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Migros magazin 42 2017 d vs

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Ausgabe Wallis, AZA 1920 Martigny

Wie Buben leichter lesen lernen Seite 84 Festival der Düfte Seite 42

MM42, 16.10.2017 www.migrosmagazin.ch

Tabu Teilzeitmutter

Maura Stocker hat ihre Familie verlassen – ein Schritt mit Folgen Seite 8

Bild: Gabi Vogt

Simonetta Sommaruga über Frauen in Chefetagen Al Gore S. 6 | Rosinen S. 49 | Atemwolken S. 94 | Kuba S. 99 Bitte Wohnungswechsel der Post melden oder dem regionalen Mitgliederdienst: Tel. 027 720 44 00 - mitglieder.register@migrosvs.ch

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Seite 30


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MM42, 16.10.2017

Editorial

Wir und die anderen

W Was das Bundesamt für Statistik unter dem nüchternen Titel «Erste Resultate der Erhebung zum Zusammenleben in der Schweiz 2016» publiziert hat, wirkt befremdend: Über 30 Prozent der Menschen in der Schweiz fühlen sich von Personen gestört, die sie als fremd empfinden: Dunkelhäutige, Fahrende, Musliminnen oder Juden, um einige zu nennen. Wie ist es möglich, dass uns in Zeiten der weltweiten Vernetzung andere Menschen so fremd bleiben, dass sie uns sogar stören? Eine mögliche Erklärung: Wir geben uns keine Mühe, die anderen kennenzulernen. Stattdessen begnügen wir uns zunehmend mit dem, was wir schon zu kennen glauben: mit uns selbst. Nicht alle sind so. Vor allem nicht die jungen Menschen unter uns. In der Erhebung zeigen Jugendliche eine signifikant geringere Bereitschaft, anderen Personengruppen systematisch negative Eigenschaften zuzuschreiben. Sie gehören zu dem wachsenden Teil unserer Gesellschaft, der seine Wurzeln in mehr als einer Kultur hat, Brücken schlägt, neue Freundschaften schliesst. Etwa Sabine Fankhauser, eine von drei Schweizer Jugendlichen, die vor der Uno-Vollversammlung in New York die Anliegen der Schweizer Jugend vertritt (Seite 16). Die Jugenddelegierte hat sich in diesem Jahr mit vielen 15- bis 25-Jährigen in der Schweiz ausgetauscht. Ihr Fazit: Die jungen Menschen, gleich welcher Herkunft, Farbe oder Religion, wollen in unserem Land zusammenleben, mitbestimmen und aufeinander Acht geben.

Zum Schluss Erfreuliches in eigener Sache: Das MigrosMagazin konnte im vergangenen Jahr die Leserzahlen um 1,6 Prozent auf 2 373 000 steigern. Das zeigt die neueste Erhebung der AG für Werbemittelforschung. Online haben die Migros-Magazine und Azione zugelegt – von 93 000 auf 108 000 Userinnen und User pro Woche. Für Ihr Interesse und Ihre Treue, liebe Leserin, lieber Leser, danke ich Ihnen im Namen der Migros herzlich. Daniel Sidler, Stv. Chefredaktor daniel.sidler @migrosmedien.ch

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Der Willkommenskultur auf der Spur: Sabine Gisiger und ihr neuer Dokumentarfilm

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Traubenkunde rund um Rosinen und Co.

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Wenn Mütter gehen

M-Infoline: Tel. 0800 84 0848 oder Fax +41 800 84 0848 (Ausland). www.migros.ch/kundendienst; www.migros.ch Cumulus: Tel. 0848 85 0848* oder +41 44 444 88 44 (Ausland). cumulus@migros.ch; www.migros.ch/cumulus Redaktion Migros-Magazin: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Tel. 058 577 12 12, Fax 058 577 12 08. redaktion@migrosmagazin.ch; www.migrosmagazin.ch * Normaltarif


MM42, 16.10.2017

Inhalt

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Leben mit einem chronischen Leiden: Robin Rehmann

Menschen 6 Diese Woche In Al Gores neuem Film spielen Schweizer Klimaforscher eine wichtige Rolle 8

Mütter, die ausziehen Die Kinder beim Vater zu lassen, ist immer noch ein Tabu. Drei Frauen und ihre Erfahrungen

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16 Sprachrohr der Jugend Die 21-jährige Sabine Fankhauser vertritt die Schweizer Jugend bei der Uno in New York

«Mütter und Väter sollten eine echte Wahl haben»

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Leserforum

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Wir und die Fremden Sabine Gisigers neuer Film beleuchtet ein Kapitel in der Schweizer Flüchtlingspolitik

29 Bilder: Vera Hartmann, René Ruis, Marco Zanoni, Gabi Vogt, Christine Benz

Bundesrätin Simonetta Sommaruga

Kolumne: Bänz Friedli

www.migrosmagazin.ch

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Simonetta Sommaruga Die Justizministerin über Gleichstellung in Beruf und Familie

Migros-Welt 40

Hundert Prozent

Textilstandard «eco»: Die Migros verfolgt ein ehrgeiziges Ziel

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Festival der Düfte Bald steht das Schloss Wildegg ganz im Zeichen des sinnlichen Erlebnisses – Mibelle ist dabei

44 47

Meeresfrüchte von Costa Alpkäse-Fondue

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Migusto Rosinen, Sultaninen, Korinthen – des Rätsels Lösung rund um getrocknete Weinbeeren

64 65 66 69 71 72 74 77

Anna’s Best: Bio-Spaghetti Excellence: Kirschjoghurt Ellen Amber: Jacken Nivea Face: Q10 plus C Nivea Hair: «Hairmilk» Papeteria: gut organisiert Feine Sachen fürs Baby

Neues aus Ihrer Region Aktionen, Reportagen, News

Leben 83

1, 2 oder 3? Wenn zwei dasselbe begehren …

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Familie Warum Leseförderung für Buben hilfreich sein kann

89 90

Brave New Girl Gesundheit Hausarztmodell: medizinische Qualität dank Praxisgemeinschaft

93 Migros Bank

Zeit, sich über das «Finanzwort des Jahres» Gedanken zu machen

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Kinder Die Sache mit der Atemwolke

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Auto Der Hyundai i30 auf Überholkurs

99 Glücksgriff 101 Leseraktion 103 Rätsel 107 Impressum 110 Meine Welt

Radiomoderator Robin Rehmann

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Menschen MM42

Darauf freuen wir uns Schweiz-Tournee Das Jugend-

Sinfonieorchester Zürich feiert sein 30-jähriges Bestehen. Die grosse Schweiz-Tournee startet am Sonntag, 22.10., in Freiburg. Mittelalter-Feeling Am 21.10.

beginnt der «Markt der Vielfalt» in Bremgarten AG. Mit historischem Handwerk und anderem.

Unnützes Wissen

Wilde Wörter Die Mehrzahl von Milch lautet Milche.

Bettina Oberli (44) ist Regisseurin.

Sie arbeitet derzeit am TV-Zweiteiler «Private Banking» und am Kinofilm «Le Vent Tourne».

als Künstler. Je weiter man zurückschaut, desto weniger Frauen konnten sich mit ihrer Kunst einen Namen machen. Vivian Maier, eine Nanny aus Chicago, wurde erst nach ihrem Tod 2009 bekannt – durch Zufall wurden 100 000 Fotos und Negative entdeckt, die sie nie jemandem gezeigt hatte. Diese Geschichte ist spektakulär. Aber viel spannender als die Person ist ihr Werk, das von grosser Kraft und Schönheit und einem immensen Talent zeugt, das Unspektakuläre – einen Augenblick, ein Gesicht oder eine Gruppe Matrosen – in Kunst zu verwandeln, die zum Meilenstein in der ‹Street Photography› geworden ist.»

Hörprobe

Entschuldigung, was hören Sie gerade? Ruko Wang (21), Collegestudentin, Taiwan

a) «Girls Like You» von The Naked and Famous b) «Tommib» von Squarepusher c) «SweeToxic» von Sug

Ein Wangenkuss heisst im Knigge «Akkolade». Die Zähne eines Reissverschlusses heissen Krampen. Das Wort Lego leitet sich vom dänischen «leg godt» ab («spiel gut»). Die DDR-Version von Hotdog hiess Ketwurst.

Es gibt einen Fisch namens Flughahn. «Diskulpieren»

Auflösung: c) «Ich mag japanischen Rock, dazu kann man sehr gut tanzen.»

Bild: © Estate of Vivian Maier/Maloof Collection, Courtesy Howard Greenberg Gallery, New York (1) GettyImages (1)

Mein Bild der Woche «Es gibt um ein Vielfaches weniger bekannte Künstlerinnen

Der schwedische Duden hat «zlatanieren» für «dominieren» aufgenommen – eine Hommage an den Fussballer Zlatan Ibrahimović.

bedeutet «sich rechtfertigen».

Quellen: Neon/Stern


MM42, 16.10.2017 | MENSCHEN

Die Station der Schweizer Forschungsgruppe in Grönland

Diese Woche

Eine Hauptrolle für Schweizer Forscher

Zahlen und Fakten

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Meter pro Jahr geht der Grosse Aletschgletscher infolge der globalen Erwärmung zurück.

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Grad Celsius – eine Klimaerwärmung um diesen Wert würde weltweit 470 bis 760 Millionen Menschen gefährden, die an Fluss- und Meeresküsten leben.

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Meter dünner als noch vor 16 Jahren ist die Eisschicht bei der Schweizer Forschungsstation in Grönland. Quellen: Aletscharena.ch, Climate Central, Konrad Steffen

In seinem neuen Film «An Inconvenient Sequel: The Truth to Power» gibt der ehemalige US-Vizepräsident und Umweltschützer Al Gore Schweizer Forschern eine grosse Bühne – und er lobt das ökologische Bewusstsein der Schweizer Bevölkerung. Text: Elena Bernasconi, Lisa Stutz

E

ben erst spazierte er am Filmfestival durch Zürich, nun watet er auf hiesigen Kinoleinwänden durch Tiefschnee und Hochwasser: Al Gore, der Umweltschützer und frühere US-Vizepräsident. Sein zweiter Dokumentarfilm trägt den deutschen Titel: «Immer noch eine unbequeme Wahrheit – unsere Zeit läuft». Auch die Schweiz spielt darin eine Rolle. Ein Team der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft sammelt in Grönland Daten über Schnee, Eis und Atmosphäre. Im

Film besucht Al Gore das Swiss Camp am Nordpol, wo er sich vom Glaziologen und Klimaforscher Konrad Steffen erklären lässt, dass das Eis in den vergangenen Jahren stark geschmolzen ist. «Al Gore ist ein alter Freund von mir», sagt Steffen. «Ich war sofort damit einverstanden, dass er bei uns in Grönland drehte.» Der Friedensnobelpreisträger sei kürzlich nicht nur wegen des Filmfestivals nach Zürich gekommen, verrät er. «Zuvor war er einen Tag lang an meiner Hochzeit.» Auch sonst pflegt Al Gore Kontakte zur

Schweiz: «Ihr Land hat eine führende Rolle beim Klimaschutz», sagt er im Interview. Mittlerweile ergraut, entspricht der 69-Jährige beim Treffen in einem Zürcher Nobelhotel so gar nicht dem Klischee der 68erUmweltaktivisten, denen er angehört. Stattdessen verströmt er die leicht parfümierte Aura eines Geschäftsmanns: massgeschneiderter Anzug, Manschettenknöpfe, sorgfältig manikürte Hände, am Handgelenk eine Apple Watch. Und im Rücken eine Armada von Sicherheitsleuten.

Bild: Konrad Steffen, Andreas Pein/Keystone

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Das gesamte Interviev mit Al Gore:

MENSCHEN | MM42, 16.10.2017

www.migmag.ch/ al-gore

Strassenumfrage

Al Gore

«Die Schweiz hat eine Führungsrolle beim Bewältigen der Klimakrise» Danke, dass Sie sich die Zeit nehmen, Mr. Vice President – ist das die korrekte Anrede? Eigentlich schon. Tatsächlich behält ein US-Vizepräsident diesen Titel sein Leben lang. Für mich spielt das aber keine Rolle, nennen Sie mich doch einfach Al. Al, Sie haben zum zweiten Mal einen umweltpolitischen Film gedreht. Weshalb? Weil ich alles in meiner Macht Stehende tun will, um die Welt darauf aufmerksam zu machen, dass wir das Klimaproblem lösen müssen, bevor es zu spät ist. Was haben Sie bisher erreicht? Es freut mich, wenn mir Leute sagen, ich hätte sie dazu inspiriert, selber aktiv zu werden. Darum geht es letztlich ja. Wichtig ist mir auch, aufzuzeigen, dass die Förderung nachhaltiger Energie wirtschaftliche Chancen bietet, konkret: dass sie Arbeitsplätze schafft. Wir sehen das im Bereich der Solarenergie. In den USA gab es dort 2016 einen Jobanstieg von 17 Prozent.

Wie bekommen wir das Problem in den Griff? Künftig werden nur noch sehr hoch gelegene Skiorte Schnee haben. Wir lassen täglich weltweit 110 Millionen Tonnen klimaschädliche Emissionen in die Luft, die unsere Atmosphäre belasten. Das Klimaproblem wird erst gelöst sein, wenn wir endlich die fossilen Brennstoffe aufgeben. Im Rahmen des Projekts «I Am Pro Snow» arbeite ich mit Skiorten in der ganzen Welt zusammen. Ziel ist es, komplett auf erneuerbare Energien umzustellen. Wie schlägt sich die Schweiz? Hier möchte ich der Schweizer Bevölkerung ein Kompliment machen: Die Schweiz wird bewundert. Sie ist ein Vorzeigemodell. Erstens hat sie eine gute Regierung, zweitens eine exzellente, konkurrenzfähige Wirtschaft und drittens eine Führungsrolle bei der Bewältigung der Klimakrise.

Der Klimawandel ist auch in der Schweiz immer wieder Thema – Stichwort Gletscherschmelze. Der Rückgang ist dramatisch! Das Gleiche passiert in den Anden, im Himalaja, in Grönland und der Arktis. Das bewirkt einen Anstieg des Meeresspiegels, der ein Problem für Küstenstädte darstellt: In Bangladesch werden deshalb Millionen von Menschen umgesiedelt.

Und im internationalen Vergleich? Jede Nation könnte mehr machen, allen voran die USA. Aber ich bin optimistisch: Zum ersten Mal stellen wir fest, dass die Emissionen stabil bleiben und reduzierbar sind. Es geht langsam voran. Aber ich halte mich an einen berühmten Ökonomen, von dem die Aussage stammt: «Es dauert immer länger als erwartet, bis Dinge passieren. Aber dann passieren sie viel schneller, als man denkt.» Dieses Muster zeichnet sich jetzt ab, während die Welt sich auf Lösungen in der Klimakrise konzentriert.

Der Anstieg des Meeresspiegels scheint im Binnenland Schweiz weit entfernt. Betrifft er uns? Mit dem Felssturz in Bondo vor sechs Wochen haben Sie die Folgen des Klimawandels erlebt: Das passiert, wenn der Permafrost in den Alpen auftaut. Die Schweiz hat aber noch ein anderes Problem: Infolge der Gletscherschmelze schwindet die alpine Schönheit. Der Tourismus, insbesondere der Wintersport, leidet unter dieser Entwicklung.

Wie steht es um Ihren eigenen ökologischen Fussabdruck? Soeben habe ich 520 Solarpanels auf dem Dach meiner Farm angebracht. Ich fahre ein Elektroauto, und ich ernähre mich vegan. Aber auch ich belaste das Klima, etwa wenn ich von den USA nach Zürich fliege. Ich hoffe, dass es bald umweltfreundlichere Flugzeuge gibt. Aber grundsätzlich sehe ich mich als Mann der Tat – oder wie man bei uns sagt: «I walk the walk, not just talk the talk.» MM

Was tun Sie für die Umwelt?

Al Gore (69) ist

Umweltschützer, ehemaliger Vizepräsident der USA, Friedensnobel- und Oscar-Preisträger.

Wiebke Dürr (30), Tagesmutter, Muttenz BL «Mein Mann ist Landwirt,

deshalb produzieren wir vieles selber. Ich backe nur Brot mit unserem eigenen Getreide. So verzichten wir auf lange Transportwege.»

Annina Renold (13), Schülerin, Oberwil-Lieli AG «Ich versuche,

schnell zu duschen und dabei wenig Wasser zu verbrauchen. Zudem gebe ich meine Kleider nicht nach jedem Tragen gleich in die Wäsche.»

Tobias Gutmann (30), Künstler, Zürich «Ich bin bei Foodsharing

dabei. Als Mitglied dieser Gruppe kann man die Essensreste von Restaurants und Märkten abholen, die sonst weggeworfen würden.»

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MM42, 16.10.2017 | MENSCHEN

Maura Stocker: «Ich hatte das Gefühl zu ertrinken, und niemand hörte mich schreien.»


MENSCHEN | MM42, 16.10.2017

Familie

Tabu Teilzeitmutter

Mütter, die ohne das Kind zu Hause ausziehen? Ein Tabuthema: Schnell haftet ihnen das Etikett Rabenmutter an. Drei betroffene Frauen berichten von der heftigen Kritik und dem neuen Lebensgefühl, nachdem sie den Schritt gewagt haben. Text: Silja Kornacher

D

ezember 2015: Auf der Terrasse läutet das Samichlaus-Glöckchen, durch den Hof dringen Kindergelächter und Stimmengewirr. Maura Stocker sitzt im vollgepackten Auto und drückt zögernd aufs Gaspedal. Sie weiss: Das gehört für sie jetzt nicht mehr dazu. Langsam fährt sie davon, während ihre Kinder feiern. «Ich fühlte mich so ohnmächtig», erzählt die Gründerin des Netzwerks «Networking Moms» heute. Maura Stocker (34) ist eine Frau, die ein Tabu gebrochen hat: Sie hat ihre Familie verlassen. An ihrem 33. Geburtstag entschied sie zu gehen. Ihre Kinder waren acht, sechs und zwei Jahre alt. Sie ging nicht, wie vielfach angenommen, wegen eines anderen Mannes. Sie ging, weil sie nicht mehr konnte. «Ich habe die Machete genommen und mich von allen Verantwortungen abgetrennt», sagt sie. Mit 24 Jahren war sie Mutter geworden. Ihre erste Tochter weinte oft und brauchte viel Aufmerksamkeit. Nach dem Höhenflug der Schwangerschaft kam die harte Bodenlandung. «Ich war völlig in dieser MamiKind-Blase gefangen, hatte einfach keinen Schnauf mehr.» Die zwei jüngeren Kinder waren pflegeleichter, auch ihr Partner war sehr unterstützend. Trotzdem waren die Ansprüche hoch. Denn Maura Stocker wollte alles selber machen und eine erfüllte Zeit

Bilder: Gabi Vogt

mit ihrem Nachwuchs verbringen. Deshalb waren die Kinder auch nicht in der Kita. Die Hilfe der Grosseltern oder Freundinnen habe sie viel zu selten in Anspruch genommen, sagt sie im Rückblick. Das hatte Folgen: «Kaum waren die Kinder im Bett, war ich ein Häufchen Elend.» Im Mai 2015 landete sie mit einem Burn-out in einer ambulanten Klinik. Doch ihr Zustand wurde nicht besser. «Ich hatte das Gefühl zu ertrinken, und niemand hörte mich schreien.» Also trat sie auf die Notbremse und zog aus der Familienwohnung aus. Liess die Kinder beim Vater, beendete die Beziehung. Ihr Mann fiel aus allen Wolken. Doch da er selbständig tätig und flexibel war, konnten die Kinder bei ihm bleiben. Die ersten Wochen nach der Trennung seien ein Albtraum gewesen. «Ich liess sogar meine Pflanzen verkümmern», sagt Maura Stocker. Bekannte wechselten die Strassenseite

Auch Zaklina Djuricic (30) traf die Entscheidung, vorerst ohne ihr Kind zu leben. Als sie vor zehn Jahren schwanger wurde, war sie bereits nicht mehr mit dem Kindsvater zusammen. Fünf Jahre lang lebte ihr Sohn Leandro bei ihr – der Entschluss, ihn beim Vater zu lassen, fiel jobbedingt: Nachdem sie nach ihrer Ausbildung keine Anstellung gefunden hatte, erhielt sie unverhofft das Angebot, drei Monate lang als Model in Mai-

land zu arbeiten. Sie besprach die Option mit ihrem Fünfjährigen. Der hatte schon öfters den Wunsch geäussert, beim Vater zu wohnen, und war ganz angetan. «Es war schlimm für mich, ihn zurücklassen zu müssen. Aber mir war klar, dass ich ihn nicht mitschleppen konnte. Ein Kind braucht einen stabilen Alltag.» Seit vier Jahren lebt Leandro nun bei dem Vater und dessen neuer Frau, drei Wochenenden pro Monat verbringt er bei der Mutter. Die Kritik von aussen liess indes nicht lange auf sich warten: «Die Gesellschaft sieht es nun mal so, dass das Kind bei seiner Mutter sein sollte», sagt Zaklina Djuricic. Auch Maura Stockers Entscheidung hatte schwere Folgen: Gemeinsame Freunde kehrten ihr den Rücken zu, einige Bekannte wechselten sogar die Strassenseite. «Nach meiner Version hat sich kaum jemand erkundigt», sagt Maura Stocker. Viele hätten ihre Entscheidung als verantwortungslos verurteilt, dabei sehe Verantwortung doch genau so aus: «Ich musste mich retten, um wieder eine gute Mutter sein zu können.» Noch heute müsse sie sich rechtfertigen, wenn sie ohne Kinder unterwegs sei. Erzählt sie, dass die Kinder beim Vater sind, hebt das Gegenüber die Augenbrauen. «Das könnte ich ja nie», heisse es oft. An schlechten Tagen verletzen sie solche Aussagen und die mitschwingenden Vorwürfe. Die massive

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MM42, 16.10.2017 | MENSCHEN

Kritik, die Müttern entgegenschlägt, kennt auch die deutsche Journalistin Lisa Frieda Cossham (38). Nachdem sie sich wegen eines anderen Mannes von ihrem Mann getrennt hatte, blie­ ben ihre beiden Töchter Martha und Louise beim Vater. Obwohl sie mit ih­ rem Expartner ein gleichberechtigtes Erziehungsmodell vereinbart hatte und sich in einer modernen Gesell­ schaft wähnte, schlug ihr die Ent­ rüstung anderer Mütter entgegen. Ihre Erfahrungen als «Teilzeit mutter» hat Cossham in 52 Ko­ lumnen für das Magazin der «Süd­ deutschen Zeitung» verarbeitet. Keine andere Kolumne wurde jemals so harsch kritisiert. Cossham wurde als «spassbefreite Heulboje», als abschreckendes Negativbeispiel, Jammermama und Egoistin be­ zeichnet. In ihrem Buch «Plötzlich Rabenmutter», einer Sammlung ihrer Kolumnen, analysiert sie ihr neues

Familienmodell und stellt fest: Hadern mit der Mutterrolle wird von Kritikern als Luxusproblem bezeichnet. Zaklina Djuricic zweifelte immer wieder an ihrer Entscheidung, den Sohn beim Vater zu lassen. «Ich fragte mich, ob ich mir das schöngeredet hatte.» Doch sie gibt zu bedenken, dass sie bewusst so lange gewartet habe, bis Leandro alt genug war, damit sie mit ihm über die Wohn­ situation sprechen konnte. Maura Stocker sagt: «Meine Kin­ der haben die Mutter ja nicht ver­ loren.» Sie sei immer noch Teil der Familie, lebe nur ausserhalb. Ihre Kinder hätten ihr die Entscheidung nie übelgenommen, finden es sogar toll, mit dem neuen Partner einen zweiten Papi zu haben. Zu 30 Prozent leben die Kinder heute bei ihr, an den anderen Tagen beim Vater. Der Beziehung zu ihren Kindern hat die

Lisa Frieda Cossham wurde wegen ihrer Kolumne zum Thema heftig angefeindet.

