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Migros-Magazin-43-2018-d-AA

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Ausgabe Aare, AZA 1953 Sion Response Zentral, Psdg DP AG, Ent. bez.A 44631

Zu gewinnen Tickets für das Musical «Miss Saigon» im Theater 11 in Zürich Seite 91

MM43, 22.10.2018 www.migrosmagazin.ch

Ehescheidung: Anwältin Christine Pappert im Interview Seite 28

Hotel Mama: Was macht junge Leute zu Nesthockern? Seite 10

Musikszene Schweiz

Bastian Baker am Ort, wo alles begann: Vaters Bar

Bild: Christophe Chammartin

Seite 102

US-Zwischenwahlen S. 18 | Gourmetreise S. 80 | Gynäkologie S. 87 Bitte Wohnungswechsel der Post melden oder dem regionalen Mitgliederdienst: Tel. 058 565 84 01, E-Mail: dienstleistungen@migrosaare.ch


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MM43, 22.10.2018  5

D

Inhalt

Editorial

Eine Wahl für uns alle

Menschen

Donald Trump polarisiert nicht nur Politik­ interessierte, sondern auch Leserinnen und Leser. Die einen verschlingen alles, was über den un­ konventionellen US-Präsidenten geschrieben wird, die anderen haben längst einen Overkill und blät­ tern rasch weiter, wenn sie seinen Namen sehen. Doch auch wer findet, die Medien übertreiben es mit ihrer Trump-Berichterstattung, sollte sich bei Beiträgen über die amerikanischen Zwischen­ wahlen vom 6. November wieder einklinken. Was dort passiert, ist nicht nur relevant für die USA, sondern für die ganze Welt, wie uns die Exper­tinnen und Experten bestätigten, mit denen wir für diese Ausgabe gesprochen haben (Seite 18).

Bilder: Jorma Müller, Vera Hartmann

Bei den Wahlen in zwei Wochen entscheidet sich, ob Trump und seine Republikaner ihre bisherige isolationistische und klimaschädliche Politik fort­ setzen können oder ob das Volk den Demokraten die Möglichkeit gibt, sie auszubremsen oder gar zu blockieren. Zudem beginnt am Tag danach der Kampf um die Präsidentschafts­wahlen 2020. Und je nach Ausgang der Zwischen­ wahlen hat Trump gute Chancen auf eine zweite Amtszeit oder nicht. Die Schweiz als kleines, stark ver­ netztes Land ist angewiesen auf ein gutes globales Wirtschaftsklima. Und der letzte, sehr warme und viel zu trockene Som­ mer hat uns daran er­ innert, dass auch dem Wasserschloss Europas die Folgen des Klimawan­ dels nicht egal sein können. Diese Wahl geht uns alle an.

8  Diese Woche

Politiker unter der Lupe

10  Zurück zu Mama

10

Warum junge Erwachsene wieder bei den Eltern einziehen

17  Bänz Friedli 18  Midterm-Wahl in den USA Fragen an Experten: Wie sind die Prognosen für Donald Trump?

24  Hilfe vom Kulturprozent

Ein Mongole aus der Schweiz gewinnt den Hauptpreis auf dem Filmfestival von Schanghai

28  Scheiden tut weh

Interview mit der Scheidungs­ anwältin Christine Pappert

Migros-Welt 37  Verpackungsmüll ade

Weniger Plastik bei der Frische

39  Mibugs: essbare Insekten 41  Räbeliechtli anfertigen 43  Veganer Käse 45 Migusto Zimtschnecken mit Kürbis

Franz Ermel, Leitung Redaktionen franz.ermel@mgb.ch

61  Cheddarkäse als Snack 62  Eigenkreation Kult Ice Tea Neue Sorten per App entwickeln 73  Neues aus Ihrer Region     Aktionen, Reportagen, News

Leben 79  «1, 2 oder 3?» 80  Reise nach Galicien 85  Stadt, Land, Stutz 87 Gesundheit 88  Digital: iPhone Max 89  Die Kinderfrage 92 Glücksgriff: Miss Saigon 93  Rätsel und Spiele 99 Leseraktion: Lichttherapie 100 Cumulus 102  Meine Welt

Musiker Bastian Baker

M-Infoline: Tel. 0800 84 0848 oder Fax +41 800 84 0848 (Ausland). www.migros.ch/kundendienst; www.migros.ch Cumulus: Tel. 0848 85 0848* oder +41 44 444 88 44 (Ausland). cumulus@migros.ch; www.migros.ch/cumulus Redaktion Migros-Magazin: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Tel. 058 577 12 12, Fax 058 577 12 08. redaktion@migrosmagazin.ch; www.migrosmagazin.ch * Normaltarif

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Menschen

Darauf freuen wir uns Mode Vom 22. bis 28. Oktober findet in Zürich das «Fashion and Design Workshop Festival» statt. Es warten Trends, Talks und Tüll.

MM43

Coole Kuh In Wengen BE wird am 25. Oktober die Schönste gekührt. Nicht die schönste Frau, aber die schönste Kuh. Muh!

Unnützes Wissen

Graue Riesen Elefanten können anhand der ­Stimme eines Menschen ­zwischen Mann und Frau und ­zwischen Ethnien unterscheiden.

«Ein flüchtiger Blick auf das Foto verleitet zur Frage: Ist das ein Bild von Paul Gauguin? Im Gegenteil! Dies ist keine Szene aus dem para­die­sischen Leben in der Südsee, hier fragt sich eine Somalierin, wo sie heute das Essen für ihr Kind hernehmen soll. Bei all den Problemen, die die Welt kennt, ist eins über die Jahrhunderte gleich geblieben: Ein beträcht­licher Teil der Erdenbürger leidet nach wie vor an Hunger. Derzeit sind es – trotz gewaltiger Fortschritte in den letzten Jahrzehnten – immer noch über 800 Mil­lio­nen Menschen.» Mein Bild der Woche

Bernard Thurnheer (68) berichtet noch immer über Fussballspiele, schreibt Bücher und hält Vorträge.

Bilder: iStockphoto, Feisal Omar/Reuters, Marco Zanoni

zweipunktnull

Entschuldigung, wie digital sind Sie? Jonathan Loosli (39), Schauspieler, Bern So informiere ich mich «Ich kaufe und lese jeden Tag eine andere gedruckte Zeitung.» Dafür bin ich zu alt «Mich interessieren Dinge wie Instagram und Snapchat nicht sonderlich.» Da bin ich analog «Ich lese gar nicht gern am Handy. ­Drehbücher drucke ich wenn möglich aus.»

Liebste App: keine

Asiatische ­Elefanten reiben ihre Rüssel gegen­ einander, um sich zu trösten. Aus Elefantenkot kann man Papier herstellen. Win Thida aus dem Amster­ damer Zoo ist der erste Elefant, der eine Kontaktlinse trägt. Er hat seit einer Verletzung Sehprobleme. Beim Elefantenpolo darf der Ball nur mit dem ­Schläger, aber nicht mit dem ­Elefantenrüssel bewegt werden. Quelle: Neon/Stern


8  MM43, 22.10.2018 | MENSCHEN

Ausgeschlachtet

Schweizer Politik im Fadenkreuz von 1989 bis heute Im Visier der Medien: Politiker wie FDP-Nationalrat Pierre Maudet stehen unter Beobachtung.

Elisabeth Kopp (FDP) erfuhr vorzeitig von den Geldwäschereivorwürfen ge­ gen ihren Mann und drängte ihn zum Rücktritt. Das Telefo­ nat sorgte 1989 für das Ende ihrer Bundesratskarriere. Ihr Mann wurde freigesprochen.

Diese Woche

Pierre Maudet (FDP) Eine Luxusreise wurde ihm zum Verhängnis: Der Genfer Nationalrat behauptete, ein Freund habe ihn nach Abu Dhabi eingeladen. Dass es sich dabei um den Scheich des Arabischen Emirats han­ delte, verschwieg er. Es folgte eine Entschuldigung am TV.

Politiker unter Verdacht

Wer für ein politisches Amt kandidiert, muss sich warm anziehen: Jeder Schritt wird medial dokumentiert und nicht selten skandalisiert. «Wir sind Moralisten geworden», sagt der Politologe Mark Balsiger.

Viola Amherd (CVP) Die Walliserin gibt diese Wo­ che bekannt, ob sie für den freien Bundesratssitz kan­ didieren wird. Sie ist zurzeit in ein zivilrechtliches Verfahren involviert, das der «Walliser Bote» publik gemacht hat.

D

as politische Parkett ist hell erleuchtet. Wer sich auf diese Bühne wagt, braucht eine dicke Haut – besser: ein dickes Fell. Denn die Medien stürzen sich auf jeden vermeintlichen Skandal, auch wenn er eigentlich nur ein Skandälchen ist. Das war nicht immer so: Einst galten Politiker, Pfarrer und Ärzte als unantastbar. «Man

liess sie gewähren und schaute selbst bei offensicht­lichen Fehlern weg», sagt der Berner Politologe Mark Balsiger (51). Die Medien schauten erstmals genauer hin, als gegen den Mann von E ­ lisabeth Kopp, der ersten Bundesrätin, ermittelt wurde. Sie investierten viel Zeit und Geld in die Recherche – am Ende musste Kopp 1989 zurücktreten.

So richtig in Fahrt kamen die Medien aber erst bei Bruno Zuppiger. 2011 wurde der SVPPolitiker Bundesratskandidat – und kurz darauf eine Persona non grata: Die «Weltwoche» enthüllte, dass er das Erbe einer verstorbenen Mitarbeiterin veruntreut hatte. «Die Medien sind heute investigativer», sagt Balsiger. Das sei einerseits positiv, weil sie

Bilder: Keystone

Text: Dinah Leuenberger


MENSCHEN | MM43, 22.10.2018  9

damit ihre Funktion als «Watchdog», als Wachhund der Nation, erfüllten. «Deshalb finde ich es richtig, dass der ‹Walliser Bote› bei Viola Amherd genau hinsieht – egal, ob der Vorfall für die CVP-Bundesratskandidatur rele­vant ist oder nicht.» Parteien unter Druck

Andererseits werde aber häufig skandalisiert, oft auch vor­ver­ urteilt. Wenn die G ­ eschichte sich am Ende als haltlos erweise, sei der Schaden schon angerichtet. «Zudem sind wir in den vergangenen 20 Jahren Moralisten geworden», meint der Polito­loge. Dabei spielten auch die s­ o­zialen Medien eine zentrale Rolle. Diese neuen Sensibilitäten erhöhen den Druck auf die Politiker, aber auch auf Parteien.

Dennoch hält etwa die FDP bis jetzt an Pierre Maudet fest. Der Genfer Nationalrat, Bunderatskandidat und FDP-Shootingstar hatte über eine Luxusreise nach Abu Dhabi gelogen (siehe Box). Um wenigstens bei Bundesratskandidaturen Skandal­ potenzial rechtzeitig zu er­ kennen, haben die Parteien inzwischen Gremien eingesetzt, die Politiker vor der offiziellen Kandidatur durchleuchten. Die CVP, derzeit auf Kandidaten­ suche für den 5. Dezember, greift dabei als einzige Partei auf e­ xterne Experten zurück. Man wünsche sich natürlich absolut integre Kandidierende, sagt Manuel Ackermann (44), Mediensprecher der CVP. ­Aber man wolle sie auch schützen: «Sie sollen w ­ issen, welche

­ spekte ihres Lebens Fragen aufA werfen könnten.» Denn sie selbst seien vielleicht nicht i­ mmer in der Lage, heikle Geschichten als solche zu identifizieren. Allerdings gebe es einen ­gros­sen Graubereich vermeintlich ­unbedenklicher Themen, die Öffentlichkeit und M ­ e­dien ­kritisch aufnehmen, sagt Ackermann. «Bundesratskandidaten sollten aber mindestens keine strafrechtlichen Fälle in ihrem Dossier haben.» Glaubwürdigkeit statt Perfektion

Ziel des Gremiums sei nicht, eine Empfehlung abzu­geben; den Entscheid für oder gegen eine Kandidatur fällt die Findungskommission, an­schlies­send die Bundeshausfraktion. Dieses Vorgehen ­findet Mark Balsiger richtig.

Denn je höher das Amt, desto stärker die Kritik, der man aus­ gesetzt sei, oft auch ungerechtfertigterweise. «Das hinterlässt dauerhaft Spuren.» Und schnell könne es auch in die andere Richtung kippen: Die aktuelle FDP-Bundesratskandidatin Karin Keller-Sutter werde in den Medien als zu perfekt dargestellt, weil man ihr keine Fehltritte nachweisen könne. «Das kann rasch unnahbar wirken.» Zwar würden Frauen in der Politik noch heute anders be­ urteilt als Männer. «Doch letztlich will man in der Schweiz eben gerade keine Perfektion», sagt Balsiger. «Politiker sollen bodenständig, berührbar und bescheiden sein – das führt zu Glaubwürdigkeit und am ehesten zu politischem Erfolg.» MM

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10  MM43, 22.10.2018 | MENSCHEN

Familie

Zurück zu Mama

Lea Mock und Anja Burkhardt, beide um die 30, sind wieder bei der Mutter eingezogen. Damit sind sie in guter Gesellschaft: Immer mehr junge Erwachsene hält es im elterlichen Nest – aus unterschiedlichen Gründen. Text: Franziska Hidber  Bilder: Vera Hartmann

E

ines Tages platzte ihnen der Kragen: Als ihr 30-jähriger Sohn Michael trotz mehrfacher Bitten keine ­Anstalten machte, sein Elternhaus zu verlassen, zogen Mark und Christina Rotonda in Syracuse im US-Bundesstaat New York vor G ­ ericht – und gewannen den Prozess. «Der Sohn muss ausziehen», lautete das Urteil, das im Frühling 2018 weltweit für Schlagzeilen sorgte. Auch in der Schweiz bleiben ­erwachsene Kinder länger unter den Fittichen von Mama und Papa als die Generationen vor ihnen. Das Durchschnittsalter beim Auszug liegt heute zwischen 24 und 25 Jahren. Und 26 Prozent der 25- bis 29-Jährigen leben gar immer noch unter dem elter­ lichen Dach – so viele wie nie zuvor. Längere Ausbildung, ein schmales Budget oder persönliche Krisen zählen zu den oft genannten Gründen für das V ­ erbleiben im elterlichen Nest. Ein weiterer Grund geht aus der Umfrage des Vergleichsdienstes Comparis hervor: 22 Prozent der Befragten schätzen schlicht den be­ quemen Service im «Hotel Mama» – und die Gesellschaft dort. Bei Lea Mock und Anja Burkhardt (Porträts Seite 11 und 13) war die Situation etwas anders: Nachdem ihr Leben Purzelbäume geschlagen hatte, entschieden sie, wieder bei der Mutter einzuziehen. Sie hatten also

bereits einen eigenen Haushalt geführt und Verantwortung übernommen. Umso gewöhnungs­bedürftiger war es, sich wieder bemuttert zu fühlen oder wie mit 15 die Frage zu hören: «Wann kommst du nach Hause?» ­Alles in allem funktioniert es für beide aber ganz gut. Situation mit Konfliktpotenzial

Doch nicht immer gestaltet sich das Wohnen unter einem Dach harmonisch. Dass es auch Zündstoff birgt, beobachtet der Familien­therapeut Jürgen Feigel (45) seit Jahren. Der Experte rät deshalb, die Rollen zu klären und klare Regeln aufzustellen, damit Kinder und Eltern sich auf der Erwachsenen­ebene begegnen können. Sonst seien Konflikte programmiert – auf beiden Seiten (Interview Seite 15). Feigel berichtet von Eltern, die unter ihren Nesthockern leiden, weil sie endlich wieder Zeit für sich wünschen, mehr Ordnung und weniger Diskussionen. Dann sei es an den E ­ ltern, den Auszug zu verlangen – das ist ihr Recht, auch ohne Gerichts­urteil. Hilfreich kann dabei ein Blick ins Tierreich sein. Denn Tiermütter und -väter gehen weit rabiater vor als etwa die Rotondas. Sie vertreiben den Nachwuchs fauchend und knurrend aus dem Nest, wenn die Zeit reif ist.


MENSCHEN | MM43, 22.10.2018  11

Verstehen sich prächtig und teilen sich die Hausarbeit: Lea Mock und ihre Mutter

Lea Mock (28)

«Ich bin ein verwöhnter Goof!»

J

ob, Wohngemeinschaft, Beziehung: Plötzlich stimmte gar nichts mehr. Da zog Lea Mock einen Schlussstrich – und bei ihrer Mutter wieder ein. Aber nicht etwa ins «Hotel Mama». Eine Winwin-Situation sei es, finden beide. Über Gossau SG ent­leeren sich die Wolken; in der modernen Wohnung im obersten Stock brennen Kerzen, erklingt gedämpfte Musik, und aus dem Teekrug auf der Anrichte dampft es. «Für dich, Lea», sagt Susanne Mock-Tributsch (49), «Lindenblütentee.» Lea bedankt sich, giesst sich einen Becher ein und kommentiert: «Sie bemuttert mich heute mehr als früher.» Die 28-Jährige grinst und fährt mit theatra­lischem Augenrollen fort: «Lea, willst du nicht die wärmere Jacke anziehen? – Lea, ist alles in Ordnung?» Beide lachen schallend, dann sagt die Mutter den Satz, der im Verlauf des Abends häufiger fallen wird: «Ja, wir achten gut aufeinander.» Seit dem Tod des Ehemanns und Vaters vor neun Jahren sind Susanne, Lea und die jüngere Tochter Sara (26) noch näher zusammengerückt. «Das ist mit ein Grund, dass beide so spät aus­ gezogen sind», sagt Susanne MockTributsch. Lea verliess das Elternhaus mit 24, Sara mit 25. Gar nicht so anders als früher

Nun ist Lea wieder da, seit gut e­ inem Jahr schon. Im vergangenen Sommer hat sich ihr Leben um 180 Grad­ ­gewendet: Sie fühlte sich fehl am Platz – im neuen Job, in der Wohn­ gemeinschaft, in der Beziehung mit ihrem Freund. Sie zog einen Schlussstrich, verliess die Stelle, die WG, den Freund, räumte in ihrem Leben auf. Statt wie geplant mit dem Freund zusammenzuziehen, kehrte sie mit Sack und Pack zu Mama zurück. «Das war für mich ein logischer Schritt.» Bereits während der WG-Zeit und zuvor,

als sie in einer eigenen Wohnung lebte, war sie oft zu Hause gewesen, auch an den Wochenenden. «Als ich wieder einzog, erlebte ich das gar nicht so anders als früher», sagt sie. Und nein, als Frauen-WG betrachte sie das gemeinsame Wohnen nicht: «Ich ­fühle mich schon sehr als Tochter.» Das erneute Zusammenleben ­behagt beiden. Die Mutter schätzt die Gesellschaft, den Austausch, das ­gemeinsame Kochen oder Essen. «Und wenn Lea für ihre Ausbildung als Naturheilpraktikerin lernt, fällt es mir leichter, meine Berichte zu schreiben», sagt die wissenschaftliche ­Mitarbeiterin. Trotzdem hätten sie beide ihr eigenes Leben, einen eigenen Freundeskreis, eigene Projekte, eigene Ferienreisen. Erwartungen an Gemeinsames gebe es keine. «Deshalb funktioniert es auch so gut», sagt Lea Mock. Sie stelle die Frage «Wann kommst du nach Hause?» weit häufiger als ihre Mutter. Mindestens bis Ende der Ausbildung

Chillt die Tochter mit ihren Freunden auf der Terrasse, ist die Mutter oft mit von der Partie und geniesst die lebhaften Diskussionen. Umgekehrt setzt sich die Tochter spontan hinzu, wenn Gäste zu Besuch kommen. Für die Mutter ist es auch räumlich eine Win-win-Situa­tion: «Fünf Zimmer wären für mich allein viel zu viel.» Für die Tochter kommt der finanzielle ­Aspekt hinzu: «In der Ausbildung könnte ich mir gar keine eigene Wohnung leisten, und das Kapitel WG habe ich definitiv abgeschlossen.» Lea Mock spült die Teller vom Abend­essen vor und räumt sie in die Spülmaschine. «Das ist so typisch für Lea – sie ist die bessere Hausfrau als ich», bemerkt ihre Mutter scherzhaft. Prompt ertönt Leas Stimme: «Wie hast du denn das Geschirr eingeräumt? Mami, das ergibt überhaupt keinen Sinn so!» Bei den Mocks ­


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MENSCHEN | MM43, 22.10.2018  13

gibt es keine Aufgabenteilung. Aber der Begriff «Hotel Mama» treffe nicht zu, betonen beide. Auch Lea erledigt alles, was so anfällt. «Ich mag es gern ordentlich», sagt sie und fügt an: «Das ist das Mindeste, was ich tun kann. Ich bin ein verwöhnter Goof, lebe hier gratis, habe sogar zwei ­Zimmer. Also bitte.» Solange Leas Ausbildung andauert, also mindestens drei Jahre, bleibt sie. Danach wird eine eigene Bleibe wieder ein Thema: «Dieser Wunsch ist doch ganz normal», sagt sie. Das findet auch ihre Mutter. «Lea soll ohne Rücksicht auf mich gehen können.» Ihre Töchter wüssten, dass sie nicht gern allein lebe, doch sie werde eine Lösung finden: «Vielleicht ziehe dann ich in eine WG.»

Hat die vier Monate bei ihrer Mutter sehr genossen: Anja Burkhardt

Anja Burkhardt (31)

«Auf einmal war ich wieder 15»

Lea Mock ist zurück im mütterlichen Nest – aber nur bis zum Ende der Ausbildung als Naturheilpraktikerin.

