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Migros-Magazin-44-2020-d-LU

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Ausgabe Luzern, AZA 1953 Sion Response Zentral

migros.ch/magazin | MM44, 26.10.2020

Fondueplausch

Käse, Brot und Wein: Die Formel fürs Tafelglück ist ganz einfach Seite 26

CORONA

Masken im Schulzimmer: Wie Schüler damit umgehen Seite 20

«Das ist doch alles Bullshit»

Arnold Schwarzenegger über die Querelen zwischen Demokraten und Republikanern

Raus aus dem Hamsterrad: So reduzieren Sie Stress für immer

Seite 14

Bild: John Russo/Contour by Getty Images

Seite 46

Spass beim Marsch: Fünf Wanderungen für Familien

Seite 54

Bitte Wohnungswechsel der Post melden oder dem regionalen Mitgliederdienst: Tel. 041 - 455 70 38, E-mail: genossenschaftsregister@migrosluzern.ch

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4 | 26.10.2020 | MEINE MIGROS

? Auf der Verpackung von Lebensmitteln findet sich manchmal der Hinweis «Enthält eine Phenyl­ alaninquelle» Was ist damit gemeint?

Dieser Hinweis muss von Gesetzes wegen auf allen Produkten stehen, die den Süssstoff Aspartam enthal­ ten. Er ist aber nur für Personen wich­ tig, die unter der seltenen, ange­bo­ renen Stoffwechsel­ störung Phenyl­ ketonurie (PKU) ­leiden. Haben Sie eine Frage? Kontaktieren Sie uns! M-Infoline, der Kundendienst der Migros, ist ­erreichbar unter Tel. 0800 84 0848 oder migros.ch/­ kundendienst

Beste Freunde Ob dieser Hund ein Sparfuchs ist? Das Sparschwein Miggy liebt er jedenfalls über alles. Das Bild kommt von den Hundebesitzern Andrea und Martin Stähli aus Hinterkappelen BE. Schicken auch Sie Ihr M ­ igros-­Bild. ­Wird das Foto ab­gedruckt, gewinnen Sie einen Einkaufs­gutschein im Wert von 50 Franken. Teilnahme: www.migmag.ch/­blickfang

Handy schlägt Computer

Immer mehr Leute kaufen online per Handy ein, ­immer weniger nutzen dafür den Computer: Bei der Migros-Tochter ­Digitec Galaxus wurden im September 38,2 Pro­ zent der Bestellungen per Handy getätigt. Vor einem Jahr waren es noch 29,7 Prozent. Besonders beliebt ist Handy-­ Shopping bei Romands.


MEINE MIGROS | 26.10.2020 | 5

68 Im Verkehrshaus Luzern ist seit ­vielen Jahren ein ­Hochregal mit 68 Oldtimer-Autos ein Publikums­ magnet. Der Star der Ausstellung ist ein alter Migros-­ Verkaufswagen.

Blick in die Zukunft

Eine junge Frau sammelt verdorrte Zweige und Blätter – die letzten Überreste der Natur nach einer ­riesigen Katastrophe. Die Szene stammt aus einem Video, das im ­Migros-Museum in Zürich zu sehen ist. Künstlerinnen und Künstler ­zeigen, was aus der Welt werden könnte, wenn Klimawandel und Umweltzerstörung immer weiter voranschreiten. Die Ausstellung «Potential Worlds 2: Eco-Fictions» dauert bis am 21. Februar: migrosmuseum.ch

Paketservice in der Migros Ob Wollmütze, Lego-Bausatz oder Vinyl-LP: Wer in einem Onlineshop der Migros sowie weiteren ­beteiligten Webshops ein Produkt gekauft hat, kann es ­gratis an eine Migros-Filiale schicken l­ assen und das Paket dort auch kostenlos wieder ­zur Rück­­ sendung aufgeben. Diesen praktischen Abhol- und Retourenservice gibts an über 650 PickMup-­Stan­d­ orten in der ganzen Schweiz: www.pickmup.ch

ACH EINFU G TN LEBE

An dieser Stelle zeigen wir wöchentlich mit einem Beispiel, wie die Migros das Leben der Menschen in der Schweiz einfacher macht.

Kochbuch immer dabei Via Migros-App sind neu über 6000 Rezepte von ­Migusto abrufbar. Wer am Abend etwas Feines kochen will und dafür im Supermarkt einkauft, kann also per H ­ andy bequem prüfen, ob er schon alle Zutaten im Warenkorb hat. Aus den noch fehlenden Produkten lässt sich eine ­digitale Einkaufsliste machen.


6 | 26.10.2020 | AUGENBLICK

19:11 Uhr

Riesig erscheint auf der Fassade des Bundes­hauses das Gesicht von Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler. Bis 21. November wird jeden Abend eine Lichtshow auf das Gebäude projiziert. Es geht um das Lebenswerk grosser Idealisten, aber auch um die Bedrohung der Erde durch Umweltzerstörung. Das Foto ist am 16. Oktober entstanden.

Bild: Marco Zanoni

Migros-Moment in Bern


AUGENBLICK | 26.10.2020 | 7


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INHALT | 26.10.2020 | 9

INHALT

32

10  Keine Angst vor Technik Jennifer Schürch hat einen ­Bachelor in I­ nformatik – und war die Beste ihres Jahrgangs

Sein Job ist es, Tote umzubetten: ­Exhumator Heinz Wicki hat keine ­Berührungsängste vor Skeletten und Wachsleichen.

BEILAGE_Warum ist die Migros die ­nachhaltigste Detailhändlerin der Welt? Weil hier das vorausschauende Handeln Tradition hat. Wir zeigen, wie sich die ­Migros engagiert, vom ­Kaffee über den Weizen bis zu Verpackung und Recycling.

14  US-Wahlen Arnold Schwarzenegger spricht sich für mehr Zusammenarbeit zwischen Republikanern und Demokraten aus 19  1, 2 oder 3? 20  Die maskierte Lehrerin Wie fühlt sich die Maskenpflicht im Schulzimmer für Kinder und Lehrpersonen an? 26 Aufgegabelt Tipps und Wissenswertes zum Käsefondue 31 Wissensbissen 32  Die letzte Unruhe Heinz Wicki ist Exhumator: Er bettet Tote um 36  Garten im Winterschlaf So bereiten Sie Stauden und Beete auf den Winter vor 41  Nachhaltiger Kakao Die Migros-Schoggi trägt neu das Label «Rainforest Alliance» 43  Stadt, Land, Stutz 45  Vegane Kosmetik

Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des­Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch Adresse Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich Telefon: 0800 84 0848 Kontakt: www.migmag.ch/leser Herausgeber Migros-Genossenschafts-Bund

Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 556 071 Ex. (WEMF 2020) Leserschaft: 2 245 000 (WEMF, MACH Basic 2020-2) Abonnemente: abo@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 00 Ausführliches Impressum unter ­migrosmagazin.ch/impressum

Bilder: Desiree Good, Tina Steinauer

Chefredaktion Franz Ermel (Ltg.), Steve Gaspoz, Rüdi Steiner

36

Vorfreude herrscht: Wer jetzt Zwiebeln für Tulpen, Krokusse und Hyazinthen setzt, wird schon in drei Monaten mit den ­ersten ­Frühlingsboten belohnt.

46  Raus aus der Stressfalle Wie man dank autogenem ­Training entspannter wird 51  Der andere Blick Diese Woche: Thomas Meyer 54  «Isch s no wiit?» Fünf Wanderungen, die auch Kinder begeistern 57  Migros Bank 58  Ihre Region Aktionen, Reportagen, News

67  Rätsel und Spiele 70  Meine Welt Filmemacher Stefan Haupt hat gerne seine Kinder am Set


10 | 26.10.2020 | INFORMATIKERIN

Eine Klasse für sich

Mit Jenny Schürch hat an der Zürcher Fachhochschule ZHAW erstmals eine Frau den besten S ­ tudienabschluss geschafft. Für die Informatikerin ein Ansporn beim Studium an der ETH. Text: Rahel Schmucki  Bilder: Roger Hofstetter


INFORMATIKERIN | 26.10.2020 | 11

Das wollen Jugendliche werden

J

enny Schürch steigt die Treppe zum Technikum Winterthur hinauf. Auf dem Rücken der schwere Rucksack. Laptop, Bücher, Tablet. Sie kommt gerade von der Eidgenössischen Techni­ schen Hochschule (ETH) Zürich, wo sie vor Kurzem das Masterstudium in Infor­ matik begonnen hat. «Es ist irgendwie komisch, wieder hier zu sein», sagt die 27-Jährige. Vor ein paar Wochen hat sie am Technikum ihr Informatik-Grund­studium mit dem Bachelor abgeschlos­ sen. Mit dem Notenschnitt von 5,83 hat sie alle überflügelt und als Jahrgangs­ beste abgeschlossen. Schürch ist die ­erste Frau in der fast 150-jährigen Ge­ schichte der ZHAW School of Engi­nee­ ring, der das gelungen ist. Und das in ­einem Studienfach, das in der Schweiz bis heute eine Männerdomäne ist. 2019 haben laut dem Bundesamt für Statistik 1­ 460 Personen an Universität oder Fachhochschule einen Bachelor in Informatik erworben. Nur 154 oder 10,5 Prozent waren Frauen. Der Frauen­ anteil nimmt beim Technologie-Fach an Fachhochschulen zwar seit Jahren stetig zu. International gesehen, hinkt die Schweiz aber hinterher. Ein ähn­ liches Bild zeigt sich bei der Informatik-­ Lehre. Hier beträgt der Frauen­anteil ­gemäss Verband für ICT-Berufsbildung heute etwa 14 Prozent. Ein Raumschiff-Rennen motiviert

Einen Computer gab es bei Jenny Schürch zu Hause, solange sie sich ­erinnern kann. Ihr Vater ist Informa­tiker. Als sie klein war, durfte sie manchmal auf Vaters Rechner spielen. «In einem Spiel musste man mit einem Raumschiff ein Rennen fahren», erinnert sie sich. Bald bekam sie den ersten eigenen Computer und begann, ihn rege zu nut­ zen. «Ich habe viele Fragen gestellt, da hat mir mein Vater ein dickes Informatik­ buch auf den Tisch gelegt, und ich habe angefangen, darin zu lesen.» Bald stand ihr Berufswunsch fest: Informatikerin. «Viele Mädchen kommen spät mit Naturwissenschaften in Kontakt, da der

Mädchen mit 15 Jahren: 1. Kaufmännische Angestellte 2. Ärztin 3. Kleinkindererzieherin 4. Fachfrau Gesundheit 5. Primarlehrerin 6. Kindergärtnerin 7. Rechtsanwältin 8. Detailhandelsangestellte 9. Modedesignerin 10. Tierärztin

Jungen Frauen mit 21 Jahren: 1. Primarlehrerin 2. Ärztin 3. Kleinkindererzieherin

Jungs mit 15 Jahren: 1. Informatiker 2. Profisportler 3. Automechaniker 4. Kaufmännischer Angestellter 5. Rechtsanwalt 6. Koch 7. Architekt 8. Elektromonteur 9. Schreiner 10. Pilot

Top 3 bei jungen ­Männern mit 21 Jahren: 1. Pilot 2. Ingenieur 3. Manager Quelle: Studie des Eidgenössischen Instituts für Berufsbildung von Irene Kriesi und Ariane Basler (2020)

Fokus in der Primarschule auf anderen Fächern liegt. Über andere Ausbildun­ gen wissen sie früher Bescheid, weshalb ihre Entscheidung vorgespurt ist», sagt Elisabeth Stern, ETH-Professorin für Lehr- und Lernforschung. Das sei mit ein Grund, weshalb wenig Frauen sogenann­te Mint-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) studieren. «Mädchen, deren Eltern selbst Naturwis­ senschaftler sind, kann die Entscheidung leichter fallen», erklärt Stern.

«Ich war in der Primarschule eine eher schwache Schülerin.» Es war nie Schürchs Ziel, den Bachelor gleich als Beste abzuschliessen. «Ich war immer eine eher schwache Schülerin», sagt sie und lächelt verlegen. Nach der Primarschule in Uster wurde sie in die Sek B eingeteilt, konnte aber bereits nach einem halben Jahr in die Sek A wechseln. «Es lag nicht an der fehlenden Intelligenz, ich hatte einfach nicht so Lust auf die Schule und habe viel vor mich hingeträumt.» Mit geringem ­Aufwand sei sie eine durchschnittliche Schülerin gewesen. Und trotzdem hat sie gleich nach der Se­kundarschule die Informatikmittel­ schule (IMS) angehängt. Unverhofft dazu beigetragen hat auch eine Berufs­ beraterin, die sie gefragt habe: «Eine ­Informatiklehre? Willst du nicht lieber das KV machen?» Das hat Schürch damals so genervt, dass sie sich dachte: jetzt erst recht! Nach drei Jahren Schule, ­einem Praktikumsjahr und fünf Jahren als Web­


Noch mehr Schweiz erkunden Das Jungfraujoch, Dach Europas Tagesausflug • 31.10.20 / 12.12.20 13.02.21 / 20.03.21 / 03.04.21 / 04.04.21 24.04.21 Aviatik hautnah am ZRH Tagesausflug • 03.12.20 / 29.01.21 / 26.02.21 Davos zu Amrein & Thomas Mann Tagesausflug • 09.12.20 / 12.12.20 27.01.21 / 27.02.21 / 10.03.21 / 17.03.21 Zu Christian Kuchler ins «Sterne Schäfli» Tagesausflug • 18.11.20 Zu Irma ins Drei-Seen-Land Tagesausflug • 06.11.20 / 25.03.21 / 26.03.21 Zu Irma ins Trüffelparadies Tagesausflug • 22.11.20

REISEN IN DER SCHWEIZ 2020/21

Tropenwunder in Frutigen Tagesausflug • 28.11.20 / 20.02.21 / 27.03.21 Winterwanderreise Tschäggete und Masken im Lötschental 5 Tage • 08.02.21 Schneeschuhtour Wildromantischer Schwarzsee 5 Tage • 27.01.21 / 03.03.21

Neue Blickwinkel in heimatlichen Gefilden

Im Glacier- und Bernina-Express 5 Tage • 16.03.21 / 22.03.21

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Vero Ticino / ganz stilvoll

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Bahnromantik der Belle Époque

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INFORMATIKERIN | 26.10.2020 | 13

entwicklerin hat sie sich doch noch zum Gang an die ZHAW entschlossen. Ihr Jahrgang bestand aus 11 Frauen und 107 Männern. Ähnlich sieht das ­Verhältnis zwischen Studentinnen und Studenten an der ganzen School of ­Engineering aus: 54 zu 423. Für Schürch war das kein Grund, ein anderes Fach zu wählen. «Das hat mir nicht viel aus­ gemacht. Nur wegen der vielen Männer sollte sich keine Frau davon abhalten las­ sen, das zu studieren, was sie interessiert.» Die Rückkehr in den Schulalltag

Da sie zu den ältesten Studierenden ge­ hörte, hatte sie Angst davor, nicht mehr in den Schulalltag zurückzufinden. «Im ersten Semester habe ich viel gelernt, so richtig gestrebert», erinnert sie sich. Und

«Im ersten Semester habe ich viel gelernt, so richtig gestrebert.» das hat sich ausgezahlt: Sie schrieb in den ersten Zwischenprüfungen in fast allen ­Fächern nur Noten zwischen 5,5 und 6. «Ich war überrascht, so gute Noten hatte ich früher nie.» Plötzlich sah sie neue ­Möglichkeiten. Mit solchen Noten hatte sie zum Beispiel Chancen, ein Semester in Japan, der Heimat ihrer Mutter, zu stu­ dieren. «Also lernte ich weiter fleissig, um meinen Durchschnitt nicht zu ruinieren.» Japan liess sie dann zwar bleiben, weil sie

die Kurse in Winterthur spannender fand. Ihr Ehrgeiz aber ist geblieben. In Schürchs Master-Lehrgang an der ETH sieht das Verhältnis von Studenten zu Studentinnen nicht viel anders aus als an der ZHAW. In ihrer Klasse sitzen zwar fast so viele Frauen wie Männer. Das liegt aber daran, dass die Studentinnen in we­nige Klasse eingeteilt wurden und es ­nebenher reine Männerklassen gibt. An die neue Welt gewöhnt sich Schürch nur langsam: «Da ich von einer Fachhoch­ schule komme, muss ich viele theoretische Kurse nachholen. Das ist zurzeit sehr an­ strengend.» Der Master biete ihr aber auch die Möglichkeit, sich weiter zu vertiefen. Zum Beispiel im Thema Künstliche Intel­ ligenz. Sie kann sich gut vorstellen, später in diesem Fachgebiet zu arbeiten. MM

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14 | 26.10.2020 | US-WAHLEN

«Es gibt Dinge, da bin ich mit Trump einig» Auch Arnold Schwarzenegger beschäftigen die US-Wahlen. Der 73-jährige Filmstar und republikanische Ex-Gouverneur von Kalifornien erklärt, was in der amerikanischen Politik schiefläuft und wie das gespaltene Land wieder zu den Vereinigten Staaten werden kann. Text: Marlène von Arx

A

Bilder: Reuters, Getty Images

rnold Schwarzenegger, es ist Wahlkampf. Juckt es Sie, in die ­Politik zurückzu­kehren und mitzustreiten? Nein, da ich nicht in den USA ­geboren wurde, kann ich mich für den Job, der mich interessieren würde, nicht bewerben. Ausserdem gehöre ich nicht zu den Karrierepolitikern, deren ­ein­ziges Ziel die Wiederwahl ist. Wurmt es Sie, dass Sie als eingebürgerter Amerikaner nicht für das Präsidentenamt kandidieren können? Ach, was ich im Leben erreicht habe, habe ich nicht nur Disziplin, Vision und Draufgängertum zu verdanken, sondern vor allem auch dem Land Amerika. Es hat mir alle Möglichkeiten gegeben, da werde ich mich jetzt nicht über die eine Sache beklagen,

die mir nicht offensteht. Die USA sind immer noch das grossartigste Land, und ich lebe in Kalifornien, dem grossartigsten Staat dieses Landes. Was wären Ihre Themen, wenn Sie kandidieren könnten? Gleichberechtigung ist momentan eine Priorität. Ich möchte, dass ein schwarzes Kind in ­Philadelphia oder Baltimore die gleichen Chancen hat wie ich, als ich hierherkam. Ich hatte ­Zugang zu guten Schulen, bekam einfach ein Darlehen, konnte Immobilien kaufen und so mein Eigenkapital aufstocken. Minderheiten haben es viel schwerer, an diese Dinge zu kommen. Wir brauchen eigentlich ein neues Bürgerrechtsgesetz. Aber wir haben nicht einmal ein ­Lynchverbot gesetzlich verankert. Das ist doch schrecklich!

Was heisst das konkret, ein neues Bürgerrechtsgesetz? Demokraten und Republikaner müssen zusammenkommen und an der Chancengleichheit ar­ beiten. Dass alle vor dem Gesetz, beim Strafrecht, bei der Wohnungssuche und so weiter gleich behandelt werden. Und dass alle wählen gehen können – nicht wie jetzt, wo die Stimmlokale vor allem in den Gegenden mit grossem schwarzen Bevölkerungsanteil geschlossen werden, um ihnen das Wählen zu er-


US-WAHLEN | 26.10.2020 | 15

schweren. Das ist nicht fair. Es müssen neue Gleichstellungs­ gesetze her. Und das ist nur der Anfang einer langen Liste von Versäumnissen. Wieso ist die so lang? Weil die Politiker faul sind und nicht aus dem Politsystem her­ auskommen. Sie interessiert nur, ihren Job zu behalten. Obwohl ihre Zustimmungsrate nur bei 18 Prozent liegt, werden 95 Pro­ zent von ihnen wiedergewählt. Wenn sie ihre Amtszeitlimite ­erreicht haben, wechseln sie in die andere Kammer oder werden Bürgermeister. Vermutlich ­können sie nichts anderes als p ­ olitisieren. Aber Politisieren steht guter Politik nur im Weg. Haben Sie das als Gouverneur auch erlebt? Natürlich, wir haben nicht alles erreicht. Das ist auch gar nicht möglich. Aber meine Vision war klar: Wir Republikaner arbeiten mit den Demokraten zusammen und umgekehrt. Ich stelle ein ­Zigarrenzelt auf und dort sitzen wir zusammen, reden miteinan­ der, paffen und sind alle Freunde, die Kompromisse eingehen. Von Kompromissen sind wir heute weit entfernt. Präsident Trump schürt zudem den Zwist zwischen den Fronten. Wieso gibt es aus der Republika­ nischen Partei kaum kritische Stimmen deswegen? Man sollte den Präsidenten nicht überbewerten. Demo­ kraten und Republikaner in ­Washington müssen wieder ler­ nen, die andere Seite als Partner und nicht als Feind zu betrachten. Es gibt keine Feinde in ­Amerika. Ich war gerade der e­ rste Gast in der neuen TV-Show von Reve­ rend Al Sharpton, einem promi­ nenten, links stehenden Schwar­ zen. Ich half ihm aus, weil er mir

am Schwarzenegger Institute mit meinem Event zum Thema ­Rassismus auch mit seiner ­Teilnahme half. Und überhaupt: Wir sollten uns nicht darauf ­verlassen, dass Veränderungen aus den Hauptstädten kommen.

«Ich möchte, dass ein schwarzes Kind heute die gleichen Chancen hat wie ich, als ich hierherkam.»

Wie meinen Sie das? Nehmen wir das Pariser Klima­ abkommen: 70 Prozent der ­Länder haben ihre Versprechen von vor fünf Jahren nicht ein­ gehalten. Aber das Volk kann ­immer noch etwas tun. Zum ­Beispiel ­lokale Produkte kaufen und so Emissionen reduzieren. Die Leute vertrauen zu sehr auf die Befehle aus der Machtzen­ trale. Dabei: Die Anti-Apartheid-­ Bewegung in Südafrika fing ­ebensowenig in Pretoria an, wie die US-Bürgerrechts- oder die ­Frauenbewegung in Washington.

Aber das Land ist gespaltener denn je. Wie kommt es aus die­ ser Identitätskrise wieder raus? Linke Themen, rechte Themen – das ist doch alles Bullshit. Es gibt nur Volksthemen. Wie kann Umweltschutz ein Thema der Linken sein? Es gibt keine linke Luft. Wir atmen alle die gleiche Luft ein. Trotzdem ist Präsident Trump aus dem Pariser Klimaabkom­ men ausgestiegen und betrach­ tet die Klimaveränderung als nicht unbedingt erwiesen … Ja, aber Amerika funktioniert nicht so, dass alles an dieser ­einen Person hängt. Schauen wir Kalifornien an, die fünftgrösste Wirtschaftsmacht der Welt. Wir haben die striktesten ­Um­welt­gesetze, aber auch die ­erfolgreichste Wirtschaft. Seit


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US-WAHLEN | 26.10.2020 | 17

Filmstar und Politiker Arnold Schwarzenegger (73) begann seine Karriere als Bodybuilder in seiner Heimat ­Österreich und wurde dann in den USA zum Filmstar mit «Conan – The Barbarian» (1982), den «Terminator»-Filmen (ab 1984) und zahl­ reichen weiteren Rollen in Action- und ScienceFiction-Streifen. Von 2003 bis 2011 war der ­Republikaner Gouverneur von Kalifornien und engagiert sich auch weiterhin für Klimaschutz und politische Reformen. Er lebt seit 2016 «fast vegan» und wohnt in Los Angeles.

Sie sind vor Kurzem zum ersten Mal Grossvater ge­worden. Wie fühlt sich das an? Zum ersten Mal wurde mir zu etwas gratuliert, mit dem ich überhaupt nichts zu tun hatte ( lacht). Ich freue mich so für ­Katherine und bin ganz stolz, dass sie mir vertraute und mir die Kleine schon kurz nach der Geburt in die Arme legte. Es ist ein wirklich hübsches Baby!

Mehr Infos: schwarzenegger.usc.edu

meinem Amtsantritt 2003 bis heute haben wir die Treibhausgas-Emissionen um 25 Prozent reduziert und den Prozentsatz von nachhaltiger Energie von 14 auf 50 Prozent aufgestockt. Kalifornier repräsentieren 12 Prozent der US-Bevölkerung, aber verwalten 50 Prozent des Green-Tech-Kapitals. Solar- und Windenergie, elektrische Autos etc. schaffen grüne Jobs und sind zukunftsorientiert. Washington müsste nichts weiter tun, als uns kopieren und in zukunftsorientierte Technologien investieren. Aber die Politiker in Washington vegetieren ja nur so vor sich hin. Die Kehrseite des Tech-Booms in Kalifornien sind un­ erschwinglicher Wohnraum und grosse Obdachlosigkeit … Obdachlosigkeit ist ein natio­ nales Problem. In Kalifornien ­haben wir zusätzlich importierte Obdachlosigkeit, weil sich unser Wetter besser zum draussen Übernachten eignet als in anderen Staaten. Die Immobilien­krise haben wir letztlich dem von ­Umweltschützern propagierten Wachstumsstopp der 80er- und 90er-Jahre zu verdanken. Nur weil man nicht baut, heisst es nicht, dass die Leute nicht ­trotzdem kommen. Als ich Ende der 60er-Jahre nach Kalifornien kam, lebten hier 18 Millionen Menschen. Jetzt sind es 40. Was halten Sie vom aktuellen demokratischen Gouverneur Gavin Newsom? Er arbeitet hart und ist offen für Zusammenarbeit. Er hat mit mir und Pete Wilson zwei republi­

kanische Ex-Gouverneure als ­Berater in der Coronakrise ­hinzugezogen, und wir konnten ­gemeinsam auch ein paar Pro­ bleme lösen. Wir waren auf die Pandemie nicht vorbereitet, sind es auch nicht auf ein grosses Erdbeben. Und es hängen immer noch all die Stromleitungen herum, die Feuer ent­ fachen, die wir dann nur schwer löschen können. Aber zum Glück hat er kapiert, dass es nicht nur in Köpfen der Demokraten brauchbare Ideen gibt. Sie gehören zur CoronaRisikogruppe. Würden Sie momentan einen Film drehen? Eher nein. Ich brauche ja zum Glück das Geld nicht und kann es mir deshalb leisten, besonders vorsichtig zu sein. Ich habe wie meine Mutter und meine Grossmutter einen Herzfehler, weshalb ich schon zwei Herzopera­ tionen hatte. Also drehe ich erst wieder, wenn ich mich auf ­einem Set wirklich sicher fühle. Apropos Gesundheit: Es ist Vormittag, und Sie haben während unseres Zoom-Gesprächs bereits eine Zigarre geraucht

«Die Politiker in Washington vegetieren nur so vor sich hin.»

und ein paar Kekse verdrückt. Was sagt Ihr Arzt dazu? Er ist natürlich nicht happy. Aber ich rauche nur eine Zigarre pro Tag, und die Cookies sind vegan. Die sind gar nicht so süss. Sind Süssigkeiten Ihre grosse Schwäche? Ich habe eine Vorliebe dafür. Wenn jemand zu Besuch kommt und Süsses mitbringt, bin ich im Himmel! Ich liebe Eis und Apfelstrudel, Ofenküchlein, Cookies und schwarze Schoko­ lade mit Haselnuss. Ist das eine Schwäche? Vielleicht, denn es gibt Gesünderes zu essen.

Nochmals zurück zu den Wahlen: Werden Sie Ihre Stimme Ihrem Partei­kollegen Donald Trump geben? Ich werde hier nicht verkünden, wen ich wählen werde. Aber es gibt Dinge, da bin ich mit Donald Trump einig. Ich finde auch nicht, dass man in allem gleicher Meinung sein muss. Aber reden kann man viel, jetzt braucht es endlich Konkretes. «Teddy» Roosevelt hat schon 1912 von ­einer universellen Kranken­ versicherung gesprochen. Die ­haben wir bis heute nicht. Kein Wunder, dass die Leute frustriert sind – jetzt umso mehr, da sie wegen der Pandemie mit ihren Jobs auch gleich ihre Krankenversicherung verlieren. Zu wenig Wahllokale, eine ­Pandemie und Fälschungs­ vorwürfe – werden wir den ­wahren Sieger je kennen? Das Vertrauen ist schon an­ geschlagen, wenn man das Gefühl hat, das System funktioniere nicht richtig. Aber wählen muss man trotzdem. Das Coronavirus ist keine Entschuldigung. Und wer per Post wählen will, sollte diese Möglichkeit haben. Gerrymandering, also die parteipo­­li­tische Manipulation von Wahldistrikten, ist ebenfalls ein Pro­blem. Im Schwarzenegger Institute an der University of Southern California forschen wir, wie man dieses korrupte ­System reformieren könnte. – ­Demokratie kann mühsam sein. Aber es ist immer noch das beste System, das wir haben. MM


Die Klassiker sind wieder da


KOLUMNE | 26.10.2020 | 19

Leiterlispiel

Illustration: Lisa Rock

1, 2 ODER 3 ? Der Grosse (10) verbringt immer mehr Stunden draussen mit Freunden. Wir machen jeweils eine Zeit ab, bis wann er zu Hause sein muss. Atemlos und auf die Minute pünktlich steht er dann stets wieder auf der Matte. Je nach Gadget, das er dabei hat, ahne ich, wo er war: mit dem Velo auf dem Pumptrack, mit dem Skateboard im Hof, mit dem Ball auf dem Sportplatz. Als wir den Zug ins Tessin nehmen wollen, möchte er zwei Stunden vor Ab­ fahrt noch rausgehen. Klar, sage ich, sei einfach um 12 Uhr zurück. Um 12.15 Uhr ist er noch nicht da, und ich beginne, mir Gedanken zu machen. Um 12.30 Uhr ­begebe ich mich auf die Suche, ganz ­flatterig. Ich finde ihn nicht. Ganz auf­ gelöst renne ich schliesslich wieder nach Hause, wo mich der Grosse lächelnd ­erwartet. Er hätte bei einem Nachbarn gespielt. Habt ihr gegamt?, frage ich. Nein, ein tolles Brettspiel haben wir ge­ spielt, entgegnet er. Welches? Bohre ich nach. Das Leiterlispiel, sagt er, die Wan­ gen gerötet. Er schwindelt. – Und jetzt? 1 Ich spiele mit dem Grossen nun jeden

Tag mindestens ein Leiterlispiel. 2 Für ihn gibts erst mal ein Game-Verbot. 3 Er muss sich in nächster Zeit alle ­ 30 Minuten zu Hause melden.

Monica Müller (45) hat zwei ­Buben, e ­ inen Mann, einen Job, ­einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.

Antwort 1: Sobald er zugibt, dass er tatsächlich gegamt hat, lockere ich meine Leiterlispiel-Strafe. Und dann besprechen wir, wie wir solche Schreckensmomente in Zukunft vermeiden. Anzeige

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20 | 26.10.2020 | AKTUELL

Die Maske macht Schule


AKTUELL | 26.10.2020 | 21

Die Maske ist unser neuer Begleiter, auch an Schulen und in Kitas. Wie Lehrpersonen, Kita-Angestellte und Kinder mit dem maskierten Alltag umgehen.

Jael Tobler unterrichtet eine 5. Klasse in Zürich. Seit Juli gilt in ihrer Schule ein strenges Corona-­ Sicherheitskonzept.

Text: Rahel Schmucki  Bilder: Gabi Vogt

J

ael Tobler geht an den Tischen ­ihrer Schülerinnen und Schüler vorbei und stellt sich bei der Wandtafel vor die Klasse. Wie automatisch geht ihre Hand zum Mund. Jetzt kann sie ihre Maske ausziehen. Seit Juli hat die Primarschule Buchwiesen in Zürich ein strenges Corona-­ Sicherheitskonzept: Die Lehrerinnen und Lehrer müssen Masken tragen, den Kindern jeden Morgen die Temperatur messen und ihnen die Hände ­desinfizieren. «Ich stehe öfters bei der Wandtafel. Da ist der Abstand zu den Schülerinnen und Schülern gross ­genug, und ich darf die Maske abnehmen», sagt Tobler. Auch die Kinder haben gelernt, mit dem Maskenregime umzugehen. «Am Anfang war es komisch. Schliesslich sieht man nur noch das halbe Gesicht», sagt Tim. Sein Freund Bogdan fällt ihm ins Wort: «Zuerst habe ich nicht ­gemerkt, ob Frau Tobler lacht oder wütend ist. Dann hat mir eine Schülerin gesagt, dass ich auf ihre Augen schauen muss.» Elena sagt: «Ja, wenn sie lacht, gehen die Augen nach oben und wenn sie wütend ist, werden ihre Augen ganz gross und ihre Stirn rot.» Jael Tobler muss lachen, als sie diese ehrlichen Aussagen hört. Sie hat sich tatsächlich viele Gedanken zur fehlenden Mimik gemacht und setzt deshalb jetzt vermehrt ihre Augenbrauen beim Sprechen ein. Oder stemmt ihre Arme in die Seiten, wenn sie schimpfen muss. «Die Kinder in der 5. Klasse können meine fehlenden Gesichtsausdrücke inzwischen gut lesen.» Schwieriger ist das bei kleineren Kindern. Etwa in Kitas. «Vor allem Kinder bis zum zweiten Lebensjahr und sensible Kinder sind auf die Mimik der Erwachsenen angewiesen», sagt Annika Butters, pädagogische Psychologin am Marie Meierhofer Institut für das Kind. Das Institut empfiehlt, wie

auch der Verband Kinderbetreuung Schweiz, den Betreuerinnen und Betreuern in Kitas, trotzdem eine Maske zu tragen. Die Corona-Ansteckungen in Kitas haben vor einigen Wochen stark zu­genommen. Eine Schliessung würde die oft privat geführten Einrichtungen zudem hart treffen, da sie dann keine Einnahmen haben und die Kosten ­selber tragen müssen. «Abstand

«Kinder bis zum zweiten Lebensjahr sind auf die Mimik der Erwachsenen angewiesen.» Annika Butters pädagogische Psychologin

ein­zuhalten ist mit Kindern beinahe unmöglich», sagt Butters. Ausnahmen seien daher wichtig und auch möglich. Das Institut und der Verband empfehlen, eine maskenfreie Zeit einzuführen. Dabei werden die Kinder in kleine Gruppen aufgeteilt und ­immer von derselben Person betreut. «Zum Beispiel beim Wickeln oder beim Spielen», sagt Butters. So sei das Tracing bei Ansteckungen einfacher, und die Kinder müssten trotzdem nicht ganz auf die Mimik ihrer Betreuerinnen oder Betreuer verzichten. «Die Lösung ist nicht ideal, aber den Umständen entsprechend angemessen.» Zudem lernen Kinder nicht nur von den ­Gesichtern Erwachsener, sondern be­ obachten auch die Mimik der anderen Kinder. Eine Ausnahme von der Maskenpflicht gibt es aber: Sprachbegleiterinnen und -begleiter für fremdsprachige Kinder arbeiten mit einem durchsich-


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AKTUELL | 26.10.2020 | 23

James Bond lässt grüssen: Weil das Händeschütteln verboten ist, hat sich jedes Kind ein Zeichen einfallen lassen, mit dem es sich von der Lehrerin verabschiedet.

tigen Visier, damit die Kinder die ­fremde Sprache auch anhand der Lippen lernen können. Zurück im Schulzimmer von Jael Tobler. In der Stunde Religion, Kultur und Ethik geht es ums Glücklichsein. Dafür hat sie verschiedene Emojis auf eine Tafel gemalt. «Wie sieht euer Mund aus, wenn ihr glücklich seid?», fragt sie die Kinder. Ein Mädchen streckt auf. «Es macht so», sagt das Mädchen und zieht mit den Fingern seine Mundwinkel zu einem Lächeln. Dass dabei auch die Augen nach oben gehen, wissen die Kinder jetzt. Wenn die Schulglocke klingelt und der Unterricht zu Ende ist, stellen sich die Schülerinnen und Schüler in einer Reihe auf und verabschieden sich von Tobler. Weil das Händeschütteln jetzt verboten ist, hat sich jedes Kind ein ­eigenes Zeichen ausgedacht. «So habe ich trotz dem Händeschüttelverbot ­einen kleinen Moment mit jedem Kind alleine, bevor es nach Hause geht.» Die Zeichen muss sich Tobler aber alle merken. ­Lakshika streckt zwei Finger zum Peace-­Zeichen in die Luft, Juan hat sich eine Abfolge von verschiedenen Zeichen ausgedacht, denen die Lehrerin nur halbwegs folgen kann, und Daniele formt mit den Fingern eine Pistole. Was ist das? «James Bond, ist doch klar.» MM

«So habe ich mit jedem Kind einen kleinen Moment alleine, bevor es nach Hause geht.» Jael Tobler Primarschullehrerin in Zürich

DER MASKEN-KNIGGE Richtig waschen Einwegmasken sind nur zum einmaligen Gebrauch bestimmt. Stoffmasken kann man mehrmals tragen. Nach dem zweiten Mal ­sollte man sie bei 60 Grad waschen. Bei geprüften Stoffmasken steht auf der Verpackung, wie häufig man sie waschen kann: oft 5, 20 oder 30 Wasch­ gänge. Der Schutz ist da­ nach nicht mehr garantiert.

Tipp: Zählen Sie die bis­ herigen Waschgänge mit, zum Beispiel mit einer ­wasserfesten Markierung oder einem Knoten in den Gummizügen. Richtig wechseln Laut dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) soll man eine Maske nicht länger als vier Stunden tragen. Zudem gilt: Je feuchter die Maske, desto weniger schützt sie.

Richtig falten Die Innenseiten der Maske sollten immer aufeinander­ liegen und nicht mit der Aussenfläche in Kontakt kommen. Falls es nämlich auf der Aussenseite Bak­ terien hat, wird die Maske zu einem möglichen ­An­steckungsherd. Masken mit einem Metallbügel ­faltet man am ­besten hori­ zontal, damit der Bügel nicht v­ erbogen wird.

Richtig aufbewahren Hat man die Stoffmaske getragen und will sie fürs nächste Mal aufbewahren, sollte man sie in einen ­luftdurchlässigen Behälter legen. Dafür eignet sich beispielsweise ein Couvert oder Stoffbeutel. Achtung: Plastiksäckchen fördern die Bildung von Schimmel und das Wachstum von Bakterien. Deshalb sind sie nicht geeignet! Nach dem

Verstauen der Maske ­sollten Sie immer die ­Hände waschen oder ­desinfizieren. Günstige Einwegmasken Die Migros hat die Preise für Hygienemasken ge­ senkt. Neu kosten 50 Stück Fr. 9.90 statt Fr. 15.90 und 10 Stück nur noch Fr. 3.50 statt Fr. 4.90.


PUBLIREPORTAGE

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MEINE MIGROS | 26.10.2020 | 25

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26 | 26.10.2020 | GENUSS

Auf Tauchgang

Für die einen ist immer Fondue-Zeit, andere ­kommen erst an kürzeren und kühleren Tagen in Stimmung. Wissenswertes zum heissen Käse und ein paar R ­ ezeptvarianten. Text: Claudia Schmidt

Wer hat es erfunden?

Das kommt darauf an, wen man fragt. Als Erste Käse über dem Feuer geschmolzen zu haben, beanspruchen auch die Savoyer und die Piemonteser für sich. Ganz geklärt wurde es von Historikern nie. Fakt ist, dass es viele regionale FondueSpezialitäten gibt – und nicht die eine Mischung. Erste ­­ Fertigmischungen waren übrigens erst ab 1955 erhältlich. Heute werden die meisten Fondues mit fertig gemischtem Käse zubereitet.

TIPP

Ein Spritzer Zitronensaft wirkt als Schmelzhilfe für den Käse.

Fondue Fondue – so einfach und doch so gut: Mit Wein geschmolzener Käse, der mit darin getunkten Brotwürfeln aufgenommen wird, ist ein Schweizer Winterklassiker. Rezept auf migusto.ch

TIPP

Pro Person rechnet man mit 150 bis 200 Gramm Käse und ebenso viel Brot. Ab sechs Personen greift man am besten zum zweiten Caquelon.

WAS TUN? Ist das Fondue zu dünn

Etwas Maisstärke unter Rühren in Wein auflösen. Rechaud-Flamme höher regeln und die Stärke bei ­stetigem Rühren zum Käse geben, bis das Fondue bindet.

Ist das Fondue zu dick

Auch hier gilt es, die Rechaud-­ Hitze zu erhöhen. Dabei ein wenig Weisswein unterrühren. Sollte der Käse jetzt scheiden, das Caquelon auf die Herdplatte stellen und ­köcheln lassen, bis es wieder bindet.

Wenn Fondue scheidet

Einen Teelöffel Maisstärke in wenig Weisswein auflösen. Das Fondue auf die Herdplatte stellen und den Wein langsam einrühren, bis das Fondue bindet. Notfalls ­einige Tropfen Zitronensaft ­beigeben und weiterrühren, bis das Fondue wieder bindet.

Welcher Käse? Der Klassiker Moitié-Moitié wird aus Gruyère und Vacherin de Fribourg zubereitet. Regional finden aber auch Emmentaler, Appenzeller, Sbrinz, Tête de Moine, Schabziger oder Raclette Verwendung, in Frankreich werden auch gern Beaufort, Comté, Tomme de Chèvre oder auch

Ziegenfrischkäse geschmolzen. Schafskäse, vor allem Hartkäse aus Schafsmilch, eignet sich ebenfalls fürs Fondue. Exotisch muten Varianten mit Feta und Frischkäsesorten an. Sie ­be­nötigen spezielle Rezepte, eignen sich aber ebenfalls für ein Fondue.


GENUSS | 26.10.2020 | 27

Mit Fonduemischung gefüllte Ochsenherztomate

Bilder: Migusto

Hauptgericht für 4 Personen 4 grosse Ochsenherztomaten, ca. 450 g 1 Bund gemischte Kräuter, z. B. Basilikum und Thymian 4 EL Weisswein 3 TL Maisstärke 200 g Fonduemischung, z. B. Moitié-Moitié Pfeffer aus der Mühle 4 grosse Brotscheiben à ca. 100 g 2 Knoblauchzehen

Fondueplausch trotz Corona

1. Grill auf ca. 180 °C vorheizen. Deckel der Tomaten 2 cm dick wegschneiden. Tomaten mit ­einem Kaffeelöffel aushöhlen. Kräuter hacken. Kräuter, Wein, Maisstärke und Käse mischen. Mit Pfeffer würzen. Käsefüllung in die Tomaten verteilen. Deckel daraufsetzen. 253_LT_stumpf_o GR_ mitt­ 2. Tomaten bei indirekter QSca. _x08 lerer Hitze 25*Minuten gril­ lieren, bis der Käse geschmolzen 330 ist. Brotscheiben auf dem Grill kurz rösten. Die gerösteten ­Brotscheiben mit Knoblauch ­ein­reiben. Tomaten auf den ­Brotscheiben servieren.

20%

Bislang sind keine Ansteckungen über Nahrungsmittel bekannt. Hin­gegen ­sorgen Sprechen, ­Niesen oder H ­ usten in geschlossenen ­Räumen für Infektionsrisiken, da das ­Virus meist über die Atemwege übertragen wird. Am besten isst man warm eingepackt gleich draussen. Sonst ist gutes Lüften ein Muss. Auch wichtig: regelmässig Hände waschen, Brot schneiden und vorbereiten mit Maske. Beim Essen sind pro Person zwei Gabeln sinnvoll – eine zum Rühren, eine zum Essen. Wenn möglich verteilt man sich mit etwas Abstand um zwei Caquelons.

STATT … … Weisswein kann man auch auf Bier, Apfelmost, Cidre oder Prosecco setzen. … Kirsch bieten sich ­Williams, Grappa und andere Schnäpse an – oder schlicht der Verzicht auf Gebranntes. … Brot lassen sich

auch Gschwellti, gegarte Champignons, Essigfrüchte, kurz blanchierter Rosenkohl, Broccoliröschen oder Wurst in den Käse tauchen.

Cheese-Macaroni Hauptgericht für 4 Personen 350 g grosse Hörnli Salz, Pfeffer 2 Knoblauchzehen ½ Bund glattblättrige Petersilie 1 Frühlingszwiebel 1 EL Maisstärke 300 g Fonduemischung 1,5 dl Rahm 100 g Spinat

Hörnli im Salzwasser rund 8 Minuten bissfest kochen. Inzwischen den Knoblauch in Scheiben schneiden. ­Petersilie hacken. Frühlings­ zwiebel in feine Ringe schneiden. Knoblauch, ­Maisstärke, die Fondue­ mischung und den Rahm in einer Pfanne mischen.

Bei kleiner Hitze unter gele­ gentlichem Rühren erhitzen, bis der Käse geschmolzen und die Sauce cremig ist. Hörnli abgiessen. Mit ­Käsemischung und Spinat mischen. Peter­silie und Frühlingszwiebeln darüber­ streuen. Mit Pfeffer würzen und sofort servieren.


28 | 26.10.2020 | MEINE MIGROS

Gut Teig will Ruhe haben Die lange Teigruhe von sechs Stunden verleiht den Steinofenbroten besonders viel Geschmack und eine längere Haltbarkeit. Unter den 13 in der Migros erhältlichen Sorten aus ausschliesslich natürlichen Zutaten finden alle ihren Steinofen-Favoriten.

Bild und Styling: Veronika Studer

Steinofen Raute Ein Brot für die Liebhaber von ­würzigen Aromen: Raffiniert eingebundene Säure, Weizen­ sprossen und Roggen verleihen der Raute viel Geschmack. Die Kruste ist schön aufgerissen und knusprig, das Innere luftig weich. Bio Steinofen Raute dunkel, 250 g Fr. 2.50

Wettbewerb: Beantworten Sie auf www.steinofenbrot.ch eine Frage zur Teigruhezeit und gewinnen Sie mit etwas Glück ein Jahr lang Gratis-Brot.

Limited Edition: Steinofen Kürbiskern Twister Die Kürbiskerne verhelfen dem nur während der Herbstsaison ­erhältlichen ­Steinofenbrot zum ­speziellen Twist: Sie be­finden sich auf der knusprigen Kruste und zugleich im Teig. Das sorgt gleich ­doppelt für nussigen Geschmack. Steinofen Kürbiskern Twister, 400 g Fr. 3.30


MEINE MIGROS | 26.10.2020 | 29

Steinofen Burgbrot Das Burgbrot macht der hohe A ­ nteil an Vollkornmehl zu einem schmack­haften, vollwertigen Brot mit einer leicht ­säuerlich-aromatischen Getreidenote. TerraSuisse Steinofen Burgbrot, 500 g Fr. 3.60 In grösseren Filialen

20-fache Cumulus - Punkte für den neuen SteinofenKürbiskern-­Twister

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bis 2. November

TerraSuisse Steinofen Knusperbrot, 400 g Fr. 3.80

Bio Steinofen Twister hell, 360 g Fr. 2.95

Ausschliesslich ­natürliche Zutaten werden für Stein­ ofenbrote verwen­ det. Haupt­zutaten sind Mehl, Wasser, Hefe und Salz. Auf Aller­gene wie Nüsse, Eier und Milch wird ganz verzichtet.

Die Steinofenbrote werden auf Stein­ platten aus einem ­ ­italienischen Granit gebacken. Dadurch erhalten sie eine ­besonders knusprige Kruste und bewahren im Innern viel ­Geschmack.

Die Verbindung aus traditionellem ­Bäcker­handwerk und der modernen Technologie macht es möglich, dass der Teig der Steinofen­ brote sehr feucht und weich verarbeitet werden kann. Daher bleiben die Brote be­ sonders lange frisch.

Je länger ein Brotteig Zeit erhält, um sich zu entwickeln, desto intensiver wird sein Geschmack. Deshalb ruhen die Steinofenbrote vor dem Backen ganze sechs Stunden. Bio Steinofen Twister rustico, 360 g Fr. 2.95


GENUSS | 26.10.2020 | 31

Wissensbissen Raclettekäse Schmelzen tut alles, was man ins kleine Pfännchen legt: Der Raclettekäse ist der Star aller portablen Öfen. Doch bei fast jedem Raclettespass stellt jemand die Frage der Fragen: Darf man die Rinde essen? Natürlich. Zumindest die Rinde von Schweizer Raclettekäse. Wer etwas anderes ins Öfelchen schiebt, sollte nachforschen.

0,0004 Illustration: Felice Bruno; Bilder: Migust/Martina Maier, Alamy Photo

bis 0,0008 Gramm des ­Lab­enzyms, das bei der Käse­ herstellung verwendet wird, sind im fertigen Produkt noch nachweisbar.

Pfannenhilfe Wie kann ich verhindern, dass sich Champignons beim Anbraten mit Fett vollsaugen? Champignons kann man in einer beschich­ teten Bratpfanne auch ohne Fett anbraten. Ein wenig Fett gibt man dann erst später dazu. Das ist nicht nur kalorienärmer, son­ dern intensiviert auch den Eigengeschmack der Pilze.

FOODTREND Auch wenn sie in Restaurants auf der Dessertkarte auftauchen: Crazy Shakes gelten als voll­ wertige Mahlzeit – und eben: ziemlich crazy. Über d ­ em cremigen Frappé türmen sich Schlagrahm, Donuts und mehr Süsses. Wenn Sie es mal mit ­einem OrangenVanille-­Shake ver­suchen wollen: www.migmag.ch/shake. Aller­ dings heisst es beim Schlürfen statt Kalorien Streusel zählen.

GARTEN

Cima di Rapa Im Frühjahr gesäter Cima di Rapa wird in manchen Jahren zum gefundenen Fressen für Flohkäfer. Wer aber jetzt noch sät und die jungen Pflanzen ein wenig schützt – ideal in einem Beet an der Hauswand oder in einem Kasten auf dem Balkon –, schlägt den Käfern ein Schnippchen und geniesst bald die ersten Blätter.


32 | 26.10.2020 | GESELLSCHAFT

Der Mann, der den Toten hilft

Es ist kein Job wie jeder andere: Heinz Wicki holt Verstorbene aus der Erde, wenn sie schlecht verwesen oder umgebettet werden sollen. Er sieht seine Arbeit als Berufung und lässt sich durch nichts erschüttern. Text: Ralf Kaminski  Bilder: Désirée Good

B

ehutsam entfernt Heinz Wicki die letzten Erdbrocken von dem Skelett im offenen Sarg. Ein leichter Modergeruch steigt aus der Grube, mehr nicht. Das ist manchmal auch anders. Wenn der Verstorbene im Sarg schlecht verwest ist, muss der 61-jährige Exhumator mit intensivem, scharfem Fäulnis­ geruch klarkommen, während er seine Arbeit macht. «Dann trage ich stets eine Maske, damit ich diesen Gestank nicht tagelang in der Nase habe.» Und nach der Arbeit wechselt er die Kleidung umgehend, denn auch darin bleibt der Geruch hängen. Doch die Toten auf dem Friedhof Kilchberg ZH sind unerwartet unproblematisch. Wickis Firma Tony Linder und Partner AG hat den Auftrag, die Verstorbenen auf einem Teil des Friedhofs umzubetten, weil der Boden dort nicht ideal für die Verwesung ist und einige der Gräber zudem abgelaufen sind. Bisher aber sind alle rausgeholten Toten «gut skelettiert», bestehen also nur noch aus Knochen, was den Exhumator eher überrascht hat. An anderen Orten mit dieser Art Boden stösst er regelmässig auf Wachsleichen, Tote, die so gut konserviert sind, dass man noch problemlos ihre Gesichtszüge erkennen kann.«Manchmal sind sogar die Augen noch erhalten und schauen dich an, wenn du den Sarg öffnest.» Obwohl Wicki inzwischen 40 Jahre Erfahrung in diesem Beruf hat, ist es auch für ihn jedes Mal wieder eine

Überraschung, was ihn erwartet, wenn er einen Sargdeckel hebt. Ausser er riecht es schon vorher. Zwischen 5000 und 7000 solcher Exhumationen machen er und sein Team pro Jahr, schätzt er. Die Verstorbene in Kilchberg liegt seit 2005 im Grab und war bei ihrem Tod 83 Jahre alt. Neben ihrem Skelett findet Wicki auch Kleidungsreste und Schmuck. «Synthetische Gewebe halten ewig», kommentiert er, während er das Skelett sorgsam freilegt und dann Knochen für Knochen auf eine Plastik­ plane legt, samt Grabbeigaben. Obwohl der Geruch nicht unangenehm ist, trägt er auch hier eine Maske, um sich vor Sporen zu schützen. Ganz am Schluss setzt er den Kopf auf die Knochen, legt einen Zettel dazwischen mit den Angaben der Verstorbenen, macht ein Foto und packt die Plastikplane zusammen. Die Gebeine werden nun in einer Holzkiste bis zur Wiederbestattung zwischengelagert. Ein Faible für Friedhöfe

Ursprünglich hat Heinz Wicki eine Ausbildung zum Landschaftsgärtner gemacht. Doch schon als junger Mann begegnete er bei einem Auftrag auf dem Friedhof einem Exhumator – und war fasziniert von dieser Arbeit. Weshalb, kann er bis heute nicht so richtig erklären. «Ich möchte den Toten helfen, dass sie verwesen können», sagt der Urner, dessen starker Dialekt gelegentlich nicht leicht zu verstehen ist. ­«Vielleicht ist es eine Berufung», mut-

«Während die Seele weiterzieht, bleibt der Körper zurück – auch für ihn muss man sorgen.»


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Heinz Wicki bei der ­ Arbeit auf dem Friedhof Kilchberg: Er holt die ­Gebeine von Verstorbenen aus ihren Gräbern und bettet sie Knochen für Knochen sorgfältig um.

masst er. Vielleicht hat es auch mit ­seinem katholischen Glauben zu tun. «Während die Seele weiterzieht, bleibt der Körper zurück – und auch für ihn muss man sorgen.» Eine offizielle Ausbildung gibt es nicht für seinen Job. «Ich habe mir ­einiges selbst beigebracht und mich dafür unter anderem bei der Rechtsmedizin bedient», sagt Wicki. Mittlerweile bildet er aber selbst Leute aus. Klar ist, dass er für diese Arbeit bestens geeignet ist: Er ekelt sich vor nichts und gruselt sich auch nie. «Ich könnte das auch nachts machen», versichert er. Überhaupt mag er Friedhöfe und kann an keinem vorbeigehen, ohne ihn sich genauer anzusehen. Gut konservierte Wachsleichen

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Leichte, lockere Böden, in denen das Wasser gut ablaufen kann, eignen sich besonders gut für die Verwesung. Auch hilft es, wenn der Sarg aus einem leichten Holz ist und darin auf Plastik oder synthetisches Gewebe verzichtet wird. Problematisch sind Lehmböden, in denen sich Wasser sammelt und den Toten umhüllt. So entstehen gut konservierte oder aufgedunsene Wachsleichen. «Die sind oft so stabil, dass man sie als Ganzes aus dem Sarg heben und aufrecht hinstellen kann.» Erst wenn sie in einen geeigneteren Boden umgebettet sind, beginnt der Verwesungsprozess, der in fünf bis sieben Jahren lediglich ein Skelett ­übrig lässt. In Kilchberg hat Wicki bisher nur ein paar wenige Tote gefunden, bei denen noch etwas Fettgewebe vorhanden war, alle anderen sind gut ver-


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west. Für die Umbettung haben Wicki und seine Mitarbeiter eine neue Grube ausgehoben und mit etwas Kies gefüllt. Hier werden die Gebeine der Toten nun neben­ einandergelegt. Sorgfältig rekonstruiert der Exhumator die Knochen eines Toten, vom Kopf mit den Haarresten und dem künstlichen Gebiss bis runter zu den Fussknöcheln, inklusive Grabbeigaben. «Da findet man so einiges, etwa Schmuckstücke oder Alltagsgegenstände, die dem Verstorbenen etwas bedeutet ­haben. Das betten wir immer alles mit um.» Belastet ihn nie etwas, das er sieht? Wicki denkt kurz nach und schüttelt den Kopf. «Ich kann immer gut abschalten, wenn ich mit der Arbeit fertig bin.» Und dies, obwohl er bei Einzelexhu­ mationen manchmal auch einiges weiss über die Verstorbenen,

g­ elegentlich sogar schon Tote aus dem Boden geholt hat, die er persönlich kannte. Die Arbeit fühle sich jedoch bei jedem Toten anders an, sagt er. «Es ist schwer zu erklären, aber manchmal ­spüre ich einfach gewisse Dinge oder Energien.» Er zuckt mit den Schultern und kann dies nicht genauer ausführen. Auch mit Kindern hat er es immer wieder zu tun. «Einmal hatten wir eines, das nahezu ­perfekt konserviert war, so was bleibt schon in Erinnerung.» Entspanntes Verhältnis zum Tod

Gelegentlich sind Angehörige ­dabei, die sicherstellen wollen, dass alles pietätvoll vor sich geht. Oder einen weiteren Schritt im Trauerprozess machen möchten. «Es ist schon vorgekommen, dass Leute sehr bleich wurden und mit dem Anblick nicht umgehen

«Ich kann immer gut abschalten, wenn ich mit der Arbeit fertig bin.» Heinz Wicki, Exhumator

konnten. Da musste ich mich dann länger um die Lebenden kümmern als um die Toten.» Wicki ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder, macht gerne Langstreckenläufe und geht in den Bergen klettern. Sein Beruf ist auch zu Hause und im Umfeld immer wieder ein Thema. «Einige wollen es aber auch nicht allzu genau wissen.» Wenn er von Fremden nach seinem ­Beruf gefragt wird, sagt er manch­ mal nur, er mache Friedhofs-

sanierungen, um neugierigen Fragen auszuweichen, die sonst unweigerlich kämen. Und, wenig überraschend, hat er ein sehr entspanntes Ver­ hältnis zum Tod. «Klar trauere ich, wenn jemand stirbt, der mir nahesteht.» Aber der Tod sei ­etwas ganz Natürliches, das halt einfach dazugehöre. «Ich habe keine Angst davor, hoffe aber schon, dass er noch ein wenig wartet», sagt er lächelnd. Er weiss aber schon, dass er in seinem Wohnort Silenen UR begraben werden möchte. Doch nun muss er weiter,es gibt noch einiges zu tun auf dem Friedhof Kilchberg. «Lueget ­zuenech», sagt er zum Abschied, eine Formel, die er seit Jahren immer bei allen verwendet. Und die irgendwie sehr passend wirkt für jemanden, der so pausenlos mit dem Tod beschäftigt ist. MM

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36 | 26.10.2020 | GARTEN

E

in perfekter Tag für die Herbstarbeiten», sagt Luzia K. Rodriguez und schaut sich um. Die Geschäftsführerin des ­Gartenbauunternehmens Kraut + Quer steht inmitten der orange-grün-gelben Üppigkeit, die das Areal von Frau ­Gerolds Garten in Zürich fast verschlingt. Sie und ihre Kol­ legin Sabine Keller sind heute im Esslokal unterwegs, um die Beete, Pflanzen, Töpfe und ­Geräte für den Winter klar­ zumachen. Es ist acht Uhr morgens, eine milchige Herbstsonne hat gerade ihre ersten Strahlen über den Rand der Dachterrasse ­geschoben. Und dort beginnen die Frauen mit der Arbeit, um sich dann von oben nach unten durch den ganzen Garten vor­ zuarbeiten. Gäste sind noch ­keine da, die Profigärtnerinnen haben freie Bahn.

Tschüss Garten, auf Wiederblühen Nie werkelt man so entspannt und gemütlich auf dem Balkon oder im Garten wie jetzt. Ohne jede Eile können sich Mensch und Pflanze auf die Winterruhe vorbereiten. Und dafür sorgen, dass in drei Monaten schon erste Blumen aus der Erde gucken. Text: Yvette Hettinger  Bilder: Tina Steinauer


GARTEN | 26.10.2020 | 37 Sabine Keller (links) und Luzia K. Rodriguez giessen den Herbstflor im Hängebasket an. Do it + Garden ­Pflanzenampel, Fr. 26.90

Mitgebracht haben Keller Zwiebeln und Rodriguez Vorfreude auf den Frühling – nämlich Zwiebeln für Wildtulpen, Krokusse, Muskari, ­Hyazinthen, Allium und Schneeglöckchen. Sie ­werden vor dem ersten Frost gesetzt und bieten

den Bienen im Frühling die erste Nahrung. So befüllen die Gärtnerinnen die Gefässe: eine Schicht Blähton, darüber ein Vlies, eine Schicht Erde mit einer Handvoll Hornspäne als Proviant, dann die Blumenzwiebeln, wieder Erde, und damit das Ganze nicht kahl aussieht, etwas Herbst-

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und Winterblüher. Dafür eignen sich violette Hornveilchen mit weinroter Skimmia und rosafarbener Erika. Die Wurzelballen rauen sie ein wenig an. Das fördert das Wachstum, denn bei den herrschenden milden Temperaturen können sich die Pflanzen noch ein wenig entwickeln.

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Stauwasser

In Frau Gerolds Garten isst man zwischen Blumen, ­Bäumen und Gemüse.

Dann gehts in Frau Gerolds Garten eine Stufe tiefer, wo auf einer kleineren Terrasse mannshohe Bäume und Sträucher in Töpfen die ­Tische und Stühle ein­ rahmen. «In den Gefässen sollte sich nicht zu viel ­Wasser sammeln», erklärt Rodriguez, «einen Tontopf kann es sonst sprengen,

wenn das Wasser gefriert.» Deshalb schieben die ­Frauen eine Art Füsschen unter die Gefässe. Dank der Distanz zum Boden kann überschüssiges ­Wasser ­abfliessen. Übrigens gibt es auch Töpfe aus winterhartem Material. Am besten erkundigt man sich schon beim Kauf danach.

1 Für kleinere Pflanzen gibt es Vlieshauben mit Hirsch- und Eulenmotiv. Der grosse Oleander wird in ­Meterware gewickelt. Wintervlies Windhager, 3 Stück Fr. 9.95 2 Die Jutehülle schützt den Pampasgras-Fuss.

Jute-Sack rot, Fr. 6.95 Alle Produkte sind bei Do it + Garden Migros erhältlich.

Schutz vor FrostFrost ist das schutz grosse Thema im Herbstgarten, auch wenn die Temperatur nicht überall gleicht tief ­sinkt. Gärten auf dem Land sind der beissenden Winterkälte stärker ausgesetzt als etwa das Areal von Frau Gerolds Garten, das mitten in der Stadt liegt, von mehrstöckigen Geschäftshäusern geschützt. «Die Temperaturen hier entsprechen ungefähr denen auf einem Balkon im Siedlungsgebiet», sagt Rodriguez. Die Profigärtnerinnen sind nun quasi im Erdgeschoss angekommen und begutachten die empfindlichsten Gewächse des Gartens: einen Oleander und eine Feige, die noch reichlich Früchte trägt. Beide müssen vor dem ersten Frost eingepackt werden.


38 | 26.10.2020 | GARTEN

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schneiden, mulchen

Tote Pflanzenteile ohne Nutzen für Insekten gilt es zu entfernen, auf die Erde kommt danach eine kälte­ dämmende Schicht, zum Beispiel aus Holzwolle. ­Gräser wie Pampas flechten die Profigärtnerinnen zum Zopf. Das sieht hübsch aus und schützt gut vor Kälteschäden. Im Gemüsebeet (unten) spriesst neben dem Federkohl bereits das Grün der Phacelia, die vor wenigen Wochen zur Winter­düngung gesät wurde. Auch hier kommen Zwiebeln von Frühblühern unter die Erde. Das Körbchen soll sie vor gefrässigen ­Wühlmäusen schützen.

Gras kann ganz schön scharf sein. Zum ­Zöpfeln un­ bedingt die Handschuhe anziehen!

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Ab sofort: Laub- oder Asthaufen für Igel anlegen Vor dem ersten Frost: Wassertonnen leeren oder Schwemmholz hineinlegen Bis Mitte November: Kalidünger in die Erde frostgefährdeter Pflanzen einarbeiten Bis Ende November: Rasen von Laub befreien und mähen Bis Ende November Kompost ausbringen, Komposthaufen zudecken Beim ersten Frost: Dahlien ausgraben und einkellern


GARTEN | 26.10.2020 | 39 Nicht die ­beliebteste ­Gartenarbeit, aber lohnend: Töpfe putzen Ebnat Oeko ­Fegbürste, Fr. 6.95

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Materialpflege

Die Damen von Kraut + Quer bürsten leere Töpfe unter fliessendem Wasser und lassen sie in der Sonne trocknen. Scheren bekommen die letzte Ölung des Jahres, das schützt vor Rost. Wer wenig Lust auf diese Herbstaufgabe verspürt, bedenke: Sauberes, einsatzbereites Material macht im Frühling einfach mehr Freude. Kurz vor zwölf Uhr trudeln die

­ rsten Gäste in Frau e ­Gerolds Garten ein. Keller und Rodriguez räumen ihr Material weg und gönnen sich zwischen den Büschen und Blumen einen Kaffee. Wo es in der Sommerhitze ohne Schirm nicht auszuhalten war, lassen sich jetzt für eine Weile die letzten wärmenden Strahlen ­geniessen. Bald begeben sich Garten und Gärtner in die Winterpause.

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MEINE MIGROS | 26.10.2020 | 41

UTZ und Rainforest ­Alliance stehen beide für Nachhaltigkeit. Was ist neu?

Einen Bissen nachhaltiger Statt mit UTZ werden sämtliche Schokoladen der Marke Frey mit dem neuen Nachhaltigkeits-Label Rainforest Alliance gekennzeichnet. Es steht für eine noch umweltfreund­ lichere Land­wirtschaft und eine ­besonders faire Kakaoproduktion. Text: Benita Vogel

Die beiden haben sich ­zusammengeschlossen. Nach der Fusion haben die Orga­nisationen einen neuen, strengeren Standard entwickelt. Ziel ist es, aktuellen Herausforderungen wie dem Klimawandel gerecht zu werden. Auch wird die Umsetzung des Standards noch besser überwacht. Die neue Organisation ist grösser, schlagkräftiger und glaubwürdiger. Was tut Rainforest ­Alliance konkret gegen den Klimawandel? Der neue Standard will die Produzenten befähigen, mit Klimaveränderungen und deren Folgen besser umzugehen sowie klimafreundlicher zu produzieren. So werden gemeinsam mit den ­Bauern die Klima­risiken ­bewertet und verbesserte Anbaumethoden ein­ geführt. Dabei sind die Regenwaldabholzung und die Zerstörung ­natürlicher Ökosysteme wie Torfland und Feuchtgebiete verboten.

Wird auch dafür gesorgt, dass Kakaobäuerinnen und -bauern besser verdienen? Ja. Es gibt mehrere neue Massnahmen, mit denen Rainforest Alliance er­ reichen will, dass Kakao­ bauern ein existenz­ sicherndes Einkommen und Arbeitende einen existenzsichernden Lohn erhalten. So wird eine Mindestprämie von 70 US-Dollar pro Tonne Kakao eingeführt, die den Bauern direkt aus­ bezahlt wird. Zudem ­werden Abnehmer verpflichtet, in den nach­ haltigen Kakao-Anbau oder in soziale Projekte zugunsten der Kakao-­ Gemeinschaften zu ­investieren. Wie erkenne ich, welche Schokoladen nachhaltiger hergestellt werden? Produkte, die bisher UTZ-zertifiziert waren, werden in den nächsten zwei bis drei Jahren mit «Rainforest Alliance» gekennzeichnet. Neben Schokoladen der Marke Frey sind dies fast alle ­kakaohaltigen Produkte wie Glaces, Biskuits und Backartikel sowie Kaffee und Tee – insgesamt über 1000 Produkte.

Wird die Schokolade nun teurer? Nein, das neue Label hat keinen Einfluss auf die Preise. Wie wird überprüft, dass die Standards ­eingehalten werden? Unabhängige Prüfer führen bei den Kakao-Kooperativen Audits durch – vermehrt ohne Voranmeldung. Auch die Bauern selbst w ­ erden stichprobenartig danach kontrolliert, ob sie die Standards einhalten. Verstösse werden sanktioniert und können den Ausschluss aus der Zertifizierung zur Folge haben. Chocolat Frey macht sich zudem regelmässig ­selbst ein Bild in Kakao-­ Anbauregionen wie der ­Elfenbeinküste. www.ra.org

Sind auch die Menschenrechte ein Thema? Ja. Rainforest Alliance schult und sensibili­ siert Bäuerinnen und Bauern in Menschen­ rechtsfragen. Kinderarbeit soll verhindert werden, indem das Einkommen und die Rahmenbedingungen verbessert werden, etwa durch den Bau von Schulen.  MM


«Tüğ i dì, con amoranza, smètiga e basgiòléga, tand da destrégass quant da imbasgiaa insèma cat’coss et novento, cor vall, per er vall.»

Kauderwelsch? Nur wenn man nicht richtig hinhört. Wir engagieren uns für eine belebte Bergwelt. berghilfe.ch


KOLUMNE | 26.10.2020 | 43

Illustration: Rinah Lang

Schoko von der Tanke

Lisa Stutz (26) sucht die Balance zwi­schen urban und ländlich. Und pickt von ­beidem das Beste heraus.

STADT, LAND, STUTZ Ich halte die Zapf­ pistole in mein Auto und versuche, so viel Benzingeruch wie möglich einzuschnüffeln. Da steigt an der Tanksäule nebenan ein blonder Mann in Jeans und Sakko aus dem Auto. Mit der einen Hand hält er sein Smart­ phone ans Ohr und redet laut und lachend hinein, mit der anderen Hand tankt er den Wagen. Dabei tänzelt er im Rahmen des Möglichen hin und her. Typ extrovertiert, vielleicht ein bisschen ADHS, schätze ich. Nachdem ich mir im Shop eine Zeitschrift ausgesucht habe, stelle ich mich an der Kasse in die Schlange. Vor mir der Sakko-Typ, er hat aufgehört zu telefonieren. Als er vorne ankommt, fragt er nach zwei Päckchen Pari­ sienne Orange, greift offensichtlich spontan ins Schokoladenregal und legt einen Riegel auf die Theke. «In dieser ganzen Corona-Zeit muss man sich etwas für den Magen gönnen», sagt er zur Verkäuferin und lacht. Sie nickt.

Ich auch. Wie recht er hat! Wir sitzen doch alle in demselben schlechten, nicht enden wollenden Kinofilm – das überlebt man nur mit den richtigen Snacks. Ich mag Menschen, die sich aufzumun­ tern wissen. Neulich erzählte eine selbstän­ dige Texterin, dass sie sich jedes Mal etwas Spezielles leistet, wenn sie einen grösseren Auftrag oder einen wichtigen Kunden ver­ loren hat. Diese umgekehrte Logik ist meiner Meinung nach eine Form von Selbstliebe. Denn wenn man ein Kind ist und es einem nicht gut geht, bekommt man von Mami und Papi extra viel Liebe. Man wird «gebibäbelt» und getröstet, bis es besser geht. Ist man hin­ gegen erwachsen, pfeift der Chef mit seinen Deadlines auf den aktuellen Gemütszustand. Auch auf das Überraschungstrost­geschenk vom Partner kann man lange warten. Da muss man selber Hand anlegen. Zum Beispiel ans Schokoladenregal an der Tanke. MM

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44 | 26.10.2020 | MEINE MIGROS

Warum sind HandyNachfüllbeutel aus Plastik?

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Ich bemühe mich im Alltag sehr, den Plastikverbrauch zu reduzieren. So nutze ich etwa beim Einkaufen wiederverwendbare Taschen und wähle für Obst und Gemüse stets ­Nylonbeutel statt Raschel­säckchen. Nun habe ich entdeckt, dass es für mein Lieblings-Geschirrspülmittel Handy neu auch Nachfüllbeutel gibt, was ich an sich toll finde. Aber warum sind nun auch die wieder aus Plastik?  Gruss, Patricia

Liebe Patricia Nachfüllbeutel gehören dank des geringen Gewichts und Materialeinsatzes zu den nachhaltigsten Ver­ packungsmaterialien. Der neue Handy-Nachfüllbeutel spart ganze 75 Prozent Material gegenüber einer ­Flasche ein – sein Inhalt reicht für ein zweimaliges Nachfüllen. Dadurch landen mindestens zwei Plastik­ flaschen weniger im Abfall. Im Übrigen haben wir ­damit einen lang gehegten Kundenwunsch erfüllt. Der Handy-Nachfüllbeutel ist der erste der Migros für Geschirrspülmittel. MM

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BEAUTY | 26.10.2020 | 45

Schön vegan

Wer vegan lebt, verzichtet vollständig auf tierische Produkte – nicht nur beim Essen. Was hat es mit veganer Kosmetik auf sich? Vier Mythen und die Antworten darauf. Text: Susanne Schmid Lopardo

Vegane Kosmetik ist frei von tierischen Inhaltsstoffen Richtig. In veganen Produkten werden tierische Inhaltsstoffe durch pflanzliche oder teilweise synthetische ersetzt. Statt ­Rindertalg oder Bienenwachs kommen also Kokosöl, Olivenöl, Sojaprotein oder Aloe Vera zum Einsatz.

Vegan ist Vegane Naturkosmetik ein geschützter Kosmetik pflegt Begriff ist immer besser als auch vegan Leider nein. Der Begriff ist herkömmliche nicht geschützt. Wer auf

Falsch. Zertifizierte Naturkosmetik ist zwar hautfreundlich und wird aus pflanzlichen und anderen natürlichen Inhaltsstoffen hergestellt. Sie enthält auch keine problematischen ­Inhaltsstoffe wie Mineralöle, ­Silikone, Aluminium oder Mikroplastik. Aber Naturkos­metik ist nicht grundsätzlich frei von tierischen Inhaltsstoffen, zum Beispiel Bienenwachs.

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­ ummer sicher gehen will, N kauft Produkte, die mit einem Vegan-Label gekennzeichnet sind oder ein Siegel für tierfreundliche Produkte tragen.

Jein. Bisher gibt es keine Stu­dien, die die Hautfreundlichkeit oder die Vor- und Nachteile von ­veganer Kosmetik belegen. Wer vegane Alternativen wählt, die ohne synthetische Stoffe ­auskommen, pflegt seinen ­Körper allerdings zumindest auf ­natürliche Art.


46 | 26.10.2020 | GESUNDHEIT

Live-Chat Fragen zum Thema Stress? 30. Oktober, 14–15 Uhr: migros-impuls.ch/ live-chat

Autogenes Training und progressive Muskelrelaxation Das autogene Training ­besteht aus sechs Übungen, die aufeinander aufbauen. Um das ganze Programm zu lernen, braucht es etwa sechs bis sieben Wochen. Obwohl Davor Baggio in seinen Kursen immer wieder die Erfahrung macht, dass die Wirkung schneller einsetzt. Die Teilnehmer fühlten sich meist bereits nach zwei bis drei Wochen entspannter und fitter und könnten wieder besser schlafen. Schlafstörungen seien typisch für Personen, die unter Stress stehen. Mit Sätzen wie «Mein rechter Arm ist schwer» ermögliche es das autogene Training, auf das vegetative Nervensystem einzuwirken. Das helfe zum Beispiel dabei, den Blutdruck und den Atem zu regulieren.

Stress lass nach! Davor Baggio ist Stressmanagement-­ Coach und gibt daneben Kurse für ­autogenes Training. Nach 20 Jahren als E ­ lektro- und Service­techniker ­und einem Burn-out orientierte er sich k ­ omplett neu. Wie geht er heute mit Stress um?

Bei der progressiven ­Muskelrelaxation (PMR) konzentriert man sich auf den Körper: Man spannt der Reihe nach bestimmte Muskelgruppen kurz an und lässt sie danach ­wieder los. Das führt dazu, dass man nach der ­Anspannung die Ent­ spannung bewusster wahrnimmt und Letztere sich mit jeder bearbeiteten Muskelgruppe weiter im Körper ausbreiten kann. Für Davor Baggio ist PMR «eine wunderbare Methode für den Einstieg ins ­autogene Training, weil man rasch lernt zu ent­ spannen». PMR wirke ­jedoch nicht so nachhaltig wie das autogene Training.

Text: Susanne Schmid Lopardo

www.klubschule.ch

iMpuls ist die Gesundheits­ initiative der Migros.

Stress am Arbeitsplatz? Stressmanagement- und Resilienz-Trainer Dirk Frey von Fit im Job bei Medbase gibt Tipps, wie Sie Stress vorbeugen können. Mehr auf migros-impuls.ch/stress


GESUNDHEIT | 26.10.2020 | 47

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avor Baggio, Sie sind Elektrotechniker, ­unterrichten heute ­jedoch autogenes Training und andere Entspan­ nungstechniken. Wie kam es dazu? Eigentlich hat mich der Mensch schon immer mehr interessiert als die Technik. Es hat nur etwas gedauert, bis ich das gemerkt habe. Nach 15 Jahren als Elektrotechniker wurde ich Projektleiter, danach Abteilungsleiter. Und weil ich dachte, dass ich im Personalwesen am meisten bewegen kann, wechselte ich ins HR. Doch dann hatte ich mit 40 ein Burn-out, nach 20 Jahren in der Privatwirtschaft.

Bilder: iStockphoto, zVg

Und dann? War mir klar, dass ich nicht mehr zurück in die Privatwirtschaft will, und ich habe mich selbständig gemacht. Ich wusste, dass ich noch jung genug bin, um etwas Neues zu probieren. Ich dachte, wenn es nicht klappt, kann ich ­ immer noch zurück. Es war eine Chance für mich und es hat funktioniert. Im Nachhinein bin ich sogar dankbar für das Burn-out.

Davor Baggio ist selbständig als Coach und Mentaltrainer mit Schwerpunkt Persönlichkeits­ entwicklung und Stressmanage­ ment. Er gibt Kurse für auto­ genes Training, PMR und Mental­ training an der Klubschule Migros

Wie hat sich das gezeigt? Ich hatte so ziemlich alle ­Symptome eines Burn-outs. Ich konnte nicht mehr einschlafen und nicht mehr essen. Ich war sehr reizbar, nervös und wurde ­depressiv. Zum Schluss hatte ich einen Nervenzusammenbruch, und meine damalige Partnerin musste mich notfallmässig zum Arzt bringen. Wie sind Sie auf das autogene Training gekommen? Durch die Empfehlung meiner Ärztin während meines Burnouts. Das autogene Training half mir so schnell und gut, dass ich dachte, das lerne ich jetzt richtig. Als ich wieder gesund war, machte ich eine Ausbildung zum Lehrer für autogenes ­Training und progressive ­Muskelrelaxation (PMR). Damit machte ich mich dann ­selbständig und begann, Kurse an der Klubschule Migros zu

geben. Das war vor 13 Jahren. Heute arbeite ich als selbständiger Coach mit den Schwerpunkten Stressmanagement und Persönlichkeitsentwicklung und gebe nach wie vor Kurse, auch an der Klubschule. Im Moment ist Achtsamkeits­ training in aller Munde. Autogenes Training ist auch ein Achtsamkeitstraining. Das Gute am autogenen Training: Es handelt sich um eine men­ tale Technik, die den Körper miteinbezieht. Man beobachtet den Atem, die muskuläre Entspannung, den Herzschlag und arbeitet stark körperzentriert, ohne dass man sich bewegt. Das führt zu einem tiefen Entspannungszustand, der regenerierend wirkt. Und: Man kann autogenes Training überall an-

«Ich war sehr reizbar, nervös und wurde depressiv.» wenden. Im Wartezimmer, im ÖV im Auto – mit offenen Augen natürlich. Kein Mensch sieht es. Sie hatten schon vor Ihrem Burn-out Mentaltraining ­gemacht. Warum ist es ­trotzdem dazu gekommen? Mentaltraining schützt nicht vor Burn-out. Es ist ein gutes Werkzeug, um ein Ziel zu er­ reichen. Aber wenn man unter Stress steht, kann man es auch dazu missbrauchen, um noch besser und schneller funktionieren zu können. Und es kann passieren, dass das Nervensystem und der Körper irgendwann nicht mehr mitmachen. Machen Sie täglich autogenes Training? Ja, allerdings zum Teil nur noch ein paar Minuten pro Tag. Wenn man autogenes Training verinnerlicht hat, und der Körper sofort darauf reagiert, reichen

drei oder vier Minuten, um zu regenerieren. Ausserdem meditiere ich regelmässig. Sind Sie nie mehr gestresst? (Lacht) Natürlich gibt es auch heute noch Situationen, die Stress auslösen können. Das ­gehört zum Leben dazu. Inzwischen kenne ich aber wunderbare Möglichkeiten, wie ich ­ihnen begegnen kann. Wenn ich in Stress komme, ist das oft mit einer gewissen Angst verbunden. Angst ist immer eine Fantasie der Zukunft, die so eintreten könnte, aber nicht muss. Das mache ich mir bewusst, indem ich mir sage: Halt, jetzt bist du in der Zukunft und fantasierst. Jetzt gerade ist alles gut. So kann ich mich ins Jetzt zurückholen und bin wieder handlungsfähig. Was machen Sie heute anders als früher? Als Servicetechniker für elektronische Geräte war ich viel unterwegs, fuhr zu Kunden nach Hause, suchte nach Fehlern bei Geräten und stand unter Zeitdruck. Zwar ging ich oft in die Natur, um zu entspannen, aber da kannte ich das autogene Training und das Meditieren noch nicht. Gehen Sie noch in die Natur? Ja, oft. Die Natur hat etwas sehr Meditatives. Man kann beim Laufen jeden Schritt spüren, langsam laufen, die Füsse ab­ rollen und Düfte wahrnehmen. Wenn ich in der Natur bin, höre ich keine Musik. Die Geräusche in der Natur empfinde ich als viel schöner, als wenn ich zu Hause am PC dem Rauschen ­eines Baches zuhöre. Das ist auch eine Fokussierung der Aufmerksamkeit. Als Kursleiter sind Sie aber wieder häufig unterwegs. Schon. Aber ich habe gelernt, auch einmal Nein zu sagen. Zum Beispiel wenn ich merke, dass ein Auftrag mir nicht ­guttut. Sich die Konsequenzen des Ja- oder Nein-Sagens ­bewusst zu machen, braucht manchmal etwas Überwindung, ist aber wichtig. MM


PUBLIREPORTAGE

FÜR DIE SCHÖNHEIT

Schöne Haare, die nicht zulasten eines schönen Planeten gehen. Elseve von L’Oréal Paris gehört zu den beliebtesten Haarpflegemarken der Schweiz. Nun will das ­Unternehmen beweisen, dass sich Nachhaltigkeit und innovative ­ Produkte nicht ausschliessen. Die neuen Flaschen­körper von Shampoos und Conditioners b­ estehen deshalb zu 100 Prozent (ohne Kappen, Farb­stoffe und Etikett) aus recyceltem Plastik: ­Leere Wasserflaschen werden zu Pellets ­verarbeitet, die dann erhitzt und in die ikonische Elseve-Flaschenform von L’Oréal Paris geblasen werden. So können weltweit jährlich bis zu 5000 Tonnen Kunststoff eingespart ­werden. Die Elseve-Flaschen werden zudem in klimaneutralen Pro­duktions­ stätten hergestellt, in denen aus­­schliess­lich erneuerbare Energie ­verwendet wird. Mehr Infos: lorealparis.ch

Bild: Getty Images

Die beliebte Haarpflegemarke L’Oréal Paris geht einen Schritt weiter. Die Shampoos und Spülungen von Elseve haben eine neue Verpackung bekommen, die zu 100 Prozent aus recyceltem Plastik besteht und recycelbar ist. Innovative Pflege für anspruchsvolles Haar in nachhaltig produzierten Flaschen.


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Color Vive: Gefärbtes Haar ist besonders sensibel ­gegenüber ­äusseren ­Einflüssen. Die «Elseve ­Color Vive ­Routine» mit Pfingstrosen-­Extrakt und UV-Filter schützt das ­gefärbte Haar vor äusseren Umwelteinflüssen. Zudem verlängert sie die Leucht­ kraft der Farbe.

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KOLUMNE | 26.10.2020 | 51

Grosser Psychotest: Bin ich Antisemit*in? DER ANDERE BLICK Viele Menschen haben eine latent judenfeindliche Haltung, ohne sich dessen überhaupt bewusst zu sein. Gehören Sie auch zu diesem Personenkreis? Finden Sie es heraus mit diesem mehrheitlich ernst gemeinten Test.

1. Woran erkennen Sie einen Juden? a) an seiner riesigen Nase b) an seinem goldenen Palast c) an seiner Kippa c) Dass es körperliche Merkmale geben soll, an ­denen man einen Juden «erkennt», ist Nazi-­ propaganda. Auch, dass Juden extrem reich seien. Einzig die fromme beziehungsweise orthodoxe Kleidung enthält diesbezüglich einen Hinweis. 2. Was ist für Sie eine typisch jüdische Eigenschaft? a) Geiz b) Humor c) heimliche Mitwirkung an der Weltherrschaft d) eine jüdische Mutter

Thomas Meyer (46) Als Jude gehört der Schriftsteller zu den 0,2 Prozent der Bevölkerung, zu denen die übrigen 99,8 Prozent manchmal ein etwas merkwürdiges Verhältnis haben.

d) Es gibt auch keine charakterlichen Merkmale, die unter Juden besonders ausgeprägt vorkommen – weder positive noch negative. «Typisch ­jüdisch» ist ein verallgemeinernder und somit antisemi­tischer Gedanke. Und das mit der Weltherrschaft ist natürlich erst recht Humbug. Nur eins ist jedem Juden gemein: die jüdische Mutter. 3. Wenn Sie von jemandem erfahren, dass er jüdisch ist: Wie reagieren Sie?

a) Ich mache einen lustigen Witz über dicke Geldbörsen oder grosse Nasen. b) Ich beklage mich über die israelische Politik. c) Ich versuche, möglichst schonend mit dem armen Kerl umzugehen. d) genauso gelassen, wie wenn mir jemand sagt, er sei homosexuell d) Judenwitze sind inakzeptabel, weil sie respektlos sind. Die überschonende Behandlung ist zwar nicht antisemitisch, aber dennoch nicht ideal – ein Jude ist einfach ein ganz normaler Mensch, und sein Judentum ist keine Krankheit. Die Israelkritik hingegen ist in fast allen Fällen verhüllter Antisemitismus. Es gibt wirklich keinen Grund für ­irgendeine Reaktion. 4. Wenn Sie jemand – namentlich ein Jude – darauf hinweist, Sie hätten etwas Antisemitisches gesagt: Wie reagieren Sie? a) Ich frage nach, warum meine Aussage antisemitisch sei. b) Ich bin zu Tode beleidigt. c) Ich verweise darauf, dass ich kein Antisemit bin, also ein Irrtum vorliegen muss. a) Die meisten Antisemiten sehen sich nicht als anti­semitisch. Das schützt aber nicht davor, Klischees, wie «die Juden sind gierig», «die Juden sind geizig» oder «die Juden kontrollieren Hollywood», Glauben zu schenken und sie weiterzuverbreiten. Wenn ­Ihnen jemand Antisemitismus unterstellt, hat das einen Grund. Fragen Sie nach – und bitten Sie gegebenenfalls um Verzeihung. Niemand ist unfehlbar und niemand hat immer recht. MM

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MEINE MIGROS | 26.10.2020 | 53

Hautpflege für den Herbst Gerade jetzt strapazieren Wetterwechsel die Haut besonders. Die Linie pH-Balance bietet passende Produkte für die Prävention. Olivia Arnold, Leiterin Forschung und Entwicklung bei Mibelle, gibt Hautpflegetipps für kalte Tage.

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40 bis 50 Prozent der Menschen klagen laut Studien über Symptome wie Juckreiz, Spannungen oder Hautrötungen. Woran liegt das? Die Haut wird zwar durch den Säure­ schutzmantel gut vor äusseren Ein­ flüssen geschützt. Dennoch können Wetter- und Umweltbedingungen wie Wärme, Kälte, Heizungsluft oder Schadstoffe die Haut reizen. Auch eine zu geringe Flüssigkeitsauf­nahme, falsche Ernährung oder nicht zur Haut passende Kosmetik kann diese Reaktionen auslösen.

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Was können Betroffene tun? Empfindliche Haut benötigt eine ­besondere und sorgfältige Pflege, um den Säureschutzmantel zu ­erhalten. Eine Empfehlung ist, ­Pflegeprodukte zu benutzen, die ­einen pH-Wert im Bereich von 5,5 ­aufweisen. Dieser Wert bewahrt den natür­lichen Säureschutzmantel der Haut. Zudem sollten die Produkte milde Inhaltsstoffe und pflegende Wirkstoffe enthalten.

Bild: Nik Hunger

Welche Produkte erfüllen diese Anforderung? Unter anderen die pH-Balance-Linie der Migros. Sie wurde speziell für Menschen mit empfindlicher Haut entwickelt. Die Produkte reinigen und pflegen die Haut auf schonende Weise mit milden und hautver­träg­lichen Inhaltsstoffen und sind mit wertvollen Wirkstoffen wie ­Bisabolol und Dexpanthenol ­an­gereichert. Dank sorgfältig aus­ gewählter Inhaltsstoffe sind alle Produkte von pH-Balance sehr gut hautverträglich und eignen sich ­deshalb auch für die ganze Familie. Wie prüfen Sie, ob pH-Balance-­ Produkte wirklich wirksam sind? Die Produkte sind im Inselspital Bern klinisch getestet worden. Zu­ sätzlich wurde die Verträglichkeit dermatologisch bestätigt. Sie beugen Hautreizungen vor und sind für die tägliche Reinigung und Pflege ent­

Gesundheitstipp sehr gut Test Nr. 1/2019

Olivia Arnold, Leiterin des Bereichs Forschung und Entwicklung bei Mibelle, im Labor

wickelt worden. Die Produkte aus der roten Linie werden zusätzlich für sehr trockene Haut­typen ­empfohlen. Grundsätzlich ist ­pH-Balance auch für normale Haut geeignet. Wie wende ich das Duschgel und das Hautpflegeöl richtig an? Beim Duschen genügt es, das Dusch­ gel teelöffelgross in die Hand zu ­geben, kurz aufzuschäumen und auf dem Körper zu verteilen. Auch das Duschöl, das leicht schäumend ist, kann so angewendet werden. Das Hautpflegeöl trägt man nach

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dem Duschen auf der handtuch­ trockenen Haut dünn auf. Je nach Körperstelle reicht auch hier eine teelöffelgrosse Portion aus. Und Handcremen und Roll-On? Bei den Handcremen eine erbsen­ grosse Portion in die Hand geben und gut verteilen. Den Deo Roll-On von oben nach unten einmal unter den Achseln auftragen und trocknen lassen. MM Olivia Arnold ist Leiterin Forschung & ­Entwicklung für Naturkosmetik, Körper- und Zahnpflege bei Mibelle Group.

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54 | 26.10.2020 | FAMILIENAUSFLUG

Über Stock und Stein Vom Mittelland bis in die Berge: Unser Autor hat mit seinen fünfjährigen Zwillingen fünf Wanderausflüge ausprobiert. Text: Reto Vogt

Schuhe aus, Schuhe an

Von Alp zu Alp Fast alle Wege führen von der Bettmeralp zur Riederalp. Die kürzeste, aber bei Weitem nicht die schönste Strecke führt der Strasse entlang und ist in rund einer Stunde zu schaffen. Wer mehr Geduld und Ausdauer mitbringt, steigt zunächst den kurzen Weg zum Bettmersee ­hinauf. Von dort gehts Richtung Golmenegg-Seilbahn zum neuen Stausee im Scheene Bodu und ­weiter zum Blausee. Auf dem anschliessenden Panoramaweg zur Hohfluh bestaunen alle den Aletschgletscher und die Walliser Viertausender. Ab Hohfluh führt der mittelschwere Abstieg via Riederfurka zur Riederalp. Nach der rund vierstündigen Wanderung bringt einen der Bus 641 (Fahrplan ist ausgeschildert) in 20 Minuten zurück zur Bettmeralp. BETTMERALP–RIEDERALP VS, ca. 8 Kilometer, kostenlos

Je kälter es wird, desto schwerer fällt es, von Jakobsbad nach ­Gontenbad so zu wandern, wie es der Name des Wegs vorsieht: barfuss. Doch die knapp fünf ­flachen Kilometer, die problemlos in anderthalb Stunden zu bewäl­ tigen sind, lohnen sich auch mit (streckenweise) eingepackten ­Füssen. Gleich nach dem Start gibts einen Abschnitt mit verschiedenem Bodenbelag, Balanciermöglichkeiten und gar eine kurze Strecke in einem kleinen Bach. ­Anschliessend führt der Weg über Wiesen und Weiden sowie eine ­sagenhaft schöne Moorlandschaft. JAKOBSBAD–GONTENBAD AI,

ca. 5 Kilometer, kostenlos


FAMILIENAUSFLUG | 26.10.2020 | 55

«Isch s no wiit?» Die Frage kennt, wer mit seinen Kindern oft zu Fuss unterwegs ist. Das sorgt für Motivation und nötige Sicherheit: • Eltern kennen ihre Kinder am besten und können gut ­einschätzen, welche Strecken machbar sind. Besser klein anfangen und langsam steigern. Ebenfalls wichtig: reichlich Zeit und Pausen einplanen. • Wenn Kinder hie und da eine kleine Herausforderung zu meistern haben, motiviert sie das stärker weiterzuwandern.

Bilder: Reto Vogt, Stefan Rötheli/Appenzeller Tourismus, Erik Süsskind/RHB, Naturpark Diemtigtal/Martin Wymann, Keystone, zVg

• Es gilt, für Klein und Gross ­genug zu essen und zu trinken mitzunehmen. Kindern verleiht auch mal Süsses Energie: «Beim nächsten Wegweiser gibts einen Traubenzucker.»

Aller Anfang ist leicht Der Grimmimutz, ein Waldmandli, der Riese Spillgert und eine Pfefferhexe erzählen die Geschichte des Erlebniswanderwegs im bernischen Diemtigtal. Auf dreieinhalb (nicht komplett kinderwagentauglichen) Kilometern sorgen Spielposten, etwa Tannzapfenwerfen auf eine Zielscheibe, für Abwechslung und Spass. Je nach Spielfreude können sich Familien zwischen ­anderthalb und vier Stunden verweilen. Für die Verpflegung hat es unterwegs genügend Grillstellen und Feuerholz, um eine Wurst zu bräteln. Der Kiosk am Anfang des Wegs hat nur bei schönem Wetter und an Wochenenden geöffnet. Offiziell ist der gut ausgeschilderte, mehrheitlich flache Weg zwar nur bis Ende Oktober geöffnet, kann aber auch in Wintermonaten begangen werden. Dann sind einfach nicht alle Spielposten in Betrieb. GRIMMIMUTZWEG IN SCHWENDEN BE ,

Ausgangspunkt: Parkplatz Senggiweid ­(gebührenpflichtig), ca, 3,5 Kilometer, für ­Erwachsene Fr. 4.–, für Kinder Fr. 2.–

Bahnsinnige Erlebnisse Die Rhätische Bahn befährt im ­Albulatal eine der spektakulärsten Bahnstrecken Europas. Der so­ genannte Bahnerlebnisweg führt von Preda (das letzte Dorf vor dem Albulatunnel) hinab nach Bergün, in rund zwei Stunden stets den Gleisen entlang. Er ermöglicht so auch den einen oder anderen Schnappschuss vom berühmten roten Zug. Mit ein wenig Ausdauer reicht es vor dem Abstieg für einen anderthalbstündigen Abstecher zum Lai da Palpuogna, einem der schönsten Schweizer Bergseen ­etwas oberhalb von Preda. In ­Bergün wartet das gut gemachte Bahnmuseum Albula auf einen ­Besuch. Es zeigt die Hintergründe des Baus der Rhätischen Bahn und dessen Auswirkungen auf das Tal. Für Kinder gibts sowohl in Preda als auch in Bergün jeweils eine ­kleine Überraschung, wenn sie beim Start der Wanderung sowie im Museum Rätsel gelöst haben. PREDA–BERGÜN GR, ca. 7 Kilometer,

Bahnmuseum kostenpflichtig: ­Erwachsene Fr. 15.–, Kinder ab 6 Jahren Fr. 11.–

Sterne und wilde Tiere Das über 800 Jahre alte Schloss ­Kyburg bietet einen tollen Start­ punkt für Wanderungen – selbst wenn es geschlossen ist: Vom Burggraben führt ein steiler Wald­ lehrpfad hinab zur Töss. Dem Fluss entlang und durchs Steintobel gehts an zahlreichen Feuerstellen vorbei in 90 Minuten zum Eschen­ berg. Dort befinden sich ein ­Restaurant, eine ehrenamtlich ­betriebene Sternwarte und der 30 Meter hohe und über 130 Jahre alte Eschenbergturm mit Aussicht über die ganze Stadt Winterthur. Danach dauert es noch rund eine halbe Stunde bis zum kostenlos zugänglichen Wildpark Bruderhaus mit Hirschen, Wildschweinen, Luchsen und Wölfen. In die Stadt führt ein etwa 30-minütiger Ab­ stieg zur Haltestelle Breite, wo ­Busse zum Bahnhof verkehren. KYBURG–WINTERTHUR ZH,

ca. 5 Kilometer, Museum kostenpflichtig: Erwachsene Fr. 12.–, Kinder ab 6 Jahren Fr. 5.–, Wildpark-Eintritt gratis

• Spiele machen: Drucken Sie zu Hause eine Liste mit zehn Gegenständen aus – Eichel, Baumnuss, Feder, leere PET-­ Flasche, Schneckenhaus –, die gefunden und gesammelt werden müssen. Wer zuerst ­alles abgehakt hat, gewinnt. • Verbandsmaterial und ­Pflaster nicht vergessen, ebenso Ersatzkleider. Ansonsten sollten Eltern möglichst wenig Kilos mitschleppen. Es kann immer vorkommen, dass die Kleinen (kurz) getragen werden müssen. • Wer Höhepunkte wie ein ­Bergrestaurant für Glace und Sirup oder einen Spielplatz einplant, belohnt nicht nur die Kinder, sondern oft sich selbst. • Gute Wanderschuhe sind wichtig, um das Abrutschen zu verhindern. Zudem lohnt es sich, steile Stellen und schmale Wege vorab abzuklären und allenfalls einen Sicherheitsgurt zu verwenden.


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FINANZEN | 26.10.2020 | 57 Contentpartnerschaft

Die Geschichte wiederholt sich: Wie schon bei der Finanzkrise 2008/2009 haben die Noten­ banken in der Coronakrise ­erneut die Geldschleusen weit geöffnet, um den Konjunktur­ einbruch abzufedern und sicher­ zustellen, dass die Finanzmärkte funktionieren. Mit Anleihe­ käufen garantieren sie zudem die Tragbarkeit der steigenden Staatsschulden. Es ist vorerst nicht absehbar, dass Renditen von Staatsanleihen stark steigen werden – auch nicht in den USA, wo die Verschuldung besonders ansteigt. Solange die US-Noten­ bank die Leitzinsen nicht erhöht, hat auch die Europäische Zentral­ bank (EZB) wenig Spielraum für

Zinserhöhungen. Ebenso wenig kann es sich die Schweizerische Nationalbank (SNB) erlauben, die Zinsen zu erhöhen. Erstens hat der Euro gegenüber dem Franken weit weniger zugelegt als gegenüber dem US-Dollar. Zweitens ist die Wirtschafts­ krise längst nicht überwunden. Angesichts stabiler Leitzinsen für etwa die nächsten drei Jahre werden sich die Hypothekar­­ zinsen kaum mehr bewegen. Vor­übergehende krisenbedingte Ausschläge nach unten sind nicht auszuschliessen. Doch ­allzu viel Spielraum für noch ­tiefere Zinsen besteht nicht mehr. Wer in diesem Umfeld eher auf Nummer sicher gehen

will, wählt eine «konservative» Hypothekarstrategie und fixiert die aktuellen Zinsen mit Hypo­ theken von längerer Laufzeit für mehrere Jahre. Wer die Chance auf einen zwischenzeitlichen Rücksetzer bei den langfristigen Zinsen nutzen will, wählt eine «ausgewogene» oder eine«dyna­ mische» Strategie. Diese beiden Modelle umfassen Geldmarkt-­ basierte Hypotheken (Libor), bei denen man kurzfristig auf Fest­ hypotheken umsteigen und so ein eventuell noch etwas tieferes Zinsniveau erreichen kann. MM  Santosh Brivio, Senior Economist Migros Bank

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58 | 26.10.2020 | MIGROS LUZERN

Der Broccoli, der auch Spargel ist Influencer bezeichnen Bimi als Superfood. Doch eigentlich ist das in Hünenberg ZG wachsende Gemüse sehr bodenständig – es überzeugt sogar auf dem Kinderteller. Und doch kennen noch die wenigsten die knackig-zarte Vitaminbombe. Text und Bild: Christoph Riebli

Alles Handarbeit: Die zarten Bimi-­ Stängel aus Hünenberg schmecken leicht süsslich und ­erinnern an Spargel.


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ank Spitzenköchen und Trendsettern wie Jamie Oliver sind sie in Grossbritannien schon längst der absolute Hit. Gemeint sind die grünen, ­«zärtlichen Stängel» (englisch: ­Tenderstem), die bei Jonas Boog und seiner Familie in Hünenberg kniehoch aus dem Boden spriessen. Bei der Migros Luzern heisst die «Aus der Region»-­ Vitaminbombe schlicht und einfach Bimi. Ohne zu übertreiben, in diesem Gemüse steckt ­doppelt so viel Vitamin C wie in der gleichen Menge Orangen. ­«Zudem ist es einfach zu kochen, es gibt keine Rüstabfälle, und schmecken tut es auch noch gut», erklärt Jonas Boog. Klar, als Produzent eines in der Schweiz noch wenig bekannten Kohlgemüses muss er das ja sagen. Weit gefehlt: Bimi hat den eigentlichen Härtetest bereits bestanden. Und zwar am heimi-

schen Kindertisch: «Bei anderem Gemüse sind sie deutlich lau­ nischer», meint der Gemüsebauer lachend zur Reaktion s­ einer Kinder, die ein- und dreijährig sind. Denn ein paarmal pro Woche landet bei Boogs Bimi auf den Tellern. Bis jetzt ganz ohne Mätzchen oder Tischrevolten. Gegart, gedämpft, roh … egal

Von Pasta bis Curry, von Salat bis Sushi, «Bimi passt zu fast ­allem», sagt Jonas Boog überzeugt. «Egal ob im gehobenen Segment mit Raffinesse oder schlicht und einfach.» Für Letzteres schwärmt er selbst: «Gedämpfter Bimi, mit ­etwas Radieschen und einer Vinai­grette dazu!» Doch was ist jetzt so speziell an diesem grünen Gemüse? «Sein reichhaltiger, leicht süsslicher Geschmack, der knackige Biss und die saftig grüne Farbe.»Der Geschmack sei feiner als gewöhnlicher Broccoli und ­erinnere eher an Spargel. Bei

Tests mit Köchen aus der ­Um­gebung hätten diese gar ­Erbsen herausgeschmeckt, ­erzählt der Produzent weiter. Eigentlich ist Bimi eine ­Mischung aus chinesischem Kohl und Broccoli und wird auch Broccolini oder Spargelbroccoli genannt. Er kann blanchiert, ­gekocht, gebraten, gedämpft, ­frittiert, gegrillt oder sogar in der Mikrowelle zubereitet werden – seinem Geschmack und seiner Konsistenz bleibt er treu. Bimi schmeckt sogar roh, komplett vom Stiel bis zu den Rös­ chen, und wird bei der Familie Boog von Ende Mai bis Ende ­November vorsichtig von Hand geerntet und direkt an die Migros Luzern geliefert. MM

LUST AUF UNBEKANNTES?

Einmal saftig und exotisch Menüvorschlag: Bimi-Salat mit Randen, (Blut-)Orange und Chili-Vinaigrette (für zwei Personen) Vorbereitung: 10 Minuten Zubereitung: 5 Minuten Zutaten: Vinaigrette: 1 Knoblauchzehe, zerdrückt; 1 EL Olivenöl; 1 EL Rotweinessig; 1 rote Chili, fein gehackt; 2 EL Randensaft (vakuumverpackte Rote Bete, nicht eingelegt); Schale einer (Blut-)Orange; 1 Prise Meersalz

Für den Salat: 300 g Bimi (zum Anbraten 2 EL Oliven­ öl); 2 gekochte Randen; 2 (Blut-)Orangen, geschält und in Scheiben geschnitten; eine Handvoll geröstete ­Haselnüsse, grob gehackt Zubereitung: 1. Alle Zutaten für die ­Vinai­grette vermischen und ­abschmecken. 2. Randen in Stücke ­schneiden. 3. Bimi in einer Pfanne ­anbraten. 4. Orangen schälen und in Scheiben schneiden. 5. Salatzutaten auf einem ­Teller anrichten und mit Vinai­grette beträufeln. Mit Haselnüssen bestreuen.


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26.10.2020 | 61

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Rezepte auf ­migusto.ch

Rarität aus der Region Vater Roland und Sohn Claudio Steimen

hegen und pflegen in Hermetschwil eine der letzten grossen Quittenanlagen. Der Feuerbrand macht sie zu seltenen Früchten. Text und Bild: Christoph Riebli

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ie Reuss fliesst gemächlich nach Bremgarten. Nebenan und nicht weniger ­beschaulich bewegt sich der Tross hinter Susi Steimen durch die schmalen Alleen der Quittenkultur am Hermetschwiler Ufer. Seelen­ruhig lenkt die 77-Jährige den Traktor, fleissige Helfer­ hände, darunter auch Enkel Claudio, l­ egen derweil die reifen Früchte in den Anhänger. «Ja nicht j­ ufeln», ruft Sohn Roland Steimen den Erntehelfern in ­Erinnerung, «sonst gibts schnell Tätschen», also Flecken oder kleine Beulen vom festen Zu­ packen auf den Quitten. Rar und arbeitsintensiv

«Es steckt unglaublich viel ­Arbeit in dieser Kultur», erklärt Roland Steimen seine Fürsorge und zeigt stolz auf die beinahe 200 Aaren grosse Anlage, wohl eine der grössten verbliebenen Quittenflächen der Schweiz. Die Migros Luzern verkauft mit ­ihren «Aus der Region»-Quitten

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Kochen mit Quitten

der Steimens also eine Art ­Rarität. Obschon die Quitte, mit der bereits die Römer kochten, in der «Haute Cuisine» eine Renaissance durchläuft, bleibt das Angebot bescheiden. Der Grund dafür heisst Feuerbrand, die Pflanzenkrankheit: «In allen Anbaugebieten mussten in den vergangenen 30 Jahren die Hochstammbäume wegen Feuerbrands gefällt werden», sagt Steimen. Hier am Reussufer an der ­Luzerner Kantonsgrenze sei die Gefahr durch diese Krankheit weniger gross als anderswo, auch w ­ egen geringerer Nieder­ schlags­mengen. Dagegen gefeit sei aber auch er nicht. Nur sei das Risiko besser einzuschätzen, gerade auch ohne die Nachbarparzelle zu gefährden. Und diese gewisse Risikobereitschaft gehört fest zu Roland Steimen dazu: «Ich fackle nicht lange, sondern probiere aus», erklärt er seine Passsion für alles, was nicht 08/15 ist. Eine Ausnahme: Am liebsten isst er seine Quitten als Konfi auf Butterbrot. MM


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Genossenschaft Migros Luzern


RÄTSEL | 26.10.2020 | 67

Migros-Geschenkkarten zu gewinnen! Lösen Sie das Kreuzworträtsel und gewinnen Sie eine von 2 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken. Für die grüne Zusatzlösung winken 2 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 50 Franken.

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So nehmen Sie teil: Hauptpreis (oranges Lösungswort) Tel.: 0901 000 841 (Fr. 1.–/Anruf ) SMS: Senden Sie MMD1, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD1 STEMPEL Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: www.migmag.ch/raetsel (kostenlos) Zusatzpreis (grünes Wort) Tel.: 0901 000 845 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD5, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD5 WINTER Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: www.migmag.ch/raetsel (kostenlos) Teilnahmeschluss: Sonntag, 1.11.2020, 24 Uhr Gewinner Nr. 42 Hauptpreis: Silvia Huber, Buchs SG; Sigrid Hofer, Ebnat-Kappel SG Zusatzpreis: Manfred Wingeier, Zuchwil SO; Ursula Rusterholz-Oswald, Emmenbrücke LU Teilnahmebedingungen Gewinnspiele: Teilnahmeberechtigt sind alle Personen mit Wohnsitz in der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein, welche das 18. Altersjahr vollendet haben. Von der Teilnahme ausgeschlossen sind die Mitarbeitenden des Gewinnspielveranstalters sowie Gewinnspielvereine, automatisierte Dienste und weitere professionalisierte/gewerbliche Teilnehmende. Gewinner werden schriftlich benachrichtigt und mit Namen und Wohnort veröffentlicht.

Sudoku 2 × 100 Franken zu gewinnen

Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3×3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den orangen Feldern von links nach rechts. So nehmen Sie teil: Tel.: 0901 000 844 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD4, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD4 123. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: www.migmag.ch/sudoku (kostenlos) Teilnahmeschluss: Sonntag, 1.11.2020, 24 Uhr


PUNKTEN. SPAREN. ERLEBEN.

Die ganze Welt von Cumulus finden Sie unter www.migros.ch/cumulus Bei Fragen kontaktieren Sie bitte die Cumulus-Infoline: 0848 85 0848

CHALETS UND FERIENWOHNUNGEN FÜR WINTERFERIEN IN DEN WAADTLÄNDER ALPEN

2x PUNKTE

Aktionsdauer: gültig für alle Neubuchungen vom 24. Oktober bis 15. November 2020, mit Reisedatum zwischen dem 19. Dezember 2020 und 10. April 2021. Profitieren: Buchen Sie telefonisch unter 0840 84 88 88 oder direkt online unter www.interhome.ch/cumulus und geben Sie Ihre Cumulus-Nummer an. Reservieren Sie jetzt Winterferien in den Waadtländer Alpen und profitieren Sie von 2-fachen Cumulus-Punkten auf alle Interhome Chalets und Ferienwohnungen. Hinweis: Die gesammelten Punkte werden Ihnen nach der Anreise auf Ihr Cumulus-Konto gutgeschrieben. Weitere Informationen: www.interhome.ch/cumulus

BEI MIGROL MEHRFACH PROFITIEREN

5x PUNKTE

Angebot 1: Car Wash Vom 26. Oktober bis 8. November 2020 erhalten Sie 5-fache CumulusPunkte auf alle Migrol Waschdienstleistungen: (teilnehmende Stationen finden Sie unter www.migrol.ch). Gültig in Migrol Waschstrassen und Portalwaschanlagen sowie SB-Waschboxen (nur bei Kartenzahlung). Das Angebot ist nicht kumulierbar und nur gültig, wenn Sie Ihre Cumulus-Karte vor dem Zahlen vorweisen bzw. einscannen. Kunden, die mit der Migrol Private Card bezahlen und die Cumulus-Karte darauf hinterlegt haben, profitieren automatisch vom Angebot. Angebot 2: Heizöl und Holzpellets Bis zum 8. November 2020 erhalten Privatkunden pro Neubestellung bis 9000 Liter bzw. kg 1000 Bonuspunkte pro Bestellung extra gutgeschrieben (zusätzlich zu den üblichen 100 Cumulus-Punkten pro 1000 Liter bzw. kg).* Angebot 3: Tankrevision Bei Neubestellung bis 8. November 2020 und Ausführung bis 31. Dezember 2020 werden Privatkunden pro Tankrevisionsauftrag Fr. 50.– (nicht kumulierbar) und 1000 Bonuspunkte gutgeschrieben (zusätzlich zu den üblichen CumulusPunkten).* * Bestellen Sie mit Ihrer Cumulus-Nummer unter www.migrol.ch bzw. www.migrol-tankrevision.ch oder telefonisch unter 0844 000 000 (normaler Gesprächstarif).


RÄTSEL | 26.10.2020 | 69

Gewinnen Sie eine von 4 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! 4×

Quiz

Paroli

2 × 100 Franken zu gewinnen

2 × 100 gewinnen Füllen Sie dieFranken zehn Wörter inzu das Rätselgitter ein. Füllen Sie Sie die zehn Wörter das Rätselgitter Tragen diesich zehn Wörter in das Rätselgitter Die Lösung ergibt aus in den Buchstaben inein. den Feldern 1-5.ein. Die ergibt sich aus den Buchstaben den Feldern 1-5. DasLösung Lösungswort ergibt sich ausinden Buchstaben in den Feldern 1 bis 5.

Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. Wie nennt sich ein im Alpenraum verbreiteter Haustyp? A Cottage

M Datscha

S Chalet

Was steht oft auf einer Bergspitze? L Gipfelkrux

K Gipfelkreuz

U Gipfelkreis

Welcher Sportverband umfasst am meisten Vereine? E Swiss Sailing

A Turnverband

S Swiss Tennis

Wie nennt man einen Verwaltungsbezirk in Russland? N Oblast

R Glasnost

M Zürich

Aargau

1 1

D Wallis

Welches Wort stammt aus dem persischen Sprachbereich? A Pistazie

E Quark

O Schmetterling

Welches Musikstück gilt als der erste Millionenerfolg der Musikgeschichte? L After the Ball 1

2

R Get Happy 3

4

5

S Mood Indigo 6

7

Lösungswort

So nehmen Sie teil:

4 3 1 3

5 1 4 5 2

2 2

3 3

4 4

5 5

So nehmen Sie teil: Tel.: 0901 000 843 (Fr. 1.–/Anruf ) SMS: Senden Sie MMD3, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD3 HOTEL. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: www.migmag.ch/paroli (kostenlos) Teilnahmeschluss: Sonntag, 1.11.2020, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

Bimaru Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

Tel.: 0901 000 842 (Fr. 1.–/Anruf ) SMS: Senden Sie MMD2, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD2 ATEMZUG. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: www.migmag.ch/quiz (kostenlos) Teilnahmeschluss: Sonntag, 1.11.2020, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

Bimaru Lösung Nr. 43

Kreuzworträtsel Lösung Nr. 43

Sudoku Lösung Nr. 43

Was

koche ich heute? migusto.ch

2

A E

Lösung: Lösung:

T Oblade

Der flächenmässig drittgrösste Kanton der Schweiz ist … I

ALLERLE I AARGAUER ANF L EHEN BE FUGN I S BORUSS I A F L I EGEND BOTSUANA TNEST GLU D E Z I MA L E LAEST ERN E I SKANAL LA D E AL N P R EE M G L RU DETZKY RAN SE FGLAS I EREN SED T E ENAGER VERSAGEN URKANTON VOLLSPUR

P H I S H E T H I Z W I N G Paroli

P I N G E Lösung Nr. 43L I G R U I NE

U R M U T T E R

U N G E R E I R A N E T D E T E T Quiz

K E R N O B Lösung Nr. 43 S T VIERECK

Sudoku Gewinner Nr. 42

Paroli Gewinner Nr. 42

Quiz Gewinner Nr. 42

Hans-Peter Straub, St. Gallen; André Wenger, Monthey VS

Margrit Gander, Fahrni bei Thun BE; Lydia Zurkirchen, Ballwil LU

Eloisa Hagen, Gümligen BE; Heidi Mehr-Eberhard, Abtwil SG


70 | 26.10.2020 | MEINE WELT

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2

Mein Lieblingsprodukt «Den Klostergarten-Brusttee habe ich bei einer Erkältung vor vielen Jahren entdeckt. Ich finde ihn aber so gut, dass ich ihn auch sonst ­regelmässig geniesse.»

«Man sollte wach sein und etwas tun» In seinem neuen Film «Zürcher Tagebuch» geht Stefan Haupt den grossen Fragen der Gegenwart nach – auf sehr ­persönliche Art. Seine Kinder mischen auch diesmal wieder aktiv mit. Text: Ralf Kaminski Bilder: Roger Hofstetter


MEINE WELT | 26.10.2020 | 71

Bilder: Fontana Film, C-Film, Stefan Haupt

1 Mein Arbeitsort «Hier im Atelier plane ich neue Filme und treffe Schauspieler. Es ist Teil einer kreativen Bürogemeinschaft, die ich sehr schätze.» 2 Mein Film «Ich hoffe, mit dem ‹Zürcher Tagebuch› auch dem Publikum ein paar Gedanken mitzugeben. Wut oder Rückzug angesichts vieler Entwicklungen sind verständlich, aber dabei sollte es nicht bleiben. Man muss auch ruhig und wach sein – und etwas tun.» 3 Meine Kinder «Alle drei Töchter haben vor zwei Jahren bei ‹Zwingli› kleine Rollen gespielt, und mein Sohn lief schon als

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Name Stefan Haupt (59) Wohnort Zürich Das läuft bei mir «Nächste Woche startet mein neuer Film ‹Zürcher ­Tagebuch› in den Kinos. Nach ‹Der Kreis› und ‹Zwingli› ist es ein sehr ­persönliches Werk – ein Essay, in dem ich mein eigenes Unwohlsein über viele Entwicklungen der heutigen Zeit thematisiere und mit anderen ­dis­kutiere: die Polarisierung, das hohe Tempo, Ohnmachtsgefühle, aber ­zugleich auch Hoffnung und Aufbruch. Inzwischen arbeite ich bereits am nächsten Spielfilm, über die letzten anderthalb Jahre von Johann Sebastian Bach, dessen Musik ich über alles liebe. Regisseur wurde ich eher durch Zufall. Ich war Theaterpädagoge, als mich der WWF 1988 anfragte, für einen ­kleinen Film Drehbuch und Regie zu übernehmen. Zuerst traute ich mir das gar nicht zu, aber dann realisierte ich, wie viel Spass mir das macht.» Vorführung mit Stefan Haupt in Zürich: 3. 11. Lunchkino im Le Paris (12.15 Uhr), 4. 11. Premiere im Kosmos (19 Uhr); ab 5. 11. in weiteren Kinos

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Dreijähriger in ‹Utopia Blues› durchs Bild. Ich mag es, die Kinder am Set zu haben.» 4 Mein «Lieblingslokal» «Mittags hole ich mir gerne aus den Lokalen in der ­Umgebung des Ateliers etwas zu essen und setze mich ins bepflanzte Labyrinth des Zeughaushofs.» 5 Meine Feriendestination «Das Unterengadin ist quasi meine zweite Heimat. Mindestens einmal im Jahr bin ich zum Wandern und Ausspannen in Sent GR.» 6 Mein Verkehrsmittel «Ich bin in ­Zürich fast nur mit dem Velo unterwegs, egal bei welchem Wetter. Und ich habe entdeckt, dass Velos mit Kindersitz nicht geklaut werden – ist vermutlich einfach zu uncool.» MM


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