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Bild: Sima Dehgani

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MENSCHEN | MM42, 16.10.2017

Distanz gutgetan: «Wir kuscheln jetzt sehr viel. Vorher konnte ich die Nähe nicht mehr ertragen.» Woher kommt es, dass die Gesell­ schaft derart heftig reagiert, wenn Mütter die Familienwohnung ver­ lassen? «Wir haben immer noch ein sehr konservatives Mutterbild in unseren Köpfen», weiss die deutsche Soziologin Christina Mundlos (35). Das vorherrschende Familienbild sei aus der Zeit, als die Mütter für die Erziehung und die Väter für die finan­ zielle Versorgung zuständig waren. Christina Mundlos erforscht unter anderem das Phänomen «Regretting Motherhood» – ein Thema, seit eine israelische Soziologin 2015 in einem Buch mit dem gleichnamigen Titel Frauen zu Wort kommen liess, die ihre Mutterschaft bereuen. «Von Frauen wird erwartet, dass die Kinder für sie das Wichtigste sind. Die Fa­ milie hat für sie ein Glücksgarant, der

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Obhut der Kinder

einzige Lebensinhalt zu sein», sagt Mundlos. Zudem hätten die Ansprü­ che an Mütter enorm zugenommen. Elternkurse, Zeitschriften oder auch Social Media erhöhten den Druck: «Selbstgebastelte Schultüten, auf­ wendige Taufeinladungen oder drei­ stöckige Geburtstagstorten sind plötz­ lich das Mass für eine gute Mutter.»

Das gemeinsame elterliche Sorgerecht Wo leben die Kinder nach der Trennung? Seit dem 1. Juli 2014 gilt

in der Schweiz die gemeinsame elterliche Sorge. Trennen sich die Eltern, muss die Obhut der Kinder geregelt werden. Das kann die alleinige Obhut sein oder das Wechselmodell alternierende Obhut. Kommen die Eltern in diesem Punkt nicht überein, entscheidet das zuständige Gericht oder die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb). Wenn ein Ehepaar sich über Kinderbetreuung, Besuchsrecht oder Finanzierung des laufenden Unterhalts nicht einig wird, kann ein Partner ein Eheschutzverfahren einleiten. Auch das Kind hat das Recht, in Sachen Obhut mitzu­ reden. Die Anhörung ist in der Regel ab dem sechsten Lebensjahr möglich.

Dass Väter gehen, wird akzeptiert

Die Zahlen des Bundesamts für Statis­ tik zeigen, wie konservativ die Rollen­ verteilung in der Schweiz noch immer ist. Die Väter sind weiterhin die Hauptverdiener in der Familie, während die Mütter mehrheitlich Teilzeit arbeiten und einen Grossteil der Haus­ und Erziehungsarbeit übernehmen: Pro Woche entfallen 21,8 Stunden für die Kinderbetreuung auf die Mutter und 13,8 Stunden auf den Vater. Auch Kinder, die beim Vater leben, sind eine Rarität: Nur

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MENSCHEN | MM42, 16.10.2017

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jeder zehnte der 209 586 Schweizer Einelternhaushalte ist ein Vaterhaus­ halt. «Die Selbstaufgabe zugunsten der Kinder gehört einfach nicht zur Vaterrolle», bestätigt Soziologin Mundlos. Und wenn dann eine Frau die Familie verlasse, sei das ein Rie­ sending. Bei Hunderttausenden von Männern werde es jedoch einfach akzeptiert. Am zunehmenden Druck seien die Mütter selbst nicht ganz unschuldig, stellt Christina Mundlos in ihrem Buch «Mütterterror» fest: Mütter seien kaum solidarisch untereinan­ der, kritisierten sich gegenseitig. «Sie haben permanent Angst, eine schlechte Mutter zu sein. Um sich vor Angriffen zu schützen oder sich selbst aufzuwerten, inszenieren sie sich als Supermütter.» Das sieht auch Zaklina Djuricic so. Als sie als Hauptprotagonistin für die Dreharbeiten der Datingsendung «Die Bachelorette» für sechs Wochen nach Thailand flog, musste sie sich von anderen Müttern einiges an­ hören. «Du lässt dein Kind so lange allein?», lautete der Vorwurf. Natür­ lich vermisste Djuricic ihren Sohn. «Aber mein Kind ist nicht an meinem Bein angebunden. Wir sind beide eigenständige Persönlichkeiten.» Gleichberechtigung einfordern

Maura Stocker sieht es ähnlich: «Ich bin immer noch Mutter, aber viel differenzierter als früher – ich bin auch Freundin, Businessfrau, Lieb­ haberin. Welche Rolle ich einnehme, bestimme ich.» Die Entscheidung von damals bereut sie nicht, obwohl sie sie natürlich immer wieder hinter­ frage. Mit ihrer Geschichte habe sie ihren Kindern gezeigt: Es gibt auch andere Familienmodelle. «Und mein Exmann und ich haben nie das Vertrauen ineinander verloren.» Dass man als Teilzeitmutter plötz­ lich die «Gspänli» der Kinder nicht mehr kennt oder die eigenen Töchter Kleider tragen, die man nicht selbst gekauft hat, davon können Cossham und Djuricic ein Lied singen. Die neu gewonnene Zeit ohne Kinder war für Lisa Frieda Cossham erst ungewohnt: «Meine kinderlose Freizeit hat sich am Anfang angefühlt, als hätte ich zu grosse Schuhe an.» Doch sie bringt auch Vorteile: So hat Maura Stocker dank Teilzeitmodell wieder viel mehr Energie. Sie schätzt vor allem die neu entstandene Flexibilität. Und die Mütter freuen sich viel mehr auf ihre Kinder: «Wenn Leandro am Wochen­

ende kommt, unternehmen wir die tollsten Sachen», erzählt Zaklina Djuricic. Nach dem Beziehungsaus wohnt das Model vorübergehend in einer WG. Wenn die Wohnsituation geregelt ist, will sie wieder einen Versuch wagen, Leandro zu sich zu holen. Zaklina Djuricic rät anderen Müt­ tern, sich selbst nie aufzugeben. «Ich liebe meinen Sohn über alles, aber ich habe auch ein eigenes Leben.» Maura Stocker ruft dazu auf, sich Freiräume zu schaffen, fixe Abende oder Auszei­ ten ohne Kinder einzuplanen. «Hätte ich mir früher Hilfe geholt, wäre es vielleicht nie so weit gekommen», sinniert sie. Soziologin Mundlos ermutigt Mütter, keine überhöhten Ansprüche an sich zu stellen. «Lernt,

Grenzen aufzuzeigen und auch mal Nein zu sagen zum Bücherbasar oder zum Kuchenbuffet am Schulfest.» Das starre Mutterbild in unserer Gesellschaft wird sich Mundlos zufolge erst ändern, wenn viel mehr Kinder beim Vater leben. Sie appel­ liert an die Verantwortung der Väter. «Sie sind gefordert, für mehr Gleich­ berechtigung in der Erziehung ein­ zustehen.» Dafür müssten sie auch Nachteile in der Karriere in Kauf neh­ men. Und die Frauen? Die sollten die Gleichberechtigung von ihrem Part­ ner einfordern. Damit es Wörter wie Rabenmutter nicht mehr gibt. MM Buchtipp: Lisa Frieda Cossham: «Plötzlich Rabenmutter? Wie ich meine Familie verliess und mich fragte, ob ich das darf», BlanvaletVerlag 2017; bei Ex Libris für Fr. 11.90

Zaklina Djuricic: «Ich liebe meinen Sohn über alles, aber ich habe auch ein eigenes Leben.»


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1. Tag, Mittwoch 28.3.2018 – Anreise Genua und Einschiffung Fahrt im komfortablen Extrabus nach Genua und Einschiffung. 2. Tag, Donnerstag 29.3.2018 – Auf See – Palermo Geniessen Sie ein paar Sonnenstunden an Deck. Am Abend erreichen wir Palermo. Mit dem Bus geht es ins nahe Campofelice, unserem idealen Ausgangspunkt für die nächsten 3 Nächte. 3. Tag, Freitag 30.3.2018 – Palermo & Monreale Zuerst zeigen wir Ihnen heute Palermo, die begeisternde Hauptstadt Siziliens. Danach laden wir Sie zu einem typischen palermitanischen Mittagsimbiss ein. Am Nachmittag erwartet uns das nahgelegene Monreale, welches mit seiner weltberühmten Kathedrale und dem Kloster (Eintritt inkludiert) zu jeder Sizilien Rundreise gehört. 4. Tag, Samstag 31.3.2018 – Erice, Trapani & Segesta Begleitet von schönen Hügellandschaften fahren wir an die Westküste nach Erice. Im Gewirr der stillen Gassen treffen wir auf viele Handwerksbetriebe, deren Erzeugnisse zum Kauf verlocken.

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Exklusivreise vom 28. März - 6. April 2018 Wir verkosten Mandelgebäck und fahren weiter nach Trapani mit seiner schönen Klosterkirche. Die Rückfahrt erfolgt über Segesta, wo wir die beeindruckende Tempelanlage besichtigen (Eintritt inkludiert)! 5. Tag. Sonntag 1.4.2018 – Agrigento, Piazza Armerina – Giardini Naxos Auf unserem Weg an die Ostküste geht es zuerst in den Süden nach Agrigento. Wir sehen das weltbekannte Tal der Tempel (Eintritt inkludiert). Auf unserer Weiterfahrt durchs Hochland treffen wir in die Villa Casale (Eintritt inkludiert). Die weitläufige Villenanlage stellt selbst moderne Prunkbauten in den Schatten. Danach Weiterfahrt nach Giardini Naxos an der Ostküste, unserem Übernachtungsort für die nächsten 3 Nächte. 6. Tag, Montag 2.4.2018 – Ätna & Taormina Der 3340 m hohe Ätna ist der grösste Vulkan Europas. Von der Aussichtsplattform in 2000 m Höhe geniessen wir einen eindrucksvollen Blick über die Ostküste Siziliens. Später sind wir zu Gast auf einem Landgut und werden mit rustikaltem Mittagessen inkl. Weinprobe verwöhnt. Am Nachmittag geht es nach Taormina. Flanieren Sie über den Corso Umberto und besuchen Sie die steil abfallenden Gärten und kleinen Handwerksläden.

7. Tag, Dienstag 3.4.2018 – Catania & Siracusa Heute geht es in Richtung Süden. Wir besichtigen den Dom von Catania und tauchen ein in das temperamentvolle Treiben auf dem Fischmarkt. Entlang der Küste fahren wir weiter nach Siracusa. Grossartig: Antike Steinbrüche, Grotten, Bauund Kulturgeschichte zwischen griechischem Theater und römischem Amphitheater werden Sie beeindrucken. (Eintritt archäologische Zone inkludiert). 8. Tag, Mittwoch 4.4.2018 – Cefalu - Palermo Auf unserer Fahrt zurück nach Palermo halten wir unter anderem in Cefalu. Im schönen Küstenstädtchen scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Wir beenden den erlebnisreichen Reise in Palermo mit einem feinen Nachtessen ehe wir unser Fährschiff mit Kurs Richtung Genua ablegt. 9. Tag, Donnerstag 5.4.2018 – Auf See Nach einem schönen Tag auf See erreichen wir gegen Abend den Hafen in Genua. Übernachtung in der Region Genua. 10. Tag, Freitag 6.4.2018 – Heimreise Nach dem Frühstück treten wir die Heimreise an

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MENSCHEN | MM42, 16.10.2017

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Bänz Friedli

Hurtige Empörung

Das Einzige, was man Bendrit vorwerfen kann ... Sie kennen Bendrit nicht? Fragen Sie Ihre Enkel! Bendrit ist der fette Jugo, der mit Faxen auf Facebook und Instagram Abertau­ sende junger Leute begeistert. Man kann ihm vorwerfen, dass sein Ausdruck «geischtig be­ hindert» ein bisschen passé ist. Er verwendet ihn im Film «Flitzer», in dem er einen Coiffeur spielt, im Grunde aber sich selbst. «Di Idee isch geischtig behindert», sagt er zu einem Kunden, der Sportwetten auf Leute abschliessen will, die nackt in Sportveranstaltungen platzen.

Bild: Vera Hartmann

Bänz Friedli (52) findet Entrüstung (nicht immer) angebracht.

Die Wogen gingen hoch, kaum lief der Kino­ trailer: Der Ausdruck sei diskriminierend. Pro Infirmis verlangte gar das Herausschneiden der entsprechenden Szene. Wie gesagt, der Ausdruck ist alt. Vor zehn Jahren schon kamen unsere Kinder mit Pausenplatz­ schimpfwörtern wie «Missgeburt», «Hirn­ amputiertä» und «Behindi» daheim an. Natürlich reagierte ich, wie Eltern reagieren müssen, erklärte, dass ich solche Wörter nicht dulde. Ging dann aber in mich und musste eingestehen, dass der Slang unserer Jugend­ tage nicht besser war. «Möngu» und – übler noch – «Köntu» warfen wir uns an den Kopf, womit wir auf die missgebildet geborenen Opfer des Medikaments Contergan anspiel­ ten. Jugendliche müssen solche Grenzen rit­ zen. Wir würden uns gescheiter daran stören, dass die mächtigsten Männer der Welt das saudische Schurkenregime hofieren. Dass am

Zürcher Filmfestival einer gefeiert wird, der mehrere Mädchen vergewaltigt hat, Roman Polanski. Und daran, dass viele Menschen in unserem Land in schreiender Armut leben, derweil einigen wenigen fast alles gehört. Heute sage man «kognitiv beeinträchtigte Menschen», habe ich aus dem Aufruhr um Bendrit gelernt. In den USA geht die Political Correctness noch weiter. Lehrerinnen dürfen Michelangelos David nicht mehr zeigen, weil jemand sich an dessen Schnäbi stossen könn­ te. Wozu das führt? Dazu, dass eines Tages ein Rüpel namens Trump kommt, dessen Programm einzig darin besteht, all die über­ korrekten Richtlinien zu verletzen, der pöbelt, Frauen und schwarze Sportler schmäht, Häme und Rassismus sät. Darüber sollten wir uns entrüsten. Nicht über Jugendslang. Bestimmt haben Sie sich am «fetten Jugo» gestört. Aber so würde Bendrit sich selber be­ zeichnen. Mal sind seine Filmchen und Bild­ chen im Web ernsthafte Gesellschaftssatiren, mal Albernheiten wie «Sport isch wie e Droge für mich … Ich seg Nei zu Droge», garniert mit einem debilen Grinsen. Moment! «Debil» darf ich nicht schreiben. Sonst kommt die Korrekt­ heitspolizei. Über deren Empörung dürften sich Bendrit und Co. übrigens gefreut haben – beste Gratiswerbung für ihren Film. MM Bänz Friedli live: 19.10. Sursee LU, 20.10. Glattzentrum ZH, 21.10. Olten SO

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MM42, 16.10.2017 | MENSCHEN

Sabine Fankhauser

Eine Stimme für die Jugend Die 21-jährige Sabine Fankhauser hat vor der Uno-Generalversammlung in New York die Anliegen der Schweizer Jugend präsentiert. Sie wünscht sich mehr politisches Engagement und eine Zukunft, die alle mitgestalten. Text: Monica Müller

Bilder: Celeste Sloman


MENSCHEN | MM42, 16.10.2017

Sprachrohr der Schweizer Jugend: Sabine Fankhauser vor dem UnoHauptquartier in New York

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ie Wünsche vieler Jugendlicher in drei Minuten Redezeit packen und vor der Uno-Vollversammlung in New York auf Französisch präsentieren? Diese Aufgabe würde wohl viele abschrecken. Doch Sabine Fankhauser (21) war nur leicht nervös, als sie Anfang Oktober vor den Delegierten aus 193 Ländern die Eröffnungsrede zum Traktandum 28, Soziale Entwicklung, hielt. «Ich rede gern vor Leuten», sagt sie. Da ihr Auftritt vorverschoben wurde, hatte sie auch gar keine Zeit, nervös zu werden. Sabine Fankhauser ist seit Jahresbeginn Jugenddelegierte und hat sich in dieser Funktion mit vielen 15- bis 25-Jährigen ausgetauscht. Es war ihr wichtig, möglichst unterschiedliche Jugendliche zu fragen, was sie beschäftige. «Da ich nicht demokratisch gewählt worden bin, wollte ich mir die Position verdienen.» Sie hat in verschiedenen Regionen der Schweiz Schulklassen besucht, sich mit Jungpolitikern getroffen, Pfadfinder begleitet und ein Wochenende mit sogenannten UMAs, unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden, verbracht. Und allen hat sie die gleichen Fragen gestellt: Welches sind eure Wünsche für die Zukunft? Was bereitet euch Sorgen? Fühlt ihr euch von der Gesellschaft ernst genommen? Politisch liessen sich die Antworten zwar nicht auf einen Nenner bringen. Hinsichtlich der Wertvorstellungen hingegen fand Sabine Fankhauser viele Gemeinsamkeiten: Ob Teenager oder Mittzwanziger, ob Gymnasiast oder Lernender, ob Asylsuchende oder Schweizerin, alle brachten sie zum Ausdruck, dass sie dazugehören und mitbestimmen möchten. In einer Gemeinschaft

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Sabine Fankhausers wichtigste Botschaft:

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leben wollen, wo man aufeinander Acht gibt und Spass haben kann. Als Fazit aus den zahlreichen Gesprächen hat sie eine Rede zum Thema «Gesellschaftliche Teilhabe» gehalten. Sabine Fankhauser hielt ein Plädoyer dafür, dass Migranten integriert werden, Frauen die gleichen Chancen haben und allen eine gute Bildung offensteht. Entscheidend sei dabei die Haltung jedes Einzelnen. Ein Zuhause für Menschen aus aller Welt

Sabine Fankhausers Offenheit für andere ist ihr zu Hause vorgelebt worden: In den vergangenen zehn Jahren haben stets Jugendliche aus anderen Ländern das Gästezimmer der Familie bewohnt. Gastgeschwister aus Latein- und Nordamerika, Litauen, Rumänien und Neuseeland brachten ihre Sicht auf die Welt ein. Seit anderthalb Jahren lebt eine junge Eritreerin in ihrem Elternhaus in Riehen BS. Die 21-Jährige ist aus ihrer Heimat geflüchtet, um nicht zwangsverheiratet zu werden oder Militärdienst leisten zu müssen. Nach zwei Jahren in einer Integrationsklasse absolviert sie nun ein Praktikum in einem Altersheim. «Wir hoffen, dass sie dort später ihre Lehre absolvieren kann», sagt Sabine Fankhauser. Sie selbst studiert Internationale Beziehungen an der Universität St. Gallen. Ihr Engagement als Jugenddelegierte nimmt dieses Jahr allerdings rund 700 Stunden in Anspruch, zudem jobbt sie für eine Austauschorganisation der Universität und als Snowboardlehrerin. Deshalb belegt sie dieses Jahr nur das Minimum an Vorlesungen. Seit je ziehen ihre Kolleginnen und Kollegen


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MENSCHEN | MM42, 16.10.2017

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Youth Reps

sie auf, weil sie es bei all ihren ausseruniver­ sitären Aktivitäten für erstaunlich halten, dass Sabine die Prüfungen immer besteht. Sie könne gut Prioritäten setzen – und habe sehr hilfsbereite Freunde an der Uni, sagt sie mit einem Lächeln. Sabine Fankhauser war stets politisch interessiert. Zu Hause wurde viel diskutiert, und sie hat viel und breit gefächert gelesen, um sich mit Argumenten zu wappnen für die Diskussionen mit ihren zwei Schwestern und ihren Eltern. «Eine Zeitung reicht nicht», sagt sie. Das Studium vermittle ihr, wie Wirtschaft, Politik und Recht zusam­ menhängen. «In den zwei Jahren an der Uni habe ich mich von der Träumerin zur Realistin gewandelt.» Früher fand sie, man müsse möglichst viel Geld in Krisenregionen investieren. Heute treibt sie die Frage um, wie man nachhaltig helfen kann. Um auch im Kleinen etwas beizutragen, hat sie für das Jugendrotkreuz St. Gallen zwei syrischen Teenagern ein Jahr lang Nachhilfe in Deutsch gegeben. Sobald sie mehr Zeit hat,

möchte sie das erneut tun. Ihrer Meinung nach könnten sich viel mehr Menschen für Flüchtlinge engagieren. «Ich kenne Leute, die noch nie mit einem Flüchtling zu tun hat­ ten», sagt sie. Das stimme sie nachdenklich. «Jeder könnte doch eine Stunde pro Woche weniger mit den sozialen Medien verbringen und sie stattdessen in die Integration von Flüchtlingen oder andere soziale Engage­ ments investieren. Es braucht mehr Offen­ heit und Toleranz auf beiden Seiten.» Zeigen, wie man sich einbringen kann

Das Klischee der unpolitischen Jugend ärgert Sabine Fankhauser. «Bei den Jugend­ lichen ist es wie bei den Erwachsenen: Man­ che sind politisch, andere nicht.» Sie findet es wichtig, dass man den Jungen in den Schulen vermehrt zeigt, wie sie sich ein­ bringen können. Und sie wünscht sich, dass bald mehr als nur 35 der 193 Länder der Uno Jugenddelegierte stellen. «Jeder Vierte auf dieser Welt ist zwischen 15 und 25 Jahre alt», sagt sie. «Wir sind wichtig.» MM

Schweizer Jugendliche bei der Uno Jedes Jahr haben drei Jugend­ liche Gelegenheit, die Schweizer

Jugend bei den Vereinten Nationen zu vertreten. Sie werden via Bewerbungsverfahren von der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände (SAJV) und dem eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) ausgewählt. Die sogenannten Youth Reps nehmen als Mitglieder der Schweizer UnoDelegation an internationalen Konferenzen teil. Darüber hinaus leisten sie das ganze Jahr über Sensibilisierungsarbeit bei Jugendlichen in der Schweiz. Youth Reps engagieren sich während zweier Jahre freiwillig. Im ersten Jahr vertreten sie die Schweizer Jugend international, im zweiten stehen sie ihren Nachfolgern und Nachfolgerinnen als Coaches zur Seite.

