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Migros magazin 43 2015 d vs

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Ausgabe Wallis, AZA 1920 Martigny

MM43, 19.10.2015 | www.migrosmagazine.ch

Jann Kessler: Ber端hrender Film 端ber die MS-kranke Mutter. Seite 14 Herbst-Blues? Nicht auf Zypern. Seite 80

Bild: Marco Zanoni

Internet

Thomas Schneider, der Schweizer Herr des Netzes. Seite 24

Bitte Wohnungswechsel der Post melden oder dem regionalen Mitgliederdienst: Tel. 027 - 720 42 59


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MM43, 19.10.2015 | 5

B

102

Editorial

Wer sitzt im Wagen?

Bislang war es einfach: Eine Firma, die verhindern wollte, dass mit ihrem Namen online Unfug getrieben wird, musste sich diesen Namen mit einer länderspezifischen TopLevel-Domain sichern. Also etwa hunzikerbau.ch. Allenfalls liess man noch zusätzlich die Internetadresse hunzikerbau.com registrieren. Heute ist das alles komplizierter: ICANN, quasi die überdachende Weltbehörde des Internets, hat Hunderte von Domainendungen freigeschaltet. In Zukunft gibt es «.food», «.restaurant», «.kinder» oder «.gay». Und die Firmen brauchen Unterstützung, um ihre Präsenz im Netz nachhaltig abzusichern. Zumal es neu auch negative Endungen wie «.sucks», «.wtf» oder «.fail» gibt. Ich weiss nicht, ob zum Beispiel BMW Freude hätte, wenn die URL bmw.sucks in anderen Händen wäre …

Bild: Jorma Müller

Der Transparenz und der Orientierung im Web ist das wenig dienlich. Dem Business schon. Dies sieht auch Thomas Schneider so. Er ist Vorsitzender des Länderbeirats der ICANN und so in der Internetwelt in einer zentralen Funktion. Das Internet werde noch viel stärker mit uns und der realen Welt verschmelzen, sagt Schneider im Interview (Seite 24). «Wenn das Haus wahrnimmt, dass das Auto sich nähert, wird sich das Garagentor öffnen.» Die Kaffeemaschine werde wissen, wer im Wagen sitzt, und den Kaffee entsprechend zubereiten. «Unser Verhalten wird bis ins letzte Detail erfasst sein.» Bleibt nur die Frage: Wollen wir so berechenbar sein? Hans Schneeberger, Chefredaktor hans.schneeberger@migrosmedien.ch

Menschen 8 Diese Woche

Fatale Sucht junger Männer nach mehr Muskeln. 10 Zahlen und Fakten

Wir Schweizer reisen immer öfter und weiter. 14 Porträt

Jann Kesslers Matura-Film über multiple Sklerose ist so gut, dass er nun auch im Kino anläuft. 18 Porträt

Reto Fehr radelt in sämtliche Gemeinden der Schweiz. 23 Bänz Friedli 24 Interview

Thomas Schneider, Schweizer Chefdiplomat des Internets, über die Zukunft des WWW.

Migros-Welt 40 Neues aus Ihrer Region Aktionen, Reportagen und interessante News aus den Genossenschaften

47 Saisonküche: Marroni 59 Herbstliche Ausflugstipps 64 Aktuell

Besuch bei den Näherinnen im chinesischen Xinyi. 68 Porträt

Praktikum im LebensmittelLabor SQTS. 73 Gebäck: Piemonteser 74 Lebenswichtige Folsäure 76 Alles aus Holz

Leben 80 Reisen

Auf nach Zypern: Hier findet kein Winter statt. 88 Beauty

Geokosmetik nimmt Schönheitstrends unter die Lupe. 87 Migros-Bank-Ratgeber 90 Kinder: Alles über Hechte 93 Glücksgriff 102 Meine Welt

Michelle Muff ist das neue Schweizer Elite-Model.

M-Infoline: Tel. 0800 84 0848 oder Fax 0041 44 277 20 09 (Ausland). www.migros.ch/kundendienst; www.migros.ch Cumulus: Tel. 0848 85 0848* oder +41 44 444 88 44 (Ausland). cumulus@migros.ch; www.migros.ch/cumulus Redaktion Migros-Magazin: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Tel. 058 577 12 12, Fax 058 577 12 08. redaktion@migrosmagazin.ch; www.migrosmagazin.ch * Normaltarif

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Menschen MM43

Darauf freuen wir uns Lesen in Zürich: Ab Mittwoch starten die rund 160 Veran­

staltungen des Buchfestivals «Zürich liest».

Hören in Basel: Der britische

Sänger James Arthur läutet am Freitag das dreiwöchige Festival «Baloise Session» ein.

Unnützes Wissen

Kamioka Observatory / ICRR / The University of Tokyo, Marco Zanoni

ist der bekann­ teste Schweizer Sportreporter und hat als Mode­ rator von «Benis­ simo» und «Tell­ Star» Schweizer TV­Geschichte geschrieben.

Mein Bild der Woche «Wenn die Nobelpreise für herausragende wissenschaftliche

Leistungen vergeben werden, begreife ich selten, wieso. Der Physiknobelpreis geht zum Beispiel dieses Jahr an einen Kanadier und an einen Japaner, die nach­ weisen konnten, dass Neutrinos eine Masse besitzen. Neutrinos? Und wieso ist die Frage der Masse so wichtig? Es heisst ja, ein Bild sage mehr als tausend Worte. Doch auch die Illustration lässt mich ratlos zurück: Rudern da zwei kleine Männer unter einer gigantischen Lichterwand auf einem See? Das Foto zeigt einen Neutrinodetektor im japanischen Hida. Wie? Warum? Auf alle Fälle ist es ein schönes Bild. Wie eine erste Weihnachtsbeleuchtung im Oktober.»

Leseprobe

Entschuldigen Sie, was lesen Sie gerade? Fabienne Gürtler (22), Studentin aus Bern

a) «Nachts im Central Park» von Guillaume Musso b) «Catcher in the Rye» von J. D. Salinger c) «Mathematische Methoden der Physik» von Thomas Becher

Auflösung: c) Weil ich total in dieses Thema vernarrt bin.

Bernard «Beni» Thurnheer (66)

Namen, die es in sich haben Guido Wester­ welle heisst in der

Gebärdensprache «Aknehaut».

Adolf Lu Hitler Jr.

gehörte der Natio­ nalist Congress Party an. Das ist eine Linkspartei in Indien. Whoopi Gold­ berg, bekannt aus

Filmen wie «Sister Act», wurde als Caryn Elaine Johnson geboren. Julian Assanges

Internetpseudo­ nym lautete einst «mendax», was auf Lateinisch «Lügner» bedeutet. Quelle: Stern/Neon


8 | MM43, 19.10.2015 | MENSCHEN

Wie viel Muskeln muss ein Mann für Sie haben?

Migrosmagazin.ch

Diese Woche

Wenn die Sucht nach Muskeln krank macht Längst haben nicht mehr nur Frauen ein ungesundes Körperbild. Bigorexie oder Muskeldismorphie, das krankhafte Streben nach Muskeln, ist vor allem unter jungen Männern weit verbreitet. Die Folgen können gravierend sein.

Umfrage Letzte Woche fragten wir:

Text: Anne-Sophie Keller

Was halten Sie vom Internet-Pranger? 10% Auf blossen Verdacht hin Leute blossstellen geht gar nicht. 42% Immer, wenn das die Chancen zur Überführung von Übeltätern erhöht. 24% Nur wenn Massnahmen zuerst angedroht werden. 24% Nie für Bagatelldelikte.

Bigorexie in Zahlen

1981

führte der HarvardProfessor Harrison Pope den Begriff Adonis-Komplex ein.

ist der Bizepsumfang der männlichen Spielzeug- Actionfiguren in den letzten 20 Jahren gewachsen.

6–8

Jahre alt sind die jüngsten Buben, bei denen Körperbildstörungen diagnostiziert werden. Quellen: «The Adonis Complex», ISBN 978-0-684-86911-7, stern.de, Rolf-Dieter Hesch, Endokrinologe.

Mehr Selbstwertgefühl durch mehr Muskeln: Der Besuch des Fitnesscenters kann für Männer zur Sucht werden.

S

ie trainieren stundenlang im Fitnesscenter, ernähren sich von Proteinshakes und stellen Bilder ihrer muskelbepackten Körper online: Das Streben nach dem perfekten Körper ist für viele Männer zur Sucht geworden. Muskeldismorphie, Bigorexie oder auch Adonis-Komplex nennt sich die Wahrnehmungsstörung. Bereits sechsjährige Buben leiden an Bigorexie. Der Körperkult ist allgegenwärtig: Im Film retten Helden mit gestählten Oberkörpern die Welt, auf

Werbeplakaten posieren Männer mit nackten Oberkörpern, deren körperliche Perfektion für die meisten unerreichbar ist. Die Actionmänner aus Plastik, mit denen fast jeder kleine Junge spielt, haben ihre Bizepsgrösse binnen 20 Jahren verdoppelt. Das hat Folgen: Nach einer im «British Medical Journal» veröffentlichten Studie hat sich die Zahl der Frustrierten in 25 Jahren verdreifacht. Wenn der Körperkult zur Krankheit wird, greifen viele zu gefährlichen Mitteln: Anabolika, das Muskelaufbaupräparat, ist illegal;

die Nebenwirkungen reichen von Leberschäden und einem erhöhten Herzinfarktrisiko bis hin zum Unterbruch des Wachstums bei Jugendlichen. Die Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz untersuchte zusammen mit Psychologen der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften, wie 13- bis 15-Jährige ihren Körper wahrnehmen. Die Studie kommt zum Schluss, dass 48 Prozent der befragten Buben in der Schweiz gerne mehr Muskeln hätten – 30 Prozent sogar deutlich mehr. MM

Bild: AFP PHOTO

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MENSCHEN | MM43, 19.10.2015 | 9

Experteninterview

«Man sollte den Alltag nicht dem Training unterordnen» Roland Müller, seit Amerika kann man wann haben Mändavon ausgehen, ner ein verzerrtes dass 20 bis 30 ProSelbstbild? zent der jungen Die 80er-Jahre gelmännlichen Trainieten als Geburtsstunrenden in den Fitde der heutigen Fitnessstudios Bigonessbranche. Die rexie-Symptome Männer auf den aufweisen oder beRoland Müller Titelbildern der reits eine ausgebildePrintmedien werden (35) ist Psychothe- te Körperbildstörung rapeut am Berner seit dieser Zeit zuhaben. Inselspital und im nehmend muskulöWünschen sich ser. Heute begegnen Adipositaszentrum Lindberg in auch Frauen mehr wir dem Bild des Winterthur ZH. Muskeln? perfekten Mannes Frauen wollen in der Werbung auf grundsätzlich dünner sein. Bei Schritt und Tritt. Wenn jeihnen gehen Körperwahrnehmand bereits unsicher ist oder mungsstörungen meistens in ein geringes Selbstwertgefühl Richtung Anorexie. hat, ist das verheerend. Was ist falsch am Bild des «perfekten» Mannes? Diese Geschlechterbilder sind stark durch die Werbung geprägt. Sie muss Produkte an den Mann bringen. Das funktioniert nur, wenn ein Bedürfnis besteht. Dieses wird mit Verunsicherung geweckt. Das ist einfach, denn dem vermeintlich perfekten Bild entspricht fast niemand. Welche Vorbilder haben junge Männer heute? Oft sind dies Comicfiguren. So kann die Figur «He-Man» aus der Serie «Masters of the Universe» durchaus Vorbildfunktion haben, wie Interviews mit Betroffenen dokumentieren. Hollywood-Stars gehen vor den Filmdrehs monatelang ins Extremtraining. Aber auch Fussballer oder andere Sportler werden immer mehr körperlich in Szene gesetzt. Und im Internet finden sich zahlreiche Fitness-Motivationsvideos. Wie viele Betroffene gibt es? Für die Schweiz haben wir bis jetzt noch keine Zahlen. In

Ab wann sind die Gym-Besuche ungesund? Nicht jeder, der intensiv trainiert, hat ein psychisches Problem. Sich auspowern ist okay. Aber es wird dann krankhaft, wenn man ständig das Gefühl hat, nicht zu genügen. Wo finden Betroffene Hilfe? In der Schweiz gibt es bis jetzt wenige Anlaufstellen. Ein erster Schritt ist das Gespräch mit einer Vertrauensperson. Danach empfiehlt sich der Gang zu einem Therapeuten. Leider ist das Thema sehr schambehaftet. Wie legt man auf eine gesunde Art Muskeln zu? Zuerst sollte man sich fragen, warum man überhaupt mehr Muskeln möchte. Dann sollte man langsam anfangen. Nahrungsergänzungsmittel braucht es meiner Meinung nach nicht. Wichtig ist, dass man regelmässig isst und daneben auch noch Spass am Leben sowie ein Sozialleben hat. Man sollte den Alltag nicht dem Training unterordnen.

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10 | MM43, 19.10.2015 | MENSCHEN

1

Mobilität

Luftverkehr Zwischen 2004 und 2014 stieg die

Die bewegte Schweiz

Passagierzahl bei den drei Landesflughäfen von 28,2 auf 47 Millionen an – das ist ein Zuwachs von 66%. 15,1

Ob Pendlerverkehr oder Freizeitaktivität: Die Schweizer sind permanent unterwegs – immer weiter, immer länger. Text: Pierre Wuthrich

25,4 17,2

8,5

Passagiere (in Mio.) 2004 2014

Illustration: Martin Burgdorff

6,5 2,5

Genf

Zürich

Basel­ Mulhouse

2

3

5

Pendler I Der Anteil der interkommu­

Motorräder Im Jahr 2000

nalen Pendler, der Menschen also, die ausserhalb ihrer Wohngemeinde arbeiten, stieg zwischen 1990 und 2014 von 59 auf 70 % an.

waren in der Schweiz gut 493 000 Motorräder registriert. 14 Jahre später ist ihre Zahl auf 699 000 angestiegen – das entspricht einem Plus von 41 %.

Pendler mit Diplom

Pendler ohne Diplom

4

Pendler II Zwischen 2000 und 2013 erhöhte sich die Länge des Arbeitswegs um 1,5 auf 14,4 km. Pendler mit höherer Berufsbildung legten im Durchschnitt weitere Strecken (17,2 km) zurück als solche mit Lehre (10,7 km).

Sources: OFS, OFAC, aéroports de Genève, Zurich et Bâle-Mulhouse, Suisse Rando, Office fédéral du sport, Mobility, Sharoo

Mobilität 2010 legte jede in der Schweiz wohnhafte Person im Durch­ schnitt fast 37 km pro Tag zurück (Reisen ins Ausland nicht inbegriffen). Das entspricht einem Anstieg von 17 % im Vergleich zum Jahr 1994. Die Fahrzeit betrug dabei 92 Minuten pro Tag. Die jährliche in der Schweiz zurück­ gelegte Strecke beträgt 13 600 km pro Person – das entspricht ungefähr der Distanz zwischen Genf und Mumbai. Pro Jahr verbringen die Schweizer über 23 Tage in Transportmitteln.


MENSCHEN | MM43, 19.10.2015 | 11

7

6

Strassenverkehr Zwischen 2000 und 2014 stieg die Zahl der

Kraftfahrzeuge in der Schweiz (Pkw, Lkw, Motorräder, Traktoren etc.) von 4,8 auf 6 Millionen – ein Zuwachs von 25 %.

Wandern In der Schweiz gibt es markierte Wanderwege von insgesamt 65 000 km Länge. 2014 gaben über 44 % der 15- bis 74-Jährigen (2,7 Millionen Menschen) Wandern oder Bergwandern als ihre aktive sportliche Betätigung an – das sind 7% mehr als 2008. Die Schweizer verbringen im Schnitt 162 Millionen Stunden pro Jahr wandernd. 2014 dauerte eine Tour im Schnitt 3,2 Stunden.

8

Schienenverkehr Die Zahl der Fahrgäste bei sämtlichen Schweizer Bahngesellschaften stieg von 319 Mio. im Jahr 2000 auf 489,5 Mio. im Jahr 2013, was einem Aufkommen von rund 1,3 Millionen pro Tag entspricht.

10

Führerschein Die Zahl der Führerscheinbesitzer in der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen sank zwischen 1994 und 2010 von 71 auf 59 %. Ein Zeichen für das schwindende Interesse an Autos oder für die Tendenz, dass die Fahrprüfung später absolviert wird?


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1. Tag: Fahrt nach Dresden. Zimmerbezug im gebuchten Hotel. 2. Tag: Am Vormittag geführte Stadtrundfahrt in Dresden mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Der Nachmittag steht uns für den Besuch des Striezelmarktes oder individuelle Besichtigungen zur Verfügung. 3. Tag: Fakultativer Ausflug Leipzig. Nach einer Stadtrundfahrt haben wir Zeit, einen der schönsten Weihnachtsmärkte des Landes zu besuchen. 4. Tag: Vormittags Rückfahrt in die Schweiz zu den Einsteigeorten. Pro Person in Fr. Katalog-Preis Sofort-Preis* 4 Tage gemäss Programm 640.– 575.– Spardaten in Komfortklasse Reise 5 und 6 395.– Währungsvorteil – 30.– Daten 2015 Komfortklasse Königsklasse 5: 03.12.–06.12. 1: 26.11.–29.11. 3: 06.12.–09.12. 6: 06.12.–09.12. 2: 29.11.–02.12. 4: 10.12.–13.12.

