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Migros-Magazin-45-2022-d-AA

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Ausgabe Aare, AZA 1953 Response Zentral, Psdg DP AG, Ent. bez.A 44631

migros.ch/magazin | MM45, 7.11.2022

ERDNÜSSE AUS DER SCHWEIZ Seite 26

Wer ist Elon Musk? Seite 10

WAS ES HEUTE HEISST, EIN MANN ZU SEIN Seite 40

Steuern sparen: Jetzt solltest du handeln Seite 55

Wir sind bereit

Bild: Getty Images

Fondue – und wie der Klassiker noch besser schmeckt Seite 18

Bitte Wohnungswechsel der Post melden oder dem regionalen Mitgliederdienst: Tel. 058 565 84 01, E-Mail: genossenschaftsregister@migrosaare.ch


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4 | 7.11.2022 | MEINE MIGROS

IN KÜRZE

Aus Plastikabfall werden Bausteine Von der Elfenbeinküste bezieht die Migros Kakao für ihre Schokoladenproduktion. Dort unterstützt sie auch ein innovatives Projekt der Unicef: Eine von Frauen geführte Kooperative sammelt Plastikabfälle, aus denen in einer ­Fabrik anschliessend robuste Kunststoffziegel entstehen. Sie dienen als Bausteine für neue Schulgebäude, die das westafri­kanische Land dringend braucht.

CHAMPIG­NONS MIT BRATWURSTFÜLLUNG

Beliebte Schneckenpost Zwei von zehn Bestellungen bei Digitec Galaxus eilen nicht: Die betreffenden Kundinnen und Kunden entscheiden sich per Mausklick für eine langsamere Lieferung und entlasten so die ­Logistikcrew des Onlinehändlers. Die Option «Schneckenpost» wurde im August eingeführt. Kassen als Bankomaten ­ undinnen und Kunden können K mit der Visa-Debit-Karte der ­Migros Bank auch an Migros-­ Kassen Bargeld beziehen. Das klappt bei den Migros-, Migrolinound ­Denner-Filialen, den MigrolTankstellenshops und in den VoiLäden. So kann man sich an insgesamt über 1500 Verkaufsstellen je nach Kassenstand maximal 1000 Franken auszahlen lassen. Meisterhafte Kurzfilme Wer in fremde Welten eintauchen will, muss sich nicht unbedingt endlos lange Netflix-Serien an­ sehen. Das beweisen vom 8. bis 13. November die Kurzfilmtage ­Winterthur. Das Migros-Kulturprozent unterstützt das Festival. Infos auf kurzfilmtage.ch

Von 500 g grossen Champignons die Stiele herausdrehen, Inneres mit einem Löffel aushöhlen. Stiele klein hacken. 2 Schweinsbratwürste aufschneiden, Wurstbrät herausdrücken. Brät mit 2 EL Öl anbraten, dabei etwas zerkleinern. Gehackte Champi­ gnonstiele mitbraten, ¹∕₃ von 400 g gehackten geschälten Tomaten und die Hälfte von 150 g Reibekäse dazurühren. Backofen auf 200 °C Unter-/Oberhitze vorheizen. Restliche Tomaten in eine ofenfeste Form verteilen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Champignonköpfe mit der Brätmasse füllen. In die Form legen. Mit restlichem Käse bestreuen. In der Ofenmitte 20 Minuten backen. Rezept auf migusto.ch


MEINE MIGROS | 7.11.2022 | 5

Stylische Ökomöbel

Nichts geht über multifunk­ tio­nale Möbel: Die Stücke des Münchner Designlabels WYE sind praktisch, stylisch und umweltfreundlich. Sie beste­ hen zu 83 Prozent aus Spänen, die in der Holzindustrie ­an­fallen, und es gibt sie bei Micasa zu kaufen.

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6 | 7.11.2022 | AUGENBLICK


AUGENBLICK | 7.11.2022 | 7

18:13 Uhr

Bild: Herbert Zimmermann

Migros-Moment in Luzern Mit Hingabe bearbeitet Kursteilnehmerin S ­ ybille Coppex einen mächtigen Holzklotz. Allmählich lässt sie eine nachdenkliche ­Figur entstehen. Das Foto ist am 10. Oktober im Kurs «Holz b ­ e­arbeiten» der Klubschule Migros entstanden. ­Kursleiter Alex ­Müller ist hinten in der Mitte zu sehen.


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INHALT | 7.11.2022 | 9

INHALT

10 Machtmensch Musk Wie der Multimilliardär und neue Twitter-Eigner tickt 13 Plastic? Not fantastic So reduzierst du Plastikberge im Haushalt und beim Einkauf 17 1, 2 oder 3?

30 Jahre auf der ­Bühne: Dodo Hug ist aus der Schweizer Kleinkunstszene nicht mehr wegzudenken. Das runde Jubiläum feiert sie mit einem neuen ­Album und einem Adventsprogramm.

18 Für immer Figugegl Rezepte und Tipps zum Fondue 25 Kürbis schälen – so gehts 26 Spanische Nüssli im Aargau Zu Besuch bei Erdnussbauer René Wacker 29 Die Kammerjägerin Anouk Ledermann bekämpft Schädlinge 36 Fertig schlaffe Muskeln Wie man mit wenig Aufwand die Körpermitte stärkt 40 Mannomann! Sechs Männer über die Tücken des heutigen Mannseins

Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen ­ Kapitals, Organ des­Migros-­ Genossenschafts-Bundes, migros.ch/magazin

49 Stadt, Land, Stutz

Adresse Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich Telefon: 0800 840 848 Kontakt: www.migmag.ch/leser

50 In der Fremde heimisch Beat Stocker ist in die Karibik ausgewandert

Herausgeber Migros-Genossenschafts-Bund

55 Wie man Steuern spart

Chefredaktion Franz Ermel (Ltg.), Steve Gaspoz, Rüdi Steiner

57 Chefs für zwei Wochen Wenn Migros-Lernende eine ­Filiale führen

Art Direktion Barbara Pastore

78

Auflage/Leserschaft Beglaubigte Auflage: 1 549 174 Ex. (WEMF 2021) Leserschaft: 2 221 000 (WEMF, MACH Basic 2022-2) Abonnemente www.migmag.ch/abo Tel.: 058 577 13 00 Gedruckt in der Schweiz

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10 | 7.11.2022 | PORTRÄT

Ist Elon Musk der mächtigste Mann der Welt? Multimilliardär, innovativer Unternehmer, Besitzer von Tesla, SpaceX und neu Twitter: Der 51-jährige Elon Musk wird bewundert, gefürchtet und gehasst. Wer ist der Mann, der einst als Kind in Südafrika gemobbt wurde? Text: Ralf Kaminski

Elon Musk will auf den Mars. Nicht nur mit einer seiner SpaceX-Raumfähren, nein, persönlich. Und gern bis 2030. Er möchte, dass dort eine Stadt entsteht mit Tausenden von Bewohnerinnen und Bewohnern – damit die Menschheit endlich nicht mehr nur auf den einen kleinen Planeten Erde beschränkt bleibt, sondern zu einer raumfahrenden Zivilisation wird. Klingt nach Science-Fiction, ja. Aber wer hätte 2002 bei der Gründung von SpaceX gedacht, dass Musks Raketen schon zehn Jahre später die internationale Raumstation ISS regelmässig mit Material beliefern würden? Oder bei der Gründung von ­Tesla 2004, dass Musks Elektroautofirma 16 Jahre später die wertvollste Automarke der Welt sein würde? Elon Musk hat nicht nur Visio­nen, er schafft es auch, sie umzu-

setzen. Es gibt allerdings auch weniger erfolgreiche Projekte. So versuchte er 2018 mit «Thud» eine neue Medienplattform für Satire zu etablieren, die jedoch nie abhob. Freude und Sorge um Twitter

Dafür dürfte er der Social-MediaWelt Donald Trump zurückbringen. Dieser war nach dem Sturm seiner Anhänger aufs ­Capitol am 6. Januar 2021 unter anderem von seinem Lieblingskanal Twitter verbannt worden.

Ein Schritt, den Musk immer kritisiert hatte. Und nun, da der Milliardär die Plattform nach langem Hin und Her gekauft hat, dürfte die Sperre wohl bald fallen. Für die Fans des ­ Ex-Präsidenten ein Grund zur Freude; viele andere jedoch ­sorgen sich, weil sie Trump für ernsthaft gefährlich halten. Elon Musk scheinen diese Sorgen egal. Er ist ein grosser Anhänger der sehr weit gefassten amerikanischen Version von Redefreiheit und möchte

Twitter zum «globalen Dorfplatz» machen, auf dem alle ­Ansichten Platz haben. Seine ­eigenen sind immer wieder umstritten. Er hat via Twitter schon wilde Verschwörungs­ theorien verbreitet, sexistische Witze erzählt oder über Behörden geklagt, die seinen Firmen nicht alles durchgehen lassen. Nach eigenen Aussagen schreibt er «mindestens die Hälfte» seiner Tweets auf dem Klo. Inzwischen haben einige Firmen gedroht, ihre Werbeanzei-


PORTRÄT | 7.11.2022 | 11

Mit einem geschätzten Nettovermögen von rund 240 Milliarden Dollar ist Elon Musk nicht nur der reichste Mensch der Welt, er ist wohl auch einer der mächtigsten. Sogar beim Krieg in der Ukraine mischt er mit, ­indem er mit seinen Starlink-­ Satelliten dafür sorgt, dass das Internet trotz russischer Bombardierung funktioniert.

Milliardär Elon Musk ist neu auch Herr über Twitter.

Wird Elon Musk es tatsächlich auf den Mars schaffen? Zuzutrauen ist es ihm.

Bild: Keystone/dpa/Patrick Pleul

Ideen zu Krieg und Frieden

gen auf Twitter zurückzuziehen, falls Trump zurückkehrt und die Massnahmen gegen Hasskommentare, Lügen und Diskriminierung gelockert werden. Das könnte Musk, der sich Twitter 44 Milliarden Dollar kosten liess, durchaus etwas ausbremsen. Aber noch ist offen, wie er die Plattform genau ­weiterentwickeln wird; Ideen gibt es einige – bis hin zu einer ­Super-App, über die man sozusagen alles machen kann, wie bei Wechat in China.

Musk scheut sich auch nicht, Vorschläge zu geopolitischen Konflikten zu machen. Doch weder sein Vier-Punkte-Friedensplan für die Ukraine noch seine Idee, Taiwan zu einer «Sonderverwaltungszone» Chinas zu machen, kamen besonders gut an. Aber nur schon, dass seine Ideen auf Regierungsebene zu Reaktionen führen, zeigt, welchen Einfluss der Milliardär hat. Was neben Erfolgen bei der E-Mobilität und der Raumfahrt ebenfalls Bewunderung auslöst: Musk hat sich all das selbst erarbeitet. 1971 als Sohn eines Maschinenbauingenieurs und eines Fotomodells in Südafrika geboren, wuchs er nach der Trennung der Eltern weitgehend bei seinem Vater auf. Während der Schulzeit wurde er heftig gemobbt, einmal stiessen ihn andere Jugendliche eine Treppe hinunter, sodass er mehrere Tage im K ­ rankenhaus verbringen musste. Bereits mit zehn Jahren begann er, selbst zu program­ mieren. 1988 wanderte er nach Kanada aus, der Heimat seiner Mutter, wo er bei diversen Verwandten lebte und sich mit allerlei Jobs durchschlug. Später übersiedelte er in die USA, wo er ein Studium begann, dies ­jedoch zugunsten seiner ersten eigenen Firma abbrach: Zip2 stellte Geschäftsadressen samt Stadtpläne für Online­nutzer zur Verfügung; 1999 ver­kaufte er sie für 300 Millionen Dollar an den Computer­riesen Compaq. Den Grundstein seines

Imperiums jedoch legte er im Jahr 2000 mit dem Aufbau des Finanzdienstleisters Paypal, den er 2002 für 1,5 Milliarden an Ebay verkaufte – Geld, das er in die Gründung von SpaceX und Tesla investierte. Musk wurde auch schon mit dem etwas weltfremden NerdGenie Sheldon Cooper aus «The Big Bang Theory» verglichen. Er kann erratisch und rücksichtslos sein, und sein Privatleben wirkt ziemlich chaotisch: Er ist dreifach geschieden, hat zehn Kinder von drei Frauen und macht immer wieder Schlagzeilen mit seinem Beziehungsleben. Die beiden jüngsten Sprösslinge entstammen einer Beziehung mit der kanadischen Musikerin Grimes und tragen, gelinde ­gesagt, ungewöhnliche Namen: Exa Dark Sideræl und X Æ A-12. Den Kontakt abgebrochen Derweil hat sich ein 18-jähriger

Sohn aus Musks erster Ehe­ diesen Sommer als trans geoutet und den Kontakt zum Vater komplett abgebrochen. Vielleicht auch, weil sich dieser in den vergangenen Jahren mehr und mehr den LGBTQ-kritischen Republikanern und ihrem ­Kulturkampf zugewandt hat. So kommentierte Musk vor ein paar Monaten – natürlich auf Twitter –, dass die Elite-Universität Yale das «Epizentrum des geistigen Woke-Virus» sei, das versuche, die Zivilisation zu zerstören. Wird Elon Musk es tatsächlich auf den Mars schaffen? ­Zuzutrauen ist es ihm. Inzwischen gibt es wohl einige hier auf der Erde, die nichts dagegen hätten, wenn er permanent übersiedeln würde. MM


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9. Tag – Hohe Küste & Falun Wir überqueren die Hogakustenbron, eine der längsten Hängebrücken der Welt und erreichen entlang dem fantastischen UNESCO Weltkulturerbe „Hohe Küste“ unseren Übernachtungsort im Raum Falun.

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11. Tag – Växjo - Hannover Heute heisst es Abschied nehmen vom Bilderbuchland Schweden und dem kleinen Königreich Dänemark. Vorbei an Malmö und Kopenhagen erreichen wir am Abend Hannover.

