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Migros-Magazin-41-2020-d-AA

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Ausgabe Aare, AZA 1953 Sion Response Zentral, Psdg DP AG, Ent. bez.A 44631

migros.ch/magazin | MM41, 5.10.2020

Monsieur SBB

Vincent Ducrot über Pünktlichkeit, Personalsorgen und Nachtzüge Seite 16

Krankenkasse

Warum die Prämien trotz Corona kaum steigen Seite 10

Lust auf Egli und Felchen: So geht nachhaltige Schweizer Zucht

Bild: Sebastian Müller

Seite 44

Völlig losgelöst

Drohnen boomen. Was darf man als Pilot – und was nicht? Seite 26

Total gechillt: Fünf Techniken für mehr Gelassenheit Bitte Wohnungswechsel der Post melden oder dem regionalen Mitgliederdienst: Tel. 058 565 84 01, E-Mail: dienstleistungen@migrosaare.ch

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4 | 5.10.2020 | MEINE MIGROS

Warum erinnern vegane Produkte so oft an Fleisch – zum Beispiel an Burger oder Würste? Manche Menschen möchten sich vegan ernähren und sehnen sich trotzdem nach dem ­Geschmack von Fleisch – für sie sind pflanzliche Burger und Würste perfekt. In der Migros finden sich aber auch viele vegane Lebens­ mittel, die völlig ­eigenständig sind – zum Beispiel Falafel, Gemüsebällchen oder Crispy Tofu. Haben Sie eine Frage? Kontaktieren Sie uns! M-Infoline, der Kundendienst der Migros, ist ­erreichbar unter Tel. 0800 84 0848 oder auf migros.ch/­ kundendienst

Migros-Büsi der Woche Leser Erich Roth aus Sursee LU besitzt als Zimmer­ schmuck ein a­ ltes Leucht-M. Sein neugieriger Kater beschäftigt sich gerne mit dem orangen Buchstaben. Schicken auch Sie Ihr Migros-­Bild. ­Wird das Foto ab­gedruckt,­ ­gewinnen Sie einen Einkaufs­gutschein im Wert von 50 Franken. ­Teilnahme: www.migmag.ch/blickfang

Laura Meyer (39) wird ab 1. Januar 2021 neue CEO der ­Migros-Tochter Hotelplan Group. Sie ist seit zwei Jahren Mitglied des Verwaltungsrats des Reiseunternehmens und arbeitet aktuell als Digital­ expertin bei der UBS. «In ­meiner Zeit als Verwaltungs­ rätin habe ich eindrücklich ­erlebt, mit welchem Engage­ ment die Mitarbeitenden die Menschen fürs Reisen ­begeistern. Ich bin überzeugt, ­gemeinsam werden wir die für alle sehr belastende Corona­krise mit guten Ideen auch als Chance nutzen», sagt die neue Chefin.

«Die Vision bleibt die gleiche: Wir setzen uns für die Lebensqualität der Schweizerinnen und Schweizer ein. Wir begleiten das Leben der Bevölkerung.» Migros-Chef Fabrice Zumbrunnen auf die Frage nach der Zukunftsvision für sein Unternehmen. Das Zitat stammt aus einem Interview in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift «Bilanz».

Bilder: zVg, Maren Kindlerq, Philipp Mueller Photography für BILANZ, Jorma Müller, iStock

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Neue HotelplanChefin


11,5

Die Tiefkühlgemüse der Migros, hergestellt von der Bischofszell ­Nahrungsmittel AG, sind neu in dünnere Folien verpackt. So lassen sich jährlich 11,5 Tonnen Plastik einsparen.

MEINE MIGROS | 5.10.2020 | 5

CH A F N I E UT G N LEBE Sie gehört zu jeder MigrosFiliale: Die grüne RecyclingWand schluckt zum Beispiel PET- und Plastik­flaschen, Bat­ terien, Leuchtmittel – und neu auch ­Kaffeekapseln aus Alu. Sie macht es den Kundinnen und Kunden einfach, weniger ­Abfall zu produzieren und etwas für die Umwelt zu tun.

An dieser Stelle bringen wir ­wöchentlich Beispiele dafür, wie die Migros das Leben der Menschen in der Schweiz ein­ facher macht. Darum geht es auch in den witzigen neuen Werbespots über die Bewohner eines Mehrfamilienhauses. ­Lesen Sie mehr dazu auf Seite 40.

Beethoven gibt zu reden

Am 7. Oktober beginnt die neue Saison der Migros-­ Kulturprozent-Classics: Das Bayerische Staatsorchester spielt Beethovens 2. Sinfonie im KKL Luzern. Über den Komponisten mit dem wilden Haar reden online zwei Kenner: Mischa Demev (57), der Intendant der Konzert­ reihe, und die 30-jährige Blockflötistin Laura Schmid. Gespräche über andere Konzerte dieser Saison folgen: facebook.com/migrosclassics


6 | 5.10.2020 | AUGENBLICK

14:32 Uhr

Bild: Niels Ackermann / Lundi13

Migros-Moment in Moudon VD Diese Café-Royal-Kapseln der Migros stehen am Ende ihres ersten Lebens­ zyklus. Im Recyclingwerk wird das Aluminium vom Kaffeesatz getrennt. Aus den ­Aluteilen entstehen später zum Beispiel Fensterrahmen, aus den Kaffeeresten Heizmaterial und Dünger. Die Aufnahme ist am 1­ . September entstanden.


AUGENBLICK | 5.10.2020 | 7


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INHALT | 5.10.2020 | 9

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Zwei Lieblinge von hier: Egli und Felchen punkten in Sachen Ökologie und Geschmack.

INHALT 10  Kein Preisschock Die Krankenkassenprämien steigen kaum an 12  Auf Mäusejagd Unterwegs mit Feldmauserin Kathrin Hirsbrunner

16

16 Monsieur SBB Vincent Ducrot über seine ­ersten Monate im Amt 23  1, 2 oder 3?

Nicht nur die Pünktlichkeit soll sich verbessern: SBB-Chef Vincent Ducrot will, dass man auf die Marke SBB wieder stolz sein kann.

26  Vom Himmel hoch Wie man richtig spektakuläre Drohnenbilder macht 37  Drohnen für alle Zwecke

39  Stadt, Land, Stutz 40  Ein M familiärer Der neue TV-Spot der Migros 44  Fisch aus der Schweiz I Rezepte für Egli und Felchen 46  Fisch aus der Schweiz II Die Micarna hat in Birsfelden eine Aquakultur eröffnet 51 Wissensbissen 57  Der andere Blick 58  Gelungener Auftritt So kreiert man eine Website 60  In zwei Ländern daheim Familie Pobor wohnt in der Schweiz und in Montenegro 70  Voll gechillt Fünf Entspannungstechniken 74  Anti-Aging fürs Haar 76  Ihre Region Aktionen, Reportagen, News

83  Rätsel und Spiele 86  Meine Welt «Unangepasst angepasst»: ­Musiker Ephrem Lüchinger

Impressum

Adresse Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich Telefon: 0800 84 0848 Kontakt: www.migmag.ch/kontakt Herausgeber Migros-Genossenschafts-Bund Chefredaktion Franz Ermel (Ltg.), Steve Gaspoz, Rüdi Steiner Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 550 818 Ex. (WEMF 2019) Leserschaft: 2 291 000 (WEMF, MACH Basic 2019-2) Abonnemente: www.migmag.ch/abo Tel.: 058 577 13 00 Bitte halten Sie Ihre 10-stellige Kundennummer bereit. Sie finden sie auf der Titelseite bei Ihrer Adresse. Ausführliches Impressum unter www.migmag.ch/impressum

Bilder: Marco Zanoni, Timmo Schreiber; Illustrationen: iStock

MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des­Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch

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Geschafft! Die neuen Werbespots der Migros sind im Kasten. Wir haben die Film-Crew hinter den Kulissen besucht.


10 | 5.10.2020 | KRANKENKASSENPRÄMIEN

Prämienschock bleibt 2021 aus Die Kosten für die Krankenkasen-Grundversicherung steigen im nächsten Jahr durchschnittlich nur um 0,5 Prozent. Kaum Folgen hatte bisher die Corona-Pandemie – daneben bleibt die weitere Entwicklung aber völlig offen. Text: Anne-Sophie Keller

Durchschnittliche Veränderung pro Kanton AG AI

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urzarbeit, Arbeitslosigkeit, Un­ sicherheit: Corona brachte vielen Schweizerinnen und Schweizern eine enorme finanzielle Belastung. Und hohe Gesundheitskosten bereiteten ­ihnen zusätzlich Sorgen. Diesbezüglich war­ tete der Bundesrat am 22. September mit ­einer positiven Nachricht auf: Der Prämien­ schock bleibt 2021 weitgehend aus; die Kran­ kenkassenprämien werden nächstes Jahr im Schnitt lediglich um 0,5 Prozent steigen. In gewissen Kantonen sinken sie sogar. Und dies, obschon die versicherten Leistungen gemäss Analyse der Konjunkturforschungs­ stelle um drei Prozent steigen werden. Wie ist das möglich? «Prämien können nur dann weniger stark ansteigen als die Kosten, wenn die Krankenversicherer Re­

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NE serven abbauen», so der Comparis-Kranken­ kassenexperte Felix Schneuwly. Den Abbau der Reserven hatte der Bundesrat bei den Versicherern beantragt. Sie sollen die ­Prämiengestaltung für die Versicherungs­ nehmer transparenter machen. Die meisten Kassen können sich dies leisten: Sie ver­ fügen 2020 insgesamt über 11 Milliarden Franken Reserven. «Da aber nicht alle Kas­ sen in der gleich komfortablen finanziellen Lage sind, ist die Bandbreite zwischen den höchsten und tiefsten Prämien in den ­Kantonen und Prämien­regionen sehr gross», beobachtet Schneuwly. Ein Wechsel kann sich lohnen

Entsprechend gross sei deshalb das Spar­ potenzial bei der obligatorischen Kranken­

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KRANKENKASSENPRÄMIEN | 5.10.2020 | 11

Bilder: iStock, Joel Hunn/NZZ

es punktuell zu Überlastungen. Aber viele Spitäler haben Kurzarbeit an­ gemeldet, viele Menschen durften gar nicht arbeiten. Das System ist stabil.

versicherung. Laut Comparis-Analyse der vom BAG genehmigten Prämien könnten rund eine Million erwachsene Versicherte ihre Prämienlast im bevorstehenden Jahr um 40 Prozent und mehr reduzieren: ent­ weder mit einem Wechsel zu einer günsti­ geren Kasse, einer Erhöhung der Franchise oder einem Modellwechsel bei der bestehen­ den Kasse. Der Vergleichs- und Wechsel­ aufwand dürfte sich also lohnen. Vorsicht gilt jedoch bei den Abrechnungsbedingungen: Vor allem günstigere Krankenkassen lassen ihre Ver­sicherten die Rechnungen für medi­ zinische Behandlungen vorschiessen. Die Krankenkassen teilen die neuen Prämi­ en jeweils bis spätestens Ende Oktober schrift­ lich mit. Eine allfällige Kündigung muss bis spätestens zum 30. November erfolgen. MM

Corona-Fälle waren nicht sehr teuer

Spitäler klagen über einen Verlust von rund 2,6 Milliarden Franken, der stammt vom Beginn der Krise. Wie wird das abgegolten? Diese Kosten entstanden durch den Stillstand während des Lockdowns. Letztlich kommt womöglich der be­ troffene Kanton für das Defizit seiner Spitäler auf. Bei Privatspitälern ist diese Frage noch offen.

Brauchen die Krankenkassen 11 Milliarden Franken Reserven? Wie viel Sicherheit man im System will, ist eine politische Frage. Falls die grösste Schweizer Krankenkasse, die CSS, pleitegehen würde, hätten rund 1,4 Millionen Menschen keinen Versicherungsschutz mehr. Doch momentan ist diese Wahrscheinlich­ keit nahe bei null. Geschähe es doch, würden die Versicherten auf die ­anderen Kassen verteilt.

In den vergangenen Jahren hat der ­Bundesrat Medikamentenpreise gesenkt, um Kosten zu sparen. Könnten weitere Reformen folgen? Es gibt derzeit zwei grosse Mass­ nahmenpakete, die in der politischen Pipeline sind. Beispielsweise wird die allgemeine Einführung des Hausarzt­ modells diskutiert. Der Hausarzt soll als erste Anlaufstelle fungieren und verhindern, dass Patienten auf der Suche nach einer Diagnose zahl­ reiche Experten konsultieren. Das kann die Kosten enorm senken, ­bedingt aber, dass Hausärzte für die ­begleitende Rolle ausgebildet sind. Es werden zudem Zielvorgaben für das Kostenwachstum im Gesundheits­ wesen d ­ iskutiert. So könnten die Kantone eingreifen, wenn die Kosten bei medizinischen Leistungser­ bringern wie Spitälern durch mehr Behandlungen aus dem Ruder laufen. Es findet ein Umdenken statt: Wird jetzt bei ­einem 30-Jährigen die Hüfte gleich operiert, oder schickt man ihn vielleicht eher in die Physiotherapie?

Inwiefern beeinflusst Corona ­unsere Gesundheitskosten? Während des Lockdowns gingen ­weniger Menschen zum Arzt, und alle nicht notwendigen Behandlun­ gen wurden ausgesetzt. Das hat die Kosten gesenkt. Sogar bei Hirnschlä­ gen oder Herzinfarkten begaben sich die Leute seltener zur Notfallauf­ nahme. Dass gewisse Behandlungen bis jetzt nicht nachgeholt wurden, ist aber auch ein Hinweis darauf, dass vorher viele unnötige Prozeduren stattgefunden haben. Zudem waren die Menschen zu Hause, das führte beispielsweise zu weniger Verkehrs­ unfällen. Und die Behandlungen von Corona-Fällen selbst waren ­insgesamt nicht sehr teuer. Könnte es 2022 zu einem hohen Prämienanstieg kommen? Ich glaube nicht, dass es dann einen aus­sergewöhnlich hohen Prämien­ anstieg geben wird. Allfällige Mehr­ kosten aufgrund der verordneten Spitalschliessungen vom nächsten Jahr werden meiner Meinung nach nicht auf die Prämien abgewälzt, sondern über die allgemeinen Steuer­mittel der Kantone beglichen. Man las heuer oft, das Gesundheitswesen sei am Anschlag. Stimmt das? Auf gewissen Abteilungen, beispiels­ weise in Genf oder dem Tessin, kam

Was können Versicherte beitragen, damit die Kosten nicht steigen? Hierzu habe ich einen zwiespältigen Rat: nicht unnötig Gesundheits­ leistungen konsumieren. Aber die Ermes­sensfrage, welche Leistungen zu viel sind, kann der Patient oft nicht selbst beantworten. Lieber einmal mehr zum Arzt gehen als einmal zu wenig, klingt schon sinnvoll. Und ich glaube nicht, dass sehr viele Leute unnötig zum Arzt gehen. Aber bitte nicht wegen jedes Kratzers.

Prof. Tilman Slembeck (57) leitet an der ZHAW das Zentrum für Wirtschaftspolitik. Zu seinen Schwerpunkten gehört die ­Gesundheitsökonomie.


