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Migros-Magazin-41-2026-d-AA

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Ausgabe Aare, Post CH AG, AZA 1953 Response Zentral

Migros-Magazin # 41 | migros.ch/magazin | 7. Oktober 2026

Herbstlaub entsorgen? Besser nicht! → Seite 20

Einen Kaffee, bitte!

Foto: Getty Images

Von Arabica bis Zichorie: 26 Fakten über unseren liebsten Wachmacher → Seite 26 Wie eine Lehrerin im Notfall zum Schutzengel wird

Warum es gerade jetzt so viele Stinkwanzen gibt

Wieso wir so gern über andere Menschen lästern

→ Seite 12

→ Seite 49

→ Seite 46

Bitte Wohnungswechsel der Post melden oder dem regionalen Mitgliederdienst: Tel. 058 565 84 01, E-Mail: genossenschaftsregister@migrosaare.ch

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Keckes Böhnchen

32 Bühne frei für die Edamame Der Gentleman-Koch

36 Anton Mosimann hat am Genfersee jetzt sein ­eigenes Museum

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Das grosse Flöckli-Duell

30 Birchermüesli versus ­Overnight Oats

Stück

Aktionen in der Heftmitte

Meine Region

39 Aktionen, Storys, News 7

Editorial

Leben Von der Lust am Lästern

Aktuell

8

46 Warum wir so furchtbar gern ­hintenrum tratschen

Kurz und gut

News mit Würze in Kürze

E chli stinke tüend sie

Keine krummen Dinger

49 Hilfe, die Stink­wanzen ­kommen! Was tun?

Als die Schweiz trauerte

53 Katja Fischer De Santi isst morgens drei Eier

10 Wo die WWF-Bananen der Migros herkommen

Kolumne

16 Erinnerungen an den Swissair-Absturz in Halifax

Auch für Klassikmuffel

56 Epische Hymnen aus Film und Fernsehen

Ratgeber

Eine Handvoll Pflege

59 Tipps für Nägel und Co.

Wohin mit all dem Laub?

Fotos: Getty Images (2), Mischa Christen

20 Liegenlassen! Es ist wertvoll für Tiere und Natur

Ganz schön ausgefuchst

60 Alles über den Rotfuchs

Die Lebensretterin

Lehrerin Andrea Zehnder ist First Responder – und damit sofort zur Stelle, wenn in der Nachbarschaft Erste Hilfe benötigt wird. S. 12

Genuss Hut ab!

22 Wir winden den Pilzen ein Kränzchen und hätten da ein paar pfiffige Ideen

67 Rätsel 71 Schlussgang

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EDITORIAL

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Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen ­Kapitals, Organ des­Migros-­ Genossenschafts-Bundes (MGB) ONLINE: migros.ch/magazin ADRESSE: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich TELEFON: 0800 840 848 KONTAKT: migmag.ch/leser HERAUSGEBER: MGB CHEFREDAKTORIN:

Sabine Eva Wittwer AUFLAGE: 1 295 301 Ex. (Wemf, Auflagenbulletin 2026) LESERSCHAFT: 2 093 000 (Wemf, MACH Basic 2026-2) ABONNEMENTE: migmag.ch/abo TELEFON: 058 577 13 00*

Ausführliches Impressum auf migmag.ch/impressum M-INFOLINE: TELEFON: 0800 840 848 CUMULUS-INFOLINE: TELEFON: 0848 850 848*

Foto: Lukas Lienhard

* 8 Rp./Min. aus dem Schweizer Festnetz

Liebe Leserin, lieber Leser «Die Kaffeebohne muss aufs Cover», sagt die ­Chefredaktorin in die Runde, als wir die Vor­ schläge für die Titelseite dieses Migros-Magazins ­besprechen. «Aber das ist eine Robusta-Bohne, und sie ist seeehr dunkel geröstet, zu dunkel», sage ich. Und ernte fragende Blicke von den anderen. Manchmal ergänzen sich berufliche Fähigkei­ ten und persönliche Interessen ideal – so ist es mir an diesem Meeting für die Titelbildauswahl ergangen. Beruflich bin ich als Bildredaktorin ­dafür zuständig, das perfekte Bild zu finden, zu Hause arbeite ich mit mindestens so viel Einsatz am perfekten Espresso: Bohnenauswahl, Röstund Mahlgrad, Wasserhärte, Brührezepte und vie­ les mehr. Wer sich ebenso für dieses Thema inte­ ressiert, wird im koffeinreichen ABC (ab Seite 26) fündig. Es liefert Fakten und Wissenswertes für den Small Talk beim nächsten Pausenkafi. Und für den perfekten Kaffee. Übrigens, auf dem Cover sehen Sie nun eine perfekt geröstete Arabica-Bohne.

Lee Jakob Teamleiterin Bildredaktion

Apro

pos

Kaff ee

Kaffeeliebhaber Dutti Vor der Gründung der Migros war Dutti als Kaffeeplantagenleiter in Brasilien tätig. Kein Wunder, gehörte Kaffee zu den ersten Produkten im Sortiment. Kaffeekonsum Schweiz Pro Kopf und Jahr ­trinken wir in der Schweiz rund 1200 Tassen Kaffee. Bohnenpreis damals und heute Bei der Migros-Gründung kosteten 500 g Kaffeebohnen aus Brasilien 1.95 Franken, heute kosten 500 g Café Royal Espresso Brasil 11.95 Franken.


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AKTUELL Kurz und gut

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AKTUELL

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Kurz und gut

Zahl der Woche

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«BirdLife» unterstützt Freiwillige, die sich in ihrer Gemeinde für die ­Artenvielfalt einsetzen. Es ist eines von 15 Projekten, die das Migros Kultur­ prozent mit dem Ideenwettbewerb «Freiwilliges Engagement» und insge­ samt über 360 000 Franken fördert. Mehr Infos:

Trendgetränk

Mmh, so Matcha! Der leuchtend grüne Matcha Latte ist längst zum Trendgetränk geworden. Die Basis bildet fein vermahlener Grüntee aus Japan, den dort schon Mönche im 12. Jahrhundert als Teil von Teezeremonien tranken. Heute geniesst man ihn mit Milch, isst ihn als Glace oder backt damit Kuchen. Matcha schmeckt cremig-herb und enthält Koffein – deshalb ist er für viele eine Alternative zu Kaffee.

Eine lebenswerte Schweiz für alle

Das ist es: Das kohlensäurehaltige ­aromatisierte Wasser San Pellegrino Ciao Lime Das kann es: Es ist durstlöschend wie ein Wasser und bietet Geschmack wie ein Softgetränk.

Kurse zu Cybersecurity

Denken wie ein Hacker Das Institut für berufliche Aus- und Weiterbildung (IBAW) bietet im Oktober zwei neue E-Learnings zum Thema Internetsicherheit an. Spielerisch nimmt man dabei die Rolle eines Hackers ein und durchschaut so die Betrugsmaschen. Die kurzweiligen Onlinekurse gibt es ab 39 Franken. Zu den Kursen:

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AKTUELL Umweltschutz

Bananen anbauen und

das Wasser schützen Die meisten WWF-Bananen in den Migros-Filialen stammen aus Kolumbien und Ecuador. Dort setzt sich die Umweltorganisation gemeinsam mit lokalen Partnern dafür ein, das kostbare Süsswasser zu schützen. Text: Nina Huber

I

Wasser sparen auf den Farmen

Bis eine Banane im Regal landet, hat sie rund 160 Liter Wasser verbraucht. Umso wichtiger ist ein effizienter Wassereinsatz. Darauf achten die Produzenten auf den Bananenfarmen seit Längerem. Früher wurden die Gewächse oft nach fixen Zeitplänen be­ wässert. Heute messen die Betriebe den tatsächlichen Wasserbedarf der Pflanzen, und zwar mit Bodenproben aus 30 cm Tiefe. ­Daraus wird berechnet, wie viel Wasser die Bananenpflanzen tatsächlich benötigen. Zusätzlich setzen die Farmen auf moderne Wasseraufbereitung. Das Wasser, das zum Waschen der geernteten Bananen ­gebraucht wird, wird danach wieder auf­ bereitet. So kann es bis zu fünfmal wiederverwendet werden, und die Bananenpackstationen in Kolumbien und Ecuador ­konnten ihren Wasserverbrauch um mehr als 80 Prozent reduzieren. Der WWF-Kleber auf der Banane be­deutet auch, dass Pflanzenschutzmittel reduziert und mit Bedacht eingesetzt werden.

Ganz ohne geht es kaum, denn das feuchtwarme Klima in Südamerika begünstigt die Bildung von schädlichen Pilzen. Tier- und Pflanzenarten kehren zurück

10 Jahre WWF-Bananen bei der Migros Im Frischebereich der Migros-Läden sind WWF-Bananen wörtlich die Nummer 1. Legt man sie auf die Waage, muss man die 1 drücken. Aus gutem Grund: Mehr als die Hälfte aller Bananen stammen von WWFProjektfarmen. In den vergangenen 10 Jahren verkaufte die Migros gut 1 Milliarde WWF-Bananen. Die WWF-Bananen sind von den Organisationen Rainforest Alliance und Alliance for Water Stewardship (AWS) zertifiziert. Das garantiert, dass die Bananen von Betrieben stammen, die Natur und Biodiversität schützen und verantwortungsvoll mit Wasser umgehen. Die Migros ist seit diesem Jahr neu Mitglied der AWS.

Damit die Pflanzenschutzmittel nicht in ­Gewässer gelangen, spielen Pufferzonen eine wichtige Rolle. Entlang von Flüssen und rund um die Farmen lassen die Produzenten daher natürliche Vegeta­tionsstreifen stehen oder legen neue an. So verhindern sie, dass Pflanzenschutzmittel oder Dünger in die Gewässer gelangen. Diese grünen Schutzstreifen bieten zugleich Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. In einigen Regionen sind Faultiere oder Tigerkatzen zurückgekehrt, die zuvor durch die Rodung von Wäldern verdrängt worden waren. Der Schutz von Wasser endet aber nicht an der Grenze einer Plantage. Entscheidend ist, dass alle Beteiligten einer Region zusammenarbeiten. Aus der Überzeugung, dass Konflikte um die Wassernutzung nur gemeinsam gelöst werden können, gründete der WWF mit verschiedenen Partnern eine Plattform für den Wasserschutz. Innerhalb dieses Netzwerks tauschen sich Gemeinden, Landwirtschaftsbetriebe, Unternehmen und Umweltorganisationen regelmässig aus und erarbeiten gemeinsame Lösungen, wie der Wasserverbrauch weiter gesenkt und die Wasserqualität erhalten bleiben kann. In Kolumbien geschieht dies beispielsweise in den Flussgebieten Rio Frío und ­Sevilla. Eduardo Campo, Gemeinschafts­ vertreter aus der Region Ciénaga im Norden des Landes, sieht darin einen grossen Fortschritt: «Früher hatten die Menschen entlang der Flüsse kaum Kontakt miteinander. Heute kommen die Interessen aller Beteiligten an einen Tisch. Das schafft Verständnis und stärkt das Bewusstsein dafür, wie ­wichtig Wasser für alle ist.»

Fotos: WWF Kolumbien

m Norden Kolumbiens erhebt sich die Sierra Nevada de Santa Marta. Das ­Gebirge gehört zu den wichtigsten Wasserquellen des Landes: Mehr als 30 Flüsse entspringen hier und versorgen Menschen, Landwirtschaft und wichtige Ökosysteme mit Wasser. Das Gebiet zählt zu den artenreichsten Regionen der Welt. In den mittleren Lagen wächst Kaffee, in den tieferen wachsen Bananen und ­Öl­palmen. Für die Einheimischen ist die Landwirtschaft eine wichtige Einkommensquelle. Gleichzeitig steigt dadurch der Druck auf die Wasserressourcen. Der Klimawandel verschärft die Situation. Wetter­ phänomene wie El Niño und La Niña führen zu immer stärkeren Schwankungen: Auf ­heftige Regenfälle folgen lange Trockenperioden. Wasser wird zunehmend knapp.


AKTUELL

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Umweltschutz

WWF-Kleber auf transportbereiten Früchten (l.); die Bananen werden in der Packstation in Santa Marta gereinigt, das Wasser danach wiederaufbereitet.

Das Wassereinzugsgebiet in der Sierra Nevada an Kolumbiens Karibikküste (l.); die Tierwelt fühlt sich in und um die Bananenplantagen wohl.


