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Migros magazin 45 2017 d lu

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Ausgabe Luzern, AZA 1953 Sion Response Zentral

MM45, 6.11.2017 www.migrosmagazin.ch

Was tun, wenn mein Kind schmollt? Seite 111

Stadt, Land, Agglo

Bild: Christian Schnur Illustration: Christian Rothenhagen/kombinatrotweiss

Wir Landstädter Die Unterschiede schwinden, sagt Stadt-Land-Forscher Markus Freitag. Ein Dossier ab Seite 10

Kartoffelkuchen S. 61 | Japan-Reise S. 102 | Spiele-Apps S. 119 Bitte Wohnungswechsel der Post melden oder dem regionalen Mitgliederdienst: Tel. 041 - 455 70 38, E-mail: genossenschaftsregister@migrosluzern.ch

Klaus Littmann macht aus Alltag Kunst Seite 34


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MM45, 6.11.2017

Editorial

Alles Agglo oder was?

G

Gewisse Erkenntnisse gewinnt man oft sehr spät. Erst dann, wenn man sich intensiv mit einem Thema befasst. Die Unterschiede zwischen Stadt und Land in einem Dossier thematisieren – das war es, was die Redaktion des Migros-Magazins sich zum Ziel gesetzt hatte. Zeigen, wie Städter, wie Dorfbewohner denken, handeln, politisieren.

Bei den Recherchen jedoch wurde klar, dass die platte Gegenüberstellung nicht reicht. Stadt und Land kennzeichnen die Gesellschaft viel zu wenig. Es gibt eine dritte Kraft, vielleicht fast die wichtigste, die unser Zusammenleben prägt: die Agglomeration. Mehr als drei Viertel der Schweizer Bevölkerung leben heute in einem Gürtel rund um die Städte. Sie profitieren vom wirtschaftlichen, kulturellen Angebot der Städte und versuchen, ein bisschen Landschaft für sich zu beanspruchen. Und seien es auch nur einige Quadratmeter Rasen neben der Garage.

Die Agglomeration definiert die Befindlichkeit der Schweiz vielleicht viel mehr als die Stadt oder die Dorfgemeinschaft. Sie schafft die politischen Mehrheiten, wie der Politologe Markus Freitag im Migros-Magazin-Interview festhält. Bei soziokulturellen Themen und in Wertefragen verbünde sie sich mit dem Land, bei Fragen zur Wohlstandssicherung eher mit der Stadt. Dietikon, Worb, Pully oder Carouge sind viel eher «die typische Schweiz» als all die Kleinstgemeinden, die bei der Wettersendung «Meteo» von SRF 1 jeweils auf der Schweizer-Karte eingeblendet werden. Und typischer als Genf, Zürich oder Lugano. Agglo ist fast überall. Was die Schweiz überdies geschafft hat: Die Agglomeration ist weitgehend friedlich, im Gegensatz zu vielen anderen Ländern kämpfen wir nicht mit Ghettoisierung und Kriminalität. Dies, so Freitag, liege an den Integrationsbemühungen von Schule, Staat und Zivilgesellschaft. Wir haben es bisher geschafft, unsere Werte verbindlich für alle zu halten. In einem Land, in dem ein Drittel der Bevölkerung ausländische Wurzeln hat, ist das eine ziemlich gute Leistung. Hans Schneeberger, Chefredaktor hans.schneeberger @migrosmedien.ch

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«Tatort» Zoo: Filmkommissarin Delia Mayer lernt von den Affen

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Dieser Gugelhopf hat es in sich!

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Klaus Littmann schafft kunstvolle Parallelwelten

M-Infoline: Tel. 0800 84 0848 oder Fax +41 800 84 0848 (Ausland). www.migros.ch/kundendienst; www.migros.ch Cumulus: Tel. 0848 85 0848* oder +41 44 444 88 44 (Ausland). cumulus@migros.ch; www.migros.ch/cumulus Redaktion Migros-Magazin: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Tel. 058 577 12 12, Fax 058 577 12 08. redaktion@migrosmagazin.ch; www.migrosmagazin.ch * Normaltarif


MM45, 6.11.2017

Inhalt Peter Hafen ist Stadtmensch durch und durch

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Spreitenbach: Spielen zwischen Hochhaus und Shoppingcenter

Bilder: Daniel Winkler, Herbert Zimmermann, Sophie Stieger, Christian Schnur, Martina Meier; Illustration: Christian Rothenhagen/kombinatrotweiss

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Menschen

Migros-Welt

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51 54 57

Diese Woche «Bewusstseinswoche» gegen alarmierende Zahlen: AntibiotikaResistenzen nehmen weltweit zu

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Kolumne: Bänz Friedli

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Kreative Eingriffe

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Migrosmagazin.ch

Klaus Littmann mischt mit seinen Kunstprojekten den Alltag auf

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Beauty-Wahl für Ziegen Züchter im Stress: Das Wallis kürt jährlich die schönste Ziege

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Leserforum

Dossier: Stadt, Land, Agglo 10

Urban versus ländlich

Gibt es den Stadt-Land-Graben?

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Der Alltag im Dreiercheck Stadt-, Land- und Agglofrau in der Gegenüberstellung

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Leben in der Agglo

Eine Stippvisite in der Aargauer Gemeinde Spreitenbach

22 Bekenntnis zur Ortstreue Lebenslang mit dem Wohnort verwurzelt: ein Stadtmensch und ein Landbewohner 24

Schwindende Grenzen Der Politologe Markus Freitag über lebensweltliche Gegensätze und Gemeinsamkeiten

Blumiges Jubiläum «aha!» beim Reinigen Bio-Cotton: Kindersocken

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Migusto: Gugelhopf mal ganz anders

77 78 80 82 85 87 90 92

Guetsli im Miniformat Brot des Monats Sun Queen im Mürbeteig Sanissa für Butterfeines Frey: süsse Wölkchen You: Smoothies im Nu Mittel zur Entspannung Ausgesuchte Produkte

95 Neues aus Ihrer Region Aktionen, Reportagen, News

Leben 101

Kolumne «1, 2 oder 3?» Mädchen – unbekanntes Wesen

102

Reisen: Japan

111 113

Familie: Kinderquengeln Brave New Girl

Unterwegs im Land der Kontraste

114 Gesundheit Promille im Essen 117 119 120 125 127

Zoodoktor: Nacktmulle Digital: Brettspiel-Apps Kinder: Eisvogel Leseraktion Rätsel, Impressum

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Meine Welt «Tatort»-Ermittlerin Delia Mayer

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Menschen MM45

Darauf freuen wir uns Kunstsupermarkt Vom 10.11.2017 bis 7.1.2018 bieten 108 Kunstschaffende aus dem In- und Ausland in Solothurn ihre Werke zum Kauf an. Schweizer Schnaps Über 40 Schweizer Brennereien stellen am 11.11., am Nationalen

Brennertag, ihr Handwerk vor.

Mein Bild der Woche «Dieses

Gabriel Vetter (34) ist Satiriker

und Träger des Salzburger Stiers. Er ist mit dem Programm «Hobby – Stand up» unterwegs.

Foto zeigt Josiah und Stef, ein junges Paar aus Oregon, USA. Die beiden waren nach einer Party auf der Couch zu Hause eingeschlafen; Stefs Cousin fand die beiden und fotografierte sie. Und der Rest ist Internetgeschichte. Das Bild begeisterte Hunderttausende. Nur: warum? Viele finden, es sehe aus wie ein perfektes Renaissance-Gemälde; für andere ist es einfach nur ein Schnappschuss von zwei pennenden Studenten. Ich meine: Das Bild hat etwas wunderbar Beruhigendes, ein Stück Geborgensein in Zweisamkeit. Dass die Aufnahme auf derartige Begeisterung stösst, zeigt vielleicht auch, dass man sich gerade in diesen Zeiten irgendwie nach ganz analoger Normalität sehnt.»

Hörprobe

Entschuldigung, was hören Sie gerade? a) «Sail – Quantum Zero Remix» von Awolnation b) «Unter den Wolken» von den Toten Hosen c) «Nothing Else Matters» von Metallica

Auflösung: a) «Weil ich progressiven Sound mag, vor allem Remixes.»

Bilder: Getty Images, Twitter, Christof Schürpf

Raphael Frey (29), Softwareentwickler, Kriens LU

Unnützes Wissen

Frauen und Männer Frauen erinnern sich eher an das Gesagte von Männern mit tiefer Stimme als an das Gesagte von Männern mit hoher Stimme. In Europa ist die Lebenserwartung für Männer in der Schweiz am höchsten (80 Jahre). Frauen leben in Frankreich am längsten: im Schnitt 85 Jahre. Blonde Frauen verdienen sieben Prozent mehr als andere. Fussballer Mario Gómez pinkelt

immer ins Pissoir ganz links aussen.

2013 schaffte die französische Regierung ein Gesetz aus dem Jahr 1799 ab, das Frauen in Paris verbot, Hosen zu tragen. Quelle: Neon/Stern


MM45, 6.11.2017 | MENSCHEN

Infektionen mit antibiotikaresistenten Bakterien können oft nicht mehr geheilt werden.

Diese Woche

Gefährliche Wissenslücken

Zahlen und Fakten

1928

entdeckte der Forscher Alexander Fleming Schimmelpilze auf seinen Bakterienkulturen, die alle Einzeller abtöteten. Es war die Geburtsstunde des ersten Antibiotikums. Die neue Substanz nannte er Penizillin.

700

Tausend Todesopfer jährlich verursachen Bakterien, die gegen Antibiotika resistent sind.

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Tonnen Antibiotika bekamen die Schweizer Nutztiere im Jahr 2016 verabreicht. Quellen: stern.de, faz.net, BAG

Die Zahl der Antibiotikaresistenzen steigt und erhöht das Risiko, Infektionskrankheiten nicht mehr heilen zu können – auch in der Schweiz. Grund dafür ist oft der unsachgemässe Einsatz der Medikamente. Jetzt startet der Bund eine Informationskampagne. Text: Reto E. Wild

D

ie Weltgesundheitsorganisation hat eine Antibiotika-Bewusstseinswoche lanciert, die zum ersten Mal auch in der Schweiz durchgeführt wird. Vom 13. bis 19. November gibt es Informationsveranstaltungen. Grund: Die Zahl der Antibiotikaresistenzen nimmt weltweit zu. «Auch in der Schweiz werden jedes Jahr Menschen und Tiere durch Bakterien infiziert, gegen die Antibiotika nichts mehr ausrichten können», heisst es beim Bundesamt für Gesundheit (BAG).

Dies erhöht das Risiko, dass Infektionskrankheiten nur schwer oder gar nicht mehr behandelt werden können und Menschen oder Tiere sterben. Wenn Antibiotika falsch eingesetzt wird und Resistenzen entstehen, können Lungenentzündungen oder Blutvergiftungen, die therapierbar sind, künftig wieder tödlich verlaufen. Ausserdem kehren immer wieder Schweizer Touristen mit resistenten Keimen aus den Ferien zurück, weil sie im Ausland nach einem Unfall oder einer Erkrankung falsch behandelt worden

sind. In Südostasien und Indien, aber auch in Griechenland treten Antibiotikaresistenzen öfter auf als in der Schweiz, sagt BAG-Projektleiterin Karin Wäfler. Resistente Bakterien können wir auch über die Nahrung aufnehmen. Und in einigen Zahnpasten, Seifen oder Deos steckt das Desinfektionsmittel Triclosan, das zwar Keime abtöten, aber auch Antibiotikaresistenzen begünstigen soll. Die Migros ist sich der Problematik bewusst und arbeitet mit Partnerorganisationen daran, den Antibiotikaeinsatz zu reduzieren. MM

Bilder: iStockphoto, zVg

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MENSCHEN | MM45, 6.11.2017

Strassenumfrage

Karin Wäfler

«Viele glauben, dass Antibiotika auch gegen Grippe wirken. Das stimmt nicht.» Weshalb macht das Bundesamt für Gesundheit (BAG) bei der Antibiotika-Bewusstseinswoche mit? Wir wollen die Konsumenten sensibi­ lisieren. In der breiten Öffentlichkeit ist noch immer zu wenig bekannt, dass Antibiotikaresistenzen zuneh­ men. Und wir wollen Missverständ­ nisse aus dem Weg räumen. Welche? Viele glauben zum Beispiel, dass Antibiotika auch gegen Viren wirken, also etwa bei einer Grippe. Das stimmt nicht. Sie helfen nur bei Bakterien. Konsumenten meinen auch, sie könnten mit Antibiotika eine Resistenz aufbauen. Das ist genauso falsch. Wie viele Menschen in der Schweiz tragen antibiotikaresistente Bakterien in sich? Das ist schwierig einzuschätzen, weil man dazu die gesamte Bevölkerung testen müsste. Klar ist, dass Antibio­ tikaresistenzen gefährlich sein kön­ nen: Die Schweizerische Experten­ gruppe im Bereich Infektiologie und Spitalhygiene schätzt, dass pro Jahr rund 70 000 spitalbedingte Infekti­ onsfälle auftreten, die bei rund 2000 Patientinnen und Patienten zum Tod führen. Ein Teil davon ist durch resistente Erreger verursacht. Wie kommt es zur Antibiotikaresistenz? Es sind die Bakterien, die resistent werden, nicht die Menschen. Das pas­ siert durch den natürlichen Anpas­ sungsmechanismus der Bakterien. Und je mehr Antibiotika eingesetzt werden, desto mehr wird dieser An­ passungsmechanismus beschleunigt. Was wird unternommen, um dies zu verhindern? Der Bund hat acht Ziele definiert. Zu den wichtigsten gehört der sach­ gemässe Einsatz von Antibiotika. Wir arbeiten dafür mit den Ärzten neue Verschreibungsrichtlinien aus. Das Gleiche gilt auch für Tierärzte. Im Veterinärbereich möchten wir eine

Verbraucherdatenbank realisieren, in der die Tiermediziner eintragen, wer wie viele Antibiotika einsetzt. Schliesslich empfehlen wir den Spitä­ lern, eine Stelle zu schaffen, die die Ärzte im Umgang mit Antibiotika berät. Wir wirken hier unterstützend, die Verantwortung liegt aber letztlich bei den Spitälern und nicht beim Bund. Erste solche Stellen sind in den grösseren Schweizer Krankenhäusern ab 2018 zu erwarten. Sind das alle Massnahmen? Nein. Die Abwasserreinigungsanlagen werden aufgerüstet, damit Resistenz­ keime aus der Umwelt eliminiert werden können. Zudem möchten wir die Patienten über den richtigen Umgang mit Antibiotika informieren und planen dazu in Zusammenarbeit mit dem Verband FMH und Pharma­ suisse ein Informationsblatt, das wir in der Antibiotikawoche vorstellen. Wie weit ist die Forschung, um weitere Resistenzen zu verhindern? Bakterien werden auch in Zukunft in der Lage sein, Resistenzen zu bilden. Was bei den Pharmaunternehmen läuft, ist oft nicht bekannt – aufgrund von Konkurrenzüberlegungen. Der Bundesrat hat 20 Millionen Franken für ein nationales Forschungspro­ gramm mit über 30 Projekten bewil­ ligt. Ein Durchbruch ist zumindest in den nächsten fünf Jahren jedoch nicht zu erwarten. Von Ärzten wird empfohlen, die ganze Packung Antibiotika aufzubrauchen. Nun hiess es in Medienberichten, man könne die Einnahme bei Besserung vorher abbrechen. Was stimmt? Das wird in der Fachwelt tatsächlich diskutiert. Der Einzelfall, die Art der Krankheit sind entscheidend. Patien­ ten sollten in jedem Fall die Anwei­ sung ihres Arztes befolgen. Er weiss genau, wie lange ein Antibiotikum eingenommen werden muss. «Antibiotika Awareness Woche», Details zum Programm: www.star.admin.ch

Haben Sie Angst vor einer Antibiotikaresistenz?

Karin Wäfler (51)

ist Biologin und Projektleiterin beim Bundesamt für Gesundheit.

Petros Kouvatsis (47), Weinhändler und Gastronom, Rümlang ZH

«Ich musste noch nie im Leben ein Antibiotikum schlucken. Entsprechend habe ich mich mit diesem Thema noch zu wenig auseinandergesetzt.»

Tina Seiler (36), PR- und Kommunikationsmanagerin, Zürich «Ich

habe keine Angst, aber Respekt und bin mir dieser Problematik bewusst. Deshalb würde ich nur im Notfall Antibiotika nehmen.»

Bernhard Baldinger (51), Augenoptiker, Zürich «Von etwas zu viel

zu nehmen, ist nie gut. Angst habe ich nicht wirklich. Aber das Thema könnte vielleicht ein Problem für die nächste Generation werden.»

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MM45, 6.11.2017 | STADT, LAND, AGGLO

D Stadt-Land-Graben?

Das Land der Landstädter In der Stadt wird progressiv und liberal gewählt, auf dem Land konservativ. Dort lebt es sich idyllisch, in der Stadt ist es hektisch und laut, so das Klischee. Doch die beiden Lebenswelten nähern sich immer mehr an. Text: Ralf Kaminski

Illustrationen: Christian Rothenhagen / kombinatrotweiss

ie Stadt lockt mit Freiheit, Spass und Abenteuer, das Land mit Ruhe, Natur und Ursprünglichkeit. Doch sind die Unterschiede heute wirklich noch so eindeutig? Klar ist: Rund drei Viertel aller Menschen in der Schweiz leben in urbanen Gebieten und erwirtschaften dort 84 Prozent der Wirtschaftsleistung. Dies ergab eine Studie des Schweize­ rischen Städteverbands 2013. Politisch hingegen liegt die Macht auf dem Land: Bei Ver­ fassungsabstimmungen, wo es zwingend ein Ständemehr braucht, hat ein Zürcher 33­mal weniger Stimmkraft als ein Urner und 44­mal weniger als eine Innerrhödlerin. Dies führt nach Abstimmun­ gen regelmässig zu Frustrationen. «Die konservative, rückständige, ländliche Gotthelfschweiz zwingt einer Mehrheit ihr Welt­ bild auf», hiess es in einem erbosten Leserbrief nach der Abstimmung vom 3. März 2013, als der Familienartikel ein Volksmehr von 54,3 Prozent erreichte, jedoch am Veto der Stände scheiterte. Ähnlich heftig reagierte die urbane Schweiz auf das Ja zur Masseneinwanderungsinitiative (MEI) am 9. Februar 2014, die mit nur gerade 50,3 Prozent


STADT, LAND, AGGLO | MM45, 6.11.2017

haarscharf durchkam (und auch von einer knappen Mehrheit der Stände abgesegnet wurde). Analysen ergaben jedoch, dass dafür nicht die Landbevölkerung, sondern die Bewohner der Agglomerationen entscheidend waren. Sie sind EU- und öffnungsskeptischer geworden und verhalfen so der Haltung der ländlichen Schweiz zum Durchbruch: Zürich, Basel, Genf und Lausanne mussten sich fügen. In diversen Städten kam es jedoch am Abstimmungsabend zu Demonstrationen. Zankapfel Migration

Es gab allerdings auch schon Abstimmungen, bei denen sich die Städter durchgesetzt haben, etwa beim Beitritt zur Uno 2002, beim Beitritt zu Schengen 2005 oder beim Partnerschaftsgesetz 2005. Die grössten Unterschiede ergeben sich in der Regel bei gesellschaftspolitischen Themen und Migrationsfragen, bei denen die urbanen Gebiete meist liberaler abstimmen als das Land. Doch eigentlich gibt es die beiden Pole so gar nicht mehr, findet der Politologe Markus Freitag. «Das Leben in den Dörfern ist städtischer und anonymer geworden. Gleichzeitig bemühen sich die Städte darum, familienfreundlicher zu werden,

und starten Inititiaven für mehr Gemeinschaft.» (siehe auch Interview Seite 24) So klingt es auch bei Hans-Ruedi Hertig, der für den «Beobachter» 2013 eine repräsentative Umfrage zum Thema geleitet hat. «Es gibt keinen Stadt-Land-Graben aufgrund des Wohnorts, wie das die politische Diskussion suggeriert. Es gibt ihn höchstens aufgrund der Werthaltungen.» So ergab die Umfrage unter anderem, dass 42 Prozent der Bewohner der urbanen Regionen von sich ein «ländliches» Bild haben. Der «Beobachter» schloss daraus auf eine starke Durchmischung der Bevölkerung. Wertkonservative Ansichten fänden auch in städtischen Kantonen leichter Mehrheiten, derweil es auch auf dem Land urbane Inseln gebe. Noch klarer ist die Position der Genfer Autorin Joëlle Kunz: «Wir sind alles Landstädter – Bergbewohner in der Stadt oder Stadtbewohner in den Bergen», sagte sie dem «Beobachter». Die Stadt habe den Wettstreit längst gewonnen, auch ländlich geprägte Menschen orientierten sich heute an städtischen Werten. Das ländliche Dasein biete zwar viel Sicherheit, aber wenig Freiheit, die Stadt hingegen sei ein Ort der Verheissung: «Bauernkinder träumen von der Gross-

stadt.» Auch wenn sie sich dann mit der real existierenden Stadt – laut, dreckig, voll – oft schwertäten. Auf jeden Fall leben Landbewohner teurer: Sie verursachen laut einer Studie des Bundesamts für Raumplanung von Anfang des Jahres deutlich mehr Kosten bei Verkehr, Strom- und Wasserversorgung als Städter. Besonders gross sind die Unterschiede beim Verkehr, wo Landbewohner doppelt so hohe Folgekosten verursachen, weil sie häufiger mit dem Auto unterwegs sind, der ÖV weniger ausgelastet ist und sie weitere Wege zurücklegen. Zudem sind diese Kosten bei der Landbevölkerung seit dem Jahr 2000 gestiegen, bei den Städtern aber gesunken. Sehnsucht nach dem Landleben

Die Mehrkosten auf dem Land werden laut Studie nur zu einem kleinen Teil von den Verursachern selbst getragen, stattdessen über die Steuern von der Allgemeinheit: «Die Einwohner von kompakten und damit aus Sicht der Infrastruktur kostengünstigen Siedlungen tragen die Kosten der Zersiedelung mit.» Dennoch bleibt die Sehnsucht nach dem Landleben gross: Laut einer Umfrage der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Land-

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schaft von 2015 bevorzugen 70 Prozent der Schweizer Bevölkerung das Dorf als Wohnort – allerdings leben nur 16 Prozent tatsächlich dort. Der Rest träumt davon, was sich auch am Verkaufserfolg von Magazinen wie «Landlust» oder «Landliebe» zeigt. Während die meisten anderen Pressetitel mit sinkenden Leserzahlen kämpfen, hat «Landliebe» seit seinem Erscheinen vor sechs Jahren fast nur zugelegt und erreicht heute 647 000 Personen. «Es gibt diese Sehnsucht», sagt die Soziologin Joëlle Zimmerli im Migros-Nachhaltigkeitsmagazin «Vivai», «aber die Vorstellungen vom Leben auf dem Land kollidieren dann doch mit der Realität.» Und am Ende landeten die meisten als Kompromiss in der Agglo. «Das hat damit zu tun, dass sich Stadt und Land sehr ähnlich sind: Beide verkörpern ein konsequentes Modell, während die Agglomeration ein Mischmodell ist, nämlich ländliche Qualitäten in der Nähe der Stadt bietet.» Auf den folgenden Seiten vertiefen wir uns in die Lebenswelten von Stadt, Land und Agglo – deren Unterschiede und Gemeinsamkeiten. Und loten aus, ob es noch Gräben gibt oder ob wir tatsächlich alles Landstädter geworden sind. MM


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MM45, 6.11.2017 | STADT, LAND, AGGLO

Alltagstest

Sag mir, wo du wohnst …

Stadt, Land oder Agglomeration: Was sagt der Wohnort über einen Menschen aus? Wir haben drei junge Frauen, alle von Beruf Primarlehrerin, durch ihren Alltag begleitet – und festgestellt: Vorurteile sind fehl am Platz. Text: Lisa Stutz

D

ie Städterin ist aufgebrezelt, das Landmeitschi trägt zwei lange Zöpfe, und die Agglo­ frau hat ihren Stil noch nicht gefunden ... Was haben solche Klischees mit der Realität zu tun? In Bern, Staufen AG und Muttenz BL öffnen drei junge Frauen, die ziemlich ähnlich aussehen, ihre Wohnungstür: dunkle Haare, braungrüne Augen, Jeans und unifarbenes Oberteil. Die äusserlichen Gemeinsamkeiten sind reiner Zufall. Ganz bewusst hin­ gegen haben wir Menschen gesucht, die ein ähnliches Profil aufweisen – weiblich, jung, von Beruf Primar­ lehrerin –, aber ganz unterschiedlich leben: die eine auf dem Land, die andere in der Stadt, die Dritte in einer Agglomerationsgemeinde.

Bilder: Mischa Christen

Wir haben die Probe aufs Exempel ge­ macht und gefragt, ob und inwiefern sich der Alltag von Melanie (27, Stadt), Lea (24, Land) und Ines (24, Agglo) unterscheidet. Lieblingsdrink, Ferienziel, meistbenutzte App – die drei jungen Frauen haben Einblick in ihre Vorlieben und Gewohnheiten gegeben (siehe Seite 14 und 15). Ergebnis: ein erfrischendes Durcheinander. Land­Lea legt Wert auf eine stilvolle Einrichtung, Stadt­Melanie liebt den Schrebergarten ihres Vaters, und Agglo­Ines hat eine klare Linie, was Ernährung und Training angeht. Wohnorttypisch fallen nur zwei Kategorien aus: Lea und Ines zieht es beim Ausgehen von der Wohngemeinde in die Stadt, während Melanie zum Partymachen dort bleiben kann, wo sie

ist. Und naheliegend waren auch die Fortbewegungsmittel – Melanie ist meistens mit dem Tram unterwegs, Lea braucht täglich das Auto, und Ines fährt mit dem Velo zur nächsten Zug­ oder Tramhaltestelle. Der Wohnort als Wohlfühlort

In ihren übrigen Vorlieben unter­ scheiden sich Melanie, Lea und Ines zwar, aber Parallelen zum Wohnort lassen sich nicht ziehen. Und eins ist ihnen gemeinsam: Sie können sich gut mit ihrem Lebensumfeld identifizieren. Melanie sagt: «Ich bin ein richtiges Stadtmädchen.» Lea erklärt: «Ich fühle mich im Dorf wohl. Ich könnte mir nicht vorstellen, mitten in der Stadt zu leben.» Und Ines findet: «In der Agglomeration zu wohnen, ist für mich das Beste.»


Bilder: iStockphoto (4), GettyImages, Shutterstock

STADT, LAND, AGGLO | MM45, 6.11.2017

Stadt Melanie Cabaleiro (27), aus Bern: «Ich bin ein richtiges Stadtmeitschi.»

Land Lea Scheibler (24), aus Staufen AG: «Ich habe bis jetzt immer im Dorf gelebt.»

Agglomeration Ines Schulz (24), aus Muttenz BL: «Ich bin als Kind hergezogen und will nicht weg.»

