Ausgabe Aare, AZA 3321 Schönbühl-Shoppyland. Psdg DP AG Ent. bez. A 44631
NR. 44 | 31. OKTOBER 2011 www.migrosmagazin.ch
Zärtlicher Querkopf Wenn sich Michael Steiner etwas in den Kopf gesetzt hat, bringt ihn nichts davon ab. Bei Frau Minerva und Sohn Dean verwandelt sich der harte Filmer jedoch in einen zärtlichen Familienvater. | 118
2300 FRANKEN GEWINNEN I 111
Neu: Vier Seiten Rätsel SCHLAFWANDELN I 11
Nächtliche Streifzüge NEUE STUDIE I 91
Optimisten leben besser CHURER RHEINTAL I 98
Bild Alessandro Della Bella
Velotour im Krimikanton
Adressänderungen am Postschalter melden oder dem regionalen Mitgliederdienst: Tel. 058 565 84 01 E-Mail: dienstleistungen@gmaare.migros.ch
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dIese WoChe 4 |
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Inhalt
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edItorIal Hans Schneeberger, Chefredaktor
NR. 44, 31. OKTOBER 2011 | mIgros-magazIn |
mIgros WoChe 6 | Aktuelles
Gespannte Vorfreude
mensChen
Die Schlacht ist geschlagen, die Plätze in Bern sind verteilt: Die gewählten Bundesparlamentarier haben die Glückwünsche entgegengenommen und überall angestossen, die Verlierer wortreich ihre Niederlage erklärt und Gründe für ihre Nichtwahl gesucht. Kurz: Nach einer durchschnittlichen Wahl mit einigen Überraschungen kehrt wieder so was wie Ruhe im Bundeshaus ein. Oder sollte man es gespannte Vorfreude nennen? Denn schon am 14. Dezember stehen die Bundesratswahlen an. Kommt es auch da zu Überraschungen? Verliert Eveline Widmer-Schlumpf ihren Posten? Muss die FDP sich mit einem Mann zurückziehen? Oder wird am Ende gar die SP abgestraft und muss einen Sitz abgeben?
Die «richtige Person» war schon mal ein Thema.
Einer, der den Politbetrieb Jahrzehnte aus nächster Nähe verfolgen konnte, ist Oswald Sigg. Der frühere Bundesratssprecher hat zusammen mit den MM-Redaktoren Ralf Kaminski und Reto Wild einen Blick zurück auf die Wahl geworfen und gleichzeitig die Bundesratswahlen ausgelotet. Was bei seiner Analyse überrascht: SP-Mitglied Oswald Sigg befürwortet klar einen zweiten Sitz für die SVP. «Es wäre am besten, wenn man die SVP mit einem zweiten Sitz und der richtigen Person in den Bundesrat einbinden würde.» Aber eben: Das mit der «richtigen Person» war halt schon einmal ein Thema …
Das Migros-Magazin hat sich, wie Sie, liebe Leserin, lieber Leser, sich vielleicht erinnern, in einer Serie dafür starkgemacht, dass wieder mehr Menschen in diesem Land an die Urne gehen. Und offenbar zeigt das Engagement — das auch von vielen anderen Kräften getragen wurde — Wirkung: Nach einer Wahlbaisse in den 90ern hat die Wahlbeteiligung in den letzten Jahren wieder angezogen und lag dieses Mal bei 49,1 Prozent. Damit ist klar: 2015 wollen wir mithelfen, die 50er-Marke zu knacken.
11 | Porträt Drei Schlafwandler über ihr Leiden. 16 | Porträt Fünf Kreative hoffen auf renommierten Schweizer Design Preis. 23 | Auf ein Wort 24 | Porträt 1940 flüchteten Tausende von Polen in die Schweiz. Viele sind geblieben. 29 | Bild der Woche 30 | Interview Der ehemalige Bundesratssprecher Oswald Sigg über das neue Parlament und die Bundesratswahlen. 34 | Kolumne: Der Hausmann.
aktuell
37 | Musical Eveline Suter ist der Star des neuen Musicals «Alperose».
sChauFenster
43 | Serie Weihnachten Familie Felix guetslet sich schon einmal warm. Ihrer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. 53 | Flüssige Hefe 54 | Bio-Brote 68 | Gegen den Winterblues 71 | Nie mehr frieren 73 | Nicht ohne mein Deo 75 | Frischer Wind im Mund 76 | Für warme Kinderhände
hans.schneeberger@migrosmagazin.ch
M-Infoline: Tel. 0848 84 0848* oder Fax 0041 44 277 20 09 (Ausland). m-infoline@migros.ch; www.migros.ch Cumulus: Tel. 0848 85 0848* oder +41 44 444 88 44 (Ausland). cumulus@migros.ch; www.migros.ch/cumulus Redaktion Migros-Magazin: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Tel. 044 447 37 37, Fax 044 447 36 01 redaktion@migrosmagazin.ch; www.migrosmagazin.ch; * Normaltarif Anzeige
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103 | FAMILIE Am Daumen zu nuckeln beruhigt Kinder. Dauerlutscher riskieren aber Folgeschäden.
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diese woche
MIGROS-MAGAZIN | Nr. 44, 31. OktOber 2011 |
INHALT | 5
SAISONKÜCHE
78 | Küchenhistorikerin Historikerin Nicole billeter kocht Fleischvögel. Nach einem uralten rezept. 82 | Wintergemüse feiert Comeback topinambur, Pastinake oder weisse rüben sind in den küchen wieder gerne gesehen.
IHRE REGION
85 | Neues aus Ihrer Genossenschaft
LEBEN
91 | Mix 98 | outdoor Mit dem Velo auf den Spuren des düsteren kriminalfilms «es geschah am hellichten tag».
103 | Familie Daumenlutschen kann den kiefer verändern. Nuggis übrigens auch. 104 | Auto Der Dacia Sandero im Familientest.
MEINE WELT
118 | Michael Steiner Der bekannteste Schweizer Filmer einmal ohne kamera.
RUBRIKEN
9| 106 | 108 | 111 | 115 | 116 |
Forum: Leserbriefe Bitte melde dich Leseraktion rätsel Impressum Cumulus
16 | Porträt Sara Vidas ist für den Schweizer Design Preis nominiert. Die Konkurrenz im Business ist gross. Zu Besuch bei fünf jungen Anwärtern auf den Sieg.
bilder Matthias Willi, tina Steinauer,
11 | Porträt Bis zu 30 Minuten streifen Schlafwandler nachts umher. Was sie in dieser Zeit getan haben, wissen sie nicht. Erwin Köchli und zwei andere Schlafwandler erzählen.
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mIgros-WoChe aktuelles 6 |
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neWs
Workshops für junge Tüftler
Günstig durch den Winter
Bugnplay.ch will Kinder und Jugendliche zwischen acht und 20 Jahren mit den digitalen Medien und Techniken vertraut machen. Das Projekt des Migros-Kulturprozents bietet neu ganztägige Workshops in Lausanne, Lugano, Luzern und Winterthur an. An einem der Workshops lernen die Teilnehmenden, aus einer Abwaschbürste, einem Motor, einem Schalter und ein paar Drähten einen kleinen Roboter zu bauen. Zudem zeigen Künstler, wie Stop-Motion-Filme hergestellt und zu Hause nachgefertigt werden können. Der erste Workshop findet am 5. November in Luzern statt. Sämtliche Infos: www.bugnplay.ch
Die Migros-Aktionsbroschüre für die Wintersaison 2011 / 2012 ist da. Migros-Genossenschafter finden darin viele vergünstigte Angebote: Wintersportler erhalten zum Beispiel Rabatt bei Bergbahnen und Skiliften, kulturell Interessierte kommen billiger ins Kunsthaus Zürich oder ins Museum der Kulturen in Basel, und Abenteuerlustige kommen im Alpamare in Pfäffikon SZ oder auf der Kartbahn in Rümlang ZH auf ihre Kosten. Die Broschüre ist ab dem 4. November für alle Genossenschafter in den Filialen der Genossenschaften Aare, Basel, Luzern, Ostschweiz und Zürich erhältlich.
FrIsCh In der mIgros
Winterspargel
regIon aare
Bilder Stockfood/bab.ch / Keystone 2
Festliche Köstlichkeiten Weihnachtsessen, Kundenevent oder Neujahrsapéro? Es naht die Zeit der grossen Feierlichkeiten, bei denen erlesene Häppchen und opulente Buffets nicht fehlen dürfen. Der Catering Service der Migros Aare bringt zu jedem Anlass festliche Speisen auf den Tisch. Das aktuelle Winterspezial besticht mit saisonalen Gaumenfreuden, passenden Getränken und festlicher Buffetdekoration zu verlockenden Preisen. Jede Köstlichkeit ist ein kleines Geschenk an die Gäste, und so wird der Anlass lange in guter Erinnerung bleiben. Alle Details zum Winterspezial und zum gesamten CateringAngebot unter www.csm-aare.ch
Für unsere Grossmütter waren die Gemüseschätze des Winters noch wohlbekannte Beilagen. Sie freuten sich auf Rosenkohl, Kabis und Co. Eine besondere Delikatesse, die Schwarzwurzel, wird zu Recht auch als Winterspargel bezeichnet und schmeckt gegart im Salat oder als Gemüsebeilage. Beim Schälen ist allerdings Vorsicht geboten: Die Wurzeln sondern eine klebrige Flüssigkeit ab und färben alles braun. Am besten, man schält sie mit Plastikhandschuhen unter fliessendem Wasser und bewahrt sie bis zum Kochen in Essigwasser auf. So behalten die Schwarzwurzeln ihre weisse Farbe. Erhältlich sind Schwarzwurzeln jetzt in ausgewählten Ostschweizer Migros-Filialen sowie in den Regionen um Freiburg und Genf.
NR. 44, 31. OKTOBER 2011 | mIgros-magazIn |
Blaue Treppchen: An der Familienkasse können Kinder beim Einpacken helfen.
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MigroS-woche
mIgros-magazIn | Nr. 44, 31. OKTOBer 2011 |
aktuelles | 7
Projekt Familienkasse
Viel Platz, keine Süssigkeiten: Die Migros testet familienfreundliche Kassen.
J
eder kennt die Szene: Während Ma mi die Waren aufs Förderband legt, geht hinter ihr der Tumult los. Die Kinder fordern lautstark Schoggi und Kaugummi, die in der klassischen Kas senzone präsentiert sind. Nun geht die Migros einen neuen Weg: Während der letzten Monate wurden im Shoppyland Schönbühl BE sogenannte Familienkas sen eingeführt,an denen keine Süssigkei ten mehr angeboten werden. Zudem haben die Verantwortlichen den Raum
zwischen den Kassen für Kinderwagen vergrössert. Das Projekt kam zustande dank der Zusammenarbeit der Migros Aare mit der Stiftung für Konsumenten schutz (SKS): «Das Problem der nor malen Kassenzone für Eltern mit Kleinkindern ist bekannt», sagt SKS Geschäftsleiterin Sarah Stalder.Bald gibt es Familienkassen in elf weiteren Filialen. «Auch andere Genossenschaften denken darüber nach», ergänzt MigrosSpre cher Urs Peter Naef. cp
Gesündere Kassensnacks Unabhängig vom Versuch mit den Familien kassen wechselt die Migros zweimal jährlich das Kassensortiment aus. Dabei werden diverse Kundenwünsche berück sichtigt. Seit dem Wechsel im Herbst sind vor allem gesündere Snacks wie Nuss mischungen und Blévita in der Kassenzone erhältlich. Zudem werden pro Wechsel bis zu 20 Produkteneuheiten lanciert, zum Beispiel WasabiNüsse oder Salzstangen.
Preise für Milchprodukte sinken Die Migros senkt die Preise für Milch produkte. Grund sind tiefere Preise auf dem Milchmarkt. «Die Migros kann die Milch günstiger einkaufen und gibt
Kosteneinsparungen wie immer kon sequent an die Kunden weiter», sagt Sandra Stöckli, bei der Migros zustän dig für Milchprodukte.
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FORUM
MIGROS-MAGAZIN | NR. 44, 31. OKTOBER 2011 |
LESERBRIEFE | 9
MM 43: «Ich bin allgemein nicht mehr so giftig», Interview mit dem Kabarettisten Lorenz Keiser zu dessen neuem Programm «Big Bang».
«Was für eine Frechheit!» ■ Es ist eine Schande, dass die von uns überbezahlten Fernsehleute nur noch Sendungen für Vollidioten und Analphabeten machen. Lorenz Kaiser ist doch wirklich keine hohe Philosophie, sondern nur ein engagierter Bürger, der sein Geld selbst verdient, eigene Gedanken hat und ebensolche in der Bevölkerung erregen will.
Kabarettist Lorenz Keiser im Interview mit dem Migros-Magazin.
Raphael A. Bär 9244 Niederuzwil
■ In Ihrem Interview steht: «Jedenfalls hat es das Schweizer Fernsehen abgelehnt, ‹Big Bang› aufzuzeichnen. Es sei zu anspruchsvoll für die Zuschauer.» Zu anspruchsvoll? Das zu behaupten ist eine Frechheit, aber charakteristisch für unser helvetisches «Telewischen»! Das Schweizer Fernsehen bevormundet uns je länger, je mehr, zeigt zensierte Bilder in der «Tagesschau», lehnt «Big Bang» ab, und entscheidet selbstherrlich, was wir sehen dürfen und was nicht. Wer und wo sind wir denn. Es behandelt uns zunehmend, als fehlte es uns an Verstand. Und einem solchen Publikum bietet das Schweizer Fernsehen natürlich nichts anderes als unbedeutende, langweilige Sendungen. Es gibt zum Glück intelligente ausländische Sender. Man wird schnell fündig und einmal
MM 43: Leserbriefe zum Titelbild «Pfupf im Füdle» des Migros-Magazins 42.
«Jeder Berner versteht diesen Spruch» ■ Ich habe mich über die Leserbriefe genervt. Ich fand den Titel «Pfupf im Füdle» von MM 42 sehr gut. Das ist echt «Bärndütsch». Jeder Berner versteht diesen Spruch. Und wer kein «Bärndütsch» versteht, soll weder lamentieren noch kommentieren.
Sonja Schnyder 3302 Moosseedorf
MM 42: Leserbriefe zum Artikel «Wenn jeder Rappen zählt» im MM 41.
«Wir waren arm, aber glücklich»
Bild Siggi Bucher
■ Mit Freude und Spass, aber auch mit Verwunderung, habe ich den Artikel zum Thema «Armut in der Schweiz»
umgeschaltet, bleibt man dann auch bei der Konkurrenz. Viel Erfolg in New York, Herr Keiser!
und die Leserreaktionen gelesen. Ich selber bin das erste von acht Kindern (geb. zwischen 1945 und 1963). Unser Vater war einfacher Mechaniker mit kleinem Lohn. Er führte die Krankenkasse im Dorf, fuhr mit dem Firmencar von Bally Schönenwerd die Arbeiter morgens und abends zur und von der Arbeit und verdiente sich damit einen kleinen Zustupf. Unsere Mutter strickte die Pullover, Socken und Mützen, und die Grossmutter kaufte auf dem Markt Stoff und nähte uns Röcke, Blusen und Schürzen. Auch meine erste Skihose hat sie mir genäht. Mit einem grossen Pflanzplätz und einigen Obstbäumen deckten wir den Gemüse- und Früchtebedarf. Auch die Nüsse wurden gesammelt und in der Küche verwertet. Früchte wurden heiss eingefüllt, und so gabs aus den Beeren aus dem Garten feine Konfitüre. Butter nur am Sonntag! Wir waren vielleicht «arm», aber wir Kinder hatten eine
Barbara Freudiger 3047 Bremgarten
frohe, gesunde und auch strenge Jugend. Jedes musste irgendwie helfen (was selbstverständlich war). Jäten im Garten, Obst auflesen, abtrocknen und die kleinen Geschwister hüten. Es gäbe noch viel zu schreiben. So war es halt damals. Das grösste Gut, das wir aber hatten, war die Liebe unserer Eltern. Sie haben uns auf den Weg gegeben, dass nicht nur das Materielle zählt. Wir haben noch heute einen super Zusammenhalt untereinander. Bravo, Migros-Magazin! Weiter so!
Madeleine von Arx, 4663 Aarburg
«Jedes Kind musste irgendwie helfen. Jäten im Garten, Obst auflesen, abtrocknen.» Madeleine von Arx, 4663 Aarburg
Schreiben Sie uns: Wir freuen uns über Briefe und Mails zu Artikeln im Migros-Magazin. Je kürzer Ihr Brief, desto grösser die Chance, dass er veröffentlicht wird. Zuschriften können durch die Redaktion gekürzt werden. Per Post an Redaktion Migros-Magazin, Leserbriefe, Postfach 1751, 8031 Zürich, oder per Mail an leserbriefe@migrosmagazin.ch. Und vergessen Sie bitte nicht, Ihre Adresse und Ihre Telefonnummer anzugeben.
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mIgros-magazIn Nr. 44, 31. OktOber 2011
MENSCHEN porträt 11 Erwin Köchli schlafwandelt seit der Kindheit. Je mehr Stress er hat, umso häufiger ist er nachts unterwegs.
Nächtliche Streifzüge
Sie stellen in der Nacht die Wohnung um, verstecken Dinge oder füttern die Katze. In der Schweiz gibt es rund 200 000 Schlafwandler. Drei Betroffene haben dem Migros-Magazin ihre Geschichte erzählt.
Menschen porträt
Nr. 44, 31. OktOber 2011 Migros-Magazin
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Schlafen sie oder wachen sie?
H
ast du gut geschlafen?», lautet meist die erste Frage des Tages.Erwin Stöckli (37) beantwortet diese selten mit einem fröhlichen Ja.Seit der Kindheit schlafwandelt er.Je mehr Stress er hat, desto öfter geht er nachts auf Wanderschaft, durchschnittlich zweibis dreimal pro Woche. Was aber genau passiert mit dem Familienvater, wenn er zu Bett geht? Bereits um einzuschlafen, benötigt er zwei Stunden. In der Nacht steht er dann plötzlich auf,schiebt manchmal das Bett samt Ehefrau darin durchs Zimmer. Er wandelt alleine durchs Haus. Er tastet mit den Händen Wände ab. Ernsthaft verletzt hat er sich noch nie — und auch seine Frau trug höchstens einmal einen blauen Flecken davon. Am Morgen nach einer durchwandelten Nacht aber ist Stöckli nur schwer wach zu kriegen. Während des Tages fühle er sich oft, «als würde in meinem Motor das Öl fehlen», sagt er. Er arbeitete als Pöstler, doch durch sein unkontrolliertes Treiben in der Nacht wurde er arbeitsunfähig. Jahrelang plagte ihn das schlechte Gewissen. Wieso tat er schlafend Dinge, über die er keine Kontrolle hatte? «Ich lag abends im Bett und dachte immer wieder dasselbe: Hoffentlich mache ich diese Nacht nichts.» Der Druck wurde grösser. Er hatte ja Familie, Verantwortung. Heute erhält er — nach einem langen Leidensweg — eine IV-Rente. Über die Häufigkeit nächtlicher Aktivitäten liegen bis heute lediglich Schätzungen vor. Bei Erwachsenen geht man davon aus, dass zwei bis vier Prozent an chronischem Schlafwandeln (Somnambulismus) leiden, bei Kindern sind dagegen zwischen zehn und 15 Prozent betroffen. In jungen Jahren verliert sich die Schlafstörung (Parasomnie) in den meisten Fällen in der Pubertät. Bei Erwachsenen treten sogenannte Episoden jedoch unterschiedlich häufig auf,sie dauern oft nicht länger als sieben bis höchstens 30 Minuten.
«Immer wieder mussten wir hören, dass wir faul sind.»
* Name der Redaktion bekannt.
Aufgrund der Untersuchungen in Schlaflabors weiss man heute,dass es sich beim Schlafwandeln um eine Störung des Aufwachmechanismus handelt, der — abweichend vom Verhalten der meisten Schläfer — zu nicht bewussten psychomotorischen Aktivitäten und zum Aufstehen führt.
erwin stöcklis schlafproblem ist genetisch vererbt Erwin Stöcklis verstorbener Vater war auch Schlafwandler, bis zu seinem Tod begab er sich aber nie in Behandlung. Schwester und Bruder leiden an einer stärkeren Form von Apnoe,das heisst,es kommt bei ihnen im Schlaf zu Atmungsstörungen, weil sich der Atmungsweg verschliesst. Die Mutter wiederum krankte ein Leben lang an Narkolepsie, nickte oft mitten im Gespräch einfach ein. «Jahrelang wussten wir nicht, welches Problem in unserer Familie vorliegt», sagt Erwin Stöckli. «Immer wieder mussten wir hören,dass wir doch einfach nur faul sind.» Erwin Stöckli begab sich ins Schlaflabor. Mittlerweile schlafwandelten nämlich auch seine Töchter beziehungsweise zeigten Anzeichen. «Was bei mir schwere Schuldgefühle auslöste», so Stöckli. Professor Claudio Bassetti, Direktor am Neurologischen Zentrum in Lugano und international bekannt für seine Studien über «Sleepwalking» (siehe Seite 15), brachte Licht ins Dunkel.Stöckli: «Er diagnostizierteeineSchlafapnoealsAuslöser.»Undwasnochvielwichtigerwar:Er konnte nachweisen, dass in Stöcklis Familie eine genetische Vererbung vorlag. «AlswirAnfang2000beweisenkonnten, dass Schlafwandeln eine genetische Prädisposition hat, war das auch für uns ein sehr wichtiger Durchbruch», sagt Claudio Bassetti. Dem Neurologen ist im SchlaflaboreinweiteresMeisterstückgeglückt: «Es gelang uns zum ersten Mal aufzuzeichnen, dass bei einem SchlafwandlergewisseElementedesHirnsaufwachen, wenn er in der Nacht aktiv wird, während andere noch schlafen.» S. A. (30)* hat bei diesem letzten Kunststück aktiv mitgewirkt. Er ist der Patient, der sich für den Versuch im Schlaflabor verkabeln liess. Trotzdem will er anonym bleiben.Schlafen,sagt er, sei schliesslich eine sehr private Sache. S. A. schlafwandelt wie Stöckli seit der Kindheit. Und auch bei ihm ist das
Schlafwandeln vererbt. «Ich bin in meiner Familie am stärksten betroffen, steige fast jede Nacht aus dem Bett.» Um besser zu verstehen, was in diesem Moment genau passiert, filmte er sich selbst. Was er gesehen hat, habe ihn schockiert. Und trotzdem habe er nicht das Gefühl,dass er nun deswegen von der Norm abweiche.«Ich schlafwandle einfach.» Festgehalten im Film war folgendes: S. A.schlief schnell ein,bereits nach 20 Minuten aber flüchtete er wieder aus dem Bett, unkoordiniert, ruckartig, wie von der Tarantel gestochen.Dann wachte er langsam auf. «In diesem Moment des Erwachens habe ich oft massives Herzrasen»,sagt er.Zu Selbstverletzungen sei es bis jetzt selten gekommen,einmal habe er sich beim Sprung von einem Pult den Fuss verstaucht. Mit seiner Freundin hat er die Vereinbarung getroffen, dass sie in getrennten Zimmern schlafen. «Nur einmal hat sie versucht, eine Nacht mit mir im gleichen Bett zu verbringen, anschliessend musste sie sich eingestehen, dass das nicht geht.» Im Beruf — S. A. arbeitet im Marketingbereich — fühlt er sich trotz dieser Schlafstörungen in seiner Leistung nicht eingeschränkt.«Ich bin extrem produktiv, wenn ich konzentriert arbeite. Ich fühle mich im Prinzip wie ein schnelles Auto, das streckenweise mit der Handbremse fährt.Das heisst,manchmal fehlt die Energie, aber ich komme trotzdem auf eine zufriedenstellende Geschwindigkeit.» Bei der Arbeit in der Leistung ebenfalls nicht reduziert fühlt sich Schlafwandlerin R. B.* Das Besondere an ihrem Fall ist, dass die Arztsekretärin als Kind schlafwandelte, zwischen 15 und 28 jedoch keine Störungen mehr aufwies. «Dann fing es wieder an, ich versteckte in der Nacht meinen Ring, der unauffindbar blieb, ich schloss meinen Freund aus, ich stellte den Katzen ein weiteres Töpfchen mit Wasser hin.» Nachforschungen haben ergeben, dass auch ihre Cousins und Cousinen nächtliche Streifzüge unternehmen.«Obwohl mein Freund und ich mit meinen Schlafstörungen gut klarkommen, werde ich darum bald einen Untersuch im Schlaflabor machen.» Gelernt, mit dem Schlafwandeln zu leben, haben alle drei Betroffenen. Stöckli sagt: «Es geht mir besser,seit ich das alles akzeptiere, mir einfach sage, es
mIgros-magazIn
Nr. 44, 31. OktOber 2011
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13 Zwei bis drei Mal pro Woche unternimmt Erwin Köchli nachts einen Ausflug. Ernsthaft verletzt hat sich der 37-Jährige bis jetzt noch nie.