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AKTUELL Erste Hilfe

Ersthelferin ­Andrea Zehnder: schnell vor Ort sein und Leben ­retten

Schutzengel

von nebenan

Im Alltag arbeitet Andrea Zehnder als Lehrerin. Doch wenn in ihrer Nähe ein Mensch zusammenbricht, wird sie zur Ersthelferin und eilt zum Einsatzort. Text: Jörg Marquardt

Fotos: Mischa Christen

D

ie Sporttasche der Kinder ist gerade fertig gepackt, als das Handy Alarm schlägt: medizinischer Notfall, nur wenige Hundert Meter entfernt. An­drea Zehnder schaut zu ihrem Mann. Auch er hat die Alarmmeldung erhalten. Ihnen ist klar: Der Schullauf muss warten! Eilig streifen sie die Leuchtwesten über, packen die Notfalltasche ins Auto und brausen los. Die Handy-App lotst sie zum Einsatzort. Andrea Zehnder (44) und ihr Mann gehören zu den über 34 000 freiwilligen Ersthelferinnen und Ersthelfern in der Schweiz,


AKTUELL

13

Erste Hilfe

Alarmierungs-App: Bietet Ersthelfende auf, die sich in direkter Nähe aufhalten

Stets griffbereit: Andrea Zehnders ­Notfalltasche

First Responder genannt. Die meisten sind medizinische Laien. Bei Herz-KreislaufStillständen rücken sie aus und leisten Erste Hilfe, bis der reguläre Rettungsdienst eintrifft. Der Kanton Zug, in dem die Zehnders leben, hat dieses System im Juni 2025 ein­ geführt. Fast überall im Land gibts solche Netzwerke, oder sie befinden sich noch im ­Aufbau. Ersthelfer überbrücken kritische Lücke

Schnelligkeit ist das oberste Gebot bei Alarmierungen, vor allem nach einem HerzKreislauf-Stillstand. «Mit jeder Minute ohne Wiederbelebungsmassnahmen sinkt die Überlebenschance um zehn Prozent», sagt Zehnder. Professionelle Rettungskräfte ­benötigen im Schnitt gut zehn Minuten zum Einsatzort – wertvolle Zeit, die über Leben und Tod entscheiden kann. First Responder helfen, diese kritische Lücke zu überbrücken: Per Handy-App werden jene Ersthelfer alarmiert, die sich gerade in direkter Nähe aufhalten. Sie sind am schnellsten vor Ort, um mit den lebensrettenden Massnahmen zu beginnen. Viele First Responder bringen Erfahrungen aus einer Blaulichtorganisation mit. Ein Muss ist das nicht. Andrea Zehnder hat weder in der Feuerwehr noch im Rettungsdienst gearbeitet. Die Lehrerin engagiert sich aber im Samariterverein Cham und ­organisiert Sanitätsdienste, etwa an Grümpelturnieren. Jede volljährige Person kann First Responder werden, vorausgesetzt, sie hat ­einen Reanimationskurs absolviert, in dem auch der Umgang mit dem Defibrillator ­geschult wird. Zudem sollte sie psychisch belastbar sein. «Am schwierigsten ist der

Jede volljährige Person kann First Responder werden, vorausgesetzt, sie hat einen Reanimationskurs absolviert.

kurze Moment vor einer fremden Wohnungstür, wenn noch unklar ist, was mich erwartet», sagt Zehnder. Sobald sie einen Patienten vor sich hat, weicht die Anspannung der Konzen­tration. Ein Angehöriger steht auf dem Balkon und winkt die Zehnders ins Haus. Drei ­Minuten sind seit dem Alarm vergangen. Drinnen liegt ein Mann auf dem Boden. Er reagiert nicht auf Ansprechen. Andrea Zehnder stellt auch keine Atmung fest – ein ­klares Indiz für einen Herz-KreislaufStillstand. Sofort beginnt sie mit der Herzdruckmassage: 30-mal drücken, dann 2-mal be­atmen. Nach ein paar Minuten übernimmt ihr Mann. Vor gut einem Jahr hat sich Andrea Zehnder über die Website des Kantons Zug als First Responder registriert. Viel Aufwand war nicht nötig: das Zertifikat eines BLS-AED-SRC-Reanimationskurses hoch-­ laden, abschicken, fertig. An einem Ein­ führungskurs durch den Rettungsdienst Zug lernte sie die Abläufe im Ernstfall kennen, erhielt ihre Einsatzausrüstung und wurde in die Alarmierungs-App eingewiesen. Ein Schicksalsschlag hilft ihr heute

Zehnders Wunsch, zu helfen, ist eng mit ­einem Schicksalsschlag verbunden: 1998 erlitt ihr Vater einen Herzinfarkt. «Ich kenne also die Situation, dass plötzlich ­wildfremde Leute ins Haus stürmen.» Die Gegenwart der Rettungssanitäter gab ihr damals Halt, auch wenn sie das Leben ihres Vaters nicht retten konnten. Heute steht sie auf der anderen Seite und ist für jene Menschen da, die Ähnliches durchmachen. Fortsetzung auf Seite 15


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AKTUELL

15

Erste Hilfe

Fortsetzung von Seite 13 Muss man besonders abgebrüht sein, um First Responder zu werden? Zehnder winkt ab: «Das bin ich nicht.» Sie vergleicht ihr Engagement mit einer Bergtour: Man weiss, dass ein anstrengender Aufstieg be­ vorsteht, macht sich aber trotzdem auf den Weg. «Die Reanimation selbst ist keine Kunst.» Als Mutter war es ihr aber wichtig, zu warten, bis ihre Kinder über zehn sind. «Damit mein Mann und ich sie notfalls an Ort und Stelle stehen lassen können, wenn wir ­ausrücken.» Kein Einsatz ohne Nachbesprechung

Die Reanimation ist in vollem Gang, als ein dritter First Responder hinzueilt. Er hat den Defibrillator vom nahen Ge­ meindehaus mitgebracht. Sofort kleben die Zehnders die Elektroden auf die nackte Brust des ­Betroffenen und lösen den ersten Schock aus. W ­ enig später ist der Rettungs­ dienst zur Stelle. Die Zehnders können sich zurückziehen.

Sobald Andrea Zehnder einen Patienten vor sich hat, weicht die Anspannung der Konzen­ tration.

Dieser Notfall war einer von drei Einsätzen, zu denen Andrea Zehnder in den vergan­ genen zwölf Monaten ausgerückt ist. Der Betroffene überlebte nicht. Solche Erleb­ nisse gingen ihr nahe, sagt sie. «Aber ich weiss, dass ich alles gegeben habe, und kann deshalb mit der Situation gut abschliessen.» Insgesamt gab es im Kanton Zug seit der Einführung der First Responder vor gut ­einem Jahr rund 50 Reanimationseinsätze. Im Schnitt trafen die Ersthelfer vier Minuten vor dem Rettungsdienst ein. Vier von zehn Wiederbelebungsmassnahmen waren er­ folgreich. Nach jedem Einsatz nehmen sich die Rettungssanitäter Zeit für eine Nach­ besprechung. Zehnder schätzt diesen Aus­ tausch: «Wir erfahren viel Wertschätzung.» Zwei, drei Tage später erkundigt sich der Rettungsdienst Zug nochmals telefonisch, wie es ihnen geht. «Das ist heilsam und hilft, das Erlebte zu verarbeiten.» Die Kinder von Andrea Zehnder wissen von ihrem Engagement – auch, dass nicht jeder Einsatz glücklich ausgeht. Einmal sagte ihre Tochter aufmunternd zu ihr: «Gäll, Mami, nur nüt mache, isch falsch!»

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AKTUELL Swissair-Flug 111

Über Halifax hinweg

Fast 30 Jahre nach dem Absturz von Swissair-Flug 111 kommt die Katastrophe von Halifax als Spielfilm ins Kino. Zwei Männer erzählen, wie das Ereignis ihr Leben verändert hat.

«Jeannine liebte ihren Beruf als Flight Attendant.» Max Stenz

A

n einem Septembertag 1998 stand ein Mann am Rednerpult in der Kirche von Adliswil ZH, in seiner Hand ein Reissnagel. Er sprach von den Flügeln, die seine Frau ausgebreitet hatte. Die Rede hatte er zu Hause im Keller geübt. Er wusste, an welchen Stellen er weinen würde. Dann umschloss er den Reissnagel mit der Hand und drückte zu. Für einen Moment überdeckte der Schmerz in seiner Hand den Schmerz über den Verlust seiner Frau. 28 Jahre später, wieder an einem Septembertag, sitzt Max Stenz an einem Tisch im Café. Er blickt auf sein Handy, dann legt er es weg. «Ich habe mir den Todestag am

2. September eingeschrieben – es war ja ­mitten in der Nacht.» In der Nacht vom 2. auf den 3. September 1998 stürzte der Swissair-Flug 111 vor der kanadischen Ostküste ins Meer. 229 Menschen waren an Bord. Niemand überlebte. Die Maschine war in New York ge­startet, am frühen Morgen hätte sie in Genf landen sollen – stattdessen wurde Halifax in der Schweiz zum Synonym für die Katastrophe. «Jeannine liebte ihren Beruf als Flight Attendant», sagt Max Stenz. Nach dem ­ersten Kind flog sie weniger. Als sie zum zweiten Mal schwanger war, hörte sie ganz auf. «Doch dann erwischte ich sie im

Fotos: Christian Schnur (2), Keystone (2)

Text: Pascal Amri


AKTUELL

17

Swissair-Flug 111

Peggy’s Cove, 5. September 1998: Angehörige der Opfer blicken auf die Absturzstelle.

«Ich war hilflos. Ich habe mich ­gefragt: Was mache ich jetzt?» Walter Kälin

Garten, wie sie den Fliegern nachschaute», sagt Stenz. «Ich sagte zu ihr: Meld dich ­wieder, es ist dein Leben.» Beim Squash hatten sie sich kennengelernt. Nach ein paar Monaten klingelte er zum ersten Mal bei ihr an der Tür, sie öffnete und sagte: «Zuerst kaufen wir dir neue Kleider.» Stenz lacht. «Sie war modisch, jettete nach Hongkong, nach New York, und jetzt kam dieser Stenz, der noch nie das Meer gesehen hatte.» Nach einem Jahr schenkte er ihr einen Schlüsselanhänger, auf den er ihren Vornamen und seinen Nach­namen hatte eingravieren lassen. Fast 30 Jahre sind vergangen, seit Max Stenz in der Kirche in Adliswil von Jeannine

erzählte. «Es ist das, was wirklich hilft», sagt Stenz. «Und es ist das Einzige, was du tun kannst – deine Gefühle zum ­Ausdruck bringen. Hinstehen und zeigen: Ich akzeptiere, was passiert ist.» Flughafen Zürich, 3. September 1998: Fahnen auf Halbmast

Zwei Granitsteine

In Peggy’s Cove, etwa 40 Kilometer von ­Halifax entfernt, erinnern heute zwei Gedenksteine aus Granit mit Inschriften auf Englisch und Französisch an die Tragödie. Die beiden Steine liegen an der Küste und gewähren so einen Blick auf die Absturzstelle draussen im Atlantik. Fortsetzung auf Seite 19


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AKTUELL

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Swissair-Flug 111

Der Film

Foto: © 2026 Ascot Elite Entertainment. All Rights Reserved.

Fortsetzung von Seite 17

Walter Kälin war damals Finanzchef der Swissair. Eigentlich, sagt er, sei er ein «Zahlenmensch» gewesen. «Aber natür­lich ging unsere Verantwortung in dieser Situation viel weiter, als dass wir unsere finanziellen Verpflichtungen erfüllten.» Nach dem Absturz reiste Kälin mit dem CEO der Swissair nach New York, wo Flug 111 gestartet war. Er erlebte Menschen, die vor ihm weinten. Andere sassen zusammengesunken da und sagten kein Wort. «Ich war hilflos. Wie viele von uns habe ich mich ­gefragt: Was mache ich jetzt?» Als Flug 111 ins Meer stürzte, war Kälin seit mehr als 20 Jahren bei der Swissair, hatte sich vom Lehrling zum Finanzchef hochgearbeitet. Drei Jahre später folgte das Grounding. Als die Liquidation des Unternehmens abgeschlossen war, schwor sich Kälin, nie mehr für einen Grosskonzern zu arbeiten.

Seit Anfang Oktober läuft «111 – Echoes from Halifax» in den Kinos. Die schweizerisch-kanadische Co-Produktion erzählt, wie die Hinterbliebenen nach dem Unglück weiterlebten, wie sie nach Antworten und Sinn suchten und Trost fanden. Der Film basiert auf wahren Begebenheiten und Gesprächen mit Angehörigen und Zeitzeugen. Die Schicksale wurden bewusst verfremdet; mit Ausnahme des Piloten (gespielt von Anatole Taubman) sind die Figuren erfunden.

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THE

ICONIC COLLECTION

Regie führte der Zürcher Mauro Müller. Als Jugend­ licher erlebte er die Folgen des Unglücks in seinem Umfeld: Er ging in die Parallelklasse des Sohnes von Max Stenz.

