sich nicht ­immer ausgewogen. Deshalb benötigen sie manchmal zu­ sätzlich Vitamine, Mineralstoffe, ­Eiweiss oder andere Nahrungsergänzungen.

Drei Mal täglich

mit etwas Wasser gurgeln kann schon helfen, dass in den Mund geratene Erreger sich nicht in der Schleimhaut fest­ setzen. So erschwert man es ­Viren, sich im Rachen zu vermehren. Genügend Schlaf, ­wenig Alkohol, eine gute Dosis Sonnenlicht und ein Rauch­ stopp tun das Übrige.

Die Grippeimpfung

vor dem eigent­ lichen Ausbruch der Erkrankung werden Grippe­ viren ausge­ schieden und ­weiterverbreitet. Deshalb ist es eine gute Idee, zu Fuss zu gehen, statt in einen über­füllten Bus zu steigen. Man senkt damit die Wahrscheinlichkeit, von erkälteten Mitreisenden angesteckt zu werden. Überall, wo sich viele ­Menschen auf­ halten, steigt das Risiko, sich anzustecken. Denn es ist nicht auf den e ­ rsten Blick ­erkenn­bar, ob ­jemand ansteckend ist.

im Herbst kann vor der Grippe schützen, verhindert aber keine Infektionen mit anderen Erkältungsviren, von denen es Hunderte gibt.


96  MM47, 19.11.2018 | LEBEN Digital

Diese Begleitung stört nie Nur das Infotainment-System ist im Auto meist noch träge, kompliziert und eingeschränkt in der Bedienung. Es gibt jedoch Abhilfe – und zwar in Form von Carplay und Android Auto. Text: Philipp Rüegg

­ adurch für weniger Ablenkung d vom Verkehr sorgen. Das Android-System wie auch die Carplay-Variante lassen sich auf drei Arten nutzen: In ganz neuen Autos ersetzen sie öfters bereits das Info­ tainment-System des jeweiligen ­Modells. In den anderen zwei Fällen wird ein kompatibles Smartphone ­benötigt. Bei den Fahrzeugen, die Carplay oder Android Auto unterstüt­ zen, verbindet man das Smartphone wireless oder per USB-Kabel mit dem Infotainment-System. Danach kann man die Dienste mit dem

Touchscreen oder über das Lenkrad steuern. Der Handybildschirm wird dabei mehr oder weniger gespiegelt. Möchte man auf die autotechnischen Funktionen wie zum Beispiel die Traktionskontrolle zugreifen, muss man wieder auf das Infotainment­ system des Autos zurückwechseln. Lohnt sich das Nachrüsten?

Da nur moderne Autos – bei den meisten Herstellern ab 2016 – die Software von Apple und Google ­unterstützen, werden die meisten auf die Nutzung am Smartphone

Bild:Volvo Cars

G

oogle und Apple setzen mit ihrer Autosoftware auf Intuition. Da sich die Benutzeroberfläche von Carplay und Android Auto an jener des Smartphones orientiert, findet man sich schnell zurecht. Alle wich­ tigen Funktionen wie Musik, Tele­ fonieren, Navigieren mit Google Maps und Benachrichtigungen ste­ hen zur Verfügung und können über Sprachassistenten bedient werden. Mit Carplay und Android Auto ­befindet man sich in der gewohnten Handy-Umgebung, beide sollen

Der Menübild­ schirm hilft bei der App­ Steuerung.