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Die Journalistin und Mutter Marianne Siegenthaler und der Familientherapeut Jürgen Feigel formulieren in ihrem Buch Spielregeln für das Zusammenleben mit erwachsenen Söhnen und Töchtern. Unverzichtbar, wenn Jung und Alt noch unter einem Dach wohnen. Marianne Siegenthaler, Jürgen Feigel: «Die ­Nesthocker», Knapp-Verlag 2015, Fr. 16.65 bei www.exlibris.ch

N

ur mit einem Koffer in der Hand kehrte Anja Burkhardt für vier Monate zu ihrer Mutter zurück. Wichtiger als ein ­gefüllter Kühlschrank waren Nestwärme und Gespräche am Küchentisch. Dennoch ist Anja kein «Mami­titti»: Schon als 16-Jährige zog sie ins Schulwohnheim der ­Pädagogischen Mittelschule in Kreuzlingen; später, als Studentin, lebte sie in einer Wohngemeinschaft, dann machte sie sich auf nach Australien und nahm sich bald darauf ihre ­erste eigene Wohnung. Jetzt, mit 31, sitzt sie am hellen Holztisch im Häuschen ihrer Mutter in Bichelsee TG. Schaut hinaus in den Garten, wo der Regen auf die farbenfrohen Blütenköpfe prasselt. Hier hat sie Unterschlupf gesucht und ­gefunden, als die Beziehung zu ihrem Freund zerbrach und sie «keinen Tag länger» in der gemeinsamen Wohnung hätte bleiben können. Überstürzt zog sie zu ihrer Mutter. «Ich habe keine Sekunde lang überlegt, wohin», sagt die Lehrerin rückblickend. Auch ihr Vater hätte sie mit ­offenen Armen aufgenommen. «Zu spüren, dass die Familie in dieser Situation hinter mir stand, war unglaublich wertvoll.» Sie schlief auf der Matratze im Büro und war «einfach nur dankbar» für dieses warme Nest. Doch bald nagten die Zweifel an ihr, machten sich Gedanken breit in ihrem Kopf: «Du bist 31 und wieder daheim. In diesem Alter haben andere ein Haus, eine eigene Familie.» Und so froh sie auch war um diesen sicheren Hafen, so rasch warf sie die

Netze aus nach e­ iner neuen Wohnung. «Das hier» – mit ihrer Hand umreisst sie einen Bogen um die helle und gemütliche Stube – «war eine Übergangslösung, das wussten wir beide von Anfang an.» Im Zimmer ein Korb mit gebügelter Wäsche

Dieses Wissen habe beigetragen zum unkomplizierten Zusammenleben mit ihrer Mutter, die sich dazu nicht öffentlich äussern möchte. Schön sei es gewesen, abends gemeinsam zu essen und zu reden. Sie erinnert sich, wie sie einmal in ihr Zimmer kam und dort den Korb mit der gebügelten Wäsche vorfand. Oder an das warme Gefühl, wenn der Kühlschrank voll war. Einen «Ämtliplan» gab es nie, beide machten, was gerade anstand. Anja genoss den Garten mit dem Grillplatz, sogar das Jäten und Rasenmähen. Gewöhnungsbedürftig sei nur der Moment gewesen, als ihre Mutter zum ersten Mal gefragt habe: «Wann kommst du heute Abend nach Hause?» – Sie lacht: «Ich stutzte und war auf einmal wieder 15 …» Vor Kurzem hat die Tochter das Nest im beschau­lichen Bichelsee wieder verlassen. Mit allem, was sich inzwischen angesammelt hat. «Oh, jetzt ist es so leer hier!», habe ihre Mutter gerufen. «Das fand ich schön», sagt die junge Frau, die in der ­eigenen Wohnung in einem richtigen Bett schläft und ihre Möbel um sich hat. Das Gefühl der Dankbarkeit hat sie mit in ihr neues Leben genommen. Lesen Sie auf Seite 15 das Interview mit Familientherapeut Jürgen Feigel


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Jürgen Feigel

«Nicht in Eltern- und Kindrollen verharren»

Der Familientherapeut Jürgen Feigel über die Herausforderungen im Zusammenleben von Eltern und erwachsenen Kindern Lea Mock und Anja Burkhardt erzählen von einem harmonischen Zusammenleben mit ihren Müttern. Erstaunt Sie das? Nicht wirklich. Beide haben schon einmal einen Haus­ halt geführt und Verant­ wortung übernommen. Und ich b ­ eobachte, dass das Geschlecht eine Rolle spielt: Junge Männer setzen sich eher ins gemachte Nest, werden von den Müttern mehr behütet.

Bild: zVg

Hilft es, wenn keine ­bestimmten gegenseitigen Erwartungen da sind? Entscheidend ist die Situa­ tion. Kehren die Kinder aus einer Notlage heraus wieder zurück zu den Eltern, ist ­Geborgenheit das grösste Bedürfnis. Das macht das Elternherz gross: An erster Stelle steht dann die ­Fürsorge. Absprachen oder Haushaltsaufteilung sind zweitrangig und werden erst später zum Thema.

Jürgen Feigel (45) ist Sozialpäda­goge System-, Einzel-, Paar- und Fami­ lientherapeut ZSB, Mediator und Trainer für men­ tale Stärke sowie Co-Autor des Sachbuchs «Die Nesthocker». Weitere Infos: www.sinnform.ch

In der Schweiz bleiben junge Leute heutzutage länger im Elternhaus als früher. Woran liegt das? Die Beziehung zu den ­Eltern hat sich verändert: Früher war es erstrebens­ wert, der Autorität zu ­entkommen. Heute ist das Verhältnis oft partner­ schaftlich. Gleichzeitig sind die Ansprüche an den Lebens­standard gestiegen: Handy, Notebook, Shop­ ping, ein eigenes Auto, ­Ausgehen werden höher gewertet als selbständiges Wohnen. Beides liegt ­finanziell nicht drin, ­während der Ausbildung schon gar nicht. Ausserdem stellt die Arbeitswelt hohe

Anforderungen – da genies­ sen es viele, nicht auch noch Verantwortung für einen ­eigenen Haushalt tragen zu müssen. Was bedeutet es für die ­El­tern, wenn die ­erwachsenen Kinder nicht aus­fliegen? Für manche Eltern kann es zu einer enormen Belastung werden. Das erlebe ich in meiner Beratung immer wieder. Sie wünschen sich ­wieder Zeit für sich oder die Paarbeziehung, möchten ihre Elternrolle im engeren Sinn endlich abgeben oder sehnen sich nach einem Alltag ohne Konflikte oder Unordnung. Welche Folgen hat das ­Zuhausebleiben für die Nesthocker? Sie bleiben Kinder. Kinder emanzipieren sich erst, wenn sie ihr Leben selbst managen, nicht nur den Job oder das ­Stu­dium, sondern eben auch den Haushalt und das B ­ udget. ­Solange sie zu ­Hause woh­ nen, sind sie zwar theo­ retisch erwachsen, werden aber oftmals weiterhin wie Kinder behandelt, also nicht für voll genommen. Das kann frustrierend sein, ­Gefühle wie Ohnmacht oder Wut auslösen. Weshalb fällt es manchen Eltern so schwer, ihre ­Rolle abzulegen? Mütter und Väter haben die Elternaufgabe, die sie während so vieler Jahre wahrgenommen haben, tief in sich gespeichert. ­Dieses Verantwortungs­ gefühl bleibt – egal, wie alt das Kind ist.

Wie kann das Zusammenleben trotzdem gelingen? Indem Eltern und Kinder ihre Rollen klären, damit sie sich auf der Ebene von ­Erwachsenen begegnen und nicht in ihren Eltern- und Kindrollen verharren. Dazu gehören auch Wünsche und Verantwortlichkeiten. In der ­Hier­archie stehen die ­Eltern über dem Nach­ wuchs: Sie bestimmen, un­ ter ­welchen Bedingungen die Tochter oder der Sohn zu Hause wohnen kann, sie stellen die Regeln auf. Und sie haben das Recht, den Auszug zu verlangen, wenn diese Bedingungen nicht ein­gehalten werden. Von welchen Bedingungen ist die Rede? Zum Beispiel von Mithilfe im Haushalt. Von einem Entgelt für Kost und Logis – sofern der Nachwuchs verdient – oder von Absprachen in B ­ ezug auf Ein­ ladungen, Nacht­ruhe und Ordnung. Dabei geht es auch um Wertschätzung. Wenn die Nesthocker dann doch flügge werden: Wie können die Eltern sie beim Auszug ­unterstützen? Indem sie das Kind ein Bud­ get für seine späteren Le­ benskosten aufstellen las­ sen. In meiner Praxis mache ich das ohne die E ­ ltern. Mir fällt auf, dass viele junge ­Erwachsene wenig Ahnung vom Umgang mit Geld ha­ ben – 90 Prozent sind schon auf dem Papier im Minus. Eine Budgetberatung durch eine Fachperson ist die ­beste Starthilfe in ein eigen­ ständiges ­Leben. Infos: www.budgetberatung.ch

Zahlen und Fakten

Die Nesthocker Junge Erwachsene in der Schweiz lassen sich mit dem Auszug aus dem Elternhaus so viel Zeit wie noch nie: Durchschnittlich 24- bis 25-jährig waren sie zwischen 2010 und 2016. Zwischen 1990 und 2000 verlies­sen Kinder das elterliche Nest mit 21 bis 22 Jahren, 1970 flogen sie aus, als sie volljährig waren, damals mit 20 Jahren. Quelle: Bundesamt für Statistik (BfS), 2016

68 Prozent der Nest­ hocker gaben an, aus finanziellen Gründen zu Hause zu wohnen, 22 Prozent wollen aus Bequemlichkeit nicht ausziehen: Sie haben keine Lust auf Kochen, Waschen und Putzen. Quelle: Comparis, 2017

Am längsten bleiben junge Menschen in Süd- und Osteuropa im «Hotel Mama»: In Kroatien räumt der Nachwuchs erst mit durchschnittlich 32 Jahren das Kinderzimmer, in Malta und Italien mit 30. Auf der anderen Seite der Skala rangiert Skandinavien. In Dänemark wohnen nur 2,4 Prozent der 25- bis 29-Jährigen noch zu Hause, in Finnland sind es 5,3 und in Norwegen 5,9 Prozent. Am schnellsten ziehen junge Schwedinnen daheim aus – im Alter von 19 Jahren, also deutlich früher als der Durchschnitt in den EU-Ländern: 60 Prozent der 2­ 0- bis 24-jährigen wohnen noch daheim. Töchter ziehen in a­ llen EU-Staaten früher aus (im Durchschnitt mit 25 Jahren) als Söhne (mit 27).  MM Quelle: Europäisches ­Statistikamt (Eurostat), 2017


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tete Weihnachtsmarkt mit seiner einzigartigen Lebendkrippe zu besichtigen! Zurück im Hotel bleibt noch etwas Zeit zur freien Verfügung. Nach dem Nachtessen im Hotel werden wir in Kitzbühel zum 2. Abend der Adventsgala erwartet werden. Freuen Sie sich heute abend auf Oesch’s die Dritten – das Schweizer Familienensemble ist Kult und ihre Konzerte gehören zum Besten, was die Volksmusik-Szene zu bieten hat. Wir wünschen einen schönen Abend in bester Gesellschaft. 3. Tag, Sonntag 9. Dezember 2018 – Christkindlmarkt Innsbruck & Heimreise Mit vielen unvergesslichen Adventseindrücken starten wir nach dem Frühstück die Heimreise. Unterwegs besuchen wir in Innsbruck noch den zauberhaften Christkindlmarkt der „Hauptstadt der Alpen“ – nochmals Gelegenheit einzukaufen und Ihren Lieben zu Hause etwas weihnachtliches mitzubringen.

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MENSCHEN | MM43, 22.10.2018  17

Bänz Friedli

Briefe von Rolf Höchst beschämend seien meine «primitiven Kommentare», zeterte ein Leser, ich hätte ja keine Ahnung und solle gefälligst bleiben, wo ich sei und mit meiner «lächerlichen Einstellung» auch hingehöre, in die Stadt nämlich, und von ihm aus Tag und Nacht meinen blöden Prime Tower anglotzen. Und ich hatte mich bloss gewundert, dass das Edelweiss immer und überall als Symbol der Schweiz herhalten müsse, wo der pelzige Blumenstern doch so gar nicht zu meinem Bild des Landes gehöre. «Eher das Hochhaus Prime Tower, die Altstadt von Bellinzona, die Fussballanlage Hardhof zwischen Autobahn und Kläranlage», hatte ich geschrieben. Und dann würde ich Sauhund noch auf dem Sänger Trauffer herumhacken, den ich nicht kenne, schrieb er. Doch ich hatte Trauffer gar nicht erwähnt und lediglich gefragt, weshalb wohl manche Schweizer Popmusiker eine erflunkerte Idylle besängen.

Bild: Vera Hartmann

Ich tat, was ich immer tue, und schrieb dem Mann, nennen wir ihn Rolf, zurück. Bedankte mich und fragte: «Sind nun nicht eher Sie derjenige, der gegen jemanden Dampf ablässt, den er nicht kennt?» Ab die Post. Und bald war die Sache vergessen.

Bänz Friedli (53) erhält Post.

Sieben Monate später, letzte Woche, lag Rolfs Antwort im Briefkasten: «Es tut mir aufrichtig leid», schreibt er, «dies ist leider ein gewaltiger Fehler von mir, ich lasse meinen

Frust an anderen ab, obwohl die nichts dafür können.» Er habe eine schwierige Zeit hinter sich, habe nachts oft kaum Schlaf gefunden, und ob all seiner Enttäuschung sei er dann in Rage geraten und habe in meiner Kolumne Dinge gelesen, die gar nicht dringestanden hätten. Anfang Jahr sei er drum ausgesteuert worden und in die Sozialhilfe gerutscht. «Der Boden wurde mir mit 60 Jahren unter den Füssen weggezogen. In diesem Alter findet man keine Anstellung mehr.» Er habe niemanden mehr an sich herangelassen und darunter gelitten, dass man ihn im Dorf als arbeitsscheuen Kauz verrufen habe. Rolf schrieb und schrieb. Erzählte mir, dass er sich mit Schnitzereien ablenke und Freude am Malen habe, schickte mir gar ein Bild einer Holzmalerei: Enziane, Edelweisse und eine Kuh. Mir dämmerte, dass auch ich mir ein falsches Bild von Rolf gemacht hatte und wir uns im Grunde über dasselbe ärgern: dass das Edelweiss von Werbung und Politik vereinnahmt und verhunzt wird. Rolf und ich sind nun beide um ein Feindbild ärmer und eine Erfahrung reicher. Zurückschreiben lohnt sich. Meistens. Einzig ein Herr aus dem Thurgau, der mich als «saublöden, drecklinken Laferi» tituliert hatte und den ich brieflich fragte, ob er sich nicht vielleicht in der Wortwahl vergriffen habe, insistierte auch im zweiten Brief: «Wegen dem sind Sie noch immer ein saublöder, drecklinker Laferi.» MM

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18  MM43, 22.10.2018 | MENSCHEN

US-Wahlen

Wie weiter mit Donald Trump?

Der US-Präsident steht am 6. November bei den Midterms nicht zur Wahl. Dennoch hoffen die Demokraten, dass seine Gegner in Scharen an die Urnen strömen, um für sie zu stimmen. Wir fragten Expertinnen und Experten, was von den Zwischenwahlen zu erwarten ist.

A

lle zwei Jahre werden in den USA das ­ arlament und viele Gouverneure neu P ­gewählt, das nächste Mal am 6. November. Der Präsident steht hingegen erst 2020 wieder zur Wahl. Unter normalen Umständen hält sich das Interesse für die Midterms, die Zwischenwahlen, in engen Grenzen – auch die Wahlbeteiligung ist in der Regel deutlich niedriger als bei Präsidentschaftswahlen. Aber seit der New Yorker Immobi­lienTycoon Donald Trump (72) entgegen den Erwartun-

gen fast aller Prognostiker 2016 Hillary Clinton schlug und US-Präsident wurde, sind die Umstände nicht mehr normal. Sein unkonventioneller Stil und seine offenherzigrabiate Persönlichkeit polarisieren dabei noch fast mehr als seine Politik. Auf der einen Seite hat er ­begeisterte Fans, die ihm – so scheint es manchmal – fast alles verzeihen würden. Auf der anderen wird er mit ähnlicher Inbrunst zutiefst verachtet. Zudem ­haben die Republikaner 2016 nicht nur die Präsident-

Bild: Reuters/Leah Millis

Text: Ralf Kaminski


MENSCHEN | MM43, 22.10.2018  19

Zahlen und Fakten

Zwischenwahlen in den USA

Seine Fans lieben ihn: US-Präsident Donald Trump tritt an einer Wahlkampf­ veranstaltung für Marsha Blackburn auf. Die Republikanerin aus ­Tennessee w ­ ill in den Senat.

Am 6. November werden 35 der 100 Sitze im Senat (33 regulär, 2 in ­Nachwahlen), alle Sitze im Repräsentantenhaus und die Gouverneure in 36 Staaten und 3 Territorien gewählt.

Senat Senatoren werden für 6 Jahre ins Amt gewählt. Jeder Bundesstaat wird durch zwei Senatoren repräsentiert, sie werden jedoch nicht gleichzeitig ins Amt gewählt. Für eine Mehrheit sind 51 Sitze nötig. Aktuelle Sitzverteilung im Senat 49 Demokraten (inkl. 2 Unabhängige)

51 Republikaner

Zu verteidigende Sitze Die Voraussetzungen für die Demokraten sind ungünstig, da sie dieses Jahr bedeutend mehr Sitze verteidigen müssen als die Republikaner.

Demokraten: 26 (inkl. 2 Unabhängige)

schaft erobert, sondern stellen auch die Mehrheit im Repräsentantenhaus und im Senat, den beiden Parlamentskammern, vergleichbar mit dem National- und Ständerat in der Schweiz. Würden die Demokraten am 6. November zumindest das Repräsentantenhaus zurückerobern, wozu sie laut aktuellen Prognosen Chancen haben, könnten sie Donald Trumps Politik in vielen Bereichen blockieren oder zumindest ab­federn. Noch effektiver könnten sie das, wenn sie auch die Mehrheit im Senat erringen würden, was nicht unmöglich, aber wenig wahrscheinlich ist. Denn während im Repräsentantenhaus immer sämtliche 435 Sitze zur Wahl stehen, sind es im ­Senat jeweils nur ein Drittel der 100 Sitze. Dieses Jahr müssen die Demokraten 26 davon vertei­di­ gen, die Republikaner nur neun. Für eine Mehrheit müssten die Demokraten nicht nur alle bisherigen Sitze halten, sondern zwei zusätzliche erobern. Einfluss auf Trumps Wiederwahlchancen 2020

Würde dies gelingen, worauf die Demokraten und alle Trump-Gegner hoffen, wäre das ein starkes ­Signal an die Republikanische Partei für die Präsidentschaftswahlen 2020. Sie müssten sich dann ernsthaft fragen, ob sie nochmals mit Donald Trump in den Wahlkampf ziehen wollen, an­ge­ sichts der enorm erfolgreichen Mobilisierung seiner Gegner. Umgekehrt wäre es eine triumphale Bestätigung von Trumps Politik und Person, falls es die Republikaner schaffen, die Mehrheit in ­beiden Kammern zu halten. Zwar spielt bei den Zwischenwahlen traditionell die Lokalpolitik eine wichtige Rolle, werden die Parlamentarierinnen und Parlamentarier doch in den einzelnen Bundesstaaten und Wahldistrikten auch aufgrund ihrer Arbeit vor Ort gewählt. Aber dieses Jahr zeichnet sich ab, dass insbesondere die Gegner des Präsidenten an der Urne ein Zeichen setzen wollen. Was immer am 6. November herauskommt, am Tag danach startet der Kampf um die Präsidentschaftswahl 2020, die die USA (und die Welt) rekordverdächtig lange zwei Jahre in Atem halten wird.

