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Migros-Magazin-44-2018-d-AA

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Ausgabe Aare, AZA 1953 Sion Response Zentral, Psdg DP AG, Ent. bez.A 44631

Halloween

Zum Gruseln schön: 20 Seiten über die Nacht der bösen Geister

MM44, 29.10.2018 www.migrosmagazin.ch

Dossier ab Seite 7

Bugnplay: Gipfeltreffen der Digital Natives Seite 34

Bild: Sava Hlavacek; Illustration: Isabelle Bühler

Ärztelatein: Mehr Durchblick für Patienten Seite 76

Götterfrucht S. 39 | Kinderwissen S. 82 | Podcast-Boom S. 84 Bitte Wohnungswechsel der Post melden oder dem regionalen Mitgliederdienst: Tel. 058 565 84 01, E-Mail: dienstleistungen@migrosaare.ch


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MM44, 29.10.2018  5

Editorial

Sich seinen Ängsten stellen

Bilder: Jorma Müller, Patrick Hürlimann

Egal, ob man Halloween nun spassig oder doof findet, dahinter steckte ursprünglich eine Aus­einandersetzung mit Ängsten: vor Geistern, bösen Mächten, wiederauferstandenen Toten. Mit Ritualen und Verkleidungen hielten unsere Vorfahren diese Ängste in Schach. Heute fürchten wir uns vor anderen Dingen, weshalb Halloween sich in ein spassiges Kinderfest mit verspielter Gruselkomponente verwandelt hat.

Inhalt Dossier Halloween 7  Top oder Flop?

Promis im Halloween-Kostüm

10  Schrecken im Äther

39 Migusto

13  Grausige Geschichte

59  Konfitüre vom Feinsten 60  Der neue Kult-Eistee 61  Joghurt ohne Zuckerzusatz 63  Tipps für Adventskalender 65  Grüne Geschirrspülkraft

Wie Halloween entstand

14  Blut und Popcorn

Dennoch lassen sich einige dieser realen Ängste recht gut zähmen, wie uns der Psychologe Jürgen Margraf erklärt hat (S. 18). Besonders bei spezifi­ schen Phobien – etwa vor Tieren oder vor dem Fliegen – liegt die Erfolgsquote bei 80 bis 90 Prozent. Die Lösung heisst Kon­fron­ta­ tion: Wer erlebt, wie eine grosse Vogel­ spinne harmlos auf seiner Hand herum­ krabbelt, verliert seine Angst vor ihr.

Wenn Kindlifresser und Fulehung umgehen ... dann gute Nacht!

Franz Ermel, Leiter Redaktionen franz.ermel@mgb.ch

36 Schokoladenträume

Samuel Streiff ist die Stimme hinter dem «Schreckmümpfeli»

Eine Umfrage hat ergeben, welche Ängste heute dominieren: etwa die vor dem Klimawandel, vor ­Arbeitslosigkeit, mangelnder Altersvorsorge, schweren Krankheiten, vor machthungrigen ­Politikern, vor Ausländern, vor dem Fliegen oder ­davor, im Fahrstuhl eingeschlossen zu sein, vor Handystrahlung, Impfungen, Schlangen, Spinnen, Ratten. Gegen all das hilft Halloween nicht.

Leider funktioniert diese Konfrontationstherapie bei der Klimaerwär­ mung und der Altersvorsorge kein bisschen – schon gar nicht bei machthungrigen Politikern. Aber vielleicht könnte man denen an ­Halloween wenigstens ein paar missgelaunte Untote vor­ beischicken.

94

Die Redaktion verrät ihre ­Lieblingshorrorfilme

18 Interview

Angstforscher Jürgen Margraf über den Reiz der Furcht

24  Heimatlicher Horror 27  Beruf: Geisterjäger

Thomas Frei und Anita Voser ­bereiten dem Spuk ein Ende

Migros-Welt 34  Gamedesign für Kinder

Beliebte Bugnplay-Workshops

Kaki-Carpaccio mit Ziegenkäse

67  Neues aus Ihrer Region

Aktionen, Reportagen, News

Leben 73  «1, 2 oder 3?» 74 Reisen Per E-Bike in den Iran 76 Gesundheit Ärzte verstehen 79  «Stadt, Land, Stutz» 80 Familie Bettnässen 81  Migros Bank 82 Kinder Phänomen Rost 84 Digital Podcasts 87 Glücksgriff 88  Rätsel und Spiele 92 Cumulus 94  Meine Welt Clive Bucher

M-Infoline: Tel. 0800 84 0848 oder Fax +41 800 84 0848 (Ausland). www.migros.ch/kundendienst; www.migros.ch Cumulus: Tel. 0848 85 0848* oder +41 44 444 88 44 (Ausland). cumulus@migros.ch; www.migros.ch/cumulus Redaktion Migros-Magazin: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Tel. 058 577 12 12, Fax 058 577 12 08. redaktion@migrosmagazin.ch; www.migrosmagazin.ch * Normaltarif

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HALLOWEEN | MM44, 29.10.2018  7

Auf und neben der Rennstrecke ein Perfektionist: Formel-1-Pilot Lewis Hamilton hat sich vergangenes Jahr zu Halloween als «Batman»-Bösewicht ­Joker verkleidet.

Schreck, lass nach! Halloween

Bild: Gilbert Carrasquillo/FilmMagic/Getty Images

Nicht nur Kinder verkleiden sich gern zu Halloween – auch Promis feiern am 31. Oktober in grusligen Kostümen. Aber was hat es mit dem unheimlichen Fest auf sich? Woher kommt die Lust an der Angst? Und gibt es auch in der Schweiz unheimliche Traditionen? Wir bringen Licht in die Nacht der Geister.


8  MM44, 29.10.2018 | RUBRIK

Doppelt gruslig: Schauspieler Bruce Willis (links) und Filmproduzent Stephen J. Eads als «Shining»-­ Zwillinge. Den Rest des ­Jahres stilsicherer: Modedesigner Marc Jacobs als Bodybuilderin.

Verführerisches Duo: Schauspielerin Bette Midler begrüsst Modedesigner Michael Kors an ihrer Benefiz-Party Hulaween .

Ob Modeschöpfer Roberto Cavalli heimlich lieber ­Berufskollege Karl Lagerfeld wäre?

Kunstvoll: Sängerin Beyoncé als Frida Kahlo mit Ehemann Jay Z als Graffitikünstler Jean-­ Michel Basquiat. Mit ­dabei haben sie Töchterchen Blue Ivy.

It-Girl Kim Kardashian hat sich 2011 als Bad Girl ­Poison Ivy herausgeputzt. Model Cindy Crawford und Ehemann Randy Gerber tanzen im 70er-­ Jahre-Fummel durch die Halloween-Nacht.

Für viele Menschen der blanke Horror: Hinter diesem US-Präsidenten steckt ­Schauspielerin Meryl Streep.


HALLOWEEN | MM44, 29.10.2018  9

Bilder: Getty Images (10), SplashNews.com/Dukas, beyonce.com

Hilfe, die J­ ünger des ­Teufels sind los! Schau­ spielerin ­Calista ­Flockhart und ­Ehemann Harrison Ford im Heavy-­ Metal-Look.

Die Halloween-Queen: Heidi Klum als Trickfilmfigur Jessica Rabbit an ihrer ­letztjährigen «Heidi Klum Annual Halloween Party» in New York.

Hex, Hex! Wenn sich eine mit Halloween auskennt, dann «Scream Queen» Jamie Lee Curtis. Sie spielte die Hauptrolle im Film «Halloween – Die Nacht des Grauens» (1978).

Gut im Schuss: ­«Maroon 5»-­ Sänger Adam Levine als ­Ballermann Rambo.


10  MM44, 29.10.2018 | HALLOWEEN

Kult

Samuel Streiff spielt im TV-Krimi «Der Bestatter» mit und moderiert am Radio eine legendäre Gruselserie: «Das Schreckmümpfeli». In jeweils nur zehn Minuten sorgt diese Kultsendung zuverlässig für Gänsehaut. Text: Michael West  Bild: Sava Hlavacek

A

n einem klaren Früh­ herbstabend spaziert ­Samuel Streiff über den Stadtzürcher Friedhof ­Enzenbühl. Die weitläufige Park­ anlage ist menschenleer. Die Däm­ merung senkt sich auf getrimmte ­Hecken und Familiengräber, die von steinernen Engeln bewacht werden. Auf einem Rasen steht ein Reiher – so reglos, als sei er selber eine Skulptur. Der Ort passt bestens zur Fern­ sehserie, der Streiff einen Teil seiner ­Bekanntheit verdankt: Seit sechs ­Jahren spielt er im TV-Krimi «Der Bestatter» den fleissigen, aber ziem­ lich talentlosen Polizisten Reto ­Doerig, der immer im Schatten seiner Chefin steht. «Diese Figur hat mit der Zeit immer mehr Facetten bekommen und fast schon ein Eigen­ leben entwickelt», meint der 43-jährige Schauspieler. Denn das Fernseh­publikum erlebt Doerig mittlerweile nicht mehr nur als übereifrigen ­Beamten, sondern auch als Menschen mit enttäuschten Hoffnungen und Sehnsüchten. Serienkiller am Radio

Man kann der Figur Doerig vieles nach­sagen – aber nicht, dass sie jemals Angst macht. Dass Streiff auch das ­beherrscht, beweist er dienstags kurz nach Mitternacht auf Radio SRF 1. Dann läuft unter dem Titel «Das Schreckmümpfeli» ein Kurzhörspiel, das in nur zehn Minuten zuverlässig für Gänsehaut sorgt. Die Kultsendung beginnt immer gleich: Das Publikum hört einen wummernden Herzschlag

und ein gruselig verzerrtes Schlaflied. Anschliessend folgt eine Geschichte, die zügig auf eine unheimliche Pointe zuläuft. Es geht um Serienkiller oder um einen Wahrsager, der sein eigenes Ende ­voraussieht. Seit drei Jahren wird «Das Schreck­mümpfeli» von Samuel Streiff mit unheilvoller Stimme anmoderiert; er spielt auch einzelne Rollen in den Kurzhörspielen. Doch die Gruselserie gehört schon seit 1975 zum Radiopro­ gramm; sie hat als Dauerbrenner viele andere Sendungen überlebt. Der Schauspieler erklärt sich den Erfolg mit der speziellen Mischung aus Humor und Horror: «Als Zuhörer dürfen wir über Figuren lachen, die aus Gier, Eitelkeit oder Neid in die Katastrophe rennen. Und die Sen­ dungen sind sehr liebevoll gemacht.» Das zeigt sich etwa bei den Ton­ effekten. Obwohl sich heute jedes ­erdenkliche Geräusch digital abrufen lässt, setzen die Macher der Serie ­teilweise noch sogenannte Hand­ requisiten ein: Sie quietschen mit Scharnieren und knarren mit Holz, wenn sich ein Held durch ein Geister­ haus tastet. Um die Akustik von ­grossen oder kleinen Räumen zu erzeugen, werden im Zürcher Hör­ spielstudio Stellwände verschoben. Streiff begeisterte sich schon als Teenager für das «Schreckmümpfeli», hätte sich damals aber nie träumen lassen, dass er je daran mitwirken würde. Heute ist er in der Sendung nicht nur als Stimme präsent, ­sondern schreibt auch Geschichten dafür. Eine seiner Storys trägt den

­ itel «Der Parasit». Es geht darin um T zwei Wanderer, die sich in eine zerfal­ lene Klinik wagen. In dem Gemäuer treffen sie auf einen teuflischen Arzt, der Alter und Tod besiegt hat, dafür aber andere Menschen sterben lässt. Alte Häuser faszinieren

Zu dieser Geschichte inspiriert haben Streiff unter anderem Videos von s­ ogenannten Urban Explorers. Das sind Leute, die mit der Kamera verlassene Gebäude erkunden. «Es ist ­erstaunlich, was wir Menschen in entlegenen Landstrichen alles stehen lassen», sagt der gebürtige Zuger. Streiff ist ein echter Kenner des Gruselgenres, doch auf eine Frage weiss auch er nicht auf Anhieb eine Antwort: Warum gibt es eigentlich in der Schweiz so viele Krimischreiber, aber kaum einen Horrorautor? Es l­ iege vielleicht daran, dass es in ­Krimis am Ende meist eine Auflösung gebe, dass der Täter überführt sei und man danach beruhigt ins Bett gehen könne. «Im Horrorgenre gibt es diese Erlösung nicht», meint der Radiound Fernsehmann. «Man macht Monstern, Geistern und Untoten mit dem Strafgesetzbuch keinen Eindruck. Finstere Zwischenwelten, sich verschiebende Realitäten: Diese ­bedrohlichen Grautöne sind uns in der rationalen Schweiz vielleicht ­etwas unangenehm.» Nach diesem Fazit schlendert Streiff über den Kiesweg des Friedhofs davon. MM «Das Schreckmümpfeli» kann man hören auf www.srf.ch/play oder auf Youtube.


HALLOWEEN | MM44, 29.10.2018  11

«Finstere Zwischenwelten, sich verschiebende Realitäten: Diese bedrohlichen Grautöne sind uns in der rationalen Schweiz vielleicht etwas unangenehm.» Samuel Streiff, Schauspieler, Radiomoderator und Autor von Gruselgeschichten


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HALLOWEEN | MM44, 29.10.2018  13

Mythen und Historie

Kelten, Kirche, Kürbis Text: Sabine Lüthi  Illustration: Isabelle Bühler

Quellen: www.halloween.de; www.polizeinews.ch; wikipedia.org

Halloween und ­Christentum Halloween wird am 31. Oktober gefeiert. Der Name ist eine Umformung von «the Eve of All Hallows», zu Deutsch: der Abend vor Allerhei­ ligen, dem katholischen Feiertag am 1. November. Durch sprachliche Faulheit wurde All Hallows’Eve zu Hallows Even und schliesslich zu Hallowe’en. An Aller­ heiligen gedenkt die ­Katholische Kirche all ­ihrer Heiligen. Einen Tag ­später wird Allerseelen begangen, wo man der Verstorbenen und Toten gedenkt. Halloween war ursprünglich vor allem im katholischen Irland verbreitet. Die Iren, die in die USA ausgewandert waren, pflegten ihre Bräuche in Erinnerung an die Heimat und bauten sie aus.

Die Druiden und der Tod des Sommers Was hat die ­Rübenlaterne mit dem Teufel zu tun? Sehr viel – glaubt man dieser irischen Legende: Der geizige Hufschmied Jack begegnet am Vorabend vor Allerseelen in der Kneipe dem Teufel. Der Höllenfürst will Jacks Seele, dafür ­bezahlt er ihm das letzte Bier. Jack willigt ein. Der Teufel wird zur Münze, die in Jacks Portemonnaie landet, in dem sich jedoch auch ein Kreuz befindet. Dies ­verunmöglicht es dem Teufel, sich zurückzuverwandeln. Jack handelt ­einen totalen Freispruch aus. Gewonnen hat er dennoch nicht. Denn als er stirbt, erhält er weder im Himmel (schlechter Charakter) noch in der Hölle (Freispruch: Niemals wird der Teufel Jacks Seele holen) Einlass. Immerhin schenkt der Teufel ihm eine g ­ lühende Kohle, die er in eine Rübe steckt. Seither wandelt Jack O’Lantern mit seiner Rübenlaterne zwischen den Welten.

Die Ursprünge von Halloween sind unter den Historikern umstritten. Traditionelle Bräuche und ­religiöse Vorstellungen verschmolzen im Lauf der Zeit zu einem neuen Brauchtum. Viele glauben, der Brauch gehe z­ urück auf die Zeit der Kelten und ihrer heid­nischen Priester, der Druiden. Vor 2000 Jahren waren sie die Könige des Okkultismus. Hexerei und Satanismus ­sollen ihre Geburt den Druiden verdanken – und ebenso Halloween, von den Kostümen bis zu den Gruselgeschichten. Die keltischen Priester feierten zwei spezielle Nächte pro Jahr: Beltane (1. 5.: ­Geburt des Sommers) und Samhain (1. 11.: Tod des Sommers). Samhain, glaubten die Druiden, lasse den mystischen Schleier verschwinden, der die Toten von den Lebenden trennt. Es war eine Nacht, in der Tod und Hölle gefeiert w ­ urden, eine Nacht der Men­ schenopfer. Wenn heutzutage Kinder an Halloween durch die Strassen ziehen, kann man sich denken, wer einst von den Druiden geopfert wurde.

Die Amerikanisierung

Der Kürbis und sein blutiger Zweck Eine makabre Legende erklärt, wie der Kürbis ins Spiel kam: Auf die Schwelle des Hauses, in dem das Kind wohnte, das die Druiden für das Menschenopfer ausgewählt hatten, stellten sie einen ausgehöhlten Kürbis. Wurde ihnen das Opfer verweigert, ­töteten sie bis zum nächsten Morgen sämt­ liche Hausbewohner. Haben Sie gewusst, dass noch heute sogenannte neuzeit­liche Druiden existieren? Denken Sie daran, wenn Sie den nächsten Kürbis vor Ihr Haus stellen. In Grossbritannien wird Druidentum seit 2010 offiziell als steuerbefreite Reli­gion anerkannt.

