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Migros magazin 44 2014 d lu

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Ausgabe Luzern, AZA 1953 Sion Response Zentral

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Ausgabe Luzern, AZA 1953 Sion Response Zentral

NR. 44, 27. OKTOBER 2014 www.migrosmagazin.ch

Bild: Daniel Winkler

ialSpez abe Ausg

Nacht

Nachts hört sich Barbara Bürer verrückte Geschichten an. Danach wird die «Nachtwach»-Moderatorin von Hassan nach Hause gefahren. Zu Beginn der Winterzeit eine Spezialnummer über die dunklen Stunden des Tages.

Bitte Wohnungswechsel der Post melden oder dem regionalen Mitgliederdienst: Tel. 041 - 455 70 38 E-mail: genossenschaftsregister@migrosluzern.ch


DIESE WOCHE 4 |

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INHALT

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EDITORIAL

NR. 44, 27. OKTOBER 2014 | MIGROS-MAGAZIN |

GUT ZU WISSEN Andrea Manzati illustrierte die Fakten zur Nacht ab Seite 20.

Hans Schneeberger, Chefredaktor

Und, gut geschlafen? Wann haben Sie, liebe Leserin, lieber Leser, das letzte Mal richtig gut geschlafen? So das volle Programm: neun Stunden, völlig ausgeruht erwacht, tatendurstig und geistig hellwach in den Tag gegangen? Keine Augenbinde tragen müssen, um der Helligkeit des Morgens noch einige Stunden Schlaf abzutrotzen? Über zwei Millionen Menschen in der Schweiz kennen dieses Gefühl nur vom Hörensagen. Schlafstörungen sind eine der Geisseln der modernen Gesellschaft. Die 24-Stunden-Gesellschaft fordert ihren Tribut. Wir sind permanent erreichbar, für unseren Chef, unsere Kinder, Freunde, Verwandten. Wir schauen Fernsehen zur Unzeit, beantworten die letzten Mails aus dem Büro um 23 Uhr und haben das Gefühl, wir könnten 15 Minuten später sanft einschlummern. Wir nehmen der Nacht ihre Funktion als Bruch in der Tageshektik.

Immerhin: Heute Morgen dürfte Ihnen das Aufstehen etwas leichter gefallen sein. Die Umstellung auf Winterzeit hat uns eine Zusatzstunde Zeit beschert, um uns auf die neue Woche einzustellen. Zum Wechsel von Sommer- zu Winterzeit hat die Redaktion eine Sondernummer zum Thema Nacht erarbeitet. Wir zeigen Franco Baumgartner, der in der Nacht Hilferufe bei der Dargebotenen Hand entgegennimmt, eine Sozialarbeiterin, die Prostituierte betreut, wir präsentieren eine Grafik über Schlafgewohnheiten, befragten Passanten, wovor sie nachts Angst haben, oder versuchten die Schönheit von Nachtpflanzen einzufangen. Also: Geniessen Sie die Stunde, die Ihnen die Winterzeit geschenkt hat! Denn spätestens am 29. März 2015 werden Sie sie wieder hergeben müssen.

hans.schneeberger@migrosmedien.ch

M-Infoline: Tel. 0848 84 0848* oder Fax 0041 44 277 20 09 (Ausland). www.migros.ch/kundendienst; www.migros.ch Cumulus: Tel. 0848 85 0848* oder +41 44 444 88 44 (Ausland). cumulus@migros.ch; www.migros.ch/cumulus Redaktion Migros-Magazin: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Tel. 058 577 12 12, Fax 058 577 12 08. redaktion@migrosmagazin.ch; www.migrosmagazin.ch * Normaltarif

MENSCHEN Gespenstisch: Das Baumkreuz Tanwäldli bei Sigigen LU soll die Menschen vor dem Türst schützen, der der Sage nach, die Menschen in Hunde verwandelt.

MIGROS-WOCHE 6 | Aktuelles

MENSCHEN

12 | Porträts Sieben Menschen erzählen, wie es ist, die ganze Nacht auf den Beinen zu sein, um zu arbeiten oder zu gamen. 20 | Wie schlafen andere? Die Amerikaner brauchen mehr als zwei Kissen, und die Mexikaner tragen Socken: eine Umfrage in sechs Ländern. 22 | Interview Die Kulturwissenschaftlerin Elisabeth Bronfen über den Zwiespalt der Nacht. 28 | Nichts für Angsthasen Ein Blick auf fünf Orte, an denen sich immer wieder unheimliche Ereignisse abspielen sollen. 37 | Grosse Umfrage Wofür würden Sie mitten in der Nacht aufstehen, und wovor haben Sie Angst? Die Antworten.

40 | Im Rotlichtbezirk Unterwegs in Berner Cabarets und Salons mit Sozialarbeiterin Martha Wigger. 47 | Kolumne: Der Hausmann.

AKTUELL

50 | Ein Laden erwacht Bevor die Kunden kommen, brauchts viel Vorbereitung: eine Reportage aus dem «Claramarkt» in Basel.

SCHAUFENSTER 63 | 65 | 67 | 69 | 71 |

Blond, die neue Schoggifarbe Genuss auf die Schnelle Putzen mit gutem Gewissen Auch eine Maschine braucht Pflege Das hält, gleitet und tut gut

SAISONKÜCHE

72 | «Blinde Kuh» Wie isst man, wenn man nichts sieht? Wir haben es in Basel ausprobiert.

Illustration: Andrea Manzati, Bilder: Nik Hunger, Kuster Frey, Dan Cermak, Jorma Müller, AFP

Für 18 Prozent der Erwerbstätigen wird die Nacht zum Tag. Atypische Arbeitszeiten stellen gemäss der neusten Schweizerischen Gesundheitsbefragung ein direktes Gesundheitsrisiko dar. Insbesondere stören Nachtund Schichtarbeit den Schlaf-Wach-Rhythmus und haben negativen Einfluss auf das Familien- und Sozialleben.


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DIESE WOCHE

MIGROS-MAGAZIN | NR. 44, 27. OKTOBER 2014

INHALT | 5

.ch

MENSCHEN Jessica Fridle (rechts) und Domenica Panteghini spielen nächtelang Videospiele. Ihr Favorit im Moment ist «Dragon Age».

■ Kulturtipps zur Nacht aus der Redaktion Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Migros­Magazins verraten ihre liebsten Bücher, Filme und Musik zum Thema Nacht. Dazu gehört die Arie der «Königin der Nacht» aus Mozarts «Zauberflöte» (Bild). Was lesen, sehen und hören Sie am liebsten? ■ Morgens um fünf in Zürich Vom Ausgang direkt zur Arbeit? Unsere Videokamera zeichnete auf, was vergangenen Freitag um fünf Uhr morgens passierte.

SAISONKÜCHE Mit den Fingern ertastet MigrosMagazin-Redaktorin Claudia Schmidt ihr Essen. Sie speist in der «Blinden Kuh», wo es stockdunkel ist.

IHRE REGION

77 | Neues aus Ihrer Genossenschaft

LEBEN

82 | Familie Warum es wichtig ist, Kindern eine Gutenachtgeschichte zu erzählen. 86 | Garten Sie bezirzen ihre Bestäuber mit ihrem Duft – nachtaktive Pflanzen. 89 | Nachts im Zoo: Zu Besuch in Basel. 90 | Schlafmythen: So viel Wahres ist dran.

■ Es hat sich ausgegärtnert Die Gartenbloggerin ist relaxt. Ob das mit dem Ende der Gar­ tensaison oder den verschwun­ denen Schnecken zu tun hat?

■ Wann haben Sie Angst? Nehmen Sie an der Online­ umfrage teil und verraten Sie, wann und in welchen Situatio­ nen Sie nachts Angst haben.

MEINE WELT

108 | SRF-Moderatorin Barbara Bürer In ihrer Sendung «Nachtwach» hört sie viele berührende Geschichten.

RUBRIKEN

9 | Leserbriefe 95 | Bitte melde dich 97 | Leseraktion 99 | Glücksgriff 100 | Rätsel und Spiele/Impressum 106 | Cumulus

■ Auf Monsterjagd Seit die «Mamma Mia!»­ Kolumnistin Kinder hat, tigert sie nachts durch die Wohnung. An Schlaf ist kaum zu denken. ■ Ihr Skigebiet finden Schweiz Tourismus überrascht: Mit wenigen Klicks finden Sie das passende Skigebiet. Wir zeigen, wies ganz einfach geht.

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MIGROS-WOCHE 6 |

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AKTUELLES

NR. 44, 27. OKTOBER 2014 | MIGROS-MAGAZIN |

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Surfen in der Migros

Neuer Service für Migros-Kunden: Die Detailhändlerin bietet in all ihren Filialen und Fachmärkten kostenlosen Internetzugang an.

D

Schwarze Spitze und feine Stoffe machen die Dessous verführerisch.

Neue Dessous-Linie Die Migros lanciert eine Dessous-Kollektion. Secrets for special moments heisst die neue Linie der Marke Ellen Amber. Sie beinhaltet verschiedene Teile, die gut kombinierbar sind, wie etwa ein Höschen aus schwarzer Spitze und den dazu passenden BH in Schwarz und Rot. Abgerundet wird das Sortiment mit diversen Accessoires – allesamt in Schwarz. Zu diesen zählen etwa ein Strumpfband und Stulpen aus zarter Spitze. Die Dessous-Linie gibts aktuell in 31 ausgewählten Migros-Filialen der Schweiz. Teile des Sortiments gibts bereits ab 14.80 bis 49.80 Franken.

REGION LUZERN

Letzte Ausgabe der «M-Aktion» Am 3. November erscheint die «M-Aktion», die Migros-Genossenschaftern vergünstigte Angebote für Freizeiterlebnisse ermöglicht, zum letzten Mal. Künftig werden ausgewählte, attraktive Angebote den Genossenschaftsmitgliedern direkt zugestellt. Erstmals mit dem Versand der Urabstimmung im Mai 2015. Genossenschaftsmitglied werden: www.migros. ch/genossenschafter. Weitere Informationen zur Migros Luzern ab Seite 77

Im Laden online Produkte checken oder Rezepte suchen: Dank Gratis-Migros-Wi-Fi ist die schnelle Verbindung gewährleistet.

ie Migros lässt ihre Kunden kostenlos surfen. Seit Ende September ist der drahtlose Internetzugang bereits in über 560 Filialen und Fachmärkten möglich. Bis Ende Jahr werden alle Filialen über diese praktische Dienstleistung verfügen. Angezeigt wird das Netzwerk auf dem eigenen mobilen Gerät unter dem Namen «Migros WiFi». Auch die Migros-Restaurants, die schon länger kostenlosen WLANZugang bieten, werden nach und nach auf das neue gemeinsame Netz umgestellt. Die Anmeldung ist einfach: Man wählt sich mit seinem Smartphone, Tablet-Computer oder Laptop ins Migros-Wi-Fi ein und erhält nach Angabe der Mobiltelefonnummer ein persönliches Passwort. Dieses erlaubt für sechs Monate den kostenlosen Zugang, danach muss ein neues Passwort angefordert werden. Hat man auf seinem Gerät die Einstellung «Automatisches Login» aktiviert, ist man jeweils in jeder Filiale automatisch mit dem WLAN verbunden. Die Migros ist das erste Unternehmen im Schweizer Detailhandel, das seinen Kunden ein flächendeckendes und kostenloses WLAN zur Verfügung stellt. Der neue Service wird in Partnerschaft mit der Swisscom angeboten.

PREISBAROMETER Ernteausfälle in der Türkei lassen die Preise von getrockneten Aprikosen teilweise massiv steigen. Wegen stark gestiegener Rohstoffkosten muss die Migros die Preise für getrocknete Aprikosen erhöhen. Grund: Ernteausfälle in der Türkei, dem weltweit wichtigsten Anbaugebiet für Aprikosen. Eine Kältewelle mit Frost hat im Frühling die Blüten der Bäume beschädigt und Artikel M-Classic Türkische Aprikosen getrocknet, 300 g Bio Aprikosen getrocknet, 200 g ** Sun Queen Aprikosen getrocknet, 200 g * in Franken; ** nur in grösseren Filialen erhältlich

so fast die gesamte Ernte zerstört. Das knappe Angebot hat zu massiv höheren Aprikosenpreisen auf dem Weltmarkt geführt. Zahlreiche Händler sind auf Aprikosen aus Südafrika ausgewichen. Die gestiegene Nachfrage hat aber auch dort die Preise erheblich steigen lassen. Preis alt * 3.60 2.80 3.20

Preis neu * 5.70 5.60 3.80

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MIGROS-WOCHE AKTUELLES | 7

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Kleine Knolle mit Biss

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Phuket

Malediven

Gerade im Winter zählen Kartoffeln zu den wichtigsten Vitamin-C-Lieferanten. Tipp: Olivenöl auf ein Backblech streichen, etwas Meersalz und Rosmarinnadeln darauf verteilen. Amandine halbieren und mit der Schnittfläche auf das Blech legen. Bei 200 Grad circa zehn Minuten backen.

Rückruf Netzkabel HP

Bilder: Jorma Müller, StockFood

Gran Canaria

1 Woche im IFA Buenaventura HHHi inkl. Frühstück, z.B. am 24.11.14

Hewlett-Packard Schweiz (HP) hat aus Sicherheitsgründen ein Netzkabel für Compaq-Notebooks, Mini-Notebooks und Dockingstationen zurückgerufen. Von diesem Rückruf ist auch Melectronics betroffen. Das Netzkabel mit der Markierung LS-15 war zwischen September 2010 und Juni 2012 im Verkauf. Es besteht die Möglichkeit einer Überhitzung und

Müssen ausgetauscht werden: Netzkabel mit der Markierung LS-15.

somit eine Feuer- und Verbrennungsgefahr. Die Migros bittet ihre Kunden, dieses Netzkabel nicht mehr zu benützen. Kunden, deren Kabel die Markierung LS-15 aufweisen, gehen für den Umtausch auf www.hp.com/support/ PowerCordReplacement. Die betroffenen Netzkabel werden durch HP kostenlos ausgetauscht.

1 Woche im Seaview Patong HHHi inkl. Frühstück, z.B. am 8.11.14

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1 Woche im Madoogali Maldives HHHi inkl. Halbpension, z.B. am 23.11.14

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Hotel und Flug ab Zürich via Muscat Jeweils am Mo., Fr., So.

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HM K MLE MADMAL 0107

Mauritius

Punta Cana

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FORUM

MIGROS-MAGAZIN | NR. 44, 27. OKTOBER 2014

LESERBRIEFE | 9

MM 43: «Eigentlich würden sie lieber arbeiten», Artikel über Sozialhilfeempfänger in der Schweiz.

«Ich schlage vor, einen Teil der Sozialhilfe für den Aufklärungsunterricht einzusetzen»  Da bezieht jemand seit fünf Jahren Sozialhilfe und wird zum zweiten Mal «ungewollt» schwanger. Toll! Eigen­ verantwortung ist wohl ein Fremdwort. Tony Marti, 8934 Knonau

 Der «Fall» Astrid Zihlmann stimmt mich nachdenklich: Nach abgebroche­ ner Lehre und der Geburt eines Sohnes, dessen afrikanischer Vater sich «aus dem Staub machte», schafft es Frau Zihlmann tatsächlich, nochmals eine ähnliche Situation zu verursachen. Zumindest nach der ersten Schwanger­ schaft hätte ich von Frau Zihlmann er­ wartet, dass bei ihr ein Funken Vernunft einkehrt. Doch nichts dergleichen. Ob­

schon finanziell nicht auf Rosen gebet­ tet und ohne Ausbildung, begibt sie sich erneut in ein Abenteuer (mit afrikani­ schen Wurzeln). Ob so viel Naivität ste­ hen mir die Haare zu Berge. Ich würde vorschlagen, einen Teil der Sozialhilfe zweckgebunden für Aufklärungsunter­ richt von Frau Zihlmann einzusetzen, da ansonsten nicht ausgeschlossen werden kann, dass ein drittes Kind das Licht der Welt erblickt. Reinhard Müller 9552 Bronschhofen

 Das bedingungslose Grundeinkom­ men wäre ein Segen für alle! Jeder hat eine Existenzberechtigung, ohne sich immer rechtfertigen und erniedrigen

lassen zu müssen, denn jeder hat irgend­ welche Fähigkeiten, mit oder ohne Dip­ lome/Abschlüsse, ob diese nun im jewei­ ligen System gerade gefragt sind oder eben nicht! Und: Nicht nur bezahlte Ar­ beit ist Arbeit! Manuela Bregenzer 8640 Rapperswil

 Dem Migros­Magazin gebührt Dank, dass es dieses Thema aufgreift und den Betroffenen ein Gesicht gibt. Hetze bringt keine Lösung. Vielmehr müssen breite Kreise wie Politik, Bund, (Hoch­) Schulen, aber auch Handel, Gewerbe und Industrie sich grundlegend Ge­ danken machen.

Schreiben Sie uns: Wir freuen uns über Briefe und Mails zu Artikeln im MigrosMagazin. Je kürzer Ihr Brief, desto grösser die Chance, dass er veröffentlicht wird. Zuschriften können durch die Redaktion gekürzt werden. Per Post an Redaktion Migros-Magazin, Leserbriefe, Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, oder Mail an leserbriefe@ migrosmagazin.ch. Und vergessen Sie bitte nicht, Ihre Adresse und Ihre Telefonnummer anzugeben.

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ONLINE

MIGROS-MAGAZIN | NR. 44, 27. OKTOBER 2014

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TÖGGELI-MEISTERIN IM INTERVIEW

Peter Maffay hat in seiner Karriere fast 40 Alben herausgegeben.

FACEBOOK-WETTBEWERB

Gewinner stehen fest Der Wettbewerb auf unserer Facebook-Seite www.facebook.com/MigrosMagazin war ein grosser Erfolg. Von den über 150 Teilnehmenden wählten wir den Kommentar von Madeleine Schafroth aus Zofingen AG aus. Viel Spass am Konzert. Die Gewinner der CDs wurden bereits benachrichtigt. Wir gratulieren!

WÖCHENTLICHE UMFRAGE

Haben Sie genügend Geduld fürs Fischen?

«Ich hatte viel zu wenig Zeit zum Trainieren»

Im Migros-Magazin 41/2014 hoffte Töggeli-Meisterin Cindy Moser auf eine erfolgreiche Weltmeisterschaft in Venedig. Nach ihrer Rückkehr zieht sie enttäuscht Bilanz. Cindy Moser, konnten Sie sich schon wieder von der Weltmeisterschaft erholen?

Nein, nicht wirklich. Wir sind vor einer Woche zu Hause angekommen. Zum Glück hatte ich noch einen Tag frei. Was bringen Sie uns mit?

Einen Pokal. Zusammen mit meiner Partnerin holte ich in der Kategorie Rookie-Doppel den zweiten Platz. Das freut mich sehr. In den weiteren Kategorien liefs leider nicht so gut wie erhofft …

Das stimmt. Im Einzel bin ich bereits in der zweiten Runde gegen die neue Weltmeisterin ausgeschieden. Im DamenDoppel war nach dem Achtelfinale Schluss, mit der Nationalmannschaft leider bereits nach der Vorrunde. Sie klingen sehr enttäuscht.

in %

Ja, das bin ich auch, sehr sogar. Zum Glück hats bei den Rookies geklappt. Dort konnten wir uns durchkämpfen. Das gleicht die anderen, schlechten Ergebnisse etwas aus.

