Ausgabe Luzern, AZA 1953 Sion Response Zentral
MM44, 26.10.2015 | www.migrosmagazin.ch
Wakeboarding
Jamie Huser: Mit elf der beste Wakeboarder der Schweiz.
Bild: Daniel Winkler
Seite 30
Jugendliche Fl端chtlinge: Was sie bei uns erwartet. Seite 10 Bitte Wohnungswechsel der Post melden oder dem regionalen Mitgliederdienst: Tel. 041 - 455 70 38, E-mail: genossenschaftsregister@migrosluzern.ch
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4 | MM44, 26.10.2015
10
D Editorial
Sie strömen weiter
Die Wahlschlacht ist geschlagen, die Schweiz hat ein neues Parlament gewählt. Es zeichnet sich ab, dass die Asylpolitik härter und die Ab grenzung zur EU schärfer wird und dass es ökologische Themen noch schwerer haben werden. Doch während sich hierzulande noch die Sieger auf die Schultern klopfen und die Verlierer die Wunden lecken, strömen die Menschen weiter über das Mittelmeer und den Balkan Richtung Norden. Eines der heikelsten und drängendsten Flüchtlingsprobleme sind die unbegleiteten minderjährigen Asylbewerber. Junge Men schen, die sich alleine auf die Reise gemacht haben. Und es werden immer mehr. Allein aus Eritrea sind dieses Jahr schon mehr als 1000 Junge unbegleitet in die Schweiz gekommen. Welche Schwierigkeiten sich bei der Vermitt lung, Unterbringung und schulischen Betreu ung dieser jungen Menschen ergeben und wie sie sich fühlen, schildern wir ab Seite 10. Wer mit der Idee spielt, eines dieser Kinder aufzunehmen, dem empfehle ich das Inter view mit Damaris Bär vom Verein «Family network» auf Seite 19. Schliesslich gilt es, sich vor dem Entscheid einige Faktoren gut zu überlegen. Ein anderes Thema: Jedes Jahr ermittelt die internationale Werbeagentur Young & Rubicam die stärksten Marken eines Landes. Sie misst diese an den Werten Vertrautheit, Wert schätzung, Relevanz und Differenzierung. Im Bereich Zeitungsmarken hat das MigrosMagazin den zweiten Platz erobert. Diese Anerken nung unserer Arbeit freut uns natürlich – und wir danken unseren Leserinnen und Lesern herzlich dafür.
Hans Schneeberger, Chefredaktor hans.schneeberger@migrosmedien.ch Die stärksten Zeitungsmarken der Schweiz: 1. 20 Minuten
6. Blick
2. Migros-Magazin
7. NZZ am Sonntag
3. Coop-Zeitung
8. Sonntagszeitung
4. NZZ
9. Blick am Abend
5. Tagesanzeiger
10. SonntagsBlick
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MM44, 26.10.2015 | 5
24
Menschen 8 Diese Woche
Sonderschüler in Regelklassen: ein Problem für die Schulen?
20 Porträt
83 Totale Waschkraft 85 Pflege für Feines und Edles 87 Farbwechsel fürs Haar
24 Reportage
Zwei «Engel» auf ihrer mutigen Friedensmission in Kolumbien.
Bilder: Holger Salach, Christophe Chammartin, Christine Benz, Gunter Rubin, Zvg
29 Bänz Friedli 30 Porträt
Jamie Huser: Der elfährige Schweizer Meister tritt in Mexiko gegen die Weltelite an. 34 Interview Sam Keller, der Direktor der Fondation Beyeler, über Kunst, Karriere und Kulinarisches.
Migros-Welt 50 Dauerbrenner Raclette 53 Favorit: der neue Muffin 55 Saisonküche
34
Knackig: 3 Rezepte mit Nüssen. 67 Butterfeine Margarine 69 Neues fürs Gourmetregal 70 Laktosefreier Genuss
98
76 Migros-Kulturprozent
10 Dossier
Kleiner Vierbeiner ganz gross: Dackel Jimmy auf Überholkurs.
75
Weniger Material – mehr Nachhaltigkeit. Richard Dubugnon und sein neues Werk – der Waadtländer Komponist im Interview.
Jugendliche Flüchtlinge in der Schweiz: Stimmen, Schicksale.
«Kultur ist Teil unserer Identität. Ohne sie nützt uns Geld nichts.»
75 Verpackungen
90 Neues aus Ihrer Region Aktionen, Reportagen und interessante News aus den Genossenschaften.
Leben 98 Gesundheit
Mehr Skispass dank Training: Übungen zum Nachmachen. 101 Familie
Was tun, wenn das Kind wieder zum Baby mutiert? 102 Ernährung 104 Kinder 107 Zoodoktor 109 Glücksgriff 111 Bitte melde dich 112 Rätsel/Impressum 116 Cumulus 118 Meine Welt
Zu Besuch beim Trio Artemis.
M-Infoline: Tel. 0800 84 0848 oder Fax 0041 44 277 20 09 (Ausland). www.migros.ch/kundendienst; www.migros.ch Cumulus: Tel. 0848 85 0848* oder +41 44 444 88 44 (Ausland). cumulus@migros.ch; www.migros.ch/cumulus Redaktion Migros-Magazin: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Tel. 058 577 12 12, Fax 058 577 12 08. redaktion@migrosmagazin.ch; www.migrosmagazin.ch
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Menschen MM44
Darauf freuen wir uns Nazareth: Die legendäre Hard-
rock-Band aus Schottland tritt am Donnerstag in der Konzertfabrik Z7 in Pratteln BL auf. Architektur0.15: Die Werkschau
für Architektur setzt mit zehn Schweizer Architektinnen einen weiblichen Schwerpunkt. Ab 31. Oktober, Maag Halle, Zürich.
Mein Bild der Woche «Ein Schuss – ein Schrei – das war Karl May! Hier wird von
Bettina Oberli (42) ist Autorin
und Regisseurin von erfolgreichen Filmen wie «Die Herbstzeitlosen», «Tannöd» und «Lovely Louise».
Schauspielern in der Westernstadt Tombstone in Arizona eine Schiesserei nachgestellt. Spiel und Spass für Darsteller und Touristen. Nur, dass diese Woche für einmal echte Kugeln in der Waffe waren: Ein Cowboy streckte einen anderen nieder. Wie die scharfe Munition in den Revolver gelangen konnte, ist unklar. Schwierig kann es nicht gewesen sein. Das lockere Gesetz macht den Zugang zu Waffen einfach. Pro Jahr sterben in den USA 33 000 Menschen durch eine Waffe. Diese Zahlen folgen einer einfachen Logik: Je mehr Waffen im Umlauf sind, desto mehr wird geschossen. Auch bei uns. Der Cowboy hat Glück gehabt und überlebt.»
Leseprobe
Entschuldigen Sie, was lesen Sie gerade? a) Facebook b) Meine Mails c) Ein Buch
Auflösung: c) Ein Buch auf der App, und zwar Daniel Suarez «Kill Decision». Der Thriller mit Themen wie Spionage, künstliche Intelligenz und Krieg mit Maschinen ist sehr zeitgemäss.
Bilder: AP/Keystone (2), Marco Zanoni
Olaf Knauer (47), Projektleiter aus Bern
Unnützes Wissen
Andere Länder, andere Sitten In Shanghai laufen viele Menschen auch tagsüber im Pyjama auf der Strasse rum. Fast zwei Drittel der Einwohner des australischen Bergbauortes Coober Pedy leben in unter irdischen Wohn höhlen. Statt «jemandem einen Korb geben» sagt man in Russland «jemandem eine Wasser melone geben». Quelle: Stern/Neon
8 | MM44, 26.10.2015 | MENSCHEN
Was denken Sie über Sonderschüler in Regelklassen?
Migrosmagazin.ch
Diese Woche
Sonderschüler bringen Lehrer an ihre Grenzen Kinder mit speziellen Bedürfnissen stellen für Schulen eine grosse Herausforderung dar. Die Zahl der Sonderschüler wächst – gleichzeitig sollen sie in die Regelklassen integriert werden. Viele Lehrer fühlen sich mit den neuen Aufgaben alleingelassen.
Umfrage
Text: Andrea Freiermuth
Letzte Woche fragten wir:
Wie viel Muskeln muss ein Mann für Sie haben? 21% Viel, aber er sollte
nicht aussehen wie ein Bodybuilder 48% So viel, dass er im Alltag nützlich ist 27% Muskeln spielen für mich keine Rolle 4% So viel, wie es nur irgendwie geht
Zahlen
5067
Kinder und Jugendliche sind im Kanton Zürich als Sonderschüler ein gestuft. In den letzten 15 Jahren hat sich ihre Zahl mehr als verdoppelt.
Millionen gab der Kan ton Bern 2014 für Son derschüler aus, eine Zu nahme um 22 Prozent in den letzten fünf Jahren.
0
Zahlen auf nationaler Ebene sind zur Thema tik erhältlich. Sie werden in den Kantonen unter schiedlich erhoben. Quellen: Erziehungsdepartemente Bern und Zürich.
O
b man Sonderschüler in Regelklassen integrie ren soll oder nicht, ist eine müssige Frage. Ihre Integration ist ein verbindlicher Auftrag: 2002 hat das Schweizer Volk das Gesetz zur Gleichstellung von Behinderten angenommen. Die integrative Förderung ist eine Folge davon. Der Systemwechsel hat aller dings seine Tücken. Viele Lehr kräfte fühlen sich überfordert und alleingelassen. «Die Integration ist schweizweit eine grosse unkoordi nierte Baustelle», sagt Jürg Brühl
mann (61), Leiter Pädagogische Arbeitsstelle des Dachverbandes Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH). «Es ist dilettantisch, die Sonderschüler einfach in eine Regelklasse zu schicken und zu hoffen, dass es dann schon gut kommt.» Mit ein paar Zusatzstun den für Heilpädagogen alleine sei die Herausforderung nicht zu meistern. «Teilweise wird die Inte gration auch für Sparübungen missbraucht. Es ist teurer, eine Sonderschule separat zu führen, als Heilpädagogen zur Unterstüt zung in die Klasse zu schicken.»
Als Verteter der Lehrerschaft for dert Brühlmann eine «sorgfältige Einführung» des integrativen Ansatzes und Budgets für schul interne Projekte. Die steigende Zahl an Sonder schülern erklärt Jürg Brühlmann unter anderem mit dem gesell schaftlichen Wandel: «Die Bereit schaft zur Therapie ist gestiegen.» Früher sei es eher als Stigma betrachtet worden, wenn ein Kind einer speziellen Förderung bedurf te. Heute erhalten rund die Hälfte der Kinder im Verlauf ihrer Schul karriere Unterstützung. MM
Bild: Fotolia
217
Die Integration von körperlich, geistig oder sozial beeinträchtigen Kindern in Regelklassen ist ein politischer Auftrag.
MENSCHEN | MM44, 26.10.2015 | 9
Umfrage
Experteninterview
«Die Integration ist ein politischer Auftrag, aber nicht in jedem Fall sinnvoll»
Beatrice Kronenberg, erneut hat die Zahl der Sonderschüler in vielen Kantonen zugenommen. Warum? Mit Kindern mit dem Status «Son derschüler» lassen sich Ressourcen generieren. Und weil man Ressour cen will, vergibt man diesen Status heute schneller. Das dürfte ganz in Ihrem Sinn sein. Denn der Zweck Ihrer Stiftung ist die Förderung der Heil- und Sonderpädagogik. Ziel unserer Stiftung ist es ganz und gar nicht, mehr Sonderschüler zu «produzieren», sondern dafür zu sorgen, dass die richtige Förderung am richtigen Ort passiert. Das Problem ist, dass bisher kaum untersucht wurde, was die teuren sonderpädagogischen Massnahmen wirklich bringen. Wirkungsstudien haben hierzulande keine Tradition. Was halten Sie von der integrativen Förderung von Sonderschülern in Regelklassen? Die Integration ist ein politischer Auftrag, hinter dem wir stehen. Es gibt derzeit noch zu viele Kinder, die Sonderschulen besuchen. Man hört von Klassen, in denen Sonderschüler den Unterricht massiv stören. Wenn dem so ist, läuft etwas falsch. Die Integration ist nicht in jedem Fall sinnvoll. Sie muss zum Wohl des betroffenen Kindes sein, gleichzeitig aber dürfen die anderen Kinder der Klasse nicht zu kurz kommen. Bei welchen Diagnosen ist die Integration sinnvoll, bei welchen nicht? Diese Frage muss man von Fall zu Fall beantworten: Zwei Kinder mit der gleichen Diagnose können sehr un terschiedlich sein. Das eine Kind mit Trisomie 21 lässt sich gut integrieren, das andere nicht. Zudem muss man bei der Integration systemisch den ken. Das heisst, den ganzen Kontext einbeziehen: Die Situation in der Fa milie, die Tragfähigkeit der Regel klasse sowie die Erfahrung der Lehr
Was halten Sie von Sonderschülern in Regelklassen?
kraft. Dafür gibt es seit Kurzem ein standardisiertes Abklärungsver fahren – einen Fragebogen, der diese Punkte detailliert abfragt. Trotzdem gibt es nach wie vor Lehrkräfte, die sich überfordert und alleingelassen fühlen. Die Lehrpersonen brauchen gezielte Unterstützung. Das beginnt schon bei der Ausbildung: Sie müssen auf die Kinder mit speziellen Bedürfnis sen vorbereitet werden. Auch die Zusammenarbeit mit heilpädagogi schen Fachleuten will gelernt sein. Funktioniert diese nicht, wird das, was als Unterstützung gedacht ist, eher als Belastung wahrgenommen. Je mehr Lehrkräfte für eine Klasse zuständig sind, desto mehr Koordination braucht es – und desto weniger eng ist die Beziehung zwischen Lehrkraft und Schüler. Für die Schüler ist es kein Problem, zwei Ansprechpersonen im Klassen zimmer zu haben. Problematisch ist eher das Fachlehrersystem, bei dem die Schüler den Lehrer ständig wechseln. Gibt es Schulen, welche die Herausforderungen der Integration besonders gut lösen? Ja, etwa im Südtirol. Dort kommen die zusätzlichen Ressourcen, die für einzelne Kinder gesprochen werden, der ganzen Klasse zugute. Konkret heisst das, dass die Lehrkraft von einer Heilpädagogin unterstützt wird, immer von derselben. Je nach Programm arbeitet die Heilpädagogin mit jeweils anderen Schülern, da wo ihr Spezialwissen gefragt ist und wo es die Klasse als Ganzes am besten stützt. In der Schweiz ist es oft so, dass eine bestimmte Fachkraft spezi ell für ein Kind in den Unterricht kommt; bleibt es krank zu Hause, geht sie wieder. Damit bleibt der Sonder schüler der Sonderfall in der Klasse. Das ist nicht im Sinne der Integration – zudem wird die Klasse damit als stabile Basis beansprucht, profitiert aber selbst nicht unbedingt davon.
Beatrice Kronenberg (60), Direk-
torin der Stiftung Schweizer Zentrum für Heil- und Sonderpädagogik.
Sara Kummer (15), Schülerin, Dielsdorf ZH: «Früher haben wir
über solche Kinder gelacht, jetzt sind wir reifer. Jemanden auszugrenzen, weil er anders ist, ist nicht richtig.»
Priska Willa (51), Family-Managerin, Zürich: «Ob die Integration funk-
tioniert oder nicht, ist sicherlich von vielen Faktoren abhängig. Man muss von Fall zu Fall entscheiden.»
Jacqueline Ilunamien (31), Spielgruppenleiterin, Zürich: «Ich finde
die Idee sehr gut. Durch die Erfahrung mit meinen Kindern weiss ich aber, dass es schwierig ist. Es fehlt oft an ausgebildeten Lehrern und Mitteln.»
10 | MM44, 26.10.2015 | MENSCHEN
Dossier
Jung, fremd und allein Jade, Abdulali, Yumis und Aziz sind ohne ihre Familien in die Schweiz geflüchtet – wie Hunderte andere minderjährige Asylsuchende. Ihre Zahl steigt markant. Die Asylzentren sind überfordert, es fehlt an Plätzen.
Texte: Pierre Léderrey, Andrea Freiermuth, Peter Aeschlimann Bilder: Christophe Chammartin
MENSCHEN | MM44, 26.10.2015 | 11
Serie (2/4)
Kinderarmut in der Schweiz Anlässlich einer Spendenaktion der Migros beleuchten wir die Situation armer Kinder. Diese Woche: Jugendliche Flüchtlinge, die allein in die Schweiz kommen. 1. Teil: Was genau heisst Armut in der Schweiz? (MM42, 12.10.) 3. Teil: Infografik zur Kinderarmut. 4. Teil: Schweizer Familien, die
jeden Franken umdrehen müssen.
J
ade schaut aus dem Fenster, ohne die schöne Aussicht auf den Genfersee wahrzunehmen. «Man hat mir gesagt, dass die Leute hier in Lausanne für diesen Blick viel Geld bezahlen. Aber ich liebe Schuhe und habe meine fünf oder sechs Paar auf das Fensterbrett gestellt. So lüften sie aus, und ich kann sie gut sehen.» Die 16-Jährige lacht laut heraus. Sie hat ein Einzelzimmer im Asylheim Chablais in Lausanne VD, ein seltenes Privileg für unbegleitete Minderjährige, die illegal in die Schweiz gekommen sind. Jade kommt aus dem Kongo. «Dort lebte ich mit meinen Eltern und drei jüngeren Geschwistern in einem Dorf. Mein Vater blieb dort, als meine Mutter mit meinen Geschwistern und mir in der Hoffnung auf ein besseres Leben nach Angola ging.» Die Mutter schickte sie dann weiter zu einer Bekannten in Paris, allein. «Doch ich blieb nur ein paar Monate: Da ich illegal dort war, durfte ich nicht einmal die Wohnung verlassen.» So reiste sie am 12. April weiter in die Schweiz zu einer Tante im Waadtland. «Ich hatte sie nie zuvor ge sehen, aber wir lernen uns gerade besser kennen.» Sie reichte auch das Asylgesuch für Jade ein. «Hier läuft alles ganz gut, wenn ich lustig drauf bin. Ich darf nur nicht zu viel nachdenken. Ich bekomme kaum Nachrichten von meiner Familie, das nervt mich.»
Jade: «Ich lebe von Tag zu Tag.»
Die Kinder sind oft traumatisiert
Die Kongolesin Jade ist via Angola und Paris in die Schweiz ge kommen, wo eine Tante von ihr lebt.
Jade weiss um ihre unsichere Situation. Ihre Zukunft ist ein einziges grosses Fragezeichen. «Ich lebe von Tag zu Tag. Wenn es mir mal nicht so gut geht, esse ich Kekse, auch wenn ich weiss, dass ich auf meine Linie achtgeben muss», sagt sie und lacht. Jade ist eine von vielen unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden in der Schweiz. Ihre Zahl ist in den letzten zwei Jahren stark angestiegen.
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MENSCHEN | MM44, 26.10.2015 | 13
Abdulali: «Ich hoffe, dass ich eine Lehre anfangen kann.»
2
1 Der Afghane Abdulali wünscht sich ein besseres Leben in Europa. 2 «Die Flüchtlinge
werden immer jünger», sagt der Asylund Flüchtlingskoordinator Ruedi Fahrni. 3 Zentrumsleiterin
Bild: Keystone
1
«Früher waren es noch 20 pro Jahr, inzwischen sind es 130», sagt Ruedi Fahrni (53), Asyl- und Flüchtlingskoordinator des Kantons Luzern. «Manchmal kommen sechs gleichzeitig an einem Tag.» Zudem werden sie immer jünger. In den letzten acht Wochen kamen fünf Elfund zwei Zwölfjährige in Luzern an, eines der Mädchen aus dem fernen Afghanistan. Bisher waren die Kinder und Jugendlichen in einem normalen Asylzentrum untergebracht, in einem eigenen Stockwerk, abgeschirmt von den Erwachsenen. «Im November eröffnen wir nun aber in der Agglomeration Luzern ein eigenes Zentrum, speziell für unbegleitete Jugendliche», sagt Fahrni. Sie brauchen eine besondere Betreuung mit sozialpädagogisch ausgebildetem Personal. «Die Kinder haben Heimweh, sind oft traumatisiert. Viele reden nicht über ihre Erlebnisse. Man darf sich gar nicht vorstellen, was sie unterwegs alles erlebt haben.» Längerfristig werden Pflegefamilien für die Kinder gesucht – doch von denen gibt es längst nicht genug (sie-
he Interview, Seite 19). Manchmal werden Kinder in die Obhut einer Frau mit der gleichen Herkunft gegeben. Auch anderswo in der Schweiz sorgen die vielen Flüchtlinge für Platzprobleme. Allein im August kamen insgesamt 244 unbegleitete minderjährige Jugendliche an, sechsmal mehr als noch zu Jahresbeginn. Zwischen Januar und August kamen 1233 gegenüber 794 im Vorjahr und 337 im Jahr 2013. Drei Viertel von ihnen sind männlich. Abdulali will seiner Familie helfen
Einer von ihnen ist der Afghane Abdulali (17). Von seiner Geburtsstadt Kabul reiste er zunächst mit seinen Eltern und zwei Brüdern in den Iran. «Mein dritter Bruder ist in Afghanistan geblieben, es war zu schwer für ihn, unser Land zu verlassen.» Sein Vater arbeitete bis zu einer schweren Rückenverletzung als Schreiner, danach konnte er kein Geld mehr nach Hause bringen. Abdulali wollte seiner Familie helfen und ging in die Türkei, um dort als Schweisser zu arbeiten. «Wir waren mehrere Jugendliche, die Arbeit
3
war hart, vor allem auch, weil wir kein Türkisch sprachen», erzählt er. Wie viele Jugendliche im Asylheim Chablais in Lausanne schwankt er zwischen der überschäumenden Energie eines Jugendlichen und einer Art Überdruss – vielleicht ist es auch Angst. Am 7. Dezember 2014 kam er in der Schweiz an, dieses Datum wird er nie vergessen. Er erhielt einen F-Ausweis, eine vorläufige Aufnahme, die nur bis zu seinem 18. Lebensjahr gilt. Wenn er Glück hat und sich integriert, kann dieser Ausweis verlängert werden. Abdulali spricht bereits recht gut Französisch. «In der Türkei sagte mir ein Freund, dass man in Westeuropa etwas mehr Geld verdient. Von der Schweiz hatte ich noch nie gehört. Als ich mit einem Freund in Österreich ankam, erzählte man mir von Zürich. Ich versuchte mein Glück und kam alleine her, nach Vallorbe.» Im überfüllten Empfangs- und Verfahrenszentrum verbrachte er zwei «sehr schwere» Wochen inmitten von Erwachsenen und Familien. Auch das Heim Chablais ist übervoll. «Aber es geht schon», sagt Abdulali.