Die Einwanderung der Iren ab 1840 trägt entscheidend dazu bei, dass die All-Hallows’ Eve-Bräuche in den USA populär werden. Von der Grünen Insel bringen sie auch die Tradition des Schnitzens von ­Gemüselampen mit, wobei sich die Kürbisse durchsetzen. Viele der Bräuche verlieren fernab ihrer Heimat den histo­ rischen Sinn und werden vor allem zur Unterhaltung zelebriert. So entwickelt sich das Halloween-Fest zu der Art gruseliger Herbst­ fasnacht, die es heute ist. Etwa seit der Jahrtausendwende kehrt der Brauch nun nach Europa zurück.


14  MM44, 29.10.2018 | HALLOWEEN Typologie der Angst

mi t faszinier tem en tse tzen Kaum ein Filmgenre polarisiert wie der Horrorfilm. Und doch gibt es auch in der Redaktion des Migros-Magazins einige, die solche Streifen regelmässig schauen. Ein paar Erfahrungsberichte. Bild: Christian Schnur

Frittierte Auberginen gegen die Angst

«Schaue ich einen Dokumentarfilm über die Serengeti, k ­ omme ich ins Schwitzen, wenn sich ein Leopard der Antilopenherde nähert. So war ich schon immer. Und doch habe ich als 14-Jährige den heute als Horrorklassiker geltenden ‹Tanz der Teufel› mehrmals gesehen, als er noch verboten war. Die Frage ‹warum?› ist schnell beantwortet: Ich war verliebt. Er hatte dichtes ­lockiges Haar, so dunkel wie sein liebstes Filmgenre. Heute ver­meide ich Horrorfilme, schaue aber immerhin Serien, die bis­weilen spannungsgeladener sind als Antilopendramen. Wird es mir zu viel, ziehe ich ein Kochbuch aus dem Regal und ­vertiefe mich in R ­ ezepte. Frittierte Auberginen und sautierte Eierschwämmli ­beruhigen mich sehr.» 4 Monica Müller (44), Redaktorin Anruf des Grauens

«Vor einigen Jahren sah ich mir im Kino ‹The Ring› an. Für alle, die diesen Streifen nicht kennen: Es geht um ein böses Mädchen, das in ­einem Ziehbrunnen ertrunken ist und nun als Gespenst unschuldige Menschen terrorisiert. Es kündigt ihnen mit einem Telefonanruf den Tod an, einige Tage später kommen die Opfer auf grässliche Weise ums Leben. Wer schlecht erreichbar ist, entgeht seinem Schicksal trotzdem nicht: Auch eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter reicht aus, um das Unheil in Gang zu setzen.

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HALLOWEEN| MM44, 29.10.2018  15

Als ich aus dem Kino kam, war die Stadt in dicken Nebel ge­hüllt – die Leute auf den Trottoirs sahen aus wie graue Gespenster. Ich fuhr mit dem Tram heim und schloss die Tür zu meiner Wohnung auf, in die ich gerade erst eingezogen war. Ich fand den Lichtschalter nicht sofort. Aber in der Dunkelheit blinkte die rote Lampe meines ­alten Anrufbeantworters. Als ich auf die Taste des Geräts drückte, hörte ich eine unheimlich krächzende Frauenstimme. Es dauerte eine Weile, bis ich die Nachricht endlich verstand:

Es war eine schwer erkältete Kollegin, die eine Verabredung absagen musste.» 1 Michael West (54), Redaktor Der Schrei im Kino

«Wer mich kennt, weiss: Ins Kino muss man nicht mit mir. Essen ­gehen, trinken, ein­kaufen – ja, womöglich macht mir sogar der Frühlingsputz mehr Freude. Ich bin nämlich bei Filmen äusserst inflexibel, was das Genre betrifft. Komödien gehen. Und Romanzen. Alles andere löst bei mir Herzrasen aus. Warum ich mehr Rosamunde Pilcher als Agatha

Die Redaktion des MigrosMagazins schaut gemeinsam einen Horrorfilm.

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‹Dieser Film ist für Zuschauer unter 18 Jahren nicht geeignet.› Ist der Warnhinweis da, bin ich weg. zu gross ist die Angst vor der Angst. Volljährig? Nicht, wenns um Grusel geht. Manchmal wählt mein Freund den Film aus. Welch ein Horror! Ich bleibe zwar, aber schotte mich ab: Aguenbinde, Ohrenschutz - kommt jetzt ein Mörder, merke ich nichts. 3 Lisa Stutz (25), Redaktorin

Christie bin, weiss ich auch nicht genau. Aber in der Öffentlichkeit würde ich einen toughen Film jedenfalls nie mehr schauen – nicht nach meinem traumatisierenden Erlebnis an der Presse­ visionierung von ‹Sennen­ tuntschi› um 9 Uhr morgens. Er­innern Sie sich an die Szene, in der plötzlich die blutige Hand über die Scheibe rutscht? Ich habe damals mitten im Kino laut losgeschrien. Neben mir sass niemand gerin­gerer als Wolfram Knorr, der Überfilmkritiker. 5 Yvonne Zurbrügg (34), Redaktionsleiterin Ab und zu lieber mit Licht

«Ich schaue diese Filme schon seit meiner Jugend und bin relativ abgebrüht. Was auch daran liegt, dass die Geschichten meist ähnlich erzählt werden und Schockmomente mich nur noch ausnahmsweise überraschen

können – umso cooler, wenn es doch mal wieder passiert wie kürzlich bei ‹Hereditary›. Ich bevorzuge aber klar übernatür­ lichen Horror; mit explizit gezeigter, real wirkender Gewalt habe ich ­zunehmend Mühe. Da schaue ich dann auch mal kurz weg oder v­ erzichte gleich ganz. Bei Filmen, in denen irgendwas Gefährliches im Dunkeln lauert, funktioniert der Gruseleffekt erstaunlicherweise bis heute bestens. Sehe ich so was allein zu Hause, schalte ich meist in einem Nebenraum das Licht ein. Sicher ist sicher.» 6 Ralf Kaminski (49), Redaktor Zombies – oder wie ich lernte, den Grusel zu lieben

«Mit zehn hatte ich wegen ­‹Titanic› schlaflose Nächte. Nicht weil mich das Liebes­drama so mitgenommen hätte, sondern wegen der ­Sache mit dem Eisberg. Bereits da merkten meine Eltern, dass ich eher zartbesaitet bin. Es folgten behütete Jahre mit Disney, ehe ich mit 14 bei Schulfreunden zu Hause die nächste schlimme Erfahrung machen musste: Sie zeigten mir ‹Saw›. Aber nicht etwa chrono­ logisch, nein, sie spulten von einer schlimmsten Szene zur nächsten. Etwas später folgte ein Film über Aliens (den ich so sehr verdrängt habe, dass mir der Titel nicht mehr einfällt). Über meine grosse Liebe für ­Serien schlich sich der Grusel dann aber doch ein. Denn irgendwann waren all die ‹Friends›, ‹Gilmore G ­ irls› und ‹O.C. Californias› geschaut, und ich musste mich neu orientieren. Ich begann vorsichtig mit ‹The Sopranos›, probierte es als Nächstes mit ‹Game of Thrones› und wagte mich schliesslich – unter Gruppendruck! – an ‹The Walking Dead›. Zwei Wochen lang schlief ich, wenn ­überhaupt, nur bei Licht. Aber ­wegen meiner Freunde schaute ich trotzdem weiter. Und siehe da: ­Inzwischen lache ich, wenn ein ­verwester Zombie bei spannungsgeladener Musik überraschend ins Bild tritt, und schlafe danach wie ein Baby. Ans Gruseln kann man sich gewöhnen.» 2 Dinah Leuenberger (29), Volontärin


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Tipps

Texte: Ralf Kaminski, Michael West

Grusel­story. Die Geschichten sind oft e ­ rstaunlich politisch: In einer Folge fällt ein Rassist durch ein Zeitloch in die Vergangenheit und landet im Berlin der 30er-Jahre. Dort wird er von einer Nazihorde durch die Strassen gehetzt.

sie rund um die Uhr wach bleiben, sind sie vor Krueger sicher. Dieser Klassiker von Gruselmeister Wes Craven verwischt dauernd die Grenze zwischen Traum und Wirklichkeit: Nie weiss der Zuschauer, ob die Helden noch in der Realität oder schon im Albtraumreich des untoten Killers sind. Gruselfaktor: (2017)

(1978–2018) Der Halloween-Klassiker Pünktlich zum 40-Jahr-Jubiläum und rechtzeitig zum Gruselfest kommt eine weitere Fortsetzung von John Carpenters Horrorklassiker «Hallo­ween» in die Kinos (die zehnte, um genau zu sein). Der Originalfilm von 1978 und seine Musik genies­sen heute Kultstatus, er gilt als erster richtiger Slasher-Film – eine Unterkategorie des Genres, in dem ein Killer jeweils eine Gruppe von Teenagern nach und nach dezimiert. Im Klassiker von damals stellt der psychisch gestörte M ­ ichael Myers (Nick Castle) in der Halloweennacht diversen Teens e ­ iner US-Kleinstadt nach, unter a­ nderem Laurie Strode (Jamie Lee Curtis). Beide Darsteller sind nun auch in der Neuverfilmung wieder dabei, die sich direkt auf die Ereignisse im Original bezieht. Gruselfaktor:

(1959–1964) Grusel am Laufmeter Diese ­Mystery-Kultserie lief auf dem amerikanischen Sender CBS. Sie bietet viel Atmosphäre und starke Schwarz-­Weiss-Bilder, die an kunstvolle Holzschnitte erinnern. Jede der 156 Episoden erzählt eine in sich abgeschlossene

Gruselfaktor:

(1984) Herr der Albträume Ein Lynchmob hat den Serienkiller Freddy Krueger umgebracht. Doch der Mörder mit dem Narben­ gesicht treibt weiter sein Unwesen: Als Gespenst dringt er in die Träume von Jugendlichen ein und bringt sie im Schlaf um. Nur wenn

Spass und Musik statt Grusel Am «Dia de los Muertos» gedenkt man in Mexiko mit farbigen, fröhlichen Feiern der eigenen Ahnen. In dem seit Jahren mit Abstand besten Pixar-Animationsfilm gerät ein Junge an diesem Tag aus Versehen ins Reich der Toten; dort stösst er auf viele nette Skelette, ein hochverehrtes Musikeridol und ein altes Familiengeheimnis. Die mit

mutlich wurden die roman­tischen Schönlinge à la «Twilight» oder «The Vampire Diaries» schlicht zu langweilig. In «30 Days of Night» hingegen sind die Vampire noch richtige Monster, die über eine Kleinstadt in Alaska herfallen, kurz nachdem die Sonne sich dort für einen ganzen Monat verabschiedet hat. Die wenigen verbliebenen Bewohner des abgeschiedenen Orts sind der Vampirgruppe somit rund um die Uhr ausgeliefert. Bis der Sheriff sich mit einer kleinen Gruppe Überlebender zum Gegenangriff entschliesst. Eine originelle, ziemlich blutige Variation des Genres. Gruselfaktor: (2007)

sprühender Fantasie inszenierte Geschichte macht nicht nur Kindern Spass – und berührt gleichzeitig mit ihrem Tiefgang. Gruselfaktor:

(2007) Büffet für Blutsauger Vampire sind in den letzten Jahren etwas aus der Mode gekommen. Ver-

Ewiger Hotelgast Ein abgebrühter Schreiber (John Cusack) verdient sein Geld mit reisserischen Sachbüchern über Spukhäuser. Er selber glaubt aber nicht an Geister –


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HalloweenRezepte Passend zum Film ein schauriger Snack: www.migusto.ch/ halloween

bis er in einem verwunschenen Hotelzimmer übernachtet. Bald merkt er, dass die Tür zu Zimmer 1408 in Wirklichkeit die Pforte zu einem gruseligen Paralleluni­ver­ sum ist. Als Zuschauer verfolgt man fasziniert, wie der Held aus der übernatürlichen Falle auszu­ brechen versucht. Der spannende Streifen beruht auf einer Kurz­ geschichte von Stephen King und gehört zu den besten Verfilmungen seiner Stoffe. Gruselfaktor:

Bilder: Ryan Green/Universal Pictures International, Keystone (7),Ryan Green/AMC

(seit 2010) Überleben in der Zombiewelt Eine furchtbare Apokalypse hat die Menschheit dahingerafft und aus den meisten Zombies gemacht. Die wenigen Verbliebenen kämpfen ums Überleben – nicht nur wegen der Zombies. Einerseits sind nach dem Zusammenbruch der Zivilisa­ tion die simpelsten D ­ inge eine Her­ ausforderung (kein Strom, keine Läden), andererseits finden weiter­ hin zwischenmenschliche Dramen statt. So bilden sich zum Beispiel neue Gemeinschaften, die mitein­ ander rivalisieren oder in denen autokratische und demokratische Vorstellungen miteinander kollidie­ ren. Die TV-Serie, deren neunte Staffel gerade angelaufen ist, ba­ siert auf der seit 2003 laufenden gleichnamigen Comic-Serie. Gruselfaktor:

(1997–2003) Cheerleader als Vampirjägerin Auf den ersten Blick ist Buffy Sum­ mers ein cooles High-School-Girl, doch wenn es Nacht wird, jagt das Mädchen ­Vampire und Dämonen. Denn sie ist der Slayer, eine mythische Figur, die die Kräfte der Hölle im Zaum halten soll. Die sind in der kalifor­nischen Kleinstadt Sunnydale deshalb so stark, weil der Ort direkt über einem Portal zur Unterwelt sitzt. Unterstützt von einem Mentor und einigen Freun­ den, rettet Buffy über sieben Staffeln nicht nur zahllose Leben,

(2016)

sondern manchmal gleich die ganze Welt. Joss Whedons Serie geniesst in Genrekreisen längst Kultstatus, nicht zuletzt wegen der ungewöhn­lichen Mischung aus High-School-Drama, Komödie und Grusel, aber auch wegen vieler origineller Drehbuchideen. Derzeit wird an einer Neuauflage gearbeitet. Gruselfaktor:

Horror im Dunkeln Ein mordlustiger Dämon terro­ risiert eine Familie. Zuerst zeigt sich das Ungeheuer nur in finsteren Nächten. Doch mit der Zeit erweitert es seinen Aktionsradius und kann auch tagsüber plötzlich aus einem Schatten springen. Raffiniert spielt dieser Film mit der Urangst vor der Dunkel­ heit. Wer «Lights Out» gesehen hat, muss mit hohen Stromkosten rechnen. Denn nach diesem Film möchte man nachts am liebsten alle Lichter brennen lassen. Gruselfaktor:


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Jürgen Margraf

«Urängste können leicht provoziert werden» Es kann Spass machen, sich zu gruseln, solange man sicher ist, dass einem nichts passieren kann, sagt der Angstforscher Jürgen Margraf. Ein Gespräch über evolutionäre Urängste, die Befreiung von Phobien und das Für und Wider von Halloween. Text: Ralf Kaminski Bilder: Alexander Basta


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Jürgen Margraf, viele Menschen ­ geniessen Halloween und Horrorfilme. Woher kommt diese Lust an der Angst? Entscheidend ist die Gewissheit, den Schre­ cken kontrollieren oder vorhersagen zu kön­ nen. Nur dann kann Angst Spass machen, nur so entsteht dieser aufregende, spannen­ de Kitzel. Sobald man die Situation nicht mehr im Griff hat, verschwindet der Spass. Es ist zwar gruslig, aber es kann mir nicht wirklich etwas passieren. Genau. Und dann gibts Leute, die mögen ­dabei ein bisschen mehr Ungewissheit als andere. Dieser Unterschied zeigt sich ­übrigens schon bei Kleinkindern. Wie das? Wenn man einem Säugling überraschend ein Tuch über den Kopf wirft und wieder wegzieht, erschrecken die meisten im ersten Moment. Aber wenn sie merken, dass nichts Schlimmes passiert, finden einige es witzig und möchten mehr davon. Andere nicht. Es gibt Leute, die können bei Horror­ filmen fast nicht hinschauen – trotzdem schauen sie sie. Offenbar ist der Reiz ­stärker als die Angst? Es geht um die Intensität des Gefühls. ­ Ich hatte früher eine Studienkollegin, die Horrorfilme schaute, obwohl sie sie fast nicht aushielt. Spätabends rief sie dann an und sagte, bitte komm sofort, ich habe gera­ de diesen schrecklichen Film gesehen. Sie wusste, dass die Aufregung für sie eigentlich zu viel war, hatte die Intensität aber zu sehr ­genossen, um darauf zu verzichten. Diese Suche nach Spannung und Erregung kennt man auch bei Extremsportarten. Der Me­ chanismus ist sehr ähnlich. Einige gucken sich gern auch richtig harte Filme an, und es gibt die Befürchtung, dass Horrorstreifen und Gewaltspiele ge­ rade Jugendliche verrohen und zur Nach­ ahmung verleiten könnten. Hat das was? Das ist ein weites Forschungsfeld, und weil sich hier auch diverse Wirtschaftsinteressen bündeln, finden sich eine Menge gesponser­ te Forschungsresultate, wie bei Tabak, Alko­ hol oder Zucker. Ein paar seriöse Erkennt­ nisse gibt es aber schon: Wer viel Gewalt schaut, hat ein höheres Risiko, selbst gewalt­ tätig zu werden. Dies gilt insbesondere für Menschen in sozial instabilen Situationen. Und bei den meisten stellt sich ein gewisser Gewöhnungseffekt ein: Auf ihren ersten Film mit expliziten Gewaltdarstellungen ­reagieren fast alle mit Ekel. Einige hören dann auf, andere schauen weiter und finden diese Szenen zunehmend weniger schlimm. Wo liegen die Gründe, sich so etwas anzusehen? Gruppendruck spielt oft eine Rolle. Aber auch andere Motive: Sozial stabile und

c­ harakterlich starke Menschen schauen sie ­vielleicht, um mal etwas anderes zu erleben. Menschen, die viel Leid erfahren und ein eher instabiles Leben haben, können sich beim Schauen stellvertretend über andere erheben, sogar Frust oder Wut abreagieren. Wovon hängt es ab, ob man eine Neigung zur Angstlust hat oder nicht? Es ist grundsätzlich genetisch verankert, wird jedoch stark durch Umwelteinflüsse ­geprägt, etwa im Spiel mit den Eltern. Da macht man zwar aufregende Dinge, lernt aber auch, dass die kontrollierbar sind. Wie entstehen unkontrollierbare Ängste und Phobien? Auch da spielen Gene und Umwelt eine ­Rolle, wie Studien an Affen gezeigt haben. Grosse Fressfeinde von Affen sind Würge­ schlangen. Setzt man einen wilden Affen in einen Käfig und legt etwas Schlangen­ ähnliches davor, reagiert er mit Angst. Einen in Gefangenschaft aufgewachsenen Affen ­hingegen kümmert das nicht. Der Clou ist: Erlebt der zahme Affe mit, wie der wilde auf die «Schlange» reagiert, macht er das in zwei

