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Migros-Magazin-41-2021-d-OS

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Ausgabe Ostschweiz, AZA 1953 Response Zentral, Psdg DP AG, Ent.bez.A 44631

migros.ch/magazin | MM41, 11.10.2021

DER PERFEKTE SCHUSS GUT KOCHEN MUSS NICHT TEUER SEIN

Ein 17-Jähriger begeistert mit grandiosen Aufnahmen Seite 40

Seite 22

So gesund ist die Schweiz Seite 12

NUTZEN SIE GOOGLE WIRKLICH RICHTIG?

Bild: Levi Fitze

Seite 37

BRAUNE BANANEN, HARTES BROT: DAS KÖNNEN SIE TUN Seite 51 Bitte Wohnungswechsel der Post melden oder dem regionalen Mitgliederdienst: Tel. 0041(0)58-712 24 51, E-Mail: mireg@gmos.ch


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4 | 11.10.2021 | MEINE MIGROS

Wie zerkleinere ich einen Kürbis? Roh lassen sich kleinere bis mittlere Kürbisse am besten mit einem kleinen Messer zerteilen, das verkeilt sich nicht so schnell. Einen grossen Kürbis hingegen kann man draussen ­einfach auf den Boden fallen lassen. Besonders einfach ist die Zubereitung, wenn man den Kürbis im Ofen gart. Einen Kürbis von circa 1,5 Kilogramm lässt man mit Folie abgedeckt im Ofen bei 200 °C rund 50 Minuten garen. Zur Garprobe mit einem Messerchen einstechen. Ist der Kürbis gar, lässt sich das Messer ohne Widerstand ­herausziehen. Den Kürbis dann zerteilen und das Fruchtfleisch mit einem Löffel herauslösen. Diese Methode funktioniert auch in der – nicht zu heissen – Glut einer Feuerschale. Durchs Garen entfällt auch das lästige Schälen. Essbar ist die Schale von Kürbissen mit dünner Schale, bei dick­scha­ligen Kürbissen gart sie nicht rechtzeitig und bleibt zäh.

topseller

Seit Beginn der Pandemie erleben ­Ge­sellschaftsspiele eine Renaissance. Auf ­galaxus.ch ist die Schweizer «Eile mit ­Weile»-Variante «Brändi Dog» als Dauerbrenner ständig auf Platz eins. Auf Platz zwei folgt eine Rätselbox, die man auftüfteln muss, und auf Platz drei ein Rennspiel. Brändi Dog 6

Bilder: Migusto, MGB Fotostudio, iStock

Spiele


MEINE MIGROS | 11.10.2021 | 5

kurzrezeptGekochte Birnen in Granatapfelsirup: Granatapfelkerne von einem Granatapfel auslösen. 4 Birnen schälen. 2 dl Granatapfelsaft mit ca. 1 Esslöffel Granatapfelkernen, 30 g Zucker und Birnen ca. 10 Minuten köcheln lassen. Birnen regelmässig mit Sud begiessen. Birnen aus dem Sud heben. Sud sirupartig einköcheln. Kerne aus dem Sirup entfernen. Restliche G ­ ranatapfelkerne zum abgekühlten Sirup geben und mit ­Birnen anrichten  Rezept auf migusto.ch

News Migros-Kulturprozent in Paris ausgezeichnet Die Initiative Lapurla will die Kreativität kleiner Kinder fördern. Zum Beispiel bekommen sie die Gelegenheit, Kunstmuseen auf spielerische Art zu ent­ decken. Lapurla bekam nun am 8. Oktober in Paris einen der renommierten «Girafes Awards» des Vereins «Agir pour la petite ­enfance». Hinter Lapurla stehen das Migros-­ Kulturprozent und die Hochschule der Künste Bern. Vegane Gipfeli Neu gibt es in der Migros vegane Gipfeli. Sie werden von der Migros-Bäckerei Jowa mit Vollkornmehl ­hergestellt und enthalten darum wertvolle Ballaststoffe. Die Butter wurde durch Rapsund Olivenöl e ­ rsetzt. Die Gipfeli gehören zur Migros­-Eigenmarke V-Love, die ein immer grösseres Sortiment an vegetarischen und veganen Lebensmitteln bietet.

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Dieser Smoothie soll es sein Aus welchen Zutaten soll der neue «YOU Smoothie» der Migros gemischt werden? Kundinnen und Kunden haben diese Frage mit über 1100 Vorschlägen beantwortet. Nach ­einer Abstimmung auf migipedia.ch steht jetzt fest, welcher Smoothie der Gewinner ist und ins Verkaufsregal kommt. Es ist der Mix aus Apfel, Karotte, Ingwer und Orange.


6 | 11.10.2021 | AUGENBLICK

15:24 Uhr Migros-Moment in Mellingen AG Kein anderes Unternehmen in der Schweiz bewegt mehr Güter per Bahn als die Migros: fast 1,47 Millionen Tonnen jährlich. Hier überquert gerade ein Zug mit Tiefkühlware der Bischofszell Nahrungsmittel AG auf dem Weg in den Verteilbetrieb Neuendorf SO die Reuss. Die Aufnahme ist am 1. Juni entstanden.


Bild: Roger Hofstetter

AUGENBLICK | 11.10.2021 | 7


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INHALT | 11.10.2021 | 9

Inhalt

Endlich wieder auf die Bühne: ­Satirikerin Patti ­Basler geht mit dem Programm «Nachsitzen» auf Tour. Beim ­Schminken stimmt sie sich auf den Auftritt ein.

10  Sympathischer Zwerg Das Schweizer Elektroauto Microlino 12  Wie gesund ist die Schweiz? Ein Gespräch mit Medbase-Chef und -Gründer Marcel Napierala 17  1, 2 oder 3? 22  Gut kochen für wenig Geld 28  Der Schweizer Barbecue-King Thomas Odermatt begeistert die Amerikaner mit seinen Grillspezialitäten

Impressum

Adresse Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich Telefon: 0800 84 0848 Kontakt: www.migmag.ch/leser Herausgeber Migros-Genossenschafts-Bund

31  Stadt, Land, Stutz 34  Himbeeren unter Strom Solarpanels schützen die kapriziösen Beeren vor zu viel Sonne

Bilder: Claudia Link, iStock

MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des­Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch

37  So nutzen Sie Google richtig 38  Der andere Blick Sara Satir 40  Jungfotograf Levi Fitze

Chefredaktion Franz Ermel (Ltg.), Steve Gaspoz, Rüdi Steiner

48  Eltern am Ende ihrer Kräfte Tipps für den Alltag mit Kleinkindern

Art Direktion Barbara Pastore

54  Marmor aus dem Maggiatal

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62  Die Prüferinnen Wie Migros-Produkte auf Qualität und Sicherheit getestet werden 65  Migros Bank 68  Ihre Region Aktionen, Reportagen, News 75  Rätsel und Spiele

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Journalismus.

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10 | 11.10.2021 | E-MOBILITÄT

Die Knutschkugel ist zurück Jetzt kommt der Microlino, das langersehnte Schweizer Elektroauto. Erfinder Wim Ouboter lässt mit dem Stadtflitzer den legendären Kabinenroller Isetta aus der Nachkriegszeit auferstehen. Text: Michael West

Das Elektroauto lässt sich an jeder Haushaltssteckdose in drei bis vier Stunden aufladen. Je nach Batteriegrösse hat es eine maximale Reichweite von 95 bis 230 Kilometern. Der Microlino ist kleiner als ein Smart, bietet Platz für zwei Personen und kann zusätzlich einen ausgewachsenen Reisekoffer oder auch drei MineralwasserHarassen transportieren. Der Basispreis liegt bei 14 000 Franken. microlino-car.com

Bilder: Microlino, Getty Images

Der Microlino in Zahlen


E-MOBILITÄT | 11.10.2021 | 11

­ icrolino reserviert. Der Erfolg M überrascht Ouboter nicht: «Das Auto wirkt einfach sympathisch. Wenn Sie damit am Samstagabend durch die Stadt cruisen, fliegen Ihnen alle Herzen zu. Sie werden glatt den Ferraris die Show stehlen.» Erfolg ist sich der umtriebige, energiegeladene Mann gewöhnt: Schon 1999 lancierte er den M ­ icro Scooter, das faltbare Trottinett, das heute im In- und Ausland zum Strassenbild vieler Städte gehört. Danach wagte er sich an ein weit ehrgeizigeres Projekt – die Entwicklung eines Elektroautos. Die Idee dahinter bringt Ouboter so auf den Punkt: ­«Heute fahren viele Leute un­ nötig grosse, übermotorisierte Autos. Ich wollte stattdessen ein kleines Elektroauto bauen, das man perfekt mit dem öffentlichen Verkehr kombinieren oder auch als Zweitwagen nutzen kann. Es sollte nur gerade das Nötigste bieten, aber trotzdem grossen Spass machen.» Vor fünf Jahren war das Projekt so weit gediehen, dass ein ­Microlino-Prototyp an der internationalen Spielwarenmesse im bayrischen Nürnberg gezeigt werden konnte. In letzter Minute

Die Isetta (rechts) wurde in der Nachkriegszeit «Knutschkugel» genannt. Der elek­trische Stadtflitzer Microlino ­zitiert ihr Design.

D

ie Strassen wimmeln heute von Offroadern, die wie kantige Panzer aussehen. Selbst Kleinwagen haben oft einen Kühlergrill, der an gefletschte Raubtierzähne erinnert. Der ­Microlino ist das pure Gegenteil – ein herziger Winzling, der dem legendären Kabinenroller Isetta aus der Nachkriegszeit nachempfunden ist. Die Minischeinwerfer gleichen Stiel­ augen. Die ganze Front lässt sich aufklappen – sie dient als Tür, durch die man in das zweisitzige Cockpit einsteigt. Der Erfinder des Fahrzeugs ist der Zürcher Unternehmer Wim Ouboter. Er will auf keinen Fall, dass man seinen Microlino bloss als neu aufgelegten Old­ timer sieht. «Er ist ein eigenständiges, topmodernes Elektro-

auto», betont der 61-Jährige. «Von der Isetta haben wir nur die rundliche Form, die kom­ pakten Abmessungen und die Fronttür übernommen. Das a­ lles macht das Fahrzeug zum be­ sonders praktischen Stadtflitzer. Man kann am Strassenrand quer zur Fahrtrichtung parkieren und vorne direkt aufs Trottoir aussteigen.» Auto der Herzen

Ouboters Start-up hat seinen Hauptsitz in Küsnacht ZH, hergestellt wird der Microlino aber zusammen mit einer italienischen Partnerfirma in Turin. Der Elektrozwerg steht kurz vor der Zulassung; noch dieses Jahr sollen die ersten Exemplare an Kundinnen und Kunden aus­ geliefert werden. Schon 25 000 Personen haben online einen

«Wenn Sie damit am Samstagabend durch die Stadt cruisen, fliegen Ihnen alle Herzen zu. Sie werden glatt den Ferraris die Show stehlen.» Wim Ouboter Start-up-Gründer

hätte ein ungeschickter Staplerfahrer die Präsentation beinahe verhindert. Er liess die Transportkiste mit dem Elektroauto von einer Rampe krachen. Eine Flanke des Microlino war danach völlig demoliert. Doch Ouboter behielt die Nerven: Mit der Hilfe seiner beiden erwachsenen Söhne schob er den ramponierten Microlino kurzerhand vor eine Wand der Messehalle, sodass auf den ersten Blick nur die Schokoladenseite des kleinen Autos zu sehen war. Viel bitterer war dann ein Rückschlag im Jahr 2019: ­Ouboter hatte in einer deutschen ­Firma einen Partner gefunden, der den Autozwerg im nordrheinwestfälischen Delbrück serienmässig produzieren sollte. Doch das Unternehmen wollte zusätzlich ein identisches Elektrofahrzeug unter eigenem Namen herstellen. Es kam zu einem monatelangen Rechtsstreit. Am Ende kamen die beiden Ex-Partner zwar zu einer vertraulichen Einigung, doch Ouboter stand danach wieder ohne Hersteller da. Bloss nicht aufgeben

«Wenn einem so etwas passiert, darf man als Start-up-Gründer nicht verzweifeln», sagt er. «Man muss aufstehen, die blutige Nase abwischen und einfach weitermachen.» Ouboter nahm den Rückschlag zum Anlass, den ­Microlino gründlich weiter­ zuentwickeln: Der Urtyp hatte noch ein Skelett aus Metall­ röhren und eine Hülle aus Fiberglas-Kunststoff. Jetzt bekam der Autozwerg eine selbsttragende Karosserie aus Stahlblech und Aluminium, was zur Crash-­ sicherheit beiträgt. Auch das ­Design wurde überarbeitet. Er sieht jetzt weniger spielzeughaft und deutlich erwachsener aus. Mit dem gereiften Microlino hat Ouboter grosse Pläne: 2022 will er bis zu 3000 Autos produzieren lassen, später soll eine jährliche Stückzahl von bis zu 10 000 erreicht werden. Könnte das der Anfang einer Schweizer Elektroauto-Industrie sein? Der Microlino-Vater winkt ab: «Ich sehe die Schweiz nicht als Produktionsland, wohl aber als ­Exporteurin von cleveren Ideen für neue Elektroautos.» MM


12 | 11.10.2021 | MEDBASE

Gibt es zu wenige Ärzte in der Schweiz? Marcel Napierala ist Chef der Migros-Tochter Medbase, einer der grössten Gesundheitsgruppen der Schweiz. Ein Gespräch über Corona, Kosten, Ärzte­ mangel und ­Digitalisierung. Interview: Bettina Bendiner und Rüdi Steiner Bilder: Dan Cermak


MEDBASE | 11.10.2021 | 13

S Marcel Napierala ist CEO der MedbaseGruppe, die er 2001 mitgründete. Die ambulante Gesundheitsgruppe mit Hauptsitz in Winterthur ist in den ­vergangenen Jahren stark gewachsen. Sie betreibt in der Schweiz heute an über 150 Stand­orten Arztpraxen, Zahnzentren und Apotheken und beschäftigt gut 3200 Personen. Seit 2010 gehört Medbase der Migros.

