Ausgabe Basel, AZA 4002 Basel. Psdg DP AG Ent. bez. A 44631
Ein kleiner Migroswichtel mit einem grossen Wunsch.
Bitte Wohnungswechsel der Post melden oder dem regionalen Mitgliederdienst: Tel. 058 575 55 44, Mitglieder.reg@migrosbasel.ch
Das schönste Geschenk: miteinander feiern. Eines Nachts, kurz vor Weihnachten, leuchtete in einer Migros-Filiale eine Kasse rot auf. Das Licht kam von Finn, dem Migroswichtel. Er sass in seinem kleinen Zuhause in der Migros-Scannerkasse. In seinen Händen lag ein altes Familienfoto. Darauf war er mit seinen Wichtel-Eltern abgebildet. Nachdem er das Bild sehnsüchtig betrachtet hatte, packte Finn es sorgfältig in seinen Rucksack. Seine beiden Wichtel-Freundinnen Eli und Lucy versuchten voller Sorge, Finn zum Bleiben zu überreden. Kein Migroswichtel hatte sich jemals auf so eine lange und gefährliche Reise begeben. Doch Finn hatte es sich fest vorgenommen: Diese Weihnachten würde er mit seinen Eltern feiern. Eli und Lucy sahen ihm nach, bis er in der kalten Nacht verschwunden war.
Finn hatte seine Eltern schon lange nicht mehr gesehen. Unterwegs dachte er oft an sie. Er erinnerte sich auch genau daran, wie es dazu kam, dass er von ihnen getrennt wurde. Das fing nämlich damit an, dass er als Kind seine Eltern so gerne bei der Arbeit beobachtete. Und als er grösser und grösser wurde, wuchs in ihm der Wunsch, auch ein Migroswichtel wie seine Eltern zu werden. So oft es ging, nahm er ihnen Arbeit ab. Wenn sein Vater auch nur mal hustete, schickte Finn ihn gleich ins Wichtel-Bett und tippte voller Freude für ihn die Preise ein. Seinen Eltern war klar, dass Finn seine eigene Kasse brauchte. Denn für einen Migroswichtel gibt es fast nichts Schlimmeres, als nicht mithelfen zu können. Als Finn einmal durch das Lager der Filiale spazierte, entdeckte er etwas Grosses, das unter einer Plastikplane versteckt war. Vorsichtig krabbelte er darunter und traute seinen Augen kaum – da stand eine ganz neue, funkelnde Scannerkasse vor ihm.
So etwas hatte er noch nie gesehen. Sofort zeigte er die moderne Kasse seinen Eltern. Aufgeregt fragte Finn, welcher Migroswichtel denn hier wohne? Niemand, sagte Mama, diese Kasse war frei. Sofort wollte Finn wissen, ob er sie nicht haben könne. Seine Mutter sagte Ja, aber Papa runzelte die Stirn und schaute sich die Plane genauer an. Doch das bekam Finn gar nicht mit. Er war schon losgerannt, um seine Sachen zu holen. Finn machte sich mit der modernen Technik vertraut, da kam sein Vater. In der Hand hielt er einen grossen Zettel, den er aussen an der Kasse gefunden hatte. Es war ein Adressetikett. Finn sah es an – und sein kleines Herz zerbrach in 1000 Stücke. Die Kasse war gar nicht für diese Filiale bestimmt. Sie würde schon bald in eine weit entfernte Migros-Filiale gebracht werden.
MM47, 19.11.2018 www.migrosmagazin.ch
Der Landesstreik hat die Schweiz positiv geprägt Seite 38
Auf Social Media die Erde retten Seite 12
Herbert Grönemeyer
24 Türchen für die Lieben: Was dahintersteckt Seite 86
Tumult für eine bessere Welt
Bild: Antoine Melis
Seite 26
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MM47, 19.11.2018 7
V Editorial
Eines Tages werde ich … Viele von uns haben Grosses vor: auswandern, sich selbständig machen, eigenhändig ein Haus bauen. Die meisten aber schieben den grossen Tag, an dem alles anders, besser wird, jahrelang vor sich her. Und gucken den Auswanderern, Hausbauern, Jobwechslern im Fernsehen zu. Charles Michel und Doris Codiga haben ihre Idee von «Eines Tages» wahrgemacht. Sie träumten von einem anderen Land, einer neuen Berufung, einem anderen Dach über dem Kopf. Und obenauf wollten sie noch ein bisschen die Welt verbessern. «Wer nimmt schon das Erbe der Kinder und kauft ein Schiff, um damit in die Arktis zu reisen?», fragt Charles Michel. Der langjährige SRF-Dokumentarfilmer und seine Frau wissen, dass ihr neuer Lebens entwurf nicht jedermanns Sache wäre. Das Paar hat meiner Kollegin Dinah Leuenberger erzählt, warum die Zeit eines Tages reif war, das Abenteuer anzutreten. (S. 12) Herbert Grönemeyer ist keiner, der sagt: «Eines Tages werde ich …» Zum anhaltenden Glücksgefühl, das viele anderswo anderswie suchen, meint der Musiker nämlich: «Ich glaube, dass der Lebenssinn ist, d arauf zu hoffen, dass einen das nächste Glück anfällt. Aber konstantes Glück gibt es schon deswegen nicht, weil es dann ja kein Glück mehr wäre, sondern ein relativ langweiliger Zustand.» (S. 26)
Bilder: Jorma Müller, Basil Stücheli
In diesem Sinne: Viel Sekundenglück diese Woche. Yvonne Zurbrügg, Redaktionsleiterin yvonne.zurbruegg@mgb.ch
Inhalt Menschen 9 Aufgeschnappt
Bedeutende Kleinigkeiten
10 Diese Woche Männer
20
12 Swiss Arctic Project
Das Schweizer Ehepaar Michel- Codiga kämpft für das Polareis
19 Bänz Friedli 20 Abgesang
Mit 13 verliert der Knabensopran Arno Meier bei einem Auftritt die Stimme. Mit 31 singt er wieder – seine eigene Geschichte
25 Leserbriefe 26 Rock für Tumult
Herbert Grönemeyer wünscht sich lautstarkes Engagement
Migros-Welt 33 Migros-Moment 35 Kurz notiert 38 Landesstreik
Der Aufstand von 100 Jahren führte zur modernen Schweiz
42 Sozialengagement 45 Zukunftstag 67 Migusto 79 Neues aus Ihrer Region Aktionen, Reportagen, News
Leben 85 «1, 2 oder 3?» 86 Adventskalender Was er über Sie verrät
89 Migros Bank 91 «Stadt, Land, Stutz» 95 Gesundheit Halsweh 96 Digital Autoradios 99 Glücksgriff 101 Rätsel und Spiele 108 Meine Welt Rea Eggli
M-Infoline: Tel. 0800 84 0848 oder Fax +41 800 84 0848 (Ausland). migros.ch/kundendienst; migros.ch Cumulus: Tel. 0848 85 0848* oder +41 44 444 88 44 (Ausland). cumulus@migros.ch; migros.ch/cumulus Redaktion Migros-Magazin: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Tel. 058 577 12 12 migrosmagazin.ch; Kontakt: www.migmag.ch/leser * Normaltarif
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Handeln gegen den Klimawandel Die Caritas unterstützt die verletzlichsten Einwohner in den Ländern des Südens bei der Anpassung an den Klimawandel und beim Schutz vor Naturkatastrophen. Einsatzländer: Bangladesch, Brasilien, Haiti, Indien, Kambodscha, Kenia, Mali, Somaliland, Tadschikistan und Tschad.
Der Wegnia-See, der zu den Feuchtgebieten von internationaler Bedeutung zählt, ist vom Austrocknen bedroht. Fischer, Viehzüchter und Gemüsebauern verlassen die Region, in der immer wieder Nahrungsmangel herrscht. Auch Modeste Traoré, dessen Vater bereits Fischer war, muss diesen Beruf allmählich aufgeben.
«Wir wollen unseren See retten.» Modeste Traoré ist Fischer am Wegnia-See in Mali. Doch seine Familie kann er damit nicht mehr ernähren. Trockenheit und Erosion setzen dem See zu. Um das Überleben der Menschen zu sichern, muss der Wegnia-See vor dem Klimawandel geschützt werden. Die Caritas leistet Unterstützung. «Meine Kinder werden keine Fischer sein», bedauert Modeste Traoré. Dabei hatte schon sein Vater seinen Lebensunterhalt als Fischer verdient. Doch der Wegnia-See wird immer kleiner. Im Dorf erinnern sich die Menschen noch an die Zeiten, als Besucher in die Region strömten, um ihre Vogelvielfalt, die Vegetation und die
Mehr Informationen über Modeste Traoré: dasrichtigetun.caritas.ch
ertragreiche Landwirtschaft zu bewundern. Doch das ist längst Vergangenheit. Zu wenig Einkommen Die Regenmengen gehen zurück und sind immer weniger voraussagbar. Gewitter schwemmen tote Bäume und Erde in den See, der sich über Nacht füllen, aber auch genauso schnell wieder austrocknen kann. 2017 konnte Traoré 50 Kilo Kleinfisch aus dem See herausholen. Einen kleinen Teil davon bekamen seine Familie und die Familien seiner Brüder. Den Rest konnte er für 200 Franken verkaufen. Das reicht gerade mal, um eine Kuh zu kaufen. Bereit für Veränderung Modeste Traoré besitzt am Seeufer ein paar Mangobäume und Bananenstauden. Er produziert hauptsächlich Sorghum, etwas Mais und Erdnüsse für den Verkauf. In der Nebensaison bauen die Frauen Tomaten, Peperoni und verschiedene Salatsorten an. Aber der Wassermangel und der Schädlingsbefall machen aus jeder Erntesaison ein Lotteriespiel. Aufforstung, Uferbefestigung, neues Saatgut und klimaangepasste Anbaumethoden: Es gibt Lösungen, aber es wird Jahre dauern, bis sie ihre Wirkung entfalten. Doch die Dorfbewohner sind fest entschlossen, sie umzusetzen.
• Wir sensibilisieren die Kleinbauern für den Schutz ihrer natürlichen Ressourcen und entwickeln gemeinsam neue, an den Klimawandel angepasste Anbaumethoden. • Wir bauen Infrastruktur auf, die den Zugang zum Wasser und den Schutz vor Naturkatastrophen verbessert. Wir entwickeln Frühwarnsysteme und bilden Katastrophenschutzteams. • Wir forsten Wälder auf, um die Bodenerosion zu bekämpfen. • Wir entwickeln und schulen neue Technologien zur Förderung einer ökologischen und nachhaltigen Wirtschaft. • Im Rahmen der humanitären Hilfe helfen wir den Betroffenen und Vertriebenen, ihre Grundbedürfnisse zu sichern: Wir stellen beispielsweise Nahrungsmittel oder Gesundheitsversorgung zur Verfügung, verbessern den Zugang zu sauberem Wasser, leisten Bargeldhilfe, stellen Viehfutter oder weitere Tiere zur Verfügung, damit sich die Viehbestände erholen können, oder verteilen neues Saatgut.
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Menschen
Darauf freuen wir uns Krippen Alljährlich inszeniert das Landesmuseum Zürich Krippen aus aller Welt und lädt Kinder ein, in einer zauberhaften Kulisse zu spielen. 23. 11. 18 bis 6. 1. 19.
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Kunst Die Werke des Expressio nisten Emil Nolde sind einzigartig farbig. Das Zentrum Paul Klee in Bern zeigt sie bis am 3. 3. 19.
Unnützes Wissen
Andere Länder, andere Sitten
Bilder: Papierkrippe aus mehreren Teilen, um 1925/Schweizerisches Nationalmuseum, Keystone/Alexandra Wey, Herbert Zimmermann
Briten verbringen im Leben etwa ein halbes Jahr mit Anstehen. Französische Polizisten durf
Bild der Woche Wären Sie gerade auch gern da, wo dieser Surfer ist? Aber wo das
wohl sein mag – Neuseeland, Florida, Südafrika? Alles falsch! Weit gefehlt. Der Mann im Neoprenanzug spaziert bei Isleten am Urnersee entlang. Genau, dem Urnersee im Zentrum der Schweiz. Und das genau heute vor einer Woche, dem 12. November. Unter dem Einfluss des Föhns stieg die Temperatur im Spät herbst nochmals auf über 20 Grad an. Glitzernder See, grüne Hügel, blauer Himmel: Das Gute liegt manchmal bei Isleten.
zweipunktnull
Entschuldigung, wie digital sind Sie?
Liebste App: Instagram
Yvonne Fischer (49) Wohnberaterin, Ermensee LU So informiere ich mich «Mit ‹Blick›, ‹Luzerner Zeitung›, ‹Tages-Anzeiger› und SRF» Dafür bin ich zu alt «Für nichts» Da bin ich analog «Ich schaue online, kaufe aber im Laden.»
ten bis 2011 im Dienst Wein und Bier trinken, so fern das während der Mahlzeiten geschah. In Singapur darf Kaugummi nur gegen Vorlage eines Ausweises verkauft werden. Nordkoreanische Männer dürfen beim Friseur nur unter zehn Haarschnitten auswählen.
In Litauen muss ten sich Frauen bis 2002 vor der Füh rerscheinprüfung gynäkologisch un tersuchen lassen. Quelle: Neon/Stern
10 MM47, 19.11.2018 | MENSCHEN Diese Woche
Männer
Sie wollen unbeschwert flirten können – und gleichberechtigt sein, zu Hause und im Job. Zum Männertag am 19. November haben wir sechs Exemplare befragt. Text: Monica Müller und Yvette Hettinger
Lu Decurtins (55), Sozialpädagoge «Die Erwartungen an heutige Män ner sind ziemlich widersprüchlich. Nebst den neuen Anforderungen in Partnerschaft und Familie halten sich hartnäckig herkömmliche Rol lenbilder. Männer müssen lernen, zu sich selber zu stehen und auch auf andere einzugehen. Sie sollten ihre schwachen Seiten zeigen lernen und ihre Stärken verantwortungsvoll einsetzen. Vor allem aber soll ten sie die ganze Vielfalt des Mann seins akzeptieren, die sich nicht ab zugrenzen braucht von sogenannt weiblichen oder schwulen Verhal tensweisen. Vater sein ist die wohl zentralste und bleibendste Rolle im Leben eines Mannes. Da ich ein prä senter Vater sein wollte, habe ich Teilzeit gearbeitet und meinen An teil an Erziehungsverantwortung übernommen. Früher wurde man an einem Arbeitstag auf dem Spielplatz noch als exotisch angeschaut. In der Kompetenz als Bezugsperson wurde ich oft nicht für voll genommen, das gab mir Narrenfreiheit, und ich be kam auch Unterstützungsangebote von wildfremden Frauen. Heute sind engagierte Väter im urbanen Raum durchaus normal.»
Clive Bucher (26), Bachelor und Unternehmer Was macht einen Mann aus? Dass er Ziele hat im Leben, selbstbewusst ist und auf eigenen Beinen steht. Vorher ist er kein Mann, sondern ein Junge. Was brauchen Sie als Mann, um sich in der Gesellschaft wohlzufühlen? Von Freunden umgeben sein, denen ich vertraue. Nicht jeden Rappen umdrehen müssen, wenn ich ausgehe, Kleider kaufe oder auswärts esse. Gesundheit. Gibt es politische Rahmenbedingungen, die Ihnen helfen, sich zu entfalten? Ich entfalte mich unabhängig von der Politik. Die Regeln sind, was sie sind, und haben ihren Grund. Gleichberechtigung ist allerdings wichtig, für Frauen und für Männer. Wer ist heute Ihr Vorbild? Cristiano Ronaldo und Arnold Schwarzen egger. Ronaldo liefert seit vielen Jahren unter grossem Druck konstant Höchstleistungen. Und Schwarzenegger ist einer der inspirie rendsten Menschen, die es gibt. Er hat alles gemacht und erreicht, was er wollte.
Janos Horvath (36), Single- und Flirtcoach. Die #MeToo- Debatte hat dazu geführt, dass sich manche Männer nicht mehr getrauen, ihre Meinung zu äussern und auf Frauen zuzugehen, aus Angst, als oberflächliche Wüstlinge abgetan zu werden. Das bedaure ich.
Wenn Sie einen Sohn hätten: Was würden Sie ihm mit auf den Weg geben? Ich würde ihm etwas beibringen: Man muss kämpfen im Leben, wenn man etwas will. Und man sollte sich Gedanken da rüber machen, warum man hier auf der Erde ist. Sich fragen: Was ist meine Aufgabe? Was will ich wirklich? Wofür schlägt mein Herz?
MENSCHEN | MM47, 19.11.2018 11
Daniel Bekcic (32), Leiter Politik männer.ch «Letztlich sind die Bedürfnisse der Männer dieselben wie die der Frauen: Wir wünschen uns Anerkennung für unseren Beitrag am Gelingen der Ge sellschaft. Der Mann von heute muss seinen Kompass neu justieren, um durch den gesellschaftlichen Wandel zu navigieren. Frauen haben sich emanzipiert und patriarchalische Strukturen zum Einstürzen gebracht. Dafür sollten wir Männer dankbar sein: Denn auch für uns sind Rollenkorsette nicht gut. Viele Männer sind verunsichert, da die Ansprüche an sie komplex und
widersprüchlich sind. So wird erwartet, dass sie Leistungsträger und präsente Väter sind, Macker und verständnisvolle Partner. Das Zusammenleben muss im mer wieder neu verhandelt, Privilegien und ihr Preis müssen hinterfragt wer den. Denn Gleichstellung dient allen. Auch wenn sie rechtlich weitgehend erreicht ist, ist das in den Köpfen vieler noch nicht angekommen. Sei es im Kampf um gleichen Lohn oder bei der Frage, wer die Pflegearbeit übernimmt: Wir brauchen weniger Grabenkämpfe und mehr Schulterschlüsse.»
«Seitens der Arbeitgeber wünsche ich mir mehr Verständnis dafür, dass sich Männer auch als Väter aktiv engagieren möchten.» Res Niemeyer (37), Wirtschaftsinformatiker
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«Als Mann wünsche ich mir Gleichberech tigung. Auf einer von Skala von 1 bis 10 gebe ich der Schweiz im Familienrecht eine 4, in fortschrittlichem Denken eine 3. Bei Trennungen und Scheidungen ist Willkür an der Tagesordnung. Man argumentiert zwar gerne mit dem Kindeswohl, verfolgt aber politisch motivierte Interessen. Ob wohl längst auch wissenschaftlich erwiesen ist, dass Kinder beide Eltern brauchen, wer den die Kinder von den Gerichten leider fast ausschliesslich der Kindsmutter zugespro chen. Im Speziellen hat der Bundesrat die Gerichte des Kantons Zürich zwei Mal gerügt und sie aufgefordert, unsere Gesetzesrevi sion doch bitte auch umzusetzen. Ich bin ein Scheidungskind und habe den Eindruck, seit meiner Kindheit sind wir keinen Schritt weitergekommen. Den Vätern wird nichts zugetraut, sie sind das böse Beigemüse. Mei nen Buben gebe ich auf den Weg: Heiratet nie! Meiner Tochter: Bleib immer eigen ständig! Im Jahr 2018 über Lohngleichheit zu diskutieren, finde ich schlicht peinlich.»
