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Migros-Magazin-41-2018-d-VS

Page 1

Ausgabe Wallis, AZA 1920 Martigny

Neue alte Liebe

Willst du wieder mit mir gehen? Seite 10

MM41, 8.10.2018 www.migrosmagazin.ch

Florian Kehl: Von St. Gallen zum Mars nach Hollywood Seite 16

Kind ist weg: Wie Eltern richtig handeln Seite 83

Beilage des Migros-Magazins 8. Oktober 2018

GESUNDHEIT Warum es sich lohnt, stets in Bewegung zu bleiben Seite 7

Wie Zähne richtig gepflegt und Kinder dazu angeregt werden Seite 17

Was Schlaf zur besten Medizin macht Seite 35

Michelle Gisin

Migros iMpuls Tipps, Angebote und Expertenwissen für einen gesunden Lebensstil www.migros-impuls.ch

Die Olympiasiegerin über Kniebeugen, Orangenblütentee und nervige Posts Seite 21

NEWS Seite 5 WINTERAPOTHEKE Seite 29 SPORTKLASSE Seite 14 ERNÄHRUNG Seite 26

Bild: René Ruis

Extra Gesundheit

Sterbefasten S. 23 | Pflegeleichter Garten S. 78 Bitte Wohnungswechsel der Post melden oder dem regionalen Mitgliederdienst: Tel. 027 720 44 00 - mitglieder.register@migrosvs.ch

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MM41, 8.10.2018  5

E Editorial

Aus dem Herzen heraus Es gibt viele Möglichkeiten, die Qualität einer Zeitung zu messen. Die Anzahl Leser etwa oder die Verweildauer auf einer Geschichte. Für unsere ­tägliche Arbeit beim Migros-Magazin gibt es ein anderes Qualitätssiegel, zu dem wir Sorge tragen: Es ist Ihr Vertrauen in uns. In dieser Ausgabe erzählen zwei Paare, die nach einer Trennung wieder zueinandergefunden ­haben, wie weh es getan hat, auseinanderzugehen, und wie schön (kompliziert) es ist, wenn man sich ein zweites Mal in dieselbe Person verliebt. Regula Götsch und Daniel Neukom sowie Andrea und Kay Zoller stehen zu ihren Liebeswirren und erzählen ganz offen, was sie wieder genauso, was ganz ­anders machen in ihrer neuen alten Beziehung. Wissen Sie, wie diese Geschichte ent­standen ist? Autorin Daniela Schwegler wollte der wieder­ erblühten Liebe auf den Grund gehen. Und suchte nach Paaren, die e­ rzählen, wie es ist, wenn man es noch einmal miteinander versucht.

Bilder: Jorma Müller, Dan Cermak

Und es ist gekommen, wie es meist kommt: Wenn wir vom Migros-­ Magazin eine Idee für eine ­Geschichte haben, finden wir fast immer Expertinnen und Experten dafür. Wir danken Götsch/Neukom und Zollers für deren Offenheit. Und allen vor ihnen, die uns ihre ganz persönlichen Geschichten ­anvertraut h ­ aben. Ohne sie wäre das Migros-Magazin nicht, was es ist.

Inhalt Menschen 8  Diese Woche

Aufruf gegen Nationalismus

10 Liebe

Sich trennen und dann wieder verlieben – kann das gut gehen?

16  Zu den Sternen

Ein St. Galler macht bei der Nasa und in Hollywood Karriere

19  Bänz Friedli 23 Sterbefasten

Wie Grossvater selbstbestimmt vom Leben Abschied nahm

27 Leserforum

71  Neues aus Ihrer Region Aktionen, Reportagen, News

Leben 77  «1, 2 oder 3?» 78 Garten

30 Interview

Matthias Schranner über den geschickten Taktierer Trump

Migros-Welt 40 Bio-Charcuterie 43 Migusto: Röstizeit 63  Feiner Teig mit Butter 65  Aktiv trotz Inkontinenz 67  Pflege für gefärbtes Haar 68  Das finale Waschduell

Yvonne Zurbrügg, Redaktionsleiterin yvonne.zurbruegg@mgb.ch

30

Maroni, Kiwi und Bananen: Ein Schlaraffenland im Appenzell

83  Familie: Kind verschwunden 85  «Stadt, Land, Stutz» 87 Gesundheit: Warzen 89 Migrosbank 90  Kinder: Klettern als Hobby 93 Glücksgriff: Hotelcard 95  Rätsel und Spiele 100 Cumulus 102  Meine Welt

Schwimmerin Lisa Mamié

M-Infoline: Tel. 0800 84 0848 oder Fax +41 800 84 0848 (Ausland). www.migros.ch/kundendienst; www.migros.ch Cumulus: Tel. 0848 85 0848* oder +41 44 444 88 44 (Ausland). cumulus@migros.ch; www.migros.ch/cumulus Redaktion Migros-Magazin: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Tel. 058 577 12 12, Fax 058 577 12 08. redaktion@migrosmagazin.ch; www.migrosmagazin.ch * Normaltarif

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Menschen

Darauf freuen wir uns Trüffelmarkt Marktfahrer aus der ganzen Schweiz bieten ihre schwarzen Trüffel am 13. Oktober in Baar ZG feil. Und allerlei ­Krea­tionen mit dem delikaten Pilz.

MM41

Ferdinand Hodler Zu Ehren seines 100. Todestages zeigt das Kunstmuseum Bern bis Mitte Januar eine Sonderausstellung.

Unnützes Wissen

Mode und mehr

Mein Bild der Woche «Bundespräsident Alain Berset hockt auf dem Trottoir und

Bilder: iStock, Peter Klaunzer/Keystone, Bruno Karl Stebler

Gabriel Vetter (35) ist Satiriker und Träger des Salzburger Stiers. Er ist im vergan­ genen Jahr zum ­zweiten Mal Vater geworden.

a­ rbeitet. Er sieht aus wie ein nervöser, junger Poetry-Slammer, der kurz vor dem ersten Auftritt im Jugendtreff nochmals das Reimschema durchgeht. Und ja, es ist eine Art Dichterwettstreit, auf den Berset sich hier vorbereitet: Er geht seine Ansprache für die Uno-Generalversammlung in New York durch. Das Bild ist fantastische PR. Genau so will ein Land seine Magistraten sehen: hemds­är­mlig, gschaffig, sich nicht zu schade, sich in die nächste Rabatte zu hocken, um seiner Rede den letzten Schliff zu verpassen. Monsieur le Président: nicht nur mit beiden Beinen auf dem Boden geblieben – sondern auch mit dem Hintern.»

zweipunktnull

Entschuldigung, wie digital sind Sie?

Liebste App: Instagram

Fernanda Silva (22), Digital Communication Managerin, Zürich So informiere ich mich «Mit Newslettern, zum Beispiel von der ‹New York Times›.» Dafür bin ich zu alt «Apps wie ‹Ask›.» Da bin ich analog «Nirgends. Bei mir ist alles digital.»

Seit 2008 sind im Iran Krawatten als Zeichen west­ licher Dekadenz verboten. 38,4 Prozent der deutschen Frauen kaufen sich min­ destens vier Mal pro Jahr Unterwäsche und ­Dessous.

Mexikaner tragen nur im Ausland Sombreros. 65 Prozent der Männer kaufen die Jeans, die sie in die Umkleide­ kabine mitgenom­ men haben, bei den Frauen sind es nur 25 Prozent.

Mehr als die Hälfte aller Frauen packt für zweiwöchige Ferien über 50 Kleidungsstücke ein. Quelle: Neon /Stern


8  MM41, 8.10.2018 | MENSCHEN

Diese Woche

«Demonstrationen machen Mut»

Der Schweizer Schriftsteller Jonas Lüscher plant am 13. Oktober in ganz Europa Kundgebungen gegen Nationalismus, Rassismus und Homophobie. Er hofft auf 5 Millionen Teilnehmende . Text: Monica Müller

Jonas Lüscher (41) ist Autor und wurde 2017 mit dem Schweizer Buchpreis ausgezeichnet.

Wie viele sind das? Viele. Der Rechtspopulismus ist wahnsinnig laut und erweckt den Ein­ druck, er werde von einer Mehrheit getragen. Das ist falsch. Die grosse Mehrheit fühlt sich der liberalen ­Demokratie verpflichtet und glaubt an ein soli­darisches Europa. Die rechts­populis­tische AfD (Alternative für Deutschland) hat laut neuesten Umfragen Zustimmungswerte von 17 Prozent. Das sind 17 Prozent zu viel, aber es ist eben doch eine Minderheit.

Lage am prekärsten ist, ist der Wider­ hall auf unsere Aktion am grössten: In Polen sind acht Demon­strationen ge­ plant, in Italien ziehen fast alle Gross­ städte mit, und in Ungarn or­ganisiert die 89-jährige Philosophin Ágnes Hel­ ler eine Kundgebung. Wo liegt die grösste Heraus­ forderung? Es ist schwierig, Gruppierungen mit unterschiedlichen Haltungen zusam­ menzubringen. So wollen marktlibe­ rale Proeuropäer nicht gemeinsam mit den Linken auf die Strasse. Wir wollen aufzeigen, dass ihnen zwar ein unterschied­liches Europa vor­ schwebt, sie dieses aber beide in einem demokratischen Prozess aushandeln möchten. Auf diesen gemeinsamen Nenner sollten wir uns besinnen.

Was hat Sie dazu bewogen, gerade jetzt Leute zu ­mobilisieren, um ­gegen Nationalismus, Rassismus und Homophobie zu protestieren? Die Lage ist dramatisch. In Italien, Polen und Ungarn sind Kräfte an der Macht, denen man jetzt entgegen­ treten muss. In der Schweiz ist die Lage weniger dramatisch, aber es scheint mir, als hätten viele die Nase voll von der Isolationspolitik.

Was können die Demonstrationen tatsächlich bewirken? Sie machen Mut. Ich bin in Deutsch­ land mit Intellektuellen und Künstlern mit Migrationshintergrund­befreundet. Darunter gibt es einige, die nicht mehr glauben, dass sich die Entwicklung aufhalten lässt, und ans Auswandern denken. Das finde ich beängstigend. Wir hoffen, dass die geplanten Kund­ gebungen Junge mobilisieren und politisieren. Das war bei mir so.

Angenommen, die Sache wird gross. Was bringen Demonstrationen in ganz Europa? Sie können zeigen, dass wir viele sind, und unseren Nachbarn signalisieren, dass sie mit ihren P ­ roblemen nicht al­ lein sind. In den Ländern, in denen die

Erzählen Sie. Ich habe Flugblätter verteilt für die Initiative für eine Schweiz ohne Armee, über die 1989 abgestimmt wurde. Und ich habe an Demonstra­ tionen gegen den Fichenskandal oder für ökologische Anliegen teilgenom­

Bilder: Christian Beutler/Keystone, Filip Singer/EPA/Keystone, zVg (3)

Jonas Lüscher, wen möchten Sie ­ auf die Strasse bringen? Alle, die Probleme haben mit dem aufkeimenden Nationalismus in ­Europa. Alle, die denken, der Weg für Europa sei ein solidarischer, nicht Switzerland First, Germany First oder Poland First.


MENSCHEN | MM41, 8.10.2018  9

men. Das Gefühl, eine Stimme zu ha­ ben, politisierte und motivierte mich. Sie leben in Deutschland. Für wie politisch halten Sie die Schweizerinnen und Schweizer im Vergleich? Unser politisches System führt dazu, dass wir immer poli­tisiert sind und es nur selten zu Aufwallungen kommt. In der Schweiz ist die aktuelle Lage vergleichsweise bequem. An die SVP haben wir uns gewöhnt, sie ist auch nicht vergleichbar mit der hochprob­ lema­­tischen AfD. Zudem verliert die SVP nun erstmals seit 25 Jahren Sitze und Rückhalt. Dennoch: Auch in Basel und Zürich werden am 13. Oktober Menschen auf die Strasse gehen. Wie erklären Sie sich, dass ­natio­nalistische Ideen zurzeit einen ­Aufschwung erleben? Die Ursachen sind vielfältig. Zum ­einen hat die Linke ihre Klientel ver­ nachlässigt. Zum a­ nderen machen die Rechtspopulisten ein verlockendes Angebot: Sie ope­rieren mit der Angst, verweisen auf innere und äussere Feinde. Sie argumentieren gern mit mehr Sicherheit, obwohl die Krimina­ lität in der Schweiz und Deutschland auf einem Tiefstand ist. Welches sind in Ihren Augen die wirklichen Probleme? Soziale Ungerechtigkeit, die wach­ senden Einkommensunterschiede, ungleiche Bildungschancen. Sie sind Autor. Ist die Zeit der W ­ orte vorbei, braucht es nun Taten? Die Zeit der Worte ist nie vorbei. Lite­ ratur darf differenziert sein und kann Fragen aufwerfen, ohne sie beantwor­ ten zu müssen. Sie kann der Vielfalt der Welt mit einer Vielfalt von Mei­ nungen begegnen: Das brauchen wir immer, gerade in diesen Zeiten. Wie ist Ihr Gemütszustand ­angesichts der aktuellen Weltlage? Das hängt von der Tagesform ab. An manchen Tagen sorge ich mich, an anderen bin ich zuversichtlich, weil zehn weitere Städte eine Demonstra­ tion angemeldet haben. Es wäre falsch, in Panik zu verfallen. Aber wir dürfen nicht glauben, dass die Errun­ genschaften der letzten 100 Jahre – wie Frauenrechte oder Mindestlöhne – für immer gegeben sind. Dafür müs­ sen wir kämpfen. MM Mehr Infos: www.13-10.org 13.10. Kundgebung in Zürich, 19 Uhr Bürkliplatz; Demo in Basel um 14 Uhr beim Claraplatz

Strassenumfrage

Demonstrieren Sie auch?