12 | 5.10.2020 | MÄUSE

Aus die Maus

Kathrin Hirsbrunner ist die einzige professionelle Mäusefängerin der Schweiz. Mit Sondierstab und Fallen kommt sie den listigen Nagern bei. Sie hat zwar schon über 90 000 Tiere gefangen, viele Mäuse hat sie damit aber nicht gemacht. Text: Benita Vogel  Bilder: Mischa Christen

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athrin Hirsbrunner rammt einen langen Stab in den Boden. Sie stochert in der Erde und zieht das Metall wieder heraus. Einige Schritte weiter sticht die Frau nochmals hinein. Danach ein drittes und ein viertes Mal. «Das ist schwierig hier», sagt sie. «Die Mäusebauten müssen schon seit längerer Zeit existieren. Die haben ihre Gänge tief im Boden installiert und müssen gar nicht mehr richtig graben. Man sieht auch kaum Erdhaufen», sagt die 63-Jährige. Ihr Sondierstab, mit dem sie in die Erde bohrt, trifft deshalb nur selten auf Gänge. Solche «schwierigen Fälle» erlebt ­Kathrin Hirsbrunner in ihrer Karriere immer wieder. Die einzige professionelle Feldmauserin in der Schweiz macht ihren Job schon seit 15 Jahren. Heute arbeitet sie am Vierwaldstät­ tersee und befreit ein privates An­ wesen von den listigen Wühltieren. Die errichten fleissig ihre unter­ irdischen Bauten und können immensen ­Schaden anrichten. «Da ­drüben gibt es eine zwei Hektare grosse Plantage mit Obstbäumen», sagt Kathrin Hirsbrunner. Ein Festmahl für die bis zu 130 Gramm schweren Nager, die täglich fast so viele Wurzeln fressen, wie sie selbst wiegen. So gingen der Fängerin schon im vergangenen Herbst 700 Mäuse

auf der Plan­tage in die Falle. «Sonst hätte der Besitzer im Frühling fast alle ­Bäume noch mal pflanzen ­können», sagt sie. Dass es heuer aber schon wieder so viele Tiere sind, müsse mit den ­benachbarten Wiesen zu tun haben. «Man sollte wenn möglich gross­ flächig abmausen», sagt Hirsbrunner. In den geleerten Bauten der nagerfreien Wiesen nistet sich gerne der Nachwuchs der Nachbarmäuse ein. Und der ist in bestimmten Teilen der Schweiz zahlreich. Gerade in Teilen der Zentralschweiz vermehren sich derzeit die Schermäuse. Der milde Winter hat den fruchtbaren Tierchen dabei geholfen. Ziehen sie in der ­Regel fünf Würfe mit zwei bis acht Jungen pro Jahr auf, kommt nach ­einem warmen Winter oft ein Wurf hinzu, manchmal sind es sogar zwei. Gegen Vergiften mit Abgasen

Für die Feldmauserin bedeutet das ­kilometerlange Laufarbeit. Mit den Augen auf die Wiese gerichtet und dem Sondierstab geht sie das riesige Grundstück ab und hält nach kleinen Erdhügeln Ausschau. Ab und zu bleibt sie stehen. Gräbt mit dem ­Lochschneider ein etwa fünf Zentimeter breites Loch in die Erde. ­Bückt sich, um die zylinderförmige Falle ins Loch zum Mäusebau zu


MÄUSE | 5.10.2020 | 13

Bücken gehört zur Arbeit: Feldmauserin Kathrin Hirsbrunner hebt Falle und Maus aus dem Boden.

s­ tecken. Die gelernte Bildhauerin ­betreibt diese Lauf- und Hand­arbeit bereits seit 15 Jahren haupt­beruflich. Schon mehr als 90 000 Wühlmäuse gingen in ihre Fallen. «Ich habe bewiesen, dass man auf ­mechanische Weise am effizientesten Mäuse fangen kann», sagt sie bestimmt. Ihre Fallen schnappen die Nager, egal, aus welcher Gangrichtung sie kommen. Hirsbrunner kann deshalb nicht verstehen, wieso Mäuse immer noch mit Kohlenmonoxid getötet werden. «Da wird literweise Diesel verbrannt, um die Motorenabgase in die unter­ irdischen Gänge zu pumpen», sagt sie. Nebenbei stirbt dabei vermutlich auch jeder Wurm und viele andere wichtige Bodenlebewesen. «Das kann nicht sein. Heute wissen doch alle, wie wichtig die Beschaffenheit der Böden für die Biodiversität und die Entwicklung der Ernten ist. Wir s­ chaden uns damit selbst.» Dass die Vergiftung mit Kohlenmonoxid und einem ab­ gestimmten Gasgemisch sogar im ­Biolandbau erlaubt ist, löst bei Kathrin Hirsbrunner Kopfschütteln aus. Cornel Stutz, Mäuseexperte der Forschungsanstalt Agroscope streitet die offensichtlichen Nachteile der Gasvergiftung nicht ab, findet es aber vorteilhaft, dass es eine Alternative zu den Fallen gibt. «Die Mäuse sind intelligent, einige schaffen es, die ­Fallen zu überlisten.» Ebenso wie es einigen gelingt, bei bestimmten Geräuschen und Gerüchen ihre Gangsysteme innert Sekunden mit Erde dicht zu machen, um sich vor den giftigen Gasen zu schützen. Hart, aber nicht lukrativ

«Manche Mäuse sind dumm, andere intelligent oder misstrauisch.»

Für Feldmauserin Hirsbrunner hat der Erfolg der Fallen aber vor allem mit Erfahrung zu tun. Zudem hätten Tiere wie Menschen unterschiedliche Charaktere. «Manche Mäuse sind dumm, andere intelligent oder miss­ trauisch», sagt sie. «Die Listigen stossen sogar Erde in die runden Fallen im Nest.» Meistens zieht sie aber einen Fang aus dem Boden. Wenn eine Falle auf der Wiese am Vierwaldstättersee zuschnappt, ertönt ein Klicken. Blitzschnell kann die Feldmauserin orten, aus welcher Richtung das Geräusch kommt. Sie


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MÄUSE | 5.10.2020 | 15

lässt dann den Sondierstab liegen, um die Falle aus dem Boden zu heben. ­Vorsichtig zieht sie den Schieber hoch, befreit die Maus aus der Falle, umfasst den hinteren Körperteil, zieht und legt sie auf den Boden. Die Mäuse sind meist sofort tot. Die Falle bricht ihnen das Genick. «Um sicherzugehen, wird ihnen aber noch die Wirbelsäule gestreckt.» Manchmal findet Kathrin Hirsbrunner ihren Job brutal. Mit ­einem Strahlen im Gesicht erzählt sie von ihren Eidechsen und Schwalbenschwänzen zu Hause im Garten, und dass sie deshalb sicher keine jagende Katze habe. «Bei ganz jungen Mäusen, die offensichtlich im Spiel waren, als sie ertappt wurden, habe ich immer Mühe», sagt die erfahrene Mauserin. Trotz allem blieben es Schädlinge. Das viele Laufen und Bücken hinterlässt Spuren. «Diesen Sommer konnte ich nicht so viel arbeiten wie geplant. Ich habe Rückenschmerzen», sagt sie.

Der Mäusezyklus

So hart der Job ist – lukrativ sei er nicht. «Nicht alle wollen den angemessenen Preis für meine ­Arbeit bezahlen.» Je nach Auftraggeber erhält sie um die 50 Franken pro Stunde. Von der öffent­lichen Hand und von bestimmten ­privaten Kunden etwas mehr, von Landwirten oft weniger. Zieht sie AHV, ­Pensionskasse, Unfall- und Krankentaggeldversicherung, Ferien und betriebliche Aufwände wie Mate­rial und Auto ab, bleiben noch 25 bis 30 Franken. «Allein kann ich gerade so davon leben.» Sie fahre kaum in die F ­ erien und lebe nicht in Saus und Braus. Kommenden April wird Hirsbrunner pensioniert. Mit dem Mausen ganz aufhören, wird sie trotzdem nicht. «Mit der Rente alleine kann ich es mir finanziell nicht leisten und will es auch nicht», sagt sie. So wird sie auch künftig drei bis fünf Tage pro Woche mit dem Sondier­stab und dem Lochschneider auf dem Feld anzutreffen sein. MM

In den meisten Regionen der Schweiz haben die Bestände von Schermäusen im vergan­genen Jahr zugenommen oder sind hoch geblieben. Die Zunahme des Bestands war nicht überall gleich schnell. Haben die Tiere ­eine bestimmte Dichte erreicht, bricht die Population zusammen. Dieses Auf und Ab nennen ­Experten Mäusezyklus. «Bei 400 bis 700 Mäusen pro Hektar ist das Maximum erreicht», sagt Cornel Stutz, von der For­ schungsanstalt Agroscope. Die Mäuse gerieten in eine Art Dichte­ stress. «Sie kämpfen und ver­ teidigen ihren Bau.» Vor lauter Stress fressen sie nicht mehr, die Verdauung kollabiert. Zu ­einer Massen­vermehrung kann es alle fünf bis sieben Jahre kommen.

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16 | 5.10.2020 | SBB

«Ich will, dass man wieder stolz ist auf die SBB»

Ein Bähnler durch und durch Vincent Ducrot (58) ist seit dem 1. April 2020 SBB-Chef. Der ­Freiburger studierte Elektroingenieur mit Schwerpunkt ­Informatik an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (EPFL) in Lausanne. Zwischen 2011 und 2020 war er General­ direktor der Freiburgischen ­Verkehrsbetriebe (TPF). Ducrot kennt die SBB von früher. Zwischen 1993 und 2011 arbeitete er in verschiedenen Abteilungen bei den Bundesbahnen, am Schluss als Leiter Personen­ verkehr.Ducrot ist seit 2017 ­verwitwet und lebt mit sechs ­Kindern im Kanton Freiburg.


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Der neue SBB-Chef Vincent Ducrot hat mit einer Pandemie, tiefen ­Passagierzahlen und vielen Baustellen zu kämpfen. Im Gespräch sagt er, was er von Nachtzügen, Dynamic Pricing und Digitalisierung hält. Text: Benita Vogel, Laurent Nicolet Illustrationen: Oriana Fenwick

H

err Ducrot, arbeiten Sie wieder Vollzeit im Büro? Ich bin noch ab und zu im Homeoffice. Es eignet sich für Sitzungen mit Mitarbeitenden an verschiedenen Standorten. Normalerweise bin ich aber im Büro. Da sind Sie bestimmt froh. Als alleinerziehender Vater von sechs Kindern war der Lockdown sicher anstrengend. Ja, wir waren zu siebt zu Hause. Manchmal war unser WLAN überlastet. Aber ich war öfter zu Hause als sonst, das war auch schön. Endlich können wir diese Frage mal einem Mann stellen: Wie gehen Sie mit der Doppelbelastung von Beruf und Familie um? Wir sind sehr gut organisiert. Meine Kinder sind zwischen 13 und 27 Jahre alt. Sie schreiben mir Nachrichten: «Papa, wir ­haben ein Problem. Papa, wir haben vergessen, Brot zu kaufen, kaufst du welches?» Ich kann schnell und unkompliziert ­reagieren und auch mal aus ­einer Sitzung heraus antworten. Klar, es ist nicht immer einfach. Ich arbeite viel. Die Kinder sehen ihren Vater manchmal öfter in der Zeitung als zu Hause. Sie sind viel mit dem Zug ­unterwegs. Hat Ihnen die

­ askenpflicht die Lust am M Zug­fahren nicht verdorben? Nein. Zu Beginn dachte ich zwar, oje, das wird schwierig mit den Masken. Aber jetzt geht es ganz gut. Ich habe immer welche in der Innentasche meines Kittels, damit ich sie nicht vergesse. Die Maskenpflicht einzuführen, war eine gute Entscheidung. Es hat geholfen, die Leute zu beruhigen. Die Kunden halten sich wirklich gut daran. Dafür bedanke ich mich. Masken-Verweigerer im Zug sind kein Thema? Es gibt einen grossen sozialen Druck. Die Leute, die etwa aus medizinischen Gründen keine Maske tragen können, bekom­ men das zu spüren. Ohne Maske werden sie von allen angestarrt. Ich hatte letzte Woche einen Fall, bei dem andere Passagiere unhöflich wurden. Das kommt vor. Aber angesichts der Million Passagiere, die wir täglich von A nach B bringen, stellt die Masken­ pflicht kein Problem dar. Während des Lockdowns hatten die SBB nur einen Zehntel der normalen Kundenzahl. ­ Wie viele sind es heute? Wir sind heute auf 80 Prozent des Vor-Corona-Niveaus. Es ­fehlen uns die Touristen. Fast alle internationalen Zugsverbindun­ gen sind leer. Zudem sind die Pendlerzahlen noch eher tief.

Wird sich das je wieder ­normalisieren? Die Fernarbeit wird noch eine Weile andauern, wenn auch in einem geringeren Ausmass als heute. Schon vor der Krise boten moderne Firmen Homeoffice an. Unsere Leute nutzten dies einen Tag die Woche. Ich glaube nicht, dass es längerfristig darüber ­hinausgehen wird. Sobald man Projekt- oder Teamarbeit zu ­erledigen hat, müssen sich die Leute persönlich treffen. Es wird in kleinen Schritten aufwärts­ gehen und noch etwas Zeit ­benötigen. Bis 2024 werden die Passagierzahlen wieder auf dem Vor-Corona-Niveau liegen. Werden die SBB so lange rote Zahlen schreiben? Im ersten Halbjahr war es fast eine halbe Milliarde Franken. Nein, das denke ich nicht. Mit der einsetzenden Erholung ­werden wir uns gegen Ende Jahr wieder einem Gleichgewicht ­nähern. Daran arbeiten wir. Das GA sorgt für Diskussionen. Der Preisüberwacher fordert eine abgespeckte Pendlerver­ sion. Gab es viele Kündigungen? Nicht wirklich. Zurzeit haben sieben bis acht Prozent der Kun­ den das GA nicht erneuert, dies bei einer Gesamtzahl von einer halben Million GA. Es bleibt ein sehr gutes Angebot. Die meisten Leute haben ihr Abo nach einem halben Jahr komplett amortisiert. Wer es im Januar kauft, hat es im Juni herausgefahren. Mit Homeoffice verschiebt sich dies jetzt halt etwas nach hinten. Die Sparbillette haben Sie ­zurückgefahren. Wieso? Sparbillette sind sehr beliebt und ein Erfolg. Wenn man aber gar keinen Verkehr hat, wie wäh­ rend des Lockdowns, muss man auch keine Spartickets anbieten. Jetzt ist das Angebot aber schon


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wieder gestiegen. Wir können es innerhalb weniger Tage flexibel steuern, je nachdem, wie sich die Züge füllen. Der Erfolg der Sparbillette zeigt, dass tiefere Preise mehr Passagiere bringen. Hätten Sie nicht mehr Kunden, wenn die Preise generell sinken würden? Über die Tarife muss die Branche entscheiden, nicht die SBB. Was ich sagen kann: Der Zug hat den Ruf, teuer zu sein. Aber man muss wissen, dass das GA einen mittleren Kilometerpreis von rund 10 Rappen hat, das Halbtax einen von rund 25 Rappen. Das ist nichts, verglichen mit den Kosten eines Auto-Kilo­ meters, der bei über 70 Rappen liegt. So viel kostet in etwa auch der volle Bahntarif. Im Regionalverkehr bezahlt ein Passagier im Schnitt etwa ein Drittel der anfallenden Kosten, den Rest bezahlt der Staat. Wenn die Preise generell gesenkt würden, müsste man das unbedingt mit mehr Kunden kompensieren können. Aber die dürfen dann nicht in den Stosszeiten reisen. Sonst müssten wir die Infrastruktur noch stärker ausbauen. Das wollen wir nicht, wir wollen lediglich die weniger gut ausgelasteten Züge besser füllen. Wieso nicht gleich Dynamic Pricing ein­führen? In den Stosszeiten ver­ langen Sie höhere, wenn die Züge nicht ausgelastet sind, tiefere Preise. Das sind die Leute in der Schweiz nicht gewohnt. Dynamic Pricing ist an ein definiertes Angebot, etwa einen bestimmten TGV-Zug, gebunden. Wir machen aber Massentransport und wollen ein Maximum an Leuten möglichst flexibel transportieren. Wenn wir hier eine Viertelstunde länger reden, nehmen Sie halt den späteren Zug. Das könnte man mit Dynamic Pricing nicht mehr. Deshalb verzichten wir darauf, ausser die Politik entscheidet sich eines Tages, Mobility Pricing einzuführen. Dann wären alle Verkehrskanäle gleichermassen betroffen. Viele Kunden können es nicht fassen, dass täglich 200 Züge ausfallen, weil der SBB Lokführer fehlen. Wie ­konnte es so weit kommen? Dahinter stecken eine fehlerhafte ­Pla­nung und Corona. Als wir vor zwei ­Jahren die Ausbildungsklassen der Lok­ führer geplant haben, wurde der Bedarf unterschätzt. Kommt hinzu, dass wir diesen Frühling nicht genügend ausbilden konnten, weil wegen Corona nicht zwei Personen in der Lokomotive sein durften. Sie konnten zwar die theore­ tische Ausbildung absolvieren, aber nicht die praktische. So sind wir mit der