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LEBEN | MM47, 19.11.2018  97

a­ usweichen. Dort werden gewünschte Apps gestartet, um danach von der auf­ geräumten Oberfläche mit den grösseren Symbolen zu profitieren. Mit der Carplayoder Android-Auto-App lässt sich das ­Handy beim Fahren leichter bedienen als sonst. Wer will, kann die Apps so einrich­ ten, dass sie automatisch aufstarten, wenn sich das Handy mit dem Auto verbindet. Wer ein älteres Fahrzeug besitzt und die Google- oder Apple-Software nicht am Handy nutzen möchte, kann theoretisch seine Infotainment-Konsole austauschen. Am besten fragt man bei der Garage nach, ob das möglich ist. Bei Fahrzeugen, die ­älter als zehn Jahre alt sind, stehen die Chancen aber schlecht. Zudem kostet das Nachrüsten schnell über 1000 Franken. Egal, wie Carplay oder Android Auto zum Einsatz kommen: Beide bieten im Vergleich zu integrierten Autoradios viele Vorteile – in Sachen Funktionalität sowie in der Bedienung. Und das Beste d ­ aran ist: Jeder kann sie nutzen. MM

App-Tipp

ParKing Haben Sie schon wieder ver­ gessen, wo Ihr Auto steht? Apps wie ParKing helfen auch, den abgestellten Wagen gleich wiederzufinden. Dafür wird er auf der Karte ­markiert. Wer Google Maps benutzt, kann aber auf der Karte auch einfach den blauen Punkt anklicken und seinen Parkplatz so speichern. Zur Google-App: ­migmag.ch/parking

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4. Tag, Samstag 20. April 2019 - Turku – Helsinki – Turku – Fähre Ausschiffung in Turku. Von hier geht es für eine Stippvisite in die finnische Hauptstadt Helsinki, wo wir zu einer eindrücklichen Stadtführung erwartet werden. Die Hauptstadt steht für nordische Lebensweise mit einem Hauch von Mystik und erwartet uns mit vielen tollen Sehenswürdigkeiten. Abends wieder Einschiffung in Turku zur Rückfahrt nach Schweden. Übernachtung an Bord.

Ihnen die Höhepunkte, wozu u.a. das Rathaus, der Vigeland-Park, das königliche Schloss oder die neue Skisprungschanze auf dem Holmenkollen gehören. Übernachtung in Oslo.

5. Tag, Sonntag 21. April 2019 – Stockholm – Karlstadt Nach der Ausschiffung empfängt uns Stockholm mit seiner vollen Pracht. Verteilt auf 14 Inseln, bietet die Stadt ihren Besuchern zahlreiche eindrucksvolle Bauten, interessante Museen und eine wunderschöne Altstadt. Freuen Sie sich auf eine spannende Stadtführung. Danach Weiterfahrt nach Karlstadt und Übernachtung.

8. Tag, Mittwoch 24. April 2019 – Frederikshavn – Hannover Am frühen Morgen legt das Schiff in Frederikshavn an. Hier gibt es eine der längsten Fußgängerzonen und den einzigen Palmen-Strand Dänemarks. Durch die flachen Landschaften des Nordens reisen wir weiter nach Hannover zur Zwischenübernachtung.

6. Tag, Montag 22. April 2019 – Karlstadt - Oslo Durch zauberhafte Landschaften mit vielen Seen erreichen wir gegen Mittag Oslo, die norwegische Hauptstadt, die wunderschön am Oslofjord, umgeben von bewaldeten Höhen liegt. Wir unternehmen eine interessante Stadtführung und zeigen

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7. Tag, Dienstag 23. April 2019 – Freizeit – Fähre Der heutige Tag bleibt für eigene Entdeckungstouren zur freien Verfügung. Am Abend heisst es «Leinen los» - das Schiff Stena Saga legt in Richtung Norddänemark ab. Übernachtung an Bord.

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Das Hotel Schweizerhof in Sils Maria bietet Erholung pur: sei es beim Skifahren, Schneeschuhwandern oder im beheizten Aussenpool.

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Verlosung

Preisfrage Wo liegt das Bergdorf Sils Maria?

So machen Sie mit:

Bilder: Gian Andri Giovanoli

Das Migros-Magazin und der Ferienverein verlosen sechs Gutscheine für das Hotel Schweizerhof in Sils Maria im Wert von je 500 Franken.