Isabel Waugh (20), Maturandin im Zwischenjahr, Zürich «Ja, das kann ich mir gut vorstellen. Wir dürfen auch in einem Land wie der Schweiz, wo wir es so bequem haben, unsere Menschlichkeit nicht aufgeben.»

Janine Meichsner (49), Sozial­ pädagogin, Rapperswil-Jona SG «Was soll eine Demonstration hier für ­Europa bringen? Wir haben genug ei­ gene Probleme, es ist doch sinnvoller, für diese auf die Strasse zu gehen.»

Frederik Krähenbühl (70), Pensio­ nierter, Zürich «Ich unterstütze das Anliegen, sehr sogar, aber ich bin eher ein Angsthase und nicht der Demo­ typ. In der Schweiz könnte auch Ähn­ liches passieren wie in Deutschland.»


10  MM41, 8.10.2018 | MENSCHEN

Regula Götsch (55), Kloten, Wirtin im Riiterstübli Waldhof, Winkel/ ZH Daniel Neukom (55), Kloten, selbständig erwerbender Grafiker und Webdesigner, ist zu Besuch im ­Riiterstübli.

Z

wanzig Jahre lebten sie ­zusammen mit ihren zwei Buben, die heute 26 und 23 Jahre alt sind. Dann war die Luft draussen. Regula Götsch, damals Geschäftsführerin eines grossen ­Vereins, arbeitete während eines unbezahlten Urlaubs vier Monate lang in einem Hotel im Bündnerland und verbrachte dort eine Nacht mit einem anderen Mann. Die SMS, die sie danach ihrer Freundin schicken wollte, landete versehentlich bei ihrem

­ hemann. «Da hat es mir abgeE löscht», sagt Daniel Neukom, «ich verlor das I­ nteresse an unserer ­Beziehung.» Auf einer Party trat eine neue Frau in sein Leben. Trotzdem wohnte das Ehepaar Götsch/Neukom noch ein ganzes Jahr lang zusammen, dann zog Daniel Neukom aus. Heute wohnt er, eine Viertelstunde mit dem Velo entfernt von der ­einstigen Familienwohnung, allein mit seinen Kanarienvögeln in einer Zweizimmerwohnung.

«Da hat es mir abgelöscht. Ich verlor das Interesse an unserer Beziehung.» Daniel Neukom


MENSCHEN | MM41, 8.10.2018  11

Beziehung

Verlieben, trennen, verlieben

Ein Paar geht auseinander und kommt wieder zusammen. Kann das gut gehen? Ja, sagt Paartherapeut Wolfgang Krüger. Falls sich die Partner bei der Trennung nicht zu sehr gekränkt haben. Zwei Paare erzählen vom Bruch und vom wiedergefundenen Glück. Text: Daniela Schwegler  Bilder: René Ruis

Regula Götsch aber wollte die Familie zusammenhalten. Und so trafen sie sich weiterhin regelmässig am Sonn­ tagabend bei ihr zum Familienessen. Die Jungs besuchten jeden Donners­ tagabend ihren Vater zum gemüt­ lichen «Herrenabend». Ein Paar, zwei Wohnungen

Die neue Partnerin von Daniel Neu­ kom verlangte, er solle sich zu ihr be­ kennen, sich scheiden lassen. Je mehr Druck sie aufsetzte, desto mehr Kon­

flikte entstanden, bis er nach zwei Jahren einen Schlussstrich zog. Regula Götsch, die derweil ihre ersten Ferien auf Sardinien genoss, seit ­Langem ganz allein, war im Einklang mit sich und der Welt. Als die beiden je für sich allein gut im Leben standen, näherten sie sich wieder an. «Eigentlich finden wir es immer noch lässig miteinander», ­hätten sie gemerkt, so Regula Götsch. Seit vier Jahren sind sie wieder offi­ ziell ein Paar. Trotzdem war für beide

klar, dass sie ihre ­getrennten Woh­ nungen behalten möchten. Sie schät­ zen den Freiraum und müssen sich nicht mehr ärgern über Kleinkram im alltäglichen Zusammen­leben. Den Eklat habe es gebraucht, sind sie sich einig. «Wir sind beide eigen­ ständiger geworden», sagt Regula Götsch, «wir wissen unterdessen ­beide, dass wir auch gut allein leben können und keinen Partner brau­ chen, um glücklich zu sein und ein ­gutes Leben zu führen.»


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MENSCHEN | MM41, 8.10.2018  13

«Ich hielt seinen Verlobungsantrag für einen Scherz. Mit knapp 20 war es für mich viel zu früh zum Heiraten.» Andrea Zoller

I

n der Pfadfinderzeit, sie beide ­waren Pfadfinderleiter, sie 18, er 22, waren sie ein Herz und eine Seele. «Kay war bildhübsch!», schwärmt Andrea Zoller. Und Kay Zoller sagt: «Als sie mir im Leiterkurs auf den Knien sass, durchströmten mich Glücks­hormone.» Ein gutes Jahr lang genossen sie ihre junge Liebe. Doch als er ihr im Sommer einen Verlobungsantrag machte, brach sie aus: «Ich hielt das erst für einen Scherz», sagt sie, «mit knapp 20 war es für mich viel zu früh zum Heiraten. Ich wollte das Leben geniessen.» Ihre Wege trennten sich. «Du brachst mir das Herz», sagt er. 1994 begegneten sie sich noch einmal. Dann ver­loren sie sich aus den Augen. Ein gutes Jahrzehnt später heiratete Kay Zoller eine andere Frau, er war 33, sie 22. Er steckte viel Energie in den Sport, lief Marathon, Tria­thlon, den Ironman und einmal quer durch die Schweiz, von Norden nach Süden. Drei Jahre später war die ­Beziehung am Boden, seine Frau und er liessen sich scheiden.

Andrea Zoller (43), ­Ra­dio­elektrikerin und Technische ­Kauffrau Kay Zoller (47), Leiter IT, Abteilung im Personalamt des Kantons Thurgau, in ihrem Garten in Nussbaumen TG

15 Jahre später war er wieder da

Andrea Koller, damals noch Nägeli, hatte unterdessen zwei längere ­Beziehungen gehabt und mehrere kürzere Geschichten. ­«Zählen ­One-Night-Stands auch?», fragt sie augen­zwinkernd. 15 Jahre nach ihrer Trennung, im Mai 2009, kreuzten sich die Wege von Andrea und Kay Zoller wieder. Berufshalber. Als sie in einer E-Mail seinen Namen las, war ihr sofort klar: Es gibt keinen zweiten Kay Zoller im Thur­gau. Sie nahmen Kontakt auf und sassen beim Wiedersehen bis ein oder zwei Uhr nachts im Garten­ restaurant, das Personal war schon längst nach Hause gegangen. «Dann

ging es ­ratzfatz. Es hat einfach gleich gepasst», erinnert sie sich. Sie, damals 34, zog zu ihm (37) in sein ­neues ­Häuschen. «Wir wussten, dass wir noch Familie wollten, und zwar jetzt.» Heute sind sie stolze ­Eltern von drei Söhnen, Marlon (8), Robin (6) und Simon (4). «Dass wir wieder zusammengekommen sind, ist das Beste, was mir je passiert ist», sagt er freudestrahlend. «Wir streiten zwar auch, aber

das gehört wohl dazu.» «Vor allem wenn man drei Kinder hat», ergänzt sie und lacht. «Wahrscheinlich ist es uns dann mal sterbenslang­weilig, wenn sie ausgezogen sind.» Die Trennung und damit verbunden die Erfahrungen, die sie gesammelt hätten, seien wohl nötig gewesen, meint er rückblickend. «Ich kann mich heute Diskussionen besser stellen.» «Und du rennst nicht mehr so viel», sagt sie schmunzelnd.

Gemeinsam wieder glücklich? Interview mit Paartherapeut Wolfgang Krüger auf der F ­ olgeseite


14  MM41, 8.10.2018 | MENSCHEN Wolfgang Krüger

«Eigenständigkeit macht interessant»

Wer auch ohne Partner leben kann, ist der bessere Lebensgefährte, sagt Paartherapeut Wolfgang Krüger. Er spricht über das Wiederverlieben und wann es für die einstige Zweisamkeit keine zweite Chance gibt. Text: Daniela Schwegler

Wie lange dauert es bis zu dieser ­Erkenntnis? Dieser Prozess kann lange dauern, häufig über ein halbes Jahr. Irgendwann bin ich ­geneigt, wieder auf den anderen zuzugehen. Ich bin dann sozusagen vom Leben weich­ geklopft. Lässt einen das Alleinsein auch reifen? Durchaus, die Zeit allein ist insofern ­wunderbar, als jeder wieder mehr auf sein eigenes Leben zurückgeworfen wird, sich wieder auf das eigene Wohlergehen, das ­eigene Glück konzentriert. Und danach findet man als neue Menschen wieder zusammen? Es klingt verrückt, aber wenn ich auf den Partner nicht mehr allzu sehr angewiesen bin, wenn ich mich notfalls auch trennen könnte, dann gelingen Partnerschaften ­besser. Ich bin dann gelassener, ich bin in­ teressanter, ich bin lebendiger, weil ich meine Eigenständigkeit behalten habe. Und auch in Konfliktsituationen ­bleibe ich ­ruhiger, weil ich den Lebensschwerpunkt in mir drin habe. Kann man gewisse Entwicklungsschritte allein besser machen als zusammen mit dem Partner? Es gibt sogar Entwicklungsschritte, die ich allein machen muss. Und ich muss mir auch in einer Partnerschaft immer bewusst sein,

ist ein Neuanfang. Auch wenn man meint, sich zu kennen, einem die Wohnung und die Lebensgewohnheiten vertraut sind. So macht man es sich schnell zu einfach. Ich plädiere immer dafür, dass man sich noch­ mals neu kennenlernen muss. Wichtig ist etwa, dass man sich offen unterhalten kann – also auch über das, was gewesen ist. Und dass dann j­ eder sagen kann, was er mit der Partnerin, dem Partner ­anders machen möchte.

Experte für die (wiederkehrende) Liebe: Paar­ therapeut Wolfgang Krüger dass ich selber dafür verantwortlich bin, wie ich mich fühle. Die Be­ziehung geht kaputt, wenn ich dem Partner die Schuld dafür gebe, wie es mir geht. Das Gefühl einer grossen Selbständigkeit ist die Grundlage für eine gute und gelingende Partnerschaft, weil das die Beziehung stützt. Man muss in sich selber ruhen, um in Ruhe mit einem Partner zusammen sein zu können? Richtig, ja. Was sind weitere Voraussetzungen, damit eine allfällige Wiederannäherung gelingen kann? Sie gelingt dann, wenn es vor allem äussere Gründe waren, die dazu führten, dass es nicht geklappt hat. Wie etwa Kinder, der Bau eines Hauses oder eine vor­übergehende Krankheit. Doch bei alledem gilt: Man darf sich bei einer Trennung nicht zu sehr ge­ kränkt haben. Manche Dinge zielen so unter die Gürtellinie, dass es fast unmöglich ist, dieser Person wieder mit Vertrauen und ­Respekt zu begegnen. Wenn Respekt und Vertrauen noch ­vorhanden sind, wie gelingt dann der ­Neu­anfang? Das eine ist, dass man sich bewusst ist: Es

Das reicht? Nein, die zweite Voraussetzung ist, dass man sich für diesen Neuanfang Zeit nimmt. Weil wir normalerweise hin- und hergerissen sind. Sprich, wir möchten etwas, aber wir wissen noch nicht, ob das überhaupt klap­ pen könnte. Man hat bestimmte Themen im Kopf und will vom anderen wissen, ob er das auch so sieht. Dann gibt es anstelle von V ­ orwürfen plötzlich intime und offene Gesprä­ che darüber, wie sich jeder i­ n der damaligen Situation gefühlt hat. Beide Partner müssen zunächst einmal reflektieren, was damals passiert war. Das braucht Zeit. Wie trifft man sich am besten wieder? Es ist natürlich toll, wenn man die Möglich­ keit hat, sich relativ oft zu treffen. Es gibt auch Paare, die probeweise miteinander ver­ reisen. Egal welchen Weg man wählt: Sich wieder näherzukommen, ist ein ­Prozess, für den man längere Zeit einplanen muss. Kann eine Paartherapie helfen? Sie kann sehr unterstützend sein. Wir ma­ chen in den Partnerschaftskonflikten oft den Fehler, dass wir glauben, der Urheber des Konflikts sei der andere. Also er­wartet man auch, dass sich der andere ändert. Wenn man sich wieder aufeinander einlässt, tut man gut daran, sich selber besser zu ­beobachten. MM Psychotherapeut Dr. Wolfgang Krüger (70) gilt als einer der renommiertesten Paartherapeuten im deutschsprachigen Raum. Der Psychotherapeut mit ­ Praxis in Berlin hat über 15 Bücher zum T ­ hema Partnerschaft ­geschrieben, etwa «Freiraum für die Liebe», 2014 (bei www.exlibris.ch erhältlich für Fr. 12.40).