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MENSCHEN | MM42, 16.10.2017

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Leserforum MM42: Arbeiten nach der Pensionierung Noch ist nicht für immer Feierabend

«Man muss akzeptieren, dass die Wirtschaft die Alten nicht will» Das ist gut und recht für Menschen, die sich in ihrem gesam­ ten Berufsleben körperlich nie anstrengen mussten und erst nach dem Studium mit etwa 30 Jahren zu arbeiten begannen. Sie müssen bis zu einem höheren Alter arbeiten, um auf 45 Bei­ tragsjahre zu kommen. Man sollte auch an diejenigen den­ ken, die schon während der Lehre arbeiten mussten, z.B. auf dem Bau. Es gibt viele anstren­ gende Berufe, in denen man auch dem Wetter ausgesetzt ist. Diese Arbeitnehmer können nun mal ab 60 nicht mehr, sie sind ausgelaugt. Deshalb ist unser System nicht gerecht. Hier gibts Handlungsbedarf, es kann nicht nur stur nach dem Alter gehen.» Erwin Burren, via www.migrosmagazin.ch

Hans-Ulrich Müller (67) arbeitet in Teilzeit beim früheren Arbeitgeber.

Ich freue mich über diese positiven Beispiele, aber es sind nur drei. Bin als Buchhalterin schon länger auf der Suche nach einem neuen Job und bekomme nur Absagen. Kommentar der Zeitfirmen: «Die Firmen wollen nur Jüngere.» Sogar mein RAV-Berater meint, die Unternehmen stellten wegen der hohen Sozialkosten keine Älteren ein. Sehr gern ginge ich arbeiten, und ich fühle mich nicht zu alt. Man muss lernen zu akzeptieren, dass die Wirtschaft die Alten nicht will. Renate Drese, via www.migrosmagazin.ch

MM41: Diese Woche

30 Prozent der Schweizer lesen mehr als ein Buch pro Monat. Wie schön. Aber wie viele Men­ schen lesen ein Buch am Tag? 1000, 100 oder nur eine oder einer? Ein wahrhaft bibliophiles Geheimnis. Raffaele Ferdinando Schacher, via E-Mail Korrigendum Extra Gesundheit, MM 41: «Wer rechnet, der wechselt»

Fälschlicherweise wurde in der Extra-Ausgabe Gesundheit die Versicherungsgesellschaft Helvetia als Krankenkasse bezeichnet. Dem ist nicht so. Wir entschuldigen uns dafür bei unseren Leserinnen und Lesern.

Schicken Sie Ihre Leserbriefe an:

MM41: Online mitgestalten

Hier sind mehrbeinige Karotten abgebildet. Sie entstehen, wenn der Boden nicht tief­ gründig gelockert wurde. Eine zu kompakte Erde verursacht diese mehrbeinigen Karotten. Elsbeth aus Opfikon, via E-Mail

Redaktion Migros-Magazin, Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich oder per Mail an: redaktion@migrosmagazin.ch Die Redaktion behält sich Kürzungen vor und übernimmt keine Verantwortung für Inhalt und Richtigkeit der Aussagen. Über Erscheinen resp. Nichterscheinen der Leserbriefe wird keine zusätzliche Korrespondenz geführt.

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MM42, 16.10.2017 | MENSCHEN

Sabine Gisiger

Die Realität ins Visier genommen

Die Dokumentarfilmerin Sabine Gisiger widmet sich Themen, die sie selbst umtreiben, und versucht dabei, sie von allen Seiten zu beleuchten. Für ihren neuen Film «Willkommen in der Schweiz» ist die preisgekrönte Zürcher Regisseurin nach Oberwil-Lieli AG zum Flüchtlings-Hardliner Andreas Glarner gegangen. Text: Ralf Kaminski

D

Bild: Vera Hartmann

as europäische Flüchtlings­ drama im Sommer 2015 ist auch an der Zürcher Dokumentarfilmerin Sabine Gisiger (58) nicht spurlos vorüber­ gegangen. «Ich sah diese schreck­ lichen Bilder im Fernsehen, war sehr aufgewühlt und fing mit Freundinnen an, Kleidung für die Menschen auf der Balkanroute zu sammeln», er­ zählt sie und nimmt dabei immer wieder mal einen Zug von ihrer E­Zigarette. «Dann sagte mir meine Produzentin Karin Koch, ich solle doch gescheiter helfen, indem ich et­ was tue, das ich könne – mich also mit einem Film zum Thema einmischen.» Kurze Zeit später sah Gisiger einen Fernsehbeitrag der ARD, in dem Andreas Glarner (55), SVP­Gemeinde­ ammann des kleinen Aargauer Dorfs Oberwil­Lieli, erklärte, weshalb seine Gemeinde lieber 290 000 Franken zahle, als sieben Flüchtlinge aufzu­ nehmen. «Ich war schockiert und beschämt und wollte mehr wissen, wollte verstehen, wie dieser Mann zu einer solchen Haltung gekommen ist.» Sie rief Glarner an und fragte ihn, ob sie mal vorbeikommen dürfe. «Er war total offen. Und als wir uns trafen, realisierte ich rasch, dass wir einige Gemeinsamkeiten haben: im selben Kanton aufgewachsen, etwa gleich alt, geschieden, Eltern von Töchtern – dennoch lebte er

in einer ganz anderen Welt, mit einem ganz anderen Weltbild.» Und so machte sie Andreas Glarner und Oberwil­Lieli zu den Haupt­ darstellern ihres neuen Films «Will­ kommen in der Schweiz», der diese Woche im Kino startet und das fast zweijährige Ringen der 2000­Seelen­ Gemeinde um die Flüchtlingsfrage dokumentiert. Wichtige Rollen spie­ len auch Johanna Gündel (26), Glarn­ ers junge Gegenspielerin im Dorf, sowie Susanne Hochuli (52), die da­ mals zuständige grüne Regierungs­ rätin des Kantons Aargau. «Alle haben den Film inzwischen gesehen und fin­ den ihn gut», sagt Sabine Gisiger. Für sie eine Bestätigung, dass es ihr trotz ihrer klaren persönlichen Haltung ge­ lungen ist, im Film neutral zu bleiben. Nachdem sie den Asyl­Hardliner Glarner nun so lange begleitet hat, versteht sie ein wenig besser, wie er tickt. «Er ist an sich ein herzlicher Mensch, und die Besuche in den Flüchtlingslagern in Griechenland haben ihn berührt, deshalb hat er am Ende dann doch geholfen.» Aber es seien eben auch reale, starke Ängste, die ihn und andere, die so denken, antrieben, sagt Gisiger: «Die Angst, dass unsere Identität in Gefahr gerät, wenn wir zu viele Fremde aufnehmen, die Sorge, dass es uns zu viel kostet. Es ist ein angst­ geprägtes, deprimierendes Welt­ und

Menschenbild.» Die Arbeit am Film hat ihr zudem klargemacht, dass es bei diesem vielschichtigen Thema keine einfachen Antworten geben kann – von keiner Seite. Die Karriere begann in der Klubschule

«Ich bin nicht so naiv zu glauben, dass ein Film bestehende Haltungen ver­ ändern kann», sagt Gisiger, «aber er regt vielleicht zum Nachdenken und zu Diskussionen an.» Aus ihrer Sicht tangiert das Thema viele Politikfelder: Wirtschaft, Integration, Entwick­ lungshilfe, aber auch Waffenhandel. «Plakativ gesprochen: Wenn wir Waffen an Saudi­Arabien verkaufen, müssen wir uns nicht wundern, wenn irgendwann jemenitische Flüchtlinge bei uns an der Grenze stehen.» Sabine Gisiger wird mit dem Film eine Tour durch die Schweiz machen, oft mit anschliessender Diskussionsrunde. Ihre Leidenschaft fürs Filmen ent­ deckte die Historikerin mit Doktor­ titel, als ihr Vater in den 1980er­Jah­ ren eine Super­8­Kamera aus Japan mitbrachte. «Die lag bei uns nur rum, also begann ich, damit rumzuspielen.» 1985 besuchte sie einen Super­8­Kurs in der Klubschule Migros, «den einzigen Filmkurs, den ich je belegt habe». Dort habe alles begonnen, sagt sie und lacht. Nach dem Geschichts­ studium absolvierte sie ein Volontariat beim Schweizer Fernsehen, für das

Will mithilfe von Dokumentarfilmen die Realität besser verstehen: Sabine Gisiger


MENSCHEN | MM42, 16.10.2017

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sie dann 25 Jahre lang journalistische Beiträge aus aller Welt für Sendungen wie die «Rundschau» realisierte. Daneben drehte sie Dokumentarfilme fürs Kino über Themen wie den Guru Baghwan, Hip-Hop oder Friedrich Dürrenmatt. «Es sind immer Themen, die mich persönlich gerade beschäftigen – das braucht es auch, um den organisatorischen Aufwand rund um einen solchen Film durchzustehen», sagt Gisiger. «Für gute Dokumentarfilme braucht es Leidenschaft und fast schon etwas Missionarisches, eine Dringlichkeit, etwas erzählen zu wollen.» Trotz vieler Auszeichnungen und einer etablierten Position in der Schweizer Filmszene kann sie vom Filmemachen allein nicht leben. Das stört sie aber nicht, da sie immer gern beim Fernsehen gearbeitet hat und auch mit grossem Spass an der Zürcher Hochschule der Künste

angehende Dokumentarfilmerinnen und -filmer unterrichtet. Spielfilme schaut sie zwar gern, selbst einen zu drehen, hat sie jedoch nie gereizt. «Dafür ist die Realität viel zu interessant, und dies ist mein Weg, sie besser zu durchschauen.» Generell sei die Schweiz ein gutes Pflaster für Dokumentarfilme. «Einerseits, weil sie sich günstiger realisieren lassen als Spielfilme, andererseits, weil wir über ein gut gebildetes Publikum verfügen, das sich im Kino nicht nur unterhalten will, sondern auch etwas erfahren möchte», sagt Gisiger. «Allerdings werden die Zuschauenden älter und älter. Wir müssen alles daransetzen, dass auch Jüngere wieder vermehrt den Weg zu unseren Filmen finden und uns diese schöne Tradition erhalten bleibt.» MM «Willkommen in der Schweiz» läuft ab 19. Oktober in den Kinos. Weitere Infos: cli.re/willkommench-web

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Ihr Reiseprogramm — Route 1

Reisedaten 2017

Tag 1 Einstiegsorte–Basel Busanreise in die Weihnachtsstadt Basel. Lichterfahrt mit der Excellence Princess nach Plittersdorf. Tag 2 Colmar–Strassburg Geniessen Sie den Charme der weihnachtlichen Festlichkeiten in Colmar. Schiffsfahrt nach Strassburg. Tag 3 Strassburg–Schweiz Auf der Place de la Cathédrale und auf der Place Broglie haben Sie die Auswahl von ca. 200 Ständen mit Kunsthandwerk und Weihnachtsprodukten. Nachmittags Busrückreise zu Ihrem Abreiseort.

Route 1, 24.11.–26.11., 28.11.–30.11., 06.12.–08.12., 14.12.–16.12. Route 2, 26.11.–28.11., 30.11.–02.12., 08.12.–10.12. Preise pro Person

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Ihr Reiseprogramm – Route 1

Reisedaten 2017

Tag 1 Schweiz–Stuttgart Busanreise nach Stuttgart. Die festliche Innenstadt – mittelalterlich geprägt vom Alten und Neuen Schloss und den Türmen der Stiftskirche – bildet die traumhafte Kulisse des Stuttgarter Weihnachtsmarktes, der zu den Schönsten in Europa zählt. Tag 2 Heidelberg–Schweiz Nach dem Frühstück Bustransfer zum Weihnachtsmarkt Heidelberg. Mit seiner landschaftlichen Schönheit, dem harmonischen Ensemble von Schloss, Altstadt und Fluss inmitten der Berge gilt Heidelberg als eine der schönsten Städte Deutschlands. Busrückreise.

Route 1, Stuttgart–Heidelberg, 30.11.–01.12., 11.12.–12.12. Route 2, Heidelberg–Stuttgart, 10.12.–11.12.

Route 2 Heidelberg–Stuttgart

Preise pro Person

Tag 1 Schweiz–München–Passau Der beliebte Weihnachtsmarkt mit alpenländischem Flair war in seiner Tradition und ist immer noch ein sogenannter «Warenmarkt». Tag 2 Tulln–Wien Im Advent präsentiert sich Wien mit vielen stimmungsvollen Weihnachtsmärkten von seiner romantischen Seite. Tag 3 Wien Beim traditionellen Wiener Adventszauber wird der Rathausplatz zu einem leuchtenden Märchenland. Tag 4 Linz–Salzburg–Schweiz Wenn es weihnachtet in der Mozartstadt öffnet der Salzburger Christkindlmarkt seine Pforten. Um ca. 13.30 Uhr Busrückreise zu Ihrem Abreiseort.

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MM42, 16.10.2017 | MENSCHEN

Simonetta Sommaruga

«Es braucht Signale von ganz oben in der Arbeitswelt» Simonetta Sommaruga setzt sich für mehr Frauen in Schweizer Chefetagen ein. Im Interview spricht die Justizministerin über das Vorbild Norwegen und rechtliche Anpassungen an gesellschaftliche Realitäten. Und sie erklärt, warum sie für den neu formierten Bundesrat ein Brahms-Klavierkonzert spielen würde. Text: Sabine Lüthi, Ralf Kaminski Bilder: Marco Zanoni


MENSCHEN | MM42, 16.10.2017

Seit 2010 im Bundes­ rat unter anderem für Familienthemen zuständig: Justiz­ ministerin Simonetta Sommaruga

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MM42, 16.10.2017 | MENSCHEN

Simonetta Sommaruga, die letzte Wahl zeigte erneut, dass es nicht einfach ist, als Frau in den Bundesrat gewählt zu werden. Wie haben Sie es geschafft? Am Ende spielen immer viele Faktoren mit. Meine Vorgeschichte als Konsumentenschützerin, National- und Ständerätin hat sicher geholfen. Auch meine Partei hat massgeblich dazu beigetragen. Sie machte klar, dass sie nach Moritz Leuenberger eine Frau im Bundesrat will, und stellte ein reines Frauenticket mit zwei Personen auf. So hatte das Parlament eine Auswahl, aber das Geschlecht war gesetzt. Dann lag es auch an der FDP, dass bei der letzten Wahl Isabelle Moret, die einzige Frau auf dem Ticket, keine Chance hatte? Das Vorgehen einer Partei spielt eine wichtige Rolle. Die SP hat aus der Nichtwahl von Christiane Brunner 1993 sicher gelernt. Und eigentlich sollte der Bundesrat die Bevölkerungsstruktur möglichst gut abbilden; das gilt für Regionen und Sprachen, aber eben auch für die Geschlechter. Nach Doris Leuthards Rücktritt spätestens Ende 2019 könnten Sie als einzige Bundesrätin übrig bleiben. Ich hoffe wirklich sehr, dass es nicht so weit kommt. Als ich 2010 gewählt wurde, hatten wir erstmals in der Geschichte der Schweiz eine Frauenmehrheit im Bundesrat – leider nur für ein Jahr. Aber ich höre von vielen Seiten, dies sei ein gutes Jahr für unser Land gewesen. Es ist wichtig, dass sich die Bevölkerung in ihrer Vielfalt mit dem Bundesrat identifizieren kann, und dazu braucht es eben mehr als nur eine Frau im Bundesrat. Was könnte man denn tun, damit die Frauenvertretung etwas konstanter wird?

Es geht ja nicht nur um den Bundesrat. Es gibt noch immer Kantonsregierungen, in denen keine einzige Frau sitzt. Wie soll eine solche Regierung die verschiedenen Erfahrungen und Sichtweisen aufs Leben abbilden? Die Parteien müssen sicherstellen, dass sie genügend gutes, vielfältiges Personal aufbauen, das sie für Parlamente und Regierungen zur Wahl vorschlagen können. Zusätzlich könnte man mit Instrumenten arbeiten, die den Frauenanteil fördern. Zum Beispiel über eine Quote für den Bundesrat, wie sie etwa die SP-Frauen angeregt haben. Was halten Sie davon? Wir haben schon heute mehrere weiche Quoten für den Bundesrat: die Zauberformel für die Parteien, die Berücksichtigung der Regionen und der Sprachen – warum nicht auch für die Geschlechterverteilung? Ich möchte dem Parlament nichts vorschreiben, aber die intensiven Diskussionen zu dem Thema nach der letzten Bundesratswahl sprechen für sich. Könnte man den Bundesratsjob auch anders gestalten, etwa mittels Teilzeit oder Jobsharing? Würde das helfen, dass mehr Frauen vertreten wären? Bei einem der regelmässigen Treffen der Justiz- und Innenminister in Brüssel tauchte einmal anstelle meines norwegischen Kollegen dessen Staatssekretär auf. Der Minister selbst war im Vaterschaftsurlaub – und das Leben und die Regierungsarbeit gingen trotzdem weiter. So etwas geht also. Allerdings muss man auch sagen, dass das Bundesratsamt mehr ist als ein Job. Das Amt verlangt eine hohe Verfügbarkeit und ein grosses Engagement. Man gibt da wirklich ein Stück seines Lebens dran, und natürlich sind gewisse Abstriche im Privatleben unvermeidlich.

Generell ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie oft schwierig. Unsere Arbeitswelt ist nach wie vor so ausgerichtet, dass am Arbeitsplatz möglichst keine Lücken entstehen. Wenn der Vater einen Tag nach der Geburt seines Kindes wieder am Arbeitsplatz ist, die Mutter hingegen im Mutterschaftsurlaub, ziehen viele Arbeitgeber gerade für Kaderpositionen männliche Arbeitnehmer vor. Auch die Behauptung, Teilzeitarbeit sei mit einer Kaderposition nicht vereinbar, hält sich in unserem Land hartnäckig. Das Resultat sieht man dann in der Chefetage: Neun von zehn Mitgliedern von Geschäftsleitungen börsenkotierter Unternehmen sind Männer. Es verändert sich zwar etwas, aber nur sehr langsam: Wenn es im gleichen Tempo weitergeht, dauert es etwa noch bis ins Jahr 2150, bis Frauen in diesen Gremien gleich vertreten sind wie Männer. Wie könnte man das beschleunigen? Grundsätzlich finde ich, dass jede und jeder sein Berufs- und Privatleben so organisieren können soll, wie sie oder er es will. Der Staat hat da niemandem etwas vorzuschreiben. Aber Väter und Mütter sollten doch zumindest eine echte Wahl haben, und das ist heute bei uns nicht der Fall: Vier von fünf Vätern mit kleinen Kindern sind voll erwerbstätig, und es ist ja klar, wer sich also um die Kinder kümmert. In Norwegen ist das anders: Die Lücke nach der Geburt ist selbstverständlich, bei Vätern und Müttern. Beim Bund gibt es seit zwei Jahren immerhin die Möglichkeit, das Arbeitspensum unbefristet um 20 Prozent zu reduzieren und dabei in der gleichen Funktion zu bleiben, wenn man ein Kind bekommt. In meinem Departement nutzen dies etwa gleich viele Männer wie Frauen, das Bedürfnis ist offensichtlich auf beiden Seiten da.

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MENSCHEN | MM42, 16.10.2017

«Vier von fünf Vätern mit kleinen Kindern sind voll erwerbs­ tätig, und es ist ja klar, wer sich also um die Kinder kümmert.»