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MM45, 6.11.2017 | STADT, LAND, AGGLO

Hier arbeite ich Melanie: Schulhaus Breitfeld in der Stadt Bern, 5. und 6. Klasse Ines: Schulhaus Thomasgarten in Oberwil BL, 4. bis 6. Klasse Lea: Schulhaus Tägerig AG, 3. Klasse Mein Emoji Melanie: «Irgendwie passt das ver­

schmitzte Lachen einfach immer!»

Lea: «Die Herzliaugen versende ich

ständig.» Ines: «Ich mags cool, darum die Sonnenbrille.»

Der beste Ausgehort Melanie: «Der Gaskessel in Bern.

Vor allem bei Salsapartys.» Lea: «In der Almodo­Bar in Baden fühle ich mich wohl.» Ines: «Die Bücheli­Bar in Basel gefällt mir am besten.» Meistbenutzte App Melanie: «Pinterest – zur Inspira­ tion rund um Essen, Mode und Co.» Lea: «Whatsapp – um miteinander zu schreiben.» Ines: «Codecheck – um Inhalts­ stoffe von Produkten zu checken.» So bewege ich mich fort Melanie: «Typisch Stadt: mit dem Tram.» Lea: «Das Auto ist für mich einfach am praktischsten.» Ines: «Mit meinem Velo mache ich die Strassen unsicher.» Meine Freunde Melanie: «Anja (links) ist meine beste Freundin.» Lea: «Julie (links) kenne ich schon mein Leben lang.» Ines: «Ich habe immer viel Spass mit meiner Mädelgruppe.» Liebster Gegenstand Melanie: «Diesen Anhänger habe ich von meinem Grossvater bekommen.» Lea: «Für mich sind Blumen ein Muss. Und damit auch die Vase.» Ines: «Bücher, Bücher, Bücher»

Melanie – Stadt

Lea – Land

Ines – Agglo


STADT, LAND, AGGLO | MM45, 6.11.2017

Bevorzugte Handtasche Melanie: «Mein Turnsäckli

Melanie

Lea

Ines

habe ich immer dabei.»

Lea: «Ich mag klassische schwarze

Handtaschen.» Ines: «In meiner violetten Sporttasche findet alles Platz.» So halte ich mich fit Melanie: «Ich tanze

leidenschaftlich Latin-Dance, Salsa und Co.» Lea: «Ich gehe ins Fitnessstudio.» Ines: «Vier- bis fünfmal pro Woche mache ich Krafttraining.» Lieblingsdrink Melanie: «Am liebsten mag ich den guten, alten Eistee.» Lea: «Ich stosse sehr gern mit einem Hugo an.» Ines: «Für mich darfs ein Bier sein.» Mein Ort zum Entspannen Melanie: «Der Schrebergarten

meines Vaters»

Lea: «Der Hallwilersee –

nicht nur im Sommer» Ines: «Ganz klar: das Fitnesscenter, hier in Muttenz» Lieblingsraum zu Hause Melanie: «Das Wohnzimmer, am liebsten schön aufgeräumt.» Lea: «Unser grosses Wohnzimmer: Ich dekoriere es gern liebevoll.» Ines: «Mein Wohnzimmer» Alltagseinkauf Melanie: «Ich schätze die kurze Distanz zum nächsten Laden.» Lea: «Ich kaufe immer in der grösseren Nachbargemeinde ein.» Ines: «Alltagsdinge kaufe ich hier ein, Grösseres in Deutschland.» Letzter Urlaub Melanie: «Zypern mit meinem Freund: Es war wunderschön.» Lea: «Mykonos hat mir sehr gut gefallen.» Ines: «In der Camargue haben wir einen langen Ausritt gemacht.» Darin gehe ich Melanie: «Diese schwarzen Boots passen einfach zu allem!» Lea: «Ob hoch oder flach: Ich liebe alle meine Schuhe.» Ines: «Es ist nicht zu übersehen: Am liebsten mag ich Sneakers.»

550 m 900 m 350 m

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MM45, 6.11.2017 | STADT, LAND, AGGLO

Ballungsraum

Spreitenbach, mon amour

Die Stadt pulsierend, das Land idyllisch – und die Agglomeration grau und trostlos. Was ist dran am Vorurteil gegenüber der Vorstadt? Ein Besuch in der Aargauer Gemeinde Spreitenbach. Text: Andrea Freiermuth

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onsumrausch zwischen Betongrau und HochhausAnonymität. Daran denken viele, wenn sie das Wort Spreitenbach hören. Man meint es zu kennen, das Dorf, das längst keins mehr ist. Denn fast jeder ist schon mal auf der A1 oder im Zug an den Wohntürmen auf der Strecke Baden–Zürich vorbeigefahren. Und viele sind irgendwann einmal durch das legendäre erste Schweizer Einkaufszentrum nach amerikanischem Vorbild geschlendert. Valentin Schmid (50), FDP-Mitglied und im September mit 811 Stimmen für weitere sechs Jahre zum Gemeindepräsidenten gewählt, bekämpft solche Vorurteile mit einem Perspektivenwechsel: Er fährt mit Besuchern in den «Himmelsrank», in die zweite Kurve der Heitersbergstrasse. Hier präsentiert sich die Gemeinde von einer ganz anderen Seite – erst Waldrand und Weiden, dann Giebeldächer und Gärten, in der Ferne Wohntürme und Einkaufszentren. «Viele wissen gar nicht, dass Spreitenbach einen intakten Dorfkern hat», sagt Gemeindevorsteher Schmid. Wobei er persönlich gar nichts gegen Hochhäuser habe. Er ist selber zwischen den Betonklötzen aufgewachsen, im Langäcker-Quartier, gleich neben dem «Turm» mit 24 Stockwerken, errichtet Mitte der

Bilder: Sophie Stieger

70er-Jahre. «Die Siedlung war ein Kinderparadies. Ich hätte mir nichts Schöneres wünschen können. Langeweile gab es da nie, es fand sich garantiert immer jemand zum Spielen, für Fussball oder ‹Räuber und Poli›.» 1960 lebten weniger als 2000 Personen in Spreitenbach, heute sind es über 11 000, mehr als die Hälfte ohne Schweizer Pass. Der erste Wachstumstreiber war das Konkubinatsverbot: Weil die wilde Ehe zu Beginn der 60er-Jahre im Kanton Zürich noch verboten war, wanderten viele Zürcher in den Aargau ab, vor allem ins grenznahe Spreitenbach. Auf die Zürcher folgten die Italiener, dann die Flüchtlinge vom Balkan. Heute leben Menschen aus über 70 Nationen in der Vorortsgemeinde. Ein Verein, eine Familie

Dass Spreitenbach trotz der hohen Ausländerquote und der vielen Hochhäuser fast wie ein ganz normales Schweizer Dorf funktioniert, zeigt sich am Samstagnachmittag auf dem Fussballplatz, gleich neben dem blauen Kubus des schwedischen Möbelherstellers. Dort stehen Eltern am Spielfeldrand und feuern ihre Zehnjährigen an. Der FC Spreitenbach ist der grösste von rund 50 Vereinen im Dorf: 350 aktive Mitglieder, 17 Mannschaften. Auf dem Vereinsschal prangt der Slogan «ein Verein, eine

Familie». Aus wie vielen Nationalitäten sich diese Familie zusammensetzt, kann Sportchef Safet Ajeti (37), Schweizer mit Wurzeln in Mazedonien und im Kosovo, nicht sagen. Es spielt schlicht keine Rolle, Fussball verbindet. Ajeti ist in Spreitenbach aufgewachsen und engagiert sich 20 bis 30 Stunden pro Woche ehrenamtlich für den Klub. Derzeit weibelt er bei der Gemeinde für einen Kunstrasen: «Unsere Plätze sind heute schon stark beansprucht. Im Kreuzäcker sind sechs neue Wohnblöcke bezugsbereit. Und neben dem Shoppi sind zwei neue Türme mit 500 Wohnungen geplant. Das gibt Zuwachs, auch für uns.» Über Leute, die das Wohnen in Spreitenbach entsetzt, sagt Safet Ajeti: «Die sind wahrscheinlich noch nie aus der Schweiz herausgekommen. Marseille oder Montpellier – da gibt es Wohnsilos, aber doch nicht bei uns. In «Spreiti» hat es bloss ein paar Hochhäuser, mit viel Grün rundherum.» Auch Spielermami Lendita Mustafa (37), Kosovo-Albanerin mit perfektem Schweizerdeutsch, ist in Spreitenbach gross geworden: «Hier habe ich viele Freunde. Hier ist für mich Heimat. Ich würde nie wegziehen.» Den schlechten Ruf der Gemeinde erklärt sie sich mit Vorurteilen und dem Shoppingcenter. Dort


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1 Auch das ist Spreitenbach:

Gibeldächer im Dorfkern

2 Gemeindepräsident Valen-

tin Schmid ist zwischen den Hochhäusern aufgewachsen. 3 Im Neubauquartier

Kreuzäcker sind sechs neue Wohnblöcke bezugsbereit. 4 Keine Langeweile: Bei schönem Wetter ist auf den Spielpätzen immer etwas los. 5 Fussballtrainer Safet Ajeti: «In Marseille oder Montpellier gibt es Wohnsilos, aber doch nicht bei uns.»

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lungern hin und wieder Jugendliche herum und fallen negativ auf. Diese Kids kämen aber auch von den um­ liegenden Gemeinden. Dass ihre eige­ nen Kinder dereinst in den Einkaufs­ zentren abhängen könnten, befürch­ tet sie nicht: «Mir ist es wichtig, dass sie mindestens ein Hobby haben. Möglichkeiten der sinnvollen Frei­ zeitbeschäftigung gibt es in ‹Spreiti› viele – von Fussball über Karate bis zur Pfadi.» Auch Alessia Della Torre (42) ver­ sucht, die Jugendlichen zu aktivieren. Die Tessinerin mit Abschluss in Ethnologie teilt sich mit einem Kolle­ gen eine 130­Prozent­Stelle in der of­ fenen Jugendarbeit. Das Duo betreibt gemeinsam mit einer Praktikantin den Jugendtreff, veranstaltet Sport­ nächte und hilft Jugendlichen bei der Realisierung eigener Projekte. Vor Jahren engagierten sich einige Kids für eine Halfpipe, daraus ist mit Unterstützung des Jugendbüros der Skater­Verein S.O.S. entstanden, der heute den Skate­Park gleich neben dem Shoppingcenter betreibt. So funktioniert Jugendarbeit im Ideal­ fall. Alessia Della Torre freut sich aber auch über kleinere Initiativen – etwa das Zeltwochenende, das sich die Mädchengruppe gewünscht und dann auch fast in Eigenregie realisiert hat. Bunt gemischtes Volk am Kürbisfest

Während die Skater beim «Shoppi» über ihre Rampen brettern, die Junioren des FC Spreitenbach sich neben dem Möbelhaus mit ihren Gegnern duellieren und die Autos entlang der Einkaufsmeile im Stau stehen, findet im Dorfzentrum das alljährliche Kürbisfest statt. 1200 Liter Kürbissuppe für 4000 Gäste stehen an diesem Sams­

tagnachmittag auf dem Hof der Fami­ lie Lienberger bereit. Eine Ländler­ kapelle sorgt für musikalische Unter­ haltung, später wird auch noch die Spreitenbacher Guggenmusik vor­ beischauen. Unterstützt wird die Bauernfamilie von rund 60 Helfern, viele stammen aus dem Dorf, wie «Vali», der Gemeindepräsident. Einige Besucher sprechen nur ge­ brochen Deutsch. Etwa Yin Hui (35) und Ng Yichan (36). Das chinesisch­ malaysische Ehepaar hat sich vor rund fünf Jahren eine Wohnung im elften Stock eines Hochhauses gekauft: «Wir haben Sicht auf die Berge, das ist wun­ derbar.» Sie sind inzwischen Eltern einer Tochter, sechs Monate alt, und fühlen sich sehr wohl in Spreitenbach: «Einkaufszentren und Kinderkrippe gibt es in Gehdistanz, bis nach Zürich dauert es nur 20 Minuten, es hat viel Natur, und mit den Nachbarn ver­ stehen wir uns auch gut.» An Dorffesten und im Fussballklub ist das Volk bunt gemischt. Aber sie existiert, die Grenze zwischen diesen und jenen. So gibt es im Verein Pro Spreitenbach, der sich die «Förderung der Dorfgemeinschaft und die Wahrung der Interessen der Bevölkerung» auf die Fahnen ge­ schrieben hat, praktisch keine Migranten und Bewohner von Hoch­ häusern. Im Gegenzug fehlen die Urspreitenbacher in der albanischen Tanzgruppe Rinia. Ist in Spreitenbach also doch nicht alles eitel Sonnenschein? «Wir freuen uns, wenn die Zuzüger Interesse am Dorfleben zeigen, aber man kann die Leute nicht zwingen. Und klar gibt es da und dort Probleme», sagt Gemein­ depräsident Schmid. Eine Heraus­ forderung seien etwa Investoren, die ihre Liegenschaften verkommen

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1 Wie in jedem

anderen Schweizer Dorf: Samstags trifft man sich auf dem Fussballplatz. 2 Familie Hui-

Yichan auf dem Kürbismarkt der Familie Lienberger 3 Engagiert in der

Jugendarbeit: Alessia Della Torre

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Blumen zum Selberschneiden: Bezahlen via Kässeli funktioniert auch in der Agglosiedlung.

Bücher zum Thema

Reha für die Agglo In jüngster Zeit sind gleich zwei Bücher erschienen, die das Image der Agglomeration rehabilitieren. Für «Daheim» sind die Journalisten Matthias Daum und Paul Schneeberger ein Jahr lang durch die Schweiz gereist. Ihr Fazit nach rund 25 Kapiteln mit Porträts und Hintergrundberichten: «Wir dachten, dass die Stadt pulsiert und die Agglomeration tot ist. Wir irrten uns.» Zu einem ähn­ lichen Schluss kommen die Journalistin Anna Miller und der Fotograf Goran Galic in «8957 Spreitenbach». Matthias Daum, Paul Schneeberger: «Daheim», NZZ Libro 2013; erhältlich bei www.exlibris.ch für Fr. 16.– Anna Miller, Goran Galic: «8957 Spreitenbach», Salis­Verlag 2015; erhältlich bei www.exlibris.ch für Fr. 40.–

Begegnungsort Spielplatz

Ein Problem ist allenfalls das Verschwinden von Begegnungsorten: Am Glattlerweg stehen die Räume im Parterre leer. Vorhänge sind zugezogen, Putz blättert ab. Hier gab es mal eine Apotheke, eine Metzgerei und weitere Läden. Aber irgendwann war die Konkurrenz im Shoppi zu gross für das Gewerbe. In Zukunft will man den Glattlerweg wiederbeleben, unter anderem mit einem Kindergarten und einem Café. Wichtige Begegnungsorte sind auch die Spielplätze, allen voran der vor der Spar-Filiale, inmitten der Hochhäuser. Am späten Samstagnachmittag sitzen dort zahlreiche Frauen auf den Bänken, die um die Schaukeln gruppiert sind. Eine davon ist Manal Hashaf (32), gepflegtes Make-up und offenes Haar. Die Syrerin, die seit sieben Jahren in der Schweiz lebt, lacht und sagt:

«Manchmal ist es hier schwierig, die eigenen Kinder zu finden, so viele sind es.» Die Mutter von Aland (5) und Elin (3) ist in einer Stadt mit einer halben Million Einwohnern aufgewachsen. Für sie fühlt sich Spreitenbach überhaupt nicht anonym an: «Gerade hier vor dem Spar trifft man sich spontan, ohne sich verabredet zu haben.» Eine Frau auf der Nachbarsbank, mit Rock bis zu den Knöcheln und Kopftuch über dem Haar, erzählt stolz von ihren drei Kindern, die alle eine solide Ausbildung haben. Die Tochter hat sogar die Kantonsschule absolviert – in Mazedonien, der alten Heimat, wäre das undenkbar. Auf die Frage, warum sie gern in Spreitenbach lebt, meint sie: «Hier ist wie Stadt und wie Land.» Wie viel Stadt und wie viel Land in Spreitenbach steckt, zeigt sich vielleicht am besten unweit des Shoppi: Hier gibt es ein Feld voller Farben, dazu ein Schild mit der Aufschrift «Blumen zum Selberschneiden». Auf Nachfrage bestätigt Bauer Guido Weber, dass das System mit dem Kässeli auch in Spreitenbach funktioniert – in unmittelbarer Nähe der Hochhäuser und Einkaufszentren. MM

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liessen: «Die Mieter solcher Objekte sind in der Regel nicht die besten Steuerzahler und die einfachsten Mitmenschen.» Was die Kriminalität betrifft, liegt Spreitenbach im kantonalen Vergleich zwar über dem Durchschnitt, aber Baden, Aarau oder Buchs sind heissere Pflaster.


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Alteingesessene

Zwei, die bleiben

Vom Land in die Stadt und wieder zurück: Die meisten Menschen wechseln ihren Wohnort im Lauf ihres Lebens mehrere Male. Nicht so Peter Hafen und Beni Burch. Hafen wohnt sein Leben lang mitten in der Stadt Bern, Burch ist nie vom ländlichen Giswil OW weggezogen. Text: Lisa Stutz

Bilder: Herbert Zimmermann

D

ie Braunbären Björk, Finn und Ursina lassen sich im Bärengraben von Touristen fotografieren. Die Aare glitzert unter der Brücke, die zur Altstadt führt. Nur fünf Gehminuten entfernt wohnt Peter Hafen. Im AltenbergQuartier. «Wir sagen einfach: im Altenberg», erklärt der 70-Jährige. Er lebt noch immer in der Wohnung, in der er als Kind mit seinen Eltern gewohnt hat. Und er schläft heute noch in dem Zimmer, das früher sein Kinderzimmer war. Peter Hafen trägt einen weissen Bart, eine feine Brille und im Herzen die Stadt Bern. Auf die Frage, weshalb er nie von hier weggezogen ist, antwortet er: «Bei dieser Stadt muss man das nicht fragen!» Da sei etwa die schöne Altstadt; und die Art der Berner, die ihm so gefällt – sie seien einfach nicht so «juflig». Er räumt aber auch ein, dass sein Geschäft ein Mitgrund war. Er besass einen Autoelektrobetrieb und belieferte den ganzen Kanton Bern mit seinen Autoteilen. Die Werkstatt befand sich direkt unter der Wohnung.

Peter Hafen hat sein ganzes Leben im Berner Altenberg- Quartier verbracht und will dort auch bleiben.

Demonstranten gegen Polizei

Trotz aller Liebe gibt es Dinge, die Hafen an «seiner» Stadt stören. «Überbordende Demonstrationen finde ich daneben. Wenn die Demonstranten alles kaputtmachen und versprayen, nervt mich das.» Dennoch kann er sich nicht vorstellen, in einem Dorf zu leben. «Wenn ich als Bauernsohn geboren wäre, wäre mein Leben sicher anders verlaufen. Aber wer weiss schon, wie?» Seit Generationen lebten die Hafens in Bern. Der Grossvater ist im Mattequartier aufgewachsen. Als «Gieu» war Peter Hafen oft in der Matte, sie ist nur wenige Meter vom Altenberg entfernt und begleitete ihn sein Leben lang. Deshalb engagiert sich der ledige

Pensionierte hier: Er ist Präsident des Mattenenglisch-Clubs. Das «Matteänglisch» ist eine Geheimsprache, die in den Gassen der Matte im Mittelalter gesprochen wurde. Der Klub möchte die alte Sprache bewahren. Es hatte für Hafen nie zu viele Leute in der Stadt. Eher findet er die vielen Angebote überfordernd.

Er hat sie nachgezählt: In Bern gibt es pro Tag zwischen 80 und 140 Möglichkeiten, um etwas zu unternehmen. Wichtig ist Hafen vor allem, dass er auch in Zukunft in Bern bleiben kann. «Wenn es sein muss, gehe ich hier ins Altersheim.» Ein solches hat es sogar in seinem Quartier – «im Altenberg». MM


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Beni Burch hat in Giswil alles, was er braucht. Seiner Frau zuliebe geht er ab und zu mit nach Luzern zum Lädele.

B

lau und Grün. Mehr Farben scheint es oberhalb von Giswil an diesem Tag nicht zu geben. Blau der Sarnersee und der Himmel, die fast aufeinandertreffen. Grün die Wiesen und die bewaldeten Berge. Da und dort weiden ein paar Kühe. Beni Burch schaut hinab ins Tal. Hier oben am Berg zeigt

der 71-Jährige den Bauernhof, in dem er geboren ist. Mausarm sei die Familie gewesen. Eine Stunde lang sei er jeden Tag hinunter in die Schule gewandert. «Im Winter dauerte der Weg anderthalb Stunden.» Damals noch ohne weissen Bart im Gesicht, dafür mit meterhohem Weiss um die Beine, kämpfte er sich

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den Berg hinab. Im Sommer ging er mit dem Vater «z Alp». Trotz oft harter Kindheit, habe ihm sein Heimatdorf immer gefallen. Warum? Für Burch eine rhetorische Frage: «Man muss sich nur umschauen: die Natur, die Berge, die Landschaft. Etwas Besseres gibt es nicht.» Bis heute nicht. Lust wegzugehen hatte er nur ein Mal: Nach der Käserlehre wollte er mit einem Kollegen in Neuseeland arbeiten. Doch der Kollege sprang ab, also blieb Beni Burch in Giswil. Bereut hat er das nie. Wenn auch nicht geografisch, hat er sich berufsmässig ausgetobt: Er war Forstwart, Käser, Dachdecker, Müller, Wirt, Versicherungsangestellter, Fahrlehrer. Letzteres am längsten, 40 Jahre lang führte er seine Auto- und Motorrad-Fahrschule. Er kennt alle, alle kennen ihn

Der zweifache Grossvater ist überzeugt, dass sein Leben in der Stadt um einiges stressiger wäre. «Und Stress brauche ich nicht unbedingt», sagt er und lacht. Auch die Anonymität einer Stadt wäre nichts für ihn: Er mag an Giswil, dass er fast alle kennt – und fast alle ihn. Denn steigt in Giswil ein Fest, und das kommt offenbar des Öftern vor, ist Beni Burch an vorderster Front dabei. Er hat das Zepter für die Festwirtschaft in der Hand. Obwohl es ihm in Giswil wohl ist, schätzt er die guten Zugverbindungen nach Luzern. Jede halbe Stunde fährt ein Zug in die Stadt. Diese Möglichkeit nutzt Beni Burch jedoch nur einbis zweimal im Jahr. «Meiner Frau zuliebe gehen wir dann lädele. Ich selber würde ebenso gern hier bleiben.» Seit er pensioniert ist, setzt er sich aktiv für die Region ein: Bei Giswil-Mörlialp-Tourismus ist er zuständig für den Wanderwegbau und Wanderwegunterhalt. Burch überlegt lange, ob es in Giswil auch etwas gibt, das ihm nicht gefällt. Schliesslich schüttelt er den Kopf. «Nein, alles ist gut hier. Ich vermisse nichts.» Das Angebot im Dorf sei ihm nie zu klein gewesen. Er habe hier alles, was er brauche. Beni Burch lächelt zufrieden. Solange er gesund ist, möchte er in Giswil bleiben. Momentan ist er mit dem nächsten Jahr beschäftigt. Im Sommer veranstaltet der Jodlerclub Giswil ein grosses Fest. Viele gute Freunde sind im Klub dabei, und Beni Burch steht wieder in der Küche. MM


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Markus Freitag

«Ich rate Städtern, auch einmal ein Schwingfest zu besuchen» Die Unterschiede zwischen Stadt und Land schwinden zunehmend, sagt Politologe Markus Freitag. Politisch ist ohnehin oft die Agglo entscheidend. Ein Gespräch über Anonymität auf dem Land, urbane Wolf-Fans und pragmatische Agglomenschen. Text: Andrea Freiermuth, Ralf Kaminski Bilder: Christian Schnur


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Er weiss, wie Stadt, Land und Agglomeration ticken: Politikwissenschaftler Markus Freitag.

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Politisch fallen die Unterschiede immer dann auf, wenn es um Immigrationsfragen geht. Die Stadt, in der viele Ausländer leben, stimmt mehrheitlich liberal, das Land, wo es viel weniger Migranten gibt, tendenziell konservativ. Paradox, oder? Mehr Ausländer in der Stadt bedeutet mehr Internationalität, einen Zuwachs an ver­ trauter Fremdheit. Auf dem Land, wo sich die meisten vom Sehen her kennen, wirkt das Fremde und Unbekannte aber ungewohnt und bedrohlich. Regelmässige persönliche Kontakte würden helfen, medial inszenierte Ängste und Vorurteile gegenüber Migranten abzubauen. Weil es dazu auf dem Land aber viel weniger Gelegenheiten gibt, kann dieser Mechanismus nicht greifen.

Markus Freitag, was sind die wichtigsten Unterschiede zwischen Stadt und Land? Schwierig. Die Unterschiede sind nicht mehr so offensichtlich wie noch vor 20 oder 30 Jahren. Wenn man in Zürich in die Quar­ tiere geht, fühlt man sich schnell mal wie auf dem Dorf: Man kennt den Bäcker, die Verkäuferin oder andere Eltern auf dem Spielplatz. Gleichzeitig ist das Leben in den Dörfern anonymer geworden. Man wohnt zwar dort, ist aber mobiler als früher, arbei­ tet in der Stadt oder der Agglomeration und nimmt nicht mehr unbedingt am sozialen Leben vor Ort teil. Zudem hat man dank Internet von überall Zugang zur Welt. Aber es gibt schon noch Unterschiede. Klar. In meiner neuen Studie mit Persön­ lichkeitstests von über 14 000 Personen aus der Schweiz stellte sich zum Beispiel heraus, dass sich Menschen in urbanen Gebieten im Vergleich zu denjenigen in ländlichen Regionen als neugieriger, kreativer und origineller betrachten. In der Persönlichkeitspsychologie gehören diese Eigenschaften zum Merkmal «Offenheit». Landbewohner hingegen sind beharrlicher, bodenständiger und prinzipientreuer. Sie erzielen einen höheren Wert beim Merkmal «Gewissenhaftigkeit». Wie erklärt sich das? Im Dorf stossen die Leute immer aufeinan­ der, ob sie wollen oder nicht – dieses Gesetz des Wiedersehens hat Auswirkungen auf das soziale Miteinander und macht das Dorf zu einem geschlossenen Kreis voller Normen und Konventionen. Wenn Sie diese missach­ ten oder anecken, müssen Sie mit Sanktio­ nen rechnen. In der Stadt ist die persönliche Freiheit grösser, jeder ist ein Stück weit fremd und nicht «Herr im Haus», mit Aus­ nahme der Quartiere, wobei auch dort alles weniger verbindlich ist als auf dem Dorf. In den Städten gibt es nach wie vor Leute, die unter Einsamkeit leiden. Sicher. Aber es gibt auch immer mehr Initia­ tiven, um Gemeinschaft zu bilden. Etwa die Aktion «Hansbank in allen Gassen», die in Zürich vergangenen Sommer dazu aufge­ rufen hat, Bänke oder andere Sitzgelegen­ heiten aufzustellen, um Begegnungsraum zu schaffen. Die Stadt und ihre Einwohner versuchen mit vielfältigen Aktionen der Anonymität entgegenzuwirken – während sich das Dorf ihr allmählich ergibt.