Bild: zVg

Es gibt bekannte Muster für Trennungen. Gibt es auch einen klassischen Ablauf des Wiederverliebens? Ja, und zwar einen ganz bestimmten Ablauf. Man trennt sich aus einem Gefühl der ­Gekränktheit, der Enttäuschung, der Wut ­he­raus: Ich habe mir das Leben anders vor­ gestellt. Auf der Suche nach einem neuen Partner merke ich meistens, dass andere Männer, andere Frauen auch nicht ­unkompliziert sind. Also stelle ich im Lauf der Zeit fest, dass es in der Beziehung, die ich hatte, auch positive Elemente gab. Ich realisiere, was verloren gegangen ist.


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16  MM41, 8.10.2018 | MENSCHEN

Florian Kehl

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Der Schweizer Nasa-Forscher Florian Kehl ist in Hollywood ein gefragter Mann: Er entwickelt marstaugliche Instrumente und sorgt dafür, dass in der Science-Fiction-Serie «Strange Angel» die Details stimmen. Text: Marlène von Arx  Bild: David Zentz

Von klein auf begeistert von der Idee, neue Planeten zu entdecken: der Ostschweizer Wissenschaftler Florian Kehl.


MENSCHEN | MM41, 8.10.2018  17

M

ittagspause bei der Nasa: Florian Kehl bestellt in einem nahegelegenen Bistro ein Sandwich und steckt vorübergehend seinen BüroBadge weg. «Ausländer» prangt darauf in grossen Lettern. Der US-Bundes­ behörde für Raumfahrt und Flugwissenschaft ist es offensichtlich wichtig zu deklarieren, dass Kehl kein USBürger ist. «Das ist wohl so, damit man mir nicht aus Versehen Staatsgeheimnisse anvertraut», sagt der Schweizer Nanowissenschaftler und lacht. Seit zweieinhalb Jahren a­ rbeitet er an einem Instrument, das eines Tages auf dem Mars nach Bausteinen des Lebens suchen soll. Der Postdoktorand aus Buchs SG weiss um die Komplexität der Materie und vergleicht das Instrument mit einem Haushaltsgerät: «Der ‹Subcritical Water Extractor› funktioniert wie eine Mischung aus Dampfkochtopf und Kaffeemaschine.» Auf dem Mars erwarte man am ehesten molekulare Lebensbausteine unter der Oberfläche, weil sie da vor kosmischer Strahlung geschützt seien. Also bohre man zuerst in die Tiefe, hole Materialproben mit einem Roboterarm herauf und füttere sie in den Extraktor, wo sie unter

«Ich habe stets davon geträumt, den Ursprung des Lebens besser zu verstehen.»

Bilder: zVg (2)

Florian Kehl, Nanowissenschaftler

Druck auf 200 Grad erhitzt und in flüssigen Zustand gebracht werden. «So könnten wir zum Beispiel Aminosäuren untersuchen und heraus­ finden, ob Moleküle biotisch oder abiotisch entstanden sind, also tatsächlich durch Leben oder durch ­irgendwelche chemischen Prozesse.» Erste Tests hat er bereits in der chilenischen Atacama-Wüste durchgeführt, wo das Klima dem auf dem Mars am ähnlichsten ist. Ein anderes Gerät, das für Missionen zu den Eiswelten von Jupitermond ­Europa und Saturnmond Enceladus entwickelt wird, hat er im ewigen Eis von Alaska getestet. Bis eins der beiden Objekte tatsächlich ins All abhebt, kann es aber noch Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, dauern. Auch deshalb ist Florian Kehl optimistisch, dass sein

befristeter Arbeitsvertrag 2019 in eine Festanstellung umgewandelt wird. Dem 34-Jährigen, der in Basel und Berkeley, Kalifornien, studiert hat, bei der Sensorentwicklung im Centre ­Suisse d’Électronique et de Microtechnique in Landquart gearbeitet und 2015 an der ETH Zürich doktoriert hat, gefällt es nämlich sehr gut in der neuen Heimat: «Ich habe einen Traumjob hier. Schon in der Primarschule hielt ich einen Vortrag über den Mars-Rover, und ich habe stets davon geträumt, den Ursprung des Lebens – letztlich auch unseres eigenen – besser zu verstehen.» Dass es draussen im All tatsächlich Leben gibt, hält er für statistisch wahrscheinlich, «auch wenn es nur mikrobisch sein sollte». Aha-Effekte in Hollywood

Auch seine Ehefrau Andrea Zürcher, die am California Institute of Tech­nology arbeitet, hat sich gut eingelebt. «Ich bin ihr extrem dankbar, dass sie den Schritt nach Kalifornien mit mir gemacht hat, denn im Gegensatz zu mir konnte sie sich hier nicht in ein gemachtes Nest setzen», sagt Kehl. Zudem: Erst seit ihrem Umzug in die USA leben sie unter einem Dach. Das private Experiment ist geglückt – im vergangenen Herbst haben sie geheiratet. Inzwischen ist das Paar von Holly­wood nach Pasa­dena ge­zogen, von wo die Pendelzeit zu den ­Arbeits­plätzen nur noch knapp 15 Minuten beträgt. Hollywood, der anderen Sternenwelt, ist Florian Kehl aber treu geblieben: ­Unlängst wurde er als wissenschaft­licher Berater für die von Ridley Scott ­produzierte TVSerie «Strange Angel» engagiert. Basierend auf der Biografie des Raketenerfinders Jack Parsons, erzählt die Serie von der Verbindung kalifornischer Astronomen zu okkulten Sekten in den 1940er-­ Jahren. Parsons filmreifer Lebensweg kreuzte damals auch den von Sci-FiAutor und Scientology-Gründer L. Ron Hubbard. Der teilte mit Parsons eine Freundin und brachte ihn am Ende um sein Vermögen. Kehl bekam die Drehbücher für die Serie im Voraus: Er sollte Inputs geben, wie Raketen und Explosionen damals aussahen. Dazu überprüfte er, ob die wissenschaftlichen Dialoge Sinn ergaben, und notierte passende Formeln für die Wandtafel und Parsons Notizbuch. Sein Hollywood-Engagement barg Aha-Effekte: «Ich dachte, diese hohen

Regiestühle mit dem ­Namen drauf gebe es nur im Film – aber die gibt es tatsächlich!» Was es auch gab: Schauspieler, die sich die Formeln nicht merken konnten. «Sie klingen für sie halt wie Chinesisch», gibt er sich verständnisvoll. Der «Professor» habe die Formeln ja nicht nur an die Tafel schreiben, sondern sie auch noch erklären müssen; war die entsprechende Szene mit dem Professorendarsteller im Kasten, drehte sich der Regisseur jeweils zu Kehl um. Und der musste oft den Kopf ablehnend schütteln, weil sich der «Wissenschaftler» mal wieder vertan hatte ... Auch wenn Florian Kehl am Filmset versucht, so genau zu arbeiten wie bei der Nasa: Was die Zuschauer am Ende vermittelt bekommen, liegt nicht in seiner Hand. «Vielleicht wählt man am Schluss eine Auf­ nahme, in der die schauspielerische Leistung stimmt, aber die Formel nicht. Dann wird es wohl heissen, der wissenschaftliche Berater habe keine Ahnung gehabt», erklärt er mit einem Lachen, bevor er sich wieder aufmacht ins geheimnisumwobene Nasa-Entwicklungszentrum. MM

Die Mars-­ instrumente im Härtetest: Flo­rian Kehl hat seine Entwicklungen im Frühling in Alaska und in der Ata­camaWüste getestet.


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Bänz Friedli

Wenn Vater «männixte»

Bild: Vera Hartmann

Vater muss gerast sein wie ein Irrer. Für die Fahrt von unserem Elternhaus zur Verladestation für den Lötschbergtunnel in Kandersteg gibt Google Maps heute eine Stunde und zwei Minuten an. Und er hat es am 5. Oktober 1977 in weit weniger als einer Stunde geschafft? So steht es in dem Ferientagebuch, das mir beim Räumen in die Hände fiel. Es beginnt damit, dass wir – Vater, Bruder und ich – zu spät aufgebrochen seien und den anvisierten Zug dann doch noch erwischt hätten, trotz Hindernissen: «In Spiez geriet uns ein lahmer Papi vor den Wagen, den wir erst bei Emdthal austricksen konnten. Wir hatten ihn eben überholt, da kam eine Kuhherde im Gänsemarsch bedächtig gewatschelt», steht da in meiner Schülerschrift. (Eine Kuhherde im Gänsemarsch? Das Sprachbild könnte verquerer nicht sein. Aber aus dem Verfasser ist ja dann doch noch ein ganz ordentlicher Kolumnist geworden.)

Bänz Friedli (53) führte Tagebuch.

«Aber ‹Vitsch› alias Mannix entpuppte sich als Strassenhai, so erreichten wir Kandersteg nach fünfzig Minuten.» Gewiss, man durfte noch schneller fahren. Aber Vater, den wir Vitsch nannten, tat nicht nur das Erlaubte. Dem Tagebuch ist ebenso zu entnehmen, dass er meinen sechzehnjährigen Bruder später, in Italien, das Auto steuern liess. Also nehme ich an, dass Vater zu schnell fuhr. Und bin etwas beschämt, wie sehr es mich offenbar beeindruckte. Seiner Fahrweise wegen hatten wir ihm den Übernamen Mannix gegeben, nach­

e­ inem TV-Detektiv jener Zeit, der mit seinem Dodge Dart stets halsbrecherisch unterwegs war und schneller, als die Polizei es erlaubte. Daraus leiteten wir fürs Schlängeln und Drängeln das Verb «männixen» ab. Vater männixte. Von jenen Ferien hatte ich nur noch ein ­äusserst vages Bild. Ich hatte nicht mehr ­gewusst, je im Hotel «Hirschen» in Samedan genächtigt, je in Gravedona am Comersee rote Lederstiefel gekauft, geschweige, darüber ­Tagebuch geführt zu haben. Doch mit einem Mal ist alles wieder da: die Flipperkästen – Einsatz: hundert Lire –, die Pizza mit Arti­schocken … Ich sehe sie vor mir! Die Papier­serviette des Ristorante «Da Luigi» klebten wir samt Tomatenflecken ins Buch, dazu Postkarten, Zuckersäckchen und die Comiczeichnungen meines grossen Bruders. Und ich hatte nicht einmal mehr gewusst, dass ein solches Tagebuch existierte. Nun aber bin ich froh darüber, später auch mit meiner Frau und unseren Kindern stets Reisetagebuch geführt zu haben, alle verfassten jeden vierten Tag einen Eintrag. Kalifor­ nien, Nepal, Hamburg … Da kam einiges ­zusammen. Ich werde sie gut aufbewahren, die Tagebücher. Damit die Kinder, die dann längst keine mehr sind, später einmal Erin­ nerungen wecken können, Bilder, Stimmungen und, wer weiss, dieses seltene Gefühl von Geborgenheit.  MM

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MENSCHEN | MM41, 8.10.2018  23

Sterbefasten

Lebenssatt zum Letzten bereit

Die Basler Journalistin Martina Rutschmann rückt in ihrem Erstlingsroman «Durstig» das Thema Sterbefasten ins Zentrum. Sie hat ihren Grossvater begleitet, der auf diese Art gestorben ist. Text: Barbara Lukesch  Bilder: Kostas Maros

I

ch hatte immer ein ausgesprochen gutes Verhältnis zu meinem Grossvater. Er war der feinfühligste und gebildetste Mensch in meiner ganzen Umgebung. Egal, welche Frage ich ihm stellte, er wusste eine Antwort. Dazu war er sehr konsequent und hatte einen eisernen Willen. Als er im Militärdienst als junger Mann den Entschluss fasste, das Rauchen aufzugeben, setzte er diesen Plan in die Tat um und rührte nie wieder eine Zigarette an. So wusste ich, dass es ihm ernst war, als er mir und ­allen anderen Familienangehörigen im Alter von über 90 Jahren mitteilte, er habe beschlossen, eines Tages mithilfe des sogenannten Sterbefastens aus dem Leben zu scheiden. Seine Frau war gerade gestorben, die meisten seiner Freunde waren bereits tot, dazu sah er wegen einer Makula-Degeneration kaum noch etwas. An Lesen und Schreiben – er hatte sein Leben lang Briefe geschrieben – war nicht mehr zu denken; seine geliebten Pflanzen konnte er nicht mehr pflegen. Auch mit dem Kochen hatte er zunehmend Mühe, was ihn besonders hart traf, weil er so gern Leute bewirtete. Kurz: Er war dabei, seine Selbständigkeit einzubüssen und zum Pflegefall zu werden. Diese Aussicht beelendete ihn, und so reifte in ihm der Entschluss, zu einem Zeitpunkt zu gehen, den er selbst wählen würde, und auf eine Art, die ihm entsprach. Er war Mitglied von Exit, hatte aber Mühe mit der Vorstellung einen Becher mit Gift zu trinken, innert Minuten zu sterben und dann eine Art Tatort zu hinterlassen, an den zunächst einmal die Polizei gerufen wird.

Autorin Martina Rutschmann widmet ihren ­ersten ­Roman dem Freitod ihres Grossvaters.