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migros-magazin
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Nr. 44, 31. OktOber 2011
15 ist ein Teil von mir. Und seit ich mit meiner Tochter Musik mache. Das bedeutet mir sehr viel.» Stöckli ist der Einzige,der die Störung auch medikamentös behandeln lässt.
bild Marc Steinmetz/VISUM
ein mörder wurde wegen schlafwandelns freigesprochen Dass Schlafwandlen in seltenen Fällen durchaus gefährlich sein kann,beweisen andere Fälle, in denen es «während des Schlafs» zu Vergewaltigungen («SleepSex») und sogar zu Mord kam. Der Fall des Kanadiers Kenneth Parks zum Beispiel erregte grosses Aufsehen. Am 24. Mai 1987 gegen 3.30 Uhr erhob sich der damals 23-jährige Student schlafwandelnd von seiner Couch und fuhr 23 Kilometer zu seinen Schwiegereltern. Mit einem Brecheisen betrat er das Haus und verletzte im Schlaf seinen Schwiegervater. Dann brachte Parks mit dem Küchenmesser seine Schwiegermutter um. Erst nachdem er wieder im Wagen sass, erwachte er und fuhr zur Polizeistation. Über die Täterschaft bestand im Fall Parks kein Zweifel.Trotzdem wurde der Kanadier freigesprochen. Ein schlafmedizinisches Gutachten brachte ans Tageslicht, dass er zur Tatzeit unzurechnungsfähig gewesen war. Über Schlafwandler weiss man heute: Der emotionale Teil des Hirns wird beim Schlafwandeln stärker durchblutet, während die Partie, die für willentliches Handeln zuständig ist, deutlich reduziert ist. Auch im Zwillingsmordfall im zürcherischen Horgen — die 36-jährige Mutter Bianca B. brachte im Dezember 2007 im Schlaf ihre beiden Kinder um — musste ein schlafmedizinisches Gutachten über Schuld oder Unschuld entscheiden. Bianca B. hatte bei der Befragung durch die Polizei nämlich zu Protokoll gegeben, dass sie geträumt habe, als sie zu den Kindern gegangen sei. Neurologe Claudio Bassetti untersuchte die Frau im Schlaflabor. Sie hatte ihm vorgängig erklärt, dass sie bereits vor der Tat nachts herumgewandelt sei, vor allem wenn sie ein gewisses Medikament eingenommen habe. Darum wurde ihr dieses Medikament im Schlaflabor verabreicht.Anders als im Fall Parks kam der Experte jedoch zum Schluss, dass bei Bianca B. kein Schlafwandeln vorliege und somit auch keine Unzurechnungsfähigkeit: «Ihre Bewegungen waren atypisch für eine Schlafwandlerin», sagt Bassetti. Die Hausfrau aus Horgen wurde schuldig gesprochen und verurteilt — zu lebenslänglicher Haft. Texte Judith Wyder Bilder Tina Steinauer
Claudio Bassetti leitet das Neu rologische Zentrum in Lugano, und betreibt seit Jahren Schlafforschung.
«Auch im Hirn muss jeder Teil wissen, wann er ins Spiel kommen muss» Claudio Bassetti ist Direktor des Neurologischen Zentrums der italienischen Schweiz in Lugano und Träger des Pisa Sleep Award, des wichtigsten Schlafforschungspreises Europas. Claudio Bassetti, jedes zehnte Kind in der Schweizschlafwandelt.Diese Störungverliert sich aber meistens in der Pubertät. Warum sind Heranwachsende häufiger aktiv in der Nacht als Erwachsene?
Es ist eine komplexe Angelegenheit, ruhig zu schlafen. Gewisse Prozesse im Hirn benötigen ihre Zeit, bis sie richtig orchestriert sind. Wir stehen ja auch nicht sofort nach der Geburt auf,obwohl wir Beine haben. Auch im Hirn muss jeder Teil wissen,wann er ins Spiel kommt, und solange nicht jede Gruppe weiss, wann genau das ist, können Schlafstörungen auftreten. Welche Ursachen stehen bei Erwachsenen im Vordergrund?
Beim Schlafwandeln beobachten wir einenunkoordiniertenZustandzwischen TeilendesGehirns,dienochschlafen,und solchen, die schon erwacht sind und dazuführen,dassmansichbewegt.DieDissoziation ist dieses Nicht-orchestriertSein. Dafür können genetische Ursachen verantwortlich sein — was bei ungefähr einem Drittel der Schlafwandler der Fall ist — und andere Störungen wie zum Beispiel ein Schädel-Hirn-Trauma, Parkinson oder Epilepsie. Verstärkend wirken Alkohol, Drogen, Stress und Fieber.
Trifft es zu, dass Schlafwandler nur äusserst selten gewalttätig werden?
Ja, es braucht eine gewisse Interaktion mit der Aussenwelt, damit ein Schlafwandler gewalttätig wird. Darum sollte man Schlafwandlern auch immer behutsam den Weg ins Bett weisen. Schwere Gewalttaten sind wirklich sehr selten, aber wenn es zu solchen kommt, geht die Gewalt öfter von Männern aus. Was sollte ein Schlafwandler unbedingt vermeiden?
«Schwere Gewalttaten sind wirklich sehr selten.»
Meistens weiss ein Mensch, der schlafwandelt, was ihm guttut und was nicht. Vermeiden sollte man als Schlafwandler ein Schlafmanko, zu viel Stress, wenn möglich Fieber, Alkoholexzesse und natürlich den Konsum von Drogen. Und wann sollte ein Schlafwandler zum Arzt gehen?
Wenn er regelmässig in der Nacht aktiv ist, vor allem dann, wenn er sich selbst verletzt.
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porträt
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Wettkampf der Ästheten
Das renommierte Design Center Langenthal zeichnet alle zwei Jahre die kreativsten Schweizerinnen und Schweizer aus. Dieses Jahr kämpfen 34 fantasievolle Schaffer um den begehrten Schweizer Design Preis. Das Migros-Magazin stellt fünf vor.
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er eine tüftelt seit Jahren an multifunktionalen Stühlen, zwei andere revolutionieren mit ihrem Holzschnittverfahren nicht weniger als den Innenausbau. Die eine macht in Mode, ein anderer setzt auf Technik. Der Jahrgang 2011 kann sich sehen lassen. Über 300 Eingaben trafen beim Design Center im bernischen Langenthal ein. Und jede einzelne wurde von einer Jury aus internationalen Fachleuten des jeweiligen Bereichs begutachtet. Am Schluss blieben 34 Arbeiten aus den Bereichen Mode, Möbel, Kommunikation, Produkt, Interieur und Interdisziplinär. Sie sind nominiert und haben die Chance, am 4. November den begehrten Design Preis Schweiz in Empfang zu nehmen (www.designpreis.ch).Einige der Nominierten sind alte Hasen und bereits bestens im Markt etabliert,wie zum Beispiel Roger Aeschbach, Co-Projektleiter des Schweizer Pavillons in Schanghai, oder Alfredo Häberli aus Zürich, Star unter den Produktedesignern. Andere haben keinen grossen Namen.Noch nicht.Aber sie zeigen mit ihrem Schaffen grosses kreatives Potenzial.Ob bekannt oder unbekannt, preisgekrönt oder nicht, vom 4. November bis am 18. Dezember 2011 sind sämtliche Arbeiten im Design Center Langenthal öffentlich ausgestellt.Der Eintritt ist kostenlos. Texte Ruth Brüderlin Bilder Matthias Willi
Architekt Nicolas Stäubli ist mit seinem Stuhl «Reversible» nominiert.
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Wenig Material – viele Möglichkeiten Die Ausbildung zum Architekten sei eine Denkschule,sagt Nicola Stäubli (33) aus Bern. Also machte er 2004 sein Diplom undfortanganzandereDinge:Velokurier, Disponent, Ausstellungsgestalter und eben Designer. Er kreiert mit Hingabe alle möglichen Möbel: Gestelle, Tische, Stühle. Gerne als multifunktionale Module. Bei der Sitzgelegenheit Reversible ist nicht nur der Bezug beidseitig verwendbar,auchdieRohrelassensichleicht auseinandernehmen und neu zusammensetzen.So entsteht je nach Bedarf ein Sessel oder eben ein ordentlicher Stuhl.
«Ein Stuhl ist ein sehr anspruchsvolles Projekt, denn man muss die dynamische Belastung miteinbeziehen.Darum eignet er sich am besten, um seine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen.» Stäubli ist Autodidakt und folgt einer Maxime: mit möglichst wenig Material möglichst viel erreichen. Die Stoffbezüge der Prototypen hatte er noch eigenhändig genäht, mittlerweile lässt er sie herstellen. Denn der Reversible ist markttauglich, wenn auch noch nicht in Produktion. Immerhin: Zurzeit finden Gespräche mit einem internationalen Hersteller statt.
Textildesignerin Ginny Litscher steigt mit ihrer Schalkollektion Take a second look ins Rennen.
Stoff für unzählige Geschichten Tiger, Totenschädel und bunte Clowns: Die Seidenschals der Zürcherin Ginny Litscher (27) wecken auf den ersten Blick Assoziationen mit Indien, mit Tattoosujets oder Zirkusszenen. Der Name der Kollektion lautet nicht zufällig Take a second look, schau ein zweites Mal hin. In den aufwendigen Mustern sind kleine Geschichten versteckt, witzige Anspielungen und mitunter neckische Frivolitäten. «Ein kleines Augenzwinkern halt», sagt Ginny Litscher. Sie mag es, wenn ihre Werke zwar klassisch aussehen, aber ganz neu interpretiert sind.
Bis zu zwei Monate zeichnet sie von Hand an den Designs.Anschliessend werden sie in Italien auf Seide gedruckt. In ihrem Atelier mit atemberaubendem Blick auf den Zürichsee näht sie daraus Schals, die bereits in einigen exklusiven Boutiquen in Zürich und St.Moritz zu kaufen sind. Litscher machte ihr Diplom als Textildesignerin an der Kunsthochschule Luzern, studierte am renommierten Saint Martins College in London und war Assistentin von Vivienne Westwood und Alexander McQueen in London sowie von Diane von Fürstenberg in New York.
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Modedesignerin Sara Vidas hofft, mit ihrer Damen-Winterkollektion Kiki in Langenthal einen Preis zu ergattern.
Das Atelier steht im Elternhaus Sara Vidas (28) aus Männedorf ZH näht die Prototypen für ihre Kollektionen eigenhändig.Oft umgeben von Freunden und Familienmitgliedern, die ihr zur Hand gehen. Obwohl sie von sich sagt: «Handarbeit war nie mein bestes Fach.» Etwas anderes als Selbermachen kann sie sich nicht leisten. Modedesign ist eine brotlose Kunst. «Ich weiss nicht, ob ich je davon leben kann. Ich gebe mir mal
fünf Jahre,bis mein Label läuft,und zehn Jahre, bis es rentiert.» Von der Idee bis zum fertigen Produkt entsteht alles in ihrem Atelier im Haus der Eltern. Ihren Lebensunterhalt und die Vorfinanzierung der neuen Kollektionen verdient sich Vidas als freischaffende Stylistin für Fotografen und Werbeaufnahmen. Sie studierte in Zürich,Buenos Aires und Basel und kann auf eine stattliche Anzahl
Presseberichte blicken, die sie als grosses neues Talent feiern. Nur kann sie davon weder Miete bezahlen noch neuen Stoff kaufen. Um so willkommener wäre der Zustupf aus Langenthal. Immerhin: Der renommierte RA Concept Store in Antwerpen verkauft Teile ihrer Kollektion.«Die hängen dort neben grossen Namen wie Jeremy Scott und Gareth Pugh. Darauf bin ich sehr stolz.»
Auch Kohlenhydrate machen dick Ist Fett wirklich am Übergewicht schuld? Oder sind auch die viel gepriesenen Stärkeprodukte wie Brot, Teigwaren und Reis mitverantwortlich? 37% der SchweizerInnen sind zu dick. Die Gründe kennen wir: falsche Ernährung und zu wenig Bewegung. Dies ist nicht nur ein ästhetisches Problem, sondern auch ein Risikofaktor für unsere Gesundheit. Wurden bisher vor allem die Nahrungsfette als Hauptverursacher für das Übergewicht angesehen, geraten nun auch die Kohlenhydrate immer stärker in den Fokus. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass die offizielle Empfehlung, möglichst fettarm zu essen und dafür 60% des Kalorienbedarfes aus Kohlenhydraten zu decken, in unserer bewegungsarmen Zeit nicht mehr aktuell ist. Werden nämlich mehr Kohlenhydrate aufgenommen, als der Körper benötigt, werden diese in Fett umgewandelt und als Reserve gespeichert. Wie werden wir diese Reserven wieder los? Grundlage einer nachhaltigen Gewichtskontrolle sind ausreichende Bewegung und eine gesunde, kalorienreduzierte Ernährung. Ergänzend können moderne Präparate eingesetzt werden.
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Niemand macht mehr Schweizer glücklich.
Industriedesigner Christian Kuhn (links) und Serge Lunin, Werklehrer und Schreiner, präsentieren ein neues Holzschnittverfahren.
Schnitt für Schnitt zur Revolution des Innenausbaus Am Anfang stand ein ambitioniertes Projekt von Christian Kuhn (30). Vor fünf Jahren wollte er in einem Weiterbildungskurs an der Zürcher Hochschule der Künste bei Serge Lunin (52) eine Holzliege bauen. Das Ding erwies sich als widerspenstig.Also begannen die beiden zu experimentieren und erfanden ein neuartiges Einschnittverfahren, mit dem sich steife Holzwerkstoffplatten dreidimensional verformen — und in fast jeder beliebigen Form wieder stabilisieren lassen.Als sich herausstellte, dass sich das neue Produkt hervorragend zur Schall-
absorption eignet, dämmerte den beiden Tüftlern, dass sie ein Juwel in Händen hielten. Eines, das die Geschichte des Innenausbaus revolutionieren könnte. «Es war die pure Lust am Entdecken und Erfinden, die uns vorantrieb», sagt Christian Kuhn. «In einem Pingpong an Überraschungen arbeiteten wir uns vom kleinen Holzstück zum Streifen und schliesslich zur ganzen Fläche vor», ergänzt Serge Lunin. Sie tauften ihre Erfindung Dukta, liessen sie patentieren und haben erste erfolgversprechende Aufträge. Unter anderem von Swisscom.
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Haarausfall … Kraftlose Haare … Brüchige Nägel …
Nur das Rad hat er nicht selber neu erfunden Patrik Vögtli (35) aus Arlesheim BL ist begeisterter Velofahrer und hatte jahrelang ein eigenes Velogeschäft. Ihm gefiel das Design der italienischen Räder,und er war fasziniert von der perfekten Technik der Bikes aus Amerika und Deutschland. Bloss beides vereint in einem ist schwierig zu finden. Also begann er,Veloteile zu entwickeln und in einem weit verzweigten Netzwerk zu produzieren. Leicht sollten sie sein, stabil und natürlich formschön. Im Laufe der Jahre entstand eine ganze Palette von Velozubehör: Speichen,Räder,Naben,Felgen und ganze Rahmen. Diese
können passionierte Radler in Velogeschäften auf der ganzen Welt kaufen und zu Hause selber einbauen. «Und sich darüber freuen, dass sie nicht nur ihre Funktion perfekt erfüllen, sondern auch noch chic aussehen», sagt Patrik Vögtli. An der Bike Expo 2011 in München wurden seine Produkte Spartensieger, und Vögtli bekam einen Ehrentitel verliehen: «Der Überwinder der Schwerkraft».Seit sechs Jahren tüftelt er am perfekten Sattel aus dem Leichtmaterial Karbon. Der ist ihm kürzlich gelungen. «Es fehlen nur noch minime Optimierungen.»
… können durch Biotinmangel auftreten.
hilft, diesen Mangelzustand zu beheben. Die Entstehung gesunder Haare und Nägel
Spezialisierte Hautzellen (Epidermiszellen) in der Haarund vermehren sich durch Zellteilung und schieben sich Nagelmatrix so langsam nach oben . Dabei reifen sie und bilden das faserige Eiweiss Keratin, den Hauptbestandteil der Haare und Nägel. Keratin verleiht Haaren und Nägeln ihre Festigkeit.
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Konstrukteur Patrik Vögtli steigt mit den Veloteilen POP-Products, Parts of Passion, in Langenthal ins Rennen.
Bitte lesen Sie die Packungsbeilage.
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MIGROS-MAGAZIN | NR. 44, 31. OKTOBER 2011 |
AUF EIN WORT | 23
PAPA MOLL WIRD DAS MASKOTTCHEN VON BAD ZURZACH
Sondern eine heile Welt?
«Papa Moll ist ein typischer Schweizer»
Schwankungen gibt es immer. In den letzten Jahren steigen sie jedoch markant. Papa Moll hat Aufwind.
Eine Welt, die ihrem Horizont entspricht. Eine heimliche Freundin von Papa Moll gehört nicht dazu. Wie sehen die Verkaufszahlen aus?
Was macht Papa Moll denn eigentlich so attraktiv?
Roy Oppenheim, was muss man sich unter dem Papa-Moll-Land Zurzach vorstellen?
Roy Oppenheim (71) ist der Sohn von Edith Oppenheim-Jonas. Sie erfand 1952 Papa Moll, der nun als neues Aushängeschild im Thermalbad Zurzach sitzt.
Papa Moll ist die neue Identifikationsfigur. Als solche sitzt er überlebensgross in getupfter Badehose im Kinderbad. Und beim Springbrunnen kann man mit Dackel Tschips spielen.In naher Zukunft soll eine Papa-Moll-Minigolf-Anlage entstehen, ein Wanderweg, ein Kinderspielplatz und das neue Buch «Papa Moll geht in Bad Zurzach baden». Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?
Zurzach suchte nach einem einheimischen Kinderhelden, der gut eingeführt, abernicht—wiezumBeispielHeidi—anderweitig besetzt ist.Eine Untersuchung vor ein paar Jahren zeigte, dass 97 Prozent der Deutschschweizer Papa Moll kennen. Also passt er perfekt. Obwohl Papa Moll ein etwas antiquiertes Familienbild verkörpert?
Er ist eine Antithese zu den nervösen Vorbildern der Internetgeneration. Das istvielleichtderReiz.FigurenwieStruwwelpeter oder Mickey sind noch älter — und noch immer eine Riesensensation. Gab es nie Modernisierungsversuche?
Immer wieder. Meine Mutter war eine engagierte, emanzipierte Frau. Als ein Verleger fand, moderne Väter wollten schlank sein und Haare auf dem Kopf haben und Mama Moll mit Dauerwelle und Schürze sei auch nicht mehr zeitgemäss, änderte sie die Zeichnungen. Es war ein
Bilder Keystone (2) Globi Verlag, Imprint Orell Füssli Verlag
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«Eine heimliche Freundin von Papa Moll gehört nicht in diese Welt.» Flop.Bei jedem Modernisierungsversuch brachen die Verkaufszahlen ein.Die Kinder fanden,das sei nicht mehr Papa Moll. Kinder sind sehr konservativ. Wie reagierte Ihre Mutter darauf?
Sie drehte das Rad sanft zurück, zeichnete ihn nach und nach wieder dicker — und Papa Moll blieb fortan füllig. Sein Umfeld hingegen wurde moderner, und auch inhaltlich sind die Geschichten nicht mehr gleich wie vor 60 Jahren. Warum gab es in der Familie Moll nie eine Scheidung oder Beziehungskrise?
Das wünschen vielleicht die Erwachsenen, aber sicher nicht die Kinder. Die wollen keine Beziehungskrise der Eltern.
FRAU DER WOCHE
MANN DER WOCHE
Glückslos
Faltig
23 979 Stimmen hatte die Tessinerin Monica Duca Widmer (52) am eidgenössischen Wahlsonntag erhalten. Exakt gleich viel wie ihr Parteikollege Marco Romano. Statt mühsam nochmals durchzuzählen, beschritt der Staatsrat einen unorthodoxen Weg: Das Los sollte entscheiden, wer als CVP-Vertreter in den Nationalrat zieht. Monica Duca Widmer war damit ohne Vorbehalte einverstanden – und zog prompt das richtige Zettelchen.
Die Geschichten variieren, das Grundmotiv bleibt gleich: Papa Moll will etwas Gutes tun — er ist ein typischer Schweizer Perfektionist — und dann passiert ihm ein Missgeschick.Diese Situation kenne alle. Ihre Mutter sagte, anhand von Papa Moll lerne man, über sich selber zu lachen.
Durchaus. Es ist gut, wenn man sich selber nicht so ernst nimmt. Wir Deutschschweizer sind ja nicht gerade ein Ausbund an Humor.Mein Vater war Engländer, und Selbstironie ist ein zentraler Punkt im englischen Humor. Darin unterscheidet er sich vom schweizerischen, auch vom deutschen Humor und vom englischen. Schweizer fürchten nichts mehr, als ausgelacht zu werden.
Schadenfreude ist bekanntlich die schönste Freude. Es war schon auch ein Anliegen meiner Mutter, den Leuten zu sagen, dass sie sich selber nicht so furchtbar ernst nehmen sollen. Text Ruth Brüderlin
Dieter Bohlen (57) ist berüchtigt für sein ungefiltertes Mundwerk, mit dem er gerne wehrlose Kandidaten plattwalzt. Immerhin zeigt sich das deutsche Grossmaul als ehrliche Haut. Er verbot seinem Haussender RTL, ihn weiterhin mittels eines technischen Verfahrens namens Glow auf dem Bildschirm jünger aussehen zu lassen. Er sehe damit ja aus wie der tote Michael Jackson, lästerte Bohlen. Mit 57 dürfe man aber Falten im Gesicht haben. Recht hat er. Ausnahmsweise.
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Nr. 44, 31. OktOber 2011 | mIgros-magazIn |
Mietek Przewrocki hat 18 Jahre in Polen und 72 Jahre in der Schweiz gelebt. Logisch, fühlt er sich als Schweizer.
«Ich hatte kein Heimweh nach Polen»
Sie bauten Strassen und Brücken, rodeten Wälder und machten Brachland urbar – die Tausenden von internierten Polen. Sie waren während des Zweiten Weltkriegs vor den Nazis in die Schweiz geflüchtet. Wie Mietek Przewrocki blieben viele nach dem Krieg hier. Einer der letzten Überlebenden erzählt.