Republikaner: 9

Chancen gemäss Wahlprognosen (100 Senatssitze) Demokraten sicher: 37WAWAWAWAWAWA7WAWAWA 6 WAWA 4WAWAWAWAWAWAWA Republikaner sicher: 46 WAWAWAWAWA WAWAWA WAWAWAWAWAWA WAWAWA

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Staaten, in denen gewählt wird

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Demokraten

Republikaner

Sicher

Sicher

Völlig offen

Wahrscheinlich

Wahrscheinlich

Vakant

Repräsentantenhaus Alle 435 Mitglieder werden alle zwei Jahre gleichzeitig neu gewählt. Für eine Mehrheit braucht es 218 Sitze. Aktuelle Sitzverteilung im Repräsentantenhaus 193 Demokraten

6

236 Republikaner

Chancen gemäss Wahlprognosen (435 Sitze) 173 Demokraten

33

30

40

159 Demokraten

Quellen: NYT, clerk.house.gov, periodicalpress.senate.gov, realclearpolitics.com


20  MM43, 22.10.2018 | MENSCHEN

Senatsduell Texas

Senator Ted Cruz (Republikaner, bisher)

5 Fragen zu den Zwischenwahlen – Expertinnen und Experten antworten

Wie wichtig sind die Midterms aus Ihrer Sicht? Jessica Gienow-Hecht «Kon­

Laura Messenger (57) Vorsitzende des Genfer ­Verbands der ­Democrats ­Abroad Schweiz

James Foley (51) Sprecher der ­Republicans ­Overseas Schweiz

gresswahlen sind für inner­ amerikanische Belange wichti­ ger als Präsidentschaftswahlen, denn im Parlament wird echte Politik gemacht: Gesetze werden verabschiedet, Geld wird verteilt. Die kommenden Wahlen zeigen, unter welchen Konditionen Do­ nald Trump ­weiterregieren wird, sie entscheiden auch über seine politische Zukunft.» Walter Niederberger «Diese

Wahlen sind das erste Vertrau­ ens- oder Misstrauensvotum für Donald Trump. Der Aufruhr um die Wahl des neuen Bundes­ richters Brett Kavanaugh hat das Land noch weiter gespalten, und Trump hat diese Polari­ sierung geschickt genutzt. So hofft er, zusätzliche republika­ nische Stimmen ­mobilisieren zu können und die ­knappe Mehr­ heit im ­Senat zu festigen. Auf der anderen Seite geben diese Wah­ len den Bürgern die erste Chan­

ce, dem Auto­kraten im Weissen Haus Grenzen zu setzen.» Laura Messenger «Dies ist die

wichtigste Wahl unseres Lebens. Die Demokratie selbst steht auf dem Spiel, es ist entscheidend, dass möglichst viele Menschen wählen, um sie zu schützen. Die US-Regierung beruht auf einem fein austarierten System, doch die aktuelle Administration scheint alles zu versuchen, dieses System zu zerstören, mit dem Ziel, eine Oligarchie oder Schlim­meres zu errichten. Eine Mehrheit der Demokraten in ­einer der beiden Parlaments­ kammern würde diesen Prozess verlangsamen oder stoppen.» Martin Naville «Es sind Schlüs­

selwahlen für die kurz- und ­mittelfristige Entwicklung der USA. Sie werden wegweisend sein für vieles, das auch die Schweiz betrifft, etwa die Ent­ wicklung der zweitgrössten

­ estination für Schweizer D ­Ex­porteure, Handelsbeschrän­ kungen sowie die Aussenpolitik gegenüber Russland, China und dem Nahen Osten. Können die Demokraten eine oder sogar ­beide Kammern übernehmen, ist die Paralyse der P ­ olitik so gut wie sicher – ähnlich wie ­während der Obama-Administ­ ration ab 2010.» Roger Köppel «Die Wahl ist

e­ inerseits eine Art Plebiszit über die Arbeit des Präsidenten und seiner Partei. Aber auch ein Aus­ druck der demokra­tischen Kul­ tur der ‹Checks and Balances›. Die Amerikaner sind ähnlich wie die Schweizer machtskeptisch, sie wollen einen starken Präsi­ denten, aber sie misstrauen ihm auch. Deshalb verliert meistens die Partei des Amtsinhabers, was die Medien dann als T ­ otalschlappe für Trump ­auf­blasen würden, obwohl es ein normaler Vorgang wäre.»

Wagen Sie eine Wahlprognose und was erwarten Sie für die kommenden Präsidentschaftswahlen 2020? Josef Braml «Der erwartete Ver­ Roger Köppel (53) Chefredaktor «Weltwoche» und SVP-Nationalrat

lust der republikanischen Mehr­ heit im Repräsentantenhaus könnte Donald Trump bremsen, ihm allerdings hinsichtlich ­seiner möglichen Wiederwahl in

zwei Jahren auch helfen. Etwa wenn es ihm gelingen würde, sein kostspieliges Infrastruktur­ programm im Schulterschluss mit einigen demokratischen Par­ lamentariern zu finanzieren.»

Jessica Gienow-Hecht «Wer sich

heute in den USA als moderat ­bezeichnet, wird demokratisch wählen. Falls die Republikaner im November signifikant verlie­ ren, werden sie Trump den Lauf­

Bilder: Reuters (2), zVg (6), Keystone (1)

Martin Naville (59) Direktor der Schweizerisch-­ Amerikanischen Handelskammer

Congressman Beto O’Rourke (Demokraten, ­Herausforderer)


MENSCHEN | MM43, 22.10.2018  21

Zum ersten Mal seit Langem ­könnte in Texas ein Demokrat eine Chance auf einen Senatssitz haben: Beto O’Rourke (rechts) im Wahlkampf.

pass geben wollen und seinen Vize Mike Pence nominieren. Sollten sie gewinnen, bleibt Trump im Amt. Denn die Demokraten sind nicht nur gespalten zwischen Moderaten und Progressiven, sie haben auch keinen echten Kandidaten für 2020.» James Foley (51) «Bis vor Kurzem

dachte ich, dass die Republikaner höchstens eine Fifty-fiftyChance haben, ihre Mehrheiten zu halten. Aber nach den Anhörungen für den neuen Bundesrichter Brett Kavanaugh haben sich meines Erachtens die Chancen verbessert, weil die Demokraten eine solche Scharade veranstaltet haben mit ihrem Versuch, Kavanaugh zu diskredi­ tieren. Dies dürfte die republi­ kanische Basis mobilisieren und wie 2016 zum Erfolg führen.» Walter Niederberger «Die De-

mokraten werden das Repräsentantenhaus zurückgewinnen, doch dürfte der Senat in republikanischer Hand bleiben. Die politische Blockade nimmt also zu, und die Frustration der Bürger wird wachsen. Die Republikaner sind mit Trump einen Teufels­ pakt eingegangen, er hat sie vollständig unter seine Kontrolle ­gebracht. Sie werden es nicht wagen, 2020 ohne ihn in die Wahlen zu ziehen. Sollte Sonderermittler Robert Mueller strafrechtlich relevante Tatbestände zur Kol­ lusion mit Russland, zur Geldwäscherei oder Justizbehinderung durch Trump aufdecken, wird es prekär für den Präsidenten. Auch eine Rezession dürfte ihn die Wiederwahl kosten.» Laura Messenger «Prognosen

sind heikel, wie wir 2016 gesehen

haben, doch werden die Demokraten wohl die Mehrheit im ­Repräsentantenhaus erobern. Bei der Präsidentschaftswahl 2020 werden viele Faktoren eine Rolle spielen. Aber ich denke, mehr und mehr Amerikanerinnen und Amerikaner realisieren, dass Trump vor allem für diejenigen arbeitet, die sich auf Kosten der normalen Bevölkerung ein ­möglichst grosses Stück ­Reichtum sichern wollen.»

«Wer sich heute in den USA als moderat bezeichnet, wird demokratisch wählen.» Jessica Gienow-Hecht, Historikerin

Wie empfinden Sie den Zustand der USA nach knapp 20 Monaten Trump? Walter Niederberger «Das

Image und die Glaubwürdigkeit der USA sind am Boden, aber nicht so stark, dass sie vom nächsten Präsidenten nicht ­wieder verbessert werden können. Wir haben das bereits ­ bei der Wahl Barack Obamas ­erlebt, die eine klare Antwort auf die isolationistische Präsidentschaft von George W. Bush war. Ein neuer Präsident könnte die USA innerhalb von nur 30 ­Tagen ­zurück ins Pariser Klima­ abkommen führen und der Welt so seine Solidarität beweisen.» Roger Köppel «Um ein Wort von

Ex-UBS-Chef Oswald Grübel zu zitieren: ‹Trump ist unausstehlich, aber er macht alles richtig.› Seine Aussenpolitik ist klassisch republikanisch, Peitsche und dann Zuckerbrot. Seine Wirtschaftspolitik ist aus bürgerlicher Sicht hervorragend, Steuersenkungen, Abbau von Regulie-

Jessica GienowHecht (53) Leiterin der Abteilung Geschichte am John-F.Kennedy-­Institut der Freien Uni­ versität Berlin

rungen, kurz: mehr Freiheit für die Bürger und Unternehmen. Trump schützt die Grenzen besser, dämmt die illegale Migration ein, das ist alles sehr gut. Was den Handelskrieg betrifft: Wo es ­darum geht, illegitime und sogar illegale Praktiken des chine­ sischen Handelsdumpings zu kontern, ist es gut. Verheerend wäre eine umfassende protekt­io­ nistische Agenda, damit würde er die USA zerstören. Das aber macht er noch nicht.» Josef Braml «Präsident Trump

hat den Staat im Innern bereits radikal abgebaut und ist nun dabei, die regelbasierte Weltordnung zu zerstören, von der wir in Europa elementar abhängen.» James Foley «Als US-Wähler, der

seit 20 Jahren im Ausland lebt, finde ich, dass es höchste Zeit ist, dass die USA Europa und anderen Weltregionen klarmachen,

Walter Niederberger (64) USA-Korrespondent des «TagesAnzeigers» seit 2002 sowie Autor des Buchs «Trumpland» (2016)

Josef Braml (50) USA-Experte der Deutschen Gesellschaft für Aus­ wärtige Politik und Autor des Buchs «Trumps Amerika – auf Kosten der Freiheit» sowie des Blogs «Der USA-Experte»: https://usaexperte. com/blog/


22  MM43, 22.10.2018 | MENSCHEN

Senatsduell Florida

Gouverneur Rick Scott (Republikaner, ­Herausforderer)

dass es vorbei ist mit dem Gratis­ profitieren. Länder, die sich auf US-Auslandshilfe oder die Nato verlassen, müssen einen grös­seren Anteil dieser Kosten selbst übernehmen – das ist aus meiner Sicht überfällig. Das heisst aber nicht, dass die USA ihre Partner in der Welt im Stich lassen, es geht um ‹America First›, nicht ‹America Alone›, wie Präsident Trump es am WEF in Davos auch schon gesagt hat.» Martin Naville «Es wird zu viel

geredet über die üblen Manieren

Senator Bill Nelson (Demokraten, ­bisher)

und das exzentrische Verhalten der Person Donald Trump. Dank (oder trotz?) Trump geht es der US-Wirtschaft hervor­ ragend. Und er hat einige Schwachstellen in der inter­ nationalen Wirtschaft und ­Aussenpolitik adressiert, wenn auch teilweise mit einer ­gewöhnungsbedürftigen Taktik. Im Grunde jedoch tut er nichts ­anderes, als die Ober­häupter Chinas, Russlands, Englands, Frankreichs oder Deutschlands: Er setzt die Interessen des ­eigenen Landes an ­erster Stelle.»

den zu beheben, den diese Admi­ nistration angerichtet hat.» James Foley «Seit der Wahl von

Donald Trump verweigern die Demokraten sämtliche Koopera­ tion mit den Republikanern, egal zu welchem Thema. Haupt­ sache, sie können Trumps ­Agenda s­ toppen. Das bringt die Nation wirtschaftlich in eine schwierige Lage, denn sie ist hoch verschuldet und muss drin­ gend ihre S ­ ozialsysteme refor­ mieren, wenn sie auch künftig zahlungsfähig bleiben will. Dafür jedoch braucht es Kooperation.» Jessica Gienow-Hecht «Die jet­

Was müsste aus Ihrer Sicht passieren, um die Situation nachhaltig zu verbessern? Walter Niederberger «Das

Wahlsystem ist noch immer auf die agrarische Gesellschaft des 18. Jahrhunderts zugeschnitten, es reflektiert nicht mehr länger den Willen des Volks. Ich glaube aber nicht, dass das Parlament und das Bundesgericht zu echten Reformen Hand bieten. Hin­ gegen könnten einzelne progres­ sive Bundesstaaten die demo­ kratischen Mitwirkungsrechte ­stärken. Wahrscheinlich braucht es eine noch grössere Krise, ­bevor das Land zur ­Besinnung kommt.» Martin Naville «Einige ‹Kampf­

zonen› werden sich wahrschein­ lich schnell beruhigen, vor allem das Wirtschaftsverhältnis der USA zu Kanada, Mexiko und der EU. Andere Themen werden

uns wohl noch länger begleiten, etwa das Verhalten gegenüber China, das die liberale Wirt­ schafts­­ordnung des Westens auskostet, im eigenen Land aber massive Einschränkungen bis hin zu ­Embargos für auslän­ dische ­Firmen durchsetzt.» Laura Messenger «Wir müssen

unsere Bürgerpflichten ernster nehmen. Damit es Fortschritte gibt, müssen Menschen jeden ­Alters – inklusive unserer ­Jugend – sich informieren und aktiv engagieren. Apathie und Selbstzufriedenheit waren in den USA immer wieder ein ­Problem, aber die a­ ktuelle Regie­ rung hat viele Menschen poli­ tisch aktiviert, was grossartig ist. Ich hoffe, dass dies anhält, denn es gibt viel zu tun, um den Scha­

zige Führungsriege in den USA muss durch Abwahl, einen Pro­ zess oder ein Misstrauensvotum abgesetzt werden. Eine neue Führung, die sich liberalen ­Prinzipien verschreibt, muss neue politische, soziale und ­wirtschaftliche Ziele formulie­ ren und realisieren. Stichworte: ­Internationalismus, Klima­ schutz, Umweltschutz, Lasten­ ausgleich, Umverteilung, Wohl­ fahrt, Sicherheit. Vor allem muss eine Atmosphäre des offe­ nen und problemorientierten ­Austausches ins Zentrum der ­Politik rücken.»

«Wir müssen uns wohl daran gewöhnen, dass die USA wieder isolationistischer werden.» Martin Naville, Direktor CH-US-Handelskammer

Werden sich die vielen Differenzen zwischen den USA und Europa wieder legen, wenn Trump abtritt? James Foley «Aus meiner Sicht

wirken diese Differenzen zwi­ schen den USA und Europa ­deshalb so dramatisch, weil die Machteliten und die Presse uns diesen Eindruck vermitteln ­wollen. Der eigentliche Punkt ist doch, dass Europa langsam ­aufwacht und die vielen falschen Versprechungen der Europäi­ schen Union erkennt. Das Ergeb­ nis ist ein gespaltenes Europa, in dem immer mehr Menschen nationalistischere Standpunkte vertreten und Oppositionspar­ teien unterstützen. Der Brexit­-­ Entscheid und die TrumpWahl haben eine populistische Revolution in Europa und den USA gestartet, die nicht leicht zu unterdrücken sein wird.»

Jessica Gienow-Hecht «Die west­ liche Welt ist in einer Krise, weil sie kein Wirtschaftswachstum mehr garantieren kann, weil die Lücke zwischen Arm und Reich breiter wird und weil sich die Langzeitfolgen der Industria­li­ sierung deutlich zeigen. Auch ohne Trump bleiben diese Prob­


MENSCHEN | MM43, 22.10.2018  23

leme bestehen. Das Klima in den europäisch-amerikanischen ­Beziehungen ist derzeit sehr aufgeheizt durch seine vordergründigen Provokationen. Langfristig jedoch gibt es trotz aller Differenzen für die USA und Europa keine verlässlicheren Partner, als sie es füreinander sind. Aber die USA sind ebenso gespalten wie viele europäische Demokratien. Überall sehen wir, dass den Liberalen die Argumente ausgehen und die alten Wähler sich neue Führer suchen.»

Bild: Reuters

Martin Naville «Je nachdem,

wer Nachfolger wird, dürfte sich der Ton mit grosser Sicherheit ändern. Aber in der Sache müssen wir uns wohl daran gewöh-

nen, dass die USA wieder isola­ tionistischer werden. Dies hat schon unter Barack Obama begonnen und setzt sich nun unter Trump fort. Dessen Wahl ist wohl eher ein Symptom von grös­ serem Isolationismus, nicht der Grund dafür.» Roger Köppel «Es gibt funda-

mentale Interessenkonflikte zwischen Europa und den USA. Der wichtigste betrifft den ­Umgang mit Russland. Die Amerikaner wollen Konfrontation, die Europäer haben ein inten­ sives wirtschaftliches Interesse an Russland. Darüber hinaus profitiert Europa von einem wirtschaftlich starken Amerika. Die verkrustete EU kommt

unter Reformdruck, wenn in Washington kein Etatist wie Obama, ­sondern ein liberalkonservativer Aufmisch-Politiker wie Trump sitzt.» Josef Braml «Wir sollten uns

nicht dem Wunschdenken hin­ geben, dass dieser Spuk schnell vorbei ist und wir diese Krise ­aussitzen können. Donald Trump ist nur ein Symptom grundlegender sozioökonomischer und politischer Verwerfungen in den USA, die sich auch nach seiner Amtszeit auf Europa und die Welt auswirken werden. Es ist das G ­ ebot der Stunde, ­Europa im härter werdenden globalen geopolitischen Wett­ bewerb besser aufzustellen. Ein

europäischer Finanzminister, regelbasierter Finanzausgleich, eine gemein­same ­Arbeitslosenund Ein­lagen­versicherung, ­Bankenunion sowie ein Wäh­ rungsfonds wären kon­sequente nächste Schritte.» MM

Lesen Sie am 5. November im Migros-Magazin, wie Schweizer in den USA am 6. November wählen werden.

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24  MM43, 22.10.2018 | MENSCHEN Batbayar Chogsom

Filmreifer Festivaltriumph

Sein erster Film brachte Batbayar Chogsom den Hauptpreis des Filmfestivals Schanghai ein. Das poetische Road Movie «Out of Paradise» des in der Schweiz lebenden Mongolen wurde von der Migros mitfinanziert. Text: Ralf Kaminski

A

ls Batbayar Chogsom (44) die Nachricht erhielt, dass sein Film für den Wettbewerb des Internationalen Filmfestivals Schanghai ausgewählt worden war, konnte er es zuerst kaum glauben. 3447 Werke aus 108 Ländern wurden eingereicht, 492 gezeigt, 154 rivalisierten um Preise – darunter Chogsoms «Out of Paradise» mit zwölf anderen um den besten Spielfilm. Es ist das wichtigste asiatische Filmfestival und auf dem gleichen Level wie die Festivals von Cannes oder Berlin. «Dort nur schon eingeladen zu sein, war fantastisch», erzählt Batbayar Chogsom in ausgezeichnetem Schweizerdeutsch. Umso mehr als ihn die Schweizer Filmbranche und Medien bis dahin praktisch ignoriert hatten.

Das änderte sich schlagartig, als die Jury in Schanghai ihm im Juni den Golden Goblet für den besten Film verlieh und «Out of Para­dise» als einfach, aufrichtig und poetisch pries. «Ich war baff», gesteht der Regisseur in einer Mischung aus Bescheidenheit und Stolz, «und sehr, sehr glücklich.» Zum Studium in die Schweiz

Dass sein Road Movie nicht nur in Asien und bei einer Fachjury ankommt, hat Chogsom in den letzten Wochen in vielen Schweizer Kinos im ganzen Land erlebt, wo er regelmässig bei Vorführungen für Fragerunden zur Verfügung stand. «Der Film und seine Themen berühren die Menschen», sagt der Mongole, der seit 18 Jahren in der Schweiz

lebt, mit einer Gymnasiallehrerin verheiratet und mittlerweile zweifacher Vater ist. Chogsoms Eltern waren – wie die Hauptfiguren seines Films – mongolische Nomaden, die schliesslich in die grosse Hauptstadt zogen. Doch während seine Filmhelden am Ende aufs Land zurückkehren, blieben seine Eltern in Ulaanbaatar und wurden Lehrer. Batbayar wächst mit sechs Geschwistern in der Hauptstadt auf, möchte jedoch zum Studium ins Ausland. «Wir Mongolen sind ein sehr globalisiertes Volk, meine Verwandtschaft ist über die halbe Welt verstreut.» Dass er 2000 mit 26 Jahren in der Schweiz landet, ist Zufall. An der Universität Zürich studiert er Populäre Kulturen, Ethno­logie und Politologie, besucht aber auch ein paar


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​Bilder: Ramon Konigshausen, Ulrich Nus

Das Schweizer Film­ team bei den Dreh­ arbeiten in der mon­ golischen Steppe. ­Insgesamt drehten sie 2016 zwei Monate in der Mongolei.

Drehbuchautor, Regisseur, Hausmann: Batbayar Chogsom hat sich das Filmemachen weitgehend selbst beigebracht.