Glücksgriff

Schneesport und Wellness im Engadin Das malerische Bergdorf Sils Maria ist eine Perle im Skiparadies Oberengadin. Eingebettet zwischen verschneiten Tannen und dem idyllischen Fexbach liegt das bezaubernde Hotel Schweizerhof, mit viel Charme und gelebter Gastfreundschaft. Lassen Sie sich von der saisonalen Küche und den gut ausgestatteten Zimmern begeistern. Erleben Sie die weisse Pracht des Oberengadins bei abenteuerlichen Skiabfahrten, beim Schneeschuhwandern oder Langlauf. Lassen Sie den Tag gemütlich im Wellnessbereich mit Solbad (33 Grad), Fasssauna und Aussenbad (26 Grad ) ausklin-

gen. Ein besonderes Highlight ist eine Kutschenfahrt durch die verträumte Winterlandschaft des Fextals. Ab zwei Übernachtungen erhalten die Gäste den Hotelskipass für die Dauer ihres Aufenthalts zu einem Spezialpreis. Geniessen Sie die 350 hochklassig präparierten Pistenkilometer, drei Snowparks und 57 Bergbahnanlagen sowie die öffentlichen Verkehrsmittel des Oberengadins. Gut zu wissen: Kinder unter 12 Jahren und in Begleitung zweier vollzahlender Erwachsenen essen und übernachten gratis! MM hotel-schweizerhof-sils.ch

• Per Telefon: Wählen Sie 0901 560 039 (1 Fr. / Anruf) und nennen Sie die Lösung, Ihren Namen und Ihre Adresse. • Per SMS: Senden Sie eine SMS mit dem Text GEWINNEN, dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die Nummer 920 (1 Fr. / SMS). Beispiel: GEWINNEN, Lösungswort, Beat Beispiel, Beispielstrasse 1, 9999 Exempelstadt • Per Postkarte: Senden Sie eine Post­karte (A-Post) mit Ihrem Lösungswort und Ihrer Adresse an MigrosMagazin, «Sils Maria», ­Postfach, 8099 Zürich • Online: migrosmagazin.ch/ wettbewerbe Einsendeschluss: 25. November 2018 Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Es erfolgt keine Barauszahlung, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Mitarbeitende des Migros-Genossenschafts-Bundes sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Mehrfachteilnahmen sind nicht erlaubt und werden vom Wettbewerb ausgeschlossen. Preise, die nicht bis spätestens drei Monate nach Ziehung durch den Gewinner bezogen werden, verfallen ersatzlos.


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So nehmen Sie teil: Hauptpreis (blaues Lösungswort) Tel.: 0901 560 041 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD1, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS), Bsp.: MMD1 SOMMER. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: migrosmagazin.ch/ wettbewerbe Postkarte: (A-Post): Migros-Magazin, Kreuzworträtsel, Postfach, 8074 Zürich Zusatzpreis (grünes Wort) Tel.: 0901 560 065 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD5, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS), Bsp.: MMD5 WINTER. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Chancengleiche WAP-Teilnahme ohne Zusatzkosten http://m.vpch.ch/ MMD12315 (gratis übers Handynetz) Teilnahmeschluss: Sonntag, 25.11.2018, 24 Uhr

Gewinner Nr. 45: Hauptpreis: Norbert Kuster, Wädenswil ZH; Bruno Lüscher, Muhen AG; Tanja Weder, Oberriet SG; Gerd Pinsker, Riehen BS; Evelyn Zbinden, Herzogenbuchsee BE

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Teilnahmebedingungen: Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Keine Barauszahlung. Computergesteuerte Massenteilnahmen sind nicht gewinnberechtigt. Die Mitarbeitenden der Migros-Medien sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Gewinner werden schriftlich benachrichtigt und mit Namen und Wohnort veröffentlicht.