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NACHHALTIGKEIT | 7.11.2022 | 13

Plastik sparen leicht gemacht Ob beim Putzen, Abwaschen oder Duschen: Plastik begegnet uns im Haushalt überall. Das muss nicht sein. Mit diesen Tipps reduzierst du im Handumdrehen den häuslichen Plastikberg. Text: Sabina Galbiati

1 Feste Duschpflege in der Box Feste Duschgels und Shampoos erobern ­gerade die Badezimmer oder besser die Duschen der Schweiz. Die Umwelt gewinnt. Denn die Seifen sind besonders ergiebig und sparen bis zu zwei Plastikflaschen flüssiges Duschmittel oder Shampoo. In der Regel sind die Produkte Natur-­ kosmetik-zertifiziert, etwa von den bekannten Siegeln Natrue oder Eco-Cert Cosmos Natural. Zugegeben: Man muss sich umgewöhnen. Wer mit festem Shampoo gar nicht warm wird, kann auf Nachfüllbeutel setzen und die Flasche zu Hause wieder auffüllen. I am Natural Cosmetics feste Dusche VetiverMinze, 60 g Fr. 4. 20

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4 Omas Bienenwachstuch hält frisch

2 Mit Streifen ­waschen Das Waschmittel auf ein absolutes Minimum zu reduzieren, spart auch viel Verpackung. So kommen die WashoWaschstreifen in der schlanken Kartonver­ packung daher und ­ersetzen knapp einen Nachfüllbeutel aus Plastik à zwei Liter Waschmittel. Einen Streifen pro Wäsche direkt in die Trommel – und am Schluss wandert die Verpackung ins Recycling. Die ökologischen Waschstreifen schonen die Umwelt und sparen jede Menge Platz in der Einkaufstasche. Wer sie regelmässig nutzt, sollte hin und wieder ­einen Wasserenthärter für die Maschine verwenden, denn dieser ist in den Waschstreifen nicht enthalten.

1

3 Einweg ohne Plastik Der Klassiker: Für die Geburtstagsparty braucht es ein paar Teller und Gläser mehr, als man zu Hause hat. Wer in ­solchen Fällen nicht auf Nachbars Ausleihfreude zählen kann, setzt auf Einweggeschirr aus nachwachsenden Rohstoffen wie Palmblätter, Zuckerrohrfasern oder Holz. Achte darauf, wenn möglich kompostierbare Produkte zu kaufen, die du in der Grüngut-Tonne oder im eigenen Gartenkompost entsorgen kannst. Produkte aus Holzfasern sollten wenn möglich FSC-zertifiziert sein. Gewusst? Mit Einweggeschirr aus nachwachsenden Rohstoffen spart die Migros jährlich 560 Tonnen Plastik. Naturesse Teller aus Palmblatt, 17 × 17 cm, 10 Stück Fr. 4.95

Bienenwachstücher ­ersetzen Klarsicht- und Alufolie. Die Baumwolltücher, die mit einer dünnen Schicht Bienenwachs überzogen sind, erleben gerade ein ­Revival. Denn eigentlich nutzten schon unsere Grossmütter die Tücher, um Lebensmittel ein­ zuwickeln und frisch zu halten. Gut zu wissen: Die Tücher halten bei richtiger Pflege rund ein bis zwei Jahre. Fleisch, Fisch und warme Speisen sollte man nicht ­darin einwickeln. Wer zu kalten Händen neigt, sollte allenfalls auf eine Alternative wie Frischhaltedosen zurück­ greifen, denn damit das Wachs weich wird und sich Lebensmittel oder Sandwiches gut ein­ wickeln lassen, braucht es warme Hände. Cucina & Tavola Bienenwachstuch, 33 × 35 cm, 2 Stück Fr. 12 .95

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NACHHALTIGKEIT | 7.11.2022 | 15

5 6 Mit der Gurke schrubben 5 Baumwolle für die Ohren In der Migros kaufen Kundinnen und Kunden ausschliesslich Wattestäbchen mit Watteköpfchen aus Baumwolle und Schaft aus FSC-zertifiziertem Papier aus nachhaltiger Forstwirtschaft. So spart die Migros pro Jahr 143 Tonnen Plastik – und das nur mit Wattestäbchen. Wer auf eine noch nachhaltigere Version setzen möchte, kann zudem die Biovariante wählen mit Watteköpfchen aus Biobaumwolle. Primella Wattestäbchen FSC, 200 Stück Fr. 1. 20

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7 Die Holzbürste für Topf und Geschirr

7

Statt der Abwaschbürste aus Plastik kannst du eine Holzbürste mit austauschbarem Bürstenkopf verwenden. Da auch die Borsten rein natürlich sind, landet kein Mikroplastik im Abwaschwasser. In der Regel sind solche Bürsten FSC-zertifiziert und stammen aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Ein kurzer Kontrollblick schadet allerdings nie. Miobrill Greenline Holz Abwaschbürste FSC Fr. 2.95

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KOLUMNE | 7.11.2022 | 17

WG-Träume

1, 2 ODER 3 ? Eigentlich leben der Grosse (12) und der Kleine (7) sehr im Moment. Nur was ganz aktuell läuft, kümmert sie. Die coole Turnhallenparty, die fairen oder unfairen Teams beim Fussballmatch, das feine oder eklige ­Essen im Hort. Manchmal aber denken sie sich gern in die Zukunft. Dann malen sie sich aus, wie sie eines Tages mit ihren besten Freunden zusammenwohnen. Für den Kleinen ist der Gedanke ziemlich neu und sehr inspirierend. Gern ­kuschelt er sich an den Grossen und fragt nach, wie er sich denn seine WG vorstelle. Vor allem die Mahlzeiten beschäftigen ihn. Wer kauft ein? Wer kocht? Als es richtig konkret wird, ist es dem Kleinen plötzlich nicht mehr ganz geheuer. «Ich möchte noch ganz lange zu Hause wohnen», sagt er bestimmt. Und ergänzt: «Du bist älter. Du musst zuerst ausziehen.» Jetzt wird der Grosse bleich. – Und jetzt? MM 1 «Ach was, wir alle werden noch

Illustration: Lisa Rock

lang zusammenwohnen!», beruhige ich beide. 2 Ich nutze die Verunsicherung und verkünde: «Ab 14 muss jeder eine Mahlzeit pro Woche kochen, so lernt ihr es.» 3 Ich kuschle mich zu ihnen und erzähle von meinen coolen WG-Zeiten.

Monica Müller (48) hat zwei B ­ uben, ­ einen Mann, einen Job, e ­ inen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.

Antwort 1: Ich bin mir sicher, schon bald beurteilt der Grosse die Aussichten aufs Ausziehen anders. Bis es dann so weit ist, soll er sich zu Hause willkommen fühlen. Anzeige

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18 | 7.11.2022 | GENUSS

Safran-Fondue mit Pilzen Safran erweitert das typische Aroma einer Moitié-moitié-Mischung (halb Vacherin, halb Gruyère) – und verstärkt die Farbe. Dazu passen Pilze. Rezept auf migusto.ch

… und git e gueti Luune

Bei den einen klassisch zubereitet, bei andern mit Gemüse oder gar als Tex-Mex-Variante: Fondue ist wandlungsfähig. Wir haben Tipps, die Lust auf Experimente machen – und alle Fakten zum heissen Käse. Texte: Claudia Schmidt Rezepte: Andrea Pistorius Bilder: Veronika Studer

MEHR WÜRZE

Auf 800 Gramm Fondue kann man bis zu zwei Teelöffel Gewürze geben. Neben Pfeffer etwa geräuchertes Paprikapulver oder Lieblicheres wie Fenchel.


GENUSS | 7.11.2022 | 19

Senf-Fondue mit Birne Hauptgericht für 4 Personen 500 g Weissbrot oder Baguette 2 EL Maisstärke 3 dl alkoholfreier Apfelwein 800 g Fonduemischung, z. B. moitié-moitié 2 EL grobkörniger Senf Pfeffer Birnen-Topping 1 Birne 2 Knoblauchzehen 1 Zweig Rosmarin 1 EL Olivenöl Salz Zubereitung 1. Für das Topping Birne in feine

Würfel schneiden, Knoblauch und Rosmarinnadeln fein hacken. Anschliessend alles im Öl dünsten. Mit Salz würzen.

2. Brot in Würfel schneiden und

Gin-Fondue Wacholderbeeren und daraus gebrannter Gin ­verleihen diesem Fondue eine besondere Note. Das passt bestens zu einer rezenten Käsemischung mit Appenzeller und Gruyère.

nach Belieben kurz in einer beschichteten Bratpfanne ohne Fett rösten. Maisstärke mit Apfelwein verrühren, mit dem Käse im Caquelon erhitzen. Unter gleichmässigem Rühren bei mittlerer Hitze aufkochen, bis der Käse geschmolzen und das Fondue cremig ist. Senf dazurühren. Caquelon aufs Rechaud stellen, mit Pfeffer würzen. Das Birnen-Topping hineingeben. Brotwürfel dazu servieren.

Rezept auf migusto.ch

STATT BROT

Zu Gschwellti oder auch blanchiertem Gemüse wie Broccoli, ­Karotten oder Champignons greifen. Alle Rezepte auf migusto.ch


20 | 7.11.2022 | GENUSS

Der Weg zum Nationalgericht

Die ersten Fonduerezepte sind schon über 300 Jahre alt. Doch es brauchte viel Werbung, damit sich die Käsespeise in allen Schweizer Küchen durchsetzte. Text: Simon Koechlin

Tex-Mex-Fondue Hauptgericht für 4 Personen 2 EL Maisstärke 4 dl Weisswein 750 g Tex-Mex-Reibkäse Pfeffer 2 Zweige Koriander Topping 2 Knoblauchzehen 1 kleiner Peperoncino 6 in Öl eingelegte, getrocknete Tomaten Zum Tunken 500 g Gemüse, z. B. Karotten, Blumenkohl, Bodenkohlrabi, Kürbis 400 g Weissbrot Tortilla-Chips Zubereitung 1. Für das Topping Knoblauch

sehr fein hacken. Peperoncino entkernen und mit den Tomaten klein schneiden. Alles in eine Bratpfanne geben und andünsten. 2. Das Gemüse rüsten und in

mundgerechte Stücke schneiden. In wenig Wasser bissfest dünsten und warm stellen. Brot in Würfel schneiden, nach Belieben kurz in einer beschichteten Bratpfanne ohne Fett rösten.

Erfolg dank «Figugegl»

Zum typischen Schweizer Gericht entwickelte sich Fondue ab Ende des 19. Jahrhunderts. Aber den Weg zum regelrechten Nationalgericht ebnete ihm erst eine langjährige, gewaltige Werbekampagne der Schweizerischen Käseunion. Die halbstaatliche Organisation vermarktete Fondue als schweizerisch, gesund und so nahrhaft wie Fleisch. Der in den 1950er-Jahren entstandene Werbespruch «Fondue isch guet und git e gueti Luune» wurde Kult: Noch heute erinnern sich weite Teile der Bevölkerung an «Figugegl».

3. Maisstärke mit Wein ver-

rühren, mit dem Käse im Caquelon erhitzen. Unter gleichmässigem Rühren bei mittlerer Hitze aufkochen, bis der Käse geschmolzen und das Fondue cremig ist. Caquelon auf ein Rechaud stellen. Einen Teil des Toppings dazurühren, mit Pfeffer würzen. Restliches Topping darauf anrichten und Koriander darüber zupfen. Gemüse, Brotwürfel und nach Belieben auch einige Tortilla-Chips dazuservieren.


GENUSS | 7.11.2022 | 21

WAS TUN, WENN … … ES ZU DÜNN IST?

Ungefähr einen Teelöffel Maisstärke unter Rühren in Wein auflösen. Die Rechaudflamme höherstellen und die aufgelöste Stärke unter ständigem Rühren zum Käse geben. Köcheln lassen, bis das Fondue bindet.

Ein Dorf voller Caquelons Kein Fondue ohne Caquelon. Traditionel­ lerweise waren diese Pfännchen aus Ton gefertigt. Bis in die 1950erJahre beherrschte die Töpferei im jurassischen Bonfol den Schweizer Markt. Noch heute wer­ den Einwohner Bonfols zuweilen als «Caquelons» bezeichnet. Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kamen Gusseisen- und Stahl­ emailmodelle in Mode.

… ZU DICK IST?

Die Rechaudflamme höherstellen und unter Rühren wenig Weiss­ wein dazugeben. Trennt sich der Käse in der Folge, das Fondue noch mal auf die Herdplatte stellen und köcheln, bis es wieder bindet. Bilder: Plakatsammlung, Museum für Gestaltung Zürich, ZHdK, Fondation Poteries de Bonfol

… ES SCHEIDET?

Einen Teelöffel Mais­ stärke in wenig Weiss­ wein auflösen. Fondue auf die Herdplatte stellen, Wein unter Rühren beifügen. Einige Tropfen Zitronensaft beigeben; Käse rühren, bis das Fondue bindet.

Für Männer und schlechtes Wetter Zum Siegeszug des Fondues trug auch das Militär bei. Die Käseunion erreichte, dass die Armee das Gericht in den 1950er-Jahren in den Menüplan aufnahm. Ein genialer Schachzug, der vermutlich dazu führte, dass die Fondue­ zubereitung bis heute oft als Männersache gilt. Von der Werbung ge­ steuert ist sogar der ­Zeitpunkt, an dem wir heute Fondue essen. Die Käseunion bewarb es explizit als Schlechtwetter­gericht, das ­Wärme und Gemütlich­ keit in die Stube bringt.

Ton-Caquelon aus Bonfol JU, um 1900

Aus der Schweiz oder französisch? Erstmals erwähnt wird das Fondue in einem Zürcher Kochbuch aus dem Jahr 1699. Ähnliche Rezepte finden sich aber auch in französischen, belgischen und eng­ lischen Kochbüchern dieser Zeit. Ob das Fon­ due tatsächlich in der Schweiz erfunden wurde, kann deshalb niemand sicher nachweisen. Auch die französische Region Savoyen erhebt Anspruch darauf, die Wiege des Fondues zu sein.

Kein Älpler- und kein Hauptgericht Ursprünglich war ein Fondue keine volle Mahl­ zeit, sondern wurde mit anderen Gerichten gleich­zeitig aufgetischt. In frü­ hen Rezepten ging man von ungefähr 50 Gramm Käse pro Person aus. Ver­ mutlich war das Fondue anfangs eher ein Gericht der städtischen Ober­ schichten. Ins Reich der Legenden gehört die Vor­ stellung, Sennen und ­Älpler hätten es erfunden.


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GENUSS | 7.11.2022 | 25

Mit dem Messer

So schälst du Kürbisse richtig Grosser Kürbis, grosses Messer? So fängt manche Kürbisgeschichte mit blutigem Ausgang an. Wir haben Tipps, wie das Schälen verschiedener Kürbissorten einfach gelingt. Text: Claudia Schmidt

Warum überhaupt schälen?

Bild: Getty Images/iStockphoto

Sorten wie Butternuss oder Muscat haben eine recht zähe Schale, die deutlich länger gart und meist noch hart ist, wenn das Kürbisgericht fertig ist. Und wer möchte schon auf lederartiger Kürbisschale kauen? Wer den Kürbis roh ­weiterverarbeiten möchte oder ihn für Tätschli ­benötigt, kommt ums Schälen nicht herum.

Mit dem Sparschäler Dem noch recht hand­ lichen Butternuss mit seiner glatten Schale rückt man am besten mit einem Sparschäler zu Leibe. Dazu das untere Ende des Kürbisses abschneiden. Den Kürbis auf eine Unterlage oder auf die Arbeitsplatte ­legen und mit dem Sparschäler in langen Bahnen von einem Ende zum a­ nderen schälen. So lässt sich der Kürbis ­anschliessend gut zer­ kleinern.