Aline Berthod warnt, dass die Kapazitäten bald ausgeschöpft sind.
MENSCHEN | MM44, 26.10.2015 | 15
Weitere Zahlen und Fakten zur Entwicklung:
Migrosmagazin.ch
Yumis: «Ich wünsche mir, dass meine Familie nachkommt.»
Zahlen und Fakten
Starker Anstieg Die Zahl der unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden ist zuletzt
stark gestiegen. Auffällig: die hohe Zahl Eritreer. Jugendliche ab 15 Jahren müssen in Eritrea einen Nationaldienst absolvieren, was viele in die Flucht treibt. Quelle: Staatssekretariat für Migration.
222 87 190
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Eritrea Guinea
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Afghanistan Somalia Nigeria Andere
2015
1010
200
2008
Einige Regionen tun zu wenig
So müssen sie etwa eine Schu le besuchen können und mit einer angemessenen erziehe rischen Betreuung getrennt von den Erwachsenen unter gebracht werden. Genf zum Beispiel hat ihnen einen Flü gel seines Zentrums Saconnex reserviert, der heute mit 110 Minderjährigen – gegenüber 40 im Frühling – komplett voll ist. Auch sonst platzen viele Unterkünfte aus allen Näh ten, und laut dem UNKinder rechtsausschuss unterneh men manche Regionen zu wenig für eine angemessene Unterbringung. «Das Heim Chasseron hatte kaum geöff net, da war es auch schon
voll», sagt Evi Kassimidis, Sprecherin der Waadtländer Empfangstelle für Migran tinnen und Migranten. Auch im Wallis ist die Lage nicht besser. Dort beherbergt das Zentrum Le Rados in Sitten 42 Jugendliche intern, während 11 weitere extern in Einzimmerappartements in der Nähe untergebracht sind. «Nächste Woche kommen drei Neuzugänge, damit wä ren wir dann an der Grenze unserer Kapazitäten», sagt Aline Berthod, Leiterin des Zentrums. Trotz der stetig wachsen den Arbeitslast unternehmen die 32Jährige und ihr Team alles, um die Jugendlichen bestmöglich zu betreuen. «Wir haben wirklich Glück, ein Gebäude ganz für uns zu haben.» Insbesondere liege ihr eine entspannte Stim mung am Herzen. «Viele Jugendliche kommen nach monatelangem Herumirren zu uns, da möchten wir uns so gut wie möglich um sie kümmern können.» Das geschehe vor allem durch den Fokus auf Sprache und Ausbildung – «dank eines klaren politischen Willens, der uns die Mittel dazu ver schafft». So kann das zehn
2 18
2005
ist er in Lausanne bei der Bil dungsanstalt für schulische und berufliche Integration eingeschrieben. Aber auch dort sind die freien Plätze begrenzt. Die Schweiz hat 1997 die UNKinderrechtskonvention unterzeichnet, was sie zum Schutz, zur Betreuung und Förderung von Kindern ver pflichtet – das gilt auch für Flüchtlingskinder und er fordert daher besondere Massnahmen.
Minderjährige Flüchtlinge insgesamt
2006
«Die Leute sind nett, und ich habe viele gleichaltrige Freunde gefunden, vor allem einen Eritreer und einen Af ghanen, mit denen ich zum Französischkurs gehe.» Was die Zukunft bringt? Abdulali würde gerne Schreiner wer den, wie sein Vater. «Viel leicht kann ich nächstes Jahr eine Lehre anfangen.» Auch Yumis (15) lebt in ei nem Asylheim in Lausanne. «Ich wollte ein anderes, bes seres Leben», murmelt er auf Englisch. Seine Eltern und die sieben Geschwister sind noch immer in Somalia. Über seine anstrengende Reise will er nicht viel sagen. «Ich bin über Italien gekommen, wo ich ei nige Zeit geblieben bin. Und am 1. August bin ich in Vallor be angekommen», sagt er nur. Am 1. August – vielleicht ein Zeichen. Nun ist er im Asyl heim Chasseron, einem ehe maligen besetzten Haus, das auf den Abriss wartet und in der Not als Unterkunft für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge dient. Yumis will einen Beruf er lernen, weiss aber noch nicht genau, welchen. «Ich weiss nur, dass ich hier leben will. Und ich möchte, dass meine Familie herkommt.» Wie viele
1400
2004
Auch der Somalier Yumis hofft auf ein besseres Leben in der Schweiz. Er ist am 1. August hier angekommen.
16 | MM44, 26.10.2015 | MENSCHEN
Aziz: «Meine Brüder sind in Lybien.» Spendenaktion
Hilfe für bedürftige Kinder Die Migros führt auch dieses Jahr in der Vorweihnachts zeit eine Spenden aktion durch. Dies mal soll bedürftigen Kindern in der Schweiz ge holfen werden. Die Migros wird den Gesamtbetrag mit bis zu einer Million Franken verdoppeln. Das Geld fliesst zu gleichen Teilen an die Hilfswerke Caritas, Heks, Pro Juventute und Winterhilfe, die es für ausge wählte Projekte einsetzen. Wenn Sie jetzt schon spenden möchten, können Sie ab sofort Ihren Wunschbetrag per SMS mit dem Keyword KINDER an die Nummer 455 sen den. Beispiel: Für eine Spende von 50 Franken sen den Sie den Text KINDER 50 an die 455. Wir danken für Ihre Teilnahme!
Der Syrer Aziz ist ein grosser Fussballfan. Er will keine Details über seine Reise in die Schweiz preisgeben.
köpfige Betreuerteam, das von mehreren Praktikanten, Zivil dienstleistenden und Küchen hilfen ausländischer Gemein schaften unterstützt wird, einen minderjährigen Flüchtling bis zum Ausbildungsende begleiten und nicht nur bis zur Voll jährigkeit. Einer von Berthods Schütz lingen ist der 14jährige Aziz, ein grosser Fussballfan. «In Syrien spielte ich aber nur mit Freun den, nicht in einer Mannschaft.» Da einer der Betreuer ein ehe maliger Spieler des FC Sion und Sitten die Fussballhauptstadt der Westschweiz ist, kann Aziz mit anderen Bewohnern des Zentrums Le Rados in Bramois trainieren. «Ich konnte sogar
Sion im Stade de Tourbillon spielen sehen. Vielleicht erlebe ich dort auch das Spiel gegen Liverpool am 10. Dezember», fügt Aziz enthusiastisch an. Bilder nur aus dem Fernsehen
Spricht dieser Jugendliche, der noch so viel Kindliches an sich hat, nicht von Fussball, ist er auf der Hut. Ob wir ein Foto machen dürfen? Nur, wenn man sein Ge sicht nicht sieht. Auch bei seinen Erzählungen ist er zurückhal tend, was mehr als verständlich ist. Eine zerrüttete Kindheit und die Konfrontation mit Dingen, mit denen kein Kind konfrontiert sein sollte, prägen all die Geschichten dieser Jugendlichen.
Aziz ist vor einem Jahr ins Wal lis gekommen. Zusammen mit seiner Familie hatte er Syrien verlassen, um nach Libyen zu gehen. «Einer meiner Brüder ist in Deutschland. Die anderen sind noch immer in Libyen.» Ihnen gehe es gut, Aziz hat dank Internet häufig Kontakt mit ihnen. Er selbst wollte in die Schweiz kommen, von der er Bilder im Fernsehen gesehen hatte. «Vor allem von Genf und Bern», sagt Aziz. Er reiste mit einem Bekannten seines Vaters, dem er anvertraut worden war. «Wir sind in Altstätten angekommen, dort waren sehr viele Menschen, sehr viel Lärm. Hier ist es viel besser.» MM
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MENSCHEN | MM44, 26.10.2015 | 19
Interview
«Wir inspizieren keine Kühlschränke»
Welche Voraussetzungen muss eine Familie erfüllen? Sie muss primär offen sein für Neues, interessiert an fremden Kulturen und Geduld haben. Die Betreuung sollte rund um die Uhr gewährleistet sein. Sie prüfen Familien, bevor diese ein Kind aufnehmen dürfen. Es geht ums Kennenlernen und ums Vorbereiten auf eine herausfordernde Aufgabe. Wir sprechen mit den Menschen, wollen spüren, was sie mo tiviert. Auf keinen Fall aber inspizieren wir deren Wohnung oder Kühlschrank. Lassen sich genügend Familien finden? Es ist nicht einfach, Familien zu finden, die sich auf das Abenteuer einlassen. Deshalb führen wir nun auch Infoaben de durch. Für den ersten haben wir 40 Anmeldungen, das Thema interessiert die Leute. Welche Flüchtlingskinder kommen für eine Familien platzierung infrage? Kinder und Jugendliche, die ohne Eltern in der Schweiz an kommen. Momentan sind die se Menschen zwischen 11 und 16 Jahre alt. Ältere Teenager, die sich in einem Ablösepro
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Sharm el-Sheikh
Der kantonale Sozialdienst Aargau stellt Platzierungs anfragen für unbegleitete min derjährige Asylsuchende an familynetwork.ch. Der Verein vermittelt anschliessend geeignete Pflegefamilien. Damaris Bär, was sind die Vorteile einer Familien platzierung? Sie dient der Integration. In Familien lernt ein Flüchtlings kind auf natürliche Weise die Schweiz kennen: die Sprache, die Schule, den Alltag. Aber auch so profane Dinge wie «Hörnli mit Ghacktem».
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Inwiefern bestimmt das Flüchtlingskind mit? Grundsätzlich sucht der Kan ton einen Platz für ein Kind, viel Mitsprache gibt es da nicht. Nach allem, was sie erlebt haben, sind die Be troffenen oft nicht in der Lage, Wünsche zu äussern. Alles, was sie sich für den Mo ment wünschen, ist Sicherheit und ein Dach über dem Kopf. Welche Erfahrungen haben Sie bislang gesammelt? Für die Familien ist es berei chernd und interessant. Gibt es Probleme, hilft ein Familien begleiter. Was man sicher sagen kann: Es sind ganz nor male Kinder, die pubertieren oder auch mal einen schlech ten Tag haben, genau gleich wie Schweizer Kinder auch. Wie verhindert man, dass es zu Dramen kommt, wenn ein Kind wieder gehen muss? Das kann man nicht, eine Be ziehung wird immer aufgebaut. Das liegt in der Natur der Sache. Es gilt daher, den mög lichen Abschied stets im Hin terkopf zu behalten, aber trotz dem eine Beziehung zum Kind zuzulassen. MM§
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Jimmys Meisterlauf und seine Kunststücke im Video
20 | MM44, 26.10.2015 | MENSCHEN
Migrosmagazin.ch
Porträt
Jimmy zeigt allen den Meister
Er schafft die 80 Meter in 10,89 Sekunden: Jimmy von der krummen Weide zählt zu den schnellsten Dackeln der Schweiz. Seiner Besitzerin Ursula Ganz-Blättler bedeutet der kleine Frechdachs aber noch viel mehr. Text: Peter Aeschlimann
S
ie heissen Golda von der Mardereiche, Miss Sophie vom Eigental oder Jimmy von der krummen Weide. Adelige aus einem fantastischen Königreich? Nein, Hunde. Dachshunde genau, oder einfach: Dackel. An einem Herbstsamstag treffen sich die Vierbeiner auf der Rennbahn in Rifferswil ZH. Der Schnellste unter ihnen soll gekürt werden – eine ernsthafte Sache. Auf der Ziellinie wartet Ursula Ganz-Blättler (57). Sie schwenkt einen stacheligen Plastikball, Jimmys «Geheimwaffe». Das Spielzeug ist ihm heilig. Ist es weg, will er es zurück, da kennt er nichts. Nach dem Startschuss spurtet der kleine Rauhaardackel los, pfeilgerade und unter frohem Gejaule, nur die 80 Meter im Blick, die ihn von seinem Ball trennen. Am Anfang sieht es gut aus, Jimmy führt souverän, doch dann erfolgt ein Angriff aus seinem Windschatten heraus. Ein Konkurrent droht, rechts an Jimmy vorbeizuziehen. Was dann passiert, ist bis heute nicht restlos geklärt. Im ersten Moment spricht der Speaker von einem Foul. Jedenfalls stürzt der Angreifer, überschlägt sich im Gras und verliert das Rennen. Das zeigen Amateuraufnahmen auf Facebook. Jimmy gewinnt in seiner Alterskategorie. Nur einer ist an diesem Tag noch schneller: Seriensieger Janis vom Ramat Gan, der Usain Bolt unter den Schweizer Dackeln. «Jimmy hatte einfach Glück», sagt Ursula Ganz-Blättler ein paar Tage
Bild: Holger Salach
später in ihrer Küche in Stans NW. Der Rempler sei bestimmt keine Absicht gewesen. Klar ist: Der zweieinhalbjährige Rüde ist kein Kuscheltier. Ein Wesenstest für Rassehunde attestierte ihm einen ausgesprochen sportlichen Charakter. Stillstehen ist seine Sache nicht. Als er einst an einem Schönheitswettbewerb die versammelten Züchter hätte begeistern sollen, machte Jimmy schnell klar, dass ihm diese Art Veranstaltung überhaupt nicht passte. Nachdem er alle anderen Hunde aus dem Ring verbellt hatte, wurde der Wilde von der krummen Weide ohne Bewertung nach Hause geschickt. Ein Helfer in schwierigen Zeiten
«Jimmy ist mein Sportminister», sagt Ursula Ganz-Blättler, «er sorgt dafür, dass ich rausgehe.» Als vor ein paar Jahren die akademische Karriere der Soziologin ins Stocken geraten war, fiel sie in ein Loch. An der Universität hatte man ihr zu verstehen gegeben, dass man sie nicht mehr benötigte. Man verweigerte ihr, die über Filmund Fernsehwissenschaften habilitiert hatte, eine Beförderung. Und dann kam der Krebs. «Ich war überqualifiziert und drohte trotzdem in die Armut abzurutschen», sagt Ganz-Blättler heute, da die Krankheit besiegt ist und sie wieder Tritt gefasst hat im Leben. Ihre aktuelle Haupteinnahmequelle bildet aber nach wie vor eine Liegenschaft, die sie von der Mutter geerbt hat. Sie will zurück in den wissenschaftlichen Betrieb oder
in den Journalismus. «Ich stecke voller Energie, muss es einfach etwas langsamer angehen.» Könne man denn gleichzeitig depressiv und glücklich sein, habe sie in den schwierigen Zeiten ihre Therapeutin immer wieder gefragt. «Vermutlich war ich einfach nur sauer.» Zeit, Gassi zu gehen. Ursula GanzBlättler schnallt sich das Bauchtäschli um, in dem sie die Hundeguetsli aufbewahrt. Jimmy weiss, was nun kommt. Voller Vorfreude rennt er im Korridor der Altbauwohnung hin und her, springt an seiner Besitzerin hoch, winselt vor Ungeduld und scharrt an der Tür. Im kleinen Garten vor dem Haus widmet er sich minutenlang seinem geliebten Plastikball, klemmt ihn zwischen seine kleinen weissen Zähne und duckt sich, ganz der Jagdhund, der er ja eigentlich ist, im hohen Gras. Kinder hat Ursula Ganz-Blättler nicht, jetzt sind Jimmy und die WG ihre Familie. «Hunde sind ein wunderbares Training fürs Leben», sagt sie. Man lerne, mit Verlust umzugehen. Vor Jimmy hatte sie bereits drei Dackel: Bänz von Tannhorn, Aron von Federal und Flavia vom Schönenberg. Was sie verband: Alle waren störrisch und verspielt. Im Garten macht Jimmy der Beschreibung seines Frauchens alle Ehre. Ganz aufgeregt steckt er sein Revier ab. Ob er ahnt, dass er schon bald Besuch von einer Hundedame empfangen darf? Im Frühling soll Jimmy von der krummen Weide nämlich Papi werden. MM
MENSCHEN | MM44, 26.10.2015 | 21
Manchmal etwas störrisch, verspielt und blitzschnell: Rauhaardackel Jimmy liebt es, sich mit anderen Hunden zu messen.
Dachshund
Jäger und Kinderbuchheld Der «Teckel» wurde in
Deutschland gezüchtet, um Dachse aus unter irdischen Bauten zu treiben. Nicht erst seit dem Kinderbuch «Fri dolin» (1959) gelten Dackel aber auch als beliebte Familienhunde. Ihr selbstbewusster Charakter und ihre Ver spieltheit fordern von den Besitzern einiges an Erziehungsarbeit ab. Auch Jimmy ist ein
vielbeschäftigter Hund. Als Deckrüde steht der Sohn von Flavia von der Amtsschlade und Lumpi vom Frankenstolz «in ternational zur Verfü gung». Auf der Home page der Züchterin heisst es: «Jimmy ist ein souveräner Rüde, der gerne lernt und sehr rei sefreudig ist.» Er gehört dem Ensemble «Dackel zauber» an, einer Grup pe von acht Dackeln, die Kunststücke einübt und an Shows vorführt. Jimmys Spezialität ist das Springen durch Ringe.
22 | MM44, 26.10.2015
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24 | MM44, 26.10.2015 | MENSCHEN
Reportage
Schutzengel an vorderster Front
Tanja Vultier und ihr Mann leisten als Peace Angels einen Freiwilligeneinsatz im kriegsgeschüttelten Kolumbien, um bedrohte Friedensaktivisten zu beschützen. Text: Silja Kornacher
Die Organisation
Im Einsatz für den Weltfrieden Peace Brigades International (PBI)
engagiert sich seit 1981 für Schutzbegleitung, gewaltfreie Konfliktlösung und die Wahrung der Menschenrechte in Krisengebieten weltweit. Freiwillige wie Tanja Vultier und Eduardo Acosta begleiten Aktivisten bei ihrer gefährlichen Mission für Frieden und Gerechtigkeit. Die PBI-Teams sind derzeit in Mexiko, Guatemala, Honduras und Kolumbien (seit 1994) sowie in Kenia und Indonesien im Einsatz. Die Organisation ist von der UNO anerkannt. PBI Schweiz
Die nationale Sektion mit Sitz in Bern ist ein spendenfinanzierter Verein mit 500 Mitgliedern und 150 Aktiven.
