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Migros-Magazin-46-2018-d-BL

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Ausgabe Basel, AZA 4002 Basel. Psdg DP AG Ent. bez. A 44631

Seite 94

MM46, 12.11.2018 www.migrosmagazin.ch

Bild: Franziska Frutiger; Illustration: Lukas Bischoff

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Kulturprozent & Förderfonds 6

Macher mit Courage Originelle Ideen für die Schweiz 14 Mode de Suisse Plattform für die Schweizer Mode 19 Meilensteine der Migros 22 Fein tafeln bei Erna Plüss 24 Sarah Kreienbühl Warum Engagement wichtig ist 30 Fragen an das GDI 32 Nachwuchsförderung Musik, Tanz, Schauspiel, Gesang 34 Veronica Fusaro Demotape-Clinic-Gewinnerin 36  Wie viel Geld wofür? 94  Klubschule Weiterbildung 96  Die beliebtesten Kurse 98  Pflegefall in der Familie 102 Unterstützungsfonds Trockenmauern am Gotthard 104 Förderprojekte Parks, Kunstmuseum, Bergbahn 108  Kultur in den Regionen 114  Was bringt die Woche?

Migros-Welt

40  Pro Juventute «Peer Chat»

Hilfe für verzweifelte Jugendliche

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57  Migusto: exotische Früchte 86  Neues aus den Regionen 117 Glücksgriff 119  Rätsel und Spiele 125 Leseraktion

Bild: Roger Hofstetter

Fitnessreise nach Mallorca 126 Cumulus

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INHALT | MM46, 12.11.2018  5

Editorial

Was echtes Engagement meint Jana Huwyler und Nina Fassbind haben in Bern, Sierre, Fribourg und Thun Kühl­ schränke in der Öffentlichkeit aufgestellt. Bis heute sind es 14, doch schon bald sollen es viele mehr sein, verteilt aufs ganze Land. Noch geniessbare Lebensmittel sol­ len dank diesem Projekt nicht im Abfall landen, sondern in anderen Haushalten oder bei Bedürftigen. Damit die Idee auch zum Fliegen kommt, brauchen die enga­ gierten Bernerinnen Geldgeber. Huwyler und Fassbind haben einen gefunden. Der Förderfonds Engagement Migros unterstützt das Projekt. Die Migros hat diesen Förderfonds, der mutige Ideen aus Kultur und Wirtschaft unterstützt, 2012 ins Leben gerufen. Bis heute konnten dadurch dutzende Projekte gefördert werden. Die Migros wird diese Art des Engagements auch in Zukunft weiterführen. In der festen Überzeugung, dass ein Unternehmen eine gesellschaftliche und kulturelle Ver­ pflichtung hat. Mit Klubschule, Kultur­ prozent, Förderfonds Engagement Migros und Unterstützungsfonds trägt die Migros viel zu Aus- und Weiterbildungen bei, ermöglicht berufliche Karrieren und persönliche Entwicklungen, unter­ stützt Pioniere und ihre Projekte. Das Unternehmen engagiert sich so seit über 60 Jahren in unverwechselbarer Weise für das Wohl aller, die hier leben.

M-Infoline: Tel. 0800 84 0848 oder Fax +41 800 84 0848 (Ausland). www.migros.ch/ kundendienst; www.migros.ch

Was das konkret bedeuten kann, zeigt etwa die Tischgemeinschaft von Erna Plüss in Turgi AG. Acht Senioren treffen sich regelmässig bei der pensionierten Hauswirtschaftslehrerin zum Mittag­ essen. «Der Austausch untereinander ist wunderbar. Bei uns haben alle Humor, und wir lachen viel. Das ist im Alter sehr wichtig», sagt Plüss. Gelacht und viel ­diskutiert wird im Hause Plüss dank des Projekts Tavo­lata, das 2010 vom Migros-­ Kulturprozent initiiert ­wurde und heute schweiz­ weit ­bekannt ist. Was das freiwillige Engagement der ­Migros alles bedeutet, finden Sie in dieser Sonder­ausgabe des Migros-­Magazins und in den kommenden Wochen und Monaten unter dem Hashtag #Midee in digitalen und sozialen Medien. Rüdi Steiner, Leiter der ­Sonderausgabe ruedi.steiner@mgb.ch

Cumulus: Tel. 0848 85 0848 (Normaltarif) oder +41 44 444 88 44 (Ausland). cumulus@migros.ch; www.migros.ch/cumulus

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Redaktion Migros-Magazin: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Tel. 058 577 12 12, Fax 058 577 12 08. redaktion@migrosmagazin.ch; www.migrosmagazin.ch


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Unterstützte Projekte

Kühlschränke in der Öffentlichkeit aufstellen, Millenials ins Museum locken und das Auto durch elektrische Lastenvelos ersetzen: Überzeugende Ideen wie diese machen die Schweiz ein bisschen besser. Wir stellen zehn davon und die Menschen dahinter vor. Text: Lisa Stutz


FÖRDERFONDS | MM46, 12.11.2018  7

Die Gründerinnen von SINGA: Seraina Soldner (links) und Tina Erb

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Bilder: Innes Welbourne, John Patrick Walder (2); Illustration: Lukas Bischoff

«Viele Geflüchtete haben einen unternehmerischen Hintergrund, finden in der Schweiz aber keine geeignete Stelle.» Seraina Soldner, SINGA Factory

Workshop für angehende Unter­ nehmer aus ver­ schiedenen Ländern

ie nehmen uns doch die Jobs weg!», hört man es am Stammtisch zuweilen poltern, geht es – mal wieder – um Flüchtlinge. Solchen Aussagen nehmen Seraina Soldner und Tina Erb den Wind aus den Segeln: Sie sind die Gründerinnen der SINGA Factory, deren Ziel ist, dass Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund ihr eigenes Unternehmen gründen können. «Viele Geflüchtete haben einen unternehmerischen Hintergrund, finden in der Schweiz aber keine geeignete Stelle», sagt Seraina Soldner. Mit einem eigenen Unternehmen sichern sie sich ein Einkommen und schaffen vielleicht sogar Jobs. Die erste SINGA-Organisation wurde 2012 in Paris lanciert. Nach ersten Erfolgen in Frankreich und Deutschland haben die beiden Schweizerinnen das Konzept 2016 übernommen und daraufhin ein Start­-up-Programm aufgebaut: Sechs Monate lang unterstützen sie die ausländischen Teilnehmenden durch Eins-zu-eins-Mentoring und Kurse zu geschäftsrelevanten Themen. Inderin gründet Catering

«Der finanzielle Aufwand für so ein Programm ist nicht unerheblich und fliesst vor allem in die Koordination und Organisation», erzählt Soldner. Den grössten Teil des Startkapitals stellte Engagement Migros zur Verfügung – jährlich unterstützt der Förderfonds der Migros Pionierprojekte mit rund 10 bis 15 Millionen Franken. Es ist ein mutiger Weg, den die beiden Gründe­rinnen zusammen mit den Teilnehmern gehen. Denn Unter­ nehmertum ist mit vielen Risiken verbunden. «Doch wir glauben fest an die Menschen und ihre Projekte.» Wie etwa an die Inderin Smriti Chhabra, die jüngst mithilfe der Unterstützung ihr eigenes Catering-Unternehmen mit Koch­kursen gründen konnte. Sie hat bereits erste Aufträge. Neun weitere Beispiele mutiger Macher mit spannenden Ideen auf den nächsten Seiten


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Stapferhaus Was prägt unser L­ eben? Was beschäftigt das Land, bewegt die Welt? Im Stapferhaus in Lenzburg AG werden grosse Fragen gestellt. Die Ausstellungen des 1960 lancierten Projekts wurden ­immer erfolgreicher – bald herrschte Platzmangel. «Aus der Not entstand die Idee, dass wir ein neues Haus brauchen», sagt Leiterin Sibylle Lichten­steiger. Denn ohne ­ hätte das Stapferhaus keine Zukunft g­ ehabt. Dank vielsei­ tiger Unterstützung konnte der 24,7-Millionen-Neu­bau am Bahnhof Lenzburg Ende Oktober eröffnet werden. Das Ziel: auch kulturfernes Publikum ins Haus holen – und Antworten auf die grossen Fragen der Gegenwart finden.

Alenka Bonnard ist Geschäfts­leiterin und Co-Founderin vom «staatslabor».

Mit einem der elektrischen Cargo-Bikes unterwegs: Sybille Suter

Bilder: PD, John Patrick Walder, Emanuel Freudiger, Mathieu Guirard

Staatslabor Man kennt es: Täglich tauchen neue Apps, neue Tools, neue Systeme auf – und wie zum Teufel funktionieren die eigentlich alle? In der sich rasant verändernden Umwelt steigt die Komplexität. Doch das gilt nicht nur für die Bürger, sondern auch für öffentliche Verwaltungen. Das Potenzial neuer Technologien wird dort zwar erkannt, aber noch wenig genutzt. Hier setzt das «staatslabor» an: Es bereitet Wissen auf und macht es für die Verwaltungen nutzbar. Es setzt Projekte um, die die Qualität und Bürgernähe öffentlicher Dienstleistungen verbessern. «In der Schweiz trägt unser zuverlässiges Staatswesen massgeblich zur hohen Lebensqualität bei. Aber Gemeinden, Kantone und der Bund müssen permanent neues Wissen einholen, um aktuelle Herausforderungen anzugehen», erklärt Alenka Bonnard, Geschäftsleiterin und Co-Founderin. 2016 lancierte sie mit einer motivierten Gruppe die Idee, der Innovation im öffent­lichen Sektor eine Plattform zu geben. Seit dem vergangenen Jahr kann die Gruppe als gemeinnütziger Verein mit Sitz in Bern ihrer Arbeit nachgehen. Alenka Bonnard findet: «Viel mutiger als wir sind die Leute in den Behörden, mit denen wir arbeiten. Das ‹staatslabor› ist sozusagen der Ort für organisierten Mut.»

Carvelo2go Es ist ein noch eher unbekanntes Verkehrsmittel: das Cargo-Bike, kurz Carvelo. Weil es über einen Elektroantrieb und viel Stauraum verfügt, kann man damit leicht schwere Dinge transportieren. «In der Schweiz lassen sich viele Transportfahrten per Lastenvelo bewältigen. Und dies oft bequemer, schneller und effizienter als mit dem Auto», sagt Sybille Suter von «carvelo2go» mit Überzeugung. Dank der 2015 gegründeten Sharingplattform kann schweizweit jeder ein Carvelo mieten. Bislang haben sich 11 000 Nutze­rinnen und Nutzer registriert, in mehr als 50 Gemeinden stehen über 250 Fahrzeuge für sie bereit. Das Ziel: den Menschen den Alltag erleichtern und den Städten eine Antwort auf die immer drängenderen Verkehrsprobleme geben.


FÖRDERFONDS | MM46, 12.11.2018  9

Flüstern, bedächtige Schritte und nachdenklich blickende Senioren – so stellen sich Junge den Besuch im Museum zuweilen vor. Diesem Bild will Amuze-Initiantin Danica Zeier entgegen­ wirken. Gemeinsam mit Engagement Migros stellte sie sich vor zwei Jahren die Frage, wie man die Überalterung der Museums­ besucher angehen könnte. «Damit das klappt, müssen Museen die Möglichkeiten der Digita­lisierung nutzen», sagt Zeier. Sie erreichen die Millenials über Instagram, Youtube und Co. Amuze hat bereits Events für verschiedene Museen um­gesetzt. «Die Hallen waren voll von Jungen, die zu Musik tanzten und die Werke online mit ihren Freunden teilten.» Zeier und ihr Team beweisen, dass die jungen Leute via Social Media wieder den Weg ins physische Museum finden. Amuze


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FÖRDERFONDS | MM46, 12.11.2018  11

«Wir haben eine klare Vision und Herzblut.» Jana Huwyler, Co-Gründerin

Madame Frigo Peperoni, Tomaten, Joghurt ... Eigentlich hätte man noch vieles zu Hause. Doch die Pläne ändern sich spontan: Man isst bei Freunden oder im Restaurant oder bestellt beim Chinesen. Die eingekauften Lebensmittel verderben und landen irgendwann im Abfall. Das muss nicht sein, finden Jana Huwyler und Nina Fassbind, Leiterinnen des Projekts Madame Frigo. Die Idee: Kühlschränke in der Öffentlichkeit, in denen man geniessbare Lebensmittel, die selber nicht verwendet werden, anderen kostenlos zur Verfügung stellt. Das Konzept fand bislang in verschiedenen Städten der Schweiz Anklang. So gros­sen, dass es die beiden jungen Frauen nun aufs ganze Land ausweiten möchten. Sie wollen damit den Food Waste von Privathaushalten minimieren und für das Thema sensibilisieren. Die Zahlen sprechen für sich: 45 Prozent der Lebensmittelverschwendung in der Schweiz wird von Privathaushalten ver­ ursacht. Im Vergleich: Vier Prozent sind es bei Grossverteilern. «Wir haben eine klare Vision und Herzblut. Da kann man viel erreichen», sagt Jana Huwyler.

Leiten das Projekt Madame Frigo: Nina Fassbind (sitzend) und Jana Huwyler.

Wenige Meter vom Bahnhof Lausanne entfernt wird ein Kunstviertel aufgebaut. Die «PLATEFORME10» ist ein gemeinsames Projekt des kantonalen Kunstmuseums MCBA, des Museums für zeitgenössisches Design und Kunstgewerbe mudac und des Fotografiemuseums Musée de l’Elysée. «Wir schaffen Raum für Austausch, Entdeckung, Freizeit und Leben für die Menschen in Lausanne, des Kantons Waadt und der ganzen Schweiz – aber auch für Touristen», sagt Tatyana Franck, Direktorin des Musée de l’Elysée. Das Ziel ist, schon vor dem Projektabschluss im Jahr 2021, den Reichtum der drei Mu­seen auf einer digitalen Plattform zu präsentieren.

Bilder: Franziska Frutiger, Simon Tanner

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FÖRDERFONDS | MM46, 12.11.2018  13

Bilder: Eve-Marie Lagger, Simon Tanner, John Patrick Walder

Menschen an einen Tisch bringen und gemeinsam die Schweiz formen, in der man leben will – das macht Nora Wilhelm (Mitte) von Collaboratio Helvetica. Collaboratio Helvetica Wäre es nicht schön, die Welt wäre ein besserer Ort? «Klar!», wird jeder sagen. Doch was ist eigentlich besser? Wir stehen vor komplexen gesellschaftlichen Herausforderungen wie dem Klimawandel oder zunehmenden sozialen Ungleichheiten. Das Projekt «collaboratio helvetica» will Lösungen für die Schweiz finden: «Wir sind der Meinung, dass jede Bewohnerin und jeder Bewohner dieses Landes einen einzigartigen Beitrag für die Zukunft leisten kann», sagt Nora Wilhelm, Mitgründerin und Projektleiterin. Die Leitfrage lautet: «Wie sieht die Schweiz aus, in der wir gemeinsam leben wollen?» Für die Suche nach Antworten bietet «collaboratio helvetica» als Plattform Räume für Dialog und testet neue Formen der Zusammenarbeit.

Ethix Technisch ist heute vieles möglich – doch nicht immer ist das Mögliche auch moralisch vertretbar. Gemeinsam mit Start­ups entwickelt das Pionierprojekt deshalb Instrumente zur Beurteilung von ethischen und gesellschaftlichen Fragen und unterstützt sie darin, sich als verantwortungsvolle Unternehmen zu positionieren. «Wir haben das Ziel, nicht nur einen Beitrag zu ökonomisch, sondern auch sozial und ökologisch nachhaltiger Innovation zu leisten», sagt CoFounder Johan Rochel. Seit dem Start Anfang des Jahres konnten viele Workshops mit Start-ups aus unterschiedlichen Branchen durchgeführt werden. Aber auch mit Unternehmen, die eher als klassische KMU gelten. «Wir sind stolz, die Unternehmen von unserem Angebot überzeugen zu können.» Dies gerade im rasanten Start-up-Umfeld, in dem für ethische Gedanken oft wenig Zeit bleibe.

Das Team des Offcut-Materialmarkts in Zürich.

«Wir sind stolz, die Unternehmen von unserem Angebot überzeugen zu können.» Offcut Schweiz Glitzerfäden liegen neben Holzpaletten, liegen neben Kunstblumen. In den Materialmärkten von Offcut trifft man auf eine kunterbunte Welt aus Resten und für den Abfall bestimmte Materialien. Die Kunden: Künstler und Kreative, die Verwendung für die Restposten finden. Somit verlängert das Projekt die Lebens­dauer von Ungenutztem und Gebrauchtem und führt beides als Rohstoffe in einen nachhaltigen Kreislauf zurück. Die Idee dahinter ist nicht «nur» ökologischer Natur: Materialien mit einem Vorleben sollen inspirieren und die Kreativität anregen. Projekt­leiter Dominik Seitz: «Es sind gemeinnützige Werte und nicht der Profit, der dieses Projekt antreibt.» In Basel und Zürich beheimatet, werden dank der Unterstützung weitere Standorte eröffnet.  MM

Johan Rochel, Co-Founder


14  MM46, 12.11.2018 | FÖRDERFONDS

Die Mode Suisse ist die wichtigste etablierte Plattform für Schweizer Modedesign. Nicht selten sorgt ein Auftritt hier für den Durchbruch: So auch bei Kévin Germanier, dessen Krea­ tionen inzwischen welt­ weit gefeiert werden.


FÖRDERFONDS | MM46, 12.11.2018  15

Schillernde Schweiz Mode Suisse

Die Mode Suisse zeigt seit 2011 zwei Mal jährlich aufstrebende Schweizer Designerinnen und Designer. Das hat den Schweizer ­Modemarkt verändert, ist sich Gründer Yannick Aellen sicher. Text: Dinah Leuenberger


16  MM46, 12.11.2018 | FÖRDERFONDS

Mode-Plattform Die Mode Suisse ist … … eine Industrieplattform mit dem Ziel, die Zusammenarbeit zwischen Designern, Modeschulen, der Textilindustrie, dem Modemarkt und den Medien zu verstärken. Zwei Mal jährlich finden in Zürich und Genf Shows, Showrooms, Shops und Panel-­ Diskussionen statt. ­Besucher kommen vorwiegend aus der Modebranche, die Events richten sich aber genauso an Modeliebhaber. Wer zeigt Mode In den neun bis zwölf Shows gibt es meist Plätze für zwei bis drei neue Labels. Hat eins die Mode Suisse Jury überzeugt, wird es in das Programm auf­ genommen und muss sich nicht für jede Edi­ tion neu bewerben. Zu den Stammdesignern der Mode Suisse gehören unter anderem Julian Zigerli und YVY. Mode Suisse und Engagement Migros Seit der Edition 2 ist Engagement Migros Partner der Mode Suisse. Neben finanzieller Unterstützung stand Engagement Migros beratend zur Seite. Inzwischen kann die Mode Suisse dank einer Trägerschaft – zu der Engagement Migros nach wie vor gehört – weiterbestehen. Die nächste Edition … … findet im Februar 2019 in Zürich statt. Daneben organisiert die Mode Suisse mit der Austrian Fashion Association und dem Berlin Show­ room in Paris den DACH-Showroom und hat Shows in Peking, Mailand oder London.

Yannick, Aellen, was haben Sie sich zuletzt an Mode gekauft? Ein weiss-blau gestreiftes Hemd im «Wolf of Wallstreet»-Stil von Assandri, das mich sofort überzeugt hat. Überzeugt waren Sie auch davon, in der Schweiz eine Modeplattform aufzubauen. Mode war seit den 80ern in der Schweiz ein Thema, da gab es immer wieder grössere Events. Man wollte Stars kreieren, die kurzfristig Aufmerksamkeit erhielten, oft aber langfristigere Unterstützung gebraucht hätten. In den Nullerjahren gab es den Swiss Textiles Award, aber in seinen letzten Jahren gab es keinen Platz mehr für eine Schweizer Nominierung. Neben den Schauen der beiden grossen Modeschulen Head Genève und Institut für Mode-Design in Basel gab es keine Plattform, die sich regelmässig dem Schweizer Design widmete. Eines Tages trank ich mit Designerin Claudia Zuber Kaffee, und wir beschlossen, das zu ändern. So entstand die Idee für die Mode Suisse, 2012 fand die erste Edition statt. Wie kamen Sie auf diese Idee? Damals wie heute ist die Modebranche mein Arbeitsalltag. Ich kannte die ganze Geschichte des Swiss Textiles Awards und der Vorjahre, habe an den grossen Fashion Weeks als Show-Produzent und Casting-Director ge­ arbeitet, consultet. Es gibt nicht viele Schweizer, die diesen Job machen. Ich kannte also die Branche, ihre Akteure und Pro­ bleme. Mode Suisse war eine sehr natürliche Entwicklung daraus. Die Mode Suisse war das erste Projekt, das von Engagement Migros unterstützt wurde. Wie kam es dazu? Das war ein Richtiger-Ort-Rich­ tige-Zeit-Ding. Die Migros wollte Engagement Migros aufbauen, und wir hatten wenige Monate zuvor die Mode Suisse lanciert. Ideell wurden wir unterstützt vom Bundesamt für Kultur, das wiederum mit der Migros im Austausch war. Die erste Mode Suisse

«Dank der Mode Suisse wurde der Schweizer Modemarkt jünger und moderner.» Yannick Aellen, Branchenexperte

Edition war bereits ein sehr grosser Erfolg, auch medial. Die Migros wurde auf uns aufmerksam, und sehr bald sassen wir zusammen an einem Tisch. Ab Edition 2 war Engagement ­Migros dann unser Partner. Wie sah die Zusammenarbeit konkret aus? Wir standen in ständigem Austausch. Neben der finanziellen Unterstützung haben sie uns in Workshops beraten, wie wir unsere Struktur aufbauen und wirtschaftlicher werden könnten. Daraus entstand die Idee einer Trägerschaft. Durch unsere vier gleichberechtigten Partner – Engagement Migros, Zürcherische Seidenindustrie Gesellschaft, Hulda und Gustav Zumsteg-Stiftung und Pro Helvetia – ist die Mode Suisse inzwischen bis 2021 minimal gesichert. Wir planen aber schon weiter und würden uns sehr freuen, wenn es auch danach weitergeht. Ich wünsche mir, dass die Mode Suisse un­ umgänglich wird – und näher an den Leuten stattfindet.