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Migros-Magazin | Nr. 44, 31. OktOber 2011 |
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Jadwiga war Mietek Przewrockis erste Liebe in Polen. Sie war 15, er 16 Jahre alt. Jadwiga heiratete schliesslich einen anderen.
Polnisches Gymnasium in Wetzikon, 1941: Schulstunde im Gymnasiallager von Internierten.
I
n der Nacht vom 19. auf den 20. Juni 1940 überquerten rund 50 000 Soldaten und Zivilflüchtlinge im Neuenburger Jura die Schweizer Grenze, um sich der deutschen Kriegsgefangenschaft zu entziehen.Darunter befand sich mit über 12 000 Mann die gesamte 2. polnische Schützendivision. Unter ihnen Mietek Przewrocki, der heute 90-jährig in Gelterkinden BL lebt. «Ich hatte mich am 30. August 1939 von meiner Schwester Zofia mit den Worten ‹Nach zwei Wochen komme ich wieder zurück› verabschiedet. Es gab für mich jedoch kein Zurück.Ich blieb für immer im Ausland.»
Der damals 17-Jährige erlebte in der Nähe der ungarischen Grenze die ersten Bombardements der Deutschen. Mietek Przewrocki wurde an der ungarisch-österreichischen Grenze interniert,wo sein Leben als Flüchtling begann. Als ihm Anfang April 1940 sein Kompanie-Offizier den Vorschlag machte, nach Frankreich in die polnische Exilarmee zu fliehen, zögerte der 18-jährige Mietek keine Sekunde. Er floh mit anderen jungen Männern Richtung Jugoslawien. In Split schifften sie sich ein, und bei Nacht und Nebel nahm der Passagierdampfer «Patris» Kurs auf Frankreich. Nach vier Tagen, gezeichnet von der Seekrankheit, gingen sie in Marseille von Bord. «Wir wurden registriert und in französische Uniformen eingekleidet. Viel Schokolade, Tabak, Zigaretten und Wein — das waren meine ersten Eindrücke von Frankreich.» Der junge Pole gehörte nun der 2. polnischen Schützendivision an.«Es kamen uns schon bald erste Zweifel an unserem Freund und Partner Frankreich. Am
14. Juni kapitulierte Paris, ohne dass ein Schuss gefallen wäre. Drei Tage später erklärte Marschall Pétain das Ende des Krieges mit Deutschland.» Die Polen, die gegen Deutschland kämpfen wollten, befanden sich nun praktisch in Feindesland. Da die polnischen Einheiten nicht in Kriegsgefangenschaft geraten wollten, leisteten sie den Deutschen Widerstand. Doch vergeblich. Sie mussten den Rückzug antreten und übergaben in Brémoncourt JU den Schweizern die Waffen.«In geordneten Reihen marschierten wir gegen Porrentruy. Für uns war das Kämpfen zu Ende.»
ein schuhmacher war die erste station in der schweiz Nun war der junge Mietek in der Schweiz. Er war fasziniert von der neuen Welt, die sich ihm hier eröffnete. «Nein, ich hatte kein Heimweh», sagt Mietek Przewrocki in seinem Garten in Gelterkinden BL. In Polen liess er sechs Geschwister zurück, die ihm Ersatzeltern gewesen waren. Als er sechs Jahre alt war, starben
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Nr. 44, 31. OktOber 2011 | migros-magazin |
Beim Skifahren im Toggenburg SG 1941: Mietek lernte den Sport in der Schweiz.
Mietek mit einem bockigen Maultier im Safiental. Er war am Bau der Zubringerstrasse auf die Grossalp beteiligt.
seine Mutter und sein Vater innerhalb von drei Monaten. Von Porrentruy ging es mit der Eisenbahn und zu Fuss nach Bettenhausen BE. Die polnischen Internierten wurden auf verschiedene Privatquartiere verteilt. Mietek kam zu einem Schuhmacher. «Die Dorfbevölkerung war sehr freundlich. Die Frauen im Dorf haben sich sofort unserer Wäsche angenommen.» Polnische Männer und Schweizer Frauen, das war damals ein besonderes Thema. Während die Schweizer Soldaten an der Grenze standen, bevölkerten charmante Polen das Land. Wen wunderts, dass Kontakte nicht gern gesehen waren. Es bestand sogar ein Heiratsverbot mit Schweizerinnen. Doch Liebe hält sich nicht unbedingt an Vorschriften.Bis Ok-
Polnische Arbeiter In den regionen Napf, im berner Oberland sowie im Seeland fanden die über 12 000 polnischen Soldaten vorerst in Internierungslagern Unterkunft. 1941 wurden sie verteilt. Insgesamt haben die Männer 63 brücken und 450 kilometer Strassen gebaut, 1300 Hektar Wald gerodet, 1000 Hektar brachland urbar gemacht und im bergbau rund 90 000 tonnen Material abgebaut. Überall in der Schweiz erinnern «Polenwege» an die Leistungen der Internierten.
Strassen um Wetzikon waren mit Tafeln versehen mit der Aufschrift: Internierter halt/Internowany stój. So sollte verhindert werden, dass sie sich frei im Land bewegen konnten.
tober 1945 heirateten 316 Schweizerinnen einen polnischen Internierten. Mietek Przewrocki sagt: «Die Zeit der Internierung war für mich nicht einfach. Doch gute Menschen in meiner Umgebung gaben mir Halt.» Mietek hatte ein Jahr vor der Matur Polen verlassen. Er hatte die Möglichkeit, das polnische Gymnasium in Oberburg BE und ab Frühling 1941 in Wetzikon ZH zu besuchen. «Die polnischen Militärstellen waren besorgt um die soldatische Disziplin der Schüler.So befahlen sie,dass wir eine halbe Stunde vor dem Unterrichtsbeginn Gymnastik treiben sollten. Als die Schüler in den Hungerstreik traten, weil sie in der kalten Turnhalle nicht turnen wollten, kam der polnische General Prugar-Kettling vorbei und veranlasste,
dass die Aufwiegler für einige Wochen in ein Straflager versetzt wurden. Anderseits gab es von da an am Morgen keine Gymnastik mehr.» Die polnischen Gymnasiasten im Zürcher Oberland lebten in einer leer stehenden Textilfabrik. «Bis zehn Uhr abends hatten wir freien Ausgang. Über die Einhaltung der Sperrstunde wachte die Heerespolizei.» Gerne erinnert sich Mietek Przewrocki an das erste Weihnachtsfest in der Fremde.«Schweizer Frauen haben es organisiert.Jeder Soldat bekam ein kleines Päckchen mit Schokolade und Zigaretten sowie das Buch ‹Eines Volkes Sein und Schaffen› der Migros.»
einsätze in arbeitslagern während der semesterferien Nach der Matur übersiedelte Mietek ins Hochschullager Winterthur. Er studierte bis 1946 an der ETH Zürich Maschineningenieur. «Am Anfang durften wir Internierte nicht nach Zürich an die ETH fahren, die Dozenten kamen zu uns nach Winterthur. Wir wohnten inzwischen bei Privatfamilien, mehrheitlich bei Arbeiterfamilen oder Witwen, die auf die 30 Franken Miete pro Monat angewiesen waren.» Während der Semesterferien leisteten die Studenten Einsätze in Arbeitslagern in der ganzen Schweiz, gemeinsam mit anderen Internierten. Der junge Student kam im Sommer 1942 zuhinterst ins Bündner Safiental.
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Migros-Magazin | NR. 44, 31. OKTOBER 2011 |
Die Aufgabe für die jungen Männer bestand im Bau einer Zubringerstrasse zu einer militärischen Seilbahn, die zu einer Festung im Gebiet der Grossalp führte. «Jeweils einen halben Kubik Flusssteine aus der Rabiusa mussten wir mit dem Maultierkarren anliefern. 200 Meter Höhendifferenz waren zu bewältigen, und ich musste das Tier ständig daran erinnern,dass die anderen da oben auf die Steine warteten. Dies war nicht ganz einfach, weil der Esel auf meine Aufmunterungsworte nicht reagierte. Schlagen wollte ich ihn nicht, er tat mir leid. So nahm ich einen kleinen Ast, spitzte ihn zu und mit leichten Stichen auf seinen Hintern brachte ich ihm bei, worum es ging.Dabei war ich selber froh, dass der Esel von Zeit zu Zeit eine Ruhepause einschaltete, so konnte ich ebenfalls ausruhen.» WährenddenInterniertenalsStudenten lediglich 1500 Kalorien täglich zustanden, erhielten sie während der Arbeitseinsätze 2500 Kalorien. Pro Tag
erhielten die internierten Studenten 50 Rappen Sold, die Arbeiter zwei Franken. Mietek Przewrocki konzentrierte sich auf sein Studium. «Frauen wollte ich keine kennenlernen, da dies zu einer Heirat hätte führen können, was ja verboten war.» Seine Jugendliebe in Polen überdauerte den Krieg übrigens nicht. 1944 hat sie einen anderen geheiratet — ihr Vater hatte Mieteks Briefe abgefangen, um die Beziehung zu hintertreiben. 1947 hat der Pole die Zugerin Friedel Häusler kennengelernt und sie 1949 geheiratet. Vor drei Jahren verstarb sie. Tochter Jolanda trug zwar einen polnischen Familiennamen, doch Polnisch sprechen lernte sie nicht. «Das ist halt so,da die Väter immer an der Arbeit sind. Es heisst nicht vergeblich ‹Muttersprache›», sagt sie. Der Vater hat Jolanda viel über sein Leben erzählt.37 Jahre arbeitete er in Basel als Maschineningenieur bei der Lonza.Für seine sieben Enkel hat er alles aufgeschrieben. Als was fühlt er sich nun,
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als Schweizer oder als Pole? «Ich habe fast 18 Jahre in Polen gelebt und 72 Jahre in der Schweiz. Das entspricht etwa meinen Gefühlen: 20 Prozent Pole, 80 Prozent Schweizer.» Text Dagmar Steinemann Bild Tanja Demarmels
www.migrosmagazin.ch Italiener, Russen, Deutsche: Welche Soldaten nahm die Schweiz im Zweiten Weltkrieg auf?
Erstes Treffen der Nachkommen Mietek Przewrocki hat seine Nachkommen an seiner Geschichte Anteil nehmen lassen. Viele Nachfahren von polnischen Internierten haben jedoch den Eindruck, zu wenig über ihre polnische Hälfte erfahren zu haben. Sie treffen sich daher zum ersten Mal offiziell am Sonntag, 6. November im Schloss Rapperswil SG, dem Sitz des Polenmuseums. Sie wollen sich austauschen, denn «wohl in vielen Familien gab es Themen, die nie angesprochen wurden. Viel Ungesagtes lag in der Luft, und nur winzige Bruchstücke kamen da und dort ans Tageslicht», wie es in der Einladung heisst. Mehr als Hundert haben sich angemeldet. Mietek Przewrocki und seine Tochter Jolanda werden auch dabei sein.
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Tierisches Fast Food
Bilder John Moore/Getty Images, Susannah V. Vergau/DPA/Keystone
Was für ein fauler Macho: Statt die Beute ordentlich zu jagen, schnappt sich dieses Löwenmännchen im Wild Animal Sanctuary in Keenesburg im Bundesstaat Colorado einen fixfertig gerupften Truthahn. Selbst unverdauliche Teile wie Kopf und Füsse wurden bereits entfernt. Doch
der Eindruck täuscht. Das arme Tier ist auf den Hauslieferservice angewiesen. Es lebt zusammen mit 290 Löwen, Tigern, Bären und Wölfen im ältesten und grössten Asyl der USA für «ausrangierte» Grossraubtiere, die ihren Besitzern weggenommen werden mussten.
FRAGE DER WOCHE
ZITAT DER WOCHE
Warum bekommt man im Gesicht keine Hühnerhaut?
«Sie müssen eine Buchkultur haben, um reif für das Internet zu sein.»
Generell ist das Gesicht besser durchblutet als andere Körperregionen und darum nicht so kälteempfindlich. Und die Gesichtshaut hat in der Regel keinen musculus arrector pili, keine kleinen Muskeln an den Haarwurzeln. Die ziehen sich bei Kälte zusammen, das Haar stellt sich auf. Ein Überbleibsel aus der Zeit, als der Mensch noch ein Fell hatte. Weil diese Muskeln fehlen, kriegen auch Bartträger und Frauen mit Damenschnauz keine Hühnerhaut im Gesicht. Jedenfalls meistens. Es gibt Ausnahmen. Einige wenige Menschen bekommen sehr wohl an den Ohren und seitlichen Wangen bei Kälte, Angst oder emotionalem Schauer Hühnerhaut. Deutsche kriegen übrigens nie Hühnerhaut, sondern Gänsehaut, und Bündner reden von Hennenhaut.
Der italienische Erfolgsautor, Philosoph und Medienwissenschafter Umberto Eco (79) ist zwar ein Schriftsteller alter Schule, aber beileibe kein Internetfeind. In einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger» erläutert er dessen Tücken: zu viel Information. Nur ein gebildeter Mensch, findet Umberto Eco, ist in der Lage, diese Informationsflut richtig zu filtern und korrekt einzuordnen.
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Oswald Sigg: ÂŤDie Arbeit eines Bundesrats hat bei der Wiederwahl meist eine geringe Rolle gespielt.Âť
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«Die BDP hat keinerlei Anspruch auf einen Sitz» Der frühere Bundesratssprecher Oswald Sigg kennt den Politalltag in Bern wie kein zweiter. Das SP-Parteimitglied über das neue Parlament, die anstehende Bundesratswahl und die gestärkte Macht der neuen Mitte. Oswald Sigg, als SP-Mitglied sind Sie vermutlich zufrieden mit dem Wahlausgang?
Ja. Endlich ist es gelungen, die Erfolgskurve der SVP zu brechen. Allerdings müssen wir noch die Resultate einiger zweiter Ständeratswahlgänge in diversen Kantonen abwarten. Haben Sie die SP-Liste eingelegt?
Ich habe die Juso-Liste gewählt und sie mit SP-Kandidaten älter gemacht. Was hat Sie bei den Wahlen überrascht?
Das Abschneiden der SVP. Ich habe den Eindruck, dass viele SVP-Wähler von drei Phänomenen langsam genug haben: vom Fremdenhass, diesem politischen Gift, vom heimlichen Parteiführer und vom Stil der SVP-Werbekampagne. Der Zürcher Hauptbahnhof sah ja aus wie der Berliner Bahnhof Friedrichstrasse zu
DDR-Zeiten, als dort überall dieselben Plakate des Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker hingen. Die SVP hat deutlich verloren, obwohl sie am meisten Geld für die Werbung zur Verfügung hat. Geld allein reicht also nicht, um bei den Wahlen Erfolg zu haben?
Das liegt wohl auch am wachsenden Problembewusstsein gegenüber der Parteienfinanzierung.Es darf in einer direkten Demokratie nicht sein, dass sich deren wichtigste Institutionen,die politischen Parteien, anonym finanzieren. Auch das kostete die SVP wohl Stimmen. Verloren haben aber auch die Grünen.
Ja,deren schlechtes Resultat hat mich genauso überrascht wie das gute Abschneiden der Grünliberalen,deren Exponenten man ja kaum kennt. Interessant ist auch
das Resultat von Ex-Fernsehjournalist Matthias Aebischer, der im Kanton Bern für die SP gewählt wurde: Bekannte Fernsehgesichter schaffen den Sprung ins Bundeshaus fast zu leicht. Auch mich fragte die SP, ob ich kandidieren möchte. Ich bin aber heilfroh, dass ich abgesagt habe. Wäre ich nicht gewählt worden, hätte mich das gewurmt. Und wäre ich gewählt worden, sähe meine Agenda noch voller aus, und meine Frau würde sich noch mehr beschweren, als sie es ohnehin schon tut … Die Mitte ging aus denWahlen gestärkt hervor. Macht das nun das Politisieren im Parlament einfacher?
Ich würde mir da keine zu grossen Hoffnungen machen. Zuerst müssen ein paar parlamentarische Abstimmungskämpfe ausgefochten werden, bevor man von
Der Insider Oswald Sigg (67) war von August 2005 bis Ende März 2009 Vizekanzler und Bundesratssprecher. Seit seiner Pensionierung arbeitet Sigg beim sozialpolitischen Mediendienst Hälfte/Moitié. Das SP-Mitglied startete seine berufliche Laufbahn 1975 als Stellvertretender Informationschef der Bundeskanzlei und war danach Informationschef beim Finanzdepartement unter den Bundesräten Willi Ritschard und Otto Stich. Von 1988 bis 1997 wechselte Sigg als Chefredaktor zur Schweizerischen Depeschen Agentur und danach als Unternehmenssprecher zur SRG. 1998 kehrte er in den Bundesdienst zurück und arbeitete für den damaligen Bundesrat Adolf Ogi und später für die Bundesräte Samuel Schmid und Moritz Leuenberger.
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Bundesrats und das des Oppositionsführers ausübte. Eigentlich müsste doch die Arbeit das entscheidende Kriterium sein.
Eben nicht. Mindestens ebenso wichtig ist die arithmetische Konkordanz. Wir leben noch immer im Nachgang der Zauberformel.Es gibt in Bern starke Tendenzen, diese wieder installieren zu wollen, gerade bei der SVP. Ich verstehe das. Es wäre am besten, wenn man die SVP mit einem zweiten Sitz und der richtigen Person in den Bundesrat einbinden könnte. An wen denken Sie?
«Der SVP den zweiten Bundesratssitz vorzuenthalten, wäre politisch ungeschickt.» einer gestärkten Mitte sprechen kann. Kommt hinzu, dass man bei den Grünliberalen noch gar nicht weiss,wie genau sie agieren werden. Immerhin wurden die Polparteien SP und SVP nicht weiter gestärkt. Das sagen Sie als SP-Mitglied?
Ich sehe das etwas anders als viele Genossinnen und Genossen. Früher wollte man als Sozialist unbedingt die Mehrheit im Staat erringen, um dann die Umverteilung zu realisieren. Das ist schon lange überholt. In der Zusammenarbeit mit den anderen Parteien muss die SP ihre Grundwerte hartnäckig vertreten. Das neue Parlament wählt den Bundesrat am 14. Dezember. Wird sich die Konkordanz durchsetzen und die SVP ihren zweiten Sitz bekommen?
Kommt darauf an,welches Konkordanzprinzip siegt,das arithmetische oder das inhaltliche. Immer wieder ist zu hören, Bundesrätin Widmer-Schlumpf mache ihre Arbeit gut. Nur: Die Arbeit eines Bundesrats hat bei der Wiederwahl meistens eine geringe Rolle gespielt.Einzig Bundesrat Blocher wurde abgewählt, weil er gleichzeitig das Amt des
Die SVP hat im Parlament auch gute Leute. Denken Sie nur an Bauernverbandspräsident Hansjörg Walter, der vor vier Jahren nur um eine Stimme – die seinige! - nicht gewählt wurde. Eveline Widmer-Schlumpf ist als BDP-Bundesrätin in der falschen Partei. Die BDP hat keinerlei Anspruch auf einen Sitz. Sie plädieren also für zwei SVP-Sitze und die Abwahl von Widmer-Schlumpf?
Die Alternative wäre, dass die SVP Frau Widmer-Schlumpf wieder aufnehmen würde und sie selbst dazu bereit wäre. Aber das wird nicht passieren. Muss sich die SP um ihren zweiten Bundesratssitz Sorgen machen, wenn die SVP ihren zweiten Sitz bis zum letzten Wahlgang noch nicht hat?
Dann wird alles möglich. Ich bin der Ansicht, dass SVP und SP einen Anspruch auf je zwei Sitze haben. Die restlichen drei könnten aus einem Konsortium der Mitte bestimmt werden. Das würde bedeuten, dass die Fraktionen von FDP, CVP, GLP und der Grünen untereinander ausmachen, wie die restlichen Sitze aufgeteilt werden. Könnte die SVP in die Opposition gehen, falls sie ihren zweiten Sitz nicht bekommt?
Ausgeschlossen ist das nicht. Ihr den zweiten Sitz vorzuenthalten, wäre eine Brüskierung der SVP — das wäre verständlich, aber politisch ungeschickt. Spielt der Ausstieg aus der Atomenergie bei der Bundesratswahl eine Rolle?
Ein einzelnes Geschäft dürfte bei der Wahl kaum entscheidend sein.Ärgerlich ist, dass der Bundesrat beim Beschluss über den Atomausstieg einmal mehr per Abstimmung entschieden hat. Eigentlich sollten die Bundesräte einen Kompromiss finden, also so lange um eine Lösung ringen, bis sie gefunden ist und
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sie alle mittragen können.Am schlimmsten ist es, wenn im Bundesrat jemand stur auf seinem Standpunkt beharrt. So einer gehört nicht in dieses Gremium. Ich bin aber zuversichtlich,dass das neue Parlament Bundesräte wählt, die kollegial zusammenarbeiten. Wie gut ist die Stimmung im Bundesrat?
Die Klimafrage habe ich als Bundesratssprecher immer wieder gestellt bekommen. Ich schaute dann jeweils auf den Barometer im Bundesratszimmer und antwortete den Journalisten: «Zwischen veränderlich und schön.» Allerdings erfuhr ich später vom Bundesratsweibel, dass das Gerät kaputt sei und sich der Zeiger seit 20 Jahren nicht mehr bewege … Aber, soweit ich das von aussen beurteilen kann, der Zeiger bewegt sich wieder in Richtung «schöner». WelcherBundesrat beeindruckte Siewährend Ihrer über 20-jährigen Tätigkeit am meisten?
Alle und jeder auf eine andere Art.
Das war die diplomatische Antwort eines Bundesratssprechers.
Aber ich meine es so. Im Rückblick gesehen kam ich wohl mit Adolf Ogi am besten aus. Doch ich habe auch Willi Ritschard geschätzt, der ja seine letzten Lebensjahre im Bundesrat verbrachte, oder Otto Stich,der als Chef so anders als Ritschard war,obwohl er aus der gleichen Partei und dem gleichen Kanton stammte. Auch die Zusammenarbeit mit Samuel Schmid und Moritz Leuenberger habe ich in guter Erinnerung. Was machen Sie, wenn Sie sich nicht mit Politik beschäftigen?
Ich schwimme mehrmals wöchentlich, mache Krafttraining, um meine Knieschmerzen in den Griff zu bekommen, lese und schreibe gerne, und manchmal unternehme ich mit meiner Frau ein AHV-Reisli ins Burgund oder andere Nachbarländer. Aber es ist schon so: Als SP-Mitglied verfolge ich vor allem die Politik und kommentiere sie in meinen Kolumnen.UndicharbeiteinderRedaktion des sozialpolitischen Mediendienstes Hälfte/Moitié. Interview Reto E. Wild, Ralf Kaminski Bilder Siggi Bucher
Oswald Sigg / Viktor Parma «Die käufliche Schweiz – Für die Rückeroberung der Demokratie durch ihre Bürger», Nagel & Kimche.
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Oktoberfest im Kühlschrank Bänz Friedli hintersinnt sich.
«Hä?! Aber, Mama …», entfuhr es dem ältesten Sohn einer Leserin aus dem Aargau, als letzthin zum ersten Mal «Wiesenmilch» auf dem Tisch stand: «Seit wann kommt die Milch aus München?» Nein,von der «Wies’n» stammt sie nicht, und dort wird, zumal im Oktober,meines Wissens auch nicht primär Milch getrunken. Franziska aus Bern meldet indes begeistert, die neue Milch schmecke irgendwie «wiesig». Fragt sich nur, ob sie das auch fände, wenn es nicht auf der Packung stünde. Milch ist nicht gleich Milch, das war mir schon bewusst. Wollte mich ja nur ein bisschen über den schön erfundenen Namen Wiesenmilch lustig machen. Nun wurde ich aber aus berufenen Mündern aufgeklärt,unter anderen von einer Landwirtschaftsstudentin, es sei ganz und gar nicht mehr selbstverständlich, dass einheimische Kühe heimisches Gras und Heu frässen. Sondern oft vorwiegend importiertes Kraftfutter, hergestellt in Drittweltländern aus Soja. Pfui! Da haben wirs wieder mal: Jeder Griff in ein Supermarktregal, den wir tun oder lassen, ist ein Akt von höchster gesellschaftlicher Tragweite. Eh man sichs versieht, verursacht man beim Einkaufen meilenweite Lastwagentransporte, macht sich der Ausbeutung unterbezahlter Arbeiterinnen mitschuldig, fördert gar die Kindersklaverei. Eigentlich sind wir Hausfrauen die wahren Politikerinnen, denn unser Verhalten bestimmt den Markt.Und man müsste Zeit
haben, stets das Kleingedruckte mit allen Konsequenzen zu bedenken. Aber wie soll ich, bitte schön, das Kleingedruckte überhaupt lesen, wenn es wie bei der Backmischung für Dinkelbrot in winzigster schwarzer Schrift auf dunkelbraunen Grund gedruckt ist? Und dann wollte man doch noch rasch in die Reinigung, müsste auf der Post ein Paket abholen, einen Blumenstrauss besorgen, Geburtstagskuchen backen, die zusammengelegte Wäsche versorgen … (Apropos, unterscheiden Sie mal bei einer 13-jährigen Tochter und einer modebewussten Ehefrau, wem welche Socken, Shirts und Slips gehören!) Und,ehrlich gesagt,die Fensterscheiben
«Jeder Griff ins Regal ist ein politischer Akt.»
im Wohnzimmer hättens auch wieder mal nötig. Wo war ich stehen geblieben? Ach ja, vor dem Kühlregal mit den Milchprodukten. Ich lege noch eine Züribieter Molkereibutter in mein Körbchen und nehme nun einfach mal an, da sei drin, was draufsteht. Ich habs bekanntlich gern geradeheraus. Zu einem Saumagen soll man Saumagen sagen. (Erinnern Sie sich? Kanzler Kohls Leibgericht!) Freilich kann es auch verwirrend sein, wenn geradeheraus informiert wird.«Vati,was ist Pizzaauflage?», fragte Anna Luna in den Herbstferien beim Studium einer Menükarte in Langnau im Emmental. Pizzaauflage? Nie gehört. Aber weil Väter gern auf alles eine Antwort geben, raune ich: «Das ist dänk so die Grundsauce,die überall drauf ist,dieses Tomatengschlütter.» — «Aber warum steht das dann bei den anderen Pizzen nicht als Zutat?», gibt Anna Luna zurück, «sondern nur bei der ‹Hawaii›, säg!» Und schon ist Papa Besserwisser sprachlos. Die Serviererin klärt auf: Pizzaauflage bedeutet Schinken. Merke: Wenn er keinen Schinken mehr enthält,heisst der Schinken offenbar Pizzaauflage. Anna Luna hat dann doch die «Hawaii» genommen.Mit Tomatengschlütter, Ananas und, Dings, … Bänz Friedli (46) lebt mit seiner Frau und den beiden Kindern in Zürich. Bänz Friedli live: 6. 11. Aarburg, Restaurant «Bären», 10.30 Uhr.
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Zuger Alpenrose
Eveline Suter glänzte im Theater als Päpstin und auf Sat.1 als Serienschurkin. Nun spielt sie im von der Migros unterstützten Musical «Alperose» die Hauptrolle. Und die Zugerin macht sich gut als Berner Meitschi.
P
lötzlich wird es dem Berner Pesche in seiner Heimatstadt zu eng. Er flüchtet ohne richtigen Abschied in die weite Welt, lässt seine Kumpels und seine schöne Freundin Lorraine einfach sitzen. Jahre später packt ihn ebenso heftig die Sehnsucht nach seinem «Bärner Meitschi». Doch als er zurückkehrt, erlebt er eine bittere Überraschung: Lorraine ist nun mit Pesches bestem Freund Johnny liiert. Das Musical «Alperose», das ab 17. Februar in Bern auf die Bühne kommt, erzählt eine romantische Geschichte,die aus den Texten von Polo Hofers beliebtesten Songs abgeleitet ist.Die Show lebt ganz von den eingängigen Liedern des Mundartrock-Urgesteins. Die zentrale Rolle der Lorraine ist nicht etwa mit einer Bernerin, sondern mit der Zugerin Eveline Suter besetzt. «Nur an meinem <Bärndütsch> muss ich noch feilen», gibt die 32-Jährige zu. «Manche Begriffe waren mir am Anfang schlicht rätselhaft, etwa das Wort Ghüdersack.» Mit Hilfe von Sprachtrainern will die Schauspielerin nun erreichen, dass sie Polo-Hofer-Lieder auch für Berner Ohren überzeugend vortragen kann. Von den Hits des Mundartrock-Pioniers war Suter schon als Teenager begeistert. Zwar war ihr Hauptidol damals Tina Turner. Deren Song «Simply the Best» spielte das Mädchen auf dem Kasettenrekorder so lange ab, bis das Tonband riss. Doch auf dem Familienradio lief oft auch in voller Lautstärke Polo Hofer. «Meine Schwester und ich haben mitgesungen, bis wir Hits wie <Kiosk> auswendig konnten», erinnert sich Suter. «Die witzigen Texte haben mir schon damals gefallen. Es geht in den Liedern um Liebeslust und Alltagsfrust, um lauter Themen, die mitten aus dem Leben gegriffen sind.» Für Suter steht
«Nur an meinem ‹Bärndütsch› muss ich noch feilen.»
Eveline Suter mit Rock-Urgestein Polo Hofer, dessen Hits sie im Musical singen wird.
fest: Ohne Polo hätten heute nie so viele Schweizer den Mut, in Mundart zu rocken und zu rappen. Umso mehr freut sich die Zugerin auf ihre Rolle im Polo-Hofer-Musical. Von der Dialektbarriere lässt sie sich nicht einschüchtern. Schliesslich ist die junge Frau ein wandelbares Multitalent.Bis vor
Kurzem bewältigte sie in Deutschland ein kräfteraubendes Doppelengagement: In Fulda stand sie als Titelheldin des Historiendramas «Die Päpstin» auf der Bühne. In Potsdam spielte sie in der Sat.1-Soap «Anna & die Liebe» eine fiese Heiratsschwindlerin. Oft fuhr sie nach dem Theaterauftritt in der Nacht
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450 Kilometer weit über Autobahnen, um am Morgen im Scheinwerferlicht des Fernsehstudios die Serienschurkin zu geben. «Weil ich dann nur eine Stunde geschlafen hatte, sah ich manchmal etwas blass aus», meint Suter. «Aber zur Rolle der bösen Frau passte das ganz gut.» Willensstark war Suter schon immer. Wenn sie einen Traum hatte, liess sie sich von dessen Erfüllung nicht so leicht abbringen. Das begann schon in der Kindheit, als das Mädchen mit grosser Ausdauer Trompete spielen lernte, ob wohl die Eltern fanden, das sei doch ein Bubeninstrument. Als junge Frau rea lisierte sie ähnlich entschlossen den Traum von der Schauspielerei. In Wien und an der legendären LeeStrasberg Schule in New York lernte sie ihr Hand werk.Die Eltern übten beide bürgerliche Berufe aus — die Mutter war Kranken schwester, der Vater zeitweise Polizist. Doch mit den Jahren gewöhnten sie sich daran, dass in der Schauspielerei eigene Gesetze gelten: Manchmal hatte die
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Tochter kein Engagement, dann wieder ertrank sie fast in Arbeit und spielte parallel drei Rollen. Was kommt nach «Alperose»? Dann versucht Suter ein weiteres ambitionier tes Ziel zu erreichen: Sie will in New York Fuss fassen, im Big Apple Musical und Theaterrollen spielen. Früher schon hätte sie Gelegenheit zu einem Auftritt in einer amerikanischen Inszenierung des Musicals «Fame» gehabt. Doch da mals fehlte ihr die Green Card, die Auf enthalts und Arbeitsbewilligung für die USA.Inzwischen ist sie dank viel Einsatz im Besitz dieses Dokuments. Nach der Rolle im urschweizerischen Musical «Alperose» wird sich Suter so verhalten wie der Held Pesche: Sie wird ihrem Fernweh nachgeben. Text Michael West
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MIGROS-MAGAZIN NR. 44, 31. OKTOBER 2011
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Weihnachten im MigrosMagazin: BACKEN Es duftet schon herrlich nach Weihnachten! MM 45: Tisch-Dekoration Alles schön geschmückt MM 46: Basteln Kreative Ideen MM 47: Advent Ein Kerzlein brennt MM 48: Samichlaus Wo Geheimnisse wohnen MM 49: Schenken Das kommt von Herzen MM 50: Schlemmen Zeit für eine Einladung MM 51: Festlich geniessen Das perfekte Festtagsmenü MM 52: Silvester Die Party steigt
Fröhliche Zeiten im Hause Felix
Die Wochen vor Weihnachten gehören zu den Schönsten des Jahres. Alle Jahre wieder begleiten wir Familie Felix bei den Vorbereitungen auf ein gelungenes Fest.
Famiie Felix kann es kaum erwarten, endlich mit Backen, Basteln und Dekorieren für Weihnachten zu beginnen.
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chon bald beginnt man die Wochen bis zum Weihnachtsfest zu zählen. Deshalb haben wir auch dieses Jahr bei Familie Felix im Bernbiet an die Tür geklopft. Wir wollen ihnen in den nächsten Wochen bei den Festvorbereitungen über die Schulter schauen. Dürfen wir vorstellen: Mama Eveline (41), Papa Peter (47), Wirbelwind Anna (8) und ihr grosser Bruder Luca (15). Bei
Familie Felix beginnt die Vorweihnachtszeit mit einem kleinen Familienrat bei Tee, heisser Schoggi und feinen Guetsli. Eveline und Peter planen mit Anna und Luca die gemeinsamen Aktivitäten. Weil Eveline weiss, dass ihre Anna schon dem Advents-Guetslen entgegenfiebert,hat sie bereits zahlreiche Zutaten und raffinierte neue Backutensilien in der Migros gekauft. Auch selbst gegos-
sene Schoggifiguren stehen diesmal auf dem Programm.Die Rezepte liegen parat, es kann also gleich losgehen. Und es dauert nicht lange,bis der verführerische Duft von frischem Weihnachtsgebäck durchs Haus strömt.
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erfekte Meringues sind keine Hexerei
So perfekt wie vom Konditor sollen sie sein, die Meringues, die Mama Felix dieses Jahr selbst machen möchte. Der Trick bei der Eiweissmasse: Sie muss sehr lange geschlagen werden, damit sie schön steif bleibt. Für gleichmässig grosse Meringues benutzt Eveline eine Silikonmatte mit vorgezeichneten Kreisen. Mit ein wenig Übung werden die Meringues einfach perfekt.
Nr. 44, 31. OktOber 2011 MIGROS-MAGAZIN
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Mini-Meringues mit Schokospitzen
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Zubereitung ca. 20 Minuten + ca. 2 Stunden trocknen lassen 2 Eiweiss 80 g Puderzucker 1 Beutel Kuchenglasur dunkel oder hell 1 Backofen auf 80 ˚C vorheizen. Eiweiss steif schlagen. Die Hälfte des Zuckers beigeben, weiterschlagen, bis die Masse glänzt. Restlichen Zucker beigeben. Weiterschlagen, bis das Eiweiss sehr steif ist. 2 Meringuemasse in einen Spritzsack mit einer grossen Sterntülle füllen. Masse auf die kleinsten Kreise der Macarons-Silikon-Backmatte (ca. 2,5 cm Durchmesser) oder auf ein mit Backpapier belegtes Blech spritzen. In der Ofenmitte ca. 2 Stunden trocknen lassen. Dabei Ofentür mit einer Holzkelle leicht offen halten. An einem trockenen Ort auskühlen lassen.
Patissier Haselnüsse geröstet, gehackt, 150 g, Fr. 2.60 In grösseren Filialen.
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3 Kuchenglasur im Beutel ca. 10 Minuten in leicht kochendes Wasser stellen. Beutel durchkneten. Glasur in ein Schälchen giessen. Meringuespitzen in die Schokolade tauchen. Auf ein Kuchengitter legen. Schokolade fest werden lassen.
Patissier Couverture Drops, dunkel, 120 g, Fr. 3.90
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Weihnachtsschokolade Basis: Helle, braune oder weisse Schokolade Aromen: Nach Belieben Zimtpulver, Lebkuchengewürz, Blütenpfeffer, Nüsse, Dörrfrüchte, Sesamsamen
Mini-Etagère, 3-stöckig, 29 cm, Fr. 14.50
Schoggi-Form Mini-Grittibänze, Fr. 7.90
Schokolade schmelzen: Schokolade in Stücke brechen. In einer Chromstahlschüssel über einem lauwarmen Wasserbad (60 ˚C) schmelzen. Temperatur der Schokolade genau überprüfen: Dunkle Schokolade auf max. 58 ˚C, Milchschokolade auf max. 43 ˚C und weisse Schokolade auf max. 40 ˚C erwärmen. Schokolade giessen: Geschmolzene Schokolade nach Belieben mit Gewürzen aromatisieren. In einen kleinen Krug geben. In trockene Silikonformen giessen. Nach Belieben mit gehackten Dörrfrüchten, Sesamsamen oder gerösteten Nussstücken bestreuen. Bei Zimmertemperatur an einem trockenen Ort langsam auskühlen lassen. Vorsichtig aus den Silikonformen drücken. Schokolade verpacken: Schokolade beim Verpacken nicht mit warmen Händen berühren. Mit einem Spachtel oder einer Chromstahlzange arbeiten. In einer gut verschliessbaren Dose an einem kühlen Ort ca. 2 Wochen haltbar.
Schoggi-Form Mini-Tafeln, Fr. 7.90
Rührlöffel mit Temperaturfühler, Fr. 19.50
Pralinen Hohlkörper Ornamente, Vollmilch und Zartbitter, 54 St., Fr. 19.80
Pralinen Hohlkörper Herzen, Vollmilch, 54 St., Fr. 14.80
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M-Classic Mandeln gestiftet, 200 g, Fr. 3.40
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uch zum Verschenken
Selbst gemachte Mini-Grittibänze, lustige Figuren und Mini-Täfelchen aus Schoggi lassen das Herz jedes Beschenkten höher schlagen. Mit den Silikonformen ist es ein Kinderspiel.
Mandeln, Dörrfrüchte oder Zimt? Beim Aromatisieren der Weihnachtsschokoladen sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Das Wichtigste für ein gutes Gelingen ist die richtige Schmelztemperatur. Hier empfiehlt es sich, mit einem Thermometer zu arbeiten.
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Fashion- und Fenster-Zitronen-Guetsli Zubereitung ca. 30 Minuten + ca. 1 Stunde kühl stellen + glasieren, garnieren. Ergibt ca. 30 Stück 100 g Zucker, 100 g weiche Butter, ½ Bio-Zitrone, 1 Ei, 1 Eigelb, 250 g Mehl, 1 Prise Salz, Mehl zum Auswallen, 120 g Puderzucker, 30 g Zitronensaft, Lebensmittelfarbe und Zuckerdekor nach Belieben, Isomalt Guetsli: Zucker und Butter schaumig rühren. Zitronenschale fein dazureiben. Zitrone auspressen. 1 EL Saft, Ei und Eigelb dazurühren. Mehl und Salz beigeben. Alles zu einem geschmeidigen Teig zusammenfügen. In Folie eingepackt ca. 1 Stunde kühl stellen. Backofen auf 180 ˚C vorheizen. Teig auf wenig Mehl 5 mm dick auswallen. Guetsli mit verschiedenen Förmchen ausstechen, Fensterguetsli mit Innenform und mit einem Löchlein zum Aufhängen. Auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen. Guetsli 10–12 Minuten in der Ofenmitte backen. Herausnehmen und auskühlen lassen. Glasur: Puderzucker und Zitronensaft glatt rühren. In 3–4 Schalen aufteilen. Mit einigen Tropfen Lebensmittelfarbe unterschiedlich einfärben. Guetsli mit Zuckerglasur glasieren, Fashionguetsli mit Zuckerdekor dekorieren. Trocknen lassen. Fenster: Pro Guetsli je ca. 2 EL Isomalt in einer kleinen Pfanne schmelzen, bis Blasen aufsteigen. Pfanne vom Herd nehmen. Isomalt mit einigen Tropfen Lebensmittelfarbe färben. Kurz stehen lassen, bis alle Blasen weg sind. Guetsli auf ein flaches, mit Backpapier belegtes Blech legen. Flüssiges Isomalt hineingiessen. Auskühlen lassen.
Eine ganze Dose voll herziger ModeGuetsli. Hergestellt mit: Ausstecher-Set Mode, 4-teilig, Fr. 8.90
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Für die Fensterguetsli wird flüssiges Isomalt mit Lebensmittelfarbe gefärbt. Vorsichtig wird das sehr heisse Isomalt in die gebackenen Guetsli gegossen. Auskühlen lassen.
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estlicher Baumschmuck, den man sogar essen kann.
Zum Aufhängen der Fensterguetsli ein Band durch das Löchlein ziehen, das vor dem Backen ausgestochen wurde, und die Guetsli als Baumoder Türschmuck aufhängen.
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decken Sie Wien auf einer Stadtrundfahrt (*). Nachmittags Besichtigung des Schlosses Schönbrunn, bevorzugtes Domizil der Kaiserin Maria Theresa (CHF 50.–). 4. Tag: Budapest. Vormittags Ankunft in Budapest. Entdecken Sie die Hauptstadt Ungarns auf einer Rundfahrt (*). Das malerische Budapest, auch «Königin der Donau» genannt, ist eine Stadt voller Lebensfreude. Die prachtvollen Bauwerke wie das Parlamentsgebäude, der Burgbezirk, die Kettenbrücke und die Fischerbastei prägen das unverwechselbare Stadtbild. Nachmittags Ausflug in die nahe gelegene Apajpuszta auf eine typisch ungarische Czarda (CHF 50.–). 5. Tag: Budapest–Esztergom. Der Vormittag steht Ihnen in Budapest zur freien Verfügung. Mittags haben Sie die Möglichkeit am Ausflug zum Donauknie teilzunehmen (*).Der Bus bringt Sie nach Esztergom zu einem Aussichtspunkt, von wo Sie einen herrlichen Blick auf das Donauknie geniessen können. Ihr Hotelschiff fährt unterdessen bis Esztergom, wo die Ausflugsteilnehmer wieder zusteigen werden. 6. Tag: Bratislava. Morgens Ankunft in Bratislava, der Hauptstadt der noch relativ jun-
gen Republik Slowakei. Entdecken Sie die im Jahre 907 erstmals erwähnte Stadt mit ihrer interessanten, von vielen Kulturen geprägten Altstadt während einer Führung (*). Schlendern Sie am Nachmittag gemütlich auf eigene Faust durch die Strassen von Bratislava und spüren Sie den Charme dieser zauberhaften Stadt. 7. Tag: Dürnstein–Passau. Morgens erreichen Sie Dürnstein, auch «Perle der Wachau» genannt. Entdecken Sie die Schönheiten des Städtchens auf einem Rundgang mit anschliessender Weindegustation (*). Die Wachau sonnt sich in einem besonders milden Klima und heisst zu Recht Marillen- und Weinland. 8. Tag: Passau–Schweiz. Nach dem Frühstück Ankunft in Passau und Ausschiffung. Rückreise mit modernem Komfort-Reisebus zu Ihren Einstiegsorten.
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Alle Cafino und Cappuccino Kaffees 20% Alle Sarasay Säfte und Nectare 30% Alle Farmer’s Best Tiefkühl-Artikel 20% Original Rösti im 3er-Pack, 3 x 500 g 4.30 statt 6.15 30% Alle Salatsaucen fixfertig, 70 cl, beim Kauf ab 2 Flaschen, jede –.70 günstiger
NEAR-/NON-FOOD Twist Haushaltpapier in Mehrfachpackungen 30% Alle Handymatic Produkte (ohne Regeneriersalz) 50% Gültig bis 14.11. Alle Potz Reinigungsmittel, beim Kauf ab 2 Produkten, jedes –.70 günstiger Gültig bis 14.11. Alle Total Pulver-Waschmittel, z. B. Total Classic, 2,475 kg 12.70 statt 15.90 20% Gültig bis 14.11. Elan und Migros Plus Waschmittel-Nachfüllbeutel im Duo-Pack 20% Exelia GewebeveredlerNachfüllbeutel im Duo-Pack 20% Nivea Duschgels in Mehrfachpackungen 40% Alle Pampers Windeln, gilt für 3 Produkte mit identischem Preis, z. B. Baby-Dry 3, 3 x 60 Stück 55.60 statt 83.40 3 für 2 Herren Tag- und Nachtwäsche, z. B. Pyjama, 100% Baumwolle, Grössen S–XL 17.90 Diverse Clearboxen, z. B. Roller 4 15.– Alle Kuhn Rikon Dampfkochtöpfe* 50% Gültig bis 14.11.
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sorgt den Körper mit Vitaminen, Spurenelementen und Mineralstoffen. BioSonnenhofbrot, 400 g, Fr. 3.90
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NR. 44, 31. OKTOBER 2011 MIGROS-MAGAZIN
68
GUT & GÜNSTIG CA. FR. 6.55
Süsskartoffel-Suppe
Vorspeise für 4–5 Personen ■ Ein ca. 6 cm langes Stück Ingwer schälen und hacken. Zusammen mit einer gewürfelten Zwiebel in 40 g Butter leicht dünsten. Zirka Fr. 1.35 ■ 500 g geschälte und gewürfelte Süsskartoffeln zugeben. Zirka Fr. 2.80 ■ Einen Liter heisse Geflügel- oder Gemüsebouillon beigeben und alles zirka 12 Minuten weich kochen. 2 Esslöffel Halbrahm beigeben und alles mit dem Stabmixer pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Zirka Fr. –.90 ■ In Teller geben und mit 2 Esslöffeln gehacktem Koriander bestreuen. Zirka Fr. 1.50 Tipp: Mit Poulet-Spiessli als Hauptgericht servieren.
Mit der Kraft der Nüsse
Gut gegen den Winterblues
Heisse Marroni wärmen an klirrend kalten Wintertagen nicht nur die klammen Hände, sondern auch Bauch und Seele. Die vorgerösteten Marroni in der Schale von M-Classic schmecken wie vom Stand. Sie sind bereits eingeschnitten und innert kürzester Zeit im Ofen oder in der Mikrowelle servierbereit. M-Classic Marroni fixfertig, geröstet, 450 g, Fr. 6.50* * In grösseren Filialen.
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Die edle Mischung machts Spätestens seit der Erfindung des Studentenfutters wissen wir, dass Nüsse Nervennahrung sind. Für alle, die Rosinen nicht mögen, gibt es die Edelversion des Evergreens ganz ohne süsse Früchtchen. Praktisch: Die Nussmischung von M-Premium kommt in einem wiederverschliessbaren Beutel. Hier vereinigen sich fettlos geröstete Haselnüsse, Mandeln, Cashew-Kerne und Pecannüsse aufs Beste. M-Premium Edelnussmischung, 170 g, Fr. 4.40* * In grösseren Filialen.
Schmackhaftes Trio: Milde Süsskartoffeln, scharfer Ingwer und aromatischer Koriander.
Gerade rechtzeitig zur Backsaison sind die neuen PatissierHaselnüsse bereits geröstet und gehackt erhältlich. Geeignet als Zutat für den Teig oder zur Dekoration von Biskuits, Kuchen und Torten. Patissier Haselnüsse geröstet und gehackt, 150 g, Fr. 2.60* * In grösseren Filialen.
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Karneval in Venedig
Zitronenfest in Menton Erleben Sie ein farbenfrohes Fest unter strahlendem Himmel! Alle Jahre wieder zieht dieses einzigartige Ereignis zahlreiche Zuschauer an. Die bunten Masken, die wunderschönen 545.- Kostüme und die prächtig verzierten 640.- Wagen werden Sie begeistern!
Tauchen Sie ein in die zauberhafte Atmosphäre der Lagunenstadt. Zehn Tage lang bestimmen farbenprächtige Kostüme und Masken aus vergangenen Jahrhunderten das Bild Venedigs - die ganze Stadt wird zur Bühne erklärt.
REISEDATUM - 4 TAGE 1. 15. - 18. Februar
1. Tag, Schweiz - Lido di Jesolo: Fahrt vom Einsteigeort nach Lido di Jesolo. 2. Tag, Ausflug Venedig: Von Punta Sabbioni aus gelangen Sie mit dem Schiff nach Venedig und legen direkt am Markusplatz an. Romantische Wasserstrassen, faszinierende Plätze, enge Gassen und hunderte von Brücken entdecken Sie auf einem geführten Stadtrundgang. Abends Rückkehr mit dem Schiff nach Punta Sabbioni und Fahrt nach Lido di Jesolo. 3. Tag, Ausflug Venedig: Hin- und Rückreise nach Venedig wie am Vortag. Geniessen Sie nochmals das Fantasiefest in der Lagunenstadt und geben Sie sich der Magie des Karnevals hin. Hier gibt es keine Zuschauergalerien und Ehrentribünen, hier fand und findet der Karneval immer auf der Strasse statt. Da ziehen einzeln oder paarweise, still und würdevoll verkleidete Menschen durch die Strassen. Doch neben den traditionellen Kostümen gibt es viele andere Attraktionen: Musik und Tanz, Akrobaten, Theatervorstellungen und Umzüge. 4. Tag, Lido di Jesolo - Rückkehr: Heimreise in die Schweiz zu den Einsteigeorten.
25.- 1. Tag, Schweiz - Cannes: Fahrt vom Einsteigeort nach Cannes. Halbpension. 2. Tag, Ausflug Nizza: Geführte CHF 80.- Besichtigung von Nizza. Die wunderschöne Lage an der Engelsbucht, das äusserst milde Klima, die zahlreichen Kunstschätze und die unzähligen UnterhaltungsLEISTUNGEN möglichkeiten machen die mon• Reise in luxuriösem 5-Sterne-Car däne Stadt zu einem beliebten Reiseziel. Später fahren Sie nach • 3 Übernachtungen mit FrühEze. Machen Sie einen kleinen stücksbuffet Spaziergang und geniessen Sie • 3 Abendessen die herrliche Sicht auf das Meer • Stadtrundgang in Venedig und die Umgebung. Am Nachmittag haben Sie freie Zeit zur Ver• Besichtigungen gemäss fügung in Cannes. Frühstück. Programm 3. Tag, Ausflug Menton: Frühmorgens fahren Sie nach Menton. Sie HOTEL haben die Möglichkeit, die fasziHotel Le Soleil, Lido di Jesolo nierende Welt der Zitrusfrüchte (off. Kat. ****) in den Biovès-Gärten zu erleben. Gutes Hotel mit Restaurant und Bar. Am Nachmittag beginnt der Lage: zentral, direkt am Meer. spektakuläre Korso: dem Meer Zimmer: alle mit Bad oder Dusche, entlang, auf der «Promenade du Soleil», defilieren unzählige mit WC, Föhn, Telefon, Radio und TV. gigantischen Motiven und Figuren geschmückte Wagen. BewunEINSTEIGEORTE Kallnach* 06.00 Biel 06.30 dern Sie den wunderbaren Festumzug mit abertausenden an Basel 06.45 Bern 07.15 Zitrusfrüchten und herrlichen Zürich * 07.45 Olten 08.15 Düften. Halbpension. Luzern 09.00 4. Tag, Cannes - Rückreise: Heimreise via das Rhonetal in die *Parkmöglichkeiten Schweiz zu den Einsteigeorten.
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Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung, sagt man. Mit der passenden Winterwäsche ist man bestens gegen Kälte gewappnet.
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Kiew – Cherson – (Odessa) – Kiew Reiseprogramm 1. Tag Schweiz – Kiew Linienflug von Zürich nach Kiew. Transfer zum Hotelschiff. Einschiffung ab 16.00 Uhr, Begrüssungs-Cocktail. 2. Tag Kiew Stadtrundfahrt durch Kiew, der «Wiege Russlands». Am Nachmittag Ausflug ins Freilichtmuseum (fak.). Abends Besuch eines Konzerts des Ukrainischen National-Chors (fak.). 3. Tag Krementschuk Ankunft in der ehemaligen Festungsstadt Krementschuk, dessen Siedlungsspuren bis ins 5. Jh reichen. Ausflug in ein typisches ukrainisches Dorf. 4. Tag Saporoschje Stadtrundfahrt mit Besuch des Museums der Geschichte der Kosaken. Lernen Sie die Kultur und die Lebensfreude des Volksstammes bei den Kosakenreitspielen kennen (fak.). 5. Tag Cherson Schifffahrt durch Taurien mit weiten Steppen, Gärten, Weinplantagen, endlosen Weizen- und Melonenfeldern bevor wir Cherson erreichen. Stadtrundfahrt in Cherson. Tour mit einem Ausflugsboot ins Dnjepr-Delta (fak.). 6. Tag Ochakov – (Odessa) – Ochakov Ab Ochakov Ganztagesausflug nach Odessa mit prächtig restaurierten Jugendstil-Häusern, traumhaften Stränden, schattigen, Boulevards und klassischen Prachtbauten. Stadtrundfahrt. Nach dem Mittagessen (Lunchbox) freie Zeit für einen Stadtbummel. Rückfahrt nach Ochakov gegen Abend. 7. Tag An Bord Entspannen Sie sich auf dem Sonnendeck oder Teilnahme am Bordprogramm. 8. Tag Dnjepropetrowsk Stadtrundfahrt mit berühmten Oktoberplatz und der im Jahr 1787 erbau-
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ten Christi-Verklärungskathedrale. Besuch des Raketenmuseums, das verschiedene Satelliten und Trägerraketen zeigt (fak.). 9. Tag Kaniw Rundfahrt durch die zentralukrainische Stadt. Besuch des Museums des Schriftstellers Taras Schewtschenko auf dem Taras-Hügel inkl. Folklore-Show (fak.). Captains-Dinner. 10. Tag Kiew Besuch der prachtvollen Sophien-Kathedrale (fak.). Besichtigung des berühmten Höhlenklosters aus dem 10./11. Jh. (fak.). Bootsausflug «Kiew by night» mit professioneller Folklore-Show (fak.). 11. Tag Kiew – Schweiz Ausschiffung, Transfer zum Flughafen und Rückflug nach Zürich. Fakultative Ausflüge sind nur an Bord buchbar. Programmänderungen vorbehalten. MS Fidelio**** Beliebtes Schiff mit familiärer Atmosphäre für max. 148 Passagiere. Alle Kabinen liegen aussen mit grossen Panoramafenstern (etwas kleiner auf dem Hauptdeck) und lassen sich nicht öffnen. Die geräumigen Kabinen (14 m²) sind geschmackvoll eingerichtet und verfügen über bequeme Doppelbetten, Dusche/WC, Sat-TV, Radio, Telefon, regulierbare Lüftung und zentralgesteuerte Heizung sowie Haartrockner. Im grosszügigen Restaurant werden die Mahlzeiten in einer Tischzeit serviert. Zur Schiffsausstattung gehören Sauna, Whirlpool und Fitnessgeräte sowie ein Aussenschwimmbad auf dem Sonnendeck. Nichtraucherschiff (Rauchen auf dem Sonnendeck erlaubt).
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mIgros-magazIn NR. 44, 31. OKTOBER 2011
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s war ein Kugelschreiber,der Helen Barnett Diserens in den 40erJahren des 19. Jahrhunderts dazu inspirierte, den Deo-Roller zu erfinden. Der cleveren amerikanischen Chemikerin verdanken wir also die angenehme Applikationsform des Deodorants mit der beweglichen Kugel. Den Deo als solchen hat man natürlich schon vorher gekannt: Die alten Ägypter etwa benutzten Deodorants in Form eines Kristalls, des Alaunsteins; in der Antike schützte man sich mit parfümierten Ölen vor strengem Eigengeruch. Nicht,dass unser Schweiss an und für sich riechen würde. Die von den Drüsen abgesonderten Sekrete entwickeln im feuchtwarmen Klima der Achselhöhlen Bakterien, die an der Geruchsbildung beteiligt sind. Deshalb beinhalten gute Deos heute nicht nur Duft-, sondern auch keimhemmende Stoffe. In die grosse Deo-Familie von I am gesellt sich neu der Roll-on I am Deo High Protection mit dem Wirkstoff «SymDeo B125». Dieser wirkt zuverlässig bis zu 48 Stunden gegen geruchsbildende Bakterien.Trotz seiner Strenge im Umgang mit Gerüchen — der neue Deo bewahrt die natürliche Hautflora und ist frei von Alkohol und Farbstoffen. Nicole Ochsenbein
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mIgros-magazIn Nr. 44, 31. OktOber 2011
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H
alitosis ist der medizinische Begriff für ein Phänomen, wofür sich viele Menschen schämen: Mundgeruch.Die gute Nachricht: Neusten wissenschaftlichen Studien gemäss soll in den meisten Fällen die Ursache im Mundraum liegen und nicht wie landläufig angenommen im Magen.Auch bei guter Pflege und gesunden Zähnen sind oft Bakterien die Übeltäter, die auf der Zunge und an schwer zugänglichen Stellen im Mundraum Nahrungsmittelreste zer-
setzen. Dadurch werden Schwefelverbindungen frei, die wir bei anderen als Mundgeruch wahrnehmen. Damit Sie wieder hemmungslos durchatmen können, hat Candida unter den beiden Linien Halitosis und Power Fresh eine breite Palette an hochwirksamen Zahn- und Mundpflegemitteln parat. Nach dem Zähneputzen kommt der Zungenreiniger zum Einsatz, der für die Mundhygiene genauso unentbehrlich ist wie die Zahnbürste. Das antibakterielle
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Nr. 44, 31. OKTOBer 2011 mIgros-magazIn
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Nr. 44, 31. OktOber 2011 MIGROS-MAGAZIN
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Gerichte mit Geschichte
Historikerin Nicole Billeter begibt sich mit dem Migros-Magazin auf kulinarische Spurensuche.
Kochen mit der «Saisonküche» «Saisonküche»köchin Andrea Pistorius bereitet mit Nicole billeter Fleischvögel nach einem historischen rezept zu. Natürlich auf einem modernen Herd.
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nzianwurzel, Poleiminze, Laserwurzel, Raute — was sich anhört wie die Auflistung aus einem Kräuterhexenbuch, sind Zutaten mit denen Nicole Billeter kocht. Dabei ist die 40-Jährige keine Kräuterfrau, sondern probiert Rezepte für ihre historischen Kochkurse aus.Nach der Promotion über Literaten im Ersten Weltkrieg folgte Billeter ihrer Leidenschaft fürs Kulinarische.So kam die Idee zu den Kochkursen. «Für alte Rezepte musste ich zu Beginn viele Kräuter suchen, die man nur noch in Apotheken bekommt.» Für die Fleischvögel aus dem 16. Jahrhundert,
die «Saisonküche»-Köchin Andrea Pistorius mit der Historikern zubereitet, musste kein Apotheker bemüht werden: «Dafür brauchen wir nur Ingwer, Zimt, Majoran und Rosmarin»,erklärt Andrea Pistorius. Das hört sich erstaunlich modern und exotisch an, gar nicht nach einer Zeit, die das Mittelalter gerade erst hinter sich gelassen hat. «Die Zutaten haben mich auch überrascht. Es wurde viel mit Zimt, Ingwer oder auch Koriander gekocht. Die Leute kannten auch schon Nüsslisalat», erläutert Nicole Billeter die Küche des 16. Jahrhunderts in der Schweiz.
Herauszufinden,was die Menschen früher gegessen haben, ist nicht einfach. Vielfach muss man Zeichnungen deuten und genau hinschauen. So waren früher Gabeln unüblich,aber einen Löffel nahm man überallhin mit, wie man auf vielen Alltagsdarstellungen sehen kann. Eine weitere Quelle: «Gerichtsurteile! Wenn jemand wegen Diebstahls von Nahrungsmitteln verurteilt wurde, kann man anhand des Strafmasses abschätzen, wie wertvoll etwas war», erklärt Billeter. Rezeptbücher gab es kaum, die meisten Menschen konnten weder lesen noch schreiben und waren etwa im 16. Jahr-
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saisonküche NICOlE BIllEtER 79
Aufgetischt ■ Was haben sie immer auf Vorrat? Mehl, eier, Hefe Milch. ■ Wie oft kochen sie pro Woche? Fünf Mal. ■ kochen ist für sie … … Zuneigung zeigen. es ist etwas, das man weiterschenkt. ■ Was würden sie nie essen? Innereien. ■ Mit wem würden sie gern mal essen gehen? Mit der Zürcher Arbeiterin und Sozialistin Anny klawa-Morf.
Nicole Billeter im Ortsmuseum Richterswil, wo sie ehrenamtlich im Vorstand ist (grosses Bild). Die feinen Kalbfleischvögel werden mit Ingwer und Zimt gewürzt. Auch Speck trägt zum Aroma bei. Für eine feine Sauce wird Honig zum Wurzelgemüse beigegeben.
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SAISONKÜCHE NICOLE BILLETER
MIGROS-MAGAZIN NR. 44, 31. OKTOBER 2011
81 hundert eher damit beschäftigt, überhaupt etwas in den Topf zu bekommen. «Da wurde beispielsweise aus Sauerampfer ein Sauerkraut gemacht.» Gut dokumentiert ist meist das Leben von Regierenden und Adligen, doch das ist wenig repräsentativ, wie ein skurriles Beispiel aus der Römerzeit beweist: «Da gab es Rezepte,bei denen ein Schwan gekocht wurde, der mit lebenden Vögeln gefüllt wurde. Beim Servieren flogen dann die Vögel raus.Solche Gerichte stehen bei meinen Kochkursen nicht auf dem Programm», erzählt Billeter mit einem Augenzwinkern.
Historische Fleischvögel mit Rüben
Karge Alltagskost: Auf dem Speiseplan stand oft ein Brei Besonders Männergruppen interessieren sich für Billeters Kochkurse zur römischen Küche.Ob da Fantasien von gigantischen Schlemmerorgien Auslöser für den Besuch eines Kochkurses sind? «Die Assoziationen sind meist viel aufregender.Vieles hört sich erst einmal banal an, aber die Kursteilnehmer sind trotzdem überrascht, wie ungewohnt und anders es dann doch schmeckt.» «Saisonküche»-Köchin Andrea Pistorius findet an der Zubereitung der historischen Fleischvögel auch nichts Ungewöhnliches. Das Resultat überrascht auch sie: «Die sind unglaublich gut», findet die Köchin. Wir schliessen uns an. Aber auch dieses Gericht, das sich in Billeters zweitem historischen Kriminalroman «Blut für Geist» findet, ist eher gehobene Küche.In dem Roman, den sie im Eigenverlag herausgegeben hat, geht es um einen Zürcher Zünfter, der plötzlich in Verbindung mit Hexen gebracht wird. Auch die Essgewohnheiten kommen nicht zu kurz. Der oft kargen Alltagskost im 16.Jahrhundert, räumt die promovierte Historikerin in den Kochkursen nur wenig Platz ein. «Ich koche mit Kursteilnehmern feine Sachen — nicht nur Gerichte, wie sie die kleinen Leute gegessen haben. Denn das war meist ein Brei.» Text Claudia Schmidt Bilder Victoria Loesch
ZUTATEN 8 Kalbsplätzli à ca. 80 g 15 g frischer Ingwer gerieben 2 Zweige Rosmarin 3 Zweige Majoran Salz, Zimtpulver 16 Tranchen gebratenen Bratspeck 2 EL Bratbutter 2 dl Weisswein Wurzelgemüse: 1 kg Wurzelgemüse, z. B. Sellerie, Pastinaken, Karotten, Pfälzer Karotten 1 gehackte Zwiebel 2 EL Butter 1 Zweig Rosmarin 2 dl Weisswein 1 TL Honig Salz, Pfeffer
Zubereitung 1 Wurzelgemüse in Stifte schneiden. Zwiebel in Butter dünsten. Gemüse und Rosmarin dazugeben, anbraten. Mit Wein ablöschen, zugedeckt bei kleiner Hitze 25 Minuten schmoren. Mit Honig, Salz und Pfeffer würzen. 2 Plätzli flach klopfen. Ingwer fein reiben. Rosmarinnadeln und Majoranblättchen von den Stielen zupfen. 3 Plätzli auslegen, mit Salz, wenig Zimt und Ingwer würzen. Mit je 2 Speckscheiben, 2–3 Rosmarinadeln und Majoranblättchen belegen, einrollen, mit Zahnstocher fixieren. 4 Fleischvögel in einem Schmortopf in der Bratbutter anbraten. Mit Wein ablöschen. Zugedeckt bei kleiner Hitze 15 Minuten schmoren. Fleischvögel herausnehmen, warm stellen. Sauce einkochen lassen und mit Salz abschmecken. Fleischvögel und Sauce mit dem Wurzelgemüse servieren.
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Neu entdeckt, heiss geliebt
Topinambur, Pastinake, Petersilienwurzel und weisse Rüben schwammen schon zu Grossmutters Zeiten in der Suppe. Nun erleben sie ein tolles Comeback.
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Bilder istockphoto (2), bab.ch
Food-Redaktorin Sonja Leissing
as ganze Jahr über können wir aus einer Fülle von farbenfrohen und gesunden Gemüsesorten auswählen.Und auch die kalten Monate geizen nicht mit herrlichen Wurzeln und Knollen. Ein Segen, haben seit ein paar Jahren nun all die «fast vergessenen Gemüsearten» wie Topinambur, Petersilienwurzel, weisse Rübe oder Pastinake auf die Märkte und in die Regale der Grossverteiler zurückgefunden. Sie bringen nicht nur Abwechslung auf die Teller, sie stärken auch unser Immunsystem und helfen im Kampf gegen zu viele Pfunde.
geschmeckt, ist sie wahrlich eine Gaumenfreude. Topinambur harmoniert sehr gut zu Rohschinken, Speck und zu diversen Meeresfrüchten.Oder wie wärs mit einem Püree mit Nüssen oder einer Suppe mit getrockneten Feigen? Im Geschmack erinnert Topinambur ein bisschen an die leicht bittere Artischocke. Anders im Aroma sind Pastinaken.Sie schmecken leicht süsslich und sind würzig-aromatisch. Früher wurden sie zur Herstellung von Bier und Wein genutzt, und bestimmt hat auch die Grossmutter damit einst so manch feines Süppchen zubereitet. Leider wurde das Wurzelgemüse durch die schneller wachsende Alte Gemüsesorten sind nicht nur und ertragreichere Kartoffel viele Jahre für Vegetarier ein Genuss lang verdrängt. Die Pastinake hat einen Zum Beispiel Topinambur, früher Ross- hohen Stärkegehalt und mehr Vitamin C Erdäpfel genannt. Die kleinen Wunder- als Rüebli. Ausserdem enthält sie reichknollen eignen sich hervorragend für lich Magnesium, Kalium, Kalzium. Wie Menschen, die abnehTopinambur harmoniemen möchten, denn ren Pastinaken sehr gut Speisen mit Topinamzu Jakobsmuscheln oder Infos &Tipps bur wirken stark sättiroh gerieben zu Nüssen gend.Ausserdem sollen und als stärkende BeilaPastinake: Man sollte sie nur ge zu Fleischgerichten. sie gegen chronische leicht abbürsten und nicht Müdigkeit helfen. Ebenso verdienen schälen. Pastinaken werden Räben (weisse Rüben) Auch wenn sie wegen heute als Bestandteil von der unregelmässigen und die PetersilienwurBabynahrung eingesetzt, da Form etwas mühsam zu zel eine viel grössere Besie während des Wachstums achtung. Die kräftigschälen ist, hat sich die kaum Nitrat aufnehmen. würzigen Herbstrüben Wurzel bei zahlreichen Topinambur: Sie wird auch eignen sich hervorGourmetköchen einen Diabetikerkartoffel genannt, Namen gemacht,und es ragend für Eintöpfe und weils sie das Kohlenhydrat Schmorgerichte. lassen sich köstliche Inulin enthält. Inulin gaukelt Rezepte kreieren. Man Die Petersilienwurzel dem Gehirn ein Sättigungskann Topinambur roh passt püriert wunderbar gefühl vor. gerieben oder in dünne in Saucen oder geRäbe: Sie besteht bis zu Scheiben geschnitten schmort zu Fleisch- und 90 Prozent aus Wasser und servieren. Kurz gebraFischgerichten. Wie liefert leicht verdauliche wärs zur Abwechslung ten, mit anderem WinKohlenhydrate. tergemüse im Ofen gemit einem Wurzelpüree Petersilienwurzel: Die schmort oder in Wasser mit Birnen? Weitere ReBlätter sind ein Hinweis auf gegart und mit Butter, zepte finden Sie unter: Frische. Salz und Pfeffer abwww.saison.ch
Petersilienwurzel Die Petersilienwurzel ähnelt der Pastinake. Beim Kauf sollten Sie darauf achten, dass sich die Wurzel fest anfühlt. Kleinere Petersilienwurzeln sind oft etwas zarter. Das Kraut lässt sich wunderbar trocknen und zum Verfeinern von Suppen, Eintöpfen und Salaten verwenden. Vorher aber würfeln und zwei bis drei Minuten blanchieren. Petersilienwurzeln halten sich im Gemüsefach des Kühlschranks etwa zwei bis drei Wochen. Man kann sie auch gut einfrieren.
KÜCHENKUNDE WURZELGEMÜSE
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Räben/ weisse Rüben
Topinambur Die unförmigen Knollen bekommen beim Garen einen leicht nussigen, süsslichen Geschmack, der an Artischocken erinnert. Wer Topinambur roh für Salate verwendet, muss sie vorher gründlich waschen und abbürsten. Die Knolle lässt sich nur für wenige Tage im Kühlschrank lagern. Sie verliert rasch an Feuchtigkeit und beginnt zu schrumpfen. Aus der kleinen Knolle lassen sich beherzt gewürzt und dann gebraten, gebacken, gedünstet oder püriert nicht alltägliche Speisen kreieren. Speziell empfehlenswert ist Topinambursuppe mit Pilzknödeln: www.saisonkueche.ch
Die Räbe, Stoppelrübe, Herbstrübe oder Kohlrübe genannt, ist zu schade, um nur zu Räbeliechtli geschnitzt zu werden. Räben sind faserstoffreich und daher als kalorienarmer Sattmacher besonders gut geeignet. Zudem enthalten sie Vitamin C, Kalium, Kalzium und ätherische Öle. Räben können mehrere Wochen lang an einem dunklen, kühlen Ort gut gelagert werden. Haben Sie schon einmal weisse Rübchen eingelegt? Unter www.saisonkueche.ch erfährt man, wie das geht.
Pastinaken Früher, bis etwa Mitte des 18. Jahrhunderts galt die Pastinake in europäischen Küchen als wichtiges Grundnahrungsmittel. Dann wurde sie von der ertragreicheren Kartoffel verdrängt. Heute zählt die Pastinake in England, Österreich, Frankreich und in den Niederlanden wieder zu den beliebtesten Wintergemüsearten. Und in Amerika gelten sie sogar als das klassische Weihnachtsgemüse schlechthin. Kühl, trocken und dunkel kann man Pastinaken mehrere Monate lagern. Zu Püree, Suppe, Gratin und als Gemüsebeilage geschmort sorgen Pastinaken für Abwechslung.