Ausbildung verspätet. Dieser Engpass tut mir wirklich leid. Müssen Passagiere weiterhin mit ­Pannen und Verspätungen rechnen? Die Anzahl Pannen ist verglichen mit der Anzahl Kilometern, die wir jährlich mehr fahren, gesunken. Das analysieren wir genau. Klar sind wir noch nicht auf dem Niveau, das wir gerne hätten, wir arbeiten aber daran. Die Verspätungen haben mit den zu vielen Baustellen im vergangenen Jahr zu tun. Vor allem in der zweiten Hälfte hatten wir zu viele. Die Züge konnten teilweise nicht mehr alle rechtzeitig passieren. Hier haben wir einen Mechanismus erarbeitet, um diese Planungsfehler zu vermeiden. Heute sind wir pünktlicher. Verglichen zum letzten Jahr ist unsere Pünktlichkeit um 2 Prozentpunkte auf 93,6 Prozent gestiegen. Ach ja? Das fühlt sich gar nicht so an. Klar, das persönliche Empfinden ist immer anders. Wenn ich im Zug sitze und er Verspätung hat, dann nervt mich das auch. Es fahren 9000 Züge im Tag, da können wir Verspätungen leider nicht ausschliessen. Aber wir arbeiten daran. Genervt sind auch die Velofahrer, die keinen Platz für ihre Zweiräder im Zug finden. Der Velotransport hat sich in diesem Jahr verdoppelt, das ist ein Megatrend. Wenn wir aber mehr Platz für die Velos zur Verfügung stellen, fehlen Sitzplätze für die Passagiere. Der Zug ist 400 Meter lang, wir können ihn nicht länger machen. Nun müssen wir pragmatische Lösungen finden. Im November treffen wir verschiedene Fahrradorganisationen, um Lösungen zu diskutieren. ­Einige Ideen haben wir bereits. Im neuen Fahrplan fällt auf, dass ­internationale Verbindungen schnel­ ler werden. Ist der Zug das neue ­Kurzstreckenflugzeug? Ja, ob in München, Mailand oder Rom – überall wird man schneller ankommen. Das gibt uns in der Klimadebatte Auftrieb. Wenn man Bern–Rom in sechs Stunden fahren kann, wird der Zug eine attraktive Alternative zum Fliegen. Es gibt einige Unternehmen, deren Mit­ arbeitenden alle Strecken unter vier Stunden nur noch im Zug zurücklegen. Deshalb bauen Sie mit den Österreichi­ schen Bundesbahnen das Nachtzug-­ geschäft in den nächsten Jahren aus. Auf der Nachtzugstrecke, die wir noch haben, verzeichneten wir im vergange-

nen Jahr ein Viertel mehr Nachfrage. Das ist interessant. Die ÖBB haben nach dem Lockdown erst 70 Prozent des ­Passagieraufkommens von Vor-Corona-­ Zeiten erreicht, bei den Nachtzügen ­liegen die Zahlen bereits darüber. Es gibt eine wirkliche Nachfrage, auch wenn es eine Nische bleiben wird. Werden Nachtzüge rentieren? In den ersten Jahren sicher nicht. Wenn die steigende Nachfrage aber sieben, acht Jahre anhält, könnten wir die ­Gewinnschwelle erreichen. Im neuen CO2-Gesetz gibt es die Möglichkeit, Mittel aus dem Klimafonds für Nacht-

«Wenn ich im Zug sitze und er Verspätung hat, dann nervt mich das auch.» züge zu beantragen, das werden wir ­sicher tun – vorbehältlich eines möglichen Referendums. Man darf aber nicht vergessen, der Zug fährt einmal pro Tag, das Flugzeug fliegt in der gleichen Zeit sieben Mal hin und her. Dafür gewinnt man mit dem Zug einen Tag mehr vor Ort: Sie schlafen in der Nacht und ­kommen am Morgen schon an. Sofern man in Nachtzügen schlafen kann. Viele haben noch die Reisen in den Sechser-Couchette-Abteilen im Kopf. Das war eher wie auf dem Viehmarkt als auf einer Reise. Davon sind wir heute weit entfernt. Die Züge, die die ÖBB kaufen und mit den SBB betreiben, sind Hotels auf Rädern. Da sage ich nur: wow! Bei den SBB sind Sie heute Chef von 33 000 Mitarbeitenden. Vorher ­leiteten Sie die Freiburgischen Ver­ kehrsbetriebe mit 1000 Angestellten. Ein grosser Unterschied. Die Zahlen und die Grösse sind anders. Aber das Prinzip, die Themen und Probleme bleiben die gleichen. Und die SBB haben einen entscheidenden Vorteil: Ich habe immer genügend Ressourcen, um ein Projekt zu lancieren. Diese kom-


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fortable Situation hat man bei kleinen Unternehmen nicht. Man hört, es sei, als ob Sie noch die kleine Firma führten. Sie gingen zu sehr ins Detail. Ich will, dass die Dinge gut erledigt werden, und um sie zu verstehen, muss man sich manchmal fürs Detail interessieren. Es gibt Bereiche, in denen wir uns mehr anstrengen müssen. Wenn wir diese Probleme gelöst haben, werde ich mich anderen Dingen widmen. Ihr Vorgänger hatte viele ­Visionen, etwa im Bereich der Digita­lisierung. Sie scheinen davon weniger begeistert. Das stimmt so nicht. Ich habe schon bei den Freiburger Transport-Betrieben das Ticket-System Fairtiq lanciert. Die SBB müssen auf Digitalisierung setzen, unbedingt. Mein Vorgänger liess viele

Projekte entwickeln. Ich will diese neuen Angebote konsolidieren und auf der Plattform SBB Mobile integrieren. Ich will kombinierte Mobilität an­bieten. Ein Beispiel: Wir haben 40 000 Parkplätze, und niemand weiss es. Ich will erreichen, dass Kundinnen und Kunden gleichzeitig einen Parkplatz reservieren, das Zug­ticket kaufen und ein Auto für die ­Weiterfahrt mieten können. Ich teile die gleichen Ideen wie mein ­Vorgänger, aber fokussiere auf das Basisgeschäft. Ihre Ziele wie Pünktlichkeit und gute Qualität scheinen aber nicht sehr visionär. Sie entsprechen dem, was die Kunden von uns verlangen. Sie wollen ein Bahnnetz, das verlässlich ist und gut funktioniert. Das hatten wir aus den Augen ver­ loren. Die Digitalisierung und

die Verbesserung der Kundeninformationen gehören zum Kern­ geschäft. Das müssen wir im Griff haben, ohne gross darüber zu sprechen. Es ist visionär, mit dem Kunden im Mittelpunkt über die Zukunft nachzudenken. Jede ­Innovation muss im Dienst des Menschen stehen.

Auf jeden Fall. Wir werden im Personenverkehr eine neue Funktion «Markt» haben, in ­diesem Bereich werden wir wahrscheinlich eine Frau für die Führung finden. Für den Bereich Eisenbahn ist es etwas schwie­ riger, Frauen zu finden, ohne sie selber auszubilden.

Ein weiteres Ziel könnte sein, endlich eine Frau in die wKonzernleitung zu berufen. Im Verwaltungsrat haben wir drei Frauen. Auch in der erweiterten Konzernleitung sind ­Frauen vertreten. Das zeigt, dass wir Nachwuchs ausbilden. Wir führen seit einiger Zeit spezialisierte Programme für Frauen. So werden wir auch in der Konzern­ leitung bald Frauen haben.

Wie werden Sie die SBB ­hinterlassen? Ich will, dass man wieder stolz ist auf die Marke SBB. Das ging in den letzten Jahren etwas ver­ loren. Wenn die Mitarbeitenden stolz sind, heisst das, dass sie gute Arbeit leisten und dass sie sich engagieren. Wenn die Kunden zufrieden sind, benutzen sie den öffentlichen Verkehr. Die SBB von morgen muss agiler sein, innovativer und verlässlicher. Daran arbeiten wir. Wir werden das erreichen. MM

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KOLUMNE | 5.10.2020 | 23

Selbständigkeit

1, 2 ODER 3 ? Seit der Kleine (5) Kinder­ gärtler ist, braucht er uns nicht mehr. Zumindest denkt er das. Alles möchte er selbst machen: den Zmorge zubereiten, seine Kleider auswählen, das Programm bestimmen. Nicht immer bin ich einver­ standen mit seinen Ideen. Zum Zmorge will er einen süssen Riegel und kein Müesli. Beim Outfit entscheidet er sich immer für kurze Hosen, es ist ja schliess­ lich Sommer. Für den freien Nachmittag schmiedet er ungeachtet meiner Pläne seine eigenen. Und schon in der ersten Woche nach den Sommerferien hat er sich mit seinem Kindergartenfreund ­alleine auf den Weg in den Chindsgi ­gemacht. Nun will er auch nicht mehr vom Hort abgeholt werden. Als er das erste Mal alleine heimspaziert, ist er spät dran. Er trägt unbekannte Shorts, keine Jacke, keinen Leuchtbändel. «Wo sind deine Sachen?», frage ich. «Auf der Rutschbahn, im Sandkasten, unter der Schaukel», sagt er. – Und jetzt? MM 1 «Hol die Sachen doch jetzt gleich», sage

Illustration: Lisa Rock

ich. «Du bist ja schon sooo selbständig!»

2 Ich begleite ihn und schnappe mir sein

Händchen. Ich überlasse es dem Kleinen, wann er 3 die Sachen zusammensucht.

Monica Müller (45) hat zwei ­Buben, e ­ inen Mann, einen Job, ­einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.

Antwort 2: Das ist meine Chance, ihn wieder einmal an der Hand zu nehmen. Vielleicht mag er mir ja seine liebsten Zwischenstopps auf dem Weg gleich zeigen?

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24 | 5.10.2020 | CORONA

«Nur eine gut sitzende Maske ist eine sichere Maske» Wenn in Zeiten der Pandemie im Alltag Mund und Nase bedeckt werden müssen, entscheiden sich viele für eine Maske aus Stoff – häufig aus Gründen der Nachhaltigkeit. Doch wie gut schützt eine Textilmaske wirklich? Worauf ist beim Kauf zu achten? Wie reinigt man sie? Expertin Nathalie Moravetz gibt Antworten. Interview: Silvia Schütz

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Nathalie Moravetz, schützen Stoff­ masken genauso gut wie medizi­ nische oder FFP-Masken? Sogenannte Community-Masken, also Stoffmasken, können eine gewisse Schutzfunktion bieten. Sie bilden eine physische Barriere, die bei richtiger Anwendung und Materialverwendung die Ausbreitung von grösseren Tröpfchen, genannt Aerosole, verringert. Wir erhalten mittlerweile sehr gute Textilmasken aus neu entwickelten Materialien, die die Empfehlungen der Swiss National Covid-19 Science Task Force* in allen Punkten einhalten. Sehr wahrscheinlich bieten zertifizierte FFP-Masken einen höheren Schutz als die Textilmasken. Und eine medizinische Einwegmaske ist im täglichen Umgang wahrscheinlich ­hygienischer handzuhaben, da man sie nach dem Tragen entsorgen kann. Worauf ist beim Kauf einer Stoff­ maske zu achten? Sie sollte die Empfehlungen der Task Force einhalten. Neben dem Sicherheitsaspekt muss man eine Maske für sich finden, die angenehm zu tragen ist und die zu einem passt. Nur eine gut sitzende Maske ist am Ende auch eine sichere Maske. Wenn man ständig an ihr herumzupfen muss, ist das nicht sehr hygienisch.

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Wie trage ich die Maske richtig? Ich muss die Maske über Mund und Nase tragen. Eine unter dem Kinn «geparkte» Maske bringt nichts. Wer die Nase frei lässt, kann es auch gleich lassen, und das Tragen eines Exemplars über mehrere Tage ist nicht zu empfehlen. Die Hände sollten vor dem Anlegen der Maske gewaschen oder desinfiziert werden. Wer die Maske zwischendurch ablegt, sollte die Hygieneregeln einhalten. Die Migros unterhält ein eigenes Testlabor namens Swiss Quality Testing Services, kurz SQTS, wo

Sie als Abteilungsleiterin arbeiten. Was genau wird dort geprüft? Wir testen den Schutz gegen Spritz­ wasser. Wir schauen, wie gut man mit der Maske atmen kann. Und das Wichtigste: Wir prüfen das Partikelrückhaltevermögen. Dies sollte bei mindestens 70 Prozent liegen. Zusätzlich waschen wir die Maske zehn Mal und machen einen Tragekomforttest. Wir vergeben für von uns geprüfte und für gut befunde Masken ein SQTS-­ Label für Community-Masken. Welche Stoffmasken sind sicher? Als Konsument würde ich darauf ­achten, dass die Textilmaske geprüft wurde. Es gibt einlagige Masken aus speziellen Materialien, die allen Anforderungen entsprechen; es gibt aber auch Masken mit Filtern, die nicht so gut abschneiden, weil die Waschbarkeit nicht gegeben ist und die Maske zusammenschrumpft. Es kommt meist auf die Zusammen-


CORONA | 5.10.2020 | 25

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Bild: Nik Hunger, MGB Fotostudio

setzung der Materialien an. Deshalb kann man die Masken bei uns prüfen lassen. Am besten kauft man Stoffmasken beim Händler seines Vertrauens. Wie reinige ich die Stoffmaske? Nach jedem längeren Tragen oder wenn sie durch den Atem durchfeuchtet ist, sollte eine Stoffmaske gewechselt und bei mindestens 60 Grad ­ mit einem Waschmittel gewaschen werden. Es gibt speziell ausgerüstete ­Textilmasken, für die eine spezielle Waschanleitung gilt. Es sollte auch auf die maximale Anzahl der Waschzyklen geachtet werden. Vom nur heiss Bügeln wird mittlerweile ­ abgeraten, da das Virus wohl am ­sichersten in der Kombination von Hitze und den Tensiden des Waschmittels herausgewaschen wird. Von einer chemischen Reinigung ist abzusehen, da hier Chemikalien eingesetzt ­werden, die man später dann direkt einatmet. MM

Nathalie Moravetz ist Laborleiterin Non Food bei den Swiss Quality ­Testing Services (SQTS) der Migros, wo unter ­anderem Stoffmasken ­geprüft werden.

* Die Swiss National ­Covid-19 Science Task Force berät die Be­hörden in der Covid-19-Krise. Sie stellt die unabhän­gige wissenschaftliche Beratung sicher und i­ nformiert die Öffentlichkeit über ­aktuellste Erkenntnisse.

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26 | 5.10.2020 | DROHNEN

Die Welt von oben

Der Drohnenboom ist ungebrochen. Wir erklären die rechtlichen Grundlagen, zeigen die Modelle für Einsteiger oder Profis und verraten elf nützliche Tipps für bessere Fotos – mit Bildern von Migros-Bauten und -Anlagen aus der Vogelperspektive. Texte: Philipp Rüegg, Claudia Schmidt, Thomas Müller  Bilder: Sebastian Müller

NEUE REGELN Eigentlich hätten am 1. Januar 2021 die neuen Drohnenregeln der EU auch in der Schweiz in Kraft treten sollen. Weil der Nationalrat den traditionellen Modellflug nicht denselben Regeln unterwerfen will, ist dieser Termin nun geplatzt. Wann und wie es weitergeht, ist derzeit unklar. Rechtsberater Thomas Müller (mein-hausjurist.ch) erläutert auf den folgenden Seiten die nach wie vor geltenden Regeln in der Schweiz.


DROHNEN | 5.10.2020 | 27

Ist das Überfliegen von Privatgrund­ stücken erlaubt?

Der Luftraum über einem Grundstück gehört dem ­Eigentümer. Bis zu welcher Höhe, ist allerdings unklar. Sicher ist: Wohnhäuser darf man nicht in Boden­ nähe überfliegen, da sie als Rückzugsorte für ihre Bewohner dienen.

Darf man Personen filmen?

Sobald auf den Aufnahmen Personen erkennbar sind, braucht es deren Einver­ ständnis. Deshalb kann man eine kamerabestückte Drohne nur über fremde Gärten oder entlang von Gebäuden mit Fenstern fliegen lassen, wenn man den Eigentümer / Mieter sowie alle auf dem Grund­ stück anwesenden Perso­ nen vorher gefragt hat. Das gilt auch, wenn die Bilder weder gespeichert noch veröffentlicht werden.

TIPP

1

Nehmen Sie Bilder «von oben» nicht ­genau im 90-GradWinkel auf, ­besser fahren Sie nach ­einer Einstellung mit 90 Grad ­wieder etwas ­zurück. Das wirkt ­dynamischer und ­natürlicher.

Migros-Genossenschafts-Bund, Hochhaus am Limmatplatz, Zürich

TIPP

2

Landschafts­ fotos mit viel Tiefenwirkung erreicht man am ehesten aus einer ­Perspektive wie aus dem Helikopter. Nichts ­anderes ist eine Drohne. Gerade rund 45 Grad lässt den Eindruck von Tiefe ­entstehen.