Als er dann einen Zeitungsartikel zum Thema Sterbefasten las, in dem sich der ehe­ malige Zürcher Stadtarzt Albert Wettstein positiv zu dieser Methode äusserte, war sein Interesse geweckt. Sobald er konsequent auf das Essen und Trinken verzichtete, würde er zehn bis vierzehn Tage Zeit haben, um vom Leben und seinen Liebsten Abschied zu nehmen und in Frieden zu gehen. Er war lebenssatt

Ich verstand sofort, dass ihn diese Art von Tod, den er selber gestalten konnte, faszinierte. Andere Menschen in unserem Umfeld erschraken und fanden es extrem bru-

tal, bei vollem Bewusstsein zu verhungern und zu verdursten. Möglicherweise komme es auch zu Komplikationen wie Atemnot und Erstickungsanfällen. Ihre Befürchtungen, die er bis zu einem gewissen Grad teilte – Angst vor dem Ersticken hatte er selber –, konnten ihn trotzdem nicht umstimmen. Mein Grossvater, der bis zum Schluss geistig völlig klar war, hatte sich für den Weg des Sterbefastens entschieden und blieb dabei. Er habe ein wunderschönes Leben gehabt, beteuerte er, fühle sich regelrecht lebenssatt und wolle jetzt genauso selbstbestimmt gehen, wie er immer gelebt habe. Das war eine unmissverständliche Aussage, die wir respektieren mussten. Zum Letzten bereit war er dann allerdings erst rund drei Jahre nach seiner Ankündigung, als er bereits 94 war. Er verbrachte diese Tage, die uns alle sehr nahegingen, in seiner gewohnten Umgebung. Eine medizinische Fachperson war informiert und stand auf Abruf bereit, falls es Probleme geben sollte. Wichtiger aber erschien mir, dass er vertraute Menschen um sich hatte, mit denen er reden konnte. Es war ihm nämlich ein grosses Bedürfnis, nochmals gewisse Erlebnisse Revue passieren zu lassen und so etwas wie eine Lebensbilanz zu ziehen. Schon nach kurzer Zeit empfand er weder Hunger noch Durst. Trotzdem war es unentbehrlich, dass ihm auf Wunsch immer jemand den Innenraum des Mundes mit einem in Wasser getunkten Wattestäbchen befeuchtete. Weil mein Grossvater bis zuletzt mehr oder weniger gesund war, erlebte er das Sterbefasten völlig frei von Schmerzen. Es


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Dass der Sterbeprozess ­reibunglos verlief und der Grossvater manchmal gar euphorisch wirkte , hat ­Autorin Martina Rutschmann «glücklich gemacht».

hat mich glücklich gemacht, dass dieser Prozess bei ihm so reibungslos verlief und sein Wunsch genauso in Erfüllung ging, wie er es sich erhofft hatte. In den letzten Tagen strahlte er eine grosse Zufriedenheit, ja, manchmal gar so etwas wie Euphorie aus. Er war wirklich mit sich und seinem Entscheid im Reinen. Als mir das klar wurde, beschloss ich, ein Buch über seine Geschichte zu schreiben. Nicht einen kurzen Artikel mit ein paar Ratgeberhinweisen, nein, ein ganzes Buch, das ich meinem Grossvater und dem Thema Sterbefasten widmen wollte. Es war mir sogar vergönnt, ihn noch zu fragen, was er von der Idee hielt. Er war begeistert, schlug aber vor, dass ich einen Roman schreiben solle, weil ich damit sicher mehr Leute erreiche. Ich begann zu recherchieren, um die Figuren so realitätsgetreu wie möglich zu gestalten. Die Hauptperson, Carl, wie sie in meinem Roman heisst, habe ich entfernt in Anlehnung an meinen Grossvater gestaltet. Allein ihr Sterbeweg entspricht ganz der Wahrheit. Er hatte eine Vorahnung

Kurz vor seinem Tod sagte mein Grossvater zu mir, dass ich am nächsten Tag nicht kommen solle, dann werde er sterben. Ich erfüllte ihm seinen Wunsch – im Wissen, dass er nicht allein sein würde. Seine Ahnung trog ihn nicht. Anderntags hörte sein Herz auf zu schlagen, und er schlief friedlich ein. MM Martina Rutschmann, «Durstig», Zytglogge Verlag, 2017 bei exlibris.ch für Fr. 26.40

Der sanfte Tod

Sterbefasten stösst zunehmend auf Interesse Albert Wettstein, der 72jährige ehemalige Zürcher Stadtarzt, hat in seiner Patientenverfügung festgelegt, dass man ihn im Fall einer schweren Demenz nicht daran hindern solle, auf Essen und Trinken zu verzichten. Der Mediziner ist überzeugt davon, dass Sterbefasten ausgesprochen gut und friedlich verlaufe. Wettstein zitiert die sogenannte Oregon-Studie, für die Ende der Neunzigerjahre im US-amerikanischen Bundesstaat rund hundert Menschen begleitet wurden, die sich für das Sterbefasten entschieden hatten, und fünfzig, die auf die Freitodbegleitung à la Exit setzten. Die Beobachtungen des Pflegepersonals führten zu folgenden Ergebnissen: Während Sterbefasten in hohem Masse mit «innerem Frieden» und «geringem Leiden» einherging, wurde der begleitete Suizid als «weniger friedvoll» erlebt. Was genau ist denn nun Sterbefasten? Peter Kaufmann, der Präsident der Stiftung Palliacura, die von

Exit ins Leben gerufen wurde, erklärt: «Von Sterbefasten spricht man immer dann, wenn ein urteilsfähiger Mensch den freiwilligen Entscheid fällt, auf Nahrung und Flüssigkeit zu verzichten.» Er faste also mit dem Ziel, zu sterben oder den Eintritt seines Todes zu beschleunigen. Das sei etwas anderes als das eher unreflektierte Verhalten Sterbender, die einfach nicht mehr essen und trinken mögen – was häufig passiere und ähnliche Folgen nach sich ziehe. Wie viele Menschen sich für den Weg des Sterbefastens entscheiden, ist schwer zu beziffern. Peter Kaufmann von Palliacura schätzt, dass es in der Schweiz einer von hundert Betagten sei, mithin jährlich einige hundert Personen. Die Fachwelt ist auf jeden Fall überzeugt, dass diese Methode selbstbestimmten Sterbens in den nächsten Jahren deutlich zunehmen wird. Weitere Infos: www.sterbefasten.org (Website von Palliacura)


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Leserforum MM 40 Interview Markus Wild «Tiere vermitteln Werte, die unser Leben bereichern»

«Markus Wild spricht mir aus dem Herzen»

Bild: Peter Hebeisen

Selten hat mich eine Nummer so angesprochen wie die über die Tiere. Tierphilosoph Markus Wild spricht mir aus dem Herzen. Und dennoch der Widerspruch, dass die wöchentliche Werbung im M-Magazin immer noch sehr fleischlastig ist. Ob sich das ändern darf? Sabine Naegeli, via E-Mail Im Editorial wurde nicht zu viel versprochen. Ich habe mit Freude die Tiergeschichten gelesen und die schönen Aufnahmen betrachtet. Und die Illustrationen von illumueller sind wie immer grosse Klasse! Vielleicht können Sie gelegentlich einen Bericht über diesen Künstler bringen? Patrizia Schaub, via E-Mail

MM 39 Stadt, Land, Stutz: Keine einfache Wahl

Obwohl nur einige Jahre älter als Lisa Stutz, ertappe ich mich beim Lesen dieser Kolumne beim Gedanken «wie ich-­bezogen ‹diese Jungen›» sind. Die Benzin­ kosten tragen sie zwar selbst, doch den eigent­lichen Preis für solch unnötige Autofahrten

bezahlen die Umwelt und die nachfolgenden Generationen. Generation M, Sie erinnern sich? Das beste Fitness­studio liegt übrigens auf dem Land, und es ist erst noch umsonst: die Natur. Probieren Sie es aus, solange die Möglichkeit noch besteht. Franziska Greuter, via E-Mail MM 38 Demenz «Hörst du mich, Rolf?»

Während meines letzten Einsatzes als Seniorenbetreuer in Basel und begeisterter Migros-­ Magazin-Leser und auch Kunde habe ich den kompetenten Artikel «Hörst du mich, Rolf?» über Demenz­erkrankung gelesen. Da

ich viel mit dementen Menschen zu tun habe, finde ich es toll, dass Sie dieses Thema, das jeden von uns treffen kann, aber leider oft ignoriert wird, aufgegriffen haben. Kompliment, und so wahrheitsnah geschrieben, wirklich super! Danke der Verfasserin. Servus aus Wien. Robert Benke, via E-Mail Schicken Sie Ihre Leserbriefe an: Redaktion Migros-Magazin, Limmat­strasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, oder per Mail an: redaktion@migrosmagazin.ch Die Redaktion behält sich Kürzungen vor und übernimmt keine Verantwortung für Inhalt und Richtigkeit der Aussagen. Über Erscheinen resp. Nichterscheinen der Leserbriefe wird keine zusätzliche Korrespondenz geführt.

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«Frieden schliesst man mit Feinden, nicht mit Freunden» Matthias Schranner

Wer einen Konflikt lösen will, muss ihn so kühl analysieren wie ein Brettspiel, sagt der renommierte Verhandlungsexperte Matthias Schranner. Er erklärt, weshalb streitlustige Menschen dies besonders gut können. Wieso Donald Trump ein geschickter Taktierer ist. Und warum die Schweiz mehr Lust an der Konfrontation zeigen sollte. Text: Ralf Kaminski, Kian Ramezani Bilder: Dan Cermak


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Matthias Schranner, derzeit wird überall auf der Welt verhandelt – Migranten, ­Brexit, Handelskrieg: Fällt Ihnen jemand auf, der sich besonders geschickt verhält? Jean-Claude Juncker. Der Präsident der Europäischen Kommission bleibt auch in schwierigen Phasen positiv und fokussiert auf das grosse, langfristige Bild. Für die ­Details hat er seine Leute, die konflikt­ orientiert in die Verhandlungen reingehen und sagen, was sie wollen – etwa Michel ­Barnier für die Dossiers Brexit und Schweiz. Das entspricht auch unserem Ansatz, wie man erfolgreich verhandelt. Das heisst? Pro Partei braucht es zwei Personen, die Verhandlungen führen. Eine als Sicherheitsnetz, die stets positiv spricht und auf die man zurückgreifen kann, wenn es schwierig wird. Und die andere, die sich von Gemeinsamkeiten und langfristigen Zielen nicht blenden lässt, sondern die unmittelbaren Ziele konsequent verfolgt. Wer macht es weniger gut? Theresa May hat zu Beginn der BrexitVerhandlungen «rote Linien» definiert, die sie nun nicht einhalten kann. Freizügigkeit hatte sie kategorisch ausgeschlossen, ­inzwischen klingt es etwas anders. Sind rote Linien generell eine schlechte Idee bei Verhandlungen? Wenn man sie zieht, muss man sich auch durchsetzen können. Man sollte sie nur ins Spiel bringen, wenn man alle nötigen In­ formationen hat. Was in einer Verhandlung höchst selten der Fall ist. Ein negatives Beispiel wäre wohl Barack Obama in Syrien. Genau. Er bezeichnete einen Chemiewaffeneinsatz durch Syrien als rote Linie und ­handelte dann doch nicht. Am Tag, als er die Raketenangriffe auf Assad absagte, verlor er aussenpolitisch jegliche Reputation. Sie haben einmal gesagt, dass Angel­sachsen besser verhandeln als Deutschspra­chige. Wieso das? Zum einen ist es die Sprache. Das Englische eignet sich besser zum Verhandeln. Briten und Amerikaner sagen nie Nein. Sie meinen Nein, sagen aber «eine grossartige Idee, ich frage mich nur, ob …». Im deutschsprachigen Kulturraum sagen wir gern: «Nein, das geht nicht» und fühlen uns auch noch gut dabei, dass wir Klartext reden. Hinzu kommt die Fähigkeit der Angelsachsen, Person und Sache zu trennen. Wir Deutschsprachigen nehmen Verhandlungen persönlich – wenn wir jemanden gut kennen, verhandeln wir nicht mehr hart. In den USA ist das anders: Donald Trump sagt, er respektiere Angela

Merkel, aber in der Flüchtlingsfrage liege sie falsch. Oder er komme mit Theresa May gut zurecht, aber beim Brexit habe sie unrecht. Trump sieht sich selbst auch als brillanten Dealmaker. Ist er das? Ich finde schon. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich beurteile nicht sein persönliches Verhalten oder sein Frauenbild, sondern einfach sein Verhandlungsgeschick. Er ­bestimmt die Themen, die anderen müssen reagieren und sich rechtfertigen. Er treibt sie vor sich her, hat stets die Initiative. Okay, aber erreicht er damit auch etwas? Ich denke schon. Im Handelsstreit hat er die EU bereits zu Konzessionen gebracht, ohne selbst gross was herzugeben. Ausserdem ist die Arbeitslosigkeit in den USA so tief wie schon lange nicht mehr. Ebenso die Zahl der illegalen Einwanderer.