«Eine Kultur ohne Ängste existiert nicht.» Jürgen Margraf, Psychologe

Dritteln der Fälle beim nächsten Mal genau­ so. Bei Objekten, die keine Ähnlichkeit mit Schlangen haben, hingegen funktioniert es nicht. Das heisst, dass der Erwerb von Schlangenfurcht bei Affen genetisch vor­ geprägt ist – es braucht ganz wenig, damit dieses Lernen stattfindet. Und so ist es auch bei vielen menschlichen Ängsten. Aber wieso haben Kinder Angst vor der Dunkelheit oder dem Monster unter dem Bett, obwohl sie weder entsprechen­ de Geschichten noch Filme kennen? Das Monster unter dem Bett ist ein Klassi­ ker, der sich aus unserer evolutionären Ver­ gangenheit erklärt. Unsere Vorfahren ha­ ben, wie Affen, auf Bäumen geschlafen. Und wer war da neben der Schlange unser gröss­ ter Feind? Der Leopard, der von unten den

Baum hochkletterte und uns mit grossen Zähnen attackierte. Viele Phobien gegen­ über Tieren lassen sich so erklären, auch die Angst vor Spinnen. Das waren einst grosse reale Gefahren. Heute hingegen kenne ich niemanden, der je von einer Spinne gebissen worden wäre, hingegen ganz viele, die schon von Wespen gestochen wurden. Dennoch begegnen wir in unserer Arbeit hier vielen Spinnen-, aber keinen Wespenphobikern – bei über 2000 Patienten pro Jahr. Das sind also evolutionäre Urängste, die von Geburt an in uns stecken? Genau. Wenn es im Dunkeln im Urwald im Gebüsch raschelt und knackst, gibt es zwei Möglichkeiten der Reaktion: schnell weg­ rennen oder sich sagen, ach, im Urwald ­raschelt es immer irgendwo, das wird schon nichts Schlimmes sein. Aber wer wegrannte, hatte bessere Überlebenschancen – die Ängstlichen und ihre Gene setzten sich also durch. Ängste sind zwar genetisch angelegt, aber kulturell überformt. In einigen Teilen der Welt fürchtet man sich eher vor dem ­bösen Blick oder davor, dass der Penis nach innen in den Körper wandert und einen ­tötet, in anderen vor radioaktiver Strahlung oder Impfungen. Klar ist, dass Urängste auch bei Erwachsenen leichter provoziert werden können als andere. Weshalb spielt das Übernatürliche bei Kinderängsten eine so grosse Rolle? Das hat auch mit der sprühenden kindlichen Fantasie zu tun. Aber nicht nur Kinder, auch viele Erwachsene fürchten sich vor imagi­ nären Mächten, die sie für wahr halten. Oder vor realen Dingen, die mit ihnen aber eigentlich nichts zu tun haben. Bekommt man als Kind mit, dass die Eltern zum Fluss­ gott beten, hält man den für real und mäch­ tig. Wir hatten hier in der Klinik kürzlich ­einen Neunjährigen, dessen grösste Angst der Klimawandel war, auch das eindeutig von den Eltern beeinflusst. Die erste Angst ist übrigens nicht die vor der Dunkelheit. Sondern? Es gibt typische Entwicklungsstufen. Die erste Angst, etwa mit acht Monaten, ist die vor dem Unbekannten, dem Fremden. Pa­ rallel dazu kommt die Angst, von wichtigen ­Bezugspersonen getrennt zu werden. Etwa mit sechs Jahren beginnt die Angst vor der Dunkelheit, vor Tieren, dem Monster unter dem Bett. Mit etwa zehn bis zwölf folgt die Angst vor der Bewertung anderer und noch später jene um die körperliche Gesundheit. Das ist bei allen gleich? Im Durchschnitt ja, natürlich gibts auch ­immer Abweichungen. Und die allererste Angst ist also die vor dem Fremden. Sitzt das deshalb bei vielen auch später noch so tief?


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HALLOWEEN | MM44, 29.10.2018  23

Meines Wissens gibt es keine Studien, ob Fremdenangst bei Säuglingen direkt etwas mit der Xenophobie bei Erwachsenen zu tun hat. Bei Säuglingen lösen vor allem un­ bekannte grosse Männer mit tiefer Stimme und Bart Ängste aus. Die Vermutung ist, dass auch hier evolutionäre Instinkte eine Rolle spielen. Bei Affensippen töten neue Alpha­ männchen häufig die Kinder von Neben­ buhlern. Auch bei Menschenkindern ist das Risiko dramatisch höher, durch Gewalt zu sterben, wenn sie mit einem Stiefvater auf­ wachsen als mit dem eigenen Vater.

Zur Person

Der Angst auf der Spur Jürgen Margraf (62) ist Professor für ­Klinische Psychologie an der Ruhr-­ Universität Bochum (D). Er arbeitet ­regelmässig mit Angstpatienten. Von 1999 bis 2010 unterrichtete er an der Univer­ sität Basel, 2012 bis 2014 war er Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychologie. Margraf lebt in Bochum und ist mit einer Psychologin verheiratet. Die beiden haben zwei erwachsene Kinder.

Unterscheiden sich Ängste je nach Kultur? Die Art der Ängste schon, nicht aber die Struktur. Man fürchtet etwas, fängt an, das zu vermeiden, was die Angst wachsen lässt, und ebenso das Vermeidungsverhalten, und am Ende geht dann gar nichts mehr. Das funktioniert immer gleich. Eine Kultur ohne Ängste existiert nicht – die wichtigsten Angststörungen finden sich überall. Welche sind das? Die spezifische Phobie, also etwa Angst vor Spinnen, Schlangen oder dem Fliegen, die soziale Phobie, also Angst im Umgang mit anderen, die Agoraphobie, die Angst an potenziell gefährlichen Orten Angst zu be­ kommen. Hinzu kommen Panik als Reaktion auf bestimmte Körperempfindungen sowie die generalisierte Angst, also chronische Grübler. Schliesslich noch Zwangsstörun­ gen, etwa Menschen, die sich dauernd die Hände waschen, und posttraumatische ­Belastungsstörungen nach schlimmen Er­ lebnissen. Solche klinischen Ängste erhöhen zudem oft die Wahrscheinlichkeit, dass es später zu Depressionen kommt. Die positive Botschaft ist: Man kann das behandeln und fast immer verbessern. Kann man diese Störungen auch heilen? Garantien gibt es nicht, aber bei den spezifi­ schen Phobien liegt die Erfolgsquote bei 80 bis 90 Prozent, wenn man die richtige Therapie macht – und das auch langfristig. Wie funktionieren diese Behandlungen? Bei spezifischen Ängsten oder Zwangsstö­ rungen steht die Konfrontation im Zentrum der Verhaltenstherapie. Wir helfen den ­Patienten, sich mit den angstauslösenden Reizen zu konfrontieren und gleichzeitig ihr Vermeidungsverhalten zu unterlassen. So erfahren sie am eigenen Leib, dass ihre Befürchtungen nicht eintreffen: Die Schlan­ ge erweist sich als völlig harmlos. Wie und weshalb entstehen Phobien? Das ist noch nicht abschliessend erforscht, aber es gibt sie wohl schon so lange, wie es Menschen gibt. Ziemlich sicher haben die gesellschaftlichen Bedingungen, unter ­denen wir leben, einen Einfluss. Wir selbst haben in acht Nationen repräsentative

den Kindern Rasierklingen in die Süssigkeit stecken könnten. Oder in gut gemachten Horrorfilmen wie «Halloween» oder ­«Scream» irgendwelche Killer Teenager in der Halloween-Nacht jagen. Genau so könn­ ten die paar wenigen tatsächlich gefährli­ chen Leute inspiriert werden, so was auch zu tun. Und eigentlich reicht es schon, wenn Leute Angst haben, dass so was passieren könnte, und sich nicht mehr getrauen, ihre Kinder aus dem Haus zu lassen. Bei den Gruselclowns sind Nachahmereffekte nach Medienberichten bereits nachgewiesen. Haben Ihre Kinder früher bei Halloween mitgemacht? Unseren Kindern hat das Spass gemacht. Und wir waren als Eltern relativ liberal. Eine rote Linie wäre bei mir die Darstellung von Verletzungen gewesen oder das Mit­ nehmen einer lebendigen Ratte. Aber so etwas ist nie vorgekommen.

­ mfragen mit je 1000 Leuten durchgeführt U und festgestellt, dass es mehr ängstliche oder depressive Menschen in Ländern mit grösserer Ungerechtigkeit und Ungleichheit gibt – etwa in den USA. Am besten stand Schweden da, dort empfinden die Menschen ihr Land als gerecht und leiden auch am ­wenigsten unter Ängsten und Depressionen. Würden wir weniger oft unter Phobien ­leiden, wenn unser Alltag nicht so berechenbar und risikoarm wäre? Eine interessante These, die aber meines Wissens noch nicht untersucht wurde. Was ein bisschen in diese Richtung geht: In Ländern, in denen Menschen regelmässig mit Schlangen zu tun haben, gibt es kaum Schlangenphobien. In den Anden, wo die Menschen dauernd mit grossen Höhen kon­ frontiert sind, gibt es kaum Höhenphobien. Wie empfinden Sie als Psychologe ­Halloween? Gibt es auch heikle Aspekte? Grundsätzlich sind ritualisierte Auseinan­ dersetzungen mit Ängsten etwas Positives. Klar kann man sich streiten, ob wir un­ bedingt einen irischen Brauch via die USA übernehmen müssen, und dann auch noch in der Hollywoodversion, aber per se ist das völlig okay. Problematisch finde ich die zunehmende Kommerzialisierung des Fests und gewisse massenmediale Effekte. Zum Beispiel? Wenn US-Medien verbreiten, man müsse vorsichtig sein, weil irgendwelche Übeltäter

Wie wird man eigentlich Angstforscher? Haben eigene Ängste eine Rolle gespielt? Nein, gar nicht. Es war im Grunde Zufall. Eigentlich war ich auf Schizophrenie ­fokussiert, aber als ich in den USA an einem Schizophrenie-Zentrum forschte, fand dort gerade ein neues grosses Forschungsprojekt zu Ängsten statt – so bin ich da reinge­ rutscht und fand es total spannend. Wie haben sich Ihre eigenen Ängste ­entwickelt? Hatten Sie als Kind Angst vor Monstern unterm Bett? Oh ja. Es gab eine Phase, in der ich mit dem Rücken zur Wand schlief, immer in Blick­ richtung Tür, falls der Teufel reinkommt. Und in der Jugendzeit habe ich mich kaum getraut, ein Mädchen anzusprechen, das ich toll fand. Insgesamt bin ich kein besonders ängstlicher Mensch, aber auch heute nicht völlig angstfrei. Zum Beispiel? In einem Tauchkurs hatte ich mal eine ­Panikattacke. Beim ersten echten Tauch­ gang im Meer liess ich mich ins Wasser fal­ len – vorher hatte der Lungenautomat prob­ lemlos funktioniert, kaum war ich im Was­ ser, bekam ich keine Luft mehr. Aber nicht, weil die Technik kaputt war, sondern aus lauter Panik. Bis dahin hatte ich geglaubt, so was könne mir mit all meiner Erfahrung in diesem Bereich nicht passieren. Dann sind Sie diesen Gefühlen genauso hilflos ausgesetzt wie alle anderen? Unterschiedlich. Ich stelle fest, dass ich mit zunehmendem Alter mehr Respekt vor ­grossen Höhen habe. Und da hat mir schon ein paar Mal geholfen, dass ich genau weiss, dass Konfrontation funktioniert. Aber man kann seine Probleme nicht immer selbst ­behandeln – in Paniksituationen reicht das Wissen nicht, da muss man handeln. MM


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Besucht man das Schloss Lenzburg im Kanton Aargau, hört man schon von Weitem ein fürchterliches Fauchen: Seit Generationen haust Drache «Fauchi» zwischen den dicken Mauern. Wer mutig genug ist, kann ihm in der Drachenhöhle gegenübertreten. Man erzählt sich, dass in grauer Vorzeit ein böser Drache die Felder und Häuser der Bauern verwüstete. Tag für Tag bedrohte er die Menschen an Leib und Leben. Eines Tages tauchten zwei Ritter auf und besiegten ihn. Doch der Drache legte in seinem Todeskampf noch ein Ei: Genau drei Jahre, neun Monate und fünf Tage später schlüpfte ein prächtiges Junges. Nach einer Angewöhnungszeit an die Menschen erhielt der kleine Drache einen artgerechten Käfig und wurde Fauchi getauft. Heute erinnert er als Letzter seiner Art an die gefährlichen Vorfahren.

... ist nicht etwa ein fauler Hund – ganz im Gegenteil: Voller Energie jagt der «Fulehung» an der Ausschiesset, dem Thuner Volksfest, die Menschen durch die Strassen und verteilt Süssigkeiten an die Kinder. Der Legende nach nahmen Thuner Kämpfer in der Schlacht von Murten 1476 den Hofnarren Karls des Kühnen fest. In Thun, so sagt man, trieben sie ihn dann so lange durch die Gassen, bis er zusammenbrach. Heute treibt er als finsterer Geselle sein Unwesen in Thun, trägt eine Teufelsmaske (das Original hängt im Schloss Thun) und schwingt «Schyt» und «Söiblattere», also Schlagstock und Schweineblase.

Halloween hat in der Schweiz noch keine lange Tradition – doch auch hierzulande gibt es schaurige Gestalten und Geschichten. Die besten auf einen Blick. Text: Lisa Stutz, Dinah Leuenberger

Die unheimlichste Puppe der Welt heisst nicht Chucky, sondern «Sennentuntschi»: Der Sage nach fertigten Sennen, die im Sommer oft alleine auf der Alp waren, eine Puppe, um mit ihr Einsamkeit und Langeweile zu vertreiben – eben das Sennentuntschi (oder auch «Häusali» oder «Sennpoppa»). Sie sprachen mit ihr, fütterten sie und vergnügten sich mit ihr im Bett. Das ging fast den ganzen Sommer lang gut. Aber kurz vor dem Alpabzug wurde die Puppe plötzlich lebendig und rächte sich an ihren Schöpfern. Manche munkeln, dass sie einen der Sennen bei sich behalten und ihm die Haut vom Leib geris­ sen habe. Bis heute sind einige Bewohner des Alpenraums davon überzeugt, hin und wieder in dunk­ len Gassen das Sennentuntschi zu erspähen. 1972 löste der Drama­ tiker Hans-jörg Schneider mit seinem gleichnamigen Stück einen Skandal aus, und 2010 wagte sich Filmregisseur Michael Steiner an die grausige Geschichte ums Sennentuntschi. Eine im Bündner Calancatal aufgefundene Puppe (Bild) wurde 2015 im Rätischen Museum in Chur ausgestellt.

Bilder: Museum Aargau, Rätisches Museum Chur, Peter Schneider/Keystone, Bern Welcome; Illustration: Oskar Weiss

Sagen und Mythen


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In der Berner Altstadt gehört er so selbstverständlich zur Kulisse wie der Bärengraben: der «Kindlifresser». Am Korn­hausplatz hockt er auf einem Brunnen und verspeist nackte Kinder. Er ist aber längst nicht der Einzige, der eine solche Untat verübt. Die Figur des Kindlifressers ist seit dem Mit­telalter auf der ganzen Welt verbreitet. Unartige Kinder steckt er herzlos in eine Umhängetasche, um sie später genüsslich zu verspeisen. Er soll für die Kinder abschreckend wirken – und sie vor unflätigen Taten bewahren.

In keiner Sprache klingen Flüche besser als in Franz Hohlers «Totemügerli». Und sie sind erst noch völlig harmlos. Denn was wie breitestes «Bäärndüütsch» klingt, bedeutet in Wahrheit gar nichts.