S
ie greifen mutig ein, kommen den bewaffneten Truppen dabei gefährlich in die Quere. Ihr einziger Schutz: ein Schriftzug auf T-Shirt und Weste. Die Baslerin Tanja Vultier (31) und ihr Mann Eduardo Acosta (42) sind als Peace Angels unterwegs für die internationale Friedensund Menschenrechtsorganisation Peace Brigades International (PBI), die unbewaffnete Schutzbegleitung in Krisenregionen bietet. Seit März leben die beiden in Kolumbien, wo seit über 50 Jahren ein Krieg zwischen staatlichen Sicherheitskräften, Paramilitärs, FARC-Rebellen und weiteren Guerillagruppierungen tobt. Gemeinsam mit sechs anderen Freiwilligen begleitet das Ehepaar während 18 Monaten bedrohte Menschen bei deren Arbeit. T-Shirt und Weste mit dem PBI-Schriftzug sollen die bewaffneten Gruppen abschrecken: Mit Ausländern legen sie sich nicht gerne an, Zeugen können sie nicht gebrauchen, ebenso wenig die internationale Aufmerksamkeit, wenn den Freiwilligen etwas zustiesse. Mit ihrem Einsatz wollen die Peace Angels sicherstellen, dass kolumbianische Friedensaktivisten nicht in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt sind. Zusätzlich zu diesen Begleitdiensten leisten die Freiwilligen viel sogenannte AdvocacyArbeit: Sie treffen sich mit Diplomaten, Behördenvertretern und ranghohen Militärs, analysieren im Rahmen eines wöchentlichen Pressescannings die politische Lage. Jeder Tag ein unwägbares Abenteuer
Tanja Vultier und ihr Mann leben in Apartadó, einer kolumbianischen Kleinstadt mit 130 000 Einwohnern nahe der Grenze zu Panama. Drei Tage im Monat haben sie frei, ausserdem stehen ihnen während ihres Einsatzes sechs Wochen Ferien zur Verfügung. Für Kost und Logis ist gesorgt, dazu gibt es
von der Organisation ein Taschengeld von rund 150 Franken im Monat. Eigenes Geld müssen sie in Kolumbien keines ausgeben. Apartadó liegt inmitten von Bananenund Ölpalmenplantagen, die Luft ist feuchtheiss, ständig kreisen Militärhelikopter über der Region. Das Leben im PBI-Haus ist hektisch, Privatsphäre gibt es kaum. Während des Interviews via Internettelefonie verschwindet Tanja Vultier immer wieder aus dem Bild: Einmal nimmt sie die Zeitung in Empfang, die ihr der Postbote durch das Gatter reicht, kurz darauf ertönt der ohrenbetäubende Lärm von Strassenarbeiten. Dann unterbricht eine Kollegin das Gespräch: Ein Bewohner des nahe gelegenen Friedensdorfs San José de Apartadó, eine geschlossene Gemeinschaft, die sich seit 18 Jahren vom bewaffneten Konflikt abschirmt, muss zum Notar in die Stadt. Dafür braucht er Tanja Vultiers Hilfe, weil er sich fern der Friedensgemeinde unsicher fühlt. In schnellem Spanisch klärt Vultier die Umstände und lächelt dann entschuldigend: «Tut mir leid, ich muss weg. Aber so ist es hier eben – man weiss nie genau, was der Tag bringt.» Die Friedensengel von PBI werden nur auf Anfrage der kolumbianischen Bevölkerung aktiv. Meist bitten Menschenrechtsverteidiger oder Personen in Führungspositionen um Begleitung bei öffentlichen Terminen. Eduardo Acosta ist gerade mehrere Tage im kolumbianischen Hinterland unterwegs, Tanja Vultier ist soeben von einer dreitägigen Tour mit einem Anwalt zurückgekehrt. Mit ihm ist sie in ein abgelegenes Gebiet gereist, um einer Familie zu helfen, die von ihrem Land vertrieben und bedroht wurde. «Das war ein Abenteuer!», erzählt die junge Frau in breitem Baseldeutsch und streicht ihre nassen schulterlangen Haare zurück. «Wir mussten verschiedene Busse nehmen,
MENSCHEN | MM44, 26.10.2015 | 25
1 2
1 Eduardo Acosta
vor dem Haus der Ökumenischen Kom mission für Gerech tigkeit und Frieden (Humanitäre Zone Camelias in Curba radó, Kolumbien). 2 Eduardo bei
Pflückarbeiten mit Enrique Petro, einem bedrohten Anführer der vertriebenen Gemeinschaften von Curbaradó. 3 Im Dienst: Tanja
3
Vultier begleitet Mitarbeitende der Kommission für Frieden und Gerech tigkeit zur Finca einer bedrohten Bauernfamilie.
Bilder: Luca Zanetti (1), Zvg
4 In «Arbeitskleidern»:
Eduardo und Tanja vor der Zentrale der Peace Brigades Inter national in Bogotá.
4
26 | MM44, 26.10.2015 | MENSCHEN
mit einer improvisierten Fähre den Fluss überqueren, Mototaxis nehmen und stun denlang zu Fuss durch die Wildnis stapfen.» Vom Wohlstandsland ins Kriegsgebiet
1
1 Eduardo Acosta
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auf dem Hof der Familie Cabezas – auch sie ist bedroht wegen ihres Kampfes um das eigene Stück Land. 2 Abenteuerliche
Reise: Tania Vultier auf der letzten Etappe mit dem Töfftaxi von Apartadó Richtung Humanitäre Zone in Camelias. Knapp vier Stunden Fahrt mit Bus und Jeep liegen bereits hinter ihr.
Bilder: Zvg
Angst vor Angriffen hat Tanja Vultier keine: «Ich bin als abenteuerlicher Mensch viel gereist. Mir macht so schnell nichts Angst.» Abgesehen von der üblichen Kleinkriminali tät wie etwa Diebstahl hat es noch keine grösseren Zwischenfälle mit PBI in Kolum bien gegeben. Ihre Familie habe sich anfangs grosse Sorgen gemacht: «In der Schweiz herrscht wegen der Drogenkriminalität ein schlechtes Bild von Kolumbien.» Mittler weile hat sich die Sorge aber gelegt. Obschon Tanja Vultier sich in Kolumbien wohlfühlt, vermisst sie ihre Familie und ihre Freunde. «Ich bin so oft unterwegs, dass es schwierig ist, Kontakt zu halten. Eineinhalb Jahre sind schon eine lange Zeit. Aber wir mussten unsere Wohnung sowieso untervermieten. Da spielt es keine Rolle, für wie lange.» Tanja Vultier, die Geschichte, Jura und Spanisch studiert hat, liess sich von nichts und niemandem von ihren Plänen in Bezug auf PBI abbringen. Auch das fast einjährige Aufnahmeverfahren, für das sie einen Fern kurs und ein Assessment in Spanien absol vieren und Dutzende von Aufsätzen über die politische Lage schreiben musste, schreckte sie nicht ab. Von einer Freundin ihrer Mut ter, die selbst einmal Freiwillige gewesen war, hatte sie von der Organisation gehört. Eine Anstellung als Fundraiserin für PBI ver stärkte schliesslich ihren Wunsch, sich vor Ort einzusetzen. Ihren Mann, den sie vor 13 Jahren bei einem Auslandsjahr in Ecuador kennengelernt hat und der seit fünf Jahren in der Schweiz lebt, musste sie nicht lange überreden – er fühlt sich in Kolumbien fast wie daheim in Ecuador. Eduardo Acosta hat Jura studiert und arbeitete in der Schweiz als Krankenpflegeassistent. Dass er nun täglich mit Menschenrechten konfrontiert ist, reizt ihn besonders: «Es ist motivierend, mich für den Frieden in einem Land zu engagieren, das nicht weit entfernt ist von dem Ort, wo ich geboren bin.» Tanja Vultier weiss um ihr Privileg, in der Schweiz aufgewachsen zu sein. «Im Aus tauschjahr in Ecuador merkte ich erstmals, was für ein Glück ich im Leben hatte. Mir hat es an nichts gefehlt.» Dass die Menschen in Kolumbien seit 50 Jahren unter dem Konflikt leiden und in ständiger Angst leben müssen, findet sie unfair. «Ich wünsche mir, dass das dem Rest der Welt nicht egal ist.» Ein Wandel zeichnet sich auf der politi schen Bühne indes bereits ab: Ende Septem ber haben sich der kolumbianische Präsident und die FARC auf eine Beilegung des Kon flikts geeinigt – damit scheint der Frieden wahrscheinlicher als je zuvor. Eine Genug tuung. Auch für die Peace Angels. MM
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MENSCHEN | MM44, 26.10.2015 | 29
L Bänz Friedli
Verdammt schön ren wie «When You Say Nothing at All» und jüngsten wie «All of Me», alles ist allen geläufig, als sängen sie aus einem grossen gemeinsamen Liederbuch.
Lagerfeuerstimmung irgendwo in Kentucky. Eine laue Nacht, in den Herbstferien wars, kein Licht weit und breit, nur der bare Ster nenhimmel und unser Feuer. Nicht «Camp fire» nennen sie es in den weiten Ebenen jener Farmlands, sondern «Bonfire». Dicke Äste, Scheiter, halbe Strünke haben sie aufgetürmt, die Flammen lodern hoch, ums ganze Rund des Feuers sitzen Freunde, Verwandte, alle einander zugehörig, verschwägert, verbrüdert selbst dann, wenn man sich wie der zahnlose Bauer Robert und ich erst seit Stunden kennt. Gemeinschaftsgefühl zelebrieren, ja, das kön nen sie, die lieben Amerikaner. Herzerwär mend. Und sie bräteln Marshmallows, diese klebrigen kleinen Dinger aus Schaumzucker, die – an einem Stecken übers Feuer gehalten – noch viel klebriger werden, klemmen die fast zerflossene Masse dann zusammen mit einem Stück dunkler Schokolade zwischen zwei Grahambiskuits, fertig sind die «S’Mores». Und lecker sind sie, verdammt lecker.
Bänz Friedli (50)
singt mit.
Wunderschön wars, auch wir sangen mit. Dann forderten sie eine Niederländerin in der Runde auf, ein Lied aus ihrem Land zu singen, und sie trug «Brabant» vor, einen Heimweh Song. Schliesslich waren wir an der Reihe, aber ausser dem Refrain des «Guggisberg lieds» und den ersten Zeilen von «Alperose» kam uns nichts in den Sinn … «Come on!», spöttelten sie. Verdammt, hatten wir denn kein Lied? Ich setzte zu «Scharlachrot» an: «Die isch ja filmriif, die Szene, i dere Fritig nacht …», aber meine Tochter wusste schon bei der zweiten Strophe nicht mehr mit. Am Ende war es der «Schwan», den wir beide auswendig kannten und vorsangen: «E Schwan so wiiss wi Schnee …», auf Berndeutsch zu nächst, und dann mussten wirs auch noch übersetzen: «A swan as white as snow …»
Wobei, das Wort «verdammt» muss ich um alles in der Welt vermeiden, denn sie sind fromm, unsere Gastgeber, und, Himmelhei land!, es gibt eine ganze Anzahl Wörter, die ich in ihrer Anwesenheit besser nicht ausspreche. Aber singfreudig sind sie. Einer zückt eine Gitarre, schon erklingt Lied um Lied, den gan zen Kanon der USPopulärkultur von «Ama zing Grace» bis «Country Roads» singen sie, von uralten Hits wie «Last Kiss» bis zu jünge
Ausgerechnet Gölä, über den ich mich so oft lustig machte, ausgerechnet er hat offenbar das Volkslied schlechthin der letzten Jahrzehnte geschaffen. Das Lied, an das man sich erinnert, wenn man fern der Heimat zum Singen aufge fordert wird. Muss ich ihm erzählen, sollte ich ihm mal wieder begegnen, dem Gölä. MM Bänz Friedli live: 28. 10. in Olten SO (mit Frölein Da Capo), 29. 10. in Widnau SG, 3. 11. in Eschlikon TG.
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Volle Action: WakeboardVideos von Jamie Huser
30 | MM44, 26.10.2015 | MENSCHEN
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Porträt
Jamies perfekte Welle
Steigt Jamie Huser aufs Brett, haben selbst die Grossen einen schweren Stand: Der Elfjährige ist Schweizer Meister im Wakeboarden – in der Kategorie der Männer. Auch an der WM in Mexiko will er ganz nach oben aufs Podest. Text: Andreas Bättig
S
einen kleinen Bruder Jamie nennt Sascha Gattiker nur noch «Phenomenon», oder auf Deutsch: «Phänomen». «Ich habe noch nie jemanden gesehen, der so schnell neue Tricks lernt. Manchmal kann ich es gar nicht glauben», sagt der 24-Jährige, der auch der Trainer von Jamie ist. Wie talentiert er ist, bewies der elfjährige Wakeboarder Ende August an den Schweizer Meisterschaften auf dem Lac de Joux im Kanton Waadt. Jamie Huser startete nicht in der Kategorie «Boys», wie das eigentlich üblich ist, sondern bei den Männern – und holte sich den Sieg. «Für mich war das keine grosse Überraschung. Ich weiss ja, wie gut er fährt», sagt Sascha Gattiker, der selber Profi-Wakeboarder ist. Wer glaubt, dass das Talent am grossen Wasser wohnt, der irrt. Der Blondschopf Jamie ist tief in den Bündner Bergen, in Flims GR, zu Hause. Hier wächst er auf, hier geht er in die Primarschule. Sein Vater Beat Gattiker (54) machte den Wassersport in der Schweiz populär: 1983 gründete er die erste Wakeboard-Schule Europas. Die Wakeboard Academy liegt am Zürichsee und wird mittlerweile von Sohn Sascha geführt. Jamie trainiert dort so viel, wie
Bild: Daniel Winkler
es die Wetterbedingungen und Jahreszeiten in der Schweiz zulassen, also von Frühling bis Herbst. Das erste Mal überhaupt auf einem Wakeboard stand er im Alter von gut drei Jahren. «Daran kann ich mich nicht mehr erinnern. Aber es gibt Fotos davon», sagt Jamie. Und Bruder Sascha sagt: «Jamie hat schon immer ein wahnsinnig gutes Brettgefühl gehabt.» Das zeige sich nicht nur beim Wakeboarden. Im Winter surft Jamie in der Halfpipe
Im Winter zieht es Jamie in die Berge. Dann saust er mit seinem Snowboard die Schneepiste von Laax GR hinunter. Natürlich nicht einfach so. Er übt Tricks in der Halfpipe, probiert Sprünge auf dem Kicker aus. Wenn er es lieber wärmer hat, schnappt er sich das Skateboard und lässt es in der Skatehalle krachen. Hauptsache, er hat ein Brett unter den Füssen. Sein Herz gehöre aber schon dem Wakeboarden, sagt Jamie. Deshalb fliegt er auch jeden Winter für zwei bis drei Wochen nach Florida. Der Sonnenstaat der USA ist der Hotspot der internationalen WakeboardSzene. Hier kann Jamie jeden Tag boarden, ihm steht sogar ein eigener, amerikanischer
Trainer zur Verfügung. «Eigentlich müsste Jamie hierhin ziehen. In Florida sind die grossen Firmen, die Sponsoren, das Geld», sagt Sascha Gattiker. Jamie selber konnte nach dem Gewinn des Schweizer-MeisterTitels einen Sponsor für sich gewinnen, der seine gesamte Ausrüstung zahlt. Darauf ist er stolz. Läuft alles nach Plan, sollen noch viele weitere Sponsoren dazukommen. Jamie träumt davon, nach Florida zu ziehen. «Ich möchte die Oberstufe in den USA machen»,
MENSCHEN | MM44, 26.10.2015 | 31
Bezwang bislang fast jede Welle: Jamie Huser in seinem Kinderzimmer in Flims.
sagt er. Dass ihr Sohnemann bald allein in den Vereinigten Staaten leben könnte, von diesem Gedanken ist Jamies Mutter, Sandra Huser (43), allerdings wenig begeis tert. «Für mich ist es eine Horrorvorstel lung, ihn nicht mehr an meiner Seite zu ha ben.» Das Verhältnis zu ihrem Sohn sei ein enges. «Ich fahre mit ihm zu Wettkämpfen und fiebere mit ihm mit.» Nur wenn er zu seinen waghalsigen Sprüngen mit Dre hungen und Überschlägen ansetze, müsse sie manchmal wegschauen.
Wakeboarden ist kein ungefährlicher Sport. Hinter dem Motorboot, verbunden mit einem Seil, beschleunigen die Fahrer auf einem verkürzten Surfbrett bis zu 70 Stun denkilometer. Stürzt man, ist die Landung hart. Verletzungen wie Kreuzbandrisse, Verstauchungen, Beinbrüche und Gehirn erschütterungen sind keine Seltenheit. Jamie hat bisher «nur» eine Gehirnerschüt terung erlitten und blieb von schwereren Verletzungen verschont. Er hofft, dass das auch in Zukunft so bleibt – vor allem aber
an der Weltmeisterschaft in Mexiko, die noch bis am 31. Oktober dauert. Dort tritt er am Strand von Cancún in der Kategorie U14 an, was für den Elfjährigen nicht ganz einfach sein wird. «Die 14Jährigen sind zum Teil richtig muskelbepackte Männer. Aber wenn Jamie sich konzentriert und nicht stürzt, kann er es trotzdem aufs Podest schaffen», sagt Sascha Gattiker. Es wäre nicht die erste Überraschung. MM www.facebook.com/jamiehuser
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MENSCHEN | MM44, 26.10.2015 | 33
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Leserforum MM43: Porträt «Gefangen im eigenen Körper»
Bild: Daniel Auf der Mauer
«Mit MS nur eine verschwindend geringere Lebenserwartung»
Zuerst vielen Dank für die Berichterstattung über Jann Kessler und seinen Film über Multiple Sklerose. Ich finde es sehr wichtig, dass auf die Krankheit aufmerksam ge macht wird, auch weil immer wieder auffällt, dass viele sie nicht kennen oder z.B. mit Muskelschwund verwechseln. Bei mir wurde im März 2013 ebenfalls Multiple Sklerose festgestellt. Ich finde die Arbeit von Jann Kessler sehr bemer kenswert, doch stört mich am Artikel die einseitige Sicht weise: Wenn man als neu Betroffene oder Angehöriger eines MSPatienten dies liest, erhält man das Gefühl, das Leben mit MS sei vorbei. Ich finde es bedenklich, wenn nur über den schweren Krank heitsverlauf bei Jann Kesslers Mutter berichtet wird. Meiner Meinung nach ist es nicht zwingend, dass es jedem Er krankten so ergeht. Vor allem stört mich in «Zahlen und Fakten» der Satz: «Die meisten leben viele Jahrzehnte mit ihrer Krankheit.» Durch MS hat man nur eine verschwin dend geringere Lebenserwar tung als ein gesunder Mensch! Leider erweckt der Artikel für mich den Eindruck, dass das Leben mit MS nicht mehr le benswert sei. Katarina Bischoff
als Folge von Biotinmangel.
MM43: Mamma mia:
«Zuziehen!»
«Passt auf eure Kinder auf!» Ich werde meinen Kindern im Kindersitz auch weiterhin die Winterjacken nicht ausziehen, weil ich es erstens für völlig übertrieben halte und zweitens das Risiko eines Unfalls im Vergleich zum sicheren Frieren einfach nichts anderes zulässt. Tina Schulz (online) Beim Angurten in Babyschalen habe ich es noch nicht be obachtet oder nie darauf ge achtet. Das ändert sich jetzt be stimmt. Aber Helme? Schreck lich: Mütze drunter, die Schnalle gar nicht zu oder so, wie du es beschrieben hast, oder dann sitzt der Helm total schief. Ich bin Erzieherin und auch bei Fahrzeugen immer für Helme. Aber dann bitte auch richtig, wir müssen uns eben die Zeit nehmen anstelle von Erklärungen hinterher. Leute, passt auf eure Kinder auf! Corinna Li (online) Hätte man im Artikel nicht wenigstens erwähnen können, wieso das stramme Zuziehen beim Kindersitz so wichtig ist? Barbara Grubmüller (online)
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Interview
«Es lohnt sich nicht, bei uns einzubrechen» Die Gauguin-Ausstellung bescherte der Fondation Beyeler in Riehen BS einen neuen Besucherrekord. Jetzt setzt Direktor Sam Keller auf die russische Avantgarde. Der Basler über den explodierenden Kunstmarkt, seinen Garten und seine private Kunstsammlung, die für Einbrecher eine schlechte Beute wäre. Text: Reto E. Wild, Andrea Freiermuth
Bilder: Anne Gabriel-Jürgens / 13 Photo
MENSCHEN | MM44, 26.10.2015 | 35
«Die Kultur ist Teil unserer Identität. Wenn wir sie nicht haben, nützt uns Geld nichts.»