27

Nein, in meinem Alltag muss es vorwärtsgehen. Ich habe keine Zeit zu warten und will Resultate sehen.

47

Es ist genau das Attraktive am Fischen, dass es einen zu Entschleunigung und Konzentration zwingt.

26

Ja, sicher. Ich bin froh um Ruhe in solchen Momenten. Gerade weil mich andere Situationen stressen.

Stimmen Sie jetzt ab auf Migrosmagazin.ch

In welchen Situationen haben Sie Angst?

Woran lag es? Wieso konnten Sie die gewünschten Ergebnisse nicht erzielen?

Durch meinen Job und den langen Anfahrtsweg – pro Tag bin ich zwölf Stunden unterwegs – hatte ich viel zu wenig Zeit zum Trainieren. Das wäre für dieses Turnier besonders wichtig gewesen, weil an anderen Tischen gespielt wurde. Diese Umstellung braucht Zeit. Wie lange waren Sie vor Ort? Wie viele Spiele haben Sie gespielt?

Wir sind am Mittwochmorgen losgefahren und wie gesagt letzten Montag zurückgekehrt. Donnerstag und Freitag haben wir von neun Uhr morgens bis um ein Uhr nachts praktisch durchgespielt. Ich hatte nicht mal Zeit, richtig zu essen. Es war ganz schlimm … Ich kann auch aus dem Stand nicht mehr sagen, wie viele Partien ich gespielt habe. Gut, ist das Turnier vorbei.

Nehmen Sie trotzdem etwas Positives mit?

Sicher habe ich gute Erfahrungen fürs nächste Turnier gesammelt und viel gelernt. Darüber hinaus freut mich der zweite Platz wirklich. Dieser Wettkampf hat Spass gemacht. Wie geht es weiter? Ihre nächsten Ziele?

In zwei Wochen findet in Bonn die deutsche Meisterschaft statt. Da die Teilnahme für alle offen ist, bin ich dort dabei. Um mich gut vorzubereiten, sollte ich jeden Tag mindestens ein bis zwei Stunden trainieren. Ich hoffe, dass wir den Tisch, der dort verwendet wird, bald zu Hause haben, um mehr zu spielen. Interview: Reto Vogt Bild: Gerry Nitsch

Cindy Moser hofft auf eine neue Chance am nächsten Turnier in Bonn.


NACHT

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NR. 44, 27. OKTOBER 2014 | MIGROS-MAGAZIN |

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Kampf am Schirm «Man kann nicht mehr aufhören. Es ist Mitternacht, man denkt: Nur noch ein Mal …» «Hihi ja, und zack ist es drei oder vier Uhr morgens. Das passiert uns jedes Mal.» «So schlimm ist es auch wieder nicht. Und wenn, dann nur am Wochenende.» «Ja, von Montag bis Freitag sind wir seriös. Also meistens …» «Jaaaha meistens, aber es ist auch schon anders gekommen. Damals, als ich wegen dir gestorben bin!» Keine Sorge, die 21-jährige Jessica Fridle (links) ist quicklebendig. Ihre Freundin Domenica Panteghini (25) hat sie nicht mal verletzt. Zumindest nicht wirklich. Die zwei aufgeweckten jungen Frauen aus Rapperswil-Jona SG liefern sich ihre Kämpfe nämlich nur beim Gamen auf Jessicas Fernseher. Dabei schlüpfen sie in Rollen von Zelda oder Mario, Drachen oder Aliens oder züchten sich beim Simulationsspiel Sims ihre Traumfamilie mit eigener Siedlung. «Sims ist das Schlimmste! Also wegen des Suchtfaktors. Und aus­ gerechnet jetzt kommt ein neues …» «Ou ja, das müssen wir unbedingt kaufen!» «Hast du denn noch Geld? Wie viel haben wir eigentlich schon für unser Hobby ausgegeben?» «Puuh, wir hätten uns sicher schon je ein Auto kaufen können. Aber ich fahre ja kein Auto.» Domenica und Jessica haben sich erst vor einem halben Jahr bei der Arbeit kennengelernt. Sie sind in der IT-Branche tätig. Trotz ihres nachtaktiven Hobbys erledigen die Supportmitarbeiterinnen ihren Job gewissenhaft und brauchen kein Mittagsschläfchen. Im Gegenteil – nach der Arbeit gehts nahtlos weiter: Montag und Dienstag spielen sie die neusten Videospiele, «Dragon Age» ist ihr aktueller Favorit. Am Mittwoch besuchen sie einen Tanzkurs, und der Rest der Woche wird wieder gezockt. Ausser ihre Freundinnen, die sich weniger für Games begeistern können, wollen sich ins Nachtleben stürzen. Text: Reto Vogt

Schlaflos

Während die meisten Menschen nachts friedlich schlummern, gehen andere auf die Pirsch, hören sich die Sorgen ihrer Gäste an oder zocken bis zum Morgengrauen. Bilder: Dan Cermak


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MIGROS-MAGAZIN | NR. 44, 27. OKTOBER 2014 |

NACHT | 13

Späher mit Flinte Es ist nach Mitternacht, Erwin Nüesch (57) steht am Waldrand des Hönggerbergs, eines Hügelzugs im Norden der Stadt Zürich, und lässt seinen Blick durch ein Nachtsichtgerät über das Feld gleiten. «Drei Rehe, ein Bock, eine Geiss und ein Kitz, ein Fuchs», sagt er. «Die Wildschweine sind schon weg.» Drei Rotten mit insgesamt um die 60 Wildschweine leben in seinem Revier, und Nüesch weiss stets, wo sie sich aufhalten. «Es ist mein Job, das Nebeneinander von Mensch und Wild so reibungslos wie möglich zu gestalten.» Steht die Ernte eines Bauern an, packt er beispielsweise Menschenhaare in Nylonstrümpfe und hängt diese an den Zaun, um die Wildschweine fernzuhalten. Findet ein Orientierungslauf statt, stellt er sicher, dass kein Posten bei der Salzlecke der Rehe zu stehen kommt. Nüesch ist einer von vier Wildhütern, welche die Stadt Zürich beschäftigt. Sein Handy klingelt, wenn Wild angefahren und verletzt wird. Manchmal sagten ihm Anwohner alle Schande, wenn er ein «unschuldiges Tier töte». Entscheidend sei aber einzig das Wohl des Tiers – «da bin ich Metzger und Pfarrer». Oft ist Nüesch in der Dunkelheit unterwegs, dann kann er die Wildtiere am besten beobachten. Aufgrund seiner Tierzählungen ensteht der sogenannte Abgangsplan für den Kanton. Keine Art soll sich zu stark vermehren. Muss Nüesch eine Wildsau erlegen, liegt er 50 bis 60 Stunden auf der Lauer. «Sie sind sauschlau.» Der Jäger geniesst die Ruhe auf seinen nächtlichen Touren. Wird er müde, macht er einen Sekundenschlaf. «Wie ein Reh.»

Text: Monica Müller


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MIGROS-MAGAZIN | NR. 44, 27. OKTOBER 2014 |

NACHT | 15

Zuhörer in düsteren Stunden «Dargebotene Hand, grüezi.» Zwischen drei und zwölf Mal meldet sich Franco Baumgartner (57) mit diesen Worten am Telefon, wenn er bei der Seelsorgeorganisation Die Dargebotene Hand Nachtschicht hat. Baumgart­ ner hört zu, macht sich Noti­ zen und sagt Sätze wie «Das verstehe ich» oder «Wollten Sie eine Antwort auf die Fra­ ge?». Das erste Ziel sei, dass der Anrufer sich angenom­ men fühle, sagt Baumgartner. Denn wer die Nummer 143 gewählt hat, will seine Sorgen teilen. Oder ist einsam. Baumgartner sitzt in einem kleinen, spartanisch ein­ gerichteten Büro: ein Pult, ein Telefonapparat, ein Sessel, ein Computer, ein Bücher­ gestell. Durch das offene Fenster dringen das Quiet­ schen des Trams und Men­ schenstimmen. Um halb elf hat Baumgartner den Dienst begonnen, bis Mitternacht schon drei intensive Gesprä­ che geführt. Einige Anrufe übernimmt eine Kollegin, die im Büro nebenan sitzt. Baumgartner ist einer von über 600 freiwilligen Mitarbeitern, die täglich in der Schweiz für die Dargebo­ tene Hand im Einsatz stehen. Alle haben einen Kurs be­ sucht, um zu lernen, wie man mit den Anrufern umgeht. Baumgartner empfindet diese Arbeit als Bereicherung, räumt aber ein: «Manchmal beende ich Gespräche auch mit ungutem Gefühl.» Um zwei Uhr verabschiedet sich Baumgartners Kollegin. Draussen herrscht nun Stille. Wenn Baumgartner um sechs nach Hause kommt, steht sei­ ne Frau auf. Ein Schwatz mit ihr, ein Blick in die Zeitung, und er legt sich schlafen. Text: Yvette Hettinger


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NACHT

MIGROS-MAGAZIN | NR. 44, 27. OKTOBER 2014 |

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Bild: Mathieu Rod

Rufer in der Nacht Punkt 22 Uhr formt Renato Häusler (55) seine Hände zu einem Trichter und ruft vom Glockenturm der Kathedrale Lausanne in alle vier Himmelsrichtungen: «C’est le guet. Il a sonné 10, il a sonné 10.» Frei übersetzt: «Hört, ihr Leute, lasst euch sagen, die Uhr hat zehn ge­ schlagen.» Der in Zürich geborene und in Lausanne aufgewachsene Nachtwächter ist schweizweit der letzte Vertreter seiner Berufsgat­ tung; seit 1405 rufen die Nacht­ wächter der Lausanner Kathedrale täglich die Stunden von 22 Uhr bis morgens um 2 Uhr aus. Ihre Haupt­ aufgabe im Mittelalter: für Ruhe und Ordnung sorgen. Häusler arbeitet seit 2002 als Nachtwächter. «Ich fühle mich wie das letzte Glied einer Kette.» Im Turm, 30 Meter über der Erde, schätzt Häusler «die schönste Aus­ sicht der Welt» und die Einsamkeit. Sein altes Radiogerät hat er wegge­ geben, «weil mir das Geräusch der Kathedrale genügt». Er sei in diesen Nachtstunden gern allein und ge­ niesse die perfekte Ruhe. «Ich fühle mich wie ein Eremit und bin trotz­ dem nah zur Stadt.» Nicht immer ist er ganz allein: Manchmal besuchen ihn Gruppen, um mehr über seine Arbeit zu erfah­ ren. Manchmal beobachtet er Falken oder Fledermäuse, wie sie durch die Nacht fliegen. Seine Töchter Dusha­ na (21) und Shayna (18) haben ihn auch schon besucht. Häusler ist seit 1991 mit einer Tamilin verheiratet, die er bei einem Helfereinsatz während des Bürgerkriegs auf Sri Lanka ken­ nengelernt hat. Begegnet er nachts weder Mensch noch Tier, bereitet er Beleuchtungskonzepte für seine Firma Kalalumen vor: Im November wird er die Pariser Kirche Saint­Ger­ main­des­Prés mit insgesamt 3000 Kerzen illuminieren. Nach dem Ausrufen um 2 Uhr mor­ gens legt sich Häusler in der schma­ len und beheizten Loge aus Eichen­ holz schlafen – zwischen den beiden grossen Glocken der Kathedrale im ersten Stock. Sein Heimweg wäre zu weit. «Obwohl sich die Glocken nur zwei Meter hinter der Loge befinden, höre ich den Stundenschlag nicht mehr», sagt Häusler und strahlt eine tiefe Zufriedenheit aus. Text: Reto E. Wild


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Zu später Stunde quer durch Europa Es wird langsam dunkel. René Kukuk (31) rückt im nahe des Zürcher Hauptbahnhofs gelegenen Hotel ein letztes Mal seine rote Krawatte zurecht. Er muss sich nicht beeilen. Der Nachtzug in seine Heimatstadt Hamburg würde auf ihn warten, falls Kukuk zu spät käme. Der ausgebildete Zugchef betreut den heute komplett ausgebuchten Schlafwagen auf seiner Fahrt durch die Nacht. Zu seinem Beruf kam Kukuk eher durch Zufall: Während seines Studiums jobbte er als Servicemitarbeiter in einem Nachtzug der Deutschen Bahn. Dort gefiel es ihm so gut, dass der sportliche Mann mit BWL-Abschluss heute Vollzeit in den Citynightlinern arbeitet. 160 bis 180 Stunden Nachtarbeit im Monat. Ihm gefällt der ungewöhnliche Rhythmus, weil er nach drei bis vier Tagen Nachtarbeit mindestens ebenso viele Freitage geniessen darf. René Kukuk begrüsst an jedem Bahnhof die neu zugestiegenen Gäste und weist ihnen eine der 15 Kabinen zu. Zeigt, wie

man diese abschliesst, und notiert die Frühstückswünsche. Teils hält er einen kurzen Schwatz, mehr als Small Talk ist es jedoch nie. Seine langjährige Freundin hat er in der Disco kennengelernt und nicht am Arbeitsplatz. Die langen Abwesenheiten stören das Paar nicht, solange keine Kinder da sind. «Vielleicht ist sie sogar froh, mich ein paar Tage nicht zu sehen.» Bei einem Gast ist das Bett kaputt, weshalb er im Dienstabteil nächtigen darf. Kukuk reserviert sich das defekte: «Der Kunde ist schliesslich König.» Kurz nach der Grenze will ein Pärchen für 30 Euro mitfahren. «Wir brauchen auch kein Bett oder einen Sitzplatz.» Kukuk lehnt den Bestechungsversuch ab: «Dafür riskiere ich den Job nicht.» Nachts um drei Uhr verlangen zwei Kunden noch ein paar Bierchen. So schläft René Kukuk nur eine kurze Stunde, bevor er den Gästen das Frühstück serviert, damit alle wohlgenährt und zufrieden in Hamburg aussteigen können. Text: Reto Vogt

Barkeeper mit Schweigepflicht Für Menschen mit Platzangst ist das «Stübli» in St. Moritz GR am Samstagabend um 23 Uhr der Vorhof zur Hölle. Junge Menschen stehen dicht gedrängt, schreien einander in die Ohren, trinken, lachen und wippen im Rhythmus der Livemusik. Ein paar Unerschrockene tanzen. Ein junges Paar steht küssend auf einer Sitzbank. Es herrscht gute Laune. Im Viertelstundentakt schieben sich neue Gäste in die Bar. Mit jedem steigt die Stimmung nochmals an. Jetzt läuft Barkeeper Santiago Eilert (31) zu Höchstform auf. Im Akkord füllt er Biergläser, mixt Caipirinhas und schaufelt Eiswürfel in Gläser. Die Drinks schiebt er über die Theke, von wo sie über Dutzende Köpfe hinweg weitergereicht werden. Im vollgepackten Lokal im Erdgeschoss des Hotels Schweizerhof gibt es kein Durchkommen mehr. Eilert lächelt nonstop. «Ich brauche dieses Tempo», sagt der Barchef. Der gebürtige Argentinier erträgt auch in der Freizeit keine Langeweile. Dann fährt er Ski oder Velo oder bewirtet zusammen mit seiner Frau Gäste. Am Sonntag kommt der Barkeeper um fünf Uhr morgens nach Hause, «müde und gleichzeitig aufgedreht», sagt er. Viele der Barbesucher erzählen ihm von ihren Problemen mit der Frau, im Job, mit der Gesundheit. «Nichts davon verlässt die Bar», versichert Eilert. Deshalb könne man ihm alles sagen. «Regel Nummer eins muss Text: Yvette Hettinger immer eingehalten werden: Respekt.»


– Phil Hansen, Multimedia-Künstler –

«Nur wer anders denkt, verändert die Welt.»

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DER MAZDA CX-5. Wer sagt, dass man als Künstler eine ruhige Hand braucht? Indem er sein Handicap, das Zittern seiner Hand, dass über die Jahre immer schlimmer wurde, annahm, entdeckte Phil Hansen neue Wege, Kunst zu schaffen, und inspirierte Millionen.

Mit derselben Einstellung – Dinge anders machen, um sie besser zu machen – haben wir die SKYACTIV Technologie entwickelt. Sie kommt zum Beispiel im Mazda CX-5 zum Einsatz. Das Ergebnis: Ein Fahrzeug, das bezüglich Verbrauch und Leistung keinerlei Kompromisse eingeht. Entstanden ist so beispielsweise der SKYACTIV-D 150 Dieselmotor, der bei einem Verbrauch ab nur 4,6 l pro 100 km1 beeindruckende 150 PS, begeisternde 380 Nm Drehmoment und puren Fahrspass bietet. Es handelt sich um den weltweit ersten serienmässigen Motor mit einem Verdichtungsverhältnis von 14:1.

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Fakten zur Nacht

Der US-Psychologe Bill Dornhoff besitzt die grösste Traumsammlung der Welt: In seinem Archiv befinden sich 26 000 Träume.

So schläft die Welt

Wer am liebsten mit Haustier, mit Pyjama oder mit Socken schläft: Eine Umfrage in sechs Ländern zeigt kuriose Schlafgewohnheiten auf. Text: Andrea Freiermuth, llustrationen: Vesa Samalisto

Amerikaner schlafen mit mehr als zwei Kissen, lüften ihr Schlafzimmer weniger als jede dritte Woche, halten tagsüber oft ein Nickerchen von mehr als fünf Minuten, nehmen gern ihr Haustier mit ins Bett und beten vor dem Schlafengehen.

Mexikaner schlafen von allen Nationen am meisten, würden aber gern noch eine Stunde länger liegen bleiben. Sie machen ihr Bett täglich, mögen gern Jasminduft und schlafen in der Regel durch. Vor dem Schlafengehen sehen sie fern, beten oder wälzen Probleme.

Kanadier machen gern ein kurzes Nickerchen während des Tages, behalten im Bett die Socken an und schlafen am liebsten bei gezogenen Vorhängen.


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Ein Viertel der Schweizer Bevölkerung leidet an Schlafproblemen. Rund jeder Zwölfte sucht deswegen einen Arzt auf.

Viele Briten klagt über schlechten Schlaf und wachen nachts regelmässig auf. Obs vielleicht am «Schlummi» liegt, den sie sich regelmässig vor der Nachruhe hinter die Binde kippen?

Quelle: 2013 International Bedroom Poll by sleepfoundation.org

Die Deutschen sind Weltmeister im Schlafzimmerlüften: Sie mögen angenehme Gerüche, stehen aber weder auf Jasmin- noch auf Lavendelduft. Lieber ist ihnen frische Luft – vor allem, wenn es romantisch sein soll.

Japaner schlafen am wenigsten und glauben, auch nicht so viel Schlaf zu benötigen wie andere Nationen. Mit einem Kopfkissen schlafen sie relativ spartanisch, machen ihr Bett eher selten und wechseln die Wäsche oft erst nach ein paar Wochen. Dafür schlafen sie meist mit Pyjama, am liebsten allein, und für ein romantisches Ambiente bevorzugen sie die Dunkelheit.


NACHT

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Die j채hrlichen Kosten der Schlaflosigkeit werden auf rund 850 Millionen Franken gesch채tzt, davon fallen zwei Drittel als direkte Gesundheitskosten an, ein weiteres Drittel machen indirekte Kosten aus.