Wenn es wüsste, dass es hier zum Thema Grusel auf­ge­führt wird, würde sich das «Hippigschpängschtli» bestimmt freuen: Im gleichnamigen Lied von Peter Reber versucht es vergeblich, die Schlossherren zu erschrecken. Glatt kriegt man Mitleid mit dem tollpatschigen Gespenst, das schielt und Blümchen auf dem Kleid trägt. Seit 1990 geistert es durch die Schweiz. Peter Reber hat Melodie und Text für seinen Sohn Simon erfunden, um ihm die Angst vor Dunkelheit und Gespenstern zu nehmen. Längst ist «Ds Hippigschpängschtli» zum Kultlied für Kinder und Erwachsene avanciert. In einem liebevoll gestalteten Bilderbuch können die Fans noch tiefer in dessen Welt eintauchen.

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Machen angeblich Geister in einem Haus den Bewohnern das Leben schwer, kommen Thomas Frei und Anita Voser zum Einsatz. Mit Hightech und Spezialkräften vertreiben die «Ghosthunter» paranormale Erscheinungen. Text: Andreas Bättig  Bilder: Herbert Zimmermann

Bild: Peter Studer/Keystone

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s geht nicht mit rechten Dingen zu in dem alten Haus. Das zumindest b ­ ehaupten die Bewohner – eine vierköpfige Familie irgendwo im Emmental. Die Pendeluhr des verstorbenen Grossvaters verschiebt sich plötzlich ruckartig von allein an der Wand, die siebenjährige Tochter sieht Gestalten in ihrem Kinderzimmer, der Mutter wird plötzlich kalt – auch im Sommer. Spuken womöglich Geister in ­diesem Haus? Oder gibt es für die unerklärlichen Ereignisse doch eine logische Erklärung? Um diese Fragen zu beantworten, hat die Familie den

Geisterjäger Thomas Frei und seine Partnerin Anita Voser engagiert. Die beiden sind die Ini­tianten des Vereins Ghosthunters Schweiz. Wer das Gefühl hat, von ei­nem geisterhaften Wesen belästigt zu werden, kann sich bei ihnen melden. Sechster Sinn für Energiewesen

Es dämmert bereits, als die Ghosthunters mit ihrem Auto vor dem ­angeblichen Spukhaus vorfahren. Die beiden sind nicht zum ersten Mal bei der Familie. Weil die Mutter sich gern mit Paranormalem beschäftigt, ruft sie laut Thomas Frei die Geister im-

mer wieder selbst zu sich ins Haus. «Wir müssen dann immer aufräumen kommen», sagt der 46-Jährige. Dass es Geister gibt, ist für die Ghosthunter keine Frage, sie können diese Energiewesen nämlich sehen. Diese Fähigkeit habe er bereits seit seiner Kindheit, sagt Thomas Frei. Zuerst s­ eien ihm Geister in Träumen erschienen, später hätten sie sich ihm auch in der Wirklichkeit gezeigt, zum Beispiel beim Fernsehen. «Das ist eigentlich nichts Beson­ deres. Kinder haben diese Gabe. Ihnen wird von Erwachsenen einfach ein­geredet, dass es so etwas nicht


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«Energiewesen zu sehen, ist nichts Besonderes. Kinder haben diese Gabe, Ihnen wird von Erwachsenen eingredet, dass es das nicht gibt. Also verlieren sie sie wieder.» Thomas Frei, Geisterjäger

Thomas Frei und Anita Voser suchen Kontakt zu Geistern in einem alten Emmentaler Haus. Ein wichtiges Instrument dafür ist der «Ghost Meter Pro» (unten).

gibt. Also verlieren sie sie wieder.» Dass das für jemanden, der weder Energie- noch Elementarwesen sehen kann, ziemlich merkwürdig klingt, ist Thomas Frei durchaus ­bewusst. «Für manche bin ich ein Spinner. Aber das ist okay. Jeder soll glauben, woran er will.» Es sei aber auch klar, dass nicht alle unerklärlichen Vorgänge eine übernatürliche Ursache haben. Um ernst genommen zu werden, ­ver­suchen die Ghosthunter, zuerst ­rationale Erklärungen zu finden. Berichten Bewohner von Klopf­ zeichen im Estrich, schaut Frei zuerst nach Kot von Tieren, die dafür verantwortlich sein könnten. Sind rationale Erklärungen ausgeschlossen worden, kann es losgehen – wobei «Jagd» falsche Assoziationen weckt. «Wir spüren Energien auf und bitten sie lediglich, dass sie unsere Welt verlassen sollen.» In der Regel seien die Energiewesen folgsam, schliesslich gebe es auch keine bösen Geister. «Wenn wir sterben, kann die Energie von uns zurückbleiben. Diese geht danach ins Licht», so nennt Thomas Frei die Welt jenseits der weltlichen. «Dort machen wir uns bereit, wiedergeboren zu werden.» Kommunikation mit Geistern

Bevor er den Geistern im Emmental den Weg ins Licht zeigen kann, müssen die Ghosthunter erst einmal herausfinden, ob es hier überhaupt Energiewesen gibt. Im Kinderzimmer kommt der «Ghost Meter Pro» zum Einsatz – eine Kreuzung zwischen einer XXL-Fernbedienung und einem Geigerzähler. Er misst Magnetfelder und dient als Kommunikationsgerät. Nähert sich ein Energiewesen, messe das Gerät das veränderte Magnetfeld in der Umgebung und schlage dem­ entsprechend aus. Um mit den Geistern Kontakt aufzunehmen,

müsse man diesen Fragen stellen. Anita Voser hält den Ghost-Meter in die Luft und fragt in den Raum: «Ist hier jemand anwesend?» Der Ghost-Meter rauscht, ein rotes Lämpchen an der Spitze des Geräts blinkt unregelmässig. Dann wird es plötzlich still, die rote Lampe bleibt an. Für die 52-Jährige ein Zeichen, dass ein Energiewesen präsent und zur Kommunikation bereit ist. «Bist du ein Mann? Ein Mal blinken heisst ja, zwei Mal nein», sagt sie. Die ganze Familie hat sich im Kinderzimmer versammelt, alle starren gespannt auf das Gerät. Es blinkt tatsächlich zwei Mal. «Es ist eine Frau», stellt Anita Voser fest. «Gehörst du zur Familie?» Der GhostMeter blinkt zwei Mal. «Aha, jemand auf der Durchreise.» Thomas Frei hakt nach: «Bist du das, der ab und zu in diesem Kinderzimmer verweilt?» Die Frage bleibt unbeantwortet. Auch therapeutische Arbeit

Die Ghosthunter sind überzeugt, dass das Gerät funktioniert, betonen aber, sie hätten auch schon andere ­Beweise für Geistererscheinungen auf Video festhalten können. Nach einer halben Stunde ist die Untersuchung im Kinderzimmer ­abgeschlossen. Besonders gesprächig zeigten sich die Energiewesen nicht. Für Thomas Frei jedoch reichte es aus, um zu zeigen, dass es sie hier tatsächlich gibt. Er wendet sich an die Tochter: «Du musst aber keine Angst haben. Das sind alles gute Geister, sie tun dir nichts. Sie huschen nur schnell vorbei und wollen hier gar nicht bleiben.» Anschliessend findet in der Küche mit den Eltern die Nachbesprechung der Geisterkommunikation statt. Die Geisterjäger spüren nämlich nicht nur Energiewesen auf, sie ordnen die Ereignisse auch ein und arbeiten, wenn es sein muss, therapeutisch. «Eure Tochter hat ziemlich sicher ­etwas gesehen», sagt Frei. «Aber ich glaube auch, dass sie die Erscheinungen benutzt, um eure Aufmerksamkeit zu bekommen.» Ausbildung zum Geisterjäger

Geld verdienen die Geisterjäger mit ihren Diensten keins, sagen sie. Aber für 377 Franken kann man sich bei ­ihnen in zwei Tagen zum Geisterjäger ausbilden lassen. Die Teilnehmer werden dabei unter anderem mit den Gerätschaften vertraut gemacht und in Psychologie geschult. Hotelkosten,


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Essen und Getränke für das ganze Wochenende sind im Preis enthalten. Was übrig bleibt, fliesst in die Vereins­ kasse. «Es geht nicht ums Geldver­ dienen, sondern darum, die Ghost­ hunter-Szene zu standar­disieren», sagt Thomas Frei. Bis jetzt haben 17 Teilnehmer einen Kurs besucht. Er selbst ist diplomierter Kranken­ pfleger, absolvierte ein Studium zum Komplementärmediziner, ist Hypnosetherapeut und hat wie Anita Voser eine mediale Ausbildung ge­ macht. Laut Frei gibt es Monate, in denen die Ghosthunters vier bis fünf Mal in der Woche unterwegs sind, dann gebe es wieder ruhigere Zeiten. Und weshalb überhaupt haben sie ihren Verein gegründet? «Viele ­Menschen getrauen sich nicht, über unerklärliche Dinge zu reden, da sie Angst haben, als verrückt hingestellt zu werden. Wir fanden, es ist an der Zeit, damit an die Öffentlichkeit zu gehen und den Menschen diese Angst zu nehmen.» Damit die Geisterwesen im Em­ mental endgültig den Weg ins Licht finden, macht Thomas Frei ein so­ genanntes Clearing. Dabei spricht er zu den Geistwesen und räuchert das ganze Haus aus. Mit einer Falken­ feder läuft er durch alle Zimmer und verteilt den Rauch, der aus indischem

«viele Menschen getrauen sich nicht, über unerklärliche Dinge zu reden. Weil Sie Angst haben, für verrückt gehalten zu werden.» Thomas Frei, Geisterjäger

Weihrauch, Kampfer und weissem Salbei besteht. «Mach dich bereit, um ins Licht begleitet zu werden», spricht Frei. «Schau dich um, du hast einen geis­tigen Helfer oder einen verstorbenen Verwandten, der dir hilft und dich begleitet», sagt er. «Möchtest du ihnen auch noch etwas sagen?», fragt er die Mutter. «Lasst meine Töchter in Ruhe!», ruft sie in die Stube hinein. In einer Filmszene würden spätes­ tens jetzt Gegenstände durch die Luft fliegen. Aber die Geister bleiben ruhig. Erleichtert lässt sich der Ghost­hunter auf dem Sofa in der Stube nieder. «Jetzt sollte hier erst einmal Ruhe einkehren», sagt er. Im Haus ist es still geworden. Nur das Ticken der Uhr des Grossvaters ist zu hören. MM Infos: www.ghosthunters.ch

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Mit einer Videokamera wird alles aufgezeichnet. Ab und zu, so sagen die Geisterjäger, auch Energiewesen in Form von schwarzen Silhouetten oder einer Art Nebel. Am Schluss führt Thomas Frei im Haus ein Clearing, mit Weihrauch und einer Falkenfeder durch.


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Migros-Moment in Abtwil SG Bademeisterin Selina Wetherill hilft einem jungen Besucher auf die ­ Super-G-Rutsche im Erlebnisbad des Säntisparks. Das beliebte Freizeitzentrum wird von der Migros Genossenschaft Ostschweiz betrieben.


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Kurzfilmtage Winterthur

MGB

Kino im Zeitraffer

Veränderungen in der Generaldirektion Hansueli Siber und Walter Huber werden im Verlauf des nächsten Jahres aus der Generaldirektion des MigrosGenossenschafts-Bunds (MGB) zurücktreten.

Mit dem Herbst hat in der Schweiz auch die Biberliund Lebkuchensaison begonnen. Ob zum Kaffee, als Nachspeise, idealer Wanderproviant oder feines Mitbringsel: Das süsse Gebäck mit typischen Lebkuchen­ gewürzen überbrückt die lange kühle Zeit zwischen den letz­ ten Sommerfesten und den Weihnachts­feier­tagen. In den Supermärkten der Migros Aare sind jetzt Biberli in allen Grös­sen, gefüllte Leb­kuchen mit Verzierung und erstmals auch die beliebten Appenzeller Biberli mit Haselnuss­füllung im Sechserpack erhältlich.

Ein guter Kurzfilm schafft es, in wenigen Minuten eine ­packende Geschichte zu er­ zählen oder ein ganzes Milieu abzubilden. Das gilt auch für die Minidokumentation «All Inclusive»: Die Schweizer ­Regisseurin Corina Schwin­ gruber Ilić fängt damit das unwirkliche Lebensgefühl auf riesigen Luxusschiffen ein, wo die Passagiere pausenlos unterhalten wer­ den. Zu ­sehen ist die neue Filmperle im Programm der Kurz­filmtage Winterthur, die vom 6. bis 11. November stattfinden.

Mehr von der Migros Aare ab Seite 67

Zum Festival gehören ­Dramen, Komödien und Animationsfilme aus der ganzen Welt. Eins haben all diese Werke gemeinsam: Sie verschwenden nie die Zeit der Zuschauer und kommen sehr schnell auf den Punkt. Das Migros-­ Kulturprozent unterstützt den Anlass im Rahmen seiner Filmförderung. www.kurzfilmtage.ch

Hansueli Siber (52) leitet das Departement Marketing seit 2014 und ist unter anderem ver­antwortlich für die schweizweit beliebten Werbekampagnen der Migros. Walter Huber (61) leitet seit 2008 die M-Industrie und hat massgeblich zum Erfolg des inter­nationalen Geschäfts beigetragen. Die beiden Mitglieder der Generaldirektion wollen sich im Rahmen ihrer persönlichen Lauf­bahnplanung nach der ordentlichen Stabs­übergabe künftig noch stärker strategischen Aufgaben widmen.

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Rückruf

Blickfang

Finger weg von meiner Migros «Etwa einen Monat lang waren die Werke des jurassischen Tierpräparators Christian Schneiter im Centre Esplanade in Porrentruy aus­gestellt. Die Löwen, die den Migros-Eingang treu bewachten, verblüfften und amüsierten die Kunden gleichermassen.» Benoît Monnin, Porrentruy JU

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Kinder-Bademode «Infinitex 3 Stripes» Der Lieferant «adidas» hat die Migros informiert, dass die genannte Bademodelinie für Kinder zurückgerufen werden muss. Bei der betreffenden Bekleidung können sich die Streifen lösen. Als Folge könnten sich Kinder verheddern. Verletzungen sind bis jetzt jedoch nicht bekannt.

Betroffen sind folgende Artikel: adidas Infinitex 3 Stripes Bademode für Kinder, «Made in Tunisia», in den Grössen 116 bis 176.

Die adidas-Artikelnummern lauten BP9522, BP9513, CV3650. Kundinnen und Kunden, die die betreffenden Produkte eingekauft haben, können sie in eine SportXX-Filiale zurückbringen.

5,2 Zahl der Woche

5,2 Tonnen Kürbisse hat Migusto, der Kochclub der Migros, an neue Mitglieder verschenkt. Die Willkommensaktion lief vom 1. bis 15. Oktober. Wer sich während dieser Zeit für den Kochclub angemeldet hat, konnte sich gratis einen Bio-Butternuss-Kürbis abholen. Passend dazu gab es in der Oktoberausgabe des Migusto-Kochmagazins, das Mitglieder kostenlos erhalten, viele feine Kürbisrezepte zu entdecken.

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34  MM44, 29.10.2018 | MIGROS-WELT Migros-Kulturprozent

Spielend in die digitale Zukunft

Im Bugnplay-Workshop «Game Design» konnten Kinder und Jugendliche Computerspiele gestalten. Die begehrte Veranstaltung hat gezeigt: Digital Natives lernen schnell. Text: Andreas Bättig  Bilder: Lucian Hunziker

G

ames sind aus dem Alltag von Jugendlichen und Kindern nicht mehr wegzudenken – jeder und jede spielt sie, auf der Playstation, auf dem PC, dem Handy oder Tablet. Das hat sich auch am Game-Design-Workshop Mitte Oktober gezeigt, den der digitale Jugendwettbewerb Bugnplay in Zusammenarbeit mit der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) durchgeführt hat. Wie genau entsteht ein Game? Auf diese Frage erhielten 17 Kinder und Jugendliche im Rahmen des viertägigen Workshops Antworten. Dabei büffelten sie keineswegs nur Theorie, sondern gestalteten gleich selbst ein Game, das sie später am Bugnplay-Wettbewerb des Migros-Kulturprozents einreichen konnten. «Wir arbeiten in diesem Jahr zum ersten Mal mit der ZHdK zusammen und hoffen, dass viele spannende Games eingereicht werden», sagt der Bugnplay-Verantwortliche Dominik Landwehr. Ziel sei es auch, die Jugendlichen durch «learning by doing» zu kompetenten Mediennutzern zu machen. Wie kompetent die Jugend ist, hat sich im Workshop gezeigt: Die sogenannten Digital Natives lernen ziemlich schnell. Schon am Nachmittag des ersten Tages erschienen auf den Bildschirmen erste kleine Spielprototypen. Zwar erinnerten die Klötzchen, die über den Schirm huschten, grafisch eher an die 80er-Jahre, doch die Jugendlichen haben die Spiele von Grund auf selber programmiert. Auch Jacob Stotz (14) aus Zürich hat bereits ein kleines Game erstellt. Darin muss der Spielende mit amerikanischen Flaggen russische treffen. «Da wir in der Schule gerade den Kalten Krieg durchgenommen haben, dachte ich mir, dass man diesen Konflikt in einem Game umsetzen könnte», sagt

Jacob Stotz. Er habe sich zum Kurs angemeldet, weil er mal sehen wollte, wie ein Game entsteht. Er spiele selber viel: Eishockey, Baseball oder Basketball zum Beispiel. Schon etwas Erfahrung bringt Niklas Peter (12) aus Zürich mit. Er befasst sich seit bald einem Jahr mit dem Programmieren von Websites. «Ich habe zu Weihnachten ein Buch geschenkt bekommen, mit dem ich das Programmieren lerne. Bis jetzt macht es mir Spass», sagt er. Später möchte er Programmierer werden «und bei Google arbeiten». Eher am Gestalten interessiert als am Programmieren ist hingegen Carlotta Dührkopp (14) aus Küsnacht ZH. «Ich zeichne gern aus dem Kopf und wollte das mal mit einem Computerprogramm ausprobieren.» Der Kurs hat ihr gut gefallen: «Ich game zwar wenig, kann mir aber vorstellen, Game Designerin zu werden.» Früh übt sich, wer ein Meister werden will

Nicht nur die Kinder und Jugendlichen legten sich während der vier Tage ins Zeug, sondern auch Fabio Baumgartner, einer der vier Leiter des Workshops. «Wir möchten den Teilnehmern die an­dere Seite der Games zeigen: dass sie die Spiele nicht nur konsumieren, sondern sie auch kreieren können», sagt der ausgebildete Game Designer und Informatiker, der zurzeit für das Schweizer Game-Studio Okomotive arbeitet. Dabei gehe es auch darum, ihnen zu vermitteln, nach welchen Prinzipien ein gutes Spiel funktioniert und wie man die Gamer zum Weiterspielen motiviert. «Bei einem guten Spiel kann der Spielende besser werden und bekommt direktes Feedback auf seine Aktionen.»