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1. Tag: Fahrt über Schaffhausen nach Esslingen. In den verwinkelten Gassen der Altstadt erwartet uns der stimmungsvolle Mittelalter- und Weihnachtsmarkt. 2. Tag: Kurze Fahrt nach Stuttgart. Einzigartig sind die über 280 herrlich dekorierten Stände. 1692 erstmals urkundlich erwähnt, gehört der Stuttgarter Weihnachtsmarkt zu den traditionsreichsten Märkten in ganz Europa. Am Nachmittag Rückfahrt in die Schweiz. Pro Person in Fr. Katalog-Preis Sofort-Preis* 2 Tage inklusive Frühstück 250.– 225.– Währungsvorteil – 30.– Zuschläge Abreisen Di–Do Reise 1, 3, 4 20.– Daten 2015 1: 26.11.–27.11. Do–Fr 3: 01.12.–02.12. Di–Mi 2: 29.11.–30.11. So–Mo 4: 03.12.–04.12. Do–Fr

Gültig für alle Reisen Reisekomfort: Abfahrtsorte: Nicht inbegriffen: Auftragspauschale:

Busreise im modernen Königsklasse-Bus, ausser Dresden Reisen 5 und 6 im Komfortklasse-Bus Burgdorf , Basel, Aarau, Baden-Rütihof , Zürich-Flughafen , Winterthur, Wil Zuschläge für Einzelzimmer, Annullationsschutz, fak. Ausflüge, Kartenzuschläge Unsere Auftragspauschale von Fr. 20.– pro Dossier (nur Esslingen und Stuttgart) resp. Fr. 20.– pro Person entfällt bei Buchung über www.twerenbold.ch

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14 | MM43, 19.10.2015 | MENSCHEN

Porträt

Gefangen im eigenen Körper

Jahrelang wich Jann Kessler seiner Mutter aus, die an multipler Sklerose leidet. Dann drehte er einen Dokumentarfilm über sie und die heimtückische Krankheit. Der Film ist so gut geworden, dass er diese Woche sogar ins Kino kommt. Text: Ralf Kaminski

V

Bilder: Daniel Auf der Mauer

ersteht sie, was gerade um sie herum passiert, oder nicht? So sicher weiss das niemand, auch ihr Sohn Jann (20) nicht. Aber er glaubt, immer mal wieder Zeichen zu erkennen, dass sie zumindest versteht, was man ihr sagt. Wie so oft sitzt er neben ihr und liest aus einem Buch vor: «Der unsichtbare Apfel» von Robert Gwisdek. Ursula Baumgartner (53) starrt ihren

Sohn an, das Gesicht ausdruckslos, der Körper unbeweglich. Ihren Kopf kann sie noch drehen, ihre Arme und Hände noch ein bisschen bewegen, mehr nicht. Sprechen geht schon seit fünf Jahren nicht mehr, damals versiegte auch der letzte Kommunikationskanal zu ihr. Nun liegt sie da, im Alterszentrum Park in Frauenfeld TG, Tag für Tag, Woche um Woche, gefangen in ihrem hilflosen Körper, einge-

sperrt von ihrer Krankheit, der multiplen Sklerose (MS). Jann war fünf Jahre alt, als es begann, auf einer Skitour in den Bergen. «Es war ein langer Aufstieg, meine jüngere Schwester sass im Rucksack auf den Rücken der Eltern», erinnert er sich. Endlich angekommen, in einer abgelegenen Hütte ohne Telefonempfang, war seine Mutter sichtlich erschöpft. Am nächsten Tag hatte sie Mühe, ihr Bein zu bewe-

gen, Stunden später konnte sie nicht mehr gehen. Draussen tobte ein Schneesturm. «Papa kämpfte sich auf Ski zu einer anderen Hütte mit Telefonverbindung durch. Dort rief er die Rega an, aber auch die musste warten, bis der Sturm vorbei war.» Die MS-Diagnose hat Ursula Baumgartner nie akzeptiert. «Sie hat sich der Krankheit verweigert, wollte nicht darüber sprechen.» Was es ihrer


MENSCHEN | MM43, 19.10.2015 | 15

völlig ins Abseits manövriert.» Als Folge davon wich Jann nicht nur seiner Mutter aus, er ver­ mied die Auseinandersetzung mit der Krankheit viele Jahre lang. Umso bemerkenswerter ist der sensible, berührende Doku­ mentarfilm «Multiple Schick­ sale», den er nun über Menschen mit multipler Sklerose und über seine Mutter gedreht hat. Gefilmt hat Jann Kessler 2013 innerhalb eines halben Jahres, und eigentlich war das nur als Maturaarbeit gedacht. «Damals habe ich begonnen, mich mit MS auseinanderzusetzen.» Filmen bei der Sterbehilfe

Kommunikation ohne Worte: Jann Kessler und seine Mutter Ursula Baumgartner.

Familie umso schwerer gemacht hat, damit umzugehen. Und dann fing die MS an, ihre Per­ sönlichkeit zu verändern. «Plötzlich wurde Mama extrem schnell wütend, sie tat Dinge, die ich nicht verstehen konnte.» Jann fing an, ihr aus dem Weg zu gehen, viel Zeit mit Freunden oder bei den Grosseltern zu verbringen. «Sie waren extrem wichtig für mich. Mein Gross­ vater war Arzt und ein Anhänger

der Schulmedizin. Mama hin­ gegen fing an, sich mehr und mehr auf Alternativmedizin zu konzentrieren, und wollte mit ihrem Vater nichts mehr zu tun haben.» Schliesslich weigerte sie sich, bei MS­Schüben ins Spital zu gehen. «Auch mit Papa hat sie immer wieder gestritten – eigentlich mit allen, gerade auch den Leu­ ten, die mir wichtig waren. Aus meiner Sicht hat sie sich damit

Mit seiner Mutter jedoch konnte er zu dem Zeitpunkt bereits nicht mehr sprechen. Also such­ te er mithilfe der Schweizeri­ schen Multiple Sklerose Gesell­ schaft den Kontakt zu anderen Erkrankten, um durch sie mehr über die Krankheit zu erfahren und den Umgang damit. Die Resonanz war enorm: 40 Personen waren interessiert, mit 15 führte er Gespräche, sechs wählte er aus für den Film. Drei Monate lang besuchte er sie regelmässig, redete, lernte sie kennen, baute Vertrauen auf, Freundschaften zum Teil. Erst dann nahm er die Kamera mit und fing an zu filmen. Entstanden ist ein sehr intimer Einblick in sechs ganz unterschiedliche Krankheitsgeschichten von Menschen, die alle anders mit ihrem Schicksal umgehen. Als einer der Porträtierten während der Dreharbeiten beschloss, seinem Leiden mit­ hilfe von Exit ein Ende zu set­ zen, fragte er Jann, ob er mit der Kamera dabei sein wolle. Der zögerte zunächst, aber nachdem alle Angehörigen ihr Einver­ ständnis gegeben hatten, ent­ schied er sich dafür. «Die Kame­ ra und die Technik halfen dabei, etwas Distanz zu wahren.» Aber beim Schnitt rang er mit seinem Berater, dem erfahrenen Doku­ mentarfilmer Martin Witz, lange darum, wie viel von der Sterbe­ szene in den Film sollte und was zu weit ging. Am Ende hatte der Gymna­ siast über 200 Stunden Material und zwei Wochen Zeit, daraus

einen Film zu machen – was einige Nachtschichten erforder­ te. Das Interesse daran war so gross, das Feedback so positiv, dass er beschloss, noch weitere Szenen aufzunehmen. Diverse Stiftungen ermöglichten mit ihren Beiträgen eine professio­ nelle Überarbeitung, und nun startet «Multiple Schicksale» diese Woche in den Kinos. Seine Mutter würde sich über den Film freuen und hätte ihn unterstützt, glaubt Jann. Er hat in ihrem Zimmer auch ei­ nige Szenen gedreht, und es gab Momente, wo sie zu verstehen schien, was passierte. «Der Film ist meine Art, die Krankheit zu verarbeiten, er gab mir die Chance zu verstehen. Heute kann ich akzeptieren, dass Mama, geprägt durch die Krank­ heit, diesen Weg gehen musste. Meine Wut hat sich in Dank­ barkeit gewandelt, immerhin existiere ich nur dank ihr.» Er bedauert aber, dass er mit ihr nie über all das sprechen konnte – nicht mal an sein letztes Ge­ spräch mit ihr kann er sich erin­ nern. Deshalb ist er nun häufiger bei ihr, meistens abends, erzählt ihr aus seinem Leben und liest ihr aus Büchern vor. Verdrängen ist keine Lösung

Was sie denkt, wie sie sich fühlt, ob sie auch gerne sterben würde, weiss niemand. «Sie hat sich nie dazu geäussert, als sie es noch konnte», sagt Jann. Doch selbst passive Sterbehilfe ist in ihrem Zustand keine Option mehr; sie wäre nicht in der Lage, das töd­ liche Getränk selbst zu sich zu nehmen. «Diese Ohnmacht ist nicht leicht auszuhalten. Das soll auch der Film zeigen: Das Verdrängen von schwierigen Fragen kann eine Strategie sein, die eine Zeit lang funktioniert, aber es ist keine Lösung.» Jann hält es für wichtig, sich in einer solchen Situation zu diesen Fragen zu äussern. «Ich denke, es könnte eine Erlösung für sie sein, wenn sie dann mal sterben kann», sagt er. Aber das kann noch Jahre oder Jahr­ zehnte dauern. «Und wer bin ich, das einschätzen zu können? Vielleicht ist ihr Leben für sie auch so lebenswert? Nur sie selbst kann das beurteilen.»


Trailer zu Jann Kesslers Film «Multiple Schicksale»

16 | MM43, 19.10.2015 | MENSCHEN

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Nach der Matura hat Jann für seinen Film ein Zwischenjahr eingelegt, nun folgt wohl noch ein zweites für die Kinoaus­ wertung und den Zivildienst. Danach will er studieren, weiss aber noch nicht so recht, was. «Ich könnte mir Elektrotechnik vorstellen, aber auch Germanis­ tik oder Politologie.» Klar ist nur eines: Er wird weitere Filme dre­ hen. «Das ist die Sprache, in der ich mich am intensivsten aus­ drücken kann.» Mit zwei Freun­ den hat er die Revolta Produc­ tions gegründet und macht unter diesem Label Kurzfilme und Musik­Clips. Der Gesprächsstoff an den Abenden mit seiner Mut­ ter wird Jann bestimmt nicht so schnell ausgehen. MM «Multiple Schicksale» startet am 22. Oktober in den Kinos: ms-film.ch Facebook.com/MultipleSchicksale

Zahlen und Fakten

Eine mysteriöse und unheilbare Krankheit Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen

Nervensystems (Gehirn und Rückenmark), die meist im frühen Erwachsenenalter auftritt. Die Ursache ist trotz intensiver Forschung nicht bekannt. Bei 80 Prozent der Betroffenen zeigen sich die ersten Symptome im Alter von 20 bis 40 Jahren. Die Störungen betreffen verschiedene Körperfunktionen

Über 200 Stunden Material hatte Jann am Ende für seinen Film.

wie zum Beispiel Seh- und Gleichgewichtsstörungen, Lähmungen an Beinen, Armen und Händen, Schmerzen sowie Blasen- und Darmstörungen. Viele MS-Betroffene leiden zusätzlich

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unter grosser Müdigkeit und Konzentrationsschwäche. Die heutigen Therapieangebote können den Verlauf der Krankheit nur mildern, bei einigen MS-Betroffenen wirken sie gar nicht. Die meisten leben viele Jahrzehnte mit ihrer Krankheit. Etwa 500 000 Europäer sind von MS betroffen, weltweit sind

es rund 2,5 Millionen Menschen. Die Häufigkeit ist je nach Region unterschiedlich und tendenziell höher in den wirtschaftlich entwickelten Ländern. In der Schweiz geht man von 10 000 bis 12 000 Betroffenen aus. Multiplesklerose.ch


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18 | MM43, 19.10.2015 | MENSCHEN

Porträt

Die grosse Heimweh-Tour

11 000 Kilometer in vier Monaten: Reto Fehr radelt derzeit durch alle 2324 Gemeinden der Schweiz. Die grössten Herausforderungen waren die Liebe seiner Mutter und etliche Materialschäden. Am Sonntag endet seine «Tour dur d’Schwiiz» auf der Älggialp in Obwalden. Text: Anne-Sophie Keller

R

eto Fehr hat bereits 70 Länder besucht, er war aber noch nie in Genf oder in Aarau. Als ein Backpacker aus Australien vom Jungfraujoch schwärmte, fasste der 35-Jährige den Entschluss, fortan sein eigenes Land zu bereisen. Das Auto wäre dafür aber zu schnell gefahren, zu Fuss wäre es zu lange gegangen, mit dem Zug wäre es zu langweilig gewesen. Es blieb nur das Velo. Die «Tour dur d’Schwiiz» war geboren. Sein Chef, «Watson»-Chefredaktor Hansi Voigt, gab sein Einverständnis. «Ende 2014 begann die Planung. Ich rechnete die Strecke mit Google Maps aus und sah, dass es vier Monate dauern würde, alle 2324 Gemeinden der Schweiz zu durchfahren», sagt der Sportjournalist. «Also fing ich mal irgendwo in einer Ecke an.» Im Morgengrauen des ersten Juli stieg er in den Zug nach Samnaun GR – ziemlich nervös und froh, dass es endlich losging. Ein Velofahrer fragte ihn im Zug, ob er auch über einen Pass fahren würde. Seine Antwort: «Nun ja, eigentlich über alle.» 13 Kilo Gepäck für vier Monate

Es folgten endlose Tage auf dem Sattel. Und weil Fehr nicht zu seinem privaten Umfeld kam, kam das Umfeld halt zu ihm. «Ich hatte fast an jedem zweiten Tag Gesellschaft», sagt er. «Mein Vater war oft bei mir, meine Frau Nina fuhr fast jeden Freitag mit, meine Arbeitskollegen jubelten mir in Zürich zu und Schulkollegen, die ich 20 Jahre nicht gesehen hatte, luden mich zum Übernachten ein.»

Bild: Beat Schweizer

An den wenigen Ruhetagen reiste er mit dem Zug nach Hause: zu Hochzeiten, geschäftlichen Terminen und zum obligaten Jassabend mit Freunden, der alle drei Monate stattfindet. Logistisch sei das Projekt eine Herausforderung gewesen, sagt Fehr. Bloss zwei Tenues, ein Necessaire, eine Reiseapotheke, ein Laptop, Handschuhe und Zivilkleidung durften mit. 13 Kilo für ein viermonatiges Nomadenleben. «Man lernt, wie wenig man braucht.» Auch punkto Essen war Flexibilität gefragt. «Das Mittagessen kaufte ich meistens unterwegs ein. Es bestand hauptsächlich aus Bananen, Biberli und den zuckerhaltigsten Getränken, die ich finden konnte.» Übernachtet hat er entweder in Hotels oder bei Privaten. «Dort wurde ich behandelt wie ein König. Ich konnte duschen, kriegte etwas zu essen und saubere Wäsche. Und am nächsten Morgen stand ein Frühstück bereit.» Die Technik war weniger zuverlässig. «Google Maps schickte mich drei, vier Mal ins Nirgendwo, ich musste dann über Zäune klettern. In Baden AG war der Weg mal eine Treppe, und am Vierwaldstättersee musste ich auf einem Wanderweg 850 Stufen durch den Wald hoch nach Seelisberg UR klettern.» Zu Verletzungen ist es bis auf eine Schürfung am Ellenbogen bislang nicht gekommen. Das Velo hat mehr gelitten: zwei Kettenrisse, eine kaputte Bremse, acht Speichenbrüche, ein kaputtes Hinterrad und zahlreiche Bremsbelagwechsel. Der Col des Etroits bei Sainte-Croix VD wurde zur Zer-

reissprobe: «Als ich dort ankam, regnete es, und es war eiskalt. Meine Eltern fuhren mir streckenweise mit dem Auto nach. Als es den Berg hochging, sagte meine Mutter bei jeder Kurve: ‹Steig doch ins Auto, es regnet so fest, wir sagen es niemandem.› Da musste ich durchbeissen. An diesem Abend ass ich zweimal Znacht.» Eine unerwartete Plage waren die Wahlen. «Ich sah wirklich fast jedes Wahlplakat. Die hingen meist schon an den Ortsschildern und sahen alle gleich aus. Das regte mich mit der Zeit enorm auf.» Bis zum Mittelpunkt der Schweiz

Läuft alles nach Plan, schliesst der radelnde Reporter seine Tour am kommenden Sonntag am geografischen Mittelpunkt der Schweiz ab, auf der Älggialp in Obwalden. «Danach bin ich mal zwei Tage auf dem Sofa.» Am ersten November geht es zurück ins Büro. Was bleibt, ist eine lange Liste mit Orten, die er künftig besuchen möchte. «Wir wissen gar nicht, wie schön wir es haben. Der Creux du Van haut dich um. Du hast das Gefühl, so was gibt es in der Schweiz gar nicht», sagt Fehr. «Der Partnunsee im Prättigau oder die Aussicht in Regensberg ZH sind atemberaubend. Gottlieben TG am Bodensee ist auch ein Highlight. Oder die Erdpyramiden in Euseigne VS. In Graubünden und im Tessin ist jedes Dorf ein Kunstwerk.» Aber naürlich sei er schon auch gerne im Ausland. Mitte November steht das nächste Abenteuer an: Dann gehts ab nach Panama. MM


MENSCHEN | MM43, 19.10.2015 | 19

Ein Mann, ein Velo, eine Mission: Auf seiner Reise durch die Schweiz schiesst Reto Fehr in jeder Gemeinde ein Erinnerungs-Selfie.


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MENSCHEN | MM43, 19.10.2015 | 23

W Bänz Friedli

Niedergeschlagen, ich?

Warum ich immer so deprimiert sei, fragt die Ärztin ein ums andere Mal. Sie ist Chinesin, ausgebildet in chinesischer Medizin, und ich liege bäuchlings in Unter­ hosen auf ihrem Schragen. Eh, ja, ich bin nun in einem Alter, da man solches ausprobiert: Tui­Na­Massage, Akupunktur, Schröpfen … Und sie fragt es schon wieder in ihrem eigentümlichen, verbenfreien Chinenglisch: «Why you always depressed?», verstehe ich erneut und versuche, ebenfalls englisch rade­ brechend, zu erklären, ich sei doch gar nicht niedergeschlagen. Da wird sie fast ein wenig wütend. O doch, befindet sie: «You always depressed!», und fingert weiter an meinem Rücken herum. «I’m not.» – «Yes! You very, very depressed», insistiert sie. Und erst als sie fragt: «Why you always take deep breath?», begreife ich das Missverständnis; Frau Doktor wollte wissen, weshalb ich immer so tief ein­ und ausatmen würde. Und ich hatte gemeint, das müsse man bei solchen Behandlungen: tief durchatmen …

Bänz Friedli (50) ist wie auf Nadeln.

Nebenbei (und im Preis inbegriffen) erteilt sie jeweils eine Lektion in Philosophie. Und vielleicht werden ihre Sentenzen durch die mangelnde Sprachgewandtheit umso deut­ licher: Sie fasst sie in einfache, klare Worte. «We don’t need, we want», umschrieb sie unlängst unsere Konsumgesellschaft. Sprich: Wir lebten in Wohlstand, hätten alles, seien verwöhnt und bräuchten nichts – dennoch

seien wir unzufrieden, wollten wir immer mehr und noch mehr. «We don’t need, we want», welch Urteil über die westliche Welt! Und als hätte sie mich ermahnen wollen, sagte sie, während sie die vielen feinen Nadeln aus meiner Haut zog, abermals: «Think of what you have. You are happy.» Ich solle glücklich sein mit dem, was ich hätte. Recht hat sie. Zu ihren Methoden gehört, dass ich ihr die Zunge rausstrecken muss. Davon liest sie den Stand meiner Fitness ab. Ihr missfällt dann, was sie sieht, und sie will wissen, wie viel ich schlafe. Ich lüge: «Acht, neun Stun­ den», denn ich will keinen Rüffel einfangen und werde ihr sicher nicht verraten, dass ich meist zu viel weniger Schlaf komme. «How much?», fragt sie fassungslos nach. «Eight, maybe nine hours», lüge ich erneut. Da kommts: «Viel zu lang!», schimpft sie, und sie schimpft von unten herauf, denn sie ist winzig. Aber resolut ist sie! «Viel zu lang! In Ihrem Alter genügen sechs Stunden.» Hat sie doch tatsächlich «in Ihrem Alter» zu mir gesagt, die freche junge Ärztin! Beim Hinaus­ gehen lese ich auf einer Hinweistafel, sie habe 29 Jahre Berufserfahrung, und ich beginne zu rechnen. Sie muss wesentlich älter sein als ich. Nur: Man sieht es ihr nicht an. MM Bänz Friedli live: 21. 10. Wattwil SG, 23. 10. Neuenkirch LU, 24. 10. Laupen BE. Neues Buch von Bänz Friedli: «Und er fährt nie weg», Eisenbahngeschichten. Erhältlich bei Exlibris.ch

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24 | MM43, 19.10.2015 | MENSCHEN

Interview

«Das Risiko steigt, zunehmend das Gleiche zu tun und zu erleben» Thomas Schneider ist der Schweizer Chefdiplomat des World Wide Web. Als Vorsitzender des Länderbeirats der Internetbehörde ICANN prägt er die Debatte über die Zukunft der Online-Welt mit – etwa in der Frage, wie stark kommerzielle Interessen dominieren sollen. Text: Ralf Kaminski Bilder: Marco Zanoni


MENSCHEN | MM43, 19.10.2015 | 25

Hat den Durchblick im Netz: Thomas Schneider beeinflusst Meinungen und Standards bei der Internetbehรถrde ICANN.