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Sam Keller, für die GauguinAusstellung haben Sie Hollywoodstars eingeladen. Machen Sie das künftig immer so? ( lacht) Wir haben Keanu Ree ves eingeladen, weil er ein hervorragender Schauspieler ist und familiäre Wurzeln in der Südsee hat. Da Paul Gauguin es ja nicht mehr selbst tun kann, suchten wir jemanden, der packend aus seinem Buch «Noa Noa» liest und eine Beziehung zu Land und Leuten hat. Unser Programm mit Lesungen, Musik und Ähnlichem soll dem Publikum einen anderen Zugang zur Kunst ermöglichen. Wie sind Sie vorgegangen? Haben Sie seine Telefonnummer im Handy gespeichert? Ich kenne ihn flüchtig. Wir ha ben einen gemeinsamen Freund. Über den fragte ich ihn an. Wie erfolgreich war die Gauguin-Ausstellung? Wir konnten uns über die Re kordzahl von knapp 370 000 Be suchern freuen. Es war wunder bar, nach sechs Jahren Arbeit so viele Meisterwerke des Künst lers in der Schweiz zu vereinen. So konnten wir zeigen, dass Gauguin nicht nur Südsee romantik und schöne Frauen malte, sondern eine neue Art von Malerei und Skulptur schuf. Trotz diesem Besucherrekord würden Sie ohne Sponsoren Verluste schreiben. Ja, solche Ausstellungen kosten so viel, dass die Besucher Hun derte von Franken für den Eintritt zahlen müssten, damit die Rechnung aufgeht. Die Aufgabe unseres Museums ist jedoch, Kunst zu vermitteln. Darum brauchen wir die Unterstützung von Firmen, Stiftungen und Privaten. Was kostete die GauguinAusstellung? Mehrere Millionen Franken. Was kostet es, ein Bild von A nach B zu transportieren? Das ist abhängig von mehreren Faktoren wie Grösse, Gewicht und Material. Muss es vor dem Transport restauriert oder neu gerahmt werden? Muss dafür
Sam Keller: «Bei den Flüchtlingen sieht man, wie wichtig kulturelle Identität ist.»
eine massgefertigte Transport kiste gebaut werden? Wird es auf seiner Reise von einem Kurier begleitet? Kommt es mit Last wagen, Schiff oder Flugzeug? Vor allem bei Skulpturen kann das teuer werden. Dazu kommt die Versicherung, die grob gesagt eine Promille des Werts kostet. Manche Bilder sind über 100 Millionen Franken wert. Man könnte mit diesen Millionen an Sponsorengeldern auch bedürftige Familien oder Flüchtlinge unterstützen. Lassen Sie mich das mit den Worten von Winston Churchill begründen. Als das britische Parlament während der Kriegs jahre das Budget für die Kultur kürzen wollte, fragte er: «Und für was kämpfen wir dann?» Die Kultur ist Teil unserer Identität. Wenn wir sie nicht haben, nützt uns Geld nichts. Gerade im Zusammenhang mit den Flüchtlingen sieht man, wie wichtig kulturelle Identität für uns alle ist. Es ist drama tisch, wenn Kulturgüter wie die Tempel von Palmyra in Syrien zerstört werden. Oft schätzen
wir solche Dinge erst, wenn es sie nicht mehr gibt. In der Schweiz, in der schon so lange Frieden herrscht, haben wir Glück – und halten vieles für selbstverständlich. Aber die Schweiz hat wenige natürliche Ressourcen. Sie lebt von Ideen, die ihre Wurzeln oft in der Kunst und in der Kultur haben. Sie sind für die Kreativwirt schaft das, was die Grundlagen forschung für die Wissenschaft ist. Daraus entsteht Inspiration für Architektur, Design, Mode, Film, Medien und zum Beispiel auch die Uhrenindustrie. Bei der neuesten Ausstellung «Auf der Suche nach 0,10» geht es um unbekannte Russen. Ein Museum sollte nicht nur das präsentieren, was schon populär ist. Sonst verpasst man viel Spannendes – etwa Kasimir Malewitsch und die Künstlerin nen und Künstler der russi schen Avantgarde. Wir zeigen Werke, die im Westen noch nie zu sehen waren. Wie wollen Sie die Leute dafür begeistern?
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Gerade bei wenig bekannten Künstlern, die auch noch abstrakte Kunst machen, ist das eine Herausforderung. Da kommt der Kunstvermittlung eine wichtige Rolle zu, indem man Führungen, Museums spiele, Audioguides, Kataloge oder Konzerte organisiert. Es gibt immer mehr Kunststif tungen, die Bilder öffentlich zugänglich machen. Wie gehen Sie mit dieser Konkurrenz um? Wir begrüssen solche Bemü hungen. Je mehr Museen es gibt, desto mehr Menschen finden den Zugang. Begeistern diese Häuser Kinder für die Kunst, kommen diese vielleicht als Erwachsene zu uns nach Riehen. Haben Ableger bekannter Museen wie etwa der Louvre in Abu Dhabi Einfluss auf Ihre strategischen Überlegungen? Indirekt hat die Globalisierung des Kulturaustauschs durchaus einen Einfluss. Das künftige Publikum wird andere Bedürf nisse haben: In Museen ist es normalerweise verboten, Fotos zu machen. Wir erlauben das jetzt mehrheitlich, weil Fotos dazu beitragen, dass Menschen ihre Kunsterlebnisse miteinan der teilen. Wir organisieren auch, dass die Künstler und Werke der Fondation Beyeler in anderen Ländern zu sehen sind, beispielsweise Alberto Giacometti in Russland oder Ferdinand Hodler in Amerika. Das ist uns wichtiger, als unseren Namen an Museumsgebäude rund um die Welt zu verpflanzen. Die Fondation Beyeler besitzt auch eine Kunstsammlung. Wie gross ist Ihr Budget für Erweiterungen? Wir kaufen jedes Jahr für meh rere Millionen wichtige zeit genössische Kunstwerke dazu. Wie gehen Sie dabei vor? Eine Sammlung ist keine An sammlung. Sie ist mehr als die Summe ihrer Teile und gibt in ihrer Gesamtheit ein Bild der Welt. Wichtig ist, zuerst die Geschichte der Sammlung anzu schauen und Bezüge über Künst lergenerationen hinweg her zustellen. In der Tradition der
Museumsgründer Ernst und Hildy Beyeler konzentrieren wir uns auf Hauptwerke bedeu tender Künstler in Malerei und Skulptur. Letztlich spielen Qua lität, Erfahrung und Beziehun gen eine wichtige Rolle, um die richtigen Werke auszuwählen. Und nun müssen Sie sich auch mit der Raubkunst aus einandersetzen. Ja, das Thema ist für Museen wohl noch lange nicht erledigt, weil jede Generation es neu beurteilt. Deshalb ist es wichtig, frühere Generationen nicht generell zu verurteilen. Die meis ten unserer Werke stammen aus bekannten Sammlungen oder der Zeit nach 1950. Deshalb sind wir kaum von Raubkunstklagen betroffen. Aber wir haben ein Gemälde von Kandinsky, bei dem sich nachträglich herausstellte, dass es einst eine Leihgabe an ein
deutsches Museum war und im Nationalsozialismus von dort verkauft wurde. Ernst Beyeler hat sich mit den Erben gütlich geeinigt. Wichtig ist, dass Museen Herkunftsforschung betreiben und der Geschichte ihrer Kunstwerke vor Ende des Zweiten Weltkriegs nachgehen. Heute beeinflusst die Fondati on die Preise von Kunstwerken. Ja, eine Ausstellung stärkt die Preise der ausgestellten Künst ler: 2010 organisierten wir die erste grosse Retrospektive von JeanMichel Basquiat in Euro pa. Seither haben sich die Preise seiner Werke vervielfacht. Sie haben somit eine grosse Macht über die Preise. Wenn wir die Preise bestimmen könnten, wären sie viel tiefer. Dann könnten wir mehr Kunst kaufen und müssten weniger für
Versicherungen bezahlen. (lacht) Klar, Museen bieten Orientie rung. Wir stellen Künstler aller dings nicht aus, weil sie teuer oder preiswert, sondern weil sie in unseren Augen wichtig und interessant sind. Aber in den letz ten Jahren ist der Kunstmarkt explodiert, das finanzielle Inter esse hat überhandgenommen. Was halten Sie davon? Ich bin gegen das Spekulieren mit Kunst. Kunstwerke sind keine Aktien, die man an die Wand hängt. Wenn aber jemand auf das Geld und die Kunst ach tet, ist das okay. Wo ist der Kunstmarkt derzeit besonders interessant? Paris, Berlin, London, New York und Los Angeles sind nach wie vor Zentren der Kunstwelt. Die Globalisierung hat ermöglicht, dass interessante Künstler in
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Erfolgsmodell Kunstmuseen: Die Zahlen.
Migrosmagazin.ch
Ländern wie Brasilien, Mexiko, China, Indien, Südafrika aber auch in Kolumbien, Polen, Por tugal, der Türkei oder im Iran entstanden sind. Sogar im Enga din gibt es gute Kunst zu kaufen. Welche Museen empfehlen Sie unseren Lesern? Mit dem TGV lässt sich das Musée d’Orsay in Paris mit sei nen Werken der Impressionis ten leicht erreichen. In London empfehle ich die Tate Modern und die Serpentine Gallery. Erst kürzlich wurden das LAC in Lugano, die Fondazione Prada in Mailand und The Broad in Los Angeles eröffnet. Ausserhalb von Kopenhagen befindet sich in einem schönen Park mit dem Louisiana quasi die Fondation Beyeler Skandinaviens. Sie sind Sohn einer Krankenschwester und eines Mechanikers. Haben Ihre Eltern Ihnen die Kunst nähergebracht? Nein, aber es ist für niemanden zu spät. Ich habe beispielsweise auch erst mit den Jahren den Garten schätzen gelernt, nachdem ich als Kind oft darin jäten musste – statt Fussball zu spielen. Heute geniesse ich Tomaten und Gurken aus dem eigenen Garten und erfreue mich am Anblick unserer Blu men. Weil ich nicht mit Kunst aufgewachsen bin, habe ich erst später entdeckt, wie wertvoll diese in meinem Leben ist. Ernst Beyeler wollte sie für alle zu gänglich machen. Darum orga nisieren wir jährlich ein Kunst projekt im öffentlichen Raum. Sogar meine Eltern schauen sich jetzt Ausstellungen bei uns an und bringen ihre Enkel mit. Wäre Ihre Karriere heute noch möglich? Ich schloss nie als Kunsthistori ker ab. Heute bewerben sich bei uns Leute für ein Praktikum, die eine bessere Ausbildung als der Direktor haben. (lacht) Es ist schwieriger geworden. Leider wird heute die Ausbildung oft höher gewichtet als das Poten zial der Menschen. Aber in der Kunstwelt ist noch alles möglich. Trauern Sie Ihrem Job als Direktor der Art Basel nach?
Ich möchte die frühere Aufgabe nicht missen, vermisse sie aber nicht. Ich kann heute mehr gestalten als vorher und ver bringe mehr Zeit mit Künstlern. Die Fondation Beyeler ist mit 300 000 bis 400 000 Besuchern pro Jahr das beliebteste Kunst museum der Schweiz. Unser Publikum ist viel heterogener als jenes der Art Basel: Schulklassen, Königinnen, Demenzkranke, Rockstars und Menschen, die ich aus dem Fussballstadion kenne. Welche Kunst hängt bei Ihnen zu Hause? Alles mögliche. Wir sind aber keine Sammler, sondern Leute, die lieber ein Kunstwerk an der Wand haben als gähnende Leere. Mein Budget ist klein. Es lohnt sich nicht, bei uns einzubrechen. Vieles bringe ich von Reisen mit oder kaufe es in unserem Museumsladen. Darunter sind
Fotografien von Wolfgang Till mans, Zeichnungen von unserem Sohn, eine GoyaDruckgrafik, Kunsthandwerk von Unbekann ten. Das kostet nicht viel und macht trotzdem glücklich. Welches sind Ihre Welten neben der Kunst? Ich habe eine Saisonkarte für die Spiele des FC Basel und gehe gern im Rhein schwimmen. Wandern und Lesen finde ich wunderbar. Kochen kann ich nicht, aber essen tue ich gerne, am liebsten Hackbraten, Kar toffelstock und Rotkraut. Als Teenager füllte ich übrigens bei der MigrosFiliale in Riehen die Gestelle auf. Heute hole ich mir dort über Mittag gerne Fleischkäse und Schwöbli. MM Fondation Beyeler: «Auf der Suche nach 0,10 – Die letzte futuristische Aus stellung der Malerei», bis 10. Januar 2016.
Zur Person
Der Museumsdirektor Sam Keller (49) ist seit 2007
Direktor und Ausstellungs kurator der Fondation Beyeler in Riehen BS. Bekannt wurde er als Direktor der Kunstmesse Art Basel (2000 bis 2007). Der Basler studierte Kunstge schichte und Philosophie an der Uni Basel, ohne abzuschliessen, und wurde 1994 Kommunika tionsleiter der Art Basel. Schon drei Jahre später stieg er zum stellvertretenden Direktor auf. 2005 wurde er am WEF in Davos zum Young Global Leader ausgezeichnet, fünf Jahre später in New York mit dem Swiss Institute Award. Keller wohnt in Basel, ist
verheiratet und hat einen Sohn, James (23).
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Laktoseintoleranz und Ernährung Milchzucker: die Menge macht’s
Wer mit Laktoseintoleranz lebt, sollte auf seine Ernährung achten, aber nicht auf Milchprodukte verzichten. Marcs Beispiel zeigt, dass sich gezielte Anpassungen in der Ernährung lohnen. diagnostizierte Laktoseintoleranz profitiert aber die Gesundheit nicht davon – und der Geldbeutel schon gar nicht.
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Beantworten Sie bis am 8. November 2015 auf www.swissmilk.ch/irrtum die Wettbewerbsfrage und gewinnen Sie ein Wellness-Wochenende für zwei Personen.
? Marc und seine Freunde wärmen sich während einer ausgedehnten Wanderung in einem Berggasthof mit heisser Milch auf. «Es gibt beinahe nichts Schöneres als einen Tag in den Bergen mit guten Freunden», schwärmt er. Die Milch und der Nussgipfel stärken sie für die letzte Etappe. Doch Marcs Zufriedenheit findet ein abruptes Ende. Kurz nach dem Zvieri rennt er auf die Toilette – die Gruppe muss die Wanderung abbrechen. Zurück in der Stadt und nach dem Arztbesuch folgt die Bestätigung: Marc reagiert empfindlich auf Milchzucker, sein Arzt stellt eine altersbedingte Laktoseintoleranz fest. Nicht verzichten, sondern die Ernährung anpassen Marc gehört zu den 17 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer, deren Körper das Verdauungsenzym Laktase mit zunehmendem Alter nicht mehr ausreichend produzieren können. Deshalb verträgt er reinen Milchzucker – auch Laktose genannt – nicht gut und bekommt Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall. Der Käse- und Jogurtliebhaber hat aber keinen Grund zum Verzweifeln: Laktoseintolerante können sich, entgegen der landläufigen Meinung, fast normal ernähren. Eine übertriebene Vorsicht ist unnötig, denn die meisten Betroffenen produzieren immer noch eine bestimmte Menge des Verdauungsenzyms.
Der Arzt rät Marc zu einer individuellen Ernährungsberatung, die ihm zeigt, welche Produkte mit Milchzucker er nach wie vor geniessen darf und in welchen Mengen er sie verträgt. Die meisten Käse und Jogurt sowie weitere Lebensmittel mit einem gewissen Anteil an Milchzucker stehen weiterhin auf Marcs Speisezettel. <wm>10CAsNsjY0MDQx0TW2sLAwMAcASDlc2w8AAAA=</wm>
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«Bei einer Laktoseunverträglichkeit ist eine individuelle Beratung sinnvoll. Die meisten Betroffenen vertragen mehr Milchprodukte als erwartet.» Karin Allenbach, dipl. Ernährungsberaterin FH SVDE Verarbeitete Lebensmittel ohne Milchzucker sind heute rar: Instantsuppen und -saucen, Pizza, Stocki, Kuchen, Guetzli und Desserts – diese und weitere Produkte enthalten Laktose. «Auf der nächsten Wanderung gibt’s halt Tee und eine Käseplatte. Aber auf ein stärkendes Birchermüesli am Morgen und das feine Fondue am Abend muss ich nicht verzichten», berichtet Marc seinen Freunden. Laktosefreie Produkte, wie sie heute vermehrt angeboten werden, helfen Laktoseintoleranten wie Marc, das erlaubte Mass zu halten. Ohne ärztlich
Wertvolle Tipps bei Laktoseintoleranz Die häufigsten Beschwerdeauslöser bei Laktoseintoleranz sind Milch, Buttermilch und Molke. Laktoseintoleranz ist sehr individuell, deshalb ist eine genaue Diagnose und Beratung wichtig. So lässt sich herausfinden, was vertragen wird und wie die persönliche Ernährung aussieht. Im Jogurt steckt zwar mehr Laktose als im Quark, trotzdem werden Jogurts meist gut vertragen. Extrahart-, Hart-, Halbhart- und Weichkäse können normalerweise ohne Bedenken konsumiert werden. Diese Käsesorten sind laktosefrei, da die Laktose beim Käsen in die Molke übergeht. Gute Alternativen sind ausserdem laktosefreie Milch und Milchprodukte. Und übrigens: Der Milchzucker wird in Kombination mit fett- und eiweisshaltigen Lebensmitteln besser vertragen.
Haben Sie Fragen? Karin Allenbach ist dipl. Ernährungsberaterin FH SVDE mit eigener Praxis in Wengi bei Frutigen. Ihre Fragen zur Laktoseintoleranz beantwortet sie gerne am 10. November 2015 von 9 – 16 Uhr unter 033 672 20 84 oder bis 13. November per E-Mail info@essweiser.ch. Wissenswertes Mehr Informationen zu Unverträglichkeiten unter www.swissmilk.ch/irrtum
Migros-Welt MM44
Zitat der Woche
«Die Poulet-Glaces haben in Köln eingeschlagen wie eine Bombe.» Roland Pfister vom M-Industriebetrieb Micarna in «20 Minuten» vom 16. Oktober über eine neue Glacesorte, die an einer deutschen Lebensmittelmesse für Furore sorgte.
Nicole Zysset Fekir (46), Drive Operations Manager bei Le Shop.ch.
Bei der Arbeit
Einkaufscenter Surseepark
Alles rund um die Gesundheit
Bilder: Matthieu Spohn, PD
Vom 28. bis 31. Oktober präsentieren im Einkaufscenter Surseepark diverse
Geschäfte ihre Angebote rund um das Thema Gesundheit. Attraktive Aktionen und Events laden Besucherinnen und Besucher in den Geschäften und auf den Mallflächen zum Ausprobieren, Testen und Informieren ein: Von einem
Genussparcours für Kinder über eine professionelle Körperfettanteilmessung bis zu einer Defibrillatorendemonstration ist alles dabei. Informationen zu den Thementagen auf www.surseepark.ch. Mehr von der Migros Migros Luzern ab Seite 91
«An den beiden LeShop-DriveStationen in Studen (BE) und in Staufen (AG) bin ich als operative Verantwortliche tätig. Das heisst, ich schule unser Management im Umgang mit den Kunden, plane Marketingaktivitäten oder führe Kundenbefragungen durch. Diese Vielfältigkeit macht für mich den wahren Reiz meiner Arbeit aus. Dazu gefällt es mir, in einem in der Schweiz noch ganz neuen Markt tätig zu sein.»
46 | MM44, 26.10.2015 | MIGROS-WELT
Migros App
Cumulus-Bons neu digital Ab sofort gibts die blauen Cumulus-Bons
auch in digitaler Form. Sie werden via Migros App oder CumulusWebseite aktiviert, beim Bezahlen vom Handybildschirm gescannt und ihr Wert von der Einkaufssumme abgezogen. Diese Erweiterung vervollständigt das digitale Portemonnaie der Migros App und macht den Einkauf noch etwas komfortabler. Alles, was man dafür braucht, ist ein Smartphone und die neueste Version der Migros App. Damit werden CumulusPunkte gesammelt, Vorteilscoupons und Bons eingelöst, und es wird bargeldlos an der Kasse bezahlt. Wer seine Cumulus-Bons in Papierform bevorzugt, der findet sie weiterhin mit der Cumulus-Abrechnung im Briefkasten. Mehr Infos: migros.ch/ digitale-bons
LeShop.ch
Lieferzeiten angepasst
53 Prozent aller Kundinnen und Kunden kaufen laut Comparis am liebsten in der Migros ein.
Beliebte Migros Der Online-Vergleichsdienst Comparis hat die Popularität der Detailhändler in der Schweiz untersucht. In der repräsentativen Umfrage belegte die Migros mit grossem Abstand den Spitzenplatz: 53 Prozent aller Kundinnen und Kunden kaufen am liebsten in den Supermärkten mit dem orangen M ein. Der Hauptkonkurrent der Migros folgt mit 35 Prozent auf dem zweiten
Platz. Nur jeder zehnte bevorzugt andere Detailhändler, darunter die in- und ausländischen Discounter. Ebenfalls ganz vorne dabei ist die Migros in der Rangliste der stärksten Marken in der Schweiz, die jedes Jahr von der Beratungsfirma Y&R Group ermittelt wird. Gemäss dem BrandAsset Valuator kommt die Migros auf Platz zwei und wird nur von Google übertroffen.
Seit dem 1. Oktober können LeShop-Kunden in über 40 Städten
der Schweiz für die Heimlieferung zwischen kleineren Zeitfenstern wählen. Der Online-Supermarkt liefert neu zwischen 9 bis 12 Uhr, mittags von 12 bis 14 Uhr oder von 14 bis 17 Uhr. Ausserdem bringt LeShop die Waren am Samstag neu von 9 bis 12 Uhr (bisher 7 bis 11 Uhr) an alle Haus- und Wohnungstüren der Schweiz.
Förderbeiträge
Starthilfe für Notrufsender
Mathias Jud mit dem Prototypen seines Notrufsenders, der sogar in einer PETFlasche Platz findet.
Ein Ortungssystem für Flüchtlingsboote oder Roboter mit eigener Sprache: Das Migros-Kulturprozent vergab im Oktober zum neunten Mal die Werkbeiträge in der digitalen Kultur. Aus 30 eingereichten Projekten wurden acht Vorschläge mit insgesamt
60 000 Franken prämiert. Eines davon ist «OpenCospas-Sarsat». CospasSarsat nennt sich das globale Notrufsystem für Schiffe und Flugzeuge. Christoph Wachter und Mathias Jud wollen mit Ihrem Projekt ein Notfunkgerät entwickeln, das Menschen in
allen Notsituationen den Zugang darauf ermöglicht – beispielsweise Flüchtlingen. Ihr Projekt wurde mit 18 000 Franken unterstützt.