Yannick Aellen (42), Gründer Mode Suisse

Warum erhält die Mode Suisse – bereits seit der ersten Edition – so viel Zuspruch? Weil es in erster Linie um Inhalt geht und nicht um Chichi. Natürlich trinken auch wir gern ein Glas Champagner, aber wir haben keinen roten Teppich. Wir setzen die wichtigsten Einkäufer und Journalisten in unsere ersten Reihen und betreiben Showrooms. Braucht es im digitalen Zeitalter noch eine so analoge Plattform? Unbedingt. Die Hauptevents der Mode Suisse wenden sich ja in erster Linie an ein Fachpublikum, und das muss die Kollektionen in Bewegung sehen, um sie einzukaufen. Aber wir suchen klar auch den Kontakt zum Online-Handel, dieser ist wichtig für die Designer. Wie hat sich der Schweizer Modemarkt verändert, seit die Mode Suisse existiert? Er wurde moderner und jünger. Der Austausch in der Schweizer Modebranche ist heute stärker. Die beiden Schulen in Genf und Basel haben einen engeren Dialog, die Profession hat ein Vehikel, an dem sie sich orientiert. Ist es für aufstrebende Designer leichter geworden, Fuss zu fassen? Jedes Label, dass sich bewirbt, erhält von unserer Jury ein fundiertes Feedback. Und wenn es ein junges Label in unser Line-up schafft, ist das ein erster Ritterschlag, dann wächst die mediale Aufmerksamkeit sehr schnell. Aber nach einigen Saisons muss es verkaufen, ansonsten wäre es nur ein teures Hobby, was nicht in unserem Sinn ist. Was wünschen Sie sich für die Modebranche der Schweiz? Dass die Grenzen näher rücken, auch zwischen unseren vier Landessprachen und Kulturen. Dass die Schweizerinnen und Schweizer modisch mutiger werden. Und dass sich die Menschen auch aus­ serhalb der Modeblase Gedanken darüber machen, welche Kleidung sie kaufen. Lieber seltener eine gute, teure Hose statt jeden Monat drei Paar.  MM


Bilder: Mode Suisse Edition 12/Bon Wongwannawat (14), Jen Ries

FÖRDERFONDS | MM46, 12.11.2018  17

Mode Suisse an der «Blickfang» Vom 23. bis 25. November ist die Mode Suisse mit einem Concept Store an der BlickfangMesse vertreten.

Die Mode Suisse ist ein Abbild der vielfältigen und hochwertigen Schweizer Modeszene und strahlt inzwischen deutlich über die Landesgrenzen hinaus.


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Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler bewirtet am 25. Geburtstag der Migros seine Mit­arbeitenden.

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Lancierung der Klubschule: Sprachkurse werden bezahlbar.

Geschichte

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein Genossenschaftsidee, politisches Engagement, «Christentum der Tat», Kulturprozent: Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler war nicht nur wirtschaftlich, sondern auch politisch und kulturell wegweisend für die Schweiz. Text: Karl Lüönd

Bild: MGB-Archiv

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hne das Grunderlebnis des Scheiterns ist die Lebens­ leistung von Gottlieb Dutt­ weiler (1888–1962) nicht ­darstellbar. Nach dem Ersten Weltkrieg ging er als Rohwarenspekulant ­Pleite. Dann versuchte er es mit einer Plantage in Brasilien. Die Gründung der Migros war, wie er selbst immer wieder betont hat, seine letzte Chance. So früh erfahrene Höhen und Tiefen haben ihn Distanz zum Materiellen ge­ lehrt. Auch als er wieder Multimillionär war, mied er Statussymbole demon­ strativ. Er lebte in einer Dreizimmer-­ wohnung, fuhr einen Fiat Topolino und nahm in der Eisenbahn die 3. Klasse. 1925: Als Duttweiler die Migros ­grün­dete, waren die Zeiten hart. Nach dem Weltkrieg war der Nationalismus in die Wirtschaft zurückgekehrt. Im Na­ men der Krisenbekämpfung regierten Bundesrat und Verwaltung per Notrecht in die Wirtschaft hinein. Ein Filz von Verbänden und Kartellen regierte mit.

Ausgerechnet als die Migros den t­ euren Schritt in die Westschweiz ­wagte, ­unternahm die Koalition von Bauern, Gewerblern und Gewerk­schaftern ­einen vernichtenden Angriff: das Filial­ eröffnungsverbot von 1933. Duttweiler antwortete mit der Gründung des ­Landesrings und zog 1935 auf Anhieb mit sieben Mann in den ­Nationalrat ein. Er sagte immer, er sei in die Politik ge­ zwungen worden. Den weltanschaulichen Unterbau der Bewegung lieferte er später nach. Aktualitätsbezogen und wirkungs­ bewusst griff Duttweiler die nazi­ freundlichen Fröntler an: «Der Ring ist das Symbol, das dem der Front gegen­ übersteht, der Front mit dem Führer und den geradeaus gerichteten Gehor­ chenden. Der Ring will alle zusammen­ führen im Gegensatz zur Front von links und rechts, die immer eine zweite, gegnerische Front voraussetzt.» Später vertiefte «Dutti» das, was die «NZZ» noch im Nachruf als «Anreiche­

1948

Erste KlubhausKonzerte: Klassik für ein breites Publikum.

1956

Eurocentres Sprachschulen entstehen im Ausland.

1957

Das Kulturprozent wird in die Statuten der Migros aufgenommen.


20  MM46, 12.11.2018 | KULTURPROZENT

1963

GDI: Der Think Tank der Migros wird eröffnet.

Das grösste Tanzfestival der Schweiz: «Steps»

1980

Grün 80: Die Migros garantiert den Park für 100 Jahre.

1988

«Steps» startet und wird bald das grösste Tanzfestival der Schweiz.

1996

Das Museum für Gegenwartskunst wird eröffnet.

2006

Projekt Innovage: Pensionierte können ihr Know-how bei Jungfirmen einbringen.

2017

Monte Generoso: Wiedereröffnung der von Mario Botta gebauten Bergstation.

rung des Geschäfts mit Philosophie» verhöhnte, in die Richtung eines ­unscharf definierten, aber volksnah gedachten und philantropisch unter­ legten «Christentums der Tat». Damit verbunden war die bemer­ kenswert früh erkannte Umweltpro­ blematik. Früher als die Konkurrenz setzte sich die Migros für gesunde Er­ nährung, biologischen Landbau, Kon­ sumentenschutz und für den vernünf­ tigen Umgang mit Energie und Abfäl­ len ein. Durch reiche Erfahrung ver­ festigte sich Duttweilers Lebensmotto: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein! Auf der gleichen Entwicklungslinie liegt der wichtigste Entschluss in sei­ nem Leben. 1940 wandelte Duttweiler die Migros AG in eine Genossenschaft um und verschenkte die Anteile an seine Kunden. Die grosse Geste hatte freilich auch einen realistischen Hin­ tergrund, wie Adele Duttweiler später bestätigte. Duttweiler hatte mit einem Sieg Hitlers gerechnet und wollte ­seiner Enteignung zuvorkommen. So viele Ideen zur Kulturförderung in den engen schweizerischen Ver­ hältnissen durchzusetzen, zumal in Krisen- und Kriegsjahren, war eine einmalige Leistung. Zwischen 1940 und 1962 wurde Duttweiler zu dem mit Abstand wichtigsten Kultur­ sponsor der Schweiz. 1943 beteiligte er sich an der Praesens-Film AG und ermöglichte bedeutende Projekte im

Sinn der geistigen Landesverteidi­ gung. Ab 1950 konsolidierte er die Buchgemeinschaft Ex Libris; ohne ­deren Lizenzausgaben wären Dut­ zende von wichtigen literarischen Werken nicht gedruckt worden. Das dauerhafteste Projekt aber ist das seit 1957 in den Migros-­ Statuten verankerte Kulturprozent, die weltweit einmalige dauerhafte Selbst­verpflichtung eines Unter­ nehmens. 2017 wurden 122,4 Millio­ nen Franken für Projekte der Kultur, Gesellschaft, Bildung, Freizeit und Wirtschaft a­ usgeschüttet. Der Kultur­ begriff ist ausgesprochen breit: Auch Hotelplan gehörte am Anfang dazu, später profitierten die Sprachschulen (Euro­centers), die Klubschulen und die Fitnesscenters. «Engagement ­Migros» ist eine Erweiterung des ­Kulturprozents und fördert Pionier­ projekte, die neue Wege im gesell­ schaftlichen Wandel eröffnen. «D Migros ghört de Lüüt!» Für ­diesen Slogan von 2018 hat Gottlieb Duttweiler in seinen 37 Migros-­Jahren das Fundament gelegt. Das Besondere an der Migros war, dass ihr Gründer die Bedürfnisse seiner Kunden nicht nur materiell verstanden hat, sondern auch kulturell und politisch. Duttwei­ ler sagte es so: «Wir müssen wachsen­ der eigener materieller Macht stets noch grössere kulturelle und soziale Leistungen zur Seite s­ tellen.» MM

Karl Lüönd Der Innerschweizer ­Publizist Karl Lüönd (73) ist ein profunder Kenner der M ­ igros und ihrer ­Geschichte. Er hat eine Biografie über Gottlieb Duttweiler geschrieben, die den Menschen und ­Unternehmer anschaulich porträtiert und seine Grundsätze und Leidenschaften für ein breites ­Publikum nachvollziehbar macht (siehe unten). Der frühere Chefredaktor («Blick», «Züri-Woche»), Leiter des Medieninstituts und Autor von mehr als 30 Unternehmerporträts ist ein kritischer Bewun­ derer von Duttweiler und sagt: «Kein Schweizer im 20. Jahrhundert hat mehr für die Konsumenten getan als Gottlieb Duttweiler.»

Buchtipp

Eine Idee mit Zukunft Die Dutt­weiler-Biografie von Karl Lüönd ist heute vergriffen. Sie gilt als eins der Standard­werke über den Migros-­Gründer und gibt einen g­ uten Einblick in sein Schaffen, zeichnet seinen Aufstieg mit der Idee ­Migros und porträtiert ­seine Mitstreiter.

Bilder: Christian Altorfer/Company Wayne McGregor Steps 2016, Johanna Bossart/Landbote, zVg (2)

Die Denkfabrik: Gottfried Duttweiler Institut (GDI) in Rüschlikon ZH

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Senioren

En Guete mitenand Gemeinsam essen, reden und lachen: Das ist das Ziel des Projekts Tavolata. Ein Besuch bei der mittäglichen Tafelrunde von Erna Plüss in Turgi AG. Text: Andreas Dürrenberger  Bilder: Daniel Winkler

«Das Kochen für die Tavolata fördert unsere Kreativität. Wir kommen zusammen und besprechen interessante Themen, ernste und lustige.» Marlise Voumard (77) aus Wettingen, pensionierte Bera­ terin Arbeitsmarktintegration


KULTURPROZENT | MM46, 12.11.2018  23

Voll im Schuss rührt Erna Plüss den Guss für die Chabiswähe an.

«Der Austausch untereinander ist wunderbar. Bei uns haben alle Humor, und wir lachen viel. Das ist im Alter sehr wichtig.» Erna Plüss (71), Mitgründerin der Tavolata «Vom Härd zum Tisch» im Kanton Aargau

A

us der Küche von Erna Plüss im aar­ gauischen Turgi strömt ein un­wider­ stehlicher Duft nach Zwiebeln und Feigen, die sie Minuten zu­ vor in ihrem Garten geerntet hat. Die Vor­speise ist im Ofen: Flamm­kuchen mit Rohschinken und Feigen. Erna Plüss ist heute Gastgeberin ihrer Tavolata, die sie vor sieben Jahren mit ihrer Kollegin Mar­lise Voumard gegründet hat. Tavo­lata ist ein Projekt des Migros-Kulturpro­ zents. Es soll Menschen im fort­ geschrittenen Alter bei einem gesunden Essen zusammen­ bringen und den so­zialen Aus­ tausch fördern. Bei Erna Plüss und ihren «Tavolatagspänli» klappt das hervorragend. «Wir treffen uns im Durchschnitt ein Mal pro Monat», erzählt die pensionierte Hauswirtschaftslehrerin. «Meis­ tens koche ich mit Marlise, aber heute hilft mir meine Nachbarin Andrea John.» Heute ist Wähen­ tag, es kommen eine Aargauer Chabiswähe und eine Lachs-­ Broccoli-Quiche auf den Tisch, zum Dessert gibts eine Tarte au vin cuit. Die fröhliche Siebner­ runde lässt es sich schmecken. Die Gäste plaudern über Um­ weltschutz, Wohnmobilferien und ihre Enkelkinder. Fünf Stunden später fahren alle zu­ frieden nach Hause. Sie werden sich bald wiedersehen – bei der nächsten Tavolata.­­ MM Mehr Infos: tavolata.ch


24  MM46, 12.11.2018 | KULTURPROZENT

Sarah Kreienbühl

Welche Bedeutung hat das gesellschaftliche Engagement der Migros? Was tut sie für die Kulturförderung? Und welche Rolle spielen dabei die Migros-Kunden? Wir haben Sarah Kreienbühl, die oberste Verantwortliche für das gesellschaftliche Engagement des Migros-Genossenschafts-Bunds, zum Gespräch gebeten. Text: Daniel Sidler Bilder: Sandra Blaser Illustration: Lukas Bischoff


KULTURPROZENT | MM46, 12.11.2018  25


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erreichen Sie Honningsvåg. Besuchen Sie im Rahmen eines fakultativen Ausflugs das Nordkap. Tag 10 Kirkenes. Kirkenes ist auch bekannt als die Hauptstadt der Barentsregion. Hier befinden Sie sich unweit der russischen Grenze. Ausflug ins abgelegene Pasviktal – die lappländische Taiga. Hotelübernachtung. Tag 11 Kirkenes > Zürich. Transfer zum Flughafen. Rückflug via Oslo nach Zürich.

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KULTURPROZENT | MM46, 12.11.2018  27

Sarah Kreienbühl, haben Sie überhaupt Zeit, die vielen kulturellen Angebote zu nutzen, die die Migros beispielsweise durch das Kulturprozent fördert? Selbstverständlich, ich nehme mir bewusst Zeit dafür. Erstens, weil Kultur mit ihren verschiedenen Facetten mich interessiert und ich immer wieder Neues, auch Unerwartetes, entdecke, das mich inspiriert. Zweitens, weil ich sehen möchte, was mit dem Geld der Migros passiert und welche Wirkung unser Engagement hat. Ich kann bei dieser Vielzahl an Projekten natürlich nicht überall persönlich anwesend sein; kompetente Kolleginnen und Kollegen vertreten mich dann. Welches war Ihr persönliches KulturHighlight? Ich möchte mir nicht erlauben, Projekte und Anlässe nach persönlichen Vorlieben zu bewerten. Es gab sehr viele bereichernde Anlässe und Begegnungen. Ein Höhepunkt war für mich kürzlich das Migros-Kulturprozent-Classics-Konzert des Rotterdam Philharmonic Orchestra mit vielversprechenden «Stars von morgen» im Vorkonzert, dem unvergleichlichen Violinisten Pinchas Zukermann und dem jungen, talentierten Dirigenten Lahav Shani im Hauptprogramm. Un­ vergesslich war dieses Jahr auch das Tanzfestival Steps, an dem ich fantastische ­Darbietungen mit hervorragenden Tänzern geniessen durfte. Das Publikum darf sich auch 2020 wieder auf ein vielseitiges Tanzprogramm und neue Entdeckungen freuen.

Sarah Kreienbühl Seit Anfang 2018 ist Sarah Kreienbühl Mitglied der Generaldirektion des Migros-Genossenschafts-Bunds (MGB). Als Leiterin des Departements Human Resources, Kommunikation, Kultur und Freizeit ist sie unter anderem oberste Verantwortliche für das gesellschaftliche Engagement der Migros. Vor ihrem Wechsel zur Migros war sie seit 2004 Mitglied der Konzernleitung des Schweizer Hörgeräteanbieters Sonova und unter anderem verantwortlich für Human Resources, Kommunikation und Corporate Social Responsibilty. Sarah Kreienbühl ist Stiftungsrätin der gemeinnützigen Stiftung Hear The World Foundation.

Und was bedeutet das konkret? Statt einen Teil des Gewinns zu investieren, wie das viele andere Unternehmen tun, verwendet die Migros Jahr für Jahr freiwillig einen Prozentteil ihres gesamten Umsatzes für das Gemeinwohl. Das heisst: Von jedem eingenommenen Franken – nicht von jedem Franken, der nach Abzug aller Kosten als Ertrag übrig bleibt – gibt die Migros wieder einen Anteil an die Gesellschaft zurück. Bei sinkenden Margen wiegt diese Investition entsprechend höher. Wir leisten dieses Engagement aus Überzeugung und verdanken das unseren Kundinnen und Kunden. Mit jedem Einkauf, und sei er noch so klein, kann die Migros also wieder etwas für einen guten Zweck an die Gesellschaft zurückgeben. Dann bezahlen die Kunden das Kultur­ prozent über höhere Preise? Wird Brot oder Milch dadurch teurer? Das würde der Idee Migros und den Grundsätzen des Gründers Gottlieb Duttweiler vehement widersprechen. Und es wäre eine kontraproduktive Geschäftspolitik. Es gehört im Gegenteil zur DNA der Migros, ihren Kunden das beste Preis-Leistungs-Verhältnis und zusätzlich ein breites gesellschaftliches Engagement zu bieten. Deshalb profitieren die Kunden doppelt. Das hat Gottlieb Duttweiler der Migros von Beginn an eingeimpft, und für diese Werte setzen wir uns aus Überzeugung auch heute noch ein.

Im vergangenen Jahr hat die MigrosGruppe kulturelle und soziale Vor­haben mit über 138 Millionen Franken unterstützt. Haben Sie noch den Überblick? Es ist ein Privileg für die Migros, der Gesellschaft in der Schweiz eine so namhafte Summe zurückgeben zu können. Wir haben ausgezeichnete Fachleute und Teams, die sich mit viel Leidenschaft und Herzblut für unsere Anlässe und Projekte einsetzen. Durch sie erhalte ich eine Gesamtsicht des Migros-Engagements, das mich immer wieder aufs Neue beeindruckt.

Natürlich sind auch unsere Mittel begrenzt. Deshalb setzen wir klare Schwerpunkte und investieren primär in die drei Säulen Bildung, Soziales und kulturelle Projekte. Im Zentrum steht als verbindende Klammer stets das Ziel, den gesellschaftlichen Zusammenhalt in der Schweiz zu stärken. Dieses Engagement macht die Migros für mich so einzigartig.

Es scheint kaum etwas zu geben, was die Migros nicht unterstützt ... Es dürfte tatsächlich für jeden Kunden ein passendes Angebot dabei sein. Beispiels­ weise mit der Klubschule, die jedes Jahr an 50 Standorten in der Schweiz nach dem Leitgedanken «Bildung für alle» vielen Bevölkerungsschichten den Zugang zur Weiterbildung ermöglicht. Das MigrosKulturprozent unterstützt aber auch die vier Freizeitparks im Grünen und die Bergbahn auf dem Monte Generoso – inklusive Gipfelrestaurant; im Mario-Botta-Bau wird übrigens nicht nur hervorragendes Essen geboten, sondern auch eine wunderbare Rundsicht. Ein weiteres, mir persönlich wichtiges Engagement ist die Tavolata mit Tischgemeinschaften für ältere Menschen.

Inzwischen setzt sich doch fast jedes Unternehmen für irgendeine gute Sache ein. Das ist tatsächlich ein Trend, um Glaub­ würdigkeit zu erzielen. Unabhängig davon erachte ich es aber als wertvoll, weil soziale Engagements in der Wirtschaft den Zusammenhalt fördern. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Migros dem einen oder anderen Unternehmen als Vorbild dient. Unser Engagement für die Gesellschaft geht auf den Gründer Gottlieb Duttweiler zurück und besteht seit den 60er-Jahren, als soziales Engagement in der Wirtschaft noch weniger verbreitet war. Dieses Engagement ist tief verankert. Es basiert auf einer in den Statuten festgelegten, dauerhaften Selbstverpflichtung und ist an keinerlei Gegen­ leistung gebunden.