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Die neue Endung «.swiss» und die DomainWeltrangliste

MENSCHEN | MM43, 19.10.2015 | 27

Migrosmagazin.ch

Thomas Schneider, nach Ihrer Wahl bei ICANN hat Sie eine Sonntagszeitung als «Sepp Blatter des Internets» bezeichnet. Trifft dieser Vergleich zu? Nicht wirklich. Es gibt zwar gewisse Paral­ lelen zwischen der ICANN und der FIFA, aber anders als Blatter treffe ich keine Ent­ scheide. Der Länderbeirat liefert dem ICANN­Board lediglich Empfehlungen oder stellt Forderungen. Letztlich bin ich also nur der Chef eines «Beratergrüppchens». Von denen gibt es noch drei, vier andere, und jedes hält sich für das wichtigste. ( lacht) Die Regierungen sind quasi eine kleine UNO innerhalb der ICANN. Dann sind Sie also der Ban Ki-moon des Internets, der Generalsekretär. Ja, das trifft es schon eher.

Es ist noch nicht ganz entschieden, läuft aber in diese Richtung. Setzen diese Interessen sich meistens durch? Häufig, wie überall. Das Internet ist heute zwar ein Allgemeingut wie Wasser oder Luft, aber es ist privat gebaut worden, privat verwaltet und für viele ein Mittel, Geld zu verdienen. Der Schlüssel dazu sind die Domainnamen. Lange gab es nur knapp 200 Länderendungen wie «.ch» oder «.de», dazu etwa 20 andere wie «.com», «.net» oder «.org». Nun hat man die Öffnung beschlossen: Jeder, der genug Geld hat, kann sich für irgendwas bewerben, alle Endungen sind möglich. Domainnamen werden gehan­ delt, parkiert, versteigert – und je mehr es

Ihre Macht ist auch ähnlich beschränkt. Das ist so. Aber die Regierungen können natürlich durch Gesetze und internationale Abkommen Einfluss aufs Internet nehmen. Es ist seit je der gleiche Grundsatzstreit: Die einen finden, das Internet sei eine Infra­ struktur wie die Eisenbahn oder das Tele­ fonnetz und die Regierungen müssten be­ stimmen, wie das läuft. Die anderen finden, das Internet sei ohne Einfluss von Beamten und Juristen entstanden und das solle so bleiben – sonst gehe die Innovationskraft verloren. Letzteres ist die Position der meis­ ten Industrieländer; viele Entwicklungslän­ der sowie Russland und China hätten gerne mehr staatliche Eingriffsmöglichkeiten. Mit anderen Worten: mehr Kontrolle. Ja, aber auch in Europa, wo man sich stark für Daten­ und Konsumentenschutz ein­ setzt, hätte man in diesen Bereichen gerne mehr Leitplanken. Es geht also nicht nur um Westen gegen Osten. Ein grosser, langwieri­ ger Streit bei der Einführung der neuen Toplevel­Domains «.vine» und «.vin» dreht sich etwa um den Schutz geografischer Her­ kunftsbezeichnungen beim Wein. Die Ame­ rikaner wollen keinen speziellen Schutz, die Europäer schon; darüber hat man regel­ mässig bis morgens um vier Uhr gestritten. Haben sie sich inzwischen geeinigt? Jein, das heisst: Die Regierungen sind sich uneinig, aber die Weinproduzenten haben sich mit den Betreibern der Domains direkt verständigt. Oftmals geht es bei den Kon­ flikten um kommerzielle Interessen, etwa darum, ob «.gay» nur Organisationen zur Verfügung stehen soll, die sich für gesell­ schaftliche Fortschritte in Sachen Homose­ xualität einsetzen, oder ob auch kommer­ zielle Firmen diese Domain nutzen dürfen. Und in diesem Fall haben die kommerziellen Interessen gesiegt?

Thomas Schneider vertritt die Interessen der Schweiz bei der Gestaltung des Internets.

Zur Person Thomas Schneider (43) hat Geschichte, Volkswirtschaft und englische Literatur studiert. Er ist stellvertretender Leiter des internationalen Dienstes des Bundesamts für Kommunikation (BAKOM) und vertritt die Interessen der Schweiz in diversen internationalen Organisationen. Seit Oktober 2014 ist er Vorsitzender des Länderbeirats GAC (Government Advisory Committee) bei der Internetbehörde ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers). Thomas Schneider ist verheiratet, hat zwei Söhne (10 und 12) und wohnt in Dietikon ZH.

davon gibt, desto mehr Geld lässt sich damit verdienen. Es gibt bei ICANN aber auch ein Domain­Anmeldeverfahren für Commu­ nitys; wer bestimmte Anforderungen erfüllt, kann sich eine Domain sichern. Ansonsten findet eine Auktion statt – die Gewinner sind diejenigen mit mehr Geld, in der Regel die kommerziellen Anbieter. Das Verfahren ist jedoch umstritten, weil die Communitys sich meist nicht durchsetzen können. Verdankt die Schweiz Ihnen und Ihrer Position mehr Einfluss auf die Geschicke des Internets? Es ist schon ein Vorteil für die Schweiz. Als kleines Land wird man oft nicht so ernst genommen, man hat kaum Drohpotenzial, um seine Haltungen durchzusetzen. Als Vorsitzender kann ich die Debatte ein Stück weit steuern und Kompromisse eher in diese oder jene Richtung lenken. Die Schweiz steht bei vielen Themen etwa in der Mitte des Meinungsspektrums. Meist ist ein Kompromiss sehr nahe an dem, was wir als vernünftig ansehen. Das erhöht unsere Glaubwürdigkeit und unser Gewicht. Sie wurden ja gewählt, damit Sie frischen Wind in den Länderbeirat bringen. Konnten Sie schon etwas erreichen? Man kann sicher sagen, dass die Stimmung besser ist und wir heute konstruktiver arbeiten als zuvor. Ich habe eine andere Ge­ sprächskultur ins Gremium gebracht, auch etwas mehr Humor. Wir sind heute deutlich schneller; statt bis morgens um vier zu ver­ handeln, sind wir meist schon abends um 18 Uhr fertig. Ich versuche, alle gleich und fair zu behandeln, transparent zu sein, Kon­ flikte respektvoll auszutragen. Meine kana­ dische Vorgängerin stand oft im Verdacht, eine Seite stärker zu unterstützen als die andere, hatte Mühe, Brücken zu bauen. Die Regierungen galten früher als komisches, verschlossenes Grüppchen, als Bremser. Heute sind wir sehr viel offener im Gespräch mit Wirtschaft und Nichtregierungskreisen. Das Internet ist fast täglich negativ in den Schlagzeilen: Es hapert beim Datenschutz, Firmen werden gehackt, es gibt Cybercrime und Cyberwar. Kann ICANN auf diese Phänomene Einfluss nehmen? Der Einfluss von ICANN ist begrenzt, aber je nachdem, welche Sicherheitsanforderungen wir beschliessen, wird es für Kriminelle mehr oder weniger leicht, sich zum Beispiel als Bank auszugeben und den Leuten etwas vorzugaukeln. Wir streiten permanent darüber, denn Datenschutz kostet Geld und schränkt die Nutzungsmöglichkeiten ein. Die Frage ist immer: Was geben die Regie­ rungen vor, was überlässt man der Wirt­ schaft und der Eigenverantwortung der Nut­ zer? Zudem spielen noch viele weitere inter­


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MENSCHEN | MM43, 19.10.2015 | 29

nationale und nationale Gremien eine Rolle. Und natürlich die Firmen, deren Dienste genutzt werden. Was raten Sie denn dem gewöhnlichen Nutzer, der seine Daten schützen will? Jeder muss sich bewusst sein, dass er online unglaublich viele Daten hinterlässt. Und wer will, kommt an diese Daten ran, mit immer geringerem Aufwand. Jeder muss sich deshalb überlegen, was er vielleicht lieber doch unterlassen sollte. Meinen Kindern, die inzwischen auch Smartphones haben, erkläre ich es jeweils so: Was du von dir oder von Klassenkameraden nicht an der Tür deines Schulzimmers hängen sehen willst, solltest du auch nicht ins Internet stellen oder per WhatsApp verschicken. Natürlich gibt es Anwendungen, die sicherer sind als andere, aber wirklich sicher wäre man nur, wenn man das Internet ganz meiden würde. Und auch das nur halbwegs, weil dann immer noch Freunde Fotos von einem posten könnten.

Sie haben mal gesagt, dass Sie helfen, die Weichen für die Zukunft des Internets zu stellen. Wie sieht diese Zukunft aus? Es wird sehr viel mehr Anwendungen geben, vor allem wird das Internet stärker mit uns und der realen Welt verschmelzen. Wenn das Haus wahrnimmt, dass das Auto sich nähert, wird sich das Garagentor öffnen. Die Kaffeemaschine weiss, wer im Wagen sitzt, und wird den Kaffee entsprechend zubereiten. Unser Verhalten wird bis ins kleinste Detail erfasst sein, die Systeme um uns herum werden helfen, unser Leben noch effizienter und bequemer zu machen. Die Gefahr besteht darin, dass ein solch komplexes System sehr anfällig ist für Ausfälle oder Manipulationen. Zudem werden auf der Grundlage unseres vergangenen Verhaltens Prognosen für die Zukunft erstellt – das Risiko steigt, zunehmend das Gleiche zu tun und zu erleben. Man wird darum kämpfen müssen, aus dieser Routine ausbrechen und sich einen Entscheidungsspielraum für die Zukunft bewahren zu können.

Haben Sie angesichts des anspruchsvollen Jobs überhaupt noch Zeit für Ihre Familie und Ihre Hobbys? Für Ihre Band Elvis Explosion zum Beispiel? Ich brauche nicht viel Schlaf, das hilft. Aber man wird ja auch nicht jünger. Ich sehe meine Familie wohl schon weniger als einer, der abends um 17 Uhr zu Hause ist. Früher war ich in vier Bands engagiert, wir gaben 50 Konzerte pro Jahr. Heute bin ich nur noch in einer Band, und wir treten vielleicht zehn Mal auf – oft an privaten Partys, aber regelmässig auch öffentlich. Zudem sind wir nur zu zweit und darum ziemlich flexibel. Weiss man bei ICANN von der Band? Verleiht Ihnen das eine gewisse Coolness? Ich hänge es nicht an die grosse Glocke, habe aber auch dort schon ab und zu Musik gemacht. Ich bin ja eh nicht der typische Bilderbuchdiplomat, aber zum Glück bin ich nicht der Einzige bei ICANN, der etwas unkonventionell ist. Ein gewisses Freaktum ist dort Teil der Kultur. MM

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Leserforum MM41: Porträt «Magie aus der Dunkelkammer»

«Mit einer sehr kreativen Idee gelingt ein echter Hingucker»

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Einfach mal ein grosses Kompliment an eure Bildschaffenden. Der Fotograf Roland Tännler setzt gekonnt seinen Kollegen René Groebli ins richtige Licht. Mit einer sehr kreativen Idee, dem «Zeitsprung-Kontrast» und richtig eingesetzter Bildbearbeitung gelingt ein echter Hingucker. Das unterscheidet den fotografischen Gestalter vom Abföteler. Bitte weiterhin keine Budgetvarianten, was die Bildqualität betrifft. Bernhard Stegmayer

MM38: Dossier über den Islam

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«Ja zum Dialog» Es ist mir ein Bedürfnis, Ihnen für das Dossier zum Islam zu danken. Damit leisten Sie einen Beitrag zu Abbau von Ängsten. Die Einladung zum Dialog und kontextlichem Betrachten aktueller Situationen ermutigt zum Engagement für eine menschenfreundlichere Gesellschaft. Bernadette Inauen-Wehrmüller

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32 | MM43, 19.10.2015

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MM43, 19.10.2015 | 33

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Migros-Welt MM43

Zitat der Woche

«Gesunde, biologische und klimafreundliche Ernährung darf kein Widerspruch sein.» Judith Ellens, Co-Gründerin des von Engagement Migros geförderten Start-ups Eaternity in der «Bauernzeitung Online» vom 12. Oktober. Der CO2-Rechner von Eaternity misst den ökologischen Fussabdruck von über 5000 Schweizer Menüs.

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Eingekauft*

Bild. Mirko Ries

Christoph Sutter (85), Schinznach-Dorf, besitzt zwar Traubenstöcke, kauft die Frucht aber auch in der Migros.

«Meine erste Erinnerung an Trauben reicht in meine Kindheit zurück. Weil mein Vater leidenschaftlich gerne Trauben züchtete, war unsere Hauswand voller solcher Sträucher. Die Freude an den süssen Früchten hat sich auch auf mich übertragen. Ich besitze selber elf Rebstöcke und esse Trauben bei jeder Gelegenheit und Tageszeit. Und natürlich mag ich die Früchte auch in flüssiger Form.» * in der Migros-Filiale in Brugg AG


38 | MM43, 19.10.2015 | MIGROS-WELT

Zahl der Woche

12 000

Personen haben sich im letzten Monat online für eine Weiterbildung an der Klubschule Migros angemeldet. Auswählen konnten sie zwischen 600 verschiedenen Kursen und Ausbildungen.

Rückruf

Sélection Rosenkuchen Die Migros ruft Sélec­ tion Rosenkuchen zu­ rück, da dieses Produkt irrtümlicherweise mit einer falschen Ver­ packungsrückseite aus­ geliefert wurde. Deshalb fehlt die vor allem für Allergiker wichtige korrekte Deklaration der Zutaten Weizen, Milch und Haselnüsse. Die betroffenen Migros Sélection Rosenkuchen (Artikel­Nr. 1136.360) sind mit «Verkaufen bis 17. 10. 2015» und dem Mindesthaltbarkeits­ datum 18. 10. 2015 ge­ kennzeichnet. Sie waren bei der Migros und bei LeShop.ch erhältlich. Die Kuchen können gegen Rückerstattung des Verkaufspreises von 8.60 Franken in die Filialen zurückgebracht werden. Nicht­Allergiker können das Produkt bedenkenlos geniessen.

Migros-Service

Standort Gossau schliesst Der Migros­Service führt in der Schweiz vier Reparaturwerkstätten in Bülach, Bern, Genf und Gossau SG. Letzterer wird nun per Juni 2016 geschlossen. Der Haupt­ grund dafür ist eine zu geringe Auslastung. Seit Jahren gehen die Aufträ­ ge tendenziell zurück, weil defekte Geräte nicht mehr repariert, sondern neu gekauft werden. Von der Schliessung sind 26 Mitarbeiter betroffen. Für diese gibt es einen Sozialplan.

Lichtzauber Normalerweise ist die Fassade des Bundeshauses weniger interessant als die

Debatten der Politiker im Innern. Doch bis am 29. November werden die Mauern am Abend zur Projektionsfläche für eine grandiose Lichtshow: «Rendez­vous am Bundesplatz» heisst der Event, der den Regierungssitz jeweils um 19.00 und 20.30 Uhr verzaubert. Diesmal ist das Matterhorn das Thema des Spektakels, das vom Migros­Kulturprozent unterstützt wird. www.rendezvousbundesplatz.ch

Ex Libris

Dinos auf Abruf Wenn es der Zuschauer will, erscheinen sofort die urzeitlichen Riesenechsen aus «Jurassic World» auf dem Bildschirm. Das neue «Video on Demand»Angebot der Ex Libris macht eine Vielzahl neuer Hollywood­Hits verfügbar. Die Filme lassen sich mieten oder kaufen und auf Smart­TVs der Marke Samsung, auf PC, Tablet

oder Smartphone ansehen. Das Angebot funktioniert ohne Zusatzgerät und ohne Abonnement, nur ein Ex­Libris­Konto ist nötig. Besonders aktuell ist das Angebot bei den TV­Serien: Hier sind die neusten Staffeln diverser Serien bereits 48 Stunden nach Erstausstrahlung in der Originalsprache abrufbar. www.exlibris.ch

Bei Ex Libris als «Video on Demand» erhältlich: der Kinohit «Jurassic World».


Marroni wärmen Magen, Hände und unsere Seele. Neben Süssspeisen aus Marronipüree wie Vermicelle passen die edlen Herbstfrüchte auch zur pikanten Küche. Caramelisiert gehören sie praktisch zu allen Wildgerichten und mit Meersalz bestreut schmecken sie himmlisch zum Apéro.

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Aus Kastanienmehl lassen sich übrigens feine Pasta und Gnocchi herstellen. Marroni wie auch das Kastanienmehl sind glutenfrei und für Menschen, welche an Zöliakie leiden, bestens geeignet.

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Lage: Etwa 2.5 km ausserhalb des Zentrums, in einem Waldgebiet und mit unmittelbarem Zugang zu den Langlaufloipen und Winterwanderwegen. Unterkunft: Das Ferienhaus bietet Platz für max. 2 Erwachsene und 2 Kinder und verfügt über 1 Schlafzimmer mit 2 Betten sowie eine Galerie mit 2 Betten.

Nicht inbegriffen

Rezpte mit Marroni auf Seite 47

Bett- und Toilettenwäsche , CHF 28.– pro Person , Mahlzeiten , Kombi-Versicherungspaket Bearbeitungsgebühren Ihrer , evtl. Buchungsstelle Preisstand 15.10.15. Limitierte Anzahl Plätze. Es gelten die Allgemeinen Vertragsund Reisebedingungen der MTCH AG.

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Aktuelle Preisänderungen Die Migros senkt die Preise von verschiedenen Artikeln.

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Labello Pearly Shine, 4,8 g

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40 | MM43, 19.10.2015 | MIGROS-WELT

Obstproduktion

Einfach dem Apfel nach

Im Rahmen der Genusswoche lud die Migros Wallis eine Schulklasse ein und zeigte den Kindern, woher die Äpfel kommen. Text und Bilder: Mélanie Zuber

G

eografiekurse sind heute nicht mehr, was sie einmal waren. Flüsse auswendig büffeln, ist von gestern. Heute lernen die Kinder die Humangeografie mithilfe eines im Alltag verankerten Lehrplans kennen. Die Klasse 6H von Lehrerin Marie Michellod in Lourtier im Val de Bagnes beschäftigt sich aktuell mit der Herstellung, der Rückverfolgbarkeit und der Verteilung von Lebensmitteln. Vom Obstgarten in den Supermarkt

Anlässlich der Genusswoche hat die Migros Wallis den achtzehn Schülerinnen und Schülern vorgeschlagen, dem Weg des Apfels von der Knospe zum Konsumenten zu folgen. An einem schönen Dienstagmorgen im September machten sich die Kinder in Begleitung einiger Eltern, ihrer Klassenlehrerin und einer Praktikantin auf nach Fully in die Obstgärten von Raphaël Carron, der nebst weiteren Früchten zehn verschiedene Apfelsorten anbaut. Obwohl die Ernte gerade auf Hochtouren läuft, nahm sich der Produzent Zeit, um den Kleinen mit viel Herzlichkeit und Enthusiasmus seine Arbeit vorzustellen. Staunend schauten die Kinder zu, wie die Arbeiter die Äpfel mithilfe eines Kaliber-Messgeräts auswählen, und wie sie auf einer Hebebühne zu den höchsten Ästen gelangen. Die Besichtigung wurde einige hundert Meter weiter weg, im Betrieb VS-Fruits fortgesetzt. Das Gebäude in Form eines Apfels erkennt man schon von der Autobahn her. Hier konnten die Kinder sehen, wie die Äpfel von Raphaël Carron abgepackt werden.