Bild: Alessandro Della Bella/Keystone

Nacht 체ber dem Rheintal bei Landquart.


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Einen Drittel unseres Lebens verschlafen wir.

«Dunkelheit macht uns verletzlich»

Die Nacht repräsentiert das Andere, ist unheimlich und verführerisch zugleich. Ein Gespräch mit der Kulturwissenschaftlerin Elisabeth Bronfen über den Zwiespalt der Nacht, gezähmte Monster und den Verlust der Ruhezeit.

Elisabeth Bronfen, die Nacht ist beängstigend und gleichzeitig verheissungsvoll. Woher kommt diese Ambivalenz?

Aus der Religion. In der biblischen Tradition walten in der Nacht die Mächte des Bösen. So ist der Teufel in der Dunkelheit besonders verführerisch. Gleichzeitig ist die ganze Geschichte Christi eine Nachtgeschichte: Christus wird nachts geboren, nachts kommen auch die Heiligen Drei Könige, und immer wieder finden ganz bedeutende Wunder nachts statt. Warum weisen wir der Nacht eine solche Bedeutung zu?

Es hat sicher viel damit zu tun, dass un­ sere Sehkraft in der Dunkelheit so stark eingeschränkt ist. Das macht uns ver­ letzlich und ängstlich. Christus aber ist die Verkörperung des Wortes Gottes und seiner Güte. Man hat also Gott in die Nacht eingeführt, um ihr ihre Bedroh­ lichkeit zu nehmen – und zwar in der Form Christi, der das göttliche Licht in die Nacht bringt. Sehr anschaulich dargestellt ist diese Symbolik im Pas­ sionszyklus von Rembrandt. In diesen Gemälden kommt die ganze Beleuch­ tung vom Körper Christi. Wie sah das vor dem Christentum aus?

Die vorchristliche Vorstellung ist stark durch die griechische Göttin der Nacht geprägt. Nyx ist aus dem Chaos geboren und vereint sich mit Hades, dem Gott der Unterwelt. Aus dieser Verbindung entstehen Hypnos und Thanatos – also Schlaf und Tod. Der Schlaf als kleiner Bruder des Todes.

Genau. In vielen Darstellungen hält Nyx den Schlaf und den Tod in den Armen. Dabei kommt auch ihre Mütterlichkeit zum Ausdruck. Die Nacht beschützt und bietet Ruhe zum Schlafen. Sie kann aber auch den Tod bringen. Die Nacht war schon damals zwiespältig.

Sind es Urinstinkte aus der Zeit ohne Elektri­ zität, die noch immer unsere Ängste vor der Dunkelheit antreiben? Oder gibt es heute noch Gründe, sich vor der meist hell aus­ geleuchteten Nacht zu fürchten?

Da ist einerseits das kulturelle Erbe: Dinge aus der Vergangenheit wirken nach, weil wir sie unbewusst verinner­ licht haben. Andererseits gibt es auch in unserer modernen Welt reale Bedrohun­ gen, die mit der Nacht verbunden sind. Einbrecher kommen meistens nachts, und längst nicht alle dunklen Orte sind ausgeleuchtet.

Wie hat sich die Einstellung zur Nacht im Laufe der Zeit verändert: Gibt es so was wie einen Öllampen­ oder Elektrizitätsknick?

Im Mittelalter war es dunkel. Aus jener Zeit stammt die Idee des Nachtwächters, der zur nächtlichen Orientierung die Stunden schlägt. Im Laufe des 18. Jahr­ hunderts findet dann eine Erhellung der Nacht statt. Bisher war sie dem Adel vorbehalten gewesen, der sich schon da­ mals leisten konnte, sie zu erhellen, nun demokratisierte sie sich, vorerst aller­ dings nur für das Bürgertum. Hat dieser Wandel auch Spu­ ren in Literatur und Kunst hin­ terlassen?

Haben Sie selbst Angst in der Nacht?

Oh ja. Ich könnte nachts nie über einen Friedhof gehen oder durch den Wald spazieren, nicht mal in Begleitung. Auch die Vorstellung, nachts durch ein Parkhaus zu gehen, macht mir sehr grosse Angst. Wie kommt es, dass manche Menschen, auch Frauen, das ganz entspannt tun können?

«Die Nacht beschützt. Sie kann aber auch den Tod bringen.»

Vielleicht ist es die Sozia­ lisierung. Ich bin ein sehr urbaner Mensch. Ich ken­ ne die Situation, nachts allein auf der Strasse zu sein, damit kann ich umge­ hen. Nachts allein im Wald war ich noch nie – darum kann ich mir viele schlim­ me Dinge vorstellen, die da passieren könnten.

Es gibt aus allen Sparten der Kunst Werke zur Nacht. Warum die intensive Beschäftigung mit diesem Thema?

Damit versuchen wir, die Angst vor der Dunkelheit zu bewältigen. Es ist ein Ver­ such, uns vom formlosen Nichts abzu­ grenzen – und damit auch uns selbst zu definieren.

Parallel zur Erhellung der Nacht kommt die Sehn­ sucht nach der Dunkel­ heit. Die Schwarze Ro­ mantik mit ihrer Faszina­ tion für Geister und Dä­ monen,allesamt Gestalten der Nacht.

Vampire,Werwölfe und Mons­ ter aller Art ziehen auch heute noch zahllose Zuschauer und Leser in ihren Bann. Woher kommt das?

Es ist eine Form von Be­ wältigung: Man stellt sich das plastisch vor, wovor man Angst hat. Oft spielt auch Furcht vor der Natur und unseren Trieben mit: Vampire, Werwöl­ fe und selbst Luzifer sind Zwitter­ gestalten aus Mensch und Tier. Das Ge­ fährliche und Verbotene wird dabei klar der Nacht zugeordnet. Sehr schön sieht man das bei Jekyll und Hyde: Tagsüber ist Jekyll der ordentliche Doktor, nachts das triebhafte Monster. Vielleicht ist das der Grund, warum Vampire gerade bei Kindern und Jugendlichen eine Renais­ sance erleben. Ihre Lebenswelt ist heute völlig durchstrukturiert, vom Früheng­ lisch bis zum Ballettunterricht.

Professorin und Autorin Elisabeth Bronfen (56) ist Kultur- und Literaturwissenschaftlerin, Professorin für Anglistik sowie seit 1993 Lehrstuhlinhaberin des Englischen Seminars an der Universität Zürich. 2008 verfasste sie eine «Kulturgeschichte der Nacht», in der sie sich intensiv mit der dunklen Hälfte des Tages beschäftigte. Die amerikanisch-schweizerische Doppelbürgerin lebt in Zürich. Derzeit schreibt sie an einem Kochbuch, das 2015 erscheinen wird.


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NACHT

MIGROS-MAGAZIN | NR. 44, 27. OKTOBER 2014 |

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Für die Zeitumstellung merke man sich folgende Eselsbrücke: Im Sommer stellt man die Gartenmöbel VOR das Haus, also stellt man auch die Uhren eine Stunde VOR. Im Winter räumt man die Möbel ins Haus ZURÜCK – und auch die Uhr wird eine Stunde ZURÜCKgestellt.

«Wenn uns die Dunkelheit einhüllt, können wir besser in die Fantasie abdriften.» dem Künstler erlauben, Licht zu malen. Zudem finden viele kulturelle Tätigkeiten nachts statt oder in abgedunkelten Räumen, sei es Kino, Theater oder Oper. Nicht zu vergessen das Nachtleben und die ganze Festkultur. Viele Feste finden explizit im Dunkeln statt. Manche erreichen ihren Höhepunkt sogar mit einem Feuerwerk, bei dem die Nacht zur riesigen Leinwand wird, auf der mit Licht gemalt wird. Die Nacht setzt kreative Kräfte frei. Schiller oder Virginia Woolf litten unter Schlaflosigkeit und schrieben vor allem nachts.

Elisabeth Bronfen vor ihrer Bücherwand im Englischen Seminar an der Universität Zürich. Allerdings sind viele der heutigen Monster relativ zahm: Man denke an die Teenie-Vampir-Romanzen oder Pixars «Monster’s Inc.».

Man sagt, jede Epoche hat die Kunst, die sie verdient. Vielleicht muss man auch sagen: Jede Epoche hat die Vampire, die sie verdient.

Was sagen denn die heutigen Vampire über unsere Zeit aus? Migrosmagazin.ch

LESEN SIE ONLINE Elisabeth Bronfen und Migros-Magazin-Mitarbeiter über Bücher, Filme und Musik zum Thema Nacht. Was ist Ihr Tipp?

Das ist jetzt vielleicht bösartig, aber ich sags trotzdem: Wir leben heute sehr, sehr kastriert. Alles ist geregelt und vorgeschrieben. Die ganze Welt ist vermessen. Es gibt keine Freiräume und dunklen Flecken mehr. Vielleicht ertragen wir deshalb selbst die Monster nur noch in einer kastrierten Form. Der Mensch hat dank Strom die Nacht zum Tag gemacht. Ist uns da auch etwas verloren gegangen?

Dass wir den Sternenhimmel kaum noch sehen, macht mich wehmütig. Auch weil

wir die Nacht noch immer brauchen, als Gegenpol zum Tag. Nachts verarbeitet unsere Psyche das Erlebte, und der Körper kann sich im Schlaf erholen. Wir können nicht einfach immer nur leisten und produzieren. Der Tag ist ohne die Nacht nicht denkbar, der Morgen nicht ohne den Abend. Dabei ist gerade auch die Übergangszeit vom Tag in die Nacht wichtig. Die Dämmerung ist die Zeit für Wandel und Klärung. All die Erschöpfungskrankheiten unserer Zeit haben wohl auch mit dem Verlust der Nacht zu tun. Es ist ja nicht nur so, dass wir jederzeit alles können, auch andere können jederzeit etwas von uns wollen. Welche Kulturleistungen haben wir der Nacht zu verdanken?

Die Wichtigste ist wohl die Erzeugung von Licht, vom Lagerfeuer bis zur LEDLeuchte. Und dann jede Form von Kunst, die mit Licht zu tun hat. Die Malerei etwa beginnt mit Nachtbildern, weil sie

Kafka und E.T.A. Hoffmann gehören auch dazu. Beide hatten eigentlich ein schrecklich langweiliges Leben und haben nachts diese irrsinnigen Texte geschrieben. Die Nacht regt einerseits die Vorstellungskraft an, anderseits fördert sie die Kreativität, weil es ruhig ist und man weniger abgelenkt wird. Arbeiten Sie auch nachts?

Ich schlafe unheimlich gern und bin eher ein Morgenmensch. Allerdings feile ich nachts oft gedanklich an meinen Texten. Am Morgen stehe ich dann auf und schreibe das Gedachte nieder. Sie arbeiten derzeit an einem Kochbuch. Entsteht das auch im Bett?

Ich habe Hunderte von Kochbüchern zu Hause, und die nehme ich tatsächlich oft mit ins Bett. Das ist meine Pornografie, wenn Sie so wollen: Ich lese sie, stelle mir die Gerichte und Gewürze vor – und das versetzt mich dann jeweils in einen glücklichen Schlaf. Interview: Andrea Freiermuth Ralf Kaminski Bilder: Marco Zanoni

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Vorsicht, es spukt!

Die Nacht ist die Zeit der Gespenster. Wir haben Orte besucht, die immer wieder im Text: Ralf Kaminski, Bilder: Kuster Frey Zentrum unheimlicher Geschehnisse stehen.


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Wer nachts noch im Schächbelerwald bei Ruswil LU unterwegs ist, sollte sich vorsehen – besonders wenn er sich dem alten Waldkreuz nähert. Denn dort stand einst die «Höugetanne» gleich beim Friedhof, auf dem die Selbstmörder begraben wurden. Schon manch später Wanderer soll dort um Mitternacht dem Teufel in Gestalt eines schwarzen Hundes begegnet sein. Wer ihn sieht, sagt man, kann sich einen Tag lang nicht mehr bewegen, und seine Seele gehört dem Fürsten der Finsternis.


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Die Via Mala, der «böse Weg», ist eine düstere, sechs Kilometer lange Schluchtenlandschaft, nicht weit von Thusis GR. Sie war einst eine wichtige und berüchtigte Wegverbindung über die Alpen und wurde schon von den Römern genutzt. Den schauerlich steilen Felswänden dürften im Lauf der Jahrhunderte unzählige Reisende zum Opfer gefallen sein – arme Seelen, deren Schreie man in unruhigen Nächten noch immer zu hören vermeint.

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In den unheimlichen Wäldern zwischen dem Vierwaldstätter- und dem Sempachersee gibt es viele verwunschene Orte, wo vorzeitiger Tod und nicht erfülltes Leben unruhig weiter wirken. Dieser Gedenkstein steht im Huebschürwald nahe der Landstrasse, die von Hellbühl nach Hueb LU führt. Er erinnert an die ledige Frau Heini vom Weiler Wil, die hier auf dem Kirchgang verunglückt sein soll. Der Ort sollte vor allem nachts gemieden werden, heisst es.

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Am Bözberg bei Linn AG steht diese rund 800 Jahre alte Linde, die älteste der Schweiz. Angeblich wurde sie über einem Pestgrab gepflanzt, um die Menschen der Region vor dem Schwarzen Tod zu schützen. Heute berichten Spaziergänger ab und zu von einem weissen Licht in Gestalt einer jungen Frau, das nach Einbruch der Dunkelheit im Geäst der Linde auftaucht. Solche Weissen Frauen erscheinen auch an anderen Spukorten gelegentlich. Sie gelten in der Regel nicht als gefährlich, ihr Erscheinen kündigt jedoch oft Todesfälle in der Familie an.


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NR. 44, 27. OKTOBER 2014 | MIGROS-MAGAZIN |

In dunklen Novembernächten brausen die Seelen der unerlösten Toten als Sturmwind durch die Lüfte und tauchen an bestimmten Orten als geisterhafte Lichter auf. Mit Gebeten und Opferlichtern können sie von ihrer Pein erlöst werden. Deshalb gibt es an vielen Orten Kapellen, in denen für sie Kerzen brennen, so wie in der St. Nikolauskapelle an einem Fussweg von Ruswil nach Sigigen LU. Späte Wanderer sollen hier auch schon kopflosen Gestalten begegnet sein – und einem schwarzen Hund, aus dessen Stirn ein einziges feuriges Auge glühte.

www.migrosmagazin.ch

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Quelle: Orte des Grauens in der Schweiz von Hans Peter Roth und Niklaus Maurer. AT Verlag 2006, erhältlich bei Exlibris für Fr. 28.70.

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Kinder und Haustiere, sagen Schweizer Umfrageteilnehmer, stören ihren Schlaf häufiger als Verkehrslärm oder Kirchenglocken.

«Wofür würden Sie mitten in der Nacht aufstehen?»

Der Schlaf ist den meisten Menschen heilig. Trotzdem gibt es gute Gründe, nachts aus den Federn zu steigen. Martin von Wyl (33), Marketingfachmann aus Zug

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Yvonne Hunziker (51), Hausfrau und kaufmännische Angestellte aus Boniswil AG

«Als die Kinder klein waren, bin ich nachts ständig für sie aufgestanden. Jetzt sind sie Teenager, oft stehe ich rasch auf, wenn sie vom Ausgang heimkommen.»

Bernadette Häfliger (49), Kinderkrankenschwester aus Zug

«Für ein wichtiges Fussballspiel. Bei der EM 2012 in der Ukraine war ich in Japan und verfolgte das Final ab halb vier Uhr morgens. Für den Vierzu-null-Sieg von Spanien über Italien hat es sich auf jeden Fall gelohnt.»

«Für eine Nachtwanderung. Das macht doch Spass. Früher bin ich oft auf Hochtouren gegangen. Da muss man praktisch in der Nacht aus den Federn.»

Franz Hänggi (80), pensionierter Marine-Chefingenieur aus Aarau

Simone Koller (21), Studentin aus Seon AG

«Für meinen Freund würde ich auch nachts eigentlich alles machen: Hätte er Hunger, würde ich ihm noch Spaghetti kochen.»

«Als Ingenieur auf grossen Schiffen habe ich die ganze Welt bereist. Ich hatte jeweils vier Stunden tagsüber und vier Stunden nachts Dienst. Heute würde ich nur noch mitten in der Nacht aufstehen, wenn die Hütte brennt.»


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Die Aminosäure Tryptophan fördert die Produktion des Schlafhormons Melatonin. Lachs, Soja, Kirschen, Nüsse und Milchprodukte enthalten besonders viel Tryptophan und sind dadurch ideale Bettmümpfeli.

Martha Grütter (87), Pensionierte aus Zug

«Wenn ich nachts seltsame Geräusche höre, macht mir das schon etwas Angst. Aber ich weiss, dass ich jederzeit meine Nachbarn anrufen kann.»

«Wovor haben Sie nachts Angst?»

Seltsame Geräusche, finstere Gestalten: Wenn es dunkel wird, kommen viele Ängste hoch.

Michèle Felber (25), Studentin und Barkeeperin aus Cham ZG

«Hie und da bin ich erst morgens auf dem Heimweg. Wenn es noch dunkel ist, kann es mal vorkommen, dass ich ein ungutes Gefühl bekomme.»

Christian Derendinger (23), Student und Strassenmusiker aus Freiburg

«Ich habe viele Ängste. Eine schlimme Vorstellung ist, dass sich mein Mitbewohner sturzbetrunken zu mir ins Bett legt und mich mit seiner Freundin verwechseln könnte. Oder dass mich im Bett plötzlich eine kalte Hand am Fuss packt.»

Scannen Sie diesen QR­Code und sehen Sie im Video, was an einem ganz normalen Freitagmorgen um fünf in Zürich los ist.

Barbara Gubler (30), Primarlehrerin aus Aarau

«Ich fürchte mich vor unheim­ lichen Geräuschen. Zu Hause er­ schrecke ich, wenn der Holzboden knarrt oder eine Tür quietscht. Bin ich draussen spät unterwegs und höre ich Schritte, sehe ich mich nach dunklen Gestalten um, die mich verfolgen könnten.»

Alexandra Manser (25), Studentin und Informatikerin aus Baar ZG

«Mulmig wird mir, wenn ich finsteren Gestalten begegne. Deshalb bin ich oft mit dem Hund unterwegs. Der beschützt mich.»

Umfrage: Yvette Hettinger, Monica Müller, Bilder: Paolo Dutto, Mirko Ries


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Nacht für Nacht geben wir mindestens einen halben Liter an Flüssigkeit ab. Ein Teil der Feuchtigkeit wird über den Atem abgeleitet, ein Grossin die Schlafkleidung und ins Bett. In zehn Jahren fliessen so schätzungsweise 1200 Liter Schweiss in die Matratze, was etwa acht gefüllten

1 1. Martha Wigger von Xenia Bern kündigt sich telefonisch bei ihrer nächsten Klientin an. 2. Eine Thai in ihrer Arbeitskleidung. So empfängt sie ihre Kunden in der angemieteten Wohnung. 3. Zum Haus mit den roten Lämpchen kommen die Freier in der Regel zu Fuss und klingeln bei der gewünschten Frau.