Wie gut kennen Sie Gottlieb Duttweilers 15 Thesen? Selbstverständlich bin ich mit Gottlieb Duttweilers Ideengut vertraut, auch wenn ich nicht jeden Satz im Wortlaut auswendig kenne. Zum gesellschaftlichen Engagement zitiere ich ihn allerdings gern: «Das All­ gemeininteresse muss höhergestellt werden als das Migros-Genossenschafts-Interesse. Wir müssen wachsender eigener Macht stets noch grössere soziale und kulturelle Leistungen zur Seite stellen.» Wie übertragen Sie diese Aussage in die heutige Zeit? Für mich ist diese These ein zentrales Fundament der Migros und aktueller denn je. Sie bedeutet, dass nachhaltiger Erfolg nur im Gleichgewicht zwischen wirtschaftlichem Interesse und sozialer Verantwortung erreichbar ist. Wachstum und Erfolg sind direkt mit der sozialen Verpflichtung verbunden, in die sich die Migros selber stellt. Gesellschaftliches Engagement hängt vom Wachstum ab – und eben auch umgekehrt. Es ist eine Wechselwirkung. Wie erfahren die Kundinnen und Kunden diese Wirkung? Für die Kunden hat das eine zweifache ­Wirkung: Einerseits wissen sie, dass die ­Migros einen Teil dessen, was sie für ihre Einkäufe in der Migros-Gruppe zahlen, für einen guten Zweck einsetzt und dabei,


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KULTURPROZENT | MM46, 12.11.2018  29

wie bereits erwähnt, nicht etwa die Preise erhöht. Auf der anderen Seite profitieren ­unsere Kunden von attraktiven Angeboten wie Kursen in den Klubschulen, Freizeit­ anlagen oder vergünstigten Konzert­ eintritten. Dass Gottlieb Duttweiler und ­seine Frau Adele dieses Ideengut bereits 1957 als eigenen Geschäftszweck in den ­Statuten der Migros verankert haben, erachte ich als aussergewöhnlich v­ isionär. Sie sagen, dass man mit gutem Gewissen bei der Migros einkaufen könne. Aber sind Kulturprozent und Co. nicht bloss ­clevere Werbemittel? Oberflächlich betrachtet, könnte man das meinen. Doch das trifft nicht zu. Wir messen die Leistungen von Kulturprozent, Unter­ stützungsfonds und Förderfonds Engage­ ment Migros nicht an Worten, sondern an Taten. In den vergangenen 60 Jahren hat die Migros allein durch das Kulturprozent über 4,6 Milliarden Franken ausgerichtet. Das

«Im Zentrum steht als verbindende Klammer stets unser Ziel, den gesellschaftlichen Zusammenhalt in der Schweiz zu stärken.» Sarah Kreienbühl

Geld fliesst ja gerade nicht in Werbung, son­ dern wirkt konkret und sichtbar, beispiels­ weise durch vergünstigte Konzerte, soziale und ökologische Entwicklungsprojekte oder subventionierte Bildungsangebote für alle. Das sind reale Mehrwerte, keine Lippen­ bekenntnisse. Während wir mit unseren Migros-Werbekampagnen viele Menschen in der Schweiz erreichen, sind wir mit der Kommunikation über unser grosses gesell­ schaftliches Engagement eher zurück­ haltend. Sprich: Wir tun viel Gutes, aber wir sprechen vergleichsweise wenig über den Umfang unseres Engagements. Allein die Tatsache, dass das Kulturprozent seit 1957 in den Statuten der Migros verankert ist, unterstreicht, dass es sich um ein echtes Enga­gement handelt. Das Kulturprozent ist vielen Leuten ein Begriff. Aber was macht der Förderfonds Engagement Migros? Dieser Fonds wurde 2012 gegründet als freiwilliges Engagement der Unternehmen der Migros-Gruppe – dazu zählen Denner, Migros Bank, Migrol oder Migrolino. Der Förderfonds Engagement Migros konzen­ triert sich auf Pionierprojekte im gesell­

schaftlichen Wandel. Dabei berücksichtigen wir, dass Entwicklungen wie Digitalisierung oder Mobilität für die Menschen eine wichtige Rolle spielen und die Gesellschaft verändern. Im vergangenen Jahr zum Bei­ spiel haben wir über den Fonds 55 Projekte mit fast 15 Millionen Franken unterstützt. Was verstehen Sie unter «Pionierprojekte im gesellschaftlichen Wandel»? Dazu zählt beispielsweise die Organisation Startup Academy, die innovative Jung­ unternehmen während zweier Jahre mit ­Expertenwissen und Coaching unterstützt. Ein weiteres Beispiel ist die Organisation Food Bridge, eine Online-Plattform, die ­ dazu dient, Nahrungsmittel effizienter an ­Bedürftige zu verteilen. In solchen Enga­ gements sehen wir einen ganz konkreten ­gesellschaftlichen Nutzen. Nach welchen Kriterien entscheidet die Migros eigentlich, wer und was unterstützt werden soll – oder eben nicht? Beim Kulturprozent lassen sich Förderbei­ träge über ein Gesuch einfach via Internet beantragen. Je nach Thema und Ausrichtung des Engagements – vom Kinder- und Ju­ gendtheater über Musik bis zum Film – gibt es klare Richtlinien. Beim Förderfonds Engagement Migros suchen unsere Fach­ leute aktiv nach geeigneten Projekten. Zusammengefasst lässt sich sagen: Entschei­ dend ist, ob ein Projekt einen Mehrwert für die Gesellschaft, sprich: für die Bevölkerung, bietet. Und wie kontrolliert die Migros, ob die geförderten Projekte tatsächlich nützlich sind für die Gesellschaft? Das ist eine wichtige Frage. Genau deshalb prüfen wir bei allen Projekten regelmässig, ob sie ihren Zweck erfüllen und ihre Ziele erreichen. So ist uns beispielsweise bei Start-up-Firmen, also jungen Pionier­ unternehmen, die Unterstützung nach dem Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe wichtig. Nach der Aufbauphase, wenn die Pioniere selbständig vorwärtskommen, können wir unsere Leistungen einstellen. Im Gegenzug stehen Gelder für neue Projekte zur Ver­ fügung. Erlauben Sie unseren Lesern noch einen Blick in die Zukunft. Wird die Migros sich weiterhin ein Kulturprozent leisten können? Die «Ob»-Frage stellt sich für mich nicht. Eine Migros ohne dieses Engagement für die Gesellschaft wäre nicht mehr die Migros. Ich kann mir vorstellen, dass die Schwer­ punkte sich teilweise verlagern werden – die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und kulturellen Bedürfnisse wandeln sich. Mir erscheint es wichtig, dass wir die verfügbaren Mittel dort einsetzen, wo die Migros mög­ lichst viel für den Zusammenhalt der Men­ schen in der Schweiz tun kann. MM

Sarah Kreienbühl über … … das MigrosKulturprozent: «Eine der Errungen­ schaften, die die Migros für mich einmalig macht.» … den Film «Die gött­liche Ordnung»: «Ein vielfach ausgezeich­ neter Film, den das Kul­ turprozent unterstützt hat. Möchte ich mir un­ bedingt noch ansehen.» … das Projekt carvelo2go.ch: «Ich sehe diese elektrischen Lastenvelos, die man günstig ausleihen kann, immer öfter durch die Stadt fahren. Ich selbst schwinge mich lieber aufs Rennvelo.» … das Tanzfestival Steps: «Ein unglaublich vielseitiges Tanzspekta­ kel mit hervorragenden Künstlern aus aller Welt. Ich freue mich bereits auf die Neuauflage im Frühling 2020.» … die Klubschulen: «Mit 600 preiswerten Kursangeboten sind sie eine starke Schweizer Bildungs­ institution für jährlich 370 000 Teilnehmer.» ... das GottliebDuttweiler-Institut: «Die älteste Denkfabrik der Schweiz. Hier werden Trends er­ forscht, und hier lässt es sich auch an schöner Lage tagen.» … die zehn MigrosGenossenschaften: «Sie sind besonders nah bei unseren Kunden und übernehmen für Kultur und Gesellschaft eine wichtige Rolle. Denn sie fördern in ihren Regionen zusätz­ liche gesellschaftlich bedeutende Projekte.»


30  MM46, 12.11.2018 | KULTURPROZENT Trendforschung

Der Zukunft auf der Spur

Werden wir bald kein Fleisch mehr essen? Verschlingt das Internet die traditionellen Geschäfte? Leben wir in Zukunft als codierte Wesen? Mit solchen und anderen Fragen beschäftigt sich das Gottlieb Duttweiler Institut im zürcherischen Rüschlikon. Text: GDI Research Illustration: Uwe Stettler

Saubere Energie à discrétion

Neuer Handel Beim Shopping ist bald nichts mehr wie früher. Begonnen hat es mit dem Inter­ net: Plötzlich konnte man zu Hause ein­ kaufen. Täglich gab es mehr Anbieter – und weniger Läden. Oder zumindest andere. Doch das ist erst der Anfang. Der Verkauf von physischen Dingen wie etwa Kleidern stagniert in unseren Breitengraden. Statt ein nächstes Trend­ teil zu erstehen, erwerben immer mehr Leute lieber Erfahrungen, Erlebnisse oder Erinnerungen. Und für diese Erlebnisse werden wir bald nicht mal mehr nach draussen müssen, weil sie über Virtuelle Realitäten zu uns kom­ men. Unter diesen Voraussetzungen wird es immer weniger Geschäfte brauchen. Viele Buchhändler und Plattenläden mussten die Segel bereits streichen. Die grosse Frage wird sein, was vom Handel, wie wir ihn heute kennen, in zehn, zwanzig oder dreissig Jahren noch übrig sein wird.

Freiwillig ja, aber ... Sportvereine klagen, Gemeinden ächzen: zu wenig Freiwillige. Sind wir plötzlich alle Egoisten? Keinesfalls, wir engagieren uns nach wie vor gern – solange wir unsere ­Flexibilität behalten können. Lieber ein Quartierfest organisieren als jeden Mitt­ woch zum Höck. Wir möchten Spass bei un­ seren Engagements, mitbestimmen können und nicht bloss unbezahlte Arbeitskraft sein. Das ist gesellschaftlich wertvoll. Denn es ent­stehen soziale Strukturen, die die ­Gemeinschaft stärken. So gibt es in Quar­ tieren, in denen jeder jeden kennt, weniger Krimina­lität und Einsamkeit. Was es für die neuen Freiwilligen braucht, sind also Freiräume und Risikobereitschaft: machen lassen, statt kontrollieren.

Autonome Autos? Gratisenergie? Sauberes Fliegen? Kobaltschock? Solarpanels? ­Gletscherschmelze? Bevölkerungswachs­ tum? Bei all den Fragezeichen ist ­zumindest etwas klar: Im 21. Jahrhundert wird sich das g­ lobale Energiesystem von einem Sys­ tem der Knappheit in ein System des Über­ flusses transformieren. Energie wird nicht nur immer und überall in der benötigten Menge zur Verfügung stehen, sondern auch zu 100 Prozent aus nicht fossilen Quellen ­gewonnen. Am Ende des Umbaus des ­Energiesystems steht eine Energieüber­fluss­ gesellschaft, die den Kohlenstoff hinter sich gelassen hat. Das wird Gesellschaft, Wirt­ schaft und Politik radikal verändern.


KULTURPROZENT | MM46, 12.11.2018  31

Denkfabrik und Trendforschung Das Gottlieb Dutt­weiler Institut (GDI) ist eine unabhängige Denkfabrik in den ­Bereichen Wirtschaft, Gesellschaft und K ­ onsum. Die Forscherinnen und Forscher des GDI untersuchen Megatrends und ­Gegentrends und ­entwickeln Zukunfts­szenarien. Ihre Erkenntnisse werden in Studien und Büchern dokumentiert und an Veranstaltungen diskutiert. Das 1963 gegründete Trend­forschungsinstitut mit Sitz in Rüschlikon ZH ist die älteste Einrichtung ihrer Art in der Schweiz.

Vom Essen besessen

Neue Realität Bald schon wird unsere dreidimen­sionale Welt eine Dimension dazugewinnen. ­Nämlich dann, wenn wir über unsere ­Realität eine Schicht mit digitalen Infor­ mationen legen können – wie beim Spiel Pokémon Go: Wir betrachten unsere Um­ gebung auf dem Handybildschirm, durch eine spezielle Brille oder gar mit HightechLinsen und sehen dort Zusatzinformatio­ nen. Neben der Busstation wird auf unserem Display der Fahrplan eingeblendet, über dem Dessert Kalorienangaben, beim anderssprachigen Gegenüber Untertitel. Und die schönen Schuhe e­ ines Passanten kann man direkt anklicken und bestellen. Wenn der Träger der Schuhe auch noch eine Provision bekommt, werden Menschen Geld damit verdienen, in Cafés zu sitzen, gut auszusehen und die Füsse sichtbar auszustrecken.

Essen ist weit mehr als eine schlichte ­Bedürfnisbefriedigung. Essen hält heute Einzug in alle Bereiche unseres Lebens und hat viele verschiedene Aspekte. Es ist Well­ nesserlebnis und Lifestyle, Kompass auf der Suche nach Moral und manchmal ­Ersatzreligion. Essen ist alles und überall. Essen ist zu Pop geworden. Grossen Anteil an dieser Entwicklung hat unsere rege ­Nutzung von sozialen Medien. Konstant werden Food-Bilder geteilt und gepostet, man kann sich der Omnipräsenz von Essen kaum mehr entziehen. Dadurch identifi­ zieren wir uns auch immer stärker darüber, was wir essen oder eben was wir gerade nicht essen. So können wir mit unserem ­Essen heute ausdrücken, wer wir sind – oder wer wir eigentlich gern wären.

Die Zukunft des öffentlichen Raums Städte werden dichter: Immer mehr Men­ schen müssen sich immer weniger Platz ­teilen. Gleichzeitig wandelt sich der städti­ sche Raum. Neue Arbeitswelten, veränderte Mobilität, Zielkonflikte zwischen Bewoh­ nern und Touristen oder Strukturwandel im Handel tragen dazu bei. Geht uns bald der öffentliche Raum abhanden? Oder ist in der digitalisierten Welt nicht ohnehin alles öffentlich? Bereits haben wir zusätzlich zur sichtbaren Überwachung durch Video­ kameras eine unsichtbare Überwachung über die Mobilfunkantennen auf Laternen­ pfählen und in Smartphones. Wir sind co­ dierte ­Menschen, die sich über Fitness­ tracker und soziale Netzwerke quasi selbst überwachen in einer codierten Stadt. Diese Stadt optimiert sich selbst, indem Algorith­ men die Abfallent­sorgung oder die Luftqua­ lität steuern. Der Mensch wird integraler Bestandteil der Smart City und verschmilzt mit ihr zu ­einem neuen Ökosystem. MM


32  MM46, 12.11.2018 | KULTURPROZENT

Nachwuchs

Hoch hinaus

3

Die Schweizer Musik- und Kulturszene lebt von jungen Talenten. Das Migros-Magazin stellt sechs von ihnen vor. Ihr gemeinsames Ziel: weiterkommen und von der Leidenschaft leben können. Text: Dinah Leuenberger, Pierre Wuthrich, Estelle Dorsaz

2

1

4

Musik Tanz 1 Basil Schwerzmann Alter 19 Wohnort Forch Gewinn Migros-Kulturprozent Studienpreisträger 2017 und 2018

«Ballett ist mein Zuhause, ich mag die Mischung aus Kunst und körperlicher Spitzenleistung. Ich trainiere an der Tanzakademie in Zürich und schliesse gerade meine Berufsmatura ab. Der Studienpreis ermöglichte es mir, Sommerkurse bei Weltstars zu besuchen, und unterstützt mich jetzt bei der Stellensuche – ich muss viel reisen, um an Theatern vortanzen zu können.»

Musik 2 Pedestrians Alter Schlagzeuger 24, alle anderen 23 Wohnort Region Baden und Zürich Gewinn m4music Demo­ tape ­Clinic 2015, Kategorie Urban

«Wir mögen die Mischung: in der Musik Reggae, Ska und Pop, in der Schweizer Musikszene die Sprachregionen. Wir setzen uns für mehr Zusammenarbeit in der Szene ein. Von der Demotape Clinic haben wir als Band enorm profitiert, es ist eine riesige Plattform. Bald kommt unser neues Album heraus, wir freuen uns schon auf die Liveshows.»

3 Muthoni Drummer

Queen

Alter 31/35/42 Wohnort Nairobi (Kenia), Morges und Neuchâtel Gewinn m4music Demotape ­Clinic 2014, Kategorie Urban

«Unser kenianisch-schweizerisches Trio schöpft seine Inspira­tion aus Hip-Hop, Dancehall, Soul und der kenianischen Kultur. Zunächst dachten wir, dass unser Abenteuer nur von kurzer Dauer sein würde, doch dank der Demotape Clinic spielten wir 2015 und 2017 am ‹m4music› und dann am Paléo Festival. Seitdem wächst das Interesse an uns, was uns total motiviert.»

Saxophon 4 Valentine Michaud Alter 24 Wohnort Lausanne Gewinn Migros-Kulturprozent Studienpreisträgerin 2015 und 2016, Förderpreisträgerin 2016

«Mit Musik setze ich mich gern auf andere Weise auseinander als über ein traditionelles Konzert, und dem Publikum biete ich Werke an, die es sonst nie gehört hätte. Das Saxophon ist ein Instrument mit unglaublich vielen Möglichkeiten und eignet sich hervorragend für diverse Adaptationen. Ich versuche, durch originelle Performances verschiedene künstlerische Disziplinen zusammenzubringen.»


KULTURPROZENT | MM46, 12.11.2018  33

5

Vom Talent zum Star

6

Musik 5 Jessiquoi Alter 29 Wohnort Bern Gewinn m4music Demotape ­Clinic und Demo Of The Year 2018, Kategorie Electronic

«Meine Musik soll Abwechslung bieten – sonst wird mir beim Komponieren langweilig. Ich mache Intelligent Dance Music. Der Gewinn hat mir gezeigt, dass ich auf dem richtigen Weg bin, aber der Spass an Kreativität ist mir wichtiger, als berühmt zu werden. Gerade erschien meine Single ‹The Addict›, im Mai 2019 folgt das Album.»

Schauspiel 6 Vera Flück Alter 24 Wohnort Zürich Gewinn Migros-Kulturprozent Studienpreisträgerin 2016 und 2017, Förderpreisträgerin 2017

«Sich selbst für jede Rolle neu er­ finden zu können, finde ich toll. Die Studienpreise haben es mir ermöglicht, mich voll aufs Studium zu konzentrieren. Ich möchte nicht zwischen Film und Theater wählen müssen, darum bin ich Ensemblemitglied am Schauspielhaus Zürich, gleichzeitig habe ich Filmrollen, zum Beispiel in der SRF-­ Serie ‹Seitentriebe› von Güzin Kar.»

Bilder: Tatjana Rüegsegger, Lenja Schultze, Marco Borgreve, Ellen Mathys, Ingo Hoehn, Andreas Zähler, Tabea Hüberli, Peter Mutuma, Gabrielle Besenval

Vor 8000 Menschen in Hollywood oder in der ausverkauften Royal Albert Hall auftreten: Francesco Piemontesi (35) hat beides erlebt. «Aber auch ein intimes Konzert in Genf kann ein musikalischer Höhepunkt sein», sagt der Starpianist. Er sei kein Senkrechtstarter gewesen. «Aber mit beständiger Arbeit war es möglich, Schritt für Schritt weiterzukommen.» Dabei habe ihm der Studienpreis des Migros-­ Kulturprozents Sicherheit und Bestätigung gegeben. Es freut ihn, dass Kon­zerte der klassischen Musik heute so beliebt sind.

Stefanie Peter (31) alias Steff la Cheffe macht Musik, die hängen bleibt. Die Berner Rapperin gewann 2009 die Demotape Clinic und Demo Of The Year, eine Initialzündung, um ein breites Publikum zu erreichen, sagt sie. Drei erfolgreiche Alben, eine Tour mit Andreas Vollenweider und eine mit Stephan Eicher. Später fragt sie sich: «Wie geht man damit um, plötzlich eine öffent­ liche Person zu sein?». Sie wollte zwar immer auf die Bühne. Aber: «Berühmt sein ist nicht erstrebenswert. Erfolgreich sein ist es.» Für den schnellen Erfolg reiche es zu provozieren – für den langfristigen braucht es mehr. Steff la Cheffe hat es.

Von Delémont nach Wien: Die Karriere des 29-jährigen Baritons Alexandre Beuchat ist eine einzige Erfolgsstory. Ein Professor der Musikhochschule Luzern wurde auf seine Stimme aufmerksam, als Alexandre dort Violine studierte. Der junge Mann aus dem Jura begann daraufhin als 21-Jähriger mit Gesang. Dank seiner eisernen Disziplin und der Unterstützung des Migros-Kulturprozents in Form des Studienpreises und der Konzertvermittlung und weil er sich im richtigen Moment den richtigen Leuten vorstellen konnte, gelang dem Bariton der Durchbruch. In Zukunft wird er an der Volksoper und der Staatsoper in Wien singen. Bravissimo!