Der Betriebsleiter Alain Mermoud erklärte den Kindern auf einfache Weise und mit viel Humor, wie sein Betrieb Äpfel und andere Früchte lagert, aussortiert und abpackt. Bei VS-Fruits beginnt alles mit der Ankunft eines mit der Tagesernte beladenen Lastwagens: Er wird zuerst mit seiner Ladung, und danach ohne gewogen, damit man das genaue Gewicht der Lieferung bestimmen kann. Die Palox-Kisten voller Äpfel werden darauf etikettiert, damit die Rückverfolgbarkeit der Lebensmittel gewährleistet werden kann. Anschliessend werden sie in imposanten Hallen zwischengelagert, in denen bis zu 450 der grossen Kisten stehen können. In den Hallen wird dann der Sauerstoff-Gehalt auf einen Tiefpunkt gesenkt, damit die Äpfel während einigen Monaten aromatisch und knackig bleiben. Gut gelaunte und gebildete Gourmets

Sind die Früchte für die Lieferung in den Supermarkt bereit, werden sie mit einer Anlage aussortiert, die die Kinder sehr beeindruckt hat. Die Äpfel zirkulieren in einem Schwimmbecken und kommen an einer Maschine vorbei, die sie zur Analyse von allen Seiten her fotografiert. Je nach Durchmesser, Farbe und eventuellen Mängeln werden sie automatisch in verschiedene Kanäle verteilt. Einmal aussortiert, passieren sie die letzte Etappe ihres Wegs bei VS-Fruits: Das Abpacken, das von Hand geschieht. Während der gesamten Besichtigung konnten die Kinder verschiedene Apfelsorten degustieren. Einige junge Gourmets haben an einem einzigen

Morgen sogar sechs Äpfel gegessen! Lieber die schönen Roten, die Golden, oder die Grünen, «die auf der Zunge kitzeln»? Alle Kinder waren sehr interessiert an den Erklärungen und stellten viele Fragen. «Warum gibt es Äpfel, die röter sind?» – «Wie wissen Sie, wann ein Apfel reif ist?» – «Müssen Sie auch in der Nacht arbeiten?» Die letzte Etappe des Apfelwegs führte die Schülerinnen und Schüler in den Migros Supermarkt im Métropole in Sitten. Dort präsentierten ihnen Raphaël Vouillamoz, Filialleiter, und Rafet Rashiti, Rayonleiter Früchte und Gemüse, die Rampen, wo die Äpfel abgeladen werden, die Kühlräume, in denen die Frischprodukte gelagert werden und die grossen und attraktiven Apfelauslagen. Das war gleichzeitig auch die Gelegenheit, zu lernen, wie ein Supermarkt organisiert ist, und welche Berufe man hier ausübt. Die Kinder konnten ebenfalls eine Ausstellung von alten Fotos entdecken, die die Geschichte der Migros Wallis und die Entwicklung des Detailhandels abbilden, mit Besonderheiten wie zum Beispiel der Einführung der Selbstbedienung im Wallis oder die Verkaufswagen. Schliesslich stapften die kleinen Apfel-Profis zielbewusst in Richtung Migros-Restaurant. Dort genossen Kinder und Erwachsene ein Menü mit einem Apfelsaft «Aus der Region. Für die Region.». Nach einem intensiven Tag kehrten sie voller lehrreicher Eindrücke und Entdeckungen nach Lourtier zurück. MM


MIGROS-WELT | MM43, 19.10.2015 | 41

Ihre Region Neues aus der Genossenschaft Migros Wallis

2

3

4

1 Die Kinder waren von der Apfelsortieranlage beeindruckt. 2 Der Besuch der Firma VS-Fruits in Charrat war ein Höhepunkt des Tages. 3 Raphaël Car1

ron ist nicht nur ein begeisterter, sondern auch ein grosszügiger Obstbauer. 4 Die letzte Etappe der Apfel-Reise: Migros Sitten Métropole.


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MIGROS-WELT | MM43, 19.10.2015 |43

Ludwig Wehs Fotos und das Walliser Musikensemble Inversa zelebrieren unter anderem Vivaldis «Die vier Jahreszeiten».

Konzertreihe

Musikalische Bilder Das Musikensemble Inversa spielt sich, begleitet von den Fotografien Ludwig Wehs, durch die vier Jahreszeiten – in den Kirchen von Visp, Visperterminen und Zermatt. Text: Denise Jeitziner

W

Bilder: Ensemble Inversa, Ludwig Weh

enn jemand bei der Aufführung von «Le Quattro stagioni – eine musikalische Bilderreihe durch die vier Jahreszeiten» nicht patzen darf, dann ist es die Person, die bei der Diashow am Drücker ist. Denn Ludwig Wehs Fotos werden nicht einfach im monotonen Takt eingespielt, sondern genau dann, wenn die Partitur es verlangt. So erhebt sich etwa ein majestätischer Gipfel erst dann auf der Leinwand, wenn die Musik auf den Höhepunkt zuspielt. «Diese Aufgabe ist tatsächlich ein bisschen heikel», erzählt Hanspeter Oggier und lacht. Er ist der Panflötist im Oberwalliser Ensemble Inversa, zu dem auch Laida Alberdi (Violine), Marielle Oggier (Querflöte) und Sarah Brunner (Orgel) zählen. Ein ungewöhnliches Zusammenspiel von Instrumenten. Da ist Improvisation ge-

fragt: So übernehmen etwa bei den Stücken von Vivaldi die Panflöte und die Querflöte einen Teil der Geigenstimmen und die Violine den anderen, während die Orgel mehr zu tun hat als im Original. Musikalische und fotografische Bilder vereint

Der Grundstein zu diesem kreativen Projekt wurde in den Bergen gelegt, als Marielle Oggier und Sarah Brunner bei einer Tour auf den Fotografen und Bergsteiger Ludwig Weh trafen. Warum nicht musikalische Bilder mit fotografischen vereinen? Die Kirche als Austragungsort haben die fünf bewusst gewählt: der Akustik wegen und weil Kirchen «stumme Zeugen unzähliger erlebter Jahreszeiten» sind. Bloss ist der Platz bei der Orgel so eng, dass es gerade so für die vier Musiker reicht, geschweige denn für das Publikum. So sitzt die-

ses nicht oben beim Ensemble sondern unten in den Kirchenbänken. Damit auch die Zuhörer auf den hinteren Rängen etwas zu sehen bekommen, werden Wehs Naturfotos auf vier auf vier Meter grossen Leinwand gezeigt. «Le Quattro stagioni – eine musikalische Bilderreihe durch die vier Jahreszeiten» dauert rund sechzig Minuten und ist am 24. Oktober um 19.15 Uhr in der Dreikönigskirche in Visp zu hören, am 25. Oktober um 17 Uhr in der Pfarrkirche von Visperterminen und am 6. Dezember um 20 Uhr in der Pfarrkirche von Zermatt. Unterstützt wird das Projekt vom Migros Kulturprozent. MM Mehr Informationen auf www.ensemble-inversa.ch

1955 - 2015

Geburtstagsangebote Die Migros Wallis organisiert weiterhin Rabattaktionen im Rahmen ihres 60. Geburtstags. Diese Woche bieten die Supermärkte den à la 50er Jahre verpackten Greyerzer-Käse «Le Gruyère Vieux» zum Aktionspreis an. Ausserdem wird die Eierpackung à 15 Stück zum selben Preis wie 1955 angeboten, beziehungsweise zu 4.50 Franken. Das Geburtstagskind wird auch in den Restaurants gefeiert, mit einem Jubiläumsteller zum Geburtstagspreis von 6.60 Franken: Serviert wird ein feines Rindsgeschnetzeltes nach Walliser Art im Reisring. Zu guter Letzt zeigt eine Ausstellung im Einkaufszentrum Manoir in Martigny die Geschichte der Migros Wallis anhand von Fotos. www.migroswallisgeschichte.ch


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MIGROS-WELT | MM43, 19.10.2015 | 47

Saisonküche

Im Marroni-Fieber

«Heissi Marroni!» tönt es im Herbst wieder durch die Gassen, und endlich wieder gibt es die gerösteten Esskastanien aus dem Papiersäckli. Aber daheim schenken wir den Marroni währschafte Begleiter. Rezepte mit Kabis, Zwiebeln und Wild machen Appetit auf den Herbst.

Herausnehmen und sammeln!

Text: Claudia Schmidt Bilder & Styling: Christine Benz Rezepte: Annina Ciocco

Budget klein für 4 Personen

Noch mehr Rezepte Die Saisonküche gibt es auch im Jahresabonnement, 12 Ausgaben, für nur Fr. 39.– Saison.ch/abo

Marroni und frische Kräuter geben der Zwiebelwähe eine würzige Note.


48 | MM43, 19.10.2015 | MIGROS-WELT

Zwiebelwähe mit Marroni und Kräutern

Kabiswickel mit Marroni

Budget mittel

Hirschschnitzel mit Marroniragout

für 4 Personen

Budget gehoben für 4 Personen

Budget klein

Für 1 Kuchenblech à 26 cm Ø 200 g tiefgekühlte geschälte Marroni, vor Gebrauch aufgetaut 2 rote Zwiebeln 2 EL Olivenöl Salz, Pfeffer 2 Eier 2 dl Halbrahm 1 Bund gemischte Kräuter, zum Beispiel Petersilie und Schnittlauch 1 achteckig ausgewallter Blätterteig à 270 g 4 EL Paniermehl Zubereitung

1. Marroni in dünne Scheiben schneiden. Zwiebeln in Ringe schneiden. Öl in einer grossen Bratpfanne erhitzen. Marroni darin ca. 5 Minuten braten. Zwiebeln beigeben und kurz mitbraten. Mit Salz und Pfeffer würzen, abkühlen lassen. Für den Guss Eier mit dem Rahm verquirlen. Kräuter fein hacken und beigeben. Mit Salz und Pfeffer würzen. 2. Backofen auf 220 °C vorheizen. Blätter­ teig samt Backpapier in das Blech legen. Teigboden mit einer Gabel mehrmals einstechen. Paniermehl darauf verteilen. Marroni­Zwiebel­Masse daraufgeben. Guss darübergiessen. Wähe in der unteren Ofenhälfte 20 bis 22 Minuten backen. Zubereitungszeit ca. 30 Minuten + 20–22 Minuten backen

Pro Person ca. 10 g Eiweiss, 43 g Fett, 46 g Kohlenhydrate, 2600 kJ/620 kcal

Zutaten

1

300 g

2 EL 4 dl ½ TL 400 g 40 g

Spitz- oder Weisskabis à ca. 800 g Salz tiefgekühlte geschälte Marroni, vor Gebrauch aufgetaut Olivenöl Vollrahm Kümmel Pfeffer Kalbsbrät Parmesan

Zubereitung

1.Pro Person 3 grosse Blätter ganz vom Kabis lösen. In Salzwasser ca. 3 Minuten blanchieren. Herausheben, kalt abschrecken und abtropfen lassen. Von der Mittelrippe ⅔ herausschneiden. 2. Restlichen Kabis vierteln. Strunk weg­ schneiden. Kabis in feine Streifen schneiden. Marroni fein hacken. Im Öl ca. 5 Minuten braten. Kabisstreifen zugeben. Mit der Hälfte des Rahms ablöschen. Schmoren, bis die Flüssigkeit fast eingekocht und der Kabis weich gekocht ist. Mit Kümmel, Salz und Pfeffer würzen. Mit dem Brät mischen.

Zutaten 150 g getrocknete Feigen 120 g Lauch 300 g tiefgekühlte geschälte Marroni,

5 EL 1 EL 1 2 dl 2 dl 20 g 1 1 EL 12

vor Gebrauch aufgetaut Olivenöl Zucker Lorbeerblatt Traubensaft klare Bratensauce eiskalte Butter Salz, Pfeffer Knoblauchzehe milder Senf Hirschschnitzel à ca. 80 g

Zubereitung

1. Feigen sechsteln. Lauch in Ringe schnei­ den. Marroni in wenig Öl unter gelegentli­ chem Rühren ca. 10 Minuten dünsten. Lauch beigeben und kurz mitdünsten. Mit Zucker bestreuen und diesen leicht caramelisieren lassen. Feigen und Lorbeerblatt dazugeben. Mit Traubensaft ablöschen. Bratensauce dazugiessen. Flüssigkeit bei mittlerer Hitze auf etwa ⅓ einkochen lassen. Lorbeerblatt entfernen. Butter nach und nach unter­ rühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Warm halten, aber nicht mehr kochen.

3. Backofen auf 180 °C vorwärmen. Ganze Kabisblätter auf der Arbeitsfläche auslegen. Brätmasse darauf verteilen. Blätter seitlich einschlagen. Masse einrollen. Kabiswickel in eine ofenfeste Form legen. Mit dem rest­ lichen Rahm umgiessen. Parmesan an einer Röstiraffel darüberreiben. In der Ofenmitte ca. 20 Minuten gratinieren.

2. Knoblauch zum Senf pressen. Hirsch­ schnitzel damit bestreichen. Mit Pfeffer würzen. In einer grossen Bratpfanne mit dem restlichen Öl auf jeder Seite 3 bis 4 Minuten braten. Mit dem Marroni­ ragout servieren. Dazu passt Reis.

Zubereitungszeit ca. 55 Minuten + ca. 20 Minuten gratinieren

Zubereitungszeit ca. 50 Minuten

Pro Person ca. 22 g Eiweiss, 72 g Fett, 40 g Kohlenhydrate, 3800 kJ/910 kcal

Pro Person ca. 54 g Eiweiss, 26 g Fett, 66 g Kohlenhydrate, 3050 kJ/730 kcal


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MIGROS-WELT | MM43, 19.10.2015 | 57

Wissenswertes

Hintergrund

Rund um die Marroni Saison

Frische Marroni gibt es hierzulande von Oktober bis Dezember. Das ganze Jahr über sind sie tiefgefroren verfügbar, auch als Püree oder getrocknet im Glas. Lagerung

Frisch geernet sind Marroni nur kurze Zeit haltbar. Sie verlieren rasch an Aroma. Man lagert sie bis zu gut einer Woche im Gemüsefach des Kühlschranks.

Mehr Rezepte unter Saison.ch

Stachelige Schale, köstlicher Kern Marroni waren lange das «Brot des armen Mannes» und dienten vor

allem im Tessin als Grundnahrungsmittel. Heute finden die Esskastanien in vielen Gerichten ihren Platz, speziell auch in der glutenfreien Küche.

Marronimehl** Früher wurden Marroni gemahlen und zu Brot verbacken, weil Weizen zu teuer war. Heute findet Marronimehl hauptsächlich in der glutenfreien Bäckerei Verwendung.

Marroni rösten

Wer «heissi Marroni» daheim zubereiten möchte, kann das ganz einfach im Backofen tun. Dazu muss die Schale auf der runden Seite eingeschnitten werden. Die Marroni werden dann auf einem Backblech im Backofen bei 200 °C etwa 20 bis 25 Minuten geröstet. Die Schale springt auf und lässt sich leicht entfernen. Geschälte Marroni sind pur ein Genuss. Sie lassen sich auch gut zu Ragout, Suppen oder Püree weiterverarbeiten. «Marroni-Ferien»

Bild: StockFood

Als Marroni noch Hauptnahrungsmittel im Tessin waren, bekamen die Schulkinder Ferien, wenn die Früchte reif waren. Dabei hätte so mancher Schüler lieber die Schulbank gedrückt, als den ganzen Tag in gebückter Haltung Marroni aufzusammeln.

Marroni Flakes** Ähnlich wie Mais lassen sich auch Marroni zu knusprigen Flakes verarbeiten. Man geniesst sie wie herkömmliche Getreideflocken, zum Beispiel pur mit Milch oder im Müesli, vorzugsweise zum Zmorge.

Marronipüree In der Schweizer Küche wird Marronipüree heute vor allem für die Herstellung von Vermicelles verwendet. Mit der süsslichen Masse lassen sich aber auch feine Kuchen backen.

Marrons glacés* Die kandierten Marroni sind eine Spezialität, die gemäss historischen Quellen erstmals am Hofe des «Sonnenkönigs» Ludwig XIV (1638–1715) serviert wurde. Die Marroni werden über mehrere Tage wiederholt in Zuckersirup getaucht und anschliessend getrocknet.

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11 12

«La Petite-France» mit seinen schönen Fachwerkhäusern. Rundgang* in Speyer, dessen 2000-jähriges Stadtbild von Kelten, Römern und Salier-Kaisern geprägt wurde. Nachmittagsrundgang* durch die Altstadt von Mainz. Mainz–Köln Fahrt entlang dem «Romantischen Rhein» mit der vielbesungenen Loreley. Abends lohnt sich ein Besuch einer typischen Kölsch-Kneipe in der Kölner Altstadt. Köln–Düsseldorf Rundgang* durch die Altstadt mit den kleinen Gassen und dem weltberühmten Dom. Düsseldorf–Dorsten Altstadtundgang* zur bekannten Einkaufsmeile, der Königsallee «Kö». Dorsten–Münster Ausflug* ins westfälische Münster mit Altstadtundgang zum malerischen Prinzipalmarkt. Hannover Überquerung der 13 m tiefer fliessenden Weser auf einer Trogbrücke. Nachmittagsrundfahrt* durch die Landeshauptstadt Niedersachsens. Wolfsburg Führung*durch die futuristische Autostadt mit ihrer 250’000 m² grossen Parkanlage. Zerben–Branden- Gemütliche Schifffahrt auf Elbe-Havel-Kanal und Plauer See bis Brandenburg mit Stadtburg–Potsdam rundgang.* Weiter auf der Potsdamer Havel mit der Seenkette Trebelsee, Göttinsee, Grosser Zernsee, Schwielowsee und Templiner See. Potsdam–Berlin Fahrt über Havel und Wannsee bis zum Tegeler See. Nachmittagsrundfahrt* in Berlin. Berlin–Schweiz Ausschiffung. Transfer zum Bahnhof. Rückfahrt im ICE. Individuelle Heimreise. Speyer–Mainz

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MIGROS-WELT | MM43, 19.10.2015 | 59

Aus der Region. Für die Region.

Ausflügler willkommen So vielfältig wie die Produkte des Migros-Labels «Aus der Region. Für die Region.» präsentieren sich die Regionen selbst und empfehlen sich für einen kurzweiligen Herbstausflug. Die MigrosGenossenschaften Basel, Genf und Waadt haben so manchen Geheimtipp auf Lager. Text: Claudia Schmidt

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MigrosGenossenschaft Basel

1. Basel bei Nacht 2

Basel 3

Stadtführungen gibt es viele, doch nur wenige beleuchten die einst düsteren Seiten der Stadt. Die Führung «Des Nachts in dunklen Gassen » unter der Leitung eines Schauspielers ist ein unterhaltsamer Rundgang, bei dem Geschichten über längst vergessene Gestalten und Ereignisse szenisch nachempfunden werden. www.basel.com

2. Mit der Strömung treiben

Wer die Langsamkeit entdecken möchte, setzt in Basel mit einer Fähre über den Rhein. Alle vier Boote kommen ohne Motor aus und bewegen sich allein durch die Kraft der Flussströmung fort.