Gar nicht schälen Kürbissorten wie Hokkaido (Oranger Knirps) oder die kleinen Patissons haben eine Schale, die schnell gart. Die kannst du ­deshalb ungeschält zubereiten.

Den Ofen die Arbeit machen lassen Wird der Kürbis ohnehin gegart zubereitet, kann man einen grossen Kürbis halbieren oder vierteln und bei 130 °C rund 30 Minuten ­garen. Das Fruchtfleisch löst man dann mit einem Löffel heraus. Diese Methode ist perfekt für Kürbissuppen und -püree. Wenn dabei Reste übrig bleiben, weil der ganze Kürbis doch zu viel war, frierst du den Rest ein und hast den Kürbis für die nächste Suppe schon perfekt gegart und geschält. Oder du nutzt die Masse für eine feine Raviolifüllung.

Was kochen mit Kürbis?

Jetzt weisst du, wie du den Kürbis am besten schälst. Was du damit alles Feines kochen kannst, verraten wir dir hier: www.migmag.ch/kuerbisrezepte

Mehr? Tipps

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Grosse Messer lassen sich auf unebenen Oberflächen wie einem Muskatkürbis oder einem noch unförmigeren Kürbis schlecht führen. Der Gemüseschäler leistet zwar gute Dienste, aber auf der unebenen Oberfläche dauert es ziemlich lange, bis der Kürbis von der Schale befreit ist. Besser nimmst du ein ­kleines, scharfes Rüstmesser, auch wenn du damit ­etwas mehr Fruchtfleisch wegschneidest als mit dem Schäler. Das Messer ist schneller. Grössere Kürbisse erst einmal halbieren, dann vierteln und nach Bedarf weiter in handliche Stücke teilen. Mit dem kleinen Messer dann entlang der Kürbisform die Schale entfernen. Das kleine Messer verkantet sich nicht so schnell im harten Kürbis wie ein grosses Messer, und man übt damit auch weniger Kraft aus. So sinkt das Verletzungsrisiko rapide.

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26 | 7.11.2022 | LANDWIRTSCHAFT

Spanische Nüssli aus der Schweiz Eigentlich wachsen Erdnüsse in Westafrika, Indien und Südamerika. Doch seit 2021 experimentiert René Wacker im Aargau mit der Hülsenfrucht. Wir haben ihn zur Erntezeit besucht. Text: Ralf Kaminski

Bilder: Jorma Müller

Das Feld im Folientunnel in Villigen AG sieht unspektakulär aus: kleine grüne Blätter an flach gewachsenen Stauden – es könnte auch irgendein Un­ kraut sein. Doch als René Wacker die Erde lockert und e­ inen Strunk aus dem Boden zieht, hängen zwischen Wurzeln und Erdklumpen gut ein Dutzend Erdnüsse in ihren markanten Doppelschalen. Der 60-jährige Verkaufsleiter des Max Schwarz-Zurkinden Bioanbaus in Villigen knackt eine der weichen Schalen auf und präsentiert eine bleiche Nuss, die eigentlich ein Samen ist und ein wenig wie eine Bohne riecht. «Es ist eben keine Nuss, sondern eine Hülsen­ frucht», erklärt Wacker und rät davon ab, sie ungeröstet zu ­probieren. «Sie enthält noch zu viele Bitterstoffe, und wenn man mehrere davon isst, könnte es Magen­probleme geben.»

Es war Wackers Idee, es mal mit Erdnüssen zu versuchen, obwohl sie normalerweise in tropischen Gefilden wachsen. Er­mutigt durch erste Erfolge mit anderen Exoten wie Wassermelonen und Reis, schlug er dies im Dezember 2020 an einer Klausursitzung der Unternehmensleitung vor und ging im Frühling 2021 ans Werk. Das Ziel: 150 Kilo Erdnüsse

«Die erste Ernte vergangenes Jahr ging allerdings ziemlich in die Hose», erklärt er und lacht. Zwar liess sich durchaus ein bisschen vom Feld ernten, aber dann gabs Schwierigkeiten beim Rösten und Lagern. «Die Nüsse sahen am Ende viel zu dunkel aus und waren zu hart.» Die zweite Ernte, die derzeit ansteht, geht an eine andere ­Rösterei, die es, so hofft er, besser macht. «Wenn alles gut geht, ent­ stehen am Ende 100 bis 150 Kilo Erdnüsse, die wir dann in un­

serem Hofladen verkaufen.» Schwarz Gemüsebau experi­ mentiert schon seit Längerem mit für die Schweiz ungewohn­ ten Pflanzen. Vor rund zehn Jahren ging es mit Reis los – «als Erster auf dieser Seite des Gott­ hards» –, 2018 kamen Wasser­ melonen hinzu, dieses Jahr nun

auch Artischocken. Allen ge­ meinsam ist, dass sie eigentlich mehr Wärme benötigen, als in der Schweiz üblicherweise vorhanden ist. «Vor 20 Jahren wäre das auf jeden Fall noch schwieriger ­gewesen», sagt der erfahrene Gemüsegärtner, der die Migros


LANDWIRTSCHAFT | 7.11.2022 | 27

René Wacker präsentiert die Aargauer Erdnüsse (links). Seit Kurzem wachsen auf seinen Feldern auch Artischocken (unten).

«Durch die höheren Temperaturen eröffnen sich neue Möglichkeiten.» René Wacker Gemüsebauer

­ elonen waren so gut und zahlM reich, dass wir sie unter dem ­Label ‹Aus der Region. Für die Region› bei der Migros verkaufen konnten. Dank der hohen Temperaturen und der vielen Sonne waren sie wunderbar süss und saftig.» Wacker hofft, dass künftige Ernten ähnlich erfolgreich sind. «Aber garantiert ist das nie, wir arbeiten mit der Natur, und die ist unberechenbar.» Teurer als die Importware

schon seit Jahrzehnten beliefert. Doch der Klimawandel eröffne nun neue Möglichkeiten. Im Frühling ist es allerdings oft noch immer zu kühl, weshalb die Erdnüsse und die Artischocken in Folientunnels wachsen, die die Wärme länger speichern. Beim Reis gab es aus Tempera-

turgründen 2019 einen Wechsel. «Der Anbau in trockener Erde war schwierig, jetzt bauen wir ihn im Wasser an – dieses hält die Temperatur länger hoch.» Auch bei den Wassermelonen pröbelten sie zwei, drei Jahre lang bis zum grossartigen Ernteerfolg dieses Sommers: «Die

Ob es die anderen exotischen Produkte je in die Regale der ­Migros schaffen, ist noch völlig offen. «Die importierte Ware ist natürlich günstiger – die Kundschaft müsste also bereit sein, für die regionale, biologische Herstellung höhere Preise zu bezahlen.» Bei der Wassermelone hat das diesen Sommer geklappt; sie verdienten zum ersten Mal Geld damit. «Mit den Importprodukten werden wir aber auch

künftig kaum konkurrieren können – dafür sind unsere Kosten einfach zu hoch, etwa für Löhne, Dünger oder Versicherungen.» Während es inzwischen diverse andere Schweizer Produzenten gibt, die mit dem Anbau von Reis experimentieren, gehört Wacker mit Melonen, Erdnüssen und ­Artischocken auf Biobasis zu den Pionieren. «Wir müssen innovativ bleiben, und durch die höheren Temperaturen eröffnen sich neue Möglichkeiten.» Gleichzeitig wird es für einige Produkte schwieriger, die bisher in der Schweiz wuchsen, etwa Eisbergsalat oder Blumenkohl. «Denen wird es zunehmend zu warm hier.» Es werde wohl in den kommenden Jahren zu ­einigen Veränderungen in den Anbauregionen kommen. Welche exotischen Produkte hat der Trendsetter als Nächstes im Auge? Wacker lächelt. «Das verraten wir nicht, aber Ideen haben wir einige.» MM


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SCHÄDLINGE | 7.11.2022 | 29

Als Kind sprach Anouk Ledermann tagelang nicht mit ihrem Vater, weil er als Kammerjäger Ratten tötete. Heute aber führt die Bielerin das Familienunternehmen in vierter Generation selbst. Text: Manuela Enggist Bilder: Franziska Frutiger

Ihrer ersten Ratte sagte sie noch Sorry

Eigentlich macht es keinen Sinn, dass Anouk Ledermann Kammerjägerin geworden ist. Sie ist gelernte Goldschmiedin und hat eine Weiterbildung zur Uhrendesignerin absolviert. Zu Hause hält sie sich Hasen und Echsen, um ihren Beruf «zu kompen­ sieren», wie sie sagt. Ihr Freund machte ihr die grösste Freude, als er ihr zum Geburtstag einen Eintritt in den französischen ZooParc De Beauval schenkte; laut Tripadvisor gehört dieser zu den zehn schönsten der Welt. Zudem war sie als Kind Mitglied der Naturschutzorganisation WWF und stritt sich tagelang mit ihrem Vater, der auch Kammerjäger war, weil sie es nicht gut fand, dass er Ratten tötete. «Ich verstand nicht, warum es bei einigen Tieren okay war und bei anderen nicht», sagt sie. Es würde ja niemand einfach einen Hund umbringen. «Wiederum haben wohl die meisten von uns schon eine Fliegenklatsche in die Hand genommen. Wo ist die Grenze, fragte ich mich.» Und doch sitzt Anouk Ledermann an diesem Herbstmorgen


30 | 7.11.2022 | SCHÄDLINGE

in ihrem Büro in der Bieler Altstadt. An der Wand hinter ihr hängt ein Spinne aus Plüsch. Sie trägt einen blauen Einteiler, ihre schwarzen Haare sind zum Zopf gebunden. Ledermann führt als Kammerjägerin die Firma Leder­mann AG wie einst ihr ­Urgrossvater, ihr Grossvater und ihr ­Vater. Spricht sie über ihren Werdegang, schüttelt sie oft den Kopf – wohl selbst überrascht, dass nun auch sie nebst anderem Ungeziefer wie Schaben, Lebensmittelmotten, Ameisen und Wespen Ratten töten muss. Vom Schmuck zum Ungeziefer

Angefangen hat alles mit einer Weiterbildung. Die gelernte Goldschmiedin absolvierte eine zur Uhrendesignerin, die ihr am Ende nicht wirklich gefiel. Andere Optionen mussten her.

Sie begann als Gebäudereinigerin, putzte Büros und Treppenhäuser. Ihr gefiel die schwere ­Arbeit mit den Händen. «Mir macht es nichts aus, dreckig zu werden und strenge Arbeit zu ­erledigen.» Also habe sie ernsthaft darüber nachgedacht, eine weitere Lehre zu absolvieren. Bis ihr Vater auf sie zukam. «Er meinte, wenn schon eine weitere Ausbildung, dann solle ich mir doch überlegen, Kammerjägerin zu werden.» Zwei Wochen dachte sie darüber nach. «Ich musste herausfinden, ob ich es mir tatsächlich vorstellen konnte – für mich persönlich, und nicht, weil mein Vater mich darum bat.» Sie spürte: Sie will. Als sie ihrem Vater sagt, dass sie die einjährige Ausbildung ­zur Schädlingsbekämpferin machen werde, um die Fachbe­willigung

zur All­gemeinen Schädlings­bekämpfung zu erhalten, habe er es nicht glauben können. «Er hat geweint vor Freude.» Lieber kein Gift streuen

Sie habe erkannt, dass man Ungeziefer leider oft töten müsse, da es Krankheiten übertragen kann. Zudem könne Ungezieferbefall bei Menschen auch psychische Probleme auslösen. «Wenn jemand Ameisen zu ­Hause hat, kann das sehr belastend sein. Als Kammerjägerin kann ich den Menschen helfen, und deswegen erfüllt mich dieser Beruf heute mit Stolz.» Trotzdem sei ihr die Arbeit anfangs nicht immer leichtgefallen. Sie erinnert sich an ihren ersten Einsatz, bei dem es um Ratten ging. Sie habe die Wohnung untersucht, den Kot inspi-

ziert, die Löcher gestopft. Aber ein Nagetier hatte sich schon in der Wohnung eingerichtet. Also stellte sie eine klassische Rattenfalle auf. Kurze Zeit da­ rauf schnappte diese zu. Als sie das Tier in eine Tüte packte, habe sie gegen Tränen ankämpfen müssen. «Ich habe mich später in Gedanken bei der Ratte entschuldigt, ihr gesagt, dass es mir leid tue, aber dass sie nicht in Häuser kommen dürfe.» Es sei eine bittersüsse Erfahrung gewesen. «Einerseits war ich stolz, dass ich meinen Job erledigt hatte, aber ich hatte auch ein schlechtes Gewissen.» Zum Glück sei die Ratte durch den Genickbruch sofort tot gewesen. Viel mehr Mühe habe sie aber damit, Gift auszustreuen. Das sei vom Tierschutzamt zwar erlaubt, aber es sei für Ratten trotzdem

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SCHÄDLINGE | 7.11.2022 | 31

sehr qualvoll. «Das Gift führt zu inneren Blutungen. Es kann Tage dauern, bis das Tier tot ist.» Deswegen überlegt sich die Bielerin, Frettchen zu kaufen. Diese natürlichen Feinde der Ratten könnten allenfalls helfen, gegen eine Plage vorzugehen. Manchmal muss sie nicht töten

Ihr Vater René Ledermann hat das Geschäft vor drei Jahren an seine Tochter übergeben. Er findet es gut, dass sie in der Schädlingsbekämpfung neue Wege geht. «Anouk arbeitet oft mit Kameras. Und sie kriecht unter das Gebäude, um zu schauen, woher die Tiere kommen. Sie will dem Problem ­immer auf den Grund gehen.» ­Andere Schädlingsbekämpfer würden einfach Gift streuen und danach eine Rechnung schicken.

Anouk Ledermann im Einsatz mit einem Sprühmittel

«Anouk schaut, dass jedes Tier möglichst wenig leidet.» Auch Anouk Ledermann ist zufrieden damit, wie sich alles entwickelt hat. Zum Glück werde sie ja nicht nur wegen der Ratten gerufen. Manchmal müsse sie auch gar keine Tiere umbringen, oft dann, wenn die Kundinnen und Kunden sagen, dass sie Milben hätten . «Da nützt es nichts, wenn man mit Chemie dahintergeht.» Sie würden nach wenigen Wochen wiederkommen. Wer allergisch auf Milben sei, dem rate sie jeweils, sich einen Luftreiniger anzuschaffen. Den anderen rate sie zu einer gesunden Koexistenz mit den Gliederfüssern. «Milben umgeben uns praktisch überall, das ist nicht weiter problematisch.» Das sind Einsätze, die der Kammerjägerin besonders viel Spass machen. MM

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Eine starke Körpermitte entlastet den Rücken Wir verbringen viel Zeit mit Sitzen: im Büro, im Auto oder auf dem Sofa. Das alles lässt die Muskeln erschlaffen und tut dem Rücken nicht gut. Was ist zu tun? Text: Susanne Schmid Lopardo

Warum ist eine starke Körpermitte besonders wichtig? «Wenn wir acht Stunden am Tag sitzen oder stehen, ohne uns gross zu bewegen, ist es normal, wenn es im Rücken zieht», sagt Cornelia Caviglia, Sportphysiotherapeutin bei Medbase Zürich. «Denn so brauchen wir die Muskeln zu wenig.» Die Folge: Eine schlaffe Bauch- und Rückenmuskulatur kann Verspannungen und Schmerzen hervorrufen.