ie sind Chef einer der gröss­ ten ambulanten Gesundheits­ gruppen: Woran kranken wir Schweizer und Schweizerin­ nen am meisten? An den bekannten Gesellschafts­ krankheiten: Übergewicht, Diabetes, Bluthochdruck, Herzerkrankungen, metabolisches Syndrom. Das nimmt alles ziemlich schnell zu. Das macht mir Sorgen. Dazu kommen psychi­ sche Erkrankungen sowie Demenz und Alzheimer. Das macht mich per­ sönlich sehr betroffen. Was wäre zu tun? Wir müssen uns mehr bewegen und bewusster ernähren. So einfach wäre das. Das ist leichter gesagt als getan … Nein, so einfach ist es sicher nicht, und die Zusammenhänge sind kom­ plex. Aber wir müssen mehr in die Prävention investieren. Eltern müs­ sen wissen, was es heisst, wenn ein Kind den ganzen Tag isst und sich nicht bewegt. Unser Gesundheits­ system ist aber nicht darauf ausge­ legt. Wir fokussieren zu stark darauf, Leute wieder gesund zu machen. Wann ist man gesund? Für mich sind das Wohlbefinden und Lebensqualität. Wenn jemand körper­ lich gesund ist, sich aber nicht wohl­ fühlt, des Lebens müde ist, ist das dann gesund? Grundsätzlich sind wir aber sehr gesund. Eine Frau wird ­heute im Schnitt 85, ein Mann 82. Vor 100 Jahren lag der Schnitt bei gut 60. Das ist eine unglaubliche Entwicklung! Seit eineinhalb Jahren beschäftigt uns alle eine Pandemie. Wie lange geht es noch? Das kann ich nicht beantworten, ich habe keine Glaskugel. Im Nachhinein werden wir alle schlauer sein. Sicher ist: Die Impfquote in der Schweiz ist noch unterdurchschnittlich. Wir soll­ ten alles daransetzen, sie zu erhöhen. Wie hat sich unser Gesundheits­ system bisher geschlagen? Gut bis sehr gut. Mit einer Einschrän­ kung: Der ambulante Sektor, also Arztpraxen und Apotheken, wurde am Anfang kaum in die Pandemie­

bekämpfung miteinbezogen. Wir mussten paradoxerweise in gewissen Bereichen Kurzarbeit anmelden. ­Tausende Ärztinnen und Ärzte sassen auf der Ersatzbank und hatten zu wenig zu tun, während die Spital­ angestellten total überlastet waren. Ein grosses Thema ist auch die ­Digitalisierung. Dank Google sind wir alle selbst auch ein wenig Medi­ ziner. Woran merken Sie das? Für die Ärztinnen, Apotheker und Zahnärztinnen ist das eine Heraus­ forderung. Wir haben halbinformierte Patienten und Patientinnen. Es liegt dann am Arzt, dem Patienten zu erklä­ ren, dass seine Google-Diagnose aus diesen und jenen Gründen falsch ist. Das ist nur eine Seite der Medaille. Die andere? Dank Google und Co. haben wir mehr gut informierte Menschen. Sie setzen sich mit ihrer Gesundheit ausein­ ander. Das befähigt sie dazu, selbst ­etwas zu unternehmen. Oberstes Ziel ist es ja, gar nicht erst krank zu wer­ den – und wenn Sie mal etwas hatten, nicht wieder krank zu werden. Die technologische Entwicklung kann uns dabei helfen. Seit 20 Jahren gibt es Medbase. Las­ sen Sie uns über die Anfänge reden … Wir waren drei junge Physiotherapeu­ ten und neu im Gesundheitswesen. Wir wollten die Dinge einfach etwas anders machen. Was wollten Sie denn anders ­machen? Wir kamen alle vom Leistungssport und sahen, dass dort im medizi­ nischen Bereich viel mehr im Team ­gearbeitet wird. Das wollten wir in unserer Praxis auch so machen. Die­ ses Verständnis zieht sich bis heute durch. Wir schauen immer auch nach links und rechts. Deshalb haben wir heute in unserer Firma neben medi­ zinischen Praxen auch Apotheken und Zahnzentren. Unser Ziel war ­immer, den Weg der Patienten und Patientinnen, zum Beispiel vom Arzt zur Apotheke, zu erleichtern. Ihr wart zu Beginn drei Physiothe­ rapeuten. Das macht noch keine


14 | 11.10.2021 | MEDBASE

Arztpraxis. Wie seid ihr zu Ärzten gekommen? Ich habe einen Arzt gekannt, ­ er war mein Mannschaftsarzt, als ich noch Skilangläufer war. Er hat sich entschieden, vom Toggenburg als Sportarzt und Allgemeinmediziner zu uns nach Winterthur zu kommen. Da haben wir gesehen: Unsere Idee funktionierte, und Ärzte waren interessiert. Gab es da schon einen Plan, das an mehreren Standorten zu machen? Ja, das war immer unser Traum. Ich habe ja auch noch Betriebs­ wissenschaft studiert. Während des Studiums habe ich dann ­einen Vorgehensplan entwi­ ckelt. Dass wir eines Tages über 3000 Menschen sein werden, das war nie das Ziel.

Was kommt als Nächstes? Nun müssen wir versuchen, die Prozesse zwischen Apotheken, Arztpraxen und Zahnzentren gut zu verbinden, damit es für die Kunden einfacher wird. Dazu gehört auch, dass Pflege­ fachpersonen Teil unseres ­Netzes werden.

Sie werden klinisch geschult, damit sie Patientinnen und ­Patienten umfassender betreu­ en können. Nehmen wir einen Diabetiker: Er hat zwei Mal eine Sprechstunde beim Arzt. Da wird seine Diabetes eingestellt, und wichtige Fragen werden ­geklärt. Anschliessend wird der Patient von einer Nurse ­gecoacht.

Sie reden von der Spitex? Nein. Ich rede von sogenannten Advanced Practice Nurses, kurz APN. Wir unterstützen in Win­ terthur ein Projekt, bei dem Pflegekräfte so ausgebildet wer­ den, dass sie Ärzte und Ärztin­ nen in ihrer Arbeit unterstützen können. Das funktioniert ­bestens. Wir wollen das nun auf andere Standorte ausweiten.

Gibt es zu wenige Ärzte in der Schweiz? Nein, es gibt nicht zu wenige ­Ärzte in der Schweiz, aber es gibt zum Beispiel zu wenige Haus­ärzte, vor allem auf dem Land. In Zweisimmen im Ber­ ner Oberland ­suchen wir seit Längerem eine Ärztin oder ­einen Arzt. Es ist schwierig, ­jemanden für eine ländliche ­Region zu gewinnen.

Was machen diese APNs ­konkret?

Wieso? Weil die Arbeitszeiten in der ­Regel lang sind. Und die Ver­ dienstmöglichkeiten anderswo grösser. Bei gewissen Spezialis­ ten ist das Angebot an v­ ielen ­Orten jedenfalls grösser als die Nachfrage. Von welchen Spezialisten gibt es denn zu viele? Es gibt in mehreren Fachrich­ tungen Überkapazitäten. Bei den Orthopäden etwa ist ein richtiger «Kampf um Patienten» ent­ standen. Die ersten Kantone ­geben hier nun Gegensteuer und ­beschränken die Zulassung. Sie arbeiten mit Partnern an einem eigenen Patienten­ dos­sier. Richtig? Fast. Richtig ist, dass wir eine Firma gegründet haben, die

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MEDBASE | 11.10.2021 | 15

Bluespace Ventures AG, an der nebst Medbase aktuell noch eine grosse Klinikgruppe beteiligt ist. Wir ­arbeiten an einem offenen und gleichzeitig sicheren digi­ talen Netzwerk, wo Patienten ihre ­Gesundheitsdaten ablegen können – oder Ärztinnen und weitere Spezialisten für sie. Wir wollen s­ o den Datenaustausch zwischen allen vereinfachen. Da­ rüber hinaus werden wir weitere digitale Gesundheitsservices an­ bieten, wie etwa das Buchen von Arzt- oder Therapieterminen. Wir sind auch offen für weitere Partner wie Spitäler, Krankenkas­ sen oder Technologiefirmen. Warum machen Sie das? Weil es mit dem elektronischen Patientendossier nicht vor­angeht? Vor allem weil wir das brauchen. Wenn wir unsere Aktivitäten ver­

«Es gibt nicht zu wenige Ärzte in der Schweiz, aber zu wenige Hausärzte, vor allem auf dem Land.» binden wollen, also Apotheken, Arztpraxen, Zahnkliniken, viel­ leicht dereinst auch Fitness­ center, und die relevanten Daten austauschen wollen, dann brau­ chen wir ein solches System. Wir werden so auch effizienter und sparen Kosten. Können Sie ein Beispiel nennen? Nehmen wir eine Knieverlet­ zung. Der Arzt macht ein MRI,

dann kommt der Patient oder die Patientin ins Spital. Dort wird wieder ein MRI gemacht, weil die Patientin die Daten nicht dabei hat. Dies ist sehr kostspielig. In unserem Onlineportal werden künftig verschiedenste Spezia­ listen ­Einsicht in ein und das­ selbe MRI erhalten. Damit wer­ den Mehrfachausführungen ­obsolet. Voraussetzung ist, dass die Patientin einwilligt. Was haben Patienten davon? Sie werden ermächtigt, ihre Ge­ sundheit selbst in die Hand zu nehmen und diese eigenständig zu organisieren. Der Zugang zu ihren Gesundheitsdaten wird einfacher und transparenter, und die Betreuung erfolgt koordinier­ ter. Die Daten sind gesichert. Und die Patienten entscheiden selbst, wer was sehen darf.

Seit 2010 ist die Migros bei ­Ihnen an Bord, inzwischen ist sie Eigentümerin. Was hat das gebracht? Die Migros ist eine sehr verlässli­ che Partnerin, nicht nur, was das Finanzielle betrifft. Wir konnten viel von ihr lernen, gerade was Prozesse betrifft. Die Migros ist ein Unternehmen, dem man ver­ traut und das sich fürs Wohlbefin­ den der Bevölkerung engagiert. Sie ist kein gewinnmaximiertes Unternehmen. Das passt perfekt zu uns, und es ist eine einmalige Chance im Gesundheitswesen. Was meinen Sie damit? Wir können heute zusammen mit der Migros die Gesundheit der Menschen in fast allen Bereichen bewegen. Von Ernährung über Bewegung und Entspannung bis hin zum Medizinischen. MM

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KOLUMNE | 11.10.2021 | 17

Die zweite Haut

1, 2 ODER 3 ? Für den Grossen (11) mussten Kleider sehr lange einfach ­bequem und ansatzweise cool sein. Vor einiger Zeit hat er sich radikalisiert. Hoodies und Hosen müssen zwar immer noch bequem sein. Sehr sogar. Und ziemlich cool. Neu ist aber, dass jeweils gerade ein Kleidungsstück seine Krite­ rien passgenau erfüllt. Und dann zu ­einer Art zweiten Haut wird. So trug der Grosse monatelang nur seinen schwarzen Hoodie mit Löwen­ kopf. Zur Not zog er ihn nach einem ­erzwungenen Waschgang auch feucht an. Sätze wie «Gell, dein Sohn ist der mit dem Löwenpulli?» zeigten mir, dass sein konsequenter Look auch anderen auf­ fällt. Nach einem selbstgefärbten BatikT-Shirt im Sommer hat nun ein hellblaugesprenkelter Hoodie diese Rolle über­ nommen. Leider ist der Grosse damit in den Bergen biken gegangen, und seither hat das Teil einen riesigen Kuhfladen­ fleck auf dem Rücken, den ich einfach nicht rauskriege. – Und jetzt? MM 1 Egal. Der Fleck ist erst auf den zweiten

Blick sichtbar.

2 Wir schenken ihm zum Geburtstag ­den Illustration: Lisa Rock

gleichen Pulli noch mal. Neu und sauber. 3 Wir färben den Hoodie im Batikstil um, das psychedelische Muster lenkt ab.

Monica Müller (47) hat zwei ­Buben, e ­ inen Mann, einen Job, ­einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.

Antwort 2: Die zweite Haut in neu ist das perfekte Geschenk für den Grossen. Vielleicht kann er das nächste Mal mit dem ausrangierten Löwenpulli biken gehen? Anzeige

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20 | 11.10.2021 | MEINE MIGROS

Pink Ribbon Schweiz hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Bevölkerung für das Thema Brustkrebs zu sensibilisieren. Die rosa Schleife – daher der Name «Pink Ribbon» – dient als internationales Symbol, mit dem auf die Problematik der Brustkrebserkrankung hingewiesen wird. Alle Routen der rosa Schleife soll die Bevölkerung motivie­ ren, sich regelmässig zu be­we­ gen. Egal welche Sportart ge­ wählt wird und wie viele Kilo­ meter zurückgelegt werden: Bei «Pink Ribbon» können alle mitmachen und ein Zeichen der Solidarität setzen. Die ge­ samte 4500 Kilometer lange Schleifenroute bietet mehr als 100 Etappenvorschläge, die zu Fuss, mit dem Velo oder den Inlineskates zurückgelegt wer­ den können. So leistet ­jede und jeder Einzelne einen Beitrag, um mehr Aufmerksamkeit auf das Thema Brustkrebs zu len­ ken und gleichzeitig etwas für die Gesundheitsvorsorge zu tun. Online werden zurück­ gelegte Kilometer addiert und aufgeführt. schleifenroute.ch

Bild und Illustrationen: Getty Images

Auf dem Rad, zu Fuss oder auf Inlineskates: Wählen Sie aus über 100 Etappen der PinkRibbon-Route Ihre Lieblings­strecke und tragen dann online die absolvierten Kilometer ein. Jede Teilnahme lenkt die Aufmerksamkeit auf das Thema Brustkrebs.

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MEINE MIGROS | 11.10.2021 | 21

TOPROUTEN Von Aarau nach Schinznach-Bad Nach der Wanderung von 15,2 Kilometern durch die Fauna und Flora des Aargaus sorgt das Bad in Schinznach für wohl­ tuende Entspannung.