MIGROSWELT | MM44, 26.10.2015 | 47
Gründe, sie täglich zu knabbern, gibt es genug. Denn Baumnüsse enthalten mehr Omega-3-Fettsäuren als Fisch, sie sind blutdrucksenkend und kurbeln unsere Denkleistung an. Sie schmecken im Müesli, einfach so als Snack oder in einem pikanten Gericht, wie zum Beispiel Pasta mit Steinpilzen und gerösteten Baumnüssen. Herrlich!
Aus Baumnüssen gepresstes Öl hat einen kräftigen Nussgeschmack und ist mit seinem sehr hohen Anteil an mehrfach ungesättig ten Fettsäuren eine vitaminreiche Varian te für die kalte Küche.
Der Jungautor Jaroslav Rudiš (rechts) bei einer «Sofalesung» in einer Kleinbasler Wohnung.
Literatur
Dichterlesung im Wohnzimmer Sprungbrett für Jung autoren: Der Förderfonds
Bilder: Pénélope Henriod, StockFood, Ben Koechlin, zVg
Migros verhilft Schrift stellern, die erste Texte publiziert haben, zu einem Publikum. In privaten Woh nungen und Häusern kön nen sie aus ihrem Werk vorlesen – sei es nun vor einer literaturbegeisterten Familie samt Kollegenkreis oder in einer Wohnge meinschaft. Die sogenann ten Sofalesungen bieten den Autoren und dem Pu blikum eine persönliche At mosphäre und eine Alter
www.sofalesungen.ch
Zahl der Woche
15.9 g Protein 421 mg Kalium 30 mg Vitamin E 7 mg Eisen
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native zu den klassischen Literaturhäusern. Erste Lesungen finden im November in Basel und Zürich statt. In den kommenden Monaten werden solche Anlässe auch in Lenzburg und in der Zentralschweiz stattfinden. Interessierte Autoren, Zuhörer und mögliche Gastgeber finden alle Infos auf der Website.
Ab September plat zen die reifen Nüsse aus ihren grünen Schalen und fallen zu Boden.
Rezepte mit Nüssen auf Seite 55
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M-Industriebetrieb Chocolat Frey AG seit Anfang April produziert. Jedes einzelne Dragée ist mit einem selbst gewählten Bild bedruckt. Die Kaugummis lassen sich auf www.myskai.ch bestellen.
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50 | MM44, 26.10.2015 | MIGROS-WELT
Raclette
Die Stars im Pfännchen Spätestens seit dem Einzug des Pfännchens ist das Raclette ein kulinarischer Event, an dem neben dem Genuss die Geselligkeit im Vordergrund steht. Hauptdarsteller an diesem Abend ist Raccard-Käse Schweizer Herkunft. Natürlich gibt es auch bedeutende Nebenrollen für Härdöpfel, Eierschwämmli oder Birnenschnitze, die dem Raclette zu einer perfekten Performance verhelfen. Als die Migros 1967 damit begonnen hatte, Raccard-Portionen anzubieten, schmolz der
Schweizer seinen runden Käselaib noch unter einer Heizschlange. Erst 1970 kamen die ersten Raclette-Pfännchen auf. Die Migros-Tochter Mifroma erfand den viereckigen Raccard, der bald zur bekanntesten Raclette-Marke der Schweiz avancierte. Kein Wunder, dass heute täglich rund 7300 Kilogramm Raccard produziert werden. Ob im Pfännchen geschmolzen oder als Käseschnitte im Ofen gebacken: Raccard überzeugt seine Fans immer wieder aufs Neue. Anette Wolffram Eugster
Der Würzige Den Raccard Knoblauch gibt es neu auch in Scheiben. Passende Begleiter sind Peperoni und rassige Gewürze wie Curry, Chili, Cayennepfeffer oder Paprika. Auch Birnenschnitze, Chinakohlstreifen und Champignonscheiben schmecken gut dazu. Vorteilhaft ist die wiederverschliessbare Verpackung, die eine Öffnungshilfe aufweist. Raccard Knoblauch, 225 g** Fr. 5.50 Aktion 20 × Cumulus-Punkte 27. 10. – 9. 11. ** in grösseren Filialen
Der Nussige Die neue Raclette-Sorte der Migros-Eigenmarke Sélection überrascht mit dem Aroma feiner Baumnüsse. Kulinarisch harmoniert der Käse mit gekochten Quittenscheiben oder gedämpften Broccoliröschen. Migros Sélection Raclette Baumnuss, 225 g** Fr. 7.50
MIGROS-WELT | MM44, 26.10.2015 | 51
Zutaten für das perfekte Raclette
Der Klassiker Mit gebratenen Marronis, gedünsteten Rosenkohlschnitzen, gebratenen Steinpilzscheiben und einer Prise Kümmel wird der Genuss aus dem Pfännchen vollkommen. Den Klassiker, der seit den 60er-Jahren die Raclette-Fans überzeugt, gibt es auch im Block. Raccard Tradition Scheiben, per 100 g Fr. 1.80* statt 2.30 Aktion *20 % günstiger vom 27. 10. bis 2. 11.
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Bild und Styling: Christine Benz
Der Spezielle Der viereinhalb Monate gereifte und mit Röstzwiebelstückchen verfeinerte Käse ist nur vorübergehend erhältlich. Blanchierte Bohnen, Eierschwämmli oder eine Currymischung, aber auch Sauerkraut sind passende Beilagen. Raccard Special Edition Röstzwiebeln, 200 g** Fr. 5.20
Der Rassige Pfeffriger Raclette-Käse lässt sich gut mit Speck, Landjäger, Traubenhälften, gekochten Kürbiswürfeln oder Lattichstreifen kombinieren. Raccard Pfeffer gibt es zum Beispiel in der assortieren Verpackung zusammen mit den Sorten Tradition und Knoblauch. Raccard Assortiert, 350 g Fr. 8.70
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MIGROS-WELT | MM44, 26.10.2015 | 53
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Ganz nach dem Gusto der Kunden
Bild: Simone Vogel; Styling: Katja Rey
«Ideen für einen Herbstmuffin gesucht!» So lautete im Frühling der Aufruf auf der Online-Plattform Migipedia. Rund 500 Vorschläge für eine Neukreation wurden zusammen mit ausgewählten Usern auf sechs reduziert. Aus der folgenden Degustation ging der Muffin Toni Maroni als Sieger hervor. Er besteht aus einem Marmor-Marroni-Teig mit Caramelglasur und Meringue-Stückli und hat einen saftigen Kern aus Marronipüree. Ein feiner Herbstmuffin eben!
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MIGROS-WELT | MM44, 26.10.2015 | 55
Saisonküche
Knackige Affäre
Ob als Snack, im Kuchen oder in währschaften Gerichten: Nüsse sind wegen ihres hohen Fettgehalts optimale Geschmacksträger. Drei Rezepte, wie man sie perfekt einsetzt. Text: Claudia Schmidt Bilder & Styling: Christine Benz Rezepte: Annina Ciocco
Herausnehmen und sammeln!
Dessert Himmlisches Dessert: leicht säuerliche Äpfel, gefüllt mit gemahlenen Mandeln und geschmort in Süssmost.
für 4 Personen
Noch mehr Rezepte Die Saisonküche gibt es auch im Jahresabonnement, 12 Ausgaben für nur Fr. 39.– Saison.ch/abo
56 | MM44, 26.10.2015 | MIGROS-WELT
Apéro-Nüsse
Zanderfilets in Nusspanade
Hauptgericht
Apéro für 4 Personen
Zutaten 200 g gemischte Nüsse, z. B. geschälte Mandeln, Macadamia- und Paranüsse 2 EL Sojasauce 2 EL Rohzucker 1 EL Cayennepfeffer, zerstossen Zubereitung
Nüsse in einer Bratpfanne ohne Fett rundum rösten, bis sie leicht Farbe annehmen. Hitze reduzieren, Sojasauce beigeben und bei kleiner Hitze einkochen lassen. Rohzucker dazugeben und bei mittlerer Hitze leicht karamellisieren lassen. Pfanne vom Herd nehmen. Cayennepfeffer zu den Nüssen mischen. Auf Backpapier geben. Mit einer Kelle verteilen, sodass die Nüsse sich gegenseitig nicht berühren und auskühlen können, ohne zu kleben. Zubereitungszeit ca. 15 Minuten
Pro Person ca. 12 g Eiweiss, 25 g Fett, 9 g Kohlenhydrate, 1350 kJ/320 kcal
Bratäpfel mit Mandeln
Dessert
für 4 Personen Zutaten
4
50 g 2 120 g 100 g 1 TL 2 EL 1 EL 1 4
Zanderfilets ohne Haut à ca. 220 g Salz, Pfeffer Weissmehl Eier gemischte Nüsse, z. B. Haselnüsse, Baumnüsse und Mandeln Paniermehl Knoblauchpulver Bratbutter Butter Zitrone in Schnitzen Zweige Dill
Zubereitung
1. Fischfilets in 2–3 Stücke schneiden. Salzen und pfeffern. Mehl in einen tiefen Teller geben. Eier verquirlen und ebenfalls in einen tiefen Teller geben. Nüsse fein hacken und mit dem Paniermehl in einen weiteren tiefen Teller geben. Knoblauch dazugeben. Eier und Nuss-Paniermehl-Mischung mit Salz und Pfeffer würzen und mischen.
2. Filet im Mehl wenden, leicht abklopfen, durchs Ei ziehen, abtropfen lassen, in der Nuss-Paniermehl-Mischung wenden, Panade gut anpressen. In einer Bratpfanne Bratbutter erhitzen. Fisch portionenweise bei mittlerer Hitze auf jeder Seite ca. 3 Minuten braten. Gegen Ende der Bratzeit die Butter dazugeben. Während des Ausbackens die Pfanne öfters leicht schwenken, damit das Fett auf die Filet-Oberseite schwappt. Filets herausnehmen, auf Haushaltspapier abtropfen lassen. Mit Zitrone und Dill servieren. Dazu passt Blattsalat oder Spinat. Zubereitungszeit ca. 40 Minuten
Pro Person ca. 54 g Eiweiss, 30 g Fett, 30 g Kohlenhydrate, 2550 kJ/600 kcal
für 4 Personen Zutaten
8 2 EL 200 g 2 120 g 1,2 dl 10 g 2 dl
Butter für die Form säuerliche Äpfel à ca. 140 g, z. B. Elstar Zitronensaft gemahlene Mandeln Eier Quittengelee Halbrahm Butter Süssmost
Zubereitung
1. Backofen auf 200 °C vorheizen. Eine ofenfeste Form ausbuttern. Von den Äpfeln Deckel wegschneiden. Kerngehäuse mit dem Apfelausstecher entfernen. Äpfel mit dem Apfelausstecher aushöhlen. Alles mit Zitronensaft beträufeln. Die Äpfel in die Form stellen. Das ausgelöste Fruchtfleisch fein hacken. 2. Fruchtfleisch mit Mandeln, Eiern, Quittengelee und Rahm vermischen. In die Äpfel füllen. Apfeldeckel aufsetzen. Butter in Flocken darüber verteilen. Äpfel mit Süssmost umgiessen. Ca. 30 Minuten in der Ofenmitte garen. Zubereitungszeit ca. 35 Minuten + ca. 30 Minuten garen
Pro Person ca. 19 g Eiweiss, 42 g Fett, 60 g Kohlenhydrate, 2300 kJ/690 kcal
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BLUMEN & PFLANZEN Strauss Fiona, pro Strauss 12.90 Fairtrade Minirosen, Bund à 20 Stück 9.90 statt 12.90 Phalaenopsis im Glastopf, pro Stück 14.90 statt 19.90 25% Christrosen, «Aus der Region.», pro Topf 9.90 statt 12.90 Calluna, pro Topf 2.90 statt 3.90 25%
WEITERE LEBENSMITTEL Alle Choco Drink, UHT, z.B. M-Classic, 1 Liter 1.10 statt 1.40 20%
Alle Coupe Chantilly im 4er-Pack, z.B. Chocolat, 4 x 125 g 1.60 statt 2.– 20% Alle Mars, Snickers oder Twix Minis, 275 g + 10% gratis, z.B. Snickers Minis 3.70 M-Classic Kochschokolade im 3er-Pack, UTZ, 3 x 200 g 2.90 statt 4.35 33% Trolli All in One, 1 kg 11.– Alle Frey Schokoladen-Kugeln im Beutel, UTZ, 500 g, z.B. Freylini Kugeln, Mix 8.60 statt 10.80 20% Alle Frey Croquetten, UTZ, im Netz oder im Beutel, z.B. Milch, 115 g 3.– statt 3.80 20% Alle Tradition Biscuits, ab 2 Stück jedes –.60 günstiger, z.B. Cremisso, 175 g 2.90 statt 3.50 Alnatura Knusper-Gebäck, 20x 150 g 2.50 NEU *,** Exquisito Bohnen oder gemahlen im 3er-Pack, UTZ, z.B. Bohnen, 3 x 500 g 13.80 statt 20.70 3 für 2 Alle Migros-Bio Klostergarten, Bio Swiss Alpine Herbs oder Bio Yogi Tees, z.B. Migros-Bio Klostergarten Fenchelfrüchte, 20 Stück 1.20 statt 1.55 20% Alnatura Tee Beeren-Zeit mit Aronia und Cranberry, 20x 40 g 2.60 NEU *,** Alnatura Cashew-Mus, 20x 250 g 6.90 NEU *,** Casa Giuliana Pizza Antipasti im Duo-Pack, tiefgekühlt, 2 x 350 g 6.20 statt 12.40 50% Pelican Pangasius in Zitronenpanade im 3er-Pack, ASC, 3 x 300 g 10.70 statt 15.30 30% Alle M-Classic Beeren, tiefgekühlt, z.B. Himbeeren, 500 g 6.20 statt 7.80 20% Alle Mister Rice, z.B. Wild Rice, Mix, 1 kg 3.60 statt 4.50 20% Thomy Grüner Pfeffer Sauce, 20x 185 ml 2.95 NEU ** Alle Bon Chef oder Bischofszell Suppen, z.B. Steinpilzcreme, 75 g, Beutel 1.20 statt 1.50 20% Alnatura Kichererbsen Kokos-Eintopf, 400 g 20x 2.80 NEU *,** Alnatura Quinoa-Pfanne mit 20x Gemüse, 200 g 4.50 NEU *,** Zweifel Chips und Snacks-Bag, Paprika Chips 90 g, Nature Chips 100 g, Snacketti Paprika 75 g, Snacketti Bacon 75 g 6.50 statt 8.50 20% Alnatura Chips im Kessel gebacken Chili Mango, 20x 125 g 3.70 NEU *,** American Favorites Toni Maroni Muffin, 115 g 20x 1.80 NEU ** Alle Torten ungekühlt, z.B. Linzertorte, 400 g 2.45 statt 3.10 20% Brunsli Tannenbaum, 80 g 20x 2.40 NEU ** Änis-Biber, 70 g 20x 1.90 NEU ** Anna’s Best Dinkelpizzateig oder Dinkelkuchenteig mit Dinkelvollkornmehl, ausgewallt, z.B. Dinkelpizzateig, 400 g 20x 3.80 NEU ** Alle Anna’s Best Konfektteige, z.B. Zimtsternteig, 500 g 20x 4.70 NEU ** Alle Bio Frischsäfte, z.B. Orangensaft, 75 cl 2.70 statt 3.40 20%
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NEAR-/NON-FOOD Gesamtes Matzinger Sortiment, z.B. Adult Huhn Trockenfutter, 3 kg 8.15 statt 10.20 20% Gesamtes DeliBakie Sortiment, z.B. Rolls, 100 g 1.55 statt 1.95 20% Alle Maybelline Dream Satin Liquid Make-up, z.B. Nr. 20 cameo 20x beige, 30 ml 15.90 NEU ** Elseve Haarpflege im Duo-Pack, z.B. Multivitamin 2in1 Shampoo, 2 x 250 ml 6.70 statt 7.90 15% Professional Hair Detangle-Brush, z.B. grün, pro Stück 12.80 20x NEU ** Casting Crème Gloss oder Garnier Nutrisse Colorationen, ab 2 Packungen jede 2.– günstiger, z.B. Garnier Nutrisse 43 Goldbraun, pro Packung 5.90 statt 7.90 Alle Handcremen (ohne Bellena und Mehrfachpackungen), z.B. I am Hand- und Nagelbalsam, 100 ml 2.20 statt 2.80 20% Gesamtes Princess Minibelle Sortiment, z.B. Pearl Shampoo & Conditioner, 20x 250 ml 4.50 NEU ** Gesamtes Always oder Always Discreet Sortiment (ohne Mehrfachpackungen), z.B. Always Slipeinlagen Fresh & Protect Normal, Packung à 52 Stück 20x 3.50 NEU ** Primella Watteprodukte im Duooder 3er-Pack, z.B. Watterondellen im 3er-Pack, 3 x 80 Stück 4.55 statt 5.70 20% Edis Bachblüten, Kaugummi, Pastillen oder Notfalltropfen, z.B. Kaugummi Honigmelone, 20x 36 g 5.50 NEU ** Alle Ellen Amber Strumpfwaren, z.B. Compact Strumpfhose mit Stützwirkung, Costa Brava, Gr. L, pro Stück 8.40 statt 14.– 40% John Adams Herren-Pyjama, erhältlich in Rot oder Marine und diversen Grössen, z.B. marine, Gr. M, pro Stück 34.90 ** Gesamte Baby- oder KinderBekleidung sowie -Schuhe, z.B. Bio Cotton Mädchen-Langarmshirt, Laguna, Gr. 104 13.30 statt 19.– 30% Alle Yvette Feinwaschmittel flüssig, z.B. Black im Nachfüllbeutel, 2 Liter 7.80 statt 9.80 20% ** Total Waschmittel in Sonderpackung, Limited Edition, z.B. Pure White, 7.5 kg 24.10 statt 48.20 50% ** Alle Total Waschmittel im Duo-Pack, z.B. Aloe Vera im Nachfüllbeutel, 2 x 2 Liter 25.40 statt 31.80 20% ** Exelia Black Desire Weich20x spüler, 1 Liter 6.50 NEU ** Hakle Toilettenpapier in Mehrfachpackungen, z.B. Kamille, FSC, 24 Rollen 15.85 statt 22.65 30% **
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Wissenswertes
Knack die Nuss!
Hintergrund
Rund um Nüsse
Wer Nüsse nur vom Apéro und vom Samichlaus her kennt, dürfte staunen: Die potenten Kerne eignen sich zum Backen, Kochen und sogar zur Herstellung schmackhafter Drinks.
Herkunft und Saison Die heimischen Nüsse wie Baum- und Haselnüsse reifen ab September. Cashewkerne, die aus Brasilien, Asien und Afrika stammen, und Macadamianüsse, die in Australien und Hawaii angebaut werden, sind das ganze Jahr über erhältlich. Mandeln kommen oft aus Kalifornien, werden aber auch rund um das Mittelmeer kultiviert. Frische Mandeln sind in der Schweiz meist ab Herbst im Handel.
Mehr Rezepte unter Saison.ch
4 3
Lagerung Nüsse werden wegen ihres hohen Fettgehalts schnell ranzig. Um dies hinauszuzögern, werden sie unter speziellen Bedingungen verpackt. Dennoch sollte man sich keinen allzu grossen Vorrat anlegen, denn auch die Lebensmittelmotte liebt die nahrhaften Snacks. Aroma Nüsse, die man ohne Fett selber röstet und im Cutter fein mahlt, haben ein intensiveres Aroma als gemahlene Nüsse aus dem Laden.
Bilder: Stockfood, Istockphoto
Nussgetränk
Haselnüsse, Cashews und Mandeln eignen sich für Nussdrinks. Dazu weicht man sie je nach Nusssorte mindestens zwei Stunden lang in Wasser ein und lässt sie dann abtropfen. Mit fünf Deziliter Wasser pro 100 Gramm Nüsse werden sie dann mit dem Stabmixer püriert. Die Nussmilch wird schliesslich durch einen Filter abgeseiht. In Zusammenarbeit mit www.saison.ch
1
1 Haselnuss
Die heimische Haselnuss ist besonders als Nougat in Brotaufstrichen und Pralinés beliebt. Rösten steigert ihr Aroma. 2 Cashew
Cashewkerne werden nicht nur als Knabberei geschätzt. Zu Mus verarbeitet, kann man sie in Desserts, Cheesecakes und cremigen Saucen als Alternative zu Milchprodukten verwenden.
2
5
3 Erdnuss
6
7
5 Paranuss
Nicht Mandeln, sondern Spanische Nüssli haben den höchsten Eiweissgehalt. Das Öl der Erdnuss ist hoch erhitzbar und findet vor allem in der asiatischen Küche Verwendung.
Der Paranussbaum ist recht eigenwillig, denn er lässt sich nicht kultivieren. Seine Nüsse sind schwer zu knacken, deshalb gelangen sie hierzulande bereits geschält in den Verkauf.