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Ihr Reiseprogramm

Helsinki

Tag 1 Zürich - Hamburg. Fluganreise. Transfer zum Hafen in Warnemünde. Einschiffung und Abfahrt um 18.00. Tag 2 Erholung auf See. Tag 3 Tallin (Estland) 09.00 - 17.00. Die belebte Hauptstadt gliedert sich zwischen dem mittelalterlichen Zentrum und dem modernen Teil, und wird Sie wegen der angenehmen Verknüpfung zwischen Neuem und Altem beeindrucken. Zu den wichtigsten Bauten gehören die Festungsanlagen von Toompea in der Oberstadt, eine Art eigenes Stadtviertel. St. Petersburg

Tag 4 - Tag 5 St. Petersburg (Russland) Ankunft um 07.00. Lassen Sie sich von der fast romanartigen Geschichte und von den tief in ihrem Inneren verwahrten Kunstwerke verzaubern: dem prachtvollen Museumskomplex Eremitage. Die ehemalige Hauptstadt des Russischen Kaiserreiches ist ein europaweit wichtiges Kulturzentrum und beherbergt den wichtigsten russischen Ostseehafen. Ihre historische Innenstadt umfasst 2‘300 Paläste, Prunkbauten und Schlösser. Übernachtung an Bord und Abfahrt am Folgetag um 20.00. Tag 6 Helsinki (Finnland) 09.00 - 17.00. In der finnischen Hauptstadt Helsinki treffen Sie auf den Geist des Landes, eine hohe Lebensqualität, Traditionsbewusstsein, Liebe für Kunst und Design sowie auf Vergnügungslust. Einen Gang über die Marktplätze sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen. Der meistbe-

Mo - Fr: 09.00 - 18.00 Uhr

suchte ist der Kauppatori im südlichen Teil der Stadt. Tag 7 - Tag 8 Stockholm (Schweden) Ankunft um 11.00. Nicht ohne Grund wird Stockholm auch „Die Schöne auf dem Wasser“ genannt. Die Hauptstadt Schwedens und Residenz des Königspaares wurde auf 14 Felseninseln erbaut und liegt malerisch zwischen Ostsee und Mälarsee, umgeben von dem Schärengarten mit seinen 30‘000 kleinen Inseln. Egal, wohin Sie Ihren Blick schweifen lassen – Stockholm bietet in jeder Himmelsrichtung ein fantastisches Panorama. Übernachtung an Bord und Abfahrt am Folgetag um 05.00.

die vielen anderen religiösen Kunstwerke zu empfehlen. Tag 10 Kopenhagen (Dänemark) 13.00 - 20.00. In der kleinen und gemütlichen Stadt Kopenhagen, in der Fussgänger statt Autos den Ton angeben, laden Strassencafés und Fussgängerzonen zum Bummeln ein. Kopenhagen ist nicht nur die lebendigste und günstigste Hauptstadt in Skandinavien, die dänische Metropole ist gleichzeitig eine der bürgerfreundlichsten Städte Europas. Tag 11 Warnemünde (Deutschland) 08.00. Ausschiffung und Transfer zum Flughafen in Hamburg inklusive Stadtrundfahrt. Rückflug nach Zürich. *Datum 3: umgekehrter Routenverlauf

Stockholm

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LEBEN | MM47, 19.11.2018  103

Gewinnen Sie eine von 6 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken!