In der Arbeitswelt scheint eine Schwangerschaft generell eher negativ anzukommen, bräuchten wir da gesell­ schaftlich eine Änderung der Haltung? Ich finde nicht, dass eine Schwangerschaft respektive die Geburt eines Kindes so nega­ tiv wahrgenommen wird. Aber klar verkom­ pliziert das die Arbeitsorganisation, wie wir sie heute kennen. Laut Obligationenrecht haben Väter nach der Geburt Anspruch auf einen freien Tag. Einen Tag! Dann geht es weiter wie immer. Dabei bedeutet doch die Geburt eines Kindes eine Veränderung für die ganze Familie. Darauf müsste sich die Arbeitswelt einstellen können. Interes­ sant ist, dass es die Arbeitgeber kaum je stört, wenn die Männer wegen des Militär­ diensts immer wieder mal fehlen. Das­ selbe sollte doch auch möglich sein, wenn ein Kind auf die Welt kommt. Sind die Männer überhaupt bereit dafür? Eine männliche Führungskraft sagte uns

kürzlich: «Väter, die reduzieren und ihre Kinder spazieren fahren, sind Weicheier. Richtige Männer arbeiten 120 Prozent.» Solange das als «normal» gilt, muss man als Vater tatsächlich mit solchen Reaktionen rechnen. Man gilt dann als zu wenig moti­ viert und uninteressiert an einer Berufs­ karriere. Kein Wunder, dass viele Männer Hemmungen haben, Zeit für ihre Kinder einzufordern, auch wenn sie diese gerne hät­ ten. Es braucht da Signale von ganz oben in der Arbeitswelt, idealerweise vom Chef oder der Chefin, dass so was selbstverständlich ist. Noch besser, wenn sie es gleich selbst vorleben. So stellen sie klar, dass sie Ange­ stellte, die nach der Geburt das Arbeitspen­ sum etwas reduzieren wollen, nicht als we­ niger engagiert oder motiviert wahrnehmen. Sie treten am 4. November bei der Dele­ giertenversammlung der Migros auf, um über diese Themen zu sprechen. Auch dort sitzen in den obersten Etagen nur wenige

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Frauen: in der Generaldirektion eine un­ ter sieben, in der Verwaltung zwei von 23. Werden Sie der Migros den Kopf waschen? ( lacht) Dazu werde ich wohl schon eine Bemerkung machen müssen. Angesichts der Kundschaft der Migros, die wohl zu mindes­ tens 50 Prozent aus Frauen bestehen dürfte, ist das doch erstaunlich. Das Wissen, wie diese Zielgruppe tickt, könnte man sich be­ stimmt gewinnbringend auch in die höchste Führungsebene holen. Aber ich werde sicherlich auch erfahren, was die Migros vorhat, um die Situation zu verbessern. Der Bundesrat hat dazu generell einen Vorschlag gemacht. Genau, aber nur für grosse börsenkotierte Unternehmen. Wir wollen auch niemanden zwingen und keine Quote einführen, aber wir wollen die Unternehmen motivieren, sich darum zu bemühen, dass in fünf Jahren beide Geschlechter zu mindestens 30 Pro­ zent in den Verwaltungsräten vertreten sind. Wer dieses Ziel nicht erreicht, erklärt im Vergütungsbericht, weshalb. Nach zehn Jahren sollten dann auch in der Geschäfts­ leitung beide Geschlechter zu mindestens 20 Prozent vertreten sein. Der Bundesrat sieht das als sanften Anstoss, ganz ohne Sanktionen und Bussen. Denken Sie, dass Sie damit beim Parlament durchkommen? Das wird sicher harte Diskussionen geben. Aber auch in der Wirtschaft ist die Geschlechterfrage inzwischen ein echtes Thema: Der weltweit grösste Vermögens­ verwalter, Black Rock, setzt sich mit seinem ganzen Gewicht dafür ein, dass mehr Frauen in die Verwaltungsräte von Schweizer Firmen kommen. Er verweigert Verwaltungsräten deshalb immer wieder die Unterstützung,

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MENSCHEN | MM42, 16.10.2017

wenn im Verwaltungsrat nur Männer sitzen. Die Geschäfte in Firmen mit gemischten Teams laufen einfach besser. Gleichstellung bedeutet auch Lohn­ gleichheit. Der Bundesrat will grosse Firmen dazu motivieren. Die Abstimmung zur Altersvorsorge hat ge­ zeigt: Frauen akzeptieren nicht, dass sie ein Jahr länger arbeiten sollen und gleichzeitig beim Lohn diskriminiert werden. Wir haben in den letzten Jahren versucht, die Lohn­ gleichheit zusammen mit der Wirtschaft auf freiwilligem Weg zu erreichen. Diese hat aber ihre selbst gesteckten Ziele nach fünf Jahren deutlich verfehlt. Nun gehen wir einen Schritt weiter: Firmen mit mehr als 50 Mit­ arbeitenden – das entspricht etwa zwei Pro­ zent aller Schweizer Unternehmen – sollen alle vier Jahre überprüfen, wie sich ihre Lohn­ struktur entwickelt hat. Das Resultat müssen sie öffentlich machen. Und gibt es Differen­ zen, die sich ausser mit dem Geschlecht nicht anders erklären lassen, müssen sie dazu Stellung nehmen. Es ist eine pragmatische Regelung, für die ich mich einsetzen werde. Ab Januar gilt neu die Stiefkindadoption: Lesben und Schwule dürfen künftig die leiblichen Kinder ihrer Partner adop­ tieren. Waren Sie überrascht, dass es nicht gelungen ist, genügend Unterschrif­ ten für ein Referendum zu sammeln? Nein, in dieser Frage hat sich in den letzten Jahren viel bewegt. Als ich Kind war, hat man über Homosexuelle nicht gesprochen,

höchstens mal getuschelt, und so weit liegt das noch gar nicht zurück. Seither hat sich die Gesellschaft aber geöffnet, sie geht selbstverständlicher mit dem Thema um, und auch die eingetragene Partnerschaft gibt es inzwischen seit zehn Jahren. Bei der Stiefkindadoption steht nun das Kind im Zentrum. Es soll nicht in Schwierigkeiten geraten, wenn zum Beispiel der leibliche Elternteil stirbt und plötzlich keine recht­ liche Verbindung zum oft langjährigen anderen Elternteil besteht. Dennoch hat man die Adoption beim Part­ nerschaftsgesetz explizit ausgeklammert. Hat sich seither wirklich so viel geändert? Es gibt sicher immer noch Kreise, die sich damit schwertun. Aber die Gesellschaft ins­ gesamt hat sich entspannt, auch gegenüber anderen Formen des Zusammenlebens. Das Konkubinat war in einigen Kantonen noch bis

Zur Person

Die Justizministerin Simonetta Sommaruga (57) ist seit Novem­ ber 2010 Vorsteherin des Eidgenössischen Justiz­ und Polizeidepartements (EJPD). Zuvor war die SP­Politikerin jahrelang Präsidentin der Stiftung für Konsumentenschutz, Natio­ nalrätin und Ständerätin. Die ausgebildete Pianistin ist mit dem Schriftsteller Lukas Hart­ mann verheiratet und lebt in Köniz und Bern.

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in die 80er­Jahre verboten. Uneheliche Kinder und Scheidungen galten als Schande. Das ist heute alles vorbei. Das Zusammen­ leben ist vielfältiger geworden, und als Justiz­ ministerin ist es mir ein wichtiges Anliegen, dass sich diese neuen gesellschaftlichen Rea­ litäten auch in unseren Gesetzen abbilden. Eine solche Anpassung wäre die Ehe für alle – wann kommt sie in der Schweiz? Inzwischen haben 14 europäische Länder die Ehe für alle eingeführt, sogar das sehr katholische Irland. In der Schweiz wird eine entsprechende Vorlage im Parlament diskutiert, auch der Bundesrat äussert sich dann noch dazu. Wichtig scheint mir, dass man damit niemandem etwas wegnimmt: Männer und Frauen können heiraten wie immer, neu können es einfach auch zwei Männer oder zwei Frauen, die die Verbind­ lichkeit ihrer Beziehung auf diese Weise dokumentieren möchten. Der Gesetzgeber muss dafür sorgen, dass das geltende Recht hier nicht etwas verunmöglicht, was gesell­ schaftlich längst akzeptiert ist. Sie sind ausgebildete Pianistin: Welches Lied würden Sie für den neu zusammen­ gesetzten Bundesrat spielen? Ein Klavierstück von Brahms. Diese Musik ist oft heftig und voller Emotionen, es gibt aber auch leise Passagen. Genau das erhoffe ich mir für den Bundesrat: lebhafte Aus­ einandersetzungen und dazwischen immer wieder Zeit und Ruhe, um gemeinsam die besten Lösungen für das Land zu finden. MM


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Rosenkohl

Im Beisein des designierten Migros-Chefs Fabrice Zumbrunnen gratuliert Isabelle Imfeld, Projektleiterin Umwelt, Preisträger Felix Krause.

Unterstützung für Gemüse­ produzenten Das Schweizer Gemüse Rosenkohl hat im Herbst Hauptsaison. Die grünen Knospen haben in den letzten zwei Jahren einen Aufschwung erlebt und sind beliebter geworden. Beliebt ist Rosenkohl aber auch bei einem Schädling: Die weisse Fliege hinterlässt auf den äussersten Blät­ tern der Knospen einen Honigtau, sichtbar als kleine, schwarze Punkte. Dies kommt zwar jedes Jahr vor, in diesem Jahr ist der Befall aber besonders ausgeprägt. Normalerweise gelangt Rosenkohl mit deutlich sichtbaren Punkten nicht in den Verkauf. Damit die Schweizer Gemüseproduzenten nicht auf ihrer diesjährigen Ernte sitzen bleiben, haben sie die Migros um Hilfe gebeten. Die Detailhändlerin passt ihre üblichen Qualitätsanforderungen an und verkauft auch den optisch nicht einwandfreien Rosenkohl. Geschmack­ lich ist der Rosenkohl unverändert. Die schwarzen Punkte lassen sich meist mit Wasser abwaschen oder – falls nötig – durch das Rüsten der äussersten Blätter entfernen.

Migros Umweltpreis 2017

Die Migros zeichnet Abschlussarbeiten aus Zum zweiten Mal verlieh die Migros ihren Umweltpreis. Am Gottlieb-

Duttweiler-Institut wurden vergangene Woche im Rahmen des «Migros Career Day» drei studentische Arbeiten ausgezeichnet, die alle einen Beitrag zum Umwelt- oder Klimaschutz leisten. Der mit 10 000 Franken dotierte erste Preis ging an den Bauingenieur Felix Krause, der mit seiner Masterarbeit an der ETH Zürich aufzeigt, dass ein neues Bauelement, dessen Bestandteile alle einen biologischen Ursprung haben, im Vergleich zu herkömmlichen Baumaterialien einen

grossen Fortschritt im nachhaltigen Bauen darstellen würde. Für die beiden zweiten Plätze erhielten Denise Boleij und Michael Meili je 3000 Franken. Boleij verwies in ihrer Masterarbeit auf konkrete Möglichkeiten, Food Waste im Gastronomiebereich zu reduzieren. Umweltingenieur Meili analysiert mit seiner Bachelorarbeit, wie in Schweizer Abwasserreinigungsanlagen Überschussstrom für die Methanproduktion genutzt und somit Energie gespeichert werden könnte. Mehr Informationen: generation-m.migros.ch

Filmförderung

«Blue My Mind» dreifach ausgezeichnet Der Film «Blue My Mind» war der grosse Abräumer am diesjährigen Zurich Film Festival. Gleich drei Preise hat der Spielfilmerstling der Schweizer Regisseurin Lisa Brühlmann gewonnen: den mit 20 000 Franken dotierten Hauptpreis in der Kategorie «Fokus: Schweiz, Deutschland, Österreich», den Kritikerpreis der Filmjournalisten und den mit 5000 Franken dotierten Filmpreis der Zürcher Kirchen. Der Film erzählt die Geschichte der 15-jährigen Mia (Luna Wedler),

die mit ihren Eltern umgezogen ist und sich in einer neuen Stadt und an einer neuen Schule zurechtfinden muss. Dabei durchlebt Mia die Teenagerprobleme, die die Pubertät mit sich bringt. Ihre Persönlichkeit und ihr Körper verändern sich, aber anders, als man es erwarten würde. Mia wird zur Meerjungfrau. Das Migros-Kulturprozent hat den Film in der Ideenförderung und in der Postproduktion unterstützt.

Ein Teil von

Die Migros ist mit ihrem Engagement für Nachhaltigkeit seit Generationen der Zeit voraus.


MIGROS­WELT | MM42, 16.10.2017

Blickfang

Abwaschmittel oder Heissluftballon?

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Simon Baum­ gartner, Stettfurt

«Heissluftballon. Nach dem Start in Sirnach.»

Schicken Sie uns Ihr Migros-Bild und gewinnen Sie einen Einkaufsgutschein im Wert von 50 Franken. Wenn auf Ihrem Foto ein Migros-Zusammenhang zu erkennen ist, sind Sie dabei.

Bilder: zVg

Hochladen: www. migmag.ch/blickfang

Logistik

Feriendorf Meiringen

Clever geplante Transporte

Interhome übernimmt Bewirtschaftung

Die Migros geht eine Partnerschaft mit dem Onlineportal Pickwings ein. Diese Plattform bringt Anbieter und Nutzer von Transportdienstleistungen zusammen. So sollen Leerfahrten vermieden und die Umweltbelastung vermindert werden. Die Migros will beim Transport ihrer Güter von günstigen Konditionen profitieren und zugleich einen Beitrag dazu

2019 öffnet das Feriendorf Meiringen seine Tore. Die Vermarktung und Be-

leisten, dass weniger CO2 ausgestossen wird. «Wir möchten die Möglichkeiten der Digitalisierung nutzen, um noch nachhaltiger zu arbeiten und dabei auch Kosten zu sparen», erklärt dazu Rainer Deutschmann, Leiter der Direktion Logistik Transporte beim Migros-Genossenschafts-Bund. www.pickwings.ch

wirtschaftung übernimmt dann Interhome, der Ferienhausanbieter von Hotelplan. In Meiringen BE entsteht bis in zwei Jahren eine neue Überbauung mit 90 Ferienwohnungen und 450 Betten. Baubeginn ist noch in diesem Monat.


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Manfred Bötsch

«Wir halten an unserer Ambition fest» Das Ziel, bis Ende 2017 ausschliesslich «eco»-zertifizierte Textilien zu verkaufen, wird die Migros verfehlen. Manfred Bötsch, Leiter Direktion Nachhaltigkeit, erläutert die Gründe und erklärt, wie es weitergehen soll. Text: Kian Ramezani Bilder: Daniel Grieser, Paolo Dutto Eine Arbeiterin sortiert Daunenjacken in einem Migros-Lieferbetrieb in Xinyi, China.

Die Migros versprach 2013, bis Ende 2017 alle Textilien gemäss dem eigenen «eco»-Standard zu beschaffen. Was hat man in den vier Jahren erreicht? Es ist uns gelungen, den schon zu Beginn hohen Anteil an «eco»zertifizierten Textilien kontinuierlich zu steigern. Allerdings geschah dies nicht so schnell wie erhofft. Bei der Bekleidung haben wir heute 80 Prozent erreicht, über das gesamte Textilsortiment betrachtet, sind es zwei Drittel. Das Ziel, bis Ende Jahr 100 Prozent zu schaffen, werden wir verfehlen. Welches sind die Gründe? Wir haben unterschätzt, wie aufwendig es ist, den Migros-eigenen «eco»-Standard bei komplex zusammengesetzten Produkten durchzusetzen. Nehmen wir eine Skijacke: Sie besteht aus Innenund Aussenfutter,

Isolationsmaterial, Kapuze, Reissverschluss und vielem mehr. Für all diese Bestandteile gilt es, die Produktion einzeln zu kontrollieren. Das bedeutet in der Realität mehrere Dutzend Betriebe für ein einziges Produkt. All dies ist sehr arbeits- und zeitintensiv. Daneben gibt es prozessuale Probleme, die noch ungelöst sind. Zum Beispiel die Frage, wie man Textilien ohne die problematischen Fluorchemikalien zugleich auch noch «eco»-kompatibel machen kann.

Manfred Bötsch, Leiter Direktion Nachhaltigkeit und Qualitätsmanagement bei der Migros

Hätte man das Versprechen mit mehr Zeit einhalten können? Neben dem Zeitfaktor gibt es noch eine andere Herausforderung: Wir mögen in der Schweiz ein bedeutender Detailhändler sein, aber auf dem globalen Textilmarkt ist die Migros ein kleiner Player. Mit unseren vergleichsweise kleinen Stückmengen einen eigenen Standard zu etablieren, ist schwierig. Für viele Lieferanten, die technisch in der Lage wären, «eco» umzusetzen, sind wir nicht interessant genug. Umweltschutzkreise kritisierten das «eco»-Versprechen damals als unrealistischen Alleingang. Hatten sie ein Stück weit recht? Als die Migros den «eco»-Standard 1996 ins Leben rief, war sie damit eine Pionierin. Erst in den vergangenen Jahren hat sich unser umfassender Ansatz, das Produkt und den Fabrikationsprozess von schädlichen Chemikalien zu befreien und zudem soziale Arbeitsbedingungen durchzusetzen, auch bei den grossen internationalen

Pilotversuch

Neue Label Ab 2018 arbeitet die Migros zur Ergänzung des «eco»-Standards mit folgenden bekannten internationalen Textillabels zusammen: • Global Organic Textile Standard (GOTS) • Bluesign® System • Made in Green by Oeoko-Tex ® • Internationaler Verband der Naturtextilwirtschaft (IVN): Best Diese Labels stehen wie «eco» für eine umweltverträgliche und sozial verantwortliche Herstellung von Textilien. Infos: generation-m.migros.ch


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Meilensteine

Nachhaltigkeit im Textilsortiment

1996 Einführung des «eco»-Standards

1997 Verzicht auf Drucke auf der Basis von Schwerbenzin

1999 Austausch von Chlorbleiche für Baumwollartikel

2000 Verzicht auf Nachchromierungsfarbstoffe

2005 Einführung von Migros-Berufskleidung nach «eco»-Richtlinien der Migros

Labels durchgesetzt. Das war bei der Lancierung unseres Verspre­ chens in diesem Ausmass nicht vorhersehbar. Das Versprechen hat uns weitergebracht. Es ist aber kor­ rekt, dass der Hebel zur Verbesse­ rung der Situation in Lieferanten­ ländern beim gemeinsamen Vor­ gehen vieler Unternehmen liegt. Was bedeutet das für die Migros? Wir haben vor diesem Hinter­ grund beschlossen, uns zu öffnen und Alternativen zu «eco» zu eva­ luieren. Ab 2018 arbeiten wir mit ausgesuchten internationalen Tex­ tilstandards; wir hoffen, auf diese Weise schneller voranzukommen. Denn an unserer Ambition, 100 Prozent des Textilsortiments ökologisch und sozial nachhaltig zu beschaffen, halten wir fest. Sind diese Textilstandards denn gleichwertig wie «eco»? Für uns kommen nur Standards mit mindestens so hohen Anforderun­ gen wie «eco» infrage. Sie müssen eine ökologisch einwandfreie und sozialverträgliche Herstellung so­

wie eine lückenlose Rückverfolg­ barkeit und Dokumentation sämtli­ cher Arbeitsschritte gewährleisten. Auf Basis dieser Vorgaben evaluie­ ren wir vier zusätzliche Standards (siehe Box links), drei davon wer­ den derzeit in Pilotprojekten ge­ testet. Wir sind zuversichtlich, dass wir damit die 100­Prozent­Marke schneller erreichen.

Ja, darum ist ihr Anteil am «eco»­ zertifizierten Textilsortiment rela­ tiv hoch. Aber auch hier gibt es Un­ terschiede: Am ausgeprägtesten ist das Bewusstsein bezüglich Baby­ kleidung, gefolgt von Unterwäsche und Pyjamas, also Kleidern, die man direkt auf der Haut trägt. Bei Jacken nimmt es bereits wieder ab, und bei Vorhängen noch mal.

Trifft es zu, dass das Nachhaltigkeitsbewusstsein im Hinblick auf Textilien geringer ist als das bezüglich Lebensmittel? Hier existiert tatsächlich ein Ge­ fälle: Je grösser die «Nähe» eines Produkts zum Körper, desto grösser ist das diesbezügliche Nachhaltigkeitsbewusstsein. Deshalb ist es nirgends ausgepräg­ ter als bei Nahrungsmitteln. Bei Non­Food­Produkten wie Möbeln oder Heimtextilien muss man sich hingegen vergegenwärtigen, dass sie für Umwelt und Wohlbefinden ebenfalls relevant sind.

Die Migros beschäftigt sich seit über 20 Jahren mit dem Thema Nachhaltigkeit bei Textilien. Wie geht es in der Branche weiter? Die Themen der Zukunft sind auch hier die Ressourceneffizienz und die Wiederverwertung bezie­ hungsweise das Schliessen von Materialkreisläufen. Der Einsatz natürlicher Materialien ist nicht nur für die Umweltverträglichkeit wichtig, sondern auch fürs Recyc­ ling. Belastete Stoffe lassen sich nicht effizient wiederverwerten. Zudem muss der Energie­ und Wasserverbrauch bei der Herstel­ lung sinken. Die Migros wird ihren Teil beitragen, um diese Entwick­ lung voranzutreiben. MM

Aber Kleider trägt man doch auch am Körper.