GESUNDHEIT | 7.11.2022 | 37

Wie kann ich diese Muskeln stärken?

Den Muskeln im Rückenbereich ­verschafft man auch im Büro oder zu ­Hause ganz leicht ­etwas Bewegung.

Welche Muskeln gehören zur Körpermitte? Die Bauch- und Rückenmuskeln sowie die seitlichen Muskeln im Bauch-, Hüft- und unteren Rückenbereich. Sie bilden die sogenannte Rumpfmuskulatur, die den zentralen Bereich des Körpers stabilisiert und an fast allen unseren Bewegungen beteiligt ist. Im Pilates spricht man deshalb auch vom Powerhouse.

Kaum sensibilisiert:

Wir merken meist erst, wenn wir Schmerzen haben, dass wir unsere Rumpfmuskulatur vernachlässigt haben. «Es ist ein bisschen wie mit der Zahnseide: Wir wissen eigentlich, dass wir sie brauchen sollten. Wir verwenden sie aber erst, wenn wir Zahnschmerzen haben», sagt Caviglia.

Bild: Getty Images

«Das Zauberwort heisst Bewegung», sagt die Physiotherapeutin. «Verharren Sie nicht zu lange in derselben Position und bauen Sie regelmässig Bewegungspausen von etwa zwei bis drei ­Minuten ein.» Was man tut, um sich mehr zu bewegen, ist dabei gar nicht so wichtig. Ob wir ins Fitness-Boxen, Yoga oder Pilates gehen oder einen Kurs besuchen, wenn uns der Zeitslot gerade passt, ist nicht entscheidend. «Hauptsache, wir bewegen uns, und es macht Spass.»

Was bringen die Kräftigungsübungen? Sie tun uns ebenfalls gut, vor allem wenn man bereits unter Rückenschmerzen leidet. Ziel der Übungen ist jedoch nicht in erster Linie, die Muskeln zu ­trainieren, damit sie d ­ icker werden. «Die Übungen sollen vielmehr helfen, die m ­ otorischen Nerven anzusteuern, die für Bewegung und Haltung wichtig sind, damit die Muskeln wieder besser zusammenoder überhaupt wieder arbeiten», sagt die Expertin. «In der Physiotherapie sprechen wir von e­ iner Bewegungskontrollstörung. Das heisst v­ ereinfacht: Die Leute ­bekommen Beschwerden, weil sie nicht spüren, was ihre Muskeln machen.»

Das Video zur Stärkung der Muskulatur der Körpermitte auf impuls.migros.ch/starke-mitte iMpuls ist die Gesundheits­initiative der Migros.

Für den Alltag

und zur Auflockerung zwischendurch empfiehlt die Expertin: «Stehen Sie ab und zu auf und strecken Sie sich. Setzen Sie die Kopfhörer auf, wählen Sie ein Lied und tanzen Sie dazu. Das Lied ­dauert in der Regel genauso lang, wie Sie sich zwischendurch bewegen sollten, also zwei bis drei Minuten. Das macht Spass, bringt Sie auf andere Gedanken und erst noch körperlich kurz auf Touren.»

Eine gute Übung,

die man auch gut im Büro ausführen kann, ist das Beckenkippen, gerade beim Sitzen auf einem Stuhl. Sie hilft das Zusammenspiel der Muskulatur des unteren Rückens und der Bauchmuskeln zu fördern. Den Puls auf Touren bringen Sie mit Ausfallschritten und Hochund-Tief-Bewegungen. «An einer langen Tagung zum Beispiel gehe ich zwischendurch auf die Toilette und mache ein paar Ausfallschritte. Das macht wach, ist anstrengend, und Körper und Gehirn werden wieder besser durchblutet.» Und: «Die körperliche Aktivität hilft, die Körperund Rumpfspannung zu erhöhen.»


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40 | 7.11.2022 | MÄNNER

Wann ist ein Mann ein Mann? Auch Männer haben es heute nicht leicht. Nicht nur stehen sie oft unter Generalverdacht, sie sollen auch sensibel und genderflexibel sein. Was macht das mit ihnen? Text: Ralf Kaminski, Dario Aeberli

Bilder: Jorma Müller

Hinten: Hans-Ulrich Pfister, Simon Küffer, Dino Šabanović. Vorn: Nic Gaspari, Josef Kunz, Oscar Neira


Männerbild

MÄNNER | 7.11.2022 | 41

Die Vorstellung von Männlichkeit hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert: Machos wie Sylvester Stallone sind eher out, androgyne, sensible Typen wie Harry Styles eher in. Haben Sie klare Vorstellungen, wie ein Mann sein sollte? Wie er nicht sein sollte? Hans-Ulrich Pfister: Muss er denn überhaupt irgendwie sein? Ideal wäre doch, wenn es keinen Prototyp bräuchte, wenn einfach grösstmögliche Offenheit herrschen würde, wenn alle alles sein dürften. In den 70er-Jahren gab es eine solche Offenheit schon einmal, das habe ich sehr genossen – seither ist es eher wieder enger geworden. Nic Gaspari: Ich sehe das ähnlich. Von mir aus hätte ich mich nicht unbedingt als Mann identifizieren müssen, aber die Gesellschaft verlangt, dass ich mich festlege. Also habe ich das getan und bin nun seit 22 Jahren ein Transmann. Heute gibt es Menschen, die sich als non-binär ­bezeichnen, sich also auf kein Geschlecht festlegen wollen, aber die haben es nicht leicht. Auch ich nehme weiterhin eine Menge «Schubladisierung» wahr. Simon Küffer: Ich finde nicht, dass die heutige Situation so anders ist als früher. Schon in den 80er-Jahren gab es andro­ gyne Stars wie Prince oder Michael Jackson. Und muskelbepackte Einzelkämpfer kommen im Kino noch heute gut an. Vielleicht ist heute mehr möglich, aber man sollte nicht zu selbstgerecht sein mit der Jetzt-Zeit. Josef Kunz: In meiner Jugend wurde man geprägt von Männern mit grosser Autorität und klaren Einstellungen, vom Vater, vom Lehrer, vom Polizisten, vom Pfarrer. Deshalb gibt es auch viele in meinem Alter, die mit den heutigen Entwicklungen Mühe haben. Aber ich finde es wichtig, dass man zu sich steht, akzeptiere das auch alles. Hundertprozentige gesellschaftliche Akzeptanz wird man wohl nie erreichen, wenn man nicht der

Norm entspricht. Auch ich habe etwas Mühe damit, dass gleichgeschlechtliche Partnerschaften nun den traditionellen Ehen komplett gleichgestellt sind. Dino Šabanović: Ich hatte in vielen Lebensbereichen Kon­ flikte mit meinen Eltern, die durch ihre bosnische Herkunft noch recht traditionelle Vor­ stellungen haben: Der Vater ist das Familienoberhaupt, ein Mann muss stark sein, darf nicht weinen. Mein Vater war bei der Luftwaffe in der jugoslawischen Volksarmee und enttäuscht, als ich sagte, ich hätte kein Bock aufs Militär. Auch meine langen Haare kommen zu Hause nicht immer gut an. Aber generell scheint mir meine Generation sehr offen – es ist alles möglich und okay. Den typischen Mann gibt es nicht mehr, das ist auch gut so. Ich zum Beispiel komme eher feminin rüber, obwohl ich hetero bin. Und auch wenn das ab und zu irritiert, gibts in der Regel keine Probleme. Küffer: Das klingt aber schon etwas nach einer Blasenwahrnehmung, für die gesamte ­Gesellschaft gilt das nicht, da ­nehme ich eher Rückwärts­be­wegungen wahr … Gaspari: Es gibt zum Beispiel immer noch viele, die Leute wie mich abschätzig «Transe» nennen. Es hat sicher auch was mit dem Bildungsstand, der ­politischen Einstellung und der Wohngegend zu tun. Hatten Sie eigentlich für sich ein Männervorbild, als Sie vor 22 Jahren Ihr Geschlecht angeglichen haben? Gaspari: Nein, ich habe mir meinen eigenen Mann kreiert, in dem ich mir von allen, die ich mochte, ein bisschen was abgeschaut habe. Von daher sehe ich es so wie Dino: Den typischen Mann gibt es nicht. Vielleicht auch noch interessant: Als Frau war ich eine der ersten Offsetdruckerinnen der Schweiz, damals ein typischer Männerberuf. Heute bin ich Pfleger, sonst eher


eine Frauendomäne. Als Frau in der Männerdomäne war es aber härter. Pfister: Meine Tochter erzählt mir von Frauen in ihrem Umfeld, die davon träumen, zu Hause zu sein und sich um die Kinder und den Haushalt zu kümmern. Einerseits finde ich das seltsam, andererseits steht es mir nicht zu, das zu bewerten. Oscar Neira: Eben. Da schwingt der Vorwurf der Rückständigkeit mit, aber wieso? Eine Frau hat doch das Recht, zu Hause zu sein, wenn sie möchte. Genauso wie ein Mann, wenn er möchte. Entscheidend ist doch, wie sich ein Paar einrichten will und worauf es sich einigen kann. Da sollte nicht die Gesellschaft kommen, und etwas als besser oder schlechter bewerten. Küffer: Dabei dürfen wir aber wirtschaftliche und politische Umstände nicht ausser Acht ­lassen. Es wird immer schwieriger, eine Familie zu ernähren, ­einen stabilen Job zu haben. Ein Weg ist dann, sich als Frau einen Mann mit einem guten Einkommen zu suchen und im Gegenzug die Rolle als Hausfrau zu akzeptieren. Es scheint freiwillig und gewollt, ist aber eigentlich gesellschaftlichen Umständen ­geschuldet. Die gleichmütig ­hinzunehmen, ist leichter, als dagegen aufzubegehren.

Dino Šabanović (29) ist freischaffender Musiker, Konzertveranstalter und s­ tudiert Soziokultur in Luzern. Er ist mit bosnischen Wurzeln in der Schweiz aufgewachsen und lebt in Zug. Politisch steht der Single links.

Gibts männliches Verhalten, das aus Ihrer Sicht gar nicht mehr geht? Šabanović: Wenn jemand primitive Frauenwitze erzählen will, fühle ich mich verantwortlich einzuschreiten. Habe ich kürzlich beim Abbau eines ­Festivals getan. Küffer: Frauenwitze gehen gar nicht mehr? Šabanović: In einer öffentlichen grossen Runde, nein. Es ist vielleicht was anderes, wenn ich mit zwei alten Freunden in den eigenen vier Wänden sitze, wo man gegenseitig mit den Wertvorstellungen vertraut ist. Küffer: Okay, aber angesichts der aktuellen Geschlechter­ verhältnisse ist das schon eher ein Luxusproblem. Neira: Und das gilt doch im Grunde für die gesamte Diskussion um «toxische Männlich-

keit». Aus meiner Sicht ist alles okay, was einvernehmlich geschieht. Wenn es die anderen in der Runde ebenfalls lustig finden, darf man auch die übelsten Frauen- oder Männerwitze erzählen. Aber wenn sich jemand in der Runde wehrt, sollte man das akzeptieren und aufhören. Pfister: Ich finde aufgeplusterte Machos schwierig. Männer, die so auftreten, als wären sie der Chef. Neira: Aber solche Typen nimmt doch niemand mehr ernst. Wenn mir so einer begegnet, halte ich Abstand, und gut ist. Gaspari: Was aus meiner Sicht gar nicht mehr geht: Im Sommer mit runtergelassenen Scheiben aus dem Auto den Frauen nachpfeifen. Oder Typen, die ­ihren Frauen auf der Rolltreppe am Hintern rumfummeln. So was finde ich besitzergreifend und herabsetzend. Da werden Frauen wie Freiwild behandelt – und ich kann mich noch gut ­erinnern, wie sich das anfühlte. Kunz: Aber die Männerdominanz hat schon nachgelassen, wenn ich etwa zurückdenke an meinen Vater. Er sagte, wofür das Geld zu verwenden sei, und wenn mittags die Nachrichten im Radio kamen, musste absolute Stille herrschen. Gut, wir waren neun Kinder, da braucht es eine gewisse Strenge. Aber in dem Mass ­würde das heute zu Recht nicht mehr akzeptiert. Küffer: Und dennoch bezweifle ich, dass wir an einem viel bes­ seren Ort sind als früher. Es gibt auch heute noch Familien, die schauen müssen, dass genug ­Essen auf den Tisch kommt, und wo der Mann der Chef ist. Die wirtschaftlichen Umstände ­wirken sich auch auf die soziale Situation aus. Šabanović: Ich habe einen zwei Jahre älteren Bruder, der mehr oder weniger wie ich aufgewachsen ist, aber mit seiner Frau noch ein eher traditionelles ­Rollenmodell lebt. Ich staune oft, aber die wollen das so. Allerdings arbeiten sie beide, und sie kann schon auch gegen ihn austeilen, das wäre wohl vor 20, 30 Jahren noch nicht möglich gewesen.

Umgang mit Frauen

42 | 7.11.2022 | MÄNNER

Ein deutscher Autor konstatierte in einem Buch zum ­Thema, dass sich Begegnungen mit Frauen heute manchmal anfühlten, als würde man mit einer Augenbinde über ein ­Minenfeld laufen – ein falsches Wort, schon explodiert was. Wie erleben Sie das im Alltag? Küffer: So eine Aussage kann wirklich nur von einem Mann stammen (allgemeine Heiterkeit). In den reichen Industrieländern hat sich eine Gesellschaft ent­ wickelt, in der privilegierte Männer es gewohnt sind, keinen Widerständen zu begegnen. Nun plötzlich funktioniert das nicht mehr ganz so wie gewohnt, und sie fühlen sich gekränkt. Das ist doch lächerlich. Neira: Für mich sind das Stereotypen: der weisse privilegierte Mann, der Macho, die Rückständigen. Dabei haben Frauen auch früher schon ausgeteilt. Wenn sich mein Vater bedienen lassen wollte, fand meine Mutter: Du kannst dir selbst einschenken! Der Umgang miteinander ist schon lange viel vielfältiger. Eher einverstanden bin ich ­damit, dass gewisse sexistische Sprüche heute weniger gehen. Pfister: Als ich früher in Appenzell Ausserhoden gearbeitet habe, hörte ich von den Frauen öfter: Weisst du, die Männer dürfen an die Landsgemeinde, wir nicht. Aber wir sagen dafür zu Hause, wo es langgeht. Das gilt teils heute noch.