30 Jahre Xenia Das fünfköpfige Team der Fachstelle Sex­ arbeit Xenia Bern berät Sexarbeitende, Behörden und BetreiberInnen in Gesundheits-, Finanz- und psychologischen Fragen. Die Arbeit der Beratungsstelle umfasst zudem die aufsuchende Sozialarbeit: Damit wird Xenia im Sexgewerbe bekannt gemacht, erste Kontakte werden hergestellt und eine Vertrauensbasis geschaffen. Die Beratungsstelle engagiert sich in kantonalen Arbeitsgruppen und leistet politische Arbeit. Mit einer Benefizgala feiert die Fachstelle Sexarbeit Xenia am 1. November 2014 das 30-jährige Bestehen. www.xeniabern.ch

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teil gelangt jedoch über die Haut Badewannen entspricht.

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Der Engel im Rotlichtmilieu

Martha Wigger, Sozialarbeiterin der Fachstelle Sexarbeit Xenia, ist oft bei Dunkelheit unterwegs: Dann, wenn in Salons und Cabarets Hochbetrieb herrscht.

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n Martha Wiggers Handgelenk baumelt ein violettes Säckli mit Präservativen und Broschüren. Das sind ihre Accessoires für die nächt­ liche Tour durch die Welt der nackten Haut, Leuchterketten und Satinbetten. Martha Wigger (57) ist zurück an der Basis. Seit 18 Jahren arbeitet sie bei Xenia, jahrelang hat sie sich als Leiterin der Fachstelle Sexarbeit um Administra­ tives gekümmert und Öffentlichkeits­ arbeit gemacht. Nun hat sie die Leitung abgegeben und kann sich wieder auf die Beratung und die «aufsuchende Sozialarbeit» konzentrieren. Das heisst: Martha Wigger besucht die Sexarbeite­ rinnen in der Kontaktbar, im Etablisse­ ment oder im Cabaret. Beim Eindunkeln steht im Berner Lorraine­Quartier ein Besuch bei Mia (32) an, der Betreiberin einer Tant­ ra­Massage­Praxis. Bereits im Treppen­ haus riecht es nach Rosenöl. Mia be­ grüsst Martha Wigger mit drei Küsschen auf die Wange und bittet sie ins Warte­ zimmer der kleinen Wohnung. Auf dem Sofa sitzen drei junge Frauen in kurzen Röcken, vor ihnen sieben Handys. «Die

meisten Kunden rufen aber aufs Festnetz an, weil sie uns über das Internet fin­ den», bemerkt Mia. Sie hat perfekt ma­ nikürte rosa Nägel, beim Blinzeln glit­ zern Strasssteinchen hinter ihren Wim­ pern hervor. «Meine Sekretärin», sagt Mia grinsend und zeigt auf Martha Wig­ ger. Diese streicht ihr in einer liebevol­ len Geste über den Arm und lacht mit rauchiger Stimme. Die Fachstelle Xenia hilft Mia bei den Arbeitsbewilligungen für ihre Frauen, bei der Steuererklärung und anderen Formalitäten. Mia kommt ursprünglich aus Tschechien und lebt seit zehn Jahren in der Schweiz. Obwohl sie perfekt Deutsch spricht, nimmt sie gern die Hilfe von Xenia in Anspruch. Jede Frau aus der EU, die im Sex­ gewerbe arbeitet, muss eine Arbeits­ bewilligung haben. Im Kanton Bern bedeutet das: Die Sexarbeiterinnen müssen zu einer Befragung bei der Frem­ denpolizei antraben und einen Business­ plan vorlegen. Darin muss die Frau ihren beruflichen Hintergrund darlegen, ein provisorisches Budget erstellen und Angaben über ihre sexuellen Dienstleis­

tungen machen. Martha Wigger sugge­ riert mit einer Scheibenwischergeste vor dem Gesicht, dass sie davon nicht viel hält. Trotzdem unterstützen sie und ihre Xenia­Kolleginnen die Sexarbeiterinnen im Kanton Bern bei der Administration. Heute will sie von Mia wissen, ob ihre Frauen wenigstens am gleichen Tag der Befragung die Arbeitsbewilligung be­ kommen. «Und wenn das nicht so ist, rufst du mich an.»

Viele der Sexarbeiterinnen sind alleinerziehende Mütter An der Wand hängt der Arbeitsplan, er ist schon bis Ende 2015 gemacht. Dane­ ben Sätze auf Deutsch, damit die Frauen mit den Kunden am Telefon in gutem Deutsch sprechen: «Ich freue mich auf dich» oder «Ich denke an dich». Mia beschäftigt sieben Frauen, die sich in Gruppen organisieren: Vier bis fünf Wochen arbeitet die eine Gruppe in der Schweiz, dann gehen alle nach Hause zu ihren Familien in die Slowakei oder Tschechien, und die andere Gruppe kommt. Clara zum Beispiel, die eigent­ lich anders heisst, ist geschieden und


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Glühwürmchen leuchten effizienter als jede Energiesparlampe.

Frauen tragen bei der Massage nur ihr Unterhöschen. «Gerade behinderte Männer sind extrem dankbar, dass es uns gibt. Sie gehen glücklich nach Hause und freuen sich, dass sie eine schöne Frau berühren durften», sagt Mia. Auf ihr Team ist sie stolz. «Alle haben bei uns das Herz am richtigen Fleck. Wir sind hier keine Fabrik. Ich lege viel Wert auf Menschlichkeit.» Weiter geht es mit dem Taxi. Als Martha Wigger dem Chauffeur die Adresse nennt, weiss dieser sofort Bescheid. Er grinst und murmelt: «Das ist schön, das ist wunderbar.»

Notfalls verständigen sich die Frauen mit Händen und Füssen

Mia aus Tsche­ chien leitet ein Massagestudio und lässt sich von Xenia bei den Arbeitsbewilli­ gungen helfen.

kommt aus der Slowakei, sie hat zu Hause elfjährige Zwillinge, die von ihren Eltern betreut werden. «Viele Sexarbeiterinnen sind alleinerziehende Mütter», sagt Martha Wigger. «Manchmal haben sie nur zwei Optionen: arm bleiben oder sich und ihren Kindern durch den Verdienst als Sexarbeiterin ein besseres Leben ermöglichen.» Die meisten EUFrauen würden sechs Monate pro Jahr in der Schweiz ihre sexuellen Dienste anbieten. Wie viel Geld ihre Angestellten nach einem Monat mit nach Hause nehmen, will Mia nicht verraten. Mias Massagepraxis hat täglich von 9 bis 22 Uhr geöffnet und ist auf Senioren und Behinderte wie SkoliosePatienten oder Prothesenträger spezialisiert. Für sie kostet eine einstündige Massage «mit Happy End» nur 200 statt 250 Franken. Geschlechtsverkehr ist tabu, die Frauen zu berühren ist erlaubt, aber nicht im Intimbereich. Mias

Später am Abend, auf der anderen Seite der Stadt, vor zwei Häusern mit blinkenden roten Lampen. Unbeeindruckt steht Martha Wigger im schummrigen Hauseingang und läutet bei einem Thai-Salon. Neben jeder Klingel hängen bunte Fotos. Teresa aus Ungarn, 2. Stock. Maki aus Thailand, 3. Stock. Heisse Rumänin, mollig, 4. Stock. «In den Ferien», steht über einer Klingel geschrieben. Im Treppenhaus blinkt es, an jeder Tür hängen Bilder von nackten Frauen, die Dienstleistungen stehen klipp und klar angeschrieben. «Mindestpreis 100 Franken, sonst musst du gar nicht klingeln», steht da oder: «Ich bin sicher, du wirst meinen Arsch vermissen. Kiss.» Zwei Thailänderinnen mittleren Alters öffnen Martha Wigger die Tür. Die drei kennen sich. Eine der Frauen spricht nur Thai und ein wenig Italienisch. Martha Wigger macht das nichts aus: «Französisch und Italienisch gehen. Nur bei Thai und Ungarisch habe ich keine Ahnung. Notfalls verständigen wir uns mit Händen und Füssen», sagt sie und kramt aus ihrer Tasche ein Dokument für eine der Frauen. Angaben für die Krankenkasse. Eine Mitarbeiterin von Xenia, die Thai spricht, hat eine Erklärung dazugeschrieben. «Sehen wir uns zum Essen nächste Woche?», fragt Martha Wigger und zündet sich eine Zigarette an. Die Frauen nicken eifrig. Ein Mal im Monat treffen sich die Xenia-Angestellten mit den Sexarbeiterinnen und ihren Freunden zum Essen. Dass die beiden Thaifrauen in dieser Wohnung auch schlafen, findet Martha Wigger nicht ideal. «Wenn ich im Büro schlafen würde, könnte ich mich auch nicht abgrenzen», sagt sie und zuckt mit den Schultern. «Ist halt eine Frage des Geldes.» Die beiden Frauen sitzen auf dem Bett, eine trägt nur einen Bademantel.

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Sie starren auf den Fernseher, eine thailändische Seifenoper. Auf einem weiteren Bildschirm neben dem Fernseher können die Frauen beobachten, was im Treppenhaus passiert. Ein Schatten huscht an der Kamera vorbei. Es klingelt. «Geh, ein Kunde!», sagte Martha Wigger und deutet der Frau, die Tür aufzumachen. «Ich will die Frauen auf keinen Fall vom Arbeiten abhalten», erklärt sie. Der Kunde scheint nicht überzeugt zu sein, verschwindet wieder. Unten im Hauseingang schlurft ein älterer Mann unschlüssig herum. Er studiert die Klingelschilder. Eine dunkelhäutige Frau vom Haus nebenan beugt sich aus dem Fenster und ruft: «Hallo, Schatzi!». Der Mann schenkt ihr keine Beachtung und macht sich davon. In der Zwischenzeit ist ein junger Mann Mitte 20 um die Ecke gebogen. Er geht zielstrebig zu den Klingelschildern, drückt. Der Türsummer ertönt.

Das Cabaret finanziert sich durch den Konsum von Alkohol Kurz vor Mitternacht in der Innenstadt, ein Cabaret. Enrique Iglesias dröhnt aus den Boxen, eine leicht bekleidete, blonde Frau schmiegt sich ausdruckslos an die Tanzstange, vier Frauen sitzen an der Bar und klatschen artig für ihre Kollegin. Daneben ein paar Männer vor einem Bier. Hier trifft Martha Wigger den Berater der Geschäftsleitung des Clubs. Daniel, gross und korpulent, trägt ein dunkles Jackett und hat einen angenehmen Händedruck. Martha Wigger schiebt sich durch den Fadenvorhang in eine der Sitzlounges. «Wir von Xenia sehen die Betriebsleiter von solchen Clubs nicht als Schweinehunde, sondern als normale Geschäftsinhaber. Eine gute Beziehung zu ihnen erleichtert auch den Zugang zu den Frauen.» Die Frauen hier im Cabaret stammen hauptsächlich aus der Ukraine und der Dominikanischen Republik, haben einen Monatsvertrag, bekommen 4780 Franken brutto und Umsatzbeteiligung. Viele davon seien Akademikerinnen und hätten «einen faulen Mann daheim», sagt Daniel. Das Cabaret finanziert sich durch den Alkoholkonsum, Champagner gibt es hier ab 190 Franken, der teuerste kostet 3600. Die Cabaret-Kunden sind durchschnittlich 40 Jahre alt, kommen allein oder mit Kumpels. «Die Männer wollen Erotik, tätschle, schmüsele oder einfach mal ihre Sorgen loswerden.» Genau diese Sorte Männer stirbt Daniel zufolge aber langsam aus. Seit der Finanzkrise 2007 hätten die Männer weniger «Spielgeld» zur Ver-


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Viele der Sexarbeiterinnen schlafen auch am Arbeitsplatz.

«Die Arbeit der Sexarbeiterinnen soll gesellschaftlich anerkannt werden.» Martha Wigger

fügung. Und das reichhaltige Angebot ist mit schuld. «Wer einen Saunaclub hat, verdient mehr. Im Cabaret kriegt man keinen Sex und zahlt mehr», sagt Daniel. Dort würden auch bekannte Politiker und Sportler verkehren. Daniel lässt sich gern in eine Diskus­ sion über das Sexgewerbe verwickeln. Ihn stört vor allem die Doppelmoral, mit der es betrachtet werde. «Es ist doch verlogen, wenn man beispielsweise einen Banker besserstellt als eine Sex­ arbeiterin», findet er. Martha Wigger nickt. Sie versteht die Kriminalisierung des Gewerbes nicht. Die Arbeit der Sex­ arbeiterinnen soll gesellschaftlich aner­ kannt werden, findet sie. Die Forderung der deutschen Feministin Alice Schwar­ zer, Prostitution zu verbieten, ist für sie absurd. «Sexarbeit ist eine Realität. Unsere Aufgabe ist es, die Arbeitsbedin­ gungen der Sexarbeiterinnen zu verbes­ sern.» Für Martha Wigger ist das am wichtigsten, was für die Frauen Priorität hat. Sei das die Steuererklärung, Aids­ prävention oder Trost spenden, wenn eine Frau ihre Kinder vermisst. Dass Sexarbeiterinnen auch zu ihrer Tätigkeit gezwungen werden, sei leider auch eine Realität. «Aber das ist prozen­ tual eine kleine Minderheit. Diese Frauen begleiten wir, wenn sie einverstanden sind, zur zuständigen Fachstelle oder helfen ihnen, nach Hause zu kommen.» Wenigstens komme es immer häufiger vor, dass sich Frauen gegen ungerecht­ fertigte Kündigungen der Vermieter zur Wehr setzen. Das ist einer von vielen Verdiensten von Xenia, auf die Martha Wigger stolz ist. Text: Silja Kornacher Bilder: Fabian Unternährer

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Der Begriff Nacht der langen Messer stammt aus dem Mittelalter und bezeichnet ursprünglich Gräueltaten. In der Neuzeit wird er auch für politische Schachzüge verwendet. In der Schweiz steht der Begriff seit der orchestrierten Wahl von Bundesrat Otto Stich im Jahr 1983 für die Nacht vor der Bundesratswahl.

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DER HAUSMANN

Reisen in der Finsternis Bänz Friedli mag Halloween.

Milde Herbstsonne wärmt schon am Morgen des letzten Oktobertags Veranden und Hinterhöfe, die Nachmittagshitze erreicht 86 Grad Fahrenheit, rund 30 Grad Celsius, und die Nacht wird lau. Die ganze Stadt ist dann in orangefarbenes Licht getaucht, aus finsteren Winkeln lugen leuchtende Fratzen hervor. Girlanden und Lichterketten wogen im Wind, die hölzernen Giebel knarren. Eine warme Brise weht vom Golf von Mexiko her über den Deich am Mississippi, treibt trockene Grasbüschel über die Strassen, lässt leere Bierbüchsen scheppern, und fern kreischt die alte Strassenbahn, die der Schriftsteller Tennessee Williams einst «A Streetcar named Desire» taufte. Zauberhaft gespenstisch, geisterhaft schön: Halloween in New Orleans, wo wir einige Monate verbrachten, als die Kinder klein waren. Wie wunderbar das war! Laternenlicht flackerte, vor dem Haus wankte die Vogelscheuche. Unser Hans, eben vier geworden, hatte zum ersten Mal mitgeholfen, einen Kürbis auszuhöhlen und in dessen Rinde ein Gruselgesicht zu schnitzen. Das Werkzeug dazu, gekauft für 4.99 Dollar im Sav-A-Center, einem lokalen Supermarkt, hat bis heute überlebt, wir werden es diese Woche wieder zücken, werden den Balkon mit künstlichen Spinnweben vergruseln. Und Sie verstehen nun vielleicht, weshalb ich mich nicht mitempören mag darüber, dass wir

«Aus dunklen Winkeln leuchten Fratzen.» «aber auch jeden Scheiss aus Amerika» übernähmen, wie eine Leserin schrieb. Halloween ist ohnehin europäischen Ursprungs. Zunächst wars ein Totenfest der Kelten zum ersten Wintertag am 31. Oktober. Aus Angst vor untoten Toten, die in dieser Nacht zurückkehren könnten, verkleideten sich die Menschen selber zu Monstern. Um dem heidnischen Treiben entgegenzuwirken, datierte die katholische Kirche darauf ihr Allerheiligen auf den 1. November. Wodurch Halloween zu seinem Namen kam: Abend vor Allerheiligen, Englisch All Hallows’ Eve. Von Irland gelangte der Brauch in die USA, und dass er von dort nun zurückgekehrt ist, soll mir recht sein. Ich werde mir bei Starbucks einen Becher Americano-Kaffee holen, eine CD von Bobby Charles einlegen und eintauchen. Mich erinnern.

In der Zeitung «Times Picayune» schrieb ein Kolumnist, der dort täglich aus seinem Familienalltag berichtete, er und die Kinder hätten eigens das Haus dekoriert. Jeder wusste, wo er wohnte. Und wirklich: Die Veranda an der Magazine Street war an jenem Abend bunt erleuchtet. Eine Karnevalsclique zog mit geschmückten Wagen Funken sprühend durchs Dunkel der St. Charles Avenue, und mir wurde bewusst, dass der Tag ohne Nacht keiner wäre, dass Licht und Finsternis sich bedingen. Vielleicht wird dies nirgends deutlicher als im südlichen Louisiana, wo Vergänglichkeit das Werden umschlingt, wo in den Sümpfen aus Moder und Fäulnis fortwährend neues Leben erwächst, wo neben abgestorbenen Zypressenstümpfen die Luftwurzeln neuer Bäume aus dem Wasser ragen. Ein Begräbnis gerät hier zum ausgelassenen Fest, weil sie im Tod das Leben feiern. Das ganze Jahr über wuchert und spriesst es, mächtige Eichenwurzeln sprengen den Asphalt und die Trottoirs, die Natur ist auf dauernder Rückeroberung des Stadtgebiets, manche Strassen sehen aus wie grüne Tunnel. Und ich mittendrin. Solche Kopfreisen unternehme ich öfter, nachts. «A Streetcar named Desire», das Drama aus New Orleans, heisst auf Deutsch übrigens: «Endstation Sehnsucht». Bänz Friedli live: 29. 10., Baar ZG

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Silvester im Piemont

Silvester in Stuttgart

Silvester an der Côte d'Azur

Piemont - eine Reise ins Feinschmeckerparadies am «Fuss der Berge»! Fernab von jedem Massentourismus erleben Sie hier das echte Italien. Geniessen Sie die letzten Tage im Jahr mit schönen Aussichten, romantischen Kirchen, märchenhaften Burgen und lassen Sie sich von einer ausgezeichneten Küche verwöhnen. Die sanfte Hügellandschaft wird all Ihre Sinne verzaubern!

Verabschieden Sie das alte Jahr und feiern Sie das neue in der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart. Mit einem Ausflug in das schwäbische Versaille Ludwigsburg wird die Reise abgerundet. Erleben Sie zum Abschluss des Jahres vier unvergessliche Tage!

Die traumhafte Küstenregion zwischen Saint-Tropez und Menton ist so vielseitig wie kaum ein anderes Gebiet Frankreichs: die von der Sonne verwöhnte Côte d'Azur wird sowohl von Kunstliebhabern als auch von Landschafts- und Naturgeniessern gleichermassen geschätzt. Malerisch ist das alte Cannes am Hang des Suquet gelegen. Ein überaus mildes Klima, eine üppige subtropische Vegetation und der prächtige Strand haben Cannes zum Urlaubertummelplatz ersten Ranges gemacht.