FÜR DIE REGION – FÜR DIE NATUR! n 40 Christbäume aus der Regio zu gewinnen.
Auf der Baumkultur von Peter Sperisen in Grenchen warten viele kleine Tannen auf Weihnachten.
Es ist fast schon Tradition, dass die Genossenschaft Migros Aare zur Weihnachtszeit Christbäume verschenkt. Auch in diesem Jahr dürfen sich wieder 40 Gewinnerfamilien einen Baum aussuchen, der später geschmückt in der warmen Stube stehen wird. Im Rahmen eines geselligen Adventsnachmittags können die Gewinner ihre Tännchen direkt auf dem Betrieb des Baumproduzenten auswählen und markieren. Kurz vor Weihnachten werden sie dann frisch geschnitten ausgeliefert. Auf der Baumkultur von «Aus der Region. Für die Region.»-Produzent Peter Sperisen in Grenchen wachsen drei Sorten von Weihnachtsbäumen: Rottannen, Nordmannstannen und die Blaufichten. Die Gewinner erfahren am 3. Dezember mehr über die aufwändige Pflege der kleinen Tannen und dürfen sich anschliessend
Genossenschaft Migros Aare
ihren Lieblingsbaum für die kommenden Festtage aussuchen. Bei gemütlichem Beisammensein mit Speis und Trank können sich alle wieder aufwärmen. Zur Freude der kleinen Gewinner macht auch der Samichlaus mit Esel einen Halt auf Sperisens Hof und beschenkt alle Kinder mit einer kleinen Überraschung. Mitmachen und Dabeisein ist ganz einfach: Den nebenstehenden Talon ausfüllen, Frage beantworten und einsenden. Die Gewinner werden ausgelost und bis Ende November schriftlich benachrichtigt. Viel Glück! Bäumiges aus der Region 80 % der Weihnachtsbäume im Migros-Sortiment stammen aus der Region. Sie werden frisch geschnitten direkt in die Filialen geliefert. Somit wird die Umwelt geschont und die Bäume sind länger haltbar.
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Wettbewerbstalon Adventsnachmittag Ich/wir würde/n gerne am 3. Dezember 2011 teilnehmen: Vorname/Name:
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Adresse: PLZ/Ort: E-Mail-Adresse: Telefonnummer: Wettbewerbsfrage: Wie heissen die drei Nadelbaum-Arten?
In diese Filiale soll der Baum geliefert werden:
Bitte ausfüllen, auf eine Postkarte kleben und bis zum 8. November 2011 einsenden an: Genossenschaft Migros Aare, Nicole Wandfluh, Industriestrasse 20, 3321 Schönbühl. Die Gewinnerinnen und Gewinner werden spätestens bis Ende November schriftlich benachrichtigt.
IHRE REGION
migroS-magazin NR. 44, 31. OKTOBER 2011
migroS aare 85
NEWS
Cumulus-Angebot: «Das Zelt», Bern Allmend Als Hauptsponsorin offeriert Ihnen die Migros 30 Prozent Rabatt auf die Tickets aller Kategorien nachfolgender Vorstellungen: ■ Umberto Tozzi – Mittwoch, 7. Dezember 2011, 20 Uhr (nur noch Stehplätze) ■ Florian Ast & Francine Jordi – Freitag, 9. Dezember 2011, 20 Uhr ■ Caveman – Samstag, 10. Dezember 2011, 20 Uhr ■ Rock Circus – Montag, 12. Dezember 2011, 20 Uhr ■ David Bröckelmann – Samstag, 17. Dezember, 20.30 Uhr ■ Duo Fischbach – Sonntag, 18. Dezember 2011, 19 Uhr ■ Andreas Thiel & Les Papillons – Montag, 19. Dezember 2011, 20.30 Uhr ■ Lapsus – Dienstag, 20. Dezember 2011, 20 Uhr ■ Comedy Club – Mittwoch, 21. Dezember 2011, 20 Uhr ■ Fabian Unteregger – Donnerstag, 22. Dezember 2011, 20 Uhr ■ Swiss Caveman – Freitag, 23. Dezember 2011, 20.30 Uhr ■ Oesch’s die Dritten – Dienstag, 27. Dezember 2011, 20 Uhr ■ Bliss – Mittwoch, 28. Dezember 2011, 20 Uhr ■ Philipp Fankhauser – Freitag, 30. Dezember 2011, 20 Uhr ■ I Quattro (Silvesterprogramm) – Samstag, 31. Dezember 2011, 20.30 Uhr ■ Grosi – Samstag, 7. Januar 2012, 20 Uhr Die vergünstigten Tickets (Fr. 19.50 bis 66.50, je nach Vorstellung und Kategorie, exkl. Bearbeitungsgebühren) sind erhältlich unter www.migros.ch/cumulus im Bereich «Veranstaltungen» mit Eingabe des Codes «Cumulus». Maximal 4 Tickets pro Cumulus-Karte. Mehrfachbestellungen werden ohne Rücksprache storniert. Angebote gültig, solange Vorrat.
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V
om 7. Dezember bis 7. Januar gastiert «Das Zelt» in Bern.Die mobile Kulturplattform zeigt die beliebtesten Schweizer Entertainer im Bereich Comedy, Theater und Musik. Zu Gast in Bern auf der Allmend sind: Umberto Tozzi, Florian Ast & Francine Jordi, Caveman, Ingo Appelt, Rock Circus, Massimo Rocchi, David Bröckelmann, Duo Fischbach,Andreas Thiel & Les Papillons, Lapsus, Comedy Club, Fabian
Unteregger,Swiss Caveman,Oesch’s die Dritten, Bliss, Philipp Fankhauser, I Quattro, Grosi und im Kinderzelt Papagallo & Gollo sowie «Jim Knopf».Die genauen Spieldaten und alle Infos sind unter www.daszelt.ch zu finden. jm
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IHRE REGION MIGROS AARE
Nr. 44, 31. OktOber 2011 MIGROS-MAGAZIN
86
InterMezzo
FORUM elle
An einem taxistand in belek in der Südtürkei gesehen. Merke: Der Ausflug (!) in einen Supermarkt der Migros türk ist nicht gerade billig, der einkauf vor Ort aber umso preisgünstiger.
Veranstaltungen November/Dezember 2011 Sektion Bern Die Sektion bern führt monatlich verschiedene Veranstaltungen durch. Jeweils am ersten Dienstag des Monats treffen sich die Mitglieder im Hotel kreuz, Zeughausgasse 41, bern, zum Stamm. Interessierte sind herzlich willkommen.
Die schnellsten Berner im Universum: Die Sportkomiker Starbugs sind am Donnerstag, 3. November, um 17.30 Uhr live im Westside (Bild links). Ein wunderbares Konzertprogramm bieten Leo Wundergut und die Swiss Tenors am Samstag, 5. November, um 15 Uhr.
Aller guten Dinge sind drei
Westside feiert seinen dritten Geburtstag mit zahlreichen Attraktionen und Aktionen.
V
om Donnerstag, 3. bis Samstag, 5. November, gibts drei Tage lang Erlebnis, Unterhaltung und ganz spezielle Shopping-Angebote.Auch sind die drei Spassvögel von Starbugs und die drei wunderbaren Stimmen von Leo Wundergut und den Swiss Tenors mit dabei. Sie sind gemäss eigener Definition die uncoolsten Hip-Hopper der Schweiz, die lautesten Pantomimen der Welt und die schnellsten Berner im Universum: Die drei Jungs von Starbugs verbinden Tanz, Komik und Akrobatik auf einzigartige Weise. Dabei entsteht rhythmische Sportkomik, die alle zum Lachen bringt. Bei Leo Wundergut und den Swiss Tenors verschmelzen die hohen Cs prob-
lemlos mit balletösen Pirouetten und Opern-Evergreens mit wundersamen Jongliernummern. Ein Konzertprogramm voller Witz und bissiger Satire, das einen den Alltag vergessen lässt. Beide Vorstellungen sind wie immer kostenlos und finden am Donnerstag, 3. respektive am Samstag, 5. November, statt.
Gratis-Geburtstagstörtli und 10 Prozent Rabatt am Freitag Aber auch die ganz jungen Besucher werden fröhliche Unterhaltung finden: Zauberer Rono Kertini und Clown Nuni begeistern die Kids mit Spass und Spiel. Wie es sich für eine Geburtstagsparty gehört, gibts natürlich auch Kuchen. An allen drei Tagen oder solange der Vorrat
reicht, werden im Westside kleine Törtchen an alle Geburtstagsgäste verteilt. Und: Westside sagt Merci in Form von 10 Prozent Rabatt in fast allen Shops am Freitag, 4. November. Donnerstags und freitags wird zudem das Celebrations-Team vor Ort mit einer Kamera unterwegs sein und die originellsten Glückwünsche aufzeichnen. Wer mitmacht,hat die Chance zu gewinnen. Der erste Preis ist eine individuell angefertigte Torte von Beck Glatz. Und auch sonst gibt es über 150 tolle Preise für die Geburtstagsgäste.Dabei sein und mitmachen ist alles! ag
Drei Jahre Westside und alle Details dazu gibts auf www.westside.ch
Adressänderungen: nur noch der Post melden. Die Zeitung wird dann automatisch an die neue Adresse geliefert. Abonnentenservice: MIGROS AARE, 3321 Schönbühl, Tel. 058 565 84 01. E-Mail: dienstleistungen@gmaare.migros.ch
ihre region migros aare
MIGROS-MAGAZIN NR. 44, 31. OKTOBER 2011
87 ■ Vortrag: Mittwoch, 16. und Freitag, 18. November, 9 bis 10.30 Uhr, beim Schweiz. Roten Kreuz, «Der lange Weg zum Augenlicht». Auskunft und Anmeldung bei Esther Flückiger. ■ Stamm: Dienstag, 6. Dezember, 9 bis ca. 10.15 Uhr, Hotel Kreuz Bern, Berndeutsche Geschichten mit Daniel Meichtry Infos erhalten Sie bei Esther Flückiger, Tel. 031 921 89 31 oder unter www.forumelle.ch
Sektion Aargau ■ Filmvorführung: Donnerstag, 17. November, 14.15 Uhr, Migros Klubschule Baden, Nordhaus 3, Saal 406 im 4. Stock Dienstag, 6. Dezember, 14.15 Uhr, Migros Klubschule Aarau, Bleichemattstrasse 42, Saal 1 im Parterre «Syra Marty – Dächeli Leni goes to Hollywood»
Sektion Solothurn ■ Vortrag: Mittwoch, 9. November, 14.30 Uhr im Konzertsaal Langendorf, «Wohnen mit Dienstleistungen» mit Kathrin Lanz, Spitex Solothurn, und Ivo Bracher, Bracher und Partner AG. Infos über Veranstaltungen und Beitritt erhalten Sie bei der Sektionspräsidentin, Christine Lüthi, Telefon 032 623 27 14.
Infos über Veranstaltungen und Beitritt erhalten Sie bei der Sektionspräsidentin, Roberta Di Maggio, Natel 079 717 89 53.
Eine neue Erlebniswelt
Kino zu Hause geniessen mit modernster 3-D-Bildtechnologie.
D
ie Bildschirme werden immer grösser und dünner, die Tonqualität immer besser.Heute hat man mit grossen Flachbildschirmen, High Definition und Surroundsound einen eindrucksvollen Höhepunkt der Übertragungsqualität erreicht. Mit dreidimensionalen Bildern,3-D genannt,folgt nun ein weiterer Entwicklungsschritt. Mit den meisten TV-Geräten kann man sich heute das 3-D-Erlebnis ins Wohnzimmer holen. Dabei kann die räumliche Tiefe wahrgenommen und die Entfernung der Gegenstände zueinander abgeschätzt werden.So hat man das Gefühl, dass Shrek aus dem Fernseher springt.
Wachsendes angebot an Filmen in 3-D
Fernsehen in 3-D ist ein Spass für die ganze Familie.
Allerdings kann man die virtuelle Räumlichkeit nach wie vor nur mit einer 3-DBrille simulieren.Diese filtert das stereoskopische Signal des Fernsehers, damit die beiden Halbbilder gleichzeitig, aber mit jedem Auge einzeln wahrgenommen werden. Nur so entsteht ein räumlicher Eindruck im menschlichen Gehirn. Nicht nur die TV-Hersteller produzieren immer mehr in 3-D, auch die Filmindustrie setzt auf diese Technologie.So sinkt die Titanic nächstes Jahr erneut in 3-D, und Tom Cruise startet mit «Top Gun» dreidimensional nochmals durch.Somit kommen Käufer eines 3-DFernsehers bald in den Genuss von alten Filmklassikern. me Infos erhalten Sie auf www.melectronics.ch
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LEBEN
MIGROS-MAGAZIN Nr. 44, 31. OktOber 2011
MIX 91
Don t worry, be happy!
Einer Studie zufolge neigen Menschen dazu, negative Informationen und Risiken auszublenden. Das hat gute Gründe: Optimisten meistern Krisen besser als Schwarzseher.
E
ine schwere Krankheit, ein Schicksalsschlag oder die Scheidung nach nur zwei Jahren Ehe: Das Leben steckt voller böser Überraschungen. Trotzdem wollen dies viele Menschen nicht wahrhaben und verdrängen Risiken. Gemäss einer Studie blieben die Versuchspersonen selbst dann unbelehrbar, als ihnen aufgezeigt wurde, welch hohem Risiko sie ausgesetzt sind. Woher dieses Verhalten rührt, können sich die Forscher vom University College London und der Freien Universität Berlin aber nicht erklären.
Optimisten können besser Beziehungen pflegen
Wer keine Angst vor negativen Erlebnissen hat, ist nicht naiv: Optimismus ist eine gute Strategie.
Mit Naivität habe diese positive Einstellung nichts zu tun, sagt René Proyer vom Psychologischen Institut der Universität Zürich. «Warum sollten sich die Menschen am Negativen orientieren? Nicht heiraten, nur weil es schieflaufen könnte?», fragt Proyer. «Wer optimistisch ist, belügt sich nicht selbst; er hat eine bestimmte Einstellung und Erwartung dem Leben gegenüber und arbeitet daran, diese umzusetzen», sagt er. Das Forschungsteam um René Proyer und Willibald Ruch beschäftigt sich mit dem Gebiet der Positiven Psychologie. «Die Ergebnisse aus der langjährigen Forschung besagen, dass Optimismus hilft, Krisen zu meistern», so Proyer. Optimistische Menschen könnten mit nega-
Lassen Sie Ihren Humor von Forschern testen
Optimismus und Humor sind ein gutes Duo: eine Online-Studie des Psychologischen Instituts der Universität Zürich erforscht den Humor der Deutschschweizer bevölkerung und sucht dafür teilnehmer. Vorgesehen ist auch die beurteilung durch eine einem gut bekannte Person. Die teilnehmer erhalten nach Abschluss der Studie ein individuelles Feedback.
www.migrosmagazin.ch Haben Sie Humor? Die Umfrage mit Ihrer Selbsteinschätzung und die Anmeldung für die Uni-Studie.
tiven Ereignissen besser umgehen. Poyer erklärt: «Optimisten sehen die neue Tür, die sich auftut, während sich eine andere schliesst.» Optimismus unterstütze zudem die Fähigkeit, mit anderen Menschen eine gute Beziehung zu pflegen und erhöhe auch das eigene Wohlbefinden. Das Forschungsteam bietet kostenlose Trainings zu Optimismus und anderen menschlichen Stärken an. «Optimismus lässt sich trainieren», ist sich Proyer sicher. Sandra Kohler Mehr Informationen zum Optimismustraining: www.staerkentraining.ch
IT’S A WILD WORLD
Hinter stählernen Kolossen durch sanfte Landschaften
Tourismusprofi und Redaktor Reto E. Wild
Wer im Ausland Zug fährt, erhält eine andere Perspektive auf Land und Leute. Hier ein paar ausgefallene Vorschläge: ■ Am 1. Dezember um 11.45 Uhr startet der British Pullman vom Bahnhof London Victoria. Mit an Bord sind Vertreter britischer Luxusmarken,die ihre Produke ausstellen und Geschenksuchende beraten, während der Luxuszug durch die südenglische Landschaft rattert.Das fünf Stunden dauernde Christmas Shopping mit Menü kostet umgerechnet 440Franken.www.orient-express.com/ web/uktr/journeys/4_146246.jsp
■ Die historische Eisenbahn «Arizona
Centennial Train» nimmt Gäste mit auf eine 10-stündige Reise in die Vergangenheit.UmderGründungdesUS-amerikanischen Staats Arizona vor 100 Jahren zu gedenken, fährt der Zug am 14. Februar 2012 (Valentinstag) um 9.30 Uhr vom Depot in Williams westlich von Flagstaff bis zum Grand Canyon und wieder zurück. Details unter www.thetrain.com/ national-train-day-8319.html ■ Zu einer der weltweit aussergewöhnlichsten Zugreisen gehört die 10-stündige Fahrt vom peruanischen Puno am
Titicacasee bis nach Cusco, dem einstigen Zentrum des Inkareichs. Der Zug kämpft sich in den Anden bis auf 4500 Meter hoch. Cusco ist wiederum Ausgangspunkt für die spektakuläre Bahnfahrt nach Aguas Calientes (Bild) zu den sagenumwobenen Ruinen von Machu Picchu. www.perurail.com
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Eine AOC- oder IGP Spezialität wählen, heisst vor allem Genuss erleben. Und gleichzeitig das traditionelle Handwerk und die nachhaltige Landwirtschaft fördern. Denn die Schweizer AOC- und IGP-Produkte gehören zum reichen kulinarischen und kulturellen Erbe unseres Landes.
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lEBEN MIX
MIGROS-MAGAZIN Nr. 44, 31. OktOber 2011
93 Für Zahnärzte ist klar: Die Erwachsenen sind die grössten Angsthasen. Sind die Eltern schuld daran, dass sich Kinder vor dem Zahnarzt fürchten? (Artikel im «Tages-Anzeiger» vom 10. 10. 2011).
5 FRAGEN AN … Dr. med. dent. Horst William Kelkel (55), Spezialist für Rekonstruktive Zahnmedizin EPA, über das Schreckgespenst Zahnarzt.
«Eltern übertragen ihre Furcht»
1
Horst William Kelkel, Erwachsene sollen mehr Angst vor dem Zahnarzt haben als Kinder. Erleben Sie dies auch so?
So pauschal kann man das nicht sagen. Tatsache ist aber, dass Erwachsene ihre Furcht auf die Kinder übertragen. Meist unbewusst, indem sie den Kindern sagen: Du brauchst keine Angst zu haben, es wird nicht wehtun. Da wird das Kind sofort hellhörig. Kontraproduktiv ist es auch, wenn man seinem Kind mit einer schmerzhaften Zahnarztbehandlung droht, wenn es die Zähne nicht putzt.
2
Sie sagen, die Eltern übertragen ihre eigenen Ängste auf die Kinder. Wie erklären Sie sich das?
Heutige Erwachsene haben als Kind oft selber Negativerfahrungen beim Zahnarzt gemacht. Dadurch ist es schwierig, ihnen diese Ängste wieder zu nehmen.
Zudem kann die Angst mit zunehmendem Alter grösser werden, da die Schmerzempfindlichkeit steigt.
3
Warum fürchten wir den Zahnarzt so viel mehr als beispielsweise den Hausarzt?
Die Mundhöhle ist ein intimer Raum,nur schon die Untersuchung derselben kann daher als Bedrohung der körperlichen Integrität empfunden werden. Zudem gehört sie aufgrund ihrer starken nervösen Versorgung zu den schmerzempfindlichsten Regionen des Körpers.
4
Was kann man als Patient gegen die eigene Angst tun?
Es gibt von Psychologen betreute Antiangstprogramme, beispielsweise an der Universität Bern. Manche Patienten nehmen am Abend vor dem Zahnarztbesuch ein Beruhigungsmittel ein, um
wenigstens gut schlafen zu können.Universalrezepte gibt es aber leider keine.
5
Wie kann ein Zahnarzt Kindern die Angst nehmen?
Am wichtigsten ist es, dass der kleine Patient beim Zahnarzt möglichst keine oder nur wenige negative angstauslösende Erfahrungen macht. Wenn Eltern ihr Kind zu deren periodischen Kontrolle mitbringen, beziehen wir es gern als «kleinen Assistenten» mit ein. Wir lernen uns kennen, und der Besuch beim Zahnarzt kann so sogar zu einem lustigen Erlebnis werden. Und wenn dann das Kind selbst auf dem Zahnarztstuhl Platz nehmen muss, weiss es schon, was es erwartet. Interview Sandra Kohler Den «Tages-Anzeiger»-Artikel lesen Sie auf: www.migrosmagazin.ch
MEIN GARtEN
Oje, schon wieder Herbst! Gartenexpertin Haia Müller spuckt ein letztes Mal in die Hände.
Gartenarbeitsmässig ticke ich synchron mit der Schweizer Wirtschaft: Meine Auftragsbücher sind noch voll, aber es ist absehbar, dass ich schon bald auf Kurzarbeit reduzieren muss. Nur: Unglücklich macht mich diese Perspektive nach einem langen Sommer nicht. Bevor ich mich aber aufs Ruhebänkli zurückziehen kann, sind noch die üblichen Herbstarbeiten angesagt. Ich mag sie nicht, schiebe sie deshalb hinaus, bis
ich mit klammen Fingern vor dem Einwintern das Nötigste erledige. Ich habe mich mal umgehört und festgestellt,dass es vielen gleich geht. Und hier die Hitparade der unbeliebtesten Arbeiten,unrepräsentativ und individuell gefärbt: Beat greift gerne zur Schere, hasst es aber, anschliessend das Schnittgut zu entsorgen. Marianne räumt die Gemüsebeete ungern ab, weil die Arbeit mit Wehmut verbunden ist
und sie ab dann ihr Gemüse kaufen muss. Sebastian stinkt es, das Laub zusammenzurechen, Susan reinigt ihr Gartengerät nur mit Widerwillen, weil sie dabei nasse, kalte Hände bekommt. Und ich stöhne jedes Jahr, wenn ich meine schweren Töpfe ins Winterquartier zügeln muss. Gemacht werden müssen diese Arbeiten trotzdem. Also: Packen wirs an.
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MIGROS-MAGAZIN NR. 44, 31. OKTOBER 2011
95 EGO-COACH
Schöne Erinnerungen sind die Vitamine der Psyche
Für Schlagerstars gelten andere Regeln: Die bunten Wollbändeli hat Wolfgang Petry von seinen Fans bekommen. 2012 will der beliebte Deutsche übrigens sein Comeback geben – ganz ohne Armschmuck.
STARK & SCHÖN
Ist das Wahnsinn?
Echte Kerle und Schmuck – verträgt sich das? Ja, sagen Profis wie Modejournalist Jeroen van Rooijen oder Stylistin Luisa Rossi. Aber mit Mass.