MÄNNER | 7.11.2022 | 43

Kunz: Es gab schon immer ­beides: Frauen, die sich wehrten, und Frauen, die sich alles gefallen liessen. Ich kann gern noch erzählen, wie ich selbst mal ­wegen so etwas in Schwierigkeiten geraten bin. Während einer Sessionspause 2006 ging ich an eine Viehschau, und eine «Blick»-Journalistin fragte, ob sie mitkommen dürfe. Vor Ort fragte sie, auf was man denn so schaue, wenn man eine Kuh ­kaufe. Ich sagte, das sei etwa ­ähnlich wie bei einer Frau: der Gesamteindruck, die Beine, die Haut und … (nicht zu verstehen vor lauter Gelächter im Raum). Es gab dann einen riesigen ­Medienrummel: Der Kunz vergleicht Frauen mit Kühen, ist der noch tragbar? SP-Nationalrätin ­Chantal Galladé, mit der ich in der gleichen Kommission sass, verteidigte mich dann. Am Ende habe ich das unbeschadet überstanden, aber es zeigt: Schon damals war man solchen Themen gegenüber sensibel.

Oscar Neira (45) arbeitet im Verkauf und Marketing einer Softwarefirma. Er lebt mit ­seiner Partnerin, einem Hund und zwei Katzen in Uetikon am See ZH. Neira ist mit s­ panischen Wurzeln in der Schweiz geboren und aufgewachsen. Er sympathisiert mit der Libertären Partei.

Aber ist denn nun der Umgang mit Frauen schwieriger geworden oder nicht? Gaspari: Mir scheint schon, dass junge Männer etwas ver­ unsicherter sind, weil Frauen heute eher zurückgeben und ­klare Grenzen setzen. Wer sich das früher schon getraut hat, wurde schnell als Kampflesbe oder Ähnliches abgetan. Pfister: Dass es diese Verun­ sicherung gibt, illustrieren auch gewisse Seminarangebote für Männer: Da geht man zusammen in den Wald mit einem Coach, der einem zur Männlichkeit zurück helfen soll – man schreit rum, wälzt sich im Schlamm, kämpft miteinander … Küffer: Also wenn es etwas gibt, das Männer nicht mehr tun ­sollten, dann sich verunsichert in Banden zusammenrotten und seltsame Sachen machen – das ist historisch immer schiefgegangen. Es mag ja sein, dass es da und dort komplizierter ­geworden ist mit den Frauen, dennoch sind wir weit entfernt von einer Gleichberechtigung oder Gleichbehandlung. Šabanović: Persönlich bin ich recht zufrieden mit der Entwicklung der vergangenen Jahre.

­ rüher fühlte ich mich bei einem F Date unter Druck, wenn der ­Moment kam, wo klar war, jetzt müsste ich sie küssen – ich empfand mich dabei immer ein Stück weit als übergriffig. Es ist eine enorme Erleichterung, heute erst zu fragen, ob das okay ist. Kunz: Ich finde dennoch, wir müssen aufpassen, dass es die ­Gesellschaft nicht übertreibt. Natürlich gibt es Grenzen, an die man sich halten muss. Aber viele getrauen sich auch harm­ lose Berührungen kaum mehr aus Angst, dann gleich eines ­sexuellen Übergriffs beschuldigt zu werden. Ich denke, dass dadurch auch etwas verloren geht. Küffer: Gleichzeitig dürfen wir nicht unterschätzen, wie oft ­solche Übergriffe passieren. Und dass viele Frauen in konstanter Angst davor leben, wenn sie etwa spät abends nach der Arbeit ­allein nach Hause müssen. Es kann ja sein, dass ein Mann beim Zusammensitzen eine beiläufige Berührung ganz harmlos meint, aber die Frau sich sofort fragen muss, ob er es als Ein­ ladung für mehr auffasst, wenn sie es einfach geschehen lässt.

Nic Gaspari (48) ist Pfleger und lebt im Kanton Luzern. Der Transmann ist g­ eschieden und hat einen Sohn; ­inzwischen ist er in einer neuen ­Be­ziehung. Politisch sieht er sich ­mitte-links.

Ist es eigentlich für alle selbstverständlich, vor einem Kuss zu klären, ob das okay ist? Gaspari: Also ich frage auch immer … Pfister: Bei mir passiert das einfach. Manchmal bin ich auch zu langsam, und sie macht den ersten Schritt. Und so sollte es doch sein. Neira: Als Jugendlicher war ich wohl einer dieser typischen Macho-Secondos – die, die heute als toxisch gelten. Und ich habe damals schon alles erlebt: Der ­einen sah ich rasch in die Augen, bewegte mich etwas zu ihr – und wenn sie dann nicht zurückschreckte, kams zum Kuss. Bei anderen habe ich gefragt. Einmal hat sich eine am Tag danach ­gewundert, weshalb ich am Vorabend gezögert habe weiterzumachen. So anders scheint mir das heute nicht zu sein. Aber heute sind Sie kein ­ Macho mehr? Neira: ( lacht) Aus damaliger Sicht wohl nicht, aus heutiger für einige vielleicht immer


MännerFeindlichkeit

44 | 7.11.2022 | MÄNNER

noch. Aber, dass ich seit 15 Jahren in einer Beziehung bin, hat sicherlich einiges verändert. Man wird älter und reifer und weiss, dass man nicht mehr überall rumschreien sollte. Das Testosteronlevel war damals bestimmt höher. Der weisse, alte, heterose­xuelle Mann ist das neue Feindbild unserer Zeit. Fühlen Sie sich da manchmal auch angegriffen? Šabanović: Eine feministische Freundin sagte kürzlich zu mir, ich sei ein privilegierter Mann. Dabei bin ich in der unteren Mittelschicht aufgewachsen und habe Migrationshintergrund. Dass sie mich mit allen in denselben Topf wirft, geht nicht. Es müssen nicht alle Männer ­dafür geradestehen, was einzelne Männer Frauen angetan haben. Küffer: Die Diskussion über weisse Privilegien ist stark aus den USA beeinflusst. Ganz viele Migranten in der Schweiz sind weiss und trotzdem extremer Diskriminierung ausgesetzt. Und wer aus den untersten Einkommensklassen kommt, dem bringen die Attribute Mann und weiss nur begrenzt etwas. Šabanović: Höchstens noch bei einer Polizeikontrolle. Neira: Wir sind hier nun mal in Mitteleuropa und überwiegend weiss, so wie Menschen andernorts überwiegend schwarz sind. Jemandem Vorwürfe zu machen, weil er weiss ist, finde ich etwas vom Dümmsten. Das grenzt an Rassismus.

Ist es gar männerfeindlich? Neira: Tatsächlich fühlte ich mich anfänglich angegriffen. Mittlerweile finde ich es aber nur noch lächerlich. Šabanović: Zug, wo ich wohne, hat einen Ausländeranteil von fast 30 Prozent. Wenn ich Regierung und Parlament anschaue, fühle ich mich nicht repräsentiert – es gibt dort niemanden, der meine Lebenswelt versteht. Küffer: Es geht doch darum, dass es eine gesellschaftliche ­Position gibt, die sich als selbstverständlich und normal anschaut – und alles andere ist eine Abweichung davon. Dafür steht die Bezeichnung «alter, weisser Mann», ich empfinde das nicht als männerfeindlich. Gaspari: Und alles, was von dieser Norm abweicht, wird noch immer bekämpft und ab­ gewertet. Kunz: Je mehr Minderheiten es gibt, desto mehr Toleranz brauchen wir. Wir müssen akzeptieren, dass wir anders leben als unsere Nachbarn und uns ­gegenseitig in Ruhe lassen. Küffer: Diskriminierung ist doch immer an etwas geknüpft: den Kampf um den Kuchen. Am Schluss stellt sich immer die Frage: Wer muss den Scheissjob machen? Und dann braucht man Gründe, diese Jobs jemandem zuzuordnen. Daher stammen die Kategorisierungen, etwa dass sich Frauen von Natur aus für die Pflege eignen und kräftige Ausländer für den Bau. Neira: Ich finde, wir leben heute in einer Welt des extremen I­n­di­vi­dualismus. Alle wollen ihre Einzigartigkeit zelebrieren und dem Gegenüber mittels Staats­ gewalt aufdrücken. Deshalb ist dieser heutige Feminismus keine soziale, sondern eine politische Bewegung, bei der es um poli­ tische Macht geht. Frauen sind Männern in der Schweiz gesetzlich gleichgestellt und haben im Job dieselben Chancen. Pfister: Andererseits beobachte ich auch eine gewisse Gleichförmigkeit. Viele stehen morgens auf, fahren zur Arbeit, kommen um 17 Uhr wieder nach Hause, gehen noch etwas in ihren Garten oder vor den TV und gehen schlafen. Ein Haus, zwei Kinder, genügend Lohn – mehr scheinen

viele nicht zu brauchen, um ­zufrieden zu sein. Manchmal wundere ich mich darüber, denn es wäre doch noch so viel mehr möglich. Šabanović: Es ist halt nicht für alle leicht, aus ihrem Umfeld auszubrechen. Als Teenie ging ich gern mit meiner Gitarre an den See, barfuss und mit langen Haaren. Hin und wieder pöbelten mich dabei Gruppen von ­Secondos an, was ich denn für ein seltsamer Bosnier sei. Dahinter spürte ich aber auch immer ­etwas Neid, weil ich mich indivi­ duell entfaltet und von meiner Familie emanzipiert habe. Dieses Auftreten in homogenen Gruppen war für sie Schutz und Rechtfertigung gleichzeitig. Küffer: Ein schönes Beispiel ­dafür, dass wir Männer es verschlafen haben, uns ebenfalls zu emanzipieren. Wir bleiben vielfach in diesen alten Rollenbildern gefangen und leiden darunter – nur realisieren wir es nicht.

Hans-Ulrich Pfister (57) ist Inhaber einer ­Gartenbaufirma mit fünf A ­ ngestellten in Herrliberg ZH. Pfister ist bisexuell, Vater einer Tochter, derzeit in Scheidung, aber bereits in einer neuen B ­ eziehung mit einer Frau. Politisch steht er mitte-links.

Das heisst, auch Männer könnten von der Frauenbewegung profitieren? Küffer: Ganz klar. Gaspari: Dann müsste die emanzipierte Frau aber auch ­bereit sein, einem Mann seine weiche Seite zuzugestehen. Stattdessen heisst es oft: Der hat wohl noch nicht gemerkt, dass er schwul ist. Pfister: Viele haben nie gelernt, diese Seite auszuleben. Obwohl es heute möglich ist. Küffer: Es sind aber nicht nur Frauen, die dies zulassen müssen, sondern auch die ­Berufswelt. Frauen haben trotz ­Patriarchat und Sexismus ein Glück: Sie dürfen ihre Gefühle ausleben, mit ihren Kindern ­kuscheln und weinen. Und die männliche Rolle ist: rausgehen und das harte Leben ohne ­Murren zuertragen. Neira: So ein Unsinn, das sind doch alles Klischees, es gab schon immer femininere Männer und maskulinere Frauen, die das auch ausgelebt haben. Ich sehe keinen Emanzipations­ bedarf bei den Männern. Sehen Sie einen Zusammenhang zwischen dem Trend zum sensibleren Mann und den


Politische Folgen

MÄNNER | 7.11.2022 | 45

politischen Erfolgen von Machos wie Donald Trump, Jair Bolsonaro oder Viktor Orban? Zeigt sich darin eine Gegenbewegung? Neira: Wir müssen schon auf­ passen, was wir da hineininter­ pretieren. In der Politik gibt es zwei Typen: Der eine handelt aus Überzeugung und will Dinge verändern, der andere will ein­ fach Macht und erzählt, was die Menschen hören wollen – wie Trump, Bolsonaro und Orban, aber auch Linkspopulisten. Der­ zeit ist die Bevölkerung gewisser Länder einfach sehr empfäng­ lich für Populisten. Küffer: Aber die rechten Popu­ listen werden doch gestützt durch Antifeminismus. Zumin­ dest bei Trump ist es eindeutig: Gegner werden verweichlicht und feminisiert. Seine Stamm­ wählerschaft besteht aus ver­ unsicherten Männern. Neira: Es haben ihn immerhin 74 Millionen Menschen gewählt, das waren nicht nur verunsi­ cherte Männer. Gaspari: Klar ist: Unter Trump haben sich die USA in Geschlech­ terfragen, bei der Emanzipation und Gesundheitsfragen zurück­ entwickelt. Viel schlimmer aber ist die Lage in China oder Russland, wo Feminismus oder LGBTQ-Rechte gleich im Keim erstickt werden. Šabanović: Oder in einigen ­Ländern Osteuropas. Trotzdem glaube ich nicht, dass die Mehr­ heit der Bevölkerung in den ­Demokratien quasi zurück in die Zeit der alten Geschlechter­ rollen will. Für den Erfolg die­ser Politiker spielen auch ­viele ­andere Aspekte eine Rolle.

Josef Kunz (77) ist pensionierter Landwirt und ehemaliger SVP-Nationalrat aus Grosswangen LU. Er ist seit 50 Jahren verheiratet, hat vier Söhne, acht Grosskinder und ein Urgrosskind. Politisch ist er konservativ, bezeichnet sich jedoch als «dynamischen SVPler».