2006 erste «eco»-Artikel mit PVC-freien Pailletten

2009 Erweiterte Kontrollen von bleihaltigen Pigmenten in Baby- und Kinderartikeln

2010 Aufnahme von Max-Havelaar-Artikeln

2013 Umfangreiche Lieferantenschulung in Delhi, Hongkong, Shanghai und Zürich

2017 Tests von internationalenTextillabels als Ergänzung zu «eco»


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Das Mibelle-Kreativteam, bestehend aus Tim Häfeli, Désirée Rohs, Ursula Riedweg, Esther Belser, Nicola Hofmann, Carlos Muñoz-Hernando (v.l.n.r.) Ausstellung

Von Amber bis Zibet Mitte Oktober findet auf Schloss Wildegg im Kanton Aargau das Festival der Düfte statt. Zum Erlebnis beitragen werden Mitarbeitende des M-Industriebetriebs Mibelle Group. Text: Andreas Dürrenberger

O

Bild: Paolo Dutto

berhalb der Gemeinde Möriken-Wildegg AG, auf einem Hügel nahe der Aare, thront das malerische Schloss Wildegg. Hier können die Besucher sich Mitte Oktober auf eine besondere Reise begeben. Denn hier findet vom 17. bis 22. Oktober das «Festival der Düfte» statt: Fünf nationale und internationale Parfümeure von Weltrang und drei Kreativteams werden die Räume des Schlosses olfaktorisch in Szene setzen (siehe Box). Die Kreativteams bestehen aus Mitarbeitenden des M-Industriebetriebs Mibelle Group. Das Unternehmen ist spezialisiert auf die Herstellung von Kosmetika und ist Partner des Festivals. Wer nun aber denkt, dass es sich dabei ausschliesslich um

Duftexperten handelt, liegt falsch. Die Teams sind bunt zusammengewürfelt aus Mitarbeitenden verschiedener Bereiche. Dazu zählt das Team um Biologin Esther Belser. «Unsere Gruppe besteht aus Wissenschaftlern, Chemielaboranten, Kaufleuten und einer Verpackungsentwicklerin. Es war toll, etwas anderes zu machen als in unserem Arbeitsalltag», sagt Belser. «Als das Projekt intern ausgeschrieben wurde, war für uns klar, dass wir mitmachen möchten.» Animalische Düfte im Stall

Gemeinsam haben sie ein Konzept entwickelt, um den Marstall, den ehemaligen Stall des Schlosses, duften zu lassen. «Tiere spielten im Leben der Schlossbewohner eine wich-

tige Rolle, also waren ihre Düfte präsent. Aber auch die Menschen rochen nicht immer angenehm», erklärt Belser. «Allerdings haben wir den menschlichen Schweissduft weggelassen, der hätte zu übel gerochen», ergänzt sie lachend. Stattdessen kommen nun animalische Duftkomponenten zum Einsatz, die heute in der Parfümindustrie eine wichtige Rolle spielen: Moschus vom Moschustier, Amber vom Pottwal, Zibet von der Afrikanischen Zibetkatze und Castoreum vom Biber. «Diesen exotischen Düften stellen wir bekannte Tierdüfte gegenüber, die die Besucher erraten sollen», sagt Belser. «Wir sind sehr gespannt, wie das Publikum auf unseren Raum reagieren wird.» MM

Dufträume

Im Zeichen der Sinne Am «Festival der Düfte» vom 17. bis 22. Oktober begeben die Besucher sich auf eine spannende und genüssliche Zeitreise: Parfümeure, Aromatologen und die MibelleKreativteams inszenieren die Räume des Schlosses Wildegg und Gegenstände aus der historischen Sammlung des Museums Aargau mit Düften. Führungen, Workshops, Gespräche und ein Museumsshop ergänzen das Programm. Weitere Infos: www.scent-festival.ch


MIGROS-WELT | MM42, 16.10.2017

Frage der Woche

Haben Sie eine Frage?

Kann ich Aproz-Mineralwasser in der PET-Flasche über das aufgedruckte Haltbarkeitsdatum hinaus konsumieren?

Kontaktieren Sie uns! M-Infoline, der Kundendienst der Migros, erreichbar unter 0800 84 0848 oder www.migros.ch/ kundendienst

Das auf den Flaschen aufgedruckte M-Data ist ein Mindesthaltbarkeitsdatum, das als Empfehlung zu verstehen ist. Bei längerer Aufbewahrung muss mit einer Qualitätseinbusse gerechnet werden. So entweicht mit der Zeit ein Teil der Kohlensäure, was den Geschmack verändert. Es besteht jedoch keine Gesundheitsgefährdung. Werden die Flaschen an einem sauberen, trockenen und geruchlosen Ort gelagert und sind sie vor Wärme und Kälte geschützt, so lässt sich das Mineralwasser lange über das M-Data hinaus konsumieren.

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MM42, 16.10.2017 | MIGROS-WELT

Meeresfrüchte

Zertifizierte Delikatessen Seit Herbst 2016 bietet die Migros ausschliesslich Fisch und Meeresfrüchte aus nachhaltigen Quellen an, so auch die tiefgekühlten Crevetten-Produkte von Costa. Die dafür verwendeten Crevetten stammen aus einer ASC-zertifizierten Zucht im zentralamerikanischen Honduras. Texte: Angela Obrist

Crevetten sind international eine beliebte Delikatesse. Hierzulande sind sie unter diversen Namen bekannt: Garnelen, Prawns, Gamberi, Gambas oder Shrimps. Im Handel gibt es die Crevetten ganz oder ohne Kopf, geschält oder ungeschält, roh, gefroren oder gekocht.

Die Crevetten für die Produkte von Costa stammen aus einer ASC-zertifizierten Zucht in Honduras. Aufzucht, Ernte und Verarbeitung der Crevetten erfüllen strenge Kriterien bezüglich Umweltschutz und Arbeitsbedingungen (siehe Interview rechts).

Fische und Meeresfrüchte mit dem ASCGütesiegel (Aquaculture Stewardship Council) stammen aus verantwortungsvoller Zucht. Tierwohl und faire Arbeitsbedingungen sind gewährleistet.

Geschält und gekocht: Die tiefgekühlten Pacific Prawns von Costa können warm oder kalt genossen werden. Dazu werden die Crevetten mit Chili-, Knoblauchoder Kräutersauce einfach kurz in der Pfanne erhitzt.

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MIGROS-WELT | MM42, 16.10.2017

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Barbara Janker

«Mensch und Umwelt profitieren» Die Krustentiere mit dünnem Panzer und Fühlern werden durchschnittlich 6 bis 10 Zenti­ meter lang. Im Rohzustand haben sie ein gräuliches Äusseres und nehmen beim Kochen eine zartrosa bis orange Farbe an.

Welche Bedeutung haben Fische und Meeresfrüchte aus Zucht heute auf dem Weltmarkt? Heute kommt bereits mehr als die Hälfte des Fisches, der weltweit gegessen wird, aus Zuchtbetrieben, sogenannten Aquakulturen. Laut Experten wird dieser Anteil weiter steigen, was vorteilhaft sein kann. Denn Fisch ist das ressourcenschonendste tierische Eiweiss, weit vor Poulet, Schweine- oder Rindfleisch. Fischzuchten können aber auch Nachteile haben. Welche sind das? Wenn Zuchtbetriebe nicht sorgsam arbeiten, hat das nachteilige Auswirkungen wie Wasserverschmutzung, Zerstörung der Ökosysteme vor Ort oder schlechte Arbeitsbedingungen. Mit seinen klaren Kriterien wirkt das ASC-Siegel diesen Problemen entgegen.

Bilder: iStock, Bright Light Photography

Die Pacific Prawns von Costa eignen sich für eine Vielzahl von Gerichten, zum Beispiel für exotische Currys, ein indonesisches Nasi Goreng oder eine spanische Paella. Auch in einem Salat oder Crevetten­ cocktail sind sie ein Genuss.

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Wodurch zeichnet sich eine ASC-zertifizierte Crevettenzucht aus? Unser Kriterienkatalog beinhaltet ökologische wie auch soziale Vorgaben – davon profitieren die Umwelt wie auch der Mensch. So darf sich der Betrieb nicht in sensiblen Ökosystemen wie beispielsweise Mangrovenwäldern ansiedeln. Der Einsatz von Antibiotika ist nicht erlaubt. Der Betrieb darf zudem keine unnötigen Chemikalien verwenden und muss sicherstellen, dass die Bestandteile des Futters aus verantwortungsvollen Quellen kommen. Welche sozialen Kriterien gibt es? ASC-zertifizierte Zuchtbetriebe bieten Mitarbeitenden einen guten Arbeitsplatz und nehmen Rücksicht auf die umliegenden Gemeinden. Die Betriebe achten auf gute

Barbara Janker ist Comercial Marketing Manager bei Aquaculture Stewardship Council (ASC).

Wasserqualität rund um die Zucht, schützen die Lebensräume für wild lebende Fische und stellen sicher, dass die lokale Bevölkerung Zugang zu diesen Fischereigründen hat. Wie profitieren die Tiere in den Zuchtbetrieben? Zertifizierte Betriebe achten auf die Gesundheit der Crevetten und stellen sicher, dass sie möglichst wenigen Stressfaktoren ausgesetzt sind. Das bedeutet beispielsweise, dass die Tiere im Wasser ausreichend Bewegungsraum und genügend Sauerstoff haben. Wie wird die Einhaltung der ASC-Kriterien kontrolliert? Die Zuchtbetriebe werden von unabhängigen Experten geprüft. Ein Team unter Leitung eines erfahrenen Gutachters bewertet den Zuchtbetrieb vor Ort. Sie führen unter anderem Tests durch und interviewen die Mitarbeitenden. Die Überprüfung wird öffentlich angekündigt, damit Aussenstehende und betroffene Gemeinden ihre Kommentare zur Farm abgeben können. Der Ergebnisbericht ist auf der Website www.asc-aqua. org einsehbar. MM


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MM42, 16.10.2017 | MIGROS-WELT

M-Classic

Ein Toast für alle Fälle

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Die Migros ist mit ihrem Engagement für Nachhaltigkeit seit Generationen der Zeit voraus.

Bild: Christine Benz

Knusprig geröstete Toasts mit Butter, Konfitüre oder Honig haben den gewissen Gute-Laune-Faktor. Die Toastbrote von M-Classic schmecken aber auch ungetoastet. Mit Frischkäse, Lachs oder Schinken lassen sich Schichtsandwiches zubereiten, wie man sie in England gern zum Afternoon Tea reicht. Natürlich munden sie auch zum Frühstück. Neu sind alle M-Classic-Toastbrote frei von Konservierungsstoffen.

TerraSuisse-Produkte stammen aus nachhaltiger Schweizer Landwirtschaft. Die Rohstoffe werden von Bauern erzeugt, die dem Wohl der Tiere und dem naturnahen Anbau verpflichtet sind.

Styling: Vera Guala

Die feinporigen Toastbrote von M-Classic sind getoastet und auch ungetoastet ein Genuss.


MIGROS-WELT | MM42, 16.10.2017

Fondue

Im Handumdrehen fertig Das Fondue mit Alpkäse ist schnell und einfach zubereitet, denn alle Zutaten, auch Stärke und Wein, sind bereits in der Käsemischung enthalten. Das Caquelon nur noch mit einer Knoblauchzehe ausreiben, Fonduemischung beigeben und unter ständigem Rühren zum Köcheln bringen. Kurz vor dem Servieren mit einem Schwingbesen cremig rühren und mit etwas Pfeffer, Muskat oder Paprika würzen.

Bild und Styling: Claudia Linsi

Alpkäse Fondue, 600 g, 2 Portionen Fr. 16.90

Tipp Verfeinern Sie Ihr Fondue mit Sommertrüffeln. Oder servieren Sie Brot, Birnen, Ananas oder Kartoffeln dazu.

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MIGROS-WELT | MM42, 16.10.2017

Migusto

Alles Rosinen?

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Rosinen, Sultaninen und Korinthen, wenn von getrockneten Weinbeeren die Rede ist? Wir bringen Licht ins Traubendunkel und haben ein feines Rezept für Müesliriegel.

Herausnehmen und sammeln!

Text: Claudia Schmidt

Bilder: Christine Benz Styling: Vera Guala

Rezept: Andrea Pistorius

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Pralle Fruchtigkeit: Schwarze Trauben munden nicht nur frisch, auch als Traubensaft und Wein kommen sie gross raus.

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MM42, 16.10.2017 | MIGROS-WELT

Topfgeschichte

Von Sultanas und Korinthen Rosinen

Der Oberbegriff für die getrockneten Früchte der Weinbeere ist Rosinen. Somit ist jede Korinthe oder Sultana eine Rosine. Ihr Feuchtigkeitsgehalt liegt bei nur 15 bis 18 Prozent. Dadurch konzentriert sich der Zucker in der Frucht: Rosinen enthalten zu circa einem Drittel Zucker.

Korinthen Wie ihr Name vermuten lässt, stammen Korinthen von einer Traubensorte, die ursprünglich nur nahe dem griechischen Ort Korinth angebaut wurden. Die Sorte heisst «Korinthiaki», was so viel wie schwarze Korinthe heisst. Die Traubensorte wird heute auch in vielen anderen Ländern angebaut. Die Korinthen sind meist kleiner und dunkler als normale Weinbeeren und Sultanas.

Sultaninen

Die getrockneten Früchte der Sultana-Traube werden als Sultaninen bezeichnet. Es sind also ebenfalls Rosinen, aber eben aus einer speziellen Traubenart. Diese Sorte, auch als «Thompson Seedless» bekannt, ist kernlos, süss und verfügt über eine dünne Schale.

Helle Trauben

Die hellen Trauben sind meist säuerlicher als ihre dunklen Verwandten und enthalten weniger Zucker. Besonders beliebt sind kernlose Sorten, doch auch die Kerne der Weintrauben haben es in sich: Sie enthalten Stoffe, die sich günstig auf die Durchblutung und den Kreislauf auswirken. Deshalb lohnt es sich, auch Trauben mit Kernen zu essen.

Rote und blaue Trauben Die dunklen Weinbeeren sollen die ursprüngliche Farbe sein, die hellen Sorten dementsprechend Züchtungen. Die tiefrote Farbe erhält Rotwein nicht durch das Fruchtfleisch, sondern durch die Schalen. Insgesamt sind die dunklen Trauben meist süsser und enthalten mehr Stoffe, die im Körper als Antioxidantien wirken.


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Blumen und Pflanzen

Fisch, Fleisch und Geflügel

M&M’s Peanuts, 250 g + 10% mehr Inhalt, 275 g, 3.20 Hit

Near-/Non-Food

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Weitere Lebensmittel

Brot und Milchprodukte

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Smarties Maxi Pouch, 550 g, oder Smarties Schoggikürbis, 21 g, z.B. Maxi Pouch, 6.95 Hit

Gesamtes Chop Stick-, Namaste India- und Al Fez-Sortiment, z.B. Chop Stick Sambal Oelek, 100 g, 1.35 statt 1.70 20% Gesamtes Trockenfrüchte- und Nüsse-Sortiment (ohne Alnatura, Offenverkauf und Sélection), z.B. Sun Queen Aprikosen getrocknet, 200 g, 3.10 statt 3.90 20% Alle M-Classic Hülsenfrüchte getrocknet, Getreidekörner und Polenta sowie Bramata, z.B. Linsen, 500 g, 1.75 statt 2.20 20% Chirat Kressi Kräuter Weinessig, 1 Liter, 2.35 statt 2.95 20%

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MIGROS-WELT | MM42, 16.10.2017

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Profi-Tipp

Saftige Früchtchen

Claudia Schmidt,

Foodjournalistin

Selbstgemacht

Müesliriegel Zutaten für 8 Stück 50 g Sultaninen 35 g Butter 5 EL flüssiger Honig 150 g feine Haferflocken 25 g gehackte Pistazien 3 EL Kokosraspel 1 EL Hanfsamen, geschält

1 Prise 1 Prise 1 TL

Salz Zimt Vanillezucker

Zubereitung

1. Backofen auf 200 °C vorheizen. Sultaninen grob hacken. Eine ofenfeste Form mit Backpapier auslegen. Butter mit Honig bei kleiner Hitze schmelzen. Pfanne vom Herd ziehen. Sultaninen und alle restlichen Zutaten dazurühren und gut mischen. Die Masse in die vorbereitete Form füllen und mit etwas Druck glatt streichen. Ca. 12 Minuten goldbraun backen. Auskühlen lassen. Samt Backpapier aus der Form heben und mit einem scharfen Messer in Riegel schneiden. Tipps

Frisch schmecken die Riegel am besten. Trocken und dunkel gelagert halten sie gut zwei Wochen. Die Zutaten für die Riegel können nach Belieben variieren: Hanfsamen durch Sesamsamen ersetzen oder anstelle von Pistazien gehackte Cashewkerne oder Mandeln verwenden. Für eine vegane Variante die Butter durch Kokosfett ersetzen. Abgebrochene Stücke oder zerfallene Riegel ergeben ein feines Crunchy-Müesli.

Mit Trauben und Rosinen konnte ich mich erst spät anfreunden. Als Kind mochte ich Trauben nicht wegen ihrer Kerne. Als kernlose, kleine Trauben den Markt eroberten, liebte ich ihre süsse Säure. Rosinen kannte ich vor allem aus staubtrockenen Kuchen. Das lag hauptsächlich daran, dass die Familienbäcker die Rosinen einfach in den Teig gaben. Ich weiche Rosinen (in Wasser oder Schnaps) ein. So entziehen sie dem Teig keine Feuchtigkeit. Wer Angst hat, dass die Rosinen beim Backen auf den Formboden sinken, bestäubt sie mit wenig Mehl. Rosinen eignen sich prima für ein schnelles Glace-Topping: Grappa-Honig-Rosinen. Dazu erhitze ich drei Esslöffel Honig mit zwei Esslöffeln Grappa und lasse 50 Gramm Sultanas darin zehn Minuten ziehen. Zur Abrundung kommt noch ein Löffel Grappa hinzu. Statt Grappa kann man auch Traubensaft mit etwas Zitronesaft nehmen. MM

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MM42, 16.10.2017 | MIGROS-WELT

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20-fache Cumulus-Punkte

Zwei vegane Klassiker

für die beiden hier präsentierten Produkte von Anna’s Best

Anna’s Best bietet unter ihrer Vegi-Linie zwei neue Pastagerichte mit Tomatensugo. Sie sind vegan und Bio-zertifiziert. Die Spaghetti Bolognese schmecken wie das Original mit Hackfleisch, sind jedoch mit Soja zubereitet. Den Spaghetti Napoli hingegen verleihen schwarze Oliven ein kräftiges, mediterranes Aroma. Beide Gerichte sind im Nu aufgewärmt und praktisch für die Mittagspause im Büro. Dank Trennfolie zwischen Teigwaren und Sauce bleiben die Spaghetti al dente.

bis 23. Oktober

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Das V-Label der Europäischen Vegetarier-Union (EVU) kennzeichnet Produkte für Vegetarier und Veganer. Sämtliche Zutaten, Zusatz- und Hilfsstoffe sind vegetarisch oder vegan.

...Bäumen

Anna’s Best Bio Vegi Spaghetti Bolognese, 370 g Fr. 5.50

Anna’s Best Bio Vegi Spaghetti Napoli, 370 g Fr. 5.50

1957 liess sich der britische Nachrichtensender BBC einen besonderen Aprilscherz einfallen: Der Bericht zeigte eine Spaghettiernte in Lugano. Die Teigwaren hingen an Bäumen und wurden nach der Ernte zum Trocknen an der Sonne ausgelegt. Einige Zuschauer fielen auf den Jux herein und wollten wissen, wo man die Setzlinge kaufen kann. Verbürgt ist, dass die Idee dafür bei einem Spaghettiessen entstanden ist. Ob sie vegan waren, wissen wir nicht. www.youtube.com («Spaghetti-Harvest»)

Biobauern arbeiten im Einklang mit der Natur. Sie gehen sorgsam um mit Tieren, Pflanzen, Böden und Wasser. Ein Teil von

Die Migros ist mit ihrem Engagement für Nachhaltigkeit seit Generationen der Zeit voraus.

Bild und Styling: Claudia Linsi

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MIGROS-WELT | MM42, 16.10.2017

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MM42, 16.10.2017 | MIGROS-WELT

Ellen Amber und John Adams

Federleicht und warm

Die Jacken von Ellen Amber und John Adams mit nachhaltig produzierten Daunen sind sehr leicht und halten trotzdem warm. Es gibt sie in neuen, modischen Farben. Text: Jacqueline Vinzelberg Bilder: Juventino Mateo Leon

Styling: Esther Egli


MIGROS-WELT | MM42, 16.10.2017

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steht aus hochwertigen und nachhaltig produzierten Daunen und Federn, die sehr gut isolieren. Sie sind pflegeleicht und können gewaschen werden. Dafür ist ein Spezialwaschmittel für Daunen empfehlenswert. Zudem sollte man die Jacken mit mehreren Tennisbällen tumblern – so wird das Zusammenkleben der Daunen verhindert, und das Volumen der Jacken bleibt erhalten. MM

Ellen Amber Damen Daunenjacke, Farben: Petrol, Salbei, Nachtblau, Hellblau, Gr. S–XXL* Fr. 48.30 statt 69.– * in grösseren Filialen


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MIGROS-WELT | MM42, 16.10.2017

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MIGROS-WELT | MM42, 16.10.2017

Nivea

Die Milch machts aus Sie war schon im alten Ägypten ein Schönheitselixier: die Milch. Das Shampoo und die Pflegespülung der neuen Nivea-Serie Hairmilk enthalten Milchproteine, die zusammen mit Macadamiaöl und dem aus Wollwachs gewonnenen Wirkstoff Eucerit für glänzendes und geschmeidiges Haar sorgen. Die Hairmilk wurde den Bedürfnissen verschiedener Haarstrukturen angepasst, sodass jeder Typ die richtige aufbauende Pflege erhält. Bei einem Test mit über 100 Frauen in der Schweiz waren die Testerinnen so überzeugt, dass 90 Prozent die Hairmilk weiterempfehlen würden.

Feines Haar

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MM42, 16.10.2017 | MIGROS-WELT

Papeteria

Organisiert durch den Tag Mit praktischen Agenden und Terminkalendern behalten aktive Menschen im Alltag stets den Überblick. Dank der vielfältigen Designs im Papeteria-Sortiment ist der passende Begleiter für das kommende Jahr bald gefunden.

Eine Papieragenda ist auch im digitalen Zeitalter ein zuverlässiger Begleiter. Ob Geburtstage, Termine oder andere Notizen – alles findet Platz, und bei der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Im Sortiment von Papeteria gibt es für jedes Bedürfnis den passenden Kalender: Hochoder Querformat, Tages- oder Wochenübersicht, im schlichten oder auffälligeren Design.