34  MM46, 12.11.2018 | KULTURPROZENT

«Ich glaube an meinen Traum» Veronica Fusaro

Ihr Gewinn bei der Demotape Clinic 2016 von m4music machte die 21-jährige Thunerin Veronica Fusaro zur Profimusikerin – auch wenn für sie diese Bezeichnung noch seltsam tönt. Interview: Dinah Leuenberger Bild: Tobias Sutter

Veronica Fusaro, wo gibt es die ­verrücktesten Fans? In Singapur: Dort durfte ich 2018 ein Konzert spielen. Die Leute kannten mich noch nicht so gut, aber ich habe wohl noch nie so viele Selfies gemacht. Alle schrien «Take a picture!». War das Ihr Karriere-Highlight? Es passiert gerade viel Verrücktes. Die Baloise Session im Oktober war sehr speziell, am selben Tag kam die neue Single «Venom» raus. Aber auch die vielen Reisen sind toll – ich wäre sonst wohl nie nach Sin­gapur gereist. Wo waren Sie überall dieses Jahr? Ich habe fast die Welt gesehen! Insgesamt spielte ich 120 Konzerte. Zuerst trat ich an den Olympischen Winterspielen in Südkorea auf, danach in Deutschland, Frankreich, England und eben Singapur. Aber auch die Konzerte in der Schweiz sind jedes Mal toll. Und das Aufregendste kommt ja noch: Im November spiele ich in Australien, Neuseeland und Bangkok. Ich bin schon gespannt. Das tönt etwas nach Jetset-Leben … Ein bisschen, ja (lacht). Es ist crazy, vorher bin ich nie so oft gereist. Ich versuche, mir trotz des vollen Programms Zeit zu nehmen, um die Orte anzuschauen. Sie gewannen bei der Demotape Clinic 2016 die «Demo of the Year», die wichtigste Auszeichnung von m4music, dem Popmusikfestival des Migros-Kultrprozents. Was hat sich seither verändert?

Das war ein sehr wichtiges Kapitel für meine Karriere. Vorher kannte mich eigentlich niemand. Ich stellte damals meine erste EP «Lost in Thought» auf Soundcloud, aber hatte keine Ahnung, wie die Musikbranche funktioniert. Nachdem ich gewonnen hatte, wurde ich von SRF3 entdeckt und im Radio gespielt. Ich begann mit meinem Manager zusammenzuarbeiten und gab mehr Konzerte. War es der Moment, das Hobby zum Beruf zu machen? Ich realisierte zumindest, dass mein Traum, von der Musik leben zu können, tatsächlich in Erfüllung gehen könnte. Aber die Musik war nie nur ein Hobby für mich, sie war und ist meine grösste Leidenschaft. Die richtigen Leute haben mir einen Weg aufgezeigt, den ich seither gehe und dabei gesund wachsen kann. Es tönt seltsam, wenn ich sage, ich sei Mu­­si­kerin. Aber es ist auch cool. Ist die Musikbranche heute härter? Ich kenne sie ja nicht anders. Mit Streaming verdient man nur wenig Geld, aber die Statistiken dazu wurden immer wichtiger. Das finde ich schade, denn eigentlich sollte die Musik im Vordergrund stehen. Gleichzeitig bieten sich dadurch Chancen: Schnell landet man auf einer Playlist und wird von mehr Menschen gehört als über die herkömmlichen Kanäle. Und die Digitalisierung bringt auch positive Veränderungen: Früher musste man für die Aufnahmen ins Studio g­ ehen, heute mache ich fast alles zu Hause im Keller meiner Eltern.

Wie sonst, statt mit Streaming, verdienen Sie Ihr Geld? Mit Konzerten, den Urheberrechten und CD-Verkäufen an den Konzerten. Die Menschen wollen nach wie vor ­etwas in den Händen halten. Diese Art von Konsum ist langsamer als beim Streaming, das finde ich schön. Können Sie von der Musik leben? Ich wohne noch bei meinen Eltern, sie wollen mich noch nicht loswerden (lacht). Dieser Umstand und die Unterstützung durch Förderprojekte ­ermöglichen es mir, von der Musik zu leben. Vor einem Jahr hätte ich noch nicht daran geglaubt. Würden Sie rückblickend etwas ­anders machen? Vielleicht hätte ich im Nachhinein meinen Dickschädel nicht immer durchsetzen müssen. Öfters mal ­nachgeben wäre nicht schlecht. Was haben Sie gelernt? Ich weiss heute, wie man Konzerte veranstaltet, wie die Labels funktionieren und wie man Promo macht. Mir ist das wichtig. Je mehr du selbst weisst, desto weniger können dir ­andere etwas vormachen. Auf welcher Bühne möchten Sie gern noch spielen? Es gibt ein paar coole auf der Welt. Aber der Madison Square Garden wäre schon was. Bastian Baker hat es auch schon geschafft, warum also nicht? MM Die neue Single «Venom» erschien am 19. Oktober bei «deepdive records».


KULTURPROZENT | MM46, 12.11.2018  35

Ein Jahr lang reiste ­Veronica Fusaro um die Welt und lernte ­dabei die Musikbranche so richtig kennen­.

Musik fürs Ohr Das Festival m4music des Migros-Kulturprozents gehört zu den wichtigsten Musikszenefestivals der Schweiz und ist Treffpunkt der nationalen Popmusik­ szene. Im Zentrum ­stehen der Austausch und das Entdecken von ­neuen Talenten. Auch die Musikfans kommen voll auf ihre Kosten, sei es bei der Festivaleröffnung in Lausanne oder den über 40 Konzerten in Zürich. Die Demotape Clinic, der Nachwuchswett­ bewerb für Schweizer Popmusik, gibt Musikschaffenden die Chance, ihre Songs aus den vier Kategorien Pop, Rock, Urban und Electronic in öffentlichen Live-Ses­ sions zu präsentieren. Erfahrene Musikprofis geben im Anschluss wertvolles Feedback. ­Jedes Jahr melden sich rund 800 Künstlerinnen und Künstler an. Die 22. Ausgabe der Demotape Clinic findet vom 14. bis ­16.  März 2019 statt.

Nächste Chance Musiker, reicht jetzt eure Songs ein! Ab 28. November auf m4music.ch


36  MM46, 12.11.2018 | KULTURPROZENT

Für eine lebenswerte Schweiz Im vergangenen Jahr hat die Migros über 138 Millionen Franken für ihr gesellschaftliches Engagement ausgegeben – freiwillig und ohne Gegenleistung. Alle Förderbeiträge auf einen Blick. Text: Reto Vogt  Illustration: Uwe Stettler

2017

Kulturprozent 122,4 Millionen Rund 30000 Menschen besuchten die 83 Vorstel­lungen der 12 Compagnien des Tanzfestivals Steps – dies auf 36 Bühnen in der ganzen Schweiz.

29,1 Millionen Kultur 64,1 Millionen Bildung

Kleinkunst Künstlerresidenz Musik Neue Medien Tanz Theater Bildende Kunst Literatur Pop Film Comic

2017 erhielten 43 Talente einen Studienpreis.

Stiftung für Sprach- und Bildungszentren Klubschule Migros Gottlieb-Duttweiler-Institut

Migros engagiert sich für Bildung. 2017 bildeten sich schweizweit 354 010 Personen in 54 140 Klubschul-­ kursen weiter.

Im vergangenen Jahr profitierten 184 junge Musiker von unserer Konzertvermittlung.

migros-kulturprozent.ch

Im vergangenen Jahr besuchten über 30000 Menschen die 23 Konzerte der Migros-Kultur­­prozent-Classics.


Migros-Welt

15:39 Uhr

Bild: Nik Hunger

Migros-Moment in Ins BE Ulrich Kilchhofer und seine Mitarbeiter rüsten Winterlauch. Der Gemüsebauer und «Aus der Region»-Produzent beliefert die Genossenschaft Migros Aare in der kalten Jahreszeit ausserdem noch mit Nüsslisalat und Zuckerhut.


38  MM46, 12.11.2018 | MIGROS-WELT

Vergangene Woche wurde am Limmatplatz in Zürich die traditionsreiche Migros-Filiale neu eröffnet. Der Supermarkt am Sitz des Migros-Genossenschafts-Bunds entspricht nun in seinem Erscheinungsbild dem neuen nationalen Ladenkonzept der Detailhändlerin. Das Design verschafft den Kunden durch breitere Durchgänge deutlich mehr Platz. Zudem spielen die Frischeartikel eine noch wichtigere Rolle. In der Filiale am Limmatplatz zeigt sich dies etwa bei der einladenden Käsetheke oder der modernisierten Bäckerei (im Bild). In den Supermarkt ist eine Apotheke Zur Rose integriert. Zwei solche Shop-in-­shop-Apotheken existieren bereits in Migros-Filialen in Bern und in Basel; weitere derartige Niederlassungen sind vorgesehen. Neues Ladenkonzept

Migros Basel

Kathak ist eine nordindische, klassische Tanzform, die für ihren dramaturgischen Aspekt sehr bekannt ist. Eine der beliebtesten Darbietungen der Kathak-­ Tänzerinnen ist AshtaNayika – ein Sammelbegriff für acht Heldinnen und acht Stimmungen. Als Urbild der romantischen Heldinnen wurden die Themen in die indische Malerei, Literatur, Bildhauerei sowie im klas­ sischen indischen Tanz aufgenommen. Am 22. November um 20 Uhr sind diese Tanz­ formen im Rahmen von «Ashta-Nayika» im Theater Tabourettli zu erleben. Weitere Infos: culturall.ch

Mehr von der Migros Basel ab Seite 87

185. Delegiertenversammlung MGB

Kulturprozent gestärkt Am 3. November fand in Neuenburg die 185. Delegiertenversammlung des Migros-Genossenschafts-Bunds (MGB) statt. Mit grosser Mehrheit entschieden die Delegierten, dass künftig auch die Online-Umsätze der Migros-­ Fachmärkte in die Mittelberechnung des Migros-Kulturprozents einfliessen. Aufgrund der zunehmenden Verlagerung vom stationären Geschäft in den Online-Bereich wird dieser Anteil des Detailhandelsumsatzes künftig zunehmen. «Wir freuen uns, dass sich die Delegierten auch in diesen für den Detailhandel schwierigen Zeiten für eine Stärkung des Kulturprozents entschieden haben», sagte Ursula Nold, Präsidentin der Delegiertenversammlung des MGB.

Die Delegiertenversammlung hat sich zudem mit dem Wahlverfahren für die künftige Präsidentin oder den Präsidenten der Verwaltung MGB ausein­

Filmpreis

Wichtel Finn ausgezeichnet

Der Delegierte Bernhard Wittlinger ergreift das Wort. andergesetzt. Andrea Broggini, seit sieben Jahren Präsident und seit 15 Jahren im Dienst der Migros, tritt im Lauf des nächsten Jahres von seinem Amt zurückt. Die Wahl des neuen Präsidenten oder der neuen Präsidentin wird an der nächsten Delegiertenversammlung des MGB am 23. März 2019 stattfinden.

Der letztjährige Weihnachtsspot der Migros mit dem Wichtel Finn hat an den EDI-Awards, den wichtigsten Filmpreisen für kommerzielles Filmen, in der Königsdisziplin «Gesamteindruck» Gold geholt. Die Jury lobte die kreative Leistung der Agentur, die Perfektion in der Umsetzung sowie den Mut des Auftraggebers, das Medium Film so nutzen. Finns Geschichte geht dieses Jahr übrigens weiter.

Bilder: Severin Nowacki, zVg (5)

Heldinnen und Stimmungen


MIGROS-WELT | MM46, 12.11.2018  39

Blickfang

M-Budget in Ostafrika

Digitale Kultur

Clevere Ideen prämiert

«Selbst der Pater in Tansania trägt den M-Budget-Rucksack mit dem Spruch ‹Wir sind jung und brauchen das Geld ›.»

Mit 85 000 Franken fördert das Migros-­ Kulturprozent dieses Jahr Projekte der digitalen Kultur. Die prämierten Künstle­ rinnen und Künstler erschaffen Werke im Cyberspace oder mit den Mitteln der Robotik.

Christiane Dürst-Bauen, Eggenwil AG

15 000 Franken fliessen zum Beispiel in das Projekt «Interlooped» der Neuenburger Künstlerin Maria Guta: Die Nutzer betreten mit einer Virtual-Reality-Brille vor den Augen eine Kunstwelt, in der sie sich selber in neuen Rollen begegnen – von aussen sieht sich eine Frau zum Beispiel als Ärztin, Sportlerin oder Tänzerin (im Bild). «Interlooped» ist ein raffiniertes Spiel mit der mensch­lichen Identität.

Schicken Sie uns Ihr Migros-Bild und gewinnen Sie einen Einkaufsgutschein im Wert von 50 Franken. Wenn auf Ihrem Foto ein Migros-Zusammenhang zu erkennen ist, sind Sie dabei.

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40  MM46, 12.11.2018 | MIGROS-WELT

Migros-Spendenaktion

Junge helfen Jungen Im «Peer Chat» der Pro Juventute können sich verzweifelte Jugendliche von Gleichaltrigen beraten lassen. Die Migros unterstützt das neue Angebot mit ihrer Spendenaktion. Text: Beat Matter  Bild: Roger Hofstetter

A

n einem trüben Oktoberabend kommen ein paar junge Menschen in einem ­Gemeinschaftsraum des Pro-­ Juventute-Hauptsitzes in ­Zürich zusammen. Sie begrüssen sich, knabbern Snacks und klappen dann ihre Laptops auf. Vier Frauen zwischen 18 und 21 Jahren betreuen an diesem Abend ehrenamtlich den neuen «Peer Chat» der Stiftung. Mit dabei ist auch Lorenzo Salvador (25). Der angehende Pädagoge bildet sich zum Coach weiter, der den Beratern zur Seite steht. Pünktlich um 19 Uhr wird der «Peer Chat» eröffnet. Seit diesem Frühling findet er regel­

mässig statt und ergänzt den ­bestehenden Pro-­JuventuteBeratungsservice. Während bei den bisherigen Angeboten professionelle Berater für Jugend­ liche mit Problemen da sind, treten beim «Peer Chat» Gleichaltrige auf den Plan. Das Angebot startete mit einem ehrenamtlichen Team in Bern, das den Chat jeden Montagabend anbietet. Seit einigen Wochen steht ein zweites Team in Zürich am Dienstagabend zur Verfügung. Die Berater sind zwischen 17 und 21 Jahre alt. Auf der Chat-Website treten sie als ­Avatare in Erscheinung. Hinzu kommt eine Auflistung von ­Themen und Problemen, mit

­ enen sie Erfahrungen gesamd melt haben. «Wir verstehen die S ­ prache der Jungen und ­bewegen uns in der gleichen Erlebniswelt», erklärt Salvador. «Dadurch können wir ihnen auf ­Augenhöhe begegnen.» Was im Chat gefragt und geantwortet wird, ist streng vertraulich. So ähnlich könnte aber ein Austausch ablaufen: Flash99: «Ich bin weiblich und 15 Jahre alt. Und ich glaube, ich bin in eine Frau verliebt.» Peer: «Es ist schön, dass du das so fühlen kannst.» Flash99: «Ich habe Angst, es meinen Eltern zu ­sagen. Ich habe einen Onkel, der schwul ist. Mein Vater will deshalb keinen Kontakt zu ihm.»

Peer: «Hast du vielleicht Freundinnen, denen du es zuerst sagen kannst?» Flash99: «Die wissen es schon. Kam ganz gut an.» Peer: «Das ist gut. So hast du Leute, auf die du zählen kannst.» Berater mit eigener Erfahrung

Salvador weiss, was es bedeutet, wenn Probleme die Kindheit prägen. «Meine Eltern trennten sich, als ich sieben Jahre alt war. Es kam zu Loyalitätskonflikten mit Vater und Mutter und mit neuen Partnern», erzählt er. Geholfen habe ihm, dass er mit seinem Bruder und mit Freunden über seine Sorgen reden konnte. So wurde Salvador mit der Zeit selber zu einem Men-


MIGROS-WELT | MM46, 12.11.2018  41

Lorenzo Salvador im anonymen Chat mit ­Jugendlichen. Er und die anderen Berater treten im Web als Avatare auf (kleine Bilder).

Spendenkampagne

So können Sie helfen

schen, der anderen gut zuhören kann. Mit 18 Jahren begann er sich neben dem Gymnasium ­ehrenamtlich bei einem ersten Jugendberatungsprojekt zu ­engagieren. Am Anfang seines Studiums erkundigte er sich bei der Pro Juventute, ob er sich bei dieser Stiftung engagieren könne. So wurde er Mitglied des ersten «Peer Chat»-Teams. Das Spektrum der Anliegen im Chat ist breit. Es reicht vom Knatsch mit den Eltern über Liebeskummer bis hin zu Missbrauchserfahrungen und Suizidgedanken. «Unsere erste und wichtigste Funktion dabei ist: Zuhören», betont Salvador. Die Peer-Beraterinnen und -Berater

lassen sich die Anliegen schildern, fragen nach, tauschen sich untereinander aus und versuchen schliesslich, gemeinsam mit den Ratsuchenden Ver­ besserungen und Lösungen zu ­finden. Dabei lassen die Peers ungeniert auch ihre eigenen ­Erlebnisse einfliessen. So können sie ­zeigen, was ihnen bei e­ igenen Problemen schon ­geholfen hat. Meist gibt es eine Lösung

Trotz all der Sorgen und Probleme, mit denen er konfrontiert wird: Lorenzo Salvador ist ein positiver Typ. «Am Ende der meisten Chats habe ich das gute Gefühl, dass sich eine oft ver-

trackte Situation ein wenig entspannt hat», sagt er. «Das macht mich glücklich.» Und so könnte der vorhin a­ ngedeutete Chat in eine Lösung münden: Peer: «Was ist denn mit deiner Mutter?» Flash99: «Ich glaube, sie wäre enttäuscht von mir. Aber ihr könnte ich es ­vielleicht sagen.» Peer: «Willst du es versuchen?» Flash99: «Ich glaube ja. Ich geh jetzt ­rüber und sag es ihr einfach. Sie ist alleine.» Peer: «Ich bin da, wenn du wieder schreiben möchtest.» MM Der «Peer Chat» der Pro Juventute wird derzeit jeweils montags und ­dienstags von 19 bis 22 Uhr in deutscher Sprache angeboten. Der Chat ist kostenlos und anonym: 147.ch-

Jetzt gibt es in der ­Migros die Weihnachts­ schokoladen mit dem Bild von Wichtel Finn. Sie sind für 5, 10 oder 15 Franken erhältlich. Der Erlös fliesst vollumfänglich in den Spendentopf der Weihnachtsaktion; zusätzlich zahlt die Migros für jede ver­ kaufte Schokolade einen Franken ein. Am Ende geht der ­Gesamtbetrag zu glei­ chen Teilen an die Hilfs­ werke Caritas, Heks, Pro Juventute, Pro Senec­ tute und Winterhilfe. Die fünf Organisationen set­ zen die Spende für aus­ gewählte Hilfsprojekte in der Schweiz ein.

Weitere Infos auf: migros.ch/spenden


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Bild und Styling: Veronika Studer

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MIGROS-WELT | MM46, 12.11.2018  47

Räucherspezialitäten

Schinkli und Schüfeli auf die Schnelle Die Micarna, der Fleischbetrieb der ­ igros, produziert in Bazenheid und M Courtepin Rauchfleischprodukte auf traditionelle Art und nach bewährten Rezepturen. So schmeckt das, was aus den Kochschränken und Räucherkam­ mern kommt, wie man es von ­früher her schätzt. «Geräuchert wird mit Buchen­ holz, das sorgt für eine schöne, appetit­ liche Farbe und einen unvergleichlichen Geschmack», sagt Fabian Fleisch, der bei der Micarna für die Kochschinken zuständig ist. Schüfeli, Nuss- und Roll­ schinkli eignen sich bestens für eine schnell zuberei­tete feine Mahlzeit – vor allem die Quick-­Schüfeli: Sie sind ­bereits vorgekocht und müssen nur noch aufgewärmt werden.

Bild: Paolo Dutto

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MIGROS-WELT | MM46, 12.11.2018  49

Farm Chips

Kunterbuntes Knuspern

Bild: Veronika Studer

Die farbenfrohen Farm Chips werden aus roten und blauen Kartoffeln ­hergestellt. In Kombination mit den Nature Chips fallen sie beim Knabbern nicht nur optisch auf, sondern sie ­überzeugen auch geschmacklich. Für die traditionell etwas dicker als gewöhnlich geschnit­tenen Farm Chips werden nur Schweizer Kartoffeln verwendet. Sie werden mit der Schale verarbeitet und in Schweizer Sonnen­blumenöl ­frittiert. Die Sorte Red Nature ist nur noch bis Ende Dezember erhältlich.

Farm Chips Red Nature, 150 g* Fr. 3.– Aktion Die M-Industrie stellt viele MigrosProdukte her. Dazu gehören auch die Farm Chips.