Zum Schluss noch etwas Persönliches: Wie ähnlich sind Sie Ihren Vätern? Und gibt es Dinge, worum Sie Männer in ­einem anderen Alter beneiden? Šabanović: Mein Vater ist ein aufrichtiger Mann mit Haltung, der sich immer wieder neu er­ finden konnte. Ich glaube, darin ähneln wir uns, auch wenn ich offener und kommunikativer bin. Ich beneide ältere Männer darum, dass sie alle noch ein ­eigenes Haus kaufen konnten. Kunz: Mein Vater war ein sehr strenger, gläubiger Mann, der mir ein paar gute Ratschläge mitgegeben hat, aber allzu ähnlich sind wir uns nicht. Ich ­beneide junge Männer, dass sie heute viel mehr Entfaltungs­ möglichkeiten haben. Gaspari: Ich weiss fast nichts von meinem Vater, ausser dass er zu seiner Meinung stand. Da ähneln wir uns. Ich beneide die Jungen, dass der Kampf um Ak­ zeptanz, etwa als Transmensch, einfacher geworden ist. Und die Älteren um ihre Erfahrung. Pfister: Ich ähnle mehr meiner Mutter, die war auch ein Para­ diesvogel. Ich beneide nieman­ den, aber ziehe den Hut vor den Älteren. Die mussten chrampfen, um am Sonntag einen Zopf zu kaufen, während heute schon junge Menschen in ihrer eige­ nen Wohnung leben. Neira: Auch ich ähnle eher mei­ ner Mutter, aber die Tiefenent­ spanntheit habe ich von meinem Vater. Die Jungen beneide ich nicht – im Gegenteil. Ich wuchs in einer Zeit ohne Facebook auf, in der man noch Mist bauen durfte, ohne dass die ganze Welt davon erfuhr. Und verglichen mit uns finde ich die Jungen heute etwas verweichlicht. Küffer: Mein Vater ist ein für­ sorglicher, loyaler und selbst­loser Mensch, und ich versuche, mich an ihm zu orientieren, was mir leider etwas zu wenig gelingt. Ich beneide die Älteren um ihre Stabilität und die Zukunftsaus­ sichten, die sie damals hatten. Mein Vater ist italienischer ­Secondo und hat es mit Arbeit in die Mittelschicht geschafft. Ich bin 41 und weiss gerade mal, wie ich die nächsten sechs Monate Geld verdienen werde. Die Jun­ gen beneide ich um ihre Zeit. MM

Simon Küffer (41) alias Rapper Tommy Vercetti lehrt an der Berner Hochschule der Künste Bern, ist in einer Beziehung und Vater ­zweier kleiner Kinder. Er lebt in Bern und bezeichnet sich politisch als «links aussen».


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KOLUMNE | 7.11.2022 | 49

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Sprechendes Partyfilet STADT, LAND, STUTZ Es soll ja verschie­ dene Love Languages geben. Also Arten, ­seine Liebe auszudrücken. Zum Beispiel über Worte, körperliche Nähe oder Hilfsbereit­ schaft. Die meisten Menschen sprechen vor allem eine Love Language – in Beziehungen kann es sich also lohnen zu wissen, welche Liebessprache der Partner oder die Partnerin versteht. Aber natürlich gibt es auch in Fami­ lien unterschiedliche Love Languages, und in meiner war das immer Essen. Das liegt an meiner Mutter, die ein echter Foodie ist. Sie kocht und experimentiert gerne, probiert neue Rezepte, Produkte und Länderküchen aus. Ich lernte ungefähr gleichzeitig, mit Stäbchen zu essen wie mit Messer und Gabel. Waren mein Bruder oder ich krank, wurden wir mit Wohlfühl-Food ge­ heilt, was damals wohl Brätchügeli waren. Kam meine Mutter vom Einkaufen zurück, lag stets irgendeine Produktneuheit in der

Lisa Stutz (29) sucht die Balance zwischen urban und ländlich. Und pickt von beidem das Beste heraus.

Tasche, die es zu probieren galt. Joghurt mit Smarties? Top! Feta-Pflaumen-Dip? Flop! Bis heute ist es Tradition, dass wir uns zu besonderen Anlässen ein Essen wünschen dürfen. Und weil wir unverbesserliche Nostalgiker sind, wünschen wir uns stets die bewährten Mami-Klassiker. Zum Beispiel ein Gericht namens Omelette-Chueche (ein Turm von Omeletten mit Gehacktem dazwischen), das Partyfilet mit GrossmuettiReis (Filets mit Ketchup-Schlagrahmsauce und Weisswein-Reis nach Rezept meiner Grossmutter) oder Mango-Chutney-Toast (Poulet-Minifilets, angebratene Bananenstücke, Mango-Chutney-Sauce und Petersilie auf knusprigem Toastbrot). Neulich durfte ich wieder ein Abendessen wünschen. Es gab Kürbissuppe, Partyfilet mit Grossmuetti-Reis, danach Coupe Däne­ mark. Meine Mutter hatte gesprochen, und ich ass ihre ganze Liebe auf. MM

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Ein neues Leben in der Karibik Text: Ralf Kaminski

Boutiquehotels Sonrisa Bonaire an der Westküste der Insel eine münd­ liche Zusage. Acht Tage pro Woche arbeiten

«Ich war da ehrlich gesagt noch nicht so sicher, ob ich das mitmachen will», sagt Harder. Die 49-Jährige, die beim Migros-Betrieb Jowa AG als Kom­ munikationsleiterin arbeitete, brauchte noch etwas Zeit. «Aber als dann der Businessplan stand, war auch ich überzeugt.» Sie habe zuvor ohnehin alle sieben Jahre ihren Job gewechselt, und nun war es also wieder mal so weit. Kurz vor Weihnachten 2021 stand auch die Finanzierung. «Wir brachten zwar einiges Eigenkapital mit, aber das ganze Projekt kostet rund

zwei Millionen Franken», so Stocker. Noch im Dezember kündigten die beiden ihre Jobs, dann gab es kein ­Zurück mehr. Sie erledigten sämtlichen Papierkram, kauften einen ­riesigen Schiffscontainer und be­ gannen, ihre bis dahin noch getrennten Haushalte in Frauenfeld TG und Rudolfstetten AG zu sortieren: Was soll mit, was kann weg? Daneben luden sie kiloweise Schweizer Lebensmittel ein: Schokolade, Konfitüre, Wein und Kaffee. Ausserdem Kühlvitrinen und anderes Material fürs Betreiben eines Hotelrestaurants – nach einer hilfreichen Beratung durch Schweizer Gastro­ experten. «Am Ende war der Container bis auf die letzte Ritze gefüllt.» Am 12. April landeten sie in Bonaire –

Bilder: Tourism Corporation Bonaire, Shutterstock, zVg

Ans Auswandern hat Beat Stocker ­eigentlich gar nie gedacht. «Im Grunde bin ich ein typischer Bünzli – und oft genug gereist, um zu wissen, wie gut wir es in der Schweiz haben.» Aber der 53-jährige regionale Ausbildungsbeauftragte eines grossen Industriekonzerns fühlte sich in seinem Beruf nicht mehr herausgefordert. Da er schon länger davon geträumt hatte, mal ein kleines Hotel zu führen, machte er vor ein paar Jahren nebenher noch eine Gastroausbildung. Doch was fehlte, war ein adäquates Hotel. Mit seiner Partnerin Corinne Harder sah er sich in der ganzen Schweiz um. «Aber es passte nie. Und wenn mal was infrage kam, überstieg es unsere finanziellen ­Möglichkeiten.» Auch im näheren Ausland fand sich nichts. Doch als die beiden im September 2021 wieder mal Tauchferien auf der Karibikinsel Bonaire planten, entdeckten sie, dass dort einige kleine Hotels zum Verkauf standen. «Schliesslich verbrachten wir die zwei Wochen nicht so sehr unter Wasser, sondern damit, Hotels an­ zuschauen», erzählt Harder lachend. Und noch vor der Heimreise gab ­Stocker dem Verkäufer des kleinen

Beat Stocker träumte schon lange davon, ein kleines Hotel zu führen. Nun ist er auf der Karibikinsel Bonaire fündig geworden. Mit seiner Partnerin Corinne Harder ist er im Frühling dorthin ausgewandert.


AUSWANDERN | 7.11.2022 | 51

Links: Die Karibikinsel Bonaire ist ein Paradies für Wasser- und ­Naturfans. Rechts: Das Hotel Sonrisa Bonaire steht seit ein paar Monaten unter Schweizer Leitung.

Es war ihre Tauch­ leidenschaft, die Beat Stocker und Corinne Harder nach Bonaire ­geführt hat.

und arbeiten seither ununterbrochen. «Acht Tage in der Woche», scherzt Beat Stocker. «Obwohl es viel mehr Arbeit ist als je zuvor, ist es weniger stressig – und macht Spass.» Als Erstes haben sie das Restau­ rant erweitert. «Unter dem früheren Betreiber, der auf Bonaire hauptbe­ ruflich eine Windsurfschule betreibt und vor allem solche Gäste beher­ bergte, gab es nur gerade vier Tische. «Wenn die besetzt waren, mussten die anderen Gäste halt warten», erzählt Harder. Inzwischen hat es genügend Tische und Stühle für die maximal

22 Gäste, und neben dem Frühstück gibts auch Abendessen, darunter je­ weils am Freitag einen Fondueabend, zu dem auch immer wieder Einhei­ mische vorbeikommen. Den Schweizer Käse dafür bekom­ men sie auf der Insel in spezialisier­ ten Läden. «Es muss hier ohnehin ­alles importiert werden, auf der Insel selbst entsteht fast nichts.» Das Leben auf Bonaire ist deshalb gar nicht so günstig. «Billiger zwar als in der Schweiz, aber Deutsche zum Beispiel finden es oft eher teuer.» Schokolade auf dem Kopfkissen

Sie mussten aber auch lernen, dass kaum jemand Butter und Konfitüre zum Frühstück wollte. Dabei hatten sie beides kiloweise im Container transportiert. Dafür kommt die Scho­ kolade gut an, die sie jeweils zur Be­ grüssung aufs Kopfkissen legen – und die die lange Zeit im Schiffscontainer auf wundersame Weise ohne zu schmelzen überstanden hat. Die ersten Hotelgäste empfingen Stocker und Harder am 6. Mai. Zuvor

gab es noch viel Bürokratiekram zu erledigen. «Aber insgesamt lief das ziemlich reibungslos. Die Leute hier sind sehr freundlich, wenn auch nicht ganz so effizient wie in der Schweiz.» Der Standard sei vergleichsweise hoch, weil Bonaire, das rund 120 Kilo­ meter vor der Küste Venezuelas liegt, offiziell zu den Niederlanden gehöre. «Korruption wie andernorts in der Karibik gibts hier nicht.» Gesprochen wird Holländisch und Papiamentu, ein portugiesisch-spanischer Dialekt. Zwar komme man mit Englisch gut durch, Harder möchte dennoch als nächstes Holländisch lernen. Seit der Eröffnung sind sie recht gut gebucht. «Viele finden uns online, wir sind auf allen grossen Reiseplattformen und sozialen Medien präsent», sagt Harder. Sie ist fürs Back­office zuständig, während sich ­Stocker vorwiegend um die Besucherinnen und Besucher kümmert, gemeinsam mit der zweiköpfigen Crew. Neben vielen Gästen aus den Niederlanden und der Schweiz buchen Leute aus aller Welt. «Bonaire ist eine Insel für Wasserund Naturfans», sagt Harder. «Auf der Westseite kann man wunderbar tauchen und schnorcheln, auf der


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AUSWANDERN | 7.11.2022 | 53

Kühlvitrinen und Migros-Konfi ­haben sie aus der Schweiz mitgebracht.

stundenlang mit ihren Motorrädern über die Insel knattern.» Die Arbeit wird den beiden so schnell nicht ausgehen. Anfang September liessen sie die Zimmer nach und nach renovieren. Zudem haben sie neben dem Hotel ein ähnlich ­grosses Stück Land gekauft, auf dem ihr Wohnhaus entstehen soll. Ostseite hats viel Wind zum Surfen oder Kiteboarden.» Zudem könne man Vögel beobachten, Höhlen erkunden oder mit Kayaks Mangrovenwälder durchfahren. Und es ist immer warm. «Wenns nachts mal kühl wird, haben wir noch immer 26 Grad», so Stocker. Wer Rambazamba suche, sei hier zudem fehl am Platz. «Spätestens um 22 Uhr ist hier fast alles zu. Es gibt für die Jungen so wenig zu tun, dass sie abends manchmal vor lauter ­Langeweile

Cervelat, Fleischkäse und Freunde

Bisher wohnen sie in einem Zimmer ihres eigenen Hotels. «Es gab aber auch schon Zeiten, wo wir so gut gebucht waren, dass wir in ein anderes Hotel oder zu Freunden ausweichen mussten», erzählt Stocker und lacht. Harder hofft, im Frühling ins neue Haus umziehen zu können, Stocker rechnet eher mit kommendem Herbst. Vermissen sie etwas aus der Schweiz? «Cervelat», seufzt Stocker sehnsüchtig. «Und Fleischkäse», ergänzt Harder. Ausserdem natürlich

ihre alten Freunde. Was sie hingegen nicht vermissen: den stressigen ­Strassenverkehr, die oft unentspannte Hektik. «Das ist hier schon ganz ­anders.» Und natürlich lieben sie es, wenn sie Zeit haben, spontan tauchen zu gehen – das, was sie 2017 erstmals auf die Insel geführt hatte; nichtsahnend, dass sie hier dereinst mal leben würden. Alt werden wollen sie auf Bonaire aber nicht. «Wir planen, das jetzt mal bis zu meiner offiziellen Pensionierung zu tun», sagt Stocker, «dann sehen wir weiter.» Ihre Pensions­ kassen in der Schweiz haben sie nicht aufgelöst – und damit ein ­gewisses finanzielles Sicherheitsnetz für eine Rückkehr im Alter behalten. Aber das ist alles noch weit weg. Vorerst sind sie voll und ganz mit ihrem karibischen Abenteuer beschäftigt. MM Infos: sonrisa-bonaire.com

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FINANZEN | 7.11.2022 | 55

«Wie kann ich Ende Jahr Steuern sparen?» FRAGE Mein Kollege meinte, ich könne jetzt, da das Jahresende naht, noch Steuern optimieren für 2022. Was gibt es für Möglichkeiten? ANTWORT Ja, da hat ihr Kollege recht. Vor dem Jahresende gibt es den einen oder anderen Kniff, wie man steuerlich besser dasteht. «Die Ausgaben abziehen und das Einkommen verringern» heisst die Devise. Und wenn Sie Hausbesitzer sind, winken noch mehr Möglichkeiten. Hier eine unvollständige Übersicht mit konkreten Tipps: Rund um die Vorsorge

Vor Jahresende den Maximalbetrag in die Säule 3a einzahlen. Wenn Sie erwerbstätig sind, zahlen Sie am ­besten vor Mitte Dezember den Maximalbetrag von 6883 Franken ein, um diesen von den Steuern absetzen zu können. Online-Einzahlungen können Sie etwa bei der Migros Bank sogar noch bis zum 29. Dezember tätigen. Auch die Pensionskassen-Einzahlungen können vom steuerbaren Einkommen abgesetzt werden. Sie

können sie je nach Planung auf mehrere Steuerperioden legen. Da hier einige Punkte zu beachten sind, lohnt sich die vorgängige Beratung. Wichtig ist auch das Vorgehen bei Kapitalbezügen: Stehen Sie kurz vor der Pensionierung, sollten Sie allfällige Bezüge aus der Säule 3a, der Pensionskasse und dem Freizügigkeitsguthaben gestaffelt beziehen und auf mehrere Steuerperioden aufteilen. Alle Abzüge mit Belegen