Bilder: Keystone, Jorma Müller, Keystone; Illustration: Noël Fischer

www.faehri.ch

Kürbisanbau ist das Metier von Agnes und Albert Hügli aus Brislach. Ihre Früchte bekommt man in den Filialen der Migros Basel.

3. Faszinierende Tierwelt

Was ist eigentlich ein Graumull? Unter den über 600 Tierarten, die im Basler Zoo beheimatet sind, findet jeder seinen persönlichen Liebling und garantiert eine Spezies, von der er bis anhin noch nie etwas gehört hat. Besonders beliebt: Tierkinder. Zurzeit kann man unter anderem ein Giraffen- und ein Orang-UtanBaby beim Erkunden der Zoowelt beobachten. www.zoobasel.com


MIGROS-WELT | MM43, 19.10.2015 | 61

1. Escalade de Genève Vom 11. bis 13. Dezember wird in Genf das Volksfest Escalade gefeiert. Es erinnert an die erfolgreiche Verteidigung der Stadt gegen die Savoyer Anfang des 17. Jahr­ hunderts. Nicht unbeteiligt am Erfolg war der Sage nach eine mutige Köchin, die einen feindlichen Soldaten mit einem gusseisernen Kochtopf voller heisser Suppe erschlug. Zum Gedächtnis an diese Heldentat bieten die Genfer Confiserien Marmites aus Schokolade, gefüllt mit Gemüse aus Marzipan, an.

Bilder: Gabriel­Juergens & Zilm; Keystone; Illustration: Noël Fischer

1

Tomaten aus dem Betrieb von Patrice Brestaz in Veyrier sind regionale Spezialitäten, die während der Tomatensaison nur in den Filialen der MigrosGenossenschaft Genf erhältlich sind.

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MigrosGenossenschaft Genf

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2. Hochklassiges Eishockey Wenn die Cracks des Genève­Servette HC in der National League A zur Puckjagd blasen, ist im Stadion «Les Vernets» die Hölle los. Vor allem dann, wenn der HC Lausanne zu Besuch kommt. Das nächste Derby findet am 20. November statt. Wer dafür keines der begehrten Tickets mehr ergattern kann, dem seien auch die übrigen Heimspiele von Servette empfohlen. Stimmung ist garantiert!

3. Bains des Pâquis Im Sommer lassen selbst Hotelgäste das Zmorge­Angebot ihrer Herberge sausen, um auf der Seeterrasse des Bains des Pâquis mit Blick auf den Jet d’eau zu früh­ stücken. Freilich lohnt sich auch im Herbst ein Besuch des kultigen Treffs, denn zwei Saunen, zwei Hamams, ein Türkisches Bad und weitere attraktive Wellness­ Angebote versprechen Entspannung pur.

www.gshc.ch

www.bains­des­paquis.ch


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MIGROS-WELT | MM43, 19.10.2015 | 63

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Waadt

MigrosGenossenschaft Waadt

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1. Markttreiben in Vevey Wer am 10. November in Vevey Station macht, darf sich den traditionellen St.-Martins-Markt nicht entgehen lassen. Dass an diesem Anlass wie im Mittelalter steuerfrei gehandelt werden darf, ist zwar nur ein Gerücht. Dafür gibt es aber heutzutage auf dem Markt ungleich mehr kulinarische Angebote zu entdecken.

2. Trüffel in allen Variationen

Nicht jeder hat einen Hund, der Trüffel erschnüffeln kann. Wer sich trotzdem für die edlen Pilze interessiert, kann am 31. Oktober sein Wissen auf dem beliebten Trüffelmarkt in Bonvillars erweitern – und natürlich in vielen Restaurants auch spezielle Trüffelmenüs geniessen. www.marche-truffes-bonvillars.ch

3. Das Dasein der Ameise

Wie leben die Ameisen? Wie organisieren sie sich in ihrem Haufen? Antworten gibt ein spezieller Lehrpfad, der zum Erkunden der für den Wald so wichtigen Insekten einlädt. Per Lift geht es von Château-d’Oex nach La Braye. Von dort führt der Lehrpfad hinab zur Liftstation Pra-Perron. www.chateau-doex.ch

Bilder: Gabriel-Juergens & Zilm; Keystone; Illustration: Noël Fischer

Das Waadtland-Klima bietet beste Bedingungen für den Obstbau. Davon profitieren die Kunden der MigrosGenossenschaft Waadt, denn diese führt Apfelsaft im Sortiment, den Jean-Marc Thury in Etoy ausschliesslich aus Früchten der Region herstellt.

«Aus der Region. Für die Region.» ist das Versprechen der Migros, in jeder Region eine grosse Vielfalt an Produkten anzubieten, die in der Region hergestellt werden und auch nur in der Region erhältlich sind. Dank jahrzehntelangem Engagement umfasst das Migros-Sortiment heute rund 8000 regionale Produkte.


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Kleiderproduktion

Genäht in Xinyi

Die Firma Running International beliefert die Migros seit neun Jahren mit Kleidern. Ein Besuch bei den Fabrikarbeitern in China, die im Hochsommer Daunenjacken und Schneeanzüge herstellen – damit sie im Herbst in der Schweiz verkauft werden können. Texte: Martina Bosshard

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Bilder: Daniel Grieser

ie 20-jährige Lu Man hält einen rosa Polyesterstoff in der Hand, in den sie die Wattierung einnäht. Geübt bedient sie die Nähmaschine, die konstant rattert. Sie ist für den ersten Arbeitsschritt zur Produktion einer Steppjacke verantwortlich, die Kolleginnen an den Plätzen vor ihr kümmern sich um die Ärmel, die Taschen, die Kapuze und den Reissverschluss. Durch zehn Hände geht das Stück, bis es fertig ist. Zuletzt kontrolliert eine erfahrene Arbeiterin die Jacke. Ist sie mit einem Detail nicht zufrieden, wickelt sie einen blauen Faden drum, damit die zuständige Näherin den Fehler beheben kann. «Das Nähen habe ich in einer zweijährigen Ausbildung in einer Textilschule gelernt», sagt Lu Man. Sie trägt ein T-Shirt mit dem Firmenlogo und Jeansshorts. Die Haare hat sie zu einem lockeren Dutt zusammengenommen, den sie mit einer farbigen Strass-Spange verziert. Draussen ist es über 30 Grad warm mit gefühlten 100 Prozent Luftfeuchtigkeit, aber dank der zahlreichen Ventilatoren ist die Temperatur in der Fabrik erträglich. Lu Man arbeitet seit einem halben Jahr für die Fabrik von Running International. Sie gehört zu den jüngsten Arbeitern, das Durchschnittsalter beträgt 35 Jahre. Nach 30 Jahren 1-Kind-Politik in

China haben viele Fabriken Mühe, junge Menschen zu rekrutieren. Im Moment sind die 160 Arbeiterinnen und Arbeiter mit der Bestellung für eine japanischen Marke beschäftigt. Zwei Wochen zuvor stellte die Fabrik Daunenjacken und Skianzüge für die Migros her. Diese sind bereits im Hafen von Shanghai auf ein Containerschiff verladen worden, sechs Autostunden von der Fabrik entfernt. Seit über neun Jahren ist Running International ein wichtiger Lieferant der Migros. Mit Laufzubehör hat die Firma nichts am Hut; den Namen «Running» wählte sie, weil das Wort fast gleich klingt wie der ursprüngliche chinesische Name, der «Gute Ernte» bedeutet. Ein Migros-Mitarbeiter aus Hongkong kontrolliert die Arbeitsbedingungen

Heute erhält die Fabrik Besuch eines Migros-Mitarbeiters aus Hongkong. Anders als die Einkäufer interessiert sich Cyril Law nicht für einzelne Modelle und Materialien. Er ist Spezialist für Sozialstandards und will sehen, unter welchen Bedingungen Lu Man und ihre Kollegen arbeiten. Er beginnt mit einem Rundgang, der Fabrikdirektor Gu Ningsheng begleitet ihn dabei. «Der Dialog ist wichtig», erklärt Law. «Nur wenn ich den Verantwortlichen erklären kann, warum sie etwas verändern sollen,

sind langfristige Verbesserungen möglich.» Die Muttersprache von Cyril Law ist Kantonesisch, zusätzlich spricht er fliessend Mandarin, das hier gebräuchlich ist. Die Zuschneider tragen Schutzhandschuhe, alle Notausgänge sind gut markiert und die Feuerlöscher funktionieren. «Das ist sehr positiv», sagt Cyril Law. Gu Ningsheng zeigt ihm, dass neu alle Nähmaschinen mit einem Fingerschutz ausgerüstet sind. «Zuerst waren wir skeptisch, denn wir dachten, der Schutz um die Nadel verlangsame die Arbeit», erklärt er. Dies sei jedoch zum Glück nicht so. Bei einer früheren Prüfung wurde festgestellt, dass die Luftqualität dort, wo die Daunen sortiert werden, verbessert werden sollte. Cyril Law fragt, welche Massnahmen nun anstehen.


MIGROS-WELT | MM43, 19.10.2015 | 65

1 Lu Man an ihrem Arbeitsplatz in

der Textilfabrik Running International in Xinyi. 2 Ein Metallring schützt die Finger beim Nähen. 3 Im Schlafsaal über der Kantine ruhen sich die Frauen über Mittag aus. 4 Migros-Mitarbeiter Cyril Law (links) inspiziert einen Feuerlöscher, begleitet von Fabrikdirektor Gu Ningsheng. 5 Mittagspause in der Kantine. Alle bringen ihr eigenes Metallgeschirr mit.

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20x PUNKTE


MIGROS-WELT | MM43, 19.10.2015 | 67

«Im Moment ist die Produktion mit Daunen abgeschlossen. Bevor wir wieder damit anfangen, investieren wir entweder in eine bessere Lüftung oder in eine Sortiermaschine», erklärt Gu Ningsheng. Kost, Logis und Wi-Fi-Zugang bezahlt der Arbeitgeber

Um zwölf Uhr strömen die Fabrikarbeiter zur Kantine im Nebengebäude. Schöpfen und Essen sind eine schnelle Angelegenheit, nach einer Viertelstunde sind die Bänke bereits wieder fast leer. Viele nutzen den Rest der einstündigen Pause, um sich auszuruhen. Auch Lu Man. Sie teilt mit drei Kolleginnen ein 30 Quadratmeter grosses Zimmer, das im ersten Stock über der Kantine liegt. Jede der Frauen hat ein Kajütenbett für sich – im unteren Teil schlafen sie, oben bewahren sie ihre Sachen auf. «Immer am Sonntag besuche ich meine Familie», sagt die junge Frau. Knapp die Hälfte der Belegschaft der Fabrik beansprucht einen Schlafplatz. Kost und Logis übernimmt der Arbeitgeber. Er bezahlt auch den Wi-Fi-Zugang, was insbesondere von den Jüngeren geschätzt wird. Am Nachmittag erhält Cyril Law Einblick in die Personaldaten. Ihn interessieren die Verträge, die Lohnauszahlungen und die

Zeiterfassung. Die reguläre Arbeitszeit ist 40 Stunden pro Woche, mit monatlich 36 erlaubten Überstunden. In der Region von Xinyi beträgt der monatliche Mindestlohn 1200 Yuan, das entspricht 180 Franken. Die Arbeitnehmer bei Running International verdienen durchschnittlich 270 Franken. Zum Vergleich: Eine Mahlzeit in einem einfachen Restaurant kostet 13 Yuan, die Monatsmiete für ein Zimmer 450 Yuan. «Unsere Kontrollen zeigen, dass der bezahlte Lohn meist deutlich höher ist als der Min­ destlohn», erklärt Cyril Law. «Das Augenmerk gilt vor allem den Überstunden. Wir prüfen, ob die Höchstzahl eingehalten und die Prämie für die Überzeit bezahlt wird.» Wenn er auf Unregelmässigkeiten stösst, macht er die Manager darauf aufmerksam – und verlangt danach den Beweis, dass die Regeln eingehalten werden. Heute beginnt der Feierabend der Arbeiter um 18 Uhr. In ihrer Freizeit liest und singt Lu Man gern. Jetzt will sie aber erst mal ausgehen, sie trifft ihre Kolleginnen beim Parkplatz vor der Fabrik. Gemeinsam fahren sie mit ihren Elektromotorrädern los. Cyril Law macht sich ebenfalls auf den Weg – er will in den nächsten Tagen noch eine Schuh- und eine Möbelfabrik begutachten. MM

Zahlen und Fakten

Beratung und Kurse für Migros-Lieferanten Als Pionier engagiert sich die Migros seit über 15 Jahren für faire

Arbeitsbedingungen bei ihren Lie­ feranten. Der erste Schritt war die Einführung eines Verhaltenskodex. Unabhängige Experten prüfen, ob die Vorgaben umgesetzt werden. Schnell wurde klar, dass Kontrollen allein nicht ausreichen. Genauso wichtig ist, die Lieferanten zu un­ terstützen und zu beraten. Dieses Vorgehen wird «Capacity Building» genannt. So nehmen die Mitarbei­ tenden von Lieferanten an Schu­ lungen teil, beispielsweise zu Themen wie «Gesundheit und Sicherheit» oder «Faire Löhne und Umgang mit Überzeit». Oder sie

erhalten Trainings in der Pro­ duktionsstätte. Im Rahmen von Generation M hat die Migros vor zwei Jahren versprochen, bis Ende 2015 die Arbeitsbedingungen von 75 000 Mitarbeitenden der Liefe­ ranten aktiv zu verbessern. Dieses Versprechen hat sie bereits gehal­ ten und sogar übertroffen. Über 100 000 Personen arbeiten in Fab­ riken, in denen Capacity­Building­ Massnahmen getroffen wurden.

Ein Teil von

Generation M steht für das nachhaltige Engagement der Migros.

Thomas Paroubek (40) ist Leiter des Migros-Einkaufsbüros in Hongkong. Migros Hongkong

«Die Arbeitsbedingungen haben sich in den letzten 20 Jahren stark verbessert» Thomas Paroubek, wie wich­ tig ist China für die Migros? China ist, gefolgt von Indien, das wichtigste Lieferantenland im Non-Food-Bereich. Die Migros importiert unter anderem Kleider, elektronische Geräte, Möbel und Sportartikel. Wie steht es mit den Arbeits­ bedingungen? Die Bedingungen haben sich in den letzten 20 Jahren stark verbessert. Jährliche Lohnanstiege zwischen 5 und 15 Prozent sind die Regel. China hat heute ein fortschrittliches Arbeitsgesetz. Auch ist das Bewusstsein für Sozialstandards gestiegen, weil unterdessen die meisten europäischen und amerikanischen Firmen klare Vorgaben machen. Es sind aber lange noch nicht alle Fabriken auf dem gleichen Stand. Wir schauen deshalb genau hin, wo wir produzieren lassen. Hat die Migros auch schon die Geschäftsbeziehung zu einem chinesischen Liefe­ ranten abgebrochen, weil die Arbeitsbedingungen nicht stimmten? Das ist tatsächlich schon vorgekommen, passiert aber selten. In der Regel sind die Lieferanten bereit, Verbesserungen

einzuleiten. Ausserdem wählen wir unsere Lieferanten mit grosser Sorgfalt aus. Besucht die Migros alle Lieferanten selber? Nein, dies ist nicht möglich. Die Migros hat allein in China Geschäftsbeziehungen mit Hunderten Lieferanten. Viele Fabriken arbeiten sehr spezialisiert, sie stellen beispielsweise nur Socken oder nur Gartenstühle her. Wir verfügen in Hongkong über ein Team, das sich ausschliesslich um Sozialstandards kümmert. In den letzten zwölf Monaten haben sie 30 Fabriken besucht und rund 100 externe Prüfungen angeordnet. Weil die Personalkosten in China steigen, verlagern viele Unternehmen die Produktion in andere asiatische Länder. Hat die Migros dies auch vor? Ich bin überzeugt, dass China weiterhin das wichtigste Produktionsland für Non-Food bleibt. Teilweise profitieren wir davon, dass andere Unternehmen weggehen – so werden wir mit unseren im globalen Vergleich sehr kleinen Bestellmengen wieder interessant als Auftraggeber für die fortschrittlichen Fabriken. MM


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Porträt

Viel gelernt im Labor

Die junge Afrikanerin Daniella Mouton war drei Monate lang Praktikantin im Laborbetrieb SQTS. In ihrer Heimat Namibia wird sie das Gelernte gut brauchen können und damit vielleicht Leben retten. Text: Michael West

D

aniella Mouton beugt sich im Licht einer Neonlampe über eine Probe aus Weichkäse, die mit einer gelblichen Nährlösung vermischt ist. Die Frau im weissen Laborkittel will herausfinden, ob im Käse Listerien enthalten sind. Um die schädlichen Bakterien aufzuspüren, führt sie verschiedene Versuche durch. Sie hantiert dabei routiniert mit Pipetten, Petrischalen und anderen Laborutensilien. Wir befinden uns in den Räumen der Swiss Quality Testing Services (SQTS) in Courtepin FR. Dieses In­ stitut, das zum Migros­Genossen­ schafts­Bund gehört, testet Lebens­ mittel, aber auch viele Alltagsgegen­ stände wie Kleider, Gartengeräte oder Spielsachen. Der grosse Dienstleister, der auch ein Labor in Dietikon ZH hat, erfüllt Aufträge von zahlreichen Firmen. Stets werden Produkte auf ihre Qualität und Sicherheit geprüft. Mouton absolviert in Courtepin ein dreimonatiges Praktikum. Sie kennt sich im SQTS­Gebäude inzwi­ schen gut aus, bewegt sich in den hell erleuchteten Räumen fast so selbst­ verständlich, als sei sie hier zu Hause. Dabei ist die 20­Jährige weit weg von daheim: Sie kommt aus Namibia im südlichen Afrika und studiert dort in der Hauptstadt Windhoek unter an­ derem Mikrobiologie. Vor dem Prak­

Bilder: Paolo Dutto

tikum hatte sie ihren Kontinent noch nie verlassen und auch noch nie eine Flugreise unternommen. Die junge Frau sieht ihre Zukunft in Afrika

Von der Schweiz ist die Studentin begeistert. Sie schwärmt von der Freundlichkeit der Leute, den satt­ grünen Landschaften und dem Trink­ wasser, das überall im Überfluss vor­ handen ist. Dennoch ist für Mouton klar, dass ihre Zukunft in Afrika liegt: «Mein Herz schlägt für Namibia, dort möchte ich etwas aufbauen.» Sie erzählt von dem grossen, dünn besiedelten Land, das von krassen Gegensätzen geprägt sei. «Es gibt in meiner Heimat sehr reiche Leute, denen es an nichts fehlt. Bei den ärmeren Menschen in den abgele­ genen Landstrichen ist die medi­ zinische Versorgung lückenhaft. Dort kann es auch sein, dass ver­ dorbenes Essen konsumiert wird.» Mouton möchte sich in Namibia nach ihrem Studium für bessere Lebensmittelsicherheit einsetzen. Sie würde in ihrer Heimat gerne als Spezialistin in einer Brauerei oder in einem milchverarbeitenden Betrieb arbeiten, später vielleicht sogar ein eigenes Testlabor aufbauen. Das Wissen, das sie sich in Courtepin angeeignet hat, schätzt sie als enorm kostbar ein. In manchen Landstri­

chen Afrikas könnten diese Kennt­ nisse Leben retten. Möglich wurde Moutons Aufenthalt in Courtepin durch «B360 Education Partnerships». So heisst eine Schwei­ zer Organisation, die seit sechs Jahren Studenten aus dem südlichen Afrika als Praktikanten an hiesige Unterneh­ men vermittelt. Das Institut SQTS hat sich schon früher an dem Programm beteiligt und vor Daniella Mouton bereits vier weiteren Besuchern aus Windhoek Einblick in ihre Arbeitswelt gegeben (siehe Box). Alles in allem waren dank B360 schon 23 Afrikane­ rinnen und Afrikaner in der Schweiz. «Das scheint zwar keine grosse Zahl zu sein», sagt Sabina Balmer, Gründerin und Präsidentin der Organisation. «Doch jeder der Praktikanten gibt nach der Rückkehr in seinem Land das Wissen an Studien­ und Arbeitskolle­ gen weiter. So wird vor Ort nach und nach Fachkompetenz aufgebaut.» Peggy Schuhmann, Leiterin der SQTS, hat mit den jungen Leuten aus Namibia gute Erfahrungen gemacht: «Jeder von ihnen war hoch motiviert und begriff das Praktikum in der Schweiz als grosse Chance. Die Be­ gegnung mit einer fremden Kultur war umgekehrt stets auch für das Laborteam eine Bereicherung.» Darum freut sich die Chefin auf künftige Besucher aus Afrika. MM Infos: www.b360-education-partnerships.org


MIGROS-WELT | MM43, 19.10.2015 | 69

Frühere Praktikanten

SQTS als berufliche Startrampe In den SQTS-Labors in Courtepin sucht Daniella Mouton in einer Lebensmittelprobe nach Keimen.