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LEISTUNGEN Reise in luxuriösem 5-Sterne-Car ● 3 Übernachtungen mit Frühstücksbuffet ● 2 Abendessen ● Silvester-Galadiner mit Live-Musik und Tanz ● Stadtrundfahrt/-gang in Stuttgart und Ludwigsburg ● Eintritte und Besichtigungen gemäss Programm

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LEISTUNGEN ● Reise in luxuriösem 5-Sterne-Car ● 3 Übernachtungen mit Frühstücksbuffet ● 2 Abendessen ● Silvester-Galadiner inkl. Getränke, Musik und Tanz ● Stadtrundfahrt/-gang in Nizza ● Eintritte und Besichtigungen gemäss Programm HOTEL Hotel Novotel, Cannes (off. Kat. ****) EINSTEIGEORTE Zürich *, Basel, Kallnach*, Olten, Biel, Bern *Parkmöglichkeiten

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Die Preise gelten bei Buchung über www.marti.ch. Andere Buchungsstellen erheben in der Regel eine Auftragspauschale. Es gelten die allgemeinen Reise- und Vertragsbedingungen der Ernst Marti AG.


NACHT Kinder, denen regelm채ssig eine Gutenachtgeschichte vorgelesen wird, zeigen sp채ter bessere Leistungen in der Schule und lesen lieber als Kinder, die dieses Ritual nicht kennen.

Ein Supermarkt erwacht

Knapp 7000 Kundinnen und Kunden gehen in der Migros-Filiale Claramarkt in Basel jeden Tag ein und aus. Damit sie alles finden, was sie suchen, m체ssen einige Mitarbeiter fr체h aus den Federn.


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NACHT

MIGROS-MAGAZIN | NR. 44, 27. OKTOBER 2014 |

Schlafentzug ist eine beliebte Foltermethode.

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In der Antike erklärte man sich den Schlaf mit dem Aufsteigen von giftigen Dämpfen aus dem Magen in das Gehirn.

D

onnerstag, halb fünf Uhr morgens am Claraplatz in Basel: Lautstark beseitigt die Strassenreinigung die Spuren der Nacht. Leicht bekleidete Damen stehen schweigend auf dem Trottoir und hoffen auf einen letzten Kunden vor Tagesanbruch. Und als ein paar Betrunkene ihr Delirium zum Früh-

schoppen tragen und mit ihrem Elend die nächtliche Betriebsamkeit übertönen, quietscht das erste «Drämmli» um die Kurve. Mitten in der Szenerie liegt die Migros Claramarkt im vermeintlichen Tiefschlaf. Doch auch wenn das orange M noch nicht leuchtet – im Untergrund ist die Filiale längst erwacht.

5.07 Uhr:

Hausbäckerei am Werk. Kurz nach halb sechs stapeln sich die frischen Backwaren in den Regalen, und die Bäcker kneten unermüdlich weiter. Das wird aber nicht alles im «Claramarkt» verkauft? «Klar doch», berichtet ein Mitarbeiter nicht ohne Stolz und schiebt ein weiteres Blech in den Ofen. «Und tagsüber backen wir laufend noch mehr frische Brote.»

Ein Fotograf und eine Journalistin des Migros-Magazins klopfen an das grosse Tor der Rampe am Teichgässlein. Ein zierlicher Mann öffnet lächelnd die Tür. Es ist Thiyagarajah Nagaratnam, der gut gelaunt den ersten Lastwagen mit frischem Obst, Gemüse, Fleisch und Käse auslädt. Herr Thya, wie er der Einfachheit halber genannt wird, arbeitet seit 20 Jahren im «Claramarkt». Dass seine Schicht jeden Morgen um fünf Uhr beginnt, macht ihm absolut nichts aus. «Ich brauche nicht mal einen Wecker, meine innere Uhr weckt mich», erzählt er fröhlich und befördert nebenbei sorgfältig und flink Palette um Palette mit dem Gabelstapler in den Lift. Das Grünzeug kommt in die Frischeabteilung, belegte Brötchen und Schinkengipfel müssen in die Gourmessa, Schnittblumen zu Florissimo und die Dessertwaren ins Restaurant.

5.34 Uhr:

Es ist gespenstisch ruhig zwischen dem Guetsliregal und den Gewürzen. Lift und Rollband stehen still, nichts bewegt sich, einzig die Kühltheken surren leise. Doch plötzlich, wie aus dem Nichts, zeichnet sich eine Gestalt im Eingangsbereich ab. Ein Geist? Nein, ein Security-Mitarbeiter. Er sei die ganze Nacht hier gewesen, erzählt er, seine Schicht beginne jeden Abend um 22 Uhr. Ob denn etwas Spezielles passiert sei, wollen wir wissen. «Nein, es passiert eigentlich nie etwas. Nur draussen vor der Tür, da ist in dieser Gegend immer einiges los.» Wir lassen den Mann den letzten Rundgang vor Dienstschluss machen und folgen Herrn Thya mit neuer Ware im Lift ins Untergeschoss. Kaum schieben sich die Türen auseinander, verzückt uns der herrliche Duft von frisch gebackenem Brot. Schon seit 3 Uhr sind die Mitarbeitenden der

6.00 Uhr:

Vorbei ists mit der Ruhe. Pünktlich schaltet sich das Radio ein und begrüsst die neu eintreffenden Mitarbeiter mit einem Lied von Cat Stevens. «Just relax, take it easy», trällert der Sänger. Nur: Ganz so easy können es hier nicht alle nehmen. Ein Lernender wandelt mit gar kleinen Augen durch die Filiale. «Ich finde das frühe Aufstehen furchtbar», klagt er mit belegter Stimme, «ich muss abends um halb zehn ins Bett, damit ich morgens um sechs einigermassen fit bin.» Gestern hat das wohl nicht geklappt. Wir haben Mitleid, schliesslich geht es uns genauso. Doch um müde zu sein, bleibt keine Zeit. Plötzlich tauchen von überallher Mitarbeitende auf, welche die von Herrn Thya in der ganzen Filiale verteilte Ware verarbeiten. Regale werden aufgefüllt, Gemüse und Früchte sortiert. Jeder Handgriff sitzt, ruhig und speditiv wird getan, was getan werden muss. Und es gibt viel zu tun, bevor die ersten Kunden um halb neun die Filiale betreten.

6.29 Uhr:

Nachschub! Die erste Ladung ist noch nicht verarbeitet, da fährt bereits der nächste Lastwagen an die Rampe, um noch mehr Nahrungsmittel zu liefern. Unfassbar, was die Kleinbasler an einem Tag alles essen mögen. Herr Thya stellt die Paletten ab, wo immer sich noch


NACHT

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NR. 44, 27. OKTOBER 2014 | MIGROS-MAGAZIN |

Gemäss einer Umfrage der Universität Zürich haben von 100 Befragten bloss 14 jede Nacht geträumt. Tatsache ist: Alle Menschen träumen im Schlaf. Nacht für Nacht. Aber nicht alle erinnern sich daran.

beginnen unterdessen die Dekorationsarbeiten. Eine Mitarbeiterin kleidet eine Schaufensterpuppe ein.

7.30 Uhr:

Langsam sieht der «Claramarkt» aus, wie man ihn kennt. Die Floristin hat sämtliche Blumenkisten ausgepackt, der frische Fisch liegt ordentlich auf dem Eisbett, und überall riecht es herrlich nach Essen. Wir könnten unterdessen eine Kuh verspeisen, so hungrig sind wir vom frühen Aufstehen und Zuschauen und Staunen. Und deshalb fragen wir eine Gourmessa-Verkäuferin, ob sie selbst auch gern mal ein Schnittchen stibitzt. Sie lacht und erzählt: «Anfangs dachte ich, ich würde bei dieser Arbeit garantiert an Gewicht zulegen, aber ganz ehrlich: Wenn du den ganzen Tag den Duft von Torten und frischem Poulet in der Nase hast, hält sich der Appetit in Grenzen.» Wir können das nicht verstehen.

8.02 Uhr:

Staubsaugerlärm im Erdgeschoss. Die Kassiererinnen reinigen ihre Kassen. Die ganzen Brösmeli vom Vortag werden aus den Ritzen gesaugt, der Mülleimer entleert, das Warenband feucht abgerieben. Dann holen die Damen im Tresor ihre Geldkassetten, mit denen sie ab halb neun einkassieren werden. Die Stimmung ist deutlich gelassener als noch vor zwei Stunden. Es scheint, als würden sich nun alle darauf freuen, endlich die ersten Kunden zu begrüssen. Die letzten Produkte in den Regalen werden schön ausgerichtet, die letzten Kisten entsorgt. Um 8.15 Uhr treffen die ersten Kunden ein.

8.30 Uhr:

Platz findet, kurzzeitig sieht es für uns Externe nach totalem Chaos aus. Bald ist jedoch erkennbar, dass das Ganze einem System folgt und sich die Regale langsam füllen. Die Gourmessa sieht bereits sehr appetitlich aus, zwei Mitarbeiterinnen belegen frische Sandwiches und unsere Mägen beginnen zu knurren.

6.32 Uhr:

Im Restaurant richtet Leiter Charles Oberson gerade das Frühstücksbuffet. Hier ist Pünktlichkeit besonders wichtig, denn das Restaurant öffnet bereits um sieben Uhr, und auf die Minute genau werden die ersten Kunden eintreffen. «294 Franken und 70 Rappen

nehmen wir in den ersten zehn Minuten ein», grinst der Chef. «Jeden Tag. Ist es weniger, ist ein Gast krank.» Er kennt seine Pappenheimer, es sind jeden Morgen dieselben, die sich im Migros-Restaurant zum Frühstück treffen. Bald marschieren sie ein. «Ui, sind Sie heute nicht zwäg?», fragt die erste Kundin eine Mitarbeitende. «Zahnweh …», erklärt diese. Man kennt sich, man tauscht sich aus, als wäre man in einem Dorf, nicht in einer Stadt.

7.00 Uhr:

Um 7.00 zwinkert uns Charles Oberson zu: «Sie sind alle da!» Draussen ist es immer noch dunkel. Im Supermarkt

Auf los gehts los. Die liebevoll zurechtgemachten Auslagen werden gestürmt. Fast tut es einem ein wenig weh, dass die Kunden die stundenlange Mühe im Vorfeld nicht bejubeln und besingen. All die akribisch sortierten Regale, das herrlich präsentierte Gemüse, die hübsch arrangierten Früchte – in wenigen Stunden wird jedes weitere Auffüllen und Drapieren des Personals nur noch Kosmetik sein. Doch der Arbeitstag geht weiter. Herr Thya erwartet um 9 Uhr bereits die nächste Lieferung. Der Fotograf und die Journalistin stehen mit einem Bärenhunger in der Gourmessa und können sich nicht zwischen Rhabarberwähe, Wienerli im Teig und belegtem Brötchen entscheiden. Text: Janine Wagner Bilder: Matthias Willi


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MIGROS-MAGAZIN | NR. 44, 27. OKTOBER 2014 |

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FREY | 63

Nicht nur die Farbe macht den Unterschied: Blond, die neue Schokoladenkreation von Frey, überrascht mit einer cremigen, zart schmelzenden Textur. Frey Blond, 100 g, Fr. 2.10 20-fache Cumulus-Punkte vom 28. 10. bis 10. 11.

LESEREXPERTE Beat Schneckenburger (64), Rentner Geschmack: Die Frey Blond schmeckt mir gut, obwohl ich eigentlich schwarze Schokolade bevorzuge. Süsse: Gerade richtig. Gesamteindruck: Gut. Das Caramelaroma ist dezent.

Bild: Raphael Zubler; Styling: Katja Rey

Textur: Tadellos.

Blond bevorzugt

Mit der vierten Schokoladenfarbe lanciert Frey auch einen neuen Geschmack.

D

as klassische Schokoladentrio Milch, Noir und Weiss hat Zuwachs erhalten: Jetzt bereichert Blond als vierte Farbe – und als vierte Geschmacksdimension – das Tafelsortiment von Frey.

Blond ist die richtige Wahl für alle, die eine dezente Caramelnote lieben. Sie wird auf Basis von weisser Schokolade – also mit einem hohen Anteil an Kakaobutter und ohne Kakaopulver – hergestellt. Die Rezeptur wird zusätz-

lich mit Caramelzucker verfeinert. Aromen von Biskuit und Vanille runden die Neukreation ab. Zudem schmeichelt blonde Schokolade dem Gaumen durch ihre cremige, zart schmelzende Textur. DH

Die M-Industrie stellt viele beliebte Migros-Produkte her. Dazu gehören auch die Schokoladen von Frey.


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Das Wohlfühl- und Nachhaltigkeitsmagazin der

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Teilen statt besitzen: Wie Mobilität in Zukunft aussehen kann Der Mix machts: Wie aus zwei Trainingsmethoden eine neue wird

Vivai, das Wohlfühl- und Nachhaltigkeitsmagazin der Migros, inspiriert mit Ideen und Trends.

Gut zu Fuss: Warum die Füsse eine besondere Pflege brauchen

Da steckt mehr drin Das sollten Sie über Brot wissen

In der aktuellen Ausgabe erfahren Sie, warum Brot keine Kalorienbombe sein muss und wie es dem Artenschutz dient. Und: Kann man dem Bauchgefühl vertrauen? Auch darauf haben wir Antworten. Ausserdem: Teilen statt besitzen ist ein neuer Mobilitätstrend. Abonnieren Sie Vivai jetzt kostenlos: www.migros.ch/vivai, per E-Mail an abo.vivai@migrosmedien.ch oder Tel. 0800 180 180


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MIGROS-MAGAZIN | NR. 44, 27. OKTOBER 2014 |

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FOOD | 65

GUT & GÜNSTIG

Blumenkohlsuppe Ergibt eine Vorspeise für 4 Personen und circa Fr. 9.50 ■ 800 g Blumenkohl in grössere Röschen teilen, den Strunk halbieren. 1 Stange Lauch und 3 Stangen Sellerie in grobe Stücke schneiden. Gemüse in eine ofenfeste Form geben und mit 3 EL Olivenöl und 3 Prisen Salz gut vermischen. Backofen auf 190 °C stellen und das Gemüse für 50 Minuten in den Ofen geben, bis es gar und an mehreren Stellen goldbraun ist. ■ 1 Schalotte fein hacken. In 1 EL Sonnenblumenöl in einer Pfanne andünsten. 1 Knoblauchzehe dazupressen. 2 TL Thymianblättchen, 1 Prise Cayennepfeffer, eine gewürfelte Kartoffel sowie das Ofengemüse beigeben. 2 dl Halbrahm und 8 dl heisse Gemüsebouillon dazugeben. 10 Minuten köcheln lassen. Mit dem Stabmixer pürieren. Mit Salz, Pfeffer und geriebener Muskatnuss würzen.

Blumenkohl, Schalotten und Thymian sind nur drei Zutaten für eine feine herbstliche Suppe.

Der Kaiser könnte es auch

Herzenssache Schon 3 Gramm Hafer-Beta-Glucan pro Tag können sich positiv auf den Cholesterinwert und damit auf die Herzfunktion auswirken. 30 Gramm Crispy Hearts liefern die Hälfte der Tagesration – und erst noch ein schmackhaftes Zmorge. Sie sind – wie alle Beta-Glucan-Produkte der Migros – mit dem roten Herzen gekennzeichnet. Crispy Hearts, 210 g, Fr. 3.90 In grösseren Filialen

Sonnengereiftes auf Vorrat Sie machen sich sehr gut in Sorbets, Kuchen oder Cremes: die erfrischend bittersüssen Grapefruitschnitze Grape fruitschnitze aus sonnengereiften Früchten von Sun Queen. Sie passen aber auch zu Pasta Tomatensauce mit fruchtiger Tomaten sauce oder Randen-Apfel-Salat. Sun Queen Grapefruitschnitze rot und weiss, 290 g, Fr. 1.80 In grösseren Filialen

Die wohl bekannteste österreichische Süssspeise lässt sich jetzt kinderleicht zubereiten, selbst dem Kaiser würde sie gelingen: Man nehme etwas Milch, ein Ei und die neue Backmischung von Midor – im Handumdrehen ist ein klassischer Kaiserschmarrn zubereitet. Er wird traditionell mit Zwetschgenmus serviert, ist jedoch vielseitig variierbar. Zum Beispiel mit Rosinen und Nüssen als Teigzugabe oder mit Apfelmus, Aprikosenkonfitüre oder Sauerrahm als Beilage. Backmischung Kaiserschmarrn, saisonale Special Edition, 250 g, Fr. 4.50 In grösseren Filialen

Abwehrstark durch den Winter Cistus-Echinacea ImmunFIT ist ein natürlicher Gesundheitsschutz bei erhöhtem Infektrisiko in der kalten Jahreszeit. Der polyphenolreiche Cistus-Echinacea-Extrakt bildet über der Rachenschleimhaut eine schützende Barriere, die hilft, Viren und Bakterien abzuwehren. Das Medizinprodukt ist auch für Kinder ab sechs Jahren geeignet. Actilife Medisana Cistus-Echinacea ImmunFIT, 30 Lutschpastillen, Fr. 8.90 In grösseren Filialen


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MIGROS PLUS | 67

Für eine intakte Umwelt: Migros Plus steht nicht nur für Sauberkeit, sondern auch für einen schonenden Umgang mit den natürlichen Ressourcen.

Hochwirksam gegen Fett, aber schonend für die Haut: Migros Plus Handgeschirrspülmittel Hamamelis, 750 ml, Fr. 3.05

Dank optimierter Rezeptur noch wirksamer gegen Kalk und Seifenreste: Migros Plus Badreiniger Trigger, 750 ml, Fr. 4.30

Fasertiefe Reinheit durch natürlichen Waschnussextrakt: Migros Plus Colorwaschmittel Nachfüllbeutel, 1,5 l, Fr. 11.50

Mit neuer Formel stark gegen Schmutz, Kalk, Fett und Gerüche: Migros Plus Apfelessigreiniger, 1 l, Fr. 3.10

Mehrwert pro Natur

Migros Plus vereinigt Reinigungskraft und Umweltbewusstsein.

Bild: shutterstock

G

eht es um Reinigung, erwarten wir blitzsaubere Resultate, auch in Sachen Umweltverträglichkeit. Migros Plus bietet passende Lösungen an, und der Name ist Programm: Die Putz- und Waschmittel von Migros Plus enthalten natürliche, nachwachsende Rohstoffe

und werden überwiegend in der Schweiz hergestellt. Ob Handgeschirrspülmittel, Badreiniger oder Waschmittel: Alle Artikel der Linie sind mindestens zu 97 Prozent biologisch abbaubar, einige sogar zu 100. Ihre gute Hautverträglichkeit ist durch dermatologische Tests bewiesen.

Um den ökologischen Gedanken auch bezüglich der Verpackung konsequent weiterzuführen, setzt Migros Plus auf Nachfüllbeutel. Zudem besteht die Flasche des Badreinigers zu 100 Prozent aus rezykliertem PET. In jeder Hinsicht ein Plus – der Umwelt zuliebe. SL

Die M-Industrie stellt viele beliebte Migros-Produkte her. Dazu gehören auch die Putz- und Waschmittel von Migros Plus.