Nur schon wenn Sie alle Abzüge geltend machen, nutzen Sie ein grosses Optimierungspotenzial. Aber Achtung, Sie müssen diese auch belegen können. Um kurzfristig Steuern zu optimieren, können Sie Spenden an eine sinnvolle Organisation in Betracht ziehen oder eine Weiterbildung vorzeitig bezahlen. Ebenfalls abzugsfähig sind Gesundheitskosten, die nicht von der Krankenkasse getragen werden. Voraussetzung: In den meisten Kantonen müssen sie fünf Prozent des Reineinkommens (Nettoein-

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Im Liegenschaftsunterhalt kann man Unterhaltskosten vorziehen oder hinausschieben, je nach Stand. Viele Kantone lassen pro Liegenschaft jährlich die Wahl zwischen Abzugspauschale und effektiven Kosten. In vielen Kantonen ist auch der Unternutzungsabzug möglich, falls ihre Kinder ausgezogen sind oder der Lebenspartner gestorben ist. Und Investitionen zum Energiesparen lohnen sich jetzt nicht nur wegen steigender Energiepreise, sie können bei Wertvermehrung auch in den meisten Kantonen vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden. TIPP Wenden Sie sich an Ihre Bank-

beraterin oder Ihren Bankberater, um im Detail zu erfahren, was Sie beachten sollten. MM

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AUSBILDUNG | 7.11.2022 | 57

Wenn Lernende den Laden schmeissen Vom Regale-Auffüllen bis zur Marktleitung: Zwei Wochen lang managten Lernende den MigrosSupermarkt in Gebenstorf AG im Alleingang. Unser Autor arbeitete einen halben Tag mit. Text: Ralf Kaminski

Bilder: Daniel Winkler

«Magst du Pilze?», will Najib Nazari wissen. Ich schaue auf einen hohen Turm von Paletten voller Pilze und nicke. «Gut, die sind ziemlich einfach», sagt der 19-jährige Ler­ nende, der diese Woche in der Migros Gebenstorf für die Gemüse- und Früchteabteilung verantwortlich ist. Und somit auch dafür, dass alle Gestelle und Kühlregale gut gefüllt sind mit Produkten, bevor die Kundschaft um 8 Uhr den Laden stürmt. Doch es ist schon fast 8, und es gibt noch viel zu tun. «Wir sind heute

Najib Nazari­­ e­rklärt Ralf Kaminski, wie Pilze korrekt und attraktiv angerichtet werden sollen.

ein bisschen spät dran, weil ein Kollege krank ist», erklärt er. Deshalb hilft es, wenn er mir Neuling nicht zu viel erklären muss und selbst ­weitermachen kann mit der Arbeit. Es ist tatsächlich nicht so schwierig, weil es eine begrenzte Anzahl Pilzsorten gibt. Die eiserne Regel, die auch für alle anderen Gestelle und Regale mit Lebensmitteln gilt: Die Produkte mit dem nahesten Ablaufdatum zuvorderst und zuoberst, die anderen weiter hinten und unten. Falls etwas, das noch vom Vortag


AUSBILDUNG | 7.11.2022 | 59

Livia Egli verant­wortet eine Woche lang die Molkereiabteilung.

übrig ist, nicht mehr schön aus­ sieht: rausnehmen. Ich mache mich ans Werk, während sich Najib Paletten mit Salaten und Broccoli zuwendet. Weisse Champignons, braune Champignons, gemischt, Bio, «Aus der Region», offen, verpackt: Alle Varianten müssen nach ­Datum sortiert am richtigen Ort hübsch angerichtet werden. Ich gebe mir Mühe, bin aber natür­ lich viel langsamer als die Profis.

Liechti (34), der im Hintergrund stets präsent ist, deponiert er die Scheine im Safe und holt sich von dort den Gegenwert in Münzen für die Kasse. Alle vier Lernenden sind sich einig: Diese zwei Wochen sind nicht nur lehrreich, sondern ­machen richtig Spass. Dennoch waren sie ab und zu ganz froh, Marktleiter Liechti um Rat fragen zu können.

Führungsluft schnuppern

Der wiederum ist äusserst zu­ frieden mit den Lernenden. «Es läuft wirklich sehr gut, ­obwohl einiges für sie ganz an­ ders ist, als sie es gewohnt sind.» Zu Beginn hätten sie manchmal zu viel oder zu wenig Pro­ dukte bestellt, weil sie die Menge für diese Filialgrösse nicht rich­ tig einschätzen konnten. «Aber das waren nur Kleinig­keiten, und sie sind wirklich m ­ otiviert und initiativ», sagt Liechti, der einst selbst seine Lehre bei der Migros gemacht hat. ­Neben ihm sind jeweils zwei wei­tere ­reguläre Mitarbeitende im Ein­ satz, für Unterstützung oder Notfälle; die anderen ­ar­beiten temporär in anderen Filialen oder nutzen die Gelegenheit für Ferien. Auch den Kundinnen und Kunden ist aufgefallen, dass derzeit etwas anders ist als üblich. Statt des regulären Personals hatte es plötzlich lauter unbekannte junge Leute. «Es kamen einige Fragen und Kommentare», sagt Marktleite­ rin Selennur, «aber immer ­wohlwollend – es gab sogar schon Komplimente.» Für alle vier ist klar, dass sie nach der Lehre in der Migros weitermachen, sich weiterbilden und Führungspositionen anstre­ ben möchten. Schon jetzt wollen sie schauen, dass sie nach der Rückkehr in ihre Filialen etwas verantwortungsvollere Aufga­ ben übernehmen dürfen. Besonders ambitioniert ist Najib, der einst als Minderjähriger ­allein aus Afghanistan geflüchtet ist: «Mein Traum ist, irgend­ wann Stellvertreter von Fabrice Zumbrunnen zu werden» – dem Konzernchef der Migros. MM

Zuvor hatte ich dasselbe schon eine Stunde im Molkerei-Regal getan. Danach helfe ich noch beim Convenience-Kühlregal mit, Produkte zu identifizieren, die heute ablaufen: Sie bekom­ men mithilfe eines Scanners und eines Minidruckers alle einen neuen Preiskleber und sind um einen Drittel günstiger zu ­haben. An jedem Ort sind es ­Lernende, die mir erklären, was ich zu tun habe, und mir auf die Finger schauen, ob ich es auch richtig mache. Denn seit zehn Tagen ist die Migros Gebenstorf fest in der Hand von 15 jungen Leuten in Ausbildung – wie noch drei ­weitere Filialen der Migros-­ Genossenschaft Aare. Die «Next Generation Weeks» sollen den Lernenden zwei Wochen lang Gelegenheit geben, Führungs­ luft zu schnuppern und Aufga­ ben kennenzulernen, die ihnen sonst erst später oder nach der Lehre begegnen würden. Selennur Yöney (17) ist diese Woche Marktleiterin, verant­ wortet also gleich die ganze

«Es läuft sehr gut, die Lernenden sind wirklich motiviert und initiativ.» Michel Liechti Marktleiter Migros Gebenstorf

Komplimente der Kundschaft

­ iliale. Kurz vor 10 läuft sie mit F prüfendem Blick durch den ­Supermarkt und schaut, ob alle ­Regale korrekt eingeräumt ­wurden und attraktiv aussehen. «Da wurden zu viele Trauben aufgeschichtet, das ist nicht gut. Die reagieren sehr empfindlich auf Druck», erläutert sie und macht sich eine mentale Notiz. «Wichtig ist auch, auf Lücken zu achten. Das sind Produkte, von denen wir keinen Nachschub be­ kommen haben, und wir müssen klären, was los ist.» Alles in allem ist sie zufrieden, die kritischen Punkte bespricht sie nun mit den Zuständigen der jeweiligen Abteilungen, ebenfalls Lernende. Sie alle haben sich für die «Next Generation Weeks» be­ worben – und teilweise ganz konkret für die Positionen, die sie nun ausfüllen. «Ich habe, wie erhofft, wirklich viel dazu­

gelernt», sagt Selennur. Najib findet, es sei eine sehr moti­ vierende Erfahrung – und hof­ fentlich ein Einblick in seine ­Zukunft. Livia Egli (18), diese Woche Chefin der Molkerei, sieht das genauso. «Es ist span­ nend, so viel Verantwortung übernehmen zu dürfen.» Die Noten gehören in den Safe

Diese Verantwortung spürt ge­ rade auch Piotr Brzozowski (19), der heute bei grösserem An­ drang die zweite Kasse bedient und ein Auge darauf hat, dass es darin immer genügend Münz gibt. «Die meisten, die noch bar zahlen, geben uns Noten.» Er zählt ein paar grössere Scheine aus der Kasse ab, verstaut sie in einer Geldtasche und geht ­ damit ins Kassenbüro, wo ein Safe steht. Mithilfe des tat­säch­ lichen Marktleiters Michel


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immer weiterzuentwickeln, um den Kleinsten stets die perfekte Kom­ bination aus Sicherheit, Qualität und Komfort zu bieten. Zugleich konnte das Gewicht der Pampers Baby-Dry Windeln in den vergangenen 30 Jahren um bis zu ­ 50 % reduziert werden, während die Saugfähigkeit dabei immer weiter ­verbessert wurde. Das macht unsere Windeln noch dünner und noch ­bequemer zu tragen. Und das unter ­Beibehaltung hoher Qualitäts­stan­ dards und des einzigartigen Pampers-Auslaufschutzes. Auch im Test überzeugen unsere Pampers Baby-Dry auf der ganzen Linie – und zwar nicht nur ein For-

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7.11.2022 | 65

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Beim BodyCheck-up im SportX erhält man innert 30 Minuten eine ausführ­ liche Gesundheitsanalyse.

Gesundheit checken im Sportfachmarkt Um die Kundschaft stärker im Wohlbefinden zu unterstützen, richtet sich SportX neu aus: neues Logo, nur noch ein X im Namen und mehr Kombination von körperlicher und mentaler Fitness. In Schönbühl BE und Crissier VD haben die ersten Filialen eröffnet. Text: Irma Hunkeler

Mit einem neuen Store-Konzept, das eigens für die neue Markenphilo­ sophie entwickelt wurde, treten die ­Sportfachmarkt-Filialen SportX im neuen Look auf. Dazu gehören auch das neue Markenlogo und die neue Schreibweise mit nur einem X. In den beiden Pilotfilialen in Schönbühl und Crissier werden ein erweitertes Produktsortiment, insbesondere im Bereich Wellbeing, intensive Beratungs- und CoachingDienstleistungen sowie ein BodyCheck-up lanciert. Die Frage beispielsweise: «Wie fit bin ich wirklich?» beantwortet der Body-Check-

Bild: Pedro Rodrigues

up in der neuen SportX-Filiale im Shoppyland in Schönbühl. Denn: Wer fitter werden möchte, auf physischer wie mentaler Ebene, muss ­seinen Körper verstehen. Der BodyCheck-up bietet in nur 30 Minuten eine ausführliche Gesundheitsana­lyse plus Handlungsempfehlungen – alles direkt in der Filiale und unter Aufsicht von ausgebildeten Coaches. Wer schnell ist, profitiert zudem bis 30. November vom Einführungsangebot und erhält eine Ganzkörperanalyse für nur 24.50 statt 49 Franken. MM Mehr Infos: sportxx.ch/bodycheckupw

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66 | 7.11.2022 | MIGROS AARE

«Hier riecht es einfach am besten» Von der Brottheke möchte Nesima Demir «nie mehr weg». Ständig hat sie den Duft frischer Backwaren in der Nase. Bei der Abteilungsleiterin Brot und Backwaren gibt es nicht nur Tipps, sondern träfe Sprüche dazu. Text: Pia Schüpbach

Immer der Nase nach. So landet man in der Migros Brugg in der Brot- und Backwarenabteilung und bei Nesima Demir. Rund 50 Sorten Brot, süsse und salzige Brötchen oder Pâtisserie – es duftet verführerisch. Derweil die Abteilungsleiterin den Besuch durch ihr Reich führt, kann sie es nicht lassen: Im Vorübergehen zieht sie die Erdbeerschnitten nach vorn und schichtet die ­Beerentörtchen schöner aufeinander. «Zwar ist die Nase wichtig in der Brotabteilung, doch das Auge isst bekanntlich mit.» Nach 15 Jahren in der Brotund Backwarenabteilung ist die 40-Jährige ein Profi. Dabei musste sie sich das Wissen erst aneignen. Zuvor hatte sie länger in der Molkerei gearbeitet. Doch ihre Gelenke vertrugen die kalten P ­ rodukte und die vielen Stunden nahe der Kühltheke nicht mehr. «Nun will ich hier nie mehr weg.» Nicht nur, weil es «bei den Backwaren einfach am besten riecht», sondern auch, weil sie bei den ­Bäckern der Hausbäckerei bestellen kann, was es braucht, «und die machen dann alles». Sie schmunzelt. Nesima Demir krönt fast ­jeden Satz mit

Bild: Ramon Lehmann

einem Spruch. Mit etwas Humor gehe alles leichter, findet sie, und lebt es im Interview genauso vor wie im Laden. «Huusbrot» und Sprüche

Auch darum kommt die Kundschaft besonders gern zu ihr. «Ich bin Verkäuferin, da sollte ich schon gern reden.» Ihr Lachen hört man oft im Laden. «Bin ich im Stress und kann mal nicht mit den Kunden schäkern, wundern sie sich und fragen, ob es mir nicht gut gehe.» Und arbeitet ­Nesima Demir mal nicht, fragen einige, ob sie Ferien gehabt habe. Dabei war es nur ihr freier Tag. Diesen verbringt sie am liebsten mit ihren beiden Buben. Auch diese lieben die Backwarenabteilung in Brugg, bringt ihnen doch die Mama Sandwiches fürs Znüni nach Hause. Nesima Demir selbst liebt das Landbrot. «Es hat eine besonders schöne Farbe.» Die Kundschaft in Brugg schätzt vor allem Krustenkränze. Häufig möchten die Leute wissen, welches Brot am besten zum Fondue passe. Nesima Demir findet, alles gehe. «Wer Körnerbrot mag, wird auch die Körner mögen, die

im Käse landen.» Oft stellen die Kundinnen und Kunden auch Fragen, die nichts mit Brot zu tun haben. Auch da ist die quirlige Aargauerin um Antworten nicht verlegen. Früher war die Brot­ abteilung mitten im Laden, noch heute sind in verschiedenen ­Warenaufzügen Brote dabei. So stecken zum Beispiel Baguettes in einem Korb bei den Cherrytomaten, weil beides gut zusammenpasst. Diesen füllt Nesima Demir auf. Längst könnte sie auch selbst teigen. Wenn sie am Nachmittag entscheiden muss, was die Hausbäckerei noch backen sollte und sich nicht nur aufs Bestellsystem verlassen will, stellt sie sich manchmal in den Laden und beobachtet die Kundschaft. «Das sieht vielleicht merkwürdig aus, aber ich stehe nicht nur da, nein, das hilft mir beim Überlegen.» Nesima Demir spricht über Produktionschargen wie andere übers Wetter. Wird sie um Rat ­gefragt, wie viel Teig es noch benötige, hört sie auf ihr Bauchgefühl. «Ich kann sagen, es braucht noch einen 37er-Teig, also Teig für eineinhalb Öfen, und alle hören auf mich.» Sagts und lacht. MM

Fleissige Hausbäckereien In den 30 Hausbäcke­ reien der Migros Aare produzieren gelernte Bäckerinnen und Bäcker täglich Brote, Kleinbrote und Pâtisserie. Jährlich verbrauchen alle Haus­ bäckereien der Migros Aare zusammen 83 Ton­ nen Hefe, 160 Tonnen Butter und 1700 Tonnen Weissmehl. Am beliebtesten sind Krusten­ kranz und Zöpfe.