Er bildete sich weiter. Mit 55 machte er in England einen Master in Nachhaltigkeit, mit 61 schloss er die Ausbildung in psychologischer Nothilfe ab. «Ich wollte vorbereitet sein, wenn wieder so etwas passiert.» 2016 wurde Kälin Geschäftsführer der Stiftung Carelink, die Unternehmen in ­Ausnahmesituationen unterstützt. Entstanden war sie aus der Arbeit des Krisenteams der Swissair nach dem Absturz von Flug 111. Heute werden ihre Notfallteams aufgeboten, um Betroffene in Krisensituationen zu unterstützen. «Carelink wurde zu meiner Lebensaufgabe», sagt Kälin. 2001, nach dem Grounding der Swissair, hatte Walter Kälin einen Traum. Er sass auf einem Hügel über New York und blickte hinab auf die Stadt. Sie war vollkommen ­zerstört, nur noch Ruinen. Auf dem Hügel aber schien die Sonne. Es war warm. Blumen wuchsen.


20

RATGEBER Garten

Laub ist

unglaublich Laub entsorgen? Besser nicht. Es ist gut für den Boden und schützt ihn vor Frost. Kommt dazu: Laubhaufen sind für viele Tiere ein ideales Zuhause. Text: Angela Obrist

Was tun mit dem Laub?

«Trockenes Laub ist gut für den Boden und bietet zahlreichen Tieren einen Lebensraum», sagt Agneta Heuman von Pro Natura. «Deshalb sollte man Laub möglichst im ­Garten nutzen, statt es zu entsorgen.» Laub lässt sich auch separat kompostieren. So ­erhält man nährstoffreichen Humus. Ausserdem kann man mit einer Laubschicht empfindliche Pflanzen vor Frost schützen: Gibt man das Laub auf Gartenbeete, trocknet und kühlt der Boden weniger aus. Heuman empfiehlt, einen Grossteil des Laubs im Garten zu einem Haufen aufzuschichten. Bei Laubhaufen gelte: «Je grösser, desto besser, aber schon in einem kleinen Laubhaufen leben zahl­reiche Tiere und Kleinstlebewesen.»

Lebensraum für viele

Laubhaufen sind Rückzugsort, Lebensraum und Winterquartier für viele Lebewesen, zum Beispiel Kleinsäuger wie Igel und Feldmäuse, Insekten und andere wirbellose Tiere wie Tausendfüssler, Spinnen und Regenwürmer. Gibt es im Laub feuchtere Bereiche, ziehen diese Amphibien und Reptilien an, zum Beispiel Erdkröten oder Blindschleichen.

In einem Laubhaufen sind kleine Zersetzer wie Käfer, Regenwürmer oder Asseln am Werk. Sie zerbeissen und zernagen die Blätter. Pilze und Bakterien bauen das Laub ­weiter ab. So entsteht daraus nach und nach nährstoffreicher Humus.

Fotos: Getty Images

Aus Laub wird Humus


RATGEBER

21

Garten

Der ideale Standort für einen Laubhaufen

Biologin Heuman empfiehlt, bei der Wahl des Standorts für einen Laubhaufen die ­folgenden Punkte zu beachten: einen trockenen, halbschattigen oder schattigen und wind­geschützten Platz wählen, zum Beispiel unter einem Baum, Balkon oder in der Nähe der Hauswand. Den Haufen möglichst angrenzend an Hecken oder Sträucher in einer ­ruhigen Ecke des Gartens anlegen. Gut ist, wenn er im Winter etwas Sonne erhält, er sollte jedoch nicht den ganzen Tag der prallen Sonne ausgesetzt sein, damit zum Beispiel ­darin lebende Igel nicht zu früh aus dem Winterschlaf erwachen.

Schritt für Schritt zum Laubhaufen

Auch beim Errichten des Haufens gibt es einiges zu beachten. Statt nur Laub auf­ zuschichten, empfiehlt Agneta Heuman ­einen Unterbau aus Ästen. Er sorgt für Stabilität, lockert das Laub auf und schafft Hohlräume, in denen Hausspitzmaus oder Igel Unterschlupf finden. «Für solche Igelhöhlen gibt es im Internet gute Anleitungen, zum Beispiel auf der Website des Igelzentrums.» Auf diesen Unterbau kommt das Laub, am besten von verschiedenen Baumarten. Dieses sollte unbedingt trocken sein. Man sollte es also nur zusammenrechen, wenn es zuvor einige Tage nicht geregnet hat. Zum Abschluss einige Äste als Windschutz auf den Haufen legen. Um Katzen fernzuhalten, kann man auf den Laubhaufen auch ein paar Brombeerranken legen, sofern im Garten oder nahen Wald vorhanden. «Auf Rasenschnitt und andere Gartenabfälle sollte man verzichten, da sie schimmeln können.»

Was tun im Frühling?

Im LaubTiere ch fühlen seliw l h o d u p

Besonders wertvoll für die Natur ist ein Laubhaufen gemäss Agneta Heuman, wenn er ganzjährig und über mehrere Jahre stehen bleiben kann. «Jeden Herbst ergänzt man ihn mit neuem trockenem Laub und schafft so dauerhaft einen ­Lebensraum für Tiere.»


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GENUSS Pilze

Lauter Glückspilze In der Suppe, zu Knödeln oder im gebratenen Reis nach asiatischer Art: Wir zelebrieren die Pilzsaison mit schmackhaften Rezepten aus aller Welt.


GENUSS

23

Pilze

Fried Rice mit ­Pilzen

Kräuterseitlinge Asia Style mit Nudeln Schnell und einfach ist das vegetarische Gericht nach asiatischer Art mit Pilzen, Pak-Choi, Frühlingszwiebeln und Mie-Nudeln auf den Tisch gezaubert.

Kleine Mahlzeit für 4 Personen 4 Frühlingszwiebeln 150 g Pilze, z. B. Shiitake, ­Kräuterseitlinge 4 EL Rapsöl 400 g gekochter Basmatireis 2 Eier 1 TL milder Curry Salz, Pfeffer Sojasauce zum Abschmecken 1. Frühlingszwiebeln in feine

Ringe schneiden, wenig beiseitestellen. Pilze in mund­ gerechte Stücke schneiden. 2. In einem Wok oder einer

Bratpfanne Öl erhitzen. Reis dazugeben und ca. 3 Minuten braten.

s u a s e t a k i Del rreich Öste

3. Frühlingszwiebeln und

Pilze dazugeben. Ca. 3 Mi­ nuten mitbraten. 4. Eier in eine Schüssel auf-

schlagen. Zum Reis giessen und mischen. Ca. 2 Minuten weiterbraten. Mit Curry, Salz, Pfeffer und Sojasauce würzen. Dazu passt Salat.

Spinat-Knödel mit Pilzen Grüne Knödel aus Brot, Spinat, Eiern, Paniermehl und Käse sind zusammen mit einem Ragout aus gemischten Pilzen eine attraktive fleischlose Mahlzeit.

TIPPS Das Gericht mit Reis­

resten zubereiten. 200 g ­roher Reis entsprechen ca. 600 g gekochtem Reis.

Hier kannst du die MigustoApp herunterladen.

Rezepte und Fotos: Migusto, Adobe Stock

Inhalt des Woks etwas beiseiteschieben, Eier in der freien Stelle braten, dann mit dem Reis mischen.

Mehr Rezepte auf Seite 25


Die schönsten Weihnachtsmärkte nah und fern: Weihnachtsmarkt Stuttgart

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GENUSS

25

Pilze

Fortsetzung von Seite 23

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Sauerkraut mit Steinpilzen Sauerkraut mit Steinpilzen, Rüebli und gebratenen ­Zwiebeln wird in Polen als Beilage serviert, etwa zu ­panierten Karpfenfilets oder anderem Fisch.

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26

GENUSS Kaffee

Das grosse

A

Arabica

Kaffee-ABC

Anders als der Name vermuten lässt, stammt Arabica-Kaffee ­ursprünglich aus Äthiopien. Heute macht die Sorte etwa ­60 Prozent der weltweiten Kaffee­produktion aus.

Arabica, Doppio, Tamper oder Yirgacheffe: Kaffeewissen von A bis Z in 26 kurzen Portionen.

B

Text: Karen Schärer

Barista Kommt der Cappuccino mit e­ inem filigranen Seepferdchen im Schaum, war ein Barista am Werk. Der Profi an der Sieb­ trägermaschine hat zudem ­Wissen über Kaffeeanbau und -zubereitung.

C

Cappuccino Der Espresso mit heisser Milch und Milchschaum gilt in Italien als Teil des Frühstücks – und wird deshalb nur vor­ mittags bestellt.

D

Doppio Doppelter Koffeinschub in einer Tasse Kaffee: Das liefert der doppelte Espresso, der Doppio.


GENUSS

27

Kaffee

G

Genuss Viele verbinden Kaffeetrinken mit einem Genussmoment – ­dieser Gedanke wird auch aufge­ nommen in der aktuellen Kam­ pagne der Marke Café Royal, die zur Migros-Familie gehört.

H

Herkunft

L

Latte Macchiato Mit der Mediterranisierung der Schweiz in den 1990er-­Jahren etablierte sich der Latte ­Macchiato, die «gefleckte Milch», als Trend­ getränk im Glas.

M

Mahlgrad Der Mahlgrad beeinflusst, wie schnell das Wasser die Aromen löst und ob Kaffee sauer, bitter oder ausgewogen schmeckt.

Während Mischungen oft ­ ehrere Herkünfte vereinen, m stammt Single-Origin-Kaffee aus einem bestimmten An­ baugebiet oder sogar von einer ­einzelnen Kaffeefarm.

I

Iced Coffee

E

Fotos: Stocksy United/Pepino De Mar Studio, Adobe Stock

Espresso Beim Espresso, dem «Aus­ gedrückten», werden 18 bis 25 ml Wasser unter ho­ hem Druck durch 9 bis 10 Gramm fein gemahlenes ­Espressopulver ­gepresst.

F

Filterkaffee 1908 erfand die Deutsche ­Melitta Bentz den Filterkaffee. In den vergangenen Jahren hat er ein Comeback erlebt.

Ganz und gar nicht «kalter ­ affee»: Iced Coffee ist gekühl­ K ter Espresso, je nach Geschmack mit Milch oder Zucker serviert.

J

Java Im Englischen ist Java ein Syno­ nym für Kaffee. Die indonesi­ sche Insel gehört zu den ältesten Kaffeeanbaugebieten weltweit.

K

Koffein Preisgünstig und legal ver­ fügbar, ist Koffein das weltweit am häufigsten konsumierte ­Stimulans.

Der Mahlg wie der Kafrad bestimmt, fee schmeck t

N

Nussig Nussig, beerig, erdig – wie beim Wein gibt es beim Kaffee ­verschiedenste Aromen. Unter anderem haben Anbau, Verar­ beitungsmethode, Sorte, ­Röstung und Zubereitung darauf ­Einfluss.

Fortsetzung auf Seite 29


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* Dies ist ein zugelassenes Arzneimittel. Lassen Sie sich von einer Fachperson beraten und lesen Sie die Packungsbeilage.


GENUSS

29

Kaffee

Y

Fortsetzung von Seite 27

O

Das Codmese back s Filter

Organic Die Nachfrage nach Biokaffee wächst. «Organic» steht für nachhaltig und möglichst u ­ mweltschonend produzierten Kaffee.

Yirgacheffe Das Berggebiet Yirgacheffe im Süden Äthiopiens ist für den gleichnamigen Spitzenkaffee bekannt. Er zeichnet sich aus durch fruchtig-florale Noten.

P

Pour Over Beim Pour Over wird heisses Wasser von Hand über frisch gemahlenen Kaffee in ­einem Filter gegossen. Die Methode erlaubt eine besonders präzise Zubereitung.

Q

Qualität Um die Qualität des gekauften Kaffees aufrechtzuerhalten, sollte man ihn in einem dunklen Schrank oder in einer Schublade lagern und rasch verbrauchen. Den Originalbeutel mit einer Klammer verschliessen – und vorher die Luft gut ­herausdrücken.

Z

Zichorienkaffee

S

Schaum Milchschaum ist Teil vieler ­ affeespezialitäten. Für die K Schaumbildung sind die ­Eiweisse in der Milch verantwortlich. Bei rund 60 °C haften sie besonders gut an den ­Luftblasen.

T

Tamper

Fotos: Adobe Stock, Getty Images

Auch Kaffeestampfer genannt, dient der Tamper dazu, das lose Kaffeemehl im Sieb­ träger festzupressen.

R

Röstung Röstdauer und -temperatur beeinflussen den Geschmack, man spricht von heller, mittlerer oder dunkler Röstung.

U

Ursprung Kaffee wächst hauptsächlich entlang des Äquators im ­sogenannten Kaffeegürtel, der sich über Amerika, Afrika und Asien erstreckt.

V

Vollautomat Nach wie vor ist der Vollautomat eine der häufigsten Zu­ bereitungsarten. Weitere sind Filter, Mokkakännchen, French Press und Siebträger.

W

Im Zweiten Weltkrieg war e­ chter Bohnenkaffee kaum ­verfügbar – damals nutzte man Zichorienpulver zum Strecken oder als Ersatz. Die koffeinfreie Alternative aus der Zichorienwurzel erlebte in den vergan­genen Jahren ein Revival.