«Man muss emotionslos sein. Wer auch nur einen Funken Abscheu oder Bewunderung empfindet, ist nicht mehr für Verhandlungen geeignet.» Matthias Schranner, Verhandlungsexperte

Das sind aber zwei Trends, die bereits unter Obama einsetzten. Schon, aber Trump ist in vielen Bereichen disruptiv, genau wie er das im Wahlkampf angekündigt hat. Wie die Bilanz nach vier oder acht Jahren aussieht, muss man natürlich abwarten. Ist Trump ein klassischer «Madman», also einer, der sich in Verhandlungen irra­tional verhält, um seinen Gegner zu verwirren und zu verängstigen? Ich finde ihn im Gegenteil sehr berechenbar. Trumps Vorgehen stammt aus der Ge­schäfts­ welt, dort ist es ganz normal, dass das erste Angebot viel zu hoch oder viel zu tief liegt und man ablehnen muss. Ein schönes Beispiel sind die Nato-Verhandlungen: Trump verlangt von allen Ländern Militärausgaben von zwei Prozent des Bruttoinlandprodukts. Kaum kommen sie ihm entgegen, verlangt er vier Prozent. Im Business ist das ein normales Verhalten, in der Politik und Diplo­ matie führt es zu grossen Irritationen. Seine Tweets funktionieren nach dem gleichen Prinzip. Ich kenne jemanden aus seinem ­Social-Media-Team, da werden jeden Tag die Nachrichten analysiert, dann schauen sie, welche Themen sie heute besetzen könnten – und schreiben erst einen völlig ­irrationalen Tweet, um dann im Anschluss

Verhandlungen anzubieten. Es ist letztlich immer das gleiche Schema. Er schreibt die Tweets gar nicht selbst? Höchstens teilweise, hat man mir gesagt. Wie wichtig ist Berechenbarkeit in Verhandlungen? Es gibt zwei Ansätze, Win-Win und WinLose. Wenn ich möchte, dass am Schluss alle zufrieden sind, also Win-Win, dann muss ich berechenbar sein. Wenn ich unter allen Umständen gewinnen will und mir die Gegenseite egal ist, darf ich auch unberechenbar sein. Trump verhandelt gern nach dem Win-Lose-Prinzip. Er sieht sich als Winner und nimmt Beziehungskrisen mit Verbündeten in Kauf, um seine Ziele zu erreichen. Sie sind ihm wichtiger als die Beziehung. Für die auf Ausgleich fokussierte EU ist es schwierig, damit umzugehen. Sie müsste auch auf Win-Lose setzen, dann gäbe es vielleicht am Ende ein Win-Win. Wer aber mit Win-Win gegen Win-Lose antritt, verliert. Wie sollte man Trump entgegentreten? Als Gewinner. Man darf also nicht reagieren, sondern muss sagen, was man selbst will. Wenn er zehn Prozent Importzölle auf deutsche Autos ankündigt, sollte man nicht seinerseits mit zehn Prozent drohen. Sondern fordern, dass er die Abgasvorschriften in ­allen 50 US-Bundesstaaten vereinheitlicht. Damit setzt man ihn unter Druck. Die EU, die mit 28 Stimmen spricht, hat es da logischerweise schwer. Ja, aber auch weil die üblichen Führungs­ nationen geschwächt sind. Merkel ebenso wie May, Italien ohnehin. Am erfolgreichsten ist derzeit Emmanuel Macron, er hat am ehsten begriffen, wie man mit Trump umgehen muss. Er war halt mal Investmentbanker und kennt diese Spielchen. Sie zeichnen ein vorteilhafteres Bild von Trump als viele andere. Ich bewerte nur sein Verhandlungs­geschick. Und ich bin oft in den USA, meine Frau ist Amerikanerin. In Europa halten ihn fast alle für blöd und hoffen, dass er bald weg ist. In Amerika sehen es die Leute differenzierter. Und wenn er so weitermacht, schafft er auch die Wiederwahl. Es gibt derzeit keinen Mangel an Kon­ flikten auf der Welt. Welcher würde Sie besonders reizen zum Verhandeln? Alle. ( lacht) Bei aller Bescheidenheit, wir ­haben ein grossartiges Netzwerk von Spezialisten, und wir gehen emotionslos in jeden Konflikt hinein. Das ist unsere Philosophie. Wer auch nur einen Funken Gefühl, Abscheu oder Bewunderung empfindet, ist nicht mehr für Verhandlungen geeignet.


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MENSCHEN | MM41, 8.10.2018  35

Zur Person

Der Verhandlungsprofi Statt­dessen muss man sie ganz kühl als Brettspiel sehen und analysieren, wie man die Figuren verschieben muss, um ans Ziel zu kommen. Mit Distanz sind überall ­erfolgreiche Verhandlungen möglich. Selbst in völlig verfahrenen Konflikten wie Israel-Palästina? Sicher. In Jugoslawien, Südafrika und Nord­ irland ging es ja auch. Frieden schliesst man mit Feinden, nicht mit Freunden. Worauf muss man bei Verhandlungen ganz grundsätzlich achten? Man muss ein Ziel haben, und es muss po­ sitiv sein. Beim Handelsstreit zum Beispiel Strafzölle zu vermeiden, ist ein negatives Ziel, also nicht ideal. Ausserdem braucht man eine Strategie, eine Linie, die man nicht verlassen darf, sonst wird man ­unglaubwürdig. Zusätzlich noch eine Taktik, also: Wann bewege ich mich, wann mache ich die Tür zu, wann wieder auf.

Matthias Schranner (54) ist ein global renommierter Spezialist für komplexe Verhandlungen und leitet in Zürich seine eigene Firma, das Schranner Negotiation Institute mit 47 Mitarbeitern. Zu den Kunden gehören fast alle weltweit ­bekannten Konzerne. Der Sohn eines bayrischen Landwirts arbeitete lange in diversen Funktionen bei der Polizei, bevor er sich selbständig machte. Schranner ist mit einer amerikanischen Extrembergsteigerin verheiratet und hat vier Kinder. Die Familie lebt in Zürich. www.schranner.com

Weshalb sind Sie und Ihr Institut in ­Zürich gelandet? Es begann mit Referaten an der Universität St. Gallen, wo ich inzwischen Lehrbeauftrag­ ter bin. St. Gallen ist schön, aber Zürich ist schöner, eine sehr multikulturelle, tolerante Stadt. Und «Verhandlungsinstitut Zürich» klingt auch international gut – der Orts­name vermittelt eine hohe Glaubwürdigkeit.

Aber man muss doch auf die Gegenseite eingehen. In den Verhandlungen ja, aber nicht vorher. Das machen viele falsch, die verhandeln quasi mit sich selbst, bevor es überhaupt ­losgeht – und limitieren sich so. Eine typisch deutschsprachige Verhaltensweise.

Was ist sonst noch wichtig? Die Kontrolle über das Verhandlungs­ geschehen nicht verlieren und immer ­respektvoll sein. Verhandlungen scheitern nicht an zu hohen Forderungen, sondern an mangelndem Respekt. Nur daran? Nein, auch an Emotionen, Ideologien, zu früher Festlegung oder der Weigerung, sich zu bewegen.

Sind Sie teuer? Schon noch ( lacht). Die Preise bewegen sich im Umfang e­ iner guten Anwaltskanzlei. Es gibt meist eine Flatrate. Aber wenn es beim Kunden um einen 150-Millionen-­Vertrag geht, ist es egal, was ich koste. Haben Sie Konkurrenz? Nein. Mit den wenigen anderen, die echt gut sind, arbeiten wir zusammen.

Das kann man sich alles schon vor den Verhandlungen zurechtlegen? Das muss man sogar. Man darf sich auch nicht überlegen, was die anderen wollen.

Also mit 100 Prozent der eigenen Forderungen reingehen und sehen, was passiert? 110 Prozent wären besser.

Als ausgezeichnet. Bei der Suche nach Aus­ gleich und Konsens, bei der langfristigen Perspektive, sind Schweizer Diplomaten weltweit führend. Schwer tun sie sich, mit neuen Ansätzen umzugehen, wie sie Trump ins Spiel gebracht hat. Da bräuchte es einen eher konfrontativen Zugang, und das ist nicht die Stärke der Schweiz.

Die EU ist auf Ausgleich angelegt, alles muss gemeinsam und gerecht sein. Ein Land wie die Schweiz, das Extrawürste will, wird da­ her als Irritation empfunden. Die Themen in der Debatte um das Rahmenabkommen wä­ ren meines Erachtens gar nicht so schwierig. Das Problem ist, es geht schon zu lange. Und es stecken zu viele Emotionen drin.

Gibt es Menschen, die bessere Verhandler sind als andere? Solche, die den Konflikt lieben. Gefragt ist eine spielerische Leichtigkeit, man sollte bissig sein, aber nicht verbissen. Wenn Trump wieder einmal einen Schmarren twittert, kommen immer all die verbissenen Reaktionen. Stattdessen sollte man besser sagen: Okay, lass uns spielen.

Die Schweizer Seite muss alle Einigungen noch vom Volk absegnen lassen. Klar, aber was denken die Bürger, wenn die Politiker keine Einigung schaffen? Viele Menschen haben jetzt schon den Eindruck, dass Politiker eh nichts zustande bringen. Lieber jetzt bewegen, Verhandlungen ab­ schliessen und Deckel drauf. Klar gibts auch heikle Themen, aber man verhandelt schliesslich nicht den Gazastreifen. Man muss der Bevölkerung zeigen, dass man ­etwas tut. Ansonsten bietet man destruk­ tiven Kräften viel Raum zur Entfaltung.

Wie beurteilen Sie die Beziehung ­zwischen der Schweiz und der EU?

Wie empfinden Sie das Verhandlungs­ geschick der Schweiz generell?

Getrauen sich Leute in Ihrem Privatleben überhaupt, irgendwas mit Ihnen zu verhandeln? Die haben ja eh keine Chance. Das sieht meine Frau anders! Ich bin eher der Stratege, überlege mir teils wochenlang, wann ich welche Forderung einbringe. ­Meine Frau hingegen ist total impulsiv und hat dann schon längst gesagt, was sie will. Sie zwingt mich in die Reaktion, es ist ein wenig wie bei Trump und der EU. ( lacht) Neben Arbeit und Familie laufen Sie ­Marathons, spielen Klavier und kochen gern. Schlafen Sie je? Ich mache das ja nicht alles gleichzeitig. Und es gibt auch Phasen, wo ich wenig arbeite und viel Zeit für die Familie habe. Besonders stressig ist die Zeit zwischen Mitte Septem­ ber und Mitte November, weil da viele Ver­ träge neu verhandelt werden müssen. Dafür bin ich im Sommer ein paar Wochen offline. Und was kochen Sie so? Sehr gern indisch. Ich bin seit 30 Jahren Vegetarier, und in der indischen Küche gibt es dafür besonders viele gute Optionen. Aber auch thailändisch, chinesisch oder ­italienisch koche ich gern. Generell kann ich beim Kochen wunderbar abschalten. Die ganzen bayrischen Klassiker fallen also weg? So ist es, viel zu fleischlastig. Ich komme aus einer Bauernfamilie und musste das alles dauernd essen, das reicht fürs Leben. MM


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Migros-Welt MM12

355 183 Zahl der Woche

Über 355 000 Fans hat die Migros auf Facebook.

Migros-Besitzer

«Auch unsere Enkelin sagt, sie sei ein Migros-Kind» Wie lange sind Sie schon MigrosGenossenschafter? Meine Frau und ich sind Mitglieder, seit wir gehei­ ratet haben. Das war 1972. Weshalb sind Sie Migros-Besitzer? Schon meine Eltern wa­ ren Genossenschafts­ mitglieder. Es war damals einfach normal, dass man dabei ist.

Bild: René Ruis

Was schätzen Sie an der Migros? Ich mag sie einfach. Es ist wie in der Reklame, ich bin ein richtiges Migros-­ Kind, meine Frau eben­ falls. Und auch unsere 22-jährige Enkelin hat kürzlich gesagt, sie sei ein Migros-Kind.

Name: Edmund Diem (71) Wohnort: Seon AG Beruf: pensionierter Décolleteur Lieblingsprodukt: Butterzopf

Gibt es etwas, das Sie stört? Ich finde es schade, wenn Produkte aus dem Sorti­ ment verschwinden, die man mochte und an die man sich gewöhnt hat. Aber es ist auch logisch: Wenn sich ein Produkt nicht gut genug verkauft, wird es gestrichen.


38  MM41, 8.10.2018 | MIGROS-WELT

Expansion

Klubschule

Galaxus Deutschland kurz vor Start Der Onlinehändler ­Galaxus, der zur Migros-­ Gruppe gehört, hat in Deutschland seine erste Logistikzentrale eröffnet. Das im Ge­ werbegebiet Krefeld-­ Fichtenhain in Nord­ rhein-Westfalen ange­ mietete Lager bietet ­Kapazität, um über 20 000 verschiedene Produkte einzulagern und einen Jahresumsatz von 100 Millionen Euro zu realisieren.