4 Baumnuss
6 Macadamianuss
Die meisten in der Schweiz erhältlichen Baumnüsse stammen aus Frankreich. Sie sind reich an Vitamin E und mehrfach ungesättigten Fettsäuren.
Ihre harte Schale wird hauptsächlich maschinell geknackt. Die Macadamianuss hat mit 73 g Fett pro 100 g den höchsten Fettgehalt aller Nusssorten.
8
7 Pecannuss Der amerikanische Pecannussbaum ist mit unserem Nussbaum verwandt. Die Pecannuss selbst ist aber deutlich weicher und schmeckt süsslicher als die heimische Baumnuss. 8 Mandeln
Die feinen Kerne punkten mit hohem Eiweissgehalt und werden deshalb gern bei Low-Carb-Diäten als Snack empfohlen.
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MIGROS-WELT | MM44, 26.10.2015 | 67
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Freude am Backen Sanissa au beurre ist die Schweizer Margarine, mit der schon ganze Generationen gross geworden sind. Seit 1967 wird sie in der Schweiz hergestellt – mit reinem Schweizer Rapsöl und Schweizer Butter. Deshalb schmeckt sie auch fast wie Butter, wobei sie im Preis günstiger ist und einen weiteren für die Anwendung nicht unbedeutenden Vorteil besitzt: Im Gegensatz zu gekühlter Butter, die zuerst ange
taut werden muss, kann Margarine aus dem Kühlschrank sofort weiter verarbeitet werden. Das ist prak tisch und spart Zeit. Sanissa au beurre eignet sich hervorragend für die private Con fiserie zu Hause: Guetsli schmecken butterfein, Kuchen werden beson ders luftig und cremige Füllungen und Toppings, etwa für Cupcakes oder Rouladen, gelingen perfekt. Rezeptvorschläge auf www.sanissa.ch
Bild & Styling: Veronika Studer
Sanissa au beurre macht den Teig geschmeidig und butterfein im Geschmack.
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MIGROS-WELT | MM44, 26.10.2015 | 69
Migros Sélection
Noch mehr Genuss in neuer Verpackung Die Sélection-Produkte der Migros präsentieren sich in einem attraktiven neuen Outfit samt neuem Logo. Parallel zum Redesign der Verpackung wurde das Sor timent der Feinschmeckerlinie um mehrere exklusive Artikel erweitert. Denn die Lebensmittel von hoher Qualität sollen nicht nur den Festtagen vorbehalten sein, sondern auch im Alltag spezielle Genussmomente bieten.
Migros Sélection Sugo alla napoletana, 290 g Fr. 5.20
Migros Sélection Cantucci alle mandorle, 250 g Fr. 7.90
Bild und Styling: Yves Roth
Migros Sélection Flûtes Tomates & Olives, 100 g Fr. 3.40
Migros Sélection Sirup Hibiskus-Malve, 50 cl Fr. 5.90
70 | MM44, 26.10.2015 | MIGROS-WELT
Ergibt 12 Stück 75 g Haselnüsse 250 g Urdinkel-Mehl,
classic 3 TL Backpulver 1 TL Salz, Pfeffer 175 g Lauch 1 Bund Schnittlauch 300 g Soja-«Joghurt», nature*/** 1,25 dl HOLL-Rapsöl 1 EL Agavendicksaft Für den Dip 150 g Soja-«Joghurt», nature*/** 140 g Kichererbsen aus der Dose ½ TL Zitronensaft ½ TL Paprika
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Es darf gerne etwas mehr sein Das Angebot an laktosefreien aha!-Produkten wächst ständig. Neu gibt es das Sojaline-«Joghurt» Classic neben der 150-GrammPortion auch im wiederverschliessbaren 400-Gramm-Becher. Die Sojaline-«Joghurts», die ohne Milch hergestellt sind und daher auch von Veganern geschätzt werden, enthalten jetzt auch viel weniger Zucker als bisher und eignen sich deshalb gut für die Zubereitung von salzigen wie süssen Gerichten. Mit relativ wenig Aufwand lassen sich damit schmackhafte Dips und fruchtige Desserts zubereiten. Beispielhaft dafür sind die Rezeptempfehlungen auf diesen Seiten.
* in aha!-Qualität erhältlich ** nur in grösseren Filialen
Zubereitung 1. Haselnüsse grob
hacken. In einer beschichteten Bratpfanne ohne Fett leicht rösten. Auskühlen lassen. Nüsse mit Mehl, Backpulver, 1 TL Salz und Pfeffer in einer Schüssel mischen. 2. Backofen auf 180 °C vorheizen. Lauch und ¾ des Schnittlauchs fein schneiden. Beides mit dem Soja-«Joghurt», Öl und Agavendicksaft mischen. Masse mit Mehlmischung vermischen. Muffinformen mit Papierförmchen auslegen. Teig auf die Förmchen verteilen. Muffins in der Ofenmitte ca. 35 Minuten backen. Herausnehmen und auf einem Gitter auskühlen lassen. 3. Für den Dip Soja«Joghurt» mit den abgetropften Kichererbsen pürieren. Zitronensaft daruntermischen. Mit Paprika, Salz und Pfeffer abschmecken. Restlichen Schnittlauch fein schneiden und darüberstreuen. Dip zu den Muffins servieren. Zubereitungszeit ca. 30 Minuten + ca. 35 Minuten backen Pro Stück ca. 9 g Eiweiss, 14 g Fett, 18 g Kohlenhydrate, 950 kJ/220 kcal
Rezepte www.saison.ch
Bild & Styling: Veronika Studer; Rezeptautorin: Regula Brodbeck
Joghurt-LauchMuffins mit Dip
MIGROS-WELT | MM44, 26.10.2015 | 71
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beeren, vor Gebrauch aufgetaut 25 g Puderzucker 250 g Soja-«Joghurt», nature*/** 1 dl SojaSchlagcreme*/** 65 g Chocolate Chip Cookies* * in aha!-Qualität erhältlich ** nur in grösseren Filialen
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Rezepte laktosefrei und ohne Milch
Puderzucker pürieren. ¼ des Pürees kühl stellen. Soja-«Joghurt» mit dem restlichen Püree mischen. Schlagcreme steif schlagen, unter das Soja-«Joghurt» ziehen. 2. Cookies grob zerhacken. ¾ der Cookies in 4 Gläser verteilen. Creme auf den Cookies verteilen, ca. 1 Stunde kühl stellen. 3. Kurz vor dem Servieren restliches Püree und restliche Cookies auf den Cremen verteilen. Zubereitungszeit ca. 15 Minuten + ca. 1 Stunde kühl stellen Pro Person ca. 4 g Eiweiss, 13 g Fett, 25 g Kohlenhydrate, 1000 kJ/240 kcal
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Nachmittagsrundfahrt-/gang* oder Busausflug° «Nördlicher Wienerwald» mit Besuch des Stifts Klosterneuburg. 3. Tag Ordas Ausflug* Puszta mit Reitvorführung. 4. Tag Belgrad Rundfahrt -/gang* mit Festung Kalemegdan. 5. Tag Eisernes Tor Fahrt durch die Kataraktenstrecke. 6. Tag Bukarest Rundfahrt-/gang.* 7. Tag Donaudelta Rundfahrt* oberes Donaudelta. Rückfahrt zum Schiff. Ausflug+ Schwarzes Meer. Mittagessen und freie Zeit. Stadtrundgang und Abendessen in Constanta. Rückkehr zum Schiff. 8. Tag Rousse Stadtrundfahrt mit Rundgang.* Besuch «Pantheon der Kämpfer der Wiedergeburt», Dreifaltigkeitskirche und Ethnografische Museum. 9. Tag Eisernes Tor Beeindruckende Passage. 10. Tag Novi Sad Stadtrundfahrt/-gang.* 11. Tag Mohács Ausflug* nach Pécs. 12. Tag Budapest Stadtrundfahrt* mit Matthiaskirche und Fischerbastei. Am Nachmittag freie Zeit. 13. Tag Bratislava Ausflug* zur imposanten Burg. Rundgang durch Altstadt mit St.Martins-Dom. 14. Tag Krems Busfahrt* zum Benediktinerstift in Melk (UNESCO-Welterbe). Alternativer Ausflug ° zur Burgruine Aggstein. 15. Tag Passau–Schweiz Ausschiffung und Busrückfahrt nach St. Margrethen/Zürich. Ind. Heimreise. 2-Bettkabine Mittel- und Oberdeck mit französischem Balkon
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MIGROS-WELT | MM44, 26.10.2015 | 75
Verpackungen
Viel Material gespart Die Migros will ihre Produkte möglichst umweltschonend verpacken. Dafür sind immer wieder Anpassungen bei den Verpackungen nötig. Was solche kleinen Optimierungen bewirken, zeigen vier Beispiele aus der Praxis. Text: Thomas Tobler
M-Budget Magerquark von ELSA Der MIndustriebetrieb ELSA hat das Verpackungsformat des MBudgetMagerquarks um gut 30 Millimeter abgeändert: von tief und breit auf hoch und schmal. Damit sind jährlich rund 2080 Transportpaletten weniger nötig, und bei der Herstellung lassen sich gegenüber dem Vorgängermodell 21 Tonnen Kunststoff pro Jahr einsparen.
Suprême Schokoladentafeln von Chocolat Frey Um 20 Prozent dünner ist die Aluminiumfolie gewor den, die die Schokoladen tafeln der SuprêmeLinie umhüllt. Das Unternehmen spart damit jährlich 6500 Kilo Aluminium. Auch an der Dicke der umschliessenden Kartonhülle wurde gefeilt – mit dem Resultat, dass dank der dünneren Verpackung 16 Tonnen Karton weniger anfallen.
Ein Teil von
Generation M steht für das nachhaltige Engagement der Migros.
Jasmin Buchs ist Projektleiterin Umwelt beim Migros-Genossenschafts-Bund.
Nachgefragt
Nicht mehr Verpackung als unbedingt nötig Jasmin Buchs, bis Ende 2020 will die Migros 6000 Tonnen Verpackungs material ökologisch opti mieren. Was bedeutet das? Ökologisch optimieren heisst, die durch Verpackungen verursachte Umweltbelastung zu senken. Mögliche Optimierungen beurteilt die Migros anhand der Ökobilanz einer Verpackung. Je nach Produkt kann eine solche Optimierung auf verschiedene Arten erfolgen.
Bio-Forellenfilets von Micarna Bisher waren die Bioforellen in eine mit Karton umhüllte Kunststoff schale verpackt . Ab sofort besteht diese Schale zum grössten Teil aus FSCzertifiziertem Karton. Pro Verpackung reduziert sich der Anteil damit von 11 auf 4,2 Gramm respektive um rund 60 Prozent Kunststoff.
Sirupflasche von Aproz Bei verschiedenen Sirup flaschen hat Aproz den Flaschenhals um vier Millimeter gekürzt. Folglich wurde auch der Deckel neu entwickelt – er ist nun ebenfalls kürzer und leichter. Eine kleine Änderung mit grosser Wirkung, die jährlich Einsparungen von 11,6 Tonnen Kunststoff mit sich bringt.
Welche denn? Oberste Priorität hat immer ein möglichst geringer Materialeinsatz. Weiter sollten die Verpackungen aus bereits rezyklierten oder nachhaltig produzierten Materialien hergestellt werden. Zudem ist die Wiederverwertung einer Verpackung wichtig, bei den Joghurts zum Beispiel durch Trennbarkeit des Bechers: Den Kartonumschlag kann man in der Kartonsammlung, den Aluminiumdeckel in der Alusammlung recyceln. Wie nahe ist die Migros ihrem Ziel, 6000 Tonnen Verpackungsmaterial öko logisch zu optimieren? Die Migros ist dabei, eine Datenbank einzuführen, um die Verpackungsdaten der gesamten M-Industrie zu erfassen. Per Ende 2015 sollen mit dem neuen System erstmals Verpackungszahlen erhoben werden.
76 | MM44, 26.10.2015 | MIGROS-WELT
Interview
«Keine Angst vor zeitgenössischer Musik»
Der Waadtländer Komponist Richard Dubugnon möchte mit seiner Musik Wohlklang verbreiten und Geschichten erzählen. Sein neuestes Werk wird am 27. Oktober in der Konzertreihe Migros-Kulturprozent-Classics uraufgeführt. Text: Pierre Wuthrich Bild: Beat Schweizer
Richard Dubugnon, wie wird man Komponist? Seit meiner Kindheit spüre ich ein kreatives Bedürfnis in mir – Bilder, Musik, Spiele. Es gibt so viele Dinge, die man teilen kann und die Spass machen. Dieser spielerische Ansatz ist übrigens sehr wichtig, denn man darf nicht vergessen, dass man Instrumente spielt. Trotzdem haben Sie mit dem Studium am Konservatorium erst mit 20 Jahren begonnen. Warum so spät? Ich hatte Angst vor prekären finanziellen Verhältnissen. Ich komme aus einer Künstlerfa milie und war mir bewusst, dass das Leben eines Musikers oder Schriftstellers oft schwierig ist.
studiert. Warum gerade dieses Instrument? Dafür gibt es viele Gründe. Zunächst einmal ist es ein AllroundInstrument, das sowohl in der Klassik als auch in der Jazzmusik verwendet wird. Ausserdem ist der Kontrabass die Basis jeder Komposition. Und nicht zuletzt wollte ich auch ein Orchesterinstrument spielen. Im Laufe der elf Jahre im Orchester der Pariser Oper habe ich am Kontrabass viel über das Funktionieren der Finger gelernt. Um zu kom ponieren, setze ich mich aber natürlich ans Klavier.
Was war der Auslöser, es dann doch zu tun? Mein Wunsch nach einer krea tiven Karriere war zu stark. Ich spürte in meinem Herzen, dass ich sonst zugrunde gehen würde. Letztendlich haben mich freiwillige Harmoniekurse an der Universität von Montpellier überzeugt, wo ich anfänglich Geschichte studierte.
Ein gutes Stichwort: Wie komponieren Sie? Zunächst erarbeite ich einen allgemeinen Plan des Stücks. Wie ein Schriftsteller definiere ich die Charaktere, meine musi kalischen Themen, indem ich sie auf grosse Zettel schreibe. Danach analysiere ich mehrere Entwicklungsmöglichkeiten des Stücks. Ich bin der Meinung, dass Musik eine Geschichte erzählen muss. Erst ganz am Ende gebe ich alles in den Computer ein.
Am Konservatorium haben Sie unter anderem Kontrabass
Kennen Sie die Angst vor dem weissen Blatt?
Das kann ich mir zeitlich nicht erlauben. Zusammen mit dem Urheberrecht ist die Komposi tion meine einzige Einnahme quelle, und ich habe eine Familie zu ernähren. Mit der Zeit habe ich gelernt, an allen möglichen Orten kreativ zu sein. Früher musste ich mich immer ab kapseln, heute entstehen meine Ideen im Zug oder Flugzeug, oder auch wenn meine Töchter neben mir spielen. Kann man als Komponist von seiner Musik leben? Ja, ich lebe immer besser davon, auch wenn ich mir mein Traum haus am Genfersee nicht kaufen kann (lacht). Heute komponiere ich im Auftrag von sehr bekann ten Solisten und Dirigenten. Ich kann die Aufträge wählen, die mich interessieren. Diese Freiheit ist das grösste Privileg. Die Migros-KulturprozentClassics haben bei Ihnen ein Werk bestellt. Was dürfen die Musikliebhaber erwarten? Es handelt sich um ein Capriccio für Orchester, ein kurzes, extra vertiertes, lustiges und virtuo ses Stück. Dieses Capriccio soll das erste einer langen Serie sein. Das zweite Capriccio wird gerade geschrieben und im
Richard Dubugnon will den Menschen die
Frühling in der Schweiz vom Orchestre de Paris präsentiert. Das dritte ist 2017 für die Acca demia Santa Cecilia in Rom bestimmt. Wenn man an zeitgenössische klassische Musik denkt, macht man sich häufig aufs Schlimmste gefasst … Ja, denn seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs wollte eine gewisse elitäre Avantgarde allen Werken einen einheitlichen Stil auferlegen. Dabei gibt es andere Wege, wie sie etwa Debussy, Skrjabin und Bartók beschritten haben. Ich verstehe weder diesen Willen zum Bruch mit dem Publikum noch die fanatischen Recherchen, die sich sehr weit vom Schönen in der Musik ent fernen. Heute vertreten nur sehr
MIGROS-WELT | MM44, 26.10.2015 | 77
Zur Person Der 1968 in Lausanne geborene Richard Dubugnon studierte
Kontrabass und Kontrapunkt am natio nalen Konservatorium von Paris. Danach ab solvierte er 1997 einen Masterabschluss in Komposition an der Königlichen Musik akademie von London. Die Schweiz entdeckte ihn 2011 und dann 2013 in Verbier mit dem Streichquintett «Pen talog» –unter anderem interpretiert von den Gebrüdern Capuçon – und der von Kent Nagano dirigierten Symphonie «Helvetia». Heute kann Richard Dubugnon auf mehr als 80 Kompositionen zurückblicken, die in der ganzen Welt, von Leipzig bis Tokio, gespielt werden. Konzertdaten
Lust am Hören zurückgeben und schon Kinder für Klassik begeistern.
wenige grosse Dirigenten oder internationale Solisten diesen Stil. Zum Glück existieren viele andere Genres nebeneinander. Das Publikum braucht keine Angst mehr vor der zeit genössischen Musik zu haben. Wie würden Sie Ihre Musik definieren? Musik muss gut klingen. Sie muss zugänglich sein und die Instrumente zur Geltung bringen. Ich bewundere Bach, denn er komponierte eine universelle und gleichzeitig komplizierte Musik. Sie gefällt der Masse und ist doch sehr tiefgründig – ein wahres Meisterwerk. Manche Zuhörer fühlen sich von Ihren Werken an die Komponisten Ravel,
Debussy und Prokofiev erinnert … Das schmeichelt mir, aber ich ahme nicht nach. Wer das behauptet, hat ein schlechtes Gehör. Es handelt sich vielmehr um eine Hommage an die Komponisten, die zu meiner musikalischen Ästhetik beigetragen haben. Im Übrigen hat sich Mozart von Bach und Wagner von Mendelssohn inspirieren lassen. Sie komponieren auch für Kinder. Kinder sind die Musiker und Musikliebhaber von morgen. Daher muss man ihnen den Unterschied zwischen bereichernder Kunst und blosser Unterhaltung erklären. Ein Opernbesuch und eine Casting-Show sind sehr unterschiedliche Dinge.
Was möchten Sie dem Publikum vermitteln? Ich möchte, dass man wieder lernt, Musik zu hören. Es gibt kulinarische Programme im Fernsehen, die den Zuschauern helfen, ihren Geschmackssinn zu entwickeln. Warum macht man nicht etwas Ähnliches für das Gehör? Dieser Sinn ist durch die Flut von Bildern vom Aussterben bedroht. Darum liegt mir das Ritual des Konzerts so am Herzen, wo man sein Handy ausschaltet und bereit ist, zwei Stunden seiner Zeit zu geben. Musik erzählt so viele Dinge, es ist die hohe Kunst par excellence. Wenn ich also den Menschen die Lust am Hören vermitteln kann, dann habe ich gewonnen. Dann hat mein Leben einen Sinn. MM
Das Philharmonia Orchestra London
spielt die Welturauf führung von Dubug nons Werk «Caprice pour orchestre n° 1» im Rahmen der MigrosKultur prozentClassics am 27. Oktober in der Tonhalle Zürich. Weitere Konzerte: 28. Oktober, Kultur Casino, Bern; 29. Okto ber, Victoria Hall, Genf; 30. Oktober, KKL, Luzern. Mehr Infos: Migroskulturprozent classics.ch
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Frage der Woche
Auf den Sirupflaschen der Migros steht eine Kalorienzahl für 250 Milliliter. Gilt diese Angabe für reinen Sirup?
Haben Sie eine Frage?
Kontaktieren Sie uns! M-Infoline, der Kundendienst der Migros, erreichbar unter 0800 84 0848 oder www.migros.ch/ kundendienst
Die Nährwertangaben auf der Etikette beziehen sich jeweils nicht auf reinen, sondern auf trinkfertigen, also mit Wasser verdünnten Sirup.
Telefonisch erreichbar Montag bis Freitag: 8.00–18.00 Uhr, Samstag: 8.30–16.30 Uhr.
Das Mischungsverhältnis ist je nach Sirupsorte eins zu sechs oder eins zu fünf. Ein Sechstel oder ein Siebtel der Menge ist also Sirup, der Rest ist Wasser. Das Verhältnis finden Sie jeweils klein gedruckt auf der Flaschenetikette, beispielsweise bei der Nährwerttabelle.
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MIGROS-WELT | MM44, 26.10.2015 | 83
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MIGROS-WELT | MM44, 26.10.2015 | 85
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MIGROS-WELT | MM44, 26.10.2015 | 87
Garnier
Glänzend beraten Ob Blond, Braun, Schwarz oder Rot – egal, welche Haarfarbe uns die Natur geschenkt hat: Eines Tages meldet sich das Bedürfnis nach einem Farbwechsel. Anfang der 60er-Jahre lancierte Garnier das erste Haarfärbemittel für die Anwendung daheim. Dank der kontinuierlichen Entwicklung neuer Produkte kann heute jede Frau mit einfachen Handgriffen ihre Wunschhaarfarbe kreieren. Sei es zum Abdecken der ersten grauen Strähnen, zum Intensivieren des natürlichen Farbtons oder einfach nur, um das Haar um ein paar Nuancen aufzuhellen.