* in diversen Farben und Designs erhältlich

Papeteria Agenda A7 Mini, Wochenübersicht* Fr. 5.30

Papeteria Agenda A6 Basic, Wochenübersicht* Fr. 7.90

Papeteria Agenda A6 Design, Wochenübersicht* Fr. 8.50


MIGROS-WELT | MM42, 16.10.2017

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Das FSC-Label (Forest Stewardship Council) würdigt Produkte aus verantwortungsvoller Waldwirtschaft, die Rücksicht nimmt auf Mensch und Natur. Ein Teil von

Bild: Ruth Kueng

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MM42, 16.10.2017 | MIGROS-WELT

Alles für das Baby

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MIGROS-WELT | MM42, 16.10.2017

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MM42, 16.10.2017 | MIGROS-WELT

Aus der Region

Hundert Jahre grüner Daumen Das Familienunternehmen Horisberger produziert verschiedenste Pflanzensorten im Topf oder in der Schale, darunter viele für die Migros Wallis. Dieses Jahr feierte es ein stolzes Jubiläum. Text: Mélanie Zuber

Alain Drollinger, Gatte einer Enkelin des Paares, und Francis Reinschmidt, ein Urenkel. Natürlich produziert das Unternehmen heute nicht mehr genau das Gleiche wie vor hundert Jahren. Damals verkaufte Horisberger Blumen, Pflanzen und Gemüse. Jetzt baut das Unternehmen nur noch Topfpflanzen an – dafür in unzähligen Sorten. «Der Grund ist die Tendenz zu lokalen Produkten», erklärt Etienne Horisberger. «Vor zwanzig Jahren gab es vielleicht fünf bis sieben verschiedene Kulturen. Heute haben wir fünfzig bis hundert.» Zusätzlich

zu den Pflanzen, die im Betrieb wachsen, verkauft Horisberger auch importierte Pflanzen. Im Lauf der Jahre musste sich die Familie immer wieder diversen Entwicklungen anpassen. 1967 beispielsweise, als der Sechstagekrieg die Gartenbauunternehmen dazu zwang, ihren Erdölverbrauch drastisch zu reduzieren. Etienne Horisberger erinnert sich: «Wir isolierten alles, setzten Doppelverglasungen und Hitzeschilde ein. Wir begannen, über solche Dinge nachzudenken, und tun es auch heute. Es ist unglaublich, wie viel Energie wir mit

solchen Massnahmen einsparen können!» Konkret beträgt der heutige Energieverbrauch bei gleichbleibender Fläche nur noch ein Viertel des Verbrauchs in den 80er-Jahren. Umweltschonende Massnahmen

Den Horisbergers liegt die Umwelt am Herzen. Der Familienbetrieb begann ab 1985, sich auf Massnahmen der integrierten Produktion zu stützen. Ein Schritt Richtung Nachhaltigkeit wurde auch bei der Parasitenbekämpfung unternommen. Früher wurden beispielsweise hochgiftige Produkte mit einem

Bilder: zVg

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nno 1917, La Tourde-Peilz: Samuel und Marie Horisberger kaufen ein Gartenbauunternehmen. Im selben Jahr kommt ihr erstes Kind zur Welt. Es ist der Anfang eines grossen Abenteuers, das mehrere Generationen dauern wird. Hundert Jahre später existiert das Unternehmen noch immer und befindet sich nach wie vor in den Händen der Horisbergers. 1972 wurde der Betrieb nach Yvorne verlegt, und heute sind gleich drei Geschäftsleiter am Ruder: Etienne Horisberger, Samuels und Maries Enkelkind,


MIGROS-WELT | MM42, 16.10.2017

Etienne Horisberger (links) und Alain Drollinger sind zwei der drei Geschäfts­ führer des Familienunter­ nehmens.

Ihre Region zichten, bedeutet aufmerksame Beobachtung, denn Schädlings­ befall muss so schnell wie mög­ lich entdeckt werden. Eine Massnahme, die viel Zeit in Anspruch nimmt, aber nötig ist, um schöne Pflanzen anzubieten. «Dem Konsumenten, der eine Biotomate kauft, ist es egal, wenn der Stängel und die Blätter beschädigt aussehen», erklärt Etienne Horisberger. «Bei einer Pflanze hingegen muss alles makellos sein. Das ist das Schwierige an unserem Beruf.» Umfangreiche Kenntnisse

sehr breiten Wirkungsspektrum verwendet. Zum Glück wurden inzwischen Pflanzenschutzmit­ tel mit gezielter Wirkung ent­ wickelt. Ausserdem hat Horis­ berger begonnen, bei einigen Pflanzen mit Nützlingen zu arbeiten, die Schädlingen den Garaus machen. Schlupfwespen zum Beispiel fressen Weisse Fliegen, deren Kot zu Russtau führte. Ein schwarzer Schimmel, der die Pflanze befällt und sie eingehen lässt. Einige Pflanzen wie Horten­ sien werden nur behandelt, wenn es wirklich notwendig ist. Auf präventive Mittel zu ver­

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Da die Bedürfnisse jeder ange­ bauten Pflanzensorte berück­ sichtigt werden müssen, sind die Herausforderungen gross. «Das ist noch nicht alles», betont Etienne Horisberger. «In unse­ rem Beruf müssen wir uns in Insektenkunde, im Heizungswe­ sen und in Genetik auskennen. Unsere Arbeit umfasst also viele weitere Bereiche, ist dadurch aber sehr spannend.» In den Supermärkten der Migros Wallis bietet Horisber­ ger nicht nur Pflanzen, sondern auch zahlreiche saisonale Pflan­ zenschalen an, die vom Floris­ tenteam mit viel Geschmack kreiert wurden. Die Anfertigung der Schalen erfordert Sorgfalt und Kreativität. «Wir müssen Pflanzen auswählen, die von der Farbe, der Form, der Grösse und der Blütezeit her zusammenpas­ sen», sagt Etienne Horisberger. «Wie ein Koch, der ein Rezept entwickelt, müssen auch wir eine Ausgewogenheit finden.» Blumiger Empfang macht Freude

Trotz der Entwicklung des Un­ ternehmens und der Diversifi­ zierung der Produktpalette ist die Familie immer noch mit Lei­ denschaft an der Arbeit. Auch die Kunden sind dem Geschäft über all die Jahre treu geblieben. Die Blumen und Pflanzen der Horis­ bergers sind ein kleiner Luxus und Balsam für die Seele. «Heute wollen unsere Gäste nicht mehr

mit Fleisch, Chips oder Brot empfangen werden. Eine schöne Dekoration auf dem Tisch wird beim Besucher garantiert ein Lächeln hervorzaubern. Meiner Meinung nach ist eine gesunde und blühende Pflanze ein her­ vorragendes Antidepressivum. Blumen und Pflanzen auf dem Tisch sorgen dafür, dass sich die Gäste wohlfühlen», unter­ streicht Etienne Horisberger. «Damit zeigen wir unserem Be­ such, dass wir uns auf ihn gefreut haben und ihn herzlich willkom­ men heissen. Und gleichzeitig haben wir ein Gesprächsthema für alle, die eigentlich gar nicht so gerne übers Essen reden. Blumen können wichtige Bot­ schafter sein.» MM

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gedeihen die ver­ schiedenen Pflanzen vor dem prächtigen Bergpanorama.


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MIGROS-WELT | MM42, 16.10.2017

Kultur

Ein eingespieltes Team Die Theaterfreunde Siders sind in den letzten Proben für das Dialektstück, das am 27. Oktober Premiere feiert. Ein Schwank mit Erbschleichern, Seitensprüngen und allerhand Verwechslungen. Text: Denise Jeitziner

N

Bild: Herbert Salzmann

ein, an Erfahrung mangelt es den Thea­ terfreunden Siders definitiv nicht. Seit 34 Jahren bringen sie alle zwei Jahre ein Stück auf die Bühne. Das hat Vorteile: Die rund 40 Vereinsmitglieder sind längst ein eingespieltes Team. Der Nachteil: Wenn eine Rolle einen Burschen oder ein junges Fräulein verlangt, muss auch mal ausserhalb der eigenen Reihen nach einem Schauspiel­ talent gesucht werden. «Einige von uns sind schon guferaalti!», bemerkt Kassierer Anton Imhof lachend: «Es ist halt nicht so einfach, eine alte in eine junge Person zu verwandeln; umge­

kehrt schon eher.» Seit rund einem Jahr laufen die Vorbe­ reitungen für das Stück «Erb­ schliichär und andri Fägär» bereits, das am 27. Oktober Pre­ miere feiert. Sechs Aufführungen

Zuerst musste ein gutes Theater­ stück gefunden werden: Die Wahl fiel auf den Schwank «Kurzschlüsse» von Frank­M. Ziegler, der von einem untreuen Ehemann, einer verlockenden Erbschaft, einer List und aller­ hand Verwechslungen handelt. Als nächstes machte sich der Regisseur Raoul Schnydrig ans Übertragen ins Walliserdeutsche – die Theaterfreunde Siders spie­

len seit einigen Jahren Stücke im Dialekt, was in der Region grossen Anklang findet. Dieses Jahr werden die Theaterfreunde zum ersten Mal in der Turnhalle von Muraz bei Siders auf die Bühne treten. Insgesamt sechsmal wird das Stück «Erbschliichär und andri Fägär» aufgeführt. Am 27. und 28. Oktober um 20 Uhr, genau wie am 3. und 4. Novem­ ber (Tage der Oberwalliser mit Transport ab Brig). An den Sonntagen am 29. Oktober und 5. November beginnt die Vor­ stellung jeweils um 17 Uhr. MM Mehr Infos und Reservationen: www.theaterfreunde-siders.ch Tel. 079 808 33 73

Die Dialektstücke der Theaterfreunde Siders kommen in der Region gut an – wie «Café Durscht» vor zwei Jahren.

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1. Tag Schweiz – Travemünde Anreise nach Travemünde zur Einschiffung nach Helsinki. 2. Tag Auf See Entspannender Tag auf See. 3. Tag Helsinki – Lahti – Kuopio Am Morgen Ankunft in Helsinki und Weiterreise nach Lahti. Hier besuchen Sie das äusserst interessante Skimuseum. Danach Fahrt durch die finnische Seenplatte nach Kuopio. 4. Tag Kuopio – Aussichtsturm Puijo – Oulu Im Verlaufe des Vormittags fahren Sie zum bekannten Aussichtsturm Puijo. Von der 75 Meter hohen Plattform haben Sie eine unbeschreibliche Aussicht über die grandiose Winterlandschaft des Saimaa-Seengebietes. Nach dem Mittagessen im Drehrestaurant Weiterreise nach Oulu.

5. Tag Oulu – Rovaniemi – Levi Am Vormittag Weiterfahrt nach Rovaniemi und Besuch des Arktikums, wo Sie viel über die Geschichte und die Kultur von Finnisch Lappland erfahren. Danach überqueren Sie den Polarkreis und gelangen nach Levi, dem grössten und bekanntesten Wintersportzentrum Finnlands. 6. Tag Levi – Schneedorf und Rentiersafari Heute besuchen Sie das weltbekannte Schneedorf. Dieses traumhafte Gebilde wird von Jahr zu Jahr mit Millionen Kilo

Schnee und Eis neu errichtet. Ein besonderes Erlebnis ist danach die Rentiersafari. Sie sitzen gemütlich auf Rentierfellen und geniessen die Fahrt durch die stille Natur. Auch heute besteht wieder die Chance, die Nordlichter zu beobachten. Sehen Sie zu, wie die Aurora borealis den Himmel in ein magisches buntes Kleid taucht. 7. Tag Levi – Schneemobilsafari – Huskyfarm (fakultativ) Geniessen Sie den Wintertag in Lappland. Levi ist ein stilvoller und einladender Ferienort. Fakultativ kann ein Ausflug zu einer Huskyfarm mit Husky-Safari und/oder eine Schneemobilsafari gebucht werden. 8. Tag Levi – Santa Claus Village – Oulu Auf dem Weg nach Oulu besuchen Sie das «Santa Claus Village», die wahre Heimat des Weihnachtsmannes. 9. Tag Oulu – Tampere Über Jyväskylä gelangen Sie nach Tampere, der zweitgrössten Stadt Finnlands. 10. Tag Tampere – Helsinki Am Morgen Fahrt nach Helsinki. Auf einer Stadtrundfahrt werden Ihnen die schönsten und wichtigsten Sehenswürdigkeiten der finnischen Hauptstadt gezeigt. Am Abend Einschiffung zur Überfahrt nach Deutschland. 11. Tag Auf See – Travemünde – Hamburg Geniessen Sie den geruhsamen Tag an Bord. Nach dem Abendessen an Bord legt Ihr Schiff im Hafen von Travemünde an und Sie erreichen nach einer kurzen Fahrt Ihr Hotel im Raum Hamburg. 12. Tag Hamburg – Schweiz Heimreise in die Schweiz.

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bine innen auf den Fährüberfahrten) Fr. 730.–

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Leben MM42

Richtig oder falsch?

Sämtliche Kassenzettel gehören ins Altpapier. Falsch! Viele Kassen­

1, 2 oder 3

Zwei Herzen – ein Leopard

hat zwei Buben, einen Mann, einen Job, einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.

1 2 3

Wir halbieren den Leoparden. Das Tier ist gross und flauschig – das fällt kaum auf. Das Plüschtier begleitet erst den Kleinen in den Schlaf. Sobald er schlummert, entziehen wir ihm den Leoparden sachte und legen ihn zum Grossen ins Bett. Wir kaufen einen zweiten Leoparden.

Antwort 2: Wir hoffen, der Leopard hält der doppelten Liebe eine Zeit lang stand, und warten auf den Moment, in dem die Leidenschaft für ihn wieder abkühlt. Ein weiteres Plüschtier möchten wir nach Möglichkeit nicht bei uns aufnehmen.

Illustration: Lisa Rock, Bild: René Ruis

Monica Müller (43)

Wir teilen unsere Wohnung mit schätzungsweise 62 Plüschtieren. Da sind Bären, Kamele, Hunde, Biber, ein Rabe, ein Marsupilami, ein Drache, ein Leopard. Lange war dieser Leopard einer von vielen und schlief beim Grossen (7) am Fuss des Betts. Auf einmal hat der Kleine (2) ihn entdeckt – Liebe auf den ersten Blick. Nun muss der «Pard» immer mit: in den Wald, auf den Spielplatz, in die Kita. Abends schlafen der Kleine und der Leopard eng umschlungen ein. Und wie das so ist mit verschmähten Lovern, die plötzlich von anderen geschätzt werden: Der Grosse hat realisiert, wie tief seine Liebe für die gescheckte Schmusekatze wirklich ist. Auch er kann plötzlich nur noch mit dem Leoparden im Arm einschlafen. Und jetzt?

zettel bestehen aus Thermopapier, das mit einer chemischen Beschichtung ver­ sehen ist und giftiges Bisphenol A enthalten kann. Dieser Schad­ stoff lässt sich im Papieraufbereitungs­ prozess nicht besei­ tigen und gelangt deshalb in den Alt­ papierkreislauf. Zwar arbeiten heute die meisten Grossver­ teiler in der Schweiz mit bisphenolfreien Kassenzetteln. Da man den Zetteln aber nicht ansieht, welche Stoffe sie enthalten, entsorgt man sie besser im Hausabfall. Allerdings gibt es Ausnahmen: Die Kassenzettel der Migros zum Beispiel sind bisphenolfrei und können im Altpapier entsorgt werden. Darum gilt: Nur

schadstofffreies Papier gehört ins Altpapier. Wer auf Nummer sicher gehen will, entsorgt Kassenzettel mit dem Hausmüll.

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Konzentriert hรถrt Jonas dem Lesecoach zu.


LEBEN | MM42, 16.10.2017

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Familie

Lesen bewegt Buben lesen weniger gern und weniger gut als Mädchen, das wissen wir dank Pisa-Studie. Massgeschneiderte Förderprogramme wie «Bewegte Geschichten» sollen Abhilfe leisten. Den Jungs gefällts und hilfts, auch wenn die genderspezifische Schulung umstritten ist. Text: Claudia Langenegger

Auch so ist Lesenlernen möglich: mit Bewegung und Spass

Oben: Nils spricht mit Zapfen im Mund, und Silas versucht, ihn zu verstehen.

Links: Durchhalten ist das Thema bei der Übung mit den Bechern.

E

s tönt vor allem einfach mal lustig: Nils (12) hat einen Korkzapfen zwi­ schen den Zähnen und liest seinem Pultnachbarn Silas etwas vor, hoch­ konzentriert. Die Worte kommen undeut­ lich aus seinem Mund. Silas (11) grinst. Ob er versteht, was Nils vorliest? «Es geht so», sagt Silas. Er weiss trotzdem genau, was sein Kollege erzählt: Es ist die Geschichte des Drachen Basilisk, die sie schon in den vor­ herigen Lektionen durchgenommen haben. Auch die anderen Fünftklässler sitzen zu zweit zusammen und lesen einander vor: mit Zapfen im Mund, «Üllüs müt düm glüchü Büchstübü» oder mit seitlich geneig­ tem Kopf, weil der Text spiralförmig auf dem Blatt steht. «Es geht darum, dass die Kinder sich spielerisch den Texten nähern», erklärt Urs Urech (47), der die Lektion leitet. Der Lese­ coach, Primarlehrer und soziokulturelle Animator besucht während knapp drei Mo­ naten einmal pro Woche die fünfte Klasse der Primarschule Villnachern AG. Das Lese­ förderungsprogramm heisst «Bewegte Ge­ schichten» und ist auf Buben zugeschnitten. Buben hinken beim Lesen hinterher

Die Pisa­Studien zeigen seit der ersten Un­ tersuchung im Jahr 2000, dass die Schweizer Schüler in der Lesefertigkeit schwächer sind als die Schülerinnen. Mittlerweile haben sie zwar aufgeholt, aber tendenziell hapert es bei den Buben immer noch an der Motiva­ tion: «Sie finden Lesen oft uncool», sagt Urs Urech. «Buben denken vielfach, Lesen sei nichts für sie – das sei Meitlizeugs.» In Urechs Lesetraining geht es haupt­ sächlich darum, die Buben zu motivieren. «Dass sie in dieser Lektion für einmal unter

Bilder: René Ruis

sich sind, tut ihnen gut.» Ausserdem nimmt er eine Vorbildfunktion ein: «Es fehlt an den Schulen oft an männlichen Vorbildern in Bezug aufs Lesen.» Die Geschichten, die Urech mit den Schülern durchgeht, sind Bewegungsspiele, Konzentrations- und Auftrittsübungen. Nils taucht nun mit einem Seil auf, Silas trägt einen Korb mit Augenbinden an seinen Platz, Liam (11) einen Stapel Plastikbecher – Utensilien für verschiedene Gruppenübun­ gen. In den vergangenen Lektionen haben die Kinder sie kennengelernt, und nun füh­ ren sie nun mit ihren Klassengspänli durch. Inhalte zu verstehen motiviert

Liam fängt an. Der blonde Bub hält ein paar Plastikbecher in der Hand. «Jetzt müsst ihr aufstehen und einen Becher nehmen», sagt er. Und macht es vor, indem er die Arme mit je einem Becher auf der Handfläche zur Seite ausstreckt. «Und jetzt zwei Minuten in dieser Position verharren.» In der Übung geht es ums Durchhalte­ vermögen. Sie gehört zur Geschichte der Schildkröte, die sich auf einer langen Reise hartnäckig durchbeisst und nicht aufgibt. Danach inszeniert Silas die Übung «Raupen­ wanderung». Er lässt die Klassenkameraden eine Art Polonaise machen, während Nils mit einem Seil immer kleiner werdende Kreise legt, in denen seine Gspänli Platz finden müssen. Die Übungen gehören zur Geschichte der Familie der Wawuschels, die in einer engen Höhle wohnen. «So verstehen die Kinder die Figuren und den Inhalt der Geschichten besser», erklärt Urs Urech. Zudem fördern die Übungen die Motivation: Nach einer körperlichen Aktivi­ tät fällt das Stillsitzen wieder leichter.


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Liam (11)

«Ich habe viele verschie­ dene Geschichten und Bücher kennengelernt, das ist super. Ich lese in der Freizeit viel, auch dicke Bücher.»

Haci (11)

«Ich habe viel gelernt – beispielsweise beim Vor­ lesen das Publikum anzu­ schauen. Ich habe auch neue Wörter kennen­ gelernt. Das Lesen fällt mir jetzt leichter.»

Oliver (11)

«Das Lesetraining mag ich lieber als den normalen Unterricht, weil wir Übun­ gen machen. Jetzt kann ich schneller lesen und deutlicher vortragen als vorher. Ich lese vor allem in den Ferien.»