Filmseminare, da er Filme schon immer ­gemocht hat. Mit Freunden geht er an ­Festivals, etwa die Solothurner Film­tage – und hat immer viel zu mäkeln. ­Chogsom lacht. «Irgendwann fanden meine Freunde, ich solle doch selber einen Film drehen, statt immer nur rumzunörgeln.» Die Idee setzt sich fest. Von einem Stu­ dienkollegen bekommt er den Tipp, den Drehbuchkurs der Klubschule Migros zu ­besuchen, der sei «noch gut». 2011 geht er drei Monate lang einen Abend pro Woche an den Limmatplatz in Zürich und lernt dort die Grundsätze des Drehbuchschreibens. «Das war sehr nützlich, ich würde den Kurs jedem Interessenten weiterempfehlen.» Die Geschichte für «Out of Paradise» hat er da

schon im Kopf, nach dem Kurs schreibt er dann das Drehbuch, das kaum verändert heute auf der Leinwand zu sehen ist. Ohne das Kulturprozent keinen Film

Dass daraus tatsächlich ein Kinofilm wurde, ist vor allem Chogsoms Hartnäckigkeit zu verdanken – zudem einer Prise Glück und dem Migros-Kulturprozent. «Ohne dessen 50 000 Franken für die Postproduktion ­würde es diesen Film nicht geben», betont der Regisseur. Der Betrag entspricht zehn Prozent des Gesamtbudgets. Aber nur schon so weit zu kommen, war nicht leicht. Über mehrere Ecken lernt er den Kameramann Simon Bitterli kennen, damals noch Student an der Zürcher Hoch­


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Der Film

Out of Paradise

Bild: Fotofinder/Liu Ying

Grosse Freude in Schanghai: Regisseur Chogsom mit dem Golden Goblet für den besten Spielfilm.

schule der Künste. Mit ihm reist er 2015 in die Mongolei, um einen Kurzfilm zu drehen, mit dem er Produzenten in der Schweiz überzeugen will, Geld in sein Projekt zu stecken. Drehorte und Schauspieler hatte er schon ein Jahr zuvor auf einer anderen ­Reise organisiert. «Die Mongolei hat eine grosse Theatertradition, deshalb war es nicht schwierig, gute Darsteller zu finden.» Anders als Geld für sein Projekt. «Ich musste viele, viele Produzenten anfragen, bis schliesslich einer das Potenzial des Films erkannte und bereit war, das Risiko einzugehen.» Hessefilm holte zusätzlich SRF an Bord, und schliesslich war genug Geld da, um 2016 in der Mongolei zu drehen. Zwei Monate war das siebenköpfige Team aus der Schweiz vor Ort. «Und jeder Tag war ein Kampf», erinnert sich Chogsom. «Wenn zum Beispiel plötzlich ein Auto kaputtging, musste ich irgendwo eines auftreiben, das genau gleich aussah, weil wir die bereits ­gedrehten Szenen ja nicht neu drehen konnten.» Die Zusammenarbeit zwischen den Schweizern und den Mongolen hingegen lief gut, auch dank einer Übersetzerin. Der Erfolg des fertigen Films spricht für sich, aber Chogsom hadert noch immer ein wenig mit der Schweizer Filmbranche. «Für einen Quereinsteiger ist das bestehende ­System sehr schwierig.» Es brauche neben der staatlichen Filmförderung unbedingt noch weitere Finanzierungsmodelle, etwa durch Stiftungen oder Unternehmen. Als nachahmenswertes Modell hebt der ­Re­gisseur das Migros-Kulturprozent hervor. Inzwischen schreibt Chogsom an drei wei­

teren Drehbüchern, die er gern alle verwirklichen würde: ein Kostümfilm, ein Thriller und ein Road Movie. Noch ist er nicht so weit, aber Produzenten aus den USA und China, die er am Filmfestival Schanghai kennengelernt hat, haben bereits Interesse für eine künftige Zusammenarbeit signalisiert. «Und ich hoffe, dass es nun auch in der Schweiz leichter wird.» Umso mehr, als sein Film seit 20 Jahren das erste Schweizer Werk ist, das an einem ausländischen A-Filmfestival den Hauptpreis gewonnen hat; letztmals war dies Fredi M. Murer 1998 mit «Vollmond» in Montreal gelungen. Die Kinder sprechen fliessend Mongolisch

Bis es ernst wird mit dem nächsten Film, widmet er sich seiner Zweitbeschäftigung: den zwei Kindern und dem Haushalt in ­Rapperswil SG. «Hausmann und Drehbuchschreiben ist eine ideale Kombination», ­findet er. Erst recht, seit die Kinder im schulpflichtigen Alter sind, was ihm mehr Zeit fürs Schreiben lässt. Nach 18 Jahren sieht er die Schweiz als sein Zuhause, auch wenn er sich bisher nicht einbürgern liess. «Leider lässt die Mongolei die doppelte Staatsbürgerschaft nicht zu.» Seine Kinder wachsen zwar in der Schweiz auf, sprechen aber auch fliessend Mongolisch und können sich mit ihrer Grossmutter in Ulaanbaatar problemlos unterhalten. «Das war mir wichtig», sagt Batbayar Chog­ som, der selbst eigentlich kein Heimweh verspürt. Und wenn er die alte Heimat doch mal vermisst, kocht er einfach etwas Mongolisches zum Znacht. MM

Das Nomadenpaar Dorj und Suren erwartet in der mongolischen Steppe ihr erstes gemeinsames Kind. Doch weil es zuvor schon Fehlgeburten gegeben hat, wollen sie diesmal kein Risiko eingehen und beschliessen, sich für die Geburt von ­einem Freund in ein Krankenhaus nach Ulaan­baatar fahren zu lassen. Dort jedoch wird für die Behandlung viel Geld verlangt, das sie nicht haben. Während Suren im Krankenhaus bleibt, versucht Dorj, Geld aufzutreiben. Und wird dabei nicht nur mit den Licht- und Schattenseiten der grossen Stadt konfrontiert, sondern gerät sogar in Lebens­ gefahr. Derzeit unter anderem in Kinos in Basel, Liestal und Zürich


28  MM43, 22.10.2018 | MENSCHEN

«Eine faire Scheidung tut beiden weh» Christine Pappert

Christine Pappert vertritt seit über 13 Jahren als Anwältin Eheleute bei Trennungen und Scheidungen. Ein Gespräch über die Begeisterung für ihre Tätigkeit, die Lehren, die sie daraus gezogen hat, und die Gründe, weshalb die Ehe nach wie vor eine vorteilhafte Sache ist. Text: Dinah Leuenberger, Monica Müller Bilder: Dan Cermak


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Christine Pappert glaubt an die Institution Ehe: «Immerhin klappt es ja bei 50 Prozent.»


30  MM43, 22.10.2018 | MENSCHEN Zur Person

Expertin für Scheidungen Christine Pappert, warum sind Sie Scheidungsanwältin? Die Verbindung zwischen Rechtlichem und Zwischenmenschlichem fasziniert mich. Bei Scheidungen sind viele Gefühle im Spiel. Sind Sie auch Therapeutin? Tatsächlich muss man als Scheidungs­an­wältin eine gewisse Empathie mitbringen. Man muss die ­Leute abholen in ihrer Lebenssituation und Verständnis für ihre Verletzungen und Ängste aufbringen können.

Christine Pappert (45) ist seit 17 Jahren im Familienrecht tätig und Fachanwältin für Familienrecht. Sie arbeitet selb­ ständig in einer Anwaltskanzlei in Zürich und lebt in Meilen ZH in einer lang­jäh­rigen Partnerschaft – unverheiratet. Auch in ihrer Freizeit übt sie eine berufs­ nahe Tätigkeit aus: Sie amtiert als Schieds­richterin im Golf und freut sich auf die bevorstehende Revision der Golfregeln. Die letzte fand vor rund 35 Jahren statt.

Gefällt Ihnen dieser Teil Ihrer Arbeit? Ja, deshalb bin ich auch nicht im Bankenrecht tätig.

Dann vertreten Sie keine Personen aus ­Ihrem näheren Umfeld? Genau, da wäre ich zu stark involviert.

Kommt das häufig vor? Nein, aber leider immer wieder. Weil man sich selbst verletzt fühlt, will man dem ­anderen schaden. Doch das ist eine Fehl­ überlegung: Nicht nur ändert sich durch das Fernhalten des Kindes vom anderen ­Elternteil nichts an der eigenen Verletzung und Enttäuschung, man schadet damit auch und hauptsächlich dem Kind. Natürlich nehme ich auch keine Mandate an, wenn von mir erwartet wird, dass ich strafbare Handlungen wie Urkundenfälschung unterstütze. Damit bin ich schon konfrontiert worden. Gibt es die perfekte Scheidung? Ja: Man sitzt zusammen und bespricht die eigenen Vorstellungen. Manchmal mit ­Anwälten oder auch mit einem Mediator. Man schaut, wie sich die Positionen ver­ binden lassen, damit es für beide akzeptabel ist. Dann wird eine Scheidungsvereinbarung ­getroffen, die vom Gericht genehmigt wird.

Was kann man tun, um weniger unter ­einer Scheidung zu leiden? Psychologische Hilfe in Anspruch nehmen. Wenn jemand starke Verletzungen empfindet und darunter leidet, empfehle ich das. Denn die Gefühle der Enttäuschung, Ver­letzung und des angekratzten Selbstwert­gefühls, nimmt einem weder ein Anwalt noch ein ­Gericht noch ein Scheidungsurteil. Besonders hart dürfte es sein, wenn Kinder ins Spiel kommen. Gibt es da für beide Seiten faire Lösungen? Fairness ist ein subjektiver Begriff. Jeder empfindet in dieser emotionalen Situation etwas anderes als fair. So kann es durchaus sein, dass eine Lösung, die objektiv fair ­erscheint, von den Betroffenen nicht so empfunden wird. Auch Gerechtigkeit ist nicht objektivierbar. Sind die Parteien emotional stark mitgenommen, wird es noch komplizierter. Beide müssen nachgeben und verzichten können. Aus Sicht der Anwältin gilt: Eine faire Lösung tut beiden weh.

Wie gehen Sie mit belastenden Trennungsgeschichten um? Man muss unterscheiden zwischen der Empathie mit einem Klienten und der Iden­ti­fikation mit ihm und seinen Pro­ blemen. Letzteres ist nicht gut; mache ich sein ­Problem zu meinem, kann ich nicht mehr sachlich behilflich sein und seine ­Interessen vertreten.

Gibt es andere Klienten, die Sie nach ­einem Erstgespräch nicht vertreten? Ich bin der Meinung, dass ein Kind beide ­Eltern braucht, vorausgesetzt beide sind gleichermassen fähig, das Kind zu erziehen und ihm Zuneigung entgegenzubringen. ­Darum vertrete ich keine Menschen, die ganz bewusst ein Kind vom anderen Elternteil entfremden wollen, ausser es läge ein objektiver Grund hierfür vor – wie psychische oder physische Gewalt.

sich die Wege trennen, erfüllt sich eben ­dieser anfängliche Wunsch nicht; man hat das Gefühl, «es nicht geschafft zu haben».

Wie selten ist der Idealfall? Ganz rational geht wohl niemand eine Scheidung an. Ausser man ist emotional sehr reif, und das sind die wenigsten ­Menschen. Es gibt Scheidungen, die ohne Zwischenfälle ablaufen. Des Öfteren wird aber auch gestritten, wobei Streit eher ein subjektiv geprägter Begriff ist. Eine Scheidung ist eine intime Sache. Was haben Sie dabei über Menschen gelernt? Sehr viel, etwa dass Menschen auf dieselben Probleme in einer Beziehung sehr unterschiedlich reagieren. Und um zu verstehen, weshalb ein Klient reagiert, wie er reagiert, oder empfindet, wie er empfindet, muss ich seine Geschichte kennen. Die meisten Geschiedenen empfinden ein Gefühl des Versagens. Weshalb? Häufig geht der Impuls für eine Trennung stärker von einer Person aus als von der ­anderen. Es wird dann angenommen, dass derjenige, der geht, kein schlechtes Gewissen hat. Aber das ist nicht so. Beide Partner beginnen ja eine Beziehung mit der Idee, den Weg gemeinsam zu gehen. Und wenn

Gibt es am Schluss einer Scheidung einen Sieger, eine Siegerin? Oder nur Verlierer? Hat man jahrelang gestritten, sehr viel Geld investiert und sehr viele destruktive Emo­ tionen erlebt, stellt sich diese Frage tatsächlich. Und auch wenn vielleicht im Scheidungsurteil auf dem Papier mehr An­träge des einen gutgeheissen wurden, ist die Sache nicht so einfach. Denn was auf dem Papier steht, ist nicht die ganze Wahrheit, emo­tional sieht es vielleicht ganz anders aus. Was ist häufiger: dass sich Ex-Partner nicht mehr ausstehen können oder dass sie ­einen Weg miteinander finden? Die grosse Mehrheit arrangiert sich irgendwie. Man ist zwar nicht freundschaftlich ­verbunden, begegnet sich aber nach einer gewissen Zeit wieder respektvoll. Auch weil die Alternative, jemanden ein Leben lang zu hassen, einfach zu belastend ist. Ein ehe­maliger Klient von mir geht seit der Scheidung zusammen mit seiner Ex-Frau und den K ­ indern in die Ferien – gemeinsam mit den neuen Partnern. Auch das gibts. Wie lange dauerten die schnellste und längste Scheidung, die Sie begleitet haben? Die kürzeste war in drei Monaten durch. Die längste dauerte acht Jahre, was mir für beide Parteien leidtat. Welches sind die grössten Knackpunkte bei Scheidungsprozessen? Es stellen sich rechtlich viele komplexe Fragen, zum Beispiel wenn Gesellschaften


MENSCHEN | MM43, 22.10.2018  31

und Liegenschaften involviert sind. Aber auch zwischenmenschlich kann es sehr an­ spruchs­voll sein, je nach Situation der Ehe­ leute. Nur schon ob ein Kind ins Gymnasium oder in die Sekundarschule gehen soll, kann ein Riesenthema sein. Alle Punkte, über die man als Paar geteilter Meinung sein kann, akzentuieren sich in einer Scheidung. Können Sie ein Beispiel für einen be­ sonders skurrilen Streitpunkt nennen? Ein Paar stritt lange und heftig um eine ­vergoldete Zahnbürste. Weil sie wertvoll war? Dazu gab es verschiedene Gutachten, die ganz unterschiedlich ausgefallen sind. Denn es gibt keinen Markt für vergoldete Zahn­ bürsten. (lacht) Es ging auch nicht wirklich um den Wert. Die skurrilsten Fälle sind diejenigen, bei denen vordergründig um Gegenstände gestritten wird. Tatsächlich geht es aber häufig darum, Macht auszuüben und seinen Willen durchzusetzen. Lange wurden in der Schweiz 50 Prozent aller Ehen geschieden, seit ein paar ­Jahren sind es nur noch rund ein Drittel. Wieso hat sich das verändert? Es gibt nicht weniger Scheidungen, das Bundesamt für Statistik hat bloss seine Erfassungsmethode geändert. In der Schweiz wird immer noch jede zweite Ehe geschieden. Wie steht die Schweiz bezüglich dieser Scheidungsrate international da? Grundsätzlich ist die Scheidungsrate in den Ländern höher, in denen es den Menschen wirtschaftlich besser geht. In den industria­ lisierten Ländern ist man nicht gezwungen zusammenzubleiben, weil man sonst finanziell nicht durchkommt oder von der Gesellschaft geächtet wird. Ergibt die Institution Ehe bei einer Erfolgsquote von 50 Prozent Sinn? Aus rechtlicher Sicht schon, vor allem wenn man Kinder hat und die Betreuungs­ anteile sehr unterschiedlich gewählt ­werden. Die Ehe bietet rechtliche Ab­sicherungen, die ein Konkubinats­verhältnis nicht garantiert.   Und wenn man keine Kinder hat? Auch erbrechtlich macht die Ehe im Mo­ ment noch Sinn. Beerbt man seinen Konku­ binatspartner, ist man kaum bessergestellt als der Nachbar, sollte er ihn beerben: Man zahlt hohe Erbschaftssteuern, und der Pflichtteil der Kinder ist grösser. Beerbt man hingegen als Ehepartner den Verstorbenen, ist man wie die Kinder von der Erbschafts­ steuer befreit. Auch sozialversicherungs­ rechtlich bringt die Ehe Vorteile.

Eine Scheidung ist heute gesellschaftlich akzeptiert. Sind die Prozesse einfacher ­geworden, geht es schneller? Überhaupt nicht. Die Dauer eines Schei­ dungsverfahrens hängt primär davon ab, wie verletzt die Betroffenen sind, wie weit sie im Prozess der Loslösung sind. Es gibt Men­ schen, die den anderen nicht loslassen wol­ len oder können, obwohl sie getrennt leben. Auch die Bereitschaft zu kämpfen, spielt eine Rolle. Manche kämpfen für etwas, das sie als gerechte Lösung empfinden, anderen ist es wichtiger, den Frieden zu finden, auch wenn sie finanziell Federn lassen müssen. In den letzten Jahren gab es verschiedene Änderungen im Familienrecht (siehe Box). Wie beurteilen Sie diese? Im Vergleich zur sonstigen Rechtsprechung ist in kurzer Zeit sehr viel passiert. Die ­Änderungen der Gesetze sind oftmals eine

«Manche kämpfen für etwas, das sie als gerechte Lösung empfinden, anderen ist es wichtiger, den Frieden zu finden.» Christine Pappert, Scheidungsanwältin

Angleichung an gesellschaftliche Realitäten. Beim kürzlich erlassenen Entscheid des Bundesgerichts gibt es aber noch Hürden: Häufig arbeiten heute beide Eltern, aber es gibt nicht genügend externe Betreuungs­ plätze – oder sie sind sehr teuer. Und soll der hauptbetreuende Elternteil zu 50 Prozent arbeiten, wenn das Kind im Kindergarten ist, bräuchte er ja eine Stelle, bei der er sein Pensum auf fünf Morgen verteilen kann. Das ist selten möglich – da müssen sich Gesellschaft, Schulsystem und Arbeitsmarkt noch weiter anpassen. Was halten Sie von der Idee einer Ehe auf Zeit? Die ohne gegenseitige Bestätigung nach einigen Jahren ausläuft? Das finde ich jetzt nicht ganz so sexy. Bei der Ehe geht es auch um Vertrauen auf eine ­gewisse Absicherung, auch rechtlich. Und wenn ich mich fünf Jahre darauf einstelle, aber dann plötzlich automatisch – wenn der eine nicht mehr will – alles vorbei ist, keine Absicherung mehr da ist, widerspricht dies dem Vertrauen in etwas Nachhaltiges, das die Eheschliessung geprägt hat. Auf einer Skala von eins bis zehn: Wie romantisch sind Sie? (lacht) Jetzt werde ich rot. Sagen wir es so: Ich bin sicher nicht unromantisch. Also nichts unter sechs, sicher nicht.

Hat es mit Ihrem Beruf zu tun, dass Sie nicht verheiratet sind? Ich müsste mal darüber nachdenken, warum ich nicht verheiratet bin. Das wäre ein gutes Thema für die nächsten Ferien. Aber ich kann mit Bestimmtheit sagen, dass mein ­Beruf nichts damit zu tun hat. Ich habe ­dadurch nicht den Glauben an die Ehe ver­ loren. Immerhin klappt es ja bei 50 Prozent. Sie wissen sehr viel darüber, weshalb ­Beziehungen auseinandergehen. Ihr ­Rezept für dauerhaftes Glück? Es klingt zwar nach Binsenwahrheit, aber man muss miteinander im Gespräch bleiben. Sich nicht davor scheuen, es zu thematisie­ ren, wenn sich im Lauf der Zeit die e­ igenen Interessen verschieben. Wenn man merkt, dass man sich verändert – und ich meine ­damit nicht den stetig wachsenden Bauch­ umfang –, dann sollte man dies dem anderen ­mitteilen, damit er entscheiden kann, ob der gemeinsame Weg für ihn noch stimmt. MM

Familienrecht

Die wichtigsten Änderungen der letzten Jahre 1. Juli 2014 Das gemeinsame Sorgerecht wird als Regelfall im Gesetz verankert. Nach einer Scheidung behalten also beide Eltern das Sorgerecht über ihre Kinder. 1. Januar 2017 Kinder von unverheirateten Paaren werden finanziell Kindern von ver­heirateten Paaren gleichgestellt. Der ­Betreuungsunterhalt wird eingeführt. 1. Januar 2017 Die alternierende Obhut wird im Gesetz eingeführt: Sie muss als Möglichkeit geprüft werden, wenn ein Elternteil oder das Kind dies verlangt. Das Gericht oder die Kesb ordnet die alternierende Obhut an, wenn sie dem Wohle des Kindes am besten Rechnung trägt. Das Kind lebt dann bei ­beiden Eltern und zwar nahezu gleichmässig aufgeteilt. Also 50/50 oder 40/60. 21. September 2018 Die 10-16-Regel wird vom Bundesgericht aufgegeben. Sie besagte, dass der Elternteil, der vor der Scheidung für die Kinderbetreuung (haupt-)verantwortlich war, erst arbeiten musste, wenn das jüngste Kind zehn Jahre alt ist, und dann nur zu 50 Prozent. Erst wenn dieses Kind 16 ist, sei eine Vollzeitarbeit wieder zumutbar. Neu gilt 50 Prozent zu arbeiten als zumutbar, sobald das jüngste Kind in den Kindergarten kommt, 80 Prozent beim Oberstufeneintritt und 100 Prozent, wenn es 16 Jahre alt ist. Von ­dieser Richtlinie kann abgewichen werden.


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1. Tag Schweiz–Paris Bahnfahrt nach Basel und im TGV nach Paris. Transfer und Einschiffung. 2. Tag La Roche-Guyon Rundgang(1) zum Schloss La Roche-Guyon. Nachmittags gemütliche Fahrt auf der Seine Richtung Ärmelkanal. 3. Tag Le Havre Busflug(1) nach Le Havre und zum Hafenstädtchen Honfleur. Ausflug(1) ins Seebad Etrétat zu den bekannten Kreidefelsen. 4. Tag Le Havre–Caudebec–Rouen Ausflug(1) «Strasse der Klöster» mit St. Wandrille und Jumièges. Fahrt nach Rouen und Stadtrundgang(2) am Abend. 5. Tag Rouen–Les Andelys–Vernon In Les Andelys Zeit zur freien Verfügung für eigene Erkundungen. Weiterfahrt nach Vernon. Ausflug(1) nach Giverny zu Claude Monets Haus und Garten. 6. Tag Conflans-Ste-Honorine–Paris Ausflug(3) zum imposanten, barocken Schloss Chantilly. 7. Tag Paris Rundfahrt(1) durch die Stadt der Liebe. Am Nachmittag Zeit zur freien Verfügung. 8. Tag Paris–Schweiz Ausschiffung und Rückfahrt im TGV nach Basel. Bahnfahrt zu Ihrem Wohnort. Reisedaten 2019 Es het solangs het Rabatt 20.04.–27.04. 400 (4) 25.05.–01.06. 27.04.–04.05. 400 (4)

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Migros-Welt MM43

530 000 Zahl der Woche

Teilnehmerrekord bei Slowup: Über 530 000 Personen haben dieses Jahr an den motorfreien Erlebnistagen teilgenommen. Sie waren zu Fuss, auf dem Velo oder mit Inlineskates unterwegs.