Von Bern nach Thun Die 31,5 Kilometer lange Strecke dauert rund zweieinhalb Stunden. Vor der Tour unbedingt noch etwas Zeit für Bern ein­ planen – die Hauptstadt ist in j­ eder ­Hinsicht sehenswert.

Flughafen Zürich Die Runde auf dem Inline-Skating-Weg um den Flughafen eignet sich mit 31,5 Kilo­metern perfekt für Familien, gemütli­ che und schnelle Ska­ ter. Auf den breiten ­Wegen ist Platz für ­jedermann.

SOLIDARITÄT Die Migros engagiert sich: Beim Kauf dieser Produkte wird ein Teil des Erlöses der Organisation Pink Ribbon gespendet.

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22 | 11.10.2021 | GENUSS

Gut und günstig hat Saison Abwechslungsreich kochen muss nicht teuer sein. Mit unseren ­saisonalen Rezepten in drei Preiskategorien zaubern Sie für maximal 25 Franken Schmackhaftes auf den Gästetisch. En Guete!

Ein Herbstgericht für die ganze Familie: Zwiebelwähe auf Blätterteigbasis mit gedünsteten Zwiebeln, gebratenen Marroni und frischen Kräutern. Rezept auf migusto.ch

Unter 10.­– Radicchio mit grünen Erbsen Vegi-Schlemmerei mit mediterraner Note: Radicchio, gegart mit Honig und Orangen, serviert mit Erbsen, deren Gout mit Butter und Petersilie abgerundet wird. Rezept auf migusto.ch

Panierter Cervelat mit Chicoréesalat Hauptgericht für 4 Personen 500 g roter Chicorée 2 Äpfel, z. B. Gala 2 Frühlingszwiebeln 1 EL flüssiger Honig 3 EL Apfelessig 8 EL Sonnenblumenöl Salz, Pfeffer 2 Cervelats 1 grosses Ei 80 g Paniermehl oder Panko 20 g Brunnenkresse Zubereitung

Chicorée in mundgerechte ­Stücke schneiden. Äpfel vierteln, Kerngehäuse wegschneiden. Ä ­ pfel in feine Schnitze schneiden. Frühlingszwiebeln fein schneiden. Honig, Essig und die Hälfte des Öls mischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Cervelats schälen und längs in ca. 1 cm ­dicke Scheiben schneiden. Ei in einem Suppenteller verquirlen. Panko separat in einem Suppenteller bereitstellen. Cervelats durchs Ei ziehen, abtropfen lassen. In Panko wenden. Panade nur leicht andrücken. Restliches Öl in einer beschichteten Pfanne erhitzen. Cervelats bei mittle-­ rer Hitze beidseitig ca. 2 Minuten braten. Cervelats, Chicorée, Äpfel und Sauce anrichten. Mit Frühlingszwiebeln und Brunnenkresse bestreuen und servieren.

Text: Dinah Leuenberger; Bilder: Migusto

Zwiebelwähe mit Marroni und Kräutern


GENUSS | 11.10.2021 | 23

Unter 20.­–

Tofu-Gemüse-Suppe Hauptgericht für 4 Personen 4 Scheiben Räuchertofu, ca. 460 g 0,5 dl Sojasauce 1 EL feiner Rohzucker 1,6 l vegane Gemüsebouillon 3 cm Ingwer 1 Peperoncino 3 getrocknete Shiitake- pilze 500 g saisonales, gemischtes Gemüse, z. B. farbige Karotten, Spinat Öl zum Braten 4 EL Maiskörner Röstzwiebeln, nach Belieben 10 g Microgreens, nach ­ Belieben glutenfreie aha! Kikko- man Tamari-Sojasauce Zubereitung 1. Tofu mit Haushaltspapier

gut trocken tupfen. Scheiben horizontal halbieren. Sojasauce und Zucker verrühren,

Patatli mit Rindshackfleisch und Pilzen Rindshackfleisch zusammen mit vorgekochten kleinen Kartoffeln, Pilzen und Frühlingszwiebeln: ein Gericht für grosse und kleine Geniesser. Rezept auf migusto.ch

Alle Rezepte auf migusto.ch

Tofu damit bepinseln. Bis zum Anbraten stehen lassen. Bouillon bei kleiner Hitze ­aufkochen. Ingwer und Peperoncino in Scheiben schneiden, nach Belieben Kerne ­entfernen. Mit Shiitake in die Bouillon geben und ziehen ­lassen. Fes­tes Gemüse in ­dünne Scheiben oder Stäbchen schneiden, Blattgemüse in mundgerechte Stücke zupfen. 2. Festes Gemüse ca. 2 Minuten in der Suppe bissfest ­ziehen lassen, zartes Blatt­ gemüse kurz vor dem S ­ ervieren dazugeben. Öl in einer Bratpfanne erhitzen, Tofu da­ rin portionenweise beid­seitig ca. 4 Minuten knusprig braten. Halbieren. Ingwer aus der Suppe entfernen. Suppe und Gemüse in grosse Schalen ­verteilen, Tofu, Mais und nach Belieben Röstzwiebeln und Microgreens darauf anrichten. Mit Soja­sauce servieren.

Kartoffelgratin mit geröstetem Rotkohl Mit geröstetem Rotkohl und bestreut mit einer Mischung aus Nüssen und Pilzen wird der Kartoffelgratin zum Winter-Vegi-Hit. Rezept auf migusto.ch


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GENUSS | 11.10.2021 | 25

Unter 25.­–

Schweinsplätzli mit Randenstampf Hauptgericht für 4 Personen 600 g rohe Randen 400 g Kartoffeln, mehligkochend Salz 50 g Butter, weich Pfeffer gemahlener Koriander 8 Schweinsplätzli à ca. 60 g 2 EL Bratbutter 1 Schalotte 200 g Spinat Zubereitung 1. Randen und Kartoffeln separat

in Würfel schneiden. Randen in reichlich Salzwasser knapp weich kochen. Kartoffeln dazugeben, Gemüse weich kochen. Abgiessen und abtropfen lassen. Mit dem Kartoffelstampfer zerdrücken. Butter zum Randenstampf geben und verrühren. Alles mit Salz, Pfeffer und Koriander abschme­ cken. Randenstampf warm stellen. 2. Fleisch beidseitig mit Salz und Pfeffer würzen. In der Hälfte der Bratbutter bei mittlerer Hitze ca. 6 Minuten durchbraten. In­ zwischen Schalotte fein hacken. Spinat waschen. Schalotte in der restlichen Bratbutter andünsten. Spinat tropfnass in die Pfanne geben und zugedeckt dünsten, bis er etwas zusammengefallen ist. Mit Salz und Pfeffer ab­ schmecken. Plätzli mit Randen­ stampf und Spinat anrichten.

TIPP

Randen verleihen dem Kartoffelstampf eine spektakuläre Farbe und e­ inen speziellen ­Geschmack.

Spinatkuchen mit Feta Knuspriger Jufkateig, darin Spinat mit Feta­ käse und Pinienkernen: Mit Salat wird dieser mediterrane Kuchen zu einem köstlichen vege­ tarischen Hauptgericht. Rezept auf migusto.ch

Linsensuppe mit Kabeljau und Kapernpesto Schmackhafter Eintopf für Herbst und Winter: Ein Pesto aus Kapern und Mandeln macht aus der ­Linsensuppe mit Gemüse und Fisch ein ganz besonderes Gericht. Rezept auf migusto.ch

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MEINE MIGROS | 11.10.2021 | 27

TIPP Für eine exotische Note im ­ äsefondue sorgt anstelle von K gewohntem (Halb-)Weissbrot das geröstete Marronibrot, in mund­gerechte Würfel ­geschnitten. Seine Röstaromen und die leichte Süsse passen wunderbar zum Käse.

DAZU PASST Randenmousse, eine­ feine Vorspeise in Pink. Die Mousse wird aus frisch gekochten Randen, Frischkäse und Rahm ­hergestellt. Marronibrot einfach mit der Mousse ­bestreichen, mit Sprossen und gehackten Rauch­ mandeln belegen. Dieses und weitere ­Mousse-Rezepte gibts auf migusto.ch.

Bild: Lukas Lienhard, Styling: Mirjam Käser

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28 | 11.10.2021 | AUSWANDERER

American Dream im Güggeliwagen Thomas Odermatt hat geschafft, wovon viele träumen: Er ist in die USA ausgewandert und hat aus dem Nichts eine erfolgreiche Firma aufgebaut. Was in einem einzigen Güggeli­ wagen begann, verkauft sich inzwischen im ganzen Land. Text: Kian Ramezani

Odermatts e­ rster Güggeliwagen fiel wirklich allen auf: ­Dieben, Presse, ­Polizei und zum Glück auch den Konsumenten.

erinnert er sich. Das war vor 20 Jahren. Heute beschäftigt seine Firma Roli Roti («Rolling Rotisserie», deutsch «fahrender Grillspiess») 100 Mitarbeitende. Aufgewachsen ist der erfolg­ reiche Gastronom in Hombrech­ tikon im Zürcher Oberland, wo seine Eltern die Landmetzg Odermatt führten. Vom Fleisch hatte er als 19-Jähriger zunächst genug und lernte Biobauer mit den Schwerpunkten Getreide und Milch. Später arbeitete er

beim Zürcher Gipfelikönig ­Fredy Hiestand und versuchte sich in Polen in Obstbau und Hühner­ zucht. 2001 traf er die schicksals­ hafte Entscheidung, an der Uni­ versität Berkley in Kalifornien einen dreimonatigen Sprachauf­ enthalt zu absolvieren. Schnell merkte er, dass ihm Englisch­ lernen zu wenig war. Er nahm als Gasthörer an einem MBAProgramm teil und skizzierte in seinem Businessplan die Grund­ idee von Roli Roti: Grillpoulet

Bild: facebook/Roli Roti Gourmet Rotisserie, via sfgate.com

T

homas Odermatts ame­ rikanischer Traum hatte kaum begonnen, da ­endete er abrupt. Sein Güggeliwagen Marke Eigenbau, mit dem der Schweizer Aus­ wanderer die Foodszene von San Francisco aufmischen wollte, wurde über Nacht gestohlen. War das über­dimensionale Brathuhn aus ­Fiberglas auf dem Dach zu auf­fällig? Jedenfalls machte es das Vehikel so ori­ ginell, dass sich neben der Justiz auch die Lokalpresse für den Diebstahl interessierte. Ein Polizeihelikopter fand das Gefährt verlassen auf einem Parkplatz. Den Motor hatten die Räuber ausgebaut, aber der Grill war intakt. Odermatt überlegte nicht lange und liess sich zum nächsten Wochenmarkt ab­ schleppen. Dort erkannten die Leute den «stolen chicken truck» aus der Zeitung wieder und woll­ ten nun auch das Produkt probie­ ren. «Innerhalb von zwei Stun­ den waren alle Güggeli verkauft»,


AUSWANDERER | 11.10.2021 | 29

Thomas Odermatt (51) bei der Zubereitung von Porchetta, im Hintergrund brutzeln die Poulets.

als Streetfood, wie die Amerikaner es aus den Ferien in Europa kannten. Die Reaktion des Professors wird er nie vergessen: «Ich glaube, Sie werden nicht in die Schweiz zurückkehren.» Weniger ist mehr

Genau so kam es. Inzwischen lebt Odermatt seit 20 Jahren mit Frau und Tochter in San Francisco. In die Schweiz kommt er nur noch einmal jährlich für die Sommerferien. Fast noch berühmter als seine Güggeli ist deren Beilage, sozusagen Odermatts Markenzeichen: Seine Frau hatte die Idee, in einer Wanne unterhalb des Grills im herabtropfenden Saft der Poulets vorgekochte Kartoffeln zu braten. Hier hatte er zunächst das Problem, dass die von ihm bevorzugten, festkochenden Fingerlingkartoffeln in den USA nicht erhältlich waren. Bei einem Besuch in der Heimat nahm er einen Beutel mit, gab sie einem Bauern, der sie für ihn anbaute. Heute verkauft er davon jedes Jahr 250 Tonnen. Ebenfalls Kultstatus hat sein PorchettaSandwich aus dem Foodtruck. Odermatt bezeichnet sich als Food-besessen, aber seine Philosophie ist typisch schweizerisch, «weniger ist mehr». Wenige ­Zutaten (höchstens fünf ), aber in Topbioqualität, regional von ­Produzenten des Vertrauens, einfache Zubereitung. Dem amerikanischen Konsumenten, der «mehr ist mehr» gewöhnt ist, fällt das auf. Und in die Foodtrucks, wo absolute Disziplin gefragt ist und die Dinge einfach bleiben müssen, passt das genau. Roli Roti betreibt heute sechs Fahrzeuge, die sieben Tage pro Woche unterwegs sind. Mehr will Odermatt nicht. «Sie laufen und bereiten mir immer noch

grosse Freude, aber ich kann ­damit nicht wachsen, ohne Abstriche bei der Qualität und letztlich meiner Philosophie zu machen», sagt er. Das in den USA verbreitete Franchising-System liege ihm nicht. Die grosse Mehrheit seiner Mitarbeiter ist in seinem Pro­duk­tions­betrieb beschäftigt, wo er nach derselben Philosophie Premium-Convenience Produkte herstellt. Neben verschiedenen Fleischprodukten wie Kalua-Schwein hawaiianischer Art, Carnitas für Tacos oder klassisches Lemon Chicken entstehen hier auch Hühnerund Rindsbouillon sowie seine gebratenen Fingerling-Kartoffeln. Erhältlich sind sie in 7000 Läden im ganzen Land, da­runter in der bekannten Bio-­Super­ markt-Kette Wholefoods. Heimweh nach den Bergen

Beim Thema Heimweh wird Odermatt, der inzwischen auch US-Bürger ist, ein wenig me­lan­ cholisch: «Als Bub ging ich jeden Sommer für drei Wochen aufs Stanserhorn, das hat mich geprägt. Und es fehlt mir: die Ruhe und das Weite, die Glocken der Tiere auf der Rinderalp.» Die Weite und Ruhe des Pazifiks? «Nein, und zum Baden ist es auch zu kalt.» Im Auto hört er Schweizer Radio, und er hat meh­rere Schweizer Zeitungen abonniert. Seinen Lebensabend in der Heimat zu verbringen, kann er sich durchaus vorstellen. «Für meine Frau, die aus Japan stammt, wäre das geografisch zwar weiter, kulturell aber näher, uns verbindet die Disziplin.» Vorerst ist eine Rückkehr aber kein Thema. Thomas Odermatt hat noch lange nicht genug von Roli Roti – und die Amerikaner auch nicht, wie es scheint. MM