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MIGROS-WELT | MM46, 12.11.2018  51

Migros Sélection

Apéro einfach und edel Feine Terrinen, köstliche Jakobs­muscheln oder ­ nusprige Oliven­grissini: Das sind nur einige der k rund 80 «Migros ­Sélection»-Produkte, die als ­Limited ­Edition zur Weihnachtszeit nur bis zum 31. Dezember ­erhältlich sind: Zutaten für ganz besondere Apéros und festliche Gästemenüs. Die hochwertigen Produkte sorgen für das gewisse Extra – eben das Beste für ­gesellschaftliche Anlässe zum Ausklang des Jahres.

Sélection Dekorblüten, Bio, 4 g Fr. 6.50

Sélection Grissini Casarecci Olive, 200 g Fr. 3.90

Sélection Tartelettes mit Chèvre und Tomatenpesto, 12 Stück Fr. 6.40

Bild und Styling: Veronika Studer

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Mehr zur Limited Edition von Sélection: Ein edler Apéro – warum kompliziert, wenn das Gute so einfach sein kann?

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52  MM46, 12.11.2018 | MIGROS-WELT M-Classic

Fondue zum Knuspern

Die Fondue-Saison hat begonnen. ­ Für diesen Käsespass braucht es kein ­Caquelon, es reicht eine Bratpfanne. Die würzige Moitié-Moitié-Füllung aus feinstem Gruyère AOP und Vacherin ­Fribourgeois AOP der neuen M-Classic-­ Plätzli schmilzt in einer Teighülle, während diese knusprig gebraten wird. Die Fondue-Plätzli Moité-Moité ergänzen für kurze Zeit das bestehende Angebot an M-Classic-Plätzli.

M-Classic Fondue P ­ lätzli ­ oitié-Moitié, Limited Edition, M ­tiefgekühlt, 6 Stk., 360 g Fr. 4.50 In grösseren Filialen

Bild: Christine Benz; Styling: Vera Guala

Fondue-Plausch mal anders: Fondue-Plätzli Moitié-­Moitié mit Blattsalat servieren.


MIGROS-WELT | MM46, 12.11.2018  53

Frey

Süsse Vorfreuden Beim Schoggi-Hersteller Chocolat Frey liegen feine Düfte in der Luft, denn dort wurde höchst erfolgreich an weihnacht­lichen Rezepturen getüftelt. Zu den verführerischen Krea­tionen zählen die Milchschokoladen­kugeln mit Ahorn-Walnuss-Füllung und caramelisierten Walnussstücken sowie ein Freylini Kugel-Spezialmix mit den ­Sorten ­Caramel-Seasalt, Pistache und Brownie. Neu sind die beliebten Crunchy Clouds in den Sorten Mailänderli und Zimtstern als Christmas Edition.

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Bild: Yves Roth; Styling: Irène de Giacomo

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54  MM46, 12.11.2018 | MIGROS-WELT

Babynahrung

Bio für die Kleinsten Mibébé bietet für die Kleinen in jedem Alter ein abwechslungsreiches und ­hochwertiges Sortiment mit gutem PreisLeistungs-­Verhältnis. Die Säfte, Snacks und Getreidebreie werden in der Schweiz mit naturbelassenen Zutaten und nach ­strengen ­Qualitätskriterien hergestellt. Mibébé-­Produkte enthalten keinen ­zusätzlichen Zucker und sind den Bedürfnissen der Kinder angepasst.

Mibébé milder Apfel mit ­Fenchelsaft, 250 ml Fr. 1.90

Mibébé Früchtemix, 90 g Fr. 1.50 Mibébé Reis-Bananen-­Flips, 60 g Fr. 2.75

Bild: Yves Roth, Styling: Miriam Vieli-Goll

Mibébé Getreide­riegel Apfel-Himbeere, 6 × 30 g Fr. 4.50


MIGROS-WELT | MM46, 12.11.2018  55

Tipps

Ernährung im ersten Lebensjahr Zu Beginn des 5. bis zum Ende des 6. Lebensmonats kann mit dem Zufüttern von Brei begonnen werden. Ob Ihr Baby dazu bereit ist, zeigt sich an folgendem Verhalten: Es ist neugierig auf das, was Sie essen, es kann aufrecht sitzen und einen Gegenstand greifen und zum Mund führen. Achten Sie dabei auf folgende Punkte: • Verwenden Sie einen klei­ nen Löffel und beginnen Sie mit kleinen Portionen. Die ersten Essversuche sollen das Baby mit fester Nahrung vertraut machen. • Nach der Mahlzeit Brust oder Flasche anbieten, später Wasser oder Tee. • Geduld: Das Essen mit dem Löffel braucht Ge­ wöhnung und Übung. • Beachten Sie die Sätti­ gungssignale Ihres Kindes und zwingen Sie das Kind nicht zum Essen. • Nehmen Sie den Löffel des Kindes nicht selbst in den Mund. Der Speichel der Eltern enthält Bakteri­ en, die Karies verursachen. Quelle: Gesundheits­departement Basel-Stadt

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MIGROS-WELT | MM46, 12.11.2018  57

Strahlende Exotik Migusto

Kaum werden die Tage kürzer, sehnen wir uns nach Sonne – auch auf dem Teller. Exotische Früchte haben jetzt Saison. Wir stellen die Stars unter ihnen vor und empfehlen ein Rezept für ein Hauptgericht, das frisch und bunt daherkommt. Text: Claudia Schmidt Bilder: Veronika Studer Rezept: Andrea Pistorius

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Passionsfrucht, Papaya und die Drachenfrucht Pitahaya harmonieren mit Frühlingszwiebeln, Chili und Lachs.


58  MM46, 12.11.2018 | MIGROS-WELT Topfgeschichte

Die beliebtesten Exoten Avocado Die cremige Beere mit nussigem Geschmack und hoher ­Nährstoffdichte ist beliebt. Ihre Vielseitigkeit zeigt sie in modernen Schüsselgerichten ebenso wie in veganen Dips und Desserts. Wissen sollte man aber auch, dass die Frucht im Anbau sehr durstig ist: Für drei Avocados ­benötigt man sechsmal so viel Wasser wie für ein Kilo Tomaten.

Ananas Mit ihrer stattlichen Krone ist die Ananas immer noch die Königin der Fruchtbuffets. Der gräulich-­ weisse Schimmer auf den Blättern verrät sie botanisch als Mitglied der Bromelienfamilie. Enzyme der ­saftreichen, süss-sauren ­frischen Ananas lassen Milchprodukte ­bitter werden und verhindern das Festwerden von Gelatine.

Papaya Ob reif oder unreif: Die Papaya ­bietet vielfältigen Genuss. Unreif ist sie beliebt in Chutneys und ­asiatischen Currys, reif lockt sie mit fast säurefreier, melonenartiger Süsse – solo, in Fruchtsalaten und Desserts. Wie die Ananas und die Kiwi macht sie roh Milchprodukte bitter und hindert Gelatine am Festwerden.

Mango Der betörende Duft der tropischen Frucht ist gleichzeitig das sicherste Zeichen für ihre Reife. Die Farbe der Mango hingegen sagt nichts aus über den Reifegrad, sie ist Merkmal der Sorten. Das Fruchtfleisch schneidet man mit etwas Abstand entlang des Kerns ab. Zum Kern hin wird es sehr faserig und ist dort kein Genuss mehr.

Kiwi Die chinesische Stachelbeere ist seit den 1980er-Jahren fester ­Bestandteil unserer Früchteregale. Die säuerlich-süsse Frucht enthält mehr Vitamin C als Orangen. ­Enzyme in der frischen Kiwi ver­ tragen sich nicht mit Milch­ produkten und Gelatine. ­Erhitzt hingegen verhält sie sich gänzlich unkritisch.


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Profi-Tipp

Mit ein wenig Limette

Claudia Schmidt, Foodjournalistin

Hauptgericht

Lachs mit exotischem Fruchtsalat Zutaten für 4 Personen 1 Papaya 1 Pitahaya 2 Frühlingszwiebeln 1 Peperoncino ½ Bund Koriander 500 g Lachs in Sashimi-Qualität 30 g Sesamsamen 1 EL Olivenöl

Vinaigrette 2 Passionsfrüchte 2 EL Sojasauce 2 EL Sesamöl Salz, Pfeffer Zubereitung

1. Für die Vinaigrette Passionsfrüchte halbieren. Fruchtmark herauslöffeln, durch ein Sieb streichen. Passionsfruchtsaft, Sojasauce und Sesamöl mischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. 2. Papaya schälen, entkernen. Pitahaya schälen. Fruchtfleisch in Würfel schneiden. Zwiebeln in feine Ringe schneiden. Peperoncino entkernen, fein hacken. Koriander hacken. Etwas für die ­Garnitur beiseistellen. Alles in eine Schüssel geben und mit der Hälfte der Vinaigrette mischen. 3. Lachs im Sesam wenden. Olivenöl in einer Bratpfanne erhitzen. Lachs rundum ca. 2 Minuten anbraten. Herausnehmen und in Tranchen schneiden. Zusammen mit dem exotischen Salat anrichten. Mit restlicher Vinaigrette beträufeln. Mit beiseitegestelltem Koriander bestreuen. Dazu passt Parfümreis.

Wenn sich die heimischen Früchte rar machen, schlägt die Stunde der Exoten. Ein ­wenig Arbeit ist es schon, wenn man sie für mehrere ­Personen schält, klein schneidet und ­anrichtet. Meine Gäste belohnen das mit Komplimenten und dem restlosen Verputzen der Früchte. Zudem sind die Exoten pur ein leichter, erfrischender Genuss nach einem üppigen Mahl. Ich schneide gern verschiedene Früchte auf und richte sie auf einer Platte an. Dabei spiele ich mit den Formen: Streifen von Papaya und Mango, Dreiecke und Halbkreise von Ananas, runde Kiwischeiben. Oft nehme ich filetierte Pomelo-­Schnitze dazu. Die Platte muss üppig wirken, damit alle in Früchten schwelgen können. Ein paar Spritzer Limettensaft verstärken die Aromen der Früchte. Manchmal streue ich Zitronenmelisse- oder Minze­blättchen und Granatapfelkerne über die Früchtepalette. MM

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MIGROS-WELT | MM46, 12.11.2018  73

Sun Queen

Ein Hauch Orient beim Apéro Zuckersüsse Datteln und Feigen, feine Pfirsichschnitze und knackige Nüsse: In den Köstlichkeiten von Sun Queen steckt viel Sonne. Sie sind natürlich und von ­­bester ­Qualität. Und sie schmecken unvergleichlich intensiv – ob als Snack, beim Apéro oder als Zutat in feinen Gerichten.

Trockenfrüchte, Nüsse und Pfirsiche in Sirup: An diesem Buffet bedient sich jeder gern.

Sun Queen Nussmischung, 170 g Fr. 5.20

Sun Queen Datteln getrocknet, 300 g Fr. 2.80

Sun Queen Feigen getrocknet, 500 g Fr. 7.60

Sun Queen Pfirsichschnitze mit Fruchtsaft, 130 g Fr. 1.10

Datteln eignen sich hervorragend als ­raffiniert gefüllte Häppchen oder als Alternative zu Zucker im Dessert. Nüsse und Trockenfrüchte verleihen festlichen Salaten eine Prise Exotik.

Bild und Styling: Claudia Linsi

Tipp

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MIGROS-WELT | MM46, 12.11.2018  75

Health-iX

Vitamine zum Kauen Die neuen Health-iX-Produkte sind Vitaminpräparate für Personen, die einen aktiven Lebensstil pflegen und ihre gesunde Ernährung ergänzen möchten. Statt Tabletten oder Kapseln sorgen Kaubonbons und Fruchtgummis in feinen Geschmacksrichtungen für Abwechslung. Aktion 20-fache Cumulus-Punkte bis 19. November

Dank ihrer acht Vitamine sind die Multivitamin Gummies von Health-iX der perfekte Kick für die kalte Jahreszeit. Zwei Stück decken den Tages­ bedarf an ­Vitamin A, C, D, E, B6, B12, ­Folsäure und Biotin. Health-iX Multivitamin ­ Gummies, 120 g* Fr. 8.90

Bild: Yves Roth, Styling: Miriam Vieli-Goll

Die Health-iX Energy Chews sind die idealen Begleiter im ­stressigen Alltag. Jedes Stück liefert so viel Koffein wie eine Tasse ­Espresso. Drei Chews ­decken den Tagesbedarf an ­Vitamin C, B6, B12 und Folsäure. Health-iX Energy Chews, 94,5 g* Fr. 6.90

Vitamin D und Calcium sind ­ wichtig für die normale Funktion der ­Knochen. Fünf Gummies mit fruchtigem Pfirsicharoma­decken den T ­ agesbedarf an ­Vitamin D und 50 Prozent des Bedarfs an Calcium. Health-iX Bone Support ­Gummies, 120 g* Fr. 8.90

Der Geschmack nach Orange, ­Himbeere und Heidelbeere s­ owie die Form als Bären machen die ­Health-iX Multivitamin Gummies auch bei Kindern beliebt. Ein ­Gummie pro Tag wird empfohlen. Health-iX Multivitamin­ Gummies KIDS, 120 g* Fr. 8.90

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MIGROS-WELT | MM46, 12.11.2018  77

Merz

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Bild: Yves Roth; Styling: Miriam Vieli-Goll

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MIGROS-WELT | MM46, 12.11.2018  79

Emporia

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MIGROS-WELT | MM46, 12.11.2018  81

Papeteria

Festglanz im Büro So kommt bei der Arbeit am ­ chreibtisch Weihnachtsstimmung S auf: Die Papeteria-«X-Mas Edition» ­besteht aus nützlichen Artikeln in festlichen Goldtönen oder warmen ­natürlichen Farben. Ob ­glänzender Etuibeutel oder Bleistiftspitzer im ­Ananasdesign – alle Gegenstände bringen Festglanz ins Büro. Sie sind schön verpackt und deshalb auch sehr gut als Geschenke geeignet. Wer jemandem damit eine Freude machen will, muss aber schnell ­zugreifen: Die Papeteria-«X-Mas Edition» ist nur für kurze Zeit erhältlich.

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MIGROS-WELT | MM46, 12.11.2018  83

Tierwelt

Zur Belohnung gibts ein Leckerli Katzen sind Jäger und brauchen Bewegung. Deshalb sollte man besonders mit Wohnungskatzen oft spielen. Vier Tipps, wie Sie Ihre Lieblinge auf einfache Art zum Spielen anregen können. aktorin beim cial-Media-Red So , 3) (4 er st Jeanette Ku , mit Holli (15) senschafts-Bund Migros-Genos

Rennen und Springen Dabei kann sich die Katze richtig verausgaben. ­Aufwendiges Spielgerät braucht es dafür nicht. Zum Beispiel eine Schnur mit einem Papierknäuel oder ein Gummi­ball zum Werfen reichen völlig aus.

1

Meine Katzen

Die gutmütigen Perser Jeanette, seit wann gehören deine Katzen zur Familie? Sie waren beide etwa vier Monate alt, als sie zu uns kamen.

Höhlen erforschen Aus alten Kartonschachteln lässt sich eine Höhle basteln. ­Katzen lieben es, dunkle, unbekannte Orte auszukundschaften. Erst recht, wenn sie dabei das eine oder andere Leckerli entdecken.

Woher stammen sie? Wir haben Holli und Lana von der­ selben Züchterin am Zürichsee. Die beiden sind Halbgeschwister, sie ­haben denselben Vater.

3

Warum hast du dich für Perser­ katzen entschieden? Ich bin mit Katzen aufgewachsen, ­unter anderem mit einer Perserkatze. Sie war mein Liebling. Zudem haben Perser einen ruhigen Charakter, sie sind ausgesprochen gutmütig. Auch das war ein Kriterium für meine Wahl.

Denkspiele Auf einer stabilen Unterlage befestigt man Behälter wie leere WC-­Papier­ rollen und ­versteckt darin ein Leckerli. Die Katze muss herausfinden, wie sie am besten ans Futter kommt. Alternativ kann der Dreamies Snacky Snowman als Denkspiel verwendet werden.

2

Das Spielen richtig beenden Man sollte das Spiel mit der Katze nicht abrupt abbrechen. Besser ist es, langsam herunterzufahren und am Schluss das Spielzeug zu verräumen. So verhindert man, dass die Katze frustriert ist.

4

Bild: zVg

Haben sie Macken? Als Holli noch klein war, ist sie immer an mir hochgeklettert und hat sich auf meine linke Schulter gesetzt. Heute ist sie zu gross zum Klettern, aber auf die Schulter will sie immer noch. Und wirklich nur auf die linke. Spielen die beiden gern? Als sie jünger waren, haben sie viel ­gespielt. Heute etwas weniger, aber wenn meine Kinder sie mit einer Schnur locken, rennen sie nach wie vor hinterher. MM

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MIGROS-WELT | MM46, 12.11.2018  87

Colourkey

Geld sparen mit der Freizeitkarte «Colourkey» ist die Freizeitkarte für Jugendliche und junge Erwach­sene bis 25 Jahre. Wer sie besitzt, profitiert von über 250 Vergünstigungen und Gratis­ ­angeboten. Konzerte, Autofahrstun­ den, Salsatanzen, Museen – mit der Karte kann man testen und entdecken. Auch die Kunsteisbahnen sind im

­ ngebot enthalten. Colourkey-­ A Mitglieder können für Fr. 1.50 in die Basler «Kunsti» und für einen Franken ins KuBa-Freizeitcenter Rhein­felden. Das Migros-Kultur­ prozent ist Träger dieses Vereins. Weitere Angebote: online: colourkey.ch; Instagram: @_colourkey_

Ihre Region Neues aus der Genossenschaft Migros Basel

Konzert

Die grosse Verdi-Gala La Traviata, Rigoletto, Aida, Nabucco: Was wäre die Musikwelt ohne diese Opern-­ meisterwerke? Sie stammen alle aus der Feder des italieni­ schen Komponisten Giuseppe Verdi. Mit seiner Musik be­ schreibt er in genialer Weise die grosse Liebe und die damit verbundene Tragik. Seine Werke ver­ sprühen Leidenschaft und Lyrik, aber auch Humor und Witz.

Tradition

Zeitloses Lichterfest Am 14. November findet zum 28. Mal der von der Migros Basel organisierte Räbeliechtli-Umzug statt. Der Basler Regierungsrat Baschi Dürr wird als diesjähriger Räbeliechtli-Götti den Umzug begleiten. Text und Bild: Moritz Weisskopf

B

ald ziehen die Kinder aus der Region wieder mit ihren liebevoll geschnitzten Räben singend durch die Basler Gassen und Strassen und verbreiten Vorfreude auf die Weihnachtszeit: Am 14. November findet der Räbeliechtli-Umzug statt. Rund 1500 Kinder und Erwachsene werden in diesem Jahr erwartet – auch Baschi Dürr, der den Anlass als Räbeliechtli-Götti begleitet. «Der Räbeliechtli-Brauch ist im alemannischen Kulturkreis alt – und

doch für jedes Kind jedes Jahr wieder neu. Und erst für die Eltern! Licht in den dunkler werdenden Herbst zu bringen, bleibt zeitlos», sagt der Regierungsrat. «Ich freue mich sehr, dass ich den wunder­ baren Anlass begleiten darf. Ich freue mich vor allem für die Kinder, die stolz ihre meist selbstgeschnitzten Laternen tragen.» Besammlung ist um 18.45 Uhr auf dem Münsterplatz vor dem Restaurant Isaak. Die Kinder der Klassen 1a, 2a und 3a vom Sevogel-

schulhaus singen RäbeliechtliLieder. Danach führt der Umzug via Rittergasse, Bäumleingasse und Freie Strasse zum Marktplatz, wo sich alle Teilnehmenden mit Tee aufwärmen können. Räben, Bastelutensilien und -anleitung sowie Liedertexte gibt es in den Migros-Filialen MParc Dreispitz, Claramarkt, Drachen-Center, Gundelitor, Paradies in Allschwil, Birsfelden, Riehen, Liestal und Breitenbach kostenlos (bei den übrigen Filialen auf Bestellung). MM

Diese Gefühlswelt findet auch Ausdruck in der «Giuseppe Verdi Gala», die am 29. Dezember um 19.30 Uhr im Musical Theater Basel gas­ tiert. Zu hören sind Ausschnitte aus den beliebtesten VerdiOpern. CumulusKarteninhaber profitieren von 20 Prozent Rabatt auf Tickets, erhältlich an den M-Vorverkaufs­ stellen oder online im Cumulus-Ticketshop. Infos: actnews.ch

Opulente Operninszenierung: die «Giuseppe Verdi Gala»


88  MM46, 12.11.2018 | MIGROS-WELT Mehr Wissen Erste Nachweise über die Metzgertätigkeit finden sich bei den Galliern, die Wurst herstellten.