28 | 5.10.2020 | DROHNEN Harassen auf dem Gelände der Aproz Sources Minérales, dem Getränkeproduzenten der Migros, Aproz VS

Darf man Menschengruppen überfliegen? Grundsätzlich nicht. We­ gen Absturzgefahr dürfen über 500 Gramm schwere Drohnen oberhalb von Menschenansammlungen und in einem Umkreis von 100 Metern nur mit Bewil­ ligung des Bundesamts für Zivilluftfahrt (BAZL) betrieben werden. Als ­Ansammlung gilt eine Gruppe von mehr als zwei Dutzend Personen. Für das Filmen von Hochzeiten oder Firmenfesten aus der Luft sind beim Bundesamt einfache Standardbewil­li­ gungen erhältlich. Gibt es eigentlich ­Drohnenverbotszonen? Ja. Ohne Bewilligung darf man mit einer über 500 Gramm schweren Drohne nicht näher als 5 Kilometer an Flughäfen heranfliegen. Wird ein Flugplatz von der Flug­ sicherung kontrolliert, gilt innerhalb der Kontroll­ zone eine maximale Flug­ höhe von 150 Metern. Dies hat etwa im Kanton Zürich zur Folge, dass man seine Drohne nur an wenigen Orten mehr als 150 Meter steigen lassen darf, weil die Kontrollzonen der Flug­ plätze Zürich-Kloten und Dübendorf einen Grossteil des Kantons bedecken ­Einzelheiten dazu auf bazl.admin.ch


DROHNEN | 5.10.2020 | 29

Golfpark Signal de Bougy, Bougy-Villars VD

TIPP

3

Beim Filmen unterschiedlicher Szenen oder prägnanter Motive einige Sekunden die Einstellung ­halten. Das gibt mehr Spielraum beim Schneiden.

TIPP

4

Das Wetter und den Sonnenstand vorher abklären: Bei zu viel Wind oder Regen ist von Flügen abzuraten.


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DROHNEN | 5.10.2020 | 31 Am Hauptsitz der Genossenschaft Migros Zürich, Herdern, Pfingstweidstrasse in Zürich

Wie ist die Situation in ­Naturschutzgebieten? Ein Flugverbot gilt in Jagd­ banngebieten und Vogel­ reservaten von nationaler Bedeutung. Sie sind auf der Drohnenkarte des Bundes­ amts gelb markiert. Die ­Kantone dürfen weitere ­Gebiete für Drohnen sperren. Um sicherzugehen, sollte man sich vorab bei lokalen Behörden erkundigen.

TIPP

5

Wirklich banal, aber ein voll ­geladener zweiter Akku ist Gold wert. Viele Drohnen schlagen ja schon Alarm, bevor der Akku komplett entladen ist.


32 | 5.10.2020 | DROHNEN Areal des Migros-Verteilbetriebs Neuendorf, Neuendorf SO

TIPP

6

Auch wenn die Drohne über ein Gimbal zur ­Stabilisierung der Kamera verfügt, ­herrschen in der Höhe andere ­Windverhältnisse als am Boden. Bei ungünstigen Bedingungen für kürzere Verschlusszeiten sollte man eine ­höhere Licht­ empfindlichkeit (ISO) wählen.

Ist das Fliegen mit der ­Videobrille erlaubt? Ja, aber nur wenn man über eine Bewilligung des BAZL verfügt oder wenn ein «Co­ pilot» anwesend ist, der die Drohne im Blick behält und bei Bedarf in die Steuerung eingreifen kann. Sonst muss der Pilot jederzeit Sicht­ kontakt mit seiner Drohne halten.


DROHNEN | 5.10.2020 | 33 Monte Generoso mit der «Fiore di Pietra» («Steinblume») von Architekt Mario Botta und der Bergstation der Zahnradbahn

TIPP

7

Auch Schatten und Muster ­können Fotos ­interessant ­machen. Je nach Sonnenstand sollte man diese Möglichkeiten in die Bildgestaltung miteinbeziehen.

TIPP

8

Für spannende ­Landschaftsmuster vorab Google Earth konsultieren: So ­erkennt man vor dem Flug lohnende Motive. Zudem spart man kostbare ­Akkulaufzeit, wenn man vorab etwa weiss, wonach man sucht.


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DROHNEN | 5.10.2020 | 35 Gottlieb-Duttweiler-Institut, Rüschlikon ZH

TIPP

9

Sichern Sie ­bereits gemachte Aufnahmen auf dem Smartphone schon während des ­Fluges. Falls die Drohne verloren geht, bleiben ­einem immerhin noch die Fotos oder Filme.

Ist eine Versicherung ­obligatorisch? Ja, für eine Drohne ab 500 Gramm braucht es eine Haftpflichtversicherung in der Höhe von mindestens einer Mil­lion Franken. Bei einigen Gesellschaften sind Schäden von Drohnen ­bereits in der Privathaft­ pflichtversicherung ent­ halten, bei anderen braucht es eine Zusatzdeckung.


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DROHNEN | 5.10.2020 | 37

Welche Drohne ist die richtige? Ob zum Filmen, Fotografieren oder einfach aus Spass am Fliegen: Drohnen sind beliebter denn je. Hier sind drei Modelle für unterschiedliche Ansprüche. Vor dem Kauf sollte man sich allerdings mit den gültigen Regeln vertraut ­machen (siehe Seite 26). Für Privatanwender von Drohnen gibt es unter den Herstellern einen unangefochtenen Marktführer: DJI. Zwar bieten auch Parrot oder ­Powervision interessante Geräte, die Chinesen von DJI haben aber einen ­grossen Entwicklungsvorsprung und eine unerreichte Geräte­palette. Ihr Angebot deckt so ziemlich jedes Bedürfnis und jedes Budget ab.  MM TIPP

10 Drohnen­kameras haben einen ­ «Selbstauslöser». So kann der Pilot bei Partybildern ­ von einer Gruppe die Fernbedienung kurz aus der Hand legen.

TIPP

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Legen Sie einen Automatischen Landepunkt fest. So kehrt die ­Drohne auf Befehl zum Start zurück. Das mindert die Verlust- oder ­Crashrisiken, wenn sie mal ausser Sicht geraten ist.

Für Fortgeschrittene

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Für Einsteiger

DJI Mavic Mini Klein, leicht, günstig und einfach zu fliegen. Die DJI Mavic Mini ist die ideale Drohne für Anfänger. Sie wiegt bloss 249 Gramm und ist damit im Hinblick auf die künftige Regulierung für ­Drohnen in der EU inter­essant. Um die DJI Mavic Mini zu steuern, wird das Smartphone in die mitgelieferte Fernbedienung ­gespannt. Der Bild­ stabilisator sorgt selbst bei einer ­Auflösung von bis zu 2,7 K und bei 30 Bildern pro Sekunde für ruckelfreie A ­ ufnahmen. Der Akku hält rund 30 Minuten. Für ca. 370 Franken bei digitec.ch

Die DJI Mavic Air 2 ist ideal für alle, die in 4K-Auflösung Videos aufzeichnen wollen. Und das mit 60 Bildern pro ­Sekunde, was deutlich flüssigere Bilder ergibt als bei der Mini. Die Verbindung zur Drohne ist ebenfalls stabiler. Auf dem Smartphone-Bildschirm erhält man einen Livestream in Full-HD-­ Qualität, was eine jederzeit präzise Steuerung der Drohne ermöglicht. Die Mavic Air 2 ist mehr als doppelt so schwer wie die Mavic Mini und auch einiges klobiger. Dafür lassen sich die Propeller für den Transport ohne Werkzeug abmontieren. Für ca. 780 Franken bei digitec.ch

Für Profis

DJI Mavic 2 Pro Die DJI Mavic 2 Pro ist bereits seit zwei Jahren auf dem Markt und deshalb auch nicht mehr so teuer wie zum Zeit­ punkt der Markteinführung. Der Bild­ sensor ist mit einem Zoll der grösste von den drei vorgestellten Modellen. Mit 20 Megapixeln und einer verstell­ baren Blende hat dieses Pro-Modell bei der Bildqualität klar die Nase vorn. Allerdings zeichnet sie nur 30 Bilder pro Sekunde bei 4K auf. Obwohl fast ein Kilo schwer und entsprechend gross, ist sie einfach zu fliegen. Für ca. 1200 Franken bei digitec.ch


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KOLUMNE | 5.10.2020 | 39

Illustration: Rinah Lang

Der letzte Schluck Milch

Lisa Stutz (26) sucht die Balance zwischen urban und ländlich. Und pickt von beidem das Beste heraus.

STADT, LAND, STUTZ Diese Kolumne hätte ich vorgestern schreiben sollen. Zugegeben, jetzt bin ich etwas im Stress. Ich bin ein ­Auf-den-letzten-Drücker-Mensch. Das war schon immer so. In der Schule wäre es mir nicht in den Sinn gekommen, früher als am Vorabend für eine Prüfung zu lernen. Ist ja noch Zeit … Auch bei Rechnungen ticke ich – leider – gleich. Ich habe gehört, dass es Leute gibt, die erhalten eine Rechnung und zahlen sie sofort. Aber wo bleibt denn da der Nerven­ kitzel? Bei mir muss schon eine 20-fränkige Mahngebühr winken, bevor ich aktiv werde. Und ja, ich finde das auch scheisse. Liebe Swisscom, Concordia und wie ihr alle heisst: Ein ehrliches Sorry dafür. Gewaschen wird erst, wenn ich keine ­Socken mehr habe. Und eingekauft, wenn der letzte Schluck Milch getrunken ist. ­«Bitte gebt mir doch bis 28. März Bescheid, ob ihr zu meinem Geburtstagsfest kommt.»

Wann sage ich zu? Genau. Und zwar abends. Ich brauche Deadlines in meinem Leben. Ich takte alles nach ihnen. Ich jage ihnen nach. Und habe viel Stress, der vermeidbar wäre. Schon oft habe ich mir vorgenommen, das zu ändern. Mir zuliebe. Der Swisscom ­zuliebe. Man kann mit 26 Jahren schliesslich nicht sagen, dass man ein Auf-den-letztenDrücker-Mensch ist, und dann ist das eben so. Und mit 93 Jahren reiche ich mit Schweiss auf der Stirn meinen AHV-Antrag ein (oder was alte Menschen halt so tun). Doch bislang war ich erfolglos. Das Blöde ist, dass ich kurz vor Deadlines zur Höchstform auflaufe: Nie schreibe ich so gut, nie bin ich so fokussiert, so effizient wie dann. Gesund ist das trotzdem nicht. Und nervig bleibts. Zu meiner Ehrenrettung möchte ich festhalten, dass ich noch nie eine Deadline verpasst habe. Ich tu das, was getan werden muss. Nur halt nicht vorgestern. MM

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40 | 5.10.2020 | MIGROS-KAMPAGNE

Ein Apéro mit Folgen

In der neuen Migros-Werbekampagne stehen ein Mehrfamilienhaus und seine Bewohnerinnen und Bewohner im Zentrum. Beim Besuch am Set in Wädenswil verdient sich ein junger Bewohner Chips, und am Schluss kommt es zum echten Anstossen. Text: Lisa Stutz  Bilder: Timmo Schreiber


MIGROS-KAMPAGNE | 5.10.2020 | 41

Hinter den Kulissen: So sieht es in der ­Wohnung von Mauri und Stefan aus, als die Apéro-Szene ­gedreht wird.

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hips stibitzen will ­gelernt sein. «Versuch, ein bisschen höher zu hüpfen», sagt Regisseur Micha Lewinsky zum Buben Finn, der eigentlich Liam heisst. Der blonde Jungdarsteller nickt. «Achtung, stand-by, uuuund ­bitte!», ruft der Regisseur. Liam, sofort ganz Finn, flitzt durch ­ die Wohnung, reisst eine Tisch­ lampe mit, schaut kurz zurück und kommt neben seinem ­Nachbarn Mauri zu stehen, der

einen ­Chips-Teller in der Hand hält. Finn springt hoch und schnappt sich ein Paprikachips. Mit einem«Danke!» beendet der ­Regisseur die Aufnahme. Er lässt die Szene ein paar Mal ­wiederholen – irgendwie scheint er nicht ganz zufrieden zu sein. «Weisst du was, Liam», sagt er schliesslich, «vergiss alles, was ich über das Hüpfen gesagt habe, du hast das vorher super gemacht.» Der Bub muss noch ein paar Mal hüpfen, bis die Szene im Kasten ist. Doch das stört ihn nicht im Geringsten. Immerhin darf er alle erhaschten Chips ­genüsslich mampfen. Nach dem letzten Take sagt er fast wehmütig: «Das ist das letzte Mal, dass ich heute Chips esse.» Schauspieler und Filmcrew lachen. Alle stehen für die Abschlussszenen des neuen Migros-Werbe­spots in der Wohnung von Mauri und Stefan. Das schwule Paar wird von den Schauspielern ­Alireza Bayram und Matthias Britschgi gespielt. Im Spot ziehen sie in ein Mehrfamilienhaus ein. Dabei lernen sie ihre neuen Nachbarn kennen: das Ehepaar Jean (Jonas Rüegg) und Denise Bachmann (Samia von Arx) mit den Kindern Finn (Liam von Arx) und Lara (Elodie Aklin), der alleinerziehende Vater Beat Brender (Sebastian Krähenbühl) mit Tochter Lea (Alina Rolli) und die verwitwete Francesca Bernasconi (Tatiana Winteler). Spontan lädt Mauri alle zu ­einem Apéro ein, was seinen Partner zunächst gar nicht freut. Es endet in einem fröhlichen Apéro-Durcheinander. Mit «echten» Familienfotos

Der Spot ist der Auftakt zur ­neuen Werbekampagne. Die ­Hausbewohner werden den

Schweizerinnen und Schweizern ab jetzt im Fern­sehen, auf Social Media und auf Plakatwänden ­begegnen. Für die Spots hat die Migros in Wädenswil ZH eine 2300 Quadratmeter grosse Halle gemietet, in der die vier Wohnungen aller Wohnparteien nachgebaut wurden. Im hinteren Teil wird später noch eine Migros-Filiale dazu gebaut. Ein derartiges Werbefilmset ist in der Schweiz bis jetzt einzigartig. Im Fernsehen wirkt es so, als ob die Wohnungen über­ einanderliegen und durch ein Treppenhaus verbunden wären. In Wahrheit stehen sie in der Halle nebeneinander – der Treppenbereich ist mobil und lässt sich zu jeder Wohnung hin verschieben. Von aussen sehen die Wohnungen wie einstöckige Häuser aus dünnem Holz aus.

«Wir haben in allen Bereichen die besten Leute aus der ganzen Schweiz.» Micha Lewinsky Regisseur

Im Innern fühlt man sich sofort zu Hause. In der Wohnung der Familie Bachmann zum Beispiel liegt Spielzeug auf dem Boden herum, farbige Decken und Kissen schmücken das Sofa, und am Küchenregal hängen Familienfotos. Beim genaueren Hinschauen erkennt man, dass es sich bei den Personen auf den Fotos tatsächlich um die vier

Schauspieler handelt. Die Liebe zum Detail ist Peter Scherz und seiner Production-Design-Firma Delighted zu verdanken. Die Wohnung von Stefan und Mauri hingegen ist am Morgen des letzten Drehtags fast leer. Für die Apéro-Szene am Tag des Einzugs soll sie schliesslich noch nicht komplett eingerichtet sein. Es ist 9 Uhr, nach und nach treffen die Schauspieler und Mitarbeitenden ein. Rund 65 Leute ­arbeiten heute am Set – Stylisten, Make-­up-Artisten, Setbauer, Aufnahmeleiter, Kampagnenmitarbeiter der Migros und ­Verantwortliche der Werbeagentur. Es geht geschäftig zu und her, nach neun Drehtagen bilden alle ein eingespieltes Team. Um 10.30 Uhr sind sie ­bereit für die erste Szene. «Ruhe bitte!», tönt es durch die grosse Halle. Auf einmal sind alle still. Ausser Finn. Er rennt durch den Raum, reisst die Lampe runter, stibitzt Chips – noch einmal und noch einmal. Die Figuren kennenlernen

In einer Drehpause steht Regisseur Micha Lewinsky vor der Halle. Wie läufts? «Sehr gut», sagt er zufrieden. «Wir haben in allen Bereichen die besten Leute aus der ganzen Schweiz.» Vor ­allem die Schauspieler, von jung bis alt, leisten hervorragende ­Arbeit, erklärt er. Für ihn als ­Regisseur sei es schön, eine ­solche Serie von Werbespots zu beginnen. Am Anfang könne man noch mitgestalten. Das ­Besondere an der neuen Migros-­ Kampagne sieht er darin, dass das Publikum Menschen be­ gegnet, die es mit der Zeit immer besser kennenlernen und auch gern haben wird. «Für eine ­Werbung ist das ein sehr grosses Projekt», hält er fest. Den Auftaktspot, intern einfach «Apéro» genannt, findet er humorvoll. «Er kommt ohne grosse Pointen aus, doch er zeigt kleine Ausschnitte aus den Leben, die wir zeigen wollen.» Und was gehört für ihn eigentlich zu einem guten Apéro? «Vor allem nette Leute», sagt er lachend. Die hat es hier definitiv. Matthias und Alireza, die das Paar Stefan und Mauri spielen, stehen in der nächsten Drehpause


42 | 5.10.2020 | MIGROS-KAMPAGNE

Von Jung bis Alt: Sie bewohnen das Mehr­ familienhaus.