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KOLUMNE | 11.10.2021 | 31

Illustration: Rinah Lang

Köbi hats mir verdorben STADT, LAND, STUTZ Auch wenn ich das früher nie für möglich gehalten hätte: Mein Vater hatte recht. Nicht nur ein Mal betonte er beim Znacht, dass ich es irgendwann bereuen würde, dass ich keinen Bock auf Französisch-Büffeln habe. «Irgendwann wirst du viel Geld ausgeben müssen, um die Sprache zu lernen», sagte er. Irgendwann ist jetzt. Ich besuche neuerdings einen Französischkurs. Migros-Klubschule, Montagabend, 18 Uhr. Yeah. Äh, yéah. Ich muss sagen: Der Kurs macht Spass. Die Lehrerin ist très gentille, und meine Hirnzellen werden wieder mal auf eine ganz andere Art beansprucht. Im Kurs merke ich jedoch auch, dass ich etwas traumatisiert bin, was die französische Sprache angeht. In der 6. Klasse kam ich das erste Mal in den Genuss von entsprechendem Unterricht. Leider waren wir eine sehr laute Klasse, was unsere Französischlehrerin überforderte. Sie war vorher Kindergärtne-

Lisa Stutz (27) sucht die Balance zwischen urban und ländlich. Und pickt von beidem das Beste heraus.

rin gewesen. So befand sich eines Morgens ein aufgeblasener Ballon mit aufgemaltem Gesicht auf ihrem Pult. «Das ist Köbi», verkündete sie. Und Köbi schaue dafür, dass wir stiller seien. Sobald es im Klassenzimmer zu laut wurde, begann unsere Lehrerin, leise mit Köbi über uns herzuziehen. Wir hassten Köbi von Anfang an. Und so kam es, dass Köbi im Laufe der Monate immer wieder entführt, aus dem Fenster geworfen oder gepiekst wurde. Vor allem Letzteres führte zu seinem sofortigen Ableben. Doch egal, wie viel Kreativität wir in die Beseitigung von Köbi steckten, am nächsten Tag war immer ein neuer Köbi da. Obwohl er offensichtlich nicht dabei half, uns zu zähmen. Dass Köbi Köbi und nicht etwa Jacques hiess, steht sinnbildlich für die Qualität des Unterrichts – zusammen mit meiner Lernfaulheit eine fatale Kombination. Immerhin gehe ich mein Defizit jetzt an. Yéah. MM

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Doch Karin hat einen Plan, wie sie heute beide auf ihre Kosten kommen. Nach dem Frühstück geht es samt Hund Sam erst auf eine kleine Tour. «Der Händler hat gesagt, er sei komfortabler geworden, das will ich ausprobieren», erklärt Christoph. Ein kurzer Abstecher zum Schloss Hallwyl bringt Gewissheit. «Der Caddy ist dank der hohen Sitzposition sehr übersichtlich und fährt sich fast so agil wie ein Kompaktwagen», stellt der Lehrer zufrieden fest. Auf dem Parkplatz testet er gleich noch eines der zahlreichen Assistenzsysteme, die den Kompakt-Van so sicher machen. «Perfekt, der VW warnt Dich tatsächlich beim rückwärts Ausparkieren vor anderen Fahrzeugen», sagt Karin. Statt zum Gärtner lotst Christoph seine Frau aber zum See. «Dort könnten wir mit Sam gleich noch einen Spaziergang machen.» Karin hat ihren Ehemann längst durchschaut; normalerweise wird danach auf der Terrasse des Seehotels Hallwil etwas Feines gegessen. Gemeinsam geniessen sie

Karin und Christoph konnte der VW Caddy mit seinem hohen Komfort und enormen Platzangebot überzeugen.

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Karin (50) hat sich für 24 Stunden einen VW Caddy gesichert. Sie möchte schon lange ihren Garten auf Vordermann bringen. Ihr Mann Christoph (53) hingegen ist nur schwer für Gartenarbeit zu begeistern. Auch mit dem Caddy mit den modernen LED-Leuchten und umfassendem Komfort an Bord wird der Genussmensch wieder viele Ideen haben, was man statt eines Besuchs des Gartencenters anstellen könnte. Christoph würde am liebsten nur Caddy fahren.

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zuerst die Zeit in der malerischen Natur. Nach dem Essen trifft Christoph auf einen Kollegen und zeigt ihm spontan den Caddy. «Das auf Wunsch erhältliche, volldigitale Cockpit ist der Hammer! Er war völlig begeistert von den modernen Anzeigen und dem intuitiv zu bedienenden Multimediasystem», erzählt der 53-Jährige stolz und blickt prüfend auf die Uhr: «Reicht es heute überhaupt noch für unseren Pflanzeneinkauf?» Karin schmunzelt: «Ja, denn wir müssen nicht wie sonst zweimal fahren. Der Caddy hat so viel Platz, dass wir alles mit einer Fahrt nach Hause bringen können.» Tatsächlich: Das Stauvolumen ist um fast 10 Prozent gewachsen. Somit bietet der Allrounder bis zu 3300 Liter, der Caddy Maxi gar maximal 4000 Liter Platz und dank der grossen Schiebe-

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türen ist auch das Verstauen der Blumen ein Kinderspiel. Und Sam springt durch die tiefe Ladekante locker selbst in die Hundebox. «Die Gartenarbeit müssen wir dann wohl doch auf morgen verschieben», meint Karin mit Blick auf die Uhr etwas grimmig. Doch ihr Mann hat noch eine Überraschung auf Lager. Er greift in die Jackentasche und zieht zwei Tickets hervor: «Ich wollte Dich zum krönenden Abschluss der 24-Stunden-Erlebnisfahrt und als Trost für die rausgezögerte Gartenarbeit ins Kino einladen…» Karin strahlt, küsst ihren Mann undergänzt: «Super, ich bin sofort dabei – aber: Ich fahre!»


MEINE MIGROS | 11.10.2021 | 33

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34 | 11.10.2021 | NACHHALTIGKEIT

Himbeeren unter Strom Himbeeren brauchen Sonne, mögen aber keine Hitze. Die Solarzelle des Start-ups Insolight schafft dafür perfekte Bedingungen und produziert nebenbei Strom. Die Migros fördert das Projekt. Text: Nicola Brusa  Bilder: Niels Ackermann/Lundi 13

Das Versuchsfeld der Agroscope in Conthey VS ist der Traum ­eines jeden Hobbygärtners. Hier steht Himbeerstrauch an Him­ beerstrauch in schnurgeraden Reihen, an ihnen hängen per­ fekte reife Beeren, kein einziges gelbes Blatt ist zu sehen. Die Himbeeren sind Teil des For­ schungsprojekts Insolight: Statt in häss­lichen Plastiktunneln wachsen sie unter einem futuris­ tisch ­anmutenden Solardach. Geht es nach den Plänen von Insolight, stehen solche Dächer bald in grosser Zahl auf Feldern und Plantagen. Laurent Coulot, Mathieu Ackermann und ­Florian Gerlich sind die Gründer des Start-ups. Ihre Idee: mit ­optischer Lichtbündelung die Effizienz von Solaranlagen stei­ gern. Sie begannen mit sechs­ eckigen Linsen und erreichten damit im Labor Spitzenwerte. Sie arbeiteten dabei mit Technik aus der Raumfahrt, je weiter sie ihre Innovation jedoch voran­ trieben, desto näher kamen sie dem Boden. Bis sie schliesslich bei der Agro-Fotovoltaik lan­ deten, auf ebendiesem Feld in Conthey im Unterwallis. Jetzt steht Mathieu Acker­ mann zwischen den Himbeer­ sträuchern auf dem Gelände

der Agroscope, in der Hand ein ­Tablet. Über ihm die Versuchs­ anlage, 165 Quadratmeter, aus­ gerichtet nach Süden, die die Energieversorgerin Romande Energie zusammen mit Inso­ light konzipiert und installiert hat. Nebenan rauscht die ­Autobahn. Dagegen geradezu lieblich ist das Geräusch, das Ackermann per Knopfdruck auf seinem Tablet auslöst. Ein feines Klackern brandet über die 176 Panels der Anlage. Mit ein bisschen Fantasie (oder ist es ­Pioniergeist?) erinnert es an das Zirpen der Zikaden in

der Provence. So jedenfalls ­beschreibt Ackermann das Ge­ räusch der Elektromotörchen. Er muss selber schmunzeln über sein Bild. Das System von Insolight ­besteht aus zwei Glasschichten. Die obere ist geriffelt und bün­ delt das Sonnenlicht in feine Streifen. Auf die untere sind ­PV-Zellen ebenfalls in Streifen aufgedampft. Mit jedem Knopf­ druck verschiebt sich die untere Glasplatte von einem Extrem ins andere. Die Panels lassen 85 Prozent des Sonnenlichts durch, dann nur noch 15, dann

wieder 85 Prozent. Es wird hel­ ler oder dunkler, die Temperatur unter dem Glasdach steigt oder sinkt spürbar. Intensivstation der Himbeeren

Was Ackermann zur Demonstra­ tion manuell macht, übernimmt normalerweise eine Software, sie reguliert entsprechend dem Lichteinfall und der Tempera­ tur. Das System justiert dann stufenlos, damit für die Him­ beeren stets das perfekte Klima herrscht. Die Himbeere, diese Diva. Sie ist sensibel, braucht viel Pflege, mag weder zu viel


NACHHALTIGKEIT | 11.10.2021 | 35

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«Das tönt doch fast wie das Zirpen der Zikaden in der Provence.»

2

Mathieu Ackermann Mitgründer Insolight SA

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«Innovativ, einfach, skalierbar» 4

1 Direkter Vergleich: Auf der Versuchs­­an­lage in Conthey wachsen Himbeeren unter ­Solarpanels und ­Plastikplanen. 2 Das obere Glas der Panels ist geriffelt und bündelt so das Licht. Es schützt die ­Kulturen zudem vor Hagel und Regen. 3 Mathieu Ackermann steuert den Licht­ einfall via Tablet. 4 «Energie-positive» Himbeeren: Gleich guter Geschmack, besser fürs Klima

noch zu wenig Licht, verträgt Hitze schlecht, Regen und Hagel gar nicht. Das sagt Bastien Christ, der bei Agro­s­cope die Forschungsgruppe Beeren leitet. Dass in seine Kompetenz auch die Medizinalpflanzen fallen, passt: Das Versuchsfeld ist so ­etwas wie eine Intensivstation für Himbeeren. Die Sträucher sind komplett verkabelt, die ­Fotosynthese wird ebenso doku­ mentiert wie der Wassertrans­ port in der Pflanze, sämtliche ­Vitalwerte werden erfasst, die Rückschlüsse auf das Wachstum und die Fruchtbildung zulassen. Die ersten Erkenntnisse sind vielversprechend. Bastien Christ sieht grosses Potenzial in der ­Lösung. Die Hitze im Sommer sei zunehmend eine Heraus­ forde­rung für die Landwirt­ schaft. Was es brauche, sei eine dynamische Beschattung – und die sei mit Plastiktunnels sehr aufwendig. Es ist das, was die

Insolight-­Forscher von absolu­ tem Hightech auf den Boden brachte: die Kombination ver­ schiedener Funktionen und ­damit das Potenzial auf dem Markt. Sonnen- und Wetter­ schutz, Optimierung des Ernte­ ertrags – und quasi als Neben­ produkt baut der Bauer Strom an. Im Imagefilm verdichtet ­Insolight alles zum Slogan ­«Alimenter les citoyens et le ­réseau», die Menschen und das Netz speisen. Ein Mädchen isst lachend eine Himbeere, eine «energie-positive» Himbeere. Das Potenzial plakativ sicht­ bar macht eine Fahrt durch das Wallis. Die zahllosen Plastik­ tunnel, unter denen Beeren und Früchte wachsen, verschandeln die Landschaft. Sie nehmen rie­ sige Flächen in Anspruch – und produzieren keinen Strom. MM

Die M ­ igros unterstützt Insolight als ­globale Partnerin ­während vier Jahren im Rahmen ihres ­Engagements für das Produktionsland Schweiz. Thomas ­Paroubek, Leiter der Direktion Nachhaltigkeit & Qualität bei der Migros, spricht von ­einem «genialen Projekt»: sehr innovativ, bestechend einfach und gut skalierbar. Die kurzen Transportwege in Kombination mit der Produktion von Solarstrom beeinflussen Energie- und CO2-­ Bilanz der Früchte positiv. Die ersten der sogenannten «energiepositiven» Beeren sind frühestens 2023 in ausgesuchten MigrosFilialen erhältlich. Das Projekt wird auch vom Bundesamt für Energie unterstützt.


Der Monte Generoso ist der imposanteste Aussichtspunkt des Kantons Tessin und gehört zu den faszinierendsten Orten der Schweiz. Die atemberaubende Aussicht, die vom Appennin bis zu den Alpen reicht, bietet Besuchern die Möglichkeit, die Seenlandschaft Norditaliens und die Alpenkette des Gran Paradiso, vom Monte Rosa bis Cervino, von der Jungfrau bis zum Gotthard-Massiv, aus der Ferne zu bewundern. www.montegeneroso.ch

“FIORE DI PIETRA”

Tagesausflüge in die Sonnenstube der Schweiz mit Geniessen Sie die nostalgische Zahnradbahn- oder Dampfbahnfahrt und den einmaligen Blick vom Restaurant “Fiore di pietra”. Das neu erbaute Wahrzeichen des Monte Generoso, ist ein beeindruckendes Bauwerk, welches die unverwechselbare Handschrift des Architekten Mario Botta trägt. Inbegriffen: Tagesausflug mit Bus- und Bahnfahrt, 3-Gang Menü im Gourmet Restaurant “Fiore di pietra”. Reservationen: T: 0848 001 212 www.eurobus.ch/az1monte

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Bern Dienstag, 19. Oktober

Basel / Zentralschweiz Mittwoch, 06. Oktober

Biel Aargau / Zürich Donnerstag, 14.Oktober Donnerstag, 21. Oktober

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DIGITAL | 11.10.2021 | 37

So nutzen Sie Google noch effizienter Dank Google ist Wissen über alles und fast jeden nur ein paar Klicks entfernt. Mit diesen sieben Tricks lässt sich die Informationsflut auf wirklich relevante Ergebnisse eingrenzen. Text: Anna Chudozilov

Dateitypen finden

Wer Marco Müller googelt, bekommt fast 70 Millionen Ergebnisse angezeigt. Kein Wunder: Sowohl Marco als auch Müller sind weitverbreitete Namen. Mit ein paar Kniffs kommt man dem tatsächlich gesuchten Marco Müller schnell näher.

Manchmal solls ein Bild sein, dann wieder ein PDF – zum Beispiel, wenn man nach einem Jahres­ bericht sucht, von dem man weiss, dass er im Web aufgeschaltet wurde. Mit dem Befehl "Marco Müller" file:pdf werden nur noch PDFs geliefert, die diesen Namen enthalten. Zusatztipp: Für Marco-Müller-Bilder geben Sie "Marco Müller" file:jpg ein.

Genaue Wortkombination

Zusätzliche Infos Weniger Suchergebnisse dank mehr Infos: Sucht man den Parlamentarier Marco Müller, ergänzt man "Marco Müller" einfach mit Politiker oder Parlament; geben Sie jeweils Wortkombinationen ein, die mit grosser Wahrscheinlichkeit tatsächlich auf einer Webseite stehen werden.

Setzt man "Marco Müller" in Anführungszeichen – das funktioniert nur mit genau diesen Anführungszeichen –, liefert Google nur noch 342 000 Ergebnisse – also 20-mal weniger. Nun werden nur noch Seiten angezeigt, wo die gesuchten Wörter in exakt dieser Reihenfolge stehen. Zusatztipp: Man kann beliebig viele Wörter in Anführungszeichen setzen, wenn etwa ein ­Zitat bekannt ist, aber nicht dessen Urheberin.

Direkte Fragen stellen

Illustration: Getty Images

Domains eingrenzen Wenn ein Marco Müller aus der Schweiz gefragt ist, hilft es, die Suche auf bestimmte Domains einzugrenzen, also bestimmte Adressen. Ein erster Schritt kann sein, mittels «site:.ch» die Ergebnisse auf Seiten zu reduzieren, deren URL mit «.ch» enden. Wer Artikel über Marco ­Müller auf Schweizer Seiten finden möchte, sucht nach "Marco Müller" site:.ch. Zusatztipp: Das funk­tioniert auch, wenn man die ganze Adresse eingibt, zum Beispiel "Marco Müller" ­site:srf.ch.

Mehr als suchen Google kann weit mehr als suchen: zum Beispiel übersetzen und (um-) rechnen. Die Eingabe «Datenschutz Übersetzung Französisch» liefert das Resultat «protection des données», wer 123*456 eintippt, erhält umgehend das Resultat: 56 088. Das mühselige Umrechnen von Masseinheiten wird mit Google kinderleicht: Tippt man 80 Kilometer in Meilen ins Suchfeld, ploppt um­ gehend 49,7097 auf. Nach dem ­gleichen Prinzip funktioniert das mit so gut wie allen Masseinheiten.

Google mag direkte Fragen. Wer nach «In welcher Partei ist "Marco Müller"» sucht, muss nur noch entscheiden, ob der deutsche CDUMann oder der Luzerner Grüne gemeint ist.

Wörter ausschliessen Einer der prominentesten Marco Müllers ist ein Eishockeyspieler – entsprechend beziehen sich viele Ergebnisse auf ihn. Durch ein ­Minus lassen sich alle Seiten ausschliessen, die zwar Marco Müller, nicht aber das Wort Eishockey enthalten: "Marco Müller" -Eis­ hockey findet deshalb Namensvetter, die ihren Lebensunterhalt nicht auf dem Eis verdienen.


38 | 11.10.2021 | KOLUMNE

Schlaflos DER ANDERE BLICK «Klick» macht der Lichtschalter. Mein Sohn ist sieben Jahre alt und hat eben gelernt, das Licht ­einzuschalten. Das tut er nun mit grosser Leidenschaft. Er wandert durch die Wohnung, drückt die Schalter und freut sich, dass es hell wird. Eigent­ lich könnte ich mich über die­ sen für ihn grossen Entwick­ lungsschritt freuen, wäre es nicht zwei Uhr in der Nacht. Draussen ist es dunkel, gefühlt schlafen alle in unserer Nach­ barschaft, nur ­unsere Wohnung ist hell beleuchtet. Freudig läuft er nun zum Zimmer sei­

nes kleinen Bruders, um auch dort das Licht einzuschalten. Er drückt den Schalter, strahlt und ruft in s­ einer undeutlichen Sprache «Morge, Morge, Mor­ ge!» Einzig mit dem Griff zum Sicherungskasten können wir das verhindern. Ein paar Mal versucht er noch, den Schalter zu betätigen. Dann lässt er sich mit einem Bilderbuch in sein Zimmer ­locken. Dort sitzen wir auf ­seinem Bett – er hellwach, ich todmüde. Während die meisten Kinder nach der Babyphase durchschla­ fen, fingen bei meinem Sohn die

Schlafschwierigkeiten erst rich­ tig an. Wurde er wach, war es beinahe unmöglich, ihn wieder zum Schlafen zu b ­ e­wegen. Es gab auch Nächte, in d ­ enen er gar kein Auge zutat. «Wissen Sie, Frau Satir, bei Kin­ dern wie Ihrem Sohn gehören Schlafschwierigkeiten zum Be­ hinderungsbild», sagte mir eine Ärztin in der Schlafklinik, wo ich Rat suchte. Müde wie ich war, machte mich diese Bemerkung nur noch ratloser. Hiess das, wir ­Eltern müssen uns einfach ­damit abfinden, dass wir dauer­ müde sind? Schlafentzug ist

e­ twas Zermürbendes, er schlägt aufs Gemüt. Wenn sich mehrere solche Nächte aneinanderreih­ ten, wurde ich gefühlt zum Zom­ bie. Meine Nerven lagen blank, die Gedanken wurden negativ, und ich erkannte mich in mei­ nem Verhalten oft nicht wieder. In meiner Verzweiflung begann ich, nach Lösungen zu suchen; ich lernte, dass die Ärztin recht hatte, und verstand die Ursa­ chen für seine Schlaflosigkeit. Viele Kinder, die vom Autismus­ spektrum betroffen sind, haben Schlafschwierigkeiten. Als Grund vermuten Wissenschaft­

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| 11.10.2021 | 39

ler einen Mangel an einem be­ stimmten Enzym im Gehirn, das am Abend dabei behilflich ist, den Stimmungsaufheller Se­ rotonin in das Schlafhormon ­Melatonin umzuwandeln. Das Gehirn meines Sohnes konnte also selbst nicht genug Melatonin produzieren. Zu diesem Mangel kam seine Schwierigkeit, Reize zu filtern, hinzu. Besonders an Tagen, an denen er viel erlebte, war sein Hirn so überfordert, dass es ihm schwerfiel, in den Schlaf zu finden. Sein Kinder­ arzt verschrieb ihm eine Tablet­ te mit Melatonin abends, und sein Schlafverhalten verbesserte

sich. Doch Phasen, in denen er schlaflos blieb, gehörten weiter­ hin dazu, egal was wir versuch­ ten. Der Zustand der Über­ müdung wurde normal. Ob ich ­wollte oder nicht, ich musste mich damit abfinden. Das Einzige, was half, war, dass wir Eltern uns abwechselten oder auch mal ein verlängertes Wochenende für uns hatten, während mein Sohn gut betreut wurde. Mehrere Nächte durch­ zuschlafen, fühlte sich immer grossartig an. Als ob jemand ein Licht angeknipst hat, das lange ausgeschaltet war.

Sara Satir (41) wünschte sich früh eine Familie. Ihr ­erster Sohn Cem (17) kam mit einer Be­ hinderung zur Welt – alles wurde a­ nders als im Traum.

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40 | 11.10.2021 | FOTOGRAFIE

Levi wächst naturnah auf, im ­Tessin, im Piemont, in der Ostschweiz, einen Sommer lang auf einer Geissenalp in Graubünden. Schon als Fünfjähriger beobachtet er das Wild und bestimmt es mit seinem «Kosmos»-Tierführerbuch. Mit zehn, beseelt vom Vortrag eines Ornithologen, beginnt sich Levi für Vögel zu interessieren und engagiert sich in der Jugendgruppe Natrix, lernt immer mehr über Vögel, wird später Exkursionsleiter. Warum Vogelfotografie? «Säugetiere musst du gezielt ­suchen», sagt er, «aber Vögel sind einfach überall. Es gibt in der Schweiz über 400 nachgewiesene Arten.» Mit zehn fotografiert er mit seiner ersten einfachen Ka­ mera, mit zwölf kauft er sich eine Spiegelreflex und wird zum ambitionierten Wildtierfotografen. Levi Fitze absolviert derzeit eine Lehre als Fotofachmann, er hält Vor­ träge und organisiert Workshops. Seine Werke zeigt er auf seiner Website (levifitze.ch) oder für ­seine rund 5000 Follower als «levifitze» auf Instagram.


FOTOGRAFIE | 11.10.2021 | 41

Auf der Lauer

Levi Fitze ist erst 17 Jahre alt und hat bereits die Auszeichnung «Young Bird Photographer of the Year 2021» gewonnen. Wir zeigen seine besten Bilder und erzählen, wie sie entstanden sind. Text: Marcel Huwyler  Bilder: Levi Fitze

Birkhuhn Im Frühling vor drei Jahren ­entdeckt Levi Fitze im Alpstein, oberhalb der Baumgrenze, den Balzplatz von Birkhühnern. Sie gehören zu seinen Lieblings­ vögeln und sind extrem scheu. Er hätte sie mit einem Tele­objektiv aus weiter Entfernung fotogra­ fieren können, aber er will sie mit möglichst viel Um­gebung ablich­ ten. Am Abend vor dem Shooting stellt er nah beim Balzplatz ein Stativ auf. Die Nacht verbringt er vor Ort im Schlafsack. Morgens um vier Uhr i­ nstalliert er seine Kamera samt Weitwinkelobjek­ tiv auf dem S ­ tativ und versteckt sich in ein paar Metern Entfer­ nung unter einem Tarnnetz. Als die Birkhühner kurz nach sechs Uhr erscheinen, löst Fitze per Fernsteuerungs-App auf seinem Handy die Kamera aus. «Als ich die Fotos sah, war mir sofort klar, dass mir da etwas Wunderbares gelungen ist.»


42 | 11.10.2021 | FOTOGRAFIE

Luchs Fitzes absolutes Highlight in ­seinem bisherigen Fotografen­ schaffen: der Luchs. Ein Be­ kannter im Bündnerland infor­ miert ihn im August, ein Luchs habe eine Gämse gerissen. Es gibt in der Schweiz nur etwa 300 Luchse, sie sind extrem scheu, und es war schon immer Fitzes Wunsch, einen zu foto­ grafieren. Mit dem Velo fährt er um vier Uhr morgens nach St. Gallen, nimmt den Zug und ist um acht bereits am Zielbahn­ hof. Von dort steigt er noch zwei Stunden hoch zur Alp. Den gan­ zen Tag beobachtet er das ge­ rissene Tier, das noch immer da­ liegt. Aber kein Luchs lässt sich blicken. Doch dann, es ist gegen halb fünf am Abend, starrt ihn aus dem Wald ein Gesicht an. Der Luchs. Er und das Tier, Auge in Auge. Fitze ist «so geflasht», dass er es nicht schaffte, den ­Fotoapparat hochzunehmen und abzudrücken. Erst später gelingt ihm das. Der Luchs bringt sogar noch zwei Junge mit, die herumtollen – immer im Kontrollblick der Mutter.

Jungfüchse Nach den Birkhühnern ver­ bringt Fitze wohl am meisten Zeit mit Jungfüchsen. An ­seinem Wohnort in Bühler AR hat er drei Fuchsbaue entdeckt, wo er die Welpen gut beobach­ ten und fotografieren kann.


FOTOGRAFIE | 11.10.2021 | 43

Eins von Levi Fitzes Lieblingsbildern: Im richtigen Moment fliegt links ein ­Bergpieper vorbei.

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FOTOGRAFIE | 11.10.2021 | 45

Steinböcke Ende Juli ist Fitze im Gebiet Churfirsten unterwegs, um Schneehühner zu fotografieren. Er wird begleitet von einem ­Fotografen aus Holland, der ­unbedingt Steinböcke ablichten will. Doch sie finden keine, und Levi fühlt sich als schlechter Führer, ist der Holländer doch extra wegen des Wilds angereist. Aber dann, ganz plötzlich, steht ein Steinbock da. Und zwar ­genau vor der untergehenden Sonne. Fitze hat sein Foto stark unterbelichtet, damit es so ­plakativ wirkt. Innert einer Stunde schiesst er vom Steinbock über 1000 Bilder.

Gämsen Dieses Bild entstand frühmorgens während eines ­kühlen Spätsommertags. ­Fitze war gerade beim Abstieg, als er eine Gruppe mit Gämsen entdeckte, die sich in Richtung des Grates ­bewegten. Er wartete, bis die Gämsen in der richtigen Position waren und er ihre Silhouetten vor den Bergen ablichten konnte.


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48 | 11.10.2021 | FAMILIE

So behalten Eltern die Nerven Eltern von Babys und Kleinkindern stehen oft enorm unter Druck. Folgende Tipps sollen ihnen helfen, die neuen Herausforderungen im Alltag zu packen – und dabei auch sich selbst Sorge zu tragen. Text: Monica Müller  Illustration: Alice Wellinger

Oasen schaffen Schreit ein Säugling viel oder trotzt ein Kleinkind gefühlt den ganzen Tag, sind Eltern einfach nur froh, wenn das Kind endlich ruhig ist. Sie bemühen sich dann, diese Ruhe um keinen Preis zu stören. So fehlen die guten Mo­ mente mit dem Kind. Sie sind wichtig, um für die weniger angeneh­ men wieder fit zu sein.