Bilder: zVg

Die Logistikzentrale umfasst 5500 Quadratmeter Stellfläche ­sowie 500 Quadrat­ meter für Büro- sowie Arbeitsräumlichkeiten. «Wir haben in Krefeld den perfekten Lager­ standort für unseren Onlineshop gefunden», sagt Frank Hasselmann, Geschäftsführer von Galaxus Deutschland. «Von hier aus können wir unseren Kunden die bestellte Ware innerhalb von 24 Stunden nach Hause liefern.» Auf dem Areal seien zudem aus­ reichend Flächen vor­ handen, um das Logis­ tikzentrum flexibel zu erweitern. Der Standort Krefeld bildet das logistische Rückgrat für den Markteintritt in Deutschland, da Gala­ xus den Grossteil der Online-Bestellungen aus dem eigenen Lager versenden wird. «Mit dem zentral gelegenen Logistikpark erfüllen wir den Anspruch ­unserer Kunden nach guter Verfügbarkeit und kurzen Lieferfristen», so Hasselmann. «Die Anbindung ans Auto­ bahnnetz ist ideal.»

Kochen gegen Rheumabeschwerden

Migros-Kulturprozent

Preis für IntegrART Seit 2007 setzt sich «IntegrART» für Künstlerin­ nen und Künstler mit einer Behinderung ein. ­Dafür wurde das Projekt des Migros-Kulturpro­ zents jetzt mit dem «Diversity Award 2018» aus­ gezeichnet. Alle zwei Jahre schickt «IntegrART» eine Tanzproduktion schweizweit auf Tournee und veranstaltet ein dazugehörendes inter­ nationales Symposium. Die nächste Tour wird im Frühling des kommenden Jahres starten.

In der Schweiz sind über zwei Millionen Menschen von rheumatischen Be­ schwerden wie Arthrose oder ­Osteoporose be­ troffen. Im Migros-Klubschulkurs «Kochen für Rheuma­betroffene», der mit der Rheumaliga Schweiz ent­wickelt wurde, lernen Teilnehmende, wie und in welchem Umfang die Ernährung rheumati­ sche Beschwerden beein­ flussen kann und wie Ge­ lenke bei der Arbeit in der Küche geschont werden. Der Kurs kostet zwischen 130 und 150 Franken, dau­ ert vier Stunden und wird in verschiedenen Schwei­ zer Städten angeboten. Mehr Informationen: www.klubschule.ch

Preisbarometer

Aktuelle Preisänderungen Die Migros muss die Preise verschiedener Toiletten- und Haushalt­ papiere erhöhen. Der Grund sind stark gestiegene Rohstoffpreise. Die sehr schlechte Ernte wegen der anhaltenden Trockenheit führt zudem zu Preisaufschlägen bei Stroh und Heu für Nager. Ausgewählte Produkte

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3.10

3.30

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9.80

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3.15

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15,2

2.00

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MIGROS-WELT | MM41, 8.10.2018  39

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44  MM41, 8.10.2018 | MIGROS-WELT Step-by-Step

Röstitaler, Rotkohl und Burrata    1

Rotkohl fein hobeln. Äpfel in Stäbchen schneiden. Beides mit Öl und Essig mischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Ca. 30 Minuten ziehen lassen.

3

Kartoffeln mit Mehl und Ei mischen. Masse mit Salz und Pfeffer würzen. Backofen auf 80 °C vorheizen. In einer ­beschichteten Bratpfanne etwas Bratbutter heiss werden l­ assen.

2

Inzwischen Kartoffeln schälen und durch die Röstiraffel reiben.

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4

Pro Röstitaler ca. 2 EL Kartoffeln in die Hand nehmen. Daraus handflächengrosse Küchlein formen. In etwas Bratbutter beidseitig ca. 5 Minuten goldbraun backen. Im Ofen warm halten. Burrata halbieren. Kartoffelküchlein mit Kohl-Apfel-Salat und Burrata anrichten. Brunnenkresse darüberstreuen.

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MIGROS-WELT | MM41, 8.10.2018  61

Profi-Tipp

Gekocht oder roh? In der Migros finden Sie alles rund um den Herbstgenuss.

Anja Steiner Rezeptautorin

Bei der Zubereitung von Rösti trennt der Röstigraben eher ­Familie denn Regionen. Röschti oder Rösti? Gekochte oder rohe Kartoffeln? Brat­ butter, Öl oder Schweine­ schmalz? Für manchen Fragen von fast religiöser Bedeutung. Ich selbst bin eine Wandlerin zwischen den Welten, denn die Kartoffel entscheidet über die Eigenschaften der Rösti. Je nachdem, was zur R ­ östi ­serviert wird, entscheide ich mich für gekochte oder rohe Kartoffeln. Für dieses Rezept verwende ich rohe. Sie dünken mich etwas knackiger zu Rotkohl und Burrata. Für eine Rösti, die traditionell mit ­Zwiebelsauce und Bratwurst serviert wird, nehme ich ­vor­gekochte Kartoffeln, damit sie die Sauce schön ­aufsaugen. Nur beim Bratfett lege ich mich fest: Für mich geht nichts über Brat­butter. So schmeckt die Rösti wie bei ­meiner Mutter. MM

Viele weitere kochtipps ZU KARTOFFELN jetzt auf

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MIGROS-WELT | MM41, 8.10.2018  63

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Knusprig-zarte Verführung

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Blätterteig und Kuchenteig sind mit Butter besonders fein. Der Butterkuchen- und der Butterblätterteig von Anna’s Best werden deshalb seit je mit Schweizer Butter hergestellt. Sie enthalten kein Palmöl. Neu wird für die beiden Fertigteige ausserdem «TerraSuisse»Mehl verwendet, eine echte Innovation auf dem Schweizer Markt. Exzellente Zutaten, voller Geschmack: So macht das Backen Spass.

für den Butterkuchenund den Butterblätter­ teig von Anna’s Best bis 15. 10.

Bild und Styling: Claudia Linsi

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Anna’s Best Butterkuchenteig, 300 g Fr. 2.90

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Butterblätterteig entrollen. Pesto Rosso und Genovese jeweils mit gemahlenen Mandeln mischen. Die linke Hälfte des Teigs dünn mit Pesto Rosso, die rechte Hälfte mit Basilikumpesto bestreichen. Blätterteig aufrollen und in 1 cm dicke Scheiben schneiden. Im auf 200 °C vorgeheizten Ofen 15 Minuten backen, zwischendurch einmal wenden. Auskühlen lassen und auf Holzspiessli stecken.


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MIGROS-WELT | MM41, 8.10.2018  65

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Lassen Sie sich nicht ausbremsen!

Gut zu wissen

Zahlen und Ursachen In der Schweiz leiden rund 500 000 Menschen unter Blasenschwäche. Die Dunkelziffer ist hoch. Obwohl Blasenschwäche mehr und mehr enttabuisiert wird, sprechen viele Menschen nicht gern ­darüber. Doch das wäre wichtig, denn es gibt Hilfe: Mit den richtigen Produkten können Betroffene ­aktiv bleiben und ihr Leben wie gewohnt weiterführen. Die Ursachen von Blasen­schwäche sind unter­schied­lich. Bei einer Belastungsinkontinenz können Husten, Niesen oder Lachen zu einem unfreiwilligen Urinverlust führen. Diese Form betrifft vor allem Frauen. Grund dafür kann eine Binde­gewebsund Muskelschwäche sein, verursacht z. B. durch eine Geburt. Häufigste Form bei Männern ist die Über­lauf­ inkontinenz, verursacht durch eine Verengung der Harnröhre, was zu einem Stau in der Blase und zu ­einer Überdehnung des Blasenmuskels mit stän­ digem tropfenweisen ­Urinabgang führen kann.

Lust auf einen Bummel in der Stadt, eine Radtour, eine Joggingrunde? Trauen Sie sich: Bleiben Sie aktiv, lassen Sie sich durch un­ gewollten Urinverlust nicht einschränken. Die Migros-Secure-Hygienepants helfen ­Ihnen dabei. Sie unterscheiden sich im ­Traggefühl kaum von herkömmlicher Unter­ wäsche. Die Pants bestehen aus weichem ­Material und passen sich perfekt dem Körper an. Der saugstarke Kern bindet Gerüche zuver­lässig. Egal, was Sie unternehmen: Sie können sich sicher und geschützt fühlen.

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68  MM41, 8.10.2018 | MIGROS-WELT

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Die Waschprofis Ein Jahr lang haben sich die Familien Lanzrein und Good in verschiedenen Waschdisziplinen gemessen. Beim Wäschesortieren kam es zum letzten und alles entscheidenden Duell. Bilder: Paolo Dutto

S

ie haben zehn Minuten Zeit, um ganz viel Wäsche auf vier Haufen zu verteilen und mindestens ein passendes Mittel für jeden Waschgang auszusuchen. Erst kommt Familie Good zum Zug, dann legen die Lanzreins los. Mira Scacchi, Waschprofi und Fleckenfee der Migros-Eigenindustrie Mifa, schaut zu und macht sich Notizen. Immer ­wieder nickt sie zustimmend. In diesem Jahr sind die Lanzreins und Goods richtige Waschprofis geworden. Sie haben sich bereits in

e­ inem Wissensquiz gemessen, sind im FleckenBattle gegeneinander angetreten und haben zuletzt gezeigt, dass sie die Dosierung des Waschmittels im Griff haben. Mit 2:1 liegt die Familie Good in Führung. Da die Lanzreins ein noch feineres Gespür für das Sortieren von Wäsche an den Tag legen und bei den Farben entschiedener trennen, geht die letzte Runde an sie. Somit endet das grosse Wasch­duell mit einem Unentschieden.

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MIGROS-WELT | MM41, 8.10.2018  69

Die Tipps der Fleckenfee

«Bloss nicht rubbeln» Team Lanzrein: Unverzagt nehmen Adrian (54), Giulio (3) und Susanne (42) den Wäsche­­berg in Angriff.

Team Good: Stephanie (42), Fabio (10), Sophia (7), Jürg (47) und Olivia (9) geben beim Sortieren alles.

Kann ein VollwaschmittelPulver für alle Kleidungs­ stücke verwendet werden? Nein, das ist ein häufiges Missverständnis. Ein Vollwaschmittel-Pulver enthält immer Bleichmittel. Entsprechend eignet es sich für weisse und helle Wäsche wie Hemden, Hosen, T-Shirts oder Koch­ wäsche, nicht aber für farbige Kleidungsstücke, da diese sonst nach mehrmaligem Waschen ausbleichen. Wie behandle ich Flecken richtig? Flecken sollten stets vor dem Waschgang behandelt werden, damit sie sich nicht in die ­Textilien einbrennen. Flecken von Bratensauce und Blut zuerst mit kaltem Seifenwasser auswaschen. Kaffee, Rotwein, ­Tomaten und Beeren sofort mit Wasser auswaschen. ­Danach am besten über Nacht in einer Waschmittellauge einlegen und dann waschen. Fetthaltige Flecken vor dem Waschen mit Fleckenspray einsprühen. Was genau ist eine ­Waschmittellauge? Eine Waschmittellauge enthält Waschmittel, Oxi Booster und Wasser. Für weisse und helle Kleider ein Vollwaschmittelpulver, Oxi Booster White und Wasser verwenden. Für farbige Kleider eine Lauge aus flüssigem Colorwaschmittel oder Color-Waschmittelpulver mit Oxi Booster Color und Wasser verwenden.

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Und welchen Kniff gibt es für weisse Bettwäsche, die einen Grauschleier bekommen hat? Entweder hat man zu wenig Waschmittel verwendet oder versehentlich etwas Dunkles in die helle Wäsche gegeben. In beiden Fällen empfiehlt es sich, die Bettwäsche einige Stunden in einer Waschmittellauge einzulegen oder gleich damit zu waschen. Am besten ein Pulver-Vollwaschmittel kombiniert mit Total Oxi Booster White.

Mira Scacchi (61) aus Niederdorf BL ist Labormitarbeiterin der ­Migros-Eigenindustrie Mifa.

Was ist bei heller oder farbiger Bettwäsche zu beachten? Ich empfehle, sie mit einem Color-Waschmittel zu reinigen bei 40 bis 60 Grad. So lösen sich die Hautrückstände im Bettzeug, ohne dass die Farbe ausbleicht. Eignet sich Total Express Black nur für schwarze Kleidung? Es eignet sich für schwarze und dunkle Textilien, die nicht stark verschmutzt sind und deshalb im Kurzwaschprogramm gewaschen werden können. Zudem wird empfohlen dunkle Wäsche nicht zu heiss zu waschen, da sie sonst schnell die volle Farbe verliert. Wie wichtig ist die Trennung der Wäsche nach Farben? Neue farbige Teile immer erst separat waschen. Es lohnt sich generell, gleiche Farben zusammen zu waschen, also etwa Rot, Lila und Pink separat von blauen, schwarzen oder braunen Kleidern. Denn Textilien können auch nach mehrmaligem Waschen noch abfärben. MM

Die M-Industrie stellt viele MigrosProdukte her. Dazu gehörten auch die Total-Waschmittel.


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MIGROS-WELT | MM41, 8.10.2018  71

Aus der Region

Fest für den Herbst Dieses Wochenende findet in Fully das Kastanienfest statt, mit einem attraktiven «Aus der Region. Für die Region.»Stand der Migros Wallis. Besucherinnen und Besucher können feine Produkte von vier Unternehmen aus der Umgebung degustieren: dem Milchprodukte-Lieferanten Cremo (Sierre), dem Haus Pitteloud Fruits (Sion), der Metzgerei Suter (Villeneuve) und der Molkerei Vollèges.