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12 MM47, 19.11.2018 | MENSCHEN
Für ihr «Swiss Arctic Project» brauchten Charles Michel und Doris Codiga ein Schiff. So kauften sie die «MV San Gottardo» und verlegten ihren Lebensmittelpunkt für zwei Jahre in den hohen Norden.
MENSCHEN | MM47, 19.11.2018 13
Swiss Arctic Project
Eine Idee allein reicht nicht aus Kälte mag er eigentlich gar nicht. Trotzdem reiste Charles Michel mit seiner Frau Doris Codiga und einer Gruppe junger Hobbyreporter in die Arktis, um gegen den Klimawandel zu kämpfen. Ihr Projekt wirft mediale Wellen – aber getan sei es damit noch lange nicht, sagt Michel.
Bild: Swiss Arctic Project
Text: Dinah Leuenberger
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«Wir sind am Klimawandel schuld. Ausbaden müssen es aber unsere Kinder. Darum müssen wir sie erreichen.» Charles Michel, Dokumentarfilmer und Expeditionsleiter
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Bilder: René Ruis, Swiss Arctic Project (2)
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etterprognosen stimmen auch in der Arktis nicht immer – im Gegenteil. «Wahnsinn, wie unpräzise die sind. Fast wie Bingo-Spielen», sagt Charles Michel. Jeden Morgen habe er zum Schiffsfenster hinausgeschaut und sich über die Abweichung von der Vorhersage gewundert: «Vorher den Tag zu planen, war praktisch nicht möglich.» Zusammen mit seiner Frau Doris Codiga hat der 61-Jährige die vergangenen zwei Jahre auf einem Schiff in den nördlichsten Gewässern der Erde verbracht. Eineinhalb Jahre davon zur intensiven Vorbereitung, um diesen Sommer dann für drei Wochen mit einer Handvoll junger Leute durch die Arktis zu fahren – der Höhepunkt des «Swiss Arctic Projects». Auslöser für dieses Vorhaben war eine Antarktisexpedition, die Michel vor einigen Jahren begleiten durfte. Als Dokumentar filmer war er über drei Jahrzehnte lang für das Schweizer Fernsehen tätig und dokumentierte Extremsituationen auf der ganzen Welt: Naturkatastrophen, Konflikte, Kriege. In der Antarktis seien ihm zwei Dinge klar geworden: «Erstens, dass der Klimawandel viel schlimmer ist, als wir uns das je vorstellen konnten. Zweitens, dass wir zwar schuld daran sind, aber ausbaden müssen es unsere Kinder.» Umso wichtiger sei es, die junge Generation jetzt dafür zu sensibilisieren. Michel ahnte, dass ihm dies mit seinen Filmen nicht gelingen würde. Also grübelte er mit seiner Frau, wie man die Jugend auf
den Klimawandel aufmerksam macht und sie dazu bringt, ihr Verhalten zu ändern. Über einen Wettbewerb suchten die beiden Jugendliche, die den «coolsten Sommerjob der Welt» ausüben wollten: an einer Arktis expedition teilnehmen und via Social Media darüber berichten. Ihr Credo: «Junge müssen zu Jungen sprechen, nur so funktioniert es.»
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Verrückt, aber überzeugt
Auch Sponsoren suchte das Paar und sprach potenzielle Kandidaten an. «Doch die meinten alle, wir würden spinnen», berichtet Michel. «Wer nimmt schon das Erbe seiner Kinder und kauft ein Schiff, um damit in die Arktis zu reisen? Alle denken, ich sei so ein Öko-Freak. Aber das stimmt gar nicht.» Natürlich seien sie verrückt, aber eben auch überzeugt davon, dass jeder etwas tun müsse, um den Klimawandel zu stoppen. «Wir beide haben viel Glück gehabt im Leben. Das ‹Swiss Arctic Project› ist unsere Art, etwas zurückzugeben. Aber eine Idee allein reicht nicht aus, es müssen Tausende sein.» Darum habe er Mühe mit der Politik. «Ich bin erschüttert, dass uns das Thema Klimawandel so kalt lässt», sagt Michel mit leicht enerviertem Unterton. Das ganze Wirtschaftssystem müsse sich grundlegend ändern: «Umweltschädliches Verhalten muss so viel kosten, dass es sich nicht mehr lohnt. Und umweltschonendes muss zur Goldgrube werden.» Die Politiker seien gefordert, denn sie legten schliesslich die Spielregeln fest.
1 Charles Michel und Doris Codiga verbrachten zwei Jahre auf ihrem Schiff im hohen Norden, um Beweise für den Klimawandel zu sammeln und darüber zu berichten. 2 Die Expeditionsteilnehmer waren erschüttert angesichts der Müllhalden, die sie an entlegenen Stränden fanden, ... 3 ... und eines Gletschers, der innerhalb nur eines Jahres um einen Kilometer geschmolzen ist.
Vor gut zwei Jahren kauften die beiden die «MV San Gottardo» und begannen mit den Vorbereitungen. «Wir konnten nicht einfach so ein Schiff übernehmen und mit ein paar jungen Leuten in See stechen. Schliesslich erwarteten uns in der Arktis die gefährlichsten Gewässer der Welt», erklärt Doris Codiga. Das Ehepaar machte sich mit der Schiffstechnik vertraut und eignete sich nautische Fähigkeiten an. Und auch die auserwählten Expeditions- teilnehmer mussten sich vorbereiten: auf die extremen klimatischen Verhältnisse, aber auch auf eine mögliche Begegnung mit Eisbären. Glücklicherweise sollte es dazu nicht kommen, sodass sich die Schiess- übungen im Nachhinein als überflüssig erwiesen. Bis zum Start ins Abenteuer war das Teambuilding abgeschlossen und die Stimmung grossartig. «Das Allerschönste für uns war es, zu sehen, wie gut das Team funktionierte», sagt Doris Codiga. Nie habe es Auseinandersetzungen gegeben – trotz
e ingeschränkter Bewegungsfreiheit und Nähe, die auf einem verhältnismässig kleinen Schiff wie der «MV San Gottardo» zwangsläufig herrschen. Codiga: «Auch wenn es in Strömen regnet: Man kann nicht einfach weg.» Und die eigenen vier Kinder? «Die mussten natürlich schon einverstanden sein mit unserem Plan.» Immerhin steckte ja ihr Erbe in dem Projekt. Hie und da hiess es schon «Ou nei Papi, nöd wider Klimawandel!». Sie hätten halt manchmal «den Overkill», sagt Charles Michel. Aber selbstverständlich seien sie einverstanden gewesen – die Jüngste, Sabine (28), war sogar mit an Bord und schmiss in der Arktis den Küchendienst. Schockierende Beobachtungen
Die Schönheit der Arktis zog alle in ihren Bann. «Ist man das erste Mal dort, hat man ja keinen Vergleich. Da ist alles überwältigend», sagt Michel. Die Ausmasse des Klima wandels würden einem dann aber schnell bewusst. Dass ein Gletscher, den er im ver-
gangenen Jahr auf einer Karte eingezeichnet hatte, diesen Sommer um über einen Kilometer geschmolzen war, habe sie schockiert. Und auch, dass an den entlegensten Stränden haufenweise Müll herumlag. «Aber unser Team fühlte keine Ernüchterung, sondern nur noch grösseren Tatendrang.» Fleissig berichteten die jungen Leute – alle zwischen 19 und 22 Jahre alt – auf Social Media über ihre Erfahrungen. Glücklicherweise durften sie die Glasfaserkabel der lokalen Forscher nutzen. Ansonsten würde ein Gigabyte Daten in der Arktis bis zu 16 000 Franken kosten. Die Klickzahlen übertrafen die Erwartungen bei Weitem. Die Ziele des Projekts hätten sie somit zu 100 Prozent erreicht. «Und alles ohne einen Franken Marketingbudget. Vielleicht hat uns da ironischerweise sogar der Hitzesommer geholfen», sagt Charles Michel. Zum Termin mit dem Migros-Magazin nach der Rückkehr erscheint Michel in einem dicken Wollpullover, obwohl das Wetter in Zürich eher zu mild ist für die Jahreszeit. Er sagt: «Ich bin eigentlich ein Sonnenkind.
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MENSCHEN | MM47, 19.11.2018 17
So lange in der Kälte unterwegs zu sein, ist für mich ein grosser Verzicht. Deshalb freue ich mich über die Wärme hier.» Anders verhält es sich bei seiner Frau, die eine leichte weisse Jacke mit dem Logo des Projekts trägt. Ihr mache Kälte nichts aus. «In dieser Hinsicht fühle ich mich fast eher in der Arktis zu Hause», erklärt sie schmunzelnd. Einig sind sie sich in ihrer Absicht, das Projekt fortzuführen. Darum sind sie jetzt auf Sponsorensuche. Einzelheiten will das Paar noch festlegen. Die Reiseplanung für die Arktis sei nun mal nicht so einfach, vor allem wegen der klimatischen Unwägbarkeiten. Fest stehe aber, dass die beiden auch 2019 an Bord der «San Gottardo» gen Norden reisen würden. Wieder in Begleitung j unger Reporter, die erneut live über das Ausmass des Klimawandels berichten werden. Dass ihre Beobachtungen dann weniger Anlass zur Besorgnis geben werden als dieses Mal, ist leider nicht zu erwarten. MM
Was die jungen Arktis-Reisenden via Social Media der Welt mitzuteilen haben, gibt wenig Anlass zu guter Laune. Entsprechend gedrückt ist die Stimmung auf dem Schiff.
Weitere Informationen: swissarcticproject.org
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sich später auf eine spannende Rundfahrt in der alten Hafenstadt Dartmoutn. 5. Tag – Exeter & Polperro Am Vormittag flanieren wir durch Exeter mit seiner fantastischen Kathedrale. Am Nachmittag sehen wir das malerische Fischerdorf Polperro, das uns mit verwinkelten Gassen & hübschen Häusern begrüsst. Übernachtung für die nächsten 2 Nächte in Cornwall. 6. Tag – Cornwall & St. Ives Bay Line Heute erwartet uns Rosamunde Pilcher Romantik auf Schritt und Tritt. Freuen Sie sich auf Land’s End oder das zauberhafte St. Ives, standesgemäss mit Cream Tea und Scones. Später erleben wir auf der kurzen Fahrt mit der St. Ives Bay Line eine traumhaft schöne Bahnstrecke entlang der Küste. 7. Tag – Exmoor Nationalpark & West Somerset Railway Durch den wildromantischen Exmoor Nationalpark führt uns der Weg nach Minehead. Ab hier erleben wir die herrliche Landschaft Sommersets bei Fahrt mit dem legendären Dampfzug der West Somerset Railway. Anschliessend bummeln wir durch die Gässchen von Wells und besichtigen die bekannte Kathedrale. Übernachtung in Bristol.
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Auf dieser zauberhaften Erlebnisreise nehmen wir uns Zeit, Südenglands grossartigen Bilderbuchlandschaften aus verschiedenen Perspektiven und mit allen Sinnen zu entdecken. Historische Lokomotiven ziehen die liebevoll und mit viel Hingabe restaurierten Panoramawagen schnaufend und gemächlich durch die malerischen Landschaften. Unterwegs stossen wir auf Bahnhöfe, wo die Zeit stehen zu bleiben scheint – fantastisch. Wir flanieren durch hinreisende Küstenorte und bestaunen beeindruckende Schlösser mit Gärten, die zu den schönsten der Welt gehören! Kommen Sie mit auf eine Reise, die Sie begeistern wird!
Ihr Reiseprogramm:
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Bourton-on-the-Water (Cotswolds) West Somerset Railway Exmoor Nationalpark
✓ 10 x Frühstück im Hotel
8. Tag – Cotswolds & Windsor Heute fahren wir durch die Cotswolds – die hügelige Traumlandschaft im Herzen Englands wird Sie begeistern. Wir besuchen das bildschöne Bourton-On-The-Water und besichtigen später Schloss Windsor, den Sommersitz der englischen Königin. Übernachtung für die nächsten 2 Nächte im Raum Kent. 9. Tag – Leeds Castle & Sissinghurst Castle Am Vormittag verzaubert uns das unglaublich schöne Märchenschloss Leeds Castle und am Nachmittag der berühmte «White Garden» des Sissinghurst Castle – ein wahrer Traum in Weiss. 10. Tag – Dover-Lille Wir fahren zurück nach Dover, wo wir am Nachmittag zur Fährüberfahrt nach Calais erwartet werden. Übernachtung in Lille. 11. Tag – Heimreise Mit vielen unvergesslichen Eindrücken im Gepäck treten wir heute die Heimreise in Richtung Schweiz an.
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Bänz Friedli
Es feins Käfeli
Bild: Vera Hartmann
«Nimmsch es feins Käfeli?» Es gibt einen Schuhladen in unserer Stadt, in dem man als Erstes gefragt wird, ob man «es feins Käfeli» wünsche. Dass ich einfach geduzt werde, stört mich nicht gross. Auch nicht die Frage an sich, wenngleich ich stets verneine, denn ich bin wegen der Schuhe hier. Daran, dass einem beim Coiffeur, im Blumengeschäft, in der Buchhandlung und was-weiss-ich-wo Getränke angeboten werden, habe ich mich gewöhnt. Und das «-li» finde ich zwar albern wie so manchen Diminutiv in unserem verkleinerungssüchtigen Land: Wir veranstalten «Feschtli», statt Feste zu feiern, unternehmen «es Usflügli», statt ins grosse Abenteuer zu starten, und gönnen uns bestenfalls «es Gläsli». Aber, nein, das eigentlich Irritierende an «Nimmsch es feins Käfeli?» ist, dass die fragende Person schon impliziert, ich würde den Kaffee, nähme ich das Angebot denn an, auch mögen: Mir wird nicht einfach «es Käfeli» angeboten, sondern «es feins Käfeli». Nun ist es mit Kaffee ja wie mit der Musik, die Bandbreite reicht von der Schnulze bis zum Metal-Gedröhne. Es gibt tausend Sorten und Zubereitungsarten, und ich möchte noch immer selber sagen dürfen, was ich mag und was nicht. Ausserdem sollte der Gastgeber sich nie selber rühmen wie der Wirt, der letzthin an unseren Tisch trat und fragte: «Isch es hervorragend gsi?» Es mag ja sein, dass das ewige «Isch es rächt gsi?» der Inbe-
Bänz Friedli (53) sagt «Nein, danke».
griff helvetischer Tiefstapelei ist, denn niemand möchte, dass sein Essen nur «rächt» ist. Ausserdem wird die Frage meist so mechanisch gestellt, dass man sie gar nicht mehr als Frage empfindet. Aber immerhin lässt «Isch es rächt gsi?» mir die Möglichkeit zum Kompliment: dass es «sehr, sehr fein», «extrem gut» oder gar «fantastisch» gewesen sei – habe ich alles schon gesagt. Wenn indes schon der Fragende das Gebotene «hervor ragend» findet, was will man da noch sagen? Höchstens, dass es zwar ganz okay, aber weiss Gott nicht hervorragend gewesen sei. Aber so etwas traut sich ja doch niemand. Ausser meiner lieben Schwiegermutter selig. Wir wollten einmal etwas Neues versuchen und tischten ihr – wenn ich mich richtig erinnere – einen Kalbsbraten an Rhabarbersauce auf. Ob es schmecke? «Me chas näh», kommentierte sie trocken. Es ist bei uns in der Familie zum geflügelten Wort geworden. Wann immer wir eine kulinarische Kreation für etwas gar gewagt oder ein Menü für schlicht missraten halten, sagt jemand: «Me chas näh.» In besagtem Schuhladen liess ich mir dann übrigens, mehr aus Gwunder, doch mal «es feins Käfeli» geben. Es war nicht fein. Mir schmeckt die Kaffeesorte nicht besonders. Die teuren Schuhe hab ich dennoch gekauft. MM
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Gesangskarriere
Ein Wunderkind kriegt die Kurve
Arno Meier war ein erfolgreicher Knabensopran – bis der Stimmbruch seine
vielversprechende Karriere abrupt beendete. Nach Jahren abseits der Bühne tritt er nun wieder auf: in einem Musical, das seine Geschichte erzählt. Text: Monica Müller Bild: Basil Stücheli
A
rno war 13 Jahre alt, als er an der Marseiller Oper aus einem Brunnen auf die Bühne stieg, um als Amore die Welt zu retten. Doch statt das Publikum zu verzaubern, brach seine glockenklare Sopranstimme einfach weg. Der Dirigent hielt kurz inne und schaute den Buben eindringlich an. Beiden war sofort klar, dass Arnos Zeit auf der Bühne vorbei war. Dabei hatte er sich dort und in der Welt der barocken Melodien so wohlgefühlt. Das laufende Schuljahr durfte er im Centre de Musique Baroque de Versailles noch abschliessen, doch dann musste er seinen Platz an der Pariser Eliteschule räumen. Zwar hätten andere Musikschulen den jungen Auslandschweizer trotz seines Stimmbruchs mit Handkuss genommen. Doch davon wollte seine Mutter nichts wissen. Nachdem sie ihren Buben drei Jahre lang nur an den Wochenenden gesehen hatte, wollte sie ihn nun bei sich und den drei Brüdern behalten. Zurück auf dem abgelegenen Gutshof in Süd frankreich, brach für Arno eine Welt zusammen. Lustlos besuchte er das Gymnasium, anfangs mit dem Ziel, später Gesang zu studieren. Aber als er die Matur im Sack hatte, war der Traum verblasst, und er schrieb sich an der Universität in La Rochelle für ein Wirtschaftsstudium ein. Ein Praktikum in einer Schweizer Privatbank brachte den Studenten nach Zürich zurück. Obwohl er schon mit sechs Jahren nach Frankreich gezogen war, fühlte er sich sofort wieder zu Hause. Er beschloss, nach dem Praktikum hier weiterzustu
dieren. Doch die Vorlesungen an der Universität Zürich vermochten ihn genauso wenig zu packen wie die in La Rochelle. Statt sich in Betriebswirt schaftslehre, Finance und Banking zu vertiefen, gründete er zusammen mit Kollegen eine Pokerbude. Zwei Jahre später erstickte eine Gesetzesrevision den Unternehmer geist der Freunde. Arno Meier mach te weiterhin Party – ohne Businessplan. Morgens um neun Uhr rollte er den ersten Joint, abends ging er aus, trank viel. Auch wenn er sich amüsier te, er war auf dem Weg nach unten.
«Die Proben und die Musik gaben mir eine Struktur, mein Motor lief wieder warm.» Arno Meier alias Arno Leon, Sänger und Key-Account-Manager
Da griff Arno Meiers Vater, seit Jah ren Chirurg in Zürich, ein. Er bot dem 24-jährigen Sohn an, ihn nochmals bei einem Studium finanziell zu un terstützen. Kurz flackerte die alte Vision eines Gesangsstudiums auf, doch der einstige Knabensopran wagte es nicht, seinen Traum wieder aufleben zu lassen. Er versuchte sich erneut an einem Wirtschaftsstudium. Ein Semester lang liess er sich trei
ben, dann schmiss er es ein weiteres Mal. Um Ordnung in sein Leben zu bringen, begann er, seine Wohnung akribisch aufzuräumen. Wegweisendes Inserat
Beim Bündeln alter Zeitungen stach Arno Meier ein Inserat ins Auge: Für ein Jugendprojekt wurden Gesangstalente gesucht. Der Termin fürs Vor singen war – genau in dem Moment. Entschlossen griff Meier zum Handy, um zu fragen, ob er doch noch vorbei kommen könne. Er konnte, und stand kurz darauf atemlos auf der Bühne des Kirchgemeindehauses Winter thur-Wülflingen. Als er «You are so beautiful to me» von Joe Cocker an stimmte, wurde es still im Saal. Für Benjamin Stückelberger (50), den Pfarrer, der damals das Jugendpro jekt leitete, war sofort klar: «Arno gebührt die Hauptrolle.» Mit seinen Auftritten im Laienmusical «The Story of Christine» löste sich bei Arno Meier der Knopf. «Die Proben und die Musik gaben mir eine Struktur, mein Motor lief wieder warm», sagt der heute 31-Jährige. Er bemühte sich um einen temporären Job als Kundenberater in einem Callcenter und führte diesen mit so viel Engagement aus, dass er fest angestellt wurde und schliesslich zum Abteilungsleiter aufstieg. Tagsüber warf er sich als Arno Meier im Büro ins Zeugs, abends probte er als Arno Leon – sein Künstlername – bis zum Umfallen. Das Musical wurde ein Publikumserfolg, Meier und Benja min Stückelberger wurden Freunde. Beide spielten im Leben des anderen über das Stück hinaus eine wichtige
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Er war auf dem Weg nach ganz oben, als er einen plötzlichen Bühnentod starb: der Sänger Arno Meier (31) alias Arno Leon
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dessen als Key-Account-Manager bei einem Outsourcing-Dienstleister, wo er Kunden berät. Neben seinem Vollzeitjob hat er die Ausbildung zum eidgenössisch diplomierten Verkaufs leiter abgeschlossen. Seine Tätigkeiten im Büro und auf der Bühne seien so unterschiedlich nicht: «An beiden Orten bringt mich meine ‹Schnurre› durchs Leben.»
Bild: zVg
Arno Meier mit Fliege im Jahr 1999 beim Üben. Auf dem Foto ist er zwölf Jahre alt.
Gemischte Gefühle
Rolle: Arno Meiers geschulte Stimme half Stückelberger, seine Produk tionen zu professionalisieren. 2015 hängte der Pfarrer seine Stelle an den Nagel. Seither realisiert er nur noch Bühnenprojekte. «Mit einem Musical kann ich die gleichen Werte vermit teln wie in einer Predigt, aber einem grösseren Publikum», sagt er. Dane ben motivierte er seinen Sänger, auf Kurs zu bleiben. Meier arbeitet unter
Arno Meier alias Arno Leon ist froh, hat er zur Musik zurückgefunden: «Musik hilft mir, Dinge einzuordnen, sie balanciert mich und meine Ge fühlswelt aus.» Die Jahre, die er ohne Gesang verbracht hat, will er dennoch nicht missen. Er macht auch seinen Eltern keine Vorwürfe, dass sie man che seiner Chancen ungenutzt liessen. So auch einen Auftritt mit dem Opernsänger Placido Domingo. «Viel leicht hätte mich ein solches Erlebnis
auch aus der Bahn geworfen», sagt er heute. Hätte er die Wahl, in die Vergangenheit oder in die Zukunft zu reisen, wäre der Fall für ihn klar: «Mich interessiert die Zukunft.» «Stage Call», die dritte gemein same Produktion mit Freund Benja min Stückelberger, erzählt Meiers eigene Geschichte. Seine Gefühle sind gemischt: Er empfinde Furcht, Stolz und Freude zugleich. Furcht, weil er im Musical sehr viel über sich preis gibt. Stolz, weil seine Geschichte diese Plattform bekommt. Und Freude, weil er die Produktion gross artig findet. Ob er nächstes Jahr er neut für ein Musical auf der Bühne steht, lässt er aber noch offen. Denn eigentlich möchte er endlich seine erste eigene CD herausbringen. MM «Stage Call» in Zürich vom 22. bis 24.11. in der katholischen Kirche Liebfrauen. In Baden AG am 30.11. sowie 1. und 2. Dezember in der reformierten Kirche. Tickets: starticket.ch
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Handeln gegen den Klimawandel Die Caritas unterstützt die verletzlichsten Einwohner in den Ländern des Südens bei der Anpassung an den Klimawandel und beim Schutz vor Naturkatastrophen. Einsatzländer: Bangladesch, Brasilien, Haiti, Indien, Kambodscha, Kenia, Mali, Somaliland, Tadschikistan und Tschad.
Der Wegnia-See, der zu den Feuchtgebieten von internationaler Bedeutung zählt, ist vom Austrocknen bedroht. Fischer, Viehzüchter und Gemüsebauern verlassen die Region, in der immer wieder Nahrungsmangel herrscht. Auch Modeste Traoré, dessen Vater bereits Fischer war, muss diesen Beruf allmählich aufgeben.
«Wir wollen unseren See retten.» Modeste Traoré ist Fischer am Wegnia-See in Mali. Doch seine Familie kann er damit nicht mehr ernähren. Trockenheit und Erosion setzen dem See zu. Um das Überleben der Menschen zu sichern, muss der Wegnia-See vor dem Klimawandel geschützt werden. Die Caritas leistet Unterstützung. «Meine Kinder werden keine Fischer sein», bedauert Modeste Traoré. Dabei hatte schon sein Vater seinen Lebensunterhalt als Fischer verdient. Doch der Wegnia-See wird immer kleiner. Im Dorf erinnern sich die Menschen noch an die Zeiten, als Besucher in die Region strömten, um ihre Vogelvielfalt, die Vegetation und die
Mehr Informationen über Modeste Traoré: dasrichtigetun.caritas.ch
ertragreiche Landwirtschaft zu bewundern. Doch das ist längst Vergangenheit. Zu wenig Einkommen Die Regenmengen gehen zurück und sind immer weniger voraussagbar. Gewitter schwemmen tote Bäume und Erde in den See, der sich über Nacht füllen, aber auch genauso schnell wieder austrocknen kann. 2017 konnte Traoré 50 Kilo Kleinfisch aus dem See herausholen. Einen kleinen Teil davon bekamen seine Familie und die Familien seiner Brüder. Den Rest konnte er für 200 Franken verkaufen. Das reicht gerade mal, um eine Kuh zu kaufen. Bereit für Veränderung Modeste Traoré besitzt am Seeufer ein paar Mangobäume und Bananenstauden. Er produziert hauptsächlich Sorghum, etwas Mais und Erdnüsse für den Verkauf. In der Nebensaison bauen die Frauen Tomaten, Peperoni und verschiedene Salatsorten an. Aber der Wassermangel und der Schädlingsbefall machen aus jeder Erntesaison ein Lotteriespiel. Aufforstung, Uferbefestigung, neues Saatgut und klimaangepasste Anbaumethoden: Es gibt Lösungen, aber es wird Jahre dauern, bis sie ihre Wirkung entfalten. Doch die Dorfbewohner sind fest entschlossen, sie umzusetzen.
• Wir sensibilisieren die Kleinbauern für den Schutz ihrer natürlichen Ressourcen und entwickeln gemeinsam neue, an den Klimawandel angepasste Anbaumethoden. • Wir bauen Infrastruktur auf, die den Zugang zum Wasser und den Schutz vor Naturkatastrophen verbessert. Wir entwickeln Frühwarnsysteme und bilden Katastrophenschutzteams. • Wir forsten Wälder auf, um die Bodenerosion zu bekämpfen. • Wir entwickeln und schulen neue Technologien zur Förderung einer ökologischen und nachhaltigen Wirtschaft. • Im Rahmen der humanitären Hilfe helfen wir den Betroffenen und Vertriebenen, ihre Grundbedürfnisse zu sichern: Wir stellen beispielsweise Nahrungsmittel oder Gesundheitsversorgung zur Verfügung, verbessern den Zugang zu sauberem Wasser, leisten Bargeldhilfe, stellen Viehfutter oder weitere Tiere zur Verfügung, damit sich die Viehbestände erholen können, oder verteilen neues Saatgut.
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«Unglück hat dummerweise keinen Sinn» Herbert Grönemeyer
Der deutsche Musiker Herbert Grönemeyer war in seinem Leben schon überglücklich und todtraurig. Manchmal hat er aber auch banalere Gefühle. Gerade ist sein neues Album «Tumult» erschienen – ein sehr politisches Album, das den Menschen Mut machen soll. Text: Lisa Stutz Bilder: Antoine Melis
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Herbert Grönemeyer (62) will auch in turbulenten Zeiten den Durchblick behalten.
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Herbert Grönemeyer, lassen Sie uns über Menschen reden. Über Menschen? Gut. Wie geht es der Menschheit gerade so? Wir befinden uns im Umbruch. Die Welt ist nervös, aufgescheucht wie ein unruhiges Meer. Jetzt müssen wir Menschen enger zusammenrücken. Und zwar länderübergreifend. Warum? Wir sind verunsichert durch die Kriege, den Terrorismus, die Flüchtlinge. Umgekehrt glaube ich aber, dass das gut ist: Lange waren wir Einzelkämpfer, jeder hat versucht, seine Karriere voranzutreiben. Das machen wir heute auch noch, aber gleichzeitig wissen wir, dass wir uns vielleicht doch ein bisschen Sorgen um die anderen machen müssen. Das tut uns nicht schlecht. Ich sehe darin eine Chance, die Dinge neu zu sortieren. Sie singen von Flüchtlingen und Rechtsrutsch. Man könnte meinen, Sie seien besorgt. Besorgt bin ich, aber ich habe keine Angst. Das klingt jetzt absurd: Ich empfinde die Flüchtlingskrise als Glücksfall. Weil wir erinnert werden an unser humanistisches und empathisches Gewissen. «Mensch ist Mensch» haben Sie schon 2002 gesungen. Ist diese Aussage aktueller denn je? Ich habe immer an Menschen geglaubt. Ich bin ja selber durch eine Phase gegangen, in der ich Hilfe brauchte, als Ende der 90er-Jahre mein Bruder und meine Frau starben. Ich habe immer das Vertrauen gehabt, dass mir Menschen helfen. Das hat sich bewahrheitet: Menschen haben mich liebevoll durch diese Jahre getragen, sind mir beigestanden, haben mir Stabilität verliehen und Schutz gegeben. Ich weiss, dass Menschen Hilfe leisten können. Nach wie vor kümmern sich in Deutschland acht Millionen Menschen tagtäglich um Geflüchtete. Das wird viel zu wenig gesehen. Die Menschen sind sehr gut in der Lage zu begreifen, was die Sorgen von anderen Menschen sind. Deshalb bin ich positiv gestimmt. Machen die, die helfen, einfach zu wenig Tumult? Genau. Darum sind wir jetzt alle aufgefordert zusammenzustehen, damit wir den rechten Tendenzen klarmachen können: Das wollen wir nicht. Was möchten Sie uns mit dem Album «Tumult» mitteilen? Ich möchte mitteilen – ähnlich wie beim Album «Mensch» –, dass es keinen Anlass zu Angst gibt. Wir müssen uns aber zusammen bewegen, laut werden, eben Tumult machen. Laut sind bis jetzt die Menschen, die im Netz
von morgens bis abends rumpöbeln. Leute, die ihre Sinne beisammenhaben, sitzen nicht da und kommentieren alles. Diese müssen gucken, wie sie lauter werden. Damit meine ich Menschen, die einen humanistischen Geist haben.
Wie geht es Ihnen eigentlich, so als Mensch? Mir geht es im Grund genommen ganz solide. Ganz solide? Nein, mir geht es gut ( lacht). Ich bin froh, dass ich jetzt die Platte fertig habe. Dass ich es halbwegs hinbekommen habe, zu erzählen, was ich erzählen wollte. Das erste Lied auf dem Album heisst «Sekundenglück». Sie beschreiben das Glück, das einen plötzlich überfällt. Wann haben Sie das zum letzten Mal gespürt? Gerade, als ich draussen auf dem Balkon sass. Es gibt so Momente, in denen man sich mit
«Ich musste Verluste verkraften, das war in der Wucht sehr lähmend.» Herbert Grönemeyer
sich selber im Reinen fühlt. Die sind der Treibstoff fürs Leben. Wenn man einfach nur sitzt und merkt: Irgendwie ist gerade alles stimmig. Ich mache mir gerade keine Sorgen und ich sehe heute auch gar nicht so schlecht aus. Es kann draussen regnen und dann passiert es einfach. Und man wundert sich vielleicht darüber, man freut sich, und dann geht es weiter. Konstantes Glück, gibt es das auch? Das wünsche ich natürlich jedem. Das kon stante Glück gibt es aber in dem Sinne nicht. Es gibt vielleicht ein parallel laufendes Glück, das neben einem herläuft und das man ab und zu packen kann, wenn das Leben schwer ist. Ich glaube, dass der Lebenssinn ist, darauf zu hoffen, dass einen das nächste Glück anfällt. Aber konstantes Glück gibt es schon deswegen nicht, weil es dann ja kein Glück mehr wäre, sondern ein relativ langweiliger Zustand. Das Glück lebt davon, dass es sich abhebt? Genau, das ist dann die Explosion, das innere Schmunzeln. Was haben Sie in Ihrem Leben über Glück gelernt? Wenn man schwere Dinge erlebt hat, begreift man die Feinheiten des Lebens noch präziser und weiss sie noch mehr zu schätzen. Man ist demütiger dem Leben gegenüber, weil man weiss, wie viel Schönheit es birgt. Wenn die Geflüchteten zurückstrahlen, sich bedanken,
dass man da ist, löst das Glück aus. Obwohl man im Grunde gar nichts getan hat. Das ist auch bei Menschen so, die durch Krankheiten gingen. Die Leute denken: Dem gehts so schlecht, vielleicht sollte ich gar nicht anrufen. Im Gegenteil: Der wird schon sagen, wenn er nichts will. Sag ihm einfach nur, dass du da bist. Das ist schon wahnsinnig viel. Das ist menschlich. Wir sind in der Lage, mit ganz normalem Menschsein Glück auszulösen. Helfen macht Sie also glücklich. Was noch? Wenn ich Musik mache, bin ich glücklich. Wenn ich meine Kinder sehe, bin ich glücklich. Wenn ich meine Frau sehe, bin ich glücklich. Wenn ich meine Freunde treffe, bin ich glücklich. Wenn ich mit denen doof rumsitze, bin ich glücklich. Wenn ich das Gefühl habe, dass ich umgeben bin von Menschen, die sich Gedanken machen, bin ich glücklich. Was macht Sie unglücklich? Boshaftigkeit, Ignoranz, Hass, Wut, Lieb losigkeit. Und dass es heute erlaubt ist, das alles völlig ungefiltert äussern zu dürfen. Was haben Sie in Ihrem Leben über Unglück gelernt? Ich musste Verluste verkraften, das war in der Wucht sehr lähmend. Das Unglück ist wahnsinnig massiv. Und wenn man davon getroffen wird, merkt man, wie ohnmächtig man ist. Unglück macht einen taub. Umso erfrischender ist das Glück. Sie haben aus dem Unglück heraus sehr erfolgreiche Lieder geschrieben. Hat es also auch irgendeinen Sinn? Nein, das Unglück hat dummerweise keinen Sinn. Aber es gehört zum Leben. Sie hätten also lieber die ganzen Lieder nicht geschrieben? Mit Sicherheit. Auf die Lieder hätte ich verzichten können. Aber Musik zu machen, ist ein gutes Ventil. Dazu habe ich Musik stets benützt, auch heute noch. Ich sitze fast jeden Tag am Klavier und singe vor mich hin. Ich bin zwar eine Frohnatur, aber ich habe auch meine Stimmungsschwankungen. Da weiss ich, dass die Musik mir hilft wie eine heisse Dusche. Und dann gibt es ja noch ganz banale Gefühle, die der Mensch so hat. Neid zum Beispiel. Wann waren Sie das letzte Mal neidisch? Neid ist ein grosses Thema. Ich könnte jetzt sagen, dass ich keinen Neid kenne. Aber natürlich kenne ich ihn. Noch einen Tick besser kenne ich mich allerdings mit Eifersucht aus. Wenn jemand meine Frau ein bisschen zu lange anschaut, werde ich nervös. Ich atme erst einmal tief durch und überlege, was ich jetzt machen soll. Ich versuche dann, meine
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Herbert Grönemeyer Liebste aus dem Blickfeld zu ziehen, und schiebe sie ganz unauffällig weg. Ich bin nicht manisch eifersüchtig, aber das passt mir nicht so richtig. Meine Frau dagegen freut sich fast, dass sie wahrgenommen wird, sonst gucken ja alle immer mich an. … nervös? Hochgradig nervös war ich, als ich im März für das neue Album zu texten anfing. Das setzte mich unter grossen Stress. Ich dachte einen halben Monat lang: Das schaffst du nie! Das wird nix! Ich war unausstehlich. Beim Texte schreiben bin ich wahnsinnig unsicher. Ich habe grosse Angst, dass ein nicht perfekter Text meine Musik zerstört.
Mit vollem Namen heisst der 62-jährige Musiker Herbert Arthur Wiglev Clamor Grönemeyer. Aus erster Ehe – seine damalige Frau verstarb 1998 – hat er zwei erwachsene Kinder. Seit 2016 ist Grönemeyer erneut verheiratet und lebt in Berlin. Am 9. November ist sein neues Album «Tumult» erschienen. Am 17. März 2019 tritt er im Hallenstadion Zürich auf.
Wenn Sie eine absteigende Reihenfolge aufstellen müssen, was sind Sie am besten: Vater, Partner, 62-Jähriger oder Musiker? Als Musiker bin ich am besten. Ob ich ein guter Vater bin, kann ich nicht beurteilen. Wie gut ich als Partner bin, weiss ich auch nicht. Ausser wenn es ums Wegbugsieren meiner Frau geht, wenn einer zu lange guckt: Darin bin ich gut. Also: 1. Musiker. 2. 62-Jähriger. 3. Partner. 4. Vater.
… peinlich berührt? Ich selber bin mir schon ab und zu peinlich. Ich bin manchmal zu laut oder zu forsch oder merke, dass viele Leute bei meinem Gerede kurz aussteigen. Ich schiesse oft über das Ziel hinaus. Ich bin durch meine impulsive Art auch anderen Leuten oft peinlich. Aber Sie wollen eine Geschichte von einem richtigen Fettnäpfchen hören, stimmts? Ich überlege noch. … überrascht? Hm, wann war ich überrascht? Das Problem ist, dass ich die letzte Zeit sehr absorbiert war. (Überlegt.) Ich denke gerade über peinlich und überrascht gleichzeitig nach. Das führt aber zu nichts. Es gibt etwas, das mich neulich überraschte. Aber das ist vielleicht zu intellektuell. Was denn? Ich habe ein sehr gutes Buch gelesen, das heisst «The shortest History of Germany». 200 Seiten, von einem Engländer geschrieben. Er schreibt, dass der Antisemitismus von den Protestanten in Preussen angeschoben wurde schon vor dem Ersten Weltkrieg. Da war ich völlig überrascht. Weil ich immer dachte, das wäre in den katholischen Gebieten durch Hitler entstanden. Das hat mein ganzes Weltbild komplett durcheinandergebracht. Das klingt jetzt komisch, aber Sie haben ja gefragt, und das ist mir spontan in den Sinn gekommen. Alles gut. Mir ist noch was anderes eingefallen: Mich haben die positiven Reaktionen auf die Platte überrascht. Die Leute sehen Dinge in den Liedern, die ich selber nicht sehe. Die positiven Reaktionen überraschen Sie nach all den Jahren immer noch? Mir ist gar nicht bewusst, was meine Musik und meine Texte in den Leuten auslösen können. Das freut mich sehr. Eine Platte zu schreiben, ist etwas völlig Instinktives, es ist keine genaue Operation. Das ist auch das
her normal war, weiss ich nicht. Normal ist ein dehnbarer Begriff. Ich glaube, dass ich noch halbwegs weiss, was die Alltagssorgen von Menschen sind. Ich lebe aber schon in einer eigenen Welt. Es wäre falsch zu sagen, dass es mir finanziell nicht sehr gut geht. Aber dennoch glaube ich, dass ich noch weiss, worum es geht auf der Erde. Ich gebe mir jedenfalls Mühe, halbwegs normal und unabgehoben zu sein. Ich gehe einkaufen und weiss, wo im Supermarkt die Sachen stehen. Ich renne auch nicht mit Bodyguards durch die Gegend.
Wieso sind Sie denn ein derart guter 62-Jähriger? Weil ich finde, ich sehe für meine 62 Jahre noch ganz vernünftig aus. Ich bin noch beweglich – körperlich und geistig. Ich komme mit dem Alter relativ gut klar. Schöne: Man stösst Dinge an, über die man überrascht ist. Sie schauen von der Bühne auf ein Meer aus Menschen herab. Was fühlen Sie da? Das macht mich perplex. Ich gehe oft vor den Konzerten raus und sehe mir die grossen leeren Hallen an. Dann denke ich: Boah, bald ist hier voll. Nach wie vor bin ich sehr verblüfft. Wenn ich rauskomme und die Leute sich freuen, ist das ein schönes Gefühl. Gleichzeitig möchte ich nicht, dass sie mich anhimmeln. Aber dass die da sind und mir zuhören und sich freuen – viel schöner gehts gar nicht. Das ist das ultimative Glücksgefühl. Deswegen will ich ja auch nicht aufhören zu spielen. Das ist wie Küssen, da will man nicht aufhören damit. Was sind das für Menschen, die an Ihre Konzerte kommen? Das weiss ich nicht. Ich glaube, mein Publikum ist relativ altersgemischt. Aber ich habe noch nie eine Fan-Analyse gemacht. Ich sehe die Menschen und ihre Reaktionen. Aber wer das ist, weiss ich nicht. Sie sind ein Star, aber auch ein ganz normaler Mensch: Vater, Partner, 62-Jähriger – fühlen Sie sich denn manchmal ganz normal? Oder ging das irgendwann verloren? Ich fühle mich komplett normal ( lacht). Wie weit das jetzt noch so normal ist, wie ich frü-
Vater kommt am Schluss. Haben sich Ihre Kinder denn mal beklagt? Nein, netterweise haben sie eher gesagt, dass ich ein ganz guter Vater sei. Und dass ich mich gut um sie gekümmert hätte. Aber das kann man ja selber nicht beurteilen. Die Kinder waren neun und elf Jahre alt, als Ihre Frau starb. Ziemlich jung. Wenn man Vater wird, ist das eine Verantwortung, die man trägt. Und die hat man auch gefälligst wahrzunehmen, solange man es kann. Ich bin gern Vater. Auch wenn meine Kinder jetzt erwachsen sind, fühle ich mich noch als Vater. Apropos Kinder: Was halten Sie eigentlich von jungen Menschen? Ich glaube, dass die heutige junge Genera tion sehr beweglich ist. Sie muss es sein, um mit dem ganzen Wahnsinn klarzukommen. Ich halte sie für extrem aufgeklärt. Sie denkt internationaler als wir, weil sie die Welt als ihren Spielplatz ansieht. Wir waren viel lokaler geortet. Ich weiss nicht, ob ich den Ansprüchen von heute standhalten würde. Dass sie unpolitisch seien oder nicht kämpfen, halte ich für Unsinn. Sie müssen viel mehr aussortieren, und das machen sie beeindruckend. Die Welt ist bei ihnen in guten Händen. Welche Menschen sind Ihre Vorbilder?
MENSCHEN | MM47, 19.11.2018 31
Menschen, die kämpfen. Ob das der Journa list Rupert Neudeck war, der die vietname sischen Flüchtlinge aufgenommen hat. Oder der ehemalige Bundeskanzler Willy Brandt, der sich entschuldigt hat bei den Polen, für das, was wir ihnen angetan haben im Krieg. Es sind Menschen, die aufstehen und etwas tun. Auch die Ärzte ohne Grenzen sind Vorbilder. Oder die Menschen, die jetzt im Mittelmeer die Geflüchteten retten. Ich mag Menschen, die Haltung zeigen. Die er frischen meinen Kopf und machen das Leben lebenswert.
Gern treffen würde ich auch den Musiker Randy Newman. Der hat immer die schöns ten Balladen geschrieben. Ob er auch mit mir zu Abend essen würde, weiss ich nicht. Jedenfalls sicher nicht am 17. März 2019 … Dann trete ich in Zürich auf, schätze ich. Genau! Sie waren lange mit einer Schweizerin zusammen und kennen unser Land gut. Ich chan au es birebitzeli Schwiizerdütsch.
Mit welchem Menschen, tot oder lebendig, würden Sie gerne mal zu Abend essen? Heute würde ich sagen mit Rudi Dutschke (Anm. d. Red: deutscher marxistischer Sozio loge und politischer Aktivist). Weil der ein sehr kluger Kopf war. Zwar ein sehr linker Kopf, aber sehr analytisch. Es würde mich interes sieren, wie er in der heutigen Zeit denken würde. Mit Willy Brandt habe ich übrigens mal gegessen, den durfte ich kennenlernen.
Klingt ja perfekt. Freuen Sie sich? Sehr. Ich habe vorhin gesagt, dass es mich wundert, dass die Leute zu meinen Konzer ten kommen. Dass sie in der Schweiz kom men, wundert mich noch mehr. Denn das ist ein anderes Land, und ich freue mich darum besonders. Diese Herzlichkeit, die mir in der Schweiz entgegenschlägt, ist unglaublich schön. Ich mag die Schweizer. Was sind denn die Schweizer für Menschen?
Sie sind selbstironischer als wir in Deutsch land. Mit ihnen kann man besser albern, sie nehmen nicht alles gleich krumm. Die Schweizer sind hemdsärmeliger und gehen schneller aufeinander zu. Ich mag die Schweizer Zurückhaltung. Ich mag die Art und Weise, wie das politische System funktioniert. Speziell mag ich den Humor. Ich finde, die Schweizer sind sehr humor volle Menschen. Sie haben für mich etwas Britisches. Gibt es jemand Bestimmten, den Sie in Zürich treffen werden? Ich habe mehrere gute Freunde in Zürich, von denen ich hoffentlich ein paar sehen werde. War Ihnen vor den Schweizern schon mal etwas peinlich? Stimmt, ich schulde Ihnen ja noch eine Ant wort. (Überlegt lange.) Tierisch peinlich ist mir jetzt gerade, dass ich Ihnen keinen schö nen Schluss liefern kann! MM
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Ausgezeichnet Bei den «Best of Swiss Apps» geht es ein Mal im Jahr darum, die erfolg-
reichsten und gelungensten Apps des Landes auszuzeichnen. Die Migros räumte mit den neuen Anwendungen von Interio und dem Projekt Amigos in zahlreichen Kategorien ab. Vier Preise gingen an Interio, fünf an Amigos, darunter der Hauptpreis des Abends, der «Master of Swiss Apps 2018». Amigos heisst die Social-Shopping-Plattform, über die Migros-Kunden füreinander einkaufen. Die Amigos-App vermittelt dabei Besteller und Bringer, und auch die Bezahlung der Waren wird mit der App erledigt. Mit der Augmented-Reality-App von Interio lassen sich die eigenen vier Wände mit Produkten in unterschiedlichen Grössen, Farben und Varianten virtuell einrichten.
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Geballte Staatsmacht: Militärtruppen marschieren 1918 unter General Willes Führung in Zürich auf.
Das soziale Erdbeben
Vor 100 Jahren erschütterte der Landesstreik die Schweiz: Im Zuge des Ersten Weltkriegs hatte sich die Situation der Arbeiter drastisch verschlechtert. Ihr Aufstand gab den Anstoss zu tief greifenden Veränderungen, die bis heute das Verhältnis zwischen Arbeitgebern und -nehmern prägen. Text: Andreas Dürrenberger
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as Jahr 1918 war für Europa prägend: Der Erste Welt krieg ging zu Ende, Königs häuser fielen, und auch die Schweiz wurde in ihren Grund festen erschüttert. Sie erlebte, was bis heute als grösste staatspolitische Krise seit der Gründung 1848 gilt – den Landesstreik. Ein Blick zurück, vor den Ersten Weltkrieg. «Das Leben der Arbeiter war hart. Die 60-Stunden-Woche mit sechs Arbeitstagen war die Regel», sagt Historiker Christian Koller. «Nicht nur Männer, auch Frauen mussten häufig arbeiten, um das Überleben der Familie zu sichern.» Die Generalmobilmachung zu Beginn des Kriegs verschärfte die prekäre finanzielle Situation der Arbeiter schaft. «Eine Erwerbsersatzversiche rung gab es noch nicht, der Sold war tief. In der zweiten Hälfte des Kriegs kam eine rasante Inflation hinzu»,
Bilder: Keystone, MGB-Archiv, zVg
Landesstreik
MIGROS-WELT | MM47, 19.11.2018 39
erklärt Koller. So kam es bereits während des Kriegs zu Protesten und Streikwellen. Russland erlebte mit der Oktoberrevolution 1917 einen gewaltsamen Regimewechsel, in Deutschland und Österreich gab es bei Kriegsende Revolutionen. Koller: «Man erwartete zunehmend, dass sich auch in der Schweiz eine radikale Veränderung anbahnte. Die einen sehnten sie herbei, die anderen fürchteten sie.» Als der Bundesrat 100 000 Soldaten aufbot, um die Situation zu kontrollieren, protestierten die Arbeiter unter der Führung des Oltner Aktionskomitees mit einem landesweiten Streik. In Zürich wurde ein Soldat getötet, in Grenchen wurden drei Unbeteiligte bei Protesten erschossen, kurz nachdem das Aktionskomitee den Streik bereits für beendet erklärt hatte. Konkordanz statt Konfrontation
Christian Koller ist Direktor des Schweizerischen Sozialarchivs.
Seinen Forderungskatalog, der etwa die Einführung der 48-Stunden-Woche und die Einrichtung einer Altersund Invalidenversicherung verlangte, konnte das Aktionskomitee zwar nicht durchsetzen. Aber der Bundesrat hatte erkannt, dass es Zeit war für soziale Veränderungen. Bereits 1919 wurde die 48-Stunden-Woche eingeführt, und man begann mit der Ausarbeitung der Grundlagen für die AHV. Die Rolle der Arbeiterbewegung veränderte sich: «Die Unternehmen und Arbeitgeberverbände erkannten die Gewerkschaften als Verhandlungspartner an», sagt Koller. «Als Sozialpartner wurden sie auch in die politischen Entscheidungsprozesse miteinbezogen. Und später dann ganz konkret bei der Ausarbeitung von Gesamtarbeitsverträgen (GAV).» Diese Verträge sind entscheidend dafür, dass in der Schweiz nur noch wenig gestreikt wird. Denn darin verpflichten sich die Parteien zum Arbeitsfrieden und verzichten auf Kampfmassnahmen. Betrachtet man die Streikaktivitäten im Ausland, ist das keine Selbstverständlichkeit. «Das hat mit der politischen Kultur in der Schweiz zu tun. Wir streben nach Konkordanz: Man spricht zuerst miteinander, versucht, eine Lösung zu finden, bevor man zum Kampf schreitet», erklärt Koller. Seit dem Landesstreik 1918 hat sich also vieles zum Positiven gewendet für die Schweiz. MM
Legte Wert auf gute Arbeitsbedingungen: Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler bei einer Dankesrede vor seinen Mitarbeitenden im Jahr 1950
Sozialpartnerschaft
Bei der Migros reden die Mitarbeitenden mit
M
igros-Gründer Gottlieb Duttweiler wusste, wie wichtig es ist, seinen Mitarbeitenden gute Arbeitsbedingungen zu bieten. Bereits 1942 kennzeichnete er Migros- Produkte, die «sozial anständig» produziert wurden, mit einem spe ziellen Signet. In seinen Thesen, die für die Migros noch heute als Richtlinien gelten, schrieb Duttweiler: «Die Löhne und Saläre wie auch die Arbeitsbedingungen und das Verhältnis zu der Arbeiter- und An gestelltenschaft müssen weiterhin vorbildlich sein.» Damit dies auch heute gewährleistet ist, baut die Migros auf drei Säulen: den LandesGesamtarbeitsvertrag (L-GAV) und die Zusammenarbeit mit internen und externen Sozialpartnern. Der L-GAV Über 50 000 Mitarbeitende in 40 Un-
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ternehmen der Migros-Gruppe sind dem L-GAV unterstellt. Er enthäl Bestimmungen zum Verfahren betreffend Mindestlohn, sichert die Chancengleichheit von Mann und Frau, gewährt frischgebackenen Vätern einen bezahlten Vaterschaftsurlaub von drei Wochen und allen Angestellten mindestens fünf Wochen Ferien. Der L-GAV berücksichtigt
den Umstand, dass die Migros-Un ternehmen in mehreren Branchen tätig sind, und wird von internen und externen Sozialpartnern unterstützt. Die internen Sozialpartner Die meisten der dem L-GAV unter-
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stellten Migros-Unternehmen verfügen über eine Personalkommission (PEKO), die die Anliegen der Mitarbeitenden gegenüber der Geschäfts leitung vertritt. Angestellte wählen die Vertreter aus ihren Reihen demokratisch. Die Vereinigung aller Per sonalkommissionen nennt sich Landeskommission und ist direkt an den Verhandlungen zum L-GAV beteiligt. Einzigartig ist auch die Unternehmensmitbestimmung: In den Unternehmen nimmt jeweils ein Mitarbeitender Einsitz als vollwer tiges Mitglied im Verwaltungsrat. Die externen Sozialpartner
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Für die Ausarbeitung des L-GAV arbeitet die Migros auch mit externen Sozialpartnern zusammen. Mit dem Kaufmännischen Verband Schweiz und dem Metzgereipersonal- Verband der Schweiz pflegt sie eine konstruktive Zusammenarbeit. Sozialpartnerschaft der Migros: Was die Partner sagen (Seite 41)
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MIGROS-WELT | MM47, 19.11.2018 41
Zusammenarbeit
Bilder: zVg (3)
Was die Migros auszeichnet Alain Montani, Präsident der Landeskommission, HR-Spezialist Migros Neuenburg-Freiburg: «Unsere Sozial- und Vertragspartnerschaft ist mehrstufig angelegt. Die Personalkommissionen sind bei allen Verhandlungen gleichgestellt. Die Mitarbeiter sind auf allen Ebenen des Unternehmens, auch in der Verwaltung, vertreten, was in der Schweiz nicht üblich ist. Das alles gewährleistet eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zum Wohl des Unternehmens und seiner Mitarbeiter. Was unseren Arbeitsvertrag von anderen unterscheidet, ist meiner Meinung nach vor allem unsere Mitverantwortung. Wir vertreten und verteidigen die gemeinsamen Interessen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern.»
Giusy Meschi, Geschäftsführerin Metzgereipersonal-Verband der Schweiz (MPV): «Die Migros ist für den MPV als Sozialpartner eine Traumpartnerin. Denn Sozialpartnerschaft ist bei ihr kein Lippenbekenntnis. Bei Verhandlungen versucht man nicht, einander über den Tisch zu ziehen, sondern sucht einen Konsens, der für beide Seiten passt. Bei Lohnverhandlungen informiert uns die Migros transparent. Speziell und herausfordernd beim Migros-L-GAV ist, dass er viele Branchen und Unternehmen umfasst. Auch die Zusammenarbeit mit dem anderen Sozialpartner, der Landeskommission, ist ausgezeichnet. Ich freue mich auf die weitere, hoffentlich langjährige und gute Partnerschaft mit der Migros.»
Roland Duss, Mitarbeitervertreter im Verwaltungsrat der Migros Luzern, Leiter Verkaufs region Supermarkt: «Einerseits ist es der Migros wichtig, dass die Sozialpartnerschaften mit den externen Verbänden gepflegt werden. Andererseits sind die internen und von den Mitarbeitenden gewählten Personalkommissionen sowie die Personalvertreter in den Verwaltungen starke Partner. Hier findet ein offener und vertrauensvoller Dialog auf Augenhöhe statt. Weil ich funktionsbedingt mit vielen Mitarbeitenden in Kontakt stehe, erhalte ich oft wertvolle Inputs und Anregungen. So bin ich nah am Puls. In den Sitzungen mit der Verwaltung kann ich dann gezielt die Stimme der Mitarbeitenden auch zum Wohl der Migros einfliessen lassen.»
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Migros-Spendenaktion
Damit Türen aufgehen Aus Sorge um seinen autistischen Sohn wanderte der Kosovare Musa Jashari in die Schweiz aus. Hier fand er dank eines Programms der Heks eine Stelle. Die Migros unterstützt das Hilfsprojekt mit ihrer Spendenaktion. Text: Estelle Dorsaz Bilder: Roger Hofstetter
M
usa Jashari war in seiner kosovarischen Heimat ein erfolgreicher Unternehmer. Er leitete eine Firma, die Türen und Fenster herstellte. Dennoch kam der heute 50-Jährige 2012 in die Schweiz und versuchte, sich hier eine neue Existenz aufzubauen. Es ging ihm dabei vor allem um das Wohl seines autistischen Sohnes, der im Herkunftsland nicht an gemessen betreut werden konnte. «Der Krieg hat es nicht geschafft, mich aus meiner Heimat zu vertreiben», meint Jashari rückblickend. «Doch die Sorge um meinen Sohn trieb mich dazu, einen Neuanfang zu wagen.» Lange ohne Arbeit
In der Schweiz gelang es dem früheren Unternehmer lange nicht, einen Job zu finden. Er erlebte Jahre der Unsicherheit und liess sich dennoch nie entmutigen. Eine Wende zum Besseren brachte schliesslich
das Programm «MosaiQ» der Heks: Mitarbeiter des Hilfswerks standen Jashari bei der Arbeitssuche bei. Dank ihrer Begleitung und Beratung konnte er kürzlich bei einem Pharma unternehmen im Kanton Waadt eine Stelle als MehrzweckLagerarbeiter antreten. Jashari ist kein Einzelfall. Es gibt viele Migranten, die gut qualifiziert sind, in der Schweizer Arbeitswelt aber dennoch nicht Fuss fassen können. Aus diesem Grund rief die Heks in verschiedenen Regionen das Projekt «MosaiQ» ins Leben. In der Deutschschweiz wird es in den Kantonen Aargau, Basel, Bern sowie in der Ostschweiz angeboten. «MosaiQ» gehört zu den ausgewählten Hilfsprojekten, die von der diesjährigen Spendenaktion der Migros profitieren werden (siehe auch Spalte). Gemeinsam ist all diesen Projekten, dass sie bedürftigen Menschen in der Schweiz helfen, die sonst oft mit ihren S orgen allein blei-
Musa Jashari bei der Heks in Lausanne: Dank des Hilfswerks konnte er in der Schweizer Arbeitswelt Fuss fassen.
MIGROS-WELT | MM47, 19.11.2018 43
Spendenkampagne
So können Sie helfen
Heks-Beraterin Cecilia Mathys unterstützte Jashari bei der schwierigen Suche nach einer Stelle.
ben. «Wir versuchen, die Fähigkeiten von Migranten richtig einzuordnen, und helfen Ihnen eventuell auch bei einer Weiterentwicklung», erklärt Cecilia Mathys (29), die Heks-Mitarbeiterin, die Jashari betreut hat. «Manchmal geht es um die Anerkennung von Diplomen, manchmal auch um die Fort setzung einer Ausbildung.» Das Programm «MosaiQ» verläuft in verschiedenen Phasen. Dazu gehören ein individuelles Coaching, das Zusammenstellen einer Bewerbungsmappe und auch das Vermitteln von Prak tikumsstellen. Die Teilnehmer am Programm haben in ihren Herkunftsländern unterschiedliche Berufe ausgeübt: Ingenieur, Hebamme, Soziologe, Schuh macher, Übersetzer oder Investor. «Viele von ihnen könnten für den Schweizer Arbeitsmarkt interessant sein», betont Mathys. Die Voraussetzung ist, dass ihre Fähigkeiten hierzulande
erkannt werden, dass sie Anschluss finden und dass am Ende die richtigen Türen aufgehen. Mann mit Ausdauer
Jashari hat die Heks-Mitarbeiterin als Mensch beeindruckt: «Er hat viel Ausdauer, Motiva tion und auch Gelassenheit.» Der Kosovare ist seinerseits begeistert von der Arbeit der Betreuerin und vom gesamten Programm «MosaiQ»: «Dieses Projekt hilft nicht einfach nur bei der Arbeitssuche, es vermittelt menschliche Begegnungen, und es gibt Verzweifelten neuen Mut.» Besonders glücklich ist Jashari darüber, dass es seinem Sohn in der neuen Heimat heute viel besser geht: Seit einem Jahr lebt er werktags in einer spezialisierten Institution, wo er sehr gut betreut wird. Genau dafür hatte Jashari einst seine alte Heimat verlassen und den riskanten Neuanfang gewagt. MM Infos zum Programm «MosaiQ»: heks.ch
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Ein Tag als Chefin
«Stillsitzen ist ein Problem» Was macht eine Chefin bei der Migros den ganzen Tag? Im Rahmen des nationalen Zukunftstags haben sich acht Mädchen an die Fersen von verschiedenen Migros-Chefinnen geheftet. Die Schülerinnen Nora und Kyra erzählen, was sie dabei erlebt haben. Text: Thomas Tobler Bilder: Daniel Winkler
D
ie Sekundarschülerin Nora (13) verbrachte ihren Migros-Tag mit Eliana Zamprogna, Chief Technology Officer M-Industry. «In der Schule übernehme ich gerne die Leitung, bei Gruppenarbeiten zum Beispiel. Deshalb passt das Programm ‹ein Tag als Chefin› gut zu mir. Die Migros interessiert mich, weil ich regelmässig mit meiner Mutter bei unserer Quartier-Migros einkaufe und mir die Firma ohnehin schon ein bisschen vertraut ist. Im Migros-‹Park im Grüene› in Rüschlikon habe ich früher oft meine Sommernachmittage verbracht und den 1. August gefeiert. Ich kenne die Migros Bank und weiss, dass die Migros kulturelle Veranstaltungen organisiert und keinen Alkohol verkauft. Aber was eine ‹Chief Techno logy Officer M-Industry› macht, wusste ich nicht. Eliana hat mir deshalb vieles erklärt, und ich durfte mit ihr an wichtige Besprechungen. Das war spannend. Mir fiel aber auf, wie leise die Leute miteinander sprachen, mit meinen Freundinnen rede ich immer viel lauter.
Schülerin Nora und Chefin Eliana Zamprogna
Viele Menschen bestimmen mit In einem Meeting am Nachmittag wurde sogar englisch gesprochen, ich verstand aber ziemlich viel – eine coole Erfahrung. Sowieso war der Tag mit Eliana spannender, als ich es mir vor gestellt hatte. Dass bei der Migros so viele Menschen mitbestimmen, hat mich überrascht. Ich könnte mich an
das Business-Leben gewöhnen. Natürlich ist es manchmal anstrengend. Eliana ist viel unterwegs und hat einen vollen Terminplan. Aber sie verdient Geld mit einem Beruf, den sie gerne macht. Das finde ich sehr wichtig. Cool fand ich auch unser Mittag essen mit allen Chefinnen. Es war elegant und der Tisch schön dekoriert. Eliana hat mir aber gesagt, dass sie nicht jeden Tag so ein Mittagessen hat.»
«Es war interessant zu hören, wie Nora die Migros in 20 Jahren sieht. Sie wünscht sich nicht nur einen Laden, sondern einen Ort, an dem Menschen sich treffen, austauschen und lernen können.» Eliana Zamprogna
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MGB-Zukunftstag
65 Kinder zu Besuch bei der Migros
«Es war für mich sehr bereichernd und ein gänzlich neues Erlebnis, meine Arbeit aus der Perspektive der aufgeweckten, interessierten 12-jährigen Kyra zu betrachten.»
Die Migros ist seit 2001 beim Zukunftstag mit dabei und unterstützt das Projekt seit seiner Lancierung. In diesem Jahr besuchten 65 Schülerinnen und Schüler im Alter von 10 bis 13 Jahren den MigrosGenossenschafts-Bund in Zürich und begleiteten für einen Tag «die Grossen» bei der Arbeit.
In der ganzen Schweiz findet einmal pro Jahr der Zukunftstag statt. Mädchen und Jungs begleiten ihre Eltern oder eine Bezugsperson an den Arbeitsplatz und erhalten einen Einblick in den ihnen eigentlich unbekannten Arbeits alltag von Mami, Papi, Götti oder Gotti. Zusätzlich gibt es verschiedene Spezial projekte wie «ein Tag als Chefin», «ein Tag als Landwirtin» oder «ein Tag als Tierarzt» an denen die Kinder bestimmte Berufe oder Berufsgruppen während eines Tages kennenlernen. Der nächste Zukunftstag geht am 14. November 2019 über die Bühne. Mehr Informationen: nationalerzukunftstag.ch
Andrea Ming und Kyra beim Rundgang durch die Migros-Arbeitswelt
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inen Tag lang begleitete Se kundarschülerin Kyra (12) Andrea Ming, die Leiterin der Direktion Koordina tion Klubschulen und Freizeit anlagen beim Migros-Genossen schafts-Bund. «Ohne Chefinnen gäbe es, glaube ich, ein Durcheinander. Berufe wie der von Andrea, in dem man Menschen führen und viel mit ihnen reden muss, sind des halb sehr wichtig. Sonst könnte jeder machen, was er will. Als mir Andrea aber ihren vollen Stunden plan zeigte, war ich schon etwas überrascht. Mein Stundenplan ist viel weniger streng. Zuerst sind wir zusammen an ein Meeting gegangen, das erste Meeting meines Lebens – und wahrschein lich gleich ein ziemlich wichtiges, denn der Migros-Chef, Herr Zum
Andrea Ming
brunnen, nahm auch daran teil. Ich habe nicht ganz genau verstanden, worum es ging, aber Andrea hat mir erklärt, dass Projekte vorge stellt werden und dann entschie den wird, was damit passiert. Am Ende des Meetings wurde aber nur entschieden, dass weiter an den Projekten gearbeitet wird. Danach gab es eine Kaffeepause, während der ich Wasser getrunken habe. Migros hat auch Golfplätze
Danach hat mir Andrea ihre Auf gaben erklärt und erzählt, welche Bereiche zu ihrer Direktion gehö ren. Bisher kannte ich die Migros vor allem als Lebensmittelladen, wusste aber, dass sie auch andere Firmen besitzt und Sponsorin ist von Veranstaltungen. Ich war neu gierig und wollte mehr erfahren, deshalb meine Anmeldung für den
‹Tag als Chefin›. Was eine Chefin macht, konnte ich mir nämlich nicht so genau vorstellen. Jetzt weiss ich, dass Andrea sehr viele Treffen mit wichtigen Leuten hat, dass sie gut organisiert sein muss und manchmal auch abends arbei tet. Für mich war es sehr spannend, Andrea begleiten zu dürfen und so die Migros besser kennenzulernen. Dass die Migros zum Beispiel eigene Golfplätze hat, viele Kurse anbietet oder ein Sportgeschäft besitzt, wusste ich nicht. Diese Erfahrungen nehme ich mit, auch wenn ich noch keine Ahnung habe, was ich später werden möchte. Vielleicht auch Chefin, wobei ich noch nicht so gut still sitzen kann, bei den vielen Meetings ist das aber sicher wich tig. Andrea kann das glücklicher weise viel besser.» MM
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MIGROS-WELT | MM47, 19.11.2018 49
Ab dem Geschäftsjahr 2019 verzichtet die Migros Bank auf Boni. Im Bild die Filiale an der Zürcher Seidengasse
Finanzbranche
Migros Bank schafft Boni ab Als erstes grosses Geldhaus der Schweiz verzichtet die Migros Bank künftig auf flexible Vergütungen. Fünf Gründe, warum dies den Kunden und den Mitarbeitenden nützt. Text: Michael West
Bild: zVg
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ie sorgen in der Öffent lichkeit oft für Ärger und in den Medien für negative Berichte: Die in der Schweizer Bankenbranche bezahlten Boni sind häufig schwindelerregend hoch und für Berufsleute aus anderen Sparten kaum nachvollziehbar. Die Migros Bank ging schon bisher einen anderen Weg: Sie belohnte ihre Mitarbeitenden mit mode raten Boni. Harald N edwed, der Präsident der Geschäftsleitung, bezog sogar keine derartigen Vergütungen. Nun schafft die Migros Bank die Boni generell ab. Denn Harald Nedwed hält diese Art der Belohnung für «nicht mehr zeitgemäss». Fünf Gründe sprechen dafür, dass diese Neuerung den Kunden, aber auch den Mitarbeitenden nützt.
Bessere Beratung Boni begünstigen im Bankwesen eher das Einzelkämpfertum. Berater haben vor allem ihre persönlichen Leistungsziele vor Augen. Ohne variable Vergütung bekommt das Teamwork einen höheren Stellenwert. Verschie dene Spezialisten arbeiten gemeinsam an der Betreuung der Kunden; jeder bringt dabei seine Erfahrung und sein Wissen ein. So wird die Beratung umfassender und besser.
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Vernetztes Denken Das Bankengeschäft ist in den vergangenen Jahren komplexer geworden. Die Mitarbeitenden müssen online und offline immer mehr Vertriebskanäle im Auge be halten. Sie haben seit der Finanz krise mehr Vorschriften zu beach ten, und die öffentliche Meinung
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spielt eine zunehmend wichtige Rolle. Finanzinstitute benötigen darum Mitarbeitende, die ver netzt denken. Das ist ohne Boni leichter möglich. Denn diese Ver gütungen führen manchmal dazu, dass der Blick fürs Ganze verloren geht. Sie bewirken dann, dass kurzfristige Ziele ein grösseres Gewicht haben als der langfristige Erfolg des Unternehmens.
Lebenssinn statt Profit Das neue Vergütungsmodell passt zum Zeitgeist. Anders als noch vor der Finanzkrise wünschen sich heute viele junge Mitarbeitenden nicht in erster Linie schnellen Reichtum, sondern ein Gleichge wicht zwischen Arbeit und Leben sowie ein Unternehmen mit guter Reputation. Auch dazu passt der Verzicht auf Boni.
Mehr Lohnsicherheit Mit der Abschaffung der Boni spart die Migros Bank nicht etwa Kosten ein. Das Fixsalär der be troffenen Mitarbeitenden wird einmalig erhöht. Sie erhalten weiterhin eine marktgerechte Vergütung und verzichten lediglich auf die variablen Lohnbestandteile. Letztlich profitieren sie von einer grösseren Lohnsicherheit.
Im Einklang mit der Tradition 1950 formulierte Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler mit seiner Frau 15 Thesen, die das ethische Fundament des Unternehmens bilden. Darin plädierten die bei den für «gute Bezahlung und So zialleistungen», aber gegen «jede direkte oder indirekte Beteiligung an Umsatz oder Reingewinn». Die Abschaffung der Boni passt also in die Migros-Tradition. MM
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MIGROS-WELT | MM47, 19.11.2018 63
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Vor einigen Jahren begann der Siegeszug der sogenannten Super foods. Hauptmerkmal der heterogenen Grup pe an Lebensmitteln: eine hohe Konzentration an wertvollen Nähr- und Inhaltsstoffen. Häufig kamen die Lebensmittel aus fernen Ländern. Heute wissen wir, dass sich heimische Lein samen nicht vor den vergleichbaren Chia- samen verstecken müs sen. Manchmal muss man gar nicht in die Fer ne schweifen, denn das Gute wächst ganz nah. Das Beste am Super food-Trend: Viele Men schen achten verstärkt darauf, was auf dem Teller landet. Die Vielfalt ermöglicht heute ganz neue Gerichte und besondere Geschmacks erlebnisse.
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MIGROS-WELT | MM47, 19.11.2018 65
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MIGROS-WELT | MM47, 19.11.2018 67
Nicht nur für Hirten Migusto
Ganz klassisch wird zum amerikanischen Thanksgiving ein Truthahn serviert. Dass das traditionelle Restessen danach, der Shepherd’s Pie, ebenfalls das Zeug zum Star des geselligen Festtags hat, zeigen wir in unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung. Text: Andrea Pistorius, Claudia Schmidt Bilder: Veronika Studer Rezept: Andrea Pistorius
Traditionell wird der Shepherd’s Pie mit Lammfleisch zubereitet. Mit Rindfleisch kennt man das Gericht auch unter dem Namen Cottage Pie.
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68 MM47, 19.11.2018 | MIGROS-WELT Step-by-step
Rindfleisch-Shepherd’s-Pie mit Süsskartoffeln 1
Steinpilze im Cutter zu Pulver mahlen. Karotte fein raffeln, Zwiebel fein hacken. Thymianblättchen vom Stiel zupfen. Cham pignons putzen und in S cheiben schneiden.
2
Zwiebel und Champignons in der Hälfte des Öls ca. 5 Minuten braten. Karotte, Thymian und Steinpilzpulver dazugeben. Knoblauch dazupressen, ca. 1 Minute mitbraten. Mit Bouillon ablöschen, Worcestershire-Sauce dazugeben. Herd ausschalten.
3
Fleisch in einer weiteren Bratpfanne im restlichen Öl anbraten. Tomatenpüree dazu geben, kurz mitbraten. Mit Wein ablöschen und ca. 1 Minute einköcheln lassen. Zur Zwiebel- Champignons-Mischung geben. Zusammen bei kleiner Hitze 10 Minuten köcheln lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Zutaten für 4 Personen
4
Süsskartoffeln schälen und in Würfel schneiden. In eine Pfanne geben und mit Salzwasser knapp bedecken. Ca. 10 Minuten weich kochen. Abgiessen und grob stampfen. Butter und Crème fraîche dazugeben. Mit den Süsskartoffeln verrühren. Mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen.
5
Backofen auf 200° vorheizen. HackfleischPilz-Mischung in eine ofenfeste Form geben. Süsskartoffeln darauf verteilen. In der Ofen mitte ca. 15 Minuten backen. Nach Belieben mit Pfeffer bestreuen und sofort servieren. Dazu passt ein herbstlicher Salat, z. B. Radicchio.
15 g getrocknete Steinpilze 150 g Karotten 1 grosse Zwiebel 3 Thymianzweige 200 g Champignons 4 EL HOLL-Rapsöl 1 grosse Knoblauchzehe 2 dl kräftige Rindsbouillon 3 EL Worcestershire-Sauce 300 g Rindshackfleisch 3 EL Tomatenpüree 2 dl Rotwein Salz Pfeffer 800 g Süsskartoffeln 15 g Butter 100 g Crème fraîche gemahlene Muskatnuss
Korrigendum Im Rezept Aprikosenstollen im Migros- Magazin 45 (S. 71) haben wir angegeben, es würden 0,8 Liter Milch benötigt. Richtig sind 0,8 Deziliter. Wir bitten um Entschuldigung.
MIGROS-WELT | MM47, 19.11.2018 69
Profi-Tipp
Mit herbstlicher Note TIPPS Nach Belieben den Rotwein durch Bouillon ersetzen. Statt Süsskartoffelstampf eignet sich auch ein herkömmlicher Kartoffelstampf als Topping.
Andrea Pistorius, Rezeptautorin
Wie jedes Jahr laden mein Mann und ich unsere Freunde wieder an Thanksgiving zum Essen ein. Auch wenn dieses Fest nicht zu unserer Kultur gehört, so schätzen wir es doch als ein grosses Dankeschön für die treue Freundschaft. Dieses Mal verzichten wir aber auf den traditionellen Truthahn, da wir uns die Vorbereitung etwas vereinfachen möchten. Stattdessen werden wir unseren Freunden einen Shepherd’s Pie servieren. Der lässt sich wunder bar vorbereiten. Ich verwende Rindfleisch, weil nicht alle Gäste Lammfleisch schätzen. Um dem Gericht noch eine herbstliche Note zu ver leihen, verfeinere ich die Sauce mit Steinpilzpulver. Die kräftigen Aromen der getrockneten Steinpilze sind auch für viele andere Saucen ein Geheimtipp. Mit einer feinen Kürbissuppe und e inem Chicoréesalat mit Nüssen als Vorspeisen und einer Marronimousse als Dessert wird niemand den Truthahn vermissen. MM
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MIGROS-WELT | MM47, 19.11.2018 77
Tierwelt
«Hunde wollen lernen»
Hundetrainerin Laure Knappe über ihre vierbeinigen Schüler, verblüffende Lernerfolge und Snacks als kleine Belohnung. Text: Michael West
Ich und mein Hund
Wie viele Hunde haben Sie schon ausgebildet? In meiner Schule im Zürcher Oberland habe ich schon weit über tausend Tiere trainiert. In Erinnerung bleiben mir vor allem einige Problemhunde, denen ich mit der Ausbildung helfen konnte und die grosse Fortschritte machten. Ebenso unvergesslich ist natürlich die Freude der Besitzer über den Lernerfolg.
Benjamin Böttcher (39) ist Bildredaktor beim Migros-Magazin und seit einem Jahr Hundebesitzer. «Früher konnte ich mit Haustieren wenig anfangen», gesteht er. «Heute gehört Chiggo ganz selbstverständlich zur Familie.» So heisst der Hund der russischen Rasse Bolonka Zwetna, den Ben von einer Kollegin übernommen hat.
Warum ist es nötig, Hunde zu erziehen? Weil folgsame Tiere schlicht mehr Freude am Leben haben. Denn der Besitzer kann ihnen mehr Freiheit lassen. Wenn sie über eine Wiese tollen oder mit an deren Hunden spielen, muss er sich keine Sorgen machen, weil er seinen Vierbeiner jederzeit zu sich rufen kann.
go. hosshund Chig her und sein Sc ttc Bö n Be or kt Bildreda
«Chiggo beruhigt mich»
Der vierjährige Chiggo bringt nur gerade vier Kilo auf die Waage, ist in der Hundewelt also ein Leichtgewicht. Doch das macht er mit unwiderstehlichem Charme wett. «Wenn er mich nach einem stressigen Bürotag aus seinen dunkelbraunen Augen ansieht, beruhige ich mich sofort», sagt Ben. Chiggo verstand sich auch auf Anhieb mit den beiden Kindern Mika (5) und Nele (9). Wenn der Bildexperte mit dem herzigen Vierbeiner Gassi geht, wird er oft von anderen Hundebesitzern auf das Tier an gesprochen: «Dank Chiggo wächst mein Bekanntenkreis ständig.» Fasziniert ist Ben von einer Eigenheit der russischen Hunderasse: «Ein Bolonka Zwetna wechselt im Lauf seines Lebens immer wieder die Fellfarbe. Als er zu uns kam, war er schwarz-weiss gefleckt, dann nur noch weiss, und jetzt bekommt er wieder schwarze Sprenkel.»
Macht es den Tieren Spass, wenn man ihnen etwas Neues beibringt? Viele Hunde wollen lernen. Sie haben Spass, wenn sie einen kleinen Trick zeigen können. Es nimmt auch fremden Leuten die Scheu vor einem Hund, wenn er auf Befehl des Besitzers Pfötchen gibt oder eine Rolle macht.
Belohnen Sie Ihre Hunde mit Futter, wenn sie bei der Dressur mitmachen? Ja, denn massvoll dosierte Snacks sind ein bewährtes Mittel, um Hunde zu motivieren. Man kann ihnen nach einem Lernerfolg auch mal den Lieblingsball zuwerfen und ein wenig mit ihnen spielen. Brauchen grosse und kleine Hunde verschiedene Arten von Futter? Es liegt auf der Hand, dass Tiere mit völlig unterschiedlichem Körperbau nicht das gleiche Futter benötigen. Es beginnt damit, dass ein zierlicher Chihuahua nicht gleich grosse Stücke kauen kann wie eine mächtige Deutsche Dogge. Ein Spezialfall sind Arbeitshunde wie Huskys, die Schlitten durch den Schnee ziehen. Sie brauchen eine besonders energiereiche Ernährung. Kann eigentlich jeder lernen, mit Hunden umzugehen? Manche Leute sind geborene Hundeführer, anderen fällt es etwas schwerer, mit den Tieren umzugehen. Aber lernen kann dies jeder Mensch, der motiviert ist und sein Tier mag. MM
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MIGROS-WELT | MM47, 19.11.2018 79
Migros-Kinderkonzerte
Christian Schenker Seit 1992 schreibt Christian Schenker Lieder für Kinder. Mit einem untrüglichen Sinn für alles, was die Kleinen beschäftigt, entführt er sie in verschiedene Welten. 2018 erschienen von ihm zwei neue Alben: «Chumm, mir boue e Isebahn» und «Gwunderfitz». Für die
Migros-Kinderkonzerte kommt Schenker am 15. Dezember um 14.30 und 17 Uhr ins Theater Arlecchino. Die Migros Basel verlost für das Konzert um 17 Uhr 5 × 2 Tickets. Teilnahme: E-Mail mit Stichwort «Schenker» bis 27.11. an verlosung@migrosbasel.ch
Ihre Region Neues aus der Genossenschaft Migros Basel
Ballett
«Nussknacker» In einem Vorort von London bereiten Clara und ihre Nachbarn das Weihnachtsfest vor. Trotz ihrer Armut träumen die Kinder vor dem Spielzeug laden davon, die herr lichen Spielsachen zu besitzen. Clara ist fasziniert von einem Nussknacker. Doch der menschenfeind liche Geldverleiher Scrooge, bei dem Claras Eltern Schulden haben, zerstört diesen Traum, indem er den Nussknacker zerbricht. Wieder daheim, passiert Scrooge etwas Unerwartetes, das ihn zur Besinnung bringt.
Theater
Alt trifft auf jung Das Fauteuil-Ensemble zeigt die Komödie «Jetzt oder nie!» von Stefan Vögel nach dem Stück «In alter Frische». Text: Moritz Weisskopf
D
ie Komödie «In alter Frische» ist ein schwungvolles Stück, in dem es um Statusdenken, die Verstrickung von persönlichen Vorurteilen und das Aufeinanderprallen unterschiedlicher Lebensstile geht. Der Autor Stefan Vögel hat sich einer Palette zwischenmenschlicher Kommunikation und innerer Auseinandersetzungen bedient und so ein Stück geschaffen, das für spritzige Unterhaltung mit realen Bezügen sorgt. Die Handlung spielt in einer Seniorenresidenz, in der vier individuelle Charakterköpfe eine Gemeinschaft darstellen. Das wöchentlich stattfindende TrivialPursuit-Spiel wird jedoch öfter zum spitzzüngigen Schlagabtausch.
Das Theater Fauteuil zeigt die Geschichte in einer Dialektfassung unter dem Titel «Jetzt oder nie!» noch bis 5. Januar. Urs Bihler schlüpft dabei in die Rolle des Eigenbrötlers und einstigen Direktors einer Eliteschule Leopold Vonder Mühll. Willi Schraner als pensionierter Drämmler Max Brogli, Urs Bosshardt als Ostschweizer Alfred Eberhard und Charlotte Heinimann als gutherzige Elisabeth Kerr komplettieren die Viererrunde. Als Gegenpol der Oldies gesellt sich aus finanzieller Not die junge Paula (Smadar Goldberger) zur Truppe. Die Erlebnisse der Schicksalsgemeinschaft berühren die Seele, erwärmen das Herz, strapazieren das Zwerchfell und sorgen für einen unterhaltsamen Theaterabend. MM
Aktion
Vergünstigte Tickets Für den 14. Dezember, 20 Uhr, gibt es Tickets zum ermässigten Preis: Kat. 1: Fr. 49.– statt Fr. 59.– Kat. 2: Fr. 37.– statt Fr. 49.– Kat. 3: Fr. 29.– statt Fr. 39.– Kat. 4: Fr. 25.– statt Fr. 30.– An den Vorverkaufsstellen Claramarkt, MParc Dreispitz
Youri Vámos verbindet in seinem Ballett, das vom 10. bis 13. Januar im Musical Theater aufgeführt wird, das Libretto des «Nussknackers» mit der Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens. Genossenschafter erhalten auf Tickets vom 11., 12. und 13. Januar 10 Franken Rabatt. Erhältlich an allen M-Vorverkaufsstellen.
80 MM47, 19.11.2018 | MIGROS-WELT Micasa
Ab ins Bett
Micasa bietet eine grosse Auswahl an Betten an. Jasmin Schnell vom MParc Dreispitz weiss über die neuesten Trends Bescheid und findet für jeden Kunden die richtige Unterlage. Text und Bilder: Moritz Weisskopf
Aktion! 4-Saison-Duvet von Manu Fr. 74.– statt 149.–
Die Hasena-Betten kann man sich nach Lust und Laune selbst zusammenstellen.
S
chlafen ist so wichtig wie Trinken und Essen, auch wenn sich das Bedürfnis mit dem Älterwerden ändert. Dauerhafter Schlafmangel senkt bekanntlich die körperliche sowie die geistige Leistungsfähigkeit und schadet dem Immunsystem. In der heutigen ohnehin knapp bemessenen Zeit ist Schlaf zum Luxusgut geworden. Deswegen spielen das Schlafzimmer und seine Ausstattung eine immer wichtigere Rolle bei der Gestaltung der eigenen vier Wände. Es muss viele An forderungen erfüllen: Kreativ inszeniert, vielseitig, gemütlich, umweltfreundlich und optisch ansprechend soll es sein. Das richti ge Bett zu finden, fällt da vielen nicht leicht. Zum Glück gibt es Personen wie Jasmin Schnell. Seit zehn Jahren arbeitet die Detail handelsfachfrau Textilien in der Micasa im
27.11. bis 10.12
MParc Dreispitz. Aus über 30 verschiedenen im Laden ausgestellten Betten und einem Vielfachen an Matratzen, Decken und Kissen, findet sie für jede Kundin und jeden Kunden das richtige Bett. «Ein Drittel des Lebens verbringt man im Bett. Deswegen ist es wichtig, dass man sich dort auch richtig wohlfühlt», sagt Jasmin Schnell. Besonders jetzt im Winter verbringt man mehr Zeit im Bett, ist es doch der Ort, an den man sich in langen, kalten Nächten gern zurückzieht. Tief ist out, hoch ist in
Wie in vielen anderen Bereichen, gibt es auch bei den Betten immer wieder neue Trends. «Niedrige Betten sind nicht mehr so beliebt, da man daraus nicht so gut aufste hen kann. Auch Betten mit breiten Holz verstrebungen sind weniger gefragt. Das ist
zu einem Grossteil den kleiner werdenden Wohnungen geschuldet, hat aber auch damit zu tun, dass die Kundschaft langfristig plant und so vermehrt Betten kauft, die zu ver schiedenen Möbeln passen», erklärt Jasmin Schnell. Ein weiterer Trend, der immer mehr aufkommt sind Boxspringbetten. Das Boxspringbett ist ein Schlafsystem mit einem dreiteiligen Aufbau: Die Basis des Betts bildet die Unterfederung. Die Box spring-Untermatratze wird anstelle des Lat tenrosts verwendet und ist mit ihrem Feder kern flexibler. Darüber liegt für die Oberma tratze und obendrauf ein Topper, meist aus Kaltschaum, der sich dem Körper besonders gut anpasst und so für einen besseren Schlafkomfort sorgt. Einst fast nur in Hotels anzutreffen, stehen Boxspringbetten zu nehmend auch in privaten Schlafzimmern.
MIGROS-WELT | MM47, 19.11.2018 81
«Der Mensch verbringt in einem durchschnittlichen Leben rund sechs Jahre mit Träumen.»
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Konzert
Das Christmas Tattoo ist zurück
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1+2 So kann man unter anderem auch den Stoff auswählen. 3 Auch an fantasievollen Kinderbetten mangelt es nicht. 4 Jasmin Schnell hat sich das Ziel gesetzt, für jeden Kunden das richtige Bett zu finden. 5 Das Boxspringbett sorgt für optimalen Schlafkomfort.
Das habe auch mit dem Preis zu tun. «Box springbetten sind inzwischen erschwing licher», sagt Jasmin Schnell, «Im ersten Moment erschrickt man vielleicht über den Preis, aber man muss sehen, dass ‹normale› Betten etwa gleich teuer sind, sofern man die Preise für die Matratze und den Latten rost dazurechnet.» Modular und verspielt
Trotz der vielen Vorteile eines Boxspring betts ist Jasmin Schnell ein Fan der Hase na-Betten. «Das grosse Plus ist – neben dem qualitativ hochwertigen Material –, dass Hasena Betten sehr modular sind», sagt die 25-Jährige. So kann sich die Kund schaft im Laden das Material, die Längen und Breiten, die Füsse und das Kopfteil nach Lust und Laune zusammenstellen.
Unabhängig davon sei es gut, wenn man beim Bettenkauf den Weg in ein Geschäft auf sich nimmt und nicht einfach online et was bestellt. «Es gibt verschiedene Härte grade für jeden Schlaftyp, da lohnt es sich, die Matratze zu testen, bevor man sie kauft», sagt Jasmin Schnell. Sollte man dennoch feststellen, dass die Matratze nicht die richtige sei, gebe es ein Rückgabe recht von 90 Tagen. Und wenn man schon vor Ort ist, sollte man es sich auch nicht nehmen lassen, bei den Kinderbetten vor beizuschauen, denn auch dort gibt es inte ressante Modelle. Zum Beispiel eins, bei dem man die Höhe nach Belieben verstel len und es so von einem normalen in ein Hochbett verwandeln kann. Oder eins im Stil eines Baumhauses – da wünscht man sich, gleich wieder Kind zu sein. MM
Nach einer Unterbrechung von vier Jahren kommt das Christmas Tattoo zurück und präsentiert mit «Santas Weihnachtsfeier» ein Programm auf allerhöchstem Niveau. Vom 14. bis 16. Dezember empfängt Santa seine Gäste zur grossen Weihnachtsfeier am Christmas Tattoo. Unter ihnen 100 Dudelsackspieler und Trommler, eine königliche Formation und ein internationaler Chor. Mit dabei sind unter anderem die zum Jugend-Weltmeister gekürte schottische Formation Dollar Academy Pipe Band, die leichtfüssigen Ailsa Craig Highland Dancers oder die Band of Her Majesty’s Royal Marines. Mit dem Musikverein Bubendorf und den Nachtfaltern aus Pratteln sind auch zwei ausgezeichnete Blasmusikformationen aus der Region vertreten. Insgesamt sorgen 700 Mitwirkende vor einer märchenhaften Kulisse für eine fantastische Weihnachtsstimmung in der St. Jakobshalle Basel. Die Migros Basel verlost für die Auf führung am 14. Dezember, 14.30 Uhr, 5 × 2 Tickets. Teilnahme: E-Mail mit Stichwort «Christmas» und Postadresse bis 27. 11. an verlosung@migrosbasel.ch
Verlosung 5 × 2 Tickets für die Aufführung am 14. Dezember, 14.30 Uhr, zu gewinnen
Weihnachtsstimmung in einer märchenhaften Kulisse
Fondue aus dem Baselbiet von der Regio Molkerei beider Basel aus Frenkendorf
Das Baselbieter Fondue besteht aus drei Käsespezialitäten, die in Frenkendorf (BL) gereift sind.
Martin Ineichen verarbeitet die Baselbieter Sorten «mild», «surchoix» und «Raclette» zu einer ausgewogenen Fonduemischung.
Zusammen mit Baselbieter Riesling, Kirsch aus Reigoldswil (BL) und Gewürzen wird die Käsemischung in Frischhaltebeutel gefüllt.
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Martin Ineichen übergibt das fixfertige Baselbieter Fondue «Aus der Region.» an Luan Tahiraj, Filialleiter Migros Sissach.
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Perlen des Nordens
Kopenhagen Kopenhagen –– Stockholm Stockholm –– Helsinki Helsinki –– Oslo Oslo 1. Tag Schweiz – Hannover Anreise in die bekannte Messestadt Hannover. 2. Tag Hannover – Kopenhagen – Lund Reise nach Puttgarden zur Überfahrt nach Dänemark. Durch Lolland und Falster erreichen wir Kopenhagen. Auf einer Stadtrundfahrt lernen wir die Sehenswürdigkeiten der dänischen Hauptstadt näher kennen. Am Abend erleben wir die spektakuläre Fahrt über die Oeresundbrücke. 3. Tag Lund – Südschweden – Stockholm Wir durchfahren das von unzähligen Seen geschmückte Südschweden. Vielen wird diese idyllische Gegend bekannt vorkommen, spielen doch hier viele der populären Inga Lindström-Filme. Nach Besuchen im beliebten Ferienort Gränna und im Freilichtmuseum von Gamla Linköping erreichen wir am Abend Stockholm.
4. Tag Stockholm Nach kurzer Fahrt erreichen wir das Zentrum von Stockholm, der grössten Stadt Nordeuropas. Nach einer Stadtrundfahrt bleibt noch viel Zeit, die schwedische Hauptstadt auf eigene Faust zu erkunden, bevor wir dann unsere Kabinen auf einem modernen Fährschiff beziehen.
5. Tag Turku – Helsinki Am Morgen legt das Schiff in Turku an. Nach einer kurzweiligen Fahrt durch Südfinnland erreichen wir Helsinki. Auf einer Stadtrundfahrt zeigt man uns die Sehenswürdigkeiten der finnischen Hauptstadt. Danach bleibt auch genügend Zeit für eigenen Entdeckungen. Abends Einschiffung zur Überfahrt nach Schweden. 6. Tag Stockholm – Örebro – Oslo Nach der Ausschiffung Fahrt ins malerische Mariefred, wo auch das berühmte Schloss Gripsholm steht. Durch das Södermanland erreichen wir Örebro mit seinem beeindruckenden Renaissance-Schloss. Am Nachmittag Weiterfahrt entlang dem Vänernsee, dem grössten See Schwedens, und über Karlstad in den Raum Oslo. 7. Tag Oslo Nach dem Frühstück werden wir zur Stadtrundfahrt erwartet. Natürlich darf dabei ein Besuch des Holmenkollen-Gebiets ebenso wenig fehlen, wie ein Spaziergang durch den berühmten Vigelandspark. Auch für eigene Erkundungen und Besichtigungen ist genügend Zeit. Am Abend beziehen wir die Kabinen auf einem Fährschiff und geniessen dann die Fahrt durch den grandiosen Oslo-Fjord. 8. Tag Frederikshavn – Hannover Am Morgen legt das Schiff in Dänemark an. Wir durchfahren nun die Halbinsel Jütland und Schleswig Holstein, das nördlichste Bundesland Deutschlands und erreichen vorbei an Kiel und Hamburg erneut Hannover. 9. Tag Hannover – Schweiz Rückreise in die Schweiz.
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Reisedaten 2019 14. – 22. Juni 29. Juni – 07. Juli 06. – 14. Juli 20. – 28. Juli
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5 Übernachtungen in guten Mittelklassehotels
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Alle Zimmer mit Bad oder Dusche/WC
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Halbpension in den Hotels (während der Fährüberfahrten ist das Skandinavische Frühstücksbuffet inbegriffen)
•
Geführte Stadtbesichtigung in Kopenhagen
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Geführte Stadtbesichtigung in Stockholm
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Geführte Stadtbesichtigung in Oslo
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•
Annullationsschutz Fr. 36.–
Einzelzimmer-/Einzelkabinenzuschlag Fr. 450.–
Abfahrtsorte Zürich, Bern, Olten, Basel, Luzern
Leben MM47
Umfrage
Wie oft putzen Ihre Kinder die Zähne? Morgens und abends
48 %
1, 2 oder 3?
Monica Müller (44) hat zwei B uben, einen Mann, einen Job, einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.
Der Kleine (3) hat einen eigenwilligen Stil. Noch immer trägt er sein geliebtes Brasilien-Fussballtrikot einfach über Leggings, Jeans und Pullis. Er komponiert seinen Look selbst und kommt sehr farbenfroh daher. Auf seinen Leggings tummeln sich Krokodile, MinionsFlicken halten seine Jeans zusammen, und auf seinen Pullis trifft sich halb Entenhausen. Diese Freude an Farben legt er beim Malen seltsamerweise ab: Sitzt er mit Pinsel bewaffnet vor einem Malkasten, tunkt er den Pinsel nur ins schwarze Töpfchen. «Nimm doch mal etwas Blau oder Gelb», schlage ich vor. Er schüttelt energisch den Kopf und sagt: «Ich male nur Blak.» «Meinst du ‹black›, das englische Wort für Schwarz?», frage ich irritiert. «Ich sage dem Blak», antwortet er, den Blick verloren im schwarzen Gekritzel. Und jetzt? 1 Ich kleide ihn ganz dezent, zum Beispiel in Beige – vielleicht malt er dann farbig? 2 Ich fördere seine künstlerische Ader, stelle eine Staffelei in sein Zimmer und ganz viele Farbtöpfe mit verschiedenen Nuancen von Schwarz. 3 Ich lasse ihn walten, verstecke die Bilder aber, wenn Besuch kommt.
38 %
Ein Mal täglich, dafür richtig gründlich
11 %
Erwischt! Ehrlich gesagt, (noch) nicht ganz so regelmässig
3 % 328 Abstimmende
Eine Umfrage von
Antwort 3: Irgendwie finde ich seine düstere Farbwahl etwas gespenstisch, und ich fürchte, andere könnten die falschen Rückschlüsse auf sein Innenleben ziehen.
Illustration: Lisa Rock, Bild: René Ruis
Er malt nur «Blak»
Mindestens drei Mal täglich, sicher aber nach jeder Hauptmahlzeit
86 MM47, 19.11.2018 | LEBEN
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Der pädagogisch Unkorrekte Lustige Kleinigkeiten und viel buntes Geschenkpapier sind nicht Ihr Ding. Ebenso wenig von langer Hand geplante gemeinsame Aktivi täten. Am liebsten würden Sie die Vorweihnachtszeit ignorieren, doch die Kinder freuen sich so darauf. Kaufen Sie einen Schokolade-Kalender! Das Prinzip ist wunderbar einfach und erst noch sehr beliebt. Und das Beste: Der Inhalt verschwindet immer sofort, nirgends türmen sich Plastikdinger.
Der Pragmatische Sie sind etwas spät dran und strotzen nicht vor Ideen. Kaufen Sie einen «Cars»-, «Frozen»- oder «Minions»-Kalender. Reissen Sie alle «Gschänkli» aus dem Karton und treffen Sie eine Auswahl für Ihr Kind. In die nun leeren Päckli verpacken Sie, was Ihr Kind derzeit glücklich macht (Pokémon- Karten?) oder braucht (Zahnbürste?). Mit den aussortierten Klebern, Schuhbändeln und Schlüsselanhängern verzieren Sie die Weihnachtsgeschenke Ihrer Gottenkinder.
Der Bequeme Sie sind sehr spät dran, haben keine Ideen und null Ehrgeiz, sich selbst in das Projekt einzubringen. Kaufen Sie einen der vielen fixfertigen Kalender, das Angebot ist breit und bei der Zielkundschaft beliebt: Stecken die Kinder in der Bauphase, empfehlen sich Lego- oder Playmobil-Figuren. Tauchen Sie gerne in Geschichten ab, ein Kalender mit 24 Pixi- Büchlein oder ein Adventsbuch mit 24 Kapiteln.
Adventskalender
Türöffner zum Fest Wertvolle Geschenkchen, praktische Dinge oder spezielle Gesten: Jeder geht den Adventskalender anders an. Wir stellen acht Typen vor – zu welchem zählen Sie? Text: Monica Müller Illustration: Corina Vögele
Der Liebevolle Sie sammeln das ganze Jahr aufmerksam Kleinigkeiten, die Ihren Kindern gefallen. Im Museumshop beschatten Sie die Liebsten, beobachten, was sie in die Hände nehmen und ungern zurücklegen. Heimlich kaufen Sie die Dinosaurier-Tattoos und den Mammutgummi. Bis Mitte November haben Sie locker 24 Geschenke für jedes Kind, allesamt hübsch verpackt.
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LEBEN | MM47, 19.11.2018 87
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Der Rezyklierende Ihre Kinder pflegen die sorgfältig eingepackten Geschenke in weniger als drei Sekunden aufzureissen und sich nicht sonderlich für den Inhalt zu interessieren. Profitieren Sie davon, dass die Kleinen die Übersicht über ihre Spielsachen längst verloren haben. Suchen Sie im Gewühl nach den vergessenen Schätzen und packen Sie diese erneut ein – mit glitzerndem Weihnachtsoder dem bereits benutzten Papier vom Geburtstag.
Der Solidarische
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Sie finden es falsch, Kinder unnötig zu verwöhnen und ins Zentrum zu stellen. Und Sie werden auch gerne mal selbst beschenkt. Warum nicht jeden in die Pflicht nehmen? Teilen Sie die Anzahl Tage bis Weihnachten durch die Zahl der Familienmit glieder. So viele Geschenke muss jeder beschaffen oder basteln und einpacken. Um den Überraschungsfaktor gross zu halten, darf jeder an ebenso vielen Tagen irgendein Päckli auspacken …
Der pädagogisch Korrekte
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Der Soziale Die Materialschlacht an den Festtagen ist Ihnen ein Gräuel, und doch machen Sie Ihren Liebsten gerne eine Freude. Warum nicht Gutscheine aushecken, die glücklich machen? Schreiben Sie in Ihrer schönsten Schrift Versprechen für gemeinsame Momente auf: Marroni essen, Kerzen ziehen, warme Schoggi im Lieblingskafi trinken, ins Schaumbad eintauchen oder einen Überraschungs-Zvieri für Freunde organisieren.
Für Sie soll die besinnliche Vorweihnachtszeit erlebbar werden und nichts mit Konsum zu tun haben? Gehen Sie alle zusammen in den Wald, sammeln Sie Äste und Tannenzapfen. Damit bauen Sie eine kleine Wald ecke in Ihrem Wohnzimmer, auf der etwas Wattenschnee liegt. An jedem Tag taucht nun ein neues Waldtier im Miniformat auf. Die Kinder zählen statt Tage Tiere und wissen mit den Jahren, dass gleich nach dem Hirsch Zeit für die Bescherung ist.
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Veränderung im Vorjahr in %
Migros Bank
Der Wirtschaftsmotor läuft auch dank Sport-Grossanlässen rund Die Schweizer Volkswirtschaft entwickelt sich prächtig – getragen von der robusten Weltwirtschaft, der intakten Binnenkonjunktur und dem etwas schwächeren Franken. Nach Einschätzung der Migros Bank wird das reale Bruttoinlandprodukt (BIP) 2019 im Jahresvergleich um drei Prozent zulegen. Damit wächst die Schweizer Wirtschaftsleistung so kräftig wie schon lange nicht mehr. Die gute Wirtschaftsstimmung spiegelt sich auch im Arbeitsmarkt: So haben die Unternehmen die Zahl der Beschäftigten auf Vollzeitstellen hochgerechnet im Jahresverlauf bereits um 1,9 Prozent erhöht.
Thomas Pentsy ist Markt- und Produktanalyst bei der Migros Bank.
Das kräftige Wachstum der Wirt schaft im Inland beruht teilweise auf positiven Sondereffekten. Weil wichtige internationale Sportver bände hierzulande domiziliert sind, profitiert das BIP von den Lizenz einnahmen des Weltfussballverban des FIFA und des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Ins gesamt führen Lizenzeinnahmen von FIFA und IOC dank der Fussball-WM und der Olympischen Winterspiele 2018 zu einem um knapp 0,3 Prozent punkte höheren BIP-Wachstum. Ein
Das Schweizer Wirtschaftswachstum schwächt sich 2019 ab 2018 2019
Importe Exporte Ausrüstungsinvestitionen Bauinvestitionen Öffentlicher Konsum Privater Konsum BIP -1 0 1 2 Veränderung zum Vorjahr in Prozent
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Quelle: BAK Economics
Wachstumsimpuls, der sich im nächs ten Jahr aber nicht wiederholen wird. Daher ist absehbar, dass 2019 die Dynamik etwas abflachen wird. Mit einem BIP-Zuwachs von voraussicht lich 1,6 Prozent wird die Schweizer Wirtschaft ihren Wachstumskurs etwas gebremst jedoch fortsetzen. Für die Normalisierung des Wachs tumstempos sind mehrere Gründe verantwortlich. Insbesondere der Rückenwind aus dem internationalen Umfeld wird nachlassen. In der EU
hat die Wachstumsverlangsamung wegen politischer Unsicherheiten – vorab italienische Schulden und Eng lands Brexit –, der Kapazitätseng pässe und des ansteigenden Ölpreises bereits eingesetzt. In den USA dürfte die Abschwächung 2019 erfolgen: Der US-Konjunkturzyklus ist weit fort geschritten, das Ende ist wie auch eine weitere Straffung der Geldpolitik absehbar. Es ist auch mit weniger Wachstumsimpulsen aus Schwellen ländern zu rechnen. MM Die Migros Bank berät Sie zu Anlagethemen.
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LEBEN | MM47, 19.11.2018 91
Stadt, Land, Stutz
Ich kratze an den Wolken
Illustration: Rinah Lang
«Wolkenkratzer» ist eins meiner Lieblingswörter. Ich stelle mir vor, wie die hohen Gebäude ihre Finger ausstrecken und die Wolken dort kratzen, wo sie selber nicht hin kommen. Die Wolken seufzen wohlig. Auf dem Land gibt es keine Hochhäuser. Da gibt es höchstens Blöcke, in denen die ganzen Neuzuzüger wohnen oder die ärmeren Fami lien. Ich habe mal gehört, dass früher immer die Kirche das höchste Gebäude im Dorf war; am Kirchturm konnte man sich orientieren.
Lisa Stutz (25) sucht die Balance zwischen urban und ländlich. Und pickt von beidem das Beste heraus.
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Orientierungsschwierigkeiten hatte ich, als ich in der Stadt meine neue Stelle antrat. Das war vor über einem Jahr. Wie komme ich aus dem Hauptbahnhof raus? Tram 13, 17 oder 5? Und welcher Eingang ist der richtige? Doch weil meine neue Arbeitgeberin die Migros ist, konnte ich mich schnell an mei nem ganz persönlichen Kirchturm orientie ren: Direkt am Limmatplatz in Zürich steht
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der stolze Hauptsitz mit 21 Stockwerken. Nach einigen Monaten in bescheideneren Höhen arbeite ich seit Neuestem im 18. Stock. Hier oben, ich sags Ihnen, hat man eine andere Sicht auf die Welt, äh, auf Zürich – aber das macht für die Zürcher ja eh keinen Unter schied. Auf der einen Seite der Prime Tower auf Augenhöhe, auf der anderen wirken Alt stadt und See wie im Swissminiatur. Jeden Tag stehen wir am Fenster und staunen. (Keine Angst, Chefs, wir stehen da nicht zu lange!) Aber sogar in unseren Computerbild schirmen widerspiegelt sich das Panorama. Die Höhe meines Arbeitsplatzes nervt mich nur morgens und abends, wenn ich im Lift stehe: Alle paar Sekunden stoppt er, und je mand steigt zu oder aus. «Hallo – adieu – en Schöne!» Wir beten die leeren Worte Stock werk für Stockwerk runter. Und das in einem Haus, das nach den Wolken greift. MM
92 MM47, 19.11.2018 | LEBEN
Kinder
Die mit den orangen Zähnen Sie zählt zu den eher unbekannten Tieren hierzulande, und viele verwechseln sie mit der Ratte oder dem Biber: die Nutria, auch Biberratte oder Sumpfbiber genannt. Ursprünglich stammt sie aus Südamerika. Text: Andrea Fischer Schulthess Illustration: bunterhund.ch
Feinde
Weil sie ursprünglich keine einheimische Art ist, hat die Nutria bei uns eigentlich kaum natürliche Feinde. Aber einige Raubtiere, etwa der Fuchs, jagen sie trotzdem.
Der grösste Feind aber ist der Mensch: Er bejagt die Nutrias – auch um dafür zu sorgen, dass es nicht zu viele davon gibt.
Ein weiteres Problem ist das Klima: Im Winter ist es den Nutrias oft zu kalt, sodass sie ums Überleben kämpfen müssen. Weitere Infos: zoobasel.ch
Obwohl N utrias sehr zutraulich werden können, sollte man sie nicht füttern.
Nutrias sind Nagetiere und sehen ähnlich aus wie Biber. Und sie sind wirklich gross: Allein ihr Körper kann etwa so lang werden wie der Arm eines erwachsenen Menschen. Hinzu kommt ein Schwanz von etwa 40 Zentimetern Länge. Daran kann man die Tiere auch unterscheiden: Bei Nutrias ist der Schwanz rund, bei Bibern flach.
Nutrias stammen aus Südamerika und kommen bei uns deshalb vor, weil man sie wegen ihres dicken Fells für die Pelzzucht nach Europa geholt hat. Sie sind Vegetarier und haben geschickte kleine Vorderpfoten und lange, orangefarbene Nagezähne. Sie leben zu zweit oder in Gruppen in Parks mit Weihern oder an Flüssen und Bächen. In der Dämmerung
lassen sie sich am besten beobachten, denn sie sind nachtaktiv. Im Zoo Basel gibt es ein Nutria gehege. Mit etwas Glück beobachtet man vielleicht, wie kleine Nutrias schwimmend bei ihrer Mutter Milch trinken. Die Zitzen befinden sich nämlich so weit oben, dass die Kleinen dafür nicht abtauchen müssen. MM
?
LEBEN | MM47, 19.11.2018 93
Kinder fragen
Was ist
das Heisseste das auf der Welt? Jonas (4), Gossau SG
Eine interessante Frage. Aber sie lässt sich nicht ganz einfach beantworten. Zunächst muss man klären, was mit «die Welt» gemeint ist. Für den einen ist es die Oberfläche der Erde, für andere umfasst es die ganze Erde von der Oberfläche bis tief in die Mitte der Erdkugel. Man kann aber auch unser Sonnensystem oder sogar das Universum mit seinen vielen Sternen dazuzählen. Es gibt auf diese Frage also verschiedene Antworten, je nachdem, was man zur «Welt» zählt:
Der heisseste Ort auf der Erdoberfläche liegt im Tal des Todes in Nevada, USA. Im Sommer 1913 wurden dort 56,7 Grad Celsius gemessen – im Durchschnitt ist es im Sommer 47 Grad heiss. Ein Mensch kann bei diesen Temperaturen nur knapp überleben. Noch viel heisser ist Lava, also geschmolzenes Gestein, das Vulkane ausspucken. Lava ist etwa 1200 Grad heiss und kommt aus dem Erdinneren, wo es noch heisser ist. In der Mitte der Erde,
Hast du auch eine Frage?
in 6370 Kilometern Tiefe, misst man ungefähr 5000 Grad.
Schreib an: kinderfragen@ migrosmedien.ch
Unerträglich heiss aber ist die Sonne: Auf ihrer Oberfläche sind Temperaturen von fünf Millionen Grad üblich, und in ihrem Inneren kann es sogar bis zu 15 Millionen Grad heiss werden. Die Sonne ist aber nur ein durchschnittlich grosser Stern. Es gibt Sterne, die tausend Mal grösser sind – und auch besonders heiss: In ihrem Inneren kann es zehn Milliarden Grad heiss sein. MM
Es antwortet: Klaus Mezger, Professor für Geochemie und Dozent an der Kinderuni Bern; kinderuni.unibe.ch
Ui, das sind aber viele Zahlen. Erkennst du die Logik der folgenden Zahlenreihen? Hilf Tobi, sie fortzusetzen!
Rätse lspass AUF DIE PISTE, FERTIG, LOS! Findest du heraus, was die Symbole bedeuten? Setze die richtigen Buchstaben unten ein, und du errätst das Lösungswort!
A B
2 H Ski abstellen verboten P Helikopter-Landeplatz N Vorsicht Kreuzung
4
5
7
8
E Anlauf nehmen zum Absprung A Schaukeln verboten K Sessellift für 2 Personen
Lösungswort: 1
2
3
4
D
6
8 10 12 14 ?
10 9
8
7
3
9 12 15 18 21 ?
6
6
5
O 1.-Hilfe-Posten T Apotheke G Rote Piste
9
R Pisten-Absperrung L Hindernisse auf der Piste S Vorsicht Skirennen 5
C
6
7
8
9
M Slalom fahren D Vorsicht Engpass A Schneebar
?
4
6
B Vorsicht Pistenfahrzeug K Unpräparierte Piste A Abschleppdienst
F Blumen pflücken verboten Z Pisten-Abzweigung W Vorsicht Schnee-/Eisglätte
O Fahrverbot B Vorsicht Nebel U Restaurant
7 4
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Lösung: SNOWBOARD
D Empfohlene Abfahrt S Wald- und Wildschutzzone L Vorsicht Jagdgebiet
3
2
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LEBEN | MM47, 19.11.2018 95
Drei Mal pro Woche
mindestens 40 Minuten joggen, Nordic Walking oder ein anderes Ausdauer training in einer angenehmen Intensität betreiben: Das macht nicht nur Muskeln, Herz und Kreislauf fitter, sondern auch das Immunsystem. Auch zwei bis drei Saunabesuche pro Monat stärken die Abwehrkräfte. Idealerweise beginnt man damit bereits vor der Erkältungssaison. Jetzt auf iMpuls
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Gesundheit
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Erkältungen sind eine lästige und oft langwierige Sache. Besser, man beugt einer Infektion vor. Text: André Dietschi iMpuls ist die Gesundheits initiative der Migros.
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Mehr als 50 % André Dietschi, Medizinischer Leiter Medbase Diepoldsau und Heerbrugg, Facharzt für Allgemein- und Sportmedizin SGS In Zusammenarbeit mit
der Erkältungen werden nicht über eine Tröpfcheninfektion übertragen, sondern über die Hände. Deshalb ist regelmässiges Händewaschen wichtig. Zum Beispiel nach dem Anfassen von Rolltreppen geländern oder dem Aufenthalt in öffentlichen Räumen.
der Fälle sind Viren schuld am Infekt. Da Antibiotika nicht gegen Viren helfen, sind sie bei Erkältungen nur selten von Nutzen. Beim Auskurieren einer Erkältung ist vor allem Geduld gefragt.
Extra Vitamine
sind bei vernünftiger E rnährung unnötig – mit zwei Ausnahmen: Ältere Menschen und chronisch Kranke ernähren sich nicht immer ausgewogen. Deshalb benötigen sie manchmal zu sätzlich Vitamine, Mineralstoffe, Eiweiss oder andere Nahrungsergänzungen.
Drei Mal täglich
mit etwas Wasser gurgeln kann schon helfen, dass in den Mund geratene Erreger sich nicht in der Schleimhaut fest setzen. So erschwert man es Viren, sich im Rachen zu vermehren. Genügend Schlaf, wenig Alkohol, eine gute Dosis Sonnenlicht und ein Rauch stopp tun das Übrige.
Die Grippeimpfung
vor dem eigent lichen Ausbruch der Erkrankung werden Grippe viren ausge schieden und weiterverbreitet. Deshalb ist es eine gute Idee, zu Fuss zu gehen, statt in einen überfüllten Bus zu steigen. Man senkt damit die Wahrscheinlichkeit, von erkälteten Mitreisenden angesteckt zu werden. Überall, wo sich viele Menschen auf halten, steigt das Risiko, sich anzustecken. Denn es ist nicht auf den e rsten Blick erkennbar, ob jemand ansteckend ist.
im Herbst kann vor der Grippe schützen, verhindert aber keine Infektionen mit anderen Erkältungsviren, von denen es Hunderte gibt.
96 MM47, 19.11.2018 | LEBEN Digital
Diese Begleitung stört nie Nur das Infotainment-System ist im Auto meist noch träge, kompliziert und eingeschränkt in der Bedienung. Es gibt jedoch Abhilfe – und zwar in Form von Carplay und Android Auto. Text: Philipp Rüegg
adurch für weniger Ablenkung d vom Verkehr sorgen. Das Android-System wie auch die Carplay-Variante lassen sich auf drei Arten nutzen: In ganz neuen Autos ersetzen sie öfters bereits das Info tainment-System des jeweiligen Modells. In den anderen zwei Fällen wird ein kompatibles Smartphone benötigt. Bei den Fahrzeugen, die Carplay oder Android Auto unterstüt zen, verbindet man das Smartphone wireless oder per USB-Kabel mit dem Infotainment-System. Danach kann man die Dienste mit dem
Touchscreen oder über das Lenkrad steuern. Der Handybildschirm wird dabei mehr oder weniger gespiegelt. Möchte man auf die autotechnischen Funktionen wie zum Beispiel die Traktionskontrolle zugreifen, muss man wieder auf das Infotainment system des Autos zurückwechseln. Lohnt sich das Nachrüsten?
Da nur moderne Autos – bei den meisten Herstellern ab 2016 – die Software von Apple und Google unterstützen, werden die meisten auf die Nutzung am Smartphone
Bild:Volvo Cars
G
oogle und Apple setzen mit ihrer Autosoftware auf Intuition. Da sich die Benutzeroberfläche von Carplay und Android Auto an jener des Smartphones orientiert, findet man sich schnell zurecht. Alle wich tigen Funktionen wie Musik, Tele fonieren, Navigieren mit Google Maps und Benachrichtigungen ste hen zur Verfügung und können über Sprachassistenten bedient werden. Mit Carplay und Android Auto befindet man sich in der gewohnten Handy-Umgebung, beide sollen
Der Menübild schirm hilft bei der App Steuerung.
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LEBEN | MM47, 19.11.2018 97
a usweichen. Dort werden gewünschte Apps gestartet, um danach von der auf geräumten Oberfläche mit den grösseren Symbolen zu profitieren. Mit der Carplayoder Android-Auto-App lässt sich das Handy beim Fahren leichter bedienen als sonst. Wer will, kann die Apps so einrich ten, dass sie automatisch aufstarten, wenn sich das Handy mit dem Auto verbindet. Wer ein älteres Fahrzeug besitzt und die Google- oder Apple-Software nicht am Handy nutzen möchte, kann theoretisch seine Infotainment-Konsole austauschen. Am besten fragt man bei der Garage nach, ob das möglich ist. Bei Fahrzeugen, die älter als zehn Jahre alt sind, stehen die Chancen aber schlecht. Zudem kostet das Nachrüsten schnell über 1000 Franken. Egal, wie Carplay oder Android Auto zum Einsatz kommen: Beide bieten im Vergleich zu integrierten Autoradios viele Vorteile – in Sachen Funktionalität sowie in der Bedienung. Und das Beste d aran ist: Jeder kann sie nutzen. MM
App-Tipp
ParKing Haben Sie schon wieder ver gessen, wo Ihr Auto steht? Apps wie ParKing helfen auch, den abgestellten Wagen gleich wiederzufinden. Dafür wird er auf der Karte markiert. Wer Google Maps benutzt, kann aber auf der Karte auch einfach den blauen Punkt anklicken und seinen Parkplatz so speichern. Zur Google-App: migmag.ch/parking
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4. Tag, Samstag 20. April 2019 - Turku – Helsinki – Turku – Fähre Ausschiffung in Turku. Von hier geht es für eine Stippvisite in die finnische Hauptstadt Helsinki, wo wir zu einer eindrücklichen Stadtführung erwartet werden. Die Hauptstadt steht für nordische Lebensweise mit einem Hauch von Mystik und erwartet uns mit vielen tollen Sehenswürdigkeiten. Abends wieder Einschiffung in Turku zur Rückfahrt nach Schweden. Übernachtung an Bord.
Ihnen die Höhepunkte, wozu u.a. das Rathaus, der Vigeland-Park, das königliche Schloss oder die neue Skisprungschanze auf dem Holmenkollen gehören. Übernachtung in Oslo.
5. Tag, Sonntag 21. April 2019 – Stockholm – Karlstadt Nach der Ausschiffung empfängt uns Stockholm mit seiner vollen Pracht. Verteilt auf 14 Inseln, bietet die Stadt ihren Besuchern zahlreiche eindrucksvolle Bauten, interessante Museen und eine wunderschöne Altstadt. Freuen Sie sich auf eine spannende Stadtführung. Danach Weiterfahrt nach Karlstadt und Übernachtung.
8. Tag, Mittwoch 24. April 2019 – Frederikshavn – Hannover Am frühen Morgen legt das Schiff in Frederikshavn an. Hier gibt es eine der längsten Fußgängerzonen und den einzigen Palmen-Strand Dänemarks. Durch die flachen Landschaften des Nordens reisen wir weiter nach Hannover zur Zwischenübernachtung.
6. Tag, Montag 22. April 2019 – Karlstadt - Oslo Durch zauberhafte Landschaften mit vielen Seen erreichen wir gegen Mittag Oslo, die norwegische Hauptstadt, die wunderschön am Oslofjord, umgeben von bewaldeten Höhen liegt. Wir unternehmen eine interessante Stadtführung und zeigen
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7. Tag, Dienstag 23. April 2019 – Freizeit – Fähre Der heutige Tag bleibt für eigene Entdeckungstouren zur freien Verfügung. Am Abend heisst es «Leinen los» - das Schiff Stena Saga legt in Richtung Norddänemark ab. Übernachtung an Bord.
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Mo - Fr: 09.00 - 18.00 Uhr
suchte ist der Kauppatori im südlichen Teil der Stadt. Tag 7 - Tag 8 Stockholm (Schweden) Ankunft um 11.00. Nicht ohne Grund wird Stockholm auch „Die Schöne auf dem Wasser“ genannt. Die Hauptstadt Schwedens und Residenz des Königspaares wurde auf 14 Felseninseln erbaut und liegt malerisch zwischen Ostsee und Mälarsee, umgeben von dem Schärengarten mit seinen 30‘000 kleinen Inseln. Egal, wohin Sie Ihren Blick schweifen lassen – Stockholm bietet in jeder Himmelsrichtung ein fantastisches Panorama. Übernachtung an Bord und Abfahrt am Folgetag um 05.00.
die vielen anderen religiösen Kunstwerke zu empfehlen. Tag 10 Kopenhagen (Dänemark) 13.00 - 20.00. In der kleinen und gemütlichen Stadt Kopenhagen, in der Fussgänger statt Autos den Ton angeben, laden Strassencafés und Fussgängerzonen zum Bummeln ein. Kopenhagen ist nicht nur die lebendigste und günstigste Hauptstadt in Skandinavien, die dänische Metropole ist gleichzeitig eine der bürgerfreundlichsten Städte Europas. Tag 11 Warnemünde (Deutschland) 08.00. Ausschiffung und Transfer zum Flughafen in Hamburg inklusive Stadtrundfahrt. Rückflug nach Zürich. *Datum 3: umgekehrter Routenverlauf
Stockholm
Kauai Honolulu
★
Lahaina / Maui Hilo
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Tag 9 Gdynia / Danzig (Polen) 08.00 - 17.00. Die prächtigen Paläste in Danzig zeugen von einer glorreichen Vergangenheit und erstrahlen nun, nach dem Zweiten Weltkrieg, wieder in ihrem alten Glanz. Prächtige Paläste in den Strassen Dluga und Dlugi Targ, das eindrucksvolle Stadttor Brama Wyzynna oder die sensationelle Aussicht vom Turm des Geschichtsmuseums sind nur einige Beispiele für all die Sehenswürdigkeiten der Stadt. Kulturell Interessierten sind die Marienkirche oder
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Datum 1: 12.07.2019 - 22.07.2019 Datum 2: 22.07.2019 - 01.08.2019 Datum 3: 11.08.2019 - 21.08.2019*
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LEBEN | MM47, 19.11.2018 103
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Quiz Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die acht Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. 1. Was wird kürzer, je länger man daran zieht? L
K Zigarette
Gummiseil
G Handtuch
2. Wo werden Güter ausserhalb einer gesetzlichen Kontrolle gehandelt? R Graumarkt
E
Blaumarkt
A Grünmarkt
3. Wie wird ein Vorwort in einem literarischen Werk bezeichnet? S
I
Prolitteris
M Probon
Prolog
U Pruntruter Mütze
So nehmen Sie teil: Tel.: 0901 560 042 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD2, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS), Bsp.: MMD2 TASTSINN. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte: (A-Post): Migros-Magazin, Quiz, Postfach, 8074 Zürich Internet: migrosmagazin.ch/ wettbewerbe Teilnahmeschluss: Sonntag, 25.11.2018, 24 Uhr
4. Wie heisst ein Gebiet im Schweizer Jura? T Pruntruter Zipfel
3 × 100 Franken zu gewinnen
E
Pruntruter Ecke
I
Stefan Kurt
Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite
5. Welcher Schauspieler verkörpert Papa Moll? L Andrea Zogg
R Daniel Bernhardt
6. Wo befindet sich der Saatguttresor zur Erhaltung von Nutzpflanzen? O Kanada
K Spitzbergen
N Antarktis
7. Wie wird im Dressurreiten ein falscher Sprung des Pferdes bezeichnet?
Auflösung Nr. 46:
D Passage
HELLBLAU
E
Eskapade
A Coffin
8. Was ist auf der Sportflagge Australiens abgebildet? R boxendes Känguru
N hüpfender Kiwi
T
Lösungswort : 1
2
3
4
5
6
7
8
Paroli
sprintender Koala
Gewinner Nr. 45: Fred Wittwer, Krattigen BE; Samuel Ryter, Frenkendorf BL; Rosmarie Zimmermann, Hombrechtikon ZH
3 × 100 Franken zu gewinnen
Tragen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Das Lösungswort ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1 bis 5:
So nehmen Sie teil: Tel.: 0901 560 043 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD3, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS), Bsp.: MMD3 OSTEN. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte: (A-Post): Migros-Magazin, Paroli, Postfach, 8074 Zürich Internet: migrosmagazin.ch/ wettbewerbe Teilnahmeschluss: Sonntag, 25.11.2018, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite
Lösungswort : 1
2
3
4
5
Auflösung Nr. 46: HAGEL
Gewinner Nr. 45: Walter Bühn, Küsnacht ZH; Ruth Ruckstuhl, Oltingen BL; Franz Rohner, Büren NW
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LEBEN | MM47, 19.11.2018 105
Gewinnen Sie eine von 5 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Sudoku
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Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3 × 3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den blauen Feldern von links nach rechts.
Auflösung Nr. 46: 143
So nehmen Sie teil: Tel.: 0901 560 044 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD4, gefolgt von der Lösungszahl, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS), Bsp.: MMD4 123. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte: (A-Post): Migros-Magazin, Sudoku, Postfach, 8074 Zürich Internet: migrosmagazin.ch/ wettbewerbe
Gewinner Nr. 45: Viktor Uhlmann, Kallnach BE; Hana Gadze, St.Gallen; Werner Vogel, Chavornay VD; Verena Reiser, Küsnacht ZH; Theodor Kohler, Laupen BE
Teilnahmeschluss: Sonntag, 25.11.2018, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite
Bimaru
Brücken
Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.
Jeder Kreis stellt eine Insel dar. Die Zahl darin gibt an, wie viele Brücken dort enden. Brücken sind nur zu horizontal oder vertikal benachbarten Inseln erlaubt. Diese dürfen mit einfachen oder doppelten Brücken verbunden werden. Am Schluss sollen alle Inseln miteinander verbunden sein. Verboten: Kreuzungen, diagonale Brücken und 3 4 3 1 mehr als zwei Linien
2 Auflösung Nr. 46:
2
2 4 2
4
4 1
3 1
2
1 2 4
6 2 3
8 4
2 1
3
2
5
Auflösung Nr. 46: 2
1
6
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5
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3 1 1
4 4 4 3
© raetsel.ch 1319
© raetsel.ch 1320
Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ desMigros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 554 258 Ex. (WEMF 2017) Leserschaft: 2 358 000 (WEMF, MACH Basic 2017-2)
Adresse Redaktion und Business Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich Telefon: 058 577 12 12 Kontakt: www.migmag.ch/leser Herausgeber Migros-Genossenschafts-Bund
Publizistische Gesamtleitung Sarah Kreienbühl
Leitung Ressort Gesellschaft & Familie Yvonne Zurbrügg
Leitung Business Thomas Brügger Druck: DZZ Druckzentrum Zürich AG
Leitung Ressort Health & Beauty Rüdi Steiner Leitung Redaktionen Franz Ermel
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Abonnemente: Sonja Frick abo@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 00
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108 MM47, 19.11.2018 | LEBEN
2
Mein Buch «Ich lese meist zwei Bücher gleichzeitig. Gerade fasziniert mich ‹Hysteria› von Eckhart Nickel. Ein tolles Buch. Die allererste Veranstaltung, die ich in Zürich organisierte, war mit Christian Kracht und Eckhart Nickel.»
1
Meine Welt
«Ich rüttle gern an Bestehendem»
Die Wahlzürcherin Rea Eggli ist eine Macherin. Sie führt drei erfolgreiche Unternehmen mit drei Gemeinsamkeiten: Sie erzählen Geschichten, erfordern neue Denkweisen und sind Pionierleistungen. Text: Dinah Leuenberger Bilder: Désirée Good
LEBEN | MM47, 19.11.2018 109
1 Meine Kakteen «Die SukkulentenSammlung am Zürichsee ist einmalig, besonders in der Dämmerung. Ich bin gern dort, sehe in den Kakteen Charaktere und Geschichten.» 2 Meine Kunst «Der Migros-Sack (hinten links) zeigt ein Olaf-BreuningKunstwerk, ein bekannter Schweizer Künstler den ich sehr mag. Ich finde diese Kunst-Tragtaschen fantastisch, weil sie Kunst in den Alltag bringen.» 3 Mein Team «Caroline (34), Jasper (10) und Cynthia (27) sind Teil meines #letsmuseeum-Teams. Unser Büro ist eine Zwischennutzung von Projekt Interim und befindet sich im ersten Alugebäude
3
Name Rea Eggli (45) Sternzeichen Skorpion Lebenslauf «Ich bin eine Quereinsteigerin und wollte schon früh selbständig werden, liegt wohl in den Genen; mein Vater war auch Unternehmer. Mit 27 gründete ich die Kulturagentur «swissandfamous». Heute bin ich Mitinhaberin der Kommunikations agentur eggliwintsch, der Crowd funding-Plattform wemakeit.com und des Kultur-Start-up #letsmuseeum*. Ich rüttle gern an Bestehendem und probiere Neues aus. Das ginge nicht ohne meine drei Teams und Geschäftspartner. Ich bin dankbar, mit so tollen Menschen zusammenzuarbeiten, und freue mich über viele junge, ambitionierte Frauen, mit denen ich immer wieder spannende Herausforderungen anpacken darf.» * wird von Engagement Migros unterstützt
4
der Schweiz, mit grandiosem Interieur und Wahnsinnsterrasse mit Seesicht. » 4 Mein Museum «Das Kunsthaus gehört zu meinen Lieblingsmuseen; wir haben dort zwei #letsmuseeum-Touren. Dabei zappen wir auf ungewöhnliche Weise durchs Museum und unterhalten mit Guides, die keine Kunstexperten sind. Auf dem Bild liege ich neben dem Werk ‹Die Märtyrerin› von Auguste Rodin.» 5 Meine Schaukel «Dieser Stuhl von Werner Panton ist zum Schaukeln da, und man fühlt sich dabei ein bisschen wie ein Gipfeli. Vor allem mein zehn jähriger Sohn Lee sitzt oft darauf.»
5
6
Mein Lieblingsprodukt «Seit 30 Jahren wasche ich mit Handy ab – nie kommt mir was anderes in die Küche! Design und Inhalt stimmen.»
6 Meine Vögel «Ich liebe Papageien. Diese Porzellanfiguren lachten mich auf einem Flohmi in Schanghai dermassen an, dass ich sie kaufen musste. Sie wollten wohl mit in die kalte Schweiz.» MM
So fein schmeckt die Weihnachtszeit.
30%
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Delicious Röstikroketten in Sonderpackung tiefgekühlt, 1 kg
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Mama war auch gekommen und tröstete ihren Sohn. Wenn er wirklich wolle, könne er diese Kasse trotzdem haben, sagte sie. Finn verstand zuerst nicht, was sie meinte. Die Kasse kam doch woanders hin? Sollte er sich einfach mit dieser Kasse in eine andere Filiale bringen lassen? Papa hatte von der anderen Migros-Filiale bereits gehört. Dort wurden dringend Migroswichtel gesucht. Er würde dort wirklich helfen können, sagte ihm sein Vater. In jener Nacht blieb Finn lange wach und dachte nach. Am nächsten Morgen, kurz bevor die Migros-Mitarbeiter kamen, umarmte Finn seine Eltern ganz lange. Er versprach ihnen fest, sie so bald wie möglich zu besuchen. Sein Vater und seine Mutter gaben ihm zum Abschied ein Geschenk. Darin war ein neuer Wichtel-Helm, mit einer roten Lampe für die moderne Kasse. Und das Familienfoto. Genau dieses Foto hielt Finn in der Hand, als er nach der langen und gefährlichen Reise endlich angekommen war und vor der alten Kasse seiner Eltern stand. Von seinen Eltern war keine Spur zu sehen. Doch da hörte Finn auf einmal ein Geräusch … Aber was dann passierte, können Sie selbst im neuen Weihnachtsfilm sehen. scannen Jetzt QR-Code und den neuen htsfilm Migros-Weihnac anschauen.
Füreinander da sein. Miteinander spenden. Auch in der reichen Schweiz gibt es viele Menschen, die mit ihren Nöten ganz alleine dastehen. Helfen wir ihnen gemeinsam – für jede verkaufte Spendenschokolade im Wert von Fr. 5.–, 10.– oder 15.– legt die Migros 1 Franken dazu. Der Verkaufserlös kommt vollumfänglich den Menschen in Not zugute.
Diese haben nachhaltige Projekte ins Leben gerufen, mit denen alleingelassene Menschen unterstützt werden – zum Beispiel mit einem Sorgentelefon für junge Menschen, einem Besuchsdienst für alleinstehende Senioren oder diverse Beratungs- und Integrationsprogramme. An wen Ihre Spende geht. Familien, Alleinerziehende, Arbeitslose oder Working Poor. Caritas leistet Sozial- und Rechtsberatung für Menschen in Not. Zudem vermittelt sie Freiwillige für soziale Einsätze.
Mit den Spenden werden die Hilfswerke von Caritas, HEKS, Pro Juventute, Pro Senectute und Winterhilfe unterstützt.
Für Kinder und Jugendliche entwickelt Pro Juventute identitäts-, gemeinschafts- und chancenstiftende Projekte in den Bereichen «Beratung und Unterstützung», «Bildung und Information» sowie «Freiraum und Partizipation».
In der Schweiz engagiert sich das Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz für sozial benachteiligte Schweizer/-innen und Migranten/-innen, die von Ungleichbehandlung, Diskriminierung und Ausgrenzung betroffen sind.
Seit über 100 Jahren setzt sich Pro Senectute für ältere Menschen ein und unterstützt Senioren und Seniorinnen, damit sie so lange wie möglich selbstständig zu Hause leben können.
Seit 1936 setzt sich die Winterhilfe für eine Schweiz ohne Armut ein. Unabhängig von der Jahreszeit hilft die durch Spenden finanzierte Organisation dort, wo die Leistungen der öffentlichen Hand nicht beansprucht werden können.
Miep! Nächste Woche kommen die Plüschwichtel. wichtel Fünf Plüsch Piep- und mit eigener on Leuchtfunk ti
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