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MIGROS-KAMPAGNE | 5.10.2020 | 43

DIE BACHMANNS 1, 2, 3, 4 Bei der jungen Familie mit Mutter ­Denise, Vater Jean, Sohn Finn und seiner Schwester Lara ist immer etwas los. DAS SUPERDUO 5,6 Der alleinerziehende Vater Beat Brender lebt hier mit seiner Tochter Lea. Das Teenie-­ Mädchen findet ihren Vater in erster Linie nervig. Dafür ist er furchtbar stolz auf Lea. DAS JUNGE PAAR 7,8 Sie sind die Hauptpersonen im «ApéroSpot»: Das schwule Paar Stefan Imboden (7) und ­Maurizio Tornatore, kurz Mauri. DIE ÄLTERE DAME 9 Francesca Bernasconi ist alleinstehend und verfolgt die Hochs und Tiefs ihrer Mitmenschen mit der gesunden Abgeklärtheit des Alters

draussen in der Sonne. Die beiden Schauspieler drehen zum ersten Mal zusammen. «Zuerst mussten wir ­einen gemeinsamen Vibe finden», sagt Ali über die Zusammenarbeit. «Es ist eine feinfühlige Angelegenheit», ergänzt Matthias. Beide sind eigentlich Film- und Theaterschauspieler, Werbung ist für sie Neuland. «Unser Anspruch war, dass das Gan­ ze Filmcharakter hat», sagt Matthias. «Wir wollten Authentizität schaffen.» Begeistert las Ali vor dem Casting für die Rolle das Script: «Ich dachte: Höchste Zeit für ein schwules Paar!» Immerhin kauften ja auch die verschiedensten Kunden in der Migros ein. «Darum habe ich mich entschieden, auch mal für Werbung vor der Kamera zu stehen.» Matthias nickt. Ein Lächeln zum Dahinschmelzen

Im vorderen Teil der Halle stehen Stühle und Bildschirme. Hier sitzen

Verantwortliche der Migros und der Werbeagentur Wirz. Sie nehmen Szene für Szene ab, die eben hinten in der Halle gedreht worden sind. Die letzte Szene des letzten Dreh­ tags zeigt, wie Stefan seinem Mauri durch das Apéro-Chaos versöhnlich zu­lächelt. Spätestens jetzt erkennt man auf Anhieb, was Matthias mit Authentizität gemeint hat: Sein ­liebevolles Lächeln wirkt so echt, dass Kunde und Agentur vor den Bildschirmen dahinschmelzen. «Sind sie happy?», fragt der Regisseur per Funk seinen Kollegen vor Ort. «Ja!», bestätigt dieser. Bald versammelt sich die ganze Crew im hinteren Teil der Halle. Die Stimmung ist fröhlich, der Regisseur und die Kampagnenleiterin bedanken sich offiziell beim ganzen Team. Neun anstrengende Drehtage liegen hinter ihnen. Und jetzt? Folgt natür­ lich ein Apéro. MM

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44 | 5.10.2020 | GENUSS

Sieh, das Gute schwimmt so nah Egli und Felchen gehören zu den beliebtesten heimischen Fischen. Wir haben Wissenswertes und Rezepte zusammengestellt. Text: Claudia Schmidt

Eglifilet im Estragon-Butter auf Baguette

Eglifilets eignen sich aufgrund ihrer Grösse nicht für den Grill. Für den Grillplausch wählt man eher die grösseren Felchen.

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Eglifilets enthalten nur wenig Fett. Wer den Fisch pochiert, kann im Gegensatz zum Fischknusperli Kohlenhydrate und Fett vom Frittieren – und damit Kalorien – einsparen.

Eglifilets mit kaltem Wasser abspülen und mit Haushaltspapier trocken tupfen. Filets mit Salz und Pfeffer würzen, im Mehl wenden und leicht abklopfen. Zwiebel hacken. Zitronenschale fein abreiben. Estragon hacken. Baguettescheiben in einer ­beschichteten Bratpfanne beid­ seitig knusprig rösten und bei­ seitestellen. In derselben Pfanne Butter erhitzen. Eglifilets dazugeben und ca. 3 Minuten in der schaumigen Butter beidseitig braten. Filets herausheben. Zwiebel, Estragon und Zitronenschale zur Butter geben und ca. 1 Minute braten. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Baguettescheiben, Eglifilets und Salat anrichten. Estragon-Zwiebel-­Butter darüber verteilen, servieren.

Bilder: Migusto, iStock; Rezepte: Daniel Tinembart

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Kleine Mahlzeit für 4 Personen 300 g Eglifilets Salz, Pfeffer Mehl zum Wenden 1 kleine rote Zwiebel 1 Zitrone ½ Bund Estragon 8 Scheiben Baguette à ca. 30 g 50 g Butter 80 g Blattsalat


GENUSS | 5.10.2020 | 45

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Felchen haben recht grobe Schuppen. Deswegen wird die Haut oft nicht mitgegessen. Wer Felchen brät, sollte die Haut aber nicht abziehen, sie verleiht dem Fisch Stabilität. Soll die Haut mitgegessen werden, den Fisch vor der ­Zubereitung schuppen. Das gelingt gut, wenn man mit dem Messerrücken ­gegen die Schuppen schabt.

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Ganze Felchen lassen sich gut im Ofen zubereiten. Ein Vorteil dieser Zubereitungsart: Das Gemüse kann gleich mitgegart werden.

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Für noch knusprigere ­ ischknusperli setzt man F statt auf normales Paniermehl auf die asiatische ­Version «Panko» oder ­zerstossene, ungesüsste Cornflakes.

Egli und Speck in Kokoscrêpes Hauptgericht für 4 Personen

2 Avocados 2 Frühlingszwiebeln 16 Tranchen Bratspeck 500 g kleine Eglifilets Salz, Pfeffer 2 EL Erdnussöl 50 g Rucola 1 Bund Koriander 4 EL Crème fraîche Crêpes

300 g Reismehl 1 TL Backpulver 5 dl Kokosmilch 1 Ei 1 TL Salz 1 TL Kurkuma Öl zum Braten 1. Für die Crêpes Mehl und Back-

pulver mischen. Kokosmilch und Ei verquirlen. Mit Salz und Kurkuma würzen. Flüssigkeit zum Mehl giessen und mit dem Stabmixer pürieren. Etwas Öl in einer beschichteten Bratpfanne erhitzen. Ca. 1 Suppenkelle Teig hineingeben. Unter Schwenken Teig auslaufen lassen. Bei mitt­ lerer Hitze beidseitig goldgelb backen. Diesen Schritt wiederholen, bis der Teig aufgebraucht ist. Crêpes warm halten.

2. Avocados halbieren. Kern ent-

Fischknusperli mit Gurkensauce Knusperhappen für Fischfans: Felchenfilet im mit Apfelwein verfeinerten Teig frittieren. Knusperli mit Knoblauchsalz mischen und mit Gurkensauce servieren. Rezept auf migusto.ch

fernen. Fruchtfleisch auslösen und in Würfel schneiden. Frühlingszwiebel fein schneiden. Specktranchen in einer Bratpfanne 2–3 Minuten knusprig braten. Auf Haushaltspapier ­abtropfen lassen. Filets mit Salz und Pfeffer würzen. Öl in einer beschichteten Bratpfanne er­ hitzen. Filets beidseitig bei mittlerer Hitze ca. 3 Minuten braten. Mit Avocado, Rucola, Speck, ­Fischfilet und Frühlingszwiebeln belegen. Korianderblätter darüberzupfen, alles mit Crème fraîche servieren. ­Koriander ­darüberzupfen und servieren.


46 | 5.10.2020 | FISCHZUCHT

Heute:

Frische Fische

aus Birsfelden Die Nachfrage nach Fisch aus Schweizer Gewässern ist deutlich höher als die Fang­ menge. Die Migros-Industrie züchtet deshalb neu Egli und Felchen in einer eigens ent­ wickelten Aquakulturanlage in Birsfelden. Text: Ralf Kaminski

F

abio Ammann schaut in eins der ­riesigen Becken. 6000 junge Felchen schwimmen darin im Kreis, in einer künstlichen Strömung. 36 dieser ­Becken, die je 27,5 Kubikmeter Wasser ­fassen, befinden sich in der unterirdischen Anlage in Birsfelden BL. Es riecht wie auf ­einem Fischmarkt, der Geräuschpegel ist hoch wegen all der Maschinen für den Trans­ port und die Aufbereitung des Wassers. «Den ­Fischen geht es gut», versichert der Leiter der Swiss Aquakulturen. «In freier Natur sind sie ebenfalls in Schwärmen unterwegs.» Die Egli im Nachbarbecken sind deutlich scheuer und verschwinden sofort in der dunklen Tiefe, als sich Ammann nähert. «Lässt man den Egli zu viel Platz, entwickeln einige Tiere ein aggressives Revierverhalten und greifen andere an», erklärt der 31-Jährige. Im grossen Schwarm machen sie das nicht. «Sie bleiben friedlich und fühlen sich wohl, besonders als Jungfische. Und nur wenn sie sich wohlfühlen, wachsen sie.» Genau das ist der Zweck der Aquakultur­ anlage im Untergeschoss eines Industrie­ gebäudes der Migros-Tochter Delica in ­Birsfelden. An der Entwicklung des Pionier­ projekts wurde insgesamt fünf Jahre getüf­ telt, mit dem Ziel, den Tieren bestmögliche

Lebensbedingungen zu bieten, sie nach­ haltig wachsen zu lassen – und dabei keine ­roten Zahlen zu schreiben. Die grösste ­Herausforderung war laut Ammann, genü­ gend und regelmässig verfügbare Jungfische zu bekommen, da Egli und Felchen natür­ licherweise nur einmal pro Jahr laichen. «Die Anlage ist nur kostendeckend, wenn sie das ganze Jahr ausgelastet ist – und will man regelmässig abfischen, muss man auch regelmässig besetzen können.» Dieser Nachschub ist inzwischen gewähr­ leistet, sodass die Becken der Swiss Aqua­ kulturen in der Lage sein sollten, MigrosLäden und -Gastronomie durchgehend mit

Egli und Felchen zu versorgen. Fische aus Wildfang gibt es nämlich immer weniger. Die Schweizer Gewässer sind so sauber, dass sie zu wenig Nährstoffe bieten. Diese Knapp­ heit verteuert die Fische. Um der Nachfrage gerecht zu werden, müssen Egli deshalb teil­ weise aus dem Ausland importiert werden. Swiss Aquakulturen will diesen Schweizer Traditionsfisch wieder vermehrt aus ein­ heimischer Zucht anbieten und so auch die Wildbestände schonen. Felchen werden hier überhaupt erstmals gezüchtet. Allein die Migros verkaufte 2019 Lesen Sie weiter auf Seite 49


FISCHZUCHT | 5.10.2020 | 47

Egli – Seebarsch

Ein Schwarm junger Egli in einem Becken der Swiss Aquakulturen im Industriegebiet von Birsfelden (links unten). Der Leiter der Anlage, Fabio ­Ammann, entnimmt ­Fische zum Gesundheitscheck (unten).

Der Raubfisch kommt in ganz Europa vor. Er ist in der Regel 30 bis 40, maximal 50 Zentimeter lang und bringt 300 bis 500 Gramm auf die Waage, selten bis zu über ein Kilogramm. Egli gehören zu den feinsten Süsswasserfischen, ihr Fleisch ist fest, weiss und sehr fettarm. Die Fische können ganz, filetiert oder in Stücke geschnitten auf fast alle Arten zubereitet werden.

Bilder: Micarna AG

Felchen Der Süsswasserfisch ist meist zwischen 40 und 60 Zentimeter lang und ein bis vier Kilogramm schwer. Riesenexemplare sind bis zu einem Meter lang und bis zu zehn Kilogramm schwer. Das Fleisch der Felchen ist weiss und hat ein leicht nussiges Aroma. Es eignet sich zum Braten, Kochen, Dünsten wie auch zum Räuchern. Weil die Schuppen der Felchen recht grob sind, wird die Haut meistens entfernt.


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FISCHZUCHT | 5.10.2020 | 49

pro Woche im Schnitt 177 Kilo Felchenfilets, was 584 Fischen entspricht – allesamt Wild­ fang aus der Schweiz. «Wir könnten noch mehr absetzen, bekommen die Ware aber nicht», sagt Martin Stalder (43), Leiter ­Business Unit Fisch bei der Micarna, die Swiss Aquakulturen betreibt. Anders bei den Egli: Von ihnen verkaufte die Migros 2019 pro Woche 1619 Kilo (was gut 8000 Fischen entspricht), rund 75 Prozent aus Schweizer Zucht, der Rest kommt aus Estland und Russland. Insgesamt werden in der Schweiz pro Kopf und Jahr neun Kilo Fisch kon­ sumiert, rund die Hälfte davon ist Lachs. Fokus künftig auf Felchen

Mit der neuen Anlage kann die Migros nun ihren Eigenbedarf bei Egli und Felchen ­abdecken. «Wir hoffen ab 2023 auf schwarze Zahlen», sagt Stalder. «Und künftig dürfte der Fokus primär auf den Felchen liegen – anders als die Egli züchtet die nämlich sonst niemand, und die Nachfrage ist da, auch aus­ serhalb der Schweiz.» Derzeit schwimmen insgesamt 140 000 Egli und 33 000 Felchen

Ein Mitarbeiter prüft die Wasserqualität in den Fischbecken.

bei den Swiss Aquakulturen. Wenn im kom­ menden Frühling alle Becken besetzt sind, werden bis zu 300 000 Fische hier sein. Die Tiere werden von der KM Seafood, die zur M-Industrie gehört, in Kirschau östlich von Dresden (D) in einer eigenen Zucht­ anlage reproduziert und aufgezogen; sie sind rund 80 Gramm schwer, wenn sie im ­Alter von vier bis sechs Monaten in Last­ wagen nach Birsfelden kommen. Nach drei bis vier Monaten erreichen sie in den Becken ihr Zielgewicht, das sind rund 200 Gramm beim Egli und 300 Gramm beim Felchen. Das Wasser wird dabei stän­ dig g­ ereinigt, aufbereitet und mit frischem Grundwasser sowie Sauerstoff angereichert. Die Fischgülle kommt in eine Biogasanlage, das saubere Restwasser fliesst in den nahe­ gelegenen Rhein. Am Ende werden die Tiere elektrisch be­ täubt, getötet, vor Ort filetiert und ver­packt. Rund 240 Tonnen Fisch will die M ­ icarna künftig pro Jahr in Birsfelden produzieren. Die ersten kommen in diesen Wochen ­landesweit in die Läden der Migros. MM

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Pancake-Cereal Der Trend poppte während des weltweiten Lock­downs zum ersten Mal auf und schien nur kurz zu dauern: ­Äusserst schmackhaft, aber zu aufwendig ist das Pro­­ zedere für Pancake-Cereal. Doch wider Erwarten ­ finden sich auf Social Media nach wie vor zahlreiche Koch­ver­­­rückte, die das Experiment wagen. Man füllt dazu Pan­­cakemasse in einen Spritzsack und gibt sie tröpfchen­weise in eine Bratpfanne. Vorsicht, die Hitze darf nicht hoch sein! Die Teigtröpfchen kurz stocken ­lassen, w ­ enden und in eine Schüssel geben. So lange wieder­holen, bis die Pancakemasse – oder die Geduld – ­auf­gebraucht ist.

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52 | 5.10.2020 | MEINE MIGROS

Im Nu im Herbst gelandet Im hektischen Alltag fällt es manchmal schwer, sich an den Jahreszeiten zu erfreuen. Die neuen Gerichte mit Kürbis von Anna’s Best bieten feinen Herbstgenuss ohne grossen Aufwand.

Bild und Styling: Veronika Studer

Aufwärmen und fertig: So zackig gelingen die neuen zwei Herbstmenüs von Anna’s Best – und sind darum genussvolle und saisonale Gerichte für hektische Zeiten. Das Poulet-Steinpilzgeschnetzelte mit Kürbis­stock und das Vegetable Quinotto

mit Kürbis und Mais sorgen für eine grosse Portion Herbst auf dem Teller. Und weil sie so rasch und bequem zu­ bereitet sind, bleibt sogar noch Zeit für einen Spaziergang draussen, umgeben von leuchtendem Herbstlaub.