Vier weitere Studenten aus Namibia haben bereits vor Daniella Mouton im Rahmen des Programms B360 ein Praktikum bei den Swiss Quality Testing Services absolviert. Jeder von ihnen ist entschlossen, das in der Schweiz erworbene Fachwissen langfristig in seiner Heimat anzuwenden.

Saara Shatumbu (24) studiert

zurzeit in London und möchte später in Namibia als Umweltwissenschaftlerin arbeiten.

Michael Lifasi (28) ist Gesundheitsspezialist im namibischen Gesundheitsministerium.

Martha Hanhindi (24) studiert zurzeit noch am Polytechnikum in Windhoek Umweltwissenschaft.

Nico Matengu (26) arbeitet als

Umweltspezialist für das namibische Gesundheitsministerium.


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MIGROS-WELT | MM43, 19.10.2015 | 71

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MIGROS-WELT | MM43, 19.10.2015 | 73

Créa d'Or

Köstlicher Anlass für kleine Auszeit Trübe Herbsttage laden dazu ein, es sich wieder einmal mit einem guten Buch, einer Tasse Tee und feinem Gebäck gemütlich zu machen. Der aktuelle Star unter den Gebäcken von Créa d’Or ist der Piemonteser, ein luftiges Schaumgebäck auf Schweizer Schokolade, bestreut mit erlesenen Haselnüssen aus dem Piemont. Noch diesen Herbst und Winter gibt es die Piemonteser-Biscuits in limitierter Edition, doch schon im nächsten Jahr werden sie fix ins Sortiment aufgenommen.

Créa d’Or Piemonteser 85 g Fr. 3.10 In grösseren Filialen

Bild und Styling: Claudia Linsi

Die Piemonteser von Créa d’Or enthalten weder Farb- noch Konservierungsstoffe.

Die M-Industrie stellt viele Migros-Produkte her. Dazu gehören auch die Biscuits von Créa d’Or.


74 | MM43, 19.10.2015 | MIGROS-WELT

Blévita

Folsäure für alle! Blévita Gruyère AOP 6 Portionen, 228 g Fr. 3.60

Die Marke Blévita bietet mehrere Produkte, die mit Folsäure ange­ reichert sind. Man erkennt sie am Folsäure­Logo. Angesichts der positiven Eigenschaften dieses Vitamins bevorzugen viele Fans des beliebten Getreidegebäcks diese speziellen Sorten. Und das keineswegs nur pur als knusprige Zwischenmahlzeit, sondern auch

in schmackhafter Kombination mit weiteren Folsäure-Lieferanten

wie weissen Bohnen oder grünem Gemüse. Beispielhaft dafür sind die Rezepttipps auf diesen Seiten. Schwangere und Frauen mit Kinderwunsch wissen es längst: Folsäure ist vor und während der Schwangerschaft unentbehrlich, wenn man sein ungeborenes Kind

Blévita 5-Korngebäck 6 Portionen, 228 g Fr. 3.35

Blévita Thymian-Meersalz 6 Portionen, 228 g Fr. 3.55

Blévita Sesam 6 Portionen, 228 g Fr. 3.35

Pikanter Bohnenaufstrich 250 g weisse Bohnen aus der Dose abgiessen und abspülen, 1 Zwiebel fein hacken, 1 Peperoncino in feine Streifen schneiden. Alle Zutaten mit 2 EL Olivenöl kurz braten, mit einer Gabel zerdrücken, mit Salz und etwas Zitronensaft abschmecken. Ergibt ca. 3 dl.

Blévita Leinsamen 6 Portionen, 228 g Fr. 3.35

Rezepte Die M-Industrie stellt viele Migros-Produkte her. Dazu gehört auch Blévita.

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gut versorgt wissen will. Was aller­ dings oft vergessen wird: Frauen wie Männer – ob jung oder alt – profitieren von Folsäure gleicher­ massen. Denn das Vitamin unter­ stützt im Körper die Zellteilung und fördert somit alle Wachstums­ prozesse. Es wird zum Beispiel für die Bildung der roten Blutkörper­ chen benötigt. Anna-Katharina Ris


MIGROS­WELT | MM43, 19.10.2015 | 75

Broccoli-Pesto 150 g Broccoli­Röschen kurz blanchieren, eiskalt abspülen und abtropfen lassen. Mit 40 g Baumnüssen, 2 EL geriebenem Parmesan und 3 EL Olivenöl mit dem Stabmixer pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Ergibt ca. 2,5 dl.

Folsäure Offensive

Kampagne mit grosser Wirkung Seit 15 Jahren informiert die Stiftung Folsäure Offensive Schweiz (SFO) über die lebenswichtige Funktion der Folsäure. Die Migros ist eines der zwölf Gründungsmit­ glieder und seit zehn Jahren Hauptpart­ nerin der Stiftung. Das Thema Folsäure­ mangel rückte vor rund 23 Jahren erstmals in den Fokus der Öffent­ lichkeit, als die Tochter der ehemaligen Skirenn­ fahrerin Maria Walliser mit Spina bifida (Offener Rücken) zur Welt kam. Maria Walliser ist Prä­ sidentin der Stiftung und engagiert sich dafür, dass die Schweizer Bevölkerung über die Folgen von Folsäure­ mangel aufgeklärt wird.

Bild & Styling: Veronika Studer; Rezeptautorin: Regula Brodbeck

Blévita-Cracker mit Broccoli- und Bohnenaufstrich sind schmackhafte, knusprige Folsäure-Snacks, die man schnell und einfach selbst zubereiten kann.

Ein weiterer Exponent der Stiftung ist der re­ nommierte Kinderarzt und Spezialist für Stoff­ wechsel­ und Ernäh­ rungskrankheiten Kurt Baerlocher. Als Vorsit­ zender des SFO­Beirats ist Baerlocher stets über den aktuellen Stand der Forschung informiert. Wie er unter Berufung auf neueste Studien öffentlich betont, stehe für ihn fest, dass sich die Einnahme von Folsäure auch bei Krankheiten wie Alzheimer, seniler Demenz oder Depres­ sionen positiv auswirkt.


76 | MM43, 19.10.2015 | MIGROS-WELT

Holz

Weil es hält, was es verspricht Holz ist nicht nur ein bewährtes Material für Möbel, auch viele Gegenstände des täglichen Bedarfs werden seit eh und je daraus gemacht: das Brotbrett, auf dem der Sonntagszopf geschnitten wird; die Holzklammern, ohne die die klamme Bettwäsche garantiert von der Leine rutscht; das Salatbesteck (aus Bambus), das nicht nur appetitlich aussieht, sondern einfach für alle Zeiten en vogue ist. Holz ist und bleibt ein dankbarer und zuverlässiger Begleiter, robust, strapazierfähig und langlebig. Es sei denn, man zündet es an. Im Cheminée zum Beispiel. Dann schenkt es Wärme und Wohlgefühl – zwar nur kurz, aber intensiv.

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Krümelrost inklusive: Brotbrett Cucina & Tavola Fr. 19.80

Zum Einheizen: Brennholz Birke, 15 kg Fr. 15.50 Im Do it + Garden

Bild: Willing-Holtz/plainpicture

In grösseren Filialen


MIGROS-WELT | MM43, 19.10.2015 | 77

Sieht zwar aus wie eine gewöhnliche Wäscheklammer, ist aber ein schicker Deko-Artikel: Holz-Clip Cleo, H × B × T: 15 × 3 × 5 cm Fr. 6.90 In der Micasa

Natürliches Spielzeug für Babyhände: Milette Holzrassel Fr. 8.90

Für kreative Phasen: Bleistiftbox Leslie, 6 Stück Fr. 11.90 In der Micasa

Für die behagliche Kleintierwelt: M-Classic Holzhobelspäne, 1 kg Fr. –.95

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Leben

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64% Familienumfrage Fragen Sie sich als Mutter auch manchmal: Was ist bloss aus mir geworden?

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Anfangs war das so, aber die Kinder werden grösser, und man hat wieder mehr Zeit für sich.

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Falsch! Sichtbar ist

Illustration: Andreas Klammt; Bild: Stefan Sulzer

oft nur der soge­ nannte Schimmel­ rasen, der pelzig grün oder grau ins Auge sticht. Der Pilz durchzieht meist unsichtbar weite Teile des Lebensmittels. Er produziert so­ genannte Myko­ toxine, die hitze­ beständig sind und der Gesundheit schaden. Daher sollten schimmlige Lebensmittel kom­ plett entsorgt werden. Einzig bei Hartkäse am Stück und harten Obst­ und Gemüsesorten kann grosszügiges Wegschneiden reichen.

Philipp Tingler (44) ist Autor

und Philosoph und schreibt hier jede Woche über Phänomene des modernen Benehmens.

«Grundsätzlich nicht. Für eine privat angerufene Person besteht a priori keinerlei Pflicht, das Telefon persönlich zu beantworten, sei es am Festnetz oder mobil. (Und sofern keine Nachricht hinterlassen wird, besteht ebenfalls keinerlei Pflicht, zurückzurufen.) Falls man einen Anruf auf dem Mobiltele­ fon nicht annehmen möchte, kann man es klingeln lassen, bis die Beantworterfunktion anspringt. Oder man kann den Anruf vorher abweisen, also wegdrücken, worauf der Anrufer meist ebenfalls auf Voice Mail geleitet wird. Allerdings merkt er die Abweisung eventuell. Es gibt Zeitgenossen, die die Klingeltöne zählen, bis die Voice Mail anspringt. Und dann beleidigt sind. Wenn Sie also niemandes Gefühle verletzen und trotzdem nicht gestört werden wollen, machen Sie einfach das Handy aus. Oder wenigstens den Ton. Dann brauchen Sie nicht wegzudrücken.»

Darum gilt:

Schimmel produ­ ziert Gifte. Aus diesem Grund soll­ ten die meisten befallenen Lebens­ mittel zur Sicher­ heit komplett entsorgt werden.

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Die 10 besten Zypern-Tipps von Thomas Wegmüller

80 | MM43, 19.10.2015 | LEBEN

Migrosmagazin.ch

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Bilder: Monica Müller, CTO Zürich

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1 Die Grenze zwischen

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griechischem und tür­ kischem Teil verläuft mitten durch Nikosia. 2 Thomas Wegmüller lässt den Tag ausklingen auf den Pissouri Heights. 3 Die Halbinsel Akamas im Westen von Zypern ist ein Naturparadies. 4 Auf Zypern können Velofahrer stundenlang keinem Auto begegnen. 5 Ploutarchia Constan­ tinou in Lefkara stickt und stickt, hier mit ihrem Mann Christakis. 6 Lauschige Treppe auf der Halbinsel Akamas. 7 Die Vielfalt der Meze auf Zypern ist köstlich.

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LEBEN | MM43, 19.10.2015 | 81

Reisen

Zypern kennt D keinen Winter

Die griechisch-türkische Mittelmeerinsel hat drei warme Jahreszeiten. Doch Zypern hat viel mehr zu bieten als nur Badeferien, meint der ehemalige Berner Radprofi Thomas Wegmüller, der hier eine Radsportstation betreibt. Text: Monica Müller

er Wind pfeift über die Klippen, die Sonne taucht langsam am Horizont ab, das Meer funkelt silberblau. Thomas Wegmüller (55) sitzt auf einem Felsen, schaut den Schafen beim Grasen zu und lächelt versonnen. Die Pissouri Heights, hoch über Pissouri, sind sein Kraftort, hier lässt er am liebsten seinen Tag ausklingen. Seit gut 20 Jahren lebt der ehemalige Radprofi aus Bern auf Zypern. Er ist gekommen, um für einen Reiseveranstalter attraktive Velorouten zu entdecken – und ist geblieben, weil er viel mehr als das gefunden hat. In Captain’s Bay, einer luftigen Taverne am Strand von Pissouri, schwärmt er von Velorouten, auf denen er stundenlang keinem Auto begegnet, der vielfältigen Fauna und Flora, der Gastfreundschaft der Zyprioten, dem reichen kulturellen und kulinarischen Erbe der Insel. «Zypern ist keine Massendestination für Veloferien, Zypern ist eine Perle», sagt er. Nach vielen Stationen auf der drittgrössten Insel des Mittelmeers betreibt Thomas Wegmüller nun eine Radsportstation in der ruhigen Pissouri Bay. Unter den fast 100 Rädern, die er vermietet, hat es top BMC-Rennvelos und -Mountainbikes sowie einige E-und auch Kinder-Bikes. Jeden Morgen ab 9.30 Uhr tauscht er die beigen Leinen- gegen schwarze Velohosen und nimmt Kunden in Empfang. Einige möchten bloss ein Velo mieten, die meisten aber entscheiden sich für eine Fahrt in der Gruppe mit dem Profi. Trauben und Feigen – frisch gepflückt

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Diese manchmal untrainierten und manchmal ambitionierten Fahrer so zu leiten, dass alle auf ihre Kosten kommen, fasziniert ihn. «Jede Tour ist wie ein Musikstück, das ich während der Fahrt komponiere.» Gerne pflückt er unterwegs für seine Gruppe wilde Trauben oder Feigen, zeigt ihnen abgelegene Buchten, wo sie sich abkühlen können, und nimmt sie mit in seine liebsten Tavernen. Wegmüller spricht etwas Zypriotisch, ist bestens vernetzt mit den Einheimischen und wird an viele Hochzeiten eingeladen. «Ich tanze sehr gern Sirtaki, zumindest meine Version davon.» Auch wenn 77 Prozent der Inselbewohner Griechisch sprechen, ist Zypern nicht Griechenland. Der Dialekt der Zyprioten ist für die Griechen in etwa so verständlich wie Walliserdeutsch für einen Berliner. Da viele Mächte die strategisch gut gelegene Insel in ihrer 9000-jährigen Geschichte besetzt hatten, sind neben antiken griechischen Tempeln ebenso römische Theater, frühchristliche Basiliken, byzantinische Kirchen, Moscheen aus der osmanischen Zeit sowie venezianische Festungsanlagen zu sehen. In Zypern gilt Linksverkehr – ein Erbe aus der Zeit, als Zypern eine britische Kolonie war.


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LEBEN | MM43, 19.10.2015 | 83

ZYPERN Von steilen Klippen zu flachen Sandstränden oder von lebhaften Städten zu verlassenen Bergdörfern. Die Republik Zypern ist eine der abwechslungsreichsten Inseln im gesamten Mittelmeerraum. Mit durchschnittlich 340 Sonnentagen im Jahr ist Zypern ein Paradies für Wasserratten und Sonnenanbeter. Als Abwechslung bietet die Insel unzählige historische Kostbarkeiten wie Königsgräber und Klöster. Mehr Informationen: www.migros-ferien.ch/c-19

2

ZYPERN Nikosia

PAPHOS

Akamas Latsi Paphos Pissouri Bay

ZYPERN TroodosGebirge

PROTARAS

AYIA NAPA LARNACA LIMASSOL MITTELMEER

Lefkara

Limassol

20 km

1 Rosendorf Agros: Hier werden wertvolle

Damaszener Rosen angebaut und verarbeitet .

2 Jungbrunnen: Wer sieben Mal um den Felsen 1

Besonders genussvoll kommen die vielfältigen Kultureinflüsse auf dem Teller zur Geltung. Wer Meze bestellt, kriegt etwa 30 kleine Gerichte aufgetischt, die sich je nach Region und Lokal unterscheiden: Tzatziki, Auberginensalat, gefüllte Wein­ blätter, Artischockenherzen, Zucchiniblüten, Halloumi, mit Feta gefüllte Blätterteig­ taschen, Humus, Taboulé, marinierter Oktopus, frittierte Fischchen, Hackfleischbäll­ chen, Schweinefleisch­ Spiesschen, Lammkoteletts, Bratkartoffeln.

Bilder: Monica Müller, CTO Zürich

500 Rosen für einen Tropfen Öl

Immer mehr Touristen ver­ bringen auch einen Tag in Nikosia, der einzigen noch exis­ tierenden geteilten Stadt der Welt. Die Grüne Linie, welche den türkischen vom griechischen Teil trennt, ist rund 200 Kilometer lang und verläuft mitten durch die Hauptstadt. Touristen, die an der Ledrastrasse in internationalen Geschäften shoppen, landen unvermittelt bei der UN­Puffer­ zone. Manche schauen sich kurz die türkische Seite der Strasse an. Sie ist von vielen leeren Ladenlokalen gesäumt. Ein Spaziergang durch das

Petra tou Romiou (hinten Mitte) schwimmt, soll danach sieben Jahre jünger aussehen.

Quartier Chrysaliniotissa nahe der Grünen Linie auf der grie­ chischen Seite lohnt sich hin­ gegen: Nach der türkischen Invasion 1974 war das Gebiet lange verlassen. In den vergan­ genen Jahren wurde viel inves­ tiert, um wieder Leben in die pittoresken Gässchen zu brin­ gen. Im Crafts Centre kann man Künstlern zuschauen, wie sie Ledertaschen fertigen oder Ikonen malen. In der Nähe findet sich die älteste byzantinische Kirche von Nikosia, 1450 erbaut. Während Nikosia den unge­ lösten Konflikt zwischen der Republik Zypern im Süden und der Türkischen Republik Nord­ zypern sichtbar macht, ruft Lefkara eine längst vergangene Besetzung in Erinnerung. Das idyllische Bergdorf im Süden des Troodos­Gebirges ist be­ rühmt für seine Spitzen und Stickereien. An den beiden Hauptstras­ sen befindet sich in fast jedem Haus ein Souvenirladen. Davor sitzen grauhaarige Frauen mit gesenktem Kopf. Sie sticken, sticken, sticken. «Heute lohnt sich unser Handwerk nicht mehr», sagt Ploutarchia Cons­ tantinou. Eine Woche arbeite sie an einem Spitzen­Deckeli.