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Quiz Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die acht Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. 1. Was wird kürzer, je länger man daran zieht? L

K Zigarette

Gummiseil

G Handtuch

2. Wo werden Güter ausserhalb einer gesetzlichen Kontrolle gehandelt? R Graumarkt

E

Blaumarkt

A Grünmarkt

3. Wie wird ein Vorwort in einem literarischen Werk bezeichnet? S

I

Prolitteris

M Probon

Prolog

U Pruntruter Mütze

So nehmen Sie teil: Tel.: 0901 560 042 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD2, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS), Bsp.: MMD2 TASTSINN. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte: (A-Post): Migros-Magazin, Quiz, Postfach, 8074 Zürich Internet: migrosmagazin.ch/ wettbewerbe Teilnahmeschluss: Sonntag, 25.11.2018, 24 Uhr

4. Wie heisst ein Gebiet im Schweizer Jura? T Pruntruter Zipfel

3 × 100 Franken zu gewinnen

E

Pruntruter Ecke

I

Stefan Kurt

Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

5. Welcher Schauspieler verkörpert Papa Moll? L Andrea Zogg

R Daniel Bernhardt

6. Wo befindet sich der Saatguttresor zur Erhaltung von Nutzpflanzen? O Kanada

K Spitzbergen

N Antarktis

7. Wie wird im Dressurreiten ein falscher Sprung des Pferdes bezeichnet?

Auflösung Nr. 46:

D Passage

HELLBLAU

E

Eskapade

A Coffin

8. Was ist auf der Sportflagge Australiens abgebildet? R boxendes Känguru

N hüpfender Kiwi

T

Lösungswort : 1

2

3

4

5

6

7

8

Paroli

sprintender Koala

Gewinner Nr. 45: Fred Wittwer, Krattigen BE; Samuel Ryter, Frenkendorf BL; Rosmarie Zimmermann, Hombrechtikon ZH

3 × 100 Franken zu gewinnen

Tragen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Das Lösungswort ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1 bis 5:

So nehmen Sie teil: Tel.: 0901 560 043 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD3, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS), Bsp.: MMD3 OSTEN. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte: (A-Post): Migros-Magazin, Paroli, Postfach, 8074 Zürich Internet: migrosmagazin.ch/ wettbewerbe Teilnahmeschluss: Sonntag, 25.11.2018, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

Lösungswort : 1

2

3

4

5

Auflösung Nr. 46: HAGEL

Gewinner Nr. 45: Walter Bühn, Küsnacht ZH; Ruth Ruckstuhl, Oltingen BL; Franz Rohner, Büren NW


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Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3 × 3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den blauen Feldern von links nach rechts.

Auflösung Nr. 46: 143

So nehmen Sie teil: Tel.: 0901 560 044 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD4, gefolgt von der Lösungszahl, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS), Bsp.: MMD4 123. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte: (A-Post): Migros-Magazin, Sudoku, Postfach, 8074 Zürich Internet: migrosmagazin.ch/ wettbewerbe

Gewinner Nr. 45: Viktor Uhlmann, Kallnach BE; Hana Gadze, St.Gallen; Werner Vogel, Chavornay VD; Verena Reiser, Küsnacht ZH; Theodor Kohler, Laupen BE

Teilnahmeschluss: Sonntag, 25.11.2018, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

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Brücken

Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

Jeder Kreis stellt eine Insel dar. Die Zahl darin gibt an, wie viele Brücken dort enden. Brücken sind nur zu horizontal oder vertikal benachbarten Inseln erlaubt. Diese dürfen mit einfachen oder doppelten Brücken verbunden werden. Am Schluss sollen alle Inseln miteinander verbunden sein. Verboten: Kreuzungen, diagonale Brücken und 3 4 3 1 mehr als zwei Linien

2 Auflösung Nr. 46:

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Auflösung Nr. 46: 2

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© raetsel.ch 1319

© raetsel.ch 1320

Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des­Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 554 258 Ex. (WEMF 2017) Leserschaft: 2 358 000 (WEMF, MACH Basic 2017-2)

Adresse Redaktion und Business Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich Telefon: 058 577 12 12 Kontakt: www.migmag.ch/leser Herausgeber Migros-Genossenschafts-Bund

Publizistische Gesamtleitung Sarah Kreienbühl

Leitung Ressort Gesellschaft & Familie Yvonne Zurbrügg

Leitung Business Thomas Brügger Druck: DZZ Druckzentrum Zürich AG

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Abonnemente: Sonja Frick abo@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 00


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108  MM47, 19.11.2018 | LEBEN

2

Mein Buch «Ich lese meist zwei Bücher gleichzeitig. Gerade fasziniert mich ‹Hysteria› von Eckhart Nickel. Ein tolles Buch. Die allererste Veranstaltung, die ich in Zürich organisierte, war mit Christian Kracht und Eckhart Nickel.»

1

Meine Welt

«Ich rüttle gern an Bestehendem»

Die Wahlzürcherin Rea Eggli ist eine Macherin. Sie führt drei erfolgreiche Unternehmen mit drei Gemeinsamkeiten: Sie erzählen Geschichten, erfordern neue Denkweisen und sind Pionierleistungen. Text: Dinah Leuenberger Bilder: Désirée Good


LEBEN | MM47, 19.11.2018  109

1 Meine Kakteen «Die SukkulentenSammlung am Zürichsee ist einmalig, besonders in der Dämmerung. Ich bin gern dort, sehe in den Kakteen Charaktere und Geschichten.» 2 Meine Kunst «Der Migros-Sack (hinten links) zeigt ein Olaf-BreuningKunstwerk, ein bekannter Schweizer Künstler den ich sehr mag. Ich finde diese Kunst-Tragtaschen fantastisch, weil sie Kunst in den Alltag bringen.» 3 Mein Team «Caroline (34), Jasper (10) und Cynthia (27) sind Teil meines #letsmuseeum-Teams. Unser Büro ist eine Zwischennutzung von Projekt Interim und befindet sich im ersten Alugebäude

3

Name Rea Eggli (45) Sternzeichen Skorpion Lebenslauf «Ich bin eine Quereinsteigerin und wollte schon früh selbständig werden, liegt wohl in den Genen; mein Vater war auch Unternehmer. Mit 27 gründete ich die Kulturagentur «swissandfamous». Heute bin ich Mitinhaberin der Kommu­nikations­ agentur eggliwintsch, der Crowd­ funding-­Plattform wemakeit.com und des Kultur-­Start-up #letsmuseeum*. Ich rüttle gern an Bestehendem und probiere Neues aus. Das ginge nicht ohne meine drei Teams und Geschäftspartner. Ich bin dankbar, mit so tollen Menschen zusammenzuarbeiten, und freue mich über viele junge, ambitionierte Frauen, mit denen ich immer wieder spannende Herausforderungen anpacken darf.» * wird von Engagement Migros unterstützt

4

der Schweiz, mit grandiosem Interieur und Wahnsinnsterrasse mit Seesicht. » 4 Mein Museum «Das Kunsthaus gehört zu meinen Lieblingsmuseen; wir haben dort zwei #letsmuseeum-Touren. Dabei zappen wir auf ungewöhnliche Weise durchs Museum und unterhalten mit Guides, die keine Kunstexperten sind. Auf dem Bild liege ich neben dem Werk ‹Die Märtyrerin› von Auguste Rodin.» 5 Meine Schaukel «Dieser Stuhl von Werner Panton ist zum Schaukeln da, und man fühlt sich dabei ein bisschen wie ein Gipfeli. Vor allem mein zehn­ jähriger Sohn Lee sitzt oft darauf.»

5

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Mein Lieblingsprodukt «Seit 30 Jahren wasche ich mit Handy ab – nie kommt mir was anderes in die Küche! Design und Inhalt stimmen.»