Learning by Doing: Workshop-Leiter Fabio Baumgartner hilft Jungtalent Niklas Peter beim Design eines Games (grosses Bild); Niklas und Carlotta Dührkopp an ihren «Arbeitsplätzen» (r.)

Laut Maike Thies, Mitinitiantin des Angebots an der ZHdK und wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Fachrichtung GameDesign, ist der Workshop eine gute Vor­ bereitung auf ein allfälliges Studium. «Die vier Tage sind für die Jugendlichen intensiv. Je früher man anfängt, seine Skills in diesem Bereich zu trainieren, desto einfacher wird es später im Studium.» Das Interesse an Kursen für Jugendliche sei gross. «Wir werden richtiggehend überrannt», sagt Maike Thies. Manchmal schätzten die Eltern die Fähigkeiten ihrer Kinder allerdings falsch ein: «Gute Gamer sind nicht automatisch gute Game Designer.» Mathematik- und Physikkenntnisse, ein grosses Interesse an Dramaturgie, Story­telling und Gestaltung sowie ein Grund­verständnis für Programmierung gehören zu den Anforderungen an künftige Game Designer. MM


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Bugnplay

Von Roboter bis Computerspiel Bugnplay ist der digitale Schweizer Jugendwettbewerb für Games, Code, Robotik und Multimedia, den das Migros-Kulturprozent dieses Jahr bereits zum 13. Mal durchführt. Mitmachen können Einzelpersonen, Gruppen oder Schulklassen zwischen 8 und 20 Jahren. Neu sind auch 21- bis 25-Jährige mit ihren Hochschulabschlussarbeiten zugelassen. Einreichen kann man etwa Computerspiele, Roboter, Animationsfilme, Soundcollagen, Handykrimis – oder eine Mischung aus diesen Formen. Infos und Anmeldung: www.bugnplay.ch

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36  MM44, 29.10.2018 | MIGROS-WELT Frey

Himmlische Vielfalt in neuer Hülle Neu verpackt und gut wie eh und je. Beim Blick auf das Sortiment der Linien «Les Délices» und «Les Adorables» haben Schoggifans die angenehme Qual der Wahl. Denn wie schon die wohlklingenden Namen versprechen, ist jede Tafel auf ihre spezielle Art köstlich und bezaubernd. Chocolat Frey sorgt mit insgesamt über 88 Tafelkreationen für Abwechslung beim Schoggi-Genuss.

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«Les Délices» stehen für ein köstli­ ches ­Zusammenspiel von feiner Scho­ kolade und erlesenen Zutaten. Ob mit ­cremigen Füllungen oder knusprigen Zusätzen – die Tafeln versprechen ­abwechslungsreiche und ausser­ gewöhnliche Genussmomente.


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Kleine Schatztruhen Bei den Tafelkreationen der Linie «Les Adorables» werden raffinierte ­Füllungen von knackiger Schokolade umhüllt. Sie ruhen wie kostbare Perlen in kleinen Schatztruhen – aber nur bis zum ersten Biss …

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Die Kaki ist saisonal im Handel fast ebenso präsent wie die Kiwi, hat es aber nie auf die Liste der beliebtesten Früchte geschafft. Wir stellen verschiedene Sorten vor und beweisen, dass sie zu Unrecht ein Schattendasein führt. Text: Claudia Schmidt Bilder: Veronika Studer Rezept: Andrea Pistorius

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40  MM44, 29.10.2018 | MIGROS-WELT Topfgeschichte

Die Frucht der Götter Persimon Die Persimon hat auch im unreifen Zustand kaum Gerbstoffe (Tannine), sodass sie wie ein Apfel gegessen werden kann. Auch die Schale ist dünn, sodass sich der Verzehr unterwegs unpro­ blematisch gestaltet. Wie bei allen anderen ­Kakis erinnert ihr süsser Geschmack an ­Honigmelonen und Aprikosen.

Sharon Die Frucht ist eine Weiterentwick­ lung der ursprünglichen Kaki. Ihre Schale ist dünner und essbar. Sie enthält keine Kerne. Sie hat kaum Tannine, sodass auch nicht ganz reife Früchte gegessen werden können. Ihren Namen trägt die Sharon wegen der ­Sharonebene in Israel, wo sie in grossem Stil angebaut wird.

Kaki Ihr botanischer Name «Diospyros» bedeutet «Frucht der Götter». ­Sowohl Sharon als auch Persimon sind Kakisorten. Durch gezielte Züchtung zeichnen sich diese beiden Sorten durch spezielle Eigenschaf­ ten aus. Die ursprüngliche Kaki ist nur vollreif ein Genuss, unreif schmeckt sie extrem bitter. Die bei uns im Handel verfügbare Frucht ist das Resultat neuer Züchtungen, die weniger bitter sind.


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Ein paar Highlights der Haarpflege-Neuheiten: 1 Stylista The Beach Wave Spray, 200 ml 11.50 2 Stylista The Bun Gel-Spray, 200 ml 11.50 3 Stylista The Braid Milk, 200 ml 11.50 4 Lee Stafford Dry Shampoo for dark hair, 200 ml 9.90 5 Lee Stafford Double Blow Mousse, 200 ml 9.90 6 Lee Stafford Hold Tight Hairspray, 250 ml 9.90 7 Nivea Trockenshampoo helle Haartöne, 200 ml 6.95 8 Nivea Trockenshampoo dunkle Haartöne, 200 ml 6.95 9 Nivea Trockenshampoo mittlere Haartöne, 200 ml 6.95 10 Elnett Glam Wave Hairspray, 300 ml 5.90 11 Fructis Banana Hair Food, 390 ml 8.80 12 Fructis Papaya Hair Food, 390 ml 8.80 13 John Frieda Frizz Ease Traumlocken Shampoo, 250 ml 8.50 14 John Frieda Sheer Blonde Go Blonder Conditioner, 250 ml 8.50 15 John Frieda Luxurious Volume Serum, 60 ml 8.50 16 Taft 7 Tage Locken Erhältlich in grösseren Migros-Filialen Bei allen Angeboten sind bereits reduzierte Artikel ausgenommen. ANGEBOTE GELTEN NUR VOM 30.10. BIS 12.11.2018, SOLANGE VORRAT


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Profi-Tipp

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Claudia Schmidt, Foodjournalistin Raffinierte Vorspeise

Kaki-Carpaccio mit Ziegenkäse Zutaten für 4 Personen 25 g Baumnüsse 2 festfleischige Kakis, z. B. Persimon 2 Chicorée 150 g Ziegenkäse, z. B. Tendres bûches 50 g Granatapfelkerne

Vinaigrette 3 EL Zitronensaft 4 EL Olivenöl 1 TL grobkörniger Senf 2 EL flüssiger Blütenhonig Salz Pfeffer 4 Zweige Thymian Zubereitung

1. Baumnüsse grob hacken, in einer beschich­ teten Pfanne ohne Fett rösten. Kakis in feine Scheiben hobeln. 2. Für die Vinaigrette alle Zutaten bis und mit Honig mischen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Von der Hälfte des Thymians die Blättchen ­abzupfen und beigeben. Kaki mit der Hälfte der Vinaigrette marinieren. 3. Chicorée längs halbieren, Strunk entfernen und längs in Streifen schneiden. Ziegenkäse in Stücke schneiden. Kaki, Chicorée und Käse auf Teller anrichten. Nüsse, Granatapfelkerne und restlichen Thymian darüberstreuen. Mit rest­licher Vinaigrette beträufeln und sofort servieren. TIPPS 1. Dazu passt ein Steinofenbaguette. 2. Anstelle von Ziegenkäse kann man Schafskäse, Camembert oder auch Mozzarella verwenden.

Liebe auf den ersten Blick war es nicht. Anders als zur Kiwi habe ich zur Kaki (die ausschaut wie eine süsse Tomate) erst spät gefunden. Allein schon die Antwort auf die Frage «Wie isst man die eigentlich?» erschien mir schwierig. Mit Schale oder ohne? Geschnitten oder mit dem Löffel? Ich entschied mich für den Löffel. Erst später merkte ich, dass die Schale sehr wohl essbar gewesen wäre – wenn es sich um eine Sharon oder Per­ simon gehandelt hätte. Und ­sogar die Schale der originalen Kaki ist geniessbar, wenn auch etwas ­lederartig. Als mit den Jahren süsse Kombinationen mit Währschaftem auch bei mir in Mode kamen, wurde ich ex­ perimentierfreudiger. Heute verwende ich Kaki am liebsten in Salaten, besonders in Bowls. Mit Quinoa oder ­Linsen ist schnell eine Mahlzeit beisammen. Die Kaki mil­ dert dabei auch die Säure einer ­Vinaigrette und ergänzt sowohl Ziegenkäse als auch Mozzarella perfekt. MM

Viele weitere Rezepte Mit Kakis jetzt auf

migusto.ch Kaki-Cake: www.migusto.ch/kaki-cake Orientalischer Linsensalat mit Kaki: www.migusto.ch/linsensalat-kaki Kaki-Pistazien-Stangen: www.migusto.ch/kakistangen


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MIGROS-WELT | MM44, 29.10.2018  59

Favorit

Samtfrüchtchen zum Streichen Wer Konfis ohne Fruchtstückchen bevorzugt, darf sich freuen: Die Satin-Konfitüren von Favorit enthalten weder Stücke noch ­Kerne. Durch eine schonende Zubereitung werden Aroma und Farbe der Früchte ­bewahrt. Nebst exotischen Geschmacks­ kombinationen wie Mango-Orange-­Maracuja bietet die Satin-Linie auch eine klassische Apri­kosenkonfitüre aus Schweizer Früchten an. Die limitierte Edition Mandarine ist ­ ein Jahr lang erhältlich.

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Die Satin-Konfis enthalten weder Kerne noch Fruchtstücke.

Favorit Satin ­ Aprikose, 235 g* Fr. 3.10 * in grösseren Filialen


60  MM44, 29.10.2018 | MIGROS-WELT Von uns. Von hier.

«Ich freue mich auf viele kreative Ideen von Kunden»

Seit 18 Jahren tüftelt Markus Aeppli als Entwickler bei der Bischofszell Nahrungsmittel AG an neuen Getränken. Für den neuen Kult Ice Tea bekommt er nun Unterstützung von den Migros-Kunden: Sie bestimmen mit, welche Zutaten hineingehören. Interview: Melanie Michael Bild: Daniel Winkler

Markus Aeppli, was genau macht ein ­Getränkeentwickler? Meine tägliche Arbeit besteht darin, verschiedene Rohstoffe in unterschiedlichen Kombinationen in verschiedenen Rezepturen zu testen. Ich spüre weltweite Getränketrends auf, die Potenzial haben, und setze diese auf den Schweizer Gusto um. Und wer entscheidet nebst Ihnen, was gut ist und was nicht? Ein Degustationspanel unterstützt uns bei der Auswahl der ­besten Rezepturen. Die belieb­testen Produkte stellen wir dann der M ­ igros vor. Schlussendlich ­entscheiden aber die Kunden über den Erfolg der Getränke.

Crowdsourcing

Migros-Kunden entwickeln mit

An welchen Produkten der ­Bischofszell Nahrungsmittel AG waren Sie bisher beteiligt? An allen Ice Teas, die in den vergangenen 18 Jahren in der Migros eingeführt wurden. Der Kult Ice Tea in der PET-­Flasche ist für mich nach wie vor der grösste Erfolg. Was ist bisher Ihre ausser­ gewöhnlichste Entwicklung? Der Cascara Ice Tea mit einem ­Aufguss aus Kaffeekirschen ist ­bestimmt eines der spezielleren Produkte, die ich entwickelt habe. Woher stammt die Inspiration für neue Geschmacksrichtungen, neue Produkte? Ich gehe mit offenen Augen durch die Welt und bin Neuem gegenüber stets aufgeschlossen. Auch auf Food- und Getränke­messen lasse ich mich inspirieren. Die weltweite Vernetzung mit verschiedenen ­Partnern hilft, dass ich von allen Seiten immer wieder Inputs erhalte. Nun freue ich mich natürlich auf viele kreative Ideen von Kunden.

Markus Aeppli in der Entwicklungsabteilung der Bischofszell Nahrungsmittel AG.

Sie sprechen das laufende Crowdsourcing an, bei dem ­Geschmackskombinationen für den den neuen Kult Ice Tea gesammelt werden. Kennen Sie diese Form von ­Getränkeentwicklung bereits? Ja, auch der «Fan Edition»-Eistee mit Beeren und Rhabarber wurde gemeinsam mit Migros-Kunden und -Kundinnen entwickelt. Wie gehen Sie bei der Suche nach der neuen Ice-Tea-Sorte konkret vor? T ­ esten Sie alle ­vorgeschlagenen Geschmacks­ kombinationen 1:1?

Bei den über 10 000 Vorschlägen, die wir erwarten, können wir nicht jede einzelne Kombination ausprobieren. Also werden wir eine Vorselektion durchführen, indem wir ähnliche Rezepturen zusammenfassen. Unter anderem kommen wohl spezielle Geschmackskombinationen zusammen, die man so noch nicht kennt. Auch diese werden wir auf ihre Machbarkeit überprüfen und wenn nötig noch etwas anpassen. Wann dürfen Kunden die neue Sorte probieren? Voraussichtlich im Frühsommer 2019. MM

Via Soundmixer zum neuen Kult Ice Tea Auf IceTeaBeats.ch können die Migros-­ Kunden mithilfe des Konfigu­rators ihre Wunschkombination für eine neue Ice-Tea-­ Sorte zusammenstellen. Zur Auswahl stehen fünf Grundtees sowie 30 Zutaten, die beigemischt werden können. Dazu zählen unter anderem ­Drachenfrucht, Kaffee und Rosenblätter. Passender Videoclip Zu jeder eingegebenen Idee wird noch ein passender Videoclip generiert.

Die M-Industrie stellt viele Migros-Produkte her. Dazu gehört auch die neue Ice-Tea-Variation.

Bild: Daniel Winkler

Welche Geschmacksrichtung ist aktuell am beliebtesten? Beim Kult Ice Tea ist das ganz klar Zitrone, gefolgt von Pfirsich.


MIGROS-WELT | MM44, 29.10.2018  61

Bifidus

Ungezuckerter Genuss Die Migros lanciert die neue Bifidus-­Linie «0%» mit schmackhaften Joghurts ohne zugesetzten Zucker. E ­ benfalls neu ist der Probiotic-Drink mit ­Pfirsichgeschmack. Wie alle Bifidus-­Produkte werden die Neuheiten in Estavayer­-le-Lac aus Schweizer Milch hergestellt. Dort entstand vor 25 Jahren das erste probiotische Joghurt auf dem Schweizer Markt. In Ergänzung zu einer ausgewogenen Ernährung und gesunden Lebens­ weise unterstützen die ­Bifidobakterien in den ­Bifidus-Joghurts und -Drinks die Verdauung.

Bifidus Drink Pfirsich, 8 × 100 ml Fr. 6.40 In grösseren Filialen

Aktion 20-fache Cumulus-Punkte für alle 0%-Joghurts von Bifidus vom 23. 10. bis 5. 11.

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Bild: Yves Roth; Styling: Esther Egli

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Famigros

Eine kleine Freude für jeden Tag Adventskalender steigern die Vorfreude auf Weihnachten. Denn wer packt nicht schon vor der Bescherung gern kleine ­Geschenke aus? Besonders viel Freude b ­ ereiten selbstgebastelte Kalender. Wie wärs zum Beispiel mit ­diesem hübschen Eulenkalender?

Vanessa Glässel (44) ist ­Projektleiterin Famigros und dreifache Mutter.

Weitere kreative Basteltipps auf www.famigros.ch

Vanessa Glässel

«Kalender sollten altersgerecht gefüllt werden»

Schritt 1 Geschenke in weisses ­Papier einpacken.