Ihre Region Neues aus der Genossenschaft Migros Wallis

Gastronomie

Bilder: Didier Bérard

AOP auf dem Teller Freitag und Samstag steht in den Restaurants Monthey, Conthey und Glis das Wallis im Mittelpunkt, und die Gäste können ein feines Raclette geniessen. Im Restaurant im Osten der Raspille stammen die Käselaibe vom Unternehmen Walker in Bitsch. Im Westen der Raspille hingegen servieren die Restaurants Raclettekäse aus dem Hause Cremo in Siders.


72  MM41, 8.10.2018 | MIGROS-WELT

Entspannungskurse

Der innere Frieden

Zu viel Stress und Anspannung? Zu viele aufwühlende Gedanken? Die Klubschule Migros bietet an, gestresste Personen auf den Weg zum inneren Frieden zu begleiten. Text: Mélanie Zuber

W

ie weit liegt der letzte wirklich entspannte Moment zurück? Als der Kopf frei und sorglos und der Körper entspannt war? Manche haben diesen Zustand der Leichtigkeit und des Friedens wahrscheinlich in den

Sommerferien gefunden, weit weg von der Arbeit, in den Anblick einer wunderschönen Landschaft versunken. Für andere war das letzte Mal der Unbeschwertheit vielleicht in der Kindheit. Wer aber erzählt, genau an diesem Morgen glückselig und losgelöst gewesen zu

sein, praktiziert mit Sicherheit eine Entspannungstechnik. Ab diesem Herbst setzt die Klubschule Migros den Akzent auf solche Kurse. Dabei geht es nicht darum, vor dem wahren Leben zu flüchten, sondern sich einen Wohlfühlmoment zu gönnen, um effizienter zu werden.

Das bedeutet, mit sich selber in Einklang zu kommen und dadurch auch auf andere besser eingehen zu können – und sich einige Physiotherapie-Sitzungen oder Arztbesuche ersparen zu können. Tatsache ist: Wer entspannt ist, ist auch besser in Form. Eine der bekanntesten


MIGROS-WELT | MM41, 8.10.2018  73

Es gibt viele verschiedene Entspannungsmethoden. Welche davon einem am meisten entspricht, muss man ausprobieren.

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Bilder: Mladen Mitrinovic | 123rf.com

Kurse zum Entspannen Entspannungstechniken ist die Meditation. Ziel dieser Entspannungsform ist es, sich mithilfe von Atemübungen mit dem Hier und Jetzt zu verbinden. Durch die Konzentration auf die Atmung wird Loslassen geübt, und man lernt, mit hochkommenden negativen Emotionen umzugehen. Die Gedanken werden klarer und besser kontrollierbar, und die Interaktion zwischen Geist und Körper wird bewusster. Wer regelmässig meditiert, kann Schwierigkeiten im Alltag ruhiger begegnen und sie mit mehr Leichtigkeit bewältigen. In Brig startet nächstens ein Kurs, in dem Interessierte Meditation mithilfe von Klangschalen praktizieren können. Bei dieser Form der Meditation ist grosse Konzentration erforderlich, um reine und lang anhaltende Töne zu

erzeugen. Die Vibrationen sind im Körper spürbar, und zusammen mit dem Gesang verhelfen sie zu Harmonie und zu Entspannung. Alte und bewährte Methoden

Eine weitere bekannte Entspannungstechnik ist das sanfte Yoga, das sich auf die Energien im Körper und die Atmung konzentriert. Diesen Herbst bietet die Klubschule Brig die uralte Methode in verschiedenen Formen an. Die klassischen Yogakurse vermitteln ein allgemeines Wohlbefinden und entspannen den Körper. Beim Yoga für zukünftige Mütter wenden Frauen spezifische Übungen an, mit denen even­tuelle Schmerzen im Zusammenhang mit der Schwangerschaft gelindert und die bevorstehende

Geburt erleichtert werden kann. Für Personen ab 60 Jahren wird ein ihrem Alter angepasster Kurs angeboten. Und im November findet ein halbtägiger Workshop statt, in dem Teilnehmende lernen, Stress abzubauen. Ein weiterer Weg zum inneren Frieden führt in der Klubschule über Qi Gong, eine traditionelle chinesische Gymnastik. Wie Meditation und Yoga basiert Qi Gong hauptsächlich auf der bewussten Atmung und der Energiekontrolle. Wer Qi Gong praktiziert, ist stressresistenter, beweglicher und hat ein besseres Gleichgewichtsgefühl. Qi Gong passt zu Personen jeden Alters in jeder körperlichen Verfassung. Es wirkt präventiv und kann Schmerzen lindern. MM Mehr Infos: www.klubschule.ch

• Qi Gong: Montags von 17 Uhr bis 17.50 Uhr, vom 15. Oktober 2018 bis 27. Mai 2019 • Yoga: Mittwochs von 18.20 Uhr bis 19.10 Uhr, vom 10. Oktober 2018 bis 26. Juni 2019 • Yoga 60+: Mittwochs von 13.30 Uhr bis 14.20 Uhr, ab sofort und bis 30. Januar 2019 • Yoga für Schwangere: Mittwochs von 17 Uhr bis 18.15 Uhr, vom 3. Oktober bis 5. Dezember • Yoga Workshop – Stress abbauen: Samstag, 10. November, von 9 bis 12 Uhr • Klangschalen­ meditation: Montags von 20.10 Uhr bis 21.20 Uhr, vom 7. Januar 2019 bis 25. März 2019


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Umfrage

Haben Ihre Kinder Trotzanfälle an der Kasse? Bis jetzt noch nie, zum Glück.

46 %

1, 2 oder 3?

Monica Müller (44) hat zwei B ­ uben, einen Mann, einen Job, einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.

Der Grosse (8) kommt strahlend von der Schule nach Hause und plaudert drauflos: «Mein Team hat den Fussballmatch gewonnen, im Hort gabs Lachspasta, und ich habe Läuse!» «Läuse?», frage ich, sofort hellhörig. Na ja, relativiert er, es seien nur Nissen. Aber es habe gereicht, um damit zu bluffen. Er kann es kaum erwarten, bis die Läuse geschlüpft sind. So weit wird es nicht kommen: Ich bin bereits mit Pflegespülung und Lauskamm angerückt. Bald wird klar, dass im Dickicht seines Haarschopfs bereits eine kleine Population der Plagegeister lebt. Natürlich merze ich diese gleich aus. Aber seit ich sie gesehen habe, juckt es mich, und ich kratze mich ständig am Kopf. Auf dem Schulweg erzählt der Grosse nun allen stolz, dass er zwar keine Läuse habe, ich aber schon. Und jetzt? 1   Ich erkläre dem Grossen, dass meine Läuse nur eingebildet sind.

45 %

Puh, ja! Schon etliche Male.

7 % Ich gehe immer ohne Kinder einkaufen.

2 %

2   Ich freue mich über die Street Credibility, die ich jetzt unter den Freunden des

Grossen geniesse. 3   Ich nehme eine Lausbehandlung vor: So hören das Jucken und die Gerüchte auf.

2975 Abstimmende

Eine Umfrage von

Antwort 3: Auch wenn niemand Läuse auf meinem Kopf entdecken kann, werde ich das Gefühl nicht los, dass sie doch da sind. Dank richtiger Behandlung kann ich mich endlich von der Vorstellung verabschieden. Und die Nachbarn plaudern wieder mehr mit mir.

Illustration: Lisa Rock, Bild: René Ruis

Lausbub

Ist schon vorgekommen, gibt es aber nicht regelmässig.


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Zu gewinnen Do it + Garden Migros und das MigrosMagazin verlosen fünf Rosenbögen: migrosmagazin.ch/ wettbewerbe

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Garten

Schlaraffenland im Appenzell Diese Fülle! Mit Gemüsen und Früchten aus seinem Garten in Herisau beglückt Kurt Forster all seine Verwandten. Aus dem Dickicht der Permakultur tragen sie gar Bananen heim. Text: Yvette Hettinger  Bilder: Tina Steinauer

M

anchmal pinkelt Kurt Forster ins Giesswasser, das in der Kanne auf dem Sitzplatz steht. «Dünger», erklärt der passionierte Gärtner und zupft an den Blättern seiner Freilandtomate. «Harn enthält hervorragende Wirkstoffe für die Gewächse.» Fingernägel übrigens auch. Zudem: Der Natur etwas zurückgeben, was ihr entstammt, ergebe einen Kreislauf. Und dieser ist quasi das Zauberwort der Permakultur. Was hinter dem sperrigen Wort steckt, weiss in der Schweiz kaum einer so gut wie Kurt Forster (79) aus

Herisau AR. Er hat das Prinzip der «Permanent Culture» – der nachhaltigen Landwirtschaft – vor Jahrzehnten in Australien, Neuseeland und Deutschland gelernt und lehrt es inzwischen selber in Kursen. Zwei Bücher hat er darüber verfasst, und ­natürlich wendet er das Prinzip in seinem eigenen Garten an. Das Ergebnis ist üppig. Fruchtbar, lebendig und sehr grün. Das Gewächshaus zum Beispiel ist eher ein Tropenhaus: Darin herrschen an einem sonnigen Morgen um 10 Uhr bereits gut 25 Grad. Die Luft ist feucht, es riecht erdig und süsslich.


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1 Typisch Permakultur: Kohlköpfe als Winterbepflanzung und gemulchter Boden. 2 Auch exotische Früchte gedeihen in Herisau, etwa ­Indianerbananen. 3 Insektenfreundliche Gewächse wie die Fetthenne gehören in den naturnahen Garten. 4 Strotzt vor Gesundheit und sprengt fast das Gewächshaus: der Feigenbaum. 5 Besonders stolz ist Kurt Forster auf seinen Marronibaum. Dass dieser in der Ostschweiz auf 800 Metern über Meer so gut gedeiht, zeigt ihm: Permakultur bietet jedem Gewächs ein Zuhause.


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Gartenblog

Bohne, Bluescht & Berger Unzählige Tipps: Die Migros-Magazin-­ Journalistin Almut Berger hat sich jahrelang mit ­Lesern und Usern über die Freuden und Leiden der Hobbygärtnerei ­ausgetauscht. Alle Bei­ träge finden sich auf ­migmag.ch/garten.

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Hier rankt eine Weintraube der Wand entlang, es gedeihen in saisonaler Abfolge Erdbeeren, Zwiebeln, Tomaten, Gurken, ­Kefen und Süsskartoffeln. Zwei Kiwis produzieren bis zu 400 Früchte pro Saison, und ein Feigenbaum fühlt sich da drinnen so wohl, dass er zur offenen Dachklappe hinauswuchert. Hat man sich in den hinteren Bereich des Treibhauses gekämpft, entdeckt man dort einen 1000-Liter-Tank. Hier landet Wasser, das Forster auf dem Treibhausdach sammelt und an die Gewächshauspflanzen ­weiterleitet. Draussen vor dem Glashaus geht es dschungelartig weiter. Rund um die Gewürzschnecke mit integriertem Wasserbecken gurrt, zirpt, raschelt und summt es. Derweil auf der anderen Hausseite gigantische Kohlköpfe das Gemüsebeet dominieren und sich daneben Chicorée fröhlich versamt. In den angrenzenden Beeten stehen in Misch­ kultur Lauch neben Rüebli ­neben Ringelblumen und am Hang

darüber Beeren und Bohnen. Ganz zuoberst thronen ein India­nerbanane- und ein Mar­ ronibaum. Dass Letzterer auf 800 Metern über Meer gedeiht und ordentlich Nüsse liefert, ist der ultimative Beweis dafür, dass Permakultur immer und überall funktioniert: «Die Natur führt», erklärt Forster, «der Mensch folgt.» Sprich: Was sich an einem Ort niederlässt, wird angenommen, was nicht wächst, will dort nicht sein. Düngen mit Unkraut

Schon immer gärtnerte Kurt Forster naturnah und umweltfreundlich. Als Sekundarlehrer für naturwissenschaftliche ­Fächer vermittelte er den Schülern wo immer möglich, Natur­ themen. Sie begrünten mit ihm Herisau und verkauften Pflänzli. Aus dieser Zeit stammt auch ein Schlüsselerlebnis mit einer Bananenpalme, die Forster von Berufskollegen geschenkt bekam. «Scheisse», dachte er, «nicht gerade einheimisch.» Im Rahmen einer etwas stiefmütterlichen

«Den ganzen heissen Sommer lang musste ich kein einziges Mal den Garten wässern.» Kurt Forster Hobby- und ­ Permakulturgärtner

Behandlung bekam die Palme hie und da Speiseabfälle aus dem Lehrerzimmer – und entwickelte sich prächtig. Seinen Garten düngte er derweil mit Kompost sowie Jauchen und Brühen aus Gewächsen, die gemeinhin als Unkraut verschrieen sind: Brenn­nesseln etwa, oder Schachtelhalm. Vor etwa 40 Jahren erfuhr Forster, dass das, was er da tat, einen Namen hatte, nämlich Permakultur. Es sei eigentlich eine Philosophie und Lebens­ haltung, erklärt er: «Trag Sorge


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Permakultur

10 Grundsätze

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6 Einer der Speicher, in denen Regenwasser gesammelt wird 7 In Kurt Forsters Gewächshaus gedeihen wärmeliebende Pflanzen prächtig. 8 Neue Gewächse sät der Permakulturgärtner selber an, aus eigenem, gesammeltem Saatgut. 9 Organische Abfälle wie Speisereste oder Pflanzenteile landen auf dem Kompost. Die Erde, die daraus entsteht, dient als Dünger. 10 Bis in den August hinein wuchsen Johannisbeeren in Hülle und Fülle. Üppige Ernte, die mit Verwandten und Freunden geteilt wird, fällt bei der Permakultur jedes Jahr an. 11 Grasfrösche haben in Kurt Forsters Garten eine Heimat gefunden, ebenso Libellen, Bienen, Blindschleichen, Fische und viele andere Tiere.