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MIGROS-MAGAZIN | NR. 44, 27. OKTOBER 2014 |

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HANDYMATIC | 69

Für Sauberkeit und Pflege Der Handymatic-Maschinenpfleger entfernt zuverlässig Kalk- und Fettrückstände im Geschirrspüler, sorgt für hygienische Sauberkeit und verbessert das Spülergebnis. Auch schwer erreichbare Teile wie Sprüharm, Heizstab und Sieb werden gereinigt. Die Anwendung ist einfach: Die Schutzfolie wird vom Deckel entfernt und die Flasche kopfüber in den Besteckkorb gestellt. Dann lässt man die leere Spülmaschine mit einem Intensivprogramm bei 65 Grad laufen. Für eine wirkungsvolle Pflege wird bei regelmässigem Gebrauch des Geschirrspülers eine Anwendung pro Monat empfohlen.

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MIGROS-MAGAZIN | NR. 44, 27. OKTOBER 2014 |

Für sicheres Gleiten

Im Winter sind Autopneus mit einem guten Profil besonders wichtig. Anders als bei Neureifen wird bei runderneuerten Reifen der Unterbau wiederverwendet und mit einer neuen Lauffläche versehen. Dadurch werden die Pneus ein zweites Mal verwendet und im Vergleich zu neuen Reifen um etwa zwei Drittel weniger Rohstoffe und Ressourcen benötigt. Runderneuerte Pneus entsprechen höchsten Qualitätsnormen, erfüllen die geforderte Norm ECE R 108R und sind TÜV-geprüft. Ecotrac Winterreifen, TÜV-geprüft, 5 Jahre Garantie, ab Fr. 49.90 Im Do it + Garden Migros erhältlich

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NONFOOD | 71

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Foto: Regine Mosimann / © Diogenes Verlag

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Die Bücher des Berner Autors Lukas Hartmann (70) sind bei Gross und Klein beliebt. Vor Kurzem ist sein Kinderroman «Mein Dschinn» erschienen. Wie verdienten Sie Ihr erstes Geld?

Als Hilfskraft bei der Migros während der Sommerferien im Lehrerseminar. Was geben Sie auch für viel Geld nicht her?

Meine Geige. Meine Eltern kauften sie für wenig Geld. Später erfuhren wir, dass es eine französische Meistergeige ist. Wofür geben Sie gern viel Geld aus?

Für Bücher, gutes Essen, Hilfsprojekte. Welche Ferien waren Ihre teuersten?

Wellness für geplagte Füsse Wenn die Füsse in der kalten Jahreszeit wieder in dicken Socken und Stiefeln stecken, schenken wir ihnen meist zu wenig Aufmerksamkeit. Die neue Fussbutter von Pedic weckt mit ihrem Duft nach Drachenfrucht und Caramel die Lust auf eine verwöhnende Massage. Dank der reichhaltigen Formel mit Shea Butter, Avocadoöl und Vitamin E fühlen sich die Füsse nach der Anwendung erholt und geschmeidig an. Pedic Winterfussbutter Sweet Caramel & Dragonfruit, 150 ml, Fr. 7.50 In grösseren Filialen

Eine mehrwöchige Reise nach Südamerika und zu den Galapagosinseln. Was ausser Geld befindet sich in Ihrem Portemonnaie?

Mein Geld steckt lose in verschiedenen Taschen. So wurde ich auch auf abenteuerlichen Reisen noch nie ausgeraubt. Haben Sie einen Spartipp für unsere Leser?

Aufs Auto verzichten.

Wofür gäben Sie die letzten 100 Franken aus?

Langlebige Heissmacher

Ich würde jemanden, der mir lieb ist, zum Essen einladen.

Die mit Thermolon antihaftbeschichteten Bratpfannen eignen sich besonders für scharfes Anbraten und garantieren knusprige Resultate. Eine optimale Hitzeverteilung sorgt für gleichmässige Bräune. Dank der hohen Resistenz gegen Kratzer und aggressive Reinigungsmittel bleibt die Antihaftbeschichtung lange intakt. Greenpan Miami Marathon Bratpfanne, 28 cm ∅, Fr. 59.–

Welche Sportart oder Kultursparte sollte mit mehr Geld unterstützt werden?

In grösseren Filialen

Theater und Schreibwerkstätten für Kinder und Jugendliche. Was kann man für Geld nicht kaufen?

Das vielstimmige Vogelgezwitscher an einem Frühlingsabend. Mit wem gingen Sie gern auf Shoppingtour?

Mit Karl Lagerfeld, um mit ihm über den Nutzen überteuerter Markenartikel zu streiten. Interview: Yannick Dolman


NACHT Den teuersten Schlaf der Welt findet man in der Royal Penthouse Suite des President-Wilson-Hotels in Genf. Sie bietet Platz für sechs Personen und kostet pro Nacht 60 000 Franken.

AUFGETISCHT

Julia König, Serviererin Die Stuttgarterin Julia König (30) kam stark sehbehindert zur Welt. Mit 13 Jahren erblindete sie vollkommen. Nach der Schule absolvierte sie zunächst eine Ausbildung zur Telefonistin, später eine weitere im Büro. Ihr Traum war es aber von jeher, in der Gastronomie zu arbeiten. Der Wunsch ging in Erfüllung: Seit 14 Jahren arbeitet sie im Service in verschiedenen Dunkelrestaurants, hauptsächlich in Basel. Den Weg von Stuttgart nach Basel meistert sie allein – nur mit Hilfe ihres Blindenstocks. Privat bestimmt der Sport ihr Leben: Julia König joggt, fährt Tandem, schwimmt, spielt den Blindensport Torball und «guckt gern Fussball», wie sie selbst sagt.

Was haben Sie immer auf Vorrat? Wenn ich etwas kochen möchte, kaufe ich spontan ein. Wie oft pro Woche kochen Sie selbst? Ein bis zwei Mal. Kochen ist für Sie … … ein Vergnügen. Aber weil ich nicht sehen kann, dauert es länger. Mit wem würden Sie gern essen gehen? Mit dem deutschen Fussballnationalspieler Thomas Müller.

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NR. 44, 27. OKTOBER 2014 | MIGROS-MAGAZIN |

Dauernachtarbeiter haben ein dreimal erhöhtes Risiko, psychisch zu erkranken. Auch das Risiko für Magen-Darm- und Herzerkrankungen steigt durch dauerhafte Nachtschichten.


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NACHT

MIGROS-MAGAZIN | NR. 44, 27. OKTOBER 2014 |

Mehr als zwei Drittel der Frauen haben Angst, bei Dunkelheit Opfer einer Straftat zu werden. Nur 25 Prozent aller Delikte ereignen sich indes im öffentlichen Raum, davon etwa 50 Prozent bei Helligkeit und 50 Prozent bei Dunkelheit. 70 Prozent der Opfer sind Männer.

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Julia König stellt einen Espresso auf den Tisch. Claudia Schmidt tappt im Dunkeln, muss alles ertasten und freut sich, dass sie fürs Dessert den Löffel in die Hand gedrückt bekommt.

Was esse ich denn da?

In der «Blinden Kuh» isst man anders. Migros-Magazin-Redaktorin Claudia Schmidt berichtet aus dem Dunkeln.

A

uch in diesem Restau­ rant werden die Teller hübsch angerichtet. Doch davon sehe ich nichts. Ich sitze in einem Dunkel­ restaurant in Basel namens Blinde Kuh. Hier erschliesst man sich das, was man isst, über Geschmack, Mundge­ fühl und – wenn alle Stricke reissen – indem man es mit den Fingern ertastet. Julia König, blinde Servie­ rerin mit viel Berufserfah­ rung, hat alle Gäste in einer Polonaise an den Tisch ge­ führt. Zu ihrer Orientierung dienen abgesetzte Streifen auf dem Boden. Kein Licht dringt in den Raum. Es ist stockfinster. «Möchten Sie das Wasser selbst einschenken?», fragt Julia König. Das ist einfacher als gedacht. Auch die Vor­ speise des Überraschungs­ menüs, eine Suppe, löffle ich problemlos aus. Als tückisch erweist sich dagegen der Hauptgang: Die Orientierung auf dem Teller klappt nicht. Das Messer scheint stumpf zu

sein. Ich taste vorsichtig und stelle fest: Ich halte es falsch herum. Mehrmals wandert die Gabel leer zum Mund. Und was esse ich denn da? Sicher Rindfleisch. Ich denke: Die Konsistenz der Polenta ist unverwechselbar. Später weiss ich: Es waren Mais­ griess­Gnocchi. Spricht da jemand mit mir? Alles klingt gleich laut. Da tönt es wie eine Erlösung, als Julia König unbeschwert verkündet: «So, die Julia ist wieder am Tisch!» Sie bringt das Dessert. Die Mousse ist süss, die knusprigen Hippen erkenne ich nur durch Ertas­ ten. Die Clementinenscheibe flutscht mir vom Löffel. Oder war das doch eine Orange? Nach dem Essen geht es per Polonaise wieder hinaus. «Vorsicht, die Augen müssen sich erst wieder ans Licht ge­ wöhnen», warnt Julia König, für die es immer dunkel ist. Text: Claudia Schmidt Bilder: Jorma Müller

www.blindekuh.ch

REZEPT

Lebkuchenmousse mit Honighippen Dessert für 6 Personen

ZUTATEN Mousse: 150 g weisse Schokolade, z. B. Blanca 1 Blatt Gelatine 1 Ei 1 Eigelb 2 gestrichene TL Lebkuchengewürz 2 dl Vollrahm Hippen: 25 g Butter 20 g Puderzucker 25 g Mehl 1 Eiweiss 10 g Blütenhonig 1 TL Mandelblättchen Zubereitungszeit: ca. 60 Minuten + ca. 6 Stunden kühl stellen + ca. 4 Minuten backen Pro Person ca. 6 g Eiweiss 28 g Fett 22 g Kohlenhydrate 1550 kJ/370 kcal Rezept

ZUBEREITUNG 1. Schokolade in Stücke brechen. In einer Schüssel über einem heissen Wasserbad langsam schmelzen. Gelatine in reichlich kaltem Wasser einweichen. Ei und Eigelb über einem heissen Wasserbad zu einer cremigen Masse aufschlagen. Gelatine ausdrücken, unter die warme Eimasse rühren. Schokolade dazu rühren, mit Leb­ kuchengewürz würzen. Masse 10 Minuten abkühlen lassen. Rahm halb steif schlagen und unterheben. Mousse zugedeckt im Kühlschrank mindestens 6 Stunden fest werden lassen. 2. Butter schmelzen. Mit Zucker, Mehl, Eiweiss und Honig cremig rühren. Masse ca. 10 Minuten kühl stellen. Backofen auf 200 °C vorheizen. Blech mit Backpapier auslegen. Masse mit einem Spachtel gleichmässig zu 6 dünnen Rondellen à ca. 12 cm darauf ausstreichen. Mandelblättchen darüberstreuen. Hippen in der Ofenmitte ca. 4 Minuten backen. Hippen mit einem Spachtel noch heiss vorsichtig vom Blech heben. Auf umgekehrte Tassen legen und auskühlen lassen. Von der Mousse Nocken abstechen. Mit Hippen servieren. TIPP Im Restaurant Blinde Kuh wird die Mousse mit Saisonfrüchten, z. B. Clementinen, serviert.


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Pinhão–Vega Terrón Vega Terrón–Barca d’Alva

5

Barca d’Alva–Pinhão

6

Pinhão–Régua–Entre-os-Rios

7

Entre-os-Rios–Porto

8

Porto – Schweiz (Zürich)

Programm / Ausflüge

Flug mit TAP von Zürich nach Porto. Einschiffung ab 17.00 Uhr. Ausflug* nach Lamego, einem bekannten Wallfahrtsort mit Besuch der Barockkirche «Nossa Senhora dos Remedios». Ausflug* nach Figueira de Castelo Rodrigo mit Burgruine. Tagesausflug nach Salamanca (Spanien) mit Mittagessen und FlamencoShow (fak.). Rundgang in Pinhão, Besichtigung des Bahnhofs mit blau-weissen Keramikfliesen. Besuch einer Quinta (Weingut) mit Abendessen. Besichtigung* Mateus-Palast in Vila Real. Traditionell portugiesisches Abendessen an Bord. Schifffahrt nach Porto. Stadtrundfahrt* mit Weinprobe in einer Kellerei. Freier Nachmittag oder Ausflug nach Guimarães oder Altstadtrundgang in Porto (beide fak.). Ausschiffung, Transfer zum Flughafen von Porto und Rückflug.

Verlängerungsprogramm «Historisches Lissabon» Im Anschluss an die Flusskreuzfahrt buchbar 3 Übernachtungen im DZ Fr. 625.– pro Person /EZ Fr. 815.– * im Ausflugspaket enthalten, vorab buchbar | Fakultative Ausflüge nur an Bord buchbar Programmänderungen vorbehalten | Reederei/Partnerfirma: douroazul/nicko tours

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IHRE REGION

MIGROS-MAGAZIN | NR. 44, 27. OKTOBER 2014

MIGROS LUZERN | 77

LUZERN

Produkt der Woche

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Die Gruppe Silberbüx geht in der Braui Hochdorf auf eine aufregende Räuberjagd.

Räuberjagd mit Silberbüx In der Braui Hochdorf können am 9. November Kinder mit Silberbüx auf eine musikalische Räuberjagd gehen. Neben dem spannenden Familienanlass gibts ein vielseitiges Kulturprogramm.

D

ie vier Freunde von Silberbüx erobern in ihrem dritten Programm die Stadt und jagen den Stadträuber durch Strassen und Gassen. Gemeinsam mit den Kindern entdecken sie geheime Orte, eine heisse Spur und den entscheidenden Beweis. Die Lieder von Silberbüx

erzählen von abenteuerlichen Welten und aufregenden Fällen und treffen dabei ihr Publikum mitten ins Herz. Das Migros-Kulturprozent unterstützt den Veranstalter Seetalevents, welcher seit über zehn Jahren Comedy und Musik nach Hochdorf bringt. Das aktu-

Adressänderungen: nur noch der Post melden. Die Zeitung wird dann automatisch an die neue Adresse geliefert. Abonnentenservice: MIGROS LUZERN, 6031 Ebikon, Tel. 041 455 70 38, E-Mail: genossenschaftsregister@migrosluzern.ch

elle Programm bietet wieder eine grosse Vielfalt an Unterhaltung: Oropax, Lorenz Keiser, den Bolschoi-Don-KosakenChor, Furbaz Nadal und viele mehr. Text: Eva D’Andrea

Vorverkauf: www.starticket.ch


IHRE REGION 78 |

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MIGROS LUZERN

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NR. 44, 27. OKTOBER 2014 | MIGROS-MAGAZIN |

Ein bewegender Nachmittag Über 40 Bewegungs- und Entspannungskurse bietet die Klubschule Migros Luzern an. Am Samstag, 8. November, können einige davon ausprobiert werden.

A

n der Klubschule Migros Luzern hat man die Qual der Wahl. In keiner anderen Bildungsinstitu­ tion findet sich ein derart vielfältiges Angebot an Bewegungs­ und Entspan­ nungskursen. Daniel Fritsche, Leiter des Bereichs Bewegung und Gesundheit der Klubschule Migros Luzern, öffnet deshalb am Samstag, 8. November, die Gymnastikraumtüren für alle jene, die in Kurse der Klubschule hinein­ schnuppern wollen. Der sogenannte Tag der Bewegung und Entspannung findet in Luzern, Baar und Sursee statt und kostet 16 Franken pro Person. «Wir möchten den Zentralschweize­ rinnen und Zentralschweizern ganz unverbindlich und kostengünstig unser Angebot näher bringen und ihnen die

Möglichkeit geben, einzelne Kursleite­ rinnen und Kursleiter kennenzulernen», sagt Daniel Fritsche. «Wer weiss, viel­ leicht findet die eine oder andere Person genau den Kurs, den sie schon immer gesucht hat? Oder sie trifft im Jukebox Fitness oder Qi Gong auf neue Bekannt­ schaften?» Möglich ist alles. Sicher ist, dass man mit neuer Energie und frischem Elan wieder nach Hause gehen wird. Text: Jacqueline Achermann

Infos und Anmeldung auf www.klubschule.ch, Suchwort: Bewegungs- und Entspannungstag. Tel. 041 418 66 66 Anmeldung erforderlich, da die Teilnehmerzahl beschränkt ist.

Diese Kurse entdecken Luzern: 15.00–15.30 Uhr: Training für Golfer, Bauch Beine Po, Body Skills All-in-one, Sanftes Ganzkörpertraining, Tai Chi 15.45–16.15 Uhr: Power Yoga, Pilates, Bodyfit, Rückengymnastik, Qi Gong 16.30–17.00 Uhr: Pump’n’go, Bodytoning, Jukebox Fitness, Autogenes Training, Hatha Yoga 17.15–17.45 Uhr: Zumba, Fight Power, Release, Meditation, Hatha Yoga

Baar:

15.00-15.30 Uhr: Pilates, Hatha Yoga 15.45–16.15 Uhr: Bodyfit, Qi Gong 16.30–17.00 Uhr: Bodyfit, Yoga Nidra 17.15–17.45 Uhr: Bodyskills All-in-one, Meditation Sursee: 15.00-15.30 Uhr: Rückenfit 15.45–16.15 Uhr: Power Yoga 16.30–17.00 Uhr: Pilates 17.15–17.45 Uhr: Hatha Yoga


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IHRE REGION

MIGROS-MAGAZIN | NR. 44, 27. OKTOBER 2014 |

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MIGROS LUZERN | 79

Öffnungszeiten in der Woche mit Allerheiligen Donnerstag, 30. Oktober Filialen mit vorverscho­ benem Abendeinkauf bis 20 Uhr M Fanghöfli Luzern M Würzenbach Luzern M Egolzwil­Schötz M Sempach Station M Schüpfheim M Reiden

Freitag, 31. Oktober bis 18.30 Uhr M Hergiswil MP Engelberg MP Stans MP Weggis bis 19.00 Uhr M Goldau M Grabenstrasse Zug M Brunnen Bahnhofs­ märcht

MM Metalli Zug bis 20.00 Uhr M Buochs M Herti Zug M Neudorf Cham M Rotkreuz M Unterägeri MM Mythen Center Schwyz MM Rigimärt Küssnacht MM Sarnen­Center MMM Länderpark Stans

bis 21.00 Uhr M Baar MM Mythen Center Schwyz MMM Zugerland Steinhausen Alle übrigen Filialen sind bis 17.00 Uhr geöffnet.

Samstag, 1. November Alle Filialen sind geschlos­ sen. MExpress Bahnhof Luzern Fr, 31.10.: 6.30 bis 21.00 Uhr Sa, 1.11.: 7.30 bis 21.00 Uhr Bitte beachten Sie die Plakatierung in Ihrer MigrosFiliale oder die Webseite www.migrosluzern.ch

Nehmen Sie Platz!

Die beiden Migros-Restaurants im Seetalcenter Hochdorf und am Sonnenplatz in Emmenbrücke wurden nach dem neuen Gastronomie-Konzept der Migros Luzern modernisiert.