Material Bastelpapiere, gelb und gemustert; Geschenk­papier und Seidenpapier, weiss; Pailletten, gold; Moosgummi mit Glitter; Filzstifte für Zahlen 1–24; Zirkel, Schere, Bastelkleber; Geschenkbänder

Sollte jedes Kind einen eigenen Adventskalender haben? Das kommt auf das Alter und den Altersunterschied an. ­Meine beiden jüngeren Kinder mit einem Alters­unterschied von zwei Jahren konnten sich den Kalender immer kameradschaftlich teilen. Als ich ein Kind war, habe ich mir mit zwei Geschwistern einen Schoggi-Kalender geteilt. Das hat immer bestens geklappt.

Schritt 2 Seidenpapier so zurechtlegen, dass oben ein langer Spitz gefaltet werden kann; Geschenk einwickeln; erst ganz am Schluss den Spitz nach vorne kleben (Schritt 5). Schritt 3

Bild: Ruth Küng; Styling: Anita Oeschger

Für den Körper ein Stück buntes Papier rund zuschneiden und festkleben. Schritt 4 Für die Augen Kreise ausschneiden (weiss: 2 cm, gelb: 4 cm); zusammen mit einer Paillette aufkleben. Schritt 5

Aus Moosgummi eine ­Raute schneiden; ­zusammen mit der Seidenpapierspitze festkleben.

Welche kleinen Geschenke eignen sich besonders für einen Adventskalender? Die Adventskalender sollten altersgerecht gefüllt werden. Für Schulkinder zum Beispiel mit Farbstiftspitzern, Stickern, Radiergummis, kleinen Stiften und vielleicht auch noch mit Schreibblöcken, Schlümpfen, Playmobil- oder Lego-Sachets, Badespass, Lippenpomaden. Und ab und zu kann man den Kalender auch mit e­ iner kleinen Schokolade ergänzen.

Resultat Bei diesem Adventskalender kann man seiner Kreativität freien Lauf lassen. Jede Eule darf so einzigartig sein wie das Geschenk, das sie enthält.

Können die Kinder beim ­Kalenderbasteln mitmachen? Ich tendiere eher dazu, den Adventskalender traditionell als Überraschung für die ­Kinder zu sehen, die sie erst am 1. Dezember entdecken. Ich bastle ihn allein oder mit meinem Mann. MM


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Keine Chance für Diebe Die Tage werden kürzer, und im Schutz der Dunkelheit können Einbrecher oft ungestört ans Werk gehen. Nützliches Zubehör für sinnvollen Einbruchschutz findet man bei Obi. Text: Sarah Baur

Bild: zVg

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Neues aus der Genossenschaft Migros Aare

Klubschulangebot

Es hilft nur schon Beleuchtung, um Einbrecher von ihrem Vorhaben abzubringen.

er sein Zuhause ein­ bruchsicher machen will, sollte sich zu­ nächst einen Über­ blick verschaffen. Wo befinden sich ungeschützte Fenster und Balkon­ türen? In welchen Winkeln brennt abends nie Licht? Kann sich auch tagsüber jemand unbemerkt Zu­ gang verschaffen? Anhand einer Bestandsaufnahme können Massnahmen getroffen werden. Wirksamer Einbruchschutz beginnt vor dem Haus: Gartentore und Seiteneingänge sollten ab­ schliessbar sein. Ein gut gesichertes

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Gartentor ist nur dann sinnvoll, wenn auch Zaun oder Hecke hoch genug sind, um für Eindringlinge ein Hindernis darzustellen. Sind Einbrecher schon bis zum Haus ge­ langt, können Aussenbeleuchtung mit Bewegungssensoren und Ka­ merasysteme abschreckend wirken. Beide sind auch tagsüber sichtbar. Nachts vereinfachen sie die Über­ wachung des Aussenbereichs. Wohnräume schützen

Am Haus suchen sich Eindringlinge meist eine sichtgeschützte Stelle und ein leicht zu öffnendes Fenster.

Hier helfen Gitterrostsicherungen für Kellerfenster sowie Fenster­ schlösser und Zusatzsicherungen. Achtung: Abschliessbare Fenster­ griffe dienen der Kindersicherheit, haben aber kaum einbruchhem­ mende Wirkung. Wer zur Miete wohnt und keine Sicherheits­tür mit Aushebelschutz einbauen darf, kann Zusatzschlösser und Panzerverriegelungen anbrin­ gen. Aufwendiger und kostspieliger sind Alarmanlagen, die auf Bewegung oder Glasbruch reagieren. MM Informationen auf: www.obi.ch oder im Obi Bau- und Heimwerkermarkt

Verstehen und mitreden Schon bald sitzt man im Flieger nach Südamerika, in den Norden oder zu einem anderen schönen Ort, aber die nötigen Sprachkenntnisse fehlen immer noch: In den Last-Minute-Kursen der Klub­schule Migros lernt man innert kürzester Zeit das wichtigste Reise­ vokabular. Sei es im Hotel, im Zug oder in einem Restaurant: Man kann mitreden. 6 Lektionen kosten Fr. 145.– www.klubschule.ch Tel. 0844 844 900


68  MM44, 29.10.2018 | MIGROS-WELT

Aus der Region. Für die Region.

Regionales Popcorn aus «Topcorn» Im Frühjahr 2016 war es ein Versuch innovativer Studenten: der erste Popcornmais aus einheimischem Anbau. Ab November gibt es bei der Migros Aare bereits «Topcorn» aus der zweiten Ernte. Text: Pia Schüpbach

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ei der Migros Aare macht «Topcorn» nur einen kleinen Teil aus. Für Daniel Amgarten jedoch ist es eine grosse Sache. «Eine Herzensangelegenheit», sagt der Produzent des ersten Popcornmaises aus der Schweiz. Er widmet einen grossen Teil seiner Freizeit den Pflänzchen, hegt und pflegt sie und erntete den Mais bis vor Kurzem auf dem Hof seiner Eltern in Schneisingen sogar von Hand. Daneben arbeitet der 26-Jährige 100 Prozent im Aussendienst einer Pflanzenschutzfirma. Sein «aufwendiges Hobby» beschert der Migros Aare lediglich sechs Prozent der Menge an Popcornmais. Trotzdem nimmt die Migros nach dem Pilotversuch von 2017 auch aus der diesjährigen Ernte «Topcorn» ins Sortiment. «Wir möchten der Kundschaft Popcornmais aus ‹Aus der Region. Für die Region.›-Produktion anbieten», sagt Daniel Kröni, Produktemanager Gemüse bei der Migros Aare. «Ein Mengenziel haben wir uns keins gesetzt. Was zählt, ist der lokale Gedanke.» Vom Studienprojekt zur Marktreife

In diesem heissen Sommer ist der Popcornmais auch in der Schweiz gut gewachsen. Vor zweieinhalb Jahren begann die Geschichte von «Topcorn» als innovatives Studienprojekt an der Hochschule für Agrar-, Forst- und

Lebensmittelwissenschaften in Zollikofen bei Bern. Amgarten hatte sich mit drei Studienkolleginnen und -kollegen zum Ziel gesetzt, das erste Popcorn aus Schweizer Mais auf den Markt zu bringen. Zuvor hatte man aus klimatischen Gründen und wegen fehlender Absatzkanäle Popcornmais nur im Ausland angebaut. Die vier hatten zuerst passendes Saatgut finden müssen, danach von der Finanzplanung übers Design der Verpackung und der Suche nach Vertriebs­ kanälen alles selber aufgegleist. Über die Agrargenossenschaft Fenaco gelangten sie im November vor einem Jahr an die Migros Aare. «Als die Migros Aare ‹Topcorn› ins Sortiment aufgenommen hat, ist es richtig losgegangen», erzählt Amgarten. Der ‹Topcorn›-Mais ist in grösseren Filialen erhältlich. Mittlerweile ist Amgarten alleine für «Topcorn» verantwortlich, die einstigen Studienkollegen wohnen zu weit weg. Dafür melden sich Bauern bei ihm, die ebenfalls Popcornmais anbauen möchten. Weitere Pro­duzenten sind nun mit dabei. Doch Amgarten will mit «Topcorn» noch weiter gehen. Über eine Website und in kleinen Läden verkauft er roten Popcornmais. Nun tüftelt er am Anbau von Corn­ flakesmais oder Zuckermais. So könnte aus Daniel Amgartens Hobby dereinst durchaus mehr werden. MM


MIGROS-WELT | MM44, 29.10.2018  69

Musical

Publikum am Drücker Die Macher von «Ewigi Liebi», Dominik Flaschka und Roman Riklin, präsentieren «Supermarkt Ladies», das erste Musical zum Mitbestimmen. Text: Jacqueline Mendl  Bild: Erwin Züger

Im Musical «Supermarkt Ladies» bestimmen die Zuschauer, wie es weitergeht.

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Bilder: zVg

Daniel Amgarten produziert den allerersten Popcornmais aus Schweizer Anbau (oben). Das rohe Produkt (links) und das Popcorn aus dem «Topcorn» (rechts)

iese frei erfundene Geschichte handelt von drei Supermarkt­ verkäuferinnen, die sich gegen ihren fiesen Chef auflehnen. Als der Tyrann ver­ sehentlich im Kühlraum landet, wittern sie ihre Chance. Sie halten den unliebsamen Vor­ gesetzten dort fest und über­ nehmen die Leitung des Ladens. Das Chaos ist programmiert, das Ende jedoch nicht, denn die Zuschauer entscheiden über den Fortgang der Story. Die Hauptrollen spielen Sandra Studer, Fabienne Louves und Gigi Moto. Die aufwendige Produktion tourt seit September durch die Schweiz und macht in Bern vom 18. bis 23. Dezember in «Das Zelt» halt. Wer kein Glück bei der Verlosung hat (siehe Box rechts), kann von 25 Prozent Rabatt der Cumulus-­Aktion pro­ fitieren (solange Vorrat).­ MM Alle Infos: www.cumulus-ticketshop.ch, www.supermarkt-ladies.ch

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Tickets gewinnen Nehmen Sie an der Ver­ losung von 15 x 2 Tickets für die Vorstellung vom 18. Dezember, 19.30 Uhr, in Bern teil. Postkarte mit Vornamen, Namen und Adresse an: Migros Aare, Supermarkt Ladies Bern, Industrie­strasse 20, 3321 Schönbühl. Online-Teilnahme auf www. migrosaare.ch/verlosung Die glücklichen Gewinner bekommen ihre Tickets bis Mitte November zugestellt. Supermarkt Ladies, Das Zelt Bern, 18. bis 23. Dezember www.supermarkt-ladies.ch

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Umfrage

Ab wann heizen Sie? Sobald die Tempe­ratur im Haus unter 20 Grad fällt.

40 %

So wenig wie möglich, wegen der Umwelt. Wir ziehen uns lieber warm an.

1, 2 oder 3?

Monica Müller (44) hat zwei B ­ uben, einen Mann, einen Job, einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.

Andere erschrecken und Süsses erbetteln – das überzeugte den Grossen (8) sofort. So schlüpfte er vergangenes Jahr an Halloween in schwarze Hosen und Hoodie. Mit seinem weissen Gesicht und dem blutroten Mund erschreckte er den Kleinen schaurig. Seine Tränen waren vergessen, als der Grosse Ostereier und trockene Guetsli mit ihm teilte. Was für beide ein gelungener Abend war, hinterliess bei mir einen schalen Nachgeschmack. Da ich den Grossen nicht im Dunkeln um die Häuser ziehen und bei Fremden klingeln lassen wollte, schlich ich hinterher. Es war kalt und irgendwie peinlich. Zudem waren die Kinder nach dem Zuckerschock ewig wach. Nun will der Grosse wieder am Gruselfest teilnehmen. Und zwar mit einem richtigen Dracula-Kostüm. Und jetzt?

Das können wir nicht beeinflussen. Das macht die Verwaltung.

16 %

Mindestens 22 Grad müssen es drinnen schon sein.

13 %

1   Ich erkläre ihm, weshalb ich Halloween doof finde, und rede es ihm aus. 2   Ich werde dem Grossen ein furchtbar tolles Kostüm nähen und mich mit

Schmink-Videos zur Grusel-Visagistin weiterbilden. 3   Der Nonno besorgt das Kostüm – darunter trägt der Grosse ein Walkie-Talkie.

341 Abstimmende www.famigros.ch Eine Umfrage von

Antwort 3: Für ein selbstgenähtes Kostüm fehlt es mir an Talent und Zeit. Der Nonno übernimmt gerne die Fun-Dinger, mit denen wir uns nicht besonders identifizieren. Deshalb besitzt der Grosse auch ein Walkie-Talkie. Dank diesem ist er auch als Dracula auffindbar.

Illustration: Lisa Rock, Bild: René Ruis

Halloween

31 %


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Unterwegs mit Sina: Das Wissen ihres iranischen Weggefährten ist für Andrea Gold wert.

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Operation Seidenstrasse

Wie ein menschliches Schweizer Sackmesser E-Bike-Abenteurerin Andrea Freiermuth hat einen neuen Reisepartner gefunden: Student Sina Mirzazadeh aus der iranischen Hauptstadt Teheran. Ein Glücksfall, denn dank Sinas Schilderungen konnte sie ihr Bild vom unbekannten Land im Vorderen Orient revidieren. Text: Andrea Freiermuth  Bild: Martin Bichsel

as Schicksal meint es gut mit mir: Ich habe mit Sina Mir­ zazadeh (25) aus Teheran eine neue Reisebeglei­ tung. Kennengelernt haben wir uns über «Warmshowers» – eine Plattform, die wie Couchsurfing funktioniert, aber nicht für Backpacker, sondern aus­ schliesslich für Velofahrer ge­ dacht ist. Das heisst, auf dem Portal können Tourenfahrer eine kostenlose Unterkunft bei Privatpersonen finden, wenn sie sich gleichzeitig selber als Gastgeber registrieren. Nachdem mich meine beiden Schweizer Reisepartnerinnen versetzt hatten, habe ich auf Warmshowers einen Aufruf platziert. Als sich Sina meldete, dachte ich erst: Wow, jetzt radle ich sogar mit einer Iranerin weiter. Beim Blick auf das Profilfoto merkte ich dann aber schnell, dass nicht alle Sinas dieser Welt weiblich sind. Dass ich mit dem jungen Mann trotzdem den richtigen Reisepartner gefunden habe, davon haben mich die Kommen­ tare auf seinem Profil überzeugt. Da schrieb etwa ein gewisser Julian Kaspar aus Bayern, dass Sina sein menschliches Schweizer Taschenmesser ­gewesen sei und ihm bei allen möglichen Problemen im Iran aus der Patsche geholfen habe. Gibt es für eine verunsicherte Schweizerin etwas Beruhigen­ deres als diese Worte? Ich traf Sina bereits Mitte September ein erstes Mal, und zwar in der georgischen Hafenstadt Batumi. Gemeinsam bewältigten wir den rund 2000 Meter hohen Goderdzi­ pass. Anschliessend zweigte er nach Tiflis ab, während ich mit Fotograf Martin Bichsel weiter nach Jerewan fuhr, um auf das Iran-Visum zu warten. Tipps eines Einheimischen

Martin ist inzwischen wieder in Richtung Schweiz abgereist, und Sina hat wieder aufgeschlossen. Der Plan ist, dass er mich bis über die Grenze in den Iran begleitet. Gern würde er anschliessend nach Teheran mit mir weiterfah­


LEBEN | MM44, 29.10.2018  75

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ren, aber die Uni beginnt Ende Oktober wieder, weshalb der ­angehende Tierarzt in Täbris den Bus nehmen wird. Sina und ich sind erst seit wenigen Tagen gemeinsam unterwegs, und doch habe ich von ihm schon unglaublich viel Ăźber den Iran erfahren. Etwa Ăźber regionale Unterschiede: Sina empfiehlt mir, entlang des Kaspischen Meers nach Teheran zu fahren, weil viele Teheraner die Ferien in dieser Region ver­ bringen und ich auf eine BevĂśl­ kerung treffe, die gegenĂźber Fremden und ihrem westlichen Lebensstil aufgeschlossener ist als die anderer Provinzen. Wir haben uns auch Ăźber mĂśgliche sexuelle Ăœbergriffe unterhalten. FĂźr mich ist der

Gedanke, in ein Land zu reisen, in dem sich Frauen bis auf das Gesicht vollständig bedecken mßssen, um Männer nicht se­xuell zu erregen, ziemlich bedrohlich. Damit verknßpft ist die Vorstellung, dass Männer, die in einem solchen System leben, sich vielleicht generell nicht beherrschen kÜnnen und bei der erstbesten Gelegenheit ßber einen herfallen – egal, ob Frau sich nun an die Kleider­ vorschriften hält oder nicht. Keine Angst mehr vor dem Iran

Gerade eine Velofahrerin scheint mir da ein willkommenes Opfer zu sein. Denn das Radfahren ist Frauen im Iran zwar offiziell nicht untersagt, manche Geistliche er­ achten es aber als unsittlich. Aber:

Sina ist der beste Beweis, dass auch im Iran nur fehlgeleitete Menschen ßbergriffig werden: Er verhält sich absolut korrekt – und das, obwohl er zum ersten Mal im Ausland ist, zum ersten Mal im Leben so viel nackte Haut sieht und zuweilen mit einer Frau das Schlafzimmer teilt. Kurz: Inzwischen ist meine Angst vor diesem Land, das so total anders funktioniert, fast verflogen. Das hat mitunter auch mit den Erfahrungen in der Tßrkei zu tun, wo ich ein paar Tage lang allein unterwegs war. Dort wurde ich von der lokalen BevÜlkerung teilweise richtigge­ hend unter die Fittiche genom­ men – und Frauen mit Kopftuch haben sich besonders rßhrend um mich gekßmmert. MM

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76  MM44, 29.10.2018 | LEBEN

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Eine physiologische Lordose der HWS

heisst: Die Halswirbelsäule weist eine natürliche Krümmung auf.