Die Schonende Garnier Olia überzeugt vor allem durch ihre Braun- und Rottöne – und kommt dabei ganz ohne Ammoniak aus. Die geruchsfreie Creme besteht zu 60 Prozent aus Ölen,
die u. a. aus Kamillen- und Sonnenblumenblüten gewonnen werden. Garnier Olia wirkt extra schonend zu Haar und Kopfhaut und garantiert 100-prozentige Grauhaarabdeckung. Garnier Olia 6, Hellbraun* Fr. 12.40
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Die Bewährte Garnier Belle Color, die 2014
im Test des Schweizer Konsumentenmagazins «Saldo» mit Sehr gut bewertet wurde, verleiht dem Haar natürlichen Glanz und garantiert 100-prozentige Grauhaarabdeckung. Garnier Belle Color 4, Aschblond* Fr. 7.50 * in grösseren Filialen
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mit einem frischen, fruchtigen Duft. Die reichhaltige Pflegekur mit hohem Anteil Avocado-Öl schützt die Haare vor dem Austrocknen und garantiert ebenfalls 100-prozentige Grauhaarabdeckung. Nutrisse 40, Cacao Fr. 7.90
Für eine solche Mähne braucht es zwei Packungen Coloration.
88 | MM44, 26.10.2015 | MIGROS-WELT
Liebeskummer
Schade um die Tränen in der Nacht
Weil auch verschmähte Liebe durch den Magen geht: Bio Mini Schoko Moelleux, 6 Stück Fr. 4.40 In grösseren Filialen
Nach dem Motto «Aus den Augen, aus dem Sinn» schluckt sie Briefe, Fotos und sonstige Hinterlassenschaften der unglücklichen Liebe: Aufbewahrungsbox Stora, B × H × T: 26,5 ×27,5 × 36 cm Fr. 17.90 In der Micasa
Hilft die Tränen trocknen: Grosis Rüebli-Cake, 300 g Fr. 5.20 In grösseren Filialen
Gallery Stock
«Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben», trällert SchlagerSmartie Jürgen Marcus seit den Siebzigern, und alle Frischverliebten stimmen fröhlich mit ein. Doch was, wenn die Liebe nur einseitig entflammt und der oder die Angebetete in einer anderen Welt unterwegs ist? Womöglich unerreichbar bleibt? Nun, auch dafür gibt es altbekannte Nachhilfe aus der Jukebox: «Liebeskummer lohnt sich nicht, my Darling, schade um die Tränen in der Nacht.» Wir sagen: Siw Malmkvist, du hast ja so recht! Und empfehlen, statt einer Zeit des Verzagens die Zeit des Verwöhnens auszurufen. Man gönnt sich ja sonst nichts, wenn man unglücklich verliebt ist.
MIGROS-WELT | MM44, 26.10.2015 | 89
Nur wer einen Vampir liebt, sollte besser darauf verzichten: Knoblauchbaguette zum Aufbacken Fr. 1.30 In grösseren Filialen
Verführerisch in Blond: I am, Intensive Creme Coloration, Hellblond Fr. 5.70
Streichelt die Seele: Kneipp BasenBalance Kräutertee, 20 Beutel Fr. 4.80 In grösseren Fillialen
Kneipp Badekristalle, Waldspaziergang 500g Fr. 7.80
Wer es sportlich nimmt, nimmts leichter: Lady Ski Atomic Cloud 9, inkl. Bindung Fr. 549.– Lady Skischuh Atomic Hawx, Magna 80 Fr. 329.– In ausgewählten SportXX-Filialen
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Zubereitung:
Fleisch mindestens eine Stunde vorher aus dem Kühlschrank nehmen. Mit etwas Mehl bestäuben. Portionenweise im heissen Rapsöl gut anbraten, mit Cognac ablöschen und bei 80 Grad im Backofen warm halten. Speckwürfeli anziehen, geschnittene Pilze und Zwiebeln dazu geben und gut braten. Rahm dazu giessen, etwas einkochen lassen. Fleisch wieder in die Pfanne geben und in der Rahmsauce etwas ziehen lassen, es darf nicht mehr kochen.
Jeden Sonntag 18.55 Uhr Mit stündlicher Wiederholung
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Alle Rezepte und alle Sendungen:
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MIGROS-WELT | MM44, 26.10.2015 | 91
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Freizeit-Tipp
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hält in der Oase: Das muss Turbulenzen geben. Schafft es der so biedere Bankbeamte Bernhard Winkler, seine Frau wieder für sich zu gewinnen? Könnte aufgehen, der teuflische Plan, wenn er seine Liebste schon in die Oase ausführt. Am Tisch wird’s jedenfalls gemütlich. Theaterabend «Der Mustergatte»
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wird es in China Zeit für Tai Chi und Qi Gong. Warum in unseren Breitengraden bis zum Abend warten? Auch die Klubschule bietet ihre Lektionen bereits ab 9 Uhr morgens an. Mit wachem Geist und frischer Energie in den Tag starten, das gelingt mit dem dynamischen Vinyasa Yoga. Dem inneren Frieden förderlich ist Meditation, zu jeder Tageszeit. Bei der Klubschule beginnen diese Lektionen ab 10 Uhr. Die Angebote für Entspannungskurse, Yogakurse und Mentaltraining in Luzern, Zug und Sursee werden jetzt um viele weitere Lektionen ausgebaut.
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Tai Chi Qi Gong Entspannungsmethoden für den Alltag Meditation Jin Shin Jyutsu Entspannt durch die Wechseljahre Yogakurse Hatha Yoga Yoga für den Rücken Yoga in der Schwangerschaft Vinyasa Yoga Faszien Yoga Mentaltraining Autogenes Training Mentaltraining
Esstheater in zwei Akten und drei Gängen. Freitag, 20. November und Samstag, 21. November, Restaurant Oase beim Golfpark Oberkirch. Apéro, Vor- und Hauptspeise, Dessert und Theater für Fr. 90.– Türöffnung und Apéro 18.30 Uhr, offizieller Beginn um 19 Uhr. Sitzplätze reservieren: Tel. 041 925 24 60 www.restaurant-oase.ch
29. November bis 20. Dezember Sonntagsbrunch Buffet à Discrétion 9 bis 14 Uhr
92 | MM44, 26.10.2015 | MIGROS-WELT
Migros-Kulturprozent
Geschichten zum Erleben
Das Zentralschweizer Kinder- und Jugendliteratur-Festival Abraxas in Zug entführt am 7. und 8. November Leseratten in die Bücherwelt. Nicole Pfister Fetz, Präsidentin des Vereins Abraxas, verrät die Höhepunkt des diesjährigen Festivals. Text: Eva D’Andrea Bilder: Abraxas
Am letzten Kinder- und Jugendliteraturfestival Abraxas in Zug lauschte das Publikum gespannt den Erzählungen des Schweizer Autors Lorenz Pauli.
Nicole Pfister Fetz, was machen die Besucherinnen und Besucher am Festival – Bücher lesen? Auch, aber in erster Linie erleben sie Literatur hautnah. An interaktiven Lesungen können die Kinder und Jugend lichen die Geschichten mitgestalten; und das auch auf Englisch. An Workshops lernen sie, mit der Sprache zu spielen. Dabei kommen unter anderem fussball begeisterte Kinder bei der SportRepor tagenWerkstatt mit dem LiveKommen tator Stefan Grothoff auf ihre Kosten. Richtig spannend wird es an der Show von «Tinkerbrain». Hier können die Teil nehmer zu jedem Buchstaben experimen tieren und tüfteln und erfahren zum Beispiel wie explosiv Backpulver ist.
Wer in Ruhe Lesen und Schmökern will, findet in der Bücherecke neuen und bewährten Lesestoff in Hülle und Fülle. Lesen Kinder und Jugendliche überhaupt noch? Und wie! Das zeigen nicht nur die steigen den Besucherzahlen unseres Festivals. Auch der Markt an Kinder und Jugendbüchern wächst nach wie vor. Dabei darf man das Publikum aber nicht unterschätzen. Kinder und Jugendliche sind sehr anspruchsvoll. Das spüren die Autoren am Festival haut nah: Das junge Publikum gibt seine Meinung unmittelbar und ehrlich. Können die Besucher sich mit den Autoren auszutauschen?
Autoren und Besucher begegnen sich auf dem ganzen Festivalareal. Dadurch haben die Le ser die Möglichkeit, sich Bücher signieren zu lassen und mit den Autoren ein paar Worte zu wechseln. Zudem findet ein reger Austausch unter den Autoren selber statt; ist das Festival doch das einzige seiner Art in der Schweiz. Kennen die Kinder «Die kleine Hexe» und ihren Raben Abraxas überhaupt noch? «Die kleine Hexe» von Ottfried Preussler ist ein KinderbuchKlassiker, der nach fast 60 Jahren immer noch begeistert. Eltern, die mit dieser Geschichte aufgewachsen sind, geben sie an ihre Kinder weiter. Abraxas, der schlaue Rabe und beste Freund der kleinen Hexe, erschien uns als passen des Symbol für das Festival. MM
MIGROS-WELT | MM44, 26.10.2015 | 93
Eröffnung
Die Migros Hofmatt ganz neu Nach einer intensiven Umbauphase erscheint die Migros Hofmatt in Kriens grösser, frischer und moderner. Vom 29. bis 31. Oktober lockt die Filiale mit attraktiven Angeboten. Text: Laura Roth
Ticketbestellung
Ein Festival für Kinder Das Migros-Kulturprozent
unterstützt Abraxas als Festivalpartnerin.
Das Festival ist für Kinder
Nicole Pfister Fetz ist Präsidentin des Vereins Abraxas.
ab 5 Jahren geeignet. Aufgrund der beschränkten Platzzahl werden kostenlose Platzkarten für die einzelnen Veranstaltungen ausgegeben. Diese können bis zum 6. November um 12 Uhr auf
ticketreservation.ch/abraxas vorbestellt oder direkt am Festival bezogen werden (solange Vorrat).
Marktleiter Pirmin Birrer freut sich, der Kundschaft die Filiale in neuer Frische zu präsentieren.
Während der letzten sechs Monate wurde die Migros-Filiale Hofmatt Kriens vollständig umgebaut. Die Ladenfläche wurde um 200 Quadratmeter auf 2900 Quadratmeter vergrössert und mit Subito, dem Self-Scanning und Self-Checkout-System der Migros, ausgerüstet. «Mein Team und mich freut es, den Kundinnen und Kunden das neue Ladenkonzept mit einem grossen und frischen Sortiment zu präsentieren», sagt Marktleiter Pirmin Birrer stolz. Zum modernen Ladenkonzept gehört auch eine neu konzipierte, hauseigene Bäckerei. Die Bäcker bereiten vor Ort frische Backwaren zu, und die Kunden können ihnen unmittelbar bei der Arbeit zuschauen. Neu werden Feinbackwaren sowie
diverse Brote im Offenverkauf angeboten. Eröffnungsangebote
Die Gesamteröffnung der Migros Hofmatt findet vom 29. bis 31. Oktober statt. Die Kundschaft profitiert von attraktiven Angeboten: Während der Eröffnungstage erhalten die Kunden 10 Prozent Rabatt auf das gesamte Sortiment und kommen in den Genuss eines Rikscha-Kurierdienstes. Dabei transportieren Rikschas die Kunden und ihre Einkäufe von der Migros Hofmatt im Umkreis von fünf Kilometern vor ihre Haustür. Zudem gibt es an jedem Eröffnungstag unter anderem ein E-Bike im Wert von 3 299 Franken zu gewinnen. Für die Kleinen findet ein Traktorenrennen statt. MM
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Familienumfrage Ab wann braucht ein Kind sein eigenes Kinderzimmer? 1 Ab Geburt: 46% 2 Nach der Stillzeit: 15% 3 Ab dem Kindergartenalter: 13% 4 In der Pubertät: 14% 5 Meine Kinder teilen sich ein Zimmer: 12%
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Knigge reloaded
Erwarten Sie eine Entschul digung, wenn jemand an Ihnen vorbei will?
«Muss man sich entschuldigen, wenn man vorbei möchte?»
Illustrationen: Andreas Klammt, Alice Kolb; Bild: Stefan Sulzer
und Philosoph und schreibt hier jede Woche über Phänomene des modernen Benehmens.
Die Autopneus spielen keine Rolle beim Treibstoff verbrauch. Falsch! Um die 20
Migrosmagazin.ch
Philipp Tingler (44) ist Autor
Richtig oder falsch?
«Ja, ob im Flugzeug oder in der Oper, sich wortlos an Menschen vorbeizudrängen, ist immer unhöflich. Obendrein ist es von praktischem Vorteil, Laut zu geben, falls man eine Menschen traube durchqueren möchte. Sonst wird man vielleicht gar nicht bemerkt, wenn eine lebhaft debattierende Reisegruppe mit Roll koffern mal wieder direkt am Kopf der Rolltreppe stehenbleibt. Es gibt für diesen Zweck («Darf ich mal vorbei?») ein famoses Wort im Schweizerdeutschen. Leider ist es dabei, aus der Mode zu kommen: ‹Äxgüsi›. Ich möchte gerne ausdrücklich für die Wiederbelebung des ‹Äxgüsi› plädieren, weil es die perfekte Formel ist. Gerade für die täglichen kleineren gesellschaftlichen Unpässlichkeiten, zum Beispiel wenn man rasch vorbei oder kurz nachfragen muss. Das erleichtert den sozialen Verkehr un gemein. Und keiner nimmt Schaden.»
Prozent des Treib stoffverbrauchs eines Autos fallen auf die Pneus zurück. Vor allem der Rollwider stand beeinflusst den Verbrauch stark. Daher ist seit August 2014 die Reifenetiket te Pflicht. Diese bietet dem Käufer dank Energieeffizienz klassen einen Über blick über die Um weltfreundlichkeit des Reifens. Der Un terschied zwischen der besten und der schlechtesten Klasse kann bis zu zehn Pro zent (oder 0,66 Liter Treibstoff) auf 100 Ki lometer betragen. Zudem werden Nass haftung und Lärmbe lastung der Pneus klassifiziert. Darum gilt: Wer Treibstoff sparen und damit Portemonnaie und Umwelt schonen will, achtet beim Reifenkauf auf die Energieetikette – und wählt effiziente Pneus.
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98 | MM44, 26.10.2015 | LEBEN
Haben Sie eine Frage zum Thema? Kontaktieren Sie uns gesundheit@ migrosmedien.ch Gesundheit
Zeit, sich skifit zu machen
Wer rechtzeitig trainiert, fährt später sicherer.
Text: Theresa Schwarz
Illustrationen: Gunter Rubin/Kombinatrotweiss
D Theresa Schwarz,
Sportwissen schaftlerin, Leis tungsdiagnostik, Medbase Zürich
er erste Schnee in den Bergen ist bereits gefallen. Die Skisaison startet bald. Höchste Zeit, sich auf den Winterspass vorzubereiten. Damit man die steilen Pisten auch nach mittags noch meistern kann, lohnt es sich, den Körper in den Wochen zuvor auf die spezifischen Belastungen beim Skifahren oder Snowboarden einzustimmen. Der Pistensport ist körperlich anspruchs voll und wird oft unterschätzt. Die perma nente HochTiefBewegung, das Kurven fahren und die Bremsbewegungen fordern besonders stark die Bein und Rumpfmus kulatur. Auch Gleichgewicht, Balance und Flexibilität sind vor allem bei tiefem, nassem oder eisigem Schnee gefragt. Zudem braucht es ein gewisses Mass an Ausdauer, um den ganzen Tag auf den Skiern zu stehen. Mehr Skispass, weniger Risiko
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ProfiSkifahrer halten sich das ganze Jahr mit Athletiktraining fit. Für den Wochenend-Wintersportler macht es Sinn, vier bis sechs Wochen vor der Saisoneröffnung mit einem gezielten Training zu beginnen, um sich optimal vorzubereiten. Eine gute körperliche Verfassung ver bessert nicht nur das technische Können auf der Piste. Sie erhöht zudem das Fahr vergnügen und reduziert das Risiko von Stürzen und Verletzungen. Mit den folgen den Übungen steht dem Pistenspass nichts mehr im Wege. Wichtig: Das Übungspro gramm sollte zwei bis drei Mal pro Woche durchgeführt werden. Alle Übungen sind problemlos ohne Geräte zu Hause in 20 bis 30 Minuten machbar.
1
Unstabiler Boden (Gleichgewicht/Balance) Einbeinig auf einer instabilen Unterlage – z. B. einer Trainings matte oder einem gerollten Hand tuch – stehen. Das Knie leicht beu gen und stabilisieren. Oberkörper gerade halten und die Arme nach vorne strecken. 3-mal 30 Sekunden auf jedem Bein stehen. Variante: Mit einem Partner sich gegenseitig Gegenstände (z. B. Tennisball) zuwerfen. Achtung: Auf eine gerade Beinachse achten.
3
Dreieck (Dehnung Beinrückseite und Rücken) Füsse und Hände berühren den Boden. Das Gesäss nach oben strecken. Arme, Rücken und Beine gestreckt halten. Versuchen, die Fersen am Boden zu halten. Der Körper beschreibt ein Dreieck. 2-mal 30 Sekunden halten. Achtung: Schwierige Übung. Über den Abstand der Hände zu den Füssen lässt sich der Schwierigkeitsgrad anpas sen. Eventuell am Anfang die Fersen vom Boden lösen.
6
Stretching (Oberschenkel vorne) In Seitenlage die Fessel des oberen Beins fassen und nach hinten beugen. Mit dem Arm den Fuss Richtung Gesäss ziehen. Das untere Bein kann ebenfalls leicht gebeugt werden für eine bessere Stabilität. Jedes Bein 2-mal 45 Sekunden in der Dehnung halten. Achtung: Oberkörper, Hüfte und Oberschenkel des oberen Beins müssen eine Linie bilden.
LEBEN | MM44, 26.10.2015 | 99
2
Maikäfer (Bauchmuskulatur) In Rückenlage die Hände hinter dem Kopf halten. Im Wechsel linken Ellenbogen mit rechtem Knie (und umgekehrt) zusammenführen. Kopf, Schultern und Beine nicht ablegen. 3-mal 15 Wiederholungen, mit kurzer Pause dazwischen. Achtung: Mit den Händen nicht am Kopf ziehen.
4 5 7
Vierfüssler (Rücken- und Gesässmuskulatur) Auf Knien und Händen abstützen. Rechten Arm und linkes Bein langsam waagrecht ausstrecken und langsam zusammenführen, sodass sich Ellenbogen und Knie berühren. 15 bis 20 Wiederholungen mit jeder diagonalen Arm-Bein-Kombination machen. Achtung: Kopf in Verlängerung der Wirbelsäule halten.
Kniebeuge (Oberschenkelmuskulatur) An der Stuhllehne halten und mit aufrechtem Oberkörper sehr langsam in die Knie gehen und Knie langsam wieder strecken. 3-mal 15 Wiederholungen machen. Achtung: Die Knie nicht über die Zehenspitzen schieben.
Ausfallschritt mit Seitdrehung (Oberschenkel- und Bauchmuskulatur) Tiefer Ausfallschritt mit dem rechten Bein voraus. Arme angewinkelt auf Schulterhöhe halten. Den Oberkörper drehen, sodass die linke Schulter nach vorne in Richtung des rechten Beins zeigt. Wechsel auf das linke Bein. 3-mal 5 Schritte, mit kurzer Pause dazwischen. Achtung: Auf gute Stabilität im vorderen Knie und im Oberkörper achten.
8
Plank seitlich (Rumpfmuskulatur) In Seitenlage auf den rechten Unterarm abstützen, Becken heben. Wechsel auf links. Jede Seite 30 bis 45 Sekunden halten. Achtung: Auf einen geraden Rücken achten und Becken oben halten.
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LEBEN | MM44, 26.10.2015 | 101
Wann spielt Ihr Kind gerne Baby?