Zweimal Genuss

Wachmacher Koffein ist streng gesehen kein Wachmacher, sondern blockiert im Gehirn das Müdigkeitssignal des körpereigenen Botenstoffs Adenosin.

X

Café Royal Bio Bohnenkaffee Crema Peru 500 g Fr. 11.16 statt 13.95 Aktion: 20 %, ab 2 Stück, vom 8. bis 14. Oktober

X-tra Shot Kräftiger und koffeinhaltiger wird das Kaffeegetränk, wenn man es durch einen «extra Shot», einen zusätzlichen ­Espresso, ergänzt. Café Royal Lungo 10 Kapseln, 53 g Fr. 4.50


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GENUSS Müesli

Overnight Oats

Das ist es Overnight Oats sind die moderne Variante eines Müeslis und liegen voll im Trend. Der Name verrät das Prinzip: Haferflocken werden über Nacht eingeweicht, meist in Milch, pflanzlicher Milchalternative oder Joghurt. Am Morgen ist das Frühstück praktisch fertig – perfekt für alle, die es eilig haben.

So wirds gemacht Die Basis bleibt simpel: Haferflocken und Flüssigkeit. Doch die Möglichkeiten zur Verfeinerung sind beinahe endlos. Frische Früchte wie Beeren, Äpfel oder Orangen sorgen für Frische und Süsse – noch süsser wirds mit getrockneten Datteln oder Weinbeeren. Nüsse und Samen liefern Nährstoffe und einen angenehmen Crunch; Zimt oder andere Gewürze sorgen für Variation. Auch Varianten mit Kakao oder Erdnussbutter sind im Internet zu finden. Die Früchte und weiteren Zutaten zwar schnippeln, aber bis zum Essen separat lagern. So bleiben sie frisch und knusprig, während die Haferflöckli schön weich werden. Fazit: Overnight Oats sind grundsätzlich nichts anderes als ein Birchermüesli, das am Abend vorher zubereitet wird.

Overnight Oats Haferflocken mit Chiasamen, Ahornsirup, Nussmus und ­Haferdrink verrühren. Flocken ­abgedeckt über Nacht im ­Kühlschrank quellen lassen. Am Morgen Früchte dazugeben. Hier gehts zum Migusto-Rezept:

Das Duell der

Haferflocken Was unterscheidet das Birchermüesli von Overnight Oats? Ist es am Ende dasselbe, nur moderner? Eine kulinarische Aufklärung. Text: Dinah Leuenberger

Overnight Oats

VS.


GENUSS

31

Müesli

Birchermüesli

Das ist es Birchermüesli ist ein Schweizer Klassiker, der weltweit bekannt ist. Erfunden wurde es um 1900 vom Arzt Maximilian Oskar BircherBenner in Zürich. Er war ein Pionier der Naturheilkunde und ein Verfechter einer gesunden Ernährung. Seine Idee: ein Gericht, das nicht nur schmeckt, sondern auch gesund ist. Das Originalrezept besteht aus Haferflocken, Wasser, geriebenem Apfel, Zitronensaft, Kondensmilch, Nüssen und etwas Honig. Es wurde als Vorspeise oder leichtes Abendessen serviert – a ­ nders als heute, wo das Birchermüesli vor allem zum Zmorge brilliert.

Birchermüesli

So wirds gemacht

%

Birchermüesli nach Originalrezept Haferflocken und Wasser mischen. Zugedeckt ca. 2 Stunden im Kühlschrank ziehen lassen. Kondensmilch und Zitronensaft darunterrühren. Die Äpfel samt Schale durch die Bircherraffel dazureiben und mischen. Gemahlene Nüsse dazugeben. Ganze Nüsse grob ­hacken und darüberstreuen.

Fotos: Migusto (2), Getty Images

Hier gehts zum Migusto-Rezept:

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Obwohl das Birchermüesli über 100 Jahre auf den Schultern hat: Verstaubt ist es keineswegs. Es lässt sich je nach Saison mit unterschiedlichen Früchten wie Beeren, Äpfeln, Bananen oder Mango ergänzen, mit Honig oder Ahornsirup süssen oder mit einem Schuss Rahm luxuriös aufbereiten. Mit Nüssen oder Samen wird es zusätzlich knusprig. Weil so tausend Kombinationen entstehen, schmeckt das Müesli jedes Mal ein wenig anders. Und muss sich darum keineswegs vor den trendigen Overnight Oats verstecken.


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GENUSS Edamame

Kleine Bohne

ganz gross Die knallgrüne Edamame ist der Farbtupfer in vielen Gerichten. In Asien ist sie ein Superstar, doch sie wächst auch in der Schweiz. Ein Besuch in Sennwald SG. Text: Dinah Leuenberger

Prall gefüllt: Eine Edamameschote enthält zwei bis drei Bohnen.

Fotos: Jorma Müller


GENUSS

33

Edamame

Handarbeit: Unerwünschtes wird auf dem Fliessband aussortiert.

Bohnenernter im Einsatz: er reisst die ­S tauden aus und trennt Blätter und Schoten

N

och fristet Edamame eher ein Nischendasein. Rosina Dürr, Geschäftsführerin der Verdunova AG, und ihr Team möchten das ändern. Im sanktgal­ lischen Sennwald verarbeiten sie Gemüseund Fruchtsorten zu Tiefkühlprodukten und setzen alles daran, die Sojabohne so schonend wie möglich zu verarbeiten, damit sie richtig gut schmeckt – und in der Schweiz möglichst beliebt wird. Doch sie kommt auch von weit her. Besonders populär ist sie in der japanischen Küche. Man serviert sie dort als Snack: noch in der Schote, kurz blanchiert und mit Salz bestreut. Zum Essen zieht man die Bohnen mit den Zähnen aus der Schote. Auch beliebt sind die ausgelösten Bohnen, in Japan Mukimame genannt, als knallgrüner Farbtupfer auf Bowls, zu Reis oder als Salat. Aber Sojabohne ist nicht gleich Sojabohne, lernen wir bei Simon Lässer auf dem Edamamefeld. Er leitet in Diepoldsau SG den Fahrmaadhof und baut dort seit über zehn Jahren Edamame an. «Auch Tofu macht man aus Sojabohnen. Das sind aber ganz andere Samen. Mit diesen könnte man keine geniessbaren Edamame heranzüchten», weiss er. Es sei deshalb schon eine Tüftelei gewesen, bis er die richtigen Samen­

«Die Edamame ist sehr robust. Sie gedeiht in der Nässe, aber auch, wenn es trocken ist.» Simon Lässer, Geschäftsführer des Fahrmaadhofs

sorten gefunden hatte. Inzwischen baut er eine Handvoll Sorten an, durch die der ­Anbau einfacher wurde: «Die Edamame ist sehr robust. Sie gedeiht in der Nässe, aber auch, wenn es trocken ist. Und Schädlingsbekämpfung braucht es kaum. Einzig das ­Unkraut müssen wir in Schach halten.» Auch im trockenen Sommer 2026 sind in Diepolsdau schöne Stauden herangewachsen. Lässer reisst eine aus und begutachtet die Edamameschoten: Sie sind prall gefüllt, die meisten enthalten zwei bis drei Bohnen. Lässer ist zufrieden. «Wenn sich die ersten Staudenblätter gelb verfärben, ist der perfekte Erntezeitpunkt gekommen», erklärt er. Man erntet Sojabohnen – wie auch Stangenbohnen – im unreifen Zustand. Weiter hinten auf dem Feld ist denn auch bereits ein Bohnenernter im Einsatz. Die Maschine reisst die Stauden aus und trennt mit einem starken Luftstrahl Blätter und Schoten. Wellnessprogramm für die Sojabohnen

Etwa sechs Tonnen Edamame erntet das Team auf dem Fahrmaadhof an diesem Tag, und nur wenig später fährt der Lastwagen damit bei der 20 Minuten entfernten VerduFortsetzung auf Seite 35


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GENUSS

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Edamame

Fortsetzung von Seite 33

Will die ­Edamame in der Schweiz bekannt ­machen: ­Rosina Dürr, Geschäftsführerin der Verdunova AG

Rezept

Protein-Bowl

Fotos: Migusto, Adobe Stock

Kleine Mahlzeit für 4 Personen

nova vor. Jetzt starten die Sojabohnen ihr Wellnessprogramm: In einem Windsichter, der orkanartig alles Überschüssige wegbläst, verlieren sie überschüssige Stängel und Blätter. Anschliessend werden sie im grossen Wasserbecken gewaschen, dabei sollen auch Steine oder andere Fremdkörper entfernt werden. Es folgen Streicheleinheiten: Vier Frauen kontrollieren die Edamameschoten und sortieren Unerwünschtes aus. Und dann steht ein Saunagang an, bei dem die Bohnen zwecks Bakterienvernichtung auf 90 Grad erhitzt werden. Schliesslich kommen sie zum Abkühlen ins Eisbad. Sauna und Eisbad erfolgen im Dampf. «Das ist sanfter, die wasserlöslichen Vitamine bleiben dadurch erhalten. Und es ist auch viel energieeffizienter», erklärt Rosina Dürr. Bevor die Edamame verpackt werden, fliegen sie noch durch einen Schockfroster. «Das ist ähnlich wie ein Polarsturm. Die Bohnen gefrieren so, ohne zusammen­ zukleben», sagt Dürr. Wenige Stunden nach der Ernte sind die Edamame bereit für die letzte Prüfung: Ein optisches Sortiergerät und ein Metall­ detektor geben grünes Licht. Aber auch Dürr und ihre Mitarbeitenden werfen einen letzten Blick auf das Gemüse. Bald warten die gefrorenen Edamame im grossen Kühlturm auf ihre Auslieferung – bereit, in den Küchen der Migros-Kundschaft Gerichte optisch und geschmacklich aufzupeppen.

Dafür steht der Marienkäfer Nachhaltigkeit soll für Produ‑ zenten umsetzbar und für Konsumenten erschwinglich sein. Dafür setzt sich IP‑Suisse ein. Der Marienkäfer steht für Biodiversität, Klima- und Res‑ sourcenschutz, Tierwohl sowie eine faire Schweizer Landwirt‑ schaft. Die Migros teilt diese Werte mit ihrer langjährigen Partnerin IP‑Suisse.

200 g Quinoa, z. B. tricolore 5 dl Gemüsebouillon 150 g Federkohl Salz 200 g tiefgekühlte Edamame 200 g tiefgekühlter Broccoli 4 EL Granatapfelkerne Salatsauce 60 g Hanfsamen 6 EL Apfelessig 8 EL Wasser Salz Pfeffer Paprika 1. Quinoa in der Bouillon ca. 15 Minuten

zugedeckt köcheln lassen. Pfanne vom Herd ziehen, 10 Minuten quellen lassen. Quinoa mit einer Gabel auflockern. 2. Federkohl rüsten, grobe Blattrippen

entfernen. Federkohlblätter in feine Streifen schneiden, mit wenig Salz mischen. Von Hand gut kneten. 3. Edamame und Broccoli in kochen-

dem Salzwasser ca. 5 Minuten kochen, abgiessen. 4. Für die Salatsauce Hanfsamen, Essig

und Wasser im Mixer oder Smoothie ­Maker fein pürieren. Mit Salz, Pfeffer und Paprika w ­ ürzen. 5. Alle vorbereiteten Zutaten in Bowls

anrichten. Sauce darüberträufeln. Mit Granatapfelkernen bestreuen Farmer’s Best Edamame 240 g Fr. 3.75

Weitere Edamame-Rezepte auf migusto.ch:


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GENUSS Starkoch

Anton Mosimann: vom Wirt­s­ sohn aus­­ Nidau bei Biel zum Royal ­C aterer von Windsor Castle

Der Gentleman

vom Genfersee

Nach 50 Jahren London ist Anton Mosimann ­zurück in der Schweiz. In Le Bouveret VS zeigt der ­Spitzenkoch sein Lebenswerk. Und isst regelmässig mit seinen Studierenden in der Kantine. Text: Heidi Bacchilega

Fotos: Christophe Chammartin

A

ls Anton Mosimann zu erzählen beginnt, quakt sein Handy. Kein Klingeln, kein Summen – ein Entenquaken. Mosimann lacht, nimmt den Anruf an, wechselt von Deutsch auf Englisch, dann auf Schweizerdeutsch. 30 Sekunden, 3 Sprachen. Der Mann mit der Fliege, der einst für Königin Elisabeth II. kochte, der immer für einen Spass zu haben ist. Seine Wohnung in Montreux mit Blick auf den Genfersee hat er vor 25 Jahren gekauft, gelebt hat er aber in London. Erst seit rund zwei Jahren ist er wieder fest in der


GENUSS

37

Starkoch

Lebenserinnerungen eines Kochs: ­Mosimanns Museum in Le Bouveret VS

Die Königin und der Koch: Viermal empfing ­Elisabeth II. Anton ­Mosimann persönlich.