Bilder Picture alliance, Digra987Z/Fotolia, Illustration Rebekka Heeb
W
ie viel Schmuck darf Mann tragen? Viel, ist der Modeguru der «NZZ», Jeroen van Rooijen, überzeugt.WernichtAnzugundKrawattetragenmüsse,dürfemitSchmuckruhig etwas experimenteller sein. Es gibt allerdings Grenzen: «Ich finde Armbänder gut, solange man es nicht so übertreibt wieSchlagersängerWolfgangPetry.»Der beliebte Deutsche soll vor seinem Rücktritt 2006 Hunderte von Stoffbändeli am Arm getragen haben. Für Luisa Rossi gibt es drei Schmucktypen: Business, Casual und Motorrad-
ÖKOLOGIE IM HAUSHALT
Standby vermeiden! Die meisten Elektrogeräte fressen auch Strom, wenn sie nicht voll in Betrieb sind.In der Schweiz verpuffen durch den sogenannten Standby über zwei Milliarden Kilowattstunden Strom pro Jahr. Dies entspricht dem Strombedarf aller
fahrer. «Der Businessman trägt Uhr», sagt Rossi. Aber sicher keine Plastikuhr aus dem Kaugummiautomaten. «Zwischen 2000 und 3000 Franken findet man zeitlose Uhren», sagt die TV-Stylistin, «eine Investition, die sich lohnt. Ausserdem kommen Männer in Sachen Schmuck im Vergleich zu Frauen unheimlich günstig weg.» Ansonsten seien für Krawattenträger nur noch ein Ring und Manschettenknöpfe erlaubt. Im Bereich Casual ist mehr möglich: «Armband oder Halskette passt gut zu Jeans und Blazer», sagt Rossi. Und der Typ Motorradfahrer? Armbänder, Halskettchen,Ringe aus allen möglichen Materialien: In der Kategorie Rocker ist fast alles möglich. «Wichtig ist, dass Kleidung und Schmuck aufeinander abgestimmt sind.Ein Dreitagebart passt auch sehr gut.» Laut van Rooijen gehen nur zwei Dinge ganz und gar nicht: Erstens seien Ohrringe etwas albern, «ausser man ist Appenzeller», zweitens sind Piercings «ein absolutes No-go. Das sieht total nach 90er-Jahren aus.» Andrej Abplanalp (nicht gepierct)
Lassen Sie Situationen Revue passieren, in denen Sie sich glücklich und kraftvoll gefühlt haben. Erinnerungen an wunderbare Momente sind die beste Nahrung für Ihr Selbstbewusstsein. Schliessen Sie die Augen und suchen Sie in Ihrem Gedächtnis nach besonderen Schätzen. Momente, in denen Sie sich vital, erfolgreich und kraftvoll gefühlt haben, wirken Wunder für Ihre Seele, wenn Sie sich regelmässig daran erinnern. Damit Sie diese Wohltat jederzeit nutzen können, müssen Sie sie mit einer simplen Geste verknüpfen. Wählen Sie eine unauffällige Geste aus, die für Sie bisher keine Bedeutung hatte: Drücken Sie zum Beispiel mit dem Daumen die Handinnenfläche. Versinken Sie in Ihrer schönen Erinnerung, während Sie die Geste ausführen. Sinnliche Erinnerungen sind dabei besonders wichtig: Welchen Duft haben Sie gerochen und welche Geräusche gehört, als Sie so glücklich waren? Welche Farben zierten die Situation? Wie fühlte sich Ihre Körperhaltung an, als Sie sich so erfolgreich fühlten? Je häufiger Sie die Geste mit Ihrer schönen Erinnerung kombinieren,desto stärkerwirddieVerknüpfung.Baldreicht es, mit Daumen die Handinnenfläche zu berühren, und schon sind Sie mitten in den positiven Empfindungen Ihrer Lieblingserinnerung. In Zusammenarbeit mit www.focus.de
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MIGROS-MAGAZIN Nr. 44, 31. OktOber 2011
97 NEuES vOM ZOO-dOKtOR
Das Warten auf den Schnee «
Zolli-Tierarzt Stefan Hoby (36) berichtet jede Woche aus dem Basler Zoo.
Ischim, Indus und Irtysch, unsere Schneeleopardenbuben, geniessen die sinkenden Temperaturen.Kein Wunder,die Grosskatzen kommen ursprünglich aus dem Hochgebirge Zentralasiens. Ihre Herkunft sieht man auch am dichten Pelz, dem bauschigen Schwanz, den die Tiere manchmal als Schal nutzen, und den riesigen Tatzen,die ein Einsinken im Schnee verhindern, wie Schneeschuhe. Die drei jungen Schneeleoparden sind inzwischen etwa halb so gross wie ihre Eltern. Geboren wurden sie am 22. April 2011, rund 100 Tage nach einem romantischen Tête-à-tête von Papa Pator (4) und Mama Mayhan (5). Diese waren im Rahmen des europäischen Erhaltungszuchtprogramms anfangs 2009 bei uns im Zoo eingetroffen – Mayhan aus Frankreich, Pator aus Deutschland. Die ersten Wochen verbrachten Ischim, Indus und Irtysch in einer gut isolierten Wurfbox und versteckt im grossen Kunstfelsen, der mitten in der Anlage erhebt.Junge Schneeleoparden sind wie Kätzchen Nesthocker und erst mal blind und taub. Sechs Wochen nach der Geburt wagte ich einen ersten Besuch bei
Pfoten hoch! Bei der ersten Untersuchung der Schneeleoparden kontrollieren Stefan Hoby, Carole Ruby (links) und Martina Wicki, ob noch alle Krallen dran sind.
den Jungtieren.Die fürsorgliche Mayhan hatte ihre drei Buben erstmals verlassen, um sich kurz in der Aussenanlage auszuruhen. Wir schlichen uns zur Wurfbox und waren erfreut, dass das Trio in bester Verfassung war. Nach einer Routineuntersuchung setzte ich den kleinen Leoparden je einen reiskorngrossen Mikrochip unter die Haut. Diese helfen uns, die drei Brüder auseinander- zuhalten und ihre individuelle Entwicklung besser zu verfolgen.
GEFällt MIR Anel Lanicca (26), Stellvertretender Marktleiter, Migros Landquart
«Hauptsache, etwas zum Lachen»
1
Welches Musikstück holt Sie aus der Krise?
Rocksongs, einfach etwas, das fetzt und den Puls hochbringt!
2
DieüberflüssigsteCD/Schallplatte,dieSie je gekauft haben?
«Blümchen».Aber das war eben zur Zeit der ersten Freundinnen und Schmuselieder.
3
Welches war der erste Kinofilm in Ihrem Leben?
«Pocahontas». Den Film habe ich als 10-Jähriger ganz allein mit meinem klei-
nen,zwei Jahre jüngeren Bruder gesehen.
4
Welcher Film rührt Sie zu Tränen?
«Das Streben nach Glück» mit Will Smith.
5
Haben Sie sich schon einmal online verliebt?
Nein,ich habe noch nie online eine Partnerin gesucht. Man weiss ja im Internet nie, was real ist.
6
Wo möchten Sie auf keinen Fall von Ihrem Handy gestört werden?
Im Spätsommer durchlebten wir eine heikle Phase: die Futterumstellung von Muttermilch auf feste Nahrung. Sie verlief glücklicherweise fast reibungslos. Nur eine kurze Episode mit Durchfall und Erbrechen bei Mutter und Jungen bereitete uns Sorgen. Nachdem ich jedoch Mayhan medikamentös behandelt hatte, ging es allen schnell besser. Jetzt freuen wir uns auf den Winter, wenn die jungen Leoparden zum ersten Mal im Schnee herumtollen.
»
In den Ferien. Da schalte ich mein Handy immer aus.
7
Ihre Lieblings-Website?
20minuten.ch, da steht alles in Kürze drin, und ich sehe sofort, was läuft.
8
Mit welchem Game haben Sie bis jetzt am meisten Zeit verbracht und wie lange?
9
Meine Lieblingsserie am TV ist …
In der Oberstufe spielte ich in jeder freien Minute «Final Fantasy» — insgesamt über 200 Stunden! «Two And A Half Men» oder «The Big Bang Theory»; Hauptsache, etwas zum Lachen.
10
Was machen Sie abends als Letztes?
Den Hund, einen kleinen Mops, streicheln und meine Freundin umarmen. Aufgezeichnet von Priska Plump
LEBEN OuTdOOR
98
Kartenstudium vor dem Bauernhof, der für den Kriminalfilm «Es geschah am hellichten Tag» zur Tankstelle umdekoriert wurde (oben). Die Velotour führt zu Beginn durch den Fürstenwald bei Chur (links) und endet entlang des Rheindamms in Sargans (rechts).
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MIGROS-MAGAZIN
leben outdoor
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Auf den Spuren eines Psychopathen
Im düsteren Krimi «Es geschah am hellichten Tag» jagte einst der legendäre Heinz Rühmann als Polizist einen Kindermörder. Das Migros-Magazin ist zu den «Tatorten» des Films zurückgekehrt. Auf der Velotour durchs Churer Rheintal wurde es immer mal wieder schön gruselig.
H
ähähä … hihihihi … haaatschi … haaatschi», macht der Handpuppen-Chaschperli, der hinter dem schwarzenManteldesdickenMannesmit den Schweineäuglein hervorlugt. Der Mann heisst Schrott und ist der Inbegriff des abgründigen und unberechenbaren Psychopathen. Die Szene spielt an einem Bach im Fürstenwald bei Chur, durch das Blätterwerk der Laubbäume dringt fahl dasgefilterteSonnenlicht.Diesiebenjährige Annemarie schaut gebannt zu und fragt den Mann: «Bist du ein Zauberer?» Daskleine,blondeMädchenweissweder, in welcher Gefahr es sich befindet, noch, dass es vom Polizisten Dr. Matthäi als Lockvogel benutzt wird. Erst vor 20 Minuten sind Reto (41) und ich (43) in Chur losgefahren, und schon befinden wir uns mitten im Fürstenwald — einem der Drehorte des Films «Es geschah am hellichten Tag» aus dem Jahr 1958. Gert Fröbe, der spätere JamesBond-Bösewicht Goldfinger, spielt den Psychopathen Schrott meisterlich. Seinen Gegenspieler, Dr. Matthäi, verkörpert Heinz Rühmann in einer seiner wenigen ernsten Rollen.
SCHAuPlAtZ Viele Schweizer Orte und Regionen haben berühmten Filmen, Büchern oder Musikstücken einen Hintergrund, eine Heimat gegeben. Zwölf dieser Schauplätze stellt das Migros-Magazin im Lauf dieses Jahres vor. DieSen MOnAt: Film: «Es geschah am hellichten Tag» Drehorte: Diverse im Churer Rheintal und der Bündner Herrschaft erscheinungsjahr: 1958 Drehbuch: Friedrich Dürrenmatt, Hans Jacoby, Ladislao Vajda Regie: Ladislao Vajda Besetzung: Heinz Rühmann, Michel Simon, Gert Fröbe, Siegfried Lowitz, Sigfrit Steiner, Maria Rosa Salgado, Anita von Ow u.a. Buch: Auf der Grundlage des Drehbuchs schrieb Friedrich Dürrenmatt später die Erzählung «Das Versprechen»
Wo früher benzin getankt wurde, gibts heute Milch zu kaufen Wir radeln aus dem Wald,fahren entlang von Wiesen und Feldern und erreichen Trimmis, wo wir unterhalb der reformierten Kirche zu einem weiteren Drehort gelangen: Hier trifft Matthäi zum ersten Mal auf die kleine Annemarie. Sie
sieht den drei Mädchen sehr ähnlich, die alle auf die gleiche Weise umgebracht wurden. Sämtliche Morde geschahen entlang der Strecke von Chur nach Zürich, deshalb mietet Matthäi eine Tankstelle an der Strasse und bittet Annema-
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An der Tardisbrücke bei Landquart begann im Film die Jagd nach dem Psychopathen Schrott. Das Haus mit dem Steinbock auf der Fassade ist im Film von 1958 ebenfalls zu sehen.
rie und ihre Mutter, bei ihm zu wohnen — Annemarie soll der Köder für den Serientäter sein.Diesen zu erwischen hat Matthäi den Eltern des zuletzt ermordeten Mädchens «bei seiner Seligkeit» versprochen. Der Weg zur Socal-Tankstelle aus dem Film führt uns von Trimmis zum Talboden hinunter. Er steht immer noch da, der Bauernhof, an dessen Front für die Dreharbeiten vom Dorfschreiner extra eine Tankstelle angebaut wurde. Heute werden hier Kürbisse feilgeboten — und statt Benzin kann man an einem Kästchen Milch frisch ab Hof «tanken».Nun radeln wir entlang des Talbodens, mal unter der Autobahn hindurch,dann entlang von gesichtslosen Industriebauten — nicht gerade idyllisch,aber typisch für die Gegend und passend zur düsteren Stimmung des Films. Die Tardisbrücke, die bei Landquart über den Rhein führt, ist der letzte Filmschauplatz auf unserer Tour. Direkt am Brückenende steht das Haus mit dem gemalten Steinbock und der Aufschrift «Graubünden» auf der Fassade. Hier steigt Matthäi auf der Fahrt ins Bündnerland kurz aus seinem Wagen.Und hier beginnt sozusagen seine Jagd nach dem Psychopathen — ein Unterfangen, das ihn selbst beinahe in den Wahnsinn treibt. So wie es der Drehbuchautor Friedrich Dürrenmatt eigentlich gewollt und später in seiner Erzählung «Das Versprechen» auch umgesetzt hat.Doch der Film endet versöhnlicher. Nun entfernen wir uns vom industriell geprägten Talboden und pedalen hinauf zu den Weindörfern der Bündner Herrschaft — die mit der düsteren Stimmung des Films wenig gemein haben.Bis Malans sind einige Höhenmeter auf Feldwegen zu bewältigen. Wir überqueren eine Weide mit Rindern, lassen das
Düstere Industrietäler – sonnige Rebberge schmucke Malans hinter uns und nehmen den letzten Anstieg in Angriff.
Nach dem «Kistenpass» ein Glas Wein in einem «Torkel» Der Abschnitt von Malans nach Jenins wird von Eingeweihten auch «Kistenpass» genannt. Die Bezeichnung rührt aus alten Zeiten und soll zwei Hintergründe haben: Erstens wurde damals wohl tatsächlich kistenweise Wein vom einen ins andere Dorf transportiert, und zweitens soll manch einer auf dem
nächtlichen Heimweg eine alkoholbedingte, sprichwörtliche «Kiste» gehabt haben.Dazu passt auch die Bezeichnung der zahlreichen Weinkeller in dieser Gegend: «Torkel». Wobei der Name eigentlich aus dem Lateinischen kommt und «Presse» bedeutet. Die Bündner Herrschaft ist das grösste Weinbaugebiet Graubündens — unter anderem dank des günstigen Klimas mit viel Sonnenschein und dem südlichen Föhnwind, der sinnigerweise auch «Traubenkocher» genannt wird. Von Jenins bis Fläsch befinden wir uns auf dem schönsten Abschnitt der Tour. Auf schmalen Strässchen ohne Autoverkehr führtunsderVelowegdurchdieRebberge. Links haben wir das Rheintal im Blick, rechts die Gipfel von Falknis und Vilan. Fläsch ist einen Zwischenhalt wert. Das Dorf ist 2010 vom Schweizer Heimatschutz mit dem Wakkerpreis ausgezeichnet worden und zeigt, wie man einen Ort baulich weiterentwickelt,
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101 MUNTERMACHER Die Migros ist Hauptsponsorin von SchweizMobil und präsentiert monatlich einen exklusiven Erlebnistipp für die ganze Familie.
In den idyllischen Rebbergen der Bündner Herrschaft locken zahlreiche «Torkel», Weinkeller, mit regionalen Spezialitäten und natürlich mit lokalem Wein.
uns ein strammer Wind entgegenbläst, geniessen wir die letzten Kilometer auf dem pfeilgeraden Damm entlang des rauschenden, graublauen Wassers. Text Üsé Meyer Bilder René Ruis
www.migrosmagazin.ch ohne die charakteristischen Wein- und Obstgärten im Dorfkern aufzugeben.Das Schlussbouquet unserer Velotour bildet der Rheindamm nach Sargans. Obwohl
Ins Klettgau oder an den Lac Léman: Weitere Velorouten durch bekannte Weinbauregionen.
Mit dem Velo von Chur nach Sargans Sargans Mels
SG
Karte WSGrafik
Rhei
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Weisstannen
An- und Rückreise: Mit Bahn nach Chur und retour ab Sargans. Tour: Chur–Fürstenwald–Trimmis–Landquart–Malans–Jenins–MaienFläsch feld–Fläsch–Sargans GR Maienfeld Länge/Höhenmeter: ca. 36 km / ca. 300 m hinauf, 400 m hinunter Bad Jenins Schauplätze: Fürstenwald, Trimmis (unterhalb der reformierten Ragaz Malans Kirche), Bauernhof, der im Film als Tankstelle genutzt wurde (Deutsche Landquart Strasse), Tardisbrücke mit Gebäude Untervaz Zizers Dauer: reine Fahrzeit ca. 2½ Stunden Anforderung: Durchschnittliche Kondition Trimmis Saison: Ganzjährig (solange schneefrei) Ausrüstung: Fahrrad, Velohelm GR Chur Velomiete: Übernahme Bahnhof Chur, Rückgabe Bahnhof Sargans: bei Rent a Bike für Fr. 40.– (mit Halbtaxabo, GA und für Kinder bis 16 Jahre Fr. 35.–) pro Velo inkl. Helm: www.rentabike.ch. Mehr Infos: Heidiland Tourismus, www.heidiland.com. Karte: Velokarte «Sarganserland», Nr. 13, Kümmerly+Frey FL
A
Biber gestalten aus Baumstämmen kunstvolle Skulpturen.
November-Tipp
Auf den Spuren der Biber
W
ir verbinden eine abendliche Biberbeobachtung mit einer gemütlichen Spätherbstwanderung auf dem Nussbaumen-PfynWeg, einer lokalen Route von SchweizMobil im Bodenseekanton Thurgau. Die Wanderung startet im Dorf Nussbaumen mit den behäbigen Riegelbauten, verläuft aussichtsreich dem Seerücken entlang ostwärts und endet im Römerdörfchen Pfyn.Dort steigen wir hinunter zum Thurufer und lernen bei der abendlichen Wanderung entlang eines Biberlehrpfads über dieses hartnäckige, eigensinnige und elegante Tier zu staunen. Nichts rührt und regt sich. Doch da — durchpflügt nicht ein Tier das stille Wasser? Tatsächlich, ein Biber, nein, sogar zwei, drehen flink und behände ihre Runden …
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LEBEN FAMILIE
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Nicht ohne meinen Daumen
Manche Babys verschmähen den Nuggi, sie lutschen lieber am Daumen. Kein Problem an sich. Doch nuckeln Kinder stundenlang daran, kann dies unangenehme Folgen haben.
Jedes fünfte Baby lutscht an den Fingern. Wie Linus von den Peanuts.
H
err und Frau Müller stehen am Bett ihrer drei Monate alten Tochter und staunen. Irgendetwas ist anders. Das Baby, das bisher immer unruhig schlief, schlummert plötzlich wie ein Engel. In seinem Mund steckt der Daumen.Das Kleine schmatzt zufrieden, als wolle es sagen: Ihr braucht mir nicht mehr mit dem Nuggi zu kommen, ich habe etwas viel Feineres entdeckt. Das eine Kind bevorzugt den Nuggi, das andere liebt den Zipfel seiner Schmusedecke,und schätzungsweise jedes fünfte Baby lutscht an einem oder mehreren Fingern. Der Daumen ist dabei der klare Favorit,denn er passt aufgrund seiner Form perfekt ins Kindermündchen. EskönnteMama und Papa eigentlich egal sein, womit sich das Kleine beruhigt. Viele Eltern glauben aber, der Nuggi sei das kleinere Übel, und entwickeln einen unheimlichen Ehrgeiz, aus ihrem Düümeli-Kind ein Nuggi-Kind zu machen. Sobald das Baby den Daumen Richtung Mund führt, sind sie zur Stelle und ziehen ihn raus. Besonders Gewitzte versuchen dabei, blitzschnell einen Nuggi zu platzieren.Kein Wunder,wenn die so Bestohlenen lautstark protestieren und den Ersatz in hohem Bogen ausspucken. Dass der Nuggi besser ist als ein Daumen im Mund ist jedoch nur die halbe
Bild aus dem Film «Charlie Brown und seine Freunde»
Ab sechs Stunden können Schäden entstehen.
Mit Fantasie und Belohnungen arbeiten Was macht man nur mit einem Daumen, der bei jeder Gelegenheit in den Mund wandert? Ältere Kinder reagieren erstaunlich gut, wenn man ihnen erklärt, warum das Dauernuckeln schädlich ist. Bei Kleinkindern ist hingegen viel Fantasie gefragt. Malen Sie dem Däumchen ein Gesicht auf und geben Sie ihm einen Namen. Erzählen Sie Ihrem Kind, dass der Däumling Angst im Dunkeln hat und nicht gerne in der feuchten Mundhöhle wohnt. Sie können auch eine Art Kalender führen. An den Tagen, an denen der Daumen besonders oft an der Sonne sein durfte, erhält das Kind einen Sticker. Sind zehn Aufkleber gesammelt, gibt es ein kleines Geschenk. Wichtig: Die Entwöhnung sollte zu jeder Zeit liebevoll und kindgerecht verlaufen.
Lorenz Brauchli, leitender Kieferorthopäde an den Basler Universitätskliniken für Zahnmedizin. Während der Nuggi zeitweilig einkassiert werden kann, ist der Daumen stetig verfügbar. Bei Daumenlutschern sind Zahn- und Kieferfehlstellungen deshalb oft etwas ausgeprägter als bei Nuggikindern. «Es wäre ideal, wenn spätestens gegen Ende des zweiten Lebensjahrs Daumen beziehungsweise Nuggi passé wären», sagt Lorenz Brauchli. In den meisten Fällen dauert es aber länger, bis die Kleinen auf ihre Helferchen verzichten können. Umso tröstlicher ist es, dass die Lutscherei nicht automatisch eine kieferorthopädische Behandlung nach sich zieht. Bei einem Teil der Kinder verwachsen sich die Schäden wieder. «Manchmal stellt sich sogar heraus, dass die sprichwörtlichen Hasenzähne schlicht vererbt worden sind»,sagt Kieferorthopäde Brauchli. Bettina Leinenbach
Wahrheit. Sowohl der Daumen als auch der Nuggi können dem Kiefer schaden: «Es gibt Untersuchungen, die zeigen, dass vor allem ab einer Nuckeldauer von zirka sechs Stunden täglich bleibende Schäden entstehen können», sagt
www.migrosmagazin.ch Nuggi- oder Daumenlutschen: Tipps zum Umgang und zur Entwöhnung.
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AUTO
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AUTO-TESTFAMILIE
«Für unsere Zwecke reicht Ein Neuwagen für 8900 Franken: Der Dacia Sandero ist das günstigste Auto der Schweiz. Wie alltagstauglich
STECKBRIEF
Dacia Sandero 1.2 16V Antrieb: R4-Benziner, 1149 cm3, 75 PS, 107 Nm/4250 min., 5-Gang-Getriebe, Frontantrieb. Fahrleistungen: 0–100 km/h in 13,6 s, Spitze 161 km/h. Abmessungen: L x B x H = 4,02 x 1,75 x 1,53 m, Laderaum 320–1200 l, Gewicht 1099 kg. Verbrauch: 5,9 l/100 km (Werksangabe). CO2-Ausstoss (Werksangabe) 135 g/km. Energieeffizienz C. Preis: ab 8900 Franken.
E
ine aktive, sportliche Familie, die jährlich 35 000 Kilometer im Auto unterwegs ist: Für Weyermanns aus dem Seebezirk im Kanton Freiburg sind Autos unentbehrliche Alltagshelfer. Während Roger Weyermanns (41) Opel Astra fast neu ist, nutzt seine Frau Isabelle (39) als Hauspflegerin für die Wege zu Patienten einen Fiat Punto, der mit 17 Jahren auf sein Rentenalter zusteuert. «Wir suchen Ersatz», sagt die Mutter von Zoé (8) und Luc (7), «der aber möglichst günstig sein soll.» Für 8900 Franken leisten sich manche Autofahrer einen Satz Alufelgen. Bei Dacia gibt es dafür den Basis-Sandero. Natürlich ist dessen Ausstattung karg: ABS und Airbags, aber Fenster zum Kurbeln, kein Radio, keine Klimaanlage. «Ohne Zentralverriegelung — das ist mit Kindern nervig», kritisiert Hauswart Roger Weyermann. Seine Frau stört die fehlende Servolenkung: «Das macht den Dacia in der Stadt und im Kreisel unhandlich.»