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«Es geht darum, andere Meinungen wenigstens zu tolerieren, auch wenn es anstrengend ist.»

Wie kommt das? Viele traditionelle Begegnungsräume in den Dörfern sind verloren gegangen: Oft gibt es keinen Dorfladen mehr, der Postschalter wurde geschlossen, und in die Kirche geht man auch nicht mehr. Das karge Rest­ angebot kann mit den Reizen des Internets und der Mobilität nur schwer mithalten. Und dennoch sehnen sich viele nach dem Landleben mit Haus und Garten. Mein Eindruck ist, dass diese Sehnsucht ab­ genommen hat. Nicht zuletzt, weil die Städte viel getan haben, damit sich auch Familien wohlfühlen können: Grünflächen, Kinder­ betreuung, Verkehrsberuhigung. Allerdings können viele es sich gar nicht leisten, in der Stadt zu wohnen, selbst wenn sie wollten. Eine Form von unfreiwilliger Stadtflucht. In ländlichen Kantonen wie der Zentral­ schweiz leben deutlich weniger Frauen als Männer. Wie erklären Sie sich das? Die Frauen haben in den letzten Jahrzehn­ ten ihre Karrieren vorangetrieben, dafür gibt es in der Stadt hinsichtlich Bildung und Beruf einfach mehr Möglichkeiten, gerade im Dienstleistungs­ und Pflegebereich. Ist es vielleicht auch leichter, in der Stadt ein emanzipiertes Leben zu führen? Das ist wohl so. Zumal in der Stadt die An­ gebote zur Kinderbetreuung vielfältiger und die Einstellungen generell liberaler sind.

Den umgekehrten Effekt haben wir beim Wolf: Die Städter, die ihm eh nicht begegnen, finden, man solle ihn um jeden Preis schützen, derweil Leute auf dem Land weniger begeistert sind. Weil ihr Risiko deutlich höher ist, tatsäch­ lich auf einen zu treffen. Bauern und Schaf­ halter befürchten gar finanzielle Einbussen. Städter hingegen begegnen Wildtieren eigentlich nur im Zoo und haben deshalb vielleicht etwas romantisierte Vorstellungen von ihnen und der ungezähmten Natur entwickelt. Ähnliches gilt unter gegensätz­ lichem Vorzeichen im Übrigen für das Auto: geschätzt auf dem Land, aber verwünscht in der Stadt – das Auto ist der Wolf der Stadt. Ziehen Konservative aufs Land und Liberale in die Stadt – oder gelangt man am jeweiligen Wohnort erst zur ent­ sprechenden Einstellung? Beides ist möglich: Das Umfeld vermag Menschen zu konditionieren und ihre Einstellungen zu beeinflussen. Aber ebenso bahnen bestimmte Charaktereigenschaften unseren Weg der Niederlassung. Wer sich als offener Mensch auf dem Dorf eingeengt fühlt, wird in die Stadt ziehen und dort noch mehr zu dem, was er schon ist. Beim Ja zur Masseneinwanderungsinitia­ tive 2014 stimmten Stadt und Land wie immer, aber in der Agglomeration gab es Verschiebungen zu mehr EU­Skepsis, die deshalb am Ende obsiegte. Entscheidet die Agglo über das Schicksal der Nation? Drei Viertel der Schweizer Bevölkerung leben in Agglomerationen, sie haben also erhebliches Gewicht. Entscheidend ist,


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Reisedaten 2018 18. – 30. Juni 25. Juni – 07. Juli 03. – 15. Juli 1. Tag Schweiz – Travemünde Anreise nach Travemünde zur Einschiffung. 2. Tag Auf See Erholsame Seereise mit Finnlines über die Ostsee. 3. Tag Helsinki – Kuopio Nach einer Stadtrundfahrt in Helsinki abwechslungsreiche Fahrt durch die finnische Seenplatte nach Kuopio. 4. Tag Kuopio – Luosto Über Oulu, der «Weissen Stadt des Nordens» fahren wir nach Rovaniemi, der Heimat des Santa Claus. Danach überqueren wir den Polarkreis und erreichen Luosto. 5. Tag Luosto – Nordkap Entlang dem Inarisee, dem «heiligen See der Lappen» gelangen wir nach Karasjok und besuchen den bekannten Sapmipark. Danach fahren wir hinüber auf die Nordkapinsel Mageroya. Am Abend erleben Sie dann einen Höhepunkt der Reise mit dem Besuch auf dem Nordkapfelsen.

7. Tag Bardufoss – HurtigrutenSchifffahrt – Lofoten Über die Vesteralen erreichen wir die Lofoten. Die Inselkette mit ihren vier grossen und den unzähligen kleineren Inseln zieht sich über 150 km vor der Küste dahin. Am Nachmittag Schifffahrt mit einem der berühmten Hurtigruten-Schiffe, die das ganze Jahr über die Häfen der Küste miteinander verbinden. 8. Tag Lofoten – Mo I Rana Abwechslungsreiche Fahrt über eine brücken- und tunnelreiche Strecke nach Mo I Rana am Ranafjord. 9. Tag Mo I Rana – Trondheim Durch das Namdalen erreichen wir Trondheim, das als Wiege des norwegischen Reiches gilt. 10. Tag Trondheim – Hamar Über das Dovrefjell Hochplateau gelangen Sie in das sagenumwobene Gudbrandsdalen und über die Olympiastadt Lillehammer nach Hamar.

6. Tag Nordkap – Bardufoss Über Skaidi gelangen wir nach Alta, der grössten Stadt der Finnmark und entlang der Atlantikküste mit ihren vielen Fjorden nach Bardufoss.

11. Tag Hamar – Oslo Fahrt entlang dem Mjösasee nach Oslo. Nach der Besichtigung der norwegischen Hauptstadt Einschiffung zur Überfahrt nach Dänemark. 12. Tag Frederikshavn – Hannover Reise durch Jütland und Schleswig-Holstein nach Hannover. 13. Tag Hannover – Schweiz Rückreise in die Schweiz.

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STADT, LAND, AGGLO | MM45, 6.11.2017

worüber wir abstimmen: Bei soziokulturellen Themen und symbolischen Wertfragen mit schwer quantifizierbaren Risiken verbündet sich die Agglomeration eher mit dem Land, steht der Wohlstand auf dem Spiel, eher mit der Stadt. Wie würden Sie denn die Menschen in der Agglo charakterisieren? Als individualistisch und pragmatisch. Die meisten ziehen nicht deshalb dorthin, weil es ihnen eine Herzensangelegenheit ist. Aber man ist schnell in der Stadt mit ihrem grossen Angebot an Kultur und Restaurants und genauso schnell in der Natur und in den Bergen. Gehdistanzen sind unwichtig, man hat ja das Auto, das den meisten in der Agglomeration sehr wichtig ist. Relativ viel politische Macht hat auch die Bevölkerung in kleinen, ländlichen Kantonen, dank des Ständemehrs. Ja, es soll der Tyrannei der Mehrheit eine Schranke setzen, ist quasi eine Schutzklausel für die Minderheit. Für den sozialen Frieden ist das sehr wichtig, auch wenn es den kleinen Kantonen viel Gewicht gibt: Die Stimme einer Urnerin zählt 33 Mal so viel wie die Stimme einer Zürcherin. Fair ist das nicht. Das ist eine Frage der Perspektive. Leute auf dem Land werden sagen, genau das mache die Schweiz aus: Das Ständemehr fordert uns heraus, Lösungen zu suchen, zu denen

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auch die Minderheit Ja sagen kann. Wir Städter müssen uns damit arrangieren, dass nicht alle so ticken wie wir. Es gibt auch andere Ideen. Und Menschen, die sich darüber wundern, was die Städter wichtig finden. Leute vom Land und aus der Agglo gehen oft in die Stadt, sie kriegen zumindest mit, wie die Städter ticken. Fällt es ihnen leichter, sich einzufühlen als umgekehrt? Berufsbedingt und auf der Suche nach Abwechslung verbringen Menschen vom Land

Zur Person

Politischer Soziologe Markus Freitag (48) ist Direktor des

Instituts für Politikwissenschaft und Professor für politische Soziologie an der Universität Bern. Der Politikwissenschaft­ ler wuchs in Höchenschwand im Schwarz­ wald auf. Vor mehr als 20 Jahren zog er in die Schweiz, seit 2012 hat er beide Staatsbürgerschaften. Eine Vielzahl seiner Arbeiten beschäftigt sich mit dem Konzept des sozialen Kapitals. Eben ist sein neues Buch bei NZZ­Libro erschie­ nen: «Die Psyche des Politischen. Was der Charakter über unser politisches Denken und Handeln verrät». Markus Freitag wohnt in Zürich, ist mit einer Bernerin verheiratet und hat zwei Kinder im Alter von 10 und 13 Jahren.

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und der Agglomeration viel Zeit in der Stadt. Allein dadurch werden sie mit den dortigen Verhältnissen und Lebensweisen konfrontiert. Der Städter wiederum findet alles vor der Haustür: Arbeit, Schule, Kino, Konzerte, Theater, Restaurants und Parkanlagen. So gesehen, ist das Risiko in der Stadt viel grösser, in einer Blase Gleichgesinnter zu leben. Auf dem Dorf dagegen wird man wegen der Kleinheit fast zwangsläufig auch mit Menschen aus ganz anderen Berufsund Erfahrungswelten konfrontiert. Was kann jeder Einzelne tun, um die Gräben zu verringern? Ganz wichtig ist, offen zu sein und Brücken zu schlagen, was nicht immer leicht ist – gerade im Nachgang von Abstimmungen. Städtern empfehle ich, vielleicht einmal ein Schwingfest zu besuchen. Ich war zum Beispiel am Unspunnenfest und war beeindruckt: Unter anderem waren da 15 000 Menschen mit 15 000 Rucksäcken – und kein Einziger wurde durchsucht. Wenn ich ins Fussballstadion gehe, muss ich alles zeigen. Sollten wir da nicht ein bisschen neidisch sein auf die Geranienschweiz? Im Grunde geht es darum, sich gegenseitig zu respektieren und andere Meinungen wenigstens zu tolerieren, auch wenn es manchmal anstrengend ist. In anderen Ländern scheinen die Gräben tiefer als in der Schweiz: In den USA wählen die Städte die Demokraten, das Land


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MM45, 6.11.2017 | STADT, LAND, AGGLO

die Republikaner, und das gegenseitige Verständnis nimmt immer weiter ab. Was machen wir besser? Das Ständemehr und der Föderalismus schützen die Minderheitenrechte, und über die direkte Demokratie können wir über Sachfragen mitbestimmen. Dadurch fühlt man sich nicht im gleichen Mass politisch verloren und unverstanden wie in den USA. Donald Trump konnte auch deshalb Präsident werden, weil es ihm gelungen ist, den Eindruck zu erwecken, er sei eine Stimme für diese Unverstandenen. Selbst wenn in der Schweiz nicht jeder politisch aktiv ist, weiss er um die Möglichkeit. Zwar ist die Stimmbeteiligung oft unter 50 Prozent, Auswertungen von Stimmregisterdaten zeigen aber, dass über 70 Prozent selektiv und je nach Vorlage an einer Abstimmung teilnehmen. Durch diese Art der Volksmit­ sprache kann sich Frust weniger anstauen. Auch sind die Schweizer Agglomerationen friedlich, während es in denen unserer

Nachbarländer immer wieder mal zu Ausschreitungen kommt. Das liegt an den vielen Integrationsbemü­ hungen von Schule, Staat und der Zivil­ gesellschaft. Aber auch am Schweizer Wohl­ stand und den guten Chancen, daran teilha­ ben zu können. Unser Ausbildungssystem gibt eigentlich allen berufliche Perspek­ tiven, das reduziert das Risiko für Ghettoi­ sierung, wie wir sie bei einigen europäischen Nachbarn und den USA teilweise sehen. Sie sind auf dem Land aufgewachsen, leben heute aber in Zürich und arbeiten in Bern. Könnten Sie sich vorstellen, wieder aufs Land zu ziehen? (überlegt) Momentan stellt sich diese Frage nicht. Die Stadt und mein Quartier lassen mich urbanes Leben mit ländlichem Flair ideal verbinden. Aber meine Wurzeln liegen in einer Gemeinde mit 100 Einwohnern, und mit zunehmendem Alter erinnere ich mich gern an die Natur und die Gelassenheit dort zurück. Ich könnte mir durchaus vorstellen,

den Lebensabend in ländlicher Umgebung zu verbringen. Durch Ihre Frau haben Sie auch das Schweizer Landleben kennengelernt. Was sind Unterschiede zu Deutschland? Wenn man sich hier in den 90er­Jahren im Restaurant zum Essen traf, gab man allen zur Begrüssung die Hand und schaute sich tief in die Augen – und zum Abschied erneut, da sollte man dann idealerweise auch alle Namen gekannt haben. In Deutschland begrüsste man alle Anwesenden pauschal und verabschiedete sich auch so. Diese Rituale haben sich auch hier inzwischen gelockert, aber auf dem Land noch nicht so stark wie in der Stadt. Und beim ersten Treffen mit der Familie und den Freunden meiner Frau begrüssten sich alle mit Küsschen; nur ich ging erst einmal leer aus. Ich habe dann gelernt, dass man sich das erst erarbeiten muss, und bei der Verabschiedung zeigte sich dann, ob man erfolgreich war oder nicht. MM

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mittag Fahrt mit der ältesten Standseilbahn Europas und Apéro hoch über der toskanischen Traumlandschaft. 5. Tag, Freitag 27. April 2018 – Florenz Wir starten unseren Florenz-Besuch in der legendären Markthalle mit einem Apéro. Später erleben wir Florenz bei einer tollen Stadtführung. Das Ensemble von Kirchen und Palästen, von Plätzen und Gassen, Brunnen und Statuen begeistert. Der Nachmittag bleibt zur freien Verfügung. 6. Tag, Samstag 28. April 2018 – Cinque Terre Heute erobern wir die weltbekannten fünf pastellfarbenen Dörfchen des UnescoWeltkulturerbes Cinque Terre, die wie kleine Schwalbennester hoch über dem Meer kleben. 7. Tag, Sonntag 29. April 2018 – San Gimignano-Siena-Chianciano Terme Das fantastische San Gimignano, das «Manhattan der Toskana», erwartet uns heute Vormittag mit seiner vollen Pracht. Der Nachmittag führt uns nach Siena, das mit gut erhaltenen Palästen, Kirchen und mittelalterlichen Mauern besticht.

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MENSCHEN | MM45, 6.11.2017

W Bänz Friedli

«Gsehsch?», fragte sie

Bild: Vera Hartmann

Worüber ärgern Sie sich im Alltag? Darüber, dass Leute auf Rolltreppen nebeneinander stehen bleiben und den Weg versperren? Dass im Kino mit Bon­ bonpapierchen geraschelt wird? Dass im Büro jemand – und es sind immer dieselben! – das Kafitassli nicht selber abwäscht, sondern es einfach in die Spüle stellt? Dass die Öffnungen der Reis­ packungen so unglücklich perforiert sind, dass alle Körner neben der Pfanne landen, wenn man sie ins heisse Wasser geben will? Und dass zuletzt immer noch zahlreiche Körner in der Packung ver­ bleiben, die sich nicht aus besagter Öffnung schütteln lassen, weshalb man die Packung entnervt aufreisst – und deshalb erst recht alles verschüttet? Ärgern Sie sich im Auto über gefährliche Velofahrer? Oder als Velofahrer über rücksichtslose Automobilistinnen?

Bänz Friedli (52)

will beim Sockensortieren gelassener werden.

Vielleicht ärgern Sie sich auch über Ihre Familie. Wegen der Socken, die oft einzeln in der Wäsche landen. Und über die Waschmaschine, die einzelne Socken verschluckt. Was für eine Sortiererei! Weil der Kopf es mir nicht zugibt, einen weissen Füssling der Marke Nike mit einem der Marke Adidas zu paaren oder einen unbeschrifteten mit einem, in den die Angabe «39–42» genäht ist – auch wenn diese Socken vielleicht schon als falsches Paar in die Wäsche geraten sind –, wirds bei mir besonders knifflig. Falls dann

endlich alles passt, geht noch das Rätsel­ raten darüber los, welche der sehr, sehr ähn­ lichen Socken nun meiner Frau, der Tochter und dem Sohn gehören. Künftig werde ich an Antonella denken. Ich habe sie an einer Veranstaltung des Blindenverbands kennengelernt. Krauses Haar, herzliches Lachen, eine offene, un­ komplizierte Person. Sie setzte mir eine «Dunkelbrille» auf, wie sie das nannte, damit ich mal «sähe», wie es sei, nichts zu sehen. So wie sie, Antonella, die blind ist. Und dann liess sie mich Socken sortieren. Blindlings. Ich wühlte in zwölf Einzelsocken, ertastete Grösse, Muster und Art der Faserung, und nach einigen Minuten hatte ich mit Mühe und Not ein Paar geschafft – das sich dann freilich als falsch erwies. «Gsehsch?», fragte sie, den oberen Saum befühlend, der bei dem einen Socken etwas feiner gerippt war als beim anderen, und hielt mir meine falsche Paarung unter die Nase.

Alltagsärger wie das Sockensortieren? Meistert sie spielend. Der Nachmittag mit Antonella und ihren blinden Freunden zeigte mir, wie gut diese Menschen sehen. Sie sehen einfach anders. An Antonella werde ich den­ ken müssen, wenn ich mich das nächste Mal über eine Nichtigkeit ärgern will. Ich werde in Heiterkeit an sie denken. MM Bänz Friedli live: 10.11. Aesch BL, 14.11. Luzern, Stadtkeller

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MM45, 6.11.2017 | MENSCHEN

Klaus Littmann

Ein kreativer Störenfried

Der Basler Klaus Littmann provoziert mit seinen kunstvollen Eingriffen in den Alltag – zurzeit mit der Installation Central Station. Die nächsten Projekte sind schon geplant: ein Laubwald in der Fussballarena und ein Planetenpark, der die Nacht erleuchtet. Text: Reto E. Wild

D

er Weg in die Unterwelt führt über eine Rolltreppe. Dort erwarten einen 15 Kulissenbauten und -räume mit einem Mauerwerk aus Pappe und Karton. Sie beherbergen eine Reparaturwerkstatt, ein Restaurant, einen Dorfladen, Kunst- und Ausstellungsräume, ein Tattoostudio, einen Coiffeurladen, einen Schauraum mit Möbeln und Accessoires, einen Concept Store für Designunikate oder «Larry’s Bar» mit Fumoir. Sie ergeben ein fiktives und doch realistisches Stadtbild: «Central Station» heisst das neueste Kulturprojekt von Klaus Littmann (65). Eine 2000 Quadratmeter kleine Welt aus Kultur- und Kreativangeboten, Lesungen und Konzerten im Untergeschoss der ehemaligen Kirschgarten-Migros, im Zentrum von Basel, beim Aeschenplatz unweit des Bahnhofs. Eine Kunststadt, die mindestens bis Ende 2018 bestehen wird. «Die Grundidee ist, Kunst und Stadtraum miteinander zu verbinden, zu zeigen, was Künstler und Kreative tun», sagt Littmann. «Kultur wird ja ansonsten an den Stadtrand verdrängt. Wir aber erobern die Stadt zurück und laden alle zu uns ein, die etwas Originelles machen.» Etwa «Piet’s Steh- und Tischlampen»: echte Unikate. Die Bestandteile fin-

Bild: Christian Schnur

det Piet Bahnerth (80) in Brockenhäusern und auf Flohmärkten. Littmanns Anliegen zieht sich wie ein roter Faden durch seine Karriere als Kulturförderer: Er möchte erfahren, wie Menschen Alltagssituationen wahrnehmen und wie sie damit umgehen. Beuys-Schüler, der Ideen verkauft

Am Anfang von «Central Station» stand die Anfrage der Liegenschaftsbesitzer, Privatpersonen aus Basel («über das Mäzenatentum spricht man in Basel generell nicht»), ob er nicht eine neue Idee für ein Projekt habe. Er schlug sein Vorhaben vor, räumte aber ein, es funktioniere nur, wenn die Grundstrukturen geschaffen würden. Sie willigten ein. Und so mutierte der Plan innerhalb eines halben Jahrs zur «Central Station». Wer hier, in der künstlerisch aufgeladenen Parallelstadt im Basler Untergrund, einen Laden betreibt, zahlt in den ersten neun Monaten keine Miete, nur die Stromkosten. Danach ist ein Mietzins von unter 1000 Franken pro Monat fällig. «Für Junge gibt es keine bessere Ausgangslage für den Aufbau eines Geschäfts», meint der grossgewachsene Basler, der von sich sagt, er habe keine Berufsbezeichnung. Zu vielschichtig sei das, was er mache. Der Ausdruck

«Kunstvermittler» trifft aber ziemlich genau, was er tut. Den Baslern ist Klaus Littmann, der bereits 2002 den Kulturpreis der Stadt Basel erhielt, längst ein Begriff. Geboren im deutschen Lörrach, 40 Meter von der Schweizer Grenze entfernt, in einem Haus mit Plumpsklo, zieht seine Familie mit dem einjährigen Klaus nach Riehen BS um. Nach dem «hart errungenen Abitur», wie er sagt, weilte er eine Zeit lang in Israel. Von 1970 bis 1976 absolviert er die Düsseldorfer Kunstakademie. Nach einigen Jahren als Dozent an der Schule für Gestaltung eröffnet er 1982 eine Galerie in Basel. Mitte der 1990er-Jahre macht er Konkurs, weil er sich mit Ausstellungen finanziell übernommen hat. «Das war sehr belastend und hat mich getroffen. Ich musste feststellen, dass ich kein Händler bin und nicht mal ein Glas Wasser verkaufen könnte. Ich kann nur Ideen verkaufen, die es so noch nicht gibt.» Der Schüler von Joseph Beuys ergänzt: «Damals war ich wie ein Schwamm, der alles aufsog und die Begegnung mit Künstlern spannender fand als das Familienleben.» Heute ist Littmann in dritter Ehe verheiratet mit Laila Abdel’Al (45), der Assistentin der Chefredaktion der «Basler Zeitung». Seit 28 Jahren sind sie zusammen, 15 Jahre davon verhei-


MENSCHEN | MM45, 6.11.2017

«Wir erobern die Stadt zurück»: Klaus Littmann in seiner Untergrundkunstwelt «Central Station» in Basel

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MENSCHEN | MM45, 6.11.2017

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ratet. Er habe sie auf der Strasse kennengelernt, sie spontan angesprochen. Sein Sohn Cyrill (35) aus erster Ehe arbeitet als Wirtschaftsanwalt.

Bild: zVg

«Ich kann nichts anderes»

Noch länger als die private Liebe – über 30 Jahre – dauert seine Liebe zur Kultur. Entsprechend lang ist die Liste seiner Projekte. «Ich kann nichts anderes», sagt er. «Ich bin infiziert. Mir macht es riesigen Spass, verschiedene Leute in aller Welt zu treffen. Ich lerne jeden Tag sehr viel – gerade mit dem neuen Projekt in Klagenfurt.» Im Herbst 2019 will Littmann im dortigen hochmodernen, mit Rasenheizung ausgestatteten Fussballstadion 200 etwa 10 bis 15 Meter hohe Bäume auf dem Spielfeld pflanzen. Während eineinhalb Jahren werden sie gehegt und gepflegt. «So entsteht ein ausgewachsener Mischwald. Von den Rängen aus können die Zuschauer das Baumspektakel Tag und Nacht, bei Natur- oder Flutlicht im Stadion, bestaunen. Für dieses Projekt habe ich vier Jahre lang gekämpft.» Möglich wird es, weil die Fussballarena nur einen einzigen Zweck hatte: während der Fussball-EM 2008 als Spielstätte zu dienen. Geplant war, das Stadion nach der Euro wieder zurückzubauen auf eine Grösse, die zu Klagenfurt passt – was aber nicht geschah. Nach der Kunstinstallation

werden die Bäume in den nahen Lakeside-Park umgepflanzt. So soll sich der Stadionwald über die Dauer der Ausstellung als Waldskulptur hinaus als Monument der Erinnerung verwurzeln. Finanziert wird Littmanns neuester Coup einerseits durch über 200 mögliche Baumpatenschaften, die jeweils 5000 Euro kosten. Andererseits sucht der Basler zusätzliche Unterstützung in Form von Sachsponsoring.

Doch Littmann wäre nicht Littmann, hätte er nicht schon die nächste – leuchtende – Idee. Neben «Central Station» und dem Klagenfurter Projekt möchte er 2018 in Basel wieder Kunst im öffentlichen Raum installieren. «Art Planets Park» heisst das temporäre Kunstprojekt: Zehn Künstler sollen je einen schwebenden, mit Helium gefüllten Planeten von vier Metern Durchmesser entwerfen, der nachts strahlt. MM

Das Werden eines Walds statt Fussballspiele verfolgen: Klaus Littmanns Zukunftsprojekt im österreichischen Klagenfurt

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MENSCHEN | MM45, 6.11.2017

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Sängerin Jaël Malli wird mit 38 Jahren Mutter und schreibt neu alle zwei Wochen eine Kolumne. Zum Start schildert sie die Reaktion von Leuten, die den Kinderwunsch bei Frauen voraussetzen. Migrosmagagzin.ch-Leserinnen zeigen Vertändnis. www.migmag.ch/mama38 Nadja Steiner: Macht weiter so, ... bleibt euch treu und geniesst die Zeit. Wir sind momentan in der gleichen Situation, auch sonst würden wir es genauso sehen wie ihr. Alles Gute, viel Liebe, gute Gesundheit und weiterhin vor allem Zufriedenheit!

Sängerin Jaël wird mit 38 Jahren Mutter und schreibt im Migros-Magazin eine Kolumne.

Erika Wasmer: Es ist ja kein Problem, mit 38 ein Kind zu kriegen. Als

39%: Herbst 30%: Sommer 24%: Frühling 7%: Winter

man jung war, konnte man die Verliebtheit und das unbeschwerte Leben geniessen. Und nun kommt ein neuer, toller Abschnitt. Man macht alles intuitiv richtig, so wie es eben für die Eltern stimmt.

Daniela: Gratulation zu dieser Kolumne und deinen – so wahren – Gedanken! Ich wünsche dir von Herzen alles Gute, geniesse das Jetzt und das Morgen und lass dir weiterhin von niemandem vorschreiben, was richtig ist.

Bilder: Ruben Wyttenbach, Almut Berger, Paul Ott

Sabine Bräger: Mit 38 Mutter werden? Diese Frauen haben ihre Erfahrungen gemacht, im Gegensatz zu schwangeren Teenies – was ich für eine Katastrophe halte. Alles Gute!