Niemand sei mehr bereit, dafür mehr als 50 Euro zu bezahlen. Die Billigware aus Taiwan habe das Geschäft zerstört. Insel der Aphrodite

Dafür floriert das Geschäft 60 Kilometer weiter im Troodos­ Gebirge. Der Weg dorthin führt vorbei an mächtigen Eichen, Kiefern, Pinien, Mandelbäu­ men, Pfirsich­, Pflaumen­ und Mirabellenplantagen. Im Ro­ sendorf Agros baut die Familie Tsolakis in dritter Generation Damaszener­Rosen an. Anfang Mai beginnt die Ernte der kost­ baren Blüten. Sie werden in einem Kupferkessel mit Dampf destilliert. Um nur einen Tropfen ätherischen Rosenöls zu gewinnen, braucht es 500 Rosen. Als Nebenprodukt entsteht Rosenwasser. Die Familie Tsolaki produ­ ziert vor Ort auch Tages­ und Nachtcrèmes, Gesichtsmasken, Körperlotionen, Kerzen, Konfi­ türe und Tee aus Rosen. Das Thema Schönheit ist in Zypern allgegenwärtig, soll doch Aphrodite östlich von Paphos den Wellen des Mittelmeers entstiegen sein. Die Legende besagt: Wer bei Vollmond sie­ ben Mal gegen den Uhrzeiger­ sinn um den Felsen Petra tou

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LEBEN | MM43, 19.10.2015 | 85

Tipps

In Zypern ankommen – und geniessen Romiou schwimmt, der sieht nachher sieben Jahre jünger aus. Das lockt viele: In sommerlichen Voll­ mondnächten geht es am Aphro­ dite­Felsen zu wie in der Badi. In Zyperns westlichem Zipfel, auf der Halbinsel Akamas, befindet sich das Bad der Aphrodite. Hier soll sich die Göttin der Liebe und Schönheit mit Adonis vergnügt haben. Von der kleinen Grotte aus starten grossartige Wanderungen im Naturschutzgebiet. Hier wachsen rund 600 Pflanzenarten, darunter wilde Orchideen, Alpenveilchen, Johannisbrot- und Eukalyptusbäume. Am abgelegenen Strand von Lara legen Meeresschildkröten ihre Eier. Der Blick auf die mit Kiefern bewachsenen Klippen, die steil ins türkisfarbene Meer abfallen, ist besonders spektakulär. Das wunderschön gelegene 5-Sterne-Hotel Anassa grenzt unmittelbar ans Naturschutzgebiet.

Fast zweieinhalb Millionen Touristinnen und Touristen besuchten Zypern im vergangenen Jahr, davon fast 50 000 Schweizer. Die Insel ist besonders beliebt bei Engländern, Deutschen und Russen. Die meisten peilen die heisseste Zeit im Sommer an. «Schade», findet Thomas Wegmüller, der bis Mitte Dezember täglich im Meer badet. Im November ist das Wasser noch 20 Grad, im Dezember kühlt es auf 18 Grad ab. «Wir haben drei warme Jahreszeiten. In der Nebensaison ist Zypern am schönsten.» Den Winter verbringt er in Bern – oder in Moskau. Seine Freundin Tatyana Elokhina ist Russin. Kennengelernt haben sie sich natürlich auf einer seiner Velotouren. MM Die Recherche dieser Reise wurde unterstützt von der Fremdenverkehrszentrale Zypern (www.visitcyprus.com) und den Thanos Hotels (www.thanoshotels.com).

Anreise: Im Sommer (April bis Ende Oktober) fliegt Edelweiss Air täglich direkt ab Zürich nach Larnaka und Easy Jet ab Basel, dazu kommen diverse Charterflüge. Im Winter (November bis Ende März) fliegen Edelweiss und Easy Jet zwei Mal die Woche Zypern an. Reisezeit: Für Velo- und Wanderferien empfehlen sich besonders die Monate März, April und Mai sowie September, Oktober und November. Juni, Juli und August bieten sich vor allem für Badeferien an. Übernachten: Die Thanos-Hotels gehören zu den ersten Hotels in Zypern und haben alle sehr verdiente fünf Sterne. Das «Anassa» am Ran-

de der Akamas-Halbinsel ist im Stil eines byzantinischen Dorfes gebaut. Das «Almyra» und das «Annabelle» liegen zentral in der Hafenstadt Paphos direkt am Meer, nur einige Gehminuten vom malerischen alten Fischerhafen und den Unescogeschützten archäologischen Ausgrabungen entfernt. Essen: Nikosia: Diosmo

Kanella Kitchen Bar, hübsches Lokal mit kreativer internationaler Küche in der Fussgängerzone. Limassol: Taverne To China, grossartige Meze an der einladenden Strandpromenade. Latsi: Molos Restaurant, einfache, liebevoll gekochte Fischgerichte, Blick auf den charmanten Hafen.

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Lipoflex 2015 – setzt neue Massstäbe in der Fettabsaugung

BODYSTYLING

Dr. Schaffer, Sie waren vor 17 Jahren weltweit der erste Arzt, der sich ausschliesslich mit der Fettabsaugung befasste und Sie gehören international zu den erfahrensten Spezialisten auf diesem Gebiet. Sie optimieren ihre Fettabsaugmethode von Jahr zu Jahr. Dr. med. R. B. Schaffer zum LifestyleThema Nr. 1:«Bodystyling»

Was ist neu an Lipoflex® 2015? Neu ist eine weitere Verbesserung der Flexibilität der gesamten Methode. Wir haben die Integration der flexiblen Kanülen, Behandlungsliegen und -lampen, sowie die Behandlungstechnik und die Kombination der Nachbehandlungsmethoden wiederum deutlich verbessern können. Das Geheimnis von Lipoflex® 2015 liegt also in der Kombination der Methoden? Ja, das ist richtig. Fettabsaugen alleine genügt oft nicht. Es ist die optimale Kombination von Bodystyling, Fatburning und Cellustyling, die es ausmacht. Welche Vorteile entstehen mit Lipoflex® 2015 dadurch? Eine massiv höhere Arbeitsgenauigkeit, da bei dieser Methode die Silhouette auch im Stehen beurteilt und geformt werden kann, eine bessere Gewebeschonung, eine deutlich schnellere Wundheilung, ein kürzerer

Arbeitsausfall, ein signifikant besseres Preis-LeistungsVerhältnis und vor allem überdurchschnittliche Resultate (siehe Bilder).

verkalkt. Damit sind unbefriedigende Resultate vorprogrammiert. Zudem wird bei dieser Methode ein erhöhtes Brustkrebsrisiko diskutiert.

Ist das Stehen zwischendurch während des Eingriffs kein Problem? Wenn man ausschliesslich auf Fettabsaugen spezialisiert ist und die lokale Betäubungstechnik beherrscht, so ist dies, wie ich es in einer Live-Operation im Schweizer Fernsehen gezeigt habe, sehr gut machbar (siehe Website). Natürlich ist Ärzten, die neben der Fettabsaugung noch andere Eingriffe vornehmen von dieser Technik abzuraten.

Kann Lipoflex® 2015 von jedem Arzt angewendet werden? Nein. Diese Methode erfordert viel Übung und Erfahrung. Zudem sind zeichnerisches Talent, ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen, manuelles Geschick und ein ästhetisches Auge erforderlich. Facharzttitel nützen hier wenig wie die zunehmende Zahl an missratenen und leider oft nicht mehr korrigierbaren Fettabsaugungen in unserer Sprechstunde zeigt.

Sie besitzen mit Lipoflex® 2015 weltweite Patente. Welche Vorteile beinhalten diese genau? Es handelt sich um ein Instrument, mit dem wir die Haut von innen straffen können. Damit können wir zunehmend auch Leute mit schlaffer Haut operieren.

Wie viele Eingriffe haben Sie bisher durchgeführt? Es kommt darauf an wie man zählt. Wenn man die behandelten Zonen zählt – was immer mehr Ärzte tun, um auf höhere Fallzahlen zu kommen – dann sind es über 20´000. Wenn aber der Eingriff selbst gezählt wird, was ich für deutlich transparenter und ehrlicher halte, dann sind es zwischenzeitlich mehr als 5´000.

Wo kann Lipoflex® 2015 angewendet werden? Grundsätzlich überall. Am Kopf, an den Armen, am Rumpf und an den Beinen. Hat Lipoflex 2015 neben der Ästhetik auch Auswirkungen auf die Gesundheit? Absolut. Zum gesteigerten Wohlbefinden kommt eine wissenschaftlich gesicherte Tatsache: weniger Bauchfett reduziert die Gefahr von Bluthochdruck und das Blutzuckerrisiko erheblich. ®

Warum verwenden Sie Lipoflex® 2015 nicht um Brüste zu vergrössern? Weil die Methode nicht hält, was sie verspricht. Das eingespritzte Fett bleibt nie dort, wo man es einbringt. Es verschiebt sich nachträglich, stirbt teilweise ab und

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LEBEN | MM43, 19.10.2015 | 87

Migros-Bank-Ratgeber

Eine Rendite von drei Prozent? In der dritten Säule bleibt dieses Ziel realistisch – trotz Zinsflaute.

Albert Steck ist verantwortlich für Markt- und Produktanalyse bei der Migros Bank.

O,75 Prozent Zins bezahlt die Migros Bank derzeit auf dem Vorsorgekonto der dritten Säule. Bei anderen Banken beträgt der Zins nur 0,5 Prozent. Soll man deshalb auf die Einzahlung in die Säule 3a verzichten, bis die Zinsen wieder steigen?

Ein Gewinn von 25 900 Franken in zehn Jahren

Davon möchte ich abraten, aus zweierlei Gründen. Erstens verlie­ ren Sie dadurch den Steuervorteil. Was nämlich oft vergessen wird: In der dritten Säule gilt der Steuer­ abzug jeweils nur für ein Jahr. Eine verpasste Einzahlung können Sie somit nicht mehr nachholen. Und zweitens können Sie anstelle des Kontos in einen Vorsorgefonds investieren. So lässt sich die Rendite erheblich steigern – besonders in der aktuellen Tiefzinsphase. Eine Fondslösung macht dann am meisten Sinn, wenn das Geld langfristig angelegt wird, was gerade bei der Vorsorge häufig zutrifft.

40 000

Machen wir ein konkretes Beispiel: Die Grafik zeigt die Vermö­ gensentwicklung für jemand, der seit 2006 jedes Jahr 6000 Franken in den Mi­Fonds (CH) 40 V einbezahlt hat. Bis heute erreicht sein Gewinn 25 900 Franken. Knapp die Hälfte davon (11 600 Franken) beruhen auf der Wertsteigerung des Fonds. Die übrigen 14 300 Franken entsprechen der gesamten Steuerersparnis über

S

85 900

90 000

Vermögen inkl. Steuerersparnis

80 000

71 600

70 000

60 000

60 000

Rendite 3,7%

50 000

kummulierte Einzahlungen

30 000 20 000

Fondsvermögen

10 000 0 2006

2007

2008

2009

2010

2011

2012

2013

2014

2015

So hat sich das Vermögen in der dritten Säule entwickelt, wenn jemand seit 2006 jährlich 6000 Franken in den Mi-Fonds (CH) 40 V investiert hat.

zehn Jahre. Dieser Gewinn ent­ spricht einer ansehnlichen Jahres­ rendite von 3,7 Prozent. Zu beachten ist: Die Steuerersparnis variiert je nach Wohnort und Zivilstand. Im Beispiel handelt es sich um ein Paar ohne Kinder, wohnhaft in Bern, mit einem gemeinsamen Einkommen von 100 000 Franken. Wie sieht es nun aus mit den Risiken? Bei den Vorsorgegeldern toleriert der Gesetzgeber keine über­ mässigen Wertschwankungen. Bei Fonds der dritten Säule darf der Aktienanteil deshalb nicht über 50 Prozent liegen. Im Beispiel des

Mi­Fonds (CH) 40 V beträgt er 40 Prozent. Und wie die Grafik ver­ deutlicht, hat der Fonds aus diesem Grund die Werteinbusse während der Finanzkrise im Jahr 2008 relativ schnell wieder aufgeholt. Trotz Zinsflaute: Mit einer klugen Strategie lohnt sich die dritte Säule noch immer. Der Einsatz von Vorsor­ gefonds ist dabei nur einer von unse­ ren 20 Tipps zur Säule 3a, die Sie auf Blog.migrosbank.ch unter dem Titel «Machen Sie mehr aus Ihrer Vorsor­ ge» nachlesen können. Bestimmt hat es auch für Sie eine nützliche Emp­ fehlung darunter. MM

Mamma mia

Zuziehen!

Sie wissen, dass ich gerne andere Eltern auf den Pfad der Tugend bringe, zerre oder schubse. Seit es kälter geworden ist, ist mein Drang wieder stärker. Neulich hätte ich beinahe ein fremdes Auto geöffnet, um ein Baby gescheit anzugurten. Es ginge echt schnell: Tür auf, Gurte lösen, dem Michelin­Männli die Daunenjacke ausziehen, es zurücklegen, Gurtbänder ins Schloss und fest (!) zu­ ziehen.

Manchen Kindern müsste ich vor der Daunenjacke noch Sturmhaube und Alpaka­Fäustlinge ausziehen. Die Gefahr, dass sich das Baby auf der Fahrt zum Bäcker Erfrierungen dritten Grades zuzieht, wird überschätzt. Vor allem, seit wir statt Kut­ schen Kombis fahren. Aber Mami und Papi meinen es nur gut. Und die Furcht vor dem kalten Händchen ist riesig. Deswegen statten sie ihr Kind für eine Polarexpedition aus,

bevor sie es in den Maxi Cosi quetschen. Blöd, dass das Gurtsystem so nichts bringt. Man könnte die beiden Bän­ der auch flechten und dem Baby in die Hand drücken … durchatmen, weggucken. Ich hätte besser die Augen zugelassen. Wissen Sie, wie viele Zwerge Velohelme mit viel zu weiten Verschluss­ riemen tragen? Weil sie be­ haupten, ein festgezurrter Gurt würge. ZUZIEHEN!

Bettina Leinenbach (38)

ist Journalistin und zweifache Mutter.


Wer mag es G etwas bunter?

Beauty

Brasilianerinnen verbrauchen am meisten Nagellack, Asiatinnen tuschen die Wimpern doppelt so lange wie Europäerinnen, und Afrikanerinnen verwenden am meisten chemische Mittel für die Haare: Geokosmetik heisst der Forschungszweig, der diese Unterschiede aufspürt. Text: Martina Bortolani

lobal wird höchst unterschiedlich geduscht, gecremt und geschminkt. Doch warum tuschen Japanerinnen beispielsweise die Wimpern anders als Europäerinnen? Weshalb tun die Asiatinnen dies im Durchschnitt zweimal länger als wir – also 100-mal im Vergleich zu den Schweizerinnen, die eine Mascara in lediglich 50 Bürstenstrichen im Durchschnitt auftragen? (Daher muss eine Wimperntusche für den asiatischen Markt in ihrer Textur leichter und weniger stark deckend sein als hierzulande.) Und wie wissen die international tätigen Kosmetikkonzerne, was in welchem Land angesagt ist und wie sie ihre Produkte an den jeweiligen Markt anpassen müssen? Die Erforschung dieser Fragen im Kosmetikbereich nennt sich «Geokosmetik». Was ein wenig nach Ethnologiestudium im zweiten Semester tönt,

ist für Kosmetikkonzerne eine wichtige Quelle der Erkenntnis. Es handelt sich um ein wissenschaftlich seriöses Analyse- und Auswertungsverfahren, in dem untersucht wird, wie sich die Bedürfnisse der Kundinnen auf der ganzen Welt unterscheiden. Unter dem Begriff Geokosmetik werden nicht nur globale Gewohnheiten erforscht, sondern auch Absatzzahlen und Zielgruppenbedürfnisse ausgewertet. Eine der erfahrenen «DiversityExpertinnen» für Geokosmetik ist Doreen Brumme aus Deutschland. «Man muss die Welt mit neugierigen und vorurteilsfreien Augen betrachten», umschreibt sie ihr Arbeitsgebiet, Schönheitsrituale auf der ganzen Welt zu erforschen. «Man darf nicht an der eigenen Badezimmerwand Halt machen.» Anhand der Geokosmetik fand man heraus, dass die Brasilianerin-

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88 | MM43, 19.10.2015 | LEBEN


LEBEN | MM43, 19.10.2015 | 89

Andere Länder andere Techniken: Auch die Schmink­ gewohnheiten werden heute akribisch erforscht.

nen weltweit am meisten Nagellack benutzen oder die Afrikanerinnen ihr gekräuseltes Haar öfter mit chemischen Mitteln zu entwirren versuchen als Frauen in nordischen Ländern. Die Anwendungsmuster von Make-up, Bodylotions oder Pflegespülungen unterscheiden sich also sehr stark nach ethnologischen

Prämissen. Je nach Land werden andere Wünsche an die Pflegeprodukte gestellt: Europäer tragen Selbstbräuner doppelt so häufig aufs Gesicht auf wie die Asiaten. Umgekehrt beinhalten viele asiatische Cremes mehr Bleichungsmittel. Blass zu sein, gilt dort als chic. Und während mexikanische

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Männer Weltmeister im Verbrauch von Haargel sind, stehen die Chinesen wiederum besonders auf schwarze Haarkolorationen. In ihrer Kultur wird ergrautes Haar nämlich sinnigerweise mit Impotenz gleichgestellt. Andere Länder, andere Sitten – auch bei der täglichen Schönheitspflege. MM

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90 | MM43, 19.10.2015 | LEBEN

Kinder

Toll, so ein Hecht Der Hecht ist ein bisschen so, wie er aussieht: aggressiv, stark und wild. Manchmal fressen Hechte einander sogar gegenseitig auf. Text: Andrea Fischer Schulthess Illustrationen: bunterhund.ch Feinde

Der ausgewachsene Hecht hat kaum Feinde – ausser den Menschen, die fischen.

Die Feinde der Junghechte: ausgewachsene Hechte ...

... und andere Raub­ fische wie Zander, Muskellunge und Barsch.

Der Hecht schnappt nach allem, was sich bewegt.

Ein wenig fies sieht er schon aus.