zur Erde und zu den Menschen.» Die praktischen Grundsätze (siehe Box rechts) befolgte er fortan noch genauer bei der ­Gestaltung seiner 700 Quadrat­ meter Garten. Er legte durch­ mischte Beete an, baute Biotope für Fische, deren Ausscheidun­ gen als Dünger dienen, pflanzte insektenfreundliche Gewächse und installierte eine Solar­ anlage. Er begann dafür zu sor­ gen, dass jeder Quadratmeter das ganze Jahr hindurch – eben permanent – bewachsen ist und die wenigen brachliegenden Quadratzentimeter niemals nackt daliegen. Seither kann das Ehepaar Forster seinen Bedarf an Kar­ toffeln und Süsskartoffeln zur ­Hälfte aus dem eigenen Garten decken. Bei Gemüse, Beeren und Salat sind sie nicht nur Selbstversorger, sondern kön­ nen jede Menge verschenken. Kinder und Enkel holen korb­ weise Tomaten, Salat, Himbee­ ren und Gurken in Herisau ab. Für die Ernte der Holunder­ beeren müssen zusätzlich

Freunde ran. Klar, dass die Früchteflut stets genug Saatgut für die jeweils nächste Saison abwirft. Dieses füllt, hübsch ver­ packt in Briefchen und gefloch­ tenen Boxen, ein ganzes Bücher­ gestell im Haus. Auch Strom ­haben die Forsters im Sommer im Überfluss, weshalb sie einen Teil davon ans lokale Kraftwerk verkaufen. Viel Ertrag, wenig Arbeit

Dem überwältigenden Ertrag steht ein verblüffend geringer Einsatz gegenüber. «Ein biss­ chen kompostieren, ein wenig schneiden», sagt Forster. ­Unkraut gebe es dank dichtem Mulch kaum. «Nahe beim Slow Gardening» fasst Forster zusam­ men. Zeit fürs Geniessen und Lustwandeln bleibe reichlich. Kannenschleppen ist auch kein Thema, und nicht mal einen Schlauch muss Forster jemals in die Hand nehmen: Vom Wohnhausdach sammelt er ­Regenwasser und leitet es in drei verschieden hoch gelegene Teiche – alle sind mit Fischen

besiedelt, dank Schwimmblatt­ pflanzen vor dem Verdunsten geschützt und durch Rinnen mit­einander verbunden. Von diesen sickert das Wasser heraus und tränkt Bäume, Büsche und Kräuter. «Den ganzen heissen Sommer lang musste ich kein einziges Mal selber wässern», sagt Forster. Nur frisch Ange­ sätes oder frisch Gesetztes ­bekam hie und da einen Schluck. Es klingt nach dem Traum ei­ nes jeden Gärtners. Nach einem Paradies ohne Schatten. Oder? Forster zögert, lächelt ein wenig verlegen. «Mit meiner Frau gibt es hie und da Gesprächsbedarf», sagt er dann. Denn präzise Ord­ nung gehört nicht zu den Grund­ sätzen der Permakultur. Nutz­ lose Blumen auch nicht. Beides vermisst die Gattin hie und da. Doch wenn sich Annelies Forster ans Kochen macht, kann sie jederzeit ihren Mann fragen: «Was gits hüt?» Er schnappt sich dann ein Sieb und streift durch Beete und Büsche. Und bringt das gesammelte Essen nach Hause. MM

1. Von der Natur lernen: beobachten, was ­passiert, und die Natur nachahmen. Nützlinge statt Gift einsetzen, etwa mit Marienkäfern Blattläuse bekämpfen. 2. Biodiversität: Mischstatt Monokulturen. 3. Vernetzung und Mehrfachnutzung: Übergangszonen – etwa zwischen Teich und Wiese – als Lebensraum nutzen. 4. Widerstandsfähige Systeme: Pflanzen stärken, damit sie weniger krankheitsanfällig sind. 5. Energieeffizienz: Sonnenenergie einfangen, speichern, verwenden. 6. Stoffkreisläufe: Vorhandene Ressourcen nutzen, zum Düngen Jauchen aus Brenn­ nesseln ansetzen. Organische Abfälle ­wiederverwerten. 7. Stapeln und staffeln: Maisstangen als Rankhilfe für Bohnen pflanzen. Erbsenpflanzen nach der Ernte in den Boden einarbeiten – das ist ideale Düngung für Kohl oder Endivien. 8. Kreative Lösungen: Aus Herausforderungen Hilfestellungen machen. Zum Beispiel aus einem unerwünschten Bambus Stecken zum Stützen schneiden. 9. Raum anordnen: ­Neues zuerst auf kleiner Fläche ausprobieren. Wenns klappt, im Gros­sen umsetzen. 10. Wassermanagement: Alles Wasser auffangen und vielfach verwenden. Buchtipps: • Kurt Forster: «Mein Selbstversorgergarten am Stadtrand – Permakultur auf kleiner Fläche» • «Permakultur – Grundlagen und Praxisbeispiele», von Christoph Bachmann, Eva Bührer und Kurt Forster • Erhältlich bei exlibris.ch


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LEBEN | MM41, 8.10.2018  83

Familie

Und plötzlich ist das Kind weg Eben war es noch da. Von einer Sekunde auf die andere ist das Kind von der Menschenmasse verschluckt. Quälend lange Minuten später finden die Eltern das Kind wieder. Doch wie reagieren – umarmen oder schimpfen? Text: Kristina Reiss

Bild: Sasiistock/iStockphoto

B

leib nah bei mir», sagt der Vater zum Kind im über­ füllten Bahnhof. Nur für Sekunden kramt er im Rucksack, und als er wieder hoch­ schaut, ist das Kind ausser Sicht­ weite. In welche Richtung soll er zuerst eilen, wo die Suche beginnen? Das Herz klopft wild, der Atem geht schneller. Minuten, in denen der Vater durch den Bahn­ hof rennt und panisch nach dem Kind sucht, erscheinen wie Stun­ den. Und dann steht es da. Und streichelt einen Hund. Freude und Ärger überströmen den ­Vater. Er schliesst das Kind in die Arme – und möchte gleichzeitig am liebsten mit ihm schimpfen. «Wir sind, wie wir sind», sagt Sabine Brunner, Psychologin am Marie Meierhofer Institut für das Kind in Zürich, «wer ausser sich

ist, ist nun mal ausser sich. Kin­ der merken das sowieso. Und das ist auch gut. Wir sind alle nur Menschen.» Die Fachfrau findet: Im ersten Moment dürfen Eltern ruhig zeigen, wie sehr sie in Panik waren. Zentral sei, was danach folge: «Danach müssen Eltern die Erklärung für ihr emotionales Verhalten liefern», sagt Brunner. Etwa dem Kind erklären: «Weisst du, ich hatte wirklich grosse Angst und war sehr wütend. Jetzt aber bin ich glücklich, dass du wieder da bist.» Kinder leben im Moment

Die beschriebene Szene könnte sich wahlweise auch in der Badi abspielen, wo das Glaceangebot lockt, oder vor dem Riesenrad an der Chilbi. «Vor allem kleine Kin­ der sind sehr im Hier und Jetzt

verhaftet und lassen sich von ­allem ablenken, was sie inte­r­es­ siert», erklärt Sabine Brunner. Dann vergessen sie eine Ab­ machung innert Sekunden. ­Vermeiden lassen sich panische Such­aktionen nur begrenzt (siehe Tipps rechts). «Die Autonomie des Kindes sollte nicht unnötig beschnitten werden», sagt Brun­ ner. Welche Abmachungen man trifft, hängt deshalb vom Alter des Kindes und dem Anlass ab. Und egal, was vereinbart war, Eltern sollten vermeiden, den Ärger am Kind auszulassen und ihm die Schuld zuzuschieben. Lieber fragen: Wieso bist du ­einfach weggelaufen? «Das gilt ge­nerell für die Erziehung», so Brunner. «Es ergibt nie Sinn, das Kind allein für etwas ver­ antwortlich zu machen.» MM

Horrorszenario: Einmal kurz die Hand losgelassen, und schon ist das Kind verschwunden.

Tipps von der Expertin

So vermeidet man Panikmomente · Dem Kind erklären, warum es wichtig ist, dass es bei ­einem bleibt · Einen Treffpunkt vereinba­ ren, falls sich Kind und Eltern verlieren · Bei kleineren Kindern: ­Handynummer der Eltern auf den Arm des Kindes schreiben · Einem älteren Kind ein ­Handy mitgeben, damit es notfalls die E ­ ltern anrufen kann – oder umgekehrt · Dem Kind auch hie und da etwas zutrauen: Geht es etwa in der Nähe des Wohn­ hauses auf einen Spielplatz und die Eltern denken, es findet allein nach Hause, braucht es keine Zusatz­ absicherung.


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LEBEN | MM41, 8.10.2018  85

Stadt, Land, Stutz

Illustration: Rinah Lang

Augen zu und durch

Lisa Stutz (24) sucht die Balance zwi­schen urban und ländlich. Und pickt von ­beidem das Beste heraus.

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Schlafen ist geil. Schlafen im Bett ist geil. Schlafen in der Hängematte ist geil. Schlafen in der Badi, am See, am Fluss ist geil. Sogar schlafen in der Disco-Lounge ist geil. Schlafen im Pendlerzug ist nicht geil. Man sitzt da mit seiner grossen Tasche auf dem Schoss, die Augen fallen zu, man beginnt ein bisschen zu träumen, plötzlich wird man angerempelt.

Leute beobachten. Die sind so süss! Im Sekundentakt klappen ihre Augenlider zu. Bemit­ leidenswert, wie sie erst versuchen, d ­ agegen anzukämpfen, sich dann geschlagen geben und wegdösen. Neulich sass einer n ­ eben mir, der Arme war irgendwann im Tiefschlaf. Mein Mitgefühl verabschiedete sich, als sein Kopf mit jeder Kurve näher zu mir rutschte.

«Entschuldigung, ich muss hier raus», sagt eine Seniorin, zu der man eigentlich gern nett wäre, wenn man nur nicht so müüüüde wäre. «Ja, ja», murmelt man stattdessen grenz­ debil. Kaum wieder eingenickt, die nächste Störung: «Nächster Halt: Hauptbahnhof.» Mist. Schon da? Das ging aber schnell! Stöhn. Seufz. Gähn. Wie unfair das Leben ist.

Ich fragte mich, ob ich ihn wecken soll. Aber wie weckt man einen fremden Menschen? Als seine Stirn schon fast auf meinem Scheitel lag, rettete mich der Zugführer mit einer starken Bremse. Die Schlafmütze neben mir schreckte hoch, guckte nach links und rechts, rieb sich die Augen und sass aufrecht hin. Was war ich froh! Endlich wieder genug Platz, keine Sorgen mehr, freie Fahrt. Ich schaute aus dem Zugfenster. Die Landschaft zog vorüber, ich atmete ein und aus, mein Körper wurde immer schwerer ... MM

Schlafen im Pendlerzug ist nicht geil, das kann ich Ihnen versichern. Was hingegen ­absolut seinen Reiz hat: Im Zug schlafende

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LEBEN | MM41, 8.10.2018  87

Gut zu wissen Raucher sind anfälliger für Warzen, weil ihre Durchblutung schlechter ist. Gesundheit

Bei Warzen hilft Warten Durch Viren hervorgerufene Warzen sind unschön, aber in den meisten Fällen harmlos: Häufig verschwinden sie von selbst wieder. Nebst Geduld können auch einige Anwendungen helfen. Text: Brigitte Kalbacher

Schwimmbäder sind ein Nährboden für die Übertragung von Warzenviren.

E

Bilder: Martin Barraud/iStock, zVg

ine Warze ist eine Virusinfektion der Haut. Die Viren dringen in die oberen Hautschichten ein, ohne jedoch ins Blut überzugehen. Nach der Ansteckung kommt es an den befallenen Hautstellen zu verstärktem Zellwachstum und zu gutartigen Wucherungen. Fast bei jedem Menschen entwickeln sich irgendwann Warzen – meist im Kindesund Jugendalter. Besonders häufig betroffen sind die

Dr. med. Brigitte Kalbacher, Fachärztin für Dermatologie und Venerologie, Leiterin Gesundheitszentrum ­Medbase St. Gallen In Zusammenarbeit mit

Methoden der Behandlung Aufweichen/Ab­lösen der Hornschicht mit Salicylsäure, Milchsäure, Essig­säure oder Vitamin-­A-Säure. Diese Wirkstoffe gibt es als Pflaster, Creme oder Lösung, teils auch frei verkäuflich. Einnahme von Medikamenten zur Virenhemmung, etwa 5-Fluoruracil, oder Anwendung einer dithranolhaltigen Warzensalbe Vereisen (Kryotherapie) mit flüssigem Stickstoff

Hände, die Füsse und der Genital­bereich. Aber Warze ist nicht gleich Warze: Es gibt zum Beispiel die gewöhnlichen Warzen, Dornwarzen, Flachwarzen, Dellwarzen und genