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Migros-Magazin-46-2021-d-ZH

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Ausgabe Zürich, AZA 1953 Response Zentral

migros.ch/magazin | MM46, 15.11.2021

24 Ideen für den Adventskalender

Seite 24

WENN LEHRSTELLEN LEER BLEIBEN Seite 46

Warum wir jetzt Licht brauchen Seite 40

SCHULDEN: DAS SIND DIE GRÖSSTEN FALLEN Seite 52

WIE DAS DUFTET Guetzli-Klassiker in neuen Varianten

Bild: Migusto

Seite 30 Bitte Wohnungswechsel der Post melden oder dem regionalen Mitgliederdienst: Tel. 058 561 53 23 / mitgliederdienst@gmz.migros.ch


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4 | 15.11.2021 | MEINE MIGROS

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Sie brauchen kein Wasser, keinen Dünger, nicht einmal Liebe – vielleicht sind Trockenblumen deshalb im Trend. Bei Micasa gehören sie zu den meistverkauften Dekorationsartikeln. Der Hingucker unter den getrockneten Pflanzen diesen Herbst: Palmblätter. Bei Micasa gibt es den edlen Wedel für Fr. 12.95.

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500 g Fenchel längs halbieren, Strunk und Kraut entfernen. 1 Birne vierteln, Kerngehäuse entfernen. Fenchel und Birne längs in sehr feine Scheiben hobeln, auf einer Platte auslegen. 2 EL Zitronensaft mit 4 EL Olivenöl verrühren und über den Fenchel träufeln. Etwas Fleur de sel und Fenchelkraut darüberstreuen. Pfeffer grob darübermahlen. 2 EL Sultaninen auf dem Fenchel verteilen und servieren.  migusto.ch


MEINE MIGROS | 15.11.2021 | 5

Die Schweizer Honigernte fällt dieses Jahr sehr mager aus. Den Imkern und ihren Bienenvölkern machten der Kälteeinbruch im Frühling und die starken Gewitter im ­Sommer zu schaffen. Die Folge: In den Regalen der Migros wird sich vermehrt ausländischer Honig befinden. Er schmeckt ebenso gut.

IN KÜRZE Migros hat die beste Metzgerei Lorbeeren für die Fleischverarbeiterin Micarna: Die Migros-Tochter ­gewinnt den diesjäh­ rigen Qualitätswett­ bewerb des Schweizer Fleisch-Fach­verban­ des (SFF). Das Unternehmen macht damit seinem Slogan «Ein ­gutes Stück ­besser» alle Ehre.

Galaxus kommt auf den Teppich Seit Beginn der Pandemie sind Teppiche auf ­galaxus.ch extrem ­gefragt. 2020 hat das ­Online-Warenhaus im Vergleich zum Vorjahr dreimal mehr Tep­ piche verkauft; 2021 wird wohl ein weiterer Rekord aufgestellt. Besonders Teppiche aus natürlichen Materialien oder im Naturlook sind beliebt.

Ideen für neues Blévita gesucht Den Migros-Cracker Blévita gibts in vielen süssen und würzigen Varianten. Nun sind Ideen für neue Sorten gefragt: Welche Aromen fehlen noch? Welche neuen Zutaten gehören ins Blévita? Drei Favoriten kommen schliesslich in die Endrunde; einer wird es ins Verkaufs­ regal schaffen. migipedia.ch

Bilder: Getty Images, MGB Photostudio, Claudia Linsi/Migusto

Schlechte Honigernte

Wie viel Fleisch benötige ich für einen Sonntagsbraten? Man rechnet bei einem Hauptgericht mit rund 200 Gramm Fleisch pro Person. Ist das Fleisch nur Beilage, reichen auch 100 Gramm. Das wäre dann so viel, wie man traditionellerweise für eine Vorspeise rechnet. Ist der Braten zu gross, für den folgenden Tag zum Beispiel Sandwiches mit Bratenaufschnitt ein­planen. An der Migros-Fleischtheke kann man übrigens Fleischstücke genau nach Bedarf bekommen. Die Metzger geben auch Tipps zur Zubereitung und Garzeit.


6 | 15.11.2021 | AUGENBLICK


AUGENBLICK | 15.11.2021 | 7

15:57 Uhr

Saunameister Slaven Nujic sorgt für die richtige Atmosphäre: Mit einem Tuch verteilt er den Dampf in der Sauna. Das Foto ist am 25. Oktober im Erlebnisbad Bernaqua entstanden, das zum Shoppingcenter Westside gehört.

Bild: Nik Hunger

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INHALT | 15.11.2021 | 9

INHALT 56

Fellfreunde: Lucie Moix hat sich aus den Haaren ihrer Hündin Maya eine Mütze gefertigt.

10  Einmal Grizabella sein Stepptanz im Stundenplan: Eine Lehre als Musicaldarstellerin 15  Wein aus der Migros? Die Delegiertenversammlung erlaubt eine Neuausrichtung bei der Alkoholfrage 18  Der Gletscherchronist 24  Jeden Tag ein Türli Tipps für selbstgemachte ­Adventskalender 30  Im Guetzliglück Klassiker und frische Kreationen

Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen ­ Kapitals, Organ des­Migros-­ Genossenschafts-Bundes, migros.ch/magazin

34  Besser essen Wie sieht eine Ernährung aus, die Mensch und Erde guttut?

Adresse Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich Telefon: 0800 840 848 Kontakt: www.migmag.ch/leser

40  Stopp den Winterblues Licht hat einen beträchtlichen Einfluss auf unsere Gesundheit

Herausgeber Migros-Genossenschafts-Bund

43  Das Budget entlasten Bei der Krankenkasse sparen

Chefredaktion Franz Ermel (Ltg.), Steve Gaspoz, Rüdi Steiner

45  Stadt, Land, Stutz

Art Direktion Barbara Pastore

46  Fehlender Nachwuchs Warum auch bei der Migros manche Lehrstelle leer bleibt

Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 556 071 Ex. (WEMF 2020) Leserschaft: 2 207 000 (WEMF, MACH Basic 2021-2)

52  Hilfe bei Geldsorgen Wie entstehen Schulden, und wie kommt man wieder heraus?

Ausführliches Impressum unter ­www.migmag.ch/impressum

55  1, 2 oder 3?

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56  Wolle aus Hundehaaren 58  Food online einkaufen Wir räumen mit Vorurteilen auf

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Fotograf Eddy Mottaz dokumentiert mit seinen Bildern das kontinuierliche Schwinden der Alpengletscher.

61  Trau, schau, wem! So schützen Sie Ihre Daten und Privatsphäre auf Facebook 66  Ihre Region Aktionen, Reportagen, News 73 Glücksgriff 75  Rätsel und Spiele 78  Meine Welt Moderatorin Nicola Steiner


10 | 15.11.2021 | AUSBILDUNG

Stifti auf der grossen Bühne

Ballett, Stepptanz, Gesang und Schauspiel – für ihren Traumberuf muss die 16-jährige Alina Mettler alles beherrschen. Sie besucht seit Sommer die erste Lehre EFZ für Musicaldarstellerinnen in Luzern. Text: Rahel Schmucki  Bilder: Herbert Zimmermann

D

ie Tänzerinnen und Tänzer wirbeln synchron über den Tanzboden in der Musical Factory in Luzern. «Hey, bitte alle stehen bleiben, sonst hört ihr nichts», ruft der Tanzlehrer laut. Tadaaa, dadadamm, dadadamm. Seine Steppschuhe schlagen laut auf den Boden, als er den Schülerinnen und Schülern eine neue Schrittabfolge zeigt. In der vordersten Reihe steht die 16-jährige Alina Mettler in ihren schwarzen Trainerhosen mit dem weissen Streifen, einem schwarzen ­Sporttop und mit Steppschuhen an den Füssen. Sie ist eine von 16 jungen Erwachsenen, die im Sommer an der Musical Factory in Luzern die neue vierjährige Lehre (EFZ) zur Musicaldar­stel­ lerin begonnen haben. Der Stundenplan ist vollgepackt: eine Stunde Stepptanz für die Fortgeschrittenen, 90 Minuten Ballett, 90 Minuten Jazztanz, eine kurze Mittagspause und dann 90 Minuten R ­ epertoire, 75 Minuten Contemporary Dance und zum Schluss noch eine Stunde Gesang. Und das

ist nur der Stundenplan vom Dienstag. Die Schülerinnen und Schüler sind von 8 bis 18 Uhr an der Schule. Alina ist damit ihrem ­Berufsziel ein Stück nähergekommen. «Ich habe eine Tante, die Musicaldarstellerin ist. Seit ich denken kann, wollte ich so werden wie sie», sagt die junge Frau aus Benken SG. Bewegliche Tänzerinnen

Nach einer kurzen Pause steht Alina wieder im Studio 1. Jetzt in hautfarbenen Leggins und ­einem schwarzen Body mit Röckchen. Für die Ballettstunde stellen sich die Tänzerinnen an der Wand an einer Stange auf. Auf Anweisung ihres Lehrers strecken sie ihre Rücken durch, schwingen ihre Beine in unglaubliche Höhen und beugen sich zu Boden, alles zu Klaviermusik. Die Bewegungen sehen leicht aus, nur wenn man genau hinschaut, sieht man, dass ­Alinas Beine vor Anstrengung zittern und ihr Atem immer schneller geht. Nach dem Aufwärmen springen die Tänzerinnen quer durch den Raum und

üben Pirouetten. Eineinhalb Stunden Hochleistungssport. Für Alina sind die meisten Tanzstile neu. Nur als Kind hatte sie einmal Ballettunterricht. Als sie sich für diese Lehre entschieden hat, hat sie ein paar Tanzstunden genommen und den Vorkurs an der Musical F ­ actory besucht. Bis zur Aufnahmeprüfung vor einem Jahr waren das knapp drei Monate Unterricht. «Ich war selbst erstaunt, dass ich mit so wenig Tanzerfahrung den Eignungstest bestanden habe», sagt sie. Genützt hätten ihr aber bestimmt das jahrelange Geräteturnen und ihr Hobby Akrobatik. Auch der Schulleiter Guido ­Zimmermann kann fast nicht glauben, dass Alina bisher so ­wenig getanzt hat. «Alina hat einfach auch sehr viel Talent.» Kalorien ersetzen

Nach den letzten Pirouetten müssen sich die Schülerinnen wieder umziehen. In der Garderobe ­trinken sie Wasser, essen Cookies und Bananen. «Wir ­verbrennen so viele Kalorien an einem Tag, da müssen wir in den kurzen

«Ich war erstaunt, dass ich mit so wenig Tanzerfahrung den Eignungstest bestanden habe.» Alina Mettler


AUSBILDUNG | 15.11.2021 | 11

In der Lektion «Repertoire» werden Szenen aus dem Musical ­«Westside Story» ­geprobt (grosses Bild und Bild unten links). Klas­sisches Ballett gehört zum Ausbildungsprogramm (links). Das schöne Kleid wird Alina Mettler bei einem Contemporary-Dance-­ Auftritt an der Messe Luzern tragen (unten).


12 | 15.11.2021 | AUSBILDUNG

Pausen ziemlich schnell nach­ laden», sagt Alina, schlüpft in ihre Trainer­hosen und hastet zu­ rück ins Studio 1. Der Jazzlehrer steht schon bereit. Aufwärmen. Dehnen. Neue Schritte l­ ernen und egal, wie anstrengend die Choreografie ist: «Smile! We are on stage», ruft der Tanzlehrer ­enthusiastisch mit italienischem Akzent. «Lachen! Wir sind auf der Bühne.» Die Ausbildung haben Guido und Barbara Zimmermann ins ­Leben gerufen. Sie führen seit 18 Jahren die Musical Factory und unterrichten Ballett, Stepptanz und Gesang. Für Musicaldarstel­ lerinnen gab es in der Schweiz ­bisher keine Ausbildungen, nur an Hochschulen im Ausland, die erst nach Abschluss einer Erst­ ausbildung zugänglich sind. «Wir wollten etwas anbieten, das man

«Wir bilden sowohl für eine Solokarriere als auch für ein Engagement im Ensemble aus.» Guido Zimmermann Gründer Musical Factory

direkt nach einem Grundschul­ abschluss beginnen kann», sagt Guido Zimmermann. Auf dem Schweizer Markt seien ausge­ bildete Musicaldarsteller und -darstellerinnen gefragt. Neben den Solorollen braucht man auch viele Darstellerinnen im Hinter­ grund. «Wir bilden ­sowohl für eine Solokarriere als auch für ein ­Engagement in e­ inem Ensemble

aus.» Die Aus­bildung ist k ­ ostenlos, die Wohnkantone ­bezahlen dafür. Nach viereinhalb Stunden Tanz­ training ist Mittagspause. Die Klasse trifft sich im Aufenthalts­ raum zum Essen. Obwohl die Schülerinnen und Schüler sich erst seit August kennen, sind sie bereits eine eingeschworene ­Gemeinschaft. «Bei so anstren­ genden Tagen muss man sich ­gegenseitig unterstützen und ­motivieren», sagt Alina. Wohnen im Studentenheim

Die meisten ihrer Klassenkamera­ dinnen pendeln täglich nach Lu­ zern. Das ist für sie wegen der zu grossen Distanz zu ihrem Heimat­ ort im Linthgebiet nicht möglich. Deshalb wohnt sie seit ein paar Monaten in einem Studenten­ heim in Luzern. Nach Hause fährt sie nur am Wochenende. «Viel

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AUSBILDUNG | 15.11.2021 | 13

Alina Mettler (Mitte) und ihre ­Kolleginnen in der ­ nterrichtsstunde «Repertoire». U

Zeit für meine alten Freunde bleibt mir leider auch da nicht», sagt Alina. Sie muss Texte und Tanzschritte üben und für die Schule lernen. Denn neben der Lehre absolviert sie noch die ­Berufsmittelschule (BMS). Am Nachmittag liegen bereits schwarze Röcke und farbige ­Fächer vor dem Tanzstudio be­ reit. In der Lektion «Repertoire» probt Schulleiter Zimmermann mit den Lernenden einen Auftritt für die Luzerner Messe. Alina übernimmt im Lied «America» aus dem Musical «West Side ­Story» eine der beiden Haupt­ rollen (siehe Video). Hier muss sie nun Tanz, Gesang und Schau­spiel vereinen. Sie ist in ihrem Element, wirft den schwarzen Rock hin und her und wirbelt durch die Luft. Nach einer Stun­ de Contempo­rary Dance steht

bereits die ­letzte Lektion an. Guido Zimmermann unterrich­ tet Gesang und übt ein mehr­ stimmiges Lied aus der «West Side Story» ein. Und damit es nicht einfach eine Chorprobe ist, stellt sich eine Schülerin nach der anderen vor die Klasse. «Hi, my name is Nina Walker», sagt eine Schü­lerin. Jeder aus der Klasse darf einmal eine ­Castingsituation üben, sich vorstellen und ein Lied singen. «Wir wollen unsere Lernenden schliesslich auf die Welt da draussen vorbereiten», sagt Zimmermann. Er lässt das Playback laufen, und Musik und ­Gesang erfüllen den Raum. MM Der kommende Eignungstest für die Lehre EFZ mit Start im August 2022findet am 6. Februar 2022 an der Musical Factory statt. Weitere Infos: musicalfactory.ch

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DELEGIERTENVERSAMMLUNG | 15.11.2021 | 15

Die Alkoholfrage geht in die nächste Runde Wein, Bier und Schnaps im Migros-Regal? Die Delegiertenversammlung der Migros hat entschieden, die Frage den regionalen Genossenschaften weiterzugeben. Diese können sie in einer Urabstimmung ihren Genossenschafterinnen und Genossenschaftern vorlegen. Text: Kian Ramezani

Gibt es neben dem ­gewohnten Sortiment bald auch die Weinflasche in der Migros zu kaufen?

Bild: MGB/Roger Hofstetter

D

as Traktandum mit der grössten Brisanz hatten sich die 110 Delegierten am 6. November für den Schluss aufgespart. Pünktlich um 11.20 Uhr war es so weit: Marianne Meyer, Präsidentin der Delegierten­ versammlung, eröffnete die Debatte zur Frage, ob die Migros ihr statio­ näres Alkoholverkaufsverbot aus den Statuten streichen soll. Genauer: Ob 2,2 Millionen Genossenschafterinnen und Genossenschafter in einer Urab­ stimmung darüber befinden sollen. Marianne Meyer betonte zu Be­ ginn noch einmal, worum es bei der bevorstehenden Abstimmung ging: Wollen die Delegierten den regiona­

len Organen der Genossenschaften die Möglichkeit einräumen, die Frage der Aufhebung des stationären Alkoholverkaufsverbots weiter zu ­behandeln? Nur darum ging es laut Meyer an diesem Samstag. Die per­ sönliche Haltung der Delegierten in der Al­koholfrage solle beim Ent­ scheid ­hingegen keine Rolle spielen. Ein für alle Mal klären

Als erste Rednerin trat Ursula Nold, Präsidentin der Verwaltung des Mi­ gros-Genossenschafts-Bundes (MGB), ans Pult: «Ich muss Ihnen gestehen, als ich zum ersten Mal davon hörte, dass dieser Antrag eingereicht wor­ den war, musste ich leer schlucken.»

Doch es sei der Verwaltung schnell klar geworden, dass die Debatte um dieses «heisse Eisen» auch eine Chance sein kann. «Wir können diese immer wieder auftauchende Frage nun ein für alle Mal klären», sagte sie. Wichtig sei, dass dies basisdemo­ kratisch in Form einer ordentlichen Urabstimmung mit verbindlichem Resultat geschehe. Dies hätte auch Gottlieb Duttweiler zugesagt, fügte sie an. Es war das erste, aber nicht das einzige Mal, dass der Name des Migros-Gründers und Alkoholver­ kaufsverbots-Begründers in dieser Debatte fiel. Nold betonte weiter, dass das Alkoholverkaufsverbot in der Nach­


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DELEGIERTENVERSAMMLUNG | 15.11.2021 | 17

kriegszeit aus Gründen der Volksgesundheit und der ge­ sellschaftlichen Verantwortung der Migros eingeführt wurde. «Die Migros ist in vielen Berei­ chen über ihr freiwilliges gesell­ schaftliches Engagement sehr aktiv», so Nold Damit war die Debatte unter den Delegierten eröffnet. Eine der ursprünglichen Initiantin­ nen und Initianten des Antrags warb in ihrer Wort­meldung um ein Ja zu den Urabstimmungen in den regionalen Genossen­ schaften und be­grün­dete auch ihre Motivation, ­diesen Antrag mit vier anderen Delegierten eingereicht zu ­haben. Fakt sei, dass einige das Ansinnen als «Verrat an Dutti» empfänden. Andere wiederum hielten das Gebaren der Migros als unglaub­ würdig, weil an zahl­reichen ­Stellen innerhalb der Gruppe, namentlich bei Migros Online und bei Denner, durchaus Alko­ hol verkauft werde. Auch gab sie zu bedanken, dass beim Thema Volksgesundheit kaum noch je­ mand an Alkohol denke. Zucker, Diabetes, Einsamkeit, dies seien die drängenden Themen. Natür­ lich könne Alkohol auch als Suchtmittel missbraucht wer­

«Unsere demokratischen Strukturen zeigen, dass wir Mitbestimmung ernst nehmen.» Marianne Meyer Präsidentin der Delegierten­ versammlung MGB

den, doch die übergrosse Mehr­ heit kon­sumiere ihn heute als Genussmittel – wie es auch Gott­ lieb Duttweiler getan habe. In Zukuft weniger einzigartig?

Ein Delegierter aus der Genos­ senschaft Aare fand im Gegen­ satz zu seinen Vorrednerinnen, die Delegiertenversammlung solle diese «heisse Kartoffel» nicht einfach weiterreichen und bereits heute entscheiden, dass das Alkoholverkaufsverbot be­ stehen bleibe. Die Delegierten

seien fürs Entscheiden gewählt, nicht zum Weiterdelegieren. Die Migros habe damals frei­willig auf den Umsatz aus dem Alkohol­ verkauf verzichtet. Dies mache die Migros einzigartig. Dieses Alleinstellungsmerkmal im Schweizer Detailhandel und be­ kannten Wert der Migros nun ohne Not aufzugeben, ergebe für ihn keinen Sinn und würde die Migros schwächen. Nach einer Replik eines der Initianten, auch die Demokratie sei ein Wert der Migros, war die Debatte nach ziemlich genau ­einer Stunde beendet, und Präsi­ dentin Marianne Meyer rief zur Abstimmung auf. Für eine An­ nahme müssten zwei Drittel der 110 Delegierten mit Ja stimmen, also 74. Die Abstimmung erfolgte elektronisch und geheim, nach zwei Minuten wurde das Ergeb­ nis eingeblendet: 85 Ja, 22 Nein, 3 Enthaltungen. Marianne ­Meyer erklärte unter Applaus der Anwesenden die Annahme. «Für mich ist das ein starker ­Beweis für unsere Demokratie in der Migros. Wie kein anderes Unternehmen verfügen wir über demokratische Strukturen, die zeigen, dass wir Mitbestimmung ernst nehmen», sagte sie. MM

Wie gehts weiter? Bis Anfang Dezember ­entscheiden die Organe in jeder regionalen Ge­ nossenschaft, ob sie die Frage der Aufhebung des s­ tationären Alkohol­ ver­kaufsverbots ihren Genossenschafterinnen und Genossenschaftern in einer Urabstimmung vorlegen möchten. Sollte dies der Fall sein, würde die Abstimmung im Juni des nächstes Jahres stattfinden. Der MigrosGemeinschaft könnte also ein bewegtes 2022 bevorstehen.

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18 | 15.11.2021 | GLETSCHER

Eisriesen der Alpen

Der Westschweizer Fotograf Eddy Mottaz besucht und fotografiert seit Jahren Gletscher – und bekommt so auch deren Schmelzen mit. Mit seinen Bildern will er aber nicht erziehen, sondern zum Nachdenken anregen. Text: Laurent Nicolet  Bilder: Eddy Mottaz


15.11.2021 | 19

Rhonegletscher Er ist weder der längste noch der grösste Gletscher der Schweiz. Aber einer der bekanntesten. Dies mag daran liegen, dass seine Zunge früher bis weit ins Tal ­reichte und viele Touristen anzog, wovon die Lage des ­berühmten Hotels Glacier du Rhône in Gletsch VS bis heute zeugt. Die grösste Ausdehnung des Gletschers lässt sich hier noch gut ­erkennen. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts zieht er sich immer weiter zurück. Bis 2100 könnt er fast ganz verschwunden sein. Lage: Kanton Wallis Länge: 7,7 km (2013) Fläche: 14,64 km² (2018) Eisdicke: maximal 350 m


Niederlande & Belgien mit der neuen A-Rosa Sena

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4. Tag Dienstag 28. Juni 2022 – Rotterdam & Delfter Blau Rotterdam, die grösste Hafenstadt Europas, wird Sie im Rahmen einer spannenden Stadtführung begeistern, die in der gigantischen Markthalle endet (*). Am Nachmittag können Sie die originalgetreuen Delfter Porzellan-Werkstätten besuchen und alles rund um die weltberühmten Porzellan-Erzeugnisse erfahren. (*) 5. Tag Mittwoch 29. Juni 2022 – Dordrecht & die Windmühlen von Kinderdijk Am Vormittag erreichen wir Dordrecht. Die Altstadt mit über 1000 historischen Gebäuden begeistert und zeugt vom Reichtum vergangener Tage. Am Nachmittag können Sie bei einem Ausflug zu den berühmten Windmühlen von Kinderdijk unternehmen – Bilderbuchmomente garantiert! (*). Am Abend Weiterfahrt Richtung Antwerpen.

Amsterdam Nordsee Delft Rotterdam

Kinderdijk Dordrecht

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6. Tag, Donnerstag 30. Juni 2022 – Antwerpen & Brügge Am Morgen erreichen wir Antwerpen, die Diamanthauptstadt, welche Sie nach Lust und Laune auf eigene Faust erkunden können. Alternativ steht ein toller Ausflug nach Brügge auf dem Programm. (*) - das Venedig des Nordens, wie Brügge liebevoll genannt wird, gehört zu den schönsten Städten Europas. 7. Tag, Freitag 1. Juli 2022 – Entspannen an Bord Währenddem unser Schiff durch herrliche Natur auf dem Rhein zurück nach Köln gleitet, können Sie heute nochmals die Annehmlichkeiten unseres eleganten Top-Schiffs nutzen. 8. Tag, Samstag 2. Juli 2022 - Heimreise Nach dem Frühstück erreichen wir Köln und treten die Heimreise Richtung Schweiz an. (*) = Ausflüge des Ausflugspakets Noch mehr sparen bis 100% REKA-Checks!

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GLETSCHER | 15.11.2021 | 21

Eddy Mottaz Seit drei Jahren foto­ grafiert Eddy Mottaz (62) Gletscher. An­ gefangen hatte seine Faszination mit einer Auftragsarbeit beim Rhonegletscher, wo ihm ein kleiner See aufgefallen war. Als er Jahre danach zurück­ kehrte, war dieser fast doppelt so gross. «Ich war schockiert, als ich erstmals die Wirkung der Klima­ erwärmung vor mir sah.» Trotzdem will der ge­ bürtige Waadtländer, der für die West­ schweizer Tages­ zeitung «Le Temps» arbeitet, weder be­ kehren noch morali­ sieren. «Ich gebe den Leuten etwas zu ­sehen oder vielleicht sogar zum Nachden­ ken, aber ich werde ihnen nicht sagen, was sie denken sol­ len.» Mottaz plant, ­seine Gletscherfotos in einem Buch her­ auszubringen.

Mer de Glace Das Mer de Glace,­fran­ zösisch für Eismeer, ist der grösste Gletscher Frankreichs und der viertgrösste Gletscher der Alpen. Er fliesst rund 90 Meter pro Jahr, was für die Alpen sehr viel ist. Eine weitere Besonder­ heit des Mer de Glace sind seine sogenannten Ovigen. Hierbei handelt es sich um ein regelmäs­ siges Hell-dunkel-Muster quer zur Fliessrichtung, eine Art Jahres­ringe, das in den Sommermonaten zum Vorschein kommt. Lage: Savoyer Alpen Länge: 12 km Fläche: 32 km² Eisdicke: maximal 420 m


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1. Tag: Schweiz – Bamberg Altstadtführung und Einschiffung. 2. Tag: Nürnberg Stadtführung und fak. Oper «Carmen». 3. Tag: Regensburg Spannende Altstadtbesichtigung. 4. Tag: Passau – Linz Halt in Passau. Fak. Oper «Aida» in Linz. 5. Tag: Linz, Genusstour** – Melk Fak. Genusstour. Ausflug in die Region. 6. Tag: Melk Stiftsbesichtigung. «Silvesterkonzert». 7. Tag: Wien, Ausflug Hofburg** Fak. Besuch der Hofburg. «Symphonie Nr. 9» im Konzerthaus Wien. 8. Tag: Wien, Schloss Schönbrunn** Stadtrundfahrt und fak. Ausflug Schloss Schönbrunn. Oper «La Bohème». 9. Tag: Wien – Melk – Schweiz Rückreise zu den Abfahrtsorten.

1. Tag: Schweiz – Trier – Andernach Anreise nach Trier und Einschiffung. Wir fahren Richtung Andernach. 2. Tag: Andernach Führung durch die historische Stadt mit dem Nachtwächter. 3. Tag: Andernach – Bonn Weiterfahrt nach Bonn und interessante Rundfahrt. Anschliessend Ausflug in das traumhafte Siebengebirge und abends festliches Weihnachtsessen auf unserem Schiff. 4. Tag: Bonn – Köln – Düsseldorf Geführte Stadtbesichtigung in Köln. Abends kommen wir in der Kölner Philharmonie in den Genuss des Weihnachtskonzertes «Concerto Köln». 5. Tag: Düsseldorf Stadtrundfahrt durch Düsseldorf, der Metropole am Rhein. Abends fahren wir nach Essen und geniessen «La Bohème» von Giacomo Puccini. 6. Tag: Düsseldorf – Schweiz Rückreise in die Schweiz zu den Abfahrtsorten.

UNSER MUSIKPROGRAMM «CARMEN» Staatstheater Nürnberg Oper in 4 Akten von Georges Bizet (fakultativ, Vorausbuchung notwendig) «AIDA» Landestheater Linz Oper lirica von Giuseppe Verdi (fakultativ, Vorausbuchung notwendig) «SILVESTERKONZERT» Schlossklänge Grafenegg Prickelndes aus Oper und Operette «BEETHOVEN: SYMPHONIE NR. 9» Konzerthaus Wien, Grosser Saal Wiener Symphoniker / Oramo «LA BOHÈME» Staatsoper Wien Oper von Giacomo Puccini

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UNSER MUSIKPROGRAMM «CONCERTO KÖLN» Kölner Philharmonie Bach | Porpora | Torelli | Vivaldi «LA BOHÈME» Aalto-Theater Essen Oper von Giacomo Puccini

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GLETSCHER | 15.11.2021 | 23

Aletschgletscher Der Grosse Aletschgletscher mit seinen markanten Mittelmoränen ist der grösste und längste Gletscher der Alpen. Er besteht aus drei kleineren Gletschern, die am Konkordiaplatz zusammenlaufen. Laut aktuellen Studien schmolz ­seine Oberfläche in den unteren Lagen zwischen 2001 und 2014 um mehr als fünf Meter pro Jahr. Er ist touristisch gut erschlossen und gehört zum Unesco-Weltnaturerbe. Lage: Kanton Wallis Länge: 22,6 km (2013) Fläche: 78,49 km² (2017) Eisdicke: über 900 m (am Konkordiaplatz)

Moirygletscher Der eher kleinere Moirygletscher liegt im gleich­ namigen Val de Moiry, einem Seitental des Val d’Anniviers. Von der SAC-Hütte Cabane de Moiry auf 2825 m ü. M. ist er gut zu sehen. Lage: Kanton Wallis Länge: 5,07 km (2010) Fläche: 4,9 km²


12

Halten Sie beim be­ vorstehenden Wald­ spaziergang nach ­einem stabilen Ast Ausschau. Den ­können Sie mit einer Schnur horizontal in der Wohnung auf­ hängen und daran 25 Päckli befestigen.

Statt einen fixferti­ gen Beautykalender einer Marke zu kau­ fen, kann man selbst einen zusammen­ stellen – und dabei auf keine Lieblings­ marke verzichten.

Jeden Tag ein bisschen schöner

Platzieren Sie im Ka­ lender für jeden Tag ein Foto oder einen Text zu einem ge­mein­ samen Erlebnis im vergangenen Jahr. So blickt man zusammen zurück und merkt, wie viel Schönes oder Lustiges man ge­ meinsam erlebt hat.

Jahresrückblick

7

1

Heute den Müll raus­ bringen, morgen die Spülmaschine ein­ räumen, übermorgen die Füsse massieren … Es sind die kleinen Dinge, die das Zu­ sammenleben schö­ ner machen.

Kleine ­Liebesdienste

Astreine Deko

4

Text: Lisa Stutz und Rahel Schmucki

Wer seinen Liebsten am 1. Dezember einen selbstgemachten Adventskalender präsentieren will, sollte die Sache nun schleunigst in Angriff nehmen. Wir liefern 24 Tipps fürs Füllen und Verpacken.

19

Sie sind frisch ver­ liebt, und auch Ihr Partner/Ihre Partne­ rin hat mit Ihnen ­alles, was er/sie sich wünschen kann? Schreiben Sie ihm/ ihr 24 kurze Liebes­ briefe zum Für-immerAufbewahren.

17

Kaufen Sie einen speziell schönen Kleiderbügel und hängen Sie die 24 ­Päckli mit Fäden da­ran. Sieht nicht nur­ im Kleiderzimmer hervorragend aus.

Bescherung vom Bügel

13

Schenken Sie statt Materiellem Gut­ scheine für gemein­ same Aktivitäten. Am besten schon mit ­Datum – so f­ inden sie auch wirklich statt.

Zeit statt Zeugs

Nicht nur bei Kindern beliebt: 24 Witze, über die der Be­ schenkte herzhaft ­lachen kann. Und die er oder sie hoffent­ lich weiter­erzählt.

Heiterkeit schenken

Für Verliebte

20 Jahre lang jeden Monat 4000 Franken erhalten – das ver­ sprechen Win-for-­ Life-Lose. Mit diesem Kalender ist die ­Gewinnchance gleich 24-mal höher.

10

Ein Leben lang gewinnen

8

24 Ideen für den Adventskalender

24 | 15.11.2021 | ADVENTSKALENDER


Klitzekleine Ge­ schenke lassen sich wunderbar in leeren Zündholzschachteln verstauen. Eine lie­ bevolle – und nach­ haltige – Variante.

9

16

Perfekt für Leute, die noch nicht so viel Baumschmuck ha­ ben: Jeden Tag ein neues Bijou, das man am 24. Dezember gut gebrauchen kann.

Für einen Traum von Baum

Eine zündende Idee für die ­Verpackung

18

24 weise Sprüche, die zur Lebenssitua­ tion der beschenkten Person passen. Zum Beispiel für mehr ­Gelassenheit, Dank­ barkeit oder Glück.

An jedem Tag eine Unterstützung

20

Genauso wie über einen klassischen Adventskalender freuen sich viele ­Kinder, wenn sie auf dem Zmorgetisch ­jeden Tag ein kleines Geschenkli finden.

Überraschung beim Zmorge

Die Familienplatt­ form der Migros hält jede Menge Bastel­ tipps für Advents­ kalender bereit. Mehr auf famigros.ch.

Pure Magie für Kinder: ein Wichtel zieht ein. Vor seinem Türchen in der Wand liegen Briefe, Geschichten oder Bilder vom Wichtel für das Kind – und auch mal eine ­Süssigkeit oder ein kleines Geschenk.

Wichteltür statt Kalender

Basteltipps von Famigros

3 Stellen Sie am 1. De­ zember eine leere Kiste auf und legen Sie jeden Tag ein halt­ bares Lebensmittel, ein Paar warme So­ cken, Hygieneartikel etc. hinein. An Weih­ nachten bringen Sie die volle Kiste zu einer karitativen Einrichtung.

22

Der umgekehrte Adventskalender

Erstellen Sie eine Spotify-Playlist und teilen Sie sie mit dem Beschenkten. Dann fügen Sie jeden Tag einen neuen Lieblingssong hinzu.

Durch den ­Advent grooven

14

Passt ein Geschenk nicht in den Advents­ kalender, können Sie kleine Rätsel schrei­ ben, wo im Haus Sie das Geschenk versteckt haben.

5

Bestellen Sie ein Fo­ topuzzle im Internet und teilen Sie die ein­ zelnen Puzzleteile auf die 24 Tage auf – an jedem Tag sieht man ein bisschen mehr vom Gesamtbild.

Ein Bild entsteht

24

Schreiben Sie Gut­ scheine und stecken Sie sie in Luftballons, die Sie dann aufbla­ sen. Um an die Gut­ scheine zu kommen, muss man die Ballone platzen lassen. Yay!

Zerplatzte Träume

Für jeden Tag einen anderen Teebeutel in den Kalender tun – und Sie schenken ­Ihren Liebsten kleine Ruhemomente.

Kleine Auszeiten

Rätsel führen zum Geschenk

23

Für Paare: Damit nicht jeder 24 Ge­ schenke organisie­ ren muss, teilen Sie die Tage auf. An den ungeraden schenken Sie, an den geraden packen Sie aus.

Halbe-halbe

6

2

11

Gibt es jemanden in Ihrem Leben, dem oder der Sie viel zu wenige Komplimente machen? Jetzt ­haben Sie 24 gute Gelegen­ heiten dazu.

Komplimente

Haben Sie gewusst, dass ein Kasten Bier genau 24 Flaschen enthält? Der ­Adventskalender für Bierfans ist quasi schon fertig.

Für Bierfans

Illustration: Getty Images

15

21

ADVENTSKALENDER | 15.11.2021 | 25


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Unsere Bilderbuchtour – mit Genuss durch traumhafte Hügellandschaften!

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Auf herrlichen Landstrassen der Toskana radeln wir gemütlich an traumhaften Olivenhainen, mittelalterlichen Städten und wunderschönen Landgütern vorbei. Unterwegs geniessen wir die fantastische toskanische Küche und den grossartigen Wein!

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Zu Besuch auf einem Weingut

Herrliches San Gimignano

1. Tag, Samstag – Anreise Fahrt im modernen Reisebus nach Montecatini Terme. Nachtessen im Hotel. 2. Tag, Sonntag – Strada del Vino & Lucca Heute durchqueren wir mit unseren e-Bikes das reizvolle Tal der Pescia mit Millionen von Schnittblumen – ein herrlicher Anblick! Später gleiten wir gemütlich über die Strada del Vino zur feudalen Villa Torrigiani, welche wir besichtigen. Weiter geht es nach Lucca, wo wir bei einer Stadtführung eine spannende Zeitreise in die stolze Geschichte erleben. Danach bringt uns der Buschauffeur zurück ins Hotel. Der Abend steht Ihnen zur freien Verfügung. e-Bike Strecke: 38 km 3. Tag, Montag – Pisa & der schiefe Turm Nach dem Frühstück radeln wir mit unseren e-Bikes auf Luccas weltberühmten Befestigungsmauer zur Stadt hinaus – ein tolles Erlebnis! Später rollen wir über den Flussdamm des Serchio und an den Lago Massaciuccoli in das Mündungsgebiet des Arno! Über ebene Strässchen erreichen wir das weltbekannte Pisa mit seinem schiefen Turm. Freuen Sie sich auf eine spannende Stadtführung und auf etwas Zeit für eigene Erkundungstouren. Nachtessen im Hotel. e-Bike Strecke: 40 km 4. Tag, Dienstag – Rundtour nach Vinci Den Monte Albano im Blick, radeln wir heute durch wunderbare Olivenhaine in das schöne Städtchen Vinci. Hier wurde der grosse Leonardo geboren und man trifft überall auf

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seine Spuren. Durch die traumhafte Hügellandschaft mit herrlichen Ausblicken gelangen wir auf kleinen Wegen zurück nach Montecatini. Der Abend steht Ihnen zur freien Verfügung. e-Bike Strecke: 55 km 5. Tag, Mittwoch – In den Hügeln von San Gimignano Heute erwartet uns der landschaftlich schönste Tourentag: freuen Sie sich auf einer traumhaften Landstrasse mit fantastischem Ausblick durch die toskanische Hügellandschaft zu pedalen. Unterwegs stoppen wir im grossartigen San Gimignano und später erwartet uns eine schöne Weindegustation inmitten der zauberhaften Landschaft! Danach geht es weiter zu unserem Tagesziel Poggibonsi. Nachtessen im Hotel. e-Bike Strecke: 54 km 6. Tag, Donnerstag – Chianti & Siena Wir gleiten weiter durchs herrliche Chianti Gebiet – unterwegs halten wir und stärken uns in der Botteghina di Scorgiano bei einer leckeren Salamiverkostung. Später radeln wir durch ausgedehnte Eichen- und Kastanienwälder sowie abgelegene Weiler, bis wir in das wunderschöne Siena kommen. Nach der spannenden Stadtführung und etwas Freizeit bringt uns der Car zurück ins Hotel, wo uns die Küche mit einem feinen Abschlussessen verwöhnt! e-Bike Strecke: 30 km 7. Tag, Freitag – Abreise Nach dem Frühstück treten wir mit vielen unvergesslichen Eindrücken im Gepäck die Heimreise an.

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SORTIMENT | 15.11.2021 | 27

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30 | 15.11.2021 | GENUSS

Marmor-Guetzli Ergibt etwa 36 Stück 250 g Butter 140 g Zucker 2 Prisen Salz 350 g Mehl 250 g weisser Rollfondant 120 g farbiger Rollfondant, z. B. pink und gelb, aus dem Delika tessengeschäft Zubereitung 1. Butter und Zucker mit

der Küchenmaschine oder dem Handrührgerät ca. 2 Minuten cremig, aber nicht schaumig rühren. Salz und Mehl dazugeben und weiterrühren, bis die Masse brösmelig ist. Diese auf die glatte Arbeitsfläche oder einen Bogen Back­ papier geben und mit den Fingern zu einem kompak­ ten Teig zusammenfügen. Teig zu einer 5–7 cm dicken Rolle formen, in Backpapier einschlagen. Mindestens 1 Stunde kühl stellen. 2. Backofen auf 180 °C vor­

heizen. Teigrolle in ca. 5 mm dicke Scheiben schneiden. Mit etwas Abstand auf mit Backpapier belegte Bleche verteilen. Guetzli blech­ weise 9–10 Minuten backen, dabei gut überwachen. Rest­ liche Guetzli kühl stellen. Verfärben sich die Ränder goldbraun, sind die Guetzli fertig. Herausnehmen und auf dem Blech auskühlen lassen. 3. Weissen und farbigen

Fondant auf einer glatten Arbeitsfläche zu ca. 30 cm langen, dünnen Rollen ­formen. Diese zusammen verdrehen. Einmal zusam­ menfalten und nochmals etwas verdrehen. Fondant auf der Arbeitsfläche sehr dünn auswallen, so entsteht ein Marmormuster. Rondel­ len in der Grösse der Guetzli ausstechen. Auf einer Seite mit wenig Wasser bepinseln, auf die Guetzli kleben.

Neue Lieblinge

Viele lieben Klassiker über alles. Ein bisschen Abwechslung schadet aber auch bei Weihnachtsguetzli nie. Hier ein paar kreative Varianten und Tipps, wie die Süssigkeiten gelingen. Mailänderli Mailänderli bleiben noch immer die beliebtesten Weihnachts­ guetzli der Schweiz. Gerade selbstgebacken schmecken sie umwerfend. Ihr Geheimnis: ein Hauch Zitronenaroma.


GENUSS | 15.11.2021 | 31

Vanillestängeli Die klassischen Guetzli dürfen in ­ einer Weihnachtsbäckerei fehlen: k Vanilleteig in Stängeli schneiden und nach dem Backen mit Puderzucker bestäuben.

Caipi-Stängeliguetzli Ergibt etwa 70 Stück 250 g Butter 140 g Zucker 2 Prisen Salz 350 g Mehl 1 Limette 120 g Puderzucker 2 EL Cachaça aus dem Delikatessgeschäft 1–2 Tropfen grüne ­ Lebensmittelfarbe (nach Belieben)

Ingwer-Rhomben

heizen. Zwei Backbleche mit Papier belegen. Aus dem Teig Stängeli à ca. 1 × 6 cm ausschneiden. Mit etwas ­Abstand auf mit Backpapier belegte Bleche verteilen. Blechweise 7–8 Minuten ­backen, gut überwachen. Restliche Guetzli kühl stel­ len. Verfärben sich Ränder goldbraun, sind die Stängeli fertig. Herausnehmen, auf dem Blech auskühlen lassen.

PistacheBlütenStängeliguetzli Rezepte und Text: Migusto.ch

­einer ­Küchenmaschine oder einem Handrührgerät ca. 2 Minuten cremig, aber nicht schaumig rühren. Salz und Mehl dazugeben und weiter­ rühren, bis eine brösmelige Masse entstanden ist. Diese auf die glatte Arbeitsfläche oder einen Bogen Back­ papier geben und mit den Fingern zum kompakten Teig zusammenfügen. Teig mit einem zweiten Back­ papier belegen und ca. 5 mm dick auswallen. Mindestens 30 Minuten kühl stellen. 2. Backofen auf 180 °C vor­

Verschiedenfarbige Eiweissglasuren machen diese ­Ingwer-Guetzli besonders ­attraktiv: zum Kaffee und Tee, für Gäste oder als kleines Geschenk.

Alle Rezepte auf migusto.ch

Zubereitung 1. Butter und Zucker mit

Stängeliguetzli aus Short­bread-Mürbeteig mit ­geschmolzener weisser ­Schokolade bestreichen, mit gehackten Pistazien und getrockneten Blüten bestreuen.

3. Limettenschale dünn ent­

fernen. In feine Streifen schneiden. Limette aus­ pressen. Puderzucker mit Cachaça, 1–2 EL Limetten­ saft und nach Belieben ­Lebensmittelfarbe zu einer dickflüssigen Glasur ver­ rühren. Stängeli damit dick bepinseln, mit Limet­ tenschale bestreuen und trocknen lassen.


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GENUSS | 15.11.2021 | 33

ChiliSchokoladenSterne

Tipps & Tricks

Ergibt etwa 20 Stück 50 g dunkle Schokolade mit 72 % Kakao 60 g Zucker 100  g gemahlene, ge­ schälte Mandeln ca. ½ TL Chili-Mix, gemahlen 1 Eiweiss 1 EL Kirsch Zucker zum Ausstechen ca. 30 g Puderzucker 1 TL Wasser einige Tropfen rote Lebensmittelfarbe etwas roter Glitzerspray

Teige am Vorabend (oder bis zu drei Tage vorher) vorbereiten und eine Nacht im Kühlschrank lagern. So kann man beim Guetzle direkt mit Ausstechen loslegen. Noch schneller: Fertigteig kaufen. Gleichmässig dicke Guetzli erfordern normalerweise Teighölzer. Alternativ gehts auch mit zwei gleich dicken Küchenbrettern, seitlich am Teigrand platziert. Den kühl gestellten Teig vor dem Auswallen antemperieren lassen. Ist er zu kalt, entstehen beim Auswallen schnell ärgerliche Risse.

Zubereitung 1. Schokolade fein reiben.

Mit Zucker, Mandeln und Chili mischen. Eiweiss und Kirsch dazugeben und zum Teig vermengen. Zugedeckt ca. 1 Stunde kühl stellen.

Wer bei klebrigem Teig die Nerven verliert, legt den Teig zwischen zwei Bögen Backpapier und wallt ihn so aus. Die Bögen später zum Backen verwenden. Zudem Förmchen nach jedem Ausstechen im Mehl wenden, so haftet der Teig nicht daran. Nach dem Ausstechen Reste zusammenfügen, ohne Kneten erneut auswallen. Ist der Teig weich, vor dem nächsten Ausstechen kurz kühl stellen.

2. Backofen auf 250 °C vor­

heizen. Teig portionenweise zwischen Backpapier ca. 7 mm dick auswallen. Mit ­etwas Zucker bestreuen und aus dem Teig kleine Sterne à ca. 4 cm Ø ausstechen und auf ein mit Backpapier be­ legtes Blech legen. Ausstech­ förmchen gelegentlich in ­Zucker tauchen. Sterne in der Ofenmitte ca. 2 Minuten backen. Auf einem Gitter auskühlen lassen. 3. Puderzucker, Wasser und

Lebensmittelfarbe zur dick­ flüssigen Glasur mischen. Da­ mit Sterne bepinseln. Gleich mit Glitzerspray bestäuben. Glasur fest werden lassen.

Fruchtige Spitzbuben Aus dem gleichen Mürbeteig wie für Shortbread werden mit anderen Förmchen und fruchtiger ­Konfitüre süsse ­Spitzbuben.

Zimtsterne Auch die Zimtsterne ­ ehören zu den (Vor-) g Weihnachtsklassikern. Sie betören Gross und Klein mit dem unwiderstehlichen Duft der ­Zimtbaum-Rinde.

JohannisbeerSpitzbuben Diese Doppeldecker-Guetzli mit ­Johannisbeergelee oder einer ­anderen Konfitüre erfreuen Gross und Klein. Sie sind auch ein hübsches Mitbringsel.

Die relativ kurze Backzeit zeichnet Guetzli aus. Am ­besten bleibt man in der Nähe des Ofens und behält sie im Blick, denn Sekunden können entscheiden. Die sicher einfachste Glasur besteht bloss aus Eiweiss und Puderzucker: 250 Gramm pro Eiweiss. Soll sie flüssiger werden, wenig Wasser oder Zitronensaft beigeben. Einige Tropfen Lebensmittelfarbe sorgen für Abwechslung. Beim Aufbewahren gilt: ­Guetzli zuerst vollständig auskühlen lassen, dann in gut verschliessbare Dosen füllen, eventuell nach Sorten getrennt. Die mit Glasur mit Backpapier trennen. Gegen das Austrocknen helfen eine Apfelscheibe oder auch ein Schnitz Zitrone.


34 | 15.11.2021 | ERNÄHRUNG

Wenn uns unsere Gesundheit und die des Planeten lieb sind, müssen wir unsere ­Ess­gewohnheiten ändern, sagt Food-­ Expertin ­Christine Schäfer. Ein Gespräch über ­vertikale ­Farmen, hilfreiche ­Mikroben und Fleisch aus dem Labor. Text: Ralf Kaminski

«Wir sollten bescheidener und gesünder werden» Christine Schäfer, wird ein ­typisches Schweizer Mittag­ essen in zehn Jahren sehr ­anders aussehen als heute? Vermutlich schon. Es werden noch mehr Menschen Wert auf gesundes, nachhaltiges Essen ­legen. Viele werden deutlich we­ niger Fleisch essen, umso mehr als die pflanzenbasierten Alter­ nativen laufend besser werden. Welche anderen Entwick­ lungen erwarten Sie? Unsere Ernährung wird perso­ nalisierter. Wir verstehen im­ mer besser, was uns persönlich guttut und was weniger, denn das ist sehr individuell. Gut möglich also, dass dann beim ­Familienessen alle etwas ganz anderes auf dem Teller haben. Entweder aus gesundheitlichen oder aus ethischen Gründen. Teilweise ist das heute schon so, etwa wenn Vegetarierinnen oder Veganer in der Runde sitzen. Wie sollten sich unsere Ess­ gewohnheiten verändern, ­damit wir uns gesund ernähren und auch die wachsende Welt­ bevölkerung satt wird? Es gibt einen idealen Speiseplan, der die Gesundheit des Einzel­ nen ebenso sicherstellen würde wie die des Planeten. Wir in ­Europa müssten dafür unseren Konsum an tierischen Produk­

ten stark reduzieren, also viel weniger Fleisch, Milch, Käse, Eier – auch weniger Zucker und Alkohol –, dafür deutlich mehr Gemüse, Obst, Nüsse und Hülsenfrüchte. In unserem Teil der Welt steht für viele beim Essen der Ge­ nuss im Zentrum, nicht das Sattwerden oder die Gesund­ heit. Werden wir uns das auch künftig leisten können? Als Teil der globalen Gemein­ schaft können wir uns unsere aktuelle Form des Konsums im Grunde schon heute nicht mehr leisten. Aber wir bekommen die Konsequenzen unseres Ver­ haltens bisher kaum zu spüren, weshalb der Druck für Verän­ derungen gering ist. Ich kenne aber Menschen, die nach diesem ­nassen Schweizer Sommer mit heftigen Sturmschäden nach­ denklicher geworden sind. Sie realisieren, dass die Folgen uns auch hier treffen können. Wir sollten also möglichst rasch umstellen? Lieber gestern als morgen. Kurz gesagt sollten wir bescheidener und gesünder werden. Wir essen tendenziell zu viel vom Falschen

und zu wenig vom Richtigen, ­haben zu oft tierische Proteine auf dem Teller, werfen zu viel Essen weg, verpacken zu viele Produkte in Plastik und impor­ tieren zu viele Lebensmittel aus dem fernen Ausland.


ERNÄHRUNG | 15.11.2021 | 35

Christine Schäfer (32) forscht am GottliebDuttweiler-Institut zu gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und technologischen Veränderungen mit den Schwerpunkten Food, Konsum und Handel. Sie ist Co-Autorin des neuen «European Food Trends Report»: «Die grosse Verstrickung – Ernährung zwischen Mikrochip und Mikrobiom». Weitere Infos: gdi.ch/eftr21

gesund. Aber gleichzeitig haben wir damit Ökosysteme aus dem Gleichgewicht gebracht, die seit Jahrtausenden bestehen.

guten Beitrag dazu. Sie helfen vielen, ein paar Mal pro Woche auf Fleisch zu verzichten.

Wie gelingt es, die Genuss­esser in den wohlhabenden Ländern von einer Umstellung zu überzeugen? Das ist nicht leicht. Aber pflan­ zenbasierte Fleischersatzpro­ dukte leisten zum Beispiel einen

Hierzulande haben wir zwar Nahrung im Überfluss, aber dennoch Probleme, wie Ihre Studie aufzeigt. Was hat es ­damit auf sich? Der Vergleich von Stuhlproben hat gezeigt, dass wir nur eine halb so grosse Vielfalt an Mikro­ ben im Darm haben wie Kultu­ ren, die naturnah leben. Das hat mit der industrialisierten Land­ wirtschaft zu tun, mit dem Ein­ satz von Pestiziden und der über­ triebenen Anwendung von Anti­ biotika. Das alles hat enorme Fortschritte ermöglicht – wir können viel grössere Mengen produzieren und sind viel länger

Und offenbar auch unser eigenes Mikroben-Ökosystem? Ja, weil wir mit unserer Er­ nährung beeinflussen, welche Darmbakterien florieren und welche nicht. Wenn wir viel Süs­ ses essen, begünstigen wir Mik­ roben, die Zucker mögen. Die wiederum senden Botenstoffe ins Hirn, die das Verlangen nach Zucker zusätzlich fördern – ein Teufelskreis. Zudem führt auch die industrielle Landwirtschaft zu einer Verarmung bei den Pflanzen, die wir konsumieren. Dadurch verschwinden Mikro­ ben in uns, die wichtig für unser Wohlbefinden wären. Haben Mikroben wirklich so grossen Einfluss auf uns? Oh ja. Im Grunde ist jeder von uns ein Ökosystem für Billionen von Mikroben. Ohne sie wären wir gar nicht überlebensfähig. Mikroben steuern unseren Stoffwechsel, unser Immun­ system und andere grund­ legende Körperfunktionen. Sie beeinflussen aber auch unser psychisches Wohlbefinden.

Inwiefern? Die meisten Mikroben sitzen im Darm, wo sie pausenlos Boten­ stoffe produzieren, darunter das Glückshormon Serotonin. Wenn solche Stoffe weniger wer­ den oder fehlen, weil die Vielfalt der Mikroben abnimmt, kann das zu Depressionen oder an­ deren psychischen Belastungen führen. Diese Zusammenhänge sind noch nicht besonders gut erforscht, doch es wird vermu­ tet, dass einige unserer heutigen Zivilisationskrankheiten wie ­Allergien, Diabetes, Über­ gewicht oder Parkinson auch ­darauf zurückzuführen sind.

«Im Grunde ist jeder von uns ein Ökosystem für Billionen von Mikroben.» Wir haben es also selbst in der Hand, wir müssen einfach entsprechend essen? Theoretisch ja, aber für viele würde das heissen, dass sie ihre Ernährung grundsätzlich um­ stellen müssten. Und das ist nicht leicht, es braucht Disziplin und Durchhaltewillen. Schon heute haben 930 Millionen Menschen nicht genug zu essen. Weshalb eigentlich? Theoretisch werden auf der Welt genügend Nahrungsmittel ­produziert, aber sie sind nicht immer zur richtigen Zeit am rich­tigen Ort. Es ist also vor ­allem ein Verteilungsproblem. Hinzu kommen Ernteausfälle durch Klimawandel oder ver­ dorbene Produkte wegen einer unterbrochenen Kühlkette oder anderen Logistikproblemen. Könnte es schwieriger werden, genügend Lebensmittel zu pro-


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ERNÄHRUNG | 15.11.2021 | 37

«Mithilfe von Drohnen können wir den Boden präziser bewirtschaften.»

Die «richtigen» Mikroben fördern

Illustrationen: GDI, European Food Trends Report 2021

duzieren, angesichts einer wachsenden Bevölkerung und des Klimawandels? Ja. Durch eine sich aufwärmen­ de Welt werden sich Landwirt­ schaftsflächen verschieben – an einigen Orten wird man nichts mehr anbauen können oder muss auf anderes setzen, dafür können Gebiete neu genutzt wer­ den. Das wird vieles verändern und die Nahrungsmittelsituation in einigen Ländern mit hohem Bevölkerungswachstum noch schwieriger machen. Aber selbst dann wäre es möglich, alle zu ­ernähren, wenn wir uns an den oben empfohlenen Speiseplan halten. Nicht jedoch, wenn im­ mer mehr Menschen auf der Welt so essen wie wir heute. Was steht Europa bevor? Die Veränderungen haben be­ reits begonnen. Dieses Jahr führten Wetterkapriolen in der Schweiz dazu, dass es fast keine Aprikosen aus dem Wallis gab und viele Weinbauern kaum ­etwas ernten konnten. Verlage­ rungen von Anbaugebieten wer­ den künftig häufiger. Die Frage ist, ob sich die Menschen dann umstellen oder ob sie versuchen, mit den fruchtbaren Böden ­mitzuziehen. Einige werden wohl keine andere Wahl haben. Wie viele Menschen könnte das betreffen? Heute ist nur ein Prozent der Landfläche unbewohnbar, bis in 50 Jahren könnten es 19 Prozent sein, wenn wir den Klimawandel nicht rasch in den Griff bekom­

gute Ergänzung zur regulären Landwirtschaft. men. Wir könnten vor der gröss­ ten Migrationsbewegung stehen, die die Welt je gesehen hat. Wie müsste sich die Produk­ tion von Lebensmitteln ­ver­ändern, damit trotz allem ­genug für alle da ist? Dank neuer Technologien kann die Produktion sehr viel effizien­ ter werden, etwa durch Senso­ ren im Boden oder den Einsatz von Robotern und Drohnen. So kann der Boden präziser be­ wirtschaftet werden, man weiss dann genau, wo es mehr Wasser braucht, wo mehr Dünger, wo man schon ernten kann. Statt wie heute grosse Flächen gleich zu behandeln und damit beispiels­ weise Wasser zu verschwenden. So würden Ressourcen, Böden und das Ökosystem geschont, und es gibt erst noch höhere ­Erträge pro Fläche. Zudem soll­ ten wir vermehrt in den Städten ­produzieren, wo immer mehr Menschen leben werden. Wie könnte das aussehen? Etwa mittels vertikaler Farmen, bei denen die Pflanzen in Nähr­ lösungen mehrstöckig in die Höhe wachsen statt auf einer Fläche im Boden. Salate oder Ähnliches könnte man gut auf diese Weise produzieren. Teil­ weise gibt es sogar Lösungen, bei denen eine Fischzucht integriert wird. Solche geschlossenen Kreislaufsysteme wären eine

Und Fleisch soll künftig aus dem Labor statt von Bauern­ höfen kommen? Daran wird aktuell weltweit ­ge­arbeitet. Am Ende müsste kein Tier mehr sterben, man würde ihm nur eine Stammzelle entnehmen und daraus Zell­ kulturen ent­wickeln, die in Nähr­ lösungen zu Fleisch heranwach­ sen, das genauso «echt» ist wie das einer Kuh oder eines Huhns. Würde solches «künstliches» Fleisch bei der grossen Masse überhaupt ankommen? Industriell produziertes Fleisch für den Massenmarkt ist auch nicht sehr natürlich – weder wie diese Tiere gehalten werden, noch was ihnen verfüttert wird. Aber klar, Konsumentinnen und Konsumenten müssen an Bord sein, damit es funktioniert. Wie gelingt das? Am Ende hängt viel von Genuss, Preis und einem gewissen Ge­ wöhnungseffekt ab. Zuerst wird es diese Produkte wohl in der Gastronomie geben; auf diese Weise kommen die Leute erst­ mals d ­ amit in Berührung und ­erhalten sie auch perfekt zuberei­ tet. Wenn sie anschliessend von ­grossen Fast-Food-Anbietern aufgenommen werden, erreichen sie auch den Massenmarkt, so wie es mit den pflanzenbasierten Burgern in den vergangenen ­Jahren passiert ist. MM

Dies sind einige Grundregeln für ein gesundes Mikrobiom:

Tun 1. Möglichst viele Ballast­ stoffe essen (verschiedene Gemüse- und Obstsorten, Vollkorn­produkte, Nüsse, Hülsenfrüchte) 2. Fermentierte Lebensmittel wie Joghurt, Dickmilch, Rohmilchkäse oder Sauer­ kraut ­essen 3. Viel Zeit in der Natur verbringen und auch den direkten K ­ ontakt zu Dreck und Matsch zulassen 4. Mit Tieren leben 5. Auf ausreichend Schlaf achten 6. Viel Bewegung in den Alltag einbauen

Vermeiden 1. Viel Zucker und Süssstoffe ­essen 2. Verarbeitete Lebens-­ mittel und Fertigprodukte konsumieren 3. Regelmässig (rotes) Fleisch essen 4. Bei jedem Symptom sofort Antibiotika und andere Medikamente einnehmen 5. Stress ignorieren und keine Auszeiten nehmen 6. Übertriebene Hygiene (ohne Pandemie gibt es im Alltag keinen Grund, sich die Hände zu desinfizieren)


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40 | 15.11.2021 | GESUNDHEIT

… ist Energie

Licht  …

Licht ist Energie in Form von elektromagnetischer Strahlung, die von einer Quelle wie der Sonne aus­ gestrahlt wird. Diese Strah­ len breiten sich als Wellen im Raum aus, ähnlich wie Wellen im Wasser, wenn man einen Stein hinein­ wirft. Elektromagnetische Strahlen haben unter­ schiedliche Wellenlängen. Das für Menschen sicht­ bare Licht umfasst Wellen­ längen zwischen 400 und 700 Nanometern. «Lang­ wellige Lichtstrahlen in ­diesem Bereich erscheinen uns als Rot, e ­ twas kürzere als Orange und dann Grün bis hin zu den sehr kurzen blauen Strahlen», erklärt Reik Leiterer, Co-Leiter ­Science ­Lab der Universität Zürich. «Aber das ist nur ein kleiner Ausschnitt des elektromagne­tischen Spek­ trums. Der grösste Teil ist für menschliche Augen un­ sichtbar, dazu gehören zum Beispiel UV- und Röntgen­ strahlen oder auch die ­Mikro- und Radiowellen.»

… kann gemessen werden Die Helligkeit von Licht wird mit Lux gemessen. Beim Tageslicht liegt sie ­zwischen 1 und über 100 000 Lux. Sie nimmt von der Morgendämme­ rung bis zum Mittag zu und sinkt dann wieder ab.

… versorgt uns mit Vitamin D

Sonnenlicht hilft dem ­Körper, Vitamin D zu bil­ den. Menschen benötigen das Vitamin zur Aufnahme von Kalzium, der für die ­Bildung und Stabilität der Knochen essen­ziell ist. Ein Mangel an Vitamin D führt kann zu K ­ nochenschwund (Osteo­porose) führen, bei kleinen Kindern zur Kno­ chenerweichung (Rachitis). Um die Depots zu füllen, empfehlen Experten min­ destens 20 bis 30 Minuten ­Sonnenlicht pro Tag. «Mit einem kurzen Spaziergang in der Mittagspause kön­ nen wir schon viel für ­unsere Gesundheit tun», bestätigt auch Prof. Dr. Beat Knechtle von Med­ base ­St.  Gallen.

Licht regelt den SchlafWach-Rhythmus und macht uns glücklich. Warum ist das so? Was ist eigentlich Licht? Und wo kommt es überhaupt her? Text: Susanne Schmid Lopardo

… hat verschiedene Farben Licht erscheint uns auf den ersten Blick oft weiss. Tat­ sächlich setzt sich weisses Licht aus den verschiede­ nen Wellenlängenberei­ chen des sichtbaren Lichts zusammen. Gut sichtbar machen dies Regenbogen: Sie entstehen, weil das Sonnenlicht an den Was­ sertropfen in die einzelnen Spektralbereiche aufge­ fächert wird und unsere Augen dann das ganze Farbspektrum wahr­neh­ men können: Rot, Orange, Gelb, Grün, Indigo und ­Violett.

… sorgt für gute Laune Wenn die Sonne scheint, fühlen wir uns gut, das ­Leben macht mehr Spass, und wir können uns besser konzentrieren. Licht hilft unserem Körper, Sero­tonin zu bilden. Der als «Glücks­ hormon» bekannte Stoff wird während des ­Tages produziert.

… färbt den Himmel blau oder rot Das weiss aussehende Sonnenlicht muss durch die Erdatmosphäre hin­ durch und wird an den ­Molekülen in der Luft ge­ streut – je kürzer die Wel­ lenlänge der Strahlung, ­ umso höher der Anteil der Streuung. Bei strahlend schönem Himmel werden dementsprechend vor ­allem die kurzwelligen ­Bereiche des sichtbaren Lichts gestreut und errei­

chen dann aus allen Rich­ tungen unsere Augen: «Der Farb­eindruck des ‹blauen ­Himmels› entsteht», so Reik Leiterer. «Bei einem Sonnenuntergang hinge­ gen müssen die Lichtstrah­ len e ­ inen viel weiteren Weg durch die Atmosphäre bis zu unseren Augen zurück­ legen. Da sind die ‹kurzen› blauen Strahlen schon so stark gestreut, dass uns vor allem die längeren Wellen erreichen – das sind die ­Bereiche des Spektrums, die wir dann als Rot und Orange wahrnehmen.»


GESUNDHEIT | 15.11.2021 | 41

… ist nicht gleich Licht Moderne Deckenleuchten oder Stehlampen haben nicht die gleiche Wirkung auf den Körper wie Son­ nenlicht, da ihr Licht oft nur ausgewählte Bereiche des elektro­mag­netischen Spektrums aus­sendet. Es gibt jedoch spe­zielle Lampen, die Tages­licht nachahmen können. Sie decken ein dem Sonnen­ licht vergleichbaren Bereich des Spektrums ab oder passen, wie bei dyna­ mi­schen LED-Leuchten, das Licht je nach Tageszeit an. In der Licht­therapie – zum Beispiel zur Behand­ lung von Winter­depressio­nen – werden Tages­ licht­lampen mit einer Licht­stärke von 2500 bis 10 000 Lux eingesetzt. Dabei gilt: je höher die Lichtleistung, desto kürzer die Sitzung vor der Lampe.

... und Bewe­ gung stoppen Winterblues

… beugt Bluthoch­ druck vor

Bild: Getty Images

Mit der Distanz zum Äquator steigen Blutdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen an. Wissenschaftler der University of Edinburgh entdeckten, dass dies an der UVA-Strahlung liegt. Sie teilten die Teilnehmer einer Studie in zwei Gruppen ein.

Eine wurde 30 Mi­nuten lang UVA-Strahlen in einer Intensität ausgesetzt, wie sie für Südeuropa typisch ist. Die andere Gruppe verbrachte die gleiche Zeit unter künstlichem Licht ohne UVAStrahlen. Es zeigte sich, dass Personen, die den intensiven UVA-Strahlen ausgesetzt waren, anschliessend einen niedrigeren Blutdruck hatten als Personen, die unter künstlichem Licht gesessen hatten.

… regelt den Schlaf-WachRhythmus Unser Tagesrhythmus wird zum Grossteil von der S ­ onne beeinflusst. Das Sonnenlicht gibt dem Körper vor, wann er wach und aktiv sein soll oder wann es Zeit ist, sich zu regenerieren. Unsere «innere Uhr» ist wichtig für die Regulation

von Körpertemperatur, Hirnaktivität, Hormon­ produktion und anderen physiologischen Prozessen. Forscher der University of Edinburgh haben entdeckt, dass die «innere Uhr» auch über die Augen reguliert wird. Kommt sie, zum Beispiel durch Nachtschichten oder falsche Beleuchtung, aus dem Rhythmus, kann sich das negativ auf die ­körperliche und psychische Gesundheit auswirken.

Mehr zum Thema Winterdepression auf: migros-impuls.ch/winterdepression iMpuls ist die Gesundheits­initiative der Migros.

Die Häufigkeit von depressiven Symptomen nehmen in den kalten Monaten zu. Der exakte Grund für das Phä­nomen des Herbstund Winterblues ist umstritten. Viele Wissenschaftler gehen jedoch davon aus, dass in der eher düsteren Jahreszeit eine vermehrte Melatoninproduktion den Serotoninspiegel sinken lässt, wir also weniger Glückshormon im Blut h ­ aben. Licht und Bewegung helfen ­gegen die Stimmungsschwankungen. Auch wenn es schwerfällt, sollte man aktiv bleiben und tagsüber an die frische Luft g­ ehen. Selbst bei t­ rübem Himmel dringt ­etwas UV-Strahlung durch die Wolkendecke oder den Hochnebel. Licht-Workshops unter sciencelab.uzh.ch


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FAMILIENBUDGET | 15.11.2021 | 43

Krankenkasse optimieren: So sparen Sie viel Geld Wer bis zu 2500 Franken pro Jahr sparen will, muss sich jetzt sputen. Am 30. November läuft die Kündigungsfrist für den Krankenkassenwechsel ab. Es gibt aber noch weitere Sparmöglichkeiten. Text: Dario Aeberli

Ich überlege mir, die Kasse für die Grundversicherung zu wechseln. Woran muss ich denken?

Illustration: Getty Images

Wieso sollte ich überhaupt die Krankenkasse wechseln? Die Krankenkassen haben ihren Kunden bis Ende Oktober mitge­ teilt, wie hoch die Prämien für die Grundversicherung im nächsten Jahr sind. Wer von der teuersten zur günstigsten Grundversiche­ rung wechselt, kann 2022 je nach Region bis zu 2500 Franken ­sparen. Nur knapp zehn Prozent der Bevölkerung tut das auch. Wie lange bleibt mir noch, um die Krankenkasse zu wechseln? Bis spätestens 30. November muss die aktuelle Krankenkasse Ihr Kündigungsschreiben er­ halten haben. Darauf muss die alte Krankenkasse bis spätestens 30. Dezember eine Bestätigung

des neuen Anbieters erhalten, um die Kundenbeziehung ­wirklich beenden zu können. Wie muss ich vorgehen? Das Bundesamt für Gesundheit und mehrere private Unternehmen bieten gratis Vergleichsdienste im Internet an (www.­migmag.ch/ krankenkasse). Nach Eingabe von Wohnort, Jahrgang, gewünschter Franchise sowie a­ ktueller Kran­ kenkasse sieht man, welche Grundversicherungen günstiger sind als die aktuelle. Mit wenigen Klicks können sofort ­Offerten bei den möglichen Anbietern an­ gefragt und ein standardisiertes Kündigungsschreiben ausge­ druckt werden. Der ganze Pro­ zess dauert keine 20 Minuten.

Ich will meine Kasse nicht wechseln, aber trotzdem bei den Prämien sparen. Was kann ich tun? 1. Franchise erhöhen. Die Fran­ chise ist der Betrag, den man als versicherte Person bereit ist, selbst zu bezahlen. Bei jährlichen Kosten über 2000 Franken lohnt sich die Mindestfranchise von 300 Franken. Geht man davon aus, dass im kommenden Jahr weniger als 2000 Franken Kosten für Behandlungen anstehen, lohnt sich die Höchstfranchise von 2500 Franken. 2. Wechsel des Versicherungsmodells. Beim Wechsel zwischen den Modellen HMO (ich darf nur zu bestimmten Gruppenpraxen), Telmed (ich muss vorab anrufen, ob ich mich behandeln lassen darf), Hausarzt (ich darf nur zum vorgegebenen Hausarzt) oder

­ iner Kombination davon können e bis zu 25 Prozent Prämien gespart werden. 3. Die Versicherung während des Militärdienstes sistieren. ­Damit können jährlich bis zu 3000 Franken g ­ espart werden. 4. Unfallversicherung kündigen. Wer mindestens acht Stunden pro Woche für einen Arbeitgeber tätig ist, ist von diesem gegen Un­ fälle versichert und braucht keine private Unfallversicherung. 5. Jahres- statt Monatsprämie bezahlen. Wer die Prämien im Voraus für ein ganzes Jahr auf ein­ mal bezahlen kann, erhält einen Rabatt von 0,25 bis 2 Prozent.


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KOLUMNE | 15.11.2021 | 45

Illustration: Rinah Lang

Hitzewelle für Pendler STADT, LAND, STUTZ Während andere langsam, aber sicher zu frieren beginnen, hat für Pendlerinnen und Pendler die Saison des Schwitzens begonnen. In dicken Jacken, Schals und frühmorgens auch gerne mal Handschuhen hetzen wir auf den Zug. Darin läuft die Heizung schon auf Hochtouren, was uns in diesem Moment aber nicht freut – so kalt ist es draussen noch nicht –, sondern ­sofort in Wallungen ausbrechen lässt. Weil die Züge meist bis auf den letzten Platz gefüllt sind, setzen wir uns neben ­einen Leidensgenossen. Dann fängt die in­ nere D ­ ebatte an: Lohnt es sich, Jacke, Schal, ­Mütze, Handschuhe abzulegen, oder ist die Fahrt dafür zu kurz? Irgendwann merken wir, dass wir uns währenddessen längst ­hätten ausziehen können. Das Rinnsal, das wir mittlerweile am Rücken spüren, lässt uns dann doch umständlich aus der ganzen Wolle schlüpfen. Dabei verpassen wir dem

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Leidens­genossen nebenan dreimal fast ein Veilchen und müssen nach allen Verrenkun­ gen quasi jetzt schon einen Termin in der Physio­therapie reservieren. Weil der Platz neben uns ja nicht frei ist, sondern vom ­Leidensgenossen besetzt, halten wir unsere Kleidung jetzt auf dem Schoss wie ein fieb­ riges Baby. Sie gibt so viel Hitze ab, dass wir sie auch gleich hätten anbehalten können, aber jetzt ist es zu spät. So sitzen wir dann würdelos da mit unse­ rem Knäuel aus Wolle, Daune, Fakepelz und Leder und hoffen, dass die Fahrt möglichst schnell vorübergehen möge. Irgendwann ist der «nächste Halt» unser Halt, und wir ziehen alles mindestens genauso umständ­ lich wieder an. Wir gliedern uns in die Reihe der Aussteigenden ein und sind froh, bald wieder an der kühlen Novemberluft zu sein. Doch kaum ist es so weit, spurten wir zurück: Handschuhe auf dem Sitz vergessen. MM


46 | 15.11.2021 | LEHRSTELLEN

Nachwuchs dringend gesucht

Gut gelaunt steht Yannick Kunz hinter der Fleischtheke und ­berät eine Kundin. Am liebsten gibt der 22-jährige Hobbykoch Zubereitungstipps. Kunz hat dieses Jahr in Arbon TG seine Lehre als Detailhandelsfachmann Fleischwirtschaft EFZ ­abgeschlossen und arbeitet seit Kurzem in der Migros Neumarkt im Stadtzentrum von St. Gallen. Aber junge Leute wie er werden zunehmend rar. Rund 300 Lehrstellen konnte die Migros-Gruppe für 2021 nicht besetzen. Das entspricht etwa zehn Prozent – und dem Durchschnitt der vergangenen Jahre. Besonders betroffen sind Stellen im Detailhandel, also etwa Mitarbeitende, die in den Fi­lia­ len Produkte bewirtschaften, Kundinnen und Kunden beraten oder an der Kasse arbeiten. Speziell prekär ist die Lage bei den Fleischfachleuten. All dies hat Auswirkungen auf den Betrieb der Supermärkte, die deshalb vermehrt auch ausserhalb der Migros rekrutieren müssen. In der Migros Neumarkt blieben 2021 vier von sechs Lehrstellen in den Bereichen Haushalt, Lebensmittel und Metzgerei ­unbesetzt. Zuletzt hat 2019 eine Fleischfachfrau ihre Lehre ab­ geschlossen – seither ist es nicht gelungen, solche Lehrstellen neu zu besetzen. Zu Unrecht ein schlechtes Image

Die Gründe für die Schwierigkeiten sind vielfältig und indi­ viduell: die Samstagsarbeit, das frühe Aufstehen, der nicht eben hohe Anfangslohn. «Und viele glauben, dass es kaum Aufstiegsmöglichkeiten gibt, was aber ein Irrtum ist», sagt Daniel

Auch dieses Jahr sind Tausende von Lehrstellen unbesetzt geblieben – in der Migros unter anderem im Detailhandelsfach und bei der Fleischwirtschaft. Was hat das für Folgen? Text: Ralf Kaminski  Bilder: Nik Hunger

Mattmann (49), Geschäftsführer des Neumarkts, der selbst als ­Migros-Lernender in der Unterhaltungselektronik begonnen hat. Zudem habe der Verkauf zu Unrecht ein schlechtes Image: «Er ist verglichen mit anderen Be­rufen sehr abwechslungsreich und bietet flexible Arbeitszeiten.» Dennoch steht bei den Jungen eine Ausbildung im Verkauf oft nicht an erster Stelle. Umso mehr bemüht man sich auch beim Neumarkt, junge Leute ­direkt anzusprechen. «Wir bieten beispielsweise individuelle Schnuppertage an oder organisieren Besuche für ganze Schulklassen», sagt Nicole Signer (44), Bereichsleiterin Frische beim Neumarkt. «Dabei bringen wir ihnen die Vielfalt der MigrosWelt näher und hoffen so, mo­ tivierte junge Menschen zu ­finden, die diesen Beruf mit Herzblut ausüben.» Yannick Kunz gehört dazu. Aber er war einer von gerade mal zwei Lernenden, die dieses Jahr im Kanton Thurgau im Fleischfachbereich ihre Ausbildung abgeschlossen haben. Wa­ rum macht er, wofür sich kaum noch jemand findet? Kunz lacht.

«Weil ich sehr gern koche und etwas gesucht habe, das so ähnlich ist.» Er machte sich Sorgen, dass ihm das Kochen privat verleiden würde, wenn er es auch beruflich täte. «In diesem Job jedoch lerne ich viel Neues, was mir auch für mein Hobby hilft.» Obwohl er selbst nur einmal pro Woche Fleisch isst. Mit Vielfalt werben

Zwar findet auch er den Job «streng», die langen Arbeitszeiten, der Stress rund um Ostern und Weihnachten. Aber er liebt den Austausch mit der Kundschaft. «Es gibt nichts Schöneres, als wenn eine Kundin eine Woche später wiederkommt und sich für meine Zubereitungstipps bedankt.» Auch Alexandra Bischof liebt den Austausch mit der Kundschaft. Für die 17-Jährige war die Lehre als Detailhandelsfachfrau Nahrungs- und Genussmittel EFZ ganz klar erste Wahl. Momentan ist sie in der Backwarenab­teilung tätig, die sie wegen des frischen Brotdufts liebt. «Ich ­arbeite gern mit Lebensmitteln und finde es spannend, wie sich das saisonale Angebot an Früch-

ten und Gemüsen übers Jahr hinweg verändert.» Beide mögen ihre Arbeit. Und wenn sie für ihre Jobs werben müssten, würden sie die Vielfalt hervorheben. «Viele glauben, man räumt einfach nur den ­ganzen Tag Regale ein», sagt ­Bischof, «dabei macht man täglich viele unterschiedliche Dinge – von der Warenbestellung über die Produktbewirtschaftung bis hin zur Kundenberatung.» Zudem gebe es viele Weiterentwicklungsmöglichkeiten. Bischof möchte später eine Fachleiterausbildung machen und eine ­Leitungsfunktion übernehmen. Kunz sieht seine Zukunft zwar im Fleischbereich, aber eher im Einkauf oder Marketing. Neues Berufsbild ab 2022

Die Migros versucht so einiges, um mehr Jugendlichen offene Lehrstellen schmackhaft zu ­machen. Neben der Entlöhnung gibt es Benefits wie vergünstigte ÖV-Abos oder Laptops. Zudem möchte das Unternehmen mit Mitgestaltungsmöglichkeiten auch den Teamgeist fördern. «Zum Beispiel gibt es bei Denner Lehrlingswochen, an denen die Lernenden die Filiale für ­einige Zeit selbst führen», sagt Stefan Gamper (36), der die Nachwuchsprogramme für die Migros-Gruppe koordiniert. «Vielerorts wird auch mehr Mobilität ermöglicht, sodass Lernende verschiedene Filialen und Fachmärkte kennenlernen und mehr Abwechslung erleben.» Die Migros ist zudem an Berufsmessen sehr aktiv und schaltet in ihren Läden Werbespots für offene Lehrstellen. Auch wurde das Berufsbild durch den Detail-


LEHRSTELLEN | 15.11.2021 | 47

Eine Lehre bei der Migros

Liebt es, der Kundschaft Zubereitungstipps zu geben: Yannick Kunz hinter der Fleischtheke in der Migros Neumarkt in St. Gallen

Eine Ausbildung in der Migros-Gruppe lohnt sich, nicht nur wegen der attrak­ tiven Zukunftsperspek­ tiven. Schon in der Lehre gibt es jede Menge Ver­ günstigungen, unter ande­ rem Mahlzeitenzulagen, Zuschüsse zu ÖV-Abonne­ ments, jährliche Pauscha­ len für das Schulmaterial, finanzielle Vorteile bei der Migros Bank, interne Wei­ terbildungen, Fördermittel für Sprachkurse, sechs ­Wochen Ferien, günstige Konditionen bei bestimm­ ten Versicherungen, Betei­ ligung an Kursen der Mi­ gros-Klubschulen und der Migros-Fitnessparks, ­spezielle Angebote für PCs, Laptops und Tablets bei Melectronics, zusätzliche Cumulus-Punkte beim ­Einkaufen in der Migros. Mehr Infos zur Berufs­ bildung bei der Migros: migros-gruppe.jobs (Berufsbildung anklicken) Lernende total: 3695 (Stand Juli 2021) Lernende pro Jahr:

ca. 1300–1400 Anzahl Lehrberufe in der Migros: 70 Weiterbeschäftigt in Lehrbetrieben: 58 % (ohne Weiter­ beschäftigungen mit Betriebswechsel in der Migros-Gruppe)


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LEHRSTELLEN | 15.11.2021 | 49

Lehrstellenlage in der Schweiz Rund 10 000 Lehrstellen konnten dieses Jahr landesweit nicht besetzt werden. Besserung ist jedoch in Sicht.

Arbeitet gern mit Lebensmitteln: Alexandra Bischof, die im Neumarkt eine Lehre im Detailhandel absolviert

handel Schweiz auf August 2022 totalrevidiert, um diese Stellen für junge Berufsleute attraktiver zu machen. Gamper sieht die Ansprüche der jungen Generation als wich­ tigen Grund für die Herausforderung, Nachwuchs in bestimmten Bereichen zu finden. «Früher war die Sicherheit des Arbeitsplatzes wichtiger als die Entfaltung kreativer Fähigkeiten. Die Jungen heute suchen Sinnhaftigkeit, Mitwirkungsmöglichkeiten, möchten mit anderen zusammenarbeiten.» Zudem sei natürlich die Konkurrenz gross, etwa im IT-Bereich, aber auch durch andere Detailhändler. Dennoch profitiere die Migros von ihrem guten und bekannten Namen. «Wir haben eine gute Reputation und eine breite Palette an Berufen. Zudem reden die Eltern meist mit, und bei ­ihnen gilt die Migros als verläss­ liche Arbeitgeberin.» In einigen Bereichen bestehe trotzdem das Risiko, dass später auch geeignete Leute für Kaderjobs fehlten. Besonders stark vom Fachkräftemangel betroffen ist die Fleischfachbranche. «Dies ist auf ein sich veränderndes Konsumverhalten zurückzuführen, zudem auf die hohen psychischen und physischen Ansprüche an Mitarbeitende in dieser Bran-

che», bemerkt Gamper. «Auch mit mehr Lohn und gutem Marketing finden wir dafür in der Schweiz kaum noch jemanden.» Quereinsteiger gefragt

Die Situation unterstreiche die Wichtigkeit der Nachwuchsför­ derung, findet Urs Burkard (60), ­Bereichsleiter Metzgerei beim Neumarkt St. Gallen. «Man muss in Zyklen von 15, 20 Jahren denken. Da hier nun viel investiert wird, erhöht das die Chancen, dass sich dieses Problem in zehn Jahren wieder entschärft.» Auch wenn das Image des Jobs schwierig bleibe und es gerade bei den Jungen einen gesellschaftlichen Trend weg vom Fleischkonsum gebe. Dennoch erlebt er auch ab und zu Überraschungen, etwa im vergangenen Jahr einen Quereinsteiger aus der Flugbranche. Der neue Mitarbeiter war zuvor Flight Attendant bei der Swiss, aber als wegen Corona der Flugverkehr einbrach, schaute er sich nach etwas Neuem um. «Er hat bei uns an­ gefragt, ob er Teilzeit einsteigen könnte, um etwas Geld zu verdienen. Und realisierte dann, dass ihm der Job Spass macht», erzählt Burkard. «Inzwischen macht er seine Aufgaben selbständig und will nicht mehr zurück.»

Dani Duttweiler, welche Berufe sind besonders ­betroffen? Vor allem handwerkliche Berufe und solche, bei ­denen mit hohem Körpereinsatz gearbeitet werden muss. Dazu gehören neben dem Detailhandel auch die Bau- oder die Gastrobranche. Die Zahl der unbesetzten Stellen liegt aber im ­üblichen Rahmen der vergangenen Jahre.

Gibt es Bereiche, wo es gar keinen Nachwuchs mehr gibt? Mir ist keiner bekannt. Es gibt rund 230 Lehren in der Schweiz, zwei Drittel der Stellen finden sich in den 20 meistgewählten Berufen. Einige handwerkliche Be­rufe erleben sogar ein Revival, etwa der Hufschmied – allerdings ist der heute weniger in der Landwirtschaft als im Freizeitbereich und Sport gefragt. Es kommen auch laufend neue Berufe hinzu, beispielsweise in der Ge­ bäudeinformatik.

Zu Beginn der Corona-­ pandemie wurde befürchtet, dass die Zahl der Lehrstellen stark zurückgehen könnte – ist dies passiert? Erfreulicherweise nicht. Lehrstellen gelten bei Firmen als langfristige Investition, auch wenn die Lage ­gerade schwierig ist. Ausserdem hilft, dass das Schweizer Berufsbildungssystem enorm durchlässig ist. Auch auf der ­Basis einer Lehre gibt es ­viele Karrierewege mit guten Löhnen. Via Berufsmatur und Passerelle steht auch die Universität offen.

Wird es irgendwann wieder leichter, Lehrstellen zu besetzen? Tatsächlich sind nun ge­ burtenstarke Jahrgänge in Sicht – also mehr junge Leute, die Lehrstellen suchen. In einzelnen Kantonen wie Zürich macht sich das bereits bemerkbar. Es kann also sein, dass es in ein paar Jahren wieder mehr Suchende als Lehrstellen gibt. Diese Situation hatten wir letztmals 2003 – und haben damals viel Erfahrung gesammelt, wie man damit umgehen kann. Lernende müssen sich deswegen also keine Sorgen machen. MM­

Weshalb wollen dennoch viele keine Lehre machen? Das liegt auch daran, dass ­einige gut gebildete Eltern aus dem Ausland mit dem Schweizer System nicht vertraut sind und ihre Kinder deshalb lieber ans Gymna­ sium schicken. Aber auch die Arbeitsbedingungen in einigen Berufen spielen eine Rolle – etwa dass man unregelmässige Arbeits­ zeiten hat oder Schicht ­arbeiten muss.

Dani Duttweiler (49) ist Leiter Berufsbildungspolitik beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation.


Tipps und Infos • Spartipps jeder Art von plusminus: www.migmag.ch/spartipps • Finanzielle Hilfen wie Krankenkassenprämien­ verbilligung einlösen: www.migmag.ch/hilfen • Überblick über Finanzen schaffen: www.migmag.ch/ budgetcoach • Haushaltsbudget er­ stellen: www.migmag.ch/ budgetvorlagen • Zehn Regeln zum Umgang mit Geld: www.migmag.ch/regeln

TRENNUNG HEIT

Wenn immer möglich regel­ mässig Geld beiseitelegen. Für die Steuerrechnung und für unvorhergesehene oder grössere Ausgaben sind Rückstellungen und der Batzen auf der hohen Kante Gold wert. Es wird empfohlen, den Betrag von drei bis sechs Monatsgehältern auf dem Sparkonto zu haben. Auch eine gute Bildung hilft, Schulden zu vermeiden. Mit der Qualität der Ausund Weiterbildung steigen die Chancen auf einen ­sicheren Arbeitsplatz und ein geregeltes Einkommen.

ALKOHOLKRANK-

Was in der Theorie einfach tönt – weniger ausgeben, als man wirklich einnimmt – ist in der Praxis manchmal schwierig umzusetzen. Lebenssituationen wie Krankheiten oder eine Trennung kann man nicht planen. Und oft sind es auch andere Lebensumstände, wie die Ausbildung, die die finanzielle Lage ­beeinflussen. Äusserst wichtig im Umgang mit Geld ist es – und das kann jeder und jede umsetzen – , ein Budget zu führen. So behält man stets den Überblick über Ausgaben und sieht, wenn Kreditkartenoder Handyrechnung aus dem Ruder laufen. Auch wiederkehrende Ausgaben wie Krankenkassenbei­ träge, mit 61 Prozent der zweithäufigste Faktor für Schulden nach den Steuern (73 %), lassen sich so einplanen. Ein Budget führen, kann man mit Excel, im ­E-Banking oder mit Apps, zum Beispiel derjenigen der Budgetberatung Schweiz. Auch auf schuldeninfo.ch gibt es detaillierte Vorlagen. Ebenfalls wichtig:

AUSZUG AUS DEM ELTERNHAUS

So vermeidet man Schulden

AUFGABE GESCHÄFT KÜHNE

Text: Benita Vogel

GELDPLANUNG

Bei Arbeitslosigkeit, einer Trennung oder Krankheit ist das Risiko am höchsten, in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten. Umso wichtiger ist es, einen Notgroschen auf der Seite zu haben und ein Budget zu führen.

ARBEITSLOSIGKEIT

Die grössten Schuldenfallen

UNFALL

52 | 15.11.2021 | GELD


ÜBERFORDERUNG

DROGEN

ADOPTION

HAUSHALT GRÜNDEN VON PAAREN

GESUNDHEITLICHE BEEINTRÄCHTIGUNG

GESUNDHEIT GEBURT

HEIRAT

SCHEIDUNG PENSIONIERUNG

WORKING POOR

FIXKOSTEN

GELD | 15.11.2021 | 53

Lebenslagen, in denen Schulden drohen Arbeitslosigkeit sowie eine Trennung oder Scheidung sind die häufigsten Ursachen für eine Verschuldung. Fast ebenso oft im Spiel sind eine Krankheit, Unfälle und gesundheitliche Probleme. Eine grosse Rolle spielen auch ­ kühne Geldplanung – man hat das Ausgaben- und Einnahmenmanagement nicht im Griff – sowie administrative und kognitive Überforderung: Man ist nicht in der Lage, die Steuererklärung, Einzahlungen usw. zu erledigen. ­ Häufig betroffen sind auch Working Poor und gescheiterte Selbständigerwerbende, weitere Gründe sind Geburt oder Adoption von Kindern, Auszug aus dem Elternhaus, hohe Fixkosten, Spiel-, Alkohol-, Drogen-, Kaufsucht, Unterstützung an Dritte, Haushaltsgründung von Paaren, Heirat, Pensionierung. (Quelle: Schuldenberatung Schweiz)

Wege aus den Schulden Ratsuchende, die sich im Jahr 2020 an die Schulden­ beratung Schweiz wandten, hatten im Durchschnitt rund 65 000 Franken Schulden. Dieser Betrag ist etwa 15 Mal höher als das mittlere monatliche Einkommen (4350 Franken) dieser Personen. Neben Steuern und Krankenkas­ sen sind selbst zu tragende Gesundheitskosten und Bankkredite die häufigsten Schulden. Einmal in den Strudel geraten, ist es nicht

leicht, wieder herauszu­ finden. Eine häufig ­zitierte Empfehlung ist das soge­ nannte Schneeballprinzip: Man listet alle Schulden vom kleinsten bis zum grössten Posten auf und ­bezahlt jeweils das Mini­ mum der Raten, die fällig werden – bis auf den jeweils kleinsten Schuldenposten auf der Liste. Diesen tilgt man so schnell wie möglich. ­Danach nimmt man sich den nächsten (kleinsten) Posten vor, bis alle Schulden

abbezahlt sind. Für viele ist es aber oft schon schwierig, überhaupt einen Überblick über die Schulden zu be­ kommen, geschweige denn, alle ­Raten bezahlen zu kön­ nen. Dann empfiehlt sich, eine Schuldenberatungs­ stelle zu kontaktieren. ­Diese hilft, Ordnung in die ­Finanzen zu bringen, und verhandelt unter anderem auch mit Gläubigern über einen Zahlungsaufschub. Infos: schuldeninfo.ch

Vom Obdachlosen zum Stadtführer Im Podcast «Tito – vom Obdachlosen zum Stadtführer» erzählt Tersito Ries über den Aufstieg zum Unter­ nehmer, den Absturz in die Schulden, Alkohol­ sucht und Obdach­ losigkeit – und wie er zum Stadtführer für Surprise wurde. Der Verein Surprise unter­ stützt armutsbetroffene und obdachlose Men­ schen, um sie am ge­ sellschaftlichen Leben teilhaben zu lassen. Er gibt das Strassen­ magazin «Surprise» he­ raus und bietet soziale Stadtrundgänge an. An Letzteren zeigen Menschen am Rande der Gesellschaft «ihre Stadt» und stellen ­soziale Institutionen vor. Das Migros-Kultur­ prozent unterstützt die fünfteilige Podcast­ serie über Tito. Podcast und weitere Infos auf: migros-engagement.ch/tito

Mehr zum gesellschaftlichen Engagement der Migros-Gruppe: migros-engagement.ch


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KOLUMNE | 15.11.2021 | 55

Schüler from Hell

1, 2 ODER 3 ? Der Grosse (11) ist dem Kleinen (6) mehr Vorbild als wir Eltern. Zeige ich ihm, wie man Glasperlen auf­ zieht, schaut er weg und beobachtet stattdessen, wie es der Grosse macht. Er­ kläre ich ihm die Gangschaltung, radelt er davon und lässt sich japsend vom Grossen vorführen, wann er den ersten oder fünften Gang einschalten soll. Wir gehen Schlittschuh laufen, und der Grosse zeigt dem Kleinen, wie er sich positionieren und bewegen soll. Als der Kleine halbwegs auf dem Eis stehen kann, drückt der Grosse ihm einen Stock in die Hand und lässt ihn beim Match in seinem Team mitspielen. Absichtlich stellt er ihn direkt vors Goal, sodass der Kleine hie und da einen Puck rein­ schieben kann. Zur Stärkung gibts in der Pause etwas Süsses. Als der Grosse fragt: «Darf ich ein Zältli von dir haben?», schüttelt der Kleine den Kopf. «Hey», interveniere ich. «Dein Bruder war ein super Lehrer heute.» Doch der Kleine murrt: «Wann hat der mir je etwas ­beigebracht?» – Und jetzt? MM 1 Schön, sieht der Kleine gar nicht, wie viel

er ganz nebenbei vom Grossen lernt.

Illustration: Lisa Rock

2 Was für ein undankbarer Kerl. Her mit

dem Bonbon!

3 Ich kaufe dem Grossen eigene Zältli.

Monica Müller (47) hat zwei ­Buben, e ­ inen Mann, einen Job, ­einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.

Antwort 2: Also wirklich. Ich klopfe den Kleinen mit Argumenten weich, bis er eines seiner Zälti rausrückt. Zum Glück nimmts der Grosse gelassen und gigelet über sein undankbares Brüderchen. Anzeige

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56 | 15.11.2021 | HUNDEWOLLE

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ucie Moix sitzt in ihrem Chalet in Aven oberhalb von Conthey VS am Spinnrad. Statt gewöhn­ licher Baumwolle spinnt sie … Hundewolle. Lange Zeit hat die 55-Jährige Hunde und Hunde­ haare gehasst – bis zum Tag, an dem Maya, eine Kreuzung aus Golden Retriever und Samojede, bei ihr einzog und sie zur Hunde­ halterin machte. Und «beim Bürsten während des Fellwech­ sels warf Maya Unmengen an Haaren ab, es entstanden rich­ tige Knäuel», stellte sie fest. Moix, von Natur aus neugierig, ging der Sache mit den Haaren nach. «Ich habe heraus­ gefunden, dass es Hundewolle schon seit Tausenden von Jahren gibt und dass arktische Stämme, die weder Schafe noch anderes Vieh hatten, ihre Kleidung aus der Wolle ihrer Schlittenhunde herstellten.» Die Salish-Stämme im Norden Kanadas etwa hatten eine inzwischen ausgestorbene Hunderasse, eine Art Spitzhund, die speziell zur Herstellung von Wolle gehalten wurde. Oder die Nenzen in Russland. Das Volk, das am Polarkreis lebt, stellt aus Hundewolle Mäntel und Bauch­ gurte gegen Rheumatismus her. «Sicher ist, dass Hundewolle wärmer hält als Schafwolle.» Eine originelle Erinnerung

Diese Nachforschungen liessen bei der Unterwalliserin einen Wunsch reifen: «Ich wollte eine Mütze von meinem Hund haben.» Gesagt, getan. Für Moix war das Experiment mit Hundehaar damit ­eigentlich beendet. Doch ihre Mütze fiel auf. Nachdem sie sie auf Facebook gezeigt hatte, war ihre Arbeit plötzlich gefragt. Sie erhielt Taschen und Kisten voller Haar, kämmte es – im Fachjargon: kardieren – und spann es dann zu Knäueln. «Für viele ist das Ganze eine sehr emotionale Angelegenheit. Sie möchten ein Andenken an ihr Haustier haben, stricken sich mit dem Haar nicht unbedingt einen Pullover.» Die Spinnerin kann aus der Wolle des Hundes auch ein Stofftier oder ein Herz machen. Es sei schon vorgekom­ men, dass ihr das Haar eines ver­

Madame Moix trägt jetzt Hund Lucie Moix stellt auf ihrem Spinnrad Wolle her – aus Hundehaar. Daraus entstehen Mützen, Stofftiere, Herzchen oder auch Pullover. Diese wärmen gar mehr als Kleider aus Schafwolle. Text: Laurent Nicolet  Bilder: Sedrik Nemeth


HUNDEWOLLE | 15.11.2021 | 57

Lucie Moix mit der gesponnenen Hundewolle

als eine Urne mit Asche auf dem Kaminsims, stellt Lucie Moix fest. Nicht alle Hunde sind gleich, wenn es um Wolle geht: die besten sind die mit «viel Unterwolle wie Leonberger, Patous, Eurasier, Golden Retriever, Samojeden», sagt die Expertin. «Die Unterwolle ist eine Art Daunen, sie sieht aus wie sehr dichte Baumwolle.» Nur diese Haarschicht, direkt auf der Hundehaut und nicht die äussere, ­eignet sich zur Herstellung guter Hundewolle. Gute Wolle will Weile haben

Maya, eine Kreuzung zwischen Golden Retriever und ­Samojede, brachte ihr Frauchen auf eine haarige Idee.

storbenen Tieres anvertraut worden sei, sagt die 55-Jährige. «Gerade spinne ich auf meinem Spinnrad die Wolle von einem Hund, der vergangenes Jahr ­gestorben ist. Seine Besitzerin hatte die Haare über Jahre gesammelt, da sie von verarbeiteter Hundewolle gehört hatte. Sie hatte aber niemanden gefunden, der noch d ­ amit arbeitete. Als sie von mir erfuhr, schickte sie mir die Haare.» Manche Halter fänden es schöner, ein kleines Wollherz oder einen Wollknäuel als Andenken ans Haustier zu haben

Entscheidend ist dabei, wie der Hund gekämmt wird. Denn die Qualität des Bürstens bestimmt die Qualität der Wolle. «Wenn viel Deckhaar dabei ist, kann die Wolle piksen», erklärt Moix. Sie empfiehlt, einen Kamm oder eine Fellbürste zu verwenden und den Hund an den Flanken, am Rücken und an der Brust zu bürsten, nicht aber an den Schenkeln, an der Rute oder an den Hüften, denn dort ist die Dichte der Deckhaare besonders hoch. Das Bürsten des Hundes gehöre zur Fellpflege und trage zu seinem Wohlbefinden bei, ­erklärt Moix. Ein Hund mit viel verfilztem und verknotetem Haar fühle sich nicht wohl. Das Sammeln der Wolle gestaltet sich nach dem Prinzip «Eile mit Weile»: «Denn wenn man den Hund auf Teufel komm raus bürstet, um möglichst viel Wolle zu erwischen, nimmt man nur eine Menge Deckhaare mit», so Moix. Die Qualität der Wolle könne je nach Pflege und Futter ­variieren, klar sei hingegen:«Je weniger Stress ein Tier hat, desto besser geht es ihm und desto schöner wird sein Fell.» Lucie Moix verarbeitet nicht nicht nur Hundehaare. Mittlerweile organisiert sie zu Hause Workshops, in denen man lernen kann, Hundewolle selbst zu spinnen. Und beantwortet gleich eine ihr häufig gestellte Frage: «Die Wolle riecht nicht nach Hund, genauso wenig wie Schafwolle nach Schaf oder M ­ ohair nach Ziege riecht.» MM Weitere Informationen auf facebook.com/lucie.moix

«Je weniger Stress ein Tier hat, desto schöner wird sein Fell.» Tipps für Anfänger Auch das Spinnen von Wolle einer kurzhaarigen Rasse sei möglich, erklärt Lucie Moix. Diese muss dann aber mit einer «längeren» Wolle wie Merino oder Alpaka kombiniert werden. Denn zum Spinnen ist eine Faserlänge von mindestens zweieinhalb Zentimetern erforderlich. Und obwohl natürlich auch junge Hunde ­haaren, erhält man die ­beste Wollqualität erst nach eineinhalb Jahren. Nach dem Waschen und Reinigen von Fasern und Verunreinigungen verliert die Wolle etwa 20 Prozent ihres ursprünglichen Bruttogewichts. Lucie Moix braucht 60 Gramm Haare, um einen 50-Gramm-Ball herzustellen. Und mit vier ­Knäueln kann man sich eine Mütze, einen Schal oder ein kleines Tuch stricken. In eine Migros-Einkaufs­ tasche passen ungefähr 200 Gramm Haare. Es ist wichtig, die Haare nicht zu fest zusammenzudrücken, und man s­ ollte ihnen einen kleinen Wattepad hinzu­ fügen, g­ etränkt mit ätherischem Lavendel- oder ­Zedernöl. Das macht die Hundewolle mottenfest.


58 | 15.11.2021 | EINKAUFEN

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Der Online-Einkauf ist nicht umweltfreundlich. Ein Blick hinter die Kulissen zeigt: Bei ­Migros Online benötigen die Produkte weniger Fläche als in den Filialen, wo ­neben Lager- auch Verkaufsflächen ­erforderlich sind. Auch der Energie­ verbrauch fällt deshalb im Onlinehandel ­tiefer aus. Online schlagen allerdings das Verpackungsmaterial und der Transport der Lebensmittel zu den Bestellerinnen und Bestellern zu Buche. Auf dieser ­ sogenannten letzten Meile werden die ­Lieferungen aber gebündelt – in einem Fahrzeug befinden sich die Einkäufe von vielen Kundinnen und Kunden in einer Region. Hinzu kommt, dass auch die Kundschaft in den Filialen ihre Einkäufe nach Hause transportiert, sei es mit dem ­privaten Fahrzeug oder dem ÖV. Ob in der Filiale oder online eingekauft, gilt: Die Herstellung des Produkts ist hinsichtlich der Ökologie immer noch am wichtigsten. Gemäss einer Studie des Umweltbundesamts (UBA) in Deutschland entstehen bei der Herstellung 75 Prozent der Treibhausgasemissionen, beim Transport und Handel lediglich zehn Prozent.

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EINKAUFEN | 15.11.2021 | 59

Online-Einkäufe kommen mit viel Verpackung, die man selbst entsorgen muss. Die unterschiedlichen Verpackungen und Tüten bei der Lieferung haben ­logistische Gründe. Die Produkte sind im Lager in unterschiedlichen Zonen deponiert und werden deshalb von verschiedenen Mitarbeitenden ein­ gepackt. Diese verwenden je nach ­Produkt die geeignete Verpackung: für Kaffeekapseln und kleinere Artikel kompostierbare Beutel, für Konserven oder Pasta Papiertüten, für Käse ­Kühltaschen oder für Glace Tiefkühl­ taschen. Die Verpackung ist wiederver­ wertbar. Wenn Sie bei der Lieferung zu Hause sind, können Sie die Tüten und Verpackungen dem Boten gleich oder bei der nächsten Lieferung wieder mit­ geben. Migros Online kann diese wie­ derverwenden oder rezyklieren. Wenn Sie ein Lieferabo haben, können Sie auch leere PET-Flaschen retournieren. Die PET-Sammelsäcke können Sie bei Migros Online gratis bestellen.

Im Supermarkt erhalte ich frischere Produkte, als wenn ich sie online bestelle. Frische hat nichts mit dem ­Einkaufskanal zu tun. Jeden Morgen gelangen neu geern­ tete Gemüse und Früchte oder frisch gebackenes Brot in die Lager von Migros Online. Ein Apfel beispielsweise, der am Vormittag im Lager ankommt, kann bereits am Abend daheim in der Früchteschale sein.

Im Onlineshop ist es teurer als im Supermarkt. Die 12 500 MigrosProdukte bei Migros Online sind zum selben Preis erhältlich wie in den Filialen. Auch die nationalen Supermarktaktionen sind online verfügbar.

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Die Lieferkosten sind hoch. Mit einem Lieferpass sparen Sie Kosten. An­ stelle einer Gebühr pro Bestellung bezahlen Sie einmalig eine Flatrate. Es gibt Abos für einen, sechs und zwölf Monate. Mit einem Lieferpass können Sie auch leere PET-Flaschen gratis re­ tournieren. Ausserdem werden die gewünsch­ ten Lieferzeiten für Sie reserviert, falls der An­ drang hoch sein sollte.

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DIGITAL | 15.11.2021 | 61

Was sehen andere? Wie andere Personen Ihr Profil sehen, können Sie mit «Anzeigen aus Sicht von» nachvollziehen.

Psychospiele und Umfragen ignorieren

Der Weg zum «Privatebook» Gerade beim Datenschutz hat Facebook einen schlechten Ruf. Aber die Privatsphäre lässt sich mit wenigen Kniffen gut wahren.

Bild: Getty Images

Text: Bruno Habegger

Facebook gilt längst als «Datenkrake». Zwar hat das Unternehmen viele Einstellungen und Informationen bereitgestellt, damit wir die Privatsphäre wahren können. Dennoch sollte man sich stets bewusst sein: UnsereDaten sind der Preis, den wir für die Nutzung von Facebook bezahlen. Wer streng Wert auf Privatsphäre legt, verzichtet ganz auf die Nutzung von ­Social Media. Ein bewusster Umgang mit den eigenen Daten und einige sinnvolle Einschränkungen beim ­Zugriff sind jedoch ein guter Kompromiss fürs digitale Leben. Hier die wichtigsten Tipps.

Die Markierungen entfernen

Verwenden Sie dazu das Aktivitätenprotokoll: Da überprüfen Sie Beiträge, in denen Sie von anderen markiert wurden – und löschen die Markierung. Im Drei­ecks­menü oben Einstellungen und Privatsphäre anwählen, dann Aktivitätenprotokoll und ganz links «Aktivitäten, in denen du markiert bist».

Die Freundschafts­ anfragen

Achten Sie darauf, dass Sie nur Freunde von Freunden anfragen dürfen: Unter Einstellungen, dann Privatsphäre, wählt man bei «Wer kann dir Freundschaftsanfragen senden?» die Option «Freunde von Freunden».

Am Computer für den Grundschutz sorgen

Es braucht einiges an Feinarbeit, um Facebook privater einzustellen. Unter «Privatsphäre» im Menü «Einstellungen» legen Sie die wichtigsten Schalter um. Einfach und gut verständlich ist der «Privatsphäre-Check» im Dreiecksmenü oben rechts, auch unter «Einstellungen und Privatsphäre». Beginnen Sie ­damit und arbeiten Sie sich dann in den Ein­ stellungen weiter vor. So ­erhalten Sie einen ­ge­wissen Grundschutz. Selbst wenn es dem ­eigentlichen Zweck ­dieser Plattform zu­ wider­läuft, stellen Sie alle Optionen auf «Nur ich» oder wechseln Sie von «Öffentlich» zu «Nur Freunde». Sie können mit der Zeit ­einzelne ­Informationen gezielt freigeben.

Ignorieren Sie konsequent Einladungen zu Spielen und vermeintlich lustige Fragen im Stil von «Nenne eine Gemeinde ohne e im Namen». Firmen werten die Antworten aus, um Profile zu erstellen. Im entsprechenden Posting klicken Sie wiederum auf das Menü mit den drei Punkten und wählen «X nicht mehr folgen» oder «Alles von X verbergen».

Persönliche Daten

E-Mail und Telefonnummern auf Facebook braucht wohl niemand, der Sie kennt: Schliessen Sie Zugriffe mit «Nur ich» einfach aus. Ganz wichtig: Suchmaschinen sollten Ihr Profil nicht zeigen. Einzig richtige Einstellung dazu: «Nein».

Profil bearbeiten

Die Versuchung ist gross, alles zu verraten. Tragen Sie aber nur ein, was Sie auch Fremden verraten. Zentral ist die Freun­des­ liste: bei «Freun­de» aufs Menü mit drei Punkten klicken und «Privatsphäre bearbeiten» anwählen. Die sicherste Einstellung ist «Nur ich». Und unter «Profil und Markierungen» sperren Sie in den Einstellungen gleich auch das Posting von anderen in Ihr Profil. So schränken Sie ein, dass andere Ihre Beiträge in ihren Storys teilen können. Darunter aktivieren Sie nach «Überprüfen» Benachrichtigung für Beiträge, in denen Sie markiert wurden. Vielleicht möchten Sie ja auf gewissen Fotos unerkannt bleiben.

Personalisierte Werbung abstellen

Geben Sie der Beziehung zu Werbetreibenden den passenden Rahmen. Das Menü findet sich in den Einstellungen unter ­«Werbeanzeigen» bei den «Einstellungen für Werbeanzeigen». Verbieten Sie Facebook, Daten von ­Partnern für Werbung auf Facebook und Instagram heranzuziehen. Ebenso kann man die Nutzung von Kategorien und Interessen unterbinden. Hier einfach alles deaktivieren oder ­ ­entfernen. «Zielgruppenbasierte Werbung» beruht auf eigenen Aktivitäten und Daten Dritter. Sie können Zugriffe pro Unternehmen unterbinden: Klicken Sie auf das Unternehmen und wählen Sie bei «Er hat eine Liste ­hochgeladen …» die Option «Nicht zulassen». Werbung ausserhalb von Facebook braucht ­niemand. Und wichtig: «Social Interactions» im Zusammenhang mit Werbung sollten Sie verhindern. Es geht niemanden an, was Ihnen gefällt. ­Klicken Sie auf «Nur ich».


PA I D C O N T E N T

Probleme mit der Bodenheizung? Eine Analyse schafft Klarheit. B Bodenheizungen, die bereits über 30 Jahre in Betrieb sind, sollten untersucht werden. Viele ältere Bodenheizungsrohre bestehen aus Kunststoff. Diese verspröden und verschlammen mit der Zeit. Wenn Sie nicht rechtzeitig reagieren, kann es teuer werden. Deshalb ist eine vorbeugende Analyse sehr ratsam. Analyse zum Spezialpreis Die Zustandsanalyse wird vor Ort von einem Spezialisten der Naef GROUP durchgeführt. Die Kosten belaufen sich auf CHF 290.-- statt CHF 390.-- (inkl. MwSt.). Die Analyse umfasst eine aktuelle Zustandserfassung nach geltenden Richtlinien und eine Beratung über weitere Schritte. Das Angebot gilt in der Deutschschweiz bis Ende 2021 mit diesem Talon. Ja, ich möchte mehr dazu erfahren.

 Kontaktieren Sie mich unverbindlich.

Bodenheizungsrohre verspröden Bodenheizungen sorgen für Komfort und sparen Platz. Doch die unsichtbare Wärmeverteilung altert. Versprödung und Verschlammung sind die Hauptgründe für ineffiziente Bodenheizungen. Werden Probleme nicht frühzeitig erkannt, sind die Schäden meist irreparabel. Betroffen sind insbesondere Systeme, die zwischen 1970 und 1990 verbaut wurden, weil in diesem Zeitraum hauptsächlich einfacher Kunststoff als Rohrmaterial zum Einsatz kam. Dieser versprödet mit der Zeit. Kalte Böden. Wie weiter? Wenn die Bodenheizung nicht die gewünschte Leistung bringt, gewisse Räume kalt bleiben und die Regulierung nicht richtig funktioniert, lohnt es sich, eine Fachperson hinzuzuziehen. Dabei ist es wichtig, dass die Anlage vor Ort genauestens untersucht wird.

Name Vorname Strasse PLZ, Ort Jahrgang Liegenschaft

gewertet werden. Erst nach einer umfassenden Zustandsanalyse herrscht Klarheit darüber, wie es wirklich um eine Bodenheizung steht. Eine solche Analyse ist schon für wenige Hundert Franken zu realisieren und lässt eine klare Aussage über die Machbarkeit einer Sanierung zu. Schutzschicht gegen die Alterung Das Original zur Rohrinnensanierung mittels Innenbeschichtung hat die Naef GROUP 1999 auf den Markt gebracht. Damit werden bestehende Bodenheizungen ganz ohne Baustelle saniert. Die Innenbeschichtung dient dabei als Schutzmantel gegen weitere Versprödung.

Versprödetes und verschlammtes Bodenheizungsrohr.

Nicht spülen, sondern sanieren Alternativ werden seit einigen Jahren von diversen Anbietern auch Spülungen und Reinigungsverfahren angeboten. Es ist wichtig zu wissen, dass damit das eigentliche Problem – die Versprödung des Rohrmaterials – nicht behoben wird. Mit dem HAT-System wird eine Bodenheizung hingegen tatsächlich saniert.

Telefon E-Mail Datum Unterschrift Titel: Migros Magazin, 2021

Bitte Talon zurücksenden oder anrufen Naef GROUP Wolleraustrasse 41, 8807 Freienbach Tel.: 044 786 79 00, Fax: 044 786 79 10 E-Mail-Adresse: info@naef-group.com www.naef-group.com

Umfassende Zustandsanalyse vor Ort.

Klarheit durch Analyse Es müssen sämtliche Komponenten miteinbezogen und die Ergebnisse anhand von normierten SWKI-Richtwerten aus-

10-jährige Garantie mit dem Original Das HAT-System ist das einzige Rohrinnensanierungsverfahren, das Kunststoff-Bodenheizungen gemäss DIN-Norm 4726 sauerstoffdicht macht und damit die Alterung stoppt. So ist eine Erweiterung der Lebensdauer der Rohre garantiert und zudem werden auch gleich alle anderen wesentlichen Bodenheizungs-Komponenten gewartet oder ersetzt. Die Wertigkeit des Originals wird durch eine 10-jährige Garantie unterstrichen.


SORTIMENT | 15.11.2021 | 63

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Adventskalender 1. Einen Metall- oder

Holzring mit Bastschnur oder einem dekorativen Stoffband umwickeln. 2. Mit Blumendraht Tan-

nen-, Eukalyptus- und Beerenzweige am Ring befestigen. Die Frey Freylini Kugeln mit ­wenig Heissleim auf den Ring kleben. Dasselbe Vorgehen bei weiteren Deko-Elementen wie Tannenzapfen oder ­kleinen Figürchen. Eine batteriebetriebene ­Lichterkette in den Kranz einarbeiten.

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1

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v­ erpacken und num­ merieren. Frey Yummy ­Napolitains aufkleben. Päckchen mit Schnur am Ring befestigen. Den Kalender mit Frey Baumbehang fertig schmücken.

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SORTIMENT | 15.11.2021 | 65

SPÜLGLANZ MIT FESTTAGSDUFT Bald duftet es in der Küche ­wieder nach Zimt und ­Lebkuchen. Dazu passen die winterlichen Limited Editions von Manella: Sie ­versetzen einen selbst beim Abwasch in weihnächtliche Stimmung. Das leistungsstarke Hand­geschirrspülmittel gibt es für kurze Zeit auch in den ­Duftnoten Vanilla, Mint, Cinnamon und Oriental Spice. Die Spülmittel sind pH-neutral, dermatologisch ­getestet und sehr ergiebig: Ein Spritzer auf fünf Liter Wasser reicht.

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66 | 15.11.2021 | MIGROS ZÜRICH

Weihnachtsbaum zu gewinnen Die Migros-Genossenschaft ­Zürich verlost 60 Weihnachtsbäume «Aus der Region». Die ­Gewinner des Wettbewerbs dürfen am Sonntag, 19. Dezember, ihren Wunschbaum direkt auf dem Betrieb aussuchen. Willy Mathys und Hanspeter Huber produzieren seit rund neun Jahren Nordmann-, Blauund Rottannen für die Migros Zürich und stehen zusammen neben den fachkundigen Mit­ arbeitenden der Migros Zürich beim Event bereit, helfen bei der Auswahl oder auch beim Schneiden des Baums. Wer beim Wettbewerb kein Glück hat, findet in rund 35 Verkaufsstellen der Migros Zürich ab Donnerstag, 9. Dezember, eine Auswahl an unterschiedlich grossen Weihnachtsbäumen «Aus der Region». Ungeduldige ­erhalten bereits ab Montag, 29. November, in den Filialen von Do it + Garden Tannenbäume. Teilnahme an der Verlosung: E-Mail mit dem Betreff «Weihnachtsbaum», Namen und vollständiger Adresse an regio@gmz.migros.ch Teilnahmeschluss: Sonntag, 28. November 2021

«Ich möchte das Recht haben, Clown zu sein» Obwohl er den Zirkus als Kind gemieden hat, tritt Peter Brownbill diesen Winter auf der Bühne von Salto Natale auf. Der deutsche Schauspieler und Comedian will mehr durch Können als mit der Grösse auffallen. Text: Anja Metzger

P

eter Brownbill, wie muss man sich Ihre Rolle im Zirkus­ programm von Salto Natale vorstellen? Ganz ehrlich, so viel weiss ich noch gar nicht. Es gibt kein Skript. Ich bin der rote Faden, der Concierge, der durch die Show führt. Ich habe schon mit Rolf Knie für «Knie – Das Circus Musical» zusammengearbeitet und weiss, dass Rolf auch gerne improvisiert und experimentiert. Es gibt ein grobes Gerüst, aber es wird wohl ziemlich ­intensive Probewochen geben. Was reizt Sie am Zirkus? Früher war der Zirkus für mich wie für den Teufel das Weihwasser. Wegen Liliputanern und ­solcher Geschichten – oder den Freakshows, wenn man noch weiter zurückgeht. Als Kind ­hatte ich da eine grosse Abwehrhaltung. Ich hatte Angst, dass mir der Spiegel vor Augen geführt wird, und irgendwie wollte ich da nicht landen. Deshalb war ich ganz überrascht, als ich durch den Berufswechsel zum Schauspieler mit Zirkus in Berührung kam und Freude hatte. Ich habe

heute vieles verstanden und nicht mehr das negative Gefühl. Sie sind also eher spät zum Showbusiness gekommen? Ja, ich war ein Quereinsteiger und habe mit 40 eine ganz andere Richtung eingeschlagen. Ich hatte früher einen Bürojob und wollte noch mal etwas tun, das ich spannend fand. Als ich mich auf meine Stärken besonnen habe, bin ich immer auf dieses blöde Handicap mit meiner Grösse gekommen. Mir war bewusst, dass ich mit der Schauspielerei einen Teufelspakt eingehe. Hinter manche Sachen habe ich aber ­einen Haken gesetzt. Schön, dass meine Grösse in diesem Job plötzlich positiv angekommen ist. Und ich habe festgestellt, dass Künstler viel offener sind, sie mustern dich nicht von oben bis unten, sind nicht so verkniffen. Sie haben eine Agentur für kleinwüchsige Schauspieler und setzen sich dafür ein, dass diese anders wahrgenommen werden. Wie genau? Dass wir nicht nur den lustigen August verkörpern, indem wir durch die Manege laufen, und

«Ich wurde für die NibelungenFestspiele angefragt, für die Rolle eines nicht Kleinwüchsigen.» Peter Brownbill Schauspieler

alle finden das schon lustig. Wir sollen durch unser Können wahrgenommen werden. Ich möchte auch das Recht haben, ein Clown zu sein. Dafür wurde ich auch angefeindet, mit diesem politisch korrekten Denken im Stil von: «Das darf man doch heute nicht mehr machen.» Ich bringe zwar eine körperliche Auffälligkeit mit, aber ich möchte für


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s ro h ig M ric

Zü TICKETVERLOSUNG

«Maskerade» im Salto Natale

Peter Brownbill als Conférencier im Zirkus

Bilder: zVg

meine Leistung anerkannt wer­ den. Es darf gerne mit mir ge­ lacht werden – nicht über mich, sondern mit mir. Wie weit sind wir in dieser ­Beziehung schon gekommen? Es ist ein langer Prozess und es gibt viel Luft nach oben. Man kann es vergleichen mit der ­Situation von Frauen, die früher beispielsweise nicht zur Polizei oder ins Militär gehen durften. Ich gehe sehr provokant mit meinem Anliegen um und bin mir nicht zu schade anzuecken. Ich will die Leute aus der Re­ serve locken. Ich wünsche mir, dass wir vom Schubladendenken weg- und dahin kommen, dass die Dinge nicht so genormt und uniform aussehen müssen. Mein Traum ist es eigentlich, dass meine Agentur keine Existenz­ grundlage mehr hat – dass der Mensch im Mittelpunkt steht.

Ihre Rollenangebote sind ­momentan noch oft verknüpft mit Ihrer Grösse. Haben Sie damit ein Problem? Interessante Frage. Als ich an­ gefangen habe, war mir klar, dass ich klischeebehaftete Rol­ len spielen muss. Ich war nicht wie ein Absolvent einer renom­ mierten Schauspielschule, der sich fragt, ob er in einem Horror­ film spielen darf und ob das dann nach 50 Jahren ausge­ graben wird. Ich habe mir keine Gedanken gemacht, ob etwas karriereschädigend sein könnte. Dieser Ansatz ist sehr befreiend und hat mir auch Spass gemacht. Mit der grossen ZDF-Produk­ tion «Schneewittchen und der Zauber der Zwerge» habe ich mir einen Traum erfüllt, wenn auch «nur» als Zwerg. In Bezug auf die Rollen ändert sich aber ­momentan auch viel. Gerade Werbung ist heute viel diverser.

Oder nehmen wir Peter Dinklage, der mehrfach ausgezeichnete kleinwüchsige Schauspieler, der momentan in der Heldenrolle des Cyrano zu sehen ist, die in der früheren Verfilmung von ­Gérard Depardieu gespielt wor­ den ist. Ich selbst wurde Anfang Jahr für die bekannten Nibelun­ gen-Festspiele angefragt, für die ­Rolle von Friedrich dem Weisen, der nicht kleinwüchsig war. Ich habe die Rolle an eine Frau ver­ loren, was an sich grossartig ist. Es ging nicht darum, «den Zwerg nicht zu nehmen». Aber ich weiss auch, es wäre schwierig zu fordern, dass ich beispielsweise Romeo spiele. Was wäre Ihre Traumrolle? Ich will mal einen Bösewicht in einem Bond-Film spielen. Also einer, der die Weltherrschaft an sich reissen will. Dann kann ich abdanken. MM

Der Winterzirkus Salto Natale lädt vom 26. November bis 31. Dezember in seine Zeltstadt ein. Das 19. Programm «Maskerade» hält viele Überraschungen bereit. Die Gäste dürfen sich auf ein Programm freuen, das atemberaubende Akrobatik, viel Witz und Charme mit stimmungsvoller Livemusik vereint. Artisten aus aller Welt entführen das ­Publikum in die Zirkuswelt, in der es viel zu lachen, staunen und träumen gibt. Die Migros Zürich unterstützt Salto Natale seit Jahren, und die Catering Services sorgen vor Ort während der ganzen Spielzeit für das kulinarische Wohl. Neben einem Sonntagsbrunch für die ganze F ­ amilie warten sie mit grosszügigen Angeboten für grössere und kleinere Gruppen auf, zum Beispiel Apéro oder Dreigangmenü. Ein unvergess­ liches Zirkuserlebnis, das man nicht verpassen sollte. Die Migros Zürich verlost 5 × 2 Tickets für die Gala-­ Premiere am Mittwoch, 1. Dezember, um 20 Uhr in Kloten. Teilnahme: E-Mail mit Betreff «Maskerade», Name und ­Adresse bis 21. November an regio@gmz.migros.ch

Im Cumulus-Ticketshop ­finden Sie zudem folgende Vorstellungen mit Cumulus-Rabatt: • Samstag, 27. 11., 15 Uhr • Donnerstag, 2. 12., 20 Uhr • Sonntag, 12. 12., 14 Uhr


Von Basteln bis Dekorieren: Wir sind gemeinsam kreativ.

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s ro h ig M ric

Zü

WINTERBLUMEN

Blüten im Schnee

Bilder: zVg

Während andere Blumen sich in den Winterschlaf verabschieden, fängt die Christrose erst richtig an zu blühen. Sie trotzt den kalten Temperaturen im Garten oder auf dem Balkon und dient Wildbienen als willkommene ­Winterweide. Ab sofort in Ihrer Migros-Filiale.

Ein Stück Erde, bitte! Am 19. und 21. November findet das elfte Festival «Filme für die Erde» statt. Als grösstes Umweltfilmfestival der Deutschschweiz zeigt es während zwei Tagen die besten Dokus des Jahres zu Konsum, Ernährung und nachhaltiger Landwirtschaft. Text: Gabriel Zwicky

D

as «Filme für die Erde»Festival, das kostenlose Filmvorführungen für Schülerinnen und Schüler sowie Erwachsene in 17 Schweizer Städten zeigt, macht wichtige ­Umwelt- und Klimathemen einem ­breiten Publikum zugänglich. Seit der ersten Ausgabe hat es sich auf die Fahne geschrieben, mit ­ausgewählten Dokumentarfilmen Gross und Klein für den Umweltund ­Klimaschutz zu begeistern und zum Handeln zu inspirieren. Für ­seine Umweltbildungsarbeit wurde der Verein «Filme für

die Erde Schweiz» von der Unesco aus­gezeichnet. Was wissen wir eigentlich über die Produkte, die wir konsumieren? Wie viele Verarbeitungsschritte, Länder und Hände durchlaufen sie, bis sie im Supermarktregal stehen? Geschichten hinter den Produkten

Ob Kleider, Elektrogeräte, tierische Produkte oder Äpfel: Die diesjährigen Festivalfilme erzählen Geschichten hinter den Alltagsprodukten und beleuchten wichtige ökologische ­Fragen. Vorab will das Festival aber Impulse und Lösungsansätze für Nachhaltig-

keit in Produktion und Konsum aufzeigen. Am Festival zu ­sehen sind auch die Schweizer Film­premiere «Cow», eine Geschichte über das Leben der Milchkuh Luma, sowie Kurzfilme. Ob Ausstellungsstände, Repair Cafés, Workshops oder Diskussionen: Auch das Rahmenprogramm ist vielfältig. Der Eintritt ist kostenlos, auch dank der Unterstützung des nationalen Festivalpartners «Alnatura Bio Super Markt». MM Migros-Kulturprozent und Alnatura Bio ­Super Markt unterstützen «Filme für die Erde». Zum Detailprogramm mit allen Spielorten: festival.filmefuerdieerde.org

Ein Kuchenstück aus der Erde schneiden? Die Festivalfilme sollen für Umweltthemen sensibilisieren.


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WETTBEWERB | 15.11.2021 | 73

Ein Supermarkt für echte Kunst WET TBEWERB

Mitmachen und gewinnen

Bilder. zVg

Der Kunstevent von Ende 2021 geht in der Kulturstadt Solothurn über die Bühne. Am frechen Kunst­ supermarkt finden Sie 7500 Originale aus allen Kunstrichtungen – bereits ab 99 Franken. Gewinnen Sie in der Verlosung einen von 30 Gutscheinen im Gesamtwert von 4370 Franken.

Echte Kunst, günstig und gut: Die Ausstellung «Kunstsuper­ markt» bietet tolle kulturelle ­Erlebnisse für alle. Es wird ­heftig über die Kunst diskutiert. Die 7500 Werke von 128 Kunst­ schaffenden bringen nämlich so viele ­Stile und Sujets an die Wände, dass einem das Streiten leichtfällt. Weniger einfach ist es aber, sich für ein Bild zu entscheiden, denn meist gefällt e­ inem mehr als nur eins. So kommt es, dass einige Besucher gleich mehrere Werke kaufen. Das geht gut, da die Originale und Unikate zu ­erstaunlich tiefen Preisen an­ geboten werden. Es gibt Bilder für 99, 199, 399 oder 599 Fran­ ken. Das ist sehr günstig und lockt Publikum aus allen Alters­ gruppen und der ganzen Schweiz nach Solothurn. Darunter sind Kunstkenner, Schnäppchenjäger und ganz viele, die einfach mal unbeschwert in die bunte Kunst­ welt eintauchen möchten. Noch günstiger wird es für Gewinner und Gewinnerinnen mit der Ver­ losung: Kunstsupermarkt und Migros-Magazin verlosen einen

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Gutschein im Wert von 599, zwei à 399, drei à 199 und 24 Bons im Wert von jeweils 99 Franken. An den Wochenenden arbei­ ten übrigens Künstler live in der Ausstellung. Gucken Sie ihnen beim Malen über die Schulter und holen Sie sich Ratschläge von den Profis. Mehr zu aktuel­ len Events im Kunstsupermarkt und zur Sonderschau mit der Cuba-Connection lesen Sie auf kunstsupermarkt.ch. MM

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ONLINE •www.migmag.ch/ wettbewerb

gleichwertige Gratis­teilnahme Einsendeschluss: 21. November 2021

Die wichtigsten Infos: Kunstsupermarkt, Rothus-Halle Solothurn; die Ausstellung ist vom 5.11.2021 bis zum 9.1.2022 geöffnet. Eintritt frei!

Teilnahme­ bedingungen: www.migmag.ch/ teilnahmebedingungen

Öffnungszeiten: Mo/Di 14–19 Uhr, Mi/Do/Fr 11–19 Uhr, Sa/So 11–17 Uhr; am 25.12.2021 und 1.1.2022 geschlossen

Die Preise sind nur vor Ort bis 9.1.22 einlösbar.


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So nehmen Sie teil: Hauptpreis (oranges Lösungswort) Tel.: 0901 000 841 (Fr. 1.–/Anruf ) SMS: Senden Sie MMD1, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD1 STEMPEL Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: www.migmag.ch/raetsel (kostenlos) Zusatzpreis (grünes Wort) Tel.: 0901 000 845 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD5, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD5 WINTER Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: www.migmag.ch/raetsel (kostenlos) Teilnahmeschluss: Sonntag, 21.11.2021, 24 Uhr Gewinner Nr. 44 Hauptpreis: Hanny Römer, Pfäffikon SZ; Marianne Meier-Horn, Wiesendangen ZH Zusatzpreis: Angela Gloor, Hellsau BE; Isabelle Wirthlin, Reinach BL Teilnahmebedingungen Gewinnspiele: Teilnahmeberechtigt sind alle Personen mit Wohnsitz in der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein, welche das 18. Altersjahr vollendet haben. Von der Teilnahme ausgeschlossen sind die Mitarbeitenden des Gewinnspielveranstalters sowie Gewinnspielvereine, automatisierte Dienste und weitere professionalisierte/gewerbliche Teilnehmende. Gewinner werden schriftlich benachrichtigt und mit Namen und Wohnort veröffentlicht.

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Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3×3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den orangen Feldern von links nach rechts. So nehmen Sie teil: Tel.: 0901 000 844 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD4, gefolgt von der Lösungszahl, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD4 123. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: www.migmag.ch/sudoku (kostenlos) Teilnahmeschluss: Sonntag, 21.11.2021, 24 Uhr


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RÄTSEL | 15.11.2021 | 77

Gewinnen Sie eine von 4 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! 4×

Quiz

Paroli

2 × 100 Franken zu gewinnen

2 × 100 gewinnen Füllen Sie dieFranken zehn Wörter inzu das Rätselgitter ein. Füllen Sie Sie die zehn Wörter das Rätselgitter Tragen diesich zehn Wörter in das Rätselgitter Die Lösung ergibt aus in den Buchstaben inein. den Feldern 1-5.ein. Die ergibt sich aus den Buchstaben den Feldern 1-5. DasLösung Lösungswort ergibt sich ausinden Buchstaben in den Feldern 1 bis 5.

Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. Wie bezeichnet man in der Schweiz Murmeltiere? M Mauler

L Mükken

B Munggen

Was kann man einem Pferd geben? E die Kohlen

I

O die Sporen

die Nornen

Wie heisst die südlichste Region des italienischen Festlandes? W Kalabrien

N Kampanien

T Abruzzen

Wie bezeichnet man die durch Stürme entwurzelten Bäume? U Sturmlauf

L Windwurf

R 595 km

384 km

1 1

S 1036 km

E Dallas Stars

O Detroit Sharks

Die Champernowne-Zahl lautet … T 1,11111111… 1

2

G 0,123456789… 3

4

5

7

Lösungswort

So nehmen Sie teil:

2

2 2

3 3

4 4

5 5

Tel.: 0901 000 843 (Fr. 1.–/Anruf ) SMS: Senden Sie MMD3, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD3 HOTEL Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: www.migmag.ch/paroli (kostenlos) Teilnahmeschluss: Sonntag, 21.11.2021, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

Bimaru

Bimaru Lösung Nr. 45

Sudoku Lösung Nr. 45

Was

koche ich heute? migusto.ch

4

E

5 5

Tel.: 0901 000 842 (Fr. 1.–/Anruf ) SMS: Senden Sie MMD2, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD2 ATEMZUG Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: www.migmag.ch/quiz (kostenlos) Teilnahmeschluss: Sonntag, 21.11.2021, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

Kreuzworträtsel Lösung Nr. 45

3 2

1 1

Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

D 0,99887766… 6

3

4

So nehmen Sie teil:

Wie heisst das neueste NHL-Team, dass ab der Saison 2021/2022 spielt? N Seattle Kraken

I

Lösung: Lösung:

A Böenholz

Welche Länge umfasst das Liniennetz der Rhätischen Bahn? I

ALLERLE I ABHOBELN ANF L EHEN E LABORAT BORUSS I A S NA EN S UT A M E TI S BO R O T OM MI K D E Z I MA L E ESKEN MO R E I SKANAL I ERER AS RU R EML ANG SAUS R EE NI S FGLAS S T CH EG LA S ET EI N ER T TAR I EREN URKANTON TR I OLETT

Z E I T M O N T A T U R K T Paroli

S E E M A Lösung Nr. 45 C H T SAUN A

R O T A U G E N

O C H T S I K I R E E R T E N N E I E M E T Quiz I Lösung Nr. 45 N O VERANDA

Sudoku Gewinner Nr. 44

Paroli Gewinner Nr. 44

Quiz Gewinner Nr. 44

Erika Sprunger-Nigg, Zürich; Peter Amstalden, Schüpfen BE

Gertrud Böhringer, Obfelden ZH; Gianna Lindemann, Jona SG

Elisabeth Schnellmann, Kreuzlingen TG; Regula Böni-Rüdisüli, Amden SG


1

78 | 15.11.2021 | MEINE WELT

Name Nicola Steiner (48) Wohnort Zürich Das läuft bei mir «Ich ­moderiere seit acht Jahren den Literaturclub auf SRF. Für mich sind Bücher ­lebensprägend, natürlich auch wegen meines Berufs. Ich lese extrem viel in meiner Freizeit. Pro Monat sind es sechs bis acht ­Neuerscheinungen, sicher mehrere Tausend Seiten. Vor allem abends. Nicht immer zur Freude meiner beiden Kinder, die ab und an lieber etwas gemeinsam mit mir machen würden. Noch immer schätze ich es, dass ich auch im ­Literaturclub stetig auf Buchperlen stosse, die ich selbst wohl nicht gelesen hätte. Oder anders gesagt, frei nach Loriot: Ein Leben ohne Bücher ist möglich, aber sinnlos.»

«Ein Leben ohne Bücher ist möglich, aber sinnlos» Nicola Steiner moderiert seit Jahren den SRF-Literaturclub. Aber auch privat ­bestimmen Bücher ihren Alltag. Text: Manuela Enggist Bilder: Désirée Good


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MEINE WELT | 15.11.2021 | 79

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6 Mein MigrosLieblingsprodukt «Meine 13-jährige Tochter liebt es – im Gegensatz zu mir – zu backen. Sie bäckt jede Woche mindestens einmal, und des­wegen ­haben wir stets gemahlene Mandeln zu Hause.»

1 Mein Bücherregal «Derzeit be­sitze ich um die 2000 Bücher, die sich bei uns zu Hause stapeln. Wegen ­unseres Umzugs habe ich sehr viele weggegeben. Ich bevorzuge klar Print, lese nur selten mit E-Reader.» 2 Meine Entschleunigung «Ich ­liebe es, in der Mittags­ pause einen kurzen Spaziergang durch unser Quartier zu machen. Dabei kann ich am besten abschalten.»

7 3 Meine Entspannungsübung «Eine Freundin, die auf Mauri­ tius lebt, hat mir das Spiel zu Weihnachten geschenkt. Es heisst Solitaire, und man spielt gegen sich selbst. Mich entspannt es, ich spiele es oft ­zwischen zwei Meetings.» 4 Mein Wandschmuck «Das Foto hat mein Freund, der ­Fotograf D ­ aniel Schwartz, gemacht. Es zeigt die Landschaft vor den Buddha-Statuen von Bamiyan, die von den Taliban zerstört worden sind. Es hängt in meinem Homeoffice und ­erinnert mich immer wieder daran, wie wichtig Kultur ist.» 5 Mein Erbstück «Ein Freund hat mir diesen Pokal vererbt. Er hat ihn sich selbst geschenkt. Per niente. Für nichts.

Es soll uns daran erinnern, dass wir auch mal einfach so auf uns stolz sein dürfen.» 6 Mein Ritual «Ich bin zwar nicht mehr so nervös vor den Aufzeichnungen des Literaturclubs wie früher. Aber ich habe noch immer Bammel vor einem Blackout. Deshalb trage ich Kastanien in meiner Mantel­ tasche mit mir herum. Es ­beruhigt mich, sie in der Hand zu halten.» 7 Mein Homeoffice «Wir leben seit wenigen Wochen in unserer neuen Wohnung. Ich habe davor immer in unserem Schlafzimmer arbeiten müssen, und ich bin froh, dass ­während der Zoom-Meetings nun mein Kleiderschrank nicht mehr zu sehen ist.»  MM


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