Online-Extra

Leserbeitrag

Wien-Trip mit Kind

Wo sind meine Klassengspänli? Online-Redaktorin Almut Berger hat die österreichische Hauptstadt (wieder) besucht, erstmals mit ihrem zehnjährigen Sohn. Neben Klassikern wie Prater, Schönbrunn und dem Naschmarkt gefielen ihm das Haus des Meeres, die Copa Beach, das Kindermuseum, Würstlstände und die U-Bahn: www.migmag.ch/ wien

Paul Ott sucht einige Kamerad(inn)en aus dem Krauer-Schulhaus in Emmenbrücke LU. Sie besuchten mit ihm zwischen 1958 und 1963

dieselbe Klasse bei den Lehrern Lustenberger, Schmid und Lehner. Grosses Bild und Kontakt: www.migmag.ch/krauer


40

MM45, 6.11.2017 | MENSCHEN

Schwarzhalsziegen

St. Niklaus, 13 Uhr: Die Frisur hält Es gibt Schönheitswahlen für Frauen und Männer, für Hunde und Kühe – und im Wallis auch für Ziegen. Auf die alljährlich stattfindende Ziegenortsschau im Oktober bereiten die Züchter ihre Tiere intensiv vor: sechs Stunden Haare föhnen und stundenlanges Bürsten inklusive. Text: Dinah Leuenberger

E

in Mann mittleren Alters mit Gelfrisur läuft hastig über den Platz. Aus seiner linken Hosentasche ragen eine Bürste und ein pinkfarbener Haar­ spray. New York Fashionweek, könnte man denken, doch die Szene spielt sich im Walliser Dorf St. Niklaus ab, und statt Models frisiert der Mann Ziegen. Keine gewöhnlichen, sondern die Walliser Schwarzhalsziegen, die mit ihren langen Haaren aussehen, als hätte sie jemand kopfüber in schwarze Farbe getunkt. Ihre vordere, schwarze Körperhälfte wird durch eine scharfe Linie vom weissen Rest getrennt. Und heute muss jedes Haar sitzen und glänzen – für die Ziegen­ ortsschau, an einem von drei Ter­ minen im Jahr, an denen Experten die Schönheit der Schwarzhalsziegen bewerten. Baden, föhnen, bürsten

Einige Stunden zuvor und viele Meter über St. Niklaus ist Erich Fux nervös. Obwohl der 46­Jährige mit seinen Tieren schon seit vielen Jahren an der Schau teilnimmt, kribbelt es ihn, wenn er an den heutigen Nachmittag denkt. Fux kniet auf dem Boden vor seinem Ziegenstall, neben ihm steht ein Podest und darauf eine seiner

Bilder: Dominic Steinmann

Ziegen. Während Sohn Luca ihr Bein anhebt, sucht Fux nach schwarzen Haaren, die er mit einer Pinzette zupft. «Einmal bekam eine Ziege Punktabzug, weil sie im weissen Teil schwarze Haare hatte. Seither achte ich da genau drauf.» Erich Fux besitzt 25 Schwarzhals­ ziegen, neun davon will er heute prämieren lassen. Bereits am Vortag hat er zusammen mit seiner Frau Mireille (43) die Tiere in der Bade­ wanne gewaschen. «Mit Schmier­ seife, Weichspüler und Handy aus der Migros, damit erzielen wir den besten Glanz», erklärt Mireille Fux. Nach dem Bad habe es zum Glück gewin­ det, so trocknete das nasse Fell der Ziegen von selbst. «In einem anderen Jahr regnete es fürchterlich. Da war ich mit einer Freundin sechs Stunden lang damit beschäftigt, die Tiere zu föhnen», sagt sie und lacht. Um das Bürsten der Haare kommt man hingegen nicht herum. «Gestern haben wir für die eine Ziege zu dritt eine Stunde gebraucht», sagt Mireille Fux. Sie glaube schon, dass die Ziegen merken, wenn eine Prämie­ rung anstehe. «Und ich bin mir auch sicher, dass unsere schönste Ziege weiss, wie gut sie aussieht.» Ihr Mann kontert sofort: «So ein Seich.» Er

glaubt nicht, dass sich die Ziegen gross um ihre Schönheit scheren. Umso wichtiger ist die Prämierung für ihn selbst. «Ich nehme mir jedes Mal vor, ruhig zu bleiben, aber dann werde ich doch wieder nervös», sagt er, der schon frühmorgens die Weste des Ziegenzuchtvereins St. Niklaus trägt. Ein zeitaufwendiges Hobby

Die meisten der Walliser Schwarz­ halsziegenzüchter sind keine Bauern. Fux ist eigentlich Maurer und be­ treibt das Ziegenzüchten als Hobby, wie es schon Generationen vor ihm getan haben. Im Sommer sind die Ziegen auf der Alp, da schaut er nur etwa alle zwei Wochen nach ihnen. Im Winter, wenn die Ziegen im Stall sind, kümmert er sich täglich etwa zweieinhalb Stunden um sie. Seine Frau Mireille helfe zwar mit, so wie auch die beiden Söhne Luca (14) und Alessio (12). Die seien aber mit Ski­ und Fussballtraining schon stark ausgelastet. «Es ist ein zeitaufwendi­ ges Hobby», sagt Fux. Doch es lohne sich, wenn die Ziegen gute Bewertun­ gen erhielten, findet er und sucht vor dem Stall nach dem Haarspray. Vor ihm steht die jüngste Ziege, die heute ihre Punkte bekommen wird.


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MENSCHEN | MM45, 6.11.2017

1

1 Erich Fux küm-

mert sich um seine schönste Ziege: Auch heute will er mit ihr wieder die höchste Punktzahl erreichen. 2 Nervös ist nur

der Züchter: Die Ziegen lassen das Styling ruhig über sich ergehen. 3 Mit Haarspray 2

3

fixiert Fux die toupierten Haare.


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MENSCHEN | MM45, 6.11.2017

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«Die jungen haben an den Beinen wenig Haare, darum müssen wir dort toupieren und alles mit Haarspray fixieren. So sieht es nach mehr aus.» Statt etwas streng nach Ziege riecht es jetzt wie in einem Coiffeursalon. Ein paar Stunden später, gegen 13 Uhr, steht Herbert Volken (48) im grünen Kittel auf der Wiese, die Ziegenortsschau hat begonnen. Ein weisser, runder Aufnäher lässt keine Zweifel an Volkens Funktion, «Exper­ te». Zusammen mit drei anderen Män­ nern bewertet er die Schwarzhals­ ziegen. «Es ist wichtig, dass wir das sehr sorgfältig tun. Die Züchter geben sich viel Mühe mit der Vorbereitung, darum müssen auch wir uns Mühe geben.» Am Ende des Tages wird Vol­ ken etwa 130 Ziegen bewertet haben. Kriterien sind neben der Farbe auch die Grösse und der Gang der Ziege.

1 Schön föhnfrisiert warten die Ziegen auf ihren grossen Moment und vertreiben sich die Zeit mit kleinen Zankereien.

Ein Tätscheln für die Ziegenmiss

2 Mit kritischem

So bereitet Erich Fux seine Ziege vor. www.migmag.ch/ geiss

Zuerst sind die jungen ungeduldigen Ziegen dran: «Schau mal, die Haare berühren hinten den Boden. Die hätte man doch schneiden sollen, oder?» – «Nein, das zeigt, dass die Geiss guten Haarwuchs hat.» Neben Volken fachsimpeln Züchter, Dorfbewohner und andere Interessierte. Dazwi­ schen stehen zankende Ziegen, die ihre Hörner wetzen. Dann kündigt eine Mikrofon­ stimme die Ziegenmisswahl an, ein zusätzliches Highlight des Tages. Ge­ wählt werden eine Miss Grüenochte, eine Miss Capra Sempione und eine Miss Kupferhals. Die Siegerinnen sind ebenso aufwendig gestylt wie nebenan die Schwarzhalsziegen. Beklatscht wird so vor allem die Arbeit des Züch­ ters. Für die Ziegen gibt es ein aner­ kennendes Tätscheln. Inzwischen ist auch die Prämie­ rung der Schwarzhalsziegen beendet. Experte Volken lässt verlauten, dass der Ziegenzuchtverein St. Niklaus besonders schöne Ziegen gezeigt hat. Vor dem Holzbrett mit den Resulta­ ten herrscht grosses Gedränge. Familie Fux ist sehr zufrieden: «Zwei Tiere haben die volle Punkt­ zahl erreicht. Vier Mal gab es einen Punkt Abzug, drei Mal zwei Punkte», bilanziert Mireille Fux. Starallüren hätten die Ziegen nach dem Event keine gezeigt. «Ich glaube, sie waren einfach froh, dass sie wieder in die Berge durften.» MM Der nächste Event für die Schwarzhalsziegen findet am 11. November in Visp statt. An dieser Leistungsschau werden die Ziegen nicht nur prämiert, sondern auch rangiert.

Blick beurteilt Herbert Volken jede Ziege und trägt die Punkte in sein Büchlein ein. Reinblicken lässt er sich da nicht.

3 Die drei schöns-

1

2

ten GrüenochteZiegen zeigen sich dem Publikum. Die Züchter ernten anerkennenden Applaus.

3


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Eltern wollen für ihre Kinder natürlich das Beste. Wenn sie vermuten, dass ihr Kind bestimmte Lebensmittel nicht verträgt, streichen sie diese oft in guter Absicht vom Menüplan oder ersetzen sie durch Alternativen. Das ist aber nicht immer eine gute Lösung. Fragen Sie Ihren Arzt Klagt ein Kind häufig über Bauchweh, liegt die Vermutung nahe, dass ein Lebensmittel schuld ist. Oft folgen dann Selbstdiagnosen und individuelle Ernährungsexperimente. Diese können aber Nährstoffmängel nach sich ziehen und führen meist nur kurzfristig zu einer Besserung. Sinnvoller ist es, die Beschwerden durch eine Fachperson abklären zu lassen, denn die Gründe können vielfältig sein. Wenn tatsächlich eine Laktoseintoleranz vorliegt – die bei Kindern jedoch nur äusserst selten vorkommt –, dann sollten Milchprodukte nicht gestrichen, sondern gezielt ausgewählt werden. Es gibt ein grosses Angebot an passenden, fermentierten Milchprodukten. Gut verträglich sind Hart- und Halbhartkäse wie etwa Emmentaler oder Tilsiter sowie alle Jogurtsorten. Pflanzendrinks sind kein Milchersatz Keine gute Lösung ist es, Milch durch Pflanzendrinks zu ersetzen. Die Ernährungswissenschaft zeigt immer wieder, dass insbesondere Kinder von Milch profitieren. Drei Milchportionen täglich unterstützen den Aufbau und die Entwicklung von

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! Milchprodukte bei Laktoseintoleranz Milch liefert ein reichhaltiges Spektrum an Inhaltsstoffen. Davon profitieren Personen jeden Alters, insbesondere aber Kinder. Milchprodukte tragen viel zu einer gesunden Ernährung bei. Deshalb sollten sie auch bei Laktoseintoleranz auf dem Menüplan zu finden sein. Welche Milchprodukte besonders geeignet sind, erfahren Sie unter www.swissmilk.ch/unvertraeglichkeiten > Laktoseintoleranz > verträgliche Milchprodukte.

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MENSCHEN | MM45, 6.11.2017

Leserforum MM42: Familie Tabu Teilzeitmutter, MM44: Leserforum

«Ich bewundere die Mütter, die den Mut hatten, sich interviewen zu lassen» Ich selber bin Hausfrau und Mutter – und zum Glück war ich nie in der Situation, einen so schwierigen Entscheid fällen zu müssen. Ich bewundere die Mütter, die den Mut hatten, sich dazu von Ihnen fürs Migros-Magazin interviewen zu lassen. Das ist grossartig und verlangt sehr viel Mut. Sowohl von denen, die bereit sind, ihre Geschichte zu erzählen, wie auch von denen, die bereit sind, sie abzudrucken. Und damit einer Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten.

Maura Stocker hat ihre Familie verlassen – und damit ein Tabu gebrochen.

Marianne Volonté, per E-Mail

Bilder: Gabi Vogt, zVg

Warum darf ein Mann davonlaufen und eine Frau nicht? Ich bin selber Mami von zwei Jungs und habe mir diese von Herzen gewünscht. Aber es gibt Tage, da könnte ich sie auf den Mond schiessen. Obwohl ich gelernte Kindergärtnerin bin und acht Jahre in einer Kita arbeitete, komme ich manchmal an meine Grenzen. Eigene Kinder zu haben, ist viel schwie­ riger, als man denkt. Sarah Luterbach, per E-Mail Einmal mehr bin ich entsetzt über den gehässigen, verständ­ nislosen Ton in Leserbriefen, die sich über Frauen äussern, die keine Supermütter sein können oder sein wollen; wahlweise sind diese dann Rabenmütter oder (kinderlose) Egoistinnen. Als Kind einer Mutter, die vor über 50 Jahren schon todunglücklich war in ihrer Mutterrolle, kann ich dazu nur sagen: Ich hätte mir damals gewünscht, dass sie die Möglichkeit gehabt hätte zu gehen. Vielleicht wäre sie dann glücklicher geworden – und wenn nicht, hätte der Rest der Familie wenigstens die Chance dazu gehabt. So wurden alle un­ glücklich, und die Töchter wohl nicht zufällig «kinderlose Egois­ tinnen». Deshalb, liebe «Raben­

mütter»: Weiter so, eure Kinder sehen lieber hin und wieder eine glückliche Mutter als jeden Tag eine unglückliche; in letzterem Fall sind nämlich wirklich alle Familienmitglieder die Leid­ tragenden. Verena Peters, per E-Mail Als getrennt lebender Vater einer zehnjährigen Tochter stört mich an den veröffentlich­ ten Leserbriefen die diskrepante Rollenerwartung in unserer an­ geblich doch gleichberechtigten Gesellschaft: Wie viele Männer gibt es denn, die sich aus der Vaterverantwortung schleichen bzw. diese an einigen wenigen Tagen im Monat noch wahrneh­ men – und niemand reisst den Mund auf deswegen? Dass man dieses Überfordertsein nach wie vor nur Vätern zugesteht, halte ich für nicht mehr zeitgemäss. Alfred Tüscher, per E-Mail Mir kommt die Galle hoch bei diesen Leserbriefen. Woher nehmen sich diese Menschen das Recht, über diese Frauen/ Mütter zu urteilen? Was geht uns das an? Nichts. Diese Frauen/Mütter haben sich so entschieden. Punkt. Hauptsache ist, dass sie damit leben können. Doris Bucheli, per E-Mail

Mit Pauschalurteilen wird man Menschen nie gerecht. Selbst­ verständlich tragen Mütter und Väter die Verantwortung für das Wohl ihrer Kinder. Aber dazu gehört auch, die Verantwortung für das eigene Wohlergehen wahrzunehmen. Denn ein Burn­out der Mutter (oder des Vaters), ihre Traurigkeit, Frust­ ration und Enttäuschung über das eigene Leben wirft einen nicht zu unterschätzenden Schatten auf das Leben der Kinder. Manchmal sind unkonventionelle Lösungen angebracht. Überlassen wir es doch den Betroffenen zu ent­ scheiden, was für sie und ihre Familie am besten ist. Theres Meyer, per E-Mail Diese Frauen sind ihrer Aufgabe offensichtlich nicht gewachsen. Besser, sie gehen ihren Weg allein, als dass sie die ganze Familie mit ihrem Frust belasten. Meine Mutter ist weg­ gelaufen, als meine beiden Brü­ der und ich zwischen zwei und fünf Jahre alt waren. Nach dem Schock kam die Erleichterung, der Druck und der Dauerstreit waren weg, und dann fand unser Vater eine Frau, die den Namen «Mutter» mehr als verdient hat. Aurelia Patigler, per E-Mail

MM43: Sonderausgabe Danke

«Schönste Ausgabe aller Zeiten»

Diesen schönen Brief haben wir von Doris Dätwyler aus Rombach AG erhalten. Wir sagen: vielen Dank! Schicken Sie Ihre Leserbriefe an: Redaktion Migros-Magazin, Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, oder per Mail an: redaktion@migrosmagazin.ch Die Redaktion behält sich Kürzungen vor und übernimmt keine Verantwortung für Inhalt und Richtigkeit der Aussagen. Über Erscheinen resp. Nichterscheinen der Leserbriefe wird keine zusätzliche Korrespondenz geführt.

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7086 Quadratmeter Verkaufsfläche besetzt die Migros in der neuen Mall of Switzerland in Ebikon LU. Sie ist damit die grösste Mieterin im zweitgrössten Shoppingcenter der Schweiz, das am 8. November eröffnet wird.

Migros-Lehrberufe

Dank ihm läufts rund Raphael Merz (18) absolviert das vierte Lehrjahr zum Automatiker beim M-Industriebetrieb Bischofszell Nahrungsmittel AG.

«Ich kümmere mich um den Unterhalt der Maschinen, behebe Störungen und programmiere Steuergeräte. Das ist mein Spezialgebiet.»

Berufsbildungsmesse

Bilder: Daniel Kellenberger, zVg

Die Migros Luzern an der ZEBI Die Genossenschaft Migros Luzern ist mit ihrem Stand – der Surprise-Box – an der Zentralschweizer Bildungsmesse 2017 vom 9. bis 12 . November in der Allmend Luzern vertreten. Das Highlight: Interessentinnen und Interessenten können ein Bild von sich in Migros-Berufskleidung machen – ein Selfie als zukünftige/r Migros-Lernende/r. Die

Bilder werden anschliessend auf die Website www.new-talents.ch hochgeladen. Dann kann für das Bild mit einem Like online gevotet werden: Das beste Selfie gewinnt ein Fitbit Charge HR Activity Tracker small schwarz im Wert von 159 Franken. Mehr von der Migros Luzern ab Seite 95


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MM45, 6.11.2017 | MIGROS-WELT

Prestige-Auftrag verlängert

Frey macht das Swiss-Schöggeli Hotelplan Suisse

So reisen Familien Über 30 Prozent der Buchungen bei Hotelplan Suisse kommen von Familien. «Die

Nachfrage für Familienferien hat in den letzten Jahren klar zugenommen», sagt dazu Kurt Eberhard, CEO Hotelplan Suisse. Der Ferienveranstalter der Migros untersuchte deshalb das Reiseverhalten von Familien. Als Familie gelten zwei Erwachsene mit mindestens einem Kind bis 16 Jahre.

Zum zweiten Mal in Folge hat die Migros-Tochter Chocolat Frey AG die Ausschreibung um die beliebten Schöggeli auf Flügen der Airline Swiss gewonnen. Die Verlängerung der Partnerschaft gilt ab Mai 2018 und ist auf drei Jahre ausgelegt. Neben der klassischen Variante erhalten die Fluggäste bei den Flugbegleitern auf Anfrage eine laktosefreie Variante der Milchschokolade. An Feiertagen, beispielsweise an Weihnachten oder Ostern, wird es die Schokolade in speziellen Formen geben. 17 Millionen Stück der 14 Gramm schweren Schokoladentäfelchen verteilen die Flugbegleiter jedes Jahr. Die Herstellung der exklusiv für Swiss entwickelten Schokolade findet im aargauischen Buchs statt.

Und das sind die wichtigsten Erkenntnisse aus dieser Analyse: Die

beliebtesten Familiendestinationen sind die spanischen und griechischen Inseln, besonders Kreta und Mallorca. Beliebte Hotels, wie das «Lyttos Beach» in Kreta oder das «Blau Punta Reina Resort» auf Mallorca, werden von Familien oft während mehrerer Jahre immer wieder gebucht. Kosten lassen sich Familien ihre Ferien durchschnittlich 2560 Franken, mit einem

Kind im Alter von 2 bis 12 Jahren. Mit einem Kind im Alter von 12 bis 16 Jahren sind es durchschnittlich 3083 Franken. Die meisten Familien, 48,9 Prozent, reisen mit einem Kind, 42,1 Prozent mit zwei Kindern und 9 Prozent mit drei oder mehr Kindern. Mehr Informationen: www.hotelplan-suisse.ch

Das freut auch Christa Rigozzi, Markenbotschafterin von Chocolat Frey.

Preisbarometer

Aktuelle Preisänderungen Ausgewählte Produkte

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13.60

12.90

–5,1

Vital Balance Sterilcat Lachs, 1,5 kg

13.60

12.90

–5,1

Vital Balance Junior Huhn, 450 g

4.70

4.20

–10,6

Vital Balance Senior 7+ Huhn, 450 g

4.70

4.20

–10,6

Exelcat Häppchen Top Mic, 12 x 85 g

8.40

7.40

–11,9

Exelcat Steril Lachs, 950 g

5.20

4.95

–4,8

Exelcat Anti-Hairball, 60 g

2.35

1.95

–17,0

Agnesi Basilico Sauce, 400 g

2.90

2.80

–3,4

Agnesi Napoletana Sauce, 400 g

2.85

2.80

–1,8

Agnesi Pesto Rosso, 185 g

3.65

3.50

–4,1

Nutella im Glas, 630 g

4.50

4.30

–4,4

Kinder Schokolade, 100 g

1.45

1.25

–13,8

Bonherba Holunder, ohne Zucker, 2 x 50 g

4.10

3.80

–7,3

Kinder Überraschung, 20 g

1.40

1.30

–7,1

Alnatura Apfelmark, 360 g

1.20

1.40

16,7

Sponser Electrolytes Fruit Mix, 45 g

4.70

4.90

4,3

Die Butter, 250 g

2.95

3.10

5,1

Margarine Sanissa au beurre, 500 g

3.75

3.85

2,7

* in Franken


MIGROS-WELT | MM45, 6.11.2017

49

Blickfang

Hungrige Echse «Auf Madeira haben auch die Eidechsen Blevita zum Fressen gern.» Markus Schlatter, Hausen am Albis ZH

Schicken Sie uns Ihr Migros-Bild

und gewinnen Sie einen Einkaufsgutschein im Wert von 50 Franken. Wenn auf Ihrem Foto ein MigrosZusammenhang zu erkennen ist, sind Sie dabei. Hochladen: www.migmag.ch/blickfang

Migros-Kulturprozent

Für mehr Integration

Bilder: Frey/Adrian Bretscher, Marion Nitsch, zVg

Das Förderprogramm «contakt-citoyenneté» des

Migros-Kulturprozents und der Eidgenössischen Migrationskommission geht in die vierte Runde. Gesucht werden Projektideen, die das interkulturelle Zusammenleben fördern und in freiwilligem Engagement umgesetzt werden. Bis 28. Februar können Projektideen beim Migros-Kulturprozent eingereicht werden. Im Mai 2018 prämiert eine Fachjury die überzeugendsten Projekte, die mit insgesamt 320 000 Franken gefördert werden.

Digitec und Galaxus

Gebrauchte Produkte einfach verkaufen Wer in den beiden Onlineshops Digitec.ch und Galaxus.ch Produkte erworben hat, kann diese ab sofort am gleichen Ort weiterverkaufen. Der Artikel erscheint dann mit dem Vermerk «gebraucht» auf der jeweiligen Website. Käufer und Verkäufer profitieren von einem einfachen und benutzerfreundlichen Ablauf sowie von der Weitergabe von Garantieleistungen. Die Möglichkeit des Weiterverkaufs besteht für alle Produkte, die seit August 2014 erworben worden sind.

Mehr Infos zum Programm auf: www.contakt-citoyennete.ch

Gehörte 2016 zu den geförderten Projekten: «@ctive Asyl» aus Luzern

Attraktiv ist der neue Service auch wegen der grossen Reichweite der beiden Onlineshops: Digitec.ch und Galaxus.ch wurden zusammen allein im Jahr 2016 über 70 Millionen Mal besucht.


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MIGROS-WELT | MM45, 6.11.2017

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Blütenpracht im Spätherbst: Eine Kundin freut sich im November 1947 über günstige Schnittblumen in der Migros. Jubiläum

Blumen fürs Volk Seit 70 Jahren verkauft die Migros Schnittblumen. Als sie 1947 ungewöhnlich

günstige Rosen und Nelken anbot, stürmte die Kundschaft die Läden. Text: Michael West

Bild: MGB-Archiv

E

in bunter Strauss in grauen Spätherbsttagen war in der frühen Nachkriegszeit noch ein absoluter Luxus. In den kalten Monaten fand sich Blumenschmuck in den Villen reicher Leute, nicht aber in einfachen Häusern und Wohnungen. Darum war es eine Sensation, als die Migros am 28. November 1947 erstmals erschwingliche Nelken und Rosen anbot. Bei Zürcher Floristen kostete eine einzige Nelke damals 50 Rappen, in den Läden mit dem orangen M war nun ein ganzer Strauss aus 16 Nelken für nur 1 Franken erhältlich. Die günstigen Preise machte ein cleverer Schachzug Gottlieb Duttweilers möglich: Der Migros-Gründer bezog die Rosen und Nelken von der italienischen Riviera, wo damals ein Überangebot herrschte. Die Einkaufspreise waren deshalb tief, und die Migros gab diesen Preisvorteil an die

Kundinnen und Kunden weiter. Die MigrosFilialen wurden darauf regelrecht überrannt, und Dutti erreichten viele Dankesbriefe begeisterter Konsumenten. In der Zeitung «Brückenbauer» zog er anschliessend Bilanz und schrieb von einem «Blumensegen», der 100 000 Familien Freude gebracht habe. Jubiläumsstrauss in der Migros

Der Start des Schnittblumenverkaufs bei der Migros ist als «Nägelirevolution» in die Geschichte des Schweizer Detailhandels eingegangen. Das Ereignis passte in die Zeit des Wirtschaftswunders: Nachdem die mageren Kriegsjahre endlich überstanden waren, gaben sich die Menschen nicht mehr ausschliesslich mit Dingen des täglichen Bedarfs zufrieden. Sie wollten auch Produkte kaufen, die einfach nur schön waren. Blumen standen als Sinnbild für diesen Wandel.

Für den Blumenverkauf in der Migros war die «Nägelirevolution» der Anfang einer langen Entwicklung: Die Detailhändlerin bietet heute ein breites Sortiment aus fertigen oder individuell zusammengestellten Sträussen, Einzelblumen und auch Pflanzen an. Es sind über 1000 verschiedene Artikel erhältlich. Die Auswahl an Blumen umfasst beliebte Sorten wie Rosen, Tulpen und Sonnenblumen, aber auch weniger bekannte Gewächse. Dazu zählt etwa Protea, die Wappenblume Südafrikas, oder Anthurium, die sogenannte Flamingoblume, mit der sich raffinierte Dekorationen gestalten lassen. Mit einem Jubiläumsstrauss mit Rosen, Nelken und etwas Schleierkraut, erinnert die Migros an die Blumenrevolution der späten 40er-Jahre. Der Strauss ist in dieser und der folgenden Woche zu einem Sonderpreis und in verschiedenen Farben in grösseren Filialen erhältlich. MM


Island – Rundreise

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Bootsfahrt in der Gletscherlagune

Prächtige Wasserfälle Extreme und Gegensätze charakterisieren das Land und haben einzigartige Naturschauspiele entstehen lassen. Rund um die Insel werden Sie von wild schroffen Landschaften, eigenartigen Lavafeldern sowie idyllischen und imponierenden Wasserfällen in den Bann gezogen. Begleiten Sie uns auf eine eindrückliche und unvergessliche Reise. 1. Tag: Zürich – Reykjavik Flug von Zürich nach Reykjavik. Anschliessend machen Sie eine Stadtrundfahrt durch die Hauptstadt Islands. Transfer zum Hotel. 2. Tag: Reykjavik – Vik Sie verlassen die Stadt Richtung Osten und besichtigen den beeindruckenden Gullfoss Wasserfall und den berühmten Geysir «Strokkur». Zudem prägen fast unzählige heisse Quellen und sprudelnde Schlammlöcher die Gegend. Danach lernen Sie im neu erbauten Lavacenter etwas über Islands Vulkane und deren Aktivitäten. Weiter südlich werden Sie den Seljalandsfoss und den Skogafoss Wasserfall bewundern können.