Interview

Bike World

Ski und Snowboard­ nach Wunsch Bike World in Pratteln gilt als Kompetenzzentrum für zweiräd­ rige Fortbewegungs­ mittel. Und jetzt, wo es draussen kälter wird, erweitert der Fachmarkt das Sortiment um Ski und Snowboards und sorgt dafür, dass der Wintersport zu einem unvergesslichen Er­ lebnis wird. Es stehen die neuesten Skier, Snowboards und Schneeschuhe in Top­qualität zur Ver­ mietung bereit. Das Material ist stets perfekt präpariert: Dazu zählen geschliffe­ ne Kanten und ein schön strukturierter, gewachs­ ter Belag. «Ein Ski muss sehr gut greifen und das Gefühl von Sicherheit vermitteln», sagt Bruno Arena, Filialleiter der Bike World in Pratteln. Für die Skivermietung stehen Allrounder-Ski für Anfänger und Fort­ geschrittene, Modelle für sportliche Fahrer, aber auch Freestyle-, Renn- und Damenski bereit. Des Weiteren bietet Bike World (wie auch die SportXXFilialen der Region) auch Helme, Skibrillen, Hand­ schuhe, Rückenprotek­ toren und funktionale Bekleidung von Kopf bis Fuss an. Infos: bikeworld.ch

«Man muss Kunden lesen können» René Piechowski ist bei der Migros Basel zurzeit der einzige lernende Detailhandelsfachmann in der Branche Fleischwirtschaft. Ein Gespräch über Kundenbedürfnisse, Herausforderungen und Vorlieben. Text und Bilder: Moritz Weisskopf

Der Metzgerberuf hat in den vergangenen Jahren an Attrak­ tivität eingebüsst. Das zeigt auch die Zahl der Lehrabschlüsse: Laut dem Bundesamt für Statis­ tik absolvierten 2015 noch 209 Lehrlinge erfolgreich ihre Abschlussprüfungen als Fleisch­ fachmann (Metzger) oder als Fleischfachassistent. Zwei Jahre später waren es nur noch 177 Absolventen. Einen ähnlichen Trend ver­ zeichnet der Beruf der Detail­ handelsfachleute in der Branche Fleischwirtschaft. «Wahrschein­ lich, weil ihn viele mit dem Be­ ruf des Metzgers verwechseln und falsche Schlüsse ziehen», sagt Diana Furler, Leiterin der Berufsbildung der Genossen­ schaft Migros Basel. Das Migros-Magazin wollte wissen, warum man diesen Beruf wählt und was ihn so spe­ ziell macht. Deshalb hat es René Piechowski (27), den einzigen Lernenden in diesem Beruf bei der Migros Basel, getroffen. René Piechowski, was hat Sie zu einer Lehre als Detailhan-

delsfachmann in der Branche Fleischwirtschaft bewogen? Ich komme ursprünglich aus der Gastronomie und habe als Erstausbildung eine Kochlehre bei der Psychiatrie Baselland ab­ solviert. Ich kannte mich also schon ein bisschen mit Lebens­ mitteln aus. Ich hatte dort – was für einen Koch eher ungewöhn­ lich ist – auch regelmässig Kun­ denkontakt und habe dadurch gemerkt, dass mir dieser Teil der Arbeit, also das Beraten der Kundschaft, am meisten Spass macht. Was, abgesehen vom Kundenkontakt, gefällt Ihnen im jetzigen Job am meisten? Dass jeder Tag anders ist. Natür­ lich gibt es Aufgaben, die sich wiederholen, aber die mache ich sehr gerne. Der Tagesablauf und auch die Wünsche der Kunden variieren jedoch nach Jahres­ zeit, Tag und Wetter. Nach Wetter? Ja, wenn es regnet, kaufen die Kunden vermehrt Ragout. Wenn es sonnig-warm ist, sind mari­

nierte Spiessli gefragter. Wir müssen unser Angebot in der Auslage also auch ein bisschen dem Wetter anpassen. Welche Fähigkeiten muss man in Ihrem Beruf an den Tag legen? Aufmerksamkeit. Man muss gut zuhören und den Kunden fast schon lesen können. Bei Stammkunden sollte man sich merken, was sie mögen. Das macht einem die Arbeit leichter und führt auch für die Kunden zu einem angenehmen Einkaufs­ erlebnis. Ausserdem sollte man natürlich immer freundlich sein. Konnten Sie in den vergangenen zwei Jahren Trends im Fleischbereich feststellen? Einerseits sind Kunden sehr preisbewusst, andererseits ist Fleisch auch ein wenig mit Pres­ tige und Luxus verbunden. Das heisst, dass unter der Woche meistens günstigeres Fleisch ge­ kauft wird und am Wochenende, wenn man sich etwas gönnen möchte, Rindsfilet oder Dry Aged Beef auf dem Einkaufs­


MIGROS-WELT | MM46, 12.11.2018  89

Service-Center

Tipps von Daniel Vazquez

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1 René Piechowski vor der Dry-AgedBeef-Auslage: Die Fleischtrends zu kennen, ist zentraler Bestandteil seines Berufs.

2

zettel steht. Letzteres ist sehr beliebt, weil es durch seine lange Reifung einen ganz eigenen Geschmack entwickelt. Stimmt es, dass die meisten Kunden nur die Filetstücke kaufen und der Rest liegen bleibt? Nein, das würde ich nicht unterschreiben. Bei uns sind alle Teile gefragt, auch Leber, Niere, Herz oder Schwänzli. Die Leute wollen sich bewusst ernähren, und dazu gehört auch, dass man das ganze Tier verwertet und nichts übrig lässt.

3

Bei so vielen verschiedenen Fleischstücken kann man leicht den Überblick verlieren. Ja, da komme ich ins Spiel (lacht). Ich bin zuständig für die Beratung der Kundschaft. Es gibt auch Kunden, die zwar kein Fleisch essen, aber welches für die Familie einkaufen. Die brauchen ein bisschen mehr Beratung, und da nehme ich mir auch gern Zeit und gebe etwa Zubereitungstipps. Als Fleischfachperson haben Sie bestimmt ein «Lieblingsfleisch»?

2 Die Veredelung von Fleischstücken gehört zu René Piechowskis Job ... 3 … wie die Beratung der Kundschaft.

Ja, am liebsten mag ich Braten beziehungsweise Kasselerbraten. Dazu eine kräftige dunkle Sauce, Kartoffelstock und Sauerkraut. Das haut zwar ordentlich auf die Kalorien, schmeckt aber gut. In weniger als einem Jahr beenden Sie Ihre Ausbildung. Was passiert danach? Am liebsten würde ich hier in Bubendorf bleiben. Ich gehe aber gern auch in eine andere Migros-Filiale, falls es dort jemanden braucht. Hauptsache, ich habe Kundenkontakt. MM

Passwort vergessen? Es wird immer schwieriger, sich im heutigen Passwortdschungel alle Passwörter zu merken. Tipp: einen PasswortManager verwenden, zum Beispiel: Lastpass.com oder Keepass.info (kostenlos). Diese Dienste verwalten Passwörter komplett, sodass man sich nicht alle Passwörter mühsam merken muss. Panzerglas gegen Fallschäden Schnell kann es passieren, dass einem das Handy oder Tablet aus der Hand rutscht. In vielen Fällen zersplittert dann das Glas des Displays – und eine aufwendige, teure Repa­ ratur ist nötig. Tipp: Hier kann ein Panzerglas sehr hilfreich sein. In den meisten Fällen verhindert es das Zersplittern des Displayglases bei einem Sturz. Zudem ist das Panzerglas um einiges günstiger als der komplette Austausch des Displayglases. Das Panzerglas lässt sich sehr einfach montieren. Weitere Tipps, Auskünfte und auch Reparaturen und technische Unterstützung gibt es bei Daniel Vazquez vor Ort, im Service-Center im MParc Dreispitz.


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«Wenn die Gedanken kreisen …


KULTURPROZENT | MM46, 12.11.2018  93

12,9 Millionen Freizeit Vier öffentliche Parks im Grünen laden die Bevölkerung zur Erholung ein. Zudem ­betreibt die ­Migros am L­ uganersee die Monte-­ Generoso-Bergbahn.

Förderfonds 14,8 Millionen 5,9 Millionen 7,3 Millionen Verwaltung

Gesellschaft

Gemeinkosten (u.a. für die Adminis­tration), Mieten und Löhne, die das Kulturprozent ermöglichen.

Der Zusammenhalt der Gesellschaft wird unterstützt – mit Schwerpunkt auf Themen wie Genera­tionenbeziehung, ­Gender und Migration.

3,1 Millionen Wirtschaft

An der Universität St. Gallen werden Studierende am ­Gottlieb-Duttweiler-Lehrstuhl in Internationalem Handelsmanagement weitergebildet. Weiter unterstützt werden das Forum Elle und wirtschaftspolitische Aktivitäten. Das einzige Konzert, das die Operndiva Maria Callas je in der Schweiz gab, kam nur dank der Migros zustande.

Der Förderfonds Engagement Migros spürt Pioniere auf, die neue Wege ­beschreiten und die Gesellschaft vom Heute ins Morgen bringen wollen. Sie erhalten Unterstützung bei der ­Erarbeitung und Umsetzung ihrer Projektideen. Der Fonds begleitet sie nicht nur mit finanzieller Unterstützung, sondern auch mit Coaching und als Sparringspartner. engagement-migros.ch

Unterstützungsfonds 1 Million

Der Migros-Unterstützungsfonds (vormals Hilfsfonds) fördert Projekte, die Mensch und Natur zugutekommen. Jedes Jahr wird eine Million Franken für Projekte der Entwicklungs­ zusammenarbeit im In- und Ausland zur Verfügung gestellt. migros.ch/unterstuetzungsfonds

Ausgaben

Was die Migro s von 1957 bis 20 17 für ihr gesellschaftliche s Engagement ausgegeben ha t:

Kulturprozent Förderfonds

4,6 Milliarde n 45,1 Millione

n sfonds 39 M illionen Total 4,6841 Millia rden Unterstützung


94  MM46, 12.11.2018 | KLUBSCHULE Digitalisierung

Schöne neue Welt

Die Digitalisierung umfasst alle Lebensbereiche. Karin Huser-Ettlin und Thomas Müller haben mehrere Weiterbildungen der Klubschule besucht – und sind durchgestartet. Text: Monica Müller  Bild: Désirée Good

«Ich bin wie DJ Bobo: Ich war Bäckerin und tanze heute auf ganz anderen Bühnen.» Karin Huser-Ettlin, Webdesignerin

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it unseren Freunden ­tauschen wir uns über Whatsapp aus, die Einkaufslisten tippen wir ins Handy, auch Romane lesen wir digital. Was im Privaten für die meisten eine praktische Spielerei ist, bereitet vielen im Berufsleben Sorgen. Sie fürchten, den neuen Anforderungen ihrer Jobs nicht gewachsen zu sein. Entsprechend beliebt sind Kurse rund um die Digitalisierung bei der Klubschule Migros. Die Teilnehmenden sind so unterschiedlich wie das Kursangebot vielfältig: Sie sind zwischen 20 und 70 Jahre alt: Digital ­Natives pauken neben sogenannten Digital Immigrants und Silver Surfers. Viele packen die Chancen der Weiterbildung, so auch Karin­Huser-­Ettlin und Thomas Müller.

Karin Huser-Ettlin (30): von der Bäckerin zur Webdesignerin «Als Technische Kauffrau betreute ich die Website für einen Anbieter von Bauteillösungen in der Holzbranche. Ich war hauptsächlich für Texte, Bilder und Gestaltung zuständig und wollte unbedingt mehr davon ver­stehen. Nach dem Lehrgang Webdesigner Publisher M1 konnte ich viel mehr umsetzen, beispielsweise online

Beliebteste Kurse 2017 (nach Anzahl der Teilnehmenden)

1

Deutsch 45 789

2

Englisch ­ 21 979


KLUBSCHULE | MM46, 12.11.2018  95

Wettbewerbe aufschalten. Da packte mich der Ehrgeiz, die Website ganz ohne externe Hilfe weiterzuent­ wickeln. Mit dem Webdesigner Expert M2 holte ich mir das Rüstzeug, auch komplexere Inhalte aufzuschalten und zu verlinken, wie einen inter­aktiven Adventskalender. Die vielen Möglichkeiten inspirier­ ten mich so, dass ich den Entschluss fasste, mich selbständig zu machen. Am 23. Dezember ist es soweit, und ich bin in der glücklichen Lage, be­ reits Aufträge annehmen zu können. Knifflige Aufgaben zu lösen, ent­ spricht mir. Dank der Weiterbildung zum Desktop-­Pu­blisher kann ich auch profes­sionelle Logos entwerfen und Druck­sachen wie Visitenkarten, Flyer und Broschüren umsetzen. Ich bin schon fast eine Nachah­ merin von DJ Bobo – auch ich war ursprünglich Bäckerin und tanze heute auf ganz anderen Bühnen. Ich liebe es, mich weiterzuentwickeln. Die Verbindung von Gestalterischem und Mathematischem finde ich gross­ artig. Als Mutter von zwei kleinen Kindern kommen mir die flexiblen Arbeitszeiten zugute. Ich bin auf ­einem Bauernbetrieb aufgewachsen und liebte das Internet schon immer als Fenster zur Welt. Jetzt backe ich meine eigenen Websites: Ich ­dosiere Zutaten wie ­Bilder, Texte und For­mulare so, dass zum Schluss ein ansprechendes Gebäck entsteht.»

mit dem Handy alles knipst und alle irgendwie fotografieren können, ist es für uns Fotografen schwieriger ­geworden. Um uns neu und besser zu positionieren, haben wir gemeinsam den Lehrgang Desktop-Publisher bei der Klubschule besucht. So haben wir unsere grafischen Kenntnisse auf den neuesten Stand gebracht. Dank der Lehrgänge Webdesigner Pu­blisher M1 und Webdesigner Expert M2 habe ich gelernt, statische und dynamische Websites zu program­ mieren und zu gestalten. In der Klasse war ich der Grossvater, aber das hat mich nicht gestört. Ich habe mir lebenslanges Lernen auf die Fahne geschrieben und schätze es, gefordert zu werden und mich mit an­ deren auszutauschen. Das hält geistig jung und fit. Nur den Rasen mähen und wandern – da würde ich geistig verkümmern. Seit wir unseren Kun­ den Websites mit Bildern anbieten können, läuft es sehr rund bei uns. Mir passt das, und ich denke vorerst nicht ans Aufhören.»  MM

Experten-Interview

«Viele treibt die Angst an» Marc Bühlmann (50) lernte Elektromonteur, ­bildete sich zum Internet-­ spezialisten weiter und arbeitet heute als Digital Media Coach. Er unterrichtet auch an der Klubschule.

Bilder: Désirée Good (1), zVg (2)

Thomas Müller (69): vom Fotografen zum Webdesigner «Die Digitalisierung macht mir keine Angst, ich bin seit vielen Jahren ein Teil von ihr. Ursprünglich studierte ich Elektroingenieur FH, später habe ich mich autodidaktisch zum Foto­ grafen ausgebildet. Als Fotograf ar­ beite ich nun schon seit vielen Jahren mit den Programmen Photoshop, ­Adobe Illustrator und InDesign. Seit zwölf Jahren führe ich zusammen mit meiner Frau ein Geschäft. Weil jeder

3

Pilates 17 558

«Nur den Rasen mähen und wandern – da würde ich geistig verkümmern.» Thomas Müller, Fotograf und Webdesigner

4

Französisch 15 475

Marc Bühlmann, was haben Teilnehmende an Digitalisierungs-­ lehrgängen gemeinsam? Sie möchten den Anschluss an die digitalen Medien nicht verpassen. Viele treibt die Angst an, mit ihrem Wissen aus der analogen Welt län­ gerfristig nicht mehr mithalten zu können. Was sind die Hürden, an denen manche scheitern? Die Ausschreibung des Lehrgangs scheint eine Herausforderung zu sein, denn die Fachbegriffe sind nicht immer einfach zu verstehen und können verunsichern. Eine Beratung oder ein Besuch an einem Infoanlass ist sehr zu empfehlen. Eine weitere Hürde ist auch die Bereitschaft, die Komfortzone zu verlassen und tatsächlich etwas zu lernen; Zeit ausserhalb des Un­ terrichts zu investieren, um das ­Gelernte zu vertiefen. Sind manche Erwartungen an die Weiterbildungen auch falsch? Die Erwartung, man könne sich hinsetzen und nur zuhören, ist bei diesem Thema fehl am Platz. Da die Lehrgänge sehr praxisbezogen sind, wird das neu Gelernte ständig angewendet und dadurch auch sofort vertieft. Die Erfahrung, wie schnell die Teilnehmenden ­dadurch neues Wissen umsetzen können, ist für sie ausgesprochen motivierend. Wie stehen die Teilnehmenden nach dem Abschluss da? Zum Schluss sind viele überrascht, wie viel sie gelernt haben und was sie damit alles anfangen können. Die allermeisten setzen das neu ­erworbene Wissen täglich ein. Viele buchen gleich die nächste Weiter­ bildung. MM

5

Kochen 14 123


96  MM46, 12.11.2018 | KLUBSCHULE

Die Zahlen 2017

Die schlausten Genossenschaften

5,8%

Genossenschaft Aare (BE/SO/AG) Luzern (LU/ZG/NW/OW/UR/SZ) Genf Tessin Ostschweiz (SH/ZH/TG/SG/AI/AR/GB) Zürich (ZH/GL/SZ) Wallis Basel (BL/BS/JU) Neuenburg-Freiburg Waadt

Einwohner/-innen 1 848 752 701 903 556 285 358 446 1 391 299 1 329 783 338 133 583 508 534 031 707 589

Kurse mit dem höchsten Frauenanteil

56%

Zumba, Bauch-Beine-Po Nähen, Ballett Bodytoning Pilates Gymnastik Aquafitness Power Yoga, Country Line Dance Rückentraining Yoga

Beliebteste Kurse 2017 (nach Anzahl der Teilnehmenden)

Quotient 5,8 % 4,9 % 4,4 % 4,2 % 4,1 % 4,1 % 3,5 % 3,4 % 3,2 % 1,8 %

Kurse mit dem höchsten Männeranteil

99% 99 % 98 % 97 % 96 % 96 % 94 % 90 % 86 % 83 %

Klubschüler/-innen 106 649 34 101 24 430 14 902 57 569 54 826 11 930 19 879 17 217 12 507

6

56 % 54 % 53 % 49 % 43 % 42 % 38 % 37 % 37 %

Yoga 11 700

Standard- und Lateinamerikanische Tänze Golf Tennis ECDL-Prüfung, Nothilfe Deutsch Gitarre Schwimmen Englisch, Fotografieren Französisch

7

Spanisch 11 021


KLUBSCHULE | MM46, 12.11.2018  97

Beliebteste Kochkurse

Angebote Klubschule

7192

561 * Sushi 248 Asiatische Küche 237 Kochspass mit den Lilibiggs 217 Freude am Geschmack 202 Indische Küche 187 Ihr Kochevent in der Klubschulküche 186 Kochen mit dem Steamer 176 Thailändische Küche 147 Cook Eat Go (Fleisch/Fisch/Vegi) 142 Guetsli: volle Dosen für Weihnachten 138 Beliebte Tapas 134 1001 Nacht – Orientalische Küche 132 Brot backen Basis 131 3-D- und Motiv-Torten 130 Gesunde Küche für Vielbeschäftigte

Sprachen

Englisch, Französisch, Klingonisch und 7189 weitere Angebote. Die Vielfalt der Sprachkurse ist enorm.

4035 Gesundheit

Bauch-Beine-Po. Lassen Sie gemeinsam mit der Klubschule 656 Muskeln spielen.

3107

* Anzahl Kursteilnehmende

Kreativität

Dünsten, nähen, fotografieren – über 3000 Kurse für kreative Menschen

Aufsteiger des Jahres

+278

+ 278* Office-Programme in der Praxis + 238 Meditation + 187 Klassischer Tanz + 159 Qigong + 158 Marketing + 137 Instrumente + 126 Oberkörpermassage + 108 Russisch + 100 Chinesisch + 100 Norwegisch

Nicht alltägliche Kurse • Klingonisch - Crashkurs • Bratwürste selber herstellen • Bierbrauen mit Braukunst • Spitzen klöppeln • Cloud Computing: Planung und Migration • Kochen mit Insekten: Mi Bugs • Fermentations-Kochkurs • Breakletics – Fitness meets Breakdance • Burlesque Dance IntensivWorkshop • Raspberry Pi: Programmierung Modul 1

8

Business

Lernen Sie, wie Online-Marketing funktioniert, oder verbessern Sie Ihre Führungsqualitäten. Und vieles mehr ...

301 Ausbildende

Über 100 Lehrgänge für Ausbildende. Sie lernen, ihren Unterricht kreativ und lernfördernd zu gestalten. klubschule.ch

* Zuwachs Kursteilnehmende gegenüber Vorjahr

Bodytoning 10 176

2428

9

Italienisch 9550

10

Zeichnen und Malen 9434


98  MM46, 12.11.2018 | KLUBSCHULE

Felix Maurer pflegt seit bald 20 Jahren seine Frau Evi, die Paraplegikerin ist. Diesen Frühling hatte der 65-Jährige selber gesundheitliche Probleme.

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Pflegende Angehörige

Voller Einsatz, Tag und Nacht Wer seinen Partner oder einen Angehörigen selber pflegen will, stösst oft an seine Grenzen. Felix Maurer hat seinen Entscheid trotzdem nie bereut. Ausser vielleicht, dass er nicht früher Rat und Hilfe gesucht hat. Text: Hans Schneeberger Bild: Gabi Vogt

aren es zehn verlorene Jahre? ­Vielleicht. Aber wer weiss schon, wie man reagiert, wenn einem Schlimmes im ­Leben g­ eschieht. Wenn die Partnerin erst am Stock geht, dann eine Not­ operation ansteht. Wenn ihre Zehen amputiert werden müssen und ihr am Schluss nur noch der Rollstuhl bleibt. Und ihr der Ehepartner zum Rettungsanker wird. Vielleicht hätten sich Felix und Evi Maurer schon damals Anfang der Nullerjahre intensiver informieren müssen, auf welche Möglichkeiten sie Anrecht haben, wo ihnen geholfen werden könnte. Damals, als Evi lang­ sam, aber mit unerbittlicher Konse­ quenz in die Invalidität abrutschte. 2012 war es, als wir «auf dem Tief­ punkt waren», wie Felix sagt: Da wandten sie sich endlich hilfesu­ chend an das Paraplegikerzentrum Nottwil, das ihnen mit Rat und Tat zu Hilfe kam. Das dem Paar half, ihr Rei­ heneinfamilienhäuschen behinder­ tengerecht umzubauen, das sie unter­ stützte und Beratung anbot. «Nott­ wil» half Evi und Felix Maurer, ihr Schicksal zu organisieren und besser zu meistern. Evi Maurer ist aufgrund einer Ver­ engung des Spinalkanals Paraplegike­ rin. Was 1996 mit einer Diskushernie begann, wurde zu einem jahrelangen Leidensweg, der sie schliesslich 2008 endgültig in den Rollstuhl zwang. In all den Jahren stand Evi ihr Ehepart­ ner pflegend, organisierend und hel­ fend zur Seite. Natürlich ist da heute die Spitex, die bis zu zwei Stunden pro Tag mithilft. Und die von der IV finan­ zierte Assistenz, die einige Stunden am Tag das Nötigste macht. Doch Felix ist fast Tag und Nacht gefordert. «Ich bin gottenfroh, dass er da ist», sagt Evi, und sie weiss, dass Felix «null Freizeit» hat. Der 65-Jährige


KLUBSCHULE | MM46, 12.11.2018  99

leistet ein Riesenpensum: einkaufen, putzen, waschen, die Korrespondenz mit allen Amtsstellen – oft bis tief in die Nacht ist er angebunden. «Pfle­ gende Angehörige sind immer auf Draht», sagt Felix Maurer. «Vernet­ zung mit Versicherungen, Ärzten, Beratungsstellen und Behörden so­ wie die ­Weiterbildung im passenden Umfeld gehören einfach dazu.» Diesen Frühling hat ihm seine ­eigene Gesundheit die Grenzen ­aufgezeigt: Eine Bauchspeichel­ drüseninfektion zwang ihn, eine mehrwöchige Pause einzulegen – «vielleicht ein Wink des Schicksals», dass seine Energiereserven auch nicht ­unendlich gross sind. Gerade diese Wochen waren für Evi beson­ ders hart: «Wenn er nicht da ist, fühle ich mich total hilflos.» Immerhin: Die Einsicht in die Endlichkeit s­ einer Kräfte haben Felix dazu gebracht,

sich heute nach einer behinderten­ gerechten Lösung für ein gemein­ sames «Leben im Alter» umzusehen. Und er hat schon einige interessante Möglichkeiten recherchiert. Wenn da nur das Problem der Kosten nicht wäre. Evi und Felix haben sich nie ­unterkriegen lassen. Mit bewun­ dernswerter Energie hat die diplo­ mierte Uhren-Bijouterieverkäuferin sogar ein eigenes Lädeli aufgebaut, in dem sie selbstgemachten Schmuck mit eingebrannten Gravuren, ver­ zierte Holzsachen und Ähnliches ­verkauft. Sogar an regionalen Märk­ ten sind sie mit ihren kleinen Kunst­ werken zu finden. Ende November zum Beispiel am Adventsmärt im Kloster in Muri AG. Allein darüber, was es bis dahin alles zu organisieren gibt, könnte Felix noch lange ­referieren. MM

Pflegen lernen Das Beispiel von Felix und Evi Maurer zeigt: Sich frühzeitig informieren ist ­zentral. Lieber erst Rat holen, als einfach mal selber mit der Pflege beginnen. Die eigenen Kräfte sind e ­ ndlich – nur wer sich im Dickicht von ­Organisationen und Behörden, mit ­Unterstützungsanträgen und Formularen auskennt und wer seine eigenen Grenzen ­erkennt, kann sinnvolle Pflege leisten. Die Klubschule bietet einen fünf­t ägigen Kurs (40 Lektionen) für pflegende Angehörige. Er bietet eine Einführung in das Thema Alter und Umgang mit Gebrechlichkeit, zeigt auf, wie man mit älteren Menschen kommuniziert, lehrt den Umgang mit Schmerzen und Unfallverhütung und beantwortet Fragen zu Ernährung im Alter, zu Entlastungsmöglichkeiten, Rechtshilfe und finanzieller Vorsorge. Mehr Informationen: klubschule.ch, Stichwort «pflegende Angehörige»

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Abreisedaten 2019 10.03. 650 02.07. 14.03. 550 06.07. 18.03. 450 17.08. 17.05. 350 21.08. 12.06. 350 10.10.

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1. Tag Basel Ind. Anreise, Einschiffung, «Leinen los!». 2. Tag Strasbourg Rundfahrt/-gang(1) durch die Europametropole und Rundgang durch die Altstadt. 3. Tag Köln Rundgang(1) durch die Domstadt. 4. Tag Dordrecht–Rotterdam Ausflug(1) zu den Windmühlen von Kinderdijk. Rundfahrt(1) Rotterdam. 5. Tag Amsterdam Ausflug(1) zum Keukenhof (gilt für Abreisedaten 22.03. bis 09.05.). An Abreisedaten ohne Keukenhof Panoramarundfahrt(1) Besuch des Reichsmuseums (25.08. bis 22.12.). Grachtenfahrt(2). 6. Tag Duisburg–Düsseldorf Ausflug(1) zur Zeche Zollverein oder Transfer(2) nach Düsseldorf zur individuellen Besichtigung. Wiedereinschiffung in Düsseldorf. 7. Tag Koblenz Rundgang(1) mit Besuch der Festung Ehrenbreitstein. Schifffahrt «Romantischer Rhein». 8. Tag Baden-Baden Ab Plittersdorf Busausflug(1) nach Baden-Baden. Rundgang durch die Bäder- und Kunststadt. Wiedereinschiffung in Kehl. 9. Tag Basel Ausschiffung und ind. Heimreise.

1. Tag Basel Ind. Anreise, Einschiffung, «Leinen los!». 2. Tag Speyer Rundgang(2) durch die Kaiserstadt. 3. Tag Aschaffenburg Rundgang(1) mit Schlossbesuch. 4. Tag Wertheim Rundgang(1). Besuch Glasmuseum. 5. Tag Ochsenfurt Ausflug(1) Rothenburg o. d. Tauber. 6. Tag Zeil am Main–Bamberg Rundgang(1) durch Zeil am Main. Transfer(1) nach Bamberg und Rundgang. 7. Tag Nürnberg Interessante Rundfahrt/-gang(1). 8. Tag Kelheim–Regensburg Fahrt(1) mit dem Ausflugsboot zum Donaudurchbruch und Kloster Weltenburg. Rundgang(1) durch die Altstadt von Regensburg. 9. Tag Passau Rundgang(1) durch «Drei-Flüsse-Stadt». 10. Tag Wien Rundfahrt/-gang(1) durch Kaiserstadt. 11. Tag Dürnstein Ausflug(1) zur LOISIUM WeinErlebnisWelt inkl. Weinprobe. Schifffahrt durch Wachau. 12. Tag Passau–St. Margrethen/Zürich Ausschiffung und Busrückfahrt. Individuelle Heimreise. Passau–Wien–Basel Gleiche Reise in umgekehrter Reihenfolge mit kl. Anpassungen, ohne Halt in Speyer.

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102  MM46, 12.11.2018 | UNTERSTÜTZUNGSFONDS

Piottino-Schlucht

Kunstwerk aus Stein

Der Natur abgerungen und ihren Gewalten getrotzt: Trockenmauern ermöglichten während Jahrhunderten die einzigen befestigten Strassen über den Gotthard. Ein kleiner Verein hat die einzigartigen Zeitzeugen für die Nachwelt erhalten. Text: Kian Ramezani

Die einzigartige «Trockenmauerlandschaft» der PiottinoSchlucht zeugt von einem faszinierenden Kapitel Schweizer Verkehrsgeschichte.

D

ie Piottino-Schlucht im Valle Leventina im Tessin war bis zum Bau der Gotthardbahn Ende des 19. Jahrhunderts die Schlüsselstelle auf der Südseite des Passes. Trockenmauern ­ermöglichten während Jahr­ hunderten den Verkehr von ­Personen und Waren. Die Urner, die die Leventina 1478 von den Mailändern erobert hatten, errichteten mit dieser speziellen Bauweise Mitte des 16. Jahr­ hunderts den ersten Saumpfad durch die Schlucht. 1803 wurde das Tessin zum eigenständigen Kanton und baute die erste Fahrstrasse durch das Nadelöhr, deren Linienführung im Wesent­lichen dem Saumpfad der «Strada Urana» entsprach. Innerhalb von nur 50 Jahren wuchs so eine einzigartige his­ torische Verkehrslandschaft ­heran mit kunstvoll gebauten Brücken, Dämmen, Stützmauern und Galerien. Zunächst dem Zerfall überlassen 1934 entstand eine neue Linien-

führung, die die Piottino-­ Schlucht in einem Tunnel umgeht. Nach der Sperrung für den Fahrverkehr blieb die alte Kantonsstrasse über Jahrzehnte dem allmählichen Zerfall überlassen, bevor sie 1963 beim Bau der Autobahn durch die Leven­ tina noch einmal in den Fokus der Verkehrspolitik rückte. Nach langen Auseinandersetzungen gelang eine Lösung, die die Schlucht fast vollständig ­verschonte. Dessen ungeachtet schritt der natürliche Zerfall


UNTERSTÜTZUNGSFONDS | MM46, 12.11.2018  103

Äthiopien

­unvermindert voran. Dass die einzigartige Trocken­ mauerlandschaft erhalten blieb, ist dem Verein Pro Media Leven­ tina zu verdanken. Nach einer aufwendigen Sanierung konnte die ehemalige Fahrstrasse des Gotthardverkehrs 2003 als ­Wanderweg wiedereröffnet ­werden. So archaisch und un­ zerstörbar die Trockenmauern in der Piottino-Schlucht auch erscheinen mögen, so sehr blei­ ben sie durch Steinschlag, Eisund Wassereinbrüche gefährdet.

Die Wüste lebt! Als Wolleo Hassan geboren wurde, brachte der Vater eine neugeborene Ziege in die Hütte. Er band die ­Nabelschnur des Säuglings und die der Ziege zusammen. «Von da an ­gehörten alle Nachkommen dieser Ziege mir», erzählt der heute 36-jährige Wolleo. Der archaische Brauch unter den Hirten vom Stamm der Afar in Äthiopien sym­ bolisiert, dass ihr Schicksal untrenn­ bar mit ihrem Vieh verknüpft ist. Was das bedeutet, zeigte sich vor zwei Jahren. Der Regen blieb aus, und die Savanne wurde zur ­lebensfeindlichen Wüste. Zuerst verhungerten und verdursteten die Rinder und Schafe, dann die Kamele. Zuletzt verstummte das Meckern der Ziegen. Wolleo verlor 40 Geissen. «Nur eine Handvoll konnten wir am Leben halten», sagt der Hirte, der mit seiner Frau Geja und dem siebenjährigen ­Hassan in Subuli im Bezirk Bure Mudaytu lebt: «Ich hatte extreme Sorge, meine Familie nicht mehr ernähren zu können.» Deshalb fördert der Migros­Unterstützungsfonds ein Projekt von Karlheinz Böhms Äthiopien­ hilfe Menschen für Menschen. Das Schweizer Hilfswerk baute am Fluss Arso, der das ganze Jahr über Wasser aus dem Hochland heranführt, eine Bewässerungs­ infrastruktur. Das Hilfswerk errich­ tete eine Uferschutzmauer und ­einen teils gemauerten 3,5 Kilo-

«So archaisch und unzerstörbar uns gerade die Trockenmauern in der PiottinoSchlucht auch erscheinen mögen, so sehr sind sie auf unterschiedliche Weise gefährdet.» Fabio Janner und Hanspeter Schneider, Vorstandsmitglieder Pro Media Leventina

Nach schweren Unwettern stürzte 2013 eine kurz vorher neu trocken gemauerte, sechs Meter hohe Stützmauer ein, nachdem sie von ­grossen ­Wassermassen unterspült wor­ den war. Pro Media L ­ eventina konnte das Bauwerk mit Sofort­ massnahmen sichern.

meter langen Hauptkanal, von dem ein Netz an Erdkanälen abzweigt. Die Bewässerungsinfrastruktur macht 150 Hektar trockene Savanne zu Gärten und Äckern. Jede Familie bekommt Zugang zu einer Fläche, die so gross ist wie ein halbes Fuss­ ballfeld. Dank der Bewässerungs­ pläne können insgesamt 300 Fami­ lien ihre Flächen kultivieren. Ziegenbestand hat sich erholt «Nachdem wir in der Dürre unsere Ziegen verloren hatten, konnte ich bei den Bauarbeiten helfen und bekam dafür eine Entlohnung», ­berichtet Wolleo. «So konnten wir trotz des Verlusts unserer Herde überleben.» Im Schulungsgarten hat der 36-Jährige gelernt, wie man Mais, Peperoni, Zwiebeln und ­Sesam anpflanzt. Die Hälfte der Ernte verkaufte er, der Rest ernährt seine kleine ­Familie und weitere Verwandte. Auch sein Ziegenbe­ stand hat sich inzwischen wieder erholt. «Jetzt fühlen wir uns sicher, vor einer neuen Dürre brauchen wir uns nicht mehr zu fürchten», sagt Wolleo. Gerade wird in Subuli eine Schule errichtet. «Ich konnte nicht zur Schule gehen, aber mein Sohn wird alles lernen, was notwendig ist», sagt Wolleo. Als sein Sohn zur Welt kam, habe er das Ritual mit der Nabelschnur nicht durch­ geführt: «Sein Leben soll nicht nur mit Ziegen verknüpft sein.»  MM

Der regelmässige Unterhalt ist für den kleinen Verein eine grosse Herausforderung, die nur durch Unterstützung von Gemeinwesen, Stiftungen und der breiten Öffentlichkeit möglich ist. Auch der Migros-­ Unterstützungsfonds konnte 2017 mit einer finanziellen ­Zuwendung einen Beitrag zum Erhalt dieses faszinierenden Freiluftmuseums der Verkehrs­ geschichte leisten. MM

Bilder: Robert Boesch/Keystone, Rainer Kwiotek

Auf Spenden angewiesen

Für Mensch und Natur Seit seiner Gründung 1979 fördert der Migros-­ Unterstützungsfonds (früher: Hilfsfonds) ­soziale und ökologische Projekte der Entwick­ lungszusammenarbeit in der Schweiz und welt­ weit. Dafür stehen jedes Jahr 1 Million Franken zur Verfügung. Mehr als 37 Millionen Franken konnten bisher inves­ tiert werden. Die vom Unterstüt­ zungsfonds berücksich­ tigten Projekte haben zum Ziel, Minderheiten zu fördern und die ­regionale Bevölkerung mit einzubeziehen. Sie sind professionell aufgebaut, verfolgen das Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe und weisen sich über einen nach­ haltigen Ansatz aus. In der Regel erhalten die Projekte Zuwendungen zwischen 40 000 und 100 000 Franken. Im Sinn Gottlieb ­Duttweilers unterstützt die Migros mit dem Fonds benachteiligte Personengruppen, dar­ unter immer wieder ­Kinder, ­Jugendliche und Frauen. Eine Arbeits­ gruppe der Delegierten­ versammlung des Migros-­Genossen­ schafts-­­ Bunds befindet drei- bis viermal pro Jahr über die ein­gegangenen Gesuche.

­Senden  Sie uns Ihr Projekt!

Der Hirte Wolleo Hassan ist jetzt auch Bauer und bestellt sein bewässertes Maisfeld.

Gesuche für den Unterstützungs­ fonds der Migros können l­ aufend eingereicht werden. Die Eingabe ist ausschliesslich elektronisch auf der ­Gesuchsplattform möglich: migros.ch/­ unterstuetzungsfonds


104  MM46, 12.11.2018 | KULTURPROZENT Förderprojekte

Die Schweiz erkunden Grosse Parks, ein Kunstmuseum und eine Bergbahn: Das Migros-Kulturprozent prägt Ausflugsziele und Erholungsorte in der ganzen Schweiz. Text: Pierre Wuthrich

Lugano TI

Monte Generoso

Verlosung Das Migros-Magazin und Monte Generoso verlosen 20 Bahntickets auf den Monte Generoso im Wert von je 54 Franken. migrosmagazin.ch/ wettbewerbe

Wo: über dem Luga­ nersee, auf 1704 m Anfahrt mit öffent­ lichen Transport­ mitteln: ab Bahnhof Capolago mit der ­Zahnradbahn auf den Monte Generoso Bau: Die Eisenbahn­ strecke wurde am 4. Juni 1890 eingeweiht und von Gottlieb Duttweiler 1941 vor dem Bankrott bewahrt. Streckenlänge: 9 km (Höhenunter­ schied: 1420 m) Aktivitäten: eindrückliches 360­-­ Grad-Panorama, ­Besuch von Mario Bottas neuem Bau­ werk Fiore di Pietra (Foto) mit zwei Res­ taurants und einer kleinen Ausstellung, die Via Ferrata, Moun­ tainbike, Sternwarte, Weihnachts- und ­Silvesterdinner Preis: Fr. 54.– (Preis für Hin- und Rückfahrt mit der MonteGeneroso-Bahn) Sehenswertes in der Region: MagritteAusstellung im Museum Lugano Arte e Cultura (LAC) Hätten Sie es gewusst? Als Kind bestieg Mario Botta den Monte Generoso am liebsten mitten in der Nacht, um am ­frühen Morgen den Sonnenaufgang zu bewundern. Infos und Öffnungszeiten: montegeneroso.ch


KULTURPROZENT | MM46, 12.11.2018  105

Bougy-Villars VD

Parc Pré vert du Signal de Bougy Wo: zwischen Nyon und Morges am Genfersee Anfahrt mit öffentlichen Transportmitteln: Postauto ab Bahnhof Rolle Bau: 2. Juli 1971 Fläche: 55 000 Quadratmeter Aktivitäten: Tierpark, Spielplatz, Motorräder und Boote für Kinder, Minigolf, Veranstaltungen, Pizzaund Kleinbauer-Workshops, ­Baumklettern im Parc Aventure, ­Tanznachmittag Preis: Der Eintritt in den Park, die Veranstaltungen und zahlreiche ­Aktivitäten sind gratis. Kosten­ pflichtig ist zum Beispiel Minigolf: Fr. 5.50 für Kinder. Sehenswertes in der Region: Das Arboretum im Tal der Aubonne und seine 4000 Holzgewächse sind einen Umweg wert. Hätten Sie es gewusst? Adèle Duttweiler hat den Verkauf von Wein im Restaurant auf dem Park­ gelände S ­ ignal de Bougy erlaubt.

Der Park Signal de Bougy bietet einen Panoramablick über den Genfersee.

Rüschlikon ZH

«Park im Grüene»

Infos und Öffnungszeiten: signaldebougy.ch

Münchenstein BS

Bilder: PD, GMVD, Genossenschaft Migros Basel, Park im Grüene Rüschlikon

Park im Grünen Wo: vor den Toren Basels Anfahrt mit öffentlichen Transportmitteln: Tram 10 ab SBB-Bahnhof ­Basel (Haltestelle «Neue Welt») Bau: 12. April 1980 Fläche: 130 000 Quadratmeter Aktivitäten: Spielplatz, Minigolf, Karussell, Riesendinosaurier, ­Rosengarten, zwei Restaurants (Selbstbedienung und à la carte) Preis: Der Eintritt in den Park ist kostenlos. Anders ein paar ­Aktivitäten, etwa Minigolf: Fr. 6. – für Erwachsene, 50% Rabatt für ­Famigros-Mitglieder Sehenswertes in der Region: Der Englische Garten in den Merian-­ Gärten ist einfach bezaubernd. Hätten Sie es gewusst? Im Park fand 1980 die «Grün 80» statt. Seit der Eröffnung dieser temporären Gartenschau, die sogar Königin ­Elisabeth II. bewundert hat, verpflichtete sich die Migros, den ­Unterhalt des Geländes für die ­kommenden hundert Jahre zu ­sichern. Infos und Öffnungszeiten: parkimgruenen.ch

Münchenstein vor den Toren Basels verführt auch durch seine Wasserspiele.

Der Park in Rüschlikon: eine grüne Oase für die Zürcher Bevölkerung

Wo: grenzt im Süden an die Stadt Zürich Anfahrt mit öffent­ lichen Transport­ mitteln: in Zürich mit Bus 165 ab Bürkliplatz Bau: Ende 1946 Fläche: 50 000 Quadratmeter Aktivitäten: Spielplatz, Bähnli, ­Kasperlitheater, Ausstellung über Gottlieb Duttweilers Leben, ­Restaurant Preis: Der Eintritt in den Park ist gratis. ­Einige Aktivitäten sind kostenpflichtig, etwa Eselreiten: Fr.  1.– Sehenswertes in der Region: Neben dem Park befindet sich der «Orange Garten», der die Geschichte der Migros interaktiv ­erzählt. In etwa 10 km Entfernung, in Rifferswil ZH, liegt das ­Seleger Moor mit der weitaus grössten Sammlung an Rhododendren- und Azaleen der Schweiz. Das Moor wird zum Teil vom Migros-Kultur­ prozent unterstützt. Hätten Sie es ­gewusst? Der Park ist das ehemalige Privatgrundstück von Gottlieb Duttweiler, der es den Schweizerinnen und Schweizern ­geschenkt hat. Infos und Öffnungszeiten: parkimgruene.ch

Weitere Beispiele auf den folgenden Seiten


Wenn Pipilotti Rist die Zunge zeigt: zeitgenössische Kunst im Migros-Museum

Wo: auf dem LöwenbräuAreal in Zürich West Anfahrt mit öffentlichen Transportmitteln: Tram 4, 11 und 17 ab Bahnhof Zürich Bau: 4. Mai 1996 Fläche: 1300 Quadratmeter Aktivitäten: temporäre Ausstellungen zeitgenössischer nationaler und internationaler Kunst. Führungen, Familiennachmittage und Kindervernissagen Preis: Fr. 12.– (Erwachsene) Sehenswertes in der ­Region: das Panorama in der Bar des Prime Tower (126 Meter hoch), Besuch des Landesmuseums Hätten Sie es gewusst? Die anfangs von Gottlieb Duttweiler angelegte ­Sammlung besteht mittlerweile aus 1400 Werken – darunter solche von Pipilotti Rist, Ugo Rondinone oder Maurizio Cattelan.

Zürich

Migros-Museum für Gegenwartskunst

Infos und Öffnungszeiten: migrosmuseum.ch

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106  MM46, 12.11.2018 | KULTURPROZENT


KULTURPROZENT | MM46, 12.11.2018  107

Bern

Gurten-Park

Auf dem Gurten haben Gross und Klein zu jeder Jahreszeit Spass.

Wo: Der Park im Grünen liegt auf Berns Hausberg. Anfahrt mit öffentlichen Transportmitteln: S-Bahn ab Bahnhof Bern bis ­Wabern, Gurtenbahn Bau: Die Bahn auf den Gurten wurde am 12. September 1899 eingeweiht, 1901 wurde auf dem Berg ein Hotel eröffnet. Am 31. Dezember 1999 wurde das Gelände offiziell von der Migros übernommen. Fläche: 100 000 Quadratmeter Aktivitäten: Spielpark, Kleineisenbahn, Rodelbahn, DiscGolf, Restaurants, Hotel, thematische Abendveranstaltungen Preis: Fr. 10.50 (Gurtenbahn hin und zurück, Preis für Erwachsene). Der Eintritt in den Park sowie zahlreiche Aktivitäten sind kostenlos. Sehenswertes in der ­Region: das Bundeshaus Hätten Sie es gewusst? Auf dem Gurten fand 1902 das erste Skirennen der Schweiz mit ausländischen Teilnehmern statt. Infos und Öffnungszeiten: gurtenpark.ch

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Modeste Traoré (54), Fischer aus Mali, ringt mit dem Klimawandel


108  MM46, 12.11.2018 | KULTURPROZENT

Regionale Kultur

Kreative Schweiz

Theater zum Mitmachen, Ballnacht fürs Volk oder Modeschau auf der Strasse: Das Kulturprozent fördert in den zehn Migros-Regionen viele grosse und kleinere Projekte. Jede Genossenschaft präsentiert ein herausragendes Beispiel. Text: Michael West, Pierre Wuthrich

Die Installationen der Ausstellung «Menschenschau» bestehen aus Schauspielern, die fiktive und reale Figuren verkörpern.

Migros Luzern

Menschen als Kunst Die «Menschenschau» ist eine Ausstellung mit lebenden Kunstobjekten: Im Schulhaus St. Karli in Luzern verkörpern Schauspieler Berühmtheiten aus Politik und Wirtschaft, aber auch unheimliche und fantastische Gestalten. Jede Figur ist sozusagen fest installiert; die Besucher können sie nach Belieben aufsuchen und sich anhören, was sie zu erzählen haben. Die Migros Luzern hat die «Menschenschau» mit dem Zentralschweizer Förderpreis ausgezeichnet. menschenschau.ch


KULTURPROZENT | MM46, 12.11.2018  109

Migros Genf

Nützliche Logistik An der Rue du Commerce, im Herzen der Stadt, betreibt die Migros Genf einen Ticketshop. Hier bietet sie nicht nur Billette für eigene Veranstaltungen an, sondern auch Eintrittskarten von Drittanbietern. So profitieren über 30 kleine und grosse Theater und Konzertsäle aus der Region vom Know-how und von der Logistik des Kulturprozents. Die Migros Genf übernimmt teilweise auch die Werbung für kleine Kulturveranstalter, indem sie etwa via Einkaufstaschen auf Aufführungen hinweist. culturel-migros-geneve.ch

Der Event «Loufmeter» bringt neue Schweizer Mode auf die Gasse und direkt zu den Menschen. Migros Aare

Die Strasse als Laufsteg Der Event «Loufmeter» bringt jeweils im Frühling neue Modekollektionen aus den Ateliers auf die Strasse – und damit direkt zu den Leuten. Die Gassen der Berner Altstadt werden zum gepflasterten Catwalk. Rund 40 Models präsentieren die Kreationen von Modeschöpfern und -schöpferinnen aus dem Kanton Bern. Für die regionalen Labels ist der Anlass ein wichtiges Schaufenster. Die Migros Aare ermöglicht den Anlass. loufmeter.ch

Migros Basel

Bilder: Marco Sieber, Michael Isler, zVg (2)

Märchen mit Tempo Das Theater Arlecchino am Walkeweg in Basel bringt berühmte Märchen und Kinderbuchklassiker so auf die Bühne, dass kleine und grosse Besucher sofort mitgerissen sind. Ob es nun um Schneewittchen oder die Rote Zora geht, die berühmten Geschichten werden temporeich inszeniert. Und die Kinder sehen nicht nur zu, sondern spielen mit. Immer während der Sommerferien gastiert das Theater im Park im Grünen in Münchenstein – dank der Partnerschaft mit der Migros Basel ist der Eintritt zu den Vorstellungen frei, Austritt nach Belieben (Kollekte). theater-arlecchino.ch


110  MM46, 12.11.2018 | KULTURPROZENT

Migros Waadt

Show im Kleinformat Am Festival «Le Pendrillon» im Dorf Cossonay erlebt das Publikum die Künstler fast schon hautnah. Das Dorftheater macht sich dafür vom 7. bis 10. Februar noch kleiner, als es schon ist. Im familiären Rahmen verfolgen die Zuschauer dann die Darbietungen des Humoristen Simon Romang, des Clownduos Garlic (Bild) und Dangle oder der Chansonnière Phanee de Pool. Wer beim Festival dabei sein möchte, muss sich schnell eines der begehrten Tickets sichern. preauxmoines.ch/programme

Migros Zürich

Tanzfieber im Bahnhof Immer Ende Juni verwandelt sich der Zürcher Hauptbahnhof zum grössten Ballsaal der Schweiz: In der riesigen Halle spielt dann ein klassisches Orchester Wiener Walzer; eine weitere Formation, etwa Pepe Lienhards Band, stimmt ­modernere Melodien an. Dazu tanzen rund 6000 Menschen. Einen Dresscode gibt es bei diesem Sommernachtsball nicht: Mit T-Shirt und Jeans ist man ebenso w ­ illkommen wie mit Smoking oder Abendkleid. sommernachts-ball.ch

Migros Neuenburg-Freiburg

Beim Neuchâtel Arts Festival im vergangenen September zeigte sich in einer einzigen Stadt die ganze Vielfalt der Kultur. Die Besucher erlebten Konzerte, ­Filme, Bilder, Skulpturen und Performances. Ebenso variantenreich wie die Darbietungen waren ihre Schauplätze – vom Konzertsaal über das Kino bis zum Restaurant. Die Migros NeuenburgFreiburg unterstützte den schillernden Grossanlass, und die Veranstalter denken bereits über eine Neuauflage nach. neuchatelartsfestival.ch

Bilder: Max Collomb, Oskar Moyano, Albin Tissier, zVg (2)

Feuerwerk der Kultur


KULTURPROZENT | MM46, 12.11.2018  111

Migros Ostschweiz

Bands heben ab

Das Projekt «Startrampe» hilft jungen Bands, wertvolle Erfahrungen auf der Bühne zu sammeln.

Das Projekt «Startrampe» weist Ostschweizer Musikern den Weg ins Rampenlicht. Zehn Festivals sind beteiligt – vom «Chräen Openair» in Neftenbach ZH über das «Clanx» in Appenzell bis zu Grossanlässen wie dem Open Air St. Gallen. Die Veran­ stalter verschaffen Bands aus der Region zusätzliche Auftrittsmöglich­keiten und werden im Gegenzug von der Migros Ostschweiz unterstützt. Ganz gleich, ob das Pub­likum riesig oder familiär ist – die Konzerte sind für die Künstler eine wichtige Chance. startrampe.ch

Migros Wallis

Blasmusik in den Bergen Im Wallis hat traditionell fast jedes Dorf seine eigene Blaskapelle oder Brassband. Damit die Musik der vielen Formationen nicht verstummt, brauchen sie Nachwuchs. Der Kantonale Musikverband Wallis engagiert sich für die Ausbildung junger Musiker und Dirigenten, und die Migros Wallis unterstützt die Vereinigung schon seit 13 Jahren. acmv.ch

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112  MM46, 12.11.2018 | KULTURPROZENT

Migros Ticino

Südschweizer Kosmos Mit einer Lesung von Gedichten im ­Auditorium Stelio Molo in Lugano endete am 10. November eine künst­lerische Reise quer durch das Tessin. In verschiedenen grossen und kleinen Gemeinden erlebten Zuschauer Theater, Literatur, Film, Tanz und philosophische Debatten. Die Initiative stand unter dem schönen Titel «La Via Lattea – 15 Notte e sogni» (Die Milchstrasse – 15 Nächte und Träume). Es ging darum, den kulturellen Kosmos des Kantons zu erkunden. Die Migros Tessin unterstützte den Anlass.

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114â&#x20AC;&#x201A; MM46, 12.11.2018 | KULTURPROZENT, KLUBSCHULE

Bild: MGB Fotostudio

Agenda


KULTURPROZENT, KLUBSCHULE | MM46, 12.11.2018  115

Was die Migros diese Woche unterstützt Pilates, Geschäfts­englisch, Buchhaltungssoftware, ­Zirkus, ­Theater, Konzerte: Das Bildungs- und Kultur­ angebot, das diese Woche dank Unterstützung durch das ­Migros-­Kulturprozent schweizweit möglich wird, ist riesig. In der Agenda ist nur ein ­kleiner Teil aller An­ gebote abgebildet. Weitere Infos: kulturprozent.ch klubschule.ch


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LEBEN | MM46, 12.11.2018  117

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Mitmachen und gewinnen Wie viel kostet das günstigste Kunstwerk am Kunst-Supermarkt in Solothurn?

So machen Sie mit:

Wer sich am 19. Schweizer KunstSupermarkt gratis mit Kunst eindecken will, nimmt an der Glücksgriff-Verlosung teil.

Bild: Peter-L. Meier

Das Migros-Magazin und der Kunst-Supermarkt verlosen 25 Gutscheine im Wert von insgesamt 2475 Franken. Die Gutscheine sind bis zum 6. Januar am 19. Schweizer Kunst-­ Supermarkt einlösbar.

Glücksgriff

Kunst kaufen, zu günstigen Preisen Was ist Kunst und was nicht? Woran erkenne ich ein «richtiges» Kunstwerk? Beantworten können diese Fragen nur wenige. Und wenn uns jemand einen schwarzen Flecken als hohe Kunst verkaufen will, sind wir auch nicht immer überzeugt.

die sich jeder leisten kann. So gibt es Bilder für jeden Geschmack für 99, 199, 399 und 599 Franken. Was günstig ist, wenn man bedenkt, dass es sich weder um Kunstdrucke noch um Kopien handelt, sondern ausschliesslich signierte Unikate angeboten werden.

Der jährlich in Solothurn stattfindende Kunst-Supermarkt schafft Klarheit. Zumindest für seine Besucherinnen und Besucher, denn diese beurteilen und entscheiden nach dem eigenen Geschmack, was ihnen gefällt und was weniger. Noch bis zum 6. Januar werden in den grosszügigen Ausstellungsräumen rund 7500 Originale aller Stilrichtungen gezeigt – und dies zu Preisen,

Gezeigt werden Werke von 93 Künstlerinnen und Künstlern aus zwölf Nationen. Ab dem 24. November können Sie jeweils an den Wochenenden den Künstlerinnen und Künstlern beim Malen über die Schulter schauen, erfahren, was einen Kunstschaffenden umtreibt, und sich gute Ratschläge von Profis geben lassen. MM Infos: kunstsupermarkt.ch

• Per Telefon: Wählen Sie 0901 560 039 (1 Fr. / Anruf) und nennen Sie die Lösung, Ihren Namen und Ihre Adresse. • Per SMS: Senden Sie eine SMS mit dem Text GEWINNEN, dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die Nummer 920 (1 Fr. / SMS). Beispiel: GEWINNEN, Lösungswort, Beat Beispiel, Beispielstrasse 1, 9999 Exempelstadt • Per Postkarte: Senden Sie eine Post­karte (A-Post) mit Ihrem Lösungswort und Ihrer Adresse an Migros-Magazin, «Kunst-Supermarkt», ­Postfach, 8099 Zürich • Online: migrosmagazin.ch/ wettbewerbe Einsendeschluss: 18. November 2018 Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Es erfolgt keine Barauszahlung, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Mitarbeitende des Migros-Genossenschafts-Bundes sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Mehrfachteilnahmen sind nicht erlaubt und werden vom Wettbewerb ausgeschlossen. Preise, die nicht bis spätestens drei Monate nach Ziehung durch den Gewinner bezogen werden, verfallen ersatzlos.


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Gewinner Nr. 44: Hauptpreis: Silvia Herrmann, Ostermundigen BE; Ursula Cassani, Oberwil BL; Maria Lüscher, Zürich; Marta Schöpfer, Schöftland AG; Erika Seitz, Berneck SG Zusatzpreis: Anna Jordi, Langenthal BE; Helene Haufe, Kreuzlingen TG; Irène Balzer, Wilen b. Wollerau SZ; Sandro Haas, Biberstein AG; Katharina Hilfiker, Rothrist AG

Was koche ich heute?

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Teilnahmebedingungen: Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Keine Barauszahlung. Computergesteuerte Massenteilnahmen sind nicht gewinnberechtigt. Die Mitarbeitenden der Migros-Medien sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Gewinner werden schriftlich benachrichtigt und mit Namen und Wohnort veröffentlicht.


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Die Lilibiggs wollen in der Nacht mit ihren Laternen spazieren gehen. Tobi geht zuerst los und möchte Nina und Hugo unterwegs abholen. Finde heraus, welchen Weg er nehmen muss, um die beiden einzusammeln!

Rät selspa ss

ZIEL

BLÄTTER-SUDOKU

Nun möchte er sie so hinlegen, dass Tobi hat viele Blätter im Wald gesammelt. unten) und in jeder waagrechten Linie nach oben in jeder senkrechten Linie (von asten jedes Blatt nur einmal zu finden 6er-K (von links nach rechts) sowie in jedem Blätter an der richtigen Stelle ein. die ne ist. Kannst du ihm dabei helfen? Zeich

3

Lösung:

2

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Quiz Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die acht Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. 1. Sie hatte die ganze Gegend … K abgepocht

S

abgetrommelt

H abgeklappert

2. Welcher Volksgruppe gehören die Walser an? E

Alemannen

O Angelsachsen

I

Ambronen

L

T

Wolf

L

Griechenland

E

Hecke, Moos

L

Ebenalp

3. Was ist ein Recke? R Turngerät

Kämpfer

U Kroatien

So nehmen Sie teil: Tel.: 0901 560 042 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD2, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS), Bsp.: MMD2 TASTSINN. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte: (A-Post): Migros-Magazin, Quiz, Postfach, 8074 Zürich Internet: www.migrosmagazin.ch/ wettbewerbe Teilnahmeschluss: Sonntag, 18.11.2018, 24 Uhr

4. Wer führte mit Mazedonien bis Mitte 2018 einen Namensstreit? A Montenegro

3 × 100 Franken zu gewinnen

Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

5. Welche Begriffe kommen in der Graphentheorie vor? B Wald, Baum

M Forst, Hain

6. In der Nähe welcher Alp liegt das Wildkirchli? I

R Riederalp

Älggi-Alp

Auflösung Nr. 45:

7. Welche Stadt liegt nicht auf dem 59. Breitengrad? A Kopenhagen

N St. Petersburg

E

ALTSTADT

Oslo

8. Womit bezahlte 1934 Litauen Dampfloks (P5), die von Škoda geliefert wurden? S

U Gänsen

Aktien

I

Lösungswort : 1

2

3

4

5

6

7

8

Paroli

Gold

Gewinner Nr. 44: Christine Ecknauer, Oftringen AG; Eveline Urscheler, Gossau SG; Edith Lutiger, Frauenfeld

3 × 100 Franken zu gewinnen

Tragen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Das Lösungswort ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1 bis 5:

So nehmen Sie teil: Tel.: 0901 560 043 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD3, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS), Bsp.: MMD3 OSTEN. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte: (A-Post): Migros-Magazin, Paroli, Postfach, 8074 Zürich Internet: www.migrosmagazin.ch/ wettbewerbe Teilnahmeschluss: Sonntag, 18.11.2018, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

Lösungswort : 1

2

3

4

5

Auflösung Nr. 45: FRAGE

Gewinner Nr. 44: Marlis Peier, Gunten BE; Ursula Hitz, Bern; Elisabeth Sfeir, Reiden LU


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LEBEN | MM46, 12.11.2018  123

Gewinnen Sie eine von 5 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Sudoku

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Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3 × 3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den blauen Feldern von links nach rechts.

Auflösung Nr. 45: 456

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Gewinner Nr. 44: Heinz Weymann, Kreuzlingen TG; Hedy Indlekofer, Riehen BS; Anna Siegenthaler, Zuchwil SO; Sonia Daniel Ferreira, Prilly VD; Marlis Rutschmann, Bern

Teilnahmeschluss: Sonntag, 18.11.2018, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

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Brücken

Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

Jeder Kreis stellt eine Insel dar. Die Zahl darin gibt an, wie viele Brücken dort enden. Brücken sind nur zu horizontal oder vertikal benachbarten Inseln erlaubt. Diese dürfen mit einfachen oder doppelten Brücken verbunden werden. Am Schluss sollen alle Inseln miteinander verbunden sein. Verboten: Kreuzungen, diagonale Brücken und 2 1 3 3 2 mehr als zwei Linien

6 Auflösung Nr. 45:

4

7 3 3

2

1

1 3

5

1

3 4 2

3 3

1

3 2

3 3

3 1 1

4 4

Auflösung Nr. 45: 2

3

4 3

5 1 1

2 3 1

4 4 4

3

4 1

3

2 4 2

6 5 4 2

2 2 2 2

2 4 4

2

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© raetsel.ch 1318

© raetsel.ch 1319

Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des­Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 554 258 Ex. (WEMF 2017) Leserschaft: 2 358 000 (WEMF, MACH Basic 2017-2)

Adresse Redaktion und Business Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich Telefon: 058 577 12 12 redaktion@migrosmagazin.ch Herausgeber Migros-Genossenschafts-Bund

Publizistische Gesamtleitung Sarah Kreienbühl

Leitung Ressort Gesellschaft & Familie Yvonne Zurbrügg

Leitung Business Thomas Brügger Druck: DZZ Druckzentrum Zürich AG

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Abonnemente: Sonja Frick abo@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 00


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LEBEN | MM46, 12.11.2018  125

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Buchen und profitieren Leserinnen und Leser des Migros-Magazins erhalten 100 Franken Reduktion pro Person für die Buchung einer ­Fitnesswoche im Hotel Universal Lido**** oder Hotel Playa de Muro***** auf Mallorca inklusive Flug und Sportangebot. Reisedaten • 7. 4. – 14. 4. 2019 Universal Lido**** • 19. 5. – 26. 5. 2019 Playa de Muro*****

Machen Sie sich auf Mallorca fit: Hauptcoach Marco Hirsiger (links) und Roman Probst, Initiator der Sommerbody-Woche

Buchung • Telefonisch unter 058 569 96 50 oder per E-Mail: sports@ travelhouse.ch • Buchungscode «MigrosMagazin Fitnesswoche Mallorca» angeben Buchbar bis 2. 12. 2018 (einlösbar auf Neubuchungen) Es gelten die allgemeinen Vertrags- und Reisebedingungen der MTCH AG. Änderungen bleiben vorbehalten.


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