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Familie
Mamma mia
Warum Kinder wieder zu Babys werden
Manchmal fallen Kinder zurück in Verhaltensweisen, aus denen sie längst herausgewachsen sind. Meist heischen sie so nach Aufmerksamkeit. Text: Claudia Langenegger
Bild: Getty Images
L
eila ist sieben Jahre alt. Windeln, Nuggi, «Düümele» oder Lispeln sind eigentlich längst passé. Doch nun lutscht sie vor dem Schlafengehen wieder am Daumen und fängt an zu lispeln, wenn sie zu Grosi auf Besuch ist. Ihre Mutter Sarah hofft, dass dies von selbst wieder vorbeigeht. «Es gibt verschiedene Gründe, warum ein Kind sich wie ein Kleinkind verhält», sagte Andrea Christen (57), Psychologin an der Pädagogischen Hochschule St. Gallen. «Es kann einfach lustig sein, Kleinkind zu spielen. Durch die Reaktion der Erwachsenen wird das noch verstärkt. Grund kann auch sein, dass ein jüngeres Geschwister zur Welt gekommen ist – das ältere imitiert das kleine. Oder es ist ein einschneidendes Lebensereignis eingetreten: Trennung von wichtigen Bezugspersonen, Umzug, Scheidung
der Eltern, der Schuleintritt.» Solches Verhalten ist aber nicht grundsätzlich besorgniserregend. Dauert es jedoch länger als drei Monate an, sollten die Eltern reagieren: «Am besten das Gespräch mit dem Hausarzt suchen», empfiehlt die Psychologin. Erziehungswissenschaftler Sascha Neumann (40) von der Universität Freiburg erklärt, dass Kinder mit regredierendem Verhalten Aufmerksamkeit erzeugen wollen und signalisieren, dass sie schutzbedürftig sind und Zuwendung brauchen. «Wichtig ist, angemessen darauf zu reagieren: mit Zuneigung und Aufmerksamkeit.» Bestraft oder ignoriert man das Kind, das plötzlich wieder klammert oder am Daumen lutscht, kann das negative Auswirkung haben. Wichtig ist, das Warum abzuklären
«Dem Symptom selbst sollte man keine allzu grosse und unmittelbare Beachtung schenken», sagt Neumann. «Viel wichtiger ist, das Warum abzuklären.» Auch bei Leila gab das regredierende Verhalten keinen Anlass zu ernster Besorgnis. Mami merkte bald, dass ihre Tochter mit dem plötzlichen Wechsel der Klassenlehrerin zu kämpfen hatte. Doch das «Bébélen» legte sich. MM
Alles inklusive
W
Wir buchen nie Allinclusive-Familienferien. Büfett-Frass und Animation? Wääh! Ich kann nicht erklären, warum wir neulich im Kinderhotel eingecheckt haben. Fast fünf Sterne, längste Schwimmbadrutsche westlich des Urals, Essen rund um die Uhr. Voll peinlich. Unsere Kleinen, diese Verräter, wollten sofort die Getränkespender testen. «Klar», sagte Herr Leinenbach. «Aus den Dingern kommt Sprite.»
Plötzlicher Rückfall in das Verhalten eines Babys: Oft signalisieren Kinder damit, dass sie Zuwendung brauchen.
Tipps
Was tun, wenn ihr Kind «bébélet»? Das Kind zeigt sich schutzbedürftig: Geben Sie ihm die nötige Nestwärme. Dauert das «Bébélen» länger als drei Monate: Aufschreiben, wann und in welchen Situationen es passiert. Überlegen, ob es etwas gibt, was das Kind stresst oder womit es überfordert ist. Die Anforderungen den Möglichkeiten des Kindes anpassen.
Ich könnte Ihnen erzählen, wie grässlich diese Ferien waren. Dass wir viel weinen mussten, die Tage zählten. Stimmt aber nicht. Mir war das vorher nicht klar, aber «all inclusive» im Kinderhotel heisst, dass Mami und Papi viel Zeit für ihre Zwerge haben, weil sie sich um nichts anderes kümmern müssen. Volle Windeln und verkleckerte Tischtücher sind im Kinderhotel die Regel, nicht die Ausnahme. Und wenn das eigene Kind spinnt, gucken andere Eltern amüsiert statt pikiert. Das ist der grösste Relaxfaktor.
Bettina Leinenbach (38)
ist Journalistin und zweifache Mutter.
102 | MM44, 26.10.2015 | LEBEN
Ernährung
Aus Wein wird Wasser Entschlacken Sie den Körper, heisst es oft. Doch was ist eigentlich Schlacke? Und können Kuren den Körper wirklich reinigen? Text: David Fäh
F Saftkuren und Heilfasten tun gut. Schlacken werden dabei aber keine aus dem Körper geschwemmt.
astenkuren und Saftdiäten klingen zwar nicht genussreich, dennoch fin den sie immer mehr Anhänger. Das Konzept klingt einleuchtend: Weil wir nicht immer gesund essen und aus der Umwelt Giftstoffe aufnehmen, sammelt sich in unserem Körper Schlacke an, was uns längerfristig schadet. So die Theorie. Eine Entschlackung muss her. Sie soll helfen, die Leber zu entgiften. Als Entschlackungsmassnahmen werden Schwitzkuren, Rohkost, Abführmittel, Blut reinigungsmittel, Trinkkuren oder Heilfas ten angeboten. Bloss, wer bei den Anbietern nachfragt, was sie unter «Gift» und «Schla cke» chemisch verstehen, wird enttäuscht.
Angaben darüber, welche toxischen Mole küle sich genau im Körper ansammeln, gibt es keine. Kaum verwunderlich, denn solche Stoffe existieren nicht. Unsere Leber ist eine geniale Fabrik, die uns vor Schaden bewahrt, wenn wir zu viel oder das Falsche essen oder trinken. Sie macht aus Wein Wasser und baut Medikamente und schädli che Stoffe ab oder um, damit sie neutrali siert sind. So können Darm oder Nieren sie problemlos ausscheiden, zum Beispiel in Form von Harnsäure oder Harnstoff. Sollen wir deshalb auf Fasten und Saftkuren ver zichten? Nein, kulinarischer Verzicht kann durchaus Sinn machen. Oft verbessern sich durch solche Kuren Risikofaktoren wie Blut
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LEBEN | MM44, 26.10.2015 | 103
D So isst die Jugend
Fingerfood
zucker und -fette. Zudem schärft eine Kur die Sinne, etwa Geschmacks- und Geruchssinn, aber auch die Empfindung von Hunger und Sättigung.
Bild: Alamy Stock Photo
Spirituelle Reinigung mit Kuren und Diäten
Bewusstes Verzichten kann auch spirituell reinigen, also den Kopf von Ballast befreien. Besonders gut funktioniert das zusammen mit einem Plus an körperlicher Aktivität. Zum «Entschlacken» taugen Kuren und Diäten aber ebenso wenig wie zum Abnehmen. Schliesslich ändern Fastende nichts am Verhalten, das für die überschüssigen Pfunde sorgt. Was sich in unserer Leber tatsächlich ansammelt, ist Energie in Form von Zucker. Mehrstündige essensfreie Perioden helfen, diese Reserven abzubauen. Ab und zu das Abendessen zu streichen, ist also eine clevere Idee – ganz ohne Schlacke. MM
Hier schreiben die VivaiExperten über Ernährungsfragen. Dieses Mal der Ernährungswissenschaftler David Fäh.
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Das Nachhaltigkeitsmagazin der Migros.
Der Mann im Anzug mit Ketchup an den Fingern steht bei einer Fast-Food-Kette am Tresen. Und schleckt die Sauce von den Fingern! Das Gute: Es stört keinen. Hier fasst man Essen an, tunkt Pommes in das Ketchup. Es gibt Speisen, bei denen ist der Gebrauch von Besteck erschwerend. Oft habe ich mich im Restaurant gefragt, warum ich das Hühnchen nicht einfach
in die Finger nehmen kann? Oder ob die anderen Gäste ein Problem damit haben, wenn ich meine Margherita achtle und von Hand esse? Es gibt aber Speisen, die rufen in unserer Esskultur förmlich nach Besteck: Eintöpfe, Currys, Reis. In Indien oder Marokko kommen Fladenbrot und die rechte Hand zum Einsatz. Das ist gewöhnungsbedürftig. Doch wenn Sie die Wahl
haben, beim Reisen oder beim Inder nebenan, empfehle ich, nicht nach einem Löffel zu fragen. Essen mit den Fingern, das ist Essen mit einem Sinn mehr.
Sarah Diener (19) studiert Medizin in Bern.
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104 | MM44, 26.10.2015 | LEBEN
Kinder
«Muscheln sind mein Hobby»
Der vierjährige Endo lebt für zwei Jahre auf der Insel Mauritius. Wenn er keine Schule hat, spielt er mit seinen mauritischen Freunden. Text: Tania Araman Illustration: Olaf Hajek Ausgewandert
Von Reconvilier nach Mauritius Endos Vater, Patric Reusser, ist im Auftrag
eines evangelischen Hilfswerks mit der ganzen Familie für einige Jahre nach Mauritius ausgewandert. Die Reussers kommen aus Reconvilier im Berner Jura. Zur Familie gehören auch Endos Brüder Milo und Aymo sowie die Mutter Pamela. Sie alle leben jetzt im Nordosten der Insel Mauritius im Indischen Ozean. Der Vater arbeitet als Pastor und wurde vom Westschweizer Hilfswerk «DM-échange et mission» nach Mauritius gesandt, um mit der örtlichen presbyterianischen Kirche zusammenzuarbeiten.
Endo (4) liebt Tiere
und spielt gerne mit kleinen Küken.
«Mein Papa baut auf dem Grundstück der Kirche mit anderen Leuten zusammen einen Freizeitund Sportpark. Mit meinen Brüdern spiele ich hier auf dem Kies, der später mit Beton vermischt wird. Ausserdem spiele ich gerne draussen mit den Tieren – Hunden, Katzen, Küken und Kaninchen. Lola, die Kaninchenmama, und Felix, der Kaninchenpapa, haben fünf süsse Babys bekommen, mit denen ich gerne gespielt habe.
Jetzt haben wir sie weggegeben, und ich warte darauf, dass Lola und Felix wieder Junge bekommen. Der Strand ist sehr nah von unserem Zuhause in Grand Gaube, und dort gehe ich gerne Muscheln sammeln, das ist mein Hobby. Im Juli hatte ich Geburtstag und
ein Velo geschenkt bekommen. Das probierte ich sofort mit den Nachbarskindern aus, die oft zu mir kommen, um mit meinen kleinen Brüdern und mir zu spielen. Ich habe schon viele mauritische Freunde. Meistens haben wir Shorts und T-Shirts an. Aber wenn wir in die Schule gehen, müssen wir eine Uniform anziehen.» MM
LEBEN | MM44, 26.10.2015 | 105
Luana (10)
Vorab muss ich dir korrekter weise etwas sagen, sonst bekom me ich empörte Leserbriefe und mein Chef macht Probleme. Also, hör gut zu: Rauchen schadet deiner Gesundheit. (Okay so, Chef?) Und nun kommen wir zur Shisha: Das ist eine Wasserpfeife. Sie hat ein oder zwei Schläuche, mit denen man gemeinsam in einer Gruppe Tabak raucht. Shishas stammen aus dem Orient. Seit einigen Jahren sind sie auch bei uns in Mode – vor allem unter Jugendlichen. Diese rauchen sie zu Hause oder
in öffentlichen Shisha-Lounges. Der Rauch einer Shisha ist aromatischer als Zigarettenrauch. Er wird in der Pfeife erst durch ein Wasserbad geführt, wodurch er abgekühlt und gemildert wird. Nein, illegale Drogen werden damit normalerweise nicht gepafft. Und nein, es stimmt nicht, dass ShishaRauch weniger schädlich ist als Zigarettenrauch. Das Wasser filtert nur einen Teil der Schadstoffe heraus. Das Nikotin – du weisst: das macht süchtig! – und die schädlichen, verbrannten Aromastoffe
gelangen auch in die Lunge. Ausserdem nuckelt man gemeinsam am gleichen Mundstück. Igitt! So können auch Krankheiten übertragen werden. Lass also die Hände davon! Du sollst nicht rauchen! (Und so sage ich hier nicht, dass es wahrlich Schlimmeres gibt als eine Gruppe entspannter Jugendlicher, die gemeinsam plaudern, Musik hören, ein friedliches Ritual pflegen und damit ein bisschen Rauch um nichts machen. Alles klar? Falls nicht, dann gehe bitte zurück zum Textanfang.) MM
Gabriela Bonin (48) beantwortet
die Fragen ihrer Töchter (14, 10, 7).
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Das sind acht Piktogramme. Welche Sportarten stellen sie dar? Aber Moment mal: Hier stimmt doch etwas nicht. Drei Piktogramme haben wir verändert. Findest du heraus, welche?
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LEBEN | MM44, 26.10.2015 | 107
Mit scharfem Blick nimmt die Tierärztin die winzige Schildkröte unter die Lupe.
Zootierärztin
Angst ums «Ägypterli» Die 23 Gramm leichte Ägyptische Landschildkröte frisst kaum mehr. Das Jungtier muss dringend behandelt werden. Schon eine einfache Erkältung kann lebensgefährlich sein. Text: Karin Federer
Bilder: Walter Zoo
I Karin Federer (29) ist Tierärztin und berichtet regelmässig aus dem Walter Zoo in Gossau SG.
ch spüre die kleine, leichtgewichtige Ägyp tische Landschildkröte kaum, als ich sie sorg sam auf meiner Hand halte. Das Jungtier ist apathisch und frisst nicht. Seine Ge schwister sind bereits we sentlich stärker und fressen ihm das Futter weg. Auf den ersten Blick erkenne ich eine Augenentzündung und geringgradigen Nasenausfluss. Üblicherweise würde ich in so einem Fall eine Blutentnahme und Laboruntersuchungen durchführen, um einen Gesamteindruck vom Allge meinzustand der Schildkrö te zu erhalten. Bei gerade mal 23 Gramm Körperge wicht und einem Blutvolu men von etwa 1,4 Millilitern – dies entspricht etwa 28 Tropfen Wasser – ist das ziemlich schwierig, wenn
nicht sogar unmöglich zu bewerkstelligen. Kräuter für den Appetit
Ich nehme eine Nasenspül probe und sende sie ins La bor. Mit einem Röntgenbild kontrolliere ich den Zu stand der Lunge, um eine Lungenentzündung auszu schliessen. Zum Glück sehe ich schnell, dass nur die oberen Atemwege betroffen sind und eine Entzündung der Lunge ausgeschlossen werden kann. Sie wäre im Röntgenbild durch Ver schattung erkennbar. Der Bericht des Labors bestätigt aber einige Tage später einen bakteriellen Infekt. Ich verabreiche der Schild kröte ein Antibiotikum und behandle die Augenentzün dung mit Tropfen. Nun ist es auch wichtig, dass der kleine Patient ge
nügend frisst und wieder an Gewicht zunimmt. Nur was, wenn kein Hunger da ist? Zum Glück sind unsere Tierpfleger immer sehr ein fallsreich. Dank einem täg lichen Bad in lauwarmem Wasser und einem grossen Angebot an Kräutern in unterschiedlichen Grössen und Darreichungsformen beginnt die Schildkröte in kürzester Zeit wieder zu fressen. Wir überwachen den Nährzustand in regel mässigen Abständen durch Wägen, um über das Körpergewicht den Krank heitsverlauf verfolgen zu können. Nach einer Woche zeigt die Gewichtskurve aufwärts. Ich bin erleich tert: Unser kleines «Ägyp terli» ist auf dem Weg der Besserung und wird seine Geschwister hoffentlich bald einholen können. MM
Tipps
Ab auf die Waage Geringe Gewichtsschwankungen sind
bei Schildkröten wegen des schützenden Pan zers oft nicht von Auge sichtbar. Man muss sie regelmässig wägen, um Erkrankungen früh erkennen zu können. Entzündungen der oberen Atemwege können mit Bläschen bildung an den Nasen löchern oder bei chro nischem Verlauf mit Verfärbung oder De formation der Nasen löcher einhergehen. Zu kühle Haltung, zu geringe Luftfeuchtigkeit, staubige Einstreu oder Stress mit Artgenossen können eine Infektion begünstigen. Bei anhaltender Gewichtsabnahme und verminderter Fresslust sollte ein Tierarzt auf gesucht werden.
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Atemberaubend schön: NordlichtSpektakel in Finnisch-Lappland (oben). Entspannen kann man im Holzhaus; auf dem Huskyschlitten gibts Action (rechts.).
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raumhafte Winterlandschaften, Ausflüge in die Natur, Abende vor dem Cheminée oder ein Besuch in der Sauna mit anschliessendem Bad im Eisloch: Der hohe Norden Finnlands lockt mit abwechslungsreichen Tagen, egal ob im Hotelzimmer, in einem Blockhaus oder während einer Erlebniswoche. Obwohl es im Winter in FinnischLappland dunkel und kalt ist, hat die in ein spezielles Licht eingetauchte Landschaft eine magische Anziehungskraft. Die märchenhaft
verschneiten Winterlandschaften mit Hügeln, Wäldern und zugefrorenen Seen sind ebenso faszinierend wie das plötzlich am Himmel auftretende Schauspiel der Nordlichter, die an einen überdimensionalen, flackernden Theatervorhang erinnern. Nur drei Flugstunden entfernt
Lappland bietet im Winter viele Möglichkeiten, aktiv zu sein. Wie wäre es mit einer Huskyschlittentour, mit Schneeschuhlaufen, Winterspaziergängen, Skilanglauf
oder einer Motorschlittenfahrt? Abends ist das Blockhaus, das Hotelzimmer oder die Sauna der ideale Ort, um sich über die Erlebnisse auszutauschen. Das knisternde Feuer des Cheminées lädt dazu ein, ein gutes Buch zu lesen und abzuschalten. Im winter lichen Lappland sind entspannte Ferientage garantiert. Und das Gute dabei: Diese wilde und so andere Welt erreicht man mit dem Direktflug von Helvetic Airways in dreieinhalb Stunden ab Zürich. MM
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4 5 2 6 5 7 1 2 4 6
Auflösung Nr. 43: 735
2 6
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5 3 4 2 7
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7 5 3 2 6 4 8 9 1
6 7 2 8 5 1 4 3 9
5 4 1 9 3 6 2 8 7
8 2 7 1 9 5 3 6 4
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Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer Wochenblatt des sozialen Kapitals Organ des MigrosGenossenschafts-Bundes www.migrosmagazin.ch Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 567 892 Ex. (WEMF 2015) Leserschaft: 2 375 000 (WEMF, MACH Basic 2015-2) Adresse Redaktion und Verlag: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich Telefon: 058 577 12 12 Fax: 058 577 12 08 redaktion@migrosmagazin.ch Herausgeber: Migros-Genossenschafts-Bund Leiter Migros-Medien: Lorenz Bruegger
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118 | MM44, 26.10.2015 | LEBEN
Treffen voll ins Schwarze: Bettina Macher, Katja Hess und Myriam Ruesch (v.l.n.r.) auf den Spuren der Göttin der Jagd.
Unsere Welt
«Die wilde GöttinArtemis passt zu uns»
Das Trio Artemis begeistert seit 20 Jahren mit einem breiten Repertoire. Im November gehen die Frauen mit «Classic goes Jazz» auf Jubiläumstournee. Die Harmonie geht weit übers Musikalische hinaus – auch in Sachen Naturliebe und Genuss sind sie sich einig. Text: Laila Schläfli
Bilder: Daniel Winkler Unser Lieblingsprodukt
«Heidi-Vollmilch ergibt den besten Milchschaum für unseren Cappuccino.»
LEBEN | MM44, 26.10.2015 | 119
1 Unsere Göttin «Artemis, die Göttin
der Jagd und der Natur, ist unabhängig, freiheitsliebend und lässt sich nicht in ein Schema pressen – eine wilde Göttin. Das Individuelle, Eigenständige, Kämpferische passt zu uns.» 2 Unser Zuhause «Bettinas Heim ist
1
neben dem Konservatorium unser Treffpunkt. Hier planen und proben wir, meist am Wochenende oder abends. In den Pausen gibt es immer Cappuccino und etwas Selbstgebackenes von Bettina.»
2 3
Name: Bettina Macher (45), Cello; Katja Hess (45), Violine; Myriam Ruesch (46), Klavier Beruf und Lebenslauf: «Das Trio
Artemis ist ein fixer Bestandteil unseres Lebens, fast wie eine Ehe. Wir haben am Konservatorium in Winterthur ZH studiert. Zu dritt spielten wir erstmals 1995, als Myriam ihr Konzertdiplom machte. Bei unserem ersten öffentlichen Konzert spielten wir als «Zückerli» ein Zigeunerlied – damit trafen wir einen Nerv. Seither erweitern wir laufend unser Repertoire mit diversen Stilrichtungen. Bisheriger Höhepunkt war der Auftritt 2010 im Kultur- und Kongresszentrum Luzern mit dem Tripelkonzert von Beethoven. Als Nächstes feiern wir unser 20-Jahre-Jubiläum mit einer Tournee ab dem 6. November.» 4
5
3 Unser grösster Fan «Brigitta Hess, Katjas Mutter, unterstützt uns seit unseren Anfängen – administrativ und als treuer Fan. Ihr Einsatz ist einmalig.» 4 Unser Hobby «Wir teilen die Liebe zur
Natur. Wenn wir auf Tournee sind, gehen wir gerne zusammen im Wald spazieren zur Inspiration und Entspannung. Der Wald passt ja auch zur Jagdgöttin.» 5 Unser Souvenir «Auf der Argentinien-
6
tournee wurde uns Matetee serviert, der sehr bitter ist. Der Wein ging deutlich besser runter. Aber in dem Land ist Mate so allgegenwärtig wie bei uns Kaffee.» 6 Unser Lieblingskomponist «Der Argentinier Astor Piazzolla ist ebenfalls ein Grenzgänger zwischen Klassik und Jazz, und er lässt sich nicht schubladisieren. Durch ihn sind wir zum Tango Nuevo gekommen.»
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