«Die Queen hat alles gewusst: über die Schweiz, über das Kochen, über die Welt.» Anton Mosimann

Schweiz. An drei bis vier Tagen pro Woche fährt er ins 20 Minuten entfernte Le Bou­ veret VS am Genfersee, auf den Campus der renommierten Hotelfachschule César Ritz Colleges Switzerland. Dort steht sein Museum, dort trifft er Studierende aus aller Welt. Und dort nennen ihn alle nur: «Chef». Prinzessin Di liebte sein Dessert

Mosimann, Wirtssohn aus Nidau bei Biel, machte nach der Lehre Station in Italien, Kanada, Japan, Frankreich und Belgien, ­bevor er mit nur 28 Jahren Küchenchef im Londoner Dorchester Hotel wurde. Der jüngste eidg. dipl. Küchenchef, der diesen Posten je bekleidete. «Ich war ein Streber und wollte besser als die anderen sein», sagt er. 13 Jahre führt Mosimann die Küche, erkocht zwei Michelin-Sterne. 1988 eröffnet er mit Mosimann’s sein eigenes Clubrestaurant im Londoner Nobelquartier Belgravia. Schon im Dorchester beginnt die Nähe zum Königshaus. Mosimann beliefert Windsor Castle und St. James’s Palace und wird in die Royal Warrant Holders Association aufgenommen – die offizielle Anerkennung als Lieferant des britischen Königshauses. Später wird er für ein Jahr zu deren Präsidenten gewählt, als erster Ausländer, dem diese Ehre zuteil wird. Viermal empfängt ihn die Queen persönlich. «Sie hat alles gewusst: über die Schweiz, über das Kochen, über die Welt.» Für Prinzessin Diana interpretierte er den Bread-and-Butter-Pudding neu: nur 10 Prozent Brot, die restlichen 90 Prozent teilten sich Milch, Eier und etwas Rahm. Mit Orangenmarmelade bepinselt, mit Staub­

zucker bestäubt und leicht warm serviert. Es wurde ihr Lieblingsdessert und ist bis heute ein Bestseller im Mosimann’s. Heute führen die Söhne Phi­lipp und Mark Mosimann das Privatrestaurant. 2011 kochten Mosimann und sein Team das Hochzeits­essen für Prinz W ­ illiam und Catherine Middleton. Zum 50-Jahr-Thron­jubiläum der Queen 2002 durfte er für 50 Gäste kochen, darunter 22 Könige und Königinnen. «Ich war schon immer ein Sammler», sagt Mosimann. In Le Bouveret hat er ein begehbares Gedächtnis der Kochkunst geschaffen. Von Schwingbesen über Kochbücher, das älteste von 1550, und die Speisekarte von King Georg dem Zweiten aus dem Jahre 1737 bis zu einem originalen Stück der königlichen Hochzeitstorte. Enten- und Gänsepressen, Briefe von Prinz Charles, ein Mörser von 1820 – es ist alles da. Mosimann bleibt vor jeder Vitrine stehen und erzählt die Geschichte dahinter. Man kann sich ­­ ­stundenlang mit ihm unterhalten, und es wird keine Sekunde langweilig.

The Mosimann Collection Das Museum ist ein kulinarisches Archiv und umfasst Menükarten, Kochbücher und Erinnerungsstücke von Anton Mosimann. Es ist hauptsächlich mittwochs und auf Anfrage offen. Mehr Informationen:

→ swisseducation.com/de/ mosimann-collection

Neben dem Kochen pflegt Mosimann eine zweite Leidenschaft: Oldtimer-Rallyes. An seiner Seite immer Ehefrau Kathrin. Die beiden lernten sich 1970 auf dem Flug zur Weltausstellung in Osaka kennen, wo beide für den Schweizer Pavillon ar­beiteten. Seither sind sie ein Team, auch im Auto: Er fährt, sie liest die Karte. Die grösste Fahrt: Peking–Paris, 100 Jahre nach dem Originalrennen von 1907. In neun Wochen über 14 000 Kilometer in einem Triumph Sport TR4 durch die Wüste Gobi, über ­Moskau und Wien bis nach Paris. An einem Tag schaffen sie statt 200 Kilometer gerade mal 20. Sie verfahren sich stundenlang in der Wüste, sind abseits der Zivilisation und ernähren sich von Büchsenravioli. Noch lange nicht fertig

Heute, mit fast 80, geniesst Mosimann seine Zeit in Montreux. Er geht regelmässig ins Fitness und unterrichtet gelegentlich Studierende. Er sieht sich als Botschafter für den Kochberuf. «If I can do it, you can do it», sagt er den Studierenden. «Ich bin so ein bisschen der Godfather, der Mentor», sagt er. In der Kantine der Hotelfachschule isst er mit, bestellt keinen Sonderteller. Danach geht er in die Küche: nicht um zu kontrol­ lieren, sondern um sich zu bedanken. Jeder Koch bekommt einen Händedruck. So bleibt das Bild eines Mannes, der auf der Weltbühne gekocht hat und trotzdem in der Kantine sitzt. Der für die Queen kochte und jedem Koch die Hand gibt. ­Dessen Handy quakt wie eine Ente – und den trotzdem alle «Chef» nennen.


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Genossenschaft Migros Aare


MEINE REGION

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Migros Aare

Infoanlass

BerufsinformationsNachmittage Du stehst vor der Berufswahl und möchtest wissen, wie eine Lehre im Detailhandel wirk­ lich aussieht? Dann besuche unsere Informationsnach­ mittage zur Berufsbildung der Migros Aare. Genialer Wahnsinn: Szene aus «Die Physiker» von Friedrich Dürrenmatt

Wintermärchen und Weltformel

Text: Bühnen Bern; Foto: Florian Spring

Ob herzerwärmendes Familienabenteuer oder genialer Dürrenmatt-Klassiker: Das Migros-Kulturprozent verlost Tickets für zwei Vorstellungen im Stadttheater Bern. Ein eiskalter Splitter trifft den jungen Kay mitten ins Herz – und plötzlich ist nichts mehr, wie es war. Als er kurz darauf spurlos verschwindet, begibt sich seine treue Freun­ din Gerda auf eine abenteuerliche und ge­ fährliche Reise in den eisigen Norden. Hans Christian Andersens weltberühm­ tes Märchen «Die Schneekönigin» wird am Stadttheater Bern als fantasievolles Famili­ enstück inszeniert. Das berührende Aben­ teuer zeigt grossen und kleinen Theaterfans, dass Mut und wahre Freundschaft selbst die dunkelste Magie brechen können. Ebenso fesselnd präsentiert sich das zweite Stück: In Friedrich Dürrenmatts weltbekannter Komödie «Die Physiker» ge­ schehen in einer scheinbar friedlichen Ner­ venheilanstalt rätselhafte Morde. Im Zent­ rum des Geschehens steht der brillante Wis­ senschaftler Möbius. Er hat eine Weltformel entdeckt, die die Menschheit vernichten könnte, und flüchtet sich deshalb in den ver­ meintlichen Wahnsinn. Doch er ist dort nicht der Einzige, der ein falsches Spiel treibt …

Mitmachen und gewinnen Das Migros-Kulturprozent ermöglicht einer breiten Bevölkerung Zugang zu ­kulturellen Veranstaltungen und verlost unter diesem Aspekt Tickets für folgende Bühnenhighlights: 50 × 4 Tickets für «Die Schneekönigin» am Mittwoch, 9. Dezember, 18 Uhr 100 × 2 Tickets für «Die Physiker» am Donnerstag, 5. November, 19.30 Uhr Teilnehmen vom 7. bis 14. Oktober auf: → migrosaare.ch/gewinnen

Migros-Kulturprozent

Am 21. und 28. Oktober

informieren wir Schülerinnen und Schüler sowie ihre Eltern über die vielfältigen Ausbil­ dungs- und Karrieremöglich­ keiten bei der Migros. Erfahre aus erster Hand, welche Vorteile eine Lehre bei der Migros bietet und wie der Weg von der Schnupper­ lehre bis zur Lehrstelle verläuft. Nutze die Gelegenheit, unse­ ren Berufsbildenden und ­Lernenden Fragen zu stellen, wertvolle Tipps zu erhalten und die Migros als attraktive Arbeitgeberin kennenzu­ lernen. Die Berufsinformationstage ­finden an beiden Tagen jeweils von 13.30 bis 17 Uhr statt.

Standorte

• Zentrum Oberland in Thun • Einkaufszentrum Rugenparkstrasse in Interlaken

• Westside in Bern-Brünnen • Welle7 in Bern • Ladedorf Langendorf • Centre Brügg • Shoppyland Schönbühl • Neumarkt Burgdorf • Einkaufszentrum Wiesenstrasse in Langenthal

• Wynecenter Buchs • Olten Sälipark • Neumarkt Brugg


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MEINE REGION

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Migros Aare

Interaktiv das All erleben: Im Westside gibts für Gross und Klein einen Einblick in die Welt der Raumfahrt.

Gurten

Aufbruch zu den Galaxien

Text: Kerstin Linder; Fotos: Migros Aare

Raketen, Meteoriten, Mondlandung: Vom 7. bis 17. Oktober verwandelt sich das Westside in einen interaktiven Kosmos für Gross und Klein. Wie fühlt sich Schwerelosigkeit an? Wie sieht ein echtes Space Shuttle aus? Und was gibt es in den Weiten des Universums zu entdecken? Unter dem Motto «­Westside Galaxie» erwartet Besucherinnen und ­Besucher ein abwechslungsreiches Programm mit spektakulären Exponaten, ­interaktiven Attraktionen und spannenden Einblicken in die Welt der Raumfahrt. Zu bestaunen sind unter anderem ein fünf Meter hohes Space Shuttle, eine imposante Sojus-Rakete, echte Meteoriten sowie ein Mondfahrzeug mit originalgetreuem Mondanzug. Wer noch tiefer in die Geheimnisse des Kosmos eintauchen möchte, erfährt an verschiedenen Stationen Wissenswertes über Planeten, Sterne und unsere Milchstrasse oder begibt sich auf eine filmische Reise durch das Weltall. Entdecken und erleben

Auch Mitmachen ist gefragt: Mit einer VRBrille lässt sich die legendäre Apollo-Mond-

landung hautnah erleben, während der Schwerelosigkeitssimulator das Gefühl ­vermittelt, wie sich Astronautinnen und Astronauten im All bewegen. Kinder unter zwölf Jahren können beim Moon Jump beinahe schwerelos durch die Passerelle schweben. Und wer aufmerksam durchs Center geht, entdeckt versteckte Aliens und kann dabei Sofortpreise gewinnen. Ein Highlight ist der grosse Wettbewerb mit Eintritten ins Planetarium des Verkehrshauses Luzern und in die Sternwarte auf dem Gurten. Ergänzt wird das Programm durch ausgewählte Filmvorführungen im Pathé Westside. Bereit für den Countdown? Nächster Halt: Westside!

Die Sterne zum Greifen nah Wie entsteht ein Stern, wer ist der Mann im Mond, und weshalb hat der Saturn Ringe? Antworten auf diese Fragen erhalten kleine Weltallfans auch bei den Sternwarten­ besuchen für Kinder auf dem Gurten. Von November bis März vermitteln Expertinnen und Experten von Astro Events astronomisches Wissen auf spielerische und leicht verständliche Weise. Nach einer Einführung geht es direkt ans Teleskop, wo Himmels­ objekte live beobachtet werden können. Anschliessend basteln die Kinder eine Sternkarte oder andere astronomische Erinnerungsstücke zum Mitnehmen. Das Angebot richtet sich an Kinder ab vier Jahren und macht dank spannender Einblicke ins Universum auch Begleitpersonen Freude. Die Veranstaltungen finden jeweils von 19 bis 20.45 Uhr auf dem Gurten statt. Weitere Infos:

→ gurtenpark.ch/

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LEBEN Psychologie

? hör t ho g c s r d ih t im «Hän S ämi hä r e de De ö w ­ cho din!» Fall s n ö r F nöui

Du Lästermaul! Alle tun es, niemand will es gewesen sein: Warum wir trotzdem unheimlich gern hinter ihrem Rücken über andere sprechen. Text: Barbara Scherer

Illustration: Elena Knecht


LEBEN

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Psychologie

«Wir wenden komplexe Strategien an, um negative Infos zu verbreiten, ohne damit in Verbindung gebracht zu werden.» Johannes Alfons Karl, Kulturpsychologe an der Universität Zürich

Doch wieso reden wir so gern über abwe­ sende Personen? Eine mögliche Erklärung lieferte der britische Anthropologe Robin Dunbar Ende der 1990er-Jahre: Klatsch und Tratsch beim Menschen entspricht dem Lausen beim Affen – die Aktivität schweisst eine Gruppe zusammen und stärkt dadurch den Zusammenhalt. Dazu gehören aber eben auch abfällige oder spöttische Bemerkungen, sprich die Lästerei. Dafür gibt es laut dem Kulturpsy­ chologen Johannes Alfons Karl von der Uni­ versität Zürich vier Gründe: «Lästern dient erstens der Meinungsabstimmung. Spricht etwa ein Freund schlecht über seinen Ar­ beitskollegen, den ich nicht kenne, stimme ich meinem Freund oft zu. Das kann unsere Freundschaft stärken – auch wenn es der dritten Person gegenüber nicht fair ist.» Zweitens finden Menschen via Lästern heraus, welche sozialen Normen in einer Gruppe gelten und zulässig sind. Denn wird über das Verhalten einer Person schlecht ­gesprochen, ist klar, dass ähnliche Handlun­ gen nicht erwünscht sind. Drittens: Negative oder abfällige Kommentare dienen zur Bestrafung. «Damit kann man das Ansehen anderer schädigen», erklärt der Forscher. Und viertens ­lästern Menschen in seltenen Fällen, weil sie ein persönliches Problem mit jemandem haben – auch hier meist mit dem Ziel, dem Ruf der Person zu schaden.