Komfortabel und solide, aber nichts fürs Auge Umso verblüffender sind aber die übrigen Qualitäten. Roger Weyermann lobt die Kopffreiheit und das gute Raumangebot bei parkierfreundlichen Dimensionen.Angesichts des Preises akzeptiert er trostloses graues Plastik innen, nicht
Der Kofferraum des Dacia Sandero bietet erstaunlich viel Platz. Darin könnten Zoé und Luc
EXPERTE
«Nicht auf dem neusten Stand» Das Segment kostenbewusster, auf Statussymbole pfeifender Kunden wächst – und beschert Renaults Günstigmarke Dacia einen Verkaufsboom. Die Autos bringen ihre Besitzer eben auch ohne Luxus gut von A nach B. Der Verzicht etwa auf elektrische Fensterheber spart in der Produktion sogar Ressourcen und Energie. Leider müssen aber in der Umweltperformance wegen der möglichst günstigen Kurt Egli, Technik dieser Autos Abstriche gemacht werUmweltberater den: Mit 135 g/km CO2-Ausstoss und Energieetikette C fährt der Sandero der Konkurrenz, die teils schon um die 100 g/km CO2 schafft, hinterher.
CO2-Richtwerte 180 170
175
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161
150 147
140
135 g/km
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120
110 100 90 2008
2009
2010
2011
2012
Dacia Sandero 1.2 16V Bis 2012 sollen Neuwagen in der EU im Schnitt nur noch 120 g/km CO2 ausstossen. Geht man von einer kontinuierlichen Senkung der CO2-Emissionen aus, bedeutet dies für das Jahr 2011 einen Richtwert von 134 g/ km. Unser Testwagen liegt mit 135 g/km quasi exakt auf diesem Niveau. Weitere Informationen zu unserem Bewertungssystem unter www.migrosmagazin.ch
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leben
migros-mAgAzin | NR. 44, 31. OkTOBER 2011 |
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Auto | 105
er absolut»
der günstige rumänische Flitzer ist, hat Familie Weyermann aus Courgevaux FR getestet. Familie Weyermann überlegt sich, einen Dacia Sandero zu kaufen: Isabelle, Zoé, Roger und Luc (von links).
fast den gesamten Inhalt ihres Kinderzimmers transportieren.
aber einzelne Detailschwächen: «Unter der Frontscheibe quillt im Testauto die Dichtung hervor — genau im Sichtfeld.» Dafür findet Isabelle Weyermann die Bedienung «selbsterklärend». «Von einem 1,2-Liter mit 75 PS darf man keine Wunder erwarten», sagt Roger Weyermann über den Benziner: «An Steigungen hat er kaum Reserven, auf der Autobahn wird er laut.» Auf den 480 Testkilometern benötigt die Testfamilie über sieben statt versprochener 5,9 Liter auf 100 Kilometer. «Das ist für Grösse und Leistung des Motors zu viel», findet Isabelle Weyermann. Positiv überrascht das Fahrwerk. «Die Lenkung ist sehr direkt, der Komfort fällt prima aus. Quasi französisch, Dacia ist schliesslich die rumänische Tochter von Renault», sagt ihr Mann
schmunzelnd: «Dafür schaukelt er bei hohen Kurventempi und schiebt über die Vorderräder.» Zoé gefällt, dass der Kofferraum ausser für Spiel- und Sportsachen auch für sie selbst Platz hätte. Aber die Griffmulde der Fondtür ist für Kinderhände ungeeignet. Luc vermisst das Radio, mag aber die Sitzbezüge. «Sehr viel Auto für extrem wenig Geld», lautet das Fazit von Familienoberhaupt Weyermann: «Geht man kleine Kompromisse ein, ist es ein gutes Auto.» Isabelle Weyermann ergänzt: «Für unsere Zwecke reicht er absolut. Wir überlegen, uns einen offerieren zu lassen: als 1.6 mit 84 PS inklusive Servolenkung und Zentralverriegelung für 10 300 Franken.Das ist noch immer sehr günstig.» Text Timothy Pfannkuchen
Die Autotest-fAmilie
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Bilder Oliver Lang
BITTE MELDE DICH
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Mitschüler aus Hetzligen ■ Gerne würde ich meine ehemaligen Kolleginnen aus der Haushaltungsschule Hetzligen aus den 50er-Jahren (siehe Bild) wieder treffen. Wer erkennt sich oder Freunde? Ich bin froh um jeden Hinweis. Monika Haas, Quellenstrasse 1 6010 Kriens, Telefon 041 320 90 57
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mich am Samstag, 24. September, kurz nach Russikon ZH angesprochen hat.Du hattest ein weisses Velo und bist ein dunkler Typ mit Dreitagebart.Wow.Hat mich fast aus dem Sattel gehauen. Vielleicht meldest du dich mal, um zusammen zu biken, Velo zu fahren usw. Jrene Reust, Püntstrasse, 8492 Wila irene.reust@bluewin.ch
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Name), im Sträler, Zürich, 1972 bis 1975. Liebe Esthi, durch Zufall haben wir — Agnes und ich — Branca wiedergefunden. Es wäre toll, wenn du dich meldetest, damit wir uns zu viert treffen können. Wir haben dich nicht vergessen.
Jacqueline Berchtold-Scherrer im Brünneli 21, 8127 Aesch Telefon 044 980 44 36, jacq@ggaweb.ch
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Kanton Bern?). Wir haben von 1949 bis 1950 zusammen bei Familie HartmannTopp in Grubenmühle-Märstätten TG gearbeitet. Wer kennt ihn oder weiss etwas über ihn? Ich würde mich sehr freuen, ihn wiederzusehen. Andres Meier-Bregenzer, Oberdorf, 7247 Saas im Prättigau, Telefon 081 332 22 17
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LESERAKTION 108 |
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MUSIKREISE
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Nr. 44, 31. OktOber 2011 | MIGROS-MAGAZIN |
Elbflorenz: Die sächsische Hauptstadt Dresden besticht durch die Architektur und Kunstsammlungen.
Auf Tour zur Kultur
Im März führt das Reiseunternehmen Twerenbold für die Leser des Migros-Magazins eine exklusive Bustour nach Berlin, Breslau und Dresden durch. Dort erleben die Reisenden ein hochkarätiges Kulturprogramm.
W
o viel geboten wird, erlebt man auch viel», unter diesem Motto organisiert der Reiseveranstalter Twerenbold für die Leser des MigrosMagazins eine begleitete Musikreise nach Berlin, Breslau und Dresden mit zahlreichen kulturellen und musikalischen Höhepunkten. Die Reise ermöglicht den Teilnehmenden viel individuellen Spielraum, ohne dass sie auf organisierte Musikanlässe sowie gesellschaftliche Kontakte verzichten müssen.
Das Reiseprogramm 1.Tag,Donnerstag,1.März:Schweiz— Berlin. Fahrt via Bregenz, Nürnberg, Leipzig nach Berlin. Zimmerbezug und Abendessen im gebuchten Hotel. 2.Tag, Freitag, 2.März: Berlin. Die deutsche Metropole vereint modernes Grossstadtleben und Geschichte wie
kaum eine andere Stadt. Auf einer Rundfahrt sehen die Reiseteilnehmer die wichtigsten Sehenswürdigkeiten wie den Berliner Dom, den Boulevard Unter den Linden, den Schlossplatz, das neue Regierungsviertel, den Checkpoint Charlie und die Überreste der Mauer. Musikalischer Auftakt: Grosser Sendesaal, Haus des Rundfunks Berlin, 17 Uhr. Sonderkonzert der Berliner Symphoniker. Dirigent: Lior Shambadal, Klavier: Yoko Kikuchi. Werke: C.M. von Weber, «Der Freischütz», Ouvertüre; L. van Beethoven, Konzert für Klavier und Orchester Nr. 3; F. Mendelssohn Bartholdy, Symphonie Nr. 3 «Schottische». Gemeinsames Abendessen im Hotel. 3.Tag,Samstag,3.März:AusflugPotsdam. Fahrt in die brandenburgische Hauptstadt,dieauch«VersaillesvonBerlin»genanntwird.GeführteBesichtigung
desSchlossesSanssouci,daswiekeinanderes Schloss mit der Persönlichkeit von Preussenkönig Friedrich dem Grossen verbunden ist. Anschliessend Zeit zur freien Verfügung. Rückfahrt nach Berlin. Fakultativ: Deutsche Oper Berlin, 19.30 Uhr,«Turandot»,Drammaliricoin3Akten von Giacomo Puccini. Musikalische Leitung: Jesus Lopez Cobos, Inszenierung: Lorenzo Fioroni. 4.Tag, Sonntag, 4.März: Berlin– Breslau. Fahrt via Cottbus nach Breslau. Zimmerbezug im gebuchten Hotel und Besuch des wunderschön restaurierten Opernhauses Breslau, 17 Uhr: «Die Hochzeit des Figaro»,Opera buffa in vier Akten von Wolfgang Amadeus Mozart. Musikalische Leitung: Francesco Bottigliero. Abendessen im Hotel. 5.Tag, Montag, 5.März: Breslau (polnisch Wrocław). Die Hauptstadt
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LeseRaKTIon
mIgros-magazIn | NR. 44, 31. OKTOBER 2011 |
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Buchen und profitieren
Ballettgenuss in der Semperoper Dresden: «Dornröschen» von Peter I. Tschaikowsky.
Bild Costin Radu
Geschichtsträch tiges Schlesien: Aus der deutschen Stadt Breslau ist nach dem Zweiten Weltkrieg die polnische Stadt Wrocław gewor den.
Niederschlesiens ist eine der ältesten Städte Polens. Auf einer geführten Besichtigung entdecken die Reisenden das Rathaus, eines der schönsten gotischen GebäudeMitteleuropas,sowiedenlebendigen Marktplatz, die historische Dominsel und weitere Sehenswürdigkeiten. 6.Tag, Dienstag, 6.März: Breslau– Bunzlau–Dresden. Am Morgen fahren die Tourteilnehmer nach Bunzlau, das durch die weitgehend geschlossene barocke Bebauung des Marktplatzes besticht. Weit bekannter jedoch ist die charakteristische weiss-blaue Stempelkeramik,die in der Stadt hergestellt wird. Geführte Besichtigung einer Keramikmanufaktur. Weiterfahrt nach Dresden und Zimmerbezug im gebuchten Hotel. 7.Tag, Mittwoch, 7.März: Dresden. Die sächsische Hauptstadt wird geprägt vonhistorischenBaudenkmälernwieder
Semperoper, der Frauenkirche, der Hofkirche und dem Zwinger, einer kunstvollen Barockanlage, in der sich heute mehrere Museen befinden. Unter kundiger Führung lernen die Reisenden die bewegte Geschichte und die Sehenswürdigkeiten der Residenzstadt kennen. Der Nachmittag steht für individuelle Besichtigungen zur freien Verfügung. Am Abend krönender Abschluss in der Semperoper,19Uhr: «Dornröschen»,Ballett in drei Akten mit Prolog von Peter I. Tschaikowsky. Choreografie: Aaron S. Watkin nach Marius Petipa, Ballett: Semperoper-Ballett, Orchester: Sächsische Staatskapelle Dresden. 8.Tag, Donnerstag 8.März: Dresden—Schweiz. Rückfahrt via Nürnberg und Ulm zurück zu den Einsteigeorten. Programmänderungen vorbehalten.
Preise pro Person ■ 8 Tage im Komfortklasse-Bus, Unterkunft in guten Mittelklasshotels: Fr. 1195.– ■ 8 Tage im Königsklasse-Luxusbus, Unterkunft in Erstklasshotels: Fr. 1695.– ■ Rabatt für Migros-Magazin-Leser Fr. 100.– Reisedatum 1. bis 8. März 2012, Donnerstag bis Donnerstag Die Leistungen ■ Fahrt mit Königsklasse-Luxusbus oder modernem Komfort-Fernreisebus ■ Unterkunft in der entsprechenden Hotelkategorie, alle Zimmer mit Bad oder Dusche/WC ■ Mahlzeiten: tägliches Frühstücksbuffet, vier Abendessen im Hotel ■ Musikprogramm: Berliner Symphoniker, Haus des Rundfunks Berlin, Sonderkon zert, Kategorie 4; «Die Hochzeit des Figa ro», Oper Breslau, Kategorie 4; «Dornrös chen», Semperoper Dresden, Kategorie 4 ■ Alle aufgeführten Ausflüge und Besichtigungen: Geführte Stadtbesichtigungen in Berlin, Breslau und Dresden; geführte Besichtigungen der Keramikmanufaktur Bunzlau und des Schlosses Sanssouci in Potsdam ■ Erfahrener Reisechauffeur Nicht inbegriffen ■ Einzelzimmerzuschläge: in Komfortklasse Fr. 220.–; in Königsklasse Fr. 230.– ■ Kartenzuschläge (pauschal für drei Vorstellungen): Kategorie 3: Fr. 55.–; Kategorie 2: Fr. 95.–; Kategorie 1: Fr. 165.– ■ Fakultativ «Turandot», Deutsche Oper Berlin: Kategorie 3: Fr. 70.–; Kategorie 2: Fr. 100.–; Kategorie 1: Fr 125.– ■ Annullierungskosten- und AssistanceVersicherung: Fr. 49.– Auftragspauschale: Auftragspauschale von Fr. 20.– pro Person entfällt für Mitglieder des Excellence-Reiseclubs oder bei Buchung über www.twerenbold.ch Abfahrtsorte: Burgdorf P, Basel, Aarau, Baden-Rütihof P, Zürich-Flughafen P, Winterthur, Wil P Die Hotels: Die Reiseteilnehmer logieren drei Nächte in Berlin, zwei Nächte in Breslau und zwei Nächte in Dresden in ausgewählten Hotels, mit dem Komfort-Fernreisebus in guten Mittelklasshotels, mit dem Königsklasse-Luxusbus in Erstklasshotels. Buchung: Twerenbold Reisen AG, Im Steiacher 1, 5406 Baden, Telefon: 056 484 84 84, Internet: www.twerenbold.ch
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mIgros-magazIn | Nr. 44, 31. OktOber 2011 |
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Füllen Sie die zehn Wörter in das Raster ein. Der Lösungscode ergibt sich aus den orangen Feldern von links unten nach rechts oben. Die Lösung ist eine Buchstabenfolge, die kein Wort ergibt.
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Auflösung Nr. 42: LKLER Auflösung Nr. 43: AEAEI Gewinner Nr. 42: Christa Ryser, Obergerlafingen SO; Edith Schmid, Gerlafingen SO; Hermann Weidmann, Lohn-Ammannsegg SO; Sigy Ziörjen, Feldbrunnen SO; Marlis Good, Plons SG
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«Hugo, was macht deine Socke in meiner Blätterpresse?», ruft Nina erstaunt. «Ich wollte sehen, ob sie auch so schön trocknet wie deine Blätter», meint Hugo. Verbinde die Zahlen der Nummernbilder und sieh selbst, welche Blätter Nina getrocknet hat. Ergänzt du die Wörter mit den richtigen Buchstaben, findest du heraus, von welchen Bäumen sie stammen. 30
1 Lösung: 1 Vier Elefanten, die einen Pingpong-Ball beschnuppern. 2 Ein Bär, der einen Baum hochklettert. 3 Eine Giraffe, die am Fenster vorbeigeht. 4 Ein junger Vogel, der einen zu starken Wurm erwischt hat. 5 Ein Mexikaner auf dem Fahrrad, von oben.
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Nr. 44, 31. OktOber 2011 | mIgros-magazIn |
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Auflösung Nr. 42: 196 8 3 1 6 7 5 2 9 4
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Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer Wochenblatt des sozialen Kapitals Organ des MigrosGenossenschafts-Bundes www.migrosmagazin.ch Beglaubigte Auflage: 1 558 918 Exemplare (WEMF Oktober 2010) Leser: 2 349 000 (WEMF, MACH Basic 2011-2) Adresse Redaktion und Verlag: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich Telefon: 044 447 37 37
Fax: 044 447 36 01 redaktion@migrosmagazin.ch Publizistische Leitung: Monica Glisenti Leiter Migros-Medien: Lorenz Bruegger Kommunikation & Medien-Koordination: Eveline Schmid (Leitung), Rea Tschumi Chefredaktor: Hans Schneeberger (HS) Stellvertreterin des Chefredaktors: Barbara Siegrist (BS) Stv. Chefredaktorin: Jacqueline Jane Can (jjc)
Chef vom Dienst: Philipp Jordan (pj) Produzent: Andrej Abplanalp (AA) Ressort Reportagen: Sabine Lüthi (sbl, Leitung), Almut Berger (ALB), Ruth Brüderlin (brü), Nathalie Bursac´ (nb, Volontärin), Yvette Hettinger (YH), Ralf Kaminski (RK), Daniel Schifferle (dse, verantw. Besser Leben), Reto E. Wild (rw) Ressort Migros Aktuell: Daniel Sidler (si, Leitung), Jean-Sébastien Clément (jsc), Béatrice Eigenmann (be), Andreas Dürrenberger (DÜ), Christoph Petermann (cp), Daniel Sägesser (ds), Michael West (M.W.)
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Korrektorat: Heinz Stocker Online: Reto Meisser Sekretariat: Stefanie Zweifel (Leitung), Imelda Catovic Simone, Doris Fischer Honorarwesen: Nadja Thoma Geschäftsbereich Verlag: Patrick Wehrli (Leitung), verlag@migrosmagazin.ch Telefon: 044 447 37 70 Fax: 044 447 37 34 Lesermarkt: Alexander Oeschger (Leitung), Maya Bächtold, Alexa Julier Anzeigen: Thomas Brügger (Leitung a.i.), Yves Golaz, Hans Reusser, Kurt Schmid Innendienst: Nicole Thalmann (Leitung), Verena De Franco, Christine Kummer, Janine Meyer,
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Druck: Büchler Grafino AG, Bern Tamedia AG, Zürich
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«Appenzeller Käse erinnert mich Michael Steiner liebt seine Familie, Kino, Kunst und ein gutes Stück Appenzeller. Der Eugen» an Ferien bei seiner Grossmutter. Fit hält sich der Regisseur mit Thaiboxen.
Name: Michael Steiner (42) Sternzeichen: Jungfrau Wohnort: 8003 Zürich
Wieso leben Sie in Zürich? Weil Zürich die einzige Stadt in der Schweiz ist, wo man als Kunstschaffender leben kann, und weil ich mich mit dieser Stadt sehr verbunden fühle. Wo würden Sie gerne leben? Berlin mag ich sehr, ebenso London, Lissabon und speziell Manila. Da meine Frau aus den Philippinen stammt, war der Zugang zu dieser faszinierenden 14-Millionen-Stadt für mich aber auch einfacher als für andere Menschen. Beruf und Lebenslauf: Filmregisseur. Nach der Matura schlug ich mich mit verschiedenen Jobs durchs Leben — vom Beizer über Betriebspöstler einer Sicherheitsfirma bis hin zum Co-Organisator von Bingo-Abenden. Meine Filme: «Nacht der Gaukler» (1996), danach Filme wie «Mein Name ist Eugen» (2005), «Grounding» (2006) und «Sennentuntschi» (2010). Insgesamt über 1,1 Millionen Kinoeintritte in der Schweiz. Mein Ziel: Die Reflexion durch und mittels Kunst — für mich und andere. Mein Lebensmotto: Nach em Räge schiint d Sunne, nach em Briegge wird glacht. Was ich mag: Meine Familie, meine Freunde, guten Rotwein, zeitgenössische Kunst und natürlich Kino. Was ich nicht mag: Intolerante Mitmenschen und «Nörgelis», die dauernd kritisieren, aber selbst nichts Positives hervorbringen. Diese Gattung Mensch ist (aufgrund des Wohlstands?) hierzulande leider immer öfters anzutreffen. Mein Lieblingsessen: Wildgerichte in allen Variationen. Meine Lieblingsmusik: Also, mir gefällt fast jede Form von Musik. Music was my first love — nur böse Menschen mögen keine Musik.
Text Barbara Ryter Bilder Alessandro Della Bella
MEIN TICK
«Ich gehe zweimal pro Woche mit Freunden ins Thaibox-Training zu Pädi Schröder in Zürich, als Gegenstück zur Kopflastigkeit meines Berufs. Wer austeilen will, muss auch einstecken können.»
MEINE LIEBSTEN
«Meine Frau Minerva und unser Sohn Dean geben mir den Halt und Ausgleich zur schnellen Welt der Unterhaltungsindustrie.»
MEINE WELT
MIGROS-MAGAZIN NR. 44, 31. OKTOBER 2011
MICHAEL STEINER 119
an meine Grossmutter»
Käse erinnert den Regisseur der Filme «Sennentuntschi» und «Mein Name ist MEIN ARBEITSPLATZ
«In meinem Büro im Kreis 3 verbringe ich die meiste Zeit. Hier schreibe ich auch an Drehbüchern. Zurzeit arbeiten wir – also meine Autoren und ich – an drei Projekten gleichzeitig.»
MEINE LEKTÜRE
«‹On Beauty› und das Gegenstück ‹On Ugliness› von Umberto Eco. Die Bücher erklären die Kunst- und Kulturgeschichte der menschlichen Ästhetik.»
MEINE SAMMLUNG
«Ich liebe zeitgenössische Kunst. Sie ist an allen Orten meines Lebens gegenwärtig. Was nicht im Büro oder zu Hause hängt oder steht, lagert im Hinterzimmer unserer Galerie.»
LIEBLINGSPRODUKT
«Appenzeller Käse mag ich sehr. Er erinnert mich an meine Grossmutter in Oberriet SG, bei der ich oft in den Ferien war und die ich sehr mochte.»
MEIN DING
«Mein Produzent Bernhard Burgener hat mich bereits zweimal ans Champions-LeagueFinale eingeladen. Ein wahres Highlight für mich als Fussballaficionado.»
ÜBERRASCHUNG DER WOCHE.
Rezept und Foto: www.saison.ch
MGB www.migros.ch W
ANGEBOT GILT NUR VOM 1.11. BIS 7.11.2011 ODER SOLANGE VORRAT
GETRÜFFELTE PARMESANSPAGHETTONI MIT PINIENKERNEN
Hauptgericht für 4 Personen
Zutaten: 2 Schalotten, 1 Bund glattblättrige Petersilie, 100 g Pinienkerne, 3 EL Butter, 100 g Parmesan, 2 EL Sommertrüffel-Püree, 2 EL Zitronensaft, Salz, Pfeffer, 500 g Spaghettoni Zubereitung: Schalotten und Petersilie hacken. Schalotten und Pinienkerne in einer Bratpfanne in Butter dünsten, bis sie leicht braun sind. Die Hälfte des Parmesan an der Raffel fein dazureiben. Trüffelpüree, Zitronensaft und Petersilie dazugeben und erwärmen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Inzwischen Spaghettoni in siedendem Salzwasser al dente kochen. Abgiessen und gut abtropfen lassen. Spaghettoni zur Sauce geben und mischen. Restlichen Parmesan über die Spaghettoni reiben und servieren.
1.80
statt 2.30
Grana Padano Keil Italien, per 100 g
www.migros.ch/ weihnachten
Zitronensaft 200 ml 1.10
Pinienkerne, Bio 100 g 5.30
Agnesi Spaghettoni Italien, 500 g 2.–