3. Tag: Vik – Höfn Vorbei an einem riesigen Lavafeld fahren Sie in den Skaftafell Nationalpark; ein kontrastreicher Park mit Gletscherzungen, Wasserfällen und gezackten Bergkämmen. Weiter geht es zur Gletscherlagune. Hier erleben Sie eine eindrückliche Bootsfahrt vorbei an schwimmenden Eisbergen und mit etwas Glück sehen Sie auch Robben. 4. Tag: Höfn – Egilsstadir Heute führt die Reise vorbei an der anmutigen Küste und den faszinierenden Bergen, welche den östlichen Fjord bilden. Bevor Sie nach Egilsstadir weiter fahren, lernen Sie Petra’s Steinsammlung kennen. 5. Tag: Egilsstadir – Mývatn – Akureyri Ein Höhepunkt des Tages ist der viertgrösste See Islands, der Mývatn. Die Gegend bietet einiges zu entdecken; seien es bizarre Lavaformationen, blubbernde Schlammlöcher in vielen Farben oder die Pseudokrater. Des Weiteren ist die Region bekannt für ihren Reichtum an verschiedenen Vogelarten. Nach einem Stopp beim spektakulären Wasserfall Godafoss geht es weiter in die Metropole des Nordlandes, nach Akureyri.

6. Tag: Akureyri – Borgarnes Der Nordwesten Islands ist bekannt für die Züchtung der berühmten Islandpferde. Bestimmt erblicken Sie während Ihrer Reise ein paar dieser robusten Geschöpfe, die auf Feldern weiden. Nach dem erlebnisreichen Tag geht die Fahrt weiter nach Borgarnes. Hier verbringen Sie auch die Nacht. 7. Tag: Borgarnes – Thingvellir – Reykjavik Sie sehen heute die beiden malerischen Lava-Wasserfälle Hraunfossar und Barnafoss. Sie bilden auf einer Länge von 700 Metern über hundert kleine Wasserfälle. Zudem besichtigen Sie eine der wasserreichsten heissen Quellen der Erde. Im Thingvellir N.P. erkunden Sie das historische Parlament, welches bis ins Jahr 930 zurück geht. Die Bruchzone zwischen den Kontinentalplatten Amerikas und Eurasiens vergrössert sich jedes Jahr um wenige Zentimeter und ist hier gut sichtbar. 8. Tag: Reykjavik – Zürich Den Vormittag haben Sie zur freien Verfügung. Erleben Sie Reykjavik mit seinen Museen, Galerien und historischen Gebäuden oder den unzähligen Geschäften und Kaffees. Transfer zum Flughafen und Flug nach Zürich.

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MIGROS-WELT | MM45, 6.11.2017

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Frage der Woche

Kann ich Süsskartoffeln roh essen, und stimmt es, dass sie besonders gesund sind? Tatsächlich können Sie Süsskartoffeln in kleinen Mengen roh essen; sie schmecken dann ähnlich wie Karotten. Besonders eignen sie sich aber zum Kochen oder auch zum Braten. Der Ballaststoffgehalt der süssen Knollen ist im Vergleich zu herkömmlichen Kartoffeln fast doppelt so hoch. Ein weiterer Unterschied lässt sich schon an der orangen Farbe erkennen: Im Gegensatz zu Kartoffeln sind Süsskartoffeln nämlich reich am natürlichen Farbstoff Betacarotin, der im Körper zu Vitamin A umgewandelt wird. Die Süsskartoffel gehört übrigens zu den Windengewächsen, während die herkömmliche Kartoffel zu den Nachtschattengewächsen zählt. Die beiden sind also nicht miteinander verwandt. MM

Haben Sie eine Frage?

Kontaktieren Sie uns! M-Infoline, der Kundendienst der Migros, erreichbar unter 0800 84 0848 oder www.migros.ch/ kundendienst

Telefonisch erreichbar Montag bis Freitag: 8.00–18.00 Uhr, Samstag: 8.30–16.30 Uhr Anrufe auf die oben genannte Nummer sind gratis.

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MM45, 6.11.2017 | MIGROS-WELT

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Hautschonend waschen und reinigen Vier ökologische Reinigungsprodukte von Migros Plus tragen neu das Label «aha!». Sie eignen sich speziell für sensible, zu Allergien neigende Haut, sind umweltschonend und zu 99 Prozent biologisch abbaubar. Text: Angela Obrist

Styling: Miriam Vieli-Goll

Bild: Yves Roth

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für Allergiker mit sensibler Haut entwickelt. Er verleiht der Wäsche einen angenehmen Lavendelduft. Nachwachsende Rohstoffe pflegen und schützen die Textilfasern und sorgen für angenehm weiche Wäsche. Migros Plus aha! Sensitive Weichspüler, 1,5 l Fr. 6.50

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auf der Basis nachwachsender Rohstoffe hergestellt und ist sanft zu sensibler Haut. Es eignet sich für Bunt-, Weiss- und Feinwäsche und kommt ganz ohne Bleichmittel und optische Aufheller aus. Migros Plus aha! Sensitive Universalwaschmittel, 1,5 l Fr. 13.50

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MIGROS-WELT | MM45, 6.11.2017

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Patrick Achermann

«Die Entwicklung der Produkte war höchst anspruchsvoll»

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Wodurch zeichnen sich die «aha!»-SensitiveProdukte von Migros Plus aus? Wie Lebensmittel und andere Produkte des täg­ lichen Gebrauchs können auch Reinigungs­ und Waschmittel bei Menschen mit sensibler Haut allergi­ sche Reaktionen auslösen. Die vier Produkte von Migros Plus, die mit dem Label «aha!» ausgezeich­ net sind, eignen sich spe­ ziell auch für Menschen mit sensibler, zu Allergien neigender Haut.

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natürliche Olivenseife. Mit seiner milden und gleichzeitig effizienten Rezeptur eignet er sich für die Beseitigung von Schmutz auf allen abwaschbaren Flächen wie den Bodenplatten im Bad oder Chromflächen in der Küche. Migros Plus aha! Sensitive Allzweckreiniger, 1 l Fr. 3.60

Was tun bei Allergie gegen Putzmittel? Die einen haben eine «Allergie» gegen das Putzen. Andere putzen gern, sind aber allergisch gegen die Putzmittel. Worum es geht? Erfahren Sie es auf www.migros-impuls.ch

iMpuls ist die neue Gesundheitsinitiative der Migros.

Was bedeutet das konkret? Die Rezepturen der Pro­ dukte sind frei von kriti­ schen Inhaltsstoffen, die Allergien auslösen können. Wie alle Migros­Plus­ Produkte haben sie zudem eine umweltschonende Zusammensetzung und sind stark in der Schmutz­ entfernung. Worauf haben Sie und Ihr Team bei der Entwicklung der Produkte geachtet? Die Produkte mit dem «aha!»­Label wurden gemäss den detaillierten Richtlinien von Service Allergie Suisse entwickelt. Während der Entwicklung standen wir in Kontakt mit Service Allergie Suisse, um sicherzustellen, dass wir die verbindlichen Vorga­ ben korrekt umsetzen und alle vier Produkte auf An­ hieb labelkonform herge­ stellt und erfolgreich im Markt eingeführt werden. Welche weiteren Schritte waren für die Zertifizie-

Patrick Achermann ist Chemiker im Bereich Forschung und Entwicklung bei der Mibelle Group.

rung mit dem Label «aha!» nötig? Die Zertifizierung war höchst anspruchsvoll, denn dafür mussten die Produkte einen umfang­ reichen Prüfungsprozess durchlaufen. So haben wir zum Beispiel die Rezep­ turen detailliert gegenüber Service Allergie Suisse offengelegt. Welche speziellen Anforderungen gibt es bezüglich der Produktion? Für die Produktionsanlage haben wir einen speziellen Reinigungsprozess erar­ beitet. Dieser verhindert, dass potenzielle Allergene aus anderen Herstellungs­ prozessen in die Reini­ gungsprodukte gelangen. Am Ende des Herstellungs­ prozesses werden zudem Produktstichproben ge­ zogen und durch unabhän­ gige externe Analyselabors geprüft. Nachdem sämt­ liche Tests zur Zufrieden­ heit ausgefallen sind, konnten die vier Migros­ Plus­Produkte nun zerti­ fiziert werden. MM


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MIGROS-WELT | MM45, 6.11.2017

Migros-Bio-Cotton

Eine ehrliche Socke Die Biobaumwolle für Kinder- und Babysocken aus der Migros wird nachhaltig angebaut und gemäss «eco»-Standard verarbeitet. Damit für jede Saison eine neue Auswahl zur Verfügung steht, muss akribisch geplant werden. Denise Eugster, verantwortlich für Baby- und Kinderstrumpfwaren, erklärt, wie eine neue Kollektion entsteht.

Bilder: Christian Dietrich, Paolo Dutto

Styling: Mirjam Käser

Illustration: Illu Müller

Text: Heidi Bacchilega

Schritt für Schritt zu neuen Socken S. 58

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MM45, 6.11.2017 | MIGROS-WELT

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ährend in diesen Tagen in den Läden die ersten Wintersocken verkauft werden, läuft bereits die Produktion für die Frühlings- und Sommerkollektion 2018 auf Hochtouren. «Eine Entwicklung der Kollektion beginnt zirka neun Monate im Voraus mit einer Trendanalyse», erklärt Denise Eugster, Category Field Manager Baby-Kinderstrumpfwaren beim MigrosGenossenschafts-Bund. Sie beschäftigt sich mit der Frage, welcher Stil und welche Farben auf dem Vormarsch sind und welche Tiere, Sujets oder Figuren demnächst in sein werden: «Ich hole mir die Inspirationen bei Lieferanten, im Internet oder auf der Strasse.» Denise Eugster muss ein gutes Gespür für Trends und Kundenwünsche haben und gleichzeitig die Abverkaufszahlen, Tops und Flops ihres Sortiments kennen.

Für gesunde Kinderfüsse

Barfuss laufen ist eine Wohltat für Kinderfüsse, denn es kräftigt die Muskulatur und trainiert die Wahrnehmung. Zu Hause sind AntiRutsch-Socken (ABS) eine Alternative zu Schuhen. Auch sie sollten nicht einschnüren oder einengen.

Von der Lieferantenauswahl über Mustersocken bis zur Bestellung

Gemeinsam mit ihrem Team erstellt Denise Eugster einen Auftrag an ihre Produzenten mit Artikelspezifikationen wie Farbe, Design, Zusammensetzung und Menge. «Gerade im Biobaumwollbereich arbeiten wir bevorzugt mit Produzenten zusammen, mit denen wir langjährige Geschäftsbeziehungen führen und die wir regelmässig besuchen», sagt Eugster. Für die Herstellung der Biosocken wird nur Baumwolle, deren Anbau nach den strengen Vorgaben des biologischen Landbaus erfolgt, verwendet. Sind die Preisverhandlungen erfolgreich abgeschlossen, erhalten Eugster und ihr Team die ersten Mustersocken. «Wir prüfen Grösse, Farbe und Qualität.» Wenn alles stimmt, beginnt die Produktion, damit rechtzeitig zum Saisonstart die neuen Biokindersocken im Regal hängen. MM

Denise Eugster (36) in ihrem Büro am Limmatplatz in Zürich


MIGROS-WELT | MM45, 6.11.2017

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1 Das Team prüft die

Farben der Muster­ socken mit einem Pantone­Farbfächer. 2 Daniela Egger (28), Category Manager Assistentin, überprüft die Passform der Socken anhand ver­ schiedener Schablo­ nen. Danach erfolgt die Freigabe. 3 Layouterin Romy Dompert (38) definiert die Platzierung im Regal und bespricht dies im Laden mit Denise Eugster.

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Migros-Bio-Cotton Mädchen Socken, 3er-Pack Fr. 8.90

1

Migros-Bio-Cotton Baby Mädchen ABS Socken, 2-teilig Fr. 13.–

2

Das eco-Programm der Migros sorgt dafür, dass Textilien ökologisch einwandfrei, sozialverträglich und rückverfolgbar hergestellt werden.

Migros-Bio-CottonTextilien bestehen aus Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau und werden gemäss den eco-Richtlinien verarbeitet.

Ein Teil von

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Migros-Bio-Cotton Baby Unisex ABS Socken, 2-teilig Fr. 6.90

Migros-Bio-Cotton Mädchen Socken, 3er-Pack Fr. 8.90

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MIGROS-WELT | MM45, 6.11.2017

Migusto

Saftig und kompakt Säuerlich-herbe Cranberrys treffen auf Kartoffeln – in einem Gugelhopf. Wir zeigen, wie dieser spezielle Weihnachtskuchen mit saftiger Konsistenz und feiner Zimtnote gelingt. Text: Andrea Pistorius, Angela Obrist Bilder: Martina Meier

Rezept: Andrea Pistorius

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Mehligkochende Kartoffeln sind nicht nur ideale Zutaten für Kartoffelstock, Gratins oder Gnocchi, sondern auch für Gebäck.

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MM45, 6.11.2017 | MIGROS-WELT

Step-by-Step

Zimt-Cranberry-Kartoffelkuchen 1

Kartoffeln samt Schale zirka 25 Minuten gar kochen, abgiessen und ausdampfen lassen.

Kartoffeln schälen und durch eine Kartoffel­ presse drücken oder durch das Passevite treiben.

5

Ein Drittel der Eiweissmasse mit der Kartoffelmischung verrühren. Restliche

Eiweissmasse portionenweise sorgfältig mit einem Teigschaber unterheben.

2

Backofen auf 180 °C vorheizen. Die Form mit Butter einfetten und rundum gut mit Mehl bestäuben. Überschüssiges Mehl herausklopfen. Cranberrys grob hacken und beiseitelegen.

6

Teig in die vorbereitete Form füllen, gleichmässig verteilen. Kartoffelkuchen ca. 45 Minu­

ten backen. Herausnehmen und leicht ab­ kühlen lassen, dann auf eine Platte stürzen und auskühlen lassen. Vor dem Servieren mit Puderzucker bestreuen.

3

Eier trennen. Eigelbe mit der Hälfte des Puder­ zuckers hellgelb schaumig schlagen, Quark und Vanillezucker unterrühren. In einer zweiten Schüssel Mehl, Backpulver, Mandeln und Zimt mischen. Dann Eigelbmasse, Mehlmischung, Kartoffeln und Cranberrys verrühren.


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TerraSuisse Quick Mini-Nuss-Schinkli geräuchert, gekocht* per 100 g, gültig bis 18.12.2017

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TerraSuisse Rindsbraten «Aus der Region.» Zentralschweiz, per 100 g

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M-Classic Quick Schüfeli geräuchert, gekocht Schweiz, per 100 g, gültig bis 1.1.2018

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Bio-Rindshackfleisch Schweiz, per 100 g

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Rollschinkli Stotzen geräuchert Schweiz, per 100 g, gültig bis 18.12.2017


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TerraSuisse Hinterschinken im Duo-Pack per 100 g

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Rindszunge geräuchert* Niederlande/Schweiz, per 100 g, gültig bis 1.1.2018

Duo-Pack

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Zwiebeln «Aus der Region.» Netz, 3 kg (kg = 1.10)

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aha! Saurer Halbrahm Nature «Aus der Region.» 180 g

Dörrbohnen «Aus der Region.» Beutel, 100 g

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Kaki Persimon Spanien, per kg

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Kaffeerahm 500 ml

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Alle Weihnachtssterne, 5 Stück, 250 g z.B. Mailänderlisterne, 4.30 statt 5.40


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Tiroler-, Financier- und Abricot-Cake z.B. Tiroler, 340 g, 2.85 statt 3.60

Tipp BAUCHWÄRMER MIT BISS Kürbissuppe essen auch Kinder gerne. Und diese ganz besonders, denn sie ist mit Vanille veredelt und wird von einem Rahmhäubchen und würzigem Nusscrunch gekrönt. Das Rezept dafür finden Sie auf migusto.ch und alle Zutaten frisch in Ihrer Migros.

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Bio-Kürbis geschnitten «Aus der Region.» per kg

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Alle Excellence Joghurt z.B. Walderdbeere, 150 g, –.75 statt –.95

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Bio-Persimon Kaki Spanien, Schale, 700 g

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Rispentomaten Schweiz/Spanien, per kg

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Alle Dessert Tradition Cremen z.B. Chocolat au lait, 175 g, 1.– statt 1.30

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Duo-Pack

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Farmer Getreidestängel im Duo-Pack z.B. Soft Choc Apfel, 2 x 290 g, 7.20 statt 9.–

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Alle Frey Santa Moments- und YummyWeihnachtsprodukte z.B. Frey Santa Moments Festliche Mischung, UTZ, 1 kg, 15.80 statt 19.80


Duo-Pack

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Duo-Pack

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Pelican Filets Gourmet à la Provençale im Duo-Pack, MSC tiefgekühlt, 2 x 400 g

Jumpy’s Paprika und Pom Bär im Duo-Pack z.B. Jumpy’s Paprika, 2 x 100 g, 3.65 statt 4.60

J. Bank’s Frühlingsrollen im Duo-Pack tiefgekühlt, mit Gemüse oder Poulet, z.B. Gemüse, 2 x 6 Stück, 740 g, 8.95 statt 12.80

Duo-Pack

Duo-Pack

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3.95 statt 5.90

Alle Bio-Getränke Farmer’s Best Classics Rahmspinat gehackt (ohne Alnatura), z.B. Schweizer Alpenkräuter Ice Tea, im Duo-Pack 1 Liter, 1.25 statt 1.60 tiefgekühlt, 2 x 500 g

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3er-Pack

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Gesamtes Grether’s Pastilles Sortiment z.B. Pastillen ohne Zucker im Nachfüllbeutel, 100 g, 5.80 statt 7.30, gültig bis 20.11.2017

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Duo-Pack

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Gesamtes Labello Sortiment z.B. Original, 2 Stück, 2.55 statt 3.20

3er-Pack

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Nivea-Gesichts- und -Körperpflege-Produkte im Duo-Pack z.B. Visage Erfrischende Reinigungstücher, 2 x 25 Stück, 6.85 statt 8.60

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Duo-Pack

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Acer Tablet Iconia One 10 10" IPS-Display, 16-GB-Speicher, microSD Slot (128 GB), Android

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Brot und Milchprodukte

Weihnachtsstern «Aus der Region.», pro Topf, 12.60 statt 16.90 25% Christrosen «Aus der Region.», Topf, 12 cm, pro Stück, 9.90 statt 12.90 20%

Weitere Lebensmittel

Kürbis Butternuss «Aus der Region.», per kg, 2.30 statt 3.50 33% Bio-Blumenkohl, Schweiz, per kg, 4.90 statt 7.50 33% Clementinen, Spanien, per kg, 2.70 statt 3.90 30%

Le Gruyère Reibkäse im Duo-Pack, 2 x 120 g, 3.65 statt 4.60 20%

Bio-Blondorangen, Spanien, per kg, 2.90 statt 3.90 25%

St. Honoré-Schnitten, 2 Stück, 2 x 48 g, 2.– Hit

Bio-Nüsslisalat «Aus der Region.», Schale, per 100 g, 1.80 statt 2.40 25%

La Pizza im Duo-Pack, z.B. 4 stagioni, 2 x 420 g, 11.20 statt 15.– 25%

Fisch, Fleisch und Geflügel

Alle Bio-Frischsäfte, z.B. Orangensaft, 750 ml, 2.70 statt 3.40 20% Alle Anna’s Best- und Bio-Randen, gedämpft und ganz, z.B. Bio-Randen gedämpft, per kg, 3.90 statt 4.90 20% Bio-Drescherbrot, 380 g, –.50 günstiger, 2.90 statt 3.40

Schüfeli geräuchert, Schweiz, per 100 g, 1.50 statt 2.20 30% Gültig bis 18.12.2017 * M-Classic Schweinswürstli im 3er-Pack, Schweiz, 3 x 2 Paar, 600 g, 5.90 statt 11.85 50% TerraSuisse Rindsschulterspitz «Aus der Region.», Zentralschweiz, per 100 g, 1.95 statt 3.– 35%

Alle Patisserie-Becher, z.B. M-Classic Schwedenbecher, 100 g, 1.85 statt 2.35 20% Bio-Steinofen-Twister, 360 g, 2.60 statt 3.30 20% Bananita-Roulade, 460 g, 4.40 statt 5.50 20%

Blumen und Pflanzen

TerraSuisse Mini-Rollschinkli Stotzen, geräuchert, per 100 g, 2.35 statt 3.40 30% Gültig bis 18.12.2017 * TerraSuisse Schweinefleisch geschnetzelt «Aus der Region.», Zentralschweiz, per 100 g, 1.95 statt 2.60 25%

Blütenhonig kristallin und flüssig, 1 kg, z.B. kristallin, 8.90 Hit Alle Bio-Tiefkühl-Produkte (ohne Alnatura), ab 2 Stück 20% Alle M-Classic Salatsaucen fixfertig, ab 2 Stück 30% Créa d’Or-Mandelplätzli, -Nobilé und -Buttersnack im 3er-Pack, z.B. Mandelplätzli, 3 x 100 g, 7.60 statt 11.40 33% Frey Tafelschokoladen 100 g in Mehrfachpackungen, UTZ, 4 x 100 g und 8 x 100 g, z.B. Adorables Truffes im 4er-Pack, 4 x 100 g, 6.10 statt 8.80 30% M-Classic Buttergipfel in Sonderpackung, tiefgekühlt, 24 Stück, 9.50 statt 13.60 30% Alle Tradition Teigwaren, TerraSuisse, ab 2 Stück, jedes 1.– günstiger, z.B. Tagliatelle, 500 g, 2.95 statt 3.95

Near-/Non-Food

Bio-Rauchlachs in Sonderpackung, Zucht aus Norwegen/Irland/Schottland, 260 g, 15.80 statt 23.10 30% M-Classic Quick Poulet-Rollbrüstli, Ungarn, per 100 g, 2.55 statt 3.70 30% Gültig bis 18.12.2017 *

Ananas im 6er-Pack, 6 x 140 g, 4.20 statt 6.30 33%

Alle Fairtrade Minirosen, Bund, 20 Stück, erhältlich in verschiedenen Farben, Stiellänge 40 cm, z.B. orange, 10.95 statt 12.90 15% Amaryllis, Bund, 3 Stück, 7.90 statt 12.90 35%

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Listerine Mundspülungen (ohne Mehrfachpackungen), ab 2 Stück 20% ** Rotho Avanti Boxen im 3er-Pack, z.B. A3, 35.60 statt 53.40 33% ** Gesamtes Handpflege-Sortiment (ohne Mehrfachpackungen, Bellena und Reisegrössen), z.B. I am Handund Nagelbalsam, 100 ml, 2.20 statt 2.80 20% ** Alle Happy Bird Wintervogelfutter, z.B. Sonnenblumenkerne, 1 kg, 3.60 statt 4.50 20%

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Frischfleischartikel in Aluschalen, Rindsentrecôte, Kaiserbraten und Lammracks, z.B. Rindsentrecôte, Schweiz, 450 g 19.80 Neu ** I am Cremeseife Hello Sunshine, Limited Edition, 300 ml, 2.90 Neu ** Nivea Haarmilch Sprühkuren, z.B. Normales Haar, 200 ml, 6.50 Neu ** L’Oréal Paris Paradise Mascara, 6.4 ml, 23.90 Neu ** Lachsfilet Asia in Aluschale, Zucht aus Norwegen, 250 g, 9.80 Neu ** Lammracks mit Rosmarin in Aluschale, Neuseeland/Australien, per 100 g, 5.90 Neu ** Kaiserbraten in Aluschale, Schweiz, 600 g, 15.90 Neu **

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MIGROS-WELT | MM45, 6.11.2017

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Profi-Tipp

Kuchen wird Dessert 4

Zutaten für eine Gugelhopfform à 22 cm

300 g

mehligkochende Kartoffeln Butter und Mehl für die Form 100 g getrocknete Cranberrys 3 grosse Eier 100 g Puderzucker 100 g Halbfettquark 1 Beutel Vanillezucker 180 g Mehl 3 TL Backpulver 3 EL gemahlene Mandeln 2 TL Zimt 1 Prise Salz Puderzucker zum Bestreuen

Eiweisse mit Salz steif schlagen. Den rest­ lichen Zucker dazugeben und weiterschlagen, bis das Eiweiss glänzt und Spitzen bildet.

Andrea Pistorius,

Rezeptautorin

Not macht erfinderisch: Weil es an bestimmten Nahrungsmitteln mangelte, blieb unseren Vorfahren oft gar nichts anderes übrig, als unkonventionelle neue Rezepte zu entwickeln. Sie versuchten einfach, bekannte Speisen aus verfügbaren Zutaten herzustellen oder mit diesen zu ergänzen. Dies führte nicht selten zu ganz erstaunlichen neuen Geschmackserlebnissen. So kreierten sie zum Beispiel einen einfachen Brotkuchen, indem sie Brotreste in einer verschliessbaren Form im Wasserbad garten. Das ursprüngliche Rezept für den hier vorgestellten Kartoffelkuchen dürfte ähnlich entstanden sein. Der Kartoffelkuchen ist wunderbar saftig und kompakter als ein herkömmlicher Gugelhopf. Und er schmeckt auch aufgewärmt: in Scheiben und kurz in Butter gebraten. Besonders delikat wird diese Variante mit etwas warmem Kompott, beispielsweise aus Äpfeln oder Zwetschgen. Mit einer Kugel Glace lassen sich leicht gebratene Kuchenreste in ein feines Dessert verwandeln. MM

Anstatt einer Gugelhopfform kann auch jede andere

Form verwendet werden, beispielsweise eine Spring­ form mit einem Durchmesser von 24 Zentimetern. Eiweiss lässt sich nur dann perfekt aufschlagen, wenn

es weder Reste vom Eigelb noch andere fetthaltige Reste, etwa vom Teig, enthält.

Viele weitere TIPPS ZU WEIHNACHTLICHEM jetzt auf migusto.ch Honiglebkuchen: www.migusto.ch/lebkuchen Süsses Marroni-Gewürzbrot: www.migusto.ch/gewuerzbrot Plumpudding mit Vanillesauce: www.migusto.ch/plumpudding


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MIGROS-WELT | MM45, 6.11.2017

Weihnachtsguetsli

Klein und fein Für den Genuss unterwegs gibt es die beliebten Weihnachtsguetsli der Migros nun auch im Miniformat. Sie sind im praktischen Push-Pop-Beutel verpackt, der sich mühelos und sauber öffnen lässt. Die kleinen Brunsli, Mailänderli und Zimtsterne sind nicht nur unterwegs eine feine Nascherei, sondern eignen sich zudem als perfektes Mitbringsel oder Wichtelgeschenk. So sorgen die Minis auch bei den Liebsten für kleine Weihnachtsfreuden.