B

eim Kaffee mit der Bürokollegin, im Treppenhaus mit dem Nach­ barn oder am Küchentisch mit der Familie: Getratscht und ­gelästert wird überall. Menschen sprechen gern und häufig über ab­wesende Personen. Das nimmt erstaunlich viel Zeit in Anspruch: im Schnitt 52 Minuten pro Tag, wie eine amerikanische Studie aus dem Jahr 2019 zeigt. Zur Überraschung der ­Forschenden stellte sich heraus, dass nur ein Bruchteil davon negativ ist. Den Grossteil des ­Geredes macht neutraler oder positiver Klatsch und Tratsch aus.

Lästerstein als Brandmal

«Grundsätzlich gilt das Schlechtreden ande­ rer hinter deren Rücken in fast allen Kultu­ ren, die bisher untersucht wurden, als ne­ gative Eigenschaft», sagt Karl. Lästermäuler werden gern als unzuverlässig, gehässig und illoyal wahrgenommen. Im schlimms­ ten Fall kann es zu einer sozialen Ausgren­ zung kommen. So gab es etwa im Mittelalter den soge­ nannten Lästerstein: eine Kette mit einem Gewicht, die vor allem Frauen um den Hals gelegt wurde, die sich in unangemessener Weise über andere geäussert hatten. Wer den Lästerstein trug, musste damit durch die Stadt ziehen – das diente der

Blossstellung. Der Lästerstein sollte ab­ schrecken und die Menschen dazu bringen, sich an die damals geltenden Verhaltens­ regeln zu halten. Auch wenn solche Strafen längst der ­Vergangenheit angehören, gilt Lästern bis heute als unerwünscht. Niemand möchte die Person sein, die viel lästert. «Menschen wenden deshalb komplexe Strategien an, um negative Informationen zu verbreiten, ohne ­damit in Verbindung gebracht zu ­werden», sagt Karl. So äussern viele Kritik indirekt, indem sie sie als Sorge formulieren oder mit Humor abschwächen. Und wer lästert jetzt am meisten?

Lästern hat nicht nur einen schlechten Ruf, es wird auch häufig einem Geschlecht zu­ geschrieben. Frauen gelten in der Regel als die grössten Klatschmäuler. Belege dafür gibt es nicht: «Frauen und Männer reden etwa gleich häufig schlecht über andere, wie verschiedene Studien zeigen», so Karl. Frauen sprechen insgesamt zwar etwas mehr über andere Menschen – meist aber neutral oder informativ, nicht abwertend. Ein Grund dafür ist, dass sie oft über einen ­grösseren sozialen Kreis verfügen. Aus der Forschung geht hervor, dass vor allem extrovertierte sowie jüngere Men­ schen zum Lästern neigen. «Das liegt wohl auch daran, dass die sozialen Beziehungen im jungen Alter noch nicht so stabil sind und das Sprechen übereinander dabei hilft, die sozialen Normen festzulegen», erklärt der Kulturpsychologe. Dabei hat die Digitalisierung der Lästerei noch einmal neue Dimensionen verliehen. Heute gibt es zahlreiche Onlineforen, in ­denen man über berühmte Persönlichkeiten herziehen kann. In solchen anonymen Grup­ pen finden die Menschen Gleichgesinnte und fühlen sich in ihrer Meinung bestätigt. «Das kann den Beteiligten auch ein Gefühl der moralischen Überlegenheit geben», sagt Johannes Alfons Karl. Ob im Treppenhaus, beim Kaffee oder im Internet: Menschen sprechen einfach gern über Menschen.


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LEBEN

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Schädlinge

Die

Warum hat es jetzt überall Stinkwanzen?

Das hat vor allem mit der Jahreszeit zu tun. Sobald die ­Temperaturen sinken und die Tage kürzer werden, suchen die Stinkwanzen geschützte und trockene Orte, um zu überwintern. Üblicherweise finden sie diese in Baumrinden und Laub oder eben in Mauerritzen, Fensterrahmen und Rollladenkästen. «Einige Baumwanzenarten versammeln sich im Herbst in Überwinterungsquartieren. ­Darum fallen uns die Tiere jetzt eher auf», erklärt Barbara ­Egger, wissenschaftliche Mit­arbeiterin bei Agroscope, dem Kompetenzzentrum des Bundes für die landwirtschaftliche Forschung.

Warum stinken sie?

Foto: Adobe Stock

Die Marmorierte Baumwanze stammt ursprünglich aus ­Ostasien und wurde 2004 zum ersten Mal in der Schweiz entdeckt. Umgangssprachlich wird die Wanze auch Stinkkäfer ­genannt. Denn der Name ist Programm: Fühlen sich die Tiere bedroht oder werden zerquetscht, versprühen sie ein stinkendes Sekret. Für ihre Fressfeinde, zum Beispiel Vögel, schmeckt das Sekret ­bitter und brennend, sodass sie die Wanze sofort wieder ausspucken.

Stinkwanzen

kommen

Sie sitzen zu Dutzenden an Hauswänden und Fenstern und krabbeln plötzlich in der Wohnung umher: die Stinkwanzen. Warum das so ist und wie du sie loswirst.

Ist die Wanze gefährlich?

Nein, für Menschen und Haustiere sind die Tiere vor allem lästig. Für die Landwirtschaft sind sie laut Agroscope jedoch ein ernst zu nehmender Schädling. Die Wanzen saugen an Früchten, wodurch Flecken, Dellen und Verformungen entstehen. Weil befallenes Obst und Gemüse oft nicht mehr verkauft werden kann, sind hohe finanzielle Einbussen die Folge.

Wie werde ich sie ­wieder los?

Das ist gar nicht so einfach, denn ­Insektizide wirken nur bedingt gegen die Schädlinge. Fliegengitter an den ­Fenstern sowie das Abdichten von ­Fas­saden und Türen können helfen. Sind die Tiere in der Wohnung, ist Zerdrücken wegen des Gestanks keine gute Idee. Besser ist es, sie mit e­ inem Glas einzufangen und wieder nach draussen zu bringen.

Gibt es dieses Jahr mehr Stinkwanzen als sonst?

«Es ist möglich, dass sich diesen Sommer grössere Wanzen­populationen aufgebaut haben», sagt Egger. Denn viele Wanzenarten, darunter auch die Marmorierten Baumwanzen, entwickeln sich bei längeren warmen Temperaturen besser. Für die Insekten waren die Bedingungen diesen Sommer ideal. An einigen Orten, zum Beispiel im Schwarzwald, sind sie bereits in grossen Scharen zu beobachten. Text: Barbara Scherer


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LEBEN Kolumne

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Ressortleiterin Katja Fischer De Santi schreibt jede zweite Woche über das chaotische, schöne Leben als mittelalte Frau und Mutter von Teenagersöhnen. Sie lebt am Bodensee und arbeitet in Zürich.

Foto: Dan Cermak

Her mit den Proteinen! Zwei Eier. Nicht ein Ei wollte er, nein, zwei. Es war früh, ich war erst halb wach, als ich meinen Sohn sagen hörte: «Ich möchte heute zwei weich gekochte Eier zum Frühstück.» Ich wusste sofort, was los war. Die Proteinphase hatte begonnen. Kaum hat der Teenager von heute drei Liegestütze gemacht und sich Hanteln gewünscht – die den Parkettboden stärker beanspruchen werden als seinen Bizeps –, spricht er über Proteine wie über eine Religion. Sie ­wissen von sehr kräftig aussehenden Influencern, dass ­Muskeln aus Eiweiss bestehen. Dass sie wachsen können. Dass man sie füttern muss. Dass ohne genügend ­­ Protein praktisch alles sinnlos ist. Das Krafttraining. Das Leben. Wahrscheinlich sogar die Schule. Meine Freundinnen mit älteren Söhnen hatten mich schon vorgewarnt. «Irgendwann wird deine Küche aussehen wie ein Foodlabor.» Überall Dosen, Pulver, Shaker.

Auf den Etiketten Begriffe, die nach Raumfahrtprogramm oder Energiekonzern klingen: Extra Power, Energy High, Ultra-Performance. Statt zu kochen, würden ihre Jungs in der Küche nur noch schütteln und ­shaken. Im Kühlschrank werde es auch nicht besser ­aussehen: Skyr statt Joghurt. Proteinpudding statt Früchtequark. Kiloweise Poulet. So weit sind wir zum Glück noch nicht. Die Fast-FoodPhase ist bei uns noch stark ausgeprägt. Döner macht schöner. Aber die Anzeichen sind da. Eine erste Dose mit Proteinpulver steht inzwischen tatsächlich schon in ­unserer Küche. Überraschung: Sie gehört mir. Denn wenn in diesem Haushalt jemand dringend mehr Proteine braucht, dann die mittelalte Frau, die diese Zeilen schreibt. Mein Sohn möchte Muskeln aufbauen. Ich möchte meine behalten. Er schaut Videos, in denen junge Männer erklären, wie man stärker wird. Ich lese Artikel über veränderten Stoffwechsel, altersbedingten Muskelabbau, Osteoporose. Manchmal stehen wir gemeinsam vor dem Kühlschrank. Mein Sohn, der immer grösser und stärker wird. Und ich, die versucht, nicht unnötig schmaler und schwächer zu werden. Ich koche morgens jetzt drei Eier.

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LEBEN Musik

Diese Klassikhits kennen alle

Klassische Musik ist elitär? Von wegen! Ob in Filmen, Werbespots oder in Stadien: Sie begeistert Millionen. Manchmal sogar, ohne dass wir es merken. Ein paar Beispiele. Text: Pierre Wuthrich

«Also sprach Zarathustra» von Richard Strauss

«2001: A Space Odyssey» (1968) Wer an die grossen, weiten ­Welten des Universums denkt, hat oft unbewusst ­Richard Strauss’ Fanfaren im Ohr. Wenn in der Einstiegsszene von Stanley ­Kubricks «2001: Odyssee im Weltraum» zu den Klängen von Strauss’ «Also sprach Zarathustra» (1896) die Sonne über der Erde aufgeht, wird man sofort in andere Sphären katapultiert. Eine ­denkwürdige Sequenz, die für Zukunft, Pioniergeist und den nächsten, grossen Schritt der Menschheit steht. Hier gehts zum Video:

«Zadok the Priest» von Georg Friedrich Händel

Uefa Champions League Garantiert jeder Fussballfan kennt den deutschen Barockkomponisten Georg Friedrich Händel: In leicht bearbeiteter Form ist sein monumentales Werk «Zadok the Priest» aus dem Jahr 1727 vor Champions-League-Spielen im Stadion und am TV zu hören. Eine epische Hymne, die dem Event zusätzlich Würde und Prestige verleiht – und schon vor Anpfiff für Gänsehaut sorgt.

Hier gehts zum Video:


LEBEN

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Musik

«Casta Diva» von Vincenzo Bellini

«Le Mâle» Parfüm Klassik goes Lifestyle: In den Werbespots für den Herrenduft «Le Mâle» von Jean Paul Gaultier wird die dramatische Arie «Casta Diva» (1831) von Vincenzo Bellini ­­eingesetzt. Zum reissenden ­Absatz ­dieses Parfüms dürfte zusätzlich der gut aussehende, schweissgebadete Matrose ­beitragen, doch im Endeffekt ist es die Musik, die die Marke nachhaltig prägt. Hört man­die Musik, riecht man das Parfüm. Und es scheint zu funktio­nieren: «Le Mâle» gehört zu den meistverkauften Herrendüften der Welt. Hier gehts zum Video:

«Clair de lune» von Claude Debussy

«Ocean’s Eleven» (2001) Am Schluss der legendären Gaunerkomödie «Ocean’s Eleven» von Steven Soderbergh finden Julia Roberts und George Clooney wieder zueinander. Die Szene kommt fast ohne Dialoge aus und überlässt für fünf Minuten Claude Debussys «Clair de lune» (1905) die Bühne. Das Stück schafft es, uns in diesem starbesetz­ten Blockbuster auf eine Reise der Gefühle von Freundschaft und ­Verbundenheit mitzunehmen. Wer hier nicht weint, hat kein Leben. Hier gehts zum Video:

«Ritt der Walküren» von Richard Wagner

«Apocalypse Now» (1979) Diese Szene ist Kult: Wenn US-Soldaten in Francis Ford ­Coppolas Antikriegsfilm «Apocalypse Now» mit ihren Helikoptern einen Angriff auf ein vietnamesisches Dorf fliegen, werden sie von Richard Wagners «Ritt der Wal­küren» (1851) begleitet. Die Ironie der Geschichte: Walküren sind eigentlich schützende Kriegerinnen, während die GIs auf ihrem Weg gnadenlos alles zerstören. Auch deshalb bleibt dieses cineastische Highlight in Erinnerung.