Migros-Besitzerin

«Bei Chocolat Frey haben wir schon selbst Schokolade gegossen» Was schätzen Sie an der Migros? Ich mag die Produkte von Alnatura sehr und finde Bioprodukte generell gut. Auch die Schokolade von Chocolat Frey mag ich sehr. Wir waren mit den Kin­ dern auch schon im Besucherzentrum von Chocolat Frey hier in Buchs und haben selbst Schokolade gegossen. Gibt es etwas, das Sie an der Migros stört? Nein, eigentlich nicht. In kleine­ ren Filialen ist die Ladenein­ richtung manchmal etwas alt­ modisch. Da fehlt teilweise ein wenig das Flair. Haben Sie eine besondere Migros-Erinnerung? Die Glace mit dem Seehund drauf. Die haben wir früher schon immer gekauft. Und der bekannte Migros-IceTea, den kaufe ich auch heute noch. Seit wann sind Sie denn Migros-­ Genossenschafterin? Hm, das weiss ich gar nicht mehr genau. Wahrscheinlich seit etwa 15 Jahren. MM

Name: Alena Rotondo (35) Wohnort: Lenzburg AG Tätigkeit: Mutter Lieblingsprodukt: Cornatur Nuggets

Neuheit

Bild: René Ruis

Black Angus aus der Schweiz Das weltweit bekannte Fleisch vom Black-­ Angus-Rind ist jetzt auch aus nachhaltiger Schweizer Produktion erhältlich. «Swiss Black Angus» von «TerraSuisse»-Betrieben steht für höchste Standards in Bezug auf Tierwohl, ­Qualität und Nachhaltigkeit. Die Kälber wachsen bei ihren Müttern in der Herde auf und ­entwickeln dank natürlicher Fütterung

ein ­fein­faseriges und b ­ esonders aromatisches Fleisch, das Gourmets unbeschreiblichen Genuss beschert. Zur Einführung der «Swiss Black Angus»-­Spezialitäten in vielen Supermärkten der Migros Aare gibt es zu ausgewählten Produkten Sammel­kleber für Geniesserprämien. Mehr von der Migros Aare ab Seite 73


34  MM43, 22.10.2018 | MIGROS-WELT

Frage der Woche

Social Shopping

Stimmt es, dass die Migros früher eigene Taxis hatte?

«Amigos» jetzt mit allen Aktionen Menschen kaufen für Menschen ein, das ist das Prinzip von «Amigos». Seit rund sechs Monaten gibt es die SocialShopping-­Plattform der Migros. Neu sind auf «Amigos» auch alle Aktionen verfügbar. Die «Besteller» wählen online ihre Produkte, ein «Bringer» in ihrer Nähe liefert die Einkäufe noch am selben Tag. Einen Mindestbestellwert gibt es nicht. Bei der ersten Lieferung übernimmt die Migros die Liefergebühr. Dazu gibts 10 Prozent Rabatt auf den Einkauf (Rabattcode: Welcome2018). Derzeit läuft noch die Testphase, das Angebot ist in den Regionen Bern und Zürich verfügbar.

Tatsächlich baute Firmengründer Gottlieb Duttweiler Anfang der 50er-Jahre in Zürich eine Taxiflotte auf, die schliesslich rund 40 Autos umfasste. Die blau-gelben Wagen fuhren zu einem ungewöhnlich günstigen Tarif. Duttweiler wollte er­ reichen, dass sich auch «der kleine Mann» ein Taxi leisten konnte. Dank der Initiative sanken die Tarife in Zürich generell um 30 Prozent. Die Migros zog sich später wieder aus dem Taxigewerbe zurück und verkaufte ihre Autos.  MM

Mehr Infos: www.amigos.ch

Blickfang

Disneys kleine Helfer «Mickey und seine Freunde helfen Gian auf der Baustelle.» Daniela Hardegger, Gams SG

Schicken Sie uns Ihr Migros-Bild und gewin­nen Sie einen Einkaufs­ gutschein im Wert von 50 Franken. Wenn auf Ihrem Foto ein Migros-­ Zusammenhang zu er­ kennen ist, sind Sie dabei. Hochladen: www.migmag.ch/blickfang

Preisbarometer

Aktuelle Preisänderungen

Haben Sie eine Frage?

Wegen gestiegener Kosten für Rohstoffe und Verpackungsmaterial

Kontaktieren Sie uns! M-Infoline, der Kundendienst der Migros, erreichbar ­unter 0800 84 0848, oder www.migros.ch/ kundendienst

Anrufe auf die oben ­genannte Nummer sind gratis.

Ausgewählte Produkte

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Bilder: Thomas Kunz, zVg (2)

Telefonisch erreichbar Montag bis Freitag: 8.00–18.00 Uhr, Samstag: 8.30–16.30 Uhr

muss die Migros die Preise verschiedener Waschmittel erhöhen. Gestiegene Logistikkosten führen zu höheren Preisen bei einigen Alnatura-Produkten.


MIGROS-WELT | MM43, 22.10.2018  35

Digitec Galaxus

Jetzt packt «Packy» Im Zentrallager der MigrosTochter Digitec Galaxus in Wohlen AG werden täglich bis zu 27 000 Bestellungen abgewickelt. Neueste Mit­ar­ beiter sind zwei Verpackungsmaschinen des Typs CW1000, von den Mitarbeitern liebevoll «Packy McPackface» genannt. «Diese Maschinen sind nötig, weil wir so schnell wachsen. Allein im vergangenen Jahr hatten wir fast 20 Prozent mehr Bestellungen», heisst es beim grössten Onlinehändler der Schweiz. Eine der zwei neuen Verpackungsmaschinen im Zentrallager von Digitec Galaxus.

Die Maschine misst die Dimen­ sionen der bestellten Waren und schneidet, faltet und klebt die Kartonver­packung passgenau zurecht. Dank dieser Mass­arbeit braucht man bei kein Füll­ material mehr. Nur Sammelbestellungen mit mehr als vier Artikeln, zerbrechliche oder andere empfindliche Produkte verpackt Digitec Galaxus weiterhin von Hand. Die teils meterlangen Plastik­luft­schlan­ gen in den Paketen von Digitec und Galaxus verschwinden also noch nicht ganz.

Ein «Packy» verpackt ungefähr 700 Bestellungen pro Stunde.

Mehr Infos: www.digitec.ch

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Rentierausflug An kaum einem anderen Ort der Welt können Sie das Naturspektakel Aurora Borealis besser bewundern als in Tromsö. Tromsö ist die grösste Stadt von Nordnorwegen und wird auch als Paris des Nordens bezeichnet. Sie bietet neben den Nordlichtern auch reichlich Geschichte und ist umgeben von Fjorden, Inseln und Bergen. 1. Tag: Zürich – Tromsö Direktflug von Zürich nach Tromsö. Während einer Stadtrundfahrt sehen Sie unter anderem die überaus imposante Eismeerkathedrale – ihre Dachschrägen wirken wie aufgeschichtete Eisplatten. 2. Tag: Rentiersafari Der Ausflug führt Sie in ein Rentiercamp. Sie schlüpfen in warme Thermokleidung und können bei einer entspannten Rentierfahrt die wunderschöne Gegend geniessen. Nach der Fahrt tauchen Sie in die samische Kultur ein. Begleitet von traditionellen Geschichten kommen Sie in den Genuss eines typischen Essens

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Schneeschuhtour (Mindestteilnehmerzahl 20 Pers.). Am Abend können Sie optional an einer Nordlichttour teilnehmen, welche bis um ca. 1 Uhr dauert. 3. Tag: Freier Tag Das multikulturelle Tromsö wartet mit vielen Museen, dem nördlichsten botanischen Garten und nicht alltäglichen Sehenswürdigkeiten auf Sie. 4. Tag: Freier Tag oder Fjordkreuzfahrt Gestalten Sie Ihren freien Tag nach Belieben und entdecken Sie auf eigene Faust z. B. das Polarmuseum. Sie haben auch die Möglichkeit, an einer Fjordkreuzfahrt teilzunehmen. Vom Wasser aus haben Sie einen tollen Blick auf die Stadt und die nahegelegenen Fjorde. An Bord werden Waffeln und heisse Getränke serviert. 5. Tag: Schneeschuhtour Heute ziehen Sie die Schneeschuhe an, welche Sie erhalten und machen sich auf eine leichte Wanderung durch die winterliche Landschaft. Während der Tour stärken Sie sich mit heissem

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Kaffee und einem Lefse, einem leckeren norwegischen Kuchen. 6. Tag: Freier Tag Gestalten Sie Ihren Tag in Eigenregie. 7. Tag: Freier Tag oder Nordlicht Dinnercruise Tag zur freien Verfügung. Sie können optional unsere Dinner Cruise buchen. Sie gehen an Bord eines Bootes, von wo Sie während der Fahrt das einmalige Farbenspiel am Himmel geniessen können. Begleitet wird das Spektakel von einem norwegischen Abendessen.

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MIGROS-WELT | MM43, 22.10.2018  37

Verpackungen

Immer weniger Plastik Die Abfallmenge soll ständig schrumpfen. Darum verwendet die Migros für die Verpackung von Obst und Gemüse

möglichst wenig Plastik. Text: Michael West

Kleber statt Plastikhülle Die Schweizer Bioverordnung lässt keinen Zweifel: Früchte und Gemüse in Bioqualität müssen im Laden klar gekennzeichnet sein. Ob es nun Äpfel, Peperoni, Gurken, ­Ananas oder Mangos sind – Kundinnen und Kunden sollen beim Einkaufen erkennen, ob es sich um Produkte aus biologischem ­Anbau oder aus konventioneller Produktion handelt. Traditionell wurden solche Früchte und Gemüse im Detailhandel deshalb oft in Plastik eingeschweisst. Die Migros geht seit einiger Zeit neue Wege, um die Menge an Kunststoff zu vermindern. Sie kennzeichnet Obst und Gemüse aus Biolandbau mit Klebern oder Banderolen. So sind sie für die Konsumenten klar erkennbar, und es wird deutlich w ­ eniger Plastik verwendet.

Bild: Fotostudio MGB

Beutel, die etwas aushalten Früher füllten die Kunden Gemüse und Früchte im Offenverkauf in Wegwerfbeutel aus dünnem Plastik ab. Im April 2017 führte die Migros als erste Schweizer Detailhänd­ lerin wiederverwendbare Veggie Bags ein. Sie sind robust, bestehen zu hundert Prozent aus schadstofffreiem Polyester und lassen sich sogar bei 30 Grad in der Maschine ­waschen. Wird der Veggie Bag mehr als sechs Mal ­verwendet, so zahlt sich dies bereits für die Umwelt aus: Er ist dann ökologischer als ein Wegwerfbeutel.

Clevere Verpackungen Die Verpackungsingenieure der Migros tüfteln ständig an neuen Lösungen, um Hüllen aus weniger Plastik zu entwickeln. Das erfordert clevere Lösungen und Präzision. Denn manchmal lässt sich die Wanddicke ­einer Verpackung nur um Bruch­ teile eines Millimeters vermindern, weil sie sonst zu w ­ enig reissfest wäre und das Produkt nicht mehr zuverlässig schützen würde. Wie viel einige Mikrometer bewirken können, zeigt das Beispiel Kartoffeln: Die Migros hat die Foliendicke ihrer Beutel um zehn Prozent vermindert; allein dank dieser Massnahme lassen sich pro Jahr rund 20 Tonnen Material einsparen. Auch bei anderen Beutelprodukten hat sie die Folien­ dicke reduziert oder wird dies noch tun. Die Migros sucht nicht nur bei Bioprodukten, sondern auch bei konventionellen Artikeln nach neuen Verpackungslösungen. Dies ist wichtig, weil Lebensmittel aus herkömm­ licher Produktion in grösseren Mengen verkauft werden. Entsprechend gross ist der Nutzen optimierter Verpackungen für die Umwelt.

Biofrüchte ohne Plastikhülle – stattdessen sind sie mit Klebern und ­Banderolen ­gekennzeichnet.

Flaschen werden Schalen Für die Kehrichtverbrennung sind Flaschen aus PET zu schade; sie lassen sich wiederver­ werten und zu neuen Produkten verarbeiten. So füllt der M-Industriebetrieb Aproz sein Mineralwasser in Flaschen ab, die bis zu 50 Prozent aus PET-Rezyklat bestehen. Ein weiteres Beispiel sind Schalen, mit denen die Migros Lebensmittel wie Beeren und Cherrytomaten schützt. Diese Verpackungen sind teilweise sogar bis zu 80 Prozent aus Rezyklat ­gemacht. Auch sonst setzt die ­Migros auf Hüllen aus wiederverwertetem Kunststoff und entlastet so die Umwelt.  MM


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MIGROS-WELT | MM43, 22.10.2018  39

Neuheit

Heuschrecken und Co. enthalten wertvolle Nährstoffe und können variantenreich zubereitet werden.

Insekten bei der Migros Rezeptideen: Kochen mit Insekten www.migusto.ch/ insekten

Food-Trend

Insekten auf dem Speiseplan

Die Migros bringt als erste Detailhändlerin der Schweiz pure, unverarbeitete Insekten in den Verkauf. Doch ist das tatsächlich ein Bedürfnis der Schweizer Konsumenten? Das Migros-Magazin hat beim Produktverantwortlichen nachgefragt.

Bilder: Désirée Good, Roger Hofstetter

Text: Reto Vogt

Marcel Oswald, warum ein Mal pro Jahr Insekten verkauft die Migros esskaufen. bare Insekten? Wir setzen uns dafür ein, Weshalb sollte ein Kunde auch in Zukunft genügend zu Mehlwürmern statt Lebensmittel für alle beeiner Packung Schinkenreitstellen zu können. würfeli greifen? Deshalb ist es wichtig, umEinerseits ist es spannend, welt- und ressourcenschoNeues auszuprobieren. nend zu produzieren und Andererseits bieten die Marcel Oswald das Wohl von Mensch und ist Sortimentsver­ Insekten gesundheitliche Tier im Fokus zu behalten. antwortlicher Vorteile. Und es ist prakGleichzeitig wollen wir tisch, eine kleine Protein­Kon­serven beim neue, exotische GeMigros-Genossen­ reserve im Schrank zu schmackserlebnisse schaf- schafts-Bund. haben, die ungekühlt fen, die gesund und belange haltbar ist. zahlbar sind. Das sind viele Anforderungen, denen die Insekten ziemlich Viele Leute ekeln sich vor Insekgut entsprechen. ten. Sie könnten es der Migros übelnehmen, wenn Insekten im Gibt es denn ein Kundenbedürfnis Regal auftauchen. nach Insekten? Interessanterweise ist der Ekel bei Unsere repräsentative MarktforKindern fast gar nicht vorhanden – schung zeigt, dass jeder neunte sie sind bereit, Neues auszuprobieSchweizer bereits Insekten probiert ren. Der Ekel findet im Kopf statt, hat. Knapp die Hälfte der Bevölkeweil uns immer wieder gesagt rung würde zumindest einmal Insek- wurde, was gut ist und was nicht. ten probieren, und rund ein Fünftel Bei der Befragung ist herausgekomaller Befragten würde mindestens men, dass sich ältere Damen eher

ekeln als jüngere und Männer generell etwas offener sind. Da die Insekten bei uns im Ethnic-Food-Regal stehen, richten wir uns an Kundengruppen, die generell neugierig sind. Personen, die es stören würde, wenn die Migros so etwas verkauft, besuchen diesen Bereich wenn überhaupt sehr selten. Inwiefern eignen sich Insekten als Fleischersatz? Sie eignen sich erstens punkto Nachhaltigkeit: Insekten benötigen massiv weniger Futter, Wasser und Platz. Zudem produzieren sie so gut wie gar keine Treibhausgase. Zweitens punkto Nährstoffe: Sie sind sehr nährstoffreich und enthalten viel Eiweiss, wertvolle ungesättigte Fettsäuren, wichtige Mineralstoffe und Vitamine. Und drittens punkto vegetarischer oder veganer Ernährung: Ob sie in diesem Zusammenhang gegessen werden können, hängt von der persönlichen Meinung ab. In der Schweizer Gesetz­gebung gelten Insekten auf jeden Fall nicht als Tier. MM

Unter der Marke Mi Bugs bietet die Migros Speiseinsek­ ten an. Die Mehl­ würmer, Grillen und Heuschrecken sind in verbrauchs­ fertigen gefrierge­ trockneten Por­ tionen erhältlich und werden in grös­ seren Filialen und schweizweit auf www.leshop.ch angeboten. Im wiederverschliess­ baren Beutel sind sie lange haltbar. Die Klubschule Mi­ gros bietet zudem Insektenkoch­ kurse an. Damit die Menüs auch zu Hause gelingen, er­ halten Teilnehmen­ de das Kochbuch «Köst­liche Insek­ ten» als Geschenk (solange Vorrat). Kaufpreis auf www. exlibris.ch Fr. 23.90


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MIGROS-WELT | MM43, 22.10.2018  41

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Eine helle Freude

Alle Infos rund um die Räbeliechtli-Saison: www.famigros.ch

Bald sind sie wieder zu sehen, die hüpfenden Lichter – es ist Räbeliechtli-Zeit: Die Jüngsten tragen selbstgeschnitzte, kleine Kunstwerke durch die nächtlichen Strassen. Mit folgender Anleitung gelingen die Laternen kinderleicht. Text: Natalie Kramer  llustrationen: Rebekka Heeb

1

Mit einem Lino-Schnitzer vier Doppel-Linien von oben nach unten ziehen.

2

Bild: ​Keystone; Quelle: www.schaeresteipapier.ch

Im Feld dazwischen sternförmigen Keks-Ausstecher vorsichtig in die Räbe ­drücken und mit einem Sackmesser herausziehen.

Nach weiteren Verzierungen mit einem grossen Messer einen Deckel abschneiden und in diesen mit einem blumenförmigen Keksausstecher ein Loch stechen.

3

Räbeliechtli sind ein schöner Brauch, und das Räbenschnitzen macht Spass.

Mit einem Kugelausstecher die ganze Räbe aushöhlen und den Rand mit dem Sackmesser begradigen.

4

Deckel auf die Räbe legen und für die Schnüre an drei Stellen in der Räbe und im darüberliegenden Deckel mit Zahnstochern Löcher bohren.

5

Drei 60 cm lange Schnüre zuschneiden. Die Häkel­ nadel von aussen durch das Loch in die Räbe stecken. Die Schnur durchs Loch ziehen und ver­ knoten. Bei den anderen Löchern wiederholen.

6

Die Häkelnadel von oben durch das Loch im Deckel stecken, Schnur durchziehen. Die Schnüre verknoten. Drei Zahnstocher in der Mitte knicken, als Halterung für das Teelicht in den Räbenboden stecken.

7


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Tag 1 Zürich–Hamburg–Kiel Flug Zürich - Hamburg & Transfer. Um 19 Uhr legt die MSC Meraviglia ab. Tag 2 Kopenhagen/Dänemark Starten Sie Ihre Stadterkundung auf der Flaniermeile Nyhavn. 8–18 Uhr. Tag 3 An Bord Tag 4 Helsinki/Finnland Die «weisse Stadt am Meer». 12–18 Uhr. Tag 5 St. Petersburg/Russlandº St. Petersburg gilt als eine der schönsten Städte der Welt. 7–21 Uhr. Tag 6 Tallinn/Estland Lassen Sie sich von der Hauptstadt Estlands verzaubern. 9–18 Uhr. Tag 7 An Bord Tag 8 Kiel > Hamburg/Schweiz Transfer nach Hamburg und Rückflug in die Schweiz.

Tag 1 Schweiz > Hamburg–Kiel Flug Zürich - Hamburg & Transfer. Um 19 Uhr legt die MSC Meraviglia ab. Tag 2 Kopenhagen/Dänemark Starten Sie Ihre Stadterkundung auf der Flaniermeile Nyhavn. 8–18 Uhr. Tag 3 An Bord Tag 4 Hellesylt/Norwegen Hier finden Sie den «schönsten Fjord der Welt». 7–17 Uhr. Tag 5 Flaam/Norwegen Sie werden die schöne Landschaften rund um Stavanger lieben. 8–18 Uhr. Tag 6 Stavanger/Norwegen Stavangar ist vor allem für den Lysefjord bekannt. 12–21 Uhr. Tag 7 An Bord Tag 8 Kiel > Hamburg/Schweiz Transfer nach Hamburg und Rückflug in die Schweiz.

• Abreisen 15.06.-31.08 • Auftragspauschale pro Person • Alleinbenützung alle Kategorien

Abreise 20.07. Tag 4 Tallinn, Tag 6 Kotka Abreise 03.08. Tag 4 Tallinn, Tag 6 Helsinki Abreise 17.08, Tag 4 Tallinn, Tag 6 St. Petersburg

Jetzt bestellen: Katalog «MSC Kreuzfahrten 2018–2020»!

° Landgang St. Petersburg nur bei Ausflugsteilnahme oder mit russischem Einzelvisum möglich (Russisches Einzelvisum ist nur auf Anfrage erhältlich).

Abreisen 18.05 und 24.08. Tag 6 Haugesund Abreise 29.06, Tag 5 Molde, Tag 6 Flaam Abreise 13.07, Tag 4 Olden Abreise 10.08, Tag 4 Alesund, Tag 5 Hellesylt, Tag 6 Flaam

130.- 570.– 20.– auf Anfrage

Unsere Leistungen • Flüge mit Swiss Zürich–Hamburg–Zürich • Transfers gemäss Programm • Kreuzfahrt mit Vollpension an Bord • Galadinner, Bordveranstaltungen • Deutschsprachige Bordreiseleitung der Reederei Nicht inbegriffen • Persönliche Auslagen, Getränke und Landausflüge • Trinkgeld (ca. EUR 10.– p.P./Nacht) • Serviceentgelt von 15% auf Dienstleistungen Was Sie noch wissen müssen Schweizer Bürger benötigen einen gültigen Reisepass, welcher mindestens 6 Monate über das Rückreisedatum gültig sein muss. Mehr zu Ihrem Schiff www.mittelthurgau.ch/rund-ums-reisen/ schiffsflotte

Programmänderungen vorbehalten.