Für den Kräutergeschmack

Für einen spannenden Geschmacks­ kick einige frische Thymianblättchen über den Kürbisstock geben


MEINE MIGROS | 5.10.2020 | 53

Für die frische Optik

Als hübsche Dekoration einige f­ rische Blätter Cicorino rosso Salat in feine Streifen ­schneiden und mit einem Dressing aus Öl, Essig, Salz und Pfeffer mischen. Auf dem Quinotto anrichten

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MEINE MIGROS | 5.10.2020 | 55

Raclette-Plausch in Bioqualität Pünktlich zum Herbstbeginn erweitert die Migros ihr Bio-Raclette-Sortiment: Eine assortierte ­Platte mit den Sorten ­Nature, Chili und Knoblauch, Surchoix-­ Scheiben und den Raclettekäse am Stück. Die neuen Varianten gesellen sich zu den ­bereits bestehenden Nature-­Scheiben und werden ebenfalls mit Zutaten in ­Bioqualität hergestellt. Das heisst: Die Milch stammt von Kühen, die viel Zeit im ­Freien verbringen und hauptsächlich Gras und Wiesenkräuter fressen. Migros Bio Raclette ­Block*, ca. 500 g, per 100­  g Fr. 2.40 Aktion 20-fache Cumulus-Punkte bis 12. Oktober

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KOLUMNE | 5.10.2020 | 57

«Ein schönes Gesicht» ist kein Kompliment

Nicole Jäger (38) ist Comedian und ­Bestsellerautorin aus ­Hamburg. ­In ihrem ersten Buch hat sie ihr Leben mit 340 Kilo und den Weg des Abnehmens ­beschrieben. Heute, 190 Kilo leichter, ist sie mit ihrem Stand-up-­ Programm auf Tour.

DER ANDERE BLICK «Ich habe ein hübsches Gesicht. Wenigstens das.» Geht ihr durch den Kopf, während sie dort steht. Immer ein biss­ chen verschämt. Am lieb­sten gar nicht so genau hinschauend. Nur flüchtig. Kurz. Nur den Part ansehend, den sie mag. Was nicht viel ist. An ihr. Dort vor dem Spiegel. Denn da sind diese ­Füsse, die das Gewicht tragen. Die Beine, die Xen oder Oen oder irgendwas tun, nur eben nicht «bis in den Himmel» reichen. Dellen, die nie nach Orangen duften, ganz gleich, wie man sie nennt, und Oberschenkel, die beim Gehen ­aneinanderreiben. Was normal sein sollte, denn Frauen ­haben nun einmal Oberschenkel. Was aber nicht normal ist, denn Frauen haben auch einem Ideal zu entsprechen, einem Bild zu g­ enügen, und ­dieses Bild verlangt, bedient zu werden. Schön ist nur, wer vollkommen, ­erfolgreich nur, wer schlank, glücklich nur, wer gesund ist; und was g­ esund ist, das e­ ntscheidet nicht der Körper, sondern dessen E ­ rscheinung. Es geht um Meinungen, ums Gefallen. Um den ersten Eindruck und die Angst, dem zweiten nicht standzuhalten. Mama sagte, sie müsse auf sich achtgeben. Mama meinte es nur gut. Mama sprach von O ­ ptik, vom Verhalten, von dem, was ein Mädchen lernen und eine Frau repräsentieren m ­ üsse. Repräsen­ tieren. So, als sei der Körper ­einer Frau ihre ­Visitenkarte. Ihr Mass für Wert. Nicht ihr Sein, ihr Wissen, ihr Handeln. Der Wert gemessen an

Zahlen in Kleidung, auf Waagen, in Umfängen und Haarlängen. Nicht der Mensch als Ganzes, sondern das Bild von ihm. Also betrachtet sie sich. Sich und ihr hübsches Gesicht. Denn das hat sie. Das sagen alle und mei­ nen es als Kompliment, obgleich es nie eins ist, weil sie so viel mehr ist als nur ein verdammtes ­Gesicht, das – Hurra – gefällt. Wenigstens das. Zum Glück. Aber wenn das alle sagen, dann stimmt es nun einmal. Im Guten wie im Negati­ ven. Ein hübsches Gesicht. Für eine dicke Frau. Wäre da nur nicht der Rest. Der Körper. Den, den sie lieber nicht so genau betrachtet. Der, der nie so recht g­ efällt. Ihr nicht. Dir nicht. Und wäre sie nur ein Gesicht, dann wäre es ja okay. Dann wäre sie vielleicht okay. Aber das ist sie nicht. Sie fühlt sich, als genüge sie nicht. Sie selbst zu sein, das ist nie genug. Nach all den ­Blicken, die auf ihr haften blieben, sieht sie nicht mehr sich. Sie sieht dich. Und mich. Und unsere Meinungen. Ein jedes unserer Worte und jeden gut gemeinten Rat, der sie noch ein wenig kleiner macht. Denn aus einem Mädchen, dem man oft genug sagt, es müsse anders sein, um zu ­gefallen, wird eine Frau, die nicht mehr sehen kann, dass sie nicht anders sein muss, um zu g­ efallen. Dass sie nicht einmal gefallen muss. Niemandem gehört ausser sich selbst. Längst schön ist. Es immer war. Immer sein wird. Was sie nie sehen wird. Weil von ihr zu viel da ist. Während so wenig von ihr übrig bleibt. So wenig. Nur eben dieses hübsche Gesicht. MM

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58 | 5.10.2020 | DIGITAL

1, 2, 3 – und fertig ist die eigene Website Für die eigene Website braucht es keine Informatikkenntnisse und auch kein dickes Portemonnaie mehr. Heute reichen ein wenig ­ Experimentierfreude und das richtige Werkzeug für einen schicken Auftritt aus. Und so gehts.

1 23 Text: Philipp Rüegg

Adresse sichern

Server mieten

Website gestalten

Wer sich eine neue Website bauen möchte, muss zuerst eine passende Domain ­reservieren. Darunter ­versteht man die Adresse, mit der man die Site im ­Internet aufruft, zum ­Beispiel migros .ch. Bei ­diversen Anbietern erhält man bereits für wenige Franken pro Jahr eine ­«Domäne». Be­dingung ist allerdings: Sie muss noch verfügbar sein. Überprüfen kann man dies direkt auf der ­Firmen-Site. Die ­Rechte zur Nutzung der ­gewählten Adresse gelten nur für die Dauer, für die man bezahlt, und sind nie auf lange Zeit erwerbbar. Schweizer Anbieter: ­green.ch, hostpoint.ch, infomaniak.ch Preise: ab fünf Franken / Monat

Weiter muss der Online-­ auftritt irgendwo gehostet, sprich «parkiert» werden. Wer keinen eigenen Server aufsetzen will, mietet sich einen. Die Mietpreise hängen vom Leistungsumfang ab: Je mehr Speicherplatz, E-Mail-Adressen oder ­sonstige Zusatzfunktionen man benötigt, desto teurer wird es. Einige Domain-­ Anbieter offerieren im ­Übrigen auch gleich das Hosting mit, etwa diejenigen von domains.ch oder ­hosttech.ch.

Mit der Adresse und einem Host in der Tasche beginnt der Spass eigentlich erst. Um eine Webseite zu ­designen, sind jedoch längst keine Programmierkenntnisse mehr nötig. Selbst den HTML-Code muss heute niemand mehr zwingend entziffern oder verändern können. Kommen aber komplexere Programme wie Dreamweaver (siehe rechts) zum Einsatz, können HTMLKenn­tnise helfen. Viele Tools setzen heute auf rein grafische Lösungen, sodass man sich eine Website im Baukastensystem konfigurieren kann. Rechts ein paar empfehlenswerte Tools und was sie bieten.

Beliebte Schweizer ­Anbieter: hosttech.ch, swisscom.ch, cyon.ch. Preise: ab fünf Franken / Monat

Angesagte Tools zur Gestaltung Wix

Wix gehört zu den ver­ breitetsten Programmen zur Gestaltung von Online-­ auftritten und ist sehr ein­ fach in der Bedienung. Man wählt aus über 500 Vor­ lagen oder entwirft gleich alles selbst. Im Editor kön­ nen mit Anklicken und Ver­ schieben («Drag and Drop») einfach Bilder, M ­ enüs oder Verknüpfungen zu SocialMedia-­Platt­formen hinzu­ gefügt oder verschoben werden. Auch Strukturen, um einen Shop zu erstellen, sind reichlich vorhanden. Preise: Das günstigste ­Angebot für € 4.50 im ­Monat beinhaltet nur 500 MB Speicherplatz und eine begrenzte Bandbreite. Ausserdem hat man Wix-­ Werbung und -Brand auf der Website. Ab € 8.50 freut man sich auf einen werbefreien Auftritt. wix.com

Hier schreiben die Experten von Digitec über alles, was die digitale Welt bewegt.


DIGITAL | 5.10.2020 | 59

Oben: Mit Wix ­lassen sich Sites mit Shop-Funktion besonders unkompliziert gestalten. Unten: Square­space bietet gerade für Blogs zahlreiche schöne Vorlagen.

WordPress

Squarespace bietet ­Ähn­liches wie Wix. Die ­Bedienung ist intuitiv und für Anfänger verständlich. Squarespace bietet Blog­ gern ein ­Maximum an ­Möglichkeiten. Neben allen gängigen Bausteinen, die eine gute Website aus­ machen, punktet dieses Programm besonders beim Design: Kaum ein Anbieter hat derart viele stilvolle Templates im Angebot. Preise: Gratismodelle ­fehlen, dafür kann die Site vor dem Bezahlen erstellt werden. Abos gibts ab 11 Euro pro Monat.

Kaum Wünsche offen lässt Wordpress, sicher das popu­lärste Blog-Werkzeug für Anfänger und für Fort­ geschrittene. Anders als Squarespace oder Wix handelt es sich um ein ­Content Management ­System (CMS). Möglich­ keiten und Datenpflege sind hier professioneller, HTML-Kenntnisse aber nicht zwingend nötig. Auch Wordpress bietet unzählige kostenpflichtige und Gratis-­ vorlagen, die man mit e ­ inem Klick installieren kann. Eben­so einfach fügt man «Addons» hinzu, die den Auftritt beliebig anpassen lassen. Preise: gratis, auch viele Templates sind kostenlos.

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Bilder: Screenshots

Squarespace

Adobe Dreamweaver CC

Dreamweaver setzt auf eine Mischung aus HTML-­ Programmieren und visuell gesteuertem Editieren. Von den vorgestellten Tools ist es das anspruchsvollste, bietet aber auch viel mehr Möglichkeiten. Wer mit ­Adobe-Produkten bereits vertraut ist, ist im Vorteil. Statt pfannenfertigen Vor­ lagen hat man mit Dream­ weaver Aufbau und Design der Webseite komplett selbst in der Hand. Preise: als Teil der Adobe Creative Suite oder einzeln im Abo ab Fr. 23.70 ­monatlich www.migmag.ch/dreamweaver

Fazit Die günstigste Webseite kostet alles in allem kaum mehr als 100 Franken im Jahr. Für einfache und sehr schnelle ­Lösungen bieten einige Anbieter ­übrigens von der Domain über ­Hosting und Ge­staltung bis zur Wartung der Site gleich alles an. Dazu ­gehören etwa Wix, Jimdo oder Squarespace.


60 | 5.10.2020 | ZWEI ZUHAUSE

Vor ihrem Idyllischen Zuhause am Skader­ see, an der Grenze zum Nationalpark: Marja, Judith, ­Danijel, Radovan und Jovan Popor

Sie haben das Herz da und dort Neun Monate in Montenegro, drei Monate in der Schweiz: Familie Pobor lebt an zwei Orten, die Kinder besuchen in zwei Ländern die Schule. Seit sechs Jahren funktioniert das bestens. Und doch ist bald Schluss mit dem Hin und Her. Text: Rahel Schmucki  Bilder: Radonja Srdanovic, Christian Schnur


ZWEI ZUHAUSE | 5.10.2020 | 61

«In der Schweiz ist Montenegrinisch unsere ­ Geheimsprache.» Marja Pobor (13)

dersee bei Sonnenaufgang gebucht. Der grösste See auf dem Balkan ist gleichzeitig ein Nationalpark. Radovan war einer der Schiffs­ kapitäne. «Er war überhaupt nicht gesprächig. Aber ich wollte möglichst viel über diesen schönen See, die Kultur und das Leben in der Region erfahren – und meine bescheidenen Serbischkenntnisse anwenden. Ich liess nicht locker, bis er mit mir redete», erzählt Judith. Ihr jüngster Sohn Danijel wirft frech ein: «Du hast uns erzählt, dass er richtig mufflig war.» Nach bloss drei Treffen, an denen Radovan allmählich aufgetaut war, waren Judiths ­Ferien vorbei, und sie reiste ab. Aber für ­beide war klar: Sie wollten die Beziehung auch über die grosse Distanz weiterführen. «Diese offene, natürliche und bodenständige Frau hat mich von Anfang an beeindruckt», erinnert sich Radovan. Er habe schnell ge­ spürt, dass sie die Richtige sein könnte. Nach zwei Jahren, ein paar kurzen Besuchen von Judith in Montenegro und zwei längeren Aufenthalten von Radovan in der Schweiz, beschlossen sie zu heiraten. Kurz darauf kam ihre Tochter Marja zur Welt. Wieder Anschluss zu finden, ist nicht einfach

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ind die Pobors in der Schweiz, be­ ginnt der Tag mit Konfibrötli, Ovo­ maltine und Kaffee. Marja (13) sitzt mit ihren Brüdern Jovan (11) und ­Danijel (8) und den Eltern Judith und Rado­ van um den runden Tisch im Wohnzimmer. Ein Morgenritual wie in jeder Familie, doch für die Pobors ist es nicht ganz so alltäglich. Die zweistöckige Mietwohnung in einem kleinen Holzhaus in Einsiedeln SZ ist nur während dreier Monate im Winter ihr ­Zuhause. Den restlichen Teil des Jahres ver­ bringt die Familie in Montenegro, der Heimat von Radovan. Judith und Radovan Pobor ­wollen, dass die Kinder ihre beiden Heimat­ länder kennen und lieben lernen und beide Sprachen sprechen. Sind die fünf in Montenegro, besuchen die Kinder die Schule in Virpazar, dem Ort, in

dem Radovan aufgewachsen ist. Judith und Radovan Pobor organisieren Wanderreisen für Touristen. Von November bis Februar bleiben die Touristen aus, Judith und Rado­ van haben eine Pause von den geführten Wandertouren. Dann kommen sie in die alte Heimat von Judith. «Wir stopfen alle unsere Sachen ins Auto und verschieben unser ­Leben in die Schweiz», sagt Radovan. Die Kinder besuchen dann die Schule in Ein­ siedeln. Radovan arbeitet temporär als Ope­ rationspfleger im Spital, und Judith kümmert sich um den Haushalt und die Administra­ tion der Wanderreisen. So zumindest sah ihr Alltag vor Corona aus. Angefangen hat alles mit einer länder­ übergreifenden Liebesgeschichte. Auf einer Reise durch Montenegro hatte Judith mit ­einer Freundin eine Bootstour auf dem Ska­

Inzwischen haben die Kinder ihre Ovi aus­ getrunken, Judith und Radovan den Kaffee. Sie haben sich auf und um das rosarote Plüschsofa gesetzt. Alle fünf finden unmög­ lich Platz auf dem kleinen Möbel. Sind die Pobors den Winter über in der Schweiz, kom­ men sie in dieser möblierten Wohnung unter. «Es ist für uns ein absoluter Glücksfall, dass die Wohnung in den letzten Jahren immer frei war», sagt Judith. Da sie bereits sechs Winter hier verbracht haben, fühlen sie sich jeweils schnell wieder zu Hause. Gleich am ersten Tag werden die Koffer ausgepackt. «So versuchen wir, ganz schnell in der Schweiz anzukommen.» Den Kindern fällt das Hin und Her jedoch nicht immer leicht. «Die schulische Leistung war nie ein grosses Problem», sagt Judith. Schwieriger war es für die drei, Anschluss zu finden. Obwohl sie jedes Jahr wieder die­ selben Schweizer Freunde treffen, spüren sie die verpasste gemeinsame Zeit. «In neun ­Monaten passiert so viel», sagt Marja. Im Gegensatz zu Radovan war Judith ­Pobor schon immer ein Naturmensch. Er hat das Wandern und seine Liebe zu den Bergen erst in der Schweiz entdeckt. Auch mit den


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ZWEI ZUHAUSE | 5.10.2020 | 63 In diesem einfachen Haus wohnen die Pobors in Einsiedeln.

kleinen Kindern wanderte die Familie oft in den Schweizer Bergen und lernte auch ­gemeinsam die Berge in Montenegro kennen. «Da merkte ich erst, was für ein Potenzial in meiner Heimat steckt», sagt Radovan. ­Gemeinsam entschied das Paar, ein Touren­ angebot für Montenegro zu entwerfen und in Radovans Heimat auszuwandern. Das war vor sechs Jahren.Unterdessen besitzt die ­Familie Pobor in Virpazar am Skadersee ein Haus mit Garten. Seit Corona bleiben die Touristen aus

Von hier aus bieten Radovan und Judith ­Pobor die Touristenreisen an. Sie führen Gruppen, meistens aus der Schweiz, durch den Nationalpark und wandern zu abgele­ genen Dörfern, immer verbunden mit einem Mittagessen bei einer lokalen Familie. In die­ ser Zeit besuchen die drei Kinder die Schule im Dorf. Marja geht in die erste Oberstufe, Jovan in die fünfte Klasse und Danijel in die dritte – zumindest war das so «vor Corona». Auch Montenegro hat ab März Massnahmen gegen das Virus ergriffen. Ein strenger Lock­ down bis Juni, Maskenpflicht und Home­ schooling für die Kinder, die zu Hause über den Computer unterrichtet werden. Seither haben die Pobors keine Touristen mehr durch ihre Wahlheimat geführt. «Auf der einen Seite war es schön, die sonst überfüllten Orte wie Kotor ohne Kreuz­ fahrtschiffe zu sehen. Aber auf der anderen Seite bedeutet das für uns und fast die Hälfte der Montenegriner, die sonst vom Tourismus leben, dass wir kein Einkommen mehr ­haben», sagt Radovan. Die Familie hat sich mit ihrem Ersparten über Wasser gehalten. «Wir hoffen darauf, dass wir im nächsten Frühling wieder individuelle Reisen in ­Montenegro durchführen und so Geld ­ver­dienen können», sagt Judith. Nun gehen die ­Schulen im Oktober wieder auf, dann werden Jovan und Danijel ins Schulhaus ­zurückkehren. Da Marja die Oberstufe ­besucht, wird sie dem Unterricht weiterhin online folgen müssen. Derselbe Schulstoff, ein anderes Alphabet

«Der Schulstoff ist mehr oder weniger der­ selbe wie in der Schweiz. Aber wir lernen das kyrillische und das lateinische Alphabet», ­erklärt Marja. Zu Hause spricht Judith Pobor mit den Kindern meistens Schweizerdeutsch. Radovan antwortet dann auf Hochdeutsch oder auch in Montenegrinisch. «In der Schweiz ist Montenegrinisch unsere Geheim­ sprache, in Montenegro unterhalten wir uns

«Im Winter stopfen wir unsere Sachen ins Auto und verschieben unser Leben in die Schweiz.» Radovan Pobor

in Schweizerdeutsch, wenn jemand etwas nicht verstehen soll», sagt Marja. Obwohl das Lebensmodell mit zwei Wohn­ orten für die Pobors lange gestimmt hat, ­wollen sie es jetzt ändern und bleiben die nächsten Monate in Montenegro. Spätestens im Frühling 2022 planen die fünf, ganz ­zurück in die Schweiz zu kommen. Grund ­dafür ist Marja: In der Oberstufe ist ein stän­ diger Schulwechsel nicht mehr so einfach wie früher. Radovan fällt diese Entscheidung nicht ganz leicht, er fühlt sich in seiner ­Heimat sehr wohl. «Das ist ein reiner Kopf­ entscheid», sagt er. Marja will nämlich das ­Gymnasium besuchen und später Biologie

studieren. «Da hat sie mit einer Ausbildung in der Schweiz einfach die besseren Karten», sagt Radovan. Vielleicht mache ihnen aber auch Corona einen Strich durch die Rech­ nung, und sie müssen früher in die Schweiz zurückkommen, um hier Geld zu verdienen. Wo ihr Zuhause ist? Für die Pobors eine schwierige Frage. «Wir haben unser Herz da und dort», beschreibt es Radovan. Für ein Land entscheiden will sich niemand von den Fünfen. Sie sind sich aber einig, dass der ­Zusammenhalt der Familie ihnen eine ­Heimat gibt, egal, wo sie gerade leben. Und wer weiss in diesen ­Zeiten schon, wo sie in zehn Jahren wohnen werden? MM


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TIPP Damit die Schokoladengrüsse den Weg ins Ausland ­unbeschadet überstehen, sollten sie besonders bei höheren ­Temperaturen geschützt werden. Styropor isoliert zum Beispiel gut und kann mehrfach verwendet werden. Auch zerknülltes Packpapier wirkt isolierend. Wer Schokolade in wärmere Gegenden verschickt, sollte über einen Expressversand nachdenken, ­damit sie nicht unnötig lange der Hitze ausgesetzt ist. Und: die Zollbestimmungen des Ziellandes anschauen und das Päckchen entsprechend vorbereiten.


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Frei von Gluten, voll von Geschmack So farbenfroh wie die mexikanische Kultur ist auch das Essen aus dem mittelamerikanischen Land. Besonders Tortillas lieben wir, denn die ­lassen sich mit all unseren Lieblingszutaten ­befüllen und zur Fajita einrollen. Damit alle ihren Spass am Fajita-Plausch haben, gibt es die Tortillas von Pancho Villa neu auch glutenfrei. Sie enthalten keine Konservierungsstoffe und schmecken genauso gut wie die originalen ­Weizentortillas. In diesem Sinne: Buen provecho!

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Kürbis-Tortilla

Pancho Villa Gluten Free Tortillas, 216 g Fr. 5.80

Hauptgericht für 4 Personen 500 g Kürbis, z. B. Knirps, gerüstet gewogen 3 EL Olivenöl 1 EL Curry Salz 2 Fleischtomaten 1 Peperoncino 2 Frühlingszwiebeln 8 glutenfreie Tortillas 8 EL Joghurt nature 25 g Brunnenkresse

Zubereitung

Kürbis in ca. 1,5 cm grosse Würfel schneiden. Im Öl mit dem Curry 8–10 Minuten weich braten. Mit Salz abschmecken. Tomaten ­würfeln, Peperoncino in Ringe schneiden. Frühlingszwiebeln fein schneiden. Tortillas in der Bratpfanne oder im Ofen er­wär­ men. Mit Joghurt bestreichen, Kürbis, Tomaten, Frühlings­ zwiebeln und Peperoncino darauf anrichten. Mit Brunnenkresse ­bestreuen und servieren.


68 | 5.10.2020 | MEINE MIGROS

Den Zahnbelag beim Putzen schonen Zahn- und Mundpflege von Candida entspricht den neuesten wissenschaftlichen Anforderungen: Die seit 70 Jahren innovative Zahnpflegelinie der Migros deckt fast alle Bedürfnisse ab. Es gibt Zahn­pasten für besonders empfindliche Zähne, daneben jene für ein schonendes «Whitening». Beim Finden des geeigneten Produkts hilft der Abrasionswert RDA mit. Die Messung erfolgt standardisiert von unabhängiger Seite.

RDA ist die Abkürzung für Relative Dentin Abrasion. Mit dem RDA-Wert wird der Peelingeffekt gemessen. Dabei wird die Zahnpasta ausgehend von einem ­Standardwert 100 ein­ gestuft. Candida White ­Diamond für schonendes Weiss hat einen tiefen Wert von 30 und ist gerade für sensible Zähne geeignet.

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Zahnpasten enthalten Putzkörper unterschiedlicher Härte. Bei der Zusammensetzung entschei­det, welche Bedürfnisse die Zahnpasta erfüllen soll. Die Zahnpasten für schmerzempfindliche Zähne von Candida weisen einen tiefen RDA-Wert auf. Bei der Candida Sensitive ­beträgt er nur 20.

Zahnstein und stark verfärbte Zähne gehen oft auf häufigen Teeund Kaffeegenuss oder R ­ auchen zurück. Sie erfordern eine inten­ sive und spezifische Reinigung. Speziell für starke Zahnstein­ bildung entwickelte Zahnpasten haben einen höheren RDA-Wert – im Fall von Candida Anti Zahnstein beträgt er 115.

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70 | 5.10.2020 | ENTSPANNUNG

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Wie vier Stunden Schlaf Beim Yoga Nidra pendelt man auf dem Rücken liegend ­zwischen einem entspannten Wachzustand und einem Dämmerschlaf hin und her. Man lauscht den Anweisungen der Lehrperson. Die Wechselwirkung zwischen wacher Enspanntheit und Halbschlaf wirkt erholsam – wie vier Stunden Schlaf.

Shiatsu Lebensenergie spüren Bei der japanischen Körper­ therapie wird mit Händen, Ellbogen und Knien gear­ beitet. Der Therapeut oder die Therapeutin sinkt mit senkrechtem Druck auf die ­Meridiane ein. Das sind Leitbahnen, in denen laut tradi­ tioneller chinesischer ­Medizin (TCM) die Lebensenergie fliesst. Ziel: Stärken der Selbstwahrnehmung

3 iMpuls ist die Gesundheits­ initiative der Migros.

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Autogenes Training Sich in die Entspannung denken Autogenes Training ist eine Art Selbsthypnose. Dabei lernt man, in Gedanken dank Vorsatzformeln wie «Ich bin ganz ruhig und entspannt» Körper und Geist zu entspannen. Das Mantra dehnt sich mittelfristig auf das Unterbewusstsein aus und kann zu ­Gelassenheit und Ruhe im Alltag führen.

Völlig losgelöst von der Erde – so geht es Gartenarbeit, Putzen, Waldspaziergang, Kerzenlicht, Musik: Entspannung hat viele Gesichter – entdecken Sie sie. Mehr auf migros-impuls.ch/entspannung


ENTSPANNUNG | 5.10.2020 | 71

Entspannt bei sich selbst

Qigong

Meditatives Schreiben, auf dem Boden liegend alles loslassen, den Geist zähmen oder die Lebensenergie spüren – Entspannung hat viele Gesichter. Aktiv oder passiv. Wir haben einen Strauss an Ideen zusammengetragen. Viel Freude damit. Text: Silvia Schütz

5

Körper und Geist im Fluss Die Übungen des Qigongs werden seit Tausenden von Jahren prakti­ ziert, um Körper und Geist in Ein­ klang zu bringen und der Lebens­ energie Qi freien Lauf zu lassen. Dazu werden ­geführte Körper­ bewegungen mit Atemübungen und mentaler Konzen­ tration kombiniert. Die Wirkung: mehr ­Ausgeglichenheit.

Handlettering

Quelle: K ­ ursleiterinnen und Kursleiter der ­Klubschule Migros

Bild: iStock

4

Schreiben als Meditation «Change your thoughts and you will change the world» oder «Ich lasse jeden Tag Konfetti auf mich regnen». Was immer das aktuelle ­Lebensmotto sein mag, mit Geduld schön geschrieben, prägt es sich bestens ein. Handlettering ist eine ein­ fache Form der Kalligrafie, wörtlich «die Kunst des Schönschreibens» – mit ­meditativem Charakter.


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74 | 5.10.2020 | HAARPFLEGE

Unsere Haare bestehen aus der äusseren Schuppenschicht, den Haarfasern und dem Haarmark. Die Faserschicht setzt sich aus Eiweissverbindungen zusammen, den Keratinen. Dem ­älteren Haar steht nicht mehr die optimale Kombination von Keratinbausteinen zur ­Verfügung. Somit kann die Struktur der Fasern schwächer, dünner und brüchiger werden und die Widerstandskraft gegenüber äus­seren Einflüssen abnehmen. Haarpflege- und Stylingprodukte mit Keratinen helfen, Lücken in der Struktur zu füllen, und geben mehr Kraft und Vitalität.

So bleiben die Haare jung Genau wie die Haut altern auch die Haare. Die Zeichen: Das Haar wwächst langsamer und verliert an Dichte – oder wird spröder und trockener. Text: Petra Koci

Kopfhaut – die Basis Mit der Zeit verlangsamt sich unser Zellstoffwechsel. Die Kopfhaut wird weniger gut durchblutet, und die Haarwurzeln sind schlech­ ter mit Nährstoffen versorgt. Die Folge: Das Haar wächst lang­ samer und feiner nach und fällt schneller aus. Koffein wird nach­ gesagt, dass es die Versorgung der Haarwurzeln ankurbelt. So wie der E ­ spresso am Morgen unsere Lebensgeister weckt, so aktiviert Koffein-Haarpflege den Energiestoffwechsel im Haarfollikel – und das kann die Haarwachstumsphase verlängern. Am besten die Koffein-Pflege zwei Minuten lang einmassieren.

Vor Umwelteinflüssen schützen Sind unsere Haare jung, voll und gesund, verkraften sie mehr Styling- und Umweltstrapazen. Mit zunehmendem Alter aber braucht es ein vorbeugendes Programm. Denn Sonne, Hitze, Wind, Salzwasser und Luftverschmutzung entziehen unseren ­Haaren Feuchtigkeit und Farbe. Helle Haare werden von UV-Strahlen übrigens mehr ­ausgebleicht und geschädigt als dunkle. Umso wichtiger sind farbschützende Pflege und Sonnenschutz.

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HAARPFLEGE | 5.10.2020 | 75

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Fett- und Feuchtigkeitsschutz Auch unsere Talgdrüsen arbeiten mit der Zeit weniger produktiv. Reife Haare bekommen so weniger vom pflegenden Talg, der sie ­geschmeidig hält. Nimmt diese schützende Fettschicht ab, werden die Haare trockener, matter, störrischer. Regelmässige Feuchtigkeitskuren, Spülungen sowie Haaröle für die Längen und ­Spitzen pflegen, nähren und sorgen für Glanz. Sie unterstützen die Fettschicht des Haars, polstern es auf und binden die Feuchtigkeit.

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Die hohen Temperaturen von Föhn, Glätteisen oder Lockenstab trocknen die Haare aus. Das Pflege-Must: Hitzeschutzspray, der einen schützenden Film um das Haar bildet. Bei Glätteisen und Lockenstab gilt zudem: Bitte nur auf ganz trockenen, ­sau­beren Haaren anwenden. Bei nassem Haaren ist nämlich die Schuppenschicht aufgequollen und dadurch besonders ­anfällig für Schädigungen. Helle Haarfarben wirken wie eine ­optische ­Verjüngungskur, sagt man. Blondieren und Bleichen strapazieren aber das Haar enorm, weil die Haarstruktur dabei aufgebrochen wird. Umso wichtiger ist es, die Haare schonend zu färben und auch danach sorgfältig zu pflegen.

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​ ie Klubschule lädt D zum Ausprobieren ein Passend zum Motto «Nicht träumen. Machen.» lädt die Klubschule Migros Aare am Samstag, 17. Oktober, zu «1× ausprobieren» ein. Dabei kann man in verschiedene Kurse an diversen Standorten der Klubschule ein Mal kostenlos und unverbindlich reinschnuppern.

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ie Klubschule Migros bietet rund 600 ver­ schiedene Kurse und Lehrgänge an – eine grosse Auswahl. Das macht es nicht ­immer einfach, nur anhand der ­Beschreibungen den richtigen Kurs zu finden. Am Schnuppertag kann jeder, der Lust hat, seinen Traumkurs an einem der zehn Standorte der Klubschule Migros Aare gratis ein Mal ausprobieren. ­Wichtig: Um in einen Kurs rein­ zuschnuppern, ist eine vorherige Anmeldung erforderlich.

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Am 17. Oktober ­können Interessierte in Klubschulkurse aller Art hineinschnuppern.

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Viel Bewegung hilft dem Körper und dem Geist, gesund zu bleiben. Und dies gemeinsam zu tun, ­motiviert und macht obendrein noch viel Spass. Musikbegeisterte finden Gleichgesinnte in einem Tanzkurs, gestresste Menschen sorgen mit Yoga oder Meditation für die nötige Entspannung, und die Sport­begeisterten können

sich in einem Fitnesskurs aus­ powern. Nicht träumen. Machen

Das Angebot der Klubschule ­Migros Aare reicht von Sprachen über Kreativitätsangebote, Ge­ sundheit und Fitness bis zu Wirt­ schaft und Informatik. Eine Viel­

zahl von Kursen kann man am 17. Oktober vor Ort gratis ein Mal ausprobieren. Die Plätze sind aber begrenzt. Anmelden für «1× aus­ probieren» und alle weiteren Kurse kann man sich online, telefonisch oder im Center in der Nähe. MM Informationen und Anmeldung: klubschule.ch/ausprobieren; 0844 844 900

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78 | 5.10.2020 | MIGROS AARE

Familienkonzerte bei «bee-flat»: Sound und Sirup am Sonntag

Familienkonzerte im Progr Bern: Sa, 17. 10., 15.30 Uhr: Club Lento Junior (Disco) So, 8. 11., 15.30 Uhr: PIXVAE So, 15. 11., 15.30 Uhr: Le Duel De Piano So, 20. 12., 15.30 Uhr: Hildegard Lernt Fliegen Weitere Infos: bee-flat.ch

Anja Fischer ist neue Präsidentin des Genossenschaftsrates der Migros Aare, Monika Stutz wurde zur Vizepräsidentin gewählt.

Zwei neue Frauen an der Spitze des Rates Der Genossenschaftsrat der Migros Aare hat sich für die Amtsperiode 2020 bis 2024 konstituiert. Gleich im ersten Wahlgang wurde Anja Fischer zur neuen Präsidentin gewählt. Die 44-jährige Bernerin wohnt im Liebefeld und ist seit acht Jahren Genossenschaftsrätin.

A

ls Vizepräsidentin wurde die 50-jährige Monika Stutz aus Belp gewählt, womit der Genossenschaftsrat der Migros Aare für die kommenden vier Jahre in kompetenter Frauenhand ist. Anja Fischer ist beruflich seit vielen ­Jahren in den Bereichen Kommunikation und Digitalisierung tätig und sieht ihre Rolle als Präsidentin des Genossenschaftsrates als Chance, die Migros Aare bei der an­ stehenden Modernisierung zu begleiten. ­«Brücken zu bauen zwischen Gründergeist und Zukunftsvision, ist ein Thema, das den Genossenschaftsrat vermehrt beschäftigen wird», sagt Anja Fischer zu ihren Aufgaben im Präsidium. Auch das Büro des Genossenschaftsrates wurde gewählt und besteht nun neben Prä­ sidentin und Vizepräsidentin aus Thomas

­ ffentranger (Küttigen), Christina Borer A (Jegenstorf ), Claudia Hess (Langenthal), Christoph Lätt (Bern) und Lilian Riesen (Bremgarten bei Bern). Oberstes Ziel: Versorgung sicherzustellen

Geschäftsleiter Anton Gäumann in­formierte den Genossenschaftsrat über die Bewältigung und die Auswirkungen der Corona­­virusPandemie. Der Krisenstab der Migros Aare ist noch immer aktiv, wenn auch momentan in einem reduzierten B ­ etrieb. Das oberste Ziel war und ist es, jederzeit den Versorgungsauftrag sicherzustellen und die Supermärkte immer offenzuhalten. Die Migros Aare rechnet laut Anton Gäumann damit, dass die ­Infektionsfälle in der kälteren ­Jahreszeit weiter zunehmen werden. «Die Heraus­ forderungen werden nicht kleiner», sagte der Geschäftsleiter. MM

Bilder: Pedro Rodrigues, Andreas Hechenberger/Sony Music Entertainment

Einmal pro Monat gibt es bei «bee-flat» Livemusik für Kinder von 3 bis 15 Jahren und erwachsene Begleitpersonen, meistens an einem Sonntag. Auf der Bühne im Progr stehen Schweizer Bands genauso wie Gruppen aus dem Ausland, Newcomerinnen und Newcomer oder etablierte Musikerinnen und Musiker. «Die Familienkonzerte lehnen sich inhaltlich an das Abendprogramm an, wir bereichern es aber mit Musikhintergrundwissen», sagt Lea Heimann von der Geschäftsleitung. Dabei erfährt man Spannendes zum Konzert, zur Musik und zur Band. Und nicht nur dies: Während der Konzerte ist die Lautstärke den gängigen Grenzwerten für Kinder und Jugend­liche (93 Dezibel) an­gepasst, und die Eintrittspreise sollen das Fami­ lien­budget nicht zu arg strapazieren. Besonders beliebt ist bei den Familienkonzerten die Sirup- und Kuchenbar. Der Konzertveranstalter «bee-flat» im Zentrum für Kulturproduktion Progr in Bern stöbert «spannende Musik in der ganzen Welt» auf, wie Lea Heimann sagt. Auf der Bühne im Progr hört man Töne aus aller Welt – aus dem Balkan, Maghreb, aus Südamerika, dem Mittleren Osten oder aus Afrika, doch auch lokale Musik aus Bern oder der Schweiz. Seit zehn Jahren organisiert der Verein die rund neun Familienkonzerte pro Jahr – seit 2014 unterstützt vom Kulturprozent der Migros Aare. In diesem Jahr hat die Coronavirus-­Pandemie ­einiges durcheinander­gewirbelt. Doch jetzt spielt die Musik wieder. «Wir er­ leben derzeit eine grosse Solidarität», sagt Lea Heimann, «und erhalten viele Rückmeldungen, wie schön es sei, ­wieder Musik genies­sen zu dürfen.» Das können Familien bis Ende 2020 noch an vier Konzerten tun – natürlich in coronakonformem Rahmen. Je nach Entwicklung werden die Schutzmass­nahmen laufend angepasst.  MM


5.10.2020 | 79

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Mozarts Violine erklingt wieder Kaum je darf jemand Mozarts Violine spielen. Eine Ausnahme ist der österreichische Geiger Christoph Koncz: Er musiziert auf der Geige, auf der einst der Maestro gespielt hat. Am 9. Oktober erscheint das Doppelalbum mit Mozarts Violinkonzerten – unterstützt vom Kulturprozent der Migros Aare.

E

s ist nicht einfach eine Geige. Sondern Mozarts Geige. Deshalb geniesst sie eine Sonderbehandlung. Als Christoph Koncz beim Gästekonzert der Migros Aare auftrat, packte die Leiterin des Mozart-Museums die Violine unten an der Treppe in den Geigenkoffer und trug sie die Stufen hinauf. Erst oben durfte der Solist Christoph Koncz das Instrument wieder auspacken. Die Violine darf Mozarts Geburtshaus in Salzburg nur in Begleitung von zwei Mit­ arbeitenden der Stiftung ­Mozarteum verlassen. So reist Koncz häufig von seinem Wohnort Wien nach Salzburg, um auf der Geige zu üben. «Ich spiele im Stockwerk über Mozarts Geburtszimmer», erzählt der junge Mann. Die Klangfarbe der Geige sei wie geschaffen für Mozarts Stücke, findet Koncz. Weil noch keine Aufnahmen von Mozarts Violinkonzerten auf ebendieser Geige existierten, beschloss er, «dieses ­Versäumnis nachzuholen». Übung fürs Museumsstück

Vor den Aufnahmen übte er mehrmals pro Woche und ­jeweils fünf bis sechs Stunden auf dieser Violine. «Das war nicht nur für mich wichtig, sondern auch für das Instrument. Da diese Geige ein ­Museumsstück ist und nur sehr selten gespielt wird, muss sich das Holz jeden Tag erst wieder an die Schwingun-

gen gewöhnen.» Die Stiftung Mozarteum bestimmt, wem sie dieses Instrument für Konzerte anvertraut. «In den vergangenen Jahren war dieses Privileg meines Wissens mir vorbehalten. Dafür bin ich dankbar», sagt Koncz. Als Vierjähriger hatte der jüngste Sohn einer österreichisch-ungarischen Musikerfamilie Violine spielen ­gelernt. Und mit besonderen Instrumenten kennt sich der mittlerweile 33-Jährige aus: Wenn Christoph Koncz nicht auf Mozarts Violine spielt, dann auf einer von Antonio Stradivari aus dem Jahr 1707. Liebe auf den ersten Ton

Als der Stargeiger Mozarts Geige im Februar 2012 das erste Mal in den Händen hielt, konnte er kaum auf­ hören zu spielen. Nach dieser magischen Begegnung wollte Christoph Koncz, dass auch ein breites Publikum diese Töne hören kann. Nun erklingen Mozarts Violinkonzerte auf seiner ursprünglichen Geige auf einem Doppel-­ album, das am 9. Oktober ­erscheint. Möglich gemacht haben das Projekt die Stiftung Mozarteum und das Kulturprozent der Migros Aare. MM Das Album kaufen: www.migmag.ch/koncz

Christoph Koncz ­geniesst das Privileg, auf Mozarts ­ur­eigener Geige zu spielen.


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Aktionsdauer: vom 5. bis 17. Oktober 2020 Preis: M-Budget Phone emporiaTouch smart Fr. 59.90 statt Fr.79.90 Profitieren: Zeigen Sie Ihre Cumulus-Karte beim Kauf eines M-Budget Phone emporiaTouch smart und Sie erhalten Fr. 20.– Cumulus-Vorteil. (Inkl. SIM-Karte und Fr. 15.– Guthaben, dauerhafter SIM-Lock, Datenverkehr Prepaid Fr. 0.28/MB, Bezug einer neuen SIM-Karte inkl. Registrierung notwendig). Erhältlich in den melectronics Filialen

VORTEIL

Weitere Informationen zu den Abos: shop.m-budget.migros.ch/de/prepaid

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30%

VORTEIL

Aktionsdauer: 5. bis 31.10.2020 Profitieren: Weisen Sie an der Kasse Ihre Karte vor und profitieren von beiden Rabatten oder geben Sie im Webshop auf www.m-way.ch bei der Bestellung des E-Bikes den Aktionscode «ortliebspecialsaleOkt2020» ein und erhalten nach Abschluss der Bestellung per E-Mail den Gutschein mit dem Cumulus-Vorteil von 30% für den Kauf einer Ortlieb-Tasche aus unserem Angebot. Einlösbar im m-way Shop oder auf www.m-way.ch Hinweis: Angebot ist nicht kumulierbar und nur gültig bei einem Kauf eines E-Bikes aus unserem Season Sale Sortiment. Weitere Informationen: www.m-way.ch/cumulus

Aktionsdauer: bis 25. Oktober 2020 Profitieren: Lösen Sie jetzt das 4-monatige Mobility-Testabo für 23.– statt 43.– Franken!

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Mobilität muss neu gedacht werden. Für den Klimaschutz. Für uns alle. Nicht besitzen, sondern teilen. Das ist unsere Überzeugung als Sharing-Pionier und lebendige Community.

WER TEILT, HAT MEHR.

20.VORTEIL

Weitere Informationen und Bestellung unter: www.mobility.ch/cumulus


RÄTSEL | 5.10.2020 | 85

Gewinnen Sie eine von 4 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! 4×

Quiz

Paroli

2 × 100 Franken zu gewinnen

2 × 100 gewinnen Füllen Sie dieFranken zehn Wörter inzu das Rätselgitter ein. Füllen Sie Sie die zehn Wörter das Rätselgitter Tragen diesich zehn Wörter in das Rätselgitter Die Lösung ergibt aus in den Buchstaben inein. den Feldern 1-5.ein. Die ergibt sich aus den Buchstaben den Feldern 1-5. DasLösung Lösungswort ergibt sich ausinden Buchstaben in den Feldern 1 bis 5.

Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. Welche Person kommt im Rudersport zum Einsatz? A Raufbold

T Schlagmann

H Prügelknabe

Welche Region grenzt an die Schweiz und an Frankreich? O Piemont

R Veneto

I

Apulien

Wie nennt man einen Neustart bei einem Computer? S Faltboot

L Tretboot

C Reboot

M Umzugskissen

O Quitte

U Erdbeere

E Feldkirch

I

Innsbruck

Wo kommen keine wild lebenden Eichhörnchenarten vor? N USA 1

R Australien 2

3

4

5

G Italien 6

7

Lösungswort

So nehmen Sie teil:

4

E

4

2 3

5 1 2 5 3

2 2

3 3

4 4

5 5

Tel.: 0901 000 843 (Fr. 1.–/Anruf ) SMS: Senden Sie MMD3, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD3 HOTEL. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: www.migmag.ch/paroli (kostenlos) Teilnahmeschluss: Sonntag, 11.10.2020, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

Bimaru Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

Tel.: 0901 000 842 (Fr. 1.–/Anruf ) SMS: Senden Sie MMD2, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD2 ATEMZUG. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: www.migmag.ch/quiz (kostenlos) Teilnahmeschluss: Sonntag, 11.10.2020, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

Bimaru Lösung Nr. 40

Kreuzworträtsel Lösung Nr. 40

Sudoku Lösung Nr. 40

Was

koche ich heute? migusto.ch

A

So nehmen Sie teil:

In welcher österreichischen Stadt gibt es ein Churer Tor? A Linz

1 1

K Meetingkissen

Welche Frucht ist Hauptbestandteil des Toggenburger Schlorzifladens? T Dörrbirne

1

Lösung: Lösung:

Was kann auf einem Bett liegen? H Paradekissen

ALLERLE I AL I TAL I A ANF L EHEN AUD I T I ON BORUSS I A KAREN I NA BOTSUANA L I LL I PUT D E Z I MA L E AM RA DN OA M EI SL K L E N E LL AL NI G R UE B R EM S A EME R E I SENFGLAS DAL EN S EA N T ENAGER STGAL LEN URKANTON VONSAL I S

E N T E A U S R B N O K T E Paroli

H E R U N Lösung Nr. 40T E R R U NDE

G E A E D E R T

B E K E C H T N N E N D E T E N R Quiz

R E N N A U Lösung Nr. 40 T O METZGER

Sudoku Gewinner Nr. 39

Paroli Gewinner Nr. 39

Quiz Gewinner Nr. 39

Manfred F. Milz, Pieterlen BE; Patricia Neidhart, Loc VS

Beat Hauser, Richigen BE; Heinz Graber, Studen BE

Kiki Hunziker, Pfäffikon ZH; Ursula Wegmann, Effretikon ZH


86 | 5.10.2020 | MEINE WELT

«Mein Klavier tröstet mich»

Während des Lockdowns hat Musiker und Filmmusikkomponist Ephrem Lüchinger ein Klaviertagebuch geführt. Die Migros h ­ at seine Melodien landesweit gespielt, um ihren Mitarbeitenden Danke zu sagen. Text: Lisa Stutz Bilder: Jorma Müller

1

Mein Produkt «Schon meine Mutter hat dieses Spülmittel gekauft. Das ‹Handy› hat sich durch mein Leben gezogen – und immer das gemacht, was es sollte.»


MEINE WELT | 5.10.2020 | 87

5

2

1 Mein Morgenkaffee «Das Café Nude liegt direkt an der Limmat. Hier trinke ich am Morgen einen ­Espresso. Es ist ein urbaner Ort, den ich sehr schätze.»

4

2 Meine Liebste «Anet (47) und ich sind seit über zwanzig Jahren zu­ sammen. Wir lernten uns im Musik­ studium kennen. Wir haben zwei Kinder, ein 10-jähriges Mädchen und einen 13-jährigen Jungen. ­Unsere Familie würde ich als un­ angepasst angepasst beschreiben.» 3 Mein Spaziergang «Ich lüfte ­gerne meinen Kopf durch, vor ­allem in Phasen, in denen ich viel arbeite. Am liebsten gehe ich auf diesem Weg auf dem Waidberg. Der Blick über die Stadt ist mega.»

3

Name Ephrem Lüchinger (46) Wohnort Zürich Das läuft bei mir «Am zweiten Tag des Lockdowns kam ich spontan auf die Idee, auf meinem Klavier eine Melodie zu spielen und das zu filmen. Das Video stellte ich auf Facebook – es kam super an. Also habe ich weiter­ gemacht. Daraus ist ein Klavier­ tagebuch entstanden. Am vierten Tag kam eine Anfrage der Migros: Sie hatten ein Stück gehört, und ich sollte etwas Ähnliches für ihre ‹danke #miteinander›-Kampagne komponieren. Meine Melodie war landesweit zu hören. Das war toll. Aus dem Klaviertagebuch habe ich nun ein Album gemacht. Letztes Jahr habe ich sehr viel ­gearbeitet, ich habe die Musik für den Film «Mare» gemacht, für «Moskau einfach» und einen «Tat­ ort». Jetzt ist es etwas ruhiger.»

4 Mein Plätzli «In unserer kleinen Wohnung ist immer viel los. Ab und zu ziehe ich mich auf diesen Sessel im Wohnzimmer zurück und höre Musik.» 5 Meine Kunst «Das Werk stammt von meiner Tochter, sie hat es ge­ malt, als sie etwa sieben war – und eigenhändig aufgehängt. Sie ist ­eigentlich keine Minute nicht am Zeichnen. Ich finde die vielen ­Details dieses Badi-Bildes ziemlich cool.»

6

6 Mein Klavier «Es ist eine Leih­ gabe eines guten Freundes und steht seit ein paar Jahren bei mir im Studio. Das Klavier stammt etwa aus dem Jahr 1894, es hat die Spa­ nische Grippe und zwei Weltkriege überlebt. Das finde ich tröstlich. Während des Lockdowns habe ich darauf ein Tagebuch eingespielt, täg­ lich eine Melodie, auf Facebook ist das sehr gut angekommen.»  MM


Enthalten Erinnerungen. Die Lieblingsprodukte der Schweiz.


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