A Ommm! Am Tag der Bewegung und Entspannung können dem Motto entsprechend verschiedene Methoden ausprobiert werden.

ls erstes fällt in den umgebauten Migros-Restaurants die neue, einladende Inneneinrichtung auf. «Die Braun- und Grüntöne und die hellen Holztische sorgen für ein modernes Erscheinungsbild und gleichzeitig für eine gemütliche Atmosphäre», erklärt Thomas Grawehr, Leiter Gastronomie der Migros Luzern. Am Sonnenplatz wurde ein Teil der bestehenden Sitzplätze durch einen Lounge-Bereich und Hochtische abgelöst. Bis Ende Jahr wird im Seetalcenter zusätzlich ein Wintergarten mit insgesamt 24 Sitzplätzen eröffnet. «Wer gemütlich Kaffeetrinken möchte, setzt sich auf bequeme Lounge-Sessel und wem es beim Mittagessen eilt, der wählt den Hochtisch», führt Grawehr weiter aus. Das neue Gastronomiekonzept der Migros Luzern beschränkt sich nicht auf die Inneneinrichtung, auch Trends wie eine bediente Restauranttheke mit integrierter CaféBar sind Teil der Modernisierung.

Bild: Rahel Probst

Ein vielfältiges Angebot zu allen Tageszeiten Wie von den Migros-Restaurants gewohnt, wird eine grosse Auswahl an kalten und warmen Snacks und Mittags-Menüs geboten. Im Seetalcenter sorgen Restaurantleiterin Tamara Mattmann und ihr siebenköpfiges Team für ein einladendes Frühstücksangebot und überraschen die Gäste in den Nachmittagsstunden mit Snacks, Kaffee und Kuchen. Sämtliche Speisen und Getränke gibt es auch zum Mitnehmen. Text: Antonia Reinhard

Tamara Mattmann, Leiterin Migros-Restaurant Seetalcenter, freut sich auf ihre Gäste im neuen Restaurant.


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NACHT

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NR. 44, 27. OKTOBER 2014 | MIGROS-MAGAZIN |

Neugeborene schlafen bis zu 18 Stunden am Tag,

Nicht ohne Gschichtli ins Bett

Gutenachtgeschichten sind ein wichtiges Ritual und stärken die Bindung zwischen Eltern und Kindern. Fünf Kinder haben uns ihre liebsten Geschichten verraten und sie gezeichnet.

Z

ähne putzen, Pyjama anziehen, und dann lesen Mami oder Papi noch was vor: Die Gutenacht­ geschichte ist in vielen Familien ein wichtiges Ritual vor dem Zubett­ gehen. Laut einer Studie der Univer­ sität Bern zu Abendritualen wird in der Hälfte aller Schweizer Familien abends vorgelesen. Gutenachtge­ schichten geben dem Tag Struktur und ziehen die Grenze zwischen Tag undNacht.Ob esum eine Abenteurer­ bande oder nimmersatte Raupen geht: Das «Guetnachtgschichtli» weckt Emotionen und stärkt die Bin­ dung zwischen Eltern und Kindern. Für Daniela Melone, Leiterin der Elternberatung von Pro Juventute, steht fest: «Kinder lieben Geschich­ ten! Für ein Kind bedeutet eine Ge­ schichte erzählt zu bekommen immer Beziehungszeit. Das Kind bekommt ungeteilte Aufmerksamkeit und Zuwendung.»

Die Gutenachtgeschichte geht auch auf dem Sofa Das Geschichtenerzählen unterstützt Sprach­ und Hörverständnis: Durch das regelmässige Vorlesen lernen Kinder, einer Geschichte inhaltlich zu folgen und diese zu verstehen. Beim Erzählen empfiehlt Daniela Melone Kreativität: «Schön ist es, wenn Er­ wachsene eine Geschichte anschau­ lich erzählen, wenn sie beispielsweise knurren und Stimmen nachmachen.» Muss die Gutenachtgeschichte im Bett erzählt werden? Nicht unbe­ dingt, sagt die Elternberaterin: «Eine Familie kann sich auch aufs Sofa kuscheln. Es soll eine ruhige Atmo­ sphäre herrschen, schliesslich soll das Kind nachher einschlafen können.» Das Sofa ist auch der Lieblingsort der fünfjährigen Flurina. Am liebsten be­ kommt sie ihre Gutenachtgeschichte von den Grosseltern erzählt. Ihrer siebenjährigen Schwester Lisa ist nicht der Ort, sondern die Stimmung wichtig: Sie besteht darauf, dass beim Vorlesen ihre orange Hasenlampe brennt. Text: Silja Kornacher

Flurina (5): «Ich mag das Märchen von Rapunzel uu gerne. Rapunzel hat so lange Haare und schöne grüne Augen.» «Rapunzel», Brüder Grimm


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NACHT

MIGROS-MAGAZIN | NR. 44, 27. OKTOBER 2014 |

Säuglinge 14 bis 15 Stunden,

Kleinkinder 12 bis 14 Stunden,

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Amelie (3): «Die Raupe Nimmersatt ist meine Lieblingsgeschichte, weil die Raupe einen Lolli isst und mega viele Erdbeeren und ein Blatt – wäää! Danach ist sie total dick, macht eine ‹Kokosnuss› um sich herum, knabbert ein kleines Loch und schlüpft heraus. Tada! – dann ist sie ein wunderschöner Schmetterling!» «Die kleine Raupe Nimmersatt» von Eric Carle

Raphael (5): «Mein Mami erzählt mir die Geschichte, wenn ich im Bett liege. Mir gefällt der ‹kleine Drache Kokosnuss›, weil die Geschichten so spannend sind. Es nimmt mich beim Zuhören immer wunder, wen er bei seinem Schulausflug im Tal der Riesenpilze noch so antrifft. Ein Mal, zum Beispiel, trifft er einen Troll.» «Der kleine Drache Kokosnuss: Schulausflug ins Abenteuer» aus der Reihe von Ingo Siegner


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NACHT

MIGROS-MAGAZIN | NR. 44, 27. OKTOBER 2014 |

Kindergärtner 11 bis 13 Stunden,

Primarschüler 10 bis 11 Stunden,

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Lisa (7): «Meine Lieblings-Gutenachtgeschichte ist ein englisches Buch. Meine Mutter erzählt es mir immer auf Deutsch. Die Maus Angelina fährt Schlittschuh und bereitet sich auf eine Aufführung in der Schule vor. Aber alles geht schief, zum Beispiel hat es böse Buben auf dem Eisfeld, die ihr ständig in den Weg fahren. Das finde ich spannend.»

Gschichtli-Quiz Scannen Sie den QR-Code und sehen Sie im Video, wie die porträtierten Kinder ein Gutenachtgschichtli erzählen. Erraten Sie, welches es ist?

«Angelina Ice Skates» aus der Reihe «Angelina Ballerina» von Katharine Hollabird.

Alan (8): «Mein Papi erzählt mir am Abend gerade die Geschichte der vier Kinder, die in einem arabischen Land ein Abenteuer erleben. Das Buch ist mega spannend, sie treffen einen Schlangenbeschwörer, finden Schätze und fahren auf einem Motorboot durch den Fluss. Manchmal ist das Buch auch ein bisschen unheimlich. Es hat fast keine Bilder, aber das macht nichts, ich kann mir die Geschichte selber gut ausmalen.» «Der Fluss der Abenteuer» aus der Abenteuer-Serie von Enid Blyton


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NR. 44, 27. OKTOBER 2014 | MIGROS-MAGAZIN |

Duftorgie im Mondschein

a) Bauerntabak

(Nicotiana alata) Einjährige Zierpflanze ca. 90 cm, blüht ab Juli bis zu den ersten Frösten, cremeweiss. Besonderes: Neuere Sorten blühen auch tagsüber, duften aber weniger intensiv.

b) Geissblatt

(Lonicera caprifolium) Mehrjähriger, einheimischer Fassadenkletterer ca. 3 Meter, blüht Mai bis Juni, cremefarben. Besonderes: Die korallenroten, erbsengrossen Beeren sind schwach giftig.

c) Wunderblume

(Mirabilis jalapa) Mehrjährige, nicht frostfeste Zierpflanze ca. 70 cm, blüht Juli bis September, gelb, rot, weiss. Besonderes: teils verschieden gefärbte Blüten auf der gleichen Pflanze (daher auch der Name).

d) Abendlevkoje

(Matthiola bicornis) Einjähriges Kreuzblütengewächs ca. 50 cm, blüht Juli bis Oktober, weiss mit zartem rosa Hauch. Besonderes: weihnachtliches Duftgemisch aus Vanille, Zimt und Nelken.


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e) Abendduft-Leimkraut (Silene italica) Mehrjähriges Nelkengewächs ca. 60 cm, blüht Juni bis September, weiss. Besonderes: Der schwere und süssliche Duft erinnert an Bittermandeln.

f) Gemeine Nachtviole

(Hesperis matronalis) Mehrjährige Bauerngartenpflanze ca. 40 cm, blüht Mai bis Juli, violett. Besonderes: Die veilchenartig duftenden Blüten eignen sich roh oder gezuckert als Beigabe zu Süssspeisen.

g) Gewöhnliche Nachtkerze

(Oenothera biennis) Zweijährige, einheimische Staude ca. 160 cm, blüht Juli bis September, gelb. Besonderes: Das Heilkraut blüht Abend für Abend im Zeitlupentempo auf.

Illustration: bunterhund.ch Text: Almut Berger

Sie haben ihre Sternstunde, wenn sich der Tag dem Ende neigt: Die nachtaktiven Pflanzen in unseren Gärten. Während ihre tagsüber blühenden Schwestern vor allem optisch um Bestäuber buhlen, bezirzen sie mit ihrem Duft.


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Mit jeder körperlichen Bewegung beanspruchen wir ein oder mehrere Gelenke. Bei stetiger Überbeanspruchung, Fehlbelastung und mit zunehmendem Alter können Abnutzungserscheinungen auftreten und die Gelenkbeweglichkeit wird eingeschränkt. Insbesondere Sportler und Menschen im fortgeschrittenen Alter sollten daher auf den Erhalt ihrer Gelenkbeweglichkeit achten. Axamine Mobility® Brausetabletten* mit 600 mg Glucosamin und 450 mg Chondroitinsulfat, Vitamin C und E, Zink, Selen, Kupfer und Mangan.

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NACHT

MIGROS-MAGAZIN | NR. 44, 27. OKTOBER 2014

Teenager schlafen 8.5 bis 9.5 Stunden,

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Erwachsene 7 bis 9 Stunden.

Nachts im Zolli

Nach Einbruch der Dunkelheit sind die Tiere im Basler Zoo unter sich und erholen sich. Werden sie dabei gestört, schätzen sie das gar nicht. Schon bald werden sich die jungen Löwen an einen geschützten Ort verziehen und ausruhen, und ihre Mütter werden Nachtwache schieben.

D

er Basler Zoo ist seit drei Stunden geschlossen, es ist dunkel, und im Gehege der Löwen ist kein Tier zu sehen. Stefan Hoby (38) öffnet die Tür zum Löwenhaus, und wir stellen uns hinter die Glasscheibe und warten. Ob­ wohl wir das Gelände aufmerksam ab­ suchen, sehen wir sie nicht kommen. Wie von Geisterhand hingezaubert steht die Löwin plötzlich regungslos vor uns, wenige Meter von der Scheibe entfernt. Wir starren sie an, sie starrt uns an. Und dann springt sie gegen die Scheibe, lan­ det wenige Zentimeter vor unseren Na­ sen, fixiert uns erneut und verschwindet so schnell, wie sie gekommen ist. Wir bleiben wie versteinert stehen und atmen tief durch. Dann sagt der Zootierarzt: «Das war ernst gemeint – ohne die Scheibe zwischen uns gäbe es uns jetzt nicht mehr.» Die Löwin wollte wohl die vier im letzten November ge­ borenen Jungtiere beschützen. Nachts gehört der Zoo den Tieren. Bis auf die blassen Lichter in den Aquarien ist es um 21 Uhr stockdunkel im Viva­ rium des Zolli und sehr still. Bloss das Plätschern des Wassers ist zu hören. Der Blick in die Becken ist intim, als wäre man am Tiefseetauchen. Die Lippfische schwimmen gemütlicher als sonst, der Stierkopfhai ruht am Grund, der Rund­ rochen zieht seine Runden unbeirrt.

«Nachts erholen sich die Tiere von den Besuchern.» Stefan Hoby, Zoo-Tierarzt

Vom Lungenfisch ist im Süsswassertank nichts zu sehen. Bloss ein Büschel Cata­ lonia­Salat – armlange löwenzahnartige Blätter – schwebt im Wasser. Wir war­ ten und stehen still. Plötzlich taucht aus dem Dunkel ein prähistorisch anmuten­ der Fischbrocken auf. Der Lungenfisch (kleines Bild) ist über ein Meter lang, massig und offensichtlich hungrig: Er reisst ein Blatt nach dem anderen vom Büschel und verputzt den ganzen Salat. «So was sieht man nur nachts», raunt Hoby auf dem Weg in den Garten, vorbei an der Hundskopfboa, die ent­ spannt um einen Ast gewickelt schläft, unddemechsenartigenWickelschwanz­ kink, der flink davonkriecht.

Ein unheimliches Kreischen hallt durch die dunkle Anlage Ein unheimliches Kreischen ertönt, als wir das Vivarium verlassen. Affen? Vö­ gel? Hyänen? Wohl eher eine Stockente, glaubt Hoby. Auch wenn der Zolli sich mitten in Basel befindet und man das entfernte Quietschen von Trams hört, fühlt sich die Anlage im Licht des Monds geheimnisvoll an. «Nachts erholen sich die Tiere vom Tag und den Besuchern», sagt Hoby. Normalerweise ist um diese Zeit niemand im Zolli, auch Hoby ist bloss einige Male pro Jahr bei Dunkelheit hier: letztmals im Sommer, als ein

Storch in der Basler Innenstadt ab­ stürzte und er ihn in eine Krankenvoliere brachte; und als das Indische Panzer­ nashorn ein Junges gebar. Am Wegrand ist die Silhouette eines Känguruhs zu sehen. Die Wildesel traben in der Gruppe davon. In der Ferne gackern und schnattern die Flamingos dumpf. Von den Wölfen ist nichts zu sehen und nichts zu hören. Sie haben uns wohl gewittert und sich verzogen. Stefan Hoby stösst die schwere Tür zum Elefantenhaus auf. Seine Stimme klingt tiefer, warm und liebevoll. «Hallo. Hallo! Hoi Heri, alles ist gut», sagt er. Heri steht schon ganz vorn bei der Ab­ schrankung. Die Chefin der Elefanten hat ihre Ohren aufgestellt, schwenkt sie, hebt den Rüssel und wirbelt Staub auf. Sie grollt. Ein tiefes, lautes, donnerähn­ liches Grollen, das durch Mark und Bein geht. «Heri, wir gehen», flüstert Hoby – und wir verziehen uns. Die Schimpansen, Orang­Utans und Gorillas sollten wir in Ruhe lassen, sagt Hoby. Sie sind sich gewohnt, exakt 12 Stunden zu schlafen. Um 18 Uhr bauen sie jeweils ihr Nest für die Nacht und versinken in tiefen Schlaf. Wir wollen keine weiteren Tiere stören und ver­ lassen den Zoo so lautlos wie möglich. Text: Monica Müller Bilder: Torben Weber/Zoo Basel


NACHT

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NR. 44, 27. OKTOBER 2014 | MIGROS-MAGAZIN |

Schlafforscher wenden die Namen von Vögeln auf Menschen mit den entsprechenden Schlaf­ Die tagaktiven Lerchen findet man nur bei 15 Prozent der Bevölkerung. Dazwischen liegt der grosse

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«Kinder wachsen in der Nacht»

Dieser Mythos hat in der Tat einen wahren Kern. Das bemerken oftmals die Grosseltern, welche die Kinder weniger häufig sehen – «die Kleinen sind plötz­ lich so gewachsen». In Studien stellte man fest, dass das Wachstum sprunghaft ist: Ein paar Tage wächst das Kind, dann gibt es wieder einen Stopp, das lässt sich deutlich in den ersten Lebensjahren be­ obachten. Weiter erkannte man, dass die Schlafdauer mit dem Wachstum zusam­ menhängt. Je länger das Kind schläft, desto eher gibt es solche Wachstums­ sprünge. Tatsächlich werden in der Nacht jeweils Wachstumshormone ausge­ schüttet, gerade während des Tiefschlafs. Oskar Jenni, Entwicklungspädiater, Kinderspital Zürich

«Dinnercancelling: Kann man im Schlaf abnehmen?»

Ja. Dinnercancelling oder zu Deutsch Abendfasten hat die Wirkung, dass nachts die Verdauungsorgane weniger arbeiten. Die Chronobiologie bestätigt heute, dass wir einen inneren Rhythmus im Stoffwechsel haben und die Verdau­ ungsorgane nachts weniger arbeiten. Und nachts benötigen wir sehr wenig Energie. Das Dinnercancelling führt häufig zu erholsamerem Schlaf dadurch zu gesteigerter Leistungsfähigkeit, und es erleichtert, das Gewicht zu halten. Sybille Binder, Ernährungsberaterin, Geschäftsführerin der Schule für angewandte Naturheilkunde, Zürich

«Babys im Elternbett sind gefährlich»

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«Lernen vor dem Schlafengehen ist effektiver»

Nein. Schlaf ist zwar für die Konsolidie­ rung von Gedächtnisinhalten wichtig. Im Labor durchgeführte wissenschaftli­ che Experimente, wie das Lernen von Wortlisten in verschiedenen Zeitabstän­ den, können hierzu wichtige Erkennt­ nisse liefern. Für die Praxis kann man daraus ableiten, dass es kontraproduktiv wäre, erst in der Nacht vor der Prüfung mit dem Lernen zu beginnen. Genauso falsch wäre es, den ganzen Tag zu ver­ trödeln und erst kurz vor dem Schlafen­ gehen zu lernen. Für das Lernen und Verstehen komplexer Zusammenhänge braucht man vor allem Zeit. Elsbeth Stern, Lernforscherin, Institut für Lehr- und Lernforschung ETH Zürich

Die Untersuchungen hierzu sind nicht eindeutig, auch wenn Hinweise beste­ hen, dass das Risiko im Elternbett erhöht sein könnte. Insbesondere wenn die Eltern übermüdet sind, rauchen oder Al­ kohol, beruhigende Medikamente oder Drogen konsumieren. Am sichersten schläft ein Kind in einem Beistellbett, wo das Kind nicht hinausfallen kann, aber auch nicht zwischen den Eltern überwärmt werden kann. Wichtig ist ein Abwägen zwischen einer für alle kom­ fortablen Schlafsituation, in der das Stillen mit kleinem Aufwand möglich ist, und einer Risikominimierung be­ züglich des «plötzlichen Kindstods», dessen Ursache nach wie vor ungeklärt ist. Gian Bischoff, Kinderarzt, Zürich

«Ältere Menschen brauchen mehr Schlaf»

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«Man steht am besten dann auf, wenns mit dem Biorhythmus übereinstimmt»

Stimmt nicht. Es gab einmal eine Mo­ de Biorhythmus, die darin bestand, aus­ gehend vom Geburtstag farbige Wellen­ linien zu berechnen. Mit Naturheilkun­ de hat sie nichts zu tun. Der wichtigste Biorhythmus der Naturheilkunde ist das, was zum Beispiel Pfarrer Kneipp mit seiner Ordnungstherapie meinte, was seit jeher als menschgerechter, regel­ mässiger Wechsel zwischen Aktivität und Passivität empfohlen wird. Am bes­ ten steht man dann auf, wenn man aus­ geschlafen und ausgeruht ist. Christian Vogel, Heilpraktiker und Präsident NVS Naturärztevereinigung Schweiz, Herisau

Nein, die Schlafqualität verändert sich. Ältere Menschen haben morgens oft das Gefühl, noch müde zu sein, und inter­ pretieren dies als Schlafmangel. Mit zu­ nehmendem Alter verändert sich das Schlafmuster. Dies ist ein natürlicher Alterungsprozess, der dazu führt, dass man kaum noch Tiefschlafphasen hat und weniger aktive Traumphasen. Durch denflacherenSchlafistdieWeckschwelle gesenkt; Betroffene wachen leichter auf und können nicht mehr Durchschlafen. Kommt hinzu, dass es für viele schwie­ riger wird einzuschlafen. Nicht zuletzt leidet die Schlafqualität durch häufige­ res nächtliches Wasserlassen. Sandra Oppikofer, Gerontologin, Zentrum für Gerontologie der Universität Zürich

12 Mythen rund um den Schlaf


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NACHT

MIGROS-MAGAZIN | NR. 44, 27. OKTOBER 2014 |

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gewohnheiten an: Unter den Erwachsenen liegt der Anteil an nachtaktiven Eulen bei rund 25 Prozent. Rest der Menschen, der sowohl morgens als auch abends einigermassen zurechtkommt.