Das kann helfen:

­Situationen schaffen, in denen die Eltern ihr Kind geniessen. Auch wenn es nur fünf ­Minuten sind – das tut beiden gut, kittet die Beziehung und gibt Energie. Wichtig ist, die Erwartungen her­ unterzuschrauben. Ein ganzer stressfreier Nachmittag ist un­ realistisch. Aber eine Spielerei beim Wi­ ckeln, eine Plauderei auf dem Teppich oder ein Ausflug in den Gar­ ten: Das können kleine Glücksmomente sein. Mehr zum gesellschaftlichen Engagement der Migros-Gruppe: migros-engagement.ch


FAMILIE | 11.10.2021 | 49

Ehrlicher Austausch Realistische Erwartungen Viele junge Eltern ­haben sich ihre Rolle anders vorgestellt. ­Weniger anstrengend. Sie schlafen zu wenig, haben keine Zeit für sich und sind überwäl­ tigt vom Gefühl, für ein fragiles Wesen verant­ wortlich zu sein. Manche den­ ken, ihr Baby schreie ab­ sichtlich viel. Andere fühlen sich als Versage­ rin oder Ver­sager, wenn sich das Baby trotz ihrer Bemühun­ gen nicht rasch beru­ higt. Auch mit ­etwas ­Erfahrung gilt es ­immer wieder heraus­ zufinden, was ein Kind braucht und was hilft, wenn es unzufrieden ist. Manche Eltern glauben, immer 100 Prozent für ihr Kind da sein zu müssen. Das kann helfen:

Man kann für sein Kleinkind nicht immer absolut präsent sein. Ein Baby braucht zwar immer jemanden in der Nähe. Es kann sich aber auch kurz selbst beschäftigen. Ein paar entspannte Minuten für sich tun Eltern und Kind gut. Ist es gerade aufgewacht oder liegt zufrieden auf einer Krabbeldecke, können Eltern sich ruhig ­etwas Zeit nehmen, e­ inen ­Artikel lesen, ­einen Kaffee trinken, eine Freundin an­rufen, ­etwas Angefangenes beenden.

Noch immer ist der Stress, den Kinder aus­ lösen können, tabui­ siert. Viele erzählen nur, was mit dem Säug­ ling/Kleinkind gut läuft und wie glücklich sie sind – angeblich rund um die Uhr. Die schwierigen Momente und Gefühle werden ausgelassen. Aufge­ stauter Frust tut nicht gut, und wir lassen ihn meist bei denen ab, die uns am nächsten sind. Das kann helfen: Sich

mit einer Vertrauens­ person ehrlich auszu­ tauschen.

Vorsicht bei Vergleichen Gespräche mit anderen Eltern können nützlich sein. Oft bekommt man Tipps für die Lösung alltäglicher Probleme. Es entsteht aber auch manchmal der Ein­ druck, dass andere Kinder pflegeleichter sind und schon mehr können als die eigenen. Das kann helfen: ­ edes Kind ist anders J

und hat eine eigene Persönlichkeit. Es ist nicht nur unterschied­ lich, wie viel Kinder pro Tag schreien, son­ dern auch, wie viel sie essen, trinken oder schlafen, wann sie ­laufen lernen oder an­ fangen zu sprechen. Lassen Sie sich von Vergleichen nicht ver­ unsichern.

Mit der Energie haushalten Kleine Kinder fordern enorm viel Energie und Geduld. Eltern kommen hier an ihre Grenzen, die Batterien leeren sich. Wichtig ist, sie auch immer wieder aufzufladen. ­Eltern, die sich die Be­ treuung t­ eilen, leiden manchmal trotzdem unter Schlafmangel, weil sie beide nachts wach bleiben. Entwe­ der, weil sie nicht ab­ schalten können oder einander «nicht im Stich» lassen wollen. So kann keiner zur Ruhe kommen und sich regenerieren. Das kann helfen: Zu­

ständigkeiten konkret absprechen und kon­ sequent durchziehen: Wer ist am Tag und in der Nacht wofür zu­ ständig? Wichtig ist, sich an diese Ab­ machungen zu halten: Also, wer übernimmt die Verantwortung, wer hält sich heraus (notfalls mit Oropax). Man sollte auch klären, wer was besser aushält: Vielleicht setzt das abendlich schreiende Kind dem Vater mehr zu, ­dafür macht es ihm nichts aus, nachts aufzu­stehen und mit dem Kind auf dem Arm in der Wohnung auf und ab zu gehen? Tröstlich ist auch der Gedanke, dass neue Entwicklungsphasen kommen, die einem leichter fallen.

Job und Familie jonglieren Viele Eltern möchten ihre Kinder so wenig wie möglich fremd­ betreuen lassen. Also planen sie Arbeit und Betreuung so, dass es zeitlich haargenau auf­ geht. Einer bringt das Kind, eine holt es, ­dazwischen arbeiten beide. So müssen sie von einer Aufgabe zur anderen hetzen. Die Woche ist durchge­ taktet. Das laugt aus und sorgt für Stress. Das kann helfen:

­ eniger engmaschig W planen, Pufferzonen im Betreuungsplan einplanen und sich auch ein klein wenig Freizeit gönnen. Viel­ leicht kann eine Nach­ barin das Kind aus der Kita abholen? Oder es bleibt eine ­halbe Stunde länger bei der Tagesmutter? Auch ein Back-up-Plan für Not­ fälle ist wichtig. Denn Kinder werden krank.

KINDERSCHUTZ #refeel – Hilfe und Rat, bevor die Batterien leer sind. Die Kampagne ­#refeel wird u. a. vom Kinderspital Zürich und dem Marie Meierhofer Institut für das Kind in Zusammenarbeit mit Pro Juventute umgesetzt. Das Migros-­ Kulturprozent unterstützt sie. www.refeel.ch

Unterstützung annehmen – und bieten Die meisten Eltern denken: Das müssen wir doch hinkriegen, andere schaffen das auch. Sie schleppen sich durch den Alltag und fühlen sich zuneh­ mend ausgelaugt. Das kann helfen: Bie­

ten Freunde, Gross­ eltern oder Nachbarn Hilfe an, sie unbedingt ­annehmen! Konkrete Hilfsangebote sind be­ sonders willkommen: Soll ich mittwochs um 17 Uhr eine Runde mit dem Kinderwagen drehen? Ich backe eine Aprikosenwähe, wann kann ich sie dir bringen? MM


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NACHHALTIGKEIT | 11.10.2021 | 51

Braune Bananen, altes Brot: Was tun? Brot, Bananen, Karotten, Käse und Joghurt haben eins gemeinsam: Sie werden viel zu häufig entsorgt. Wir haben Tipps zum Aufbewahren und Ideen zur feinen Verwendung.

Bananen

Brot So bewahren Sie es auf

Brot ist in Papiertüten und Brotkästen gut aufbewahrt. Der Kühlschrank und Plastiktüten sind für Brote nicht geeignet. Einzelne Brotscheiben lassen sich gut einfrieren. Sie können später besonders gut im Toaster aufgefrischt werden. So verwenden Sie es

Altes Brot in Würfel schneiden und trocknen. Später mit etwas Öl in der Pfanne knusprig ­rösten oder im Cutter zu ­Paniermehl verarbeiten. Reste vom Zopf oder von Toastbrot können auch zu Vogelheu oder Fotzelschnitten verarbeitet werden. Scheiben von Ruchmehl- oder Roggenbrot ergeben gute Käseschnitten.

So bewahren Sie sie auf

Käse So bewahren Sie ihn auf

Käse mag es kühl, feucht und luftig. Deshalb sollte man ihn immer im Kühlschrank lagern. Weichkäse am besten in der Spanschachtel oder in einer Frischhaltedose, die man mit Küchenpapier auskleidet. Hartkäse ist in Pergamentpapier oder Käsepapier eingewickelt gut aufgehoben. Käse wie Feta oder Mozzarella in der Lake aufbewahren. So verwenden Sie ihn

Käseschnitten, Käsespätzli und so ziemlich jeder Auflauf profitieren vom Käsearoma. Kleine Mengen Hartkäse gehören ins Risotto. Wer grosse Mengen an Parmesan übrig hat, punktet beim Apéro mit Parmesan-Chips.

Bananen möglichst kühl und dunkel lagern, aber auf keinen Fall im Kühlschrank. Druckstellen, die schnell braun werden, lassen sich durchs Aufhängen an einem Haken vermeiden. Wenn absehbar ist, dass die Bananen nicht mehr verwendet werden, einfach mit der Schale in den Tiefkühler geben und später zu Nicecream verarbeiten. So verwenden Sie sie

Besonders schnell sind Milchshakes zubereitet: Einfach Milch und Bananen mit einem Mixer verquirlen. Mit einer ­Gabel zerdrückt und mit Quark verrührt, wird daraus schnell Bananenquark. Mehrere vollreife Bananen lassen sich zu ­Banana Bread verarbeiten.

Käseschnitte Caesar Salad mit Kürbis Der Salatklassiker ist ohne Croutons un­ denkbar. Perfekt, wenn man Reste vom Brot dafür aufbewahrt hat. Rezept auf migusto.ch

Schnelles Haupt­ gericht mit feiner Schweizer Würze: mit Weisswein beträufelte Ruchbrotscheiben, darauf Tomatenschei­ ben und Greyerzer, im Ofen gratiniert. Rezept auf migusto.ch

Banana Bread Bananenbrot ist ein ­feines, cremiges Süss­ gebäck. Es kann mit ­diversen Toppings ­serviert werden, etwa mit Gewürzbutter und Apfel. Rezept auf migusto.ch


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NACHHALTIGKEIT | 11.10.2021 | 53

Karotten So bewahren Sie sie auf

Bilder: Migusto, MDB +, iStock

Karotten machen bei Zimmer­ temperatur schnell schlapp. Lässt man sie im Plastiksack, können sie schnell schimmeln. Besser: Karotten im Kühl­ schrank lagern. Ideal sind Plas­ tikdosen mit Siebeinsatz. Auch in einem feuchten Geschirrtuch bleiben sie knackig. So verwenden Sie sie

Grosse Mengen an Karotten lassen sich gut entsaften. ­Karottensuppe ist ebenfalls schnell zubereitet. Für Chips aus Wurzelgemüse gibt es eben­ falls immer Abnehmer.

Joghurt

Gewürze & Kräuter So bewahren Sie sie auf

Joghurt gehört in den Kühl­ schrank. Dennoch landen viele Fruchtjoghurts ungeöffnet im Müll, weil das Halbarkeits­ datum überschritten wird. Ein­ frieren von Joghurts verändert die Konsistenz. Einmal einge­ froren, eignen sich Joghurts eher zum Backen oder für Drinks im Stil von Smoothies.

Ingwer sollte kühl in einem feuchten Tuch gelagert werden. So trocknet er nicht aus. Selbst kleine Reste von Ingwer, Zitro­ nengras und Kräutern lassen sich einfrieren. Bei Kräutern hat sich das Einfrieren von ge­ hackten Blättchen im Eiswürfel­ behälter bewährt. Wer häufig kleine Mengen an Kräutern ­verwendet, sollte sie in Töpfen auf der Fensterbank halten.

So verwenden Sie es

So verwenden Sie sie

So bewahren Sie es auf

Solange sich der Deckel eines Joghurts nicht wölbt, sich kein Schimmel gebildet hat oder der Geschmack und die Konsistenz merkwürdig sind, sollte man ihn nicht wegwerfen. Mit Milch und Früchten verquirlt, hat man schnell einen erfrischenden Drink. Auch Salat­saucen sind schnell zubereitet.

Aus exotischen Gewürzen wie Ingwer und Zitronengras kann man gut eine Currypaste her­ stellen. Das funktioniert auch mit tiefgekühlten Gewürzen. Ingwer bereichert Gemüse­ cremesuppen, zum Beispiel Kürbissuppe. Kleine Ingwer­ reste schmecken im Tee und aromatisierten Wasser.

KräuterJoghurtSauce

Wurzel­ gemüseChips

Eine Joghurtsauce mit Knoblauch und Kräutern wie Dill, Minze und Petersilie ist schnell ­zubereitet. Passt zu Grilliertem und ­Ge­bratenem und als Gemüse-Dip. Rezept auf migusto.ch

Randen, Karotten, Süsskartoffeln hauchdünn schneiden. Leicht geölt im Backofen knusprig backen. Mit Fenchelsamen und Salz würzen. Rezept auf migusto.ch

Kürbissuppe mit Ingwer Die Kürbissuppe ist schnell und einfach ­zubereitet. Ingwer gibt ihr einen aromatischen Kick, Kokosmilch ­exotische Sämigkeit.

Alle Rezepte auf migusto.ch

Rezept auf migusto.ch


54 | 11.10.2021 | TESSIN

M

it einem Schlauch benetzt Vorarbeiter Franco einen grossen Marmorbrocken, sodass dessen Zeichnun­ gen zum Vorschein kommen. Marzio Maurino ist begeistert: «So einen schönen Brocken bekommt man nicht alle Tage zu Gesicht.» Der Be­ sitzer des Cristallina-Steinbruchs in ­Peccia TI ist sichtlich beeindruckt und macht ein Foto vom Stein. Die Arbeiter haben ihn gerade aus dem Berg geholt. Ein drei Meter langes ­Sägeblatt hat dafür zuerst zwei verti­ kale und anschliessend einen hori­ zontalen Schnitt in den Stein ge­ schnitten. Eine Seilsäge hat dann die Rückseite des Brockens freigelegt. Marmor gilt als weicher Stein. Ganz früher wurde er von der Erde sozusagen gekaut – wie Kaugummi. Tektonischen Erdplatten, die sich verschoben, pressten vor etwa 250 Millionen Jahren Kalkstein tief ins Erdinnere, wo dieser bei über 400 Grad zu Marmor wurde. Die Kräfte und Bewegungen von damals sind für die Zeichnungen und ­Muster im Stein verantwortlich. Marzio Maurino zeigt auf die ­meterhohe Steinwand hinter sich. Deutlich sind dort die Spuren des Marmorabbaus sichtbar. Weiss, grünlich oder rötlich leuchtet der Stein. Insgesamt 14 Marmorfarben gibt es im Fels in Peccia. «Kürzlich haben wir sogar violetten Marmor abbauen können. Das ist das Faszi­ nierende: Man weiss nie genau, was man als Nächstes aus dem Berg holt!» Schweizer Marmor aus Prinzip

Maurino, dessen Familie seit Genera­ tionen Steinbrüche besitzt, hat sich 2010 im stolzen Alter von 70 Jahren einen Traum erfüllt: Er kaufte sich den letzten Marmorsteinbruch der Schweiz. Nicht, weil sich das wirt­ schaftlich besonders lohnen würde, die Konkurrenz aus Italien ist gross. Aber er wollte den Schweizer Marmor nicht versiegen lassen. Heute kommt er in Privathäusern, für Infrastruktur, Brunnen, Häuserfassaden und an ­vielen anderen Orten zum Einsatz. Nicht nur Marzio Maurino oder bekannte Architekten, wie Mario ­Botta, sind vom Schweizer Marmor

Marmor, Stein und Reisen …

Marmor stammt aus Italien. So weit, so klar. Aber eben auch aus der Schweiz: Ein Besuch im letzten Marmorsteinbruch im Maggiatal, das neben dem edlen Stein noch weitaus mehr zu bieten hat. Text: Dinah Leuenberger  Bilder: Bruno Karl Stebler


TESSIN | 11.10.2021 | 55

Marzio Maurino ist zufrieden: ­Zuerst hat es ­geregnet, jetzt scheint die ­Sonne. «Marmor sieht nass, in der Sonne glitzernd, am besten aus!»

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Bewegen

Im Maggiatal kann man wunderbar wandern, entlang von grossen Stau- oder kleinen ­Bergseen. Das Niveau der Wanderungen variiert, für einige sind gute Schuhe und Fitness ein Muss. Weitere Infos und Ausflugstipps auf ticino.ch

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Sehen

Die Kirche von Mogno stammt von dem Tessiner Architekten Mario Botta und wurde vollständig mit Stein aus dem Maggiatal realisiert.

Bild: Mauritius Images

chiesadimogno.ch

In der Kirche kommen zwei Marmorfarben vor, im Steinbruch von Peccia gibt es insgesamt 14! cristallinamarmo.ch


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TESSIN | 11.10.2021 | 57

begeistert: Auch grosse Schweizer Marken wie On Running oder Mammut waren hin und weg und fotografierten im Steinbruch kürzlich ihre Werbekampagnen. ­Öffentlich zugänglich ist er allerdings nicht. «Man muss schon ­etwas aufpassen, schliesslich wird hier ja gearbeitet. Der Steinbruch ist kein Vergnügungspark», erklärt Maurino. Trotzdem haben im Maggiatal alle etwas vom Marmor. Zum Beispiel beim Besichtigen der Kirche von Mogno, die von ­Mario Botta zweifarbig entworfen wurde. Und auch etwas weiter unten im Tal: Dort ist beinahe das ganze Jahr über ein fast meditatives Hämmern und Klopfen zu hören. Es stammt von der Scuola di Scultura von Alex Naef und ­Almute Grossmann-Naef. 1984 nahm alles seinen Anfang, als ein Steinbildhauer ­ein paar Interessierten zeigte, wie man Stein ­bearbeitet. Damals gab es eine ­kleine Holzbaracke und eine Handvoll Werkzeug, heute hat die Schule mehrere Gebäude, und auch die ehemalige Marmor-­ Verarbeitungsanlage nebenan ist inzwischen Teil der Schule.

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Erleben, wie der Stein Form bekommt und durch die eigenen Hände ver­ wandelt wird, das geht an der Scuola di Scultura. Etwa 50 Kurse bieten die Gründer Alex Naef und Almute Gross­ mann-Naef pro Jahr an. Die meisten davon sind Steinbildhauerkurse (es gibt aber auch Kurse mit anderen ­Materialien, zum Beispiel Holz oder Ton). Glücklich werden vom Anfänger bis zum Profi alle. scultura.ch

Vor dem Stein sind alle gleich

Für Almute Grossmann-Naef ist dieser Ort nicht nur meditativ, er vereint auch: «Vor dem Stein sind wir alle gleich. Egal, aus ­welchen Ecken der Welt die Kursteilnehmenden sind. So entstehen immer wieder die schrägsten Gruppen.» Es sind 16- bis 90-Jährige, manche ­Anfänger, manche Profis – viele wurden es an der Scuola di ­Scultura. «Sie kehren immer wieder zurück, um an ihren Werken ­weiterzuarbeiten.» So nimmt man zwar nach jedem Kurs – der ein bis zwei Wochen dauert – ein Werk nach Hause mit, doch fertig ist es nicht unbedingt. Es brauche Zeit, um sich auf den Stein ­ein­zulassen, meint Alex Naef.

Hämmern

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Essen

Es gehört zu den schönsten Grotti im Tessin: Im Grotto Pozzasc (­pozzasc heisst soviel wie schlech­ ter Teich) ist die Kulisse einmalig: Neben einem natürlichen Teich der Maggia, in dem man im Sommer herrlich b ­ aden kann, geniesst man den Klassiker Polenta. Die Mais­ speise wird noch traditionell im Kessel gekocht und zum Beispiel mit lokalem Käse, Hirschragout oder Tomaten serviert. Auch die Pizzoccheri schmecken herrlich, ­besonders allen, die Knoblauch mögen. Un­bedingt reservieren und grossen Hunger mitbringen! pozzasc.ch

Kunst am Stein

Das wissen auch die fünf Kunst­ schaffenden des Centro di ­Scultura, einen Steinwurf weiter unten im Tal. Es ist der Ort, an dem der Stein zu etablierter Kunst wird. Jedes Jahr, während sechs Monaten arbeiten die von einer Jury ausgewählten inter-

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TESSIN | 11.10.2021 | 59

nationalen Künstlerinnen und Künstler an ihren Projekten mit Marmor. Sie tragen ihn aus dem Maggiatal in die Welt hinaus. Im Museum, das ebenfalls zum Centro gehört, läuft jährlich eine Ausstellung, aktuell eine mit Arbeiten des mexikanischen Künstlers Jose Dávila. Noch vor der Vernissage, als seine Kunst­ werke platziert wurden, fiel eins in sich zusammen. Der Künstler nahm es gelassen. Das Rohma­ terial für seine Skulpturen holte er teilweise im Steinbruch von Peccia. Viele Brocken waren ­bereits ­angebrochen, hatten ­Risse oder verfärbten sich mit der Zeit. Wie die Menschen aus dem Steinbruch, der Schule und dem Centro weiss Dávila, dass der Marmor zwar vieles mit sich ­machen lässt und am Ende doch eigenwillig bleibt. MM

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Sehen

Das Centro di Scultura zeigt momentan Werke des ­mexikanischen Künstlers Jose Dávila. centroscultura.ch

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MEINE MIGROS | 11.10.2021 | 61

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62 | 11.10.2021 | PRODUKTSICHERHEIT

Geprüft und für gut befunden Melanie Senti und Nathalie Moravetz sorgen bei der Migros für die Sicherheit von Non-Food-Produkten. Dafür gehen die beiden mehrmals im Jahr auf Einkaufstour und ins Migros-eigene Prüflabor. Text: Benita Vogel  Bilder: Nik Hunger

Zwei türkisfarbene Papageienkerzen liegen im Einkaufswagen neben Schachteln mit einer LEDLeuchtkette und einem R­asier­ apparat. Auch farbige Kinder­ knete, Duftölflaschen und eine Kuchenform aus Silikon befinden sich darin. Melanie Senti und Nathalie Moravetz manövrieren den ­vollen Wagen durch die Gänge und halten vor einem Regal mit Kohlegrills – für 15 Franken. «Puh, das ist ja ein Schnäppchen», sagt Melanie Senti. Die beiden Frauen sind für ­ die Qualität und Sicherheit von Produkten im Nicht-Lebensmittel-Bereich zuständig. Melanie Senti ist Fachspezialistin Qua­ litätssicherung beim Migros-­ Genossenschafts-Bund (MGB). Nathalie Moravetz leitet das NonFood-­Labor von SQTS, ­einem Analytikdienstleister, der auch zum MGB gehört. Heute sind sie auf Shoppingtour im Pizolpark in Mels SG. Bei Do it + Garden, SportXX, Mi­casa, ­Melectronics und im Migros-­Supermarkt ­kaufen sie über 40 Produkte für fast 500 Franken ein. Dieser Grosseinkauf heisst in Fachsprache Sortimentskon­ trolle, die sicherstellen soll, dass die Migros nur Produkte verkauft, die den gesetzlichen Vor-

Testen Melanie Senti (l.) und ­Nathalie Moravetz prüfen in ­einem eigenen Kerzentestraum des Prüflabors verschiedene Kerzen auf Brenndauer, Russverhalten und ob sie kontrolliert abbrennen und nicht einfach­ ver­laufen. Das wäre nämlich brandgefährlich.

gaben und den eigenen Qualitätsansprüchen entsprechen. «Produkte, die es in der Migros zu kaufen gibt, können bis zu viermal geprüft werden: als Muster, vor der Produkteinführung und mehrere Male danach», sagt ­Senti. Das sei Vorschrift. Bei ­jedem einzelnen Produkt muss nachgewiesen werden, dass die Sicherheits- und Qualitätsvorgaben eingehalten wurden, bevor es in den Verkauf gelangt. Stehen die Produkte einmal im Regal, wird geprüft, ob alles noch konform ist – durch Kontrollen der Behörden oder eben der Migros selbst. «Unsere Sortimentskontrolle basiert auf Stichproben. Wir fokussieren dabei auf Produkte mit einem hohen Risiko, wie Elektrogeräte und Spielzeug», sagt Senti, die eine Aus­bildung als Chemielaborantin ­absolviert und Lebensmitteltechnologie studiert hat. Spielzeuge oder Bastelsachen können wegen bedenklicher Inhaltsstoffe heikel sein, Elektrogeräte wegen mög­licher Fehlfunktionen. Vom Einkaufswagen ins Prüflabor

Die beiden Kontrolleurinnen ­gehen mehrmals im Jahr auf ­Einkaufstour, jedes Mal wo­ anders. So kaufen sie regelmässig Modeschmuck wegen des Nickelgehalts, der Allergien auslösen könnte. Auch Textilien, Kerzen und Produkte, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen, landen im Einkaufswagen. Und heute auch der Grill für 15 Franken. Nathalie Moravetz bringt ihn samt Grosseinkauf zu SQTS nach Dietikon ZH. Die Swiss Quality

Testing Services wurden 1930 von der Migros gegründet, sind unabhängig und arbeiten für verschiedene Kunden. 150 Mitarbeitende t­ esten Produkte auf Sicherheit, Inhaltsstoffe und Hygiene – auch im Bereich Lebensmittel und ­Lebensmittelverpackungen ­(siehe Box). Das Labor prüft beispielsweise Weichmacher in Kunststoffen und Schwermetalle in Spielzeugen. Sogar einen Kerzentestraum gibt es. Moravetz’ Team lässt hier die eingekauften Papageienkerzen ganz niederbrennen. «Bei Dekokerzen kann es vorkommen, dass sie nicht kontrolliert abbrennen, sondern einfach verlaufen », sagt Moravetz. Dies könnte zu Reklama­ tionen führen oder auch hinsichtlich eines Brandes gefährlich werden. Zusätzlich werden


PRODUKTSICHERHEIT | 11.10.2021 | 63

Rückruf

auch Brenndauer und das Russverhalten überprüft. Der Grill kommt ins Techniklabor. Die Prüfleiter braten hier zwar keine Würste – das tun sie, bevor Grills überhaupt in den Verkauf kommen –, dennoch wird der Günstiggrill nach einem vorgegebenen Prüfplan unter die Lupe genommen. Dabei wird die Schale erhitzt, um zu kontrollieren, dass sie sich nicht verformt. Die Spezialisten prüfen auch den Grillrost auf Inhaltsstoffe, weil er mit Lebensmitteln in Kontakt kommt, die Standfestigkeit der Beine und die Verpackung nebst Gebrauchsanleitung. Auch Melanie Senti und ihre Kolleginnen und Kollegen der Qualitätssicherung des MGB prüfen, ob die gekauften Produkte korrekt gekennzeichnet

Messen

Wiegen

Nichts wird dem Zufall überlassen: Nicht nur die Brenndauer, auch die Höhe und der Durchmesser einer Kerze wollen kontrolliert werden.

Entspricht das Gewicht , das auf der Verpackung angegeben ist, dem tatsächlichen? Sogar das wird bei dieser Kakadukerze überprüft.

und beschriftet sind. «Bei Kosmetika und Chemikalien fehlen manchmal wichtige Anwendungs- oder Gefahrenhinweise», sagt Senti. Neben ihr a­ rbeiten sieben Qualitätssicherer im ­Bereich Non-Food, im Bereich ­Lebensmittel sind es vier. Rückzug oder Rückruf

Sentis Team entscheidet auch, was mit mangelhaften Produkten passiert. «Wir beurteilen die Risiken und empfehlen die Massnahmen.» Je nach Mangel muss der Lieferant nachbessern, gibt es ­einen Rückzug oder einen Rückruf der Waren. «Beim Rückzug werden die Produkte aus dem Verkauf genommen. Beim Rückruf werden Kundinnen und Kunden aufgefordert, bereits verkaufte Waren zurückzubringen. «Das

passiert, wenn der Mangel so gravierend ist, dass die Gesundheit und Sicherheit der Konsumentinnen und Konsumenten ­gefährdet ist», sagt Senti. Wie bei einem Autokindersitz, der sich nicht ausreichend arretieren liess. «Bei Rückrufen werden Produkte sofort vom Verkauf gesperrt und zurückgerufen», sagt Senti. 2020 gab es sechs Rückrufe von Non-Food-Produkten. Beim Günstiggrill findet die Kontrolle keine gravierenden Mängel. Er hat einen festen Stand, die Grillschale ist hitzebeständig. Nicht so die Etikette mit den Warnhinweisen. Sie verfärbt sich nach mehrmaligem Erhitzen braun und wird unleserlich. In der Anleitung fehlt zudem eine Stückliste. «Wir haben bereits mit dem Lieferanten besprochen, wie und bis wann er die Mängel behebt», sagt Melanie Senti. Auch bei den übrigen 40 NonFood-Produkten aus der Sortimentskontrolle gab es nur wenig Beanstandungen. «Das ist nicht immer so», sagt Senti, die mit Kollegin Moravetz bereits den nächsten Einkauf plant.­ MM

Beim Rückruf werden Kundinnen und Kunden aufgefordert, die Ware zurückzubringen. Das passiert, wenn der Mangel so ­gravierend ist, dass Gesundheit und ­Sicherheit gefährdet sind.

20 000 Lebensmittel-Produkte auf dem Prüfstand Das Lebensmittelsortiment der Migros wird ­regelmässig kontrolliert. Die Mitarbeitenden der Qualitätssicherung beim MGB arbeiten dabei ebenfalls eng mit der SQTS zusammen. Etwa 20 000 Produkte im Jahr werden darauf geprüft, ob die gesetzlichen und Migros-internen Sicherheits- und Qualitätsvorgaben erfüllt werden. Die Prüfungen erfolgen risikobasiert und stichprobenartig. Produkten, die heikel sind, wird ­besondere Beachtung geschenkt. Gibt es Abweichungen werden Korrekturmassnahmen mit den Lieferanten de­ finiert bzw. interne Prozesse in Gang gesetzt.


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MIGROS BANK | 11.10.2021 | 65 Contentpartnerschaft

Gold ohne klare Richtung Der Goldpreis verharrt in engem Seitwärtskanal

2000 1800 1600 1400 1200 Feinunze Gold in USD

* Quelle: Bloomberg

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Der Goldpreis bewegt sich seit Juli seitwärts und verzeichnete nur geringe Ausschläge. Obschon die US-Realzinsen in den Sommermonaten zeitweise neue Mehrjahrestiefststände erreichten, fand das Edelmetall in Anlegerkreisen nur geringen Anklang. Das spiegelt sich unter anderem in den Kapitalflüssen globaler Gold-ETFs – das sind in Gold investierte Fonds, die an der Börse gehandelt werden. Hier ist unter dem Strich viel Geld abgeflossen. Die Aussicht, dass die US-Notenbank noch dieses Jahr ihre Anleihekäufe drosseln und mit der Normalisierung ihrer Geldpolitik beginnen wird, lässt Anleger zögern, stärker in Gold zu investieren. Die Zurückhaltung erklärt sich teilweise auch dadurch, dass die Gold-ETFs im Vorjahr kräftige Zu­flüsse verzeichneten. Auch der festere D ­ ollar belastet den Goldpreis. Wir erwarten, dass Gold in den nächsten Monaten seitwärts tendie-

ren wird. Für Gold spricht, dass sich die US-Inflation als hartnäckiger erweisen könnte als erwartet. Im Hinblick auf diese mögliche Normalisierung der Geldpolitik der US-Notenbank könnten an den Finanzmärkten zeitweise auch Phasen mit erhöhter Marktvolatilität einsetzen. Eine nachhaltig deutliche Belebung der Anlegernachfrage zeichnet sich unserer Meinung nach nicht ab, zumal die Wachstumsaussichten der Weltwirtschaft intakt bleiben. In ihrem Basisszenario rechnet die Migros Bank mit leicht steigenden USRealzinsen und einem anhaltend festen Dollar, was den Goldpreis belasten dürfte. Nach unten bleibt der Unzenpreis gut abgestützt. Die global nach wie vor sehr expansive Notenbankpolitik und die weiterhin negativen Realzinsen begünstigen die Attraktivität des gelben Edelmetalls. Auf Sicht von zwölf Monaten sehen wir die Feinunze Gold in der Region um die 1800 US-Dollar.

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MEINE MIGROS | 11.10.2021 | 67

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Die Ostschweiz kreativ entdecken

Übersicht über alle Kurse und Daten

An je vier Wochenenden im November und im Frühjahr 2022 verwandeln sich die Klubschulen in Arbon, Chur, Lichtensteig und Schaffhausen in Kreativwerkstätten und bieten eine kurze, schöpferische Auszeit vom Alltag.  Text: Lukas Aebersold

Bilder: zVg

D

ie Kreativtage sind ein neues Angebot der Klubschule ­Ostschweiz. Im vergangenen Jahr wurden sie an der Klubschule Lichtensteig zum ersten Mal durchgeführt – als Ergänzung zu den beliebten ­Wochenendworkshops «Freizeitkurse mit Aussicht». «Die Kreativtage sind kürzer, oft nur halbtägige Kurse, die den Teilnehmenden die Möglichkeit bieten, die Region um den Klubschulstandort zu entdecken», sagt Claudia Ambühler, Leiterin der Klubschule Lichtensteig. Die Durchführung am Toggenburger Standort war ein Erfolg. «Trotz mehrerer, pande-

miebedingter Verschiebungen waren alle Kurse voll.» Aus diesem Grund wurde das Angebot für dieses und das kommende Jahr auf drei weitere Standorte ausgeweitet. Ambühler weiter: «Das ­kompakte Format trifft den Nerv der Zeit.» Und so bietet sich neu im November und im Frühjahr 2022 die Gelegenheit, neben den eigenen kreativen ­Talenten auch noch das Bündnerland, die Bodenseeregion und die Munotstadt mitsamt ­ihrer Umgebung zu entdecken. Grosse Themenvielfalt

Das Programm dieser Entdeckungstage umfasst eine breite Palette von Kursen aus den

«Das kompakte Format trifft den Nerv der Zeit.» Claudia Ambühler Leiterin Klubschule Lichtensteig

­Themenbereichen Zeichnen und Malen, Kochen und Genuss, Keramik/Glas/Metall, Holz/ Stein/Papier, Nähen/Weben/ Stricken, Floristik, Fotografie, Styling sowie Musik/Kunst und Literatur. «Jeder Standort kann das Kursportfolio selbst zusammenstellen und so seine eigenen ­­ Spezialitäten einfliessen lassen», sagt Claudia Ambühler. «Glasperlen drehen etwa ist ein ­An­gebot, das nur in Lichtensteig bereitsteht. Umgekehrt gibt es auch Kurse, die überall durchgeführt werden – Handlettering, zum Beispiel.» MM Weitere Infos: klubschule.ch/kreativtage


70 | 11.10.2021 | MIGROS OSTSCHWEIZ

Knuspriges aus dem Rheintal Sie sind vegan, glutenfrei und vor allem aus der Region: Vollkorn-Ribelmais-Chips. Ein Besuch im Familienunternehmen Lütolf AG in St. Margrethen, wo die Knusperlinge hergestellt werden.

U

nser AOP-Ribelmais ist das einzige Getreide in der Schweiz, das eine geschützte Ursprungsbezeichnung hat», sagt Christian Lütolf. Der 37-Jährige ist Geschäftsführer der Lütolf Spezia­ litäten AG. «Darauf sind wir mächtig stolz, denn das ist unser Alleinstellungsmerkmal.» Noch mehr leuchten seine Augen, wenn er vom jüngsten Produkt seiner Firma, den AdR-Ribelmais-Vollkornchips, ­erzählt. «Wir haben die Tortillachips nicht erfunden, die gibt es schon lange», so Lütolf. «Aber Chips aus ­regionalem Ribelmais sind ein Unikat. Sie bestehen nicht aus Maismehl, sondern aus dem ganzen Maiskorn.» Die Idee, dieses Produkt auf den Markt zu bringen, kam vom Verein Rheintaler Ribelmais, in dem auch Christians Götti Ernst Lütolf Mitglied ist. Ernst

ist neben seinem Bruder Klaus Mitgründer des Familienunternehmens und nach wie vor in der Firma tätig. In dritter Generation sind nun Christian und Marc (Leiter Logistikzentrum) für die Geschicke der Firma verantwortlich. Unterstützt werden sie von Christian Anderegg, ­Leiter der Mühle, und Bruno Troxler, Leiter der Chips­ produktion, der ganzen ­Familie ­sowie dem Mitarbeiterstab. «Bruno Troxler hat sich das ­nötige Fachwissen für die Chips angeeignet», sagt Christian ­Lütolf. «Und zwar mit grosser Unterstützung eines deutschmexikanischen Fachmanns.» Der Teig ist das A und O

«In unserer Familie war und ist es immer so: Wenn wir an eine Sache glauben und von einer Idee überzeugt sind, dann wird das umgesetzt», sagt der ehemalige

Bilder: zVg

Text: Irène De Cristofaro-Wipf

Oberstufenlehrer und heutige Chef von 23 Mitarbeitenden und fügt an: «Das ist das Schöne daran, Unternehmer zu sein: Man muss und darf immer wieder etwas Neues ausprobieren.» Und so rollen seit zwei Jahren die Chips über modernste Anlagen und wurden während dieser Zeit stetig optimiert. Die grösste Herausforderung dabei sei der Teig. «Der Teig ist das

A und O. Er muss die richtige ­Körnung, die richtige Feuchtigkeit und Geschmeidigkeit ­haben», weiss der Geschäfts­ führer und dreifache Familienvater. Bei der Chipsherstellung wird der Teig zunächst mit Salz leicht g­ ewürzt, bevor er durch die Walze geht. Die Chips «wandern» dann durch den Backofen, gelangen von dort in die Fritteuse, wo sie mit Schwei-


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zer Sonnenblumenöl frittiert und danach im sogenannten Tumbler getrocknet werden. Die ganze Produktionsanlage stammt aus den USA, wo seit Jahrzehnten Tortillachips hergestellt werden. Bis zur nächsten Idee

Lütolf freut sich sehr, dass die Ribelmais-Chips so gut ankommen. Das Label «Aus der Region.

Für die Region.» garantiert, dass die Rohstoffe des Produkts in der Region gewachsen sind und auch dort verarbeitet wurden. Und dass die Transportwege kurz sind – mit allen Vorteilen für Frische und Energiebilanz. Es steht auch dafür, dass wichtige Wertschöpfung und ­Arbeitsplätze in der Region ­erhalten bleiben oder sogar neu entstehen.

Mut, Innovation, Freude am Produkt und an der Arbeit – dieses Paket macht das Familienunternehmen aus, das seit 1963 Rheintaler Ribelmais veredelt. Mit den Chips haben Lütolfs ihren eigenen knusprigen Snack, um auch einmal auszuspannen und zu geniessen. Bis die nächste Idee, und die wird kommen, ­daran besteht kein Zweifel, für neue Heraus­ forderungen sorgen wird. MM

Grosses Bild: Rheintaler ­Ribelmais und Christian ­Lütolf – ein Dream-Team. Kleine Bilder: Die Chips ­werden in modernsten ­An­lagen hergestellt. Der ­ Teig ist dabei das A und O.


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78 | 11.10.2021 | MEINE WELT

«Schminken ist mein Ritual»

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Die Satirikerin Patti ­Basler hat die Bühne v­ ermisst. Gemerkt hat sie dies allerdings erst, als sie endlich wieder auf einer stand. Text: Manuela Enggist  Bilder: Claudia Link

Name Patti Basler (45) Wohnort Baden AG Das läuft bei mir «Seit ich mein Hobby zum Beruf ­gemacht habe, arbeite ich am liebsten 160 Prozent. Ich geniesse es, nun wieder vor Livepublikum zu stehen. Mit meinem Bühnenpartner Philipp Kuhn ziehe ich mit unserem z­ weiten ­Programm ­‹Nachsitzen› durchs Land. Und neuerdings befrage ich für ‹Deville Late Night› die hohe Politik. In der ‹Arena› fasse ich seit drei Jahren die Sendung mit meinen ­satirischen Instant-Pro­to­ kollen zusammen. Das ­mache ich auch live an Kongressen oder auf ­Podien. Aber wie sehr mir die Bühne gefehlt hat, habe ich erst ­gemerkt, als ich ­wieder oben stand.»

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MEINE WELT | 11.10.2021 | 79

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Bild: zVg, MGB Fotostudio

5 1 Meine grosse Schwester «Colette steht mir sehr nahe. Wir sind auf ­einem Bauernhof aufgewachsen, haben zuerst andere Ausbildungen absolviert und exponieren uns nun beide in unseren neuen Jobs: sie als SP-Politikerin, ich als Satirikerin. Das verbindet.» 2 Mein Ritual «Das rund 20-minütige Schminken vor einem Auftritt ist inzwischen zu einem Ritual ­geworden. So verwandle ich mich in die Bühnenfigur Patti Basler.»

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3 Mein Repertoire «In diesem Holzkistchen, das mir ein guter Freund vor Jahren geschenkt hat, bewahre ich meine gesamten Slam-Texte auf. Ich hatte es schon bei meinem ersten Auftritt als Slam-Poetin dabei.» 4 Mein Arbeitsplatz «Gemeinsam mit meinem Bühnenpartner ­Philipp Kuhn sende ich live aus ­unserem ­Telegrafenbüro, das sich in einem alten Fabrik­ gebäude befindet.»

5 Meine Requisiten «Schon in ­meinen Anfängen als Kabarettistin und Instant-Protokollantin habe ich von Hand auf A5-Papier geschrieben. Da ich so ziemlich schnell ­einschätzen konnte, wie lange ich für das Vortragen e ­ iner voll­geschriebenen Seite brauche: etwa eine Minute.» 6 Meine Schuhe «Mit Grösse 43 lebe ich auf grossem Fuss. Ich habe mir deswegen dieses Paar mit ­hohen Hacken gekauft. Kürzt die Füsse, streckt die Beine. Mit rund 400 Franken sind sie das Teuerste, das ich an meinen Körper lasse.» 7 Meine Auszeit «Ich gehe fast ­täglich an oder in die Limmat. ­Geboren im Fricktal, das gefühlt trockener ist als das Wallis, schätze ich die Nähe zum Gewässer.»

Mein Migros-­ Lieblingsprodukt «Ich bilde mir ein, dass die Actilife-MagnesiumBrausetabletten gegen meine Muskelschmerzen helfen, die ein Überbleibsel meiner CoronaErkrankung sind.»


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