Aktion 20-fache Cumulus-Punkte

Mini Mailänderli, 50 g Fr. 1.60

für die Mini-Weihnachtsguetsli vom 14. bis 27. 11.

Bild und Styling: Claudia Linsi; Elemente für Montage: iStock

Mini Zimtsterne, 50 g Fr. 1.60

Mini Basler Brunsli, 50 g Fr. 1.60

Die M-Industrie stellt viele Migros-Produkte her. Dazu gehören auch die Mini-Weihnachtsguetsli.

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MM45, 6.11.2017 | MIGROS-WELT

Brot des Monats

Aromatisch und würzig Passend zur Jahreszeit präsentieren die Migros-Hausbäckereien mit ihrem aktuellen Monatshit, dem Malzbrot in Bioqualität, eine Spezialität mit besonders intensivem Geschmack. Text: Jacqueline Vinzelberg

Das Malzbrot ist ein dunkles Weizenbrot mit einem süsslich-herben Malzgeschmack. Die dünne, knusprige Kruste des runden Laibs ist beim Backen schön aufgesprungen. In seinem Inneren präsentiert es sich feinporig, elastisch und kompakt. Aufgestreute Samen verleihen dem würzigen Brot eine zusätzliche, intensive Röstnote. Es passt zu herbstlichen Gerichten – zum Beispiel zu Randen, die mit ihrem erdigen Aroma den Geschmack des Brots optimal zur Geltung bringen. Noch bissfest und lauwarm mit einem rassigen Schafskäse und frischer Pfefferminze serviert, sind sie ein überaus delikater Begleiter.

Serviertipp

Unsere Geschmacksexperten von Migusto haben das Malzbrot degustiert. Sie empfehlen als Traumpartner lauwarme Randen. 1–2 rohe Randen schälen und in Schnitze schneiden. Mit etwas Öl und Salz zugedeckt ca. 40 Minuten bissfest garen. Anrichten und etwas Fetakäse darüberbröseln. Frische Pfefferminzblättchen und Petersilie darüberstreuen. Mit dem Malzbrot warm servieren.


MIGROS-WELT | MM45, 6.11.2017

Serie So schmeckt das Brot des Monats

Mehr zu Geschmack: www.freude-amgeschmack.ch

Aktuell im November: Malzbrot

Manuela Erni (35) ist Bäckerin in der Migros-Filiale in Zürich-Affoltern und eine von rund 900 Backprofis, die in den 130 Hausbäckereien mehrmals

täglich backen. So ist das Brot bis Ladenschluss stets frisch und warm erhältlich. Manuela Erni

«Es duftet so herrlich, wenn sie aus dem Ofen kommen» Warum sind Sie Bäckerin? Ich mag meinen Beruf, weil ich sehr gern mit den Händen arbeite. Die Arbeit in der Bäckerei ist sehr vielseitig. Kein Tag ist wie der andere. Das gefällt mir sehr. Welches Brot backen Sie besonders gern? Am liebsten backe ich Butterzöpfe, weil sie so herrlich duften, wenn sie aus dem Ofen kommen. Hängt es von den Jahreszeiten ab, welches Brot Sie essen? Ja, im Sommer zum Grillieren bevorzuge ich gut gebackene Brote wie Büürli oder Krustenkranz. Zum Fondue im Winter habe ich am liebsten Weissbrot.

Biobauern arbeiten im Einklang mit der Natur. Sie gehen sorgsam um mit Tieren, Pflanzen, Böden und Wasser.

Bild und Styling: Veronika Studer, Gaëtan Bally

Warum ist Handarbeit beim Brotbacken wichtig? Fürs Brotbacken braucht es viel Erfahrung und Gefühl, denn kein Teig ist wie der andere. Meine Aufgabe ist es, daraus ein perfektes Brot herzustellen. MM

Bio Malzbrot, 360 g Fr.3.30 Erhältlich in allen Migros-Filialen mit Hausbäckerei

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MM45, 6.11.2017 | MIGROS-WELT

Sun Queen

Aus eins mach drei Das Sun-Queen-Sortiment bietet eine grosse Auswahl an Nüssen, Trockenfrüchten und Früchten in Dosen, die beim Backen für Abwechslung sorgen. So lassen sich aus einem Mürbeteig schnell drei verschiedene gluschtige Weihnachtsguetsli herstellen. Text: Heidi Bacchilega

Bild: Tina Sturzenegger

AnanasSchokoGuetsli**

** AnanasSchoko-Guetsli, AprikosenPekan-Streuseltaler und weitere Rezepte finden

Sie auf www.migusto.ch

Sun Queen Feigen, getrocknet, 500 g Fr. 7.40

Sun Queen Aprikosen, getrocknet, 200 g Fr. 3.90

Sun Queen Datteln, getocknet, 300 g Fr. 2.80

Sun Queen Ananas, getrocknet, 100 g* Fr. 3.65 * in grösseren Filialen


MIGROS-WELT | MM45, 6.11.2017

Süss-fruchtiges Winterguetsli

Dattel-Pfirsich-Schnecken Grundrezept Mürbeteig für ca. 40 Stück 350 g Mehl 150 g Zucker 1 Prise Salz 1 Beutel Vanillezucker 150 g Butter, kalt 1 grosses Ei Dattel-Pfirsich-Schnecken:

1 120 g 60 g 30 g 40 g 2 TL

Mürbeteig (Grundrezept) Datteln Pfirsichhälften aus der Dose getrocknete Feigen Walnüsse abgeriebene Orangenschale

Zubereitung

1. Datteln halbieren, entkernen, Pfirsiche gut abtropfen lassen. Beides mit Feigen, Nüssen, Orangenschale und Zimt mit dem Stabmixer fein pürieren. 2. Für den Teig Mehl, Zucker, Salz und Vanille­ zucker mischen. Butter in Flocken dazuschneiden. Alles zwischen den Händen zu einer bröseligen Masse reiben. Ei beigeben. Rasch zu einem weichen Teig zusammenfügen. Mürbeteig zwischen Back­ papieren zu einem 4 mm dicken Rechteck aus­ wallen. Teig halbieren. Hälften dünn mit der Frucht­ masse bestreichen. Mithilfe des Backpapiers vorsichtig aufrollen. 30 Minuten kühl stellen.

Aprikosen-PekanStreuseltaler**

3. Backofen auf 180 °C vorheizen. Teigrolle in 5 mm dicke Scheiben schneiden. Auf ein mit Back­ papier belegtes Blech legen und in der Ofenmitte ca. 10 Minuten backen.

Die M-Industrie stellt viele Migros-Produkte her. Dazu gehören auch Sun-Queen-Produkte.

Sun Queen Pfirsich Hälften, 250 g Fr. 1.50

Sun Queen Ananas Scheiben mit Saft, 140 g Fr. 1.05

Sun Queen Pecannüsse, 150 g Fr. 3.60

Sun Queen Walnusskerne, 130 g Fr. 3.90

Migusto ist die Kochplattform der Migros. www.migusto.ch

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MM45, 6.11.2017 | MIGROS-WELT

Sanissa

Geschmackvolles backen Sanissa au beurre, der Margarine-Klassiker aus Butter und Schweizer Rapsöl, ist für die Herstellung von Macarons und Weihnachtsguetsli prädestiniert. Sie verleiht luftigen Gebäcken, cremigen Toppings und Füllungen ein butterfeines Aroma. Text: Jacqueline Vinzelberg

Bild: Veronika Studer

Rezept: Katrin Klaus

Gebäck-Klassiker

Macarons mit Orangenschokoladeund Vanillefüllung Zutaten für ca. 40 Stück: 110 g geschälte, gemahlene Mandeln 180 g Puderzucker 1½ TL gemahlener Zimt (5 g) 90 g Eiweiss (von 2–3 Eiern)

1 Prise Salz 30 g Zucker Füllung: 200 g Sanissa au beurre 60 g Puderzucker 50 g dunkle Schokolade mit Orange 2 TL Vanillepaste Zubereitung

1. Für die Macaronsböden Mandeln mit Puderzucker und Zimt im Cutter sehr fein mahlen, durch ein feines Sieb streichen. Eiweiss mit Salz knapp steif schlagen. Unter Weiterschlagen Zucker langsam einrieseln lassen, weiterschlagen, bis sich der Zucker aufgelöst hat und die Masse schnittfest ist. 2. Mandel-Zucker-Mischung löffelweise mit dem Schwingbesen oder einem Gummischaber sorgfältig unterheben. Es muss eine klebrige, feste Masse entstehen. Masse in einen Spritzsack füllen. Ca. 1 cm der Spritzsackspitze wegschneiden. Kreise à ca. 3 cm Ø auf zwei mit Backpapier belegte Bleche spritzen. Macarons mind. 30 Minuten antrocknen lassen. Backofen auf 140 °C Umluft vorheizen. Macarons ca. 18 Minuten backen. Herausnehmen, vorsichtig vom Backpapier lösen, auf dem Blech auskühlen lassen. 3. Für die Füllungen Sanissa au beurre und Puderzucker schaumig schlagen, Masse halbieren. Schokolade über einem warmen Wasserbad langsam schmelzen, etwas abkühlen lassen. Schokolade und Vanillepaste in je eine Hälfte der Füllung einrühren. Füllungen separat in Spritzsäcke füllen, nach Bedarf kühl stellen. Füllungen auf die Hälfte der Macarons spritzen, mit je einem zweiten Boden bedecken. Zubereitungszeit ca. 90 Min. + backen ca. 18 Min. + auskühlen lassen

Pro Person ca. 1 g Eiweiss, 6 g Fett, 8 g Kohlenhydrate, 350kJ/90kcal


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Sanissa au beurre, 250 g Fr. 2.15

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Geschenkidee

Mit selbstgemachten Macarons kann man Gäste begeistern – aber selbstverständlich auch Gastgeber, denn als Mitbringsel in der Adventszeit sind sie stets eine willkommene Nascherei. Dafür sollte man sie jedoch bis zum Verschenken luftdicht verpacken und kühl lagern. Dann eine passende Schachtel mit Seidenpapier auslegen, die Macarons darin arrangieren und das Päckli nach Belieben dekorieren.

Migusto ist die Kochplattform der Migros. www.migusto.ch

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keine weiteren Zusätze. Gemixt werden sie nach Belieben mit Wasser, Joghurt, Mandel- oder Sojamilch. Rezeptvorschläge finden sich auf der Packung. Die beiden Biovarianten Blue und Green enthalten Himbeeren, wilde Heidelbeeren und Walderdbeeren bzw. Apfel, Fenchel, Avocado, Spinat und Zitrone. Beim Yellow kommen Gojibeeren, Mango und Ananas zum Einsatz. Himbeeren, Pfirsich und Erdbeeren lassen in der Sorte Red den Sommer aufleben. MM

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Vitaminschub mit Smoothies Früchte und Gemüse sind auch gefroren ideale Vitaminlieferanten. Sie lassen sich schnell zu Smoothies verarbeiten. Wie das geht, erfahren Sie auf www.migros-impuls.ch

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M-Classic

Ein Sommer, der bleibt

Bild: Christine Benz

Styling: Vera Guala

Die in Sirup eingelegten Erdbeeren schmecken nicht nur den Kindern.

Mit den Erdbeeren in der Konservendose von M-Classic sind die süssen Sommerfrüchte das ganze Jahr über verfügbar. Während man eingemachte Erdbeeren in Grossbritannien, Deutschland und Frankreich schon lange kennt, sind sie bei uns noch kaum ver-

breitet. Sie passen zu Panna cotta und Puddings und eignen sich ausgezeichnet zum Verfeinern von Müeslis. Tipp: Übrig gebliebenen Sirup nicht wegschütten, sondern mit Mineralwasser mischen oder mit Milch zu einer Erdbeermilch verrühren.

M-Classic Erdbeeren, 145 g Fr. 1.80

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Stressbewältigung

Einfach gelassen bleiben

Stress hat viele Ursachen und ist im Alltag allgegenwärtig. Doch der tägliche Druck lässt sich mindern. So fördern Duftbäder, Massagen oder auch nur eine gute Tasse Tee die Entspannung. Text: Jacqueline Vinzelberg

Bilder: Yves Roth

Die Lutschpastillen enthalten eine ausgewählte Bachblütenkombination sowie Vitamin B5 und Zink. Sie schmecken nach Himbeere und Zitrone. Edis Bachblüten Pastillen Lernen & Prüfung, 50 g* Fr. 5.90 Orangenblütentee ist vor allem als Abendtee beliebt: Der liebliche Duft der Orangenblüten verwöhnt Sie vor dem Schlafengehen. Klostergarten Orangenblütentee, 20 Beutel, 24 g* Fr. 1.80 Aktion Ab 2 Stück 20% günstiger vom 21. bis 27. November

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Der Badezusatz enthält die ätherischen Öle Patschouli und Sandelholzextrakt. Sie entfalten ihren wohltuenden Duft im warmen Wasser und unterstützen so die entspannende Wirkung eines Vollbads. Kneipp Badeöl Tiefenentspannung, 100 ml Fr. 7.90


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Wissenswertes

Mit Achtsamkeit Stress besiegen Das Stressempfinden ist bei jedem Menschen sehr unterschiedlich. Stress ist vor allem Kopfsache und mit dem Denken verknüpft. Praktiken zur Gedankenkontrolle wie Meditation und Achtsamkeit haben sich daher als gute Stressbewältiger etabliert. MBSR-8-Wochen-Kurs

Bachblüten werden in einem schonenden Verfahren zu diesen Traubenzuckertabletten verarbeitet. Zusätzlich enthalten sind natürliches Cassis (Johannisbeersaftpulver), Johannisbeeraroma und viel Vitamin C. Edis Dextrose Bonbons Alltagshetze, 75 g* Fr. 8.90

«Mindfulness Based Stress Reduction», kurz MBSR, ist eine ganzheitliche, wissenschaftlich belegte Methode, die praktische und einfache Übungen zur Bewältigung von Stress vermittelt. Neu bietet auch die Klubschule schweizweit MBSRKurse an. Darin wird Achtsamkeit und damit ein bewusster Umgang mit Stress in Alltagssituationen geübt. Das steigert die Lebensfreude, Ausgeglichenheit, Stressresistenz und innere Klarheit. Die positiven Auswirkungen auf die körperliche und geistige Gesundheit liegen auf der Hand. www.klubschule.ch/MBSR

iMpuls-Lesetipp

Burn-out im Anzug? Im «iMpuls»-Selbsttest finden Sie einfach heraus, wie gross Ihr Burn-out-Risiko ist. Jetzt testen auf Das vibrierende Mini-Massagegerät mit drei beleuchteten Massageköpfen sorgt für Entspannung. Es ist besonders für Rücken, Nacken, Arme und Beine geeignet und lässt sich aufgrund seiner praktischen Grösse überallhin mitnehmen. Beurer Massagegerät Fr. 19.80 Im Melectronics

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«iMpuls» ist die neue Gesundheitsinitiative der Migros.


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Dies und das

Ausgesucht

Das orange M bietet eine grosse Produkteauswahl an. Hier eine Inspiration vor dem nächsten Ladenbesuch

Der Bequeme Der komfortable Sessel samt Hocker aus pflegeleichtem Stoff und FSC-zertifiziertem Holz lädt zum Verweilen und Entspannen ein. Sessel Brahms Fr. 499.– Hocker Brahms Fr. 149.– In der Micasa sowie auf www.micasa.ch

Der Alleskönner Der Reinigungsschaum ist Handabwaschmittel und Küchenreiniger in einem. Dank Schaumapplikation ist das Produkt sparsam in der Anwendung. Handy 1 for all, 250 ml Fr. 2.40

Die Klangvolle Die Soundbase verstärkt den Ton des TV-Geräts und erzeugt einen glasklaren und voluminösen Raumklang. So wird der Wohnraum ohne Verkabelung zum perfekten Heimkino. Die Playbase ist auch für Musikstreaming geeignet. Sonos Playbase, schwarz Fr. 849.– Im Melectronics sowie auf www.melectronics.ch

In grösseren Filialen

Der Spannende Der fünfte Realfilm der «Transformers»-Reihe bietet 148 Minuten Spannung und Action pur. Transformers – The last Knight DVD Fr. 18.90 Blu-Ray Fr. 18.90 In grösseren Migros-Filialen und im Melectronics


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Der Gehaltvolle Mit ihrem hohen Gehalt an Nüssen und speziellen Zutaten wie Heidelbeeren, Quinoa oder Soja sind die Riegel der Famer-Plus-Linie schmackhafte Ballaststofflieferanten. Zudem sind sie nicht nur vegan, sondern auch gluten- und laktosefrei. Farmer Plus Quinoa-Heidelbeer, 6 St. Fr. 4.90

Die Pflegende Die neue Handcreme mit Lavendel, Rosmarin und Salbei ist im Metallic-Look erhältlich. Sie enthält ätherische Öle, Provitamin B5 und Vitamin E. I am Handcreme Lavender & Rosemary Scent, 75 ml Fr. 5.90 In grösseren Filialen

Die Stabile Ein automatisches Blockiersystem und zwei Sicherheitsgelenke erhöhen die Sicherheit. Die AluLeiter ist leicht, flexibel einsetzbar und zusammenschiebbar. Hailo Multifunktions-Teleskopleiter Fr. 490.– www.doitgarden.ch

Der Hundertprozentige Nichts als vollreife Früchte vom Rebstock und Kohlensäure stecken in diesem Traubensaft aus der Migros, der jetzt auch in Bioqualität erhältlich ist. Migros-Bio Traubensaft, 1 l Fr. 2.90 Der Süsse Die Amerikaner dekorieren mit dem Lebkuchenmann den Weihnachtsbaum – wir essen ihn lieber. Ginger Bread Man, 100 g Fr. 3.40

In grösseren Filialen

Die Pflanzlichen Die Extrakte aus der nordischen Heilpflanze Isländisch Moos schützen die Schleimhaut in Hals und Rachen und helfen bei Reizhusten und Heiserkeit. Sanactiv Isländisch Moos Hustenpastillen, 40 St. Fr. 5.90

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Wir geben alles für regionale Produkte.

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Luzerner Chrütertee «Aus der Region.» 40 g

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Urnerboden Fondue «Aus der Region.»* fix-fertig, 600 g

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*Erhältlich in grösseren Migros-Filialen. Genossenschaft Migros Luzern ANGEBOTE GELTEN NUR VOM 7.11. BIS 13.11.2017, SOLANGE VORRAT

Mit Produkten aus der Region. Für die Region.

Raclette-/Birnen-Auflauf Zubereitung: Birnen rüsten und in Schnitze schneiden. Für den Guss Milch und Eier gut verklopfen und mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen.

In eine feuerfeste Form eine Lage Brot legen und die Hälfte vom Guss darüber verteilen, dann eine Lage Birnen und eine Lage Raclettekäse schichten. Mit einer zweiten Lage Brot, Guss, Birnen, Raclettekäse wiederholen. Im vorgeheizten Backofen während ca. 45 Minuten bei 200 Grad (Ober- und Unterhitze) backen.

Jeden Sonntag 18.55 Uhr

mit stündlicher Wiederholung

Alle Rezepte und alle Sendungen: www.jeannettekocht.ch

Migros-Einkaufsliste: Zutaten für 4 Personen • 1 Pack Urnerboden Alp-Raclette (ca. 300 g) • 3 Birnen • 2 dl Vollmilch • 2 Freilandeier • 8 kleinere Scheiben Sauerteig-Brot • Salz, Pfeffer, Muskatnuss

Ein M regionaler.


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Produkt der Woche

Auf die Box und los! Die Tonie-Box ist das ideale Weihnachtsgeschenk für Kinder: Einfach eine Tonie-Figur auf den Audiowürfel mit integriertem Lautsprecher stellen – und ein spannendes Hörabenteuer erleben. Für die Aufnahme von eigenen Hörbüchern, Hörspielen,

Musik oder Sprachnachrichten von Grosseltern, Eltern und Freunden gibt es die Tonie-CreativeFigur. Die Box ist für 98 Franken in allen Melectronics-Fachmärkten der Migros Luzern erhältlich. Je nach Tonie-Figur kostet sie 15.80 bis 18.80 Franken mehr.

Ihre Region Neues aus der Genossenschaft Migros Luzern

Unzertrennlich: Ronja Räubertochter und Birk Borkason

Klubschultipp

Vom Inseli auf die Skipiste Aktion

Kulturprozent

Rabatt für Räuberstück

Freunde durch dick und dünn

Für die Vorstellungen am 8. und 17. Dezember, um 13.30 Uhr, profitieren Genossenschafter der Migros Luzern von vergünstigten Eintrittspreisen. Preise pro Kategorie: Kinder bis 16 Jahre: Fr. 10.–/7.–/2.– Erwachsene: Fr. 25.–/15.–/5.–

Bild: Ingo Höhn

Tickets gibts an der Theaterkasse oder auf www.luzernertheater.ch; Vorverkaufsbeginn: 6.11., ab 10 Uhr

Das Migros-Kulturprozent ermöglicht vergünstigte Eintritte für zwei Sondervorstellungen von «Ronja Räubertochter» im Luzerner Theater. Text: Christoph Riebli

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as Luzerner Theater bringt mit «Ronja Räubertocher» eins der meistgespielten Stücke für Kinder ab 6 Jahren auf die grosse Bühne: Der Kinderbuchklassiker von Astrid Lindgren hat soeben Premiere gefeiert. Die Geschichte handelt von Ronja Räubertochter und Birk Borkason, die trotz ihrer Zugehörigkeit zu verfeindeten Räuberclans beste Freunde werden und auch bleiben wollen. Regisseur Maximilian Merker inszeniert das Stück als Spass mit Tiefgang für Klein und Gross: Lindgren hat in ihrer Erzählung Themen wie Freiheit,

Treue, Respekt, aber auch Konkurrenzden­ ken, Gewalt und Tod zu einer zauberhaften Geschichte verwoben. Trotz der ernsten Themen lässt «Ronja Räubertocher» die Kinder erleben, wie wundervoll das Leben und die Freundschaft sind. Das Kulturprozent der Migros Luzern übernimmt seit 40 Jahren zwei Sonder­ vorstellungen des vorweihnachtlichen Kinderstücks im Luzerner Theater: Am 8. und 17. Dezember können Migros­ Genossenschafter «Ronja Räubertochter» zu stark vergünstigten Eintrittspreisen besuchen (siehe Kasten). MM

In Zusammenarbeit mit der Schweizer Schneesportschule Luzern organisiert die Migros-Klubschule preiswerte Ski- und Snowboardkurse auf Melchsee-Frutt. Die Kinder werden jeweils am Morgen beim Inseli in Luzern abgeholt und nach einem erlebnisreichen Tag am Abend wieder zurückgebracht. Fünf Kurstage kosten 330 Franken inklusive Carfahrt, Unterricht, Liftpass und Teilnahme am Abschlussrennen. Kursdaten: 13.1., 20.1., 27.1., 3.2., 24.2. Infos und Anmeldung: klubschule.ch/schneesport


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Mall of Switzerland

Auf der Zielgeraden Auf über 7000 Quadratmetern ist die Migros Luzern mit all ihren Formaten im grössten Einkaufscenter der Zentralschweiz präsent. Auch für ein Fitness- und Wellnessangebot ist mit dem «ONE Training Center» gesorgt. Die Vorfreude auf die Eröffnung am 8. November bei den Migros-Mitarbeitenden ist gross. Text: Antonia Reinhard

Bilder: Felix Wey

Jolanda Christen, Micasa Home:

«Ich freue mich besonders über die elegante Ladengestaltung. Bei uns finden die Kunden Inspiration und alles für ein gemütliches, stilvolles Zuhause.»

Shani Kayla ten Siethoff, SportXX:

«Zur Eröffnung starten wir gleich mit unserem Wintersortiment. Doch auch Laufund Trekkingbegeisterte kommen auf ihre Kosten: Neu bieten wir mit den beiden Shops Outdoor by SportXX und Ryffel Running ein erweitertes, spezialisiertes Sortiment für diese beiden Bereiche – und selbstverständlich die kompetente Beratung dazu.»

Sarina Köpfli, MMM-Supermarkt: Der MMM-Supermarkt

ist die grösste Migros im Rontal. Neben der grosszügigen Frischeabteilung sorgt die eigene JowaHausbäckerei täglich für frisches Brot direkt aus dem Ofen. Besonders gespannt bin ich, wie unser Daily-Angebot ankommen wird: frisch zubereitete Snacks und Getränke für den sofortigen Genuss sowie Pizzas, die direkt vor Ort zubereitet werden.»

Silvan Jud, Melectronics:

«Im Erdgeschoss, gleich neben dem Supermarkt, befindet sich unser neuer Laden. Wir bieten die neusten Geräte der Unterhaltungs- und Heimelektronik zu attraktiven Preisen und eine kompetente individuelle Beratung an. Und: Bei uns kann man auch bequem Onlinebestellungen abholen.»


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Diana Schnüriger leitet die Klubschulkurse «Bodytoning» und «Bauch, Beine, Po». Yardena Rätzer, Do it + Garden Migros:

«Neu ist der Do it + Garden direkt im Supermarkt integriert. Ich freue mich sehr, dass wir gleich zur Eröffnung unseren stimmungsvollen Weihnachtsmarkt präsentieren können. Wer die neuesten Dekotrends finden möchte, ist bei uns richtig.»

Klubschule

Sport ist auch Seelenarbeit Als Kursleiterin an der Klubschule Zug bringt sie Bäuche, Beine und Pos in Form. Ums Wohlbefinden anderer kümmert sich Diana Schnüriger auch als freiwillige Gassenarbeiterin. Text und Bild: Jaqueline Achermann

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Bild: Jacqueline Achermann

Spiro Stojkovic, «Migros Restaurant»:

«Eine Stärkung nach dem Shoppen? Vom Frühstück, übers Mittagessen bis zum Zvieri mit Kaffee und Kuchen – wir bieten zu jeder Tageszeit die passenden Köstlichkeiten. »

igentlich sprach nichts dafür, dass Diana Schnüriger jemals einen Fitnessraum betreten würde. Ich, eine Aerobic-Tussi? Niemals!, lautete ihre Einstellung, bis eine Freundin sie zum ersten Kursbesuch überredete. Vorurteile hatte sie auch gegenüber der Klubschule: «Ich dachte immer, wenn ich eine Fitnessausbildung mache, dann sicher nicht bei der Migros.» Am Ende landete sie trotzdem hier. «Im Vergleich zu anderen Schulen hat mich die Professionalität der Klubschule aber am meisten überzeugt.» Das war vor mehr als zehn Jahren. Mittlerweile steckt sie Kursteilnehmende mit ihrer Lebensfreude an und bringt Bäuche, Beine und Pos in Form. Bei ihr steht der Mensch im Vordergrund. Niemand soll sich schweissgebadet durch die 50-minütigen Lektionen kämpfen müssen. Von Leistungsdenken hält sie nichts – schon gar nicht beim Sport. Nur wer auf seinen Körper achte und seine Grenzen kenne, erziele langfristige Erfolge, ist sie sich sicher.