«Haut, Nägel und Haare regenerieren sich in der Nacht»

«Bei Vollmond schläft man schlechter»

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Stimmt nicht. Der Schlaf-WachRhythmus reguliert bei allen höheren Lebewesen eine ganze Reihe überlebensnotwendiger Vorgänge. Unzählige biologische Vorgänge in den Geweben und im Stoffwechsel gehorchen einer «inneren Uhr». Intuitiv würde man daher annehmen, dass sich Haut, Nägel und Haare in der Nacht regenerieren. Die innere Uhr der Haut funktioniert jedoch anders. Neuste Forschungsergebnisse haben nachwiesen, dass die Regenerationskraft von Haut, Haaren und Nägeln tagsüber und speziell am Mittag am höchsten ist. Jürg Hafner, Dermatologe, Präsident der Schweiz. Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie (SGDV), Bern

Immer vor Mitternacht ins Bett, damit Sie vom «guten» Schlaf profitieren können? Das können Sie vergessen, sagt der Experte. Wie vieles andere auch, was der Volksmund verbreitet. Texte: Stefan Müller

Der Volksmund hat es eigentlich schon immer gesagt – doch die Wissenschaft konnte diesen Nachweis bis vor Kurzem nicht erbringen. Jetzt ist aber gemäss aktuellen Studien auch wissenschaftlich belegt, dass die Schlafqualität bei Vollmond schlechter ist. Warum das so ist, kann man noch nicht erklären. Dass der Vollmond Einfluss auf die Menschen ausübt, wurde schon früher in anderen Erhebungen festgestellt, etwa dass die Zahl von Gewaltverbrechen während des Vollmonds zunimmt. Jens Georg Acker, Schlafmediziner, Klinik für Schlafmedizin, Bad Zurzach

«Im gemeinsamen Ehebett schlafen Männer besser und Frauen schlechter»

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«Baldrian hilft beim Einschlafen»

Baldrian wirkt sehr gut als Einschlafhilfe. Wissenschaftlich ist der Wirkmechanismus nicht genau bestimmt, der für die schlaffördernde und entspannende Wirkung der Baldrianwurzel verantwortlich ist. Sicher ist, dass der Baldriantee oder die Baldriantinktur bei Unruhezuständen und Nervosität als idealer Schlafanstoss gilt. Je nach Präparat wirkt der Baldrian mehr angstlösend oder entspannend. Die Präparate verursachen keinerlei körperliche Abhängigkeit und beeinträchtigen den physiologischen Schlafrhythmus nicht. Stephan Savoy, Drogist, Drogerie Savoy, Zürich

Der gute Schlaf ist dort, wo man gut schlafen kann, sagt der Schlafmediziner.

Bild: Getty Images

«Der Vor-Mitternachtsschlaf ist der beste»

Stimmt so nicht. Frauen geben häufiger an, schlechter zu schlafen als Männer. Das hat aber selten mit dem Ehebett oder Ehemann im gleichen Bett zu tun. In der Kleinkindphase fühlen sich Mütter nach wie vor hauptsächlich zuständig für ihre Kinder, auch während der Nacht. Das führt zu feineren Sensoren und «leichterem», störungsanfälligerem, Schlaf. Im späteren Erwachsenenalter scheinen hormonelle Veränderungen zu mehr Schlafstörungen bei Frauen zu führen. Grundsätzlich gibt es aber Hinweise, dass emotionaler Stress bei Frauen sich stärker auf den Schlaf auswirkt. Das ist jedoch schwierig zu beurteilen. Denn häufig geben die Männer nur an, keine Schwierigkeiten zu haben. Da sind Frauen oft einfach ehrlicher. Raimondo Lettieri, Paarberater und Psychotherapeut, Paarberatung Zürich

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Das stimmt so nicht. Die Menschen haben individuelle Schlafzeiten. So gibt es «Lerchen», die Frühaufsteher, und «Eulen», die Nachtmenschen. Ausserdem verschiebt sich mit zunehmendem Alter der Schlafrhythmus deutlich nach vorn. Das Problem dabei ist, dass die Gesellschaft sich nicht nach diesen individuellen Schlafzeiten richtet. Man denke an die Diskussion des Schulbeginns oder an die Schichtarbeit. Das heisst: Der gute Schlaf ist dort, wo man gut schlafen kann. Wichtig ist ein regelmässiger Schlafrhythmus und die richtige Schlafmenge. Jens Georg Acker, Schlafmediziner, Klinik für Schlafmedizin, Bad Zurzach

«Zu wenig Schlaf macht dick»

Ja, das trifft prinzipiell zu. Schlafmangel führt zu einem Mangel eines bestimmten Hormons, das häufig das Risiko von unkontrollierten Heisshungerattacken erhöht. Die Menschen neigen dann dazu, den Heisshunger mit Schokolade und Süssem oder koffeinhaltigen Getränken zu stillen. Ausserdem hat Schlafmangel zur Folge, dass das vegetative Nervensystem aus dem Lot gerät und falsche Impulse aussendet. Auf diese Weise wird der Körper weniger gut entgiftet. Sybille Binder, Ernährungsberaterin


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Vor der Uhrenfabrik Jaeger le Coultre (von links): Jean-Claude von Moos, Küchenchef Fritz von Moos und ich (Gertrud Ruf Kruckenfellner) mit Fernand.

Wo seid ihr nur alle geblieben?  Gesucht werden Bekannte aus der Uhrenfabrik Jaeger le Coultre, Le Sentier, Vallée de Joux, von 1954 bis 1956. Ich habe von 1954 bis 1956 in der Kantine der Uhrenfabrik gearbeitet. Ich stamme ursprünglich aus Öster-

reich, bin damals ins Welschland arbeiten gegangen und wohne heute in der Ostschweiz. Bitte meldet euch bei Gertrud Ruf Kruckenfellner E-Mail: marriott64@gmail.com

Hallo, Bernadette!  Gesucht wird Bernadette Jungo (lediger Name) aus Düdingen FR. Wir begannen 1962 zusammen ein Haushalts-/Französischjahr im Ursulinenkloster in Freiburg. Nach drei Monaten verliess ich das Kloster und verlor den Kontakt zu dir. Es würde mich freuen, wenn du dich meldest oder mir jemand Auskunft geben könnte. Roland Aebischer E-Mail: ro.ae@bluewin.ch Anzeige

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Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Keine Barauszahlung. Computergesteuerte Massenteilnahmen sind nicht gewinnberechtigt. Die Mitarbeiter der Migros-Medien sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Gewinner werden schriftlich benachrichtigt und mit Namen und Wohnort veröffentlicht. Auflösung Nr. 4: Mineralwasser

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1 8 Auflösung Nr. 43: 489 So nehmen Sie teil 3 4 Telefon Wählen Sie die 0901 560 044 (Fr. 1.–/Anruf ab Festnetz) 4 6 5 2 7 1 3 8 9 Gewinner Nr. 42: 8 SMS Senden Sie MMD4 gefolgt von der Lösungszahl, Ihrem Namen 81 27 93 64 58 39 76 15 42 Niklaus Lehner, 4 9 und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD4 234 Hans 6 4 8 9 1 2 5 3 7 Untereggen SG; 3 Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen 5 9 1 8 3 7 2 4 6 Annelise Naef, Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Sudoku, Postfach, 8074 Zürich 2 3 7 5 4 6 8 9 1 3 1 4 7 2 5 9 6 8 Oberuzwil SG; 4 Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel 5 7 9 5 2 1 6 8 4 7 3 Franz Studer, 7 8 6 3 9 4 1 2 5 Teilnahmeschluss: Sonntag, 2.11.2014, 24 Uhr Hägendorf SO; 6 5 Roland Schläppi, Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. 2 9 Oberwil BE; Keine Barauszahlung. Computergesteuerte Massenteilnahmen sind nicht gewinnberechtigt. 06010010662

Die Mitarbeiter der Migros-Medien sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Gewinner werden schriftlich benachrichtigt und mit Namen und Wohnort veröffentlicht.

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IMPRESSUM MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer Wochenblatt des sozialen Kapitals Organ des MigrosGenossenschafts-Bundes www.migrosmagazin.ch Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 558 467 Ex. (WEMF 2013) Leserschaft: 2 373 000 (WEMF, MACH Basic 2014-2) Adresse Redaktion und Verlag: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich Telefon: 058 577 12 12 Fax: 058 577 12 08 redaktion@migrosmagazin.ch

Herausgeber: Migros-Genossenschafts-Bund Leiter Migros-Medien: Lorenz Bruegger Publizistische Leitung: Monica Glisenti Chefredaktor: Hans Schneeberger Produktion: Andrej Abplanalp (Leitung), Bettina Langenbach (Chefin vom Dienst), Gerda Portner (Produzentin), Heinz Stocker (Korrektor) Ressort Reportagen: Sabine Lüthi (Leitung), Almut Berger, Andrea Freiermuth, Yvette Hettinger, Ralf Kaminski, Silja Kornacher (Volontärin), Monica Müller, Daniel Schifferle (Verantwortlicher Leben), Reto E. Wild

Ressort Migros Aktuell: Daniel Sidler (Leitung), Jean-Sébastien Clément, Andreas Dürrenberger, Béatrice Eigenmann, Anna Meister, Christoph Petermann, Michael West

Lithografie: Reto Mainetti (Leitung), René Feller, Max Sommer

Ressort Shopping & Food: Larisa Matkovic-Kilibarda (Leitung a. i.), Stefan Kummer (Produktionsleiter), Robert Rossmanith (Produktion), Heidi Bacchilega, Dora Horvath, Sonja Leissing, Fatima Nezirevic, Nicole Ochsenbein, Anna-Katharina Ris, Claudia Schmidt, Jacqueline Vinzelberg, Anette Wolffram

Bildredaktion: Olivier Paky (Leitung), Benjamin Krüger, Franziska Ming, Susanne Oberli, Helen van Pernis

Layout: Bruno Boll (Creative Director), Doris Oberneder (Art Director), Werner Gämperli, Nicole Gut, Gabriela Masciadri, Pablo Tys, Tatiana Vergara

Prepress: Liliane Bolliger, Marcel Gerber

Online: Reto Meisser, Reto Vogt

Kommunikation & Medien-Koordination: Eveline Zollinger (Leitung), Larisa Matkovic-Kilibarda, Rea Tschumi

Michael Glarner, Christine Kummer, Janine Meyer, Jasmine Steinmann

Verlag: Rolf Hauser (Leitung), Alexa Julier, Laila Müller-Boonya, Margrit von Holzen verlag@migrosmagazin.ch Tel: 058 577 13 70, Fax: 058 577 13 71

Media-Services: Patrick Rohner (Leitung), Tabea Burri, Aisha Kaufmann, Theresa Wuitz

Sekretariat: Stefanie Zweifel (Leitung), Imelda Catovic Simone, Nicolette Trindler

Anzeigen: Thomas Brügger (Leitung), Gian Berger, Yves Golaz, Andreas Hess, Hans Reusser, Angela Scasascia anzeigen@migrosmagazin.ch Telefon: 058 577 13 73 Fax: 058 577 13 72

Honorarwesen: Verena Hochstrasser

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NACHT

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NR. 44, 27. OKTOBER 2014 | MIGROS-MAGAZIN |

Ein Mensch verliert bis zu 1,5 Gramm Hautschuppen pro Nacht, im Jahr entspricht das einem halben Kilogramm. Ein gefundenes Fressen für Staubmilben. Ein Doppelbett kann von mehr als einer Million Milben bevölkert sein.

MEIN DING

«Hasi. Das ist ein flauschiges Plüschtier, das mir mein Gottenbub Niklas ausgeliehen hat, als er fünf war. Er sagte: ‹Damit du an mich denkst und besser schlafen kannst.› Seither hat Hasi seinen Platz in meinem Bett.»

MEIN FAHRBARER UNTERSATZ

«Ich kann nicht Auto fahren. Darum habe ich gleich drei Velos. Am seltensten, aber am liebsten bin ich mit dem Rennvelo unterwegs. Ich finde es elegant und komme damit recht gut die Hügel hoch.»

MEINE NACHTFAHRTEN

«Bis vor Kurzem wurde ich nach der ‹Nachtwach› jeweils von Taxichauffeur Hassan nach Hause gefahren. Auf den halbstündigen Fahrten führten wir immer angeregte Gespräche, und so lernte ich Hassan und seine Familie ein bisschen kennen.»

MEIN FLUCHTORT

«Wenn es mir zu hektisch wird, fahre ich nach Busskirch in Jona am See. Ein wunderschöner Platz! Hier entspanne ich oder schwimme kurze Runden, wenn das Wasser warm genug ist.»

«Es geht um Brüche im Leben»

Einmal pro Woche hört sich die Journalistin Barbara Bürer nachts die Geschichten anderer Menschen an. Dabei erfährt sie nicht nur Erfreuliches. Trotzdem hat sie mit «Nachtwach» ihren Traumjob gefunden. Wieso leben Sie in Rapperswil-Jona?

Name: Barbara Bürer Alter: 59 Sternzeichen: Fisch Wohnort: Rapperswil-Jona SG

Es ist der Ort meiner Kindheit, übersichtlich, nicht so hektisch wie Zürich und nah am Wald wie am Wasser. Beruf und Lebenslauf:

In Rapperswil-Jona aufgewachsen, KV, Sekretärinnendasein, dann meinen Mädchentraum Journalistin realisiert – von der Pike auf: zweijähriges Volontariat und Radio. Danach zurück zum geschriebenen Journalismus: «TagesAnzeiger», «Die Zeit», «Das Magazin». Dann zurück zum Radio. Seit 2007 moderiere ich «Nachtwach» ab 23.55 Uhr im Fernsehen auf SRF 1 und im Radio auf SRF 3 sowie in Rapperswil eine monatliche Gesprächsrunde. Was ich an mir mag:

Ich glaube, ich kann recht treu sein, wenn man mein Herz mal erobert hat. Was ich an mir nicht mag:

Meine Selbstzweifel und dass ich manchmal rastlos und ungeduldig sein kann. Dann hilft nur eins: im Wald laufen gehen.

Was ich mag:

Tiefgründiges, ein bisschen Melancholie, Herzlichkeit, Lachen und Menschen, die zu sich und ihrem Handeln stehen. Was ich nicht mag:

Oberflächlichkeit, für nichts Zeit haben. Meine berührendste Nachtwach-Geschichte:

Einst rief eine Frau an, die mit ihrem Mann zusammen ein kleines Taxigeschäft betrieben hatte. Eines Nachts wurde er von zwei Jugendlichen ausgeraubt und erschossen. Diese Frau schilderte mir in ihrem Anruf den ganzen Abend des Geschehens, vom gemeinsamen Nachtessen bis zur Mitteilung der Polizei, dass etwas Schreckliches geschehen sei. Das ist mir nahegegangen. Mein schönster Moment:

Nach der «Nachtwach» für einen Moment draussen unter dem Nachthimmel zu stehen. Danach sitzt die Redaktion zu einem Feedback zusammen. Um zwei Uhr morgens fahren wir in alle Himmelsrichtungen davon. Die Fahrt durch die Nacht hat etwas total Beruhigendes.

Trotzdem schlafe ich jeweils kaum vor halb vier Uhr ein. Mein schlimmster Moment:

Als ich 1997 meine Zelte in Zürich abbrach und nach Hamburg zog. Ich hatte nicht geahnt, dass Abschiednehmen so wehtun kann. Meine beste Freundin war mir eine grosse Hilfe. Sie hat mich in die fremde Stadt begleitet und mir so den Start ins Neuland leichter gemacht. Mein Lebensgefühl:

Freiheit! Zum Beispiel wenn ich im Sommer mit dem Velo in die Badi fahre, wenn ich frei habe und stundenlang lese, meine Eltern besuche oder über den Etzel nach Einsiedeln wandere. Meine Schwäche:

Ich kann nach einem guten Essen nicht aufhören zu naschen: Brot und Käse, Glace, Salznüssli. Es nimmt kein Ende. Mein Tick:

Ich kann das Haus nicht verlassen, ohne nachzusehen, ob der Herd aus ist. Text: Yvette Hettinger Bilder: Daniel Winkler


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NACHT

MIGROS-MAGAZIN | NR. 44, 27. OKTOBER 2014 |

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Für über 160 000 Menschen in der Schweiz gilt ein umgekehrter Tagesrhythmus. Wenn andere schlafen, dann gehen sie einer Arbeit nach.

MEINE SENDUNG

«Im Oktober 2006 ging ich trotz grosser Nervosität zum Casting für eine Nachtsendung. Dank ‹Nachtwach› erfahre ich Geschichten, die ich sonst nie zu hören bekäme. Nachts erzählt man andere Erlebnisse als am Tag. Oft geht es um Brüche im Leben, die interessieren mich, vor allem die Frage: Wie sieht das Leben danach aus? Es ist mein Traumjob.»

MEIN LIEBLINGSPLATZ IN DER WOHNUNG

«Mein Esstisch. Ich liebe es, hier am Morgen – noch im Pischi und leicht verschlafen – bei einer Tasse Cappuccino in der Zeitung zu blättern.»

MEIN LIEBLINGSLOKAL

«Das Café Hintergass in Rapperswil. Wenn ich mit meinem Gottenbub Niklas (7) herkomme, esse ich die besten Früchtetörtchen der Welt und lese alles mögliche von der ‹Gala› bis zum ‹Spiegel›. Niklas bestellt meist ein Zuckerbrötchen und liest ‹Asterix›. Die Frauen, die das Café führen, sind einfach toll.»

MEIN VORBILD

MEIN LIEBLINGSPRODUKT Bild: SF DRS

«Ich habe keine Vorbilder. Aber ich bewunderte Heidi Abel. Sie war klug, charmant und immer auch etwas chaotisch. Als ich 20 war, arbeitete ich für eine Sendung, die Heidi Abel präsentierte. Sie vermittelte herrenlose Hunde und Katzen. Ich hatte die Aufgabe, die Tiere im richtigen Moment loszulassen, damit sie mit Heidi Abel vor der Kamera posieren konnten.»

«Das Waschmittel Total ist ein Muss. Bevor ich die nasse Wäsche aufhänge, stecke ich jedes Mal kurz die Nase rein: dieser Geruch, einfach wunderbar!»


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