AKTIONEN

0 rten 2018 –202 MSC Kreuzfah

Die MSC Meraviglia, eines der grössten und innovativsten Schiffe das je von einer europäischen Reederei gebaut wurde. Sie ist 315,30 m lang, 43 m breit und fasst 4500 Passagiere. Erleben Sie auf diesem Schiff die einzigartigen Shows des weltberühmten Cirque du Soleil. Dieses Meisterwerk bietet aussergwöhnliche Bordangebote und ein perfektes Erlebnis auf hoher See

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0800 86 26 85 · www.mittelthurgau.ch

Reisebüro Mittelthurgau Fluss- und Kreuzfahrten AG · Oberfeldstr. 19 · 8570 Weinfelden · Tel. +41 71 626 85 85 · info@mittelthurgau.ch

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MIGROS-WELT | MM43, 22.10.2018  43

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Tipp Den LupinenSchmelz in Scheiben à ca. 5 mm schneiden und im Racletteofen schmelzen. Auf ­gekochte Kartoffel­ scheiben gleiten ­lassen. Nach Belieben mit Zwiebelringen, eingel­egten, halb­ getrockneten Cherry­ tomaten und Cor­ni­ chons anrichten. Mit Salz, Pfeffer, Paprika und etwas geriebener Muskatnuss würzen.

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MIGROS-WELT | MM43, 22.10.2018  45

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Aschenputtels Kürbis verwandelt sich im Märchen in eine prunkvolle Kutsche. Wir zeigen zu ­Halloween, wie man aus einem Kürbis märchenhaft feine (Zimt-)Schnecken zaubert. Text: Daniel Tinembart, Claudia Schmidt Bilder: Daniel Aeschlimann Rezept: Daniel Tinembart

Herausnehmen und sammeln!

Kürbisrezept kochen und FoodReise gewinnen! Details auf migusto.ch/ kuerbis-wettbeweRb

Das Kochmagazin der Migros Für Clubmitglieder gratis per Post. Jetzt anmelden: www.migusto.ch

Ob Butternuss oder Oranger Knirps: Für Zimtschnecken eignen sich beide Sorten.


46  MM43, 22.10.2018 | MIGROS-WELT Step-by-step

Kürbis-Zimt-Schnecken    1

Für den Teig Hefe und Milch mit etwas Mehl verrühren. 20 Minuten an einem warmen Ort aufgehen lassen. Restliches Mehl und Salz in ­einer Schüssel mischen. In der Mitte eine Mulde formen. Zucker, Ei und Hefeteigmischung bei­ geben. Ca. 5 Minuten zu einem elastischen Teig kneten. Zugedeckt bei Zimmertemperatur ca. 60 Minuten aufgehen lassen.

5

Schnecken in der Ofenmitte ca. 20 Minuten backen. Schnecken aus dem Ofen nehmen und aus den Formen stürzen. Noch warm mit Quittengelee bestreichen und mit restlichem Zimtzucker bestreuen.

2

Inzwischen Kürbis in ca. 3 cm grosse Würfel schneiden. In wenig Wasser ca. 15 Minuten weichkochen. Wasser abgiessen. Kürbis fein pürieren und auskühlen lassen. Zimt und Zucker mischen. Die Hälfte davon unter das Kürbis­ püree rühren.

3

Hefeteig rechteckig ca. 0,5 cm dick auswallen. Kürbismasse darauf verteilen, Teigrand frei­ lassen. Formen ausbuttern.


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MIGROS-WELT | MM43, 22.10.2018  59

Profi-Tipp

Fast wie Marzipan Zutaten für 12 Schnecken

4

600 g Kürbis, gerüstet, gewogen, z. B. Knirps (ungeschält) oder Butternuss (geschält) 3 TL Zimt 80 g Zucker 2 EL Quittengelee Butter für die Form Mehl zum Auswallen

Hefeteig: 20 g Hefe 3 dl Milch, lauwarm 520 g Mehl ½ TL Salz 80 g Zucker 1 Ei

Teig der Länge nach aufrollen und in ca. 3 cm dicke Schnecken schneiden. Schnecken in die Formen legen. Erneut ca. 60 Minuten auf­ gehen lassen. Backofen auf 180 °C vorheizen.

Der Orange Knirps lässt sich ungeschält verwenden. Kommt jedoch ein ­Butternusskürbis zum ­Einsatz, sollte man diesen unbedingt schälen, weil das Kürbispüree sehr fein sein muss.

Daniel Tinembart, Rezeptautor

Für Marzipanliebhaber eignet sich dieses Rezept besonders. Mich erinnert der Geschmack der Kürbisfüllung aufgrund des nussigen Aromas des Kürbis und des Zuckers sehr an Marzipan, einfach etwas saftiger. Für die Füllung habe ich einen Orangenen Knirps verwendet, weil es bequemer und zeitsparend ist, wenn der Kürbis nicht geschält werden muss. Wer nicht genügend einzelne Formen hat, kann die Hefeteig­ schnecken auch in Muffin­ formen backen. Dafür den Teig länglicher auswallen, sodass die Teig-Kürbis-Rolle etwas dünner ausfällt. So bekommt man circa 16 Schnecken, die kleiner sind. Die Backzeit verkürzt sich dann um 1–2 Minuten. Aus dem Teig lassen sich auch zwei kleinere Stücke auswallen, die man auf gleiche Weise mit der Kürbisfüllung bestreicht und aufrollt. Aus den beiden Strängen lässt sich ein Zopf flechten. Der Zopf benötigt im Ofen dann circa 25 Minuten (eventuell nach 20 Minuten abdecken). MM

Viele weitere kochtipps Zu Kürbissen jetzt auf

migusto.ch Birnen-Kürbis-Kuchen: www.migusto.ch/birnen-kuerbis-kuchen Kürbis-Hackfleisch-Pie: www.migusto.ch/kuerbispie Kürbis-Schoggi-Kuchen: www.migusto.ch/kuerbis-schoggikuchen


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MIGROS-WELT | MM43, 22.10.2018  61

Cathedral City

Cheese, please Was man in der Schweiz schon lange pflegt, halten auch die Briten hoch: die Käsetradition. Den ­beliebten Cheddar aus Cornwall von Cathedral City gibt es in der Migros neu auch in praktischen ­Snackportionen – in den Varianten reifer Cheddar, Red Leicester und D ­ ouble Gloucester. Ein Cheddar zeichnet sich neben seiner orangenen Farbe auch durch die cremige Konsistenz und den würzigen G ­ eschmack aus. Der markante orange-rote ­Hartkäse Red Leicester etwa ist ein Hingucker mit unverwechselbarem Gout. Der Cathedral-City-Käse wird nach alter Tradition aus Milch von Bauernhöfen aus dem grünen Südwesten Englands hergestellt.

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Bild: Christine Benz; Styling: Vera Guala

Cathedral City ­Selection, 14 Stück, 168 g* Fr. 4.90

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* in grösseren Filialen


62  MM43, 22.10.2018 | MIGROS-WELT

Von uns. Von hier.

M-Industrie

Hier entsteht der Kult-Ice-Tea 1909 wurde die ­Bischofszell ­Nahrungsmittel AG (Bina) gegründet. Hergestellt wurden ­damals Dörrfrüchte und andere Trocken­ produkte. Bald folgten Erbsenkonserven und Kondensmilch.

Mixen Sie mit! Weil die Migros den Leuten gehört, werden Kundinnen und Kunden zu Produktentwicklern. Auf IceTeaBeats.ch, präsentiert von Migipedia, reichen sie Geschmacksvorschläge für den neuen Migros-Ice-Tea ein. Von Kaffee über Rosenblätter bis zur Drachenfrucht: Die Liste der möglichen Zutaten ist lang. Text: Melanie Michael  Bilder: Joshua Amissah

Jérôme (19), Andel­fingen ZH Meine Geschmackskombi : Mate mit Holunder, Minze, Z ­ itrone und Rhabarber Meine Namens­kreation: Avventura

Seit 1945 ist das ­Unternehmen Teil der ­Migros-Industrie.

«Holunder erinnert mich an meine Grosseltern: Wenn ich früher bei ­ihnen zu Besuch war, bekam ich stets ­selbst­­gemachten Holunderblüten­ sirup serviert. Den M ­ ate-Tee lernte ich im Ausgang k­ ennen und lieben. Der herbe Geschmack von Mate erinnert mich an das Nachtleben. Das Ganze habe ich mit ein­fachen Zutaten wie Z ­ itrone, Minze, Rhabar­ ber und Holunder ergänzt. Ich fi ­ nde es toll, dass der Kon­figurator ein ­Video zu meiner Geschmacks­kombi generiert. Die Möglichkeit, seine ­eigene Stimme einzubringen und mitzugestalten, bedeutet für mich Freiheit und Vielfalt – zwei wichtige Bestand­teile des Lebens.»

1984 wurde der KultIce-Tea in der BrikPackung (Tetra Pak) ein­ geführt. Von keinem anderen Eis­tee wird in der Schweiz so viel ge­ trunken wie vom KultIce-Tea. Der beliebte ­Geschmack ist das Resultat einer besonde­ ren Rezeptur und eines ­speziellen Aufguss­ verfahrens. Beides ist seit über 30 Jahren unverändert. Heute gehört die Bina zu den führenden ­Herstellern von Con­ venience- und Frucht­ produkten sowie Fertig­ gerichten und Getränken für Einzelhandel, Indust­ rie, Grossverbraucher und den Export. Mehr als 1000 verschiedene Produkte werden mittlerweile im Betrieb hergestellt.

1

Konfigurator starten: Über IceTeaBeats.ch den Konfigurator aufrufen

2

Grundtee bestimmen: Eine von fünf Teesorten auswählen, zum ­Beispiel Grüntee, Mate oder Hanf

3

Zutaten hinzufügen: Aus 30 Zutaten eine bis vier auswählen, die dem Grundtee beigefügt werden

Bilder: zVg

Aus den Ideen von Jenny, Jérôme und vielen weiteren ­Teilnehmerinnen und Teilneh­ mern wird eine Sieger-Geschmacks­ kombination bestimmt. Daraus entwickeln die Bina-Experten eine neue ­Ice-Tea-Variante.


MIGROS-WELT | MM43, 22.10.2018  63

Jenny (20), Winterthur Meine Geschmackskombi: weisser Tee mit Minze, R ­ osenblättern, Passionsfrucht und ­Drachenfrucht Meine Namens­kreation: Ferme les yeux

«Minze unterstützt die Verdauung, deshalb gehört sie in meine Kombi. Rosenblätter ­riechen gut. Passions- und Drachenfrucht ­versüssen den G ­ eschmack noch ein ­wenig. Der weisse Tee macht wach und munter. Dass die Migros die ­Kunden bei einer Produkt­entwicklung ­miteinbezieht und auf ihre Wünsche eingeht, finde ich ­super.»

4

Ice-Tea-Mix benennen: Dem individuellen Eistee-Mix einen Namen geben und online einreichen

5

Videoclip abspielen: Auf IceTeaBeats.ch wird zu jedem EisteeMix ein Sound-Videoclip erstellt

Teilen: Den Videoclip herunterladen und zum Beispiel auf Instagram mit Freunden teilen


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Wer die quirligen Minions kennt, weiss, dass sie am liebsten Bananen ­essen. Doch sie mögen bestimmt auch die neuen Himbeerkaugummis der ­Migros. Die kleinen gelben ­Figürchen ­be­kunden ihre Begeisterung auf der ­Ver­packung. Der zahn­freundliche ­Kaugummi enthält n ­ atürliche Aromen und den Z ­ uckerersatzstoff Xylit, der aus Birken- und B ­ uchenrinde her­gestellt wird. Wie alle Migros-­Kau­gummis ­werden auch die M ­ inion-Gums von der Chocolat Frey AG in Buchs hergestellt.

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MIGROS-WELT | MM43, 22.10.2018  67

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Illustration: Corina Vögele

Schonende Pflege für ­trockene Haut und Haare: Die ­seifenfreie Rezeptur ­eignet sich für den täglichen ­Gebrauch.  Neu pH Balance, 2 in 1 Duschgel und ­Shampoo, mit Urea 5 %, 250 ml Fr. 4.90

24-Stunden-Schutz für sensible Haut: Die Formel bietet ­effektiven Schutz und bewahrt die Haut vor dem Austrocknen. Neu pH Balance Deo R ­ oll-on, ohne Aluminium, 50 ml Fr. 3.50

Feuchtigkeit für trockene bis sehr trockene Haut: Die Gesichtscreme hilft, Spannungsgefühlen ­vorzubeugen. Neu pH Balance Gesichts­creme, mit Urea 5 %, 75 ml Fr. 6.90


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MIGROS-WELT | MM43, 22.10.2018  69

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Ein Geschirrspüler bietet Platz für allerlei S ­ orten von Besteck, Tellern oder Schalen. Dank dem ­Extra-Trocken-Effekt des neuen «Handymatic Ultra Shine & Dry All in 1 Caps» kommt jedes ­Geschirr, vom Tupperware bis zum Keramikteller, trocken und glänzend sauber ohne Wasserflecken aus der Spülmaschine. Die praktischen Caps mit der wasserlöslichen Folie sind eine ­Kombination von Pulver und Gel und enthalten Spülglanz sowie Regeneriersalz. Die Fettlösekraft entfernt selbst hartnäckige Fettflecken.

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MIGROS-WELT | MM43, 22.10.2018  71

I am Face

Bitte schön! Entspannen und sich dabei Gutes tun. Mit den neuen Kapselmasken von I am Face geht das einfach: auspacken, auftragen und einwirken lassen. Es gibt sechs Masken, für sechs Hautbedürfnisse. Mit Tonerde und Rosenextrakt: I am Clarifying Mask Fr. 2.90

Ist die Haut ­ausgelaugt oder gestresst? Die ­neuen Masken ­bieten Erfrischung und Pflege in ­einem. Die Geleeund Creme-­ Masken während 10 bis 15 Minuten einwirken lassen und danach einmassieren oder mit einem Kosmetik­ tuch ­entfernen.

Trockene Haut oder glänzende T-Zone? Es gibt für jedes B ­ edürfnis die rich­tige Maske, die das Gesicht ­erstrahlen lässt. Die Tonerde-­Masken 10 bis 15 Minuten einwirken lassen, bis sie trocken sind. Dann wäscht man sie mit lauwarmem Wasser ab.

Mit weisser Tonerde und Helmkrautextrakt: I am Purifying Mask Fr. 2.90

Bild: Yves Roth

Mit Sheabutter und Honig: I am Nourishing Mask Fr. 2.90

Am besten die Masken ein bis zwei Mal pro Woche anwenden. Hautverträglichkeit ist ­dermatologisch bestätigt.

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Produkt der Woche

Die Christrose Die immergrüne, mehrjährige, krautige Pflanze erreicht Wuchshöhen zwischen 10 und 30 Zentimetern. Hauptblütezeit ist von Februar bis April, sie kann jedoch je nach Schnee- und Höhenlage auch schon im November beginnen bzw. im Mai enden. Die Christ­rose eignet sich für sonnige

bis halbschattige Standorte. Da sie mit Wurzeldruck zurechtkommt, kann man sie zum Unterpflanzen von Bäumen und Sträuchern verwenden. Helleborus 12 cm, Fr. 9.90 statt 12.90 Angebot gültig vom 23. 10. bis 5. 11., erhältlich in Do it + Garden-Filialen

Kundinnen und Kunden können die Box zu jeder Tagesund Nachtzeit öffnen.

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Klubschulangebot

Weniger Stress dank Achtsamkeit Die Klubschule zeigt den Weg aus der Belastungsspirale und verhilft mit gezieltem Achtsamkeitstraining zu neuer Lebensqualität. Der achtwöchige Kurs bewirkt durch das Kultivieren von Achtsamkeit einen bewussten und kon­ struktiven Umgang mit Stress. Achtsamkeit meint, mit unseren Erfahrungen in unmittelbarem Kontakt zu sein, ganz im Hier und Jetzt und ohne Wertung.

Online-Shopping

Flexibel einkaufen mit PickMup-Boxen Kundinnen und Kunden der Genossenschaft Migros Aare haben eine neue Möglichkeit, bestellte Einkäufe abzuholen. Text: Daniela Lüpold  Bild: Christa Minder

M

it der PickMup-Box können Kunden ihren täglichen Bedarf an frischen Lebensmitteln und vielen weiteren Produkten bequem zu Hause, am Arbeitsplatz oder unterwegs bestellen und sich in die Abholstation ihrer Wahl liefern lassen. «Abholen ohne Wartezeiten» ist das Motto, denn den Zeitpunkt der Ab-

holung bestimmt jeder selbst. Die PickMup-Boxen werden vorerst in einem Pilotversuch getestet. Sie stehen an den drei MigrosStand­­orten Buchs AG, Centre Brügg und Lenzburg auf dem Parkplatz zur Verfügung. Die Boxen haben verschiedene Temperatur­zonen, damit die Produkte frisch, gekühlt oder tiefgekühlt auf­bewahrt werden

können, bis sie abgeholt werden. Mittels QR-Codes oder Codes zum Eintippen können die Kundinnen und Kunden ihre Box zu jeder beliebigen Tages- und Nachtzeit öffnen. Somit entsprechen diese Boxen dem heutigen Bedürfnis nach mehr Flexibilität beim Einkaufen. MM Bestellungen und Informationen auf: www.pickmup.

Wird diese grund­ legende menschliche Fähigkeit bewusst entwickelt und verinnerlicht, bewirkt das im Gehirn Veränderungen, die sich auf die körperliche und geistige Gesundheit positiv auswirken. Lebensfreude, Ausgeglichenheit, Stressresistenz und innere Klarheit nehmen spürbar zu. Der Handlungsspielraum in schwierigen Situa­tionen vergrössert sich. 26 Lektionen kosten Fr. 700.– www.klubschule.ch Tel. 0844 844 900


74  MM43, 22.10.2018 | MIGROS-WELT

Ladedorf

Lädele am Sonntag Im Einkaufscenter Ladedorf in Langendorf SO findet am Sonntag, 28. Oktober, von 10 bis 17 Uhr der Herbst-­ Sonn­tags­verkauf statt. Im Migros-Supermarkt, im Migros-Restaurant und in den Migros-­ Fachmärkten gibt es an diesem Tag fünffache Cumulus-Punkte (ausgenommen sind Migros-fremde Produkte). Beim Glücksrad können die Kundinnen und Kunden tolle Preise gewinnen. Christian Vetsch sorgt von 11 bis 12, 13 bis 14 und 15 bis 16 Uhr für volkstümliche Unterhaltung. Und für die Kinder gibt es Kürbisschnitzen, Kinderschminken und eine Hüpfburg. Mehr Informationen: www.ladedorf.ch

Fachmarkt

Mehr Spass im Schnee

Durch Pulverschnee stieben, im Tiefschnee fahren oder carven? Skifahrerinnen und Skifahrer haben die Qual der Wahl. Die SportXX-Fachberater wissen, was es für den perfekten und sicheren Skitag braucht. Text: Pia Schüpbach


MIGROS-WELT | MM43, 22.10.2018  75

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aum liegt der erste Schnee, zieht es die Leute auf die Piste. Und damit sie für den Schneewinter gerüstet sind, kommen sie jetzt schon in die Sportläden. «Das macht auch Sinn», sagt Fachberater Romain Langlois vom SportXX Shoppyland. «Im Oktober gibt es attraktive Angebote, und die Auswahl ist am grössten.» Der Fachberater hat den Überblick über die vielen Skimodelle. «Ein grosses Thema ist neben der Wahl des passenden Modells auch die Skilänge», weiss er. Dabei gilt die Faust­ regel, dass die Länge der Ski etwa der Körper­ grösse entspricht. Im Gespräch versucht Langlois herauszu­ finden, wie der Kunde den Ski einsetzt. «Ein kürzerer Ski ist dreh­freudiger und passt gut auf eine präparierte Piste. Wer dagegen einen ruhigeren Ski sucht oder gern im Tiefschnee fährt, braucht einen eher längeren», sagt Langlois. Auch das Können beeinflusse die Längenwahl. Ski kann man nicht nur kaufen, sondern in den SportXX-Filialen auch mieten und online reservieren. Zudem gibt es einen umfassenden Skiservice. «Ein prä­ parierter Ski gleitet nicht nur schneller über den Schnee, er dreht auch besser und ist ­dadurch präziser zu fahren», sagt Langlois.

Romain Langlois ist Fachberater Ski im SportXX Shoppyland.

Entscheidend sind die Schuhe

Für den Fachberater fast noch entscheiden­ der als das Material unter den Füssen ist dasjenige an den Füssen. «Wenn die Ski­ schuhe nicht gut sitzen, macht das Fahren kein Vergnügen.» Darum rät er, verschie­ dene Modelle zu probieren. Sie sollten auch zu den Ski passen, «damit man die Kraft optimal übertragen kann». Das gilt für die Härte der Schuhe. Schneesportjacken und -hosen gibt es genauso von den SportXX-­ Eigenlabels Obscure und Extend, wie auch von Topmarken wie Burton oder The North Face. Darunter gehört ein Rückenpanzer und auf den Kopf ein Helm. Denn ob im ­Pulverschnee oder auf präparierten Pisten: Stürzen kann man überall – und so schützt man sich auch vor anderen stürzenden Ski­ fahrern. MM Tipps und Infos: www.sportxx.ch/de/cp/ski-beratung

Rabatt

Bilder: zVg

Top und günstig Vom 30. Oktober bis 12. November gibt es bei SportXX 20 Prozent Rabatt auf Hartware, beispielsweise auf Ski und Skischuhe. Auch beim Skiservice können Kundinnen und Kunden profitieren: 30 Prozent Ermäs­ sigung erhalten sie vom 23. Oktober bis 12. November. Zusätzliche 10 Prozent auf die Saisonskimiete gibt es während des ganzen Winters für Famigros-Mitglieder.