Und tatsächlich ist der Hecht für viele kleine Fische, junge Entchen oder Frösche ein echter Bösewicht. Aber das ist nicht seine Schuld. Er macht nur seine Arbeit: Der Hecht ist ein Raubtier und jagt andere Tiere, um zu überleben. Er hat sogar einen Schnappreflex, das heisst, er muss einfach nach allem schnappen, was

sich bewegt. Aber er kann auch selbst zur Mahlzeit werden, und zwar für uns Menschen. Allerdings ist er so aggressiv, dass man ihn kaum züchten kann. Man muss den schnellen Jäger in der Wildnis fischen. Und dort kann er ganz schön an Masse zulegen. Der grösste in der Schweiz gefangene Hecht war 137 Zentimeter lang und 22 Kilo schwer! Ab dem späten

Herbst besetzen Hechtmännchen ein Revier in Ufernähe. Im Frühjahr kämpfen sie dann untereinander um die Weibchen. Damit sie dabei nicht ungewollt von einer der grossen Damen vertilgt werden, fressen diese in der Paarungszeit nichts. Trotzdem kommt es immer wieder vor, dass ein Weibchen aus Versehen ein Männchen verputzt. MM


LEBEN | MM43, 19.10.2015 | 91

Luana (10)

Das ist ein völlig verdrehtes Schimpfwort. Es steht für «mongoloid». So nannte man früher Menschen mit einem Down-Syndrom. Das sind geistig Behinderte. Weil sie schräg gestellte Augen haben, gleichen sie äusserlich den Menschen aus der Mongolei. Der Vergleich ist unsinnig, das Wort ist gemein. Heute sagt man «Kind mit Trisomie 21». Manche Eltern reden auch liebevoll von ihrem «Downie». So ein Kind ist genauso liebens- und lebenswert wie jedes andere, darum ist es respektlos, davon Schimpfwörter abzuleiten.

Das Thema erinnert mich an meine Schwangerschaft mit dir. Wie jede Mutter wünschte ich mir, ein gesundes Kind zu bekommen. Meine Ärztin legte mir nahe, einen Test zu machen. Der würde zeigen, ob mein Baby «normal» sei oder nicht. Ich fragte mich, ob ich ein behindertes Kind abtreiben würde. Ein schmerzender Gedanke! Als meine Mutter mit mir schwanger war, gab es dafür noch die Redewendung «in guter Hoffnung» sein. Mein Mami war glücklich damit. Diesen Zustand wollte ich auch!

Heute wird weniger gehofft und mehr getestet. Denn früher waren Trisomie-Untersuchungen risikoreich und teuer. Inzwischen gibt es gefahrlose Bluttests, die unsere Krankenkassen neu auch bezahlen. Das freut jene Schwangeren, die dank Tests ein Gefühl von Sicherheit gewinnen. Es verstärkt aber auch den Druck auf uns Mütter, nur noch «perfekte» Kinder zu produzieren. Ich entschied mich übrigens fürs Nichtwissen. Wie schön, dass ihr drei Geschwister gesund seid. Ich setze weiterhin auf gute Hoffnung. MM

Gabriela Bonin (48) beantwortet

die Fragen ihrer Töchter (14, 10, 7).

TOBIS GUGELHOPF

Rä tsels pass

Tobi liebt es, wenn es fein aus dem Backofen duftet. Heute hat er Lust auf einen Marmorgugelhopf. In der Eile hat er aber auch Dinge auf seinen Kochtisch gestellt, die nicht zum Gugelhopf-Backen gehören. Hilf Tobi und finde die 10 Dinge, die er gleich wieder wegräumen sollte.

HUGOS KARTENSPIEL

Hugo möchte gerne ein Kartenspiel spielen. Leider ist es nicht vollständig. Hilf ihm, die verlorenen Karten in seinem Zimmer zu finden. Kreise sie ein.

Lösung: Schwert, Fisch, Quietsche-Ente, Knochen, Pilz, Frosch, Zahnbürste, Muschel, Blume, Schaufel.

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Lösung: Es sind 12 Karten.


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s ist der Traum unzähliger Frauen: sich einmal wie ein Fotomodell fühlen, professionell gestylt und geschminkt werden – und das Resultat sogar bei einem exklu­ siven Shooting festhalten. Für eine Leserin des Migros­Magazins wird dieser Traum wahr: Die Gewinne­ rin des Wettbewerbs wird zuerst mit der Stilikone Luisa Rossi auf Shoppingtour in Zürich gehen. Die Stylistin, die unter anderem durch TV­Programme wie «People» auf Sat.1 Schweiz bekannt geworden ist, verrät Tipps, wie sich die Persönlichkeit unterstreichen lässt. Mit dem neuen Outfit im Gepäck geht es dann in das vom

Starfotografen Patrizio Di Renzo gegründete Fotoatelier The Foto­ studio. Hier erwartet die Gewinne­ rin eine professionelle Visagistin, die im Nu für ein strahlendes Aus­ sehen sorgt. Ob mit natürlichem Make­up, ob sexy oder dramatisch geschminkt – die Erfüllung jedes Wunschlooks ist möglich. Die Farbtöne für den perfekten Look

Dabei kommt auch die breite Pro­ duktpalette der führenden Kosme­ tikmarke Covergirl zum Einsatz. Covergirl ist seit über 40 Jahren in der Schweiz erfolgreich – und überzeugt immer wieder mit tren­ digen und vielseitigen Produkten. Neuestes Beispiel sind die attrakti­

ven Colorlicious Lipsticks. Dank der Unterteilung von 18 Trend­ farben in die vier Farbfamilien Nudes, Pinks, Reds und Plums sind für jede Frau typgerechte Töne für den perfekten Look dabei. Frisch gestylt nimmt die Gewin­ nerin am Fotoshooting teil: Die Profis von The Fotostudio kreieren ausdrucksstarke Bilder, die es auf das Cover jedes Magazins schaffen würden – und mit denen unser «Model für einen Tag» internatio­ nalen Cover Girls wie Katy Perry oder Pink ohne Weiteres Konkur­ renz machen kann. MM Mehr Informationen: www.covergirl.ch www.thefotostudio.ch

(1 Fr./Anruf ab Festnetz) und nennen Sie Ihre Lösung, Ihren Namen und Ihre Adresse. Per SMS: Senden Sie eine SMS mit dem Text GEWINNEN, dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die Nummer 920 (1 Fr./SMS). Beispiel: GEWINNEN, Lösungswort, Beat Beispiel, Beispielstr. 1, 9999 Exempelstadt Per Postkarte: Senden Sie eine Postkarte (A-Post) mit Ihrem Lösungswort und Ihrer Adresse an MigrosMagazin, «Covergirl», Postfach, 8099 Zürich. Online: gratis unter www.migrosmagazin.ch/ gluecksgriff Einsendeschluss: 25. 10. 2015 Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Es erfolgt keine Barauszahlung, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Die Mitarbeitenden der Migros-Medien sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Mehrfachteilnahmen sind nicht erlaubt und werden vom Wettbewerb ausgeschlossen. Preise, die nicht bis spätestens drei Monate nach Ziehung durch den Gewinner bezogen werden, verfallen ersatzlos.


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LEBEN | MM43, 19.10.2015 | 95

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96 | MM43, 19.10.2015 | LEBEN

Kreuzworträtsel

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oder eine von 5 MigrosGeschenkkarten im Wert von je 50 Franken für das grün eingefärbte Feld! Tel. Wählen Sie die 0901 560 065 (Fr. 1.–/Anruf ab Festnetz) SMS Senden Sie MMD5, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS) Chancengleiche WAP-Teilnahme ohne Zusatzkosten http://m.vpch.ch/MMD12315 (gratis übers Handynetz) Teilnahmeschluss: Sonntag, 25.10.2015, 24 Uhr

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So nehmen Sie teil Tel. Wählen Sie die 0901 560 041 (Fr. 1.–/Anruf ab Festnetz) SMS Senden Sie MMD1, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD1 SOMMER. Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Kreuzworträtsel, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 25.10.2015, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Keine Barauszahlung. Computergesteuerte Massenteilnahmen sind nicht gewinnberechtigt. Die Mitarbeiter der Migros-Medien sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Gewinner werden schriftlich benachrichtigt und mit Namen und Wohnort veröffentlicht.

Auflösung Nr. 42: KNOBLAUCH

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Gewinner Nr. 41: Rebekka Zwygart, Krauchthal BE; Wanja Ziegler, Hirzel ZH; Fredi Wolf, Lufingen ZH; Jeannine Lienhard, Solothurn, Edwin Stirnemann, Windisch AG; Gewinner «Zusatz» Nr. 41: Hans Rudolf Scheuwly, Zürich; Diana Oechslin, Kriens LU; Norbert Würth, Frümsen SG; Peter Näf, Schwaderloch AG; Anton Zurfluh, Erstfeld UR


LEBEN | MM43, 19.10.2015 | 97

Quiz

Gewinnen Sie eine von 3 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die acht Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. 1. Was ist auch ein Möbelstück? R Sekretär

T

Buchhalter

M Monteur

2. Was klebt nicht am Kühlschrank? I

Handzettel

U Notizzettel

O Denkzettel

3. Wie nennt man die Methode der Reifung und Veredelung bei einem Käse? R Melange

T

Affinage

E

Bombage

S

buck

Z

Venedig

So nehmen Sie teil

4. Wie wird der Dollar in den USA umgangssprachlich genannt? A beck

N back

Tel. Wählen Sie die 0901 560 042 (Fr. 1.–/Anruf ab Festnetz) SMS Senden Sie MMD2, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD2 TASTSINN Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Quiz, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 25.10.2015, 24 Uhr

5. Welche Stadt an der Adria hiess früher Ragusa? T

Dubrovnik

H Triest

6. Wann wurde der aktuelle Diskus-Schweizer-Rekord der Männer erzielt? I

1988

O 2001

E

2007

S

N Werkzeug

7. Was ist eine Gabelweihe? F

Greifvogel

Segnung

8. Was braucht man, um das Fitnessprogramm «Punk Rope» durchzuführen? E

Basketball

T

Springseil

G Holzstange

Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

Auflösung Nr. 42: EMMENTAL

Gewinner Nr. 41: Eugen Zürcher, Dübendorf ZH; Franz Pethe, Allschwil BL; Albin Bamberger, Zürich

Lösungswort: 1

2

3

4

5

6

7

8

Paroli

Gewinnen Sie eine von 3 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Füllen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Das Lösungswort ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1 bis 5. 5 1 3

N

2

Auflösung Nr. 42: TESTS Gewinner Nr. 41: Myrtha Ritter, Lupsingen BL; Martha Furrer, Ibach SZ; Beatrice Zobrist, Unterseen BE

4

ASOZ I ALE CAT ER I NG E I N I GUNG HAEUSLER NOKTURNE ROTE I SEN SCHELTEN TAENZELN TAETER I N TEEL I CHT

So nehmen Sie teil Tel. Wählen Sie die 0901 560 043 (Fr. 1.–/Anruf ab Festnetz) SMS Senden Sie MMD3, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD3 OSTEN Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Paroli, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 25.10.2015, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

Lösungswort: 1

2

3

4

5


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LEBEN | MM43, 19.10.2015 | 99

Sudoku

Gewinnen Sie eine von 5 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3x3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den gelben Feldern von links nach rechts. Auflösung Nr. 42: 326

4

5

2

9 7 8 1

5 7 2 3 8 9 6 1 4

5 1 6 9 4 6 8 3 7 4 9 2 4 6 5 3 8 7 5 9 3

4 9 6 5 1 2 7 3 8

3 8 1 7 4 6 9 5 2

8 3 9 1 6 5 2 4 7

7 2 5 8 3 4 1 9 6

1 6 4 9 2 7 3 8 5

6 4 3 2 5 1 8 7 9

9 5 8 6 7 3 4 2 1

2 1 7 4 9 8 5 6 3

So nehmen Sie teil Tel. Wählen Sie die 0901 560 044 (Fr. 1.–/Anruf ab Festnetz) SMS Senden Sie MMD4, gefolgt von der Lösungszahl, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD4 123 Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Sudoku, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 25.10.2015, 24 Uhr

Gewinner Nr. 41: Rosmarie Glanzmann, Ruswil LU; Jeannette Zellweger, Sitten; Ursula Reinhardt, Spiez BE; Pia Vogel, Aarau; Magali Bron, Delsberg

Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

Bimaru

Brücken

Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

Jeder Kreis stellt eine Insel dar. Die Zahl darin gibt an, wie viele Brücken dort enden. Brücken sind nur zu horizontal oder vertikal benachbarten Inseln erlaubt. Diese dürfen mit einfachen oder doppelten Brücken verbunden werden. Am Schluss sollen alle Inseln 2 2 3 1 1 miteinander verbunden 3 2 1 2 sein. Verboten: Kreuzungen, diagonale Brücken 3 und mehr als zwei Linien.

4 1 3 1 3 0

2

Auflösung Nr. 42:

1 3

1

0 4 2

2

2

0

2

2

4

2

2

4

3

2

3

2

4 2

3

2

3

4

4

4

2

2

3

2

2

3

Auflösung Nr. 42: 3

3

2 2 3

4

2

3

3

3 3

2 3 3

4 1 2

2 4 4

2 3 2 2

2

3

2

3

3 3

3 3 3

3

1 1

2

Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer Wochenblatt des sozialen Kapitals Organ des MigrosGenossenschafts-Bundes www.migrosmagazin.ch Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 569 115 Ex. (WEMF 2014) Leserschaft: 2 375 000 (WEMF, MACH Basic 2015-2) Adresse Redaktion und Verlag: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich Telefon: 058 577 12 12 Fax: 058 577 12 08 redaktion@migrosmagazin.ch Herausgeber: Migros-Genossenschafts-Bund Leiter Migros-Medien: Lorenz Bruegger

Publizistische Leitung: Monica Glisenti Chefredaktor: Hans Schneeberger Produktion/Ressort Leben: Remo Leupin (Leitung), Robert Rossmanith (Chef vom Dienst), Gerda Portner (Produzentin), Daniel Schifferle (Verantwortlicher Leben), Heinz Stocker (Korrektor) Ressort Menschen: Sabine Lüthi (Leitung), Andrea Freiermuth, Yvette Hettinger, Ralf Kaminski, Anne-Sophie Keller (Volontärin), Monica Müller, Reto E. Wild

Sabine Müller, Christoph Petermann, Thomas Tobler, Michael West Ressort Shopping & Food: Eveline Zollinger (Leitung a. i.), Heidi Bacchilega, Dora Horvath, Sonja Leissing, Fatima Nezirevic, Nicole Ochsenbein, Anna-Katharina Ris, Claudia Schmidt, Jacqueline Vinzelberg, Anette Wolffram Bildredaktion: Olivier Paky (Leitung), Benjamin Böttcher, Franziska Ming, Susanne Oberli, Helen van Pernis Layout: Bruno Boll (Creative Director), Doris Oberneder (Art Director), Werner Gämperli, Nicole Gut, Gabriela Masciadri, Pablo Tys, Tatiana Vergara

Migros-Welt: Daniel Sidler (Leitung / stv. Chefredaktor) Ressort M-Aktuell: Prepress: Jean-Sébastien Clément, Anna Meister, Liliane Bolliger, Marcel Gerber

Lithografie: Reto Mainetti (Leitung), Manuela Seelhofer, Max Sommer

Anzeigen: Thomas Brügger (Leitung), Gian Berger, Yves Golaz, Andreas Hess, Hans Reusser, Angela Online: Scasascia Almut Berger, Reto Meisser, Reto Vogt anzeigen@migrosmagazin.ch Telefon: 058 577 13 73 Sekretariat: Fax: 058 577 13 72 Stefanie Zweifel (Leitung), Imelda Catovic Simone, Nicolette Trindler Innendienst: Nicole Thalmann Honorarwesen: Verena Hochstrasser

Kommunikation & Medien-Koordination: Eveline Zollinger (Leitung), Rea Tschumi Verlag: Rolf Hauser (Leitung), Nathalie Deutsch, Laila Müller Boonya, Margrit von Holzen verlag@migrosmagazin.ch Telefon: 058 577 13 70 Fax: 058 577 13 71

(Leitung), Verena De Franco, Michael Glarner, Christine Kummer, Janine Meyer, Jasmine Steinmann Lesermarkt: Carina Schmidt (Leitung), Marianne Hermann, Nadine Voss Media-Services: Patrick Rohner (Leitung), Tabea Burri, Aisha Kaufmann, Theresa Wuitz

Abonnemente: Sonja Frick (Leitung), Sibylle Cecere abo@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 00, Fax: 058 577 13 01

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102 | MM43, 19.10.2015 | LEBEN

Meine Welt

«Ich mag Mode, die nicht Mainstream ist»

Michelle Muff ist das neue Schweizer Elite-Model. Die 16-jährige Gymnasiastin mag High Heels, Joggen und ihre Grosseltern. Im November nimmt sie am Elite-Weltfinale in Mailand teil. Text: Laila Schläfli Bilder: Jorma Müller

1

Mein Lieblingsprodukt

«Der Geschmack von Mandeln und Schoggi ist einfach fein. Er erinnert mich an meine Kindheit: Die Schokomandeln gab es schon immer bei meinen Grosseltern.» 2

Michelle Muffs Lieblingsort: «Ich sitze gern auf dem Fensterbrett in meinem Zimmer. Das ist mega entspannend mit dem Garten nebenan.»


LEBEN | MM43, 19.10.2015 | 103

1 Meine Vorbilder «Meine Grosseltern Luzia und Bruno Bucher sind für mich da. Wenn ich bei ihnen in Luzern bin, ist das wie Ferien. Der Apfelkuchen von meiner Grossmutter ist der Hammer. » 2 Meine Kamera «Ich habe schon immer gerne fotografiert. Weil bildnerisches Gestalten mein Schwerpunkt ist, hat mir die Schule eine Kamera geliehen. Wenn das Licht schön ist oder die Brötchen beim Backen interessante Strukturen zeigen, hole ich die Kamera.» 3 Meine Schuhe «Schon früher trug ich gerne High Heels. Das Laufen damit

3

Name: Michelle Muff (16) Sternzeichen: Waage Lebenslauf: Aufgewachsen bin ich in Cham ZG, vor vier Jahren sind wir nach Lachen SZ gezogen. In Pfäffikon SZ besuche ich die zweite Klasse

des Kurzzeitgymnasiums mit Sprach­ profil, bilingualer Matura und Schwer­ punkt bildnerisches Gestalten. Mein Umfeld sagte oft: «Du könntest doch modeln!» Zu Weihnachten wünschte ich mir ein Shooting; der Fotograf, der auch schon für «Elite Model» arbeitete, meinte, ich hätte Potenzial. Also meldete ich mich für den «Elite Model Look»­Contest 2015 an. Mein Sieg war wie ein schöner Traum. Mein Ziel: glücklich sein, mich nicht verstellen. Und ich würde gerne für die Fashion Week in New York oder Paris laufen.

4 5

6

habe ich zu Hause geübt. Schuhe sind meine Sucht: Ich habe etwa 20 Paar.» 4 Meine Mode «Ich finde dann etwas cool, wenn es nicht Mainstream ist. Am Modeln gefällt mir, dass man mit einem Kleidungsstück auch eine Rolle bekommt.»

7

5 Meine Ruheoase «Im Sommer gehe ich jeweils zwei­, dreimal pro Woche joggen. Primär renne ich, um den Kopf durchzulüften, nicht für den Körper.»

Bild: Daniel Kellenberger

6 Meine Ernährung «Fast täglich mache

ich mir einen Smoothie, am liebsten mit Mango darin. Seit ich modle, esse ich weniger Chips und Süsses, dafür mehr Früchte. Die Haut dankt es mir.» 7 Meine lyrische Seite «Wenn ich abends nicht einschlafen kann, schreibe ich auf, was mich gerade beschäftigt.»


, H C O W T IT M N E S IE D R U N

21.10.2015,

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