Klassiker live erleben

Fotos: Getty Imagee (3), mauritius images

Hier gehts zum Video:

Die Saison 2026/27 der ­Migros-Kulturprozent-Classics bringt Werke auf die Bühne, die weit über die Welt der klassischen Musik hinaus bekannt sind. Auf dem Programm stehen unter anderem Beethovens 9. Symphonie mit der «Ode an die Freude», die zur Europahymne wurde, Mozarts Requiem sowie Gershwins «Ein Amerikaner in Paris», bekannt aus dem Musicalfilm gleichen Namens. Wer diese Klassiker live erleben oder neu entdecken möchte, hat jetzt Gelegenheit dazu: Der Vor­ verkauf läuft bereits.

→ migros-kulturprozent-classics.ch


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LEBEN

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Handpflege

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Bei brüchigen und weichen ­Nägeln kann die Anwendung eines Nagelhärters sinnvoll sein. «Nagelhärter enthalten Wirk­ stoffe, die den Nagel festigen können», sagt Kerstin Gübeli, Vorstandsmitglied beim Schwei­ zer Fachverband für Kosmetik. Wichtig ist, dass der Nagel­ härter nicht in Kontakt mit der Nagelhaut oder der umliegen­ den Haut kommt, da er die Haut austrocknen oder reizen kann. Nagelhärter sollten weder häu­ figer noch länger angewendet ­werden, als die Packungsbeilage empfiehlt, da der Nagel sonst seine Flexibilität verliert.

Wer gern bunte Nägel hat oder auch Gelnägel trägt, sollte im­ mer wieder eine Pause einlegen. Denn der häufige Gebrauch von Nagellackentferner trocknet Nagel und umliegende Haut aus. «Bei Gelnägeln sollte vor allem auf eine fachgerechte und mög­ lichst schonende Entfernung geachtet werden», so Gübeli. Starkes Abfeilen oder Abkratzen kann die Nägel schädigen. Zur Pflege eignen sich Nagelöl, Handcreme und wenn nötig ­Nagelhärter.

Was tun bei brüchigen Nägeln?

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Wie pflege ich rissige Hände?

Bei rissiger, rauer und aufge­ sprungener Haut sind feuchtig­ keitshaltige und rückfettende Cremes und Öle besonders wichtig. Bei sehr trockenen und rissigen Händen empfiehlt es sich, abends eine reichhaltige Pflege mit Sheabutter oder ­Vaseline grosszügig aufzutragen. «Anschliessend Baumwollhand­ schuhe anziehen und die Pflege über Nacht einwirken lassen», sagt Kosmetikerin Gübeli.

Was brauchen lackierte Nägel?

Text: Barbara Scherer

Gepflegt bis in die Fingerspitzen

Kaum kühlt es etwas ab, trocknen Hände und Nägel aus. Was dann zu tun ist und wie man verhindert, dass abstehende Nagelhäutchen die Finger verletzen.

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Ja. Handcreme pflegt auch Nägel und Nagelhaut. Eine sinnvolle Ergänzung dazu ist Nagelöl. «Es hält Nagel und Nagelhaut geschmeidig und kann Nägel vor Splittern und Brüchigkeit schützen», erklärt Gübeli.

Die Nagelhaut bildet die natür­ liche Barriere zwischen Nagel und umliegender Haut. Bei ­einer Behandlung sollte zuerst Nagelhautentferner aufgetragen werden. «Nach einer kurzen Einwirkzeit kann sie mit einem Nagelhautlöser sanft zurück­ geschoben werden», sagt die Kosmetikerin. Einzelne lose oder abstehende Hautteilchen dann vorsichtig mit einer Nagel­ hautschere entfernen.

Fotos: Getty Images

Profitieren Nägel von ­Handcreme?

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Was tun mit abstehenden Nagelhäutchen?

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LEBEN Tiere

Cleverer

Über­lebens­künstler

Jagen Füchse Katzen?

Theoretisch können Füchse Katzen und kleine Hunde erlegen. Allerdings ­passiert das sehr selten. «Katzen ­wehren sich und sind für die meisten Füchse keine Beute», sagt Gloor. Hat es Füchse in der Nachbarschaft, sollten junge, ­ältere und kranke Katzen über Nacht aber besser drinnen bleiben.

Füchse plündern manchmal Abfallsäcke und gelten als besonders schlau. Eine Biologin erklärt, wie sie leben, was sie fressen und warum man jetzt besonders viele in Wohngebieten sieht. Text: Barbara Scherer

Übertragen Füchse Krankheiten?

Rotfüchse sind in Europa die Hauptüberträger von Tollwut. Seit 1999 gelten die Schweiz und ihre ­Nach­barländer dank erfolgreicher Impfköderkam­ pagnen offiziell allerdings als tollwutfrei bei Füchsen. «Viele fürchten sich zudem vor dem Fuchsbandwurm. Der Parasit kann beim Menschen schwere Leberkrankheiten verursachen», erklärt Sandra Gloor, Wildtierbiologin und Geschäftsleiterin der Meldeplatt­ form Wilde Nachbarn. Doch die Wahrscheinlichkeit, sich anzustecken, ist äusserst klein, ausserdem kann die Krankheit behandelt werden. Als Vorsichtsmassnahme wird empfohlen, sich nach der Garten­ arbeit die Hände gründlich mit Seife und Nahrungs­ mittel vor dem Verzehr zu waschen. Wer ist der Fuchs?

Weltweit gibt es elf Fuchsarten. In der Schweiz lebt der Rotfuchs, der in ganz ­Europa weitverbreitet ist. Sein nächster ­Verwandter hierzulande ist der Wolf. Den Rotfuchs erkennt man an seiner auf­ fallenden, rötlichen Fellfarbe und seinem buschigen Schwanz mit der weissen Spitze. Ausgewachsene Tiere wiegen vier bis zehn Kilogramm und leben im Schnitt vier bis acht Jahre. Im Herbst durchstreifen viele Füchse Wohngebiete. Es handelt sich dabei um Jungtiere, die das elterliche ­Revier verlassen haben und nach eigenen Territorien suchen.

Wo lebt er?

Füchse sind sehr anpassungsfähig und ­daher auf dem Land, im Wald und in ­Städten anzutreffen. Wenn sie Junge haben, verbringen sie viel Zeit in einem Bau. ­Diesen können sie selbst graben oder von ­einem Dachs übernehmen. Sind die Jung­ tiere erwachsen, schlafen Füchse auch in Hecken oder Gebüschen.


LEBEN

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Tiere

Was frisst er?

Der Rotfuchs ist ein Allesfresser. Neben Mäusen liebt er Regen­ würmer und verspeist gern Beeren und Fallobst. Aber auch Aas steht auf seinem Speiseplan.

Wie lebt der Fuchs?

Der Rotfuchs ist flexibel in seinem Sozialverhalten. In manchen Regionen lebt er als Einzelgänger und trifft sich nur zur Paarungszeit. «In Städten, in denen das Nahrungsangebot gross ist, leben Füchse in Fami­ liengruppen», sagt Sandra Gloor. Oft helfen ältere ­Jungtiere den Eltern bei der Aufzucht der nächsten ­Generation. «Es wurde auch schon beobachtet, dass ein ausgewachsener männlicher Fuchs seine Eltern be­ sucht, mit den Jungtieren gespielt hat und dann wieder gegangen ist.» Meist paaren sich die gleichen Füchse über einige Jahre. Die Paarungszeit ist im Winter; nach 50 Tagen gebärt die Fähe, das Weibchen, drei bis vier Jungtiere. Diese verbringen die ersten vier Wochen mit dem Muttertier im Bau, der Vater bringt das Futter. Mit rund sechs M ­ onaten ist der Nachwuchs selbständig.

Was tun, wenn der Fuchs den Abfall plündert?

Den Müll am besten erst kurz vor der Abfuhr rausstellen oder in einen ­geschlossenen Container versorgen. «Grundsätzlich sind Füchse scheue Tiere und auch nicht aggressiv», so ­Expertin Gloor. Werden sie gefüttert, können sie ihre natürliche Zurück­ haltung aber verlieren, dann müssen sie ­abgeschossen werden. Allgemein gilt: Wildtiere sollte man nicht füttern.

Foto: Getty Images

Sind Füchse wirklich schlau?

Die Tiere sind sehr aufmerksam, beobachten genau und sind ­lern­f ähig. «Aber Füchse sind nicht ­unbedingt schlauer als beispiels­ weise Dachse», erklärt Biologin Sandra Gloor.

Wer sind seine Feinde?

Hierzulande der Mensch und der Strassen­ verkehr. «Wer einen Fuchs anfährt oder ein verletztes Tier findet, muss die Polizei oder direkt den Wildhüter verständigen», sagt Sandra Gloor. Wolf und Luchs können dem Fuchs ebenfalls gefährlich werden.


Wie entfaltet Käse sein volles Aroma, wie bleibt er länger frisch – und wann muss er bei Schimmel wirklich weg? Ein kleines Käse-Einmaleins für mehr Genuss und weniger Food Waste.

Fotos: zVg

Käsewissen, das sich lohnt


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Schon gewusst? Durch die lange Reifung ist Hartkäse wie Gruyère AOP Bio laktosefrei.

Erst mal warm werden Direkt aus dem Kühlschrank? Lieber nicht. Käse rund 30 Minuten vor dem Essen ­herausnehmen – bei Zimmertemperatur ­entfaltet sich sein Aroma besser.

Käse will atmen Käse- oder Wachspapier schützt vor dem ­Austrocknen und lässt Feuchtigkeit entweichen. Im Kühlschrank fühlt sich Käse in einem weniger kalten Bereich wohl.

Wie lange hält Käse? Grundsätzlich gilt: Je härter der Käse, desto länger hält er. Leichter Schimmelbefall auf Hartkäse kann grosszügig weggeschnitten werden – der restliche Käse lässt sich danach bedenkenlos geniessen.

Käse, die natürliche Proteinbombe Käse liefert wertvolles Protein und Kalzium. Gut zu wissen: Durch die lange Reifung ist Hartkäse wie Gruyère AOP Bio laktosefrei. Bei Biokäse kommt zum Genuss noch die bewusste Wahl für eine ­biologische ­Produktionsweise dazu.

«Der süsslichsäuerliche Geschmack einer Birne harmoniert ideal mit dem vollmundigen, salzigen Charakter des reifen Gruyère AOP Bio – für mich perfektes Food Pairing.» Sabrina Schenardi, Käse-Sommelière

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Was macht Gruyère AOP Bio besonders? Guter Gruyère AOP Bio beginnt mit guter Biomilch. Dafür sorgen die strengen Richtlinien von Bio Suisse und das AOP-Siegel, das für eine geschützte Herkunft und tra­ ditionelle Herstellung steht. Respekt vor den Tieren: Biokühe werden artgerecht gehalten, haben viel Bewegung und können ihre natürlichen Bedürfnisse ausleben. Das Tierwohl steht im Zentrum. Nur Biofutter: Biokühe fressen bestes Gras und Heu, möglichst vom eigenen Hof. Der Anteil an Kraftfutter liegt bei maximal fünf Prozent. Viel Zeit draussen: Von Frühling bis Herbst sind Biokühe mindestens 26 Tage pro ­Monat auf der Weide, im Winter haben sie mindestens 13 Tage pro Monat Auslauf.


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Jetzt das Immunsystem stärken! Vitamin C und Zink zur Unterstützung des Immunsystems, ergänzt mit Extrakt des Roten Sonnenhuts Bereits liegt der Sommer wieder hinter uns. Die kalten Temperaturen haben Einzug gehalten und mit ihnen die Zeit, in welcher unser Immunsystem verstärkt beansprucht wird. Zu Herbstbeginn lohnt es sich deshalb, dem körpereigenen Abwehrsystem vermehrt Aufmerksamkeit zu schenken und ihm etwas unter die Arme zu greifen.

Leichtes Spiel für Viren Die kalte Jahreszeit bringt einige bekannte Unannehmlichkeiten mit sich. Das Leben findet vermehrt in begrenzten Innenräumen statt. Viele

Menschen auf engem Raum bedeuten ein erhöhtes Ansteckungsrisiko mit Viren. Beheizte Räume fördern zudem das Austrocknen der Schleimhäute, was deren natürliche Schutz- und Barrierefunktion reduziert. Alle diese Bedingungen spielen Krankheitserregern in die Karten. Somit haben diese besonders leichtes Spiel, anzudocken und sich zu vermehren. Dies gilt sowohl bei der Arbeit, im Büro, im öffentlichen Verkehr, beim Einkaufen, an Veranstaltungen wie auch zu Hause im Familienleben. Schnee, Wind und Kälte runden das fürs Immunsystem herausfordernde Szenario ab. Wenn wir frieren, sind unsere Abwehrmechanismen geschwächt. Eine Erkältung, ein grippaler Infekt oder gar die Ansteckung mit einem Grippevirus sind nicht selten die logische Folge all dieser Umstände.

Unser Tipp zur Stärkung des Immunsystems: Axamine echinaVit Echinacea plus – erhältlich bei Migros Axamine echinaVit Echinacea plus enthält die für das Immunsystem wichtigen Vitalstoffe Vitamin C und Zink, ergänzt mit einem wertvollen Extrakt aus Echinacea purpurea. Die tägliche Einnahme von Axamine echinaVit Echinacea plus trägt zu Folgendem bei: einer normalen Funktion des Immunsystems (Vitamin C und Zink); die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen (Vitamin C und Zink); einem normalen Energiestoff-

wechsel (Vitamin C); zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung (Vitamin C). Beginnen Sie mit der täglichen Einnahme von Axamine echinaVit Echinacea plus bereits jetzt und stärken Sie so frühzeitig Ihr Immunsystem. Schon eine Kapsel täglich enthält die sinnvollen Mengen der genannten Inhaltsstoffe. Axamine echinaVit Echinacea plus ist erhältlich bei Migros.

Die Kombination macht’s Eine gute Grundvoraussetzung für eine starke Immunabwehr bilden bekanntlich ein gesunder Lebensstil mit viel Bewegung und gesunder Ernährung, sowie eine grundsätzlich positive Lebenseinstellung. Gerade in der kalten Jahreshälfte kann es jedoch Sinn machen, das Immunsystem zusätzlich zu unterstützen und gewisse Defizite mit geeigneten Nährstoffen auszugleichen. Dafür bewährt haben sich insbesondere die Klassiker Vitamin C und Zink. Deren zusätzliche Einnahme in Form von Nahrungsergänzungsmitteln, kann dem Immunsystem den nötigen Schub verleihen. In Ergänzung dazu hält die Natur eine besondere Pflanze bereit, welche traditionellerweise im Herbst und Winter ihren Einsatz für die Gesundheit findet: Den Roten Sonnenhut, auch bekannt unter dem lateinischen Namen Echinacea purpurea. Optimal sind Nahrungsergänzungsmittel, welche diese Nährstoffe in Kombination anbieten.


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Begleiten Sie uns auf eine abwechslungsreiche Reise ins Ruhrgebiet, wo festliche Stimmung und mitreissende Musicalmomente auf uns warten. Wir entdecken Dortmund bei einer Stadtrundfahrt und zu Fuss. Der weltgrösste Weihnachtsbaum und die festlich geschmückte Innenstadt laden zum Verweilen ein. Ein märchenhaftes Erlebnis verspricht das Musical «Die Schöne und das Biest»* in Oberhausen. Bei einem Ausflug durch Bochum* tauchen wir in die Geschichte des Bergbaus ein und erhalten im Deutschen Bergbau-Museum* spannende Einblicke. Ein besonderer Höhepunkt erwartet uns mit «Starlight Express»**: Rasante RollschuhAction und weltbekannte Musik machen den Musicalabend unvergesslich. Für eine angenehme Reise sorgen der Königsklasse-Luxusbus und das komfortable Erstklasshotel Mercure Bochum City.

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Sofa, Ottomane

schweiz. Regisseur (Marc)

5

6

7

8

verneinen

deutsche Vorsilbe ganz, sehr verschwunden Leerseite

leichte Haarfärbung

4

indische Göttin des Todes

3

Natronfeldspat

schweiz. Filmfestivalort

Schwester von König Charles III.

altrömische Spielwürfel

zerstörtes Gebäude

Initialen der Fitzgerald †

das Ich (Mz.)

Geräusche

4

chemisches Element

Gepositives schwinErgebnis digkeit

erbitterter Widersacher

Kälteprodukt

europäisches Wildrind

5G im Swisscom Netz

englisch: rot

Italien (Abk.)

hinterSchmuckbliebene stein Ehefrau

6

migrosmobile.ch

Kenntnis

1

früherer äthiop. Fürstentitel

englisch: fragen

ital.: Jahr

Moderichtung

2

gefeierte Künstlerin

schweiz. Pharmakonzern

Pluspole Zürcher Sternwarte

italienischer Sänger (Al)

Angeh. eines Hirtenvolks

Urzeitechse (Kw.)

deutsche Vorsilbe

Millisekunde 5 (Abk.)

französisches Adelsprädikat

Metall der Seltenen Erden

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Teilnahme unter: www.migmag.ch/raetsel

Teilnahmebedingungen Gewinnspiele: Teilnahmeberechtigt sind alle Personen mit Wohnsitz in der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein, die das 18. Altersjahr vollendet haben. Von der Teilnahme ausgeschlossen sind die Mitarbeitenden des Gewinnspielveranstalters sowie Gewinnspielvereine, automatisierte Dienste und weitere professionalisierte/gewerbliche Teilnehmende. Gewinner/-innen werden schriftlich benachrichtigt und mit Namen und Wohnort veröffentlicht. Seit September 2023 ist die kostenlose Teilnahme an Verlosungen ausschliesslich online möglich.

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Feste dritte Zähne in einem Tag Mehr Lebensqualität mit Zahnimplantaten

Wenn alle Zähne fehlen oder entfernt werden müssen und man sich nicht mit einem herausnehmbaren Gebiss begnügen will, war der Weg zu festen Zähnen bisher oft ein rechter Leidensweg: Knochenaufbau, mehrfache Operationen und schlecht sitzende provisorische Vollprothesen, die bis zu einem Jahr getragen werden mussten. Zum Glück gibt es heute fortschrittliche Methoden, die den Weg zu festem Zahnersatz erheblich abkürzen.

Die All-On-Four-Methode erlaubt es, mit nur vier Implantaten pro Kiefer festsitzenden Zahnersatz als Sofort-Versorgung zu realisieren. Dabei ist im Regelfall nur ein chirurgischer Eingriff erforderlich, der in Vollnarkose oder im Dämmerschlaf möglich ist. Noch vorhandene Zähne können gleichzeitig entfernt werden. Einige Stunden nach dem Eingriff verlässt der Patient unsere Praxisklinik mit festen, belastungsfähigen Zähnen. Etwa drei Monate später wird dann die endgültige Brücke angefertigt

Ein Fall aus unserer Praxis – Frau Esther Burckhardt, 68 Jahre, aus Thun: „Ich litt an fortgeschrittener Parodontitis und konnte mit meinen lockeren Zähnen kaum noch essen. Die Entzündungen bereiteten mir chronische Schmerzen und ich musste regelmässig starke Schmerztabletten nehmen. Aus Angst vor schmerzhaften Operationen und langwierigen Behandlungen hatte ich das Thema Implantate

immer vor mir hergeschoben. Mit meinen abstossenden Zähnen traute ich mich am Ende gar nicht mehr unter die Leute und fühlte mich zunehmend isoliert und depressiv. Als ich dann durch meine Tochter von der All-On-Four-Methode erfuhr, schöpfte ich Hoffnung. Feste Zähne sofort, das war bisher nur ein Wunschtraum gewesen. Eines

Tages raffte ich mich dann zur Totalsanierung in Vollnarkose auf. Ich habe meinen Entschluss, mein Zahnproblem ein für alle Mal zu lösen, nicht eine Minute bereut. Mit meinen festen, schönen Zähnen habe ich jetzt ein ganz anderes Lebensgefühl, fühle mich viel jünger und selbstbewusster. Und kann wieder unbeschwert essen, was ich will.“

Der „Trick” der All-On-4-Technik besteht darin, dass die hinteren Implantate schräg nach vorne geneigt eingesetzt werden. Dadurch können auch bei reduziertem Knochenangebot

besonders lange und stabile Implantate verwendet werden, die eine Sofortbelastung zulassen, ohne lange Einheilphasen abwarten zu müssen. Das bedeutet für den Patienten:

3Nur eine Operation erforderlich

3Geringere Kosten (im Vergleich zu Brücken auf 6 oder 8 Implantaten)

Sicherheit und Garantie Die All-On-Four-Methode wird seit über 17 Jahren weltweit angewandt und ist durch zahlreiche wissenschaftliche Studien abgestützt. Alle bisher vorliegenden Untersuchungen ergaben sehr gute Resultate. Dr. Schulte wendet die All-On-Four-Technik seit über 17 Jahren an und hat damit bereits über 600 Patienten erfolgreich zu festen Zähnen in einem Tag verholfen. Er ist aufgrund seiner eigenen umfangreichen Erfahrung von den Vorteilen und der Sicherheit dieser Methode überzeugt. Daher gewähren wir unseren Patienten eine

3Keine Knochentransplantate oder -aufbauten, dadurch vermindertes Operationsrisiko 3Sofort feste Zähne, keine langen Wartezeiten mit herausnehmbaren Prothesen

3Gute Ästhetik, einfache Hygiene, da nur 4 Implantate zu putzen sind 3Verschraubter Zahnersatz ermöglicht bei Bedarf einfache Reparatur

10-Jahres-Garantie auf Implantatverlust

Öffentliche Vorträge von Dr. Markus Schulte zum Thema „Feste Zähne an einem Tag”

Montag, 19. Oktober 2026, 19:00 Uhr Zahnarzt Team Luzern, Winkelriedstrasse 37, 6003 Luzern Montag, 30. November 2026, 19:00 Uhr Zahnarzt Team Luzern, Winkelriedstrasse 37, 6003 Luzern

Anmeldung erbeten an Tel. 041 210 58 58 oder praxis@ztlu.ch

Autor: Dr. med. dent. Markus Schulte ist Zahnarzt und Spezialist für Oralchirurgie. Praxisklinik: Zahnarzt Team Luzern Winkelriedstrasse 37 6003 Luzern Tel.: 041 210 58 58 Ausführliche Informationen unter www.ztlu.ch


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Quiz

Sudoku

2 × 100 Franken zu gewinnen

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Ermittle für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Für das Lösungswort der Reihe nach in die Lösungsfelder eintragen. Berater Was ragt bei Vevey als Weltrekord aus dem

Fülle die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3×3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den orangen Feldern von links nach rechts.

S Löffel

www.migmag.ch/sudoku

www.migmag.ch/quiz 1 Genfersee? G Messer

M Gabel

Woher kamen in den 1950er-Jahren die meisten 2 ausländischen Arbeitskräfte in die Schweiz? O Italien F Portugal S Spanien

6 1 9 3 5 4 3 3 7

Welcher Begriff steht für besondere Sensibilität 3 gegenüber Rassismus und Privilegien? K Vogue L Aware N Woke

8

Wie viele Steinblöcke wurden beim Bau der 4 Cheops-Pyramide durchschnittlich pro Tag verbaut? P 12 I mind. 300 G max. 100

7 9 3 6

5 Woran erkennt man einen Rotmilan im Flug? T Gabelschwanz

R Schlitzaugen

F Löffelschnabel

6

6 Was sind Espadrilles? E Sonnenbrillen

O leichte Sommer- V Sommerhüte schuhe

Schiffe versenken

Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

3 1 3 1 2 2 4 2 1 1

1

9 4 5 6

6 1 4 2 1 1 5 4 9

2 5 2 0 0 3 0 0 4 1 5

7 Wie nennt man das Gegenteil von Inklusion? H Integration

D Okklusion

R Exklusion

Lösungswort

Kinderrätsel

Paroli

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Rechen-Irrgarten Hilf Millie, den Weg zu ihren Freunden zu finden! Nur Sterne mit dem Ergebnis 8 führen sie ans Ziel.

Trage die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Das Lösungswort ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1 bis 5. www.migmag.ch/paroli

BASEBALL ENGLISCH KIRGISEN KONZERNE MOTORRAD PRITZKER RADIERER REIBAHLE TROESTEN ZUGSEILE 1

2

3

4

1 3 4 2

A

5

5

Rätsel online lösen & kostenlos teilnehmen: www.migmag.ch

Teilnahmeschluss ist der Dienstag, 13.10.2026, um 24 Uhr. Die Teilnahmebedingungen findest du auf der ersten Rätselseite. Lösungen & Gewinner früherer Ausgaben: www.migmag.ch/raetsel

Die Lösung findest du auf migros.ch/mimigs.


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