Es gibt nichts Schöneres, als mit seinen Lieben seine alten Tage zu verbringen. Klubschule

Hilfe für gute Geister Für viele Pflegebedürftige ist es das grösste Geschenk, zu Hause leben zu dürfen. Die Klubschule Migros bereitet betreuende Angehörige auf diese herausfordernde Aufgabe vor. Text: Sarah Baur

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n der Schweiz steigt der Bevölkerungsanteil älterer pflegebedürftiger Perso­ nen stetig. Und immer mehr Angehörige entscheiden sich dafür, ihre Liebsten beim Leben zu Hause zu unterstüt­ zen. Aber es tauchen viele Fragen auf, wenn man pflegebedürftige Menschen im Alltag begleitet. Welche Hilfe­ stellungen sind zwingend not­ wendig? Wie kann ich mich als pflegende Person – körperlich und seelisch – entlasten? Wie wird der Fortschritt von Krankheiten richtig gedeutet und wann braucht man ärztli­ che Unterstützung? Wohin mit den eigenen Sorgen und Ge­ danken? Wer nicht über eine Pflege­aus­bildung verfügt, kann schnell an seine Grenzen kom­ men. Unterstützung finden Betrof­fene im «Grundkurs für pflegende Angehörige» bei

der Klubschule Migros. Der fünftägige Grundkurs wurde in Zusammenarbeit mit Careum Weiterbildung entwickelt und vermittelt wertvolle Kennt­ nisse rund um die Pflege und Betreuung von hilfsbedürf­ tigen älteren Personen. Wertvolle Vorbereitung

Im praxisnahen Unterricht werden Themen wie die rich­ tige Ernährung im Alter, der Umgang mit Schmerzen und psychischen Veränderungen oder die Mobilisation, aber auch rechtliche und finanzielle Aspekte, die Gesprächsführung und der Umgang mit dem Tod behandelt. Der Grundkurs ist eine hilfreiche Vorbereitung auf die sorgsame und respekt­ volle Pflege eines Angehörigen im eigenen Zuhause.­ MM Kursanmeldung und Infos auf: www.klubschule.ch


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Leben MM43

Umfrage

Wo dürfen Ihre Kinder zu Hause spielen? Im Kinderzimmer und im Wohnzimmer – mal allein, mal in unserer Nähe.

60 %

Im ganzen Haus. Sie müssen sich entfalten können. 1, 2 oder 3?

Monica Müller (44) hat zwei B ­ uben, einen Mann, einen Job, einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.

Der Grosse (8) liebt Chilbi. Der Duft von Zuckerwatte, das Wummern der Bässe und das Heulen der Bahnen sind für ihn die Kulisse für den schönsten Tag des Jahres. Zürichs grösste Chilbi findet immer um seinen Geburtstag statt. Als er noch kleiner war, hielt er das für keinen Zufall. Heute weiss er sein Glück zu schätzen – und holt das Maximum heraus. Dieses Jahr hat er sich zum Geburtstag einen Chilbi-Batzen gewünscht. Wie Julia Roberts, die in «Pretty Woman» mit Richard Geres Kreditkarte den RodeoDrive leer shoppt, legt er los. Geisterbahn, Schüttelbecher, «Hau den Lukas». Bei der Crazy-Mouse-Achterbahn muss ich mit, Kinder dürfen nur mit Erwachsenen fahren. Danach ist mir schwindlig. Und schlecht. «Nochmals!», ruft er begeistert. Und jetzt? 1   Klar, mache ich. Er hat Geburtstag. Noch übler kann es mir kaum werden. 2   Ich bitte einen Unbekannten in der Schlange, mein Kind in den Kurven zu halten. 3   Ich zeige dem Grossen die tollen Preise, die es beim Büchsenwerfen zu gewinnen

gibt: Hoffentlich will er da sein restliches Geld verpulvern.

35 %

Nur im Kinderzimmer, das Chaos wird sonst zu gross.

3 % Draussen. Daher haben sie nur wenige Spielsachen in ihrem Zimmer.

2 % 1089 Abstimmende www.famigros.ch Eine Umfrage von

Antwort 3: Der Grosse liebt Büchsenwerfen und will unbedingt einen weiteren Drachen gewinnen, damit der vom letzten Jahr einen Freund erhält. Bis er das geschafft hat, wird sein Portemonnaie ziemlich sicher leer sein.

Illustration: Lisa Rock, Bild: René Ruis

Auf der Achterbahn


80  MM43, 22.10.2018 | LEBEN

Reisen

Schlaraffenland am Atlantik

Gourmets reisen im Herbst nach Spanien. Im galicischen Fischerdorf O Grove lockt ein Fest der Meeresfrüchte. Vor dem Schmaus können die Hergereisten zuschauen, wie Frauen bei Ebbe Muscheln vom Meeresboden rechen.

G

alicien ist anders. Im Gegensatz zum hektischen Barcelona oder zu Madrid mit den lärmigen Stras­ sen, heissen Tagen und langen Nächten, geht es hier ruhig zu. Das fängt beim Klima an. Im Nordwesten von Spanien gibt es Nebeltage wie in Irland und häufig Regen. Dafür blühen die Bäume, Sträucher und Kräuter umso schöner. Im Fischerdorf O Grove, gut eine Fahr­ stunde von Santiago de Compostela ent­ fernt, lässt sich wunderbar beobachten, wie die Menschen im Einklang mit der Natur ­leben. Das Meer mit seinen Schätzen hat die Region geprägt wie kaum etwas ­anderes – wirtschaftlich, kulinarisch, ­kulturell. Gefeiert wird dies seit 1963 jeden Herbst mit der «Fiesta del Marisco», dem Fest der M ­ eeresfrüchte. Es ist José Antonio Cacabelos Rico, der Bürgermeister höchstpersönlich, der die Feier jedes Jahr eröffnet. Im grossen Fest­

zelt in der Dorfmitte sind Dutzende von Holz­tischen aufgestellt. Auf denen gibt es ­alles, was das Meer hergibt, frisch ­zu­bereitet: gratinierte Jakobsmuscheln, g­ edämpfte ­Venusmuscheln, marinierte Miesmuscheln, delikate Entenmuscheln, Nudeln mit Mee­ resfrüchten, Austern, Schwertmuscheln, Steinbutt, Oktopus und Reis mit einer ­wunderbaren Sauce aus t­ iefschwarzer Tinte. Dazu werden ein gutes Stück Brot und Weisswein bis zum Ab­winken serviert. Mehr braucht es nicht zur kulinarischen Glückseligkeit. Die Gerichte sind so gut, weil sie einfach und ehrlich sind. Angereichert werden sie mit Zwiebeln, Knoblauch, Wein, Olivenöl, ein paar Kräutern und Gewürzen aus der Gegend. Lorbeer ist eine zentrale Zutat für jedes Gericht, die Mütter der Gegend brin­ gen die Blätter ihren ausgeflogenen Kindern jeweils ins Ausland mit. Ein Höhepunkt ist der Oktopus: Er wird in siedendem Wasser

gekocht, in feine Stücke geschnitten und mit Paprika, Salz und Olivenöl auf Holz­ tellern serviert – diese absorbieren das Öl. Jung und Alt stehen um die Tische ­herum; Tellerchen um Tellerchen wird ­aufgetragen und leer gegessen. Das grell ­ausgeleuchtete Festzelt hat zugegebener­ massen wenig Charme – dafür ist die ­Stimmung umso ausgelassener und herz­ licher. Um die grosse Schlemmerei herum finden sich Marktstände mit Kleidern, ­Perlenschmuck und sonstigen Souvenirs. Das Publikum in O Grove ist zuweilen auch ­international: Besonders Gäste aus dem nahe ­gelegenen Portugal sind gut vertreten, aber sogar aus Japan reisen Touristen an. Mit Kessel und Rechen Muscheln ernten

Festivitäten haben in der spanischen Kultur eine besondere Bedeutung für die Gemein­ schaft: Die Leute kommen zusammen, Frau­ en ziehen ihre schönen Kleider an, Kinder

Bilder: Tourismus Turespana (1), Ayuntamiento de O Grove (3)

Text: Anne-Sophie Keller


LEBEN | MM43, 22.10.2018  81

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dürfen ein bisschen länger aufbleiben. Sol­ che Traditionen sind in O Grove wichtig. Und doch hat das Fest der Meeresfrüchte auch einen progressiven Charakter: Auf ­spanischen Festivalbühnen sind Musike­rin­ nen im Schnitt zu lediglich zehn Prozent vertreten. Der Bürgermeister von O Grove hat sich deshalb persönlich dafür eingesetzt, dass am Eröffnungsabend des Fests nur Frauen spielen. Sie seien die Zukunft, sagt er. Auf der Bühne präsentieren sich ­keltische ­Frauenbands mit Dudelsäcken. ­ Es ist so, als würde man sich in Schottland befinden. Frauensache ist in O Grove auch die Ernte der Muscheln: Rund 400 einheimische ­Frauen machen sich jeden Tag bei Ebbe auf, um den Meeresboden der Playa Ponte de Toxa nach Muscheln zu durchpflügen. Was gerade in den Morgenstunden wie ein Postkarten­idyll aussieht, ist in Wahrheit harte Arbeit: Die Matronen stehen zuweilen

bauchnabeltief im Wasser. Ausgerüstet sind sie mit Kesseln und Rechen. Je rund zehn Kilo darf jede Frau an zwölf Tagen pro ­Monat ernten. Die Ware wird am Folgetag auf dem Markt angeboten oder anderswo weiterverkauft. Der Lohn für diese zwölf Tage Knochenarbeit: um die 1000 Euro. Muscheln für den Privatgebrauch ernten ist verboten, und auch sonst sind der Fisch­ fang und die Muschelzucht streng r­ eguliert. Nur so können die Einwohner nachhaltig vom Meer profitieren. Die ­Menschen leben hier eng mit der Natur v ­ erbunden, nicht ­umsonst ist die Region für nachhaltigen Tourismus bekannt. Nachts sind die ­Strassen nur schwach ­beleuchtet. Das kommt nicht nur den Vögeln zugute, sondern auch den vielen Vogel­beobachtern und damit wiederum dem Tourismus. Grosse Hotelbauten wird es in O Grove kaum jemals geben, dafür ist das Wetter zu launisch.

1 Aussicht auf die «Ria de Arousa», die Bucht von O Grove, wo im Meer Bateas schwimmen, Holzplattformen für die Muschelzucht. 2 Verlockend: Die ­fangfrischen Krebstiere werden gekocht, aber kalt gekostet. 3 Am Meeresfrüchtefest ­werden Muscheln gleich kellenweise in die Tonteller geschöpft. 4 Eltern und Gross­ eltern schauen zu, wenn der Nachwuchs im Takt der keltischiberischen «Muñeira » tanzt.


82  MM43, 22.10.2018 | LEBEN

FRANKREICH

Tipps

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Madrid SPANIEN

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Die Landschaft hingegen ist atemberaubend. Der wilde Atlantik hat das tiefe Blau eines ­Saphirs, und die Pinien- und Eukalyptuswälder duften herrlich. Wanderfreunde und Fans von Fahrradtouren werden hier glücklich. Am ­weitläufigen Strand von Lanzada gibt es ­herrliche Promenaden, und Windsurfer finden hier perfekte ­Bedingungen für ihren Sport. Die Architektur der Einwanderer

Wer mehr über Meeresfrüchte wissen will, ist in O Grove richtig. Das lokale Aquarium, das Museum für Seemannskultur, aber auch der ­Besuch einer alten Sardinenfirma bieten spannende Einblicke. In der Ría de Arousa, der Bucht, schwimmen 2200 sogenannte Bateas, die mit Booten besichtigt werden können. Die Holzplattformen wurden für die Muschel­zucht gebaut und werden ein Mal jährlich beerntet. Jede Plattform zählt 500 Seile, an jedem Seil hängen 200 Kilo der unterschiedlichsten M ­ uscheln. Gewisse Sorten kosten bis zu 100 Euro pro Kilo. Wenn man den Blick vom Meer abwendet und durch die Strassen von O Grove geht, fällt auf, wie unterschiedlich die Häuser gebaut sind. Einen einheitlichen Stil gibt es hier nicht; die vielen Einwanderer haben aus ihrer jeweiligen Heimat architektonische Besonderheiten

mitgebracht. Ockerfarbene, italienische Häuser mit Säulen und Bögen stehen neben pragma­ tischen, d ­ eutschen Einfamilienhäusern. Neben den ­Einwanderern gibt es aber auch viele ­Menschen, welche die Gegend verlassen haben. Eine, die immer wieder zurückkommt, ist ­ Maria Rosario Caneda Conte (68), die sich ­heute Rosario Hess nennt. Die gebürtige Spanierin wollte in den 1970erJahren im Ausland arbeiten, so wie viele junge Frauen aus O Grove. «Eine Kollegin sagte mir, ich solle mit ihr nach England kommen. Aber ich bekam kein Visum», erzählt sie. Schliesslich konnte ihr eine Verwandte, die in Weggis LU als Schneiderin gearbeitet hatte, e­ inen Job in der Schweiz vermitteln. «Geplant waren drei Monate. Es wurden 48 Jahre.» Schuld daran ist – wie so oft – die Liebe. Sie kam in der Person von Walter Hess (71). An einem ganz normalen Tag im Jahr 1975 besuchte der ­ehemalige Verkäufer mit seinem Bruder ein Zürcher Restaurant und verliebte sich dort in die schöne spanische Serviertochter. Drei Jahre später heirateten sie. Der robuste Charme der Galicier

Noch heute leben die beiden in Zürich, wo sie ihre Enkelkinder oft sehen. Doch seit der ­Pen­sionierung verbringen sie jedes Jahr vier Sommermonate in O Grove. Walter Hess

Bilder: Tourismus Turespana (2), Gérard Blanc (1)

Übernachten: Das ­Eurostars Gran Hotel La Toja wartet mit dem Charme von alten Luxus­bauten auf: Mit weis­sem Marmor, einem wunderbaren Pool, dem Duft von frischen Blumen, gelben Liegestühlen und zum kontinentalen Frühstück gibts Klavierklänge. Im Spa lässt sich jede Behandlung buchen, die ein luxusverwöhntes Männer- oder Frauenherz höherschlagen lässt. Essen: Der erste Eindruck trügt – die ­«Taberna Meloxeira» bei Ponto Meloxo sieht von aussen unspektakulär aus. Doch die Gerichte sind einzigartig. Besonders zu empfehlen: Muscheln an der legen­ dären Escabeche-Sauce aus Öl, Essig, Wein, Gewürzen und Lorbeerblättern. Ganz exklusiv ist es im «Culler de Pau» in San Vicente: Das moderne, stylische Restaurant hat einen Michelin-­ Stern und nur zehn Tische mit Blick auf die Landschaft. Anreise: Mit Air Europa, Iberia oder Vueling von Zürich oder Genf aus via Madrid nach Vigo. ­Direkte Verbindungen gibt es von Zürich und Basel mit Swiss und Easy Jet nach Santiago de Compostela. Von Vigo bis nach O Grove kostet das Taxi rund 40 Euro. Die Fahrzeit beträgt ungefähr eine Dreiviertelstunde.

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1 Muscheln, Krebse, Crevetten – in O Grove kann man sie fangfrisch geniessen. 2 Bauchnabeltief ­stehen die Frauen im Wasser. Mit einem ­Rechen ­suchen sie den ­Meeresboden nach Muscheln ab.

schwärmt: «Die Leute hier gefallen mir. Sie sind robust und offen. Und es sind die Frauen, die hier den Karren ziehen.» Das Klima finde er angenehmer als im heissen Süden, «auch wenn es oft neblig ist». Die politischen Turbulenzen rund um die katalanische Unabhängigkeit im Herbst 2017 gingen ihm nahe. «Ich kann nicht begreifen, wie es so weit kommen konnte. Es ist furchtbar, was passiert ist», sagt er, «diese Bilder, die brutale Gewalt!» Hinzu komme die Angst, dass die Spannungen um sich greifen könnten. Insofern bedeutet das feste Domizil in der Schweiz auch Sicherheit. Im Gegenzug freuen sich Rosario Hess’ Cousinen jedes Jahr auf das Wiedersehen in O Grove. Es klingt nach einer guten Kombi­ nation von dem Besten aus beiden Ländern. Und was macht ein pensioniertes Paar den ganzen Tag in einem galicischen Fischerdorf? Es geht am Strand spazieren, verbringt viel Zeit mit den Enkelkindern, trifft Freunde auf dem Markt und isst: grillierte Sardinen, Paella oder Jakobsmuscheln. Man kann sich den letzten ­Lebensabschnitt kaum schöner vorstellen. MM

Die Recherche dieser Reise wurde unterstützt von Turespaña, dem Spanischen Fremdenverkehrsamt in Zürich, www.spain.info

3 Rosario Hess, in den Siebzigerjahren von O Grove in die Schweiz ausgewandert, kehrt jedes Jahr in die einstige Heimat zurück. Zusammen mit ihrem Mann Walter geniesst sie den Sommer in ­Galicien.

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Stadt, Land, Stutz

Vertrauen ist gut ...

Illustration: Rinah Lang

Nachts um 1.30 Uhr fahre ich los. Das Ziel: mein Bett. Ich habe den Abend mit meinen Freundinnen verbracht, wir wollten uns selber Pokern beibringen. Gepokert haben wir etwa eine halbe Stunde, dann ist eine Diskussion über Adoption ausgeartet. Nicht, dass jemand von uns direkt betroffen wäre. Aber wir sind so eine Clique, die sich gern gegenseitig Pros und Contras ins Gesicht schreit. Am Schluss hat natürlich jede dieselbe Meinung wie vorher. Das macht das Ganze ja so lustig.

Lisa Stutz (24) sucht die Balance zwischen urban und ländlich. Und pickt von beidem das Beste heraus.

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Ich fahre also nach Hause, schüttle noch ­immer den Kopf über die hirnrissigen A ­ rgumente, da steht ein Polizeiwagen am Strassenrand. Prompt winken sie mich heraus. «Ihr rechtes Standlicht funktioniert nicht», informiert mich die Polizistin. Hatte ich geahnt. Schon mehrmals haben mir in den letzten Tagen andere Autofahrer die Lichthupe gegeben. Anfangs hatte ich eine Horde von

Blitzkästen vermutet, dann merkte ich, dass sie mich eher vor mir selber warnen wollten. Die Polizistin kontrolliert meinen Fahrzeugausweis. Ob ich nach Hause fahre? Ja. Ob ich weit habe? Nein, ins Nachbardorf. Sie stutzt. Bei der Adresse auf dem Ausweis stehe ein anderer Wohnort. Upsi, nicht ändern lassen, denke ich. «Das gibt einen Verzeig!», ruft sie. Weil ich von der Adoptionsdiskussion wohl so müde aussehe, drückt sie ein Auge zu. Innert einer Woche müsse ich Licht sowie Adresse in Ordnung bringen und das auf dem Polizeiposten beweisen. Nur so käme ich ungestraft davon. Ich nicke eifrig. Am nächsten Tag bearbeite ich online die Adresse. Am übernächsten fahre ich noch vor der Arbeit in die Garage – endlich im Zug nach Zürich, gibt es eine Billettkontrolle. Kein Problem, ich habe ein Abo. Wenn ich nur meine Brief­ tasche nicht zu Hause hätte liegen lassen. MM

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LEBEN | MM43, 22.10.2018  87

Gesundheit

Das erste Mal zur Gynäkologin

Gut zu wissen

Krebsvorsorge im Teeniealter

Wann ist es Zeit für den ersten Besuch in der Gynäkologiepraxis? Was geht da ab, und warum empfiehlt sich die Impfung gegen das Papillomavirus? Antworten auf die häufigsten Fragen von Mädchen und jungen Frauen. Text: Anouk Bertrang Warnule

Die meisten Fälle von Gebärmutterhalskrebs werden durch das Papillomavirus verursacht.

Wann sollte ein Mädchen das erste Mal eine Gynäkologin oder einen Gynäkologen aufsuchen? Für die erste gynäkologische Unter­ suchung gibt es kein «ideales» Alter. ­Angezeigt ist dieser bei bestimmten Fragen zur Periode oder Sexualität, bei Unsicher­heiten, Anzeichen einer Infektion oder schmerzhaften Zyklen. Wie wählt eine Jugendliche ihre Gynäkologin aus? Junge Mädchen gehen meist zur Gynä­ kologin ihrer Mutter. Sie können sich jedoch auch an einen anderen Arzt, an eine Familienplanungsstelle oder eine Fachberatung im Spital wenden.

Bilder: iStockphoto, zVg

Brauchen Minderjährige dafür die Einwilligung ihrer Eltern? Nein. Minderjährige Mädchen können den ersten Termin auch ohne die Ein­ willigung der Eltern vereinbaren, ent­ weder vor oder nach Einsetzen der ­ersten ­Periode und idealerweise vor oder nach dem ersten Geschlechtsver­ kehr. Ob sie alleine zur Gynäkologin, zum Gynäkologen gehen, in Begleitung ihrer Mutter, einer Freundin oder ihres Freundes, bleibt ihnen überlassen. Wie läuft der erste Besuch ab? Zum einen gibt es eine m ­ edizinische Bestandsaufnahme. Zum andern kann die junge Frau alle möglichen Fragen über ihren Körper stellen oder Themen besprechen wie Veränderun­ gen ­während der Pubertät, Sexualität, ­Verhütung, Schwangerschaftsabbruch, ­sexuell übertragbare Krankheiten, Impfung gegen das Papillomavirus

(­ siehe Box). Bei diesem ersten Aus­ tausch besteht die Rolle der Gynäko­ login in erster Linie darin, die Patientin zu beruhigen und zu beraten.