«Die empfohlenen fünf Minuten Bewegung werden hier mit Leseförderung verbunden», lobt Christine Tresch, Verantwortliche für literale Förderung beim Schweizerischen Institut für Kinder- und Jugendmedien (siehe auch Interview Seite 87). Die Fachfrau verfolgt das bubenspezifische Programm seit dessen Anfängen. Ihr gefällt, dass «über die Bewegungsübungen unerwartete Zugänge zu Geschichten erschlossen werden können, aber auch der soziale Zusammenhalt gefördert wird». Das Lese- und Schreibförderprojekt wurde vor fünf Jahren von der Fachstelle Jungen- und Mädchenpädagogik (Jumpps) für Dritt- bis Neuntklässler entwickelt. Mitgewirkt haben Lehrer, Sprechtrainer, Körpertherapeuten, Theaterpädagogen und Schauspieler, um eine Leseförderung zu schaffen, die Bewegung, Konzentrationsfähigkeit und Auftrittskompetenz einschliesst. Bubenspezifische Inhalte bringen die Buben auf den Lesegeschmack. «Bei der Auswahl der Lesetexte kann geschlechterspezifische Förderung durchaus sinnvoll sein», findet Afra Sturm (51), Ko-Leiterin

des Zentrums Lesen an der Fachhochschule Nordwestschweiz: «Das Interesse für eine konkrete Geschichte oder einen Sachtext spielt bei Buben eine wesentliche Rolle, wenn es ums Lesen­ lernen geht.» So kann ein Junge etwa lesen lernen wollen, weil er Namen und Informationen zu seinen Fussballstars unbedingt selber lesen will. Klischees ergeben hier Sinn

In den Texten der «Bewegten Geschichten» werden viele verschiedene Themen wie Ausgrenzung, Trösten, Verliebtsein, Flucht oder Verlassen der Heimat behandelt. Und hier stehen oft männliche Hauptfiguren und typische Bubenthemen im Zentrum: Abenteuer, Wagemut, Kräftemessen und Risikobereitschaft. Lauter Klischees, die hier offenbar einen Sinn ergeben. In der Einführungsphase hat die Pädagogische Hochschule Bern das Projekt evaluiert. Das Resultat: Die Lesekompetenz der Schüler verbesserte sich – besonders bei den leseschwachen. Allerdings gab es auch in der 5. Klasse in Villnachern schon Leseratten wie Joshua (12), Liam (11) und Oliver (11). Sie verschlingen in ihrer Freizeit dicke

Romane. Vom Lesetraining profitieren sie trotzdem: «Sie erhalten längere Lesetexte und kompliziertere Aufgaben», erklärt Urs Urech. Ob lesestark oder -schwach: Die Fünftklässler in Villnachern lernen ganz nebenbei noch, zu präsentieren. Denn in den letzten Lektionen lesen sie den Drittklässlern ihre Geschichten vor und führen mit ihnen die Bewegungsübungen durch. «Auch scheue Jungs übernehmen plötzlich Verantwortung und freuen sich darüber, aufzutreten», sagt Urech. Bislang haben rund fünfzig Deutschschweizer Schulen bei diesem Leseförderungsprojekt mitgemacht. Das Training hat einen stolzen Preis: 40 Lektionen kosten 6000 Franken, wovon aber nur die Hälfte von der Schule bezahlt werden muss –den Rest übernimmt derzeit die DrososStiftung, die die Fachstelle Jumpps unterstützt. Ausserdem können die teilnehmenden Schulen das Programm später selbständig führen. Beim ersten Mal werden die Lehrer von den Coaches darin geschult. Und Unterrichtsmaterialien sind genügend vorhanden: Die Lehrmittel umfassen mehr als 600 Seiten. Es braucht Zeit, die Leseleistung zu verbessern und echte Motivation aufzubauen. Förderkonzepte müssen über eine Projektphase hinaus mit dem

Silas (12)

«Ich lese eigentlich nicht so gern. Darum gefällt es mir, dass wir zwischendurch Übungen machen und wenig schrei­ ben müssen. Das ist nicht so anstrengend. Lesen fällt mir nun leichter. Wir haben spannende Geschichten und Bücher kennen­ gelernt. Wenn ich lese, dann in den Ferien, und zwar Krimis.


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Christine Tresch

Schulalltag verknüpft werden können. «Leseschwächere Kinder brauchen zusätzliches Training in Lesefluss und wiederholte Vermittlung von Lesestrategien», sagt Leseexpertin Afra Sturm.

«Motivation ist die Grundlage für erfolgreiches Lesenlernen» Laut Studien können Mädchen viel besser lesen als Buben. Warum? Buben lesen tendenziell weniger und weniger gerne. Ihnen kommt öfter die Motivation abhanden als den Mädchen, obwohl wir wissen, dass sie sich am Schulanfang genauso aufs Lesenkönnen freuen wie die Mädchen.

Bubenförderung hat zwei Seiten

Geschlechterspezifische Leseförderung ist nicht ganz unproblematisch, findet etwa Afra Sturm: «Es gibt zwar mehr Buben als Mädchen, die im Lesen nicht über das Grundniveau hinauskommen, doch es wäre fatal, wenn nur noch diese speziell gefördert würden.» Wolle man die Unterschiede in der Lesefertigkeit verstehen, müssten auch Faktoren wie der sozioökonomische Status berücksichtigt werden. «Der Unterschied in den Leseniveaus kann durch den Bildungshintergrund besser erklärt werden als durch das Geschlecht», sagt die Hochschulprofessorin. Tatsächlich wollen auch die Macher der «Bewegten Geschichten» die Mädchen in Zukunft nicht mehr ausklammern. «Ab nächstem Jahr gibt es auch weibliche Lesecoaches und mädchenspezifische Geschichten», sagt Urs Urech. Die weiblichen Coaches könnten theoretisch auch die Buben unterrichten. Denn das Geschlecht des Coaches kann sehr wohl motivierend wirken. Es ist aber nicht der allein entscheidende Faktor, wie neuere Untersuchungen gezeigt haben. Relevant ist hingegen, wie viel die betreffende Lehrperson über wirksame Leseförderung weiss.

Christine Tresch (58) ist zuständig für Lehre und Beratung am Schweizerischen Institut für Kinderund Jugendmedien.

Warum verlieren sie die Leselust? Lesenlernen ist anstrengend. Die Kinder müssen eine Durststrecke bewältigen, bis sie die technischen Fertigkeiten beherrschen und Geschichten mühelos verstehen. Es ist elementar, sie in dieser Zeit mit Geschichten zu versorgen, die sie packen. Motivation ist die Grundlage für erfolgreiches Lernen. Wie kann man die Leselust fördern? Schon im Kleinkindalter, zu Hause und in der Kita. Lesenlernen fängt nicht erst in der Schule an, sondern mit dem spielerischen Vertraut­ werden mit Sprache ab dem ersten Lebensjahr: Im alltäglichen Sprechen, mit Geschichten, Kinderliedern und Reimen. Wer als Kleinkind in einer reichen Sprachumgebung aufwächst, wird kaum eine Leseschwäche haben. Wann sollten Kinder lesen können? Früher dachte man, bis zum Ende der Unterstufe. Heute wissen wir, dass schwächere Leserinnen und Leser weiter unterstützt werden müssen. Das Lesenlernen und -training kann heute bis zum Ende der Oberstufe oder der Berufsbildung andauern. Zu spät ist es dafür nie. Ist Bubenförderung hier sinnvoll? Es ist vor allem die bildungspolitische Diskussion, ob Buben in der Schule zu kurz kommen – zum Beispiel, weil am Anfang viele der Lehrpersonen weiblich sind. Wichtig ist, dass Knaben auch männlichen Lesern begegnen, zu Hause und in der Schule. Vorbilder sind wichtig, wenn es darum geht, für sich selber den Sinn einer Tätigkeit zu entdecken. Lesecoaches leben vor, dass Lesen nicht nur etwas für Mädchen und Frauen ist.

Nach der Polonaise können die Buben wieder still sitzen.

Das Programm «Bewegte Geschich­ ten» bettet auch Bewegung ein. Nach körperlichen Aktivitäten sind Jungs motiviert, sich wieder auf eine

stille Tätigkeit einzulassen und sich zu konzentrieren. «Bewegte Geschichten» fördert durch die Übungen und Spiele auch den sozialen Zusammenhalt. Im Berufsleben haben die Männer die Nase vorn. Offenbar verliert Leseschwäche ihre Bedeutung? Nein, Lesen ist als Grundkompetenz wichtig in unserem Alltagsleben. Sie bildet die Basis für eine aktive Teilnahme an unserer Gesellschaft und für beruflichen Erfolg. Jede und jeder sollte Tageszeitungen und Abstimmungsunterlagen verstehen. Heute braucht man in jedem Beruf solide Lesefertigkeiten: Pöstler müssen am Computer ihre Tagesroute überprüfen, Mechaniker Mails checken, Rapporte schreiben und so weiter. Verhindern moderne Medien das Lesen? Kinder lesen auch am Computer ständig: Beim Gamen gilt es Anweisungen zu befolgen, der LieblingsFussballclub kommuniziert über seine Website. Fiktionale Texte aber lesen Kinder immer noch lieber in gedruckter Form als auf dem E-Reader. Es gibt keine Zahlen, die belegen, dass sie das weniger öfter tun als früher. Das Bücherangebot ist ja auch riesig und zu vielen Lieblingsbüchern gibt es Fan-Websites. Wie wichtig sind Leistungsmesser wie die Pisa­Studie? Die Pisa-Studie vom Jahr 2000 hat aufgerüttelt und gezeigt, dass die 15-jährigen Knaben weit häufiger der Risikogruppe der schwachen Lesenden angehören als Mädchen. Der sozioökonomische Status der Eltern ist aber ein ebenso relevanter Faktor, wenn es um Leseleistungen geht. Was hat Pisa konkret bewirkt? Die Leseförderung erhielt einen wichtigen Anschub, die Aufmerksamkeit wurde neu auch auf das Vorschulalter gerichtet. Viele Bibliotheken haben ein Angebot auch für Kleinkinder aufgebaut. In den Schulen ist die Lektüreauswahl viel grösser geworden und die Auseinandersetzung mit Literatur kreativer. Ob jemand gerne Comics, die «Bravo» oder einen Kinderkrimi liest, spielt keine Rolle. MM


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<3 in Zeiten des Internets

Es war noch nie so einfach, jemanden kennenzulernen, wie heute. Via Tinder findet man einen Match, ohne das Risiko einer Zurückweisung einzugehen, und auf Face­ book gibts bereits vor dem ersten Date Infor­ mationen über sein oder ihr Privatleben.

Bild: Andrea Monica Hug

Anne-Sophie Keller (27) glaubt

an Popkultur und den Sinn eines unvernünftigen Lebenswandels.

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Nach ein paar ersten Treffen folgt die liebes­ technische Standortbestimmung: Man redet darüber, wo man denn jetzt stehe und wie die gemeinsame Zukunft so aussehen könnte. Doch einfach ist das nicht mehr. Ist man nun «facebook­offiziell»? Wie viele gemein­ same Bilder postet man, ohne dass man allen auf die Nerven geht? Wie geht man mit Ex­Freundinnen und Ex­Freunden um, die das alles sehen?

Auf WhatsApp sehen die Eifersüchtigen, wann der Schatz zum letzten Mal am Handy

war. Und können sich jede Menge unnötige Gedanken machen. Warum wünschte er um 23:58 Uhr eine gute Nacht, wenn er um 01:22 Uhr nochmals online war? Was hat er dann geschrieben – und wem? Besonders schwierig wird Dating 2.0 bei der Trennung. Du wirst deinen Beziehungsstatus ändern oder löschen, und die ganze Welt kriegts mit. Du wirst die Bilder auf Instagram umbenennen, weil sie dir zu viel Herz­ schmerz bereiten. Und du wirst deinen ehemaligen Schatz irgendwann wieder unter dem richtigen Namen im Handy speichern, weil alles andere falsch aussieht. Du wirst Jahre danach von Facebook an deine Beziehungsmeilensteine erinnert wer­ den. Und alles wiederholt sich. Das Internet vergisst nie. Und du auch nicht. MM

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Gesundheit

Gute Medizin ist keine Einzelleistung Zu hoher Prämienaufschlag? Es muss nicht immer gleich ein Wechsel sein. Viele Kassen bieten den Versicherten Hausarztmodelle zu tieferen Prämien an: Patienten sparen Geld und profitieren von einer umfassenden Betreuung. Text: Peter Schertenleib

K

ommunikation im Team gehört in Spitälern zum Alltag. Spezialisten teilen ihre Erfahrungen, wenn es darum geht, die bestmögliche Behandlungsmethode zu finden. Dieser gemeinsame Einsatz für das Wohl des Patienten hat neben der medizinischen Qualitätssicherung auch weniger Doppeluntersuche zur Folge und trägt dazu bei, die Behandlungskosten niedrig zu halten. Fällt die Spitaltür hinter einem zu, ist diese Effizienz oft zu Ende. Integrierte Versorgung

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Eine Ausnahme bieten Praxisgemeinschaften und vernetzte Arztpraxen, die den Patienten eine integrierte Versorgung ermöglichen – und diese ist aus verschiedenen Gründen sinnvoll. Die Ärzte sind Teil eines Teams und keine Einzelkämpfer. Jeder Untersuch und jeder Laborwert wird zentral erfasst, doppelte Behandlungen können dadurch ausgeschlossen werden, und die Behandlung erfolgt nicht in unkoordinierten Einzelschritten, sondern abgestimmt. Zudem wird der Patient auch bei einer Abwesenheit kompetent betreut, da sein Dossier griffbereit ist. Für die Ärzte andererseits ergeben sich mehr Möglichkeiten, auch ausserhalb der Praxis Erfahrung zu sammeln – wie etwa als Teamarzt einer Sportmannschaft. Und diese Erfahrungen kommen wiederum dem Patienten zugute. Viele Krankenversicherer haben diese Vorteile längst für sich entdeckt und belohnen Patienten mit tieferen Prämien, wenn sie sich für einen Arzt oder ein Zentrum entscheiden und als erste Anlaufstelle festlegen. Ob diese Variante für einen stimmt, steht und fällt oft mit dem Vertrauen in seinen Arzt. MM


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Fakten-Check

Brille oder Kontaktlinsen?

Krankenkassen

Modelle im Überblick • Standardmodell: Grundversicherung mit freier Arztwahl • Hausarztmodell: Der Hausarzt ist immer die erste Ansprechperson und verweist den Patienten bei Bedarf an einen Spezialisten

Kontaktlinsen

• HMO: Der Arzt einer Praxisgemeinschaft ist immer die erste Ansprechperson und übernimmt die Koordination der Behandlung. Er zieht bei Bedarf Spezialisten bei.

Vorteile Sie ermöglichen ein freies Blick-

feld und sind somit beim Sport (ausser Wassersport) sehr praktisch. Bestimmte Korrekturen von Hornhauterkrankungen sind zudem nur mit Linsen möglich. Nachteile Bei trockenen Augen oder

Allergien werden sie schlecht vertragen. Sie gehen leichter verloren und verlangen absolute Hygiene bei der Handhabung.

• Telmed: Verschiedene Krankenkassen bieten zudem das Telmed-Modell an. Hier wendet sich der Patient zuerst immer telefonisch an das telemedizinische Zentrum.

Gut vernetzt: Tauschen sich Ärzte aus, kann der Patient nur gewinnen.

Leiter Medbase Bern Zentrum In Zusammenarbeit mit

dizinischer und elterlicher Einwilligung kann sich ihr Einsatz empfehlen, um das Fortschreiten der Kurzsichtigkeit bei Kindern zu bremsen.

Vorsichtsmassnahmen Bei Wasserkon-

takt keine Linsen tragen wegen Bakteriengefahr. Es gibt sie als Tages-, Monats- und 6-Monats-Linsen, die keinenfalls länger als zwölf Stunden getragen werden sollten. Alle sechs Monate Kontrolluntersuch beim Optiker/Augenarzt

Bilder: Shutterstock, iStockphoto (2)

Dr. med. Peter Schertenleib,

Für wen? Für Sportler, Brillenverweigerer sowie Jugendliche ab 12/13 Jahren. Mit me-

Brille Vorteile Kein Risiko von Augeninfektionen

oder -reizungen. Schutz vor Wasserspritzern und Staubkörnern. Eine Brille kann einen ästhetischen Vorteil bieten. Nachteile Unangenehm für diejenigen, die nicht gern ein Gewicht auf der Nase tragen. Starke Korrekturen sind weniger zufriedenstellend mit Brillen als mit Kontaktlinsen. Im Gegensatz zu Kontaktlinsen, beschlagen sich Brillengläser.

Für wen? Für alle, vor allem Kinder und Senioren, denen es häufig an dem für die Handhabung von Kontaktlinsen notwendigen Fingerspitzengefühl fehlt. Die Korrektur von Alterssichtigkeit ist mit einer Brille häufig angenehmer. Vorsichtsmassnahmen Mineralische

Gläser haben den Vorteil, dass sie sehr kratzfest sind; für Kinder sind sie jedoch überhaupt nicht geeignet. Stattdessen sollten junge Brillenträger besser organische Gläser (aus Kunststoff) wählen.

Fazit Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass die Kurzsichtigkeit auf der ganzen Welt zunimmt, am stärksten in Asien: Dort leiden fast neun von zehn Kindern und Jugendlichen an Kurzsichtigkeit; in Europa liegt das Verhältnis nur bei 1.3. Woran liegt das? Zum einen an den Bildschirmen und Videospielen. Zum anderen aber auch am mangelnden Tageslicht. «Ein Kind, das draussen spielt, ist aufgrund des Tageslichts und dadurch, dass es häufig in die Ferne sieht und die Weitsicht schult, weniger kurzsichtig», bestätigen Emilie Deladoey und Laetitia Marchionno, Optometristinnen an der Lausanner Augenklinik Jules Gonin. Wer gewinnt also, Brille oder Kontaktlinsen? Unentschieden. Beide Sehhilfen werden wahrscheinlich noch lange unerlässlich bleiben.


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Migros-Bank-Ratgeber

Das Jahr der politischen Märkte

Thomas Pentsy

ist Markt- und Produktanalyst bei der Migros Bank.

Apropos Notenbankpolitik und Geldschwemme – «Ich bin ein gros­ ser Fan von Bitcoin … Die Regulierung der Geldmenge muss entpolitisiert werden», soll der ehemalige ameri­ kanische Vizepräsident Al Gore einst gesagt haben. Kaum ein Finanzwort schrieb dieses Jahr so viele Schlag­ zeilen wie die virtuelle Währung Bitcoin. Allerdings scheiden sich die Geister an der Kryptowährung. Welches Schlagwort beschreibt die Lage in der Finanzwelt besonders

Bitcoin im Rampenlicht Bitcoin-Kurs in US-Dollar 5000 4000 3000 2000 1000

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Politische Risiken prägten das laufende Anlegerjahr. Zu Jahres­ beginn waren es die vom US­Prä­ sidenten Donald Trump angedrohten Handelskriege, im Frühjahr die Wahlen in den Niederlanden und danach die Präsidentschaftswahlen in Frankreich, vor denen uns Analysten unermüdlich warnten. Besonnene Köpfe beruhigten uns dagegen mit der Durchhalteparole: «Politische Börsen haben kurze Beine.» Weder Niederländer noch Franzosen rück­ ten letztlich nach rechts, sie erteilten den Börsenschreckgespenstern Wilders und Le Pen eine Abfuhr.

Wenn Nordkorea seine Drohungen fortsetze, werde diesen mit «Feuer, Wut und Macht begegnet, wie die Welt es so noch nicht gesehen hat», warnte im Sommer Trump den nord­ koreanischen Diktator Kim Jong­un. Der verbale Schlagabtausch schickte die Börsen weltweit auf Talfahrt – allerdings nur kurzzeitig: Im Septem­ ber markierte die Wall Street ein Allzeithoch. In Europa sucht Mario Draghi derweil nach dem richtigen Zeitpunkt für den Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik der Euro­ päischen Zentralbank (EZB). Wo­ möglich kündigt Draghi das Tapering (Reduktion der Anleihenkäufe) an der EZB­Sitzung vom 26. Oktober an.

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«Oktober. Dies ist einer der besonders gefährlichen Monate, um am Aktienmarkt zu spekulieren», schrieb Mark Twain schon vor mehr als 120 Jahren. Nein, wir wollen uns nicht in Schwarz­ malerei üben, obgleich der Monat Oktober historisch gesehen jeweils einer der schlechtesten Börsen­ monate ist. Aber Oktober ist auch der Monat der jährlichen Ausschreibung des «Finanzworts des Jahres»: Die Migros Bank und das Finanzportal finews.ch suchen Ihren Finanzbegriff, der stellvertretend für das bisherige Finanz­ und Börsenjahr 2017 steht.

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Senden Sie uns Ihr Finanzwort des Jahres!

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Mitmachen und gewinnen

Quelle: Bloomberg

treffend? Das Finanzjahr 2017 hat uns eine breite Auswahl spannender Themen beschert. Jetzt ist Ihre Kreativität gefragt! Beim Thema sind Sie frei, die genannten Beispiele sollen nur inspirieren. Senden Sie uns Ihren Vorschlag bis 27.10. auf https://blog.migrosbank.ch zu und gewinnen Sie ein Essen mit der Jury. MM

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Kinder

Deine kleine Wolke An kalten Tagen passiert es manchmal, dass man beim Ausschnaufen den eigenen Atem sehen kann. Es ist eigentlich eine kleine Wolke, die wir da selbst produzieren. Text: Yvette Hettinger

Warme Luft

Illustration: Jan Kruse

Kalte Luft

Es bilden sich winzige Tröpfchen

Luft kann etwa 20 Gramm Wasser pro Kubikmeter aufnehmen

So entstehen die Wölklein Wenn du jetzt abends draussen bist, kann es sein,

dass du deinen Atem vor dem Gesicht siehst. Das liegt an der Feuchtigkeit in deiner Atemluft. Meistens nimmt die Luft um dich herum diese

Feuchtigkeit einfach auf: etwa im Sommer, oder wenn du dich in einem geheizten Raum befindest. Denn dann ist die Luft warm und kann viel Feuchtigkeit aufnehmen, etwa 20 Gramm pro Kubik­ meter. Kalte Luft dagegen kann nicht so viel Feuchtig­ keit aufnehmen, bei null Grad zum Beispiel nur etwa fünf Gramm. Wenn an einem kühlen, feuchten Herbsttag die Luft schon viel Feuchtig­

keit enthält, hat die Feuch­ tigkeit deines Atems sozu­ sagen keinen Platz mehr: Dann verwandelt sie sich von einem gasförmigen, unsichtbaren Zustand in einen sichtbaren, flüssigen Zustand – also in Wasser­ tröpfchen. Dieser Vorgang nennt sich Kondensation. An kühlen, aber trockenen Tagen passiert das nicht.

Luft kann nur wenig Wasser aufnehmen

Probiers mal aus! Mach deine eigene kleine Atemwolke.

Wenn die Luft um dich herum eine Temperatur

von weniger als zehn Grad unter null hat, bildet dein Atem immer Wölkchen. Dann kondensiert die Feuch­ tigkeit aus deiner warmen Atemluft sofort, denn dann kann die Luft kaum mehr Feuchtigkeit aufnehmen.

Zieh dich an einem kühlen Abend warm an und geh nach draussen. Atme normal durch den Mund ein und aus. Wenn die Luft nicht zu trocken ist, siehst du deinen Atem vor dem Gesicht. Vielleicht musst du das ein paar Mal probieren, um einen Abend mit feuchter Luft zu erwischen.

Bild: iStockphoto

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Jill (8), Bachenbülach ZH

Für einmal danke ich, dass wir zu diesem Thema keine Zeichnung erhalten haben! Schon die Wörter, die wir dazu kennen, sind gruusig genug: «Schnodder», «Rotz», «Popel», «Böögg». Die Ärzte nennen es «Nasensekret». Es besteht zu 97 Prozent aus Wasser, der Rest sind Salze und Muzin. Muzin gibt dem Schleim die Struktur, macht also quasi den Schleim aus. Es besteht aus EiweissZucker-Verbindungen.

ken das aber nicht, weil das meiste davon vom Naseninnern her direkt in den Rachen hinunterfliesst. Wenn wir aber Schnupfen haben, produzieren wir mehr Schleim, der dann auch vorn bei der Nase raustrieft. Normaler Nasenschleim fängt Staub oder Krankheitserreger auf, die wir womöglich mit der Luft einatmen. Wie gut, dass er dieses ungesunde Zeugs einsammelt! Ausserdem haben wir kleine Flimmerhärchen in der Nase.

Pro Tag produzieren wir rund einen Liter Nasenschleim. Wir mer-

Diese helfen, das Ganze nach draussen zu befördern. Bei diesem Abtransport sind zuweilen auch die Finger von Nasenbohrern im Spiel. Ich habe auf Reisen in fernen Ländern oft auch gesehen, wie Leute ihren Schnodder auf die Strasse schneuzen. Das scheint dort okay zu sein. Bei uns hingegen nicht. Hier ist es anständig, wenn du dafür ein Nastuch verwendest – wahre Ladys und Gentlemen nutzen dazu galant ein Taschentuch aus Stoff. MM

Eine Mutter erklärt die Welt:

Journalistin Gabriela Bonin (50) beantwortet Kinderfragen.

Tobi hat die Raclettepfännchen für seine Freunde vorbereitet. Welche beiden sind gleich belegt? Verbinde sie!

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Räts elspa ss 12 3

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b 17

1

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B

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8 10

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Verbinde alle Zahlen, alle römischen Zahlen, alle Grossbuchstaben und alle Kleinbuchstaben miteinander. Kannst du erkennen, welches herbstliche und schaurig-schöne Gemüse sich hier versteckt?

2

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a

C

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A 31

Ⅰ Ⅴ

Ⅳ

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Lösung: 1 und 4

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Kleiner Tipp: Die Zahlenreihenfolge 1 bis 10 bei den römischen Zahlen ist Ⅰ Ⅱ Ⅲ Ⅳ Ⅴ Ⅵ Ⅶ Ⅷ Ⅸ Ⅹ.

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Lösung: Ein Kürbis.

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Auto

Einfach umwerfend Noch vielseitiger und hochwertiger verarbeitet als bisher, greift der neue Hyundai i30 ab sofort VW Golf und Co. an. Mit guten Chancen auf Erfolg, wie Familie Lustenberger aus Emmenbrücke herausgefunden hat. Text: Timothy Pfannkuchen

Bilder: Mischa Christen

D

ank Schiebedach den Wind im Haar und dank guter Soundanlage coole Musik im Ohr: Für Sabrina Lustenberger (19) aus Emmen­ brücke LU ist der Campingausflug mit einer Freundin das Highlight der Woche, in der ihre Familie den neuen Hyundai i30 testet: «Ein unaufgeregtes, stimmiges, schönes Auto», sagt sie, «ich bin richtig stolz, wenn ich damit unterwegs sein darf.» Stolz darf auch Hyundai auf den i30 sein. Vor zehn Jahren war dieses Modell für die Südkoreaner der Schritt vom Billig­ zum Markenlabel. Jetzt ist die dritte Auflage da, in Europa gefertigt und auch als Kombi erhältlich. Bei der vierköpfigen Familie Lustenberger löst der 4,34­Meter­Kompakt­ wagen Begeisterung aus. «Die Abmessungen sind ideal», sagt Priska Lustenberger (49), «nur die Sicht nach hinten ist nicht optimal. Gut, hat er eine Rückfahrkamera.»

Das Infotainment «In den ersten Minuten war ich überfordert. Aber sobald man das Prinzip verstanden hat, ist alles einfach zu bedienen: das Radio, die Navigation oder das Koppeln und Einbinden des Telefons.» Priska Lustenberger

109 g/km CO2

Grenzwert 2017: 118 g/km

Niedriger Spritverbrauch, hoher Komfort

Zum 136­PS­Diesel urteilt Sabrina Lusten­ berger schmunzelnd: «Der Hammer! Eine echte Maschine, mit der ich in der Auto­ bahneinfahrt flott auf Tempo komme.» Roland Lustenberger (52) bestätigt: «Das Auto hat Power.» Grosses Lob gibts für den Doppelkupplungsautomat, Kritik für «zu laute Reifenabrollgeräusche». Toll dagegen: Der Testverbrauch liegt im Schnitt bei nur 5,2 Liter auf 100 Kilometer. Sehr gute Noten gibt es auch punkto Fahrvergnügen. «Eins A!», schwärmt Sabrina Lustenberger: «Mir haben die sportlich direkte Lenkung und die perfekte Haftung in Kurven gefallen.» Und Alina Lusten­ berger (13) findet: «Trotzdem ist er schön komfortabel.» «Das Auto hat uns umgehauen», sagt Sabrina Lustenberger zusammenfassend. «Fünf Jahre Garantie, sehr fairer Preis und multitalentiert: ein optimaler Zweit­ oder Alltagswagen.» Nur wegen des eher geringen Platzangebots wäre der i30 für die Lusten­ bergers kein Erstwagen. MM

Das Cockpit «Der Innenraum ist gediegen-elegant. Es gibt viele Assistenzsysteme, die einen beim Fahren perfekt unterstützen. Die Bedienung ist kinderleicht und die Verarbeitungsqualität top.» Roland Lustenberger


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Das Platzangebot

«Der Laderaum ist mit 395 bis 1301 Litern gross, der Platz auf der Rückbank ist hingegen begrenzt. Beinfreiheit ordentlich, mehr nicht. Unangenehm wirds nie, und die Einstiegshöhe ist ideal.» Sabrina Lustenberger

In einer Woche gut 600 Kilometer mit dem Hyundai i30 unterwegs: Familie Lustenberger aus Emmenbrücke LU. Von links: Roland (52), Priska (49), Sabrina (19) und Alina (13)

Steckbrief

Eine Woche lang gratis testen Testen Sie den neuen VW Polo. Bewerben Sie sich bis Sonntag, 22. Oktober, auf www.migmag. ch/autotest. Fahren Sie den Kleinwagen vom 20. bis 27. November 2017. Voraussetzung: Sie sind mindestens zu dritt und mit einer Publikation im MigrosMagazin einverstanden.

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Hyundai i30 1.6 CRDi Antrieb: 1.6-R4-Turbodiesel, 100 kW/136 PS, 300 Nm bei 1750/min, 7-Gang-DKG-Automat, Frontantrieb; Fahrwerte: 0–100 km/h in 10,6 s, Spitze 200 km/h; Gewicht: 1516 kg; Umwelt: Normverbrauch 4,1 l/100 km = 109 g/km CO2 , Energie A; Preis: ab 31 600 Franken (Basis-i30: 1.4, 100-PSBenziner, ab 17 990 Franken).

Testfamilie gesucht

Das Design

«Wir waren alle überrascht, wie sportlich und elegant der i30 aussieht. Er ist wirklich stilvoll. Mein Highlight ist aber sein echt riesengrosses Panorama-Glasschiebedach.» Alina Lustenberger

Normverbrauch 4,2 l/ 100 km = 98 g/km CO2, Energie B; Preis: ab 25 500 Franken (BasisPolo: 1.0, 65-PS-Benziner, ab 16 800 Franken)


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Verlosung Glücksgriff

Kuba-Stars sagen Adiós Der Film «Buena Vista Social Club: Adiós» macht die legendäre Abschiedstournee der kubanischen Band zum einmaligen Kinoerlebnis. Zum Kinostart am 19. Oktober verlosen das Migros-Magazin, Ascot Elite und Edelweiss Flüge auf die Karibikinsel.

Der Buena Vista Social Club begeistert Fans auf der ganzen Welt.

Mitmachen und gewinnen Das Migros-Magazin, Ascot Elite und Edelweiss verlosen zwei EconomyFlüge nach Kuba (Hinund Rückflug) im Wert von 3000 Franken. Die Zieldestinationen (Havanna oder Varadero) und Daten der Reise sind frei wählbar. Der Gutschein ist bis 31. Dezember 2018 gültig. Beantworten Sie die folgende Frage:

Wie viele Gründungsmitglieder hatte der Buena Vista Social Club? So machen Sie mit: Per Telefon: Wählen Sie 0901 560 039 (1 Fr./Anruf)

und nennen Sie Ihre Lösung, Ihren Namen und Ihre Adresse.

Per SMS: SMS mit dem Text GEWINNEN, dem

Lösungswort, Namen und Ihrer Adresse an die Nummer 920 (1 Fr./SMS). Beispiel: GEWINNEN, Lösungswort, Beat Beispiel, Beispielstrasse 1, 9999 Exempelstadt

Per Postkarte:

D

er Buena Vista Social Club steht für das pulsierende Leben in Kuba und ist der Inbegriff von feuriger Musik und hochtalentierten Musikern. Jetzt sagt der weltberühmte Buena Vista Social Club «Adiós»: Nach dem Überraschungserfolg der ersten Dokumentation über die legendäre Band folgt die Verfilmung der Abschiedstournee der fünf Gründungsmitglieder. In «Buena Vista Social Club: Adiós» dokumentiert die Oscar-nominierte Regisseurin Lucy Walker («Waste Land») die letzten gemeinsamen Auftritte der Musiker bis zum grossen Finale in der kubanischen Hauptstadt Havanna. Die Reise führt sie bis ins Weisse Haus, wo sie vor Prä-

sident Obama, einem grossen Fan, auftraten. «Seit beinahe zwei Jahrzehnten symbolisiert diese Gruppe das starke Band zwischen Kubanern und Ame­ rikanern», schwärmte der

ehemalige US-Präsident, «unsere Freundschaft und unsere Kultur.» Der Film bietet eine wunderbare Möglichkeit, die Karrieren der Musiker zu reflektieren, und zeigt gleichzeitig auf, wie sich nach der ersten Dokumentation der plötzliche Erfolg auf ihre Popularität und ihren Lebensweg auswirkte. Das Migros-Magazin verlost zum Kinostart am 19. Oktober 1 × 2 Economy-Flüge mit Edelweiss nach Kuba und zurück – entweder in Form eines Direktflugs nach Havanna (zweimal pro Woche) oder eines Direktflugs ins Badeparadies Varadero, das Edelweiss ab 16. Juli 2018 einmal wöchentlich direkt anfliegt. MM Infos zum Film: http://ascot-elite.ch Infos zum Flug: www.flyedelweiss.com

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www.migrosmagazin.ch/ gluecksgriff Einsendeschluss: 22. Oktober 2017 Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Es erfolgt keine Barauszahlung, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Die Mitarbeitenden der Migros-Medien sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Mehrfachteilnahmen sind nicht erlaubt und werden vom Wettbewerb ausgeschlossen. Preise, die nicht bis spätestens drei Monate nach Ziehung durch den Gewinner bezogen werden, verfallen ersatzlos.


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LEBEN | MM42, 16.10.2017

105

Quiz

Gewinnen Sie eine von 3 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die acht Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. 1. Wenn man jemandem genau das sagt, was er hören möchte, … man ihn ein. S

schnürt

B cremt

K seift

R Zwickmühle

A Pfeffermühle

2. Kein realer Gegenstand ist die …? I

Windmühle

3. Welche «adelige» Ortschaft liegt am Hochrhein? O Kaiserstuhl

N Königsbett

S

Prinzentisch

So nehmen Sie teil

4. Wie nennt sich die Fussballmeisterschaft des Vatikans? E

Papa Cup

G Petrus Cup

Tel. Wählen Sie die 0901 560 042 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD2, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD2 TASTSINN Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Quiz, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/wettbewerbe Teilnahmeschluss: Sonntag, 22.10.2017, 24 Uhr

K Clericus Cup

5. Wie heisst der Mittellauf der Chamberone, die in den Genfersee fliesst? O Sorge

T

Klage

B Schmerz

6. In welchem Land lautet der Wahlspruch: «Von Meer zu Meer»? E

Mexiko

D Kanada

A Island

7. Wo kann man einen «Sneak Preview» erleben? I

Kino

U Oper

S

Theater

8. Welchen Geburtstag bezeichnet der «Abrahamstag»? D 18.

L

50.

R 100.

Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

Auflösung Nr. 41: GEWUERZE

Gewinner Nr. 40: Franz Mazenauer, Neuenhof AG; Elisabeth Gahlinger, Zuckenriet SG; Claudia Müller, Uhwiesen ZH

Lösungswort: 1

2

3

4

5

6

7

8

Paroli

Gewinnen Sie eine von 3 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Füllen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Das Lösungswort ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1 bis 5.

E

3 1 4 5

Auflösung Nr. 41: ENGEL Gewinner Nr. 40: Hansruedi Schär, Hörhausen TG; Rolf Truninger, Winterthur ZH; Manuela Münger, Gränichen AG

2

EHESTAND ERGEBN I S GEBUESCH HEUBODEN MU E H E L O S PRAESENT PROTHESE ROTFEDER SCH I FFER T R A E UME R

So nehmen Sie teil Tel. Wählen Sie die 0901 560 043 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD3, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD3 OSTEN Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Paroli, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/wettbewerbe Teilnahmeschluss: Sonntag, 22.10.2017, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

Lösungswort: 1

2

3

4

5


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Wo Bildung und Umweltschutz z Hand in Hand gehen…


LEBEN | MM42, 16.10.2017

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Sudoku

Gewinnen Sie eine von 5 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3x3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den gelben Feldern von links nach rechts. Auflösung Nr. 41: 794

So nehmen Sie teil Tel. Wählen Sie die 0901 560 044 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD4, gefolgt von der Lösungszahl, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD4 123 Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Sudoku, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/wettbewerbe Teilnahmeschluss: Sonntag, 22.10.2017, 24 Uhr

Gewinner Nr. 40: Yvette Duvoisin, Bevaix NE; Bruno Inhelder, Goldach SG; Rosana Esteves, Lausanne; Martin Brunner, Thun BE; Renzo Schöni, Rheinfelden AG

Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

Bimaru

Brücken

Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

Jeder Kreis stellt eine Insel dar. Die Zahl darin gibt an, wie viele Brücken dort enden. Brücken sind nur zu horizontal oder vertikal benachbarten Inseln erlaubt. Diese dürfen mit einfachen oder doppelten Brücken verbunden werden. Am 3 4 3 3 3 Schluss sollen alle Inseln miteinander verbunden 1 sein. Verboten: Kreuzungen, diagonale Brücken 1 1 3 3 und mehr als zwei Linien.

Auflösung Nr. 41:

3

3

1

2 4

3 3

2 2

2

3 1

1

2 2

2 3

Auflösung Nr. 41: 3 2 3

3

2

2

3

3

2

3

2

3

1 3 1

1 2

4

3 2 1 4 3

3 2 3

3 2 3 2

2 3 3

2 3 3

1 2 2 3

3 3 3 1

Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 557 900 Ex. (WEMF 2016) Leserschaft: 2 335 000 (WEMF, MACH Basic 2016-2) Adresse Redaktion und Verlag: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Telefon: 058 577 12 12 Fax: 058 577 12 08 redaktion@migrosmagazin.ch Herausgeber: Migros-Genossenschafts-Bund Leiter Migros-Medien: Lorenz Bruegger

Publizistische Leitung: Monica Glisenti Chefredaktor: Hans Schneeberger Produktion/Ressort Leben: Remo Leupin (Leitung), Robert Rossmanith (Chef von Dienst), Yvette Hettinger (Koordinatorin Leben), Sabine Müller (Produzentin), Gerda Portner (Produzentin), Ursula Trümpy (Produzentin), Karin Keller-Jabbie (Korrektorin), Heinz Stocker (Korrektor) Ressort Menschen: Sabine Lüthi (Leitung), Andrea Freiermuth, Ralf Kaminski, Dinah Leuenberger (Volontärin), Monica Müller, Lisa Stutz, Reto E. Wild Online: Reto Vogt (Leitung), Almut Berger, Elena Bernasconi, Reto Meisser

Ressort Migros-Welt: Daniel Sidler (Leitung / stv. Chefredaktor), Sandra Jermann (Leiterin Projektmanagement), Heidi Bacchilega, Jean-Sébastien Clément, Andreas Dürrenberger, Dora Horvath, Melanie Michael, Fatima Nezirevic, Angela Obrist, Kian Ramezani, Anna-Katharina Ris, Claudia Schmidt, Thomas Tobler, Jacqueline Vinzelberg, Michael West Bildredaktion: Olivier Paky (Leitung), Benjamin Böttcher, Franziska Ming, Susanne Oberli, Helen van Pernis

Prepress: Liliane Bolliger, Ruedi Bolliger Lithografie: Reto Mainetti (Leitung), Manuela Seelhofer, Max Sommer Sekretariat: Stefanie Zweifel (Leitung), Imelda Catovic Simone, Nicolette Trindler Honorarwesen: Verena Hochstrasser Kommunikation & Medien-Koordination: Eveline Zollinger (Leitung), Alina Bühler, Rea Tschumi

Verlag: Layout: Rolf Hauser (Leitung), Laetitia Buntschu Signer (Art Director), Margrit von Holzen Werner Gämperli, Saskia Goslings, verlag@migrosmagazin.ch Nicole Gut, Gabriela Masciadri, Tel.: 058 577 13 70, Pablo Tys Fax: 058 577 13 71

Werbemarkt: Thomas Brügger (Leitung) Anzeigen: Gian Berger, Simon Djoni, Yves Golaz, Andreas Hess anzeigen@migrosmagazin.ch Telefon: 058 577 13 80 Fax: 058 577 13 72 Innendienst: Tom Ballaman (Leitung), Dominique Brunner, Michael Glarner, Janine Meyer, Jasmine Steinmann Lesermarkt: Nicole Thalmann (Leitung), Marianne Hermann Media-Services: Patrick Rohner (Leitung), Tabea Burri, Laetitia Dürst, Abonnemente: Sonja Frick (Leitung), Sibylle Cecere abo@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 00, Fax: 058 577 13 01

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MM42, 16.10.2017 | LEBEN

2

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Meine Welt

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«Mit meinem Buch will ich Betroffenen Mut machen» Robin Rehmann ist DJ und Radiomoderator und singt in einer Punkband. Überschattet wird sein Alltag von der chronischen Darmkrankheit Colitis Ulcerosa. In seiner Autobiografie «Steine im Bauch» schreibt er offen über sein Leiden. Text: Silja Kornacher Bilder: René Ruis


LEBEN | MM42, 16.10.2017

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1 Mein DJ-Set «Als Radiomoderator

besitze ich ein breites Musikwissen und spiele, was die Gäste sich wünschen. Hauptsächlich werde ich für Hochzeiten engagiert, von Mai bis Oktober habe ich jedes Wochenende einen Auftritt.» 2 Mein Team «Seit 2005 bin ich Redaktor und Moderator bei SRF Virus. Im Büro fühle ich mich fast wohler als Zu Hause: Hier arbeiten wirklich herzliche, ver­ trauenswürdige Menschen.» 3 Mein Erinnerungsstück «2002 habe

ich mit guten Freunden die Punkband ‹Krank› gegründet. Mein Punkspitzname

3

Name Robin Rehmann (36) Sternzeichen Wassermann Wohnort Zürich Lebenslauf «Ich wuchs in Laufen­ burg AG auf, war Praktikant beim

Basler Radio X, später Moderator bei Viva Schweiz. Mit der Punkband ‹Krank›, in der ich als Sänger auf der Bühne stehe, haben wir drei Alben herausgebracht. Seit 2005 bin ich Moderator bei SRF Virus. Meine neuste Sendung heisst ‹Rehmann S.O.S. – Sick Of Silence›: Betroffene sprechen schonungslos über Mager­ sucht, Depressionen oder Leukämie. Meine eigene chronische Krankheit verarbeite ich im Buch ‹Steine im Bauch – Mein Leben mit Colitis Ulcerosa›, das ich mit dem Dreh­ buchautor Marc Vogel geschrieben habe. Mit meinem Buch will ich Betroffenen Mut machen.» 6

ist Knüppelfresse Schmidt. Das T­Shirt von Pogoradio.de erinnert mich an eine unbeschwerte Zeit: Sie war wild und exzessiv – ist aber Gott sei Dank vorbei.» 4 Meine Büsis «Eigentlich heissen meine

Katzen Casey und Francine, aber ich nenne sie liebevoll Fatty und Smally. Seit ich sie habe, komme ich viel lieber heim.» 5 Meine Krankheit «2011 erhielt ich die

Diagnose Colitis Ulcerosa. Die chroni­ sche Darmkrankheit führt zu schweren Bauchkrämpfen, Spitalaufenthalten und bis zu 30 blutigen Stuhlgängen am Tag. Medis machen das alles erträglicher.»

Mein Lieblingsprodukt «Seit der Diagnose habe ich meine Ernährung komplett umgestellt und trinke keinen Alkohol mehr. Heidelbeeren gehen zum Glück immer.»

6 Mein Hometrainer «Sport hilft mir ein wenig, meine Krankheit unter Kontrolle zu behalten. Ich versuche, vier Mal pro Woche ins Fitnessstudio zu gehen. Wenn das nicht geht, trainiere ich auf meinem Hometrainer.» MM


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