6 Meine Vögel «Ich liebe Papageien. Diese Porzellanfiguren lachten mich auf einem Flohmi in Schanghai dermassen an, dass ich sie kaufen musste. Sie wollten wohl mit in die kalte Schweiz.» MM


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Mama war auch gekommen und tröstete ihren Sohn. Wenn er wirklich wolle, könne er diese Kasse trotzdem haben, sagte sie. Finn verstand zuerst nicht, was sie meinte. Die Kasse kam doch woanders hin? Sollte er sich einfach mit dieser Kasse in eine andere Filiale bringen lassen? Papa hatte von der anderen Migros-Filiale bereits gehört. Dort wurden dringend Migroswichtel gesucht. Er würde dort wirklich helfen können, sagte ihm sein Vater. In jener Nacht blieb Finn lange wach und dachte nach. Am nächsten Morgen, kurz bevor die Migros-Mitarbeiter kamen, umarmte Finn seine Eltern ganz lange. Er versprach ihnen fest, sie so bald wie möglich zu besuchen. Sein Vater und seine Mutter gaben ihm zum Abschied ein Geschenk. Darin war ein neuer Wichtel-Helm, mit einer roten Lampe für die moderne Kasse. Und das Familienfoto. Genau dieses Foto hielt Finn in der Hand, als er nach der langen und gefährlichen Reise endlich angekommen war und vor der alten Kasse seiner Eltern stand. Von seinen Eltern war keine Spur zu sehen. Doch da hörte Finn auf einmal ein Geräusch … Aber was dann passierte, können Sie selbst im neuen Weihnachtsfilm sehen. scannen Jetzt QR-Code und den neuen htsfilm Migros-Weihnac anschauen.

Füreinander da sein. Miteinander spenden. Auch in der reichen Schweiz gibt es viele Menschen, die mit ihren Nöten ganz alleine dastehen. Helfen wir ihnen gemeinsam – für jede verkaufte Spendenschokolade im Wert von Fr. 5.–, 10.– oder 15.– legt die Migros 1 Franken dazu. Der Verkaufserlös kommt vollumfänglich den Menschen in Not zugute.

Diese haben nachhaltige Projekte ins Leben gerufen, mit denen alleingelassene Menschen unterstützt werden – zum Beispiel mit einem Sorgentelefon für junge Menschen, einem Besuchsdienst für alleinstehende Senioren oder diverse Beratungs- und Integrationsprogramme. An wen Ihre Spende geht. Familien, Alleinerziehende, Arbeitslose oder Working Poor. Caritas leistet Sozial- und Rechtsberatung für Menschen in Not. Zudem vermittelt sie Freiwillige für soziale Einsätze.

Mit den Spenden werden die Hilfswerke von Caritas, HEKS, Pro Juventute, Pro Senectute und Winterhilfe unterstützt.

Für Kinder und Jugendliche entwickelt Pro Juventute identitäts-, gemeinschafts- und chancenstiftende Projekte in den Bereichen «Beratung und Unterstützung», «Bildung und Information» sowie «Freiraum und Partizipation».

In der Schweiz engagiert sich das Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz für sozial benachteiligte Schweizer/-innen und Migranten/-innen, die von Ungleichbehandlung, Diskriminierung und Ausgrenzung betroffen sind.

Seit über 100 Jahren setzt sich Pro Senectute für ältere Menschen ein und unterstützt Senioren und Seniorinnen, damit sie so lange wie möglich selbstständig zu Hause leben können.

Seit 1936 setzt sich die Winterhilfe für eine Schweiz ohne Armut ein. Unabhängig von der Jahreszeit hilft die durch Spenden finanzierte Organisation dort, wo die Leistungen der öffentlichen Hand nicht beansprucht werden können.


Miep! Nächste Woche kommen die Plüschwichtel. wichtel Fünf Plüsch Piep- und mit eigener on Leuchtfunk ti

Pro Fr. 20.– Einkauf erhalten Sie vom 27.11. bis 24.12.2018 in allen MigrosSupermarkt-Filialen oder auf LeShop einen Sticker (max. 15 Sticker pro Einkauf, solange Vorrat). Gegen Abgabe der vollen Sammelkarte bis zum 31.12.2018 erhalten Sie gratis einen Migroswichtel. Angebot nur solange Vorrat. Weitere Infos auf migros.ch/wichtel

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