Seit einigen Jahren gibt es eine Impfung gegen bestimmte bösartige HPV-­ Typen (Typen 16 und 18), die vor allem für junge Mädchen vor dem ersten Geschlechtsverkehr an­gezeigt ist, das heisst, ­bevor sie dem Risiko einer HPV-­Infektion ausgesetzt sind. Der HPVImpfstoff ist seit rund zehn Jahren auf dem Markt. Seine ­Sicherheit und Wirk­samkeit, vor allem bei Krebsvorstufen, wurde in vielen Studien nachgewiesen. Es gibt zwei Präparate, Cervarix und Gardasil, ­wobei eine Grundimpfung zwischen 11 und 14 Jahren (zwei Dosen) und eine ­Auffrischung zwischen 15 und 19 Jahren (drei Dosen) empfohlen werden.

Ist die Untersuchung schmerzhaft? Eine vaginale ­Untersuchung mit dem Spekulum (gynäkologischer Spiegel) ist beim ersten Termin nicht zwingend. Insbesondere dann nicht, wenn die ­Patientin noch keinen Geschlechtsverkehr hatte oder sich gegen diese Untersuchung ausspricht. Es gibt ­andere Untersuchungen, die schonen­ der sind, etwa eine Ultraschallunter­ suchung des Bauches bei schmerzhafter Periode oder ein w ­ eniger invasiver Ab­ strich, falls dies notwendig sein sollte. Wie geht es danach weiter? Ab 21 Jahren, nach Beginn des Sexual­ lebens, wird zu einer Gebärmutterhals­ krebs-Vorsorgeuntersuchung (durch einen Abstrich) geraten. Die neue ­Empfehlung in der Schweiz sieht alle drei Jahre einen Abstrich vor, falls ­keine besonderen Risikofaktoren ­vorliegen. Empfohlen wird jedoch ein ­regelmässiger jährlicher Termin, bei dem der Gesundheitszustand und die Verhütungsmethode überprüft ­werden oder über einen möglichen Kinderwunsch gesprochen wird. MM

In der Schweiz erhalten ­jedes Jahr 250 Frauen die Diagnose Gebärmutterhalskrebs. In nahezu 100 Prozent der Fälle ist der Krebs auf humane Papillomaviren zurückzuführen (HPV). Dieses Virus ist meist übertragbar und ist in mehr als 100 Typen eingeteilt, von denen manche bösartige Veränderungen hervorrufen, andere nicht.

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Dr. med. Anouk Bertrang Warncke, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, Medbase Bern Zentrum In Zusammenarbeit mit

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88  MM43, 22.10.2018 | LEBEN

Hintergrund

Die neuen iPhone-­ Modelle XS und XS Max (Bild rechts) unterscheiden sich nur in der Grösse und in der­ ­Akkukapazität. Und ein wenig im Preis.

Neues in iOS 12 Seit September ist das neue Apple-Betriebssystem iOS 12 für alle iPhones (ab Version 5S), alle iPads (ab dem Mini 2) sowie die iPod Touchs (ab der 6. Generation) verfügbar. Falls das ­Update bei Ihrem Gerät noch nicht geladen ­worden ist, holen Sie das in den Einstellungen via Allgemein unter Softwareupdate/Laden und installieren nach. Laut Apple steigert iOS 12 die Leistung aller Geräte: 1. Bildschirmzeit Diese Funktion wertet aus, wie Sie das iPhone nutzen. Detailliert sehen Sie, welche App Sie wann und wie lange genutzt haben und können unter anderem tägliche Limiten festlegen.

3. Facetime-Update In der Videochat-App kann neu mit bis zu 32 Freunden gleichzeitig telefoniert werden. ­Zudem kann das eigene Gesicht durch ein ­so­genanntes Memoji ­ersetzt werden. Letz­ tere lassen sich auch im Messenger einsetzen. 4. Produktives Verschiedene Mittei­ lungen derselben App werden auf dem Sperrbildschirm gebündelt an­gezeigt. Und der «Nicht stören»-Modus wurde überarbeitet: Er lässt sich neu für ­bestimmte Orte und Termine aktivieren und deaktiviert sich danach auto­matisch.

Gross! Und sonst? Apple baut das grösste und teuerste iPhone aller Zeiten. Wir haben uns eingehend mit dem neuen Gerät beschäftigt und finden: Man spart besser auf den nächsten Wurf. Text: Reto Vogt

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eschenkt, dass das neue iPhone XS Max das schnellste seiner Art ist und vor allem bei schwachen Lichtverhältnissen schönere Fotos schiesst als alle seine Vorgänger. Apple macht sein wichtigstes Produkt ja jedes Jahr ein Stückchen besser, das ist heuer nicht anders. Geschenkt hingegen gibts das Telefon nicht – ganz im Gegenteil: Mit einem empfohlenen Verkaufspreis von 1300 bis 1800 Franken ist das neue Apfeltelefon das teuerste seiner Art überhaupt. Besonders fies: Bei den drei angebotenen Speicherkapazitäten fehlt ausgerechnet die, die wohl am meisten gekauft würde: 128 GB. Verkauft werden nur 64, 256 und 512 GB. Warum das bei Apple System hat, ist klar: Nirgends verdient der Konzern so viel wie beim Speicher. Laut Bloomberg ist der Einkaufspreis für diese Komponente noch halb so teuer wie vor Jahresfrist. Und weil Apple diese Ersparnis

nicht an die Konsumenten weitergebe, könne der Konzern mit dem «Speichertrick» die Rentabilität seiner Geräte erhöhen. Viel Power und eine Alternative

Nun, was erhalten Käufer für das viele Geld? In der Verpackung ­stecken das iPhone XS Max, ein ­passender Kopfhörer und ein ­Lade­kabel. Das Telefon selbst hat mit ­einem kristallklaren 6,5-Zoll-­ Bildschirm das grösste Display, das ­Apple je gebaut hat. Es ist so gross, dass es zwar zum Anschauen von Bildern und Videos hervorragend geeignet, aber trotz langer Finger mit einer Hand nur mühselig zu bedienen ist. Erschwerend kommt sein Gewicht von 200 Gramm hinzu. Das Gerät ist aber mit (praktisch) randlosem Bildschirm sauber, formschön und stabil verarbeitet; und dank Glasoberfläche trotz reichlich Gewicht griffig. Wers handlicher mag, kann zum «nur» 180 Gramm schweren Bru-

der iPhone XS mit 5,8-Zoll-Bildschirm greifen – und dabei erst noch 100 Franken sparen. Ab­ gesehen von den erwähnten Unterschieden und einer leicht kleineren Batterie müssen Käufer des XS keine Abstriche machen: In beiden Geräten steckt tupfgenau dieselbe Technik – ein Novum bei Apple. Doch die Unterschiede der ­Neulinge zum direkten Vorgänger iPhone X sind im Alltag kaum spürbar, obwohl der Hersteller von stark verbessertem Display, Tempo, Sound und Kamera spricht. Das liegt allerdings nicht nur am ­iPhone XS Max, sondern auch an den Stärken des iPhone X: Dieses Gerät ist noch zu gut, um schon e­ rsetzt zu werden. Es zeigt sich ­erneut, dass Apple in einem ­Zwischenjahr sein Pulver nicht verschiessen will. Grosse Updates gibts bei den Kaliforniern turnusgemäss nur jedes zweite Jahr. MM Die erwähnten Geräte sind erhältlich auf ­Digitec.ch und Melectronics.ch.

Bilder: PD

2. Virtuelle Welt Augmented Reality ­gewinnt an Wichtigkeit. ­Exemplarisch dafür hat Apple die App «Massband» eingeführt, mit der per Fingertipp die Grösse von Gegenständen, etwa eines Möbels, gemessen werden kann.

Digital


LEBEN | MM43, 22.10.2018  89

Was ist Foodwaste?

www.migmag.ch/ foodwaste

Pius (6) aus Kaltbrunn SG

Ja, bei dieser Redewendung stimmt etwas nicht. Daran sind ­einige Missverständnisse schuld. Erstens: ein Übersetzungsfehler. Früher sagten die Norddeutschen manchmal: «Wenn du dien Teller leer ittst, gifft dat morgen goodes wedder.» Auf Hochdeutsch heisst dies: «… dann gibt es morgen wie­ der etwas Gutes.» Übersetzt aber wurde «goodes wedder», fälsch­ licherweise als «gutes Wetter». Zweitens: Die Redewendung «Gut Wetter machen» bedeutet

für gute Stimmung sorgen. Tat­ sächlich geniessen es viele Eltern, wenn ihre Kinder mit Genuss alles aufessen. Drittens: Unsere Gross- oder ­Urgrosseltern erlebten Zeiten, in d ­ enen auch hier Hunger herrschte. Damals bedeutete eine üppige Mahlzeit das volle Glück. Heute hingegen leben wir im Überfluss. Viele Kinder essen zu viel. Das kann sie krank machen. Man sollte nur so viel essen, wie man mag – möglichst gesundes ­Essen. Ihr Kinder habt von Natur

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aus ein gutes Gefühl dafür, wann ihr satt seid. Stopft euch nicht so voll, als ob es morgen nichts mehr gäbe. Schmeisst aber auch nicht ­alles weg, was übrig bleibt. Wir soll­ ten Lebensmittelabfall vermeiden. Wer von euch getraut sich, im Res­ taurant zu fragen, ob man die Reste mitnehmen darf? Oft schmecken sie am Tag danach besser. MM Mit dieser Antwort verabschiedet sich unsere Kolumnistin Gabriela Bonin von euch, liebe Kinder. Wir wollen eure Fragen weiterhin beantworten, schickt sie uns an: kinderfragen@migrosmedien.ch

Eine Mutter erklärt die Welt: Journalistin ­Gabriela Bonin (51) beantwortet ­Kinderfragen.


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Liebe in Zeiten des Vietnamkriegs: Der amerikanische Soldat Chris und Barmädchen Kim kommen sich in einem Nachtclub in Saigon näher.

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Preisfrage Welche vietnamesische Stadt steht im Zentrum des Musicals?

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Glücksgriff

Bilder: Johan Persson

Das Migros-Magazin und Freddy Burger Management verlosen zwölfmal zwei Tickets für das Musical «Miss Saigon» in der Aufführung vom 28. November im Theater 11 in Zürich.

Glücksgriff

Musical-Klassiker kommt in die Schweiz «Miss Saigon» zählt schon lange zu den erfolgreichsten MusicalKlassikern. Cameron Mackintoshs bejubelte Produktion des legendären Musicals von Alain Boublil und Claude-Michel Schönberg kommt erstmals in der englischsprachigen Originalversion in die Schweiz. Sie ist vom 28. November bis 13. Januar im Theater 11 in Zürich zu sehen. Die Liebesgeschichte zog weltweit bereits über 35 Millionen Zuschauer in ihren Bann und wurde in 28 Ländern gespielt. Die Handlung spielt in den letzten Tagen des Vietnamkriegs: Der US-Soldat Chris und das 17-jährige vietnamesische Barmädchen Kim lernen sich im Nachtclub «Dreamland» kennen und verlieben sich ineinander. Doch ihr Glück ist nur von kurzer Dauer: Als sich die militärische

Lage zuspitzt, ist Chris gezwungen, mit den amerikanischen Streitkräften die Stadt Saigon zu verlassen. Drei Jahre sucht Kim verzweifelt nach ihrem Geliebten, der keine Ahnung hat, dass er Vater eines Buben geworden ist. Die Vorstellungen finden vom 28. November bis 13. Januar statt: am Dienstag, Donnerstag und Freitag um 19.30 Uhr, mittwochs um 18.30 Uhr, samstags um 14.30 und 19.30 Uhr sowie sonntags um 13.30 und 18.30 Uhr. Sie dauern inklusive Pause rund zwei Stunden und 45 Minuten. Tickets kosten zwischen 68 und 148 Franken. MM Vorverkauf auf www.ticketcorner.ch sowie unter 0900 800 800 (Fr. 1.19/Min.) Infos: www.musical.ch/misssaigon

• Per Telefon: Wählen Sie 0901 560 039 (1 Fr. /  Anruf) und nennen Sie die Lösung, Ihren Namen und Ihre Adresse. • Per SMS: Senden Sie eine SMS mit dem Text GEWINNEN, dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die Nummer 920 (1 Fr. / SMS). Beispiel: GEWINNEN, Lösungswort, Beat Beispiel, Beispielstrasse 1, 9999 Exempelstadt • Per Postkarte: Senden Sie eine Post­karte (A-Post) mit dem Lösungswort und Ihrer Adresse an: Migros-Magazin, «Miss Saigon», ­Postfach, 8099 Zürich. • Online: migrosmagazin.ch/ wettbewerbe Einsendeschluss: 28. Oktober 2018 Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Es erfolgt keine Barauszahlung, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Mitarbeitende des Migros-GenossenschaftsBundes sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Mehrfachteilnahmen sind nicht erlaubt und werden vom Wettbewerb ausgeschlossen. Preise, die nicht bis spätestens drei Monate nach Ziehung durch den Gewinner bezogen werden, verfallen ersatzlos.


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So nehmen Sie teil: Hauptpreis (blaues Lösungswort) Tel: 0901 560 041 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD1, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS), Bsp.: MMD1 SOMMER. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: www.migrosmagazin.ch/ wettbewerbe Postkarte: (A-Post): Migros-Magazin, Kreuzworträtsel, Postfach, 8074 Zürich Zusatzpreis (grünes Wort) Tel: 0901 560 065 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD5, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS), Bsp.: MMD5 WINTER. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Chancengleiche WAP-Teilnahme ohne Zusatzkosten http://m.vpch.ch/ MMD12315 (gratis übers Handynetz) Teilnahmeschluss: Sonntag, 28.10.2018, 24 Uhr

Gewinner Nr. 41: Hauptpreis: Anita Steiger, Oberriet SG; Ulrich Hofer, Konolfingen BE; Guido Käppeli, Merenschwand AG; Esther Hänggi, Burg im Leimental BL; Jakob Fehlmann, Villnachern AG

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Teilnahmebedingungen: Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Keine Barauszahlung. Computergesteuerte Massenteilnahmen sind nicht gewinnberechtigt. Die Mitarbeitenden der Migros-Medien sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Gewinner werden schriftlich benachrichtigt und mit Namen und Wohnort veröffentlicht.


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LEBEN | MM43, 22.10.2018  95

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Quiz Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die acht Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. V verfilzt

U verleimt

2. Welches Werkzeug kann auch am Himmel «hängen»? H Hammer

O Feile

I

E

B Caumas

Sichel

3. Eine Bündner Spezialität sind … R Capauls

Capuns

Teilnahmeschluss: Sonntag, 28.10.2018, 24 Uhr

4. Unter welchem Namen tritt die Schauspielerin Irene Brügger-Hodel auf? L Frölein Da Capo

K Frölein Da Cauda

S

So nehmen Sie teil: Tel: 0901 560 042 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD2, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS), Bsp.: MMD2 TASTSINN. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte: (A-Post): Migros-Magazin, Quiz, Postfach, 8074 Zürich Internet: www.migrosmagazin.ch/ wettbewerbe

1. Wie kann ein System sein? G verwickelt

3 × 100 Franken zu gewinnen

Frölein Dal Segno

Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

5. Wo wuchs Jeannine Gmelin, Siegerin des Ruder-Gesamtweltcup, auf? E

R Wetzikon

Meilen

F

Uster

6. Wie heisst die Nationalhymne von Belgien? A Brabançonne

T

U La Concorde

Ditanyè

Auflösung Nr. 42:

7. In welchem Schweizer See liegen die Badeinseln «Lorelei»? N Bielersee

L

Urnersee

R Zugersee

8. Wie nennt sich ein architekturbezogenes Ornament der Spätgotik? E

G Stammwerk

Blattwerk

T

Lösungswort : 1

2

3

4

5

6

7

8

Paroli

Astwerk

MOTORRAD Gewinner Nr. 41: Walter Gasser, Löhningen SH; Uli Butz, Lustmühle AR; Elisabeth Kipfer, Bern

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Füllen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Das Lösungswort ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1 bis 5:

So nehmen Sie teil: Tel: 0901 560 043 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD3, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS), Bsp.: MMD3 OSTEN. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte: (A-Post): Migros-Magazin, Paroli, Postfach, 8074 Zürich Internet: www.migrosmagazin.ch/ wettbewerbe Teilnahmeschluss: Sonntag, 28.10.2018, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

Lösungswort : 1

2

3

4

5

Auflösung Nr. 42: MULDE

Gewinner Nr. 41: Claire Piffaretti, Bubikon ZH; Max Zust, Sursee LU; Ursula Schoelzel, Oberhofen am Thunersee BE


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×5

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Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3 × 3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den blauen Feldern von links nach rechts.

Auflösung Nr. 42: 743

So nehmen Sie teil: Tel: 0901 560 044 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD4, gefolgt von der Lösungszahl, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS), Bsp.: MMD4 123. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte: (A-Post): Migros-Magazin, Sudoku, Postfach, 8074 Zürich Internet: www.migrosmagazin.ch/ wettbewerbe

Gewinner Nr. 41: Margrit Kobelt, Meilen ZH; Samuel Nauer, Ossingen ZH; Beatrice Fernandez, Brittnau AG; Yvette Haldi, Troinex GE; Marcel Troenli, Yverdon-lesBains VD

Teilnahmeschluss: Sonntag, 28.10.2018, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

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Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

Jeder Kreis stellt eine Insel dar. Die Zahl darin gibt an, wie viele Brücken dort enden. Brücken sind nur zu horizontal oder vertikal benachbarten Inseln erlaubt. Diese dürfen mit einfachen oder doppelten Brücken verbunden werden. Am Schluss sollen alle Inseln miteinander verbunden sein. Verboten: Kreuzungen, diagonale Brücken und 2 3 3 4 mehr als zwei Linien

Auflösung Nr. 42:

1

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1

5

4

4 2

3

1

4 4

4

2 3 1 4

2 3 3 1

4

2 2 2

4 5 2

3

1

2

Auflösung Nr. 42: 3

1

2

3

2 1

2 2

3 6

1

1

2

3

2

3

1

3

2

6

3

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2 5

5 2

3 4 3 3 2

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Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des­Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 554 258 Ex. (WEMF 2017) Leserschaft: 2 358 000 (WEMF, MACH Basic 2017-2)

Adresse Redaktion und Business Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich Telefon: 058 577 12 12 redaktion@migrosmagazin.ch Herausgeber Migros-Genossenschafts-Bund

Publizistische Gesamtleitung Sarah Kreienbühl

Leitung Ressort Gesellschaft & Familie Yvonne Zurbrügg

Leitung Business Thomas Brügger Druck: DZB Druckzentrum Bern AG

Leitung Ressort Health & Beauty Rüdi Steiner Leitung Redaktionen Franz Ermel

Leitung Ressort Food Roberto Zimmermann Leitung Produktion Remo Leupin

Abonnemente: Sonja Frick abo@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 00


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VORTEIL


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Meine Welt

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Sänger Bastian Baker tourt erfolgreich um die Welt. Die seltenen Momente daheim in Lausanne geniesst er in der Bar seines Vaters. Am 26. Oktober erscheint sein neues Album. Text: Lisa Stutz Bilder: Christophe Chammartin

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Bild: Getty Images

«Das EntertainerTalent habe ich von meinem Vater»


LEBEN | MM43, 22.10.2018  103

1 Mein Instrument «Ich hatte das Gefühl, dass etwas in meinem Leben fehlte – bis ich mit dem Gitarrenspielen begann. Schon als Jugendlicher kompo­ nierte ich Lieder und übte stundenlang. Das erste Stück, das ich spielen konnte, war ‹Blackbird› von den Beatles.» 2 Mein Verbündeter «Als junger Eis­ hockeyspieler ist mein Vater Bruno von Kloten nach Lausanne gezogen. Hier hat er meine Mutter kennengelernt. Heute führt er die Sportsbar Le Zodiac. Mein Vater ist ein toller Entertainer – das Talent habe ich von ihm geerbt. Wir verstehen uns wirklich sehr gut.»

2

Name Bastian Baker (27) Sternzeichen Stier Lebenslauf «Zwischen meinem 7. und 20. Altersjahr spielte ich erfolg­ reich Eishockey. Für die Musik gab ich den Sport und mein Studium an der Uni Lausanne auf. Ich habe diesen Entscheid nie bereut – wie könnte ich auch: Derzeit toure ich als Support von Superstar Shania Twain durch die Welt; wir treten fast täglich vor über 10 000 Menschen auf. In den vergangenen sechs Jahren bin ich in mehr als 800 Shows in über 40 Län­ dern aufgetreten. Es ist aufregend, immer unterwegs zu sein, manchmal aber auch ziemlich einsam. Doch die Arbeit zahlt sich aus: Am 26. Oktober erscheint mein viertes Album – ich habe es nach mir benannt: ‹Bastian Baker›. Ich freue mich darauf, bin aber auch ein wenig aufgeregt.»

1

3 Meine Glücksbringer «Als ich noch Sportler war, sahen mein Team und ich uns als Indianer, die keine Angst haben. Mein neuester Ring mit einem Indianer­ häuptling drauf gibt mir die Kraft, die ich vor einem grossen Auftritt brauche.» 4 Mein Pass «Mein richtiger Name lautet Bastien Kaltenbacher. Den Künst­ lernamen trage ich seit 2013. In den Hotels gab es oft Probleme, weil auf den falschen Namen gebucht war. So weit kommt es jetzt nicht mehr: Ich habe den Künstlernamen im Pass eintragen lassen – so, wie es US-Rapper 50 Cent gemacht hat.»

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Mein Lieblingsprodukt «Vor jedem Auftritt trinke ich Birnensaft – wenn möglich den von der Migros. Damit klingt meine Stimme einfach besonders gut.»

5 Mein Wohlfühlort «In der Bar meines Vaters hatte ich mit fünf Jahren den ersten Auftritt als Sänger. Bis heute bin ich gern hier. Lausanne ist der schönste Ort, den ich kenne. Leider verbringe ich nur ein paar Tage pro Jahr in der Schweiz.»  MM


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