7.11.2022 | 67

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r ig re M Aa

Nesima Demir liebt ihre Arbeit in der Hausbäckerei der Migros Brugg. Das merkt auch die Kundschaft.

Gefeiert: Cie. Linga mit «Cosmos»

Bewegende Materie Zum 26. Mal findet das renommierte Festival Oltner Tanztage statt. Die schweizerische Werkschau zeitgenössischer Choreografien läuft dieses Jahr unter dem Motto «Moving Matter».

Bild: zVg

Text: Lilian Schlatter

Die Oltner Tanztage sind nicht mehr aus dem kulturellen Leben der Stadt, des Kantons Solothurn, der Region und der ganzen Schweiz wegzudenken. Vom 9. bis 18. November bietet das Tanz­ festival unter dem Titel «Moving Matter» – deutsch «bewegende Materie» – eine schweizerische Werkschau zeitgenössischer Choreografien. Eröffnet werden sie mit dem Stück «Cosmos» der weltweit gefeierten Cie. Linga. «Moving Matter» im politischen Sinn bringt «Father Politics» der Company MEK auf die Bühne. Polarisierende Politik und Fremdenfeindlichkeit werden von einer jungen und diversen Generation mit Hip-Hop und Clubkultur vertanzt. Die Überwindung von Angst ist im generationenübergreifenden Stück «In der Dunkelwelt» Thema. ­Neben den öffentlichen Vorstellungen wird das Stück für Menschen ab zehn Jahren im Rahmen des Vermittlungsprogramms Kinder und Jugendliche der ­Oltner Oberstufe beschäftigen. Junge Tänzerinnen und Tänzer des Ballet Junior de Genève

werden in den Choreografien der künftigen Balletdirektorin des Zürcher Opernhauses, Cathy Marston, und des Choreografen Hofesh Shechter zu sehen sein. Tanzfaktor 2022, ein Projekt von Reso, zeigt vier Choreografien. Ein Werk wird mit dem ­Oltner Nachwuchspreis ausgezeichnet und gefeiert. Bereits seit 25 Jahren unterstützen die Oltner Tanztage den international erfolgreichen Solothurner Choreografen Thomas Hauert und zeigen die Schweizer Premiere seiner neuesten Produktion «Efeu» (Quatuor) als fulminanten Festivalabschluss. Eine Pop-up-Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum und der Film «En Corps» («Das Leben ein Tanz») ergänzen zudem das Festival­ programm. MM 9.–18. November Kulturzentrum Schützi Olten, ­Schützenmattweg 15 Infos: tanzinolten.ch Tickets: eventfrog.ch


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• Excellence Flussreise in eleganter Flussblick-Kabine, Genuss-Vollpension • Excellence Fluss-Plus: Komfort-Reisebus für An-/Rückreise • 100% CO2-Klimakompensation Stiftung myclimate • Excellence-Kreuzfahrtleitung Zuschläge • Alleinbenützung Kabine Hauptdeck

Novisad

Donaudelta – Heimat der Lipowaner Fischer

Grand Tour ins Donaudelta mit der Excellence Empress

Eine Reise auf dem längsten Fluss Mitteleuropas, vorbei an geschichtsträchtigen Metropolen und malerischen Landschaften bis zum einzigartigen Donaudelta am Schwarzen Meer. Ein Höhepunkt: die Passage des Eisernen Tors und die Kataraktstrecke. Excellence – kleine Schweizer Grandhotels Die Excellence Empress ist der neue Luxusliner der Excellence-Flotte. Als erstes FlussPassagierschiff der Welt setzt die Empress neue Massstäbe für umweltgerechte Flussreisen – mit dem Clean Air Technology System, das Emissionen drastisch reduziert. An Bord erwartet Sie Kulinarik vom Feinsten – im Restaurant mit Weinbar, im À-la-carte-Restaurant mit Showküche sowie an Deck bei Barbecue. Willkommen an Bord!

Tag 1 Schweiz > Passau Busanreise. Tag 2 Wien Servus in Wien! Stadtrundfahrt*. Am Abend klassisches Konzert (Fr. 105). Tag 3 Budapest Stadtrundfahrt* in Ungarns Hauptstadt. Tag 4 Vukovar Ausflug* in den Naturpark Kopački rit. Tag 5 Belgrad Rundfahrt* in Serbiens Hauptstadt. Nachmittags Ausflug Topola und Oplenac (Fr. 55). Tag 6 Passage Eisernes Tor Passage Eisernes Tor. Tag 7 Rousse Rousse – das «Tor zur Welt». Stadtrundfahrt*. Tag 8 St. Georgs-Kanal/Donaudelta > Tulcea Vormittag an Bord. Nachmittags Fahrt im

Buchen & informieren mittelthurgau.ch | 071 626 85 85 Oberfeldstrasse 19, CH-8570 Weinfelden

Donaudelta mit kleinen Booten*. Tag 9 Oltenita > (Bukarest) > Giurgiu Ankunft in Oltenita. Stadtrundfahrt* in Bukarest. Tag 10 Kreuzen in der Walachei An Bord. Durchquerung Kataraktstrecke. Tag 11 Novi Sad Stadtrundfahrt* mit Besuch Nationalpark Fruška Gora und Nonnenkloster Petkovica. Tag 12 Kalocsa > Solt Ab Kalocsa Ausflug* in die Weiten der Puszta. Oder Wanderung im Nationalpark Kiskunsági (Fr. 58). Tag 13 Bratislava Ausflug* Bratislava und Altstadtführung. Tag 14 Krems Besuch Kunstmeile Krems*. Oder Besuch Weinerlebniswelt Loisium (Fr. 58). Tag 15 Passau > Schweiz Busrückreise * Excellence Ausflugspaket

Wählen Sie Ihre Ausflüge • Excellence-Ausflugspaket, 11 Ausflüge

460

• Klassisches Konzert Wien

105

• Besichtigung Topola und Oplenac

55

• Nationalpark Kiskunsági

58

• Weinerlebniswelt Loisium

58

Europa neu sehen: excellence.ch/mittendrin Wählen Sie Ihren Abreiseort 06:30 Burgdorf p, 06:35 Basel SBB 06:50 Arlesheim p, 07:00 Aarau SBB, 08:00 Baden-Rütihof p 08:30 Zürich-Flughafen p 08:55 Winterthur-Wiesendangen SBB 09:15 Wil p Ihre Excellence-Route

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eepas1

I23_509

Pelikane im Donaudelta

0

• Alleinbenützung Kabine Mittel-/Oberdeck (ohne Junior Suite) 2255 • An-/Rückreise im Königsklasse-Luxusbus 235


RÄTSEL | 7.11.2022 | 77

Gewinnen Sie eine von 4 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! 4×

Quiz

Paroli

2 × 100 Franken zu gewinnen

2 × 100 gewinnen Füllen Sie dieFranken zehn Wörter inzu das Rätselgitter ein. Füllen Sie Sie die zehn Wörter das Rätselgitter Tragen diesich zehn Wörter in das Rätselgitter Die Lösung ergibt aus in den Buchstaben inein. den Feldern 1-5.ein. Die ergibt sich aus den Buchstaben den Feldern 1-5. DasLösung Lösungswort ergibt sich ausinden Buchstaben in den Feldern 1 bis 5.

Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. Grösstmögliche Einsamkeit heisst … D mutterseelenallein B vatereinsiedlerisch V tantentraurig Wie bezeichnet man die Substanz der Stosszähne von Elefanten? A Trollzehen

E Elfenbein

O Hexenzahn

Welches Elektronikspielzeug war in den 1990er-Jahren äusserst populär? S Fidget Spinner

N Tamagotchi

R Twister

E drehend

I

1 1

sorgsam

Wie bezeichnet man einen Hybrid aus einem Löwen und einem Tiger? U Loeger

S Tigel

M Liger

Wie viele offizielle Amtssprachen werden in der Europäischen Union anerkannt? N 7

A 24

E 39

1

2

S Stahlerzeugnis 3

4

5 2 3 4

E

4 1 2 5

E

5

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2 2

3 3

4 4

5 5

So nehmen Sie teil: Tel.: 0901 000 843 (Fr. 1.–/Anruf ) SMS: Senden Sie MMD3, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD3 HOTEL Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: www.migmag.ch/paroli (kostenlos) Teilnahmeschluss: Sonntag, 13.11.2022, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

Bimaru

Was bedeutet «NDH»? T Politikjargon

1 3

Lösung: Lösung:

Was bedeutet «kurabel»? K heilbar

BRUSTTEE BELPAESE BUSL I N I E E I NENGEN D E I S SW I L ESELGRAU DE Z ERNAT UPELN GRA ENTNERVT A I F I SCH MR E R I NGEN DS G EE N RD N AI N ULE H ER EN L SI N P MI M ENT I D E EL R FG O LL LI N RA S UMS E T Z E R URE L T ERN WE L T E ND E

Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

L Musikstil 7

Lösungswort

So nehmen Sie teil: Tel.: 0901 000 842 (Fr. 1.–/Anruf ) SMS: Senden Sie MMD2, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD2 ATEMZUG Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: www.migmag.ch/quiz (kostenlos) Teilnahmeschluss: Sonntag, 13.11.2022, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

Bimaru Lösung Nr. 44

Kreuzworträtsel Lösung Nr. 44

Was koche ich heute?

migusto.ch

Sudoku Lösung Nr. 44

S E N S R A D I T P E D I V Paroli

P E R M I Lösung Nr. 44 S C H VATER

S E P A R E E S

E N T R E R I N E R I B R A D N T E R E N I Quiz G Lösung Nr. 44 E R STAUSEE

Sudoku Gewinner Nr. 43

Paroli Gewinner Nr. 43

Quiz Gewinner Nr. 43

Tamara Sennhauser, Ganterschwil SG; Daniel Aeberli, Blonay VD

Dominic Suter, Hüttwilen TG; Mary-Lise Auberson, Renens VD

Andreas Grunder, Jegenstorf BE; Christine Favre-Corbat, Morges VD


78 | 7.11.2022 | MEINE WELT

Name Dodo Hug (72) Wohnort Zürich Das läuft bei mir «Seit 30 Jahren stehen mein Lebenspartner Efisio Contini und ich auf der Bühne. Zur Feier dieses Jubiläums ­erschien Mitte September unser Doppelalbum ‹Castiadas – sardische Lieder einst & jetzt›. Wir haben seit Juli 2021 mit Gastmusikern aus Sardinien, Sizilien und der Schweiz daran gearbeitet. Es ist bereits meine 18. CD und unser viertes Album als Duo. Ab 15. November stehen wir mit dem Programm ‹Der Teufel in der Weihnachtsnacht› von Charles Lewinsky auf der Bühne. Es ist eine szenische Lesung mit Gesang und ­Musik. Die unter­schied­ lichen Tätig­keiten als ­Musikerin, Sprecherin und Musiklehrerin gestalten mein L­ eben sehr abwechs­ lungsreich, und ich sehe nicht ein, wa­rum sich das ändern sollte.»

«Mein Leben ist sehr abwechslungsreich»

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Sie ist seit Jahren eine Konstante der Schweizer Kleinkunstszene. In diesem Jahr feiert Dodo Hug ihr 30-Jahr-Bühnenjubiläum – mit Lebenspartner Efisio Contini und einigen Längen im Hallenbad. Text: Manuela Enggist Bilder: Amanda Nikolic


MEINE WELT | 7.11.2022 | 79

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Bilder: Sportamt Zürich, zVg

1 Meine Passion «Meine Handschrift ist mir sehr wichtig. Wenn ich länger im Ausland bin, schreibe ich unzählige Postkarten, so bin ich näher bei meinen Liebsten. Ich würde auch gern mal einen ­Kalligrafiekurs besuchen.» 2 Mein Zuhause «Wenn man so viel unterwegs ist wie ich, ist einem ein gemütliches Zuhause sehr wichtig. Früher hatte ich den Wunsch, mit Freunden in einem grossen Haus mit Garten zu leben. Aber mittlerweile bin ich mit weniger zufrieden.» 3 Meine zweite Heimat «Ich bin italienisch-schweizerische Doppel­ bürgerin und sehne mich oft

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5 Mein Abspielgerät «Ich bin im Besitz von etwa 1000 Tonträgern, die Hälfte davon sind Langspiel­ platten. Ich habe in diesem Jahr ­einen neuen Plattenspieler erhalten, mit dem ich nach Bedarf alle meine Platten auch digitalisieren kann.»

­ anach, mehr Zeit auf Sardinien d zu verbringen, im Landesinnern wie auch am Meer. 2020 erhielten wir den ‹Premio Maria Carta›, den Sardischen Kulturpreis, der der ­leider viel zu früh verstorbenen Sängerin Maria Carta gewidmet ist.»

6 Meine Routine «Im Sommer wie im Winter schwimme ich zweimal pro Woche meine Längen im Hallenbad in Oerlikon. Meine Freunde bewundern meinen Durchhaltewillen, aber nur so kann ich meinen Bewegungsdrang stillen.»

4 Meine Stütze «Mein Lebens­ partner Efisio und ich leben und ­arbeiten seit 30 Jahren zusammen. Von den Tonaufnahmen bis hin zum Versand unseres neuen ­Doppelalbums organisierten wir alles in Eigenregie.»

Mein MigrosLieblingsprodukt «Ich mag die VeggieBags, weil sie mir helfen, so umweltbewusst wie möglich einzukaufen.»

7 Meine Lektüre «Als ich zwölf ­Jahre alt war, las ich zum ersten Mal ‹Jane Eyre› von Charlotte Brontë. Meine Vorliebe gilt auch heute noch dicken Büchern, am liebsten mag ich historische Romane, mysteriöse Krimis oder Biografien.»


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Le Gruyère mild, AOP in Sonderpackung, ca. 500 g, per 100 g, verpackt

Bei allen Angeboten sind M-Budget und bereits reduzierte Artikel ausgenommen. Angebote gelten nur vom 10.11. bis 13.11.2022, solange Vorrat

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Coca-Cola Classic oder Zero, 6 x 1.5 Liter, z.B. Classic


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