Wenn Diana Schnüriger Dinge sagt wie: «Manchmal muss man im Körper etwas verändern, damit es der Seele wieder gut geht», glaubt man ihr das. Denn in Sachen Seelenarbeit kennt sie sich aus. Abseits von Hanteln und Terrabändern arbeitet sie als freiwillige Helferin für das ehemalige Kapuzinerkloster in Zug und begleitet als Gassenarbeiterin Menschen, die nichts mehr mit dem Staat zu tun haben wollen. Sie sei nicht immer so offen gewesen, als Kind gar ein «Mamihöck». Doch durch ihre Hilfsbereitschaft habe sie viel Gutes erfahren. «Niemand ist mit einem schlechten Herzen auf die Welt gekommen», sagt sie und fügt hinzu: «Was in der Vergangenheit passiert ist, kann man nicht ändern. Aber die Zukunft, die hat jeder selbst in der Hand.» MM Die Fitnesskurse der Klubschule sind von den Krankenkassen anerkannt. Info und Anmeldung: www.klubschule.ch


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Schiffsbeschreibung

Schiffsbeschreibung

Schiffsbeschreibung

Schiffsbeschreibung

Baujahr 2012 • Deutschsprachige Bordhostess • 290 Meter lang / 35 Meter breit • 17 Decks • 1’508 Kabinen • 14 Bars • 6 Restaurants • 4 Swimmingpools • 5 Whirlpools • Wellness- & Spa-Bereich • Casino • Theater

Baujahr 2009 • Deutschsprachige Bordhostess • 290 Meter lang / 35 Meter breit • 17 Decks • 1’504 Kabinen • 14 Bars • 5 Restaurants • 4 Swimmingpools • 5 Whirlpools • Wellness- & Spa-Bereich • Casino • Theater

Baujahr 2011 • Deutschsprachige Bordhostess • 290 Meter lang / 35 Meter breit • 17 Decks • 1’508 Kabinen • 13 Bars • 5 Restaurants • 4 Swimmingpools • 5 Whirlpools • Wellness- & Spa-Bereich • Casino • Theater

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Leben MM45

Richtig oder falsch?

Es gibt immer weniger Igel in der Schweiz.

1, 2 oder 3?

Mädchen!

Illustration: Lisa Rock, Bild: René Ruis

hat zwei Buben, einen Mann, einen Job, einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.

1 2 3

In Zukunft gibts beim Abmachen und bei Partys eine Geschlechterquote. Ein Mädchen pro Woche ist ab sofort obligatorisch. «Bis sie 20 Jahre alt sind, feiern sie jeden Geburtstag. Dann beginnen sie zu schummeln und lassen Geburtstage aus», sage ich. Ich lache. Lange und laut.

Antwort 3: Die Frage ist so herrlich absurd, da fehlen mir die Worte.

Monica Müller (43)

Mädchen sind für den Grossen (7) unbekannte Wesen. In seiner Baby-und Kleinkindzeit trafen wir uns oft mit meinen Freundinnen, die fast nur Buben haben. Im Kindergarten kamen zwar Mädchen in sein Leben – doch die Geschlechter blieben schon auf dem Chindsgiweg in fast gespenstischer Weise getrennt: Da war die Mädchen- und dort die Bubenbande. Die Teams spazieren in etwas neuer Formation ebenso konsequent gruppiert in die Schule. Auch bei den Kindergeburtstagen wird der Grosse an reine Jungspartys eingeladen und erstellt seine Gästeliste ebenfalls, ohne Mädchen in Betracht zu ziehen. Dass einige seiner Kollegen für Mädchen schwärmen, zieht an ihm vorbei. Aus dem Nichts fragt er mich: «Mami, haben Mädchen eigentlich auch ein Mal im Jahr Geburtstag?» Und jetzt?

Richtig! Igel kommen heute europaweit nicht mehr so flächendeckend vor wie noch vor einigen Jahren. Zunehmender Verkehr und der Verlust an Lebensräumen und Nahrungsquellen sind Gründe dafür. Mit einfachen Massnahmen können wir etwas für die Igel tun. Jetzt im Herbst müssen sich die sympathischen Stacheltiere nämlich Winterquartiere suchen und sich Winterspeck anfressen. Laub-, Zweig- oder Komposthaufen bieten ihnen Unterschlupf. Wer Igel im Garten hat, braucht im Frühling keine Schneckenkörner, da Schnecken zur Leibspeise der Igel gehören. Darum gilt: Wer ein

Herz für Igel hat, räumt seinen Garten beim Einwintern nicht zu gründlich auf und verwendet keine oder igelfreundliche Schneckenkörner. Normale Körner sind gefährlich: Sie können zu schweren Vergiftungen oder gar zum Tod führen.

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MM45, 6.11.2017 | LEBEN

Passanten im Tokioter Stadtteil Ginza , bekannt für seine vielen Edelboutiquen

Reisen

Im Reich der Kontraste Vom Michelin-Sterne-Mekka zu den Naturwundern: Die Reise von Tokio zu den Inseln Kyushu und Yakushima führt durch ein Land voller Gegensätze – und dorthin, wo Japan am japanischsten ist. Text und Bilder: Reto E. Wild


LEBEN | MM45, 6.11.2017

103 Tipps

Reisen und Speisen in Japan Anreise

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Tokyo» beim Nobelviertel Ginza (Doppelzimmer ab 500 Franken, ohne Mahlzeiten); günstige Alternativen auf japaneseinngroup. com (Doppelzimmer ab 112 Franken) • Yakushima: «Sankara Hotel & Spa» (29 Doppelzimmer ab 450 Franken inkl. Frühstück); • Kyushu: «Hilton Fukuoka Sea Hawk» (Zimmer ab 110 Franken, hervorragendes Frühstücksbuffet)

Ein touristisches Muss: der Shirathani­ Wanderweg auf Yakushima

D

ie schlechte Nachricht zuerst: Tokio zählt zu den zehn gefährlichsten Städten der Welt – für das Portemonnaie. Heisst es. Und tatsächlich: Melonen von der nordjapanischen Insel Hokkaido etwa kosten im Supermarkt über 100 Franken, und 2013 wurde ein akut vom Aussterben bedrohter Blauflossenthunfisch auf dem Tokioter Tsukiji-Fischmarkt, dem grössten Fischmarkt der Welt, für den Rekorderlös von etwa 1,4 Millionen Franken versteigert. Das hört sich abschreckend an, doch die gute Nachricht ist: Die Realität präsentiert sich anders. Für (Schweizer) Touristen ist die japanische Hauptstadt mit ihren über neun Millionen Einwohnern erstaunlich

preiswert. Taxifahrten und SushiRestaurants (ab einem Franken für zwei Stück) sind grundsätzlich billiger und meist auch besser als in der Schweiz, in den Nudelshops (Udon und Soba) kosten Mahlzeiten durchschnittlich zwei bis vier Franken. Die familiengeführten Hotels der Japanese-Inn-Group bieten Doppelzimmer für rund 110 Franken an. Fast an jeder Ecke stehen Automaten mit Getränken ab 120 Yen, also umgerechnet rund einem Franken. Tokio gehört zu den sichersten und saubersten Metropolen der Welt. «Ich schliesse mein Velo nicht ab. Und wenn ich das Portemonnaie verliere, erhalte ich es mit all meinem Geld zurück», sagt Meret Brunner (37). Sie arbeitet als Director of Rooms für

Restaurants • Tokio: «Peter» (im 25. Stock des Hotels

Reiten zuweilen auf Rehen: die dreisten Rotgesicht­ makaken auf Yakushima

Peninsula, innovative Gourmetküche mit spektakulärer Aus­ sicht auf die kaiser­ lichen Gärten); «Miyashin» im Stadt­ teil Ginza (einfaches Yakitori: Spiesschen mit gegrilltem Poulet) • Fukuoka: «Hakata Hotaru» (Sushi und Grilliertes) Interkultureller Austausch

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LEBEN | MM45, 6.11.2017

das «Peninsula», das zu den besten Hotels der Stadt zählt. Die in Lang­ nau i. E. aufgewachsene Bernerin absolvierte zunächst die Hotelfach­ schule in Luzern, dann ein Praktikum in Irland und Peking. Danach arbei­ tete sie für «Peninsula»­Häuser in New York und, von 2013 bis Anfang 2016, in Bangkok. Seit März 2016 lebt sie allein in Japan. Die Chefin von 140 Angestellten legt die rund zehn­ minütige Fahrt von ihrer Wohnung im ruhigen Stadtteil Akasaka dem kaiserlichen Garten entlang bis zum Luxushotel in der Nähe des noblen Stadtteils Ginza mit dem Velo zurück. Obwohl Meret Brunner einmal pro Woche bei einer Privatlehrerin Japanisch lernt und deshalb einfache Sätze beherrscht, sind die meisten ihrer Freunde Ausländer, die eben­ falls in Tokio leben und arbeiten. «In der Regel arbeite ich bis 19 Uhr und treffe danach Kollegen zum Abendessen oder höre ‹Echo der Zeit› oder ‹BBC News›. Am Wochenende kundschafte ich die Stadt aus. Ab und zu verliere ich mich in den Ladenpas­ sagen mit ihren Restaurants», erzählt die Managerin.

Gerhard Gerber und Meret Brunner an ihrem Arbeitsort im «Hilton Fukuoka» respektive im «Peninsula Tokio»

227 Michelin-Restaurants in Tokio

Sie habe viele Hotelgäste, die nur wegen des Essens nach Tokio reisten, sagt Brunner. Sage und schreibe 227 Restaurants haben von Michelin 2017 die begehrten gleichnamigen Sterne erhalten; der Gastroführer adelt die Hauptstadt des viertgrössten Inselstaats im Pazifik zum Gourmet­ Mekka. «Wir sind die Stadt mit den meisten Michelin-Sternen. Diese Restaurants sind mehrere Monate im Voraus ausgebucht», weiss die Touristikerin. Beim ältesten Drei­ Sterne­Koch der Welt, dem 92­jähri­ gen Jiro Ono, kosten zwölf Stück Sushi rund 300 Franken. Ein Abendessen bei «Ono» dauere eine halbe Stunde, wer zu viel Parfüm aufgetragen habe, bekomme einen Rüffel, weiss Brunner. Deswegen halte sie sich lieber an die preiswerten japanischen Gyoza­ Teigtaschen, an Ramen­Nudelgerichte oder Wagyu­Rind, das selbst im luxuriösen «Peter» im Peninsula weni­ ger koste als in den Michelin­Lokalen. Zu Brunners Lieblingsplätzen zählt das Stadtviertel Harajuku mit seinen Boutiquen und breiten Boule­ vards, die an die Pariser Champs­ Élysées erinnern. Dorthin gelangt sie am schnellsten mit der U­ oder S­Bahn. «Entlang der Omotesando Avenue reihen sich Luxusläden von

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Dior, Gucci und Prada. Sobald man aber in die Seitenstrassen einbiegt, findet man attraktive Secondhand­ Shops. In der Cat Street sind viele Vintageläden mit jungen japanischen Designern und gute ‹Beizli› eingezo­ gen», sagt sie. Besonders sonntags füllen sich die Trottoirs von Harajuku mit unzäh­ ligen Passanten. Doch die Hauptstadt hat auch eine ruhige Seite zu bieten: Wenige Fussminuten vom Bahnhof Harajuku entfernt, breitet sich die weitläufige Grünanlage des Meiji­ Jingu­Schreins aus. Zeigte sich Tokio eben noch im globalisierten Einheits­ look, trifft man nun auf traditionell gekleidete Einheimische, die zum Shinto­Schrein pilgern. Noch immer ist Shinto, die älteste Religion im Land der aufgehenden Sonne, im Alltag der Wirtschaftsmacht tief verwurzelt. Es sind diese Kontraste, die Japan auch für Meret Brunner so faszinie­

Oben: Das EbisuViertel in Tokio ist nicht nur für die gleichnamige Bierbrauerei bekannt. Im schlossähnlichen Gebäude befindet sich Joël Robuchons Restaurant mit drei MichelinSternen. Rechts: Das Ebino-Plateau auf Kyushu bietet Kraterseen, aktive Vulkane und tolle Wanderwege.


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rend und fremd zugleich machen. Wir reisen weiter mit dem «Shinkansen» Richtung Süden: Sechs Sekunden beträgt die durchschnittliche Verspätung des pünktlichsten und sichersten Hochgeschwindigkeitszugs der Welt am Ankunftsbahnhof. Während Erstbesucher meist die Kansai-Region mit der einstigen Hauptstadt Kyoto und, weiter südlich, das durch den ersten Atombombenabwurf zerstörte Hiroshima und die landschaftlich schöne Insel Miyajima ansteuern, fahren wir weiter nach Kyushu, zur südlichsten der vier japanischen Hauptinseln. Flächenmässig rund zehn Prozent kleiner als die Schweiz, beherbergt Kyushu 13 Millionen Einwohner und zwei der eindrücklichsten Vulkangebiete der Welt. Hier zeigt sich Japan am japanischsten: Reisfelder wechseln sich ab mit bewaldeten Tälern, die von Flüssen und Bächen durchzogen sind. Wellness auf Japanisch

Eine junge Frau im traditionellen Kimonokleid wartet im Bahnhof von Fukuoka.

Im Herzen von Kyushu befindet sich das Dorf Kurokawa. Es ist bekannt für seine heissen Quellen, auf Japanisch: Onsen. Mit dem Onsenpass, den man wie ein Amulett um den Hals trägt und der zu drei Bäderbesuchen berechtigt, wandert man in einen Kimono gekleidet von Quelle zu Quelle und geniesst im heissen Wasser Wellness auf japanische Art. Die meisten Touristen stammen aus Japan, China oder Korea – Europäer sind die Ausnahme. Genauso selten sind Europäer in Kirishima. Die 180 Kilometer südlich von Kurokawa gelegene Stadt ist der Ausgangspunkt des Ausflugs zum Ebino-Plateau. Hier eröffnet sich dem Besucher eine faszinierende Landschaft aus Vulkanen, Kratern und Vulkanseen, die dem Land der 265 aktiven Feuerberge und jährlich 7000 Erdbeben alle Ehre macht. Bloss 40 Kilometer beträgt die Distanz von Kirishima zur Hafenstadt Kagoshima. Von hier aus erreichen Tragflügelboote innert 2,5 Stunden eine der schönsten Inseln, die dieser Planet zu bieten hat: Yakushima – das erste UnescoWeltnaturerbe von Japan – befindet sich im offenen Meer südlich von Kyushu und lässt sich mit dem Auto binnen drei Stunden umrunden. Hier vereinen sich alle Klimazonen des Inselstaats. Wenn im Winter auf den fast 2000 Meter hohen Bergen Schnee fällt, gedeihen an der Küste mit sub-


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die beiden Restaurants Ayana und Okas mit allerdings sehr hohen Weinpreisen zur Auswahl. Im Gourmetlokal Okas mit seiner offenen Küche zaubert Kenji Hayashi (37) regionale Kompositionen auf die Teller. Der Koch, der auf einer Insel südlich von Yakushima geboren wurde, und sein fünfköpfiges Team verwenden möglichst lokale Produkte wie Pflanzen, Basilikum, Gemüse und Fisch. Das grosse Pech des scheuen, kaum Englisch sprechenden Meisterkochs ist, dass die Michelin-Tester die weite Anreise auf die Insel nicht auf sich nehmen wollen. Kyushu kulinarisch entdecken

Die Reise führt weiter nach Fukuoka, in die grösste Stadt auf Kyushu – und bewirkt eine Art Kulturschock durch den Wechsel vom Inselidyll in die Grossstadt. Im «Hilton Sea Hawk» arbeitet der Thuner Gerhard Gerber (47) als Executive Chef. Der mit einer Japanerin verheiratete zweifache Vater lebt schon seit rund zehn Jahren in Japan, seit März 2016 in Fukuoka. Seine neue Heimat im Norden der Insel bezeichnet er als ideal, um Kyushu zu entdecken. Er rät, dafür ein Auto zu mieten: «So kann man auch Orte besuchen, die nicht ans Zug- oder Busnetz angeschlossen sind.»

Wie Meret Brunner fährt auch Gerhard Gerber mit dem Velo zur Arbeit – «selbst bei Schneeregen». Er ist Chef von 120 Angestellten und verantwortlich für sechs Hotelrestaurants. «Ich gehe oft auch auswärts essen und wähle Lokale aus, die auf die Kyushu-Küche spezialisiert sind. Sie ist berühmt für die Verwendung von reichlich Gemüse, Früchten und Salaten. Sashimi von hier ist super. Die Produkte sind generell frisch und immer schön angerichtet. Auch für seinen Sake und den Süsskartoffelschnaps Shochu ist Kyushu bekannt.» Gerhard Gerber schätzt an Fukuoka die im Vergleich zu Tokio kürzeren Distanzen: Schon innerhalb von 20 Minuten befindet man sich in der Natur und an Orten zum Schwimmen – was gerade für Familien mit Kindern ideal sei, weil das Meer nicht steil abfällt. Die Quartiere Hakata und Tenjin schlägt er zum «Lädele» vor; Hakata sei auch beliebt bei Fans von Ramen-Gerichten. Lediglich drei Schnellbootstunden von Fukuoka entfernt befindet sich die südkoreanische Hafenstadt Busan. Aber das wäre eine andere Reise geschichte. MM Die Recherche dieser Reise wurde unterstützt von Travelhouse in Glattbrugg ZH. Mehr Infos: www.travelhouse.ch

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LEBEN | MM45, 6.11.2017

111 Tipps

Erlauben – oder verbieten? • Vorbild: Wenn Sie selbst immer das Neueste kaufen, können Sie Ihr Kind kaum davon überzeu­ gen, dass es nicht im­ mer alles haben muss.

Familie

«Alle dürfen, nur ich nicht!»

• Unterschied: Zwingen Sie dem Kind nicht Ihre eigene Lebens­ haltung auf: Wenn Sie sich der modernen Technologie verwei­ gern, muss Ihr Kind das nicht auch tun.

Nachgeben oder hart bleiben, wenn das Kind

etwas unbedingt will? Psychologin Sabine Brunner erklärt, warum man die Wünsche des Nachwuchses ernst nehmen soll.

• Zugehörigkeit: Der Wunsch, zur Peer­ group zu gehören, ist ein wichtiger Grund, etwas haben zu wollen. Eltern sollten nicht alles ablehnen, nur weil sie diesen Wunsch nicht verstehen.

Text: Claudia Weiss

Muss man dem Kind einen grossen Wunsch abschlagen, hilft es, wenn man ihm die Gründe erklärt.

Bild: Getty Images

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eon (8), ist sauer. «Alle anderen bekommen NikeSchuhe, nur ich nicht!» Er rennt in sein Zimmer, knallt die Tür zu und schreit: «Ihr seid gemein, so werde ich voll zum Freak!» Die Eltern schauen sich unsicher an: Wird ihr Sohn zum Aussenseiter, wenn sie ihm die gewünschten Markenschuhe verweigern? Oder stärkt es seine Persönlichkeit, wenn er nicht immer das Gleiche haben kann wie die anderen? Die erste Frage, die Väter und Mütter sich in so einem Moment stellen sollten, lautet: «Wie kommt mein Kind auf diesen Wunsch?» Dies rät Sabine Brunner (51), Psychologin und Psychotherapeutin am Marie Meierhofer Institut in Zürich. Manchmal gehe es wirklich um die Sache. «Oft dagegen gehts um den Wunsch dazuzugehören, mit anderen Gleichaltrigen in einen sozialen Kontakt zu treten», erklärt die Expertin. Und dies sei durchaus ernst zu nehmen.

Besonders das Handy sei ein komplexer Fall: «Das ist heute nicht mehr nur ein beliebtes Gadget. Ein grosser Teil des sozialen Lebens spielt sich darauf ab», sagt die Psychologin. «Darüber laufen auch Informationen von Schule und Freizeitverein.» Wer kein Handy habe, müsse sich anders organisieren. Aber: Wer in der Gruppe beliebt sei, werde trotz seines veralteten oder fehlenden Handys nicht ausgeschlossen. Nur verbieten bringt nichts

Einige Jugendliche finden es sogar ganz in Ordnung, sich eigenwillig zu kleiden, «uncoole» Hobbys zu pflegen oder ein Uralt-Handy zu besitzen. Das sei eine Frage des unterschiedlichen Umgangs mit solchen Dingen, und der zeige sich schon im Kindergartenalter, sagt Sabine Brunner. Wichtig ist, dass sich das Kind zu seinen Vorstellungen äussern kann und nicht einfach den Wertigkeiten der Eltern ausgesetzt ist. So oder so sei es

gut, mit Kindern über Wünsche zu reden und gemeinsam herauszufinden, was man mit dem Wunsch machen solle, sagt Brunner, «Kinder sind sehr vernünftig und können gut unterscheiden, was für sie wirklich wichtig ist.» Hilfreich sei auch, wenn Eltern mit ihrem Kind gemeinsam nach Lösungen suchten: «Ein Kind erträgt den Frust beispielsweise besser, wenn es finanzielle Realitäten versteht.» Das heisse aber nicht, dass man dem Nachwuchs nicht auch hie und da spontan einen Wunsch erfüllen dürfe. Denn «nie dasselbe haben wie die anderen» ist ebenso wenig förderlich wie «immer alles sofort» zu bekommen: Wer immer nur die alten Kleider des Bruders trägt oder schon um 21 Uhr von der Party heimgehen muss, gilt irgendwann doch als peinlich. Und das ist schwierig für Kinder und Jugendliche, die einfach nur zu ihrer Gleichaltrigengruppe gehören möchten. MM

• Kompromiss: Gleichen Sie Ihre Bedürfnisse und die­ jenigen Ihres Kindes aufeinander ab. Be­ sprechen Sie mit ihm, was machbar ist. • Lösungen: Bespre­ chen Sie mit dem Kind, ob es Geld verdienen oder sparen kann, um sich den Wunsch zu erfüllen. Ist es vielleicht etwas, das sich als Geburtstagsgeschenk eignet? • Frust: Müssen Sie dem Kind etwas abschlagen, helfen Sie ihm, mit dem Frust umzugehen: Er­ klären Sie das Verbot. Ertragen Sie es, wenn das Kind verärgert ist. • Absprache: Behauptet Ihr Kind, alle anderen dürften bis Mitternacht an der Party bleiben? Sprechen Sie mit an­ deren Eltern. Vielleicht stimmt es gar nicht. Oder Sie finden ge­ meinsam eine Lösung.


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LEBEN | MM45, 6.11.2017

W Brave New Girl

United States of Amazing

Wenn man als extrovertierter Mensch zum ersten Mal in seinem Leben amerika­ nischen Boden betritt, fühlt sich das «Land der Freien» ein bisschen wie Heimat an.

Bild: Andrea Monica Hug

Anne-Sophie Keller (27) glaubt

an Popkultur und den Sinn eines unvernünftigen Lebenswandels.

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Wohl nirgends auf der Welt sind die Menschen so übereuphorisch wie in den USA. In New York etwa wird man mit der Standardbegrüssung «Hey! How are you?» gleich mal nach seinem Befinden gefragt. Natürlich ist das eine Floskel, aber nett ist es trotzdem. Wenn man mit einem Ami über einen Museumsbesuch oder ein sonstiges Erlebnis spricht, ist Understatement fehl am Platz: Wenn etwas gut ist, ist es entweder «awesome» oder «amazing».

Die Leute sind so offen, dass man praktisch an jeder Strassenecke in Small Talk verwickelt wird. Die Barkeeper verschenken dir ihre Telefonnummern, als wären es Visitenkarten,

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und im Viertel rund um die legendäre Schwulenbar Stonewall Inn kann man mit so ziemlich jedem über den neuesten Sketch der Komikerin Kate McKinnon fangirlen. Muss ich nun die Subway in Richtung Bronx oder Brooklyn nehmen? Welches Ticket brauche ich? Ein Ami hilft dir. Du kannst in New York, wo jeder einzelne Mensch zweihundert Prozent cooler ist als du, mit einem ausgefallenen Kleid herumlaufen, und ein Dutzend Leute schreit dir ein Outfit­Kompliment ins Gesicht. Natürlich ist das alles auch ein bisschen oberflächlich – mit der Zeit vielleicht auch anstrengend. Aber ab und zu tut einem Schweizer Käsli wie mir die volle Dosis Amazing richtig gut. MM

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MM45, 6.11.2017 | LEBEN

Gesundheit

Weinrisotto mit Blutprobe

Mit Wein verfeinerte Gerichte sind beliebt. Doch verdunstet der Alkohol gänzlich nach dem Erhitzen? Wir sind der Frage auf den Grund gegangen und haben ein Familientestessen mit anschliessendem Alkoholtest gemacht. Text: Sonja Leissing

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lle Speisen sind mit reichlich Wein, Prosecco oder Likör gekocht oder geschmort. Ein Krankenpfleger ist organisiert. Er wird 20 Minuten nach dem letzten Bissen den vier Testperso­ nen ein Röhrchen Blut abnehmen. Auch ein Kurier ist parat, der die anonymisierten Blut­ proben innert einer halben Stunde ins Labor fährt. «Für die Auswertung ist es wichtig, dass man die Proben rasch zentrifugiert, um die Blutzellen und das Plasma zu trennen», erklärt uns der Krankenpfleger. Zur Vorspeise gibt es für Mutter, Vater und die zwei Kinder eine Weinsuppe mit Badener Goldwändler, als Hauptgang Ossobuco in Noilly Prat geschmort, als Beilage ein Pro­ secco­Risotto und zum Dessert eine in Likör caramelisierte Birne mit einer Schoggi­ Baileys­Creme. Insgesamt haben wir etwa ein­ einhalb Liter alkoholische Getränke verkocht. Die 11­jährige Iliriana rümpft nach fünf Löffeln Suppe die Nase und legt den Löffel weg. Den Weingeschmack findet sie «grusig». Gut so, niemand muss. Es ist tatsächlich so, dass die meisten Kinder Speisen mit Alkohol nicht mögen und darum gar nicht erst pro­ bieren. Vom 11­jährigen Lenny möchte ich wissen, wie ihm die Kalbshaxe schmeckt. «Ich spüre nichts von Alkohol und finde das Essen megafein. Aber ich habe ja auch Käsefondue mit Wein gern», sagt er und lacht. Die Eltern Urs und Lucy verdrücken vom Hauptgang sogar eine zweite Portion.

Bilder: Paolo Dutto

Bewiesen ist, dass reiner Alkohol bei einer Temperatur von 78,3 Grad Celsius verdampft, Wasser bei 100 Grad Celsius. US­Forscher untersuchten nun, wie sich der Alkoholgehalt beim Kochen verändert. Ein Schmorgericht, das zweieinhalb Stunden vor sich hinköchelte, enthielt noch 4 Prozent des ursprünglich zugesetzten Alkohols. Bei einem Ofengericht lag die Restalkoholmenge nach 25 Minuten bei circa 40 Prozent. Bei kurzer Garzeit bleiben bis zu 85 Prozent zurück.

Die Blutprobe

Es musste schnell gehen

Mit oder ohne Deckel?

Für Speisen, die mit Alkohol verfeinert wer­ den, gibt es eine klare Faustregel: Je länger das Gericht kocht, desto weniger Alkohol bleibt zurück. Wichtig ist auch, wann und wie viel Alkohol zugegeben wird. Und natürlich, ob man das Gericht mit oder ohne Deckel kocht. Mit Deckel bleibt mehr Alkohol, da der gesammelte Dampf zurück in die Sauce tropft. Nach dem Essen nimmt der Krankenpfleger allen Blut ab, und der Kurier bringt die Proben ins Labor. Wir sitzen noch eine Weile zusam­ men und diskutieren, wie wohl das Resultat ausfallen wird. Nach zwei Tagen haben wir Gewissheit. Die Leber hat den Alkohol ab­ gebaut, und bei allen Proben war der Alkohol­ wert im Blut gleich null Promille. Trotzdem Vorsicht: Für einen trockenen Alkoholiker ist es der Geschmack, der ihn an seine Rausch­ zustände erinnert und ihn darum wieder in Versuchung führen könnte. MM

20 Minuten nach dem letzten Bissen

wurde der ganzen Testfamilie Blut ab­ gezapft. Ein Kurier fuhr die Blutproben direkt danach in ein spezialisiertes Labor. Zwei Tage später kam das Resultat:

Trotz üppigen Alkoholanteils in allen Speisen, war kein Alkohol mehr im Blut der Probanden messbar.

Der Tisch ist gedeckt, das alkoholreiche Mahl wird gleich serviert.


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Das Dessert

Caramelisierte Birne mit Baileys Schoggicreme

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So gehts: 3 Birnen

schälen, entkernen und in Schnitze schnei­ den. In einer Pfanne 50 g Butter schmelzen, 3 EL Zucker einrühren und leicht caramelisie­ ren. 2,5 dl Vielle poire (4, links) beigeben und circa 15 Minuten leicht köcheln lassen, bis alle Flüssigkeit verdunstet ist und die Birnen weich sind. Auskühlen lassen. Ein Beutel Schoggicreme, zum Beispiel

Goldwändler-Wysüppli

mit 3,5 dl fruchtigem Weisswein (1). Kochzeit: 40 Minuten ohne Deckel

Ossobuco mit 4 dl Noilly

(2) abgelöscht. Kochzeit: circa 2 1/2 Stunden ohne Deckel

CherrytomatenRisotto mit 3 dl

Prosecco (3). Kochzeit: 40 Minuten ohne Deckel

Crème Quick von Midor mit 2 dl Baileys (4, rechts) und 3 dl Vollmilch gut verrühren und circa 15 Minuten köcheln lassen. Auskühlen lassen. Eine halbe Birne mit der Schoggi­ creme anrichten.


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LEBEN | MM45, 6.11.2017

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Tipps

Tiere in Gruppen halten Einer der wichtigsten Aspekte in der Tier­ haltung ist das Sozialverhalten der einzel­ nen Arten. Auch bei un­ seren kleinen Heimsäu­ gern spielt die Zusam­ mensetzung der Grup­ pe eine grosse Rolle.

Ein Nacktmull hat sich beim Balzkampf um die Königin verletzt und muss verarztet werden.

Zootierärztin

Von der Königin gebissen Mit ihren grossen Zähnen graben sich Nacktmulle durch den harten Wüstenboden – oder sie sorgen damit in ihrem Staat für Ordnung. Das kann wehtun. Text: Karin Federer

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Karin Federer (31) ist Tierärztin und berichtet regelmässig aus dem Walter Zoo in Gossau SG.

bgesehen von Tasthaaren an Schnauze und Beinen sind Nacktmulle wirklich nackt. So können sie sich in den Gangsystemen, die sie in der ostafrikanischen Halbwüste graben, problemlos bewe­ gen, rückwärts wie vor­ wärts. Ebenfalls besonders: Nacktmulle bilden Staaten – was bei Säugetieren sehr selten ist. Arbeiter und Soldaten

Alle Tiere einer Nackt­ mullenkolonie haben fixe Aufgaben: Junge kümmern sich um kleinere Geschwis­ ter, Arbeiter graben Tunnel­ systeme, Soldaten bewa­ chen Ausgänge. An der Spit­ ze einer Kolonie von 100 bis 200 Tieren steht eine Köni­ gin. Sie ist das einzige Weib­

Bild: Walter Zoo

chen, das sich fortpflanzen kann. Alle 70 bis 80 Tage bringt sie Junge zur Welt. Die Königin – davon geht man heute aus – setzt ihren ganzen Staat derart unter Druck, dass alle Tiere unfruchtbar werden. Alle – bis auf maximal drei Männchen, mit denen sie sich paaren möchte. Wie die Königin werden diese Aus­ erwählten deutlich grösser als ihre Artgenossen. Und beim Gerangel um die Köni­ gin geht es hart zu. Vom Zoo Dresden haben wir neun Nacktmulle er­ halten, darunter zwei solche Königsanwärter. Und bei einem von ihnen entdecken unsere Tierpfleger eines Morgens am Hinterbein eine Infektion, verursacht durch einen Biss. Ich pflege das Tier und lasse es zurück

zur Gruppe. Denn das Alleinsein bedeutet für Nacktmulle Stress pur. Doch schon nach kurzer Zeit wird das Männchen erneut gebissen. Diesmal von der Königin! Was tun? Einzelhaltung ist ja keine Option. Nach der neuerlichen Wundversorgung beschlies­ se ich, dem Verletzten ein Arbeitertier zur Seite zu stellen. So ist er nicht allein und doch noch nicht der Königin ausgesetzt. Tat­ sächlich geht es dem Nackt­ mull von Tag zu Tag besser. Bald wird er so weit sein, dass er zu einer Königin, die aus Wien anreiste, gesetzt werden kann. Doch auch dort wird er zuerst beweisen müssen, dass er sich zum «König», sprich Zucht­ männchen, eignet. MM

Haustiere wie zum Beispiel das Meerschweinchen oder das Kaninchen sind ausge­ sprochene Sippentiere und sollten nie alleine gehalten werden. Die Ursprungsform des Meerschweinchens, das Wildmeerschweinchen, lebt in Gruppen von fünf bis zehn Tieren, die sich zu einer grossen Kolonie zusammenschliessen. Die einzelne Gruppe besteht aus einem Männchen und mehre­ ren Weibchen. Junge Männchen werden vertrieben, wenn sie geschlechtsreif sind. Auch das Kaninchen ist ein sozial lebendes Tier, das in Kolonien vorkommt. Wichtig zu wissen ist, dass ein Kaninchen nie ein Ersatzgspänli für ein Meerschweinchen ist. Um ihr Sozialverhalten ganz ausleben zu kön­ nen, brauchen sowohl Kaninchen wie auch Meerschweinchen einen Artgenossen. Hamster sind im

Gegensatz zu Meer­ schweinchen und Kaninchen Einzelgänger. Nur während der Paarungszeit duldet er einen weiblichen Artgenossen. In einer Haltung mit mehreren Hamstern kann es oft zu starken Bissverlet­ zungen kommen.


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LEBEN | MM45, 6.11.2017

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Digitale Brettspiele

Risiko

Auf bis zu sechs Spieler ist die MobileVersion des berühmten

Immer mehr Brettspielhersteller bieten als Alternative zu Würfel oder Kärtchen eigens entwickelte Spiele-Apps an.

Digital

Die Würfel sind gefallen Ob fakultatives Hilfsmittel, Erweiterung oder digitale Vollversion: Brettspielhersteller haben die App für sich entdeckt. Doch keine Angst: Die analogen Spiele leben weiter.

Taktikspiels ausgelegt. Gegen Freunde oder unbekannte Spieler kann über das Internet Krieg geführt werden. Da merkt dann auch niemand, wenn man sich über einen verlorenen Kontinent aufregt. Preis: gratis Migmag.ch/risk-android Migmag.ch/risk-ios

Colt Express

Text: Philipp Rüegg

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er beim Gedanken an digitale Brettspiele entsetzt die Hände verwirft, darf sich entspannen: Würfel und Spielbrett werden trotz zunehmender Digitalisierung nicht bei allen Spielen vollständig ausrangiert. Immer mehr Analogspiele setzen jedoch auf digitale Begleiter. Meist sind das Apps auf Smartphones oder Tablets. Sie übernehmen das Würfeln, sorgen für akustische Untermalung oder dienen als animiertes Spielbrett. Es gibt natürlich auch Brettspiele, die komplett auf dem Smartphone oder am Computer gespielt werden.

Bild: TapSmart.com

Brettspiele mit digitalem Hirn

Für «Monopoly» oder «Eile mit Weile» braucht niemand eine Begleit-App. Es gibt aber auch Spiele, bei denen eine solche hilfreich ist, um den Überblick zu behalten. In «7 Wonders» zum Beispiel muss man Punkte aus

unterschiedlichen Errungenschaften zusammenzählen. Dies kann eine App besser. Oder bei «Zug um Zug» hilft die passende App, den Überblick über Tickets, Stationen und Passagiere zu behalten. Brettspiele als Videospiel

Solche Begleit-Apps werden oft von Fans programmiert. Es gibt auch offizielle Versionen wie beispielsweise für «Scotland Yard Master», die stärker in den Spielverlauf eingreifen. Sie kann mit der Smartphone-Kamera den Spielplan einscannen, Funktürme anvisieren und für Befragungen benutzt werden. Passende Soundeffekte liefert die App auch gleich. Bei Brettspielen mit komplexen Regelwerken wie «XCOM: The Board Game» ist die Begleit-App ein integraler Bestandteil. Sie hilft beim Spielaufbau, zeigt die nächste Spielphase, fällt Entscheidungen und behält den Timer im Auge.

Bei der digitalen Version verzichtet man komplett auf Spielbrett, Würfel und Karte und spielt dabei gegen Computergegner, menschliche Mitspieler, übers Internet oder lokal vor einem gemeinsamen Gerät. Die Versionen von «Colt Express», «Carcassonne» oder «Risiko» sind oft mit viel Aufwand und zusätzlichen Funktionen digitalisiert. Sie eignen sich auch zum Schnuppern, bevor man die teure Brettspielversion kauft. Oder auch für Einzelgänger, die gerne alleine spielen. Der praktische Nutzen ist vielen Brettspiel-Apps nicht abzusprechen. Sie werten das Spielerlebnis deutlich auf – durch Zusatzfunktionen, die analog nicht möglich wären. Das Gefühl von Würfeln, Figuren oder Karten in der Hand wollen viele Spieler aber nicht missen. Wie weit man den digitalen Weg gehen möchte, ist jedem selbst überlassen. Am besten probiert man es einfach mal aus. MM

Im wunderschön animierten «Colt Express»

geht es darum, auf einem fahrenden Zug im Wilden Westen so viel Geld wie möglich zu ergattern. Sechs Banditen müssen ihre Karten geschickt einsetzen und sich taktisch im Zug bewegen, damit sie nicht vom Sheriff erwischt werden oder sich eine Kugel einfangen. Preis: 5 Franken Migmag.ch/ coltexpress-android Migmag.ch/coltexpress-ios

Hier schreiben die Experten von Digitec über alles, was die digitale Welt bewegt.


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MM45, 6.11.2017 | LEBEN

Kinder

Farbenfroher Fischer Wer in der Schweiz einen Eisvogel in freier Wildbahn zu sehen bekommt, hat Glück: Die Tiere sind wunderschön, aber sehr selten. Text: Andrea Fischer

Illustration: bunterhund.ch

Feinde

Füchse, Ratten, Maulwürfe oder Wiesel stehlen Eier

oder schnappen sich Jungtiere – und manchmal auch den brütenden Elternteil.

Fische zählen zu den Lieblingsspeisen des Eisvogels. Er lässt sie kopfvoran in seinem Schlund verschwinden.

Raubvögel wie Ha­ bichte, Sperber oder Waldkäuze sind vor allem für die jungen Vögel eine Gefahr.

Der Mensch gefährdet durch seine Eingriffe in die Natur – zum Beispiel durch Siedlungsbau – den natürlichen Lebens­ raum der Vögel. Es kommt vor, dass sie ihre Brut verlassen, weil sie sich gestört fühlen.

Es gibt Tiere, die so schön und bunt sind, dass sie gemalt sein könnten.

Zum Beispiel der Eisvogel mit seinen blauen, orangen und weissen Federn: Damit schillert er wie ein Edelstein. Eisvögel sind etwa 16 Zentimeter lang und haben einen kräftigen Kopf mit einem langen Schnabel. In der Schweiz sind die raren Vögel am ehes­ ten in den Wintermonaten zu ent­

decken. Sie leben an Bächen, Weihern oder Seen, denn Fische und andere Wassertierchen sind ihre Leibspeisen. Der Vogel mit dem leuchtenden Gefieder hockt oft auf einem Ast oder Stein und wartet geduldig, bis etwas Fressbares vorbeischwimmt. Dann prescht er blitzschnell ins Wasser. Wenn er mit seinem Schnabel einen Fisch erwischt, nimmt er ihn an Land,

wo er ihn kopfvoran verspeist. Wenn sie sich paaren wollen, vollbringen Eisvögel komplizierte Balzflüge, und das Männchen schenkt dem Weib­ chen kleine Fische. Zum Brüten graben sie mit dem Schnabel eine Erd­ höhle, in die das Weibchen im Früh­ jahr während sechs bis acht Tagen jeden Morgen ein Ei legt. Dann brüten sie gemeinsam die Jungen aus. MM


LEBEN | MM45, 6.11.2017

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Joana, 5, Nänikon ZH

Noch ist deine Grossmutter in deiner Nähe und liest dir gerne Geschichten vor. Wie ich gehört habe, ist sie dir ein heiteres, lie­ bendes Groseli. Vor Kurzem hat sie dir erklärt, dass sie eines Tages sterben wird. Sie hat keine Angst davor, weil sie mit Freude darauf vertraut, dass sie danach zu Gott in den Himmel kommt. Sie hat den festen Glauben, dass sie dort all die Menschen wiedersehen wird, die sie geliebt hat und die schon vor ihr gestorben sind. Sie hat dir auch versprochen, dass sie im Himmel auf dich warten wird. Nun willst du wissen, was man im Himmel denn so tut. Ich wünsch­ te, wir könnten einen Himmels­ bewohner fragen. Mein Groseli zum Beispiel dürfte auch dort sein. In Gedanken spreche ich gerne mit ihr. Weisst du, man kann mit Men­

schen, die man liebt, verbunden bleiben, auch wenn sie gestorben sind. Dennoch liefert mir mein Groseli keinen Ämtli­ oder Stun­ denplan aus dem Himmel. Wir Menschenkinder können dort oben auch sonst keinen befragen.

trachte ihn wie ein Kleid: Wir «tragen» ihn, solange wir auf der Erde sind. Wenn wir das Erdenkleid ablegen, wird unsere Seele wieder leicht, jung und frei. Was würdest du tun, wenn du in diesem Zustand wärst? Oder dein Groseli? Ich würde jauchzen, tanzen und fliegen! MM

Etwas aber wissen wir: Mit dem Tod vergeht der Körper. Ich be­

Eine Mutter erklärt die Welt:

Journalistin Gabriela Bonin (50) beantwortet Kinderfragen.

Die Lilibiggs essen verrücktes Fondue. Jeder hat seine Gabel in einer bestimmten Reihenfolge bestückt. Jetzt ist allen das letzte Stück in den Topf gefallen ... Weisst du, was es jeweils war?

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zu. Die integrierten LED­Frontlich­ ter leuchten selbst dunkle Ecken aus, um auch versteckten Haus­ staub zu erwischen. Mit der frei stehenden Parkfunktion ist der Electrolux­Staubsauger einfach zu verstauen. Ein separat erhältliches Erweiterungsset ist die perfekte Ergänzung bei hohen Räume und mühsam zu erreichenden Stellen. Besonders bei Detail­, Auto­ oder Überkopf­Reinigung sorgt das Set für effizientes Saugen. MM

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LEBEN | MM45, 6.11.2017

Kreuzworträtsel

Gewinnen Sie eine von 5 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken …

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… oder eine von 5 MigrosGeschenkkarten im Wert von je 50 Franken für das grün eingefärbte Feld! Tel. Wählen Sie die 0901 560 065 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD5, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS) Chancengleiche WAP-Teilnahme ohne Zusatzkosten http://m.vpch.ch/MMD12315 (gratis übers Handynetz) Teilnahmeschluss: Sonntag, 12.11.2017, 24 Uhr

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So nehmen Sie teil Tel. Wählen Sie die 0901 560 041 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD1, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD1 SOMMER. Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Kreuzworträtsel, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/wettbewerbe Teilnahmeschluss: Sonntag, 12.11.2017, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Keine Barauszahlung. Computergesteuerte Massenteilnahmen sind nicht gewinnberechtigt. Die Mitarbeiter der Migros-Medien sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Gewinner werden schriftlich benachrichtigt und mit Namen und Wohnort veröffentlicht.

Auflösung Nr. 44: ZEITUNG

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Gewinner Nr. 43: Rudolf Luder, Aeschi b. Spiez BE; Ruth Hefti, Herisau; Barbara Käch, Hohenrain LU; Frederik Trachsel, Lyss BE; Christian Habegger, Rickenbach SO Gewinner «Zusatz» Nr. 43: Erika Glauser, Elsau ZH; Kurt Grüter, Buttisholz LU; Verena Zbinden, Urtenen-Schönbühl BE; Margrit Neukom, Wolfhausen ZH; Severin Emmenegger, Hildisrieden LU


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LEBEN | MM45, 6.11.2017

129

Quiz

Gewinnen Sie eine von 3 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die acht Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. 1. Wie heisst eine mittelgrosse Giftschlange Eurasiens? R Quadratotter

B Kreisotter

H Kreuzotter

2. Früher hiessen Facility Manager …? I

Strassenbauer

E

Ingenieure

A Hauswarte

3. Was befindet sich in der Mitte eines «Fidget Spinners»? A Kugellager

S

Massenlager

L

Klassenlager

So nehmen Sie teil

4. Eine Person, die eine starke Werbe-Präsenz in sozialen Netzwerken hat, ist ein …? N Teaser

R Influencer

N Tote Kuh

Tel. Wählen Sie die 0901 560 042 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD2, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD2 TASTSINN Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Quiz, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/wettbewerbe Teilnahmeschluss: Sonntag, 12.11.2017, 24 Uhr

R Bilderrahmen

Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

Auflösung Nr. 44: UNWETTER

Gewinner Nr. 43: Katharina Dahinden, Baar ZG; Martin Liechti, Maur ZH; Walter Zeller, Merligen BE

T

Delivery

5. Wohin führte dieses Jahr die «Schulreise» des Bundesrates? B Aargau/Obwalden

E

Uri/St. Gallen

H Luzern/Jura

6. Welcher Beruf kommt bei den Super-League-Schiedsrichtern am häufigsten vor? U Pöstler

A Lehrer

R Berufsmilitär

7. Wie heisst ein riesiges Ölschieferfeld in der argentinischen Provinz Neuquén? S

Springender Bock

T

Schlafender Wolf

8. Wo befand sich im ursprünglichen Sinn die «Hohe Kante»? D Baldachin

G Dachreiter

Lösungswort: 1

2

3

4

5

6

7

8

Paroli

Gewinnen Sie eine von 3 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Füllen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Das Lösungswort ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1 bis 5. 4 5 3 2

Auflösung Nr. 44: SPORN Gewinner Nr. 43: Ilse Scheel, Au SG; Helmut Weber, Zürich; Alois Brunner, Niederlenz AG

1

N

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So nehmen Sie teil Tel. Wählen Sie die 0901 560 043 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD3, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD3 OSTEN Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Paroli, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/wettbewerbe Teilnahmeschluss: Sonntag, 12.11.2017, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

Lösungswort: 1

2

3

4

5


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LEBEN | MM45, 6.11.2017

131

Sudoku

Gewinnen Sie eine von 5 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3x3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den gelben Feldern von links nach rechts. Auflösung Nr. 44: 583

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Gewinner Nr. 43: Annemarie Wyss, Luzern; Laurence Travostino, Chez-le-Bart NE; Erika Künzi, Spiegel b. Bern; Rachel Kenig, Zürich; Walter Gasser, Löhningen SH

Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

Bimaru

Brücken

Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

Jeder Kreis stellt eine Insel dar. Die Zahl darin gibt an, wie viele Brücken dort enden. Brücken sind nur zu horizontal oder vertikal benachbarten Inseln erlaubt. Diese dürfen mit einfachen oder doppelten Brücken verbunden werden. Am Schluss sollen alle Inseln 1 3 2 3 2 miteinander verbunden 2 3 4 3 sein. Verboten: Kreuzungen, diagonale Brücken 2 3 2 1 2 und mehr als zwei Linien.

Auflösung Nr. 44:

2 3

4 2

3

1

6

2 4

3

2 3 2 3

4 2 4

3 4 2

3

4 1 2

3 3 3

Auflösung Nr. 44:

3 4

3

3

2

3

1 3

4 4

1

5 1

1 2

2

2

2 4

3 1 3

3 2

3 2

3 2

2

3 1

3 2 4 2

Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 554 258 Ex. (WEMF 2017) Leserschaft: 2 373 000 (WEMF, MACH Basic 2017-2) Adresse Redaktion und Verlag: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Telefon: 058 577 12 12 Fax: 058 577 12 08 redaktion@migrosmagazin.ch Herausgeber: Migros-Genossenschafts-Bund Leiter Migros-Medien: Lorenz Bruegger

Ressort Migros-Welt: Daniel Sidler (Leitung / stv. Chefredaktor), Chefredaktor: Sandra Jermann (Leiterin ProjektHans Schneeberger management), Heidi Bacchilega, Produktion/Ressort Leben: Jean-Sébastien Clément, Andreas Remo Leupin (Leitung), Dürrenberger, Dora Horvath, Robert Rossmanith (Chef vom Dienst), Melanie Michael, Fatima Nezirevic, Yvette Hettinger (Koordinatorin Angela Obrist, Kian Ramezani, Leben), Sabine Müller (Produzentin), Anna-Katharina Ris, Claudia Schmidt, Gerda Portner (Produzentin), Thomas Tobler, Jacqueline Vinzelberg, Ursula Trümpy (Produzentin), Michael West Karin Keller-Jabbie (Korrektorin), Heinz Stocker (Korrektor) Bildredaktion: Olivier Paky (Leitung), Ressort Menschen: Benjamin Böttcher, Franziska Ming, Sabine Lüthi (Leitung), Susanne Oberli, Helen van Pernis Andrea Freiermuth, Ralf Kaminski, Dinah Leuenberger (Volontärin), Layout: Monica Müller, Lisa Stutz, Reto E. Wild Laetitia Buntschu Signer Publizistische Leitung: Monica Glisenti

Online: Reto Vogt (Leitung), Almut Berger, Elena Bernasconi, Reto Meisser

(Art Director), Werner Gämperli, Saskia Goslings, Nicole Gut, Gabriela Masciadri, Pablo Tys

Prepress: Liliane Bolliger, Ruedi Bolliger Lithografie: Reto Mainetti (Leitung), Manuela Seelhofer, Max Sommer Sekretariat: Stefanie Zweifel (Leitung), Imelda Catovic Simone, Nicolette Trindler Honorarwesen: Verena Hochstrasser Kommunikation & Medien-Koordination: Eveline Zollinger (Leitung), Alina Bühler, Rea Tschumi Verlag: Rolf Hauser (Leitung), Margrit von Holzen verlag@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 70, Fax: 058 577 13 71

Werbemarkt: Thomas Brügger (Leitung) Anzeigen: Gian Berger, Simon Djoni, Yves Golaz, Andreas Hess anzeigen@migrosmagazin.ch Telefon: 058 577 13 80 Fax: 058 577 13 72 Innendienst: Tom Ballaman (Leitung), Dominique Brunner, Michael Glarner, Janine Meyer, Jasmine Steinmann Lesermarkt: Nicole Thalmann (Leitung), Marianne Hermann Media-Services: Patrick Rohner (Leitung), Tabea Burri, Laetitia Dürst, Abonnemente: Sonja Frick (Leitung), Sibylle Cecere abo@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 00, Fax: 058 577 13 01

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134

MM45, 6.11.2017 | LEBEN

Mein Lieblingsprodukt «Ich liebe die Mischung aus Süssem, Fruchtigem und Saurem und kaufe diesen Saft extra nur sporadisch, damit er mir nicht verleidet.»

1

Meine Welt

«Ich liebe es, Anfängerin zu sein»

«Tatort»-Kommissarin Delia Mayer sieht die Welt durch ihre Füsse, versteht die Menschen besser dank Affen und mag es, als Neuling am Bass nicht perfekt zu sein. Ab Donnerstag ist die Sängerin und Schauspielerin im Kino zu sehen – in Rolf Lyssys neuem Film «Die letzte Pointe». Text: Laila Schläfli Bilder: Daniel Winkler


LEBEN | MM45, 6.11.2017

135

1 Mein neues Instrument «Seit zwei

Jahren spiele ich Kontrabass. Ich liebe es, Anfängerin zu sein: Ich muss es aushalten, nicht perfekt zu sein – das ist befreiend.» 2 Meine Freunde «Ich beobachte

gern die Dynamik von Affengruppen. Tiere studieren macht einen demütig: Wir könnten viel von den Affen lernen.» 3 Mein Symbol «Diese mexikanische

2

Totenpuppe habe ich in Mexico City gekauft. Sie erinnert mich im Alltag auf eine verspielte Art daran, dass das Leben endlich ist.»

3

Name Delia Mayer (50) Sternzeichen Fisch Wohnort Zürich Lebenslauf «Geboren bin ich in

4 5

6

Hongkong, aufgewachsen in einer Musikerfamilie. Ursprünglich wollte ich Biologie studieren, machte dann jedoch ein Studium am Theater an der Wien für Gesang, Tanz und Schauspiel. Nach einer weiteren Ausbildung in New York folgten zahlreiche Engagements in Europa. 2006 veröffentlichte ich mit meinem Bruder, dem Schlagzeuger Jojo Mayer, mein Debütalbum ‹These Days›. 2010 zog ich zurück nach Zürich und spiele nun unter anderem die Kommissarin Liz Ritschard im Schweizer ‹Tatort›. Daneben toure ich mit meinen Mitmusikern Sha & Kaspar Rast im Trio und setze mich für Flüchtlinge ein.» 4 Mein aktuellster Film «Für seinen

neuen Kinofilm ‹Die letzte Pointe› hat Rolf Lyssy die Rolle der Sängerin Meret eigens für mich geschrieben: So konnte ich Schauspielerei und Musik verbinden.» 5 Meine Maschine «Ich liebe die

Tinguely-Maschine am Zürichsee. Brauche ich Ruhe, gibt sie mir Ruhe. Will ich Lärm, gibt sie mir Lärm.»

Bild: Sava Hlavacek

7

6 Mein Mitbringsel «Diese marok-

kanischen Schuhe aus Schlangenlederimitat benütze ich als Finken. Sie sind ein Fenster zu einer anderen Welt – mein Fussfenster sozusagen.» 7 Mein Glücksbringer «Diese Schutzengel habe ich jeweils auf Vorrat – für mich und zum Verschenken. Einen trage ich aber immer auf mir. Verliere ich ihn, so weiss ich, dass der Engel weiter musste, um jemand anderem zu helfen.» MM


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