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Halitosis

ist der medizinische ­ Begriff für Mundgeruch.

Gesundheit

Wenn der Arzt in Rätseln spricht

Beim Lesen des Arztberichts verstehen viele Patienten nur Bahnhof. Ärzte lernen im Studium, mit lateinischen Begriffen zu kommunizieren, ihre Patienten meist nicht. Ein Onlinedienst übersetzt das Ärztelatein in eine verständliche Sprache. Text: Andrea Söldi  Illustration: Sebastian Schwamm

M

anchmal fühlen wir uns schon krank, wenn wir nur ein Wort lesen. Dabei beschreibt es einen ganz normalen Gesundheitszustand. So bedeutet eine physiologische Lordose der HWS: Die Halswirbelsäule weist eine natürliche Krümmung auf. Und Sono Ab­domen o. p. B. heisst: Der Ultraschall des Bauchs zeigt keine Auffälligkeiten (o. p. B.: ohne pathologischen Befund). Ärzte lernen im Studium, mit lateinischen Begriffen zu kommunizieren. So können sie sich

sehr präzise mit Kollegen verständigen. Manchmal vergessen sie aber, dass ihre Patienten die Fach­begriffe vermutlich nicht ver­stehen, und unterlassen es, ihnen in einfachen Worten zu erklären, wie es um sie steht. Diese Lücke füllt seit 2011 der Onlinedienst Washabich.de. Hier übersetzen Medizinstudenten Ärztelatein in eine verständliche Sprache. «Missverständnisse können Patienten unnötig verängstigen oder gar dazu führen, dass sie Anordnungen nicht richtig befolgen», sagt Mediensprecherin Beatrice

Brülke. Das Interesse am An­ gebot sei gross. Man biete aber keine medizinische Beratung an, stellt Brülke klar. «Wir erklären nur. Denn gegenseitiges Verständnis ist die Basis für den ­Erfolg einer Behandlung.» Manchmal fehlt der Mut

Manchmal verbergen sich hinter der komplizierten Sprache aber auch ernsthafte Krankheiten oder einschneidende Therapien. So bedeutet etwa eine minimal­ invasive Operation noch lange nicht, dass sie harmlos ist. Die Bezeichnung sagt lediglich aus,

dass durch natürliche Körperöffnungen oder kleine Einschnitte in der Haut operiert wird, ohne den ganzen Bauch oder Brustkorb aufzuschneiden. Obwohl die Narbe kleiner ist, kann der Eingriff an den inneren Organen belastend sein. Und ­zuweilen trauen sich Ärzte wohl nicht, die Sache beim Namen zu nennen, um ihre Patienten nicht mit Unangenehmem zu konfrontieren. Sie verwenden dann Begriffe wie Äthylismus oder Halitosis. Das heisst ganz einfach: Man schaut zu tief ins Glas oder hat Mundgeruch. MM


LEBEN | MM44, 29.10.2018  77

Nihilitis crepitans acuta

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bedeutet: Der Patient hat eigentlich nichts, führt sich aber auf, als ob er kurz vor dem Sterben wäre.

Kurt Hablützel (rechts) ist einer der Ärzte, die im Bistrot chez Marion beraten.

Die Akademie Menschenmedizin berät im Café Med und ermöglicht begleitete Arztbesuche.

Café Med

Äthylismus

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heisst: Man schaut zu tief ins Glas (Alkoholismus).

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Medizinische Beratung bei Kaffee und Kuchen Allmählich steigt der Lärmpegel im Bistrot chez Marion. An den Tischchen diskutieren die Menschen lebhaft und beugen sich über Papiere. Ein junger Mann zeigt dem Gegenüber den Befund aus einem Spital: Arthrose im rechten Hüftgelenk aufgrund einer angeborenen Fehlstellung. «Seit einem Jahr habe ich Schmerzen und verspüre ein Ziehen in der Leiste», erzählt der 21-Jährige. Deshalb kann der Gemeindearbeiter aktuell nur noch halbtags arbeiten. Die Ärzte haben ihm zu ­einer Operation geraten. Kurt Hablützel hört gut zu. Der 70-Jährige ist einer der ehrenamtlich tätigen Ärzte, die Ratsuchenden im Rahmen des Café Med unentgeltlich medizinische Entscheidungshilfen anbieten. Bis vor einem Jahr war er selber als Chirurg am Spital Heiden AR tätig. «Damals hatte ich nie Zeit, ausführlich mit den P ­ atienten zu sprechen», er­innert sich Hablützel. «Jetzt kann ich das kompensieren.» Ein wich­tiger Aspekt des Angebots ist ­zudem die Unabhängigkeit: Die verschiedenen Fachärzte haben

keine finanziellen ­Interessen, eine Therapie zu empfehlen. Hablützel erklärt dem jungen Mann und seinem Begleiter, was bei einer Hüftoperation gemacht wird, um die Beweglichkeit zu verbessern und die Schmerzen zu reduzieren. Ohne Eingriff sei die Gefahr gross, dass sich die Beschwerden mit der Zeit verschlimmern, stellt er klar. Dennoch sei keine Eile geboten. «Sie können es zuerst einmal mit Physiotherapie versuchen.» Diese Aussage entlastet den Ratsuchenden ein wenig. «Ich weiss, dass ich an einer Operation wohl nicht vorbeikomme. Aber nun ist der Druck etwas weg.» Derweil geht es an den Tischchen nebenan um Nebenwirkungen von Schmerzmitteln, die Behandlung von Bluthochdruck oder den Nutzen von Brust­ untersuchungen. Immer wieder kommen Leute zur Tür herein und werden am Empfangspult mit den passenden Fachärzten in Kontakt gebracht. Zusammen setzen sie sich, bestellen Kaffee und diskutieren ihre Fragen in der lockeren Bistroatmosphäre.

Gratisberatung in Zürich und Luzern: An jedem zweiten und vierten Montag im Monat im Bistrot chez Marion, Zürich, Mühle­ gasse 22 (15–18 Uhr), sowie jeweils am ersten Montag im Monat in Melissa’s Kitchen, ­Luzern, Hirschengraben 19 (14.30–17 Uhr); Info: www.menschenmedizin.com/bistro Zudem besteht die Möglichkeit, in Begleitung einer Fachperson zum Arzt zu gehen. Infos dazu auf www.menschenmedizin.com/aktivitäten/begleitung-zum-arzttermin


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LEBEN | MM44, 29.10.2018  79

Stadt, Land, Stutz

Bittersüsser Ausflug

Illustration: Rinah Lang

So gross die Unterschiede in unserem Land zwischen Städtern und Dörflern und allen Auswüchsen dazwischen auch sind – etwas ­haben wir Schweizerinnen und Schweizer ­gemeinsam: In unregelmässigen Abständen packen wir voller Vorfreude Proviant in ­un­sere Rucksäckli und fahren los in Richtung Europapark Rust (D). Dort gehts dann e­ inen Tag lang drunter und drüber, rückwärts und im Looping. Wir essen Flammkuchen in Frankreich, Donuts in Luxemburg, trinken ein Bier im Bayrisch-Badischen Biergarten.

Lisa Stutz (24) sucht die Balance zwi­schen urban und ländlich. Und pickt von ­beidem das Beste heraus.

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Angst und Freude, Hunger und Übersättigung – nirgendwo sonst folgen die Gegen­sätze des menschlichen Befindens so schnell aufeinander. Denke ich an den Europapark, kommt mir immer auch Halloween in den Sinn. Der Zufall will es, dass ich bis jetzt fast ausschliesslich im Herbst in Rust war. Und dort gilt offensichtlich: Herbst gleich Halloween. Schon vom

Parkplatz aus höre ich j­ eweils den furcht­ einflössend hohen Gesang, zu dem die ­Besucher den Park betreten. «This is Halloween, this is Halloween!», verfolgen einen die Stimmen. Vom ersten Moment an bin ich infiziert. Ausserhalb des Europaparks kann ich mit dem importierten Feiertag nicht viel anfangen. Aber zwischen Gruselkabinetten und Achterbahnen, die als übergrosse Kür­ bisse verkleidet sind, kann ich mich dem ­bösen Zauber nicht entziehen. Zombies auf Stelzen lauern hinter den Ecken, Skelette hocken auf Strohballen, aus­ gehöhlte Kürbisköpfe funkeln. Ich bin begeistert von den geschminkten Gesichtern und gruse­ligen Melodien: Es ist ein Traum, gefangen im Albtraum! Daraus erwache ich, sobald ich auf dem Heimweg bin. Das Halloween-­ Fieber ist für dieses Jahr gestillt. Und jetzt? Brauche ich neue Christbaumkugeln! MM

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80  MM44, 29.10.2018 | LEBEN

Bettnässen löst bei Teenagern oft Schamgefühle und Stress aus.

Familie

Eigentlich ist es ein kleines Malheur. Für Teenager kann Bettnässen aber ernste Folgen haben, wenn man den Ursachen nicht nachgeht. Text: Nathalie Bursać

D

as Schullager steht an. Alle freuen sich, nur der 16-jährige Noah nicht. Was, wenn seine Freunde von seinem «kleinen Problem» erfahren? Noah hat Panik und will das Schullager lieber schwänzen, als sich zu blamieren. Mit seinem Problem steht er nicht alleine da. Ungefähr zwei Prozent aller 13- bis 18-Jährigen wachen laut Studien regelmässig in einem nassen Bett auf. Wer in mindestens drei Monaten mehrmals pro Woche ins Bett macht, leidet unter Enuresis nocturna. Bettnässen bei ­Pubertierenden sei noch wenig untersucht, sagt Andrea Frigg, Fachärztin FMH für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie. Das Ausmass des ­Problems sei noch relativ un­bekannt, weil viele aus Scham nicht zum Arzt gehen. «Oft leiden die Teenager seit dem Kindesalter unter dem Bettnässen», so Frigg. Zum

­Vergleich: 10 bis 20 Prozent der 5- bis 12-Jährigen erhalten die Diagnose Enuresis. Bettnässen ist nicht nur eine grosse emo­tionale Belastung für die Betroffenen und ihre Familien, es kann auch Folgeschäden verursachen wie Depression, Aggressivität, Gewichtsprobleme, Verstopfungen oder eine gestörte psycho­sexuelle Entwicklung. Eltern-Kind-Beziehung wichtig

Ein Besuch beim Hausarzt ist empfehlenswert. In den meisten Fällen kann dieser eine körper­ liche Erkrankung wie zum Beispiel eine Harnröhrenverengung ausschliessen, erklärt Andrea Frigg. Die Betroffenen werden dann in der Regel in die psychiatrische oder psychologische ­Behandlung weiterverwiesen. Andrea Frigg betont, dass die psychologischen Ursachen von Enuresis bei Jugendlichen vielschichtig seien. Als möglichen

Grund sieht sie eine spannungsgeladene, feindselige Beziehung zwischen Eltern und Kind. «Oft ist es aber auch ein zu enges Verhältnis», sagt sie, «häufig ­tragen diese Jugendlichen innerlich ­einen Konflikt zwischen der ­eigenen Selbständigkeit und der elterlichen Nähe aus», so Frigg. Das Bettnässen könne dann Ausdruck dieses Kampfs um Unabhängigkeit sein. Bettnässen löst bei den ­Jugendlichen Scham und Stress aus. Eltern wiederum reagieren oftmals mit Frust, Verärgerung und Wut. Andrea Frigg sagt: «Es ist wichtig, dass Eltern verstehen: Niemand macht absichtlich ins Bett. Und die Jugend­ lichen sind mit ihren Gefühlen schon genug belastet.» Wenn ­Eltern ruhig und einfühlsam ­reagieren – auch wenn es schwerfällt – und ihre eigenen Gefühle zurücknehmen, beruhigen sie die Stress­situation, statt sie noch zu verstärken. MM

Tipps

Die Psychologin rät Für «Notfallsitua­ tionen» wie etwa ein Schullager: Verant­ wortliche vorab ver­ traulich informieren, eventuell um ein Einzelzimmer bitten. Wasserdichten Bettanzug einpacken. Beim Verdacht auf Enuresis: Tagebuch führen. Wie oft waren Nächte nicht trocken? Wann ist das Kind auf­ gewacht? Wurde kurz vor dem Schlafen viel getrunken? So hat der Hausarzt auch gleich hilfreiche Informationen zur Hand. Ärger vermeiden: Die Jugendlichen kön­ nen die nasse Bett­ wäsche selber wechseln und waschen. So erhält das Kind ein Stück Selbstverantwortung und muss sich nicht rechtfertigen. Ausser­ dem hat es das Gefühl, das Ärgernis so wieder­ gutmachen zu können. Und die Eltern haben diesbezüglich keinen Grund mehr, sich zu ­ärgern.

Bild: iStockphoto

Folgenschwere Flecken


LEBEN | MM44, 29.10.2018  81

Migros Bank

Warum der Goldpreis dieses Jahr enttäuscht hat Gold gilt traditionell als sicherer Wert in politisch schwierigen Zeiten – und die hatten wir in den vergangenen Monaten. Doch dieses Jahr ist Gold seinem Ruf als Krisenanlage nicht ­gerecht geworden. Trotz politischer Unruhen in Europa und der Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China hat das Edelmetall zuletzt deutlich an Wert eingebüsst. Auch von zeitweise aufkeimenden I­ nflationsängsten konnte das gelbe Metall kaum profitieren. Was sind die Gründe für die Kursschwäche? Als Erklärungsansatz drängt sich die robuste Weltwirtschaft mit der Konjunkturlokomotive USA auf. Die US-Wirtschaft wächst dieses Jahr kräftiger als erwartet, die Teuerung bleibt moderat. Diese Faktoren stützen die Börsenhausse an der Wall Street. Im Zuge davon sind auch die kurzfristigen US-Zinsen gestiegen.

Thomas Pentsy ist Markt- und ­Produktanalyst bei der Migros Bank.

Steigende Realzinsen und Aktienkurse reduzieren die Attraktivität von Gold im Vergleich zu anderen ­Anlagen, da das Edelmetall als reine Wertanlage keine Rendite abwirft. Wer Gold hält, dem entgehen Zins­ einnahmen, die durch Investitionen

Gold steht (vorerst) nicht in der Gunst der Anleger Die Feinunze Gold kostete Anfang Oktober nur etwa 1200 US-Dollar. 2000

1800

■ Feinunze Gold in US-Dollar 1600

1400

1200

1000 2010

2011

2012

2013

2014

2015

2016

2017

2018

Quelle: Bloomberg (Stand 4.10.2018)

in Anleihen erwirtschaftet werden könnten. Je höher die Zinsen, desto höher die Erträge, auf die man verzichtet. Ähnlich verhält es sich bei steigenden Aktienkursen, weil dem Goldinvestor Kursgewinne und ­Dividenden entgehen. Der derzeit starke US-Dollar wiederum verteuert den Goldpreis für Anleger ausserhalb des Dollarraums und reduziert damit die Goldnachfrage.

Kurzfristig dürfte sich wenig an ­dieser Situation ändern. Die Migros Bank erwartet jedoch für das nächste Jahr wieder einen schwächeren D ­ ollar und dadurch Auftrieb für Gold. Und das reale Zinsniveau wird in den USA wohl nicht im gleichen Tempo wie bisher steigen. Bis Ende 2018 erwarten wir den Goldpreis im Preiskorridor von 1200 bis 1250 US-Dollar. MM

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82  MM44, 29.10.2018 | LEBEN Kinder

Alarmstufe Rost! Alle wissen: Diese roten, rauen Flecken, die manchmal auf Metall entstehen, heissen Rost. Aber woher kommen sie? Und wie kann man Metall davor schützen? Text: Véronique Kipfer  Illustration: Jan Kruse

Ohhh nein !

Rost !

Wer rastet, der rostet !

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Rost zu vermeiden. Es gibt beispielsweise den sogenannten kathodischen Korrosionsschutz: Dabei wird eine Schutzschicht aus Zink, Magnesium oder Aluminium auf Gegenstände gelegt, die aus Eisen gemacht sind – oder aus Stahl, denn dieser Werkstoff besteht auch hauptsächlich aus Eisen. Wenn sich dennoch Rost entwickelt, löst sich zuerst die Schutzlegierung auf. Das Eisen oder der Stahl bleibt verschont. Mit einem Experiment kannst du selbst zu Hause beobachten, unter welchen ­Bedingungen Eisen rostet (siehe Anleitung rechts). Du brauchst dazu zwei ­Einmachgläser mit Deckel und zwei Knäuel Stahlwolle, dazu Wasser.

Probiers aus!

Rostet Stahlwolle?    1

1 Gib Stahlwolle in ein Glas und verschliesse es gut . Die Stahlwolle wird nicht rosten, weil sie nicht mit Wasser und Sauerstoff gleichzeitig in Berührung kommt.

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2 In das zweite Glas gibst du Stahlwolle und Wasser. Oben bleibt ein wenig Luft bis zum ­Deckel. Diese Stahlwolle wird rosten, weil sie mit Wasser und Sauerstoff in Kontakt kommt.  MM

Bild: Getty Images

Weil die Korrosion unter anderem bei Metallrohren ein Problem ist, suchen Experten nach Möglichkeiten,

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Rost bedroht Metall und Stahl Eisen ist ein Metall, aus dem viele Alltagsgegenstände hergestellt werden: etwa Velos, Haushaltsgeräte, Pfannen oder Besteck. Wenn diese Gegenstände Rost ansetzen, liegt es daran, dass sie mit Wasser und Sauerstoff in Kontakt gekommen sind. Wenn der Rost – auch Oxid genannt – mal da ist, muss man den Gegenstand davon befreien, denn er tut dem Metall nicht gut. Rost greift Metall an und zerstört es langsam. Diesen Vorgang nennt man Korrosion.

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Grosses Herbstquiz. Mal sehen, was du alles zum Thema Herbst weisst. Du hast pro Frage drei Antwortmöglichkeiten. Und nur eine Antwort ist richtig. Kreuze diese an. Und los gehts!

d n in ihren Betten un Nina und Hugo liege n en «W : go sagt Hu unterhalten sich. Da ckt, kommen wir we ld ba ht nic Tobi uns Schule.» noch zu spät in die

4. Wann beginnt der Herbst? a) September b) November c) Oktober

2. Was gewinnt man aus Kürbissamen? a) ein vitaminreiches Speiseöl b) Lockstoff für Orangenfalter c) natürlichen Farbverstärker

5. Was sammelt man im Herbst? a) Fingerbeeren b) Bärlauch c) Pilze

3. Welches ist ein Herbstgetränk? a) Himbeersirup b) Traubensaft c) Eistee

Eine Fliege flieg t haarscharf an einem Spinnennetz vorbei. Da ruf t die Spinne verärgert: «Warte nur, morgen kriege ich dich !» Lacht die Fliege: «Denkste, ich bin eine Eintag sfliege!»

6. Was reift im Herbst und ist orange? a) Aprikosen b) Kürbisse c) Tulpen 7. Was verfärbt sich im Herbst? a) die Laubblätter b) die Stängel der Ringelblume c) das Fell der Eichhörnchen

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8. Im Herbst … a) ziehen die Vögel nach Süden b) jagen Mäuse die Katzen c) bellen Hunde nur in der Nacht

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1. Was sind Marroni? a) braune Maccheroni b) Esskastanien c) italienische Suppeneinlage

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84  MM44, 29.10.2018 | LEBEN

Digital

Hörspass im Abo Podcasts sind in aller Ohren. Man setzt Kopfhörer auf und taucht

sogleich in andere Welten ab. Die Smartphones sind der Grund für die gestiegene Beliebtheit.

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odcasts sind Sendungen im Audiooder Videoformat, die man im Internet gratis abonnieren oder einfach konsumieren kann. Gerade legen die Hör- und Sehhäppchen nochmals deutlich an Beliebtheit zu, und das, obwohl die Idee schon fast 15 Jahre alt ist. Die Po­ pularität liegt zu einem grossen Teil an den Smartphones – allen voran dem iPhone –, die das Nutzen von Podcasts noch einfacher und angenehmer machen. Auch haben Pro-

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duzenten und Zuhörer erkannt, wie praktisch das Audioformat ist: Podcasts kann man bequem beim Kochen, Putzen oder Joggen verfolgen – das geht mit Videos oder Texten kaum. Kommt hinzu: Als Zuhörer kann man eine Beziehung zu den Stimmen der Podcasts aufbauen: Was man oft hört, wird einem vertraut, es entsteht ein Gemeinschaftsgefühl. Hilfreich ist auch, dass Unternehmen wie Google das Potenzial ­erkannt haben und die Hörformate direkt

24/10/2018

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Text: Philipp Rüegg


LEBEN | MM44, 29.10.2018  85

abspielen. Man muss sie nicht mehr zuerst lokal abspeichern. So gelingt der Einstieg

Dank Apps, iTunes oder Spotify kann man jederzeit und überall seine Lieblingssendung hören.

Wer in die Podcast-Welt einsteigen will, tut dies am einfachsten auf dem Smartphone – etwa über «Pocket Casts», eine der besten Podcast-Apps für Android und iOS (Kosten: 4 Franken). Schickes Design, Übersichtlichkeit und die Unterstützung von Video zeichnen das Multitalent aus. Aber auch mit iTunes oder Spotify kann man sich durch ein fast unendliches Angebot klicken. Egal welches Thema, welche Sprache oder welche Länge: Es gibt keine Grenzen. Man kann das «Echo der Zeit» nicht live hören? Dann abonniert man sich die Sendung und hört sie in aller Ruhe zeitversetzt. Eine feine Sache sind auch Hörbücher. Wer seine Englischkenntnisse aufpeppen möchte, sollte bei «Science Solved It» reinschauen: Hier geht man kuriosen Phänomenen auf den Grund. In den Anfängen existierten die Sendungen ausschliesslich in Audioform. 2005 ent-

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schied sich Apple, Podcasts in die iTunesBibliothek aufzunehmen und sie damit in seinem populären MP3-Player zugänglich zu machen. Das verschaffte dem Format den Durchbruch. Und da es auf den iPod-Geräten sein Zuhause fand, nannte man es Podcast. Die aufgezeichneten Sendungen wurden darauf immer populärer und immer öfter auch als Video angeboten. Radio- und Fernsehsender fingen an, ihre Programme zeitversetzt als Podcasts bereitzustellen. Mittlerweile machen sich auch Printmedien, Comedians und sogar Banken das Format zunutze. Auch Private dürfen mitmischen: Wie jeder eine Website aufsetzen kann, können mit etwas Übung alle eigene Podcasts produzieren und auf iTunes und anderen Diensten veröffentlichen. MM

Hier schreiben die Experten von Digitec über alles, was die digitale Welt bewegt.


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LEBEN | MM44, 29.10.2018  87

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Preisfrage

An welchem See liegt das Fachkurhaus «Seeblick»?

So machen Sie mit:

Das Fachkurhaus «Seeblick» bietet seinen Gästen eine Auszeit vom Alltag.

Glücksgriff

Das Migros-Magazin und das Fachkurhaus «Seeblick» verlosen zwei Mal eine Intensiv-Kurwoche für eine Person im Wert von je 2000 Franken.

Glücksgriff

Dem Körper eine Auszeit gönnen Ob bei Übergewicht, Bluthochdruck oder anhaltendem Stress: Seit 27 Jahren profitieren Gäste des Fachkurhauses «Seeblick» in Berlingen TG am Bodensee von der hauseigenen Ernährungs- und Stoffwechseltherapie. Mit dem Ernährungsprogramm regen die Gäste im «Seeblick» ihren Stoffwechsel an und bringen ihn wieder in Balance. Die Behandlung kann durch Mikronährstoffe unterstützt werden, die je nach Bedarf individuell verabreicht werden. Die Behandlung von Stoffwechselstörungen hilft gegen vielfältige Symptome: Schlafstörungen, ungünstige Blutwerte, Verdauungsprobleme, Erschöpfungszustände

oder rheumatische Beschwerden sind nur einige davon. Nach dem Grundsatz «Vorbeugen ist besser als heilen» hilft es, dem Körper eine Auszeit zu gönnen. Zu gewinnen gibt es zwei Mal eine Intensiv-Kurwoche für eine Person im Wert von je 2000 Franken. Inbegriffen sind die Übernachtung in einem Einzelzimmer Kategorie C, die komplette Verpflegung mit dem EPD-Ernährungsprogramm inklusive Getränke sowie ein Behandlungspaket bestehend aus Sauerstoff- und Sequex-­ Magnetfeld-Therapien, Ganzkörper-Peeling, Lymphdrainage sowie Ganzkörper-Massagen. MM Infos: www.seeblick-berlingen.ch

• Per Telefon: Wählen Sie 0901 560 039 (1 Fr./ Anruf) und nennen Sie Ihre Lösung, Ihren Namen und Ihre Adresse. • Per SMS: Senden Sie eine SMS mit dem Text GEWINNEN, dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die Nummer 920 (1 Fr./SMS). Beispiel: GEWINNEN, ­Lösungswort, Beat Beispiel, ­Beispielstrasse 1, 9999 Exempelstadt • Per Postkarte: Senden Sie eine Postkarte (A-Post) mit Ihrem Lösungswort und Ihrer Adresse an MigrosMagazin, «Fachkurhaus», Postfach, 8099 Zürich. • Online: www.migrosmagazin.ch/ wettbewerbe Einsendeschluss: 4. November 2018 Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Es erfolgt keine Barauszahlung, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Mitarbeitende des Migros-Genossenschafts-Bundes sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Mehrfachteilnahmen sind nicht erlaubt und werden vom Wettbewerb ausgeschlossen. Preise, die nicht bis spätestens drei Monate nach Ziehung durch den Gewinner bezogen werden, verfallen ersatzlos.


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Gewinner Nr. 42: Hauptpreis: Katharina Blumer-Jenni, Steffisburg BE; Simon Eberhard, Orpund BE; Klara Müller, Pfäffikon SZ; Margrit West, Appenzell AI; Leonie Elmer, Elm GL Zusatzpreis: Tamara Trummer, Reichenbach im Kandertal BE; Beat Kunz, Uzwil SG; Vera Kapp, Crans-Montana VS; Gustav Blaser, Affoltern am Albis ZH; Bülent Demirci, Wil SG

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Teilnahmebedingungen: Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Keine Barauszahlung. Computergesteuerte Massenteilnahmen sind nicht gewinnberechtigt. Die Mitarbeitenden der Migros-Medien sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Gewinner werden schriftlich benachrichtigt und mit Namen und Wohnort veröffentlicht.


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Quiz Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die acht Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. S

Sonnenschein

W Regen

2. Zu den Hochkulturen zählt man das Volk der … E

B Danielas

Annas

I

Mayas

3. Wie heisst das alpine Schutzhaus am Fuss des Matterhorns? L

M Nudelhütte

Hörnlihütte

R Pastahütte

Teilnahmeschluss: Sonntag, 4.11.2018, 24 Uhr

4. Wie nannte sich eine geheime schweizerische Widerstandsorganisation? A B2B

D P-26

S

So nehmen Sie teil: Tel.: 0901 560 042 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD2, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS), Bsp.: MMD2 TASTSINN. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte: (A-Post): Migros-Magazin, Quiz, Postfach, 8074 Zürich Internet: www.migrosmagazin.ch/ wettbewerbe

1. Wenn man jemanden in seiner Not nicht hilft, lässt man ihn im … stehen. O Nebel

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Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

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5. Wo war diesen Sommer die Installation «GaiaMotherTree» von E. Neto zu sehen? O HB Basel

E

HB Zürich

I

HB Bern

6. Wie viele verschiedene Schläger darf ein Golfspieler während einer Runde nutzen? L

R 10

8

N 14

7. Welcher Komponist setzte (1960) eine Gummiente als Musikinstrument ein?

Auflösung Nr. 43:

S

VIELFALT

Z

Ennio Morricone

Pierre Boulez

T

John Cage

8. Wie heisst eine der giftigsten Pflanzen der Schweiz? E

N Gemeiner Flieder

Blauer Eisenhut

R Kriechender Günsel

Lösungswort : 1

2

3

4

5

6

7

8

Paroli

Gewinner Nr. 42: Verena Bodmer-Wagner, Allschwil BL; Samuel Aebersold, Bichelsee TG; Hanspeter Treichler, Samstagern ZH

3 × 100 Franken zu gewinnen

Tragen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Das Lösungswort ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1 bis 5:

So nehmen Sie teil: Tel.: 0901 560 043 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD3, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS), Bsp.: MMD3 OSTEN. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte: (A-Post): Migros-Magazin, Paroli, Postfach, 8074 Zürich Internet: www.migrosmagazin.ch/ wettbewerbe Teilnahmeschluss: Sonntag, 4.11.2018, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

Lösungswort : 1

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3

4

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Auflösung Nr. 43: THESE

Gewinner Nr. 42: Rolf Haueter, Kreuzlingen TG; Tamara Adler, Obermumpf AG; Christian Holzer, Hendschiken AG


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LEBEN | MM44, 29.10.2018  91

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×5

5 × 100 Franken zu gewinnen

Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3 × 3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den blauen Feldern von links nach rechts.

Auflösung Nr. 43: 179

So nehmen Sie teil: Tel.: 0901 560 044 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD4, gefolgt von der Lösungszahl, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS), Bsp.: MMD4 123. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte: (A-Post): Migros-Magazin, Sudoku, Postfach, 8074 Zürich Internet: www.migrosmagazin.ch/ wettbewerbe

Gewinner Nr. 42: Willi Flückiger, Wohlen AG; Nicole Rufer, Kerzers FR; Gerda Gfeller, Riniken AG; Jean-Paul Schnell, JouxtensMézery VD; Hans-Peter Furrer, Glattfelden ZH

Teilnahmeschluss: Sonntag, 4.11.2018, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

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Brücken

Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

Jeder Kreis stellt eine Insel dar. Die Zahl darin gibt an, wie viele Brücken dort enden. Brücken sind nur zu horizontal oder vertikal benachbarten Inseln erlaubt. Diese dürfen mit einfachen oder doppelten Brücken verbunden werden. Am Schluss sollen alle Inseln miteinander verbunden sein. Verboten: Kreuzungen, diagonale Brücken und 1 2 3 3 mehr als zwei Linien

2

Auflösung Nr. 43:

5 3 3 3

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3 1

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3 3 2

1 3 5

5 6

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Auflösung Nr. 43: 2

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Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des­Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 554 258 Ex. (WEMF 2017) Leserschaft: 2 358 000 (WEMF, MACH Basic 2017-2)

Adresse Redaktion und Business Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich Telefon: 058 577 12 12 redaktion@migrosmagazin.ch Herausgeber Migros-Genossenschafts-Bund

Publizistische Gesamtleitung Sarah Kreienbühl

Leitung Ressort Gesellschaft & Familie Yvonne Zurbrügg

Leitung Business Thomas Brügger Druck: DZB Druckzentrum Bern AG

Leitung Ressort Health & Beauty Rüdi Steiner Leitung Redaktionen Franz Ermel

Leitung Ressort Food Roberto Zimmermann Leitung Produktion Remo Leupin

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«Ich bin hungrig auf die Zukunft»

Seit vergangenem Montag sucht Clive Bucher als neuer «Bachelor» auf 3+ seine Traumfrau. Vor der Kamera zu agieren, ist für den 26-jährigen CEO kein Problem: Dank seiner Menschenkenntnis bringt ihn nichts so schnell aus der Ruhe. Text: Dinah Leuenberger Bilder: Patrick Hürlimann

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Bilder: Keystone, 3

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LEBEN | MM44, 29.10.2018  95

1 Mein Souvenir «Diesen Teppich habe ich auf einer Marokko-Reise gekauft. Er entstand in sechs Monaten Handarbeit, das finde ich beeindruckend.» 2 Mein Vorbild «Arnold Schwarzen­ egger ist für mich der Grösste. Er war im Bodybuilding erfolgreich, machte nebenbei einen Bachelor-Abschluss, wurde ein ge­feierter Schauspieler und schliesslich Gouverneur von Kalifornien. Arnie hat es einfach durchgezogen!» 3

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3 Mein Schmuck «Ich trage gern Ketten am Handgelenk. Sie haben für mich Name Clive Bucher (26) Sternzeichen Stier Wohnort Villmergen AG Lebenslauf «Nach der Lehre als Polymechaniker bin ich sofort in die Finanzbranche eingestiegen. Heute führe ich eine Firma und helfe Menschen dabei, ihre Ziele zu erreichen – nicht nur die finanziellen. Ich habe 31 Mitarbeitende, das Ziel sind 100, denn ich bin hungrig auf die Zukunft! Nach einem Shooting für die Firmenwebsite wurde mir angeboten, ‹Bachelor› zu werden. Ich sagte mir: Hey, du lebst nur einmal! Also sagte ich zu. Die Dreharbeiten waren für mich überraschend, aber das Rampenlicht macht mir nichts aus, es liegt mir. Ich bin ein authentischer Bachelor, der direkt ist. Aber ich bin auch herzlich und versuche, in jeder Person etwas Gutes zu finden.»

Mein Lieblingsprodukt «Ich trinke gerne heisse Schokolade und esse dazu eine Meringue. Viel besser als ein Gipfeli!»

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keinen symbolischen Wert, ich trage sie, um meinen Look zu komplettieren.» 4 Meine Kindheit «Als kleiner Bub war ich ein ‹Sürmel› und ein kleiner Teufel –obwohl ich zuerst ganz blond war und eher einem Engel glich. Ich hatte viel ‹Seich› im Kopf. Aber das ist heute eigentlich auch noch so.» 5 Mein bester Freund «Raymond (28) und ich kennen uns seit sechs Jahren und arbeiten zusammen. Wir gehen gern etwas trinken oder geniessen ein feines Essen. Wir sind beste Freunde. Weil wir alle im Team ‹geili Sieche› sind, haben wir auch ein super Arbeitsklima.» 6 Meine Skulptur «Ich mag die griechische und die römische Mythologie und habe Tattoos in diesem Stil. Da ich auch Kunst mag, habe ich mir jetzt diese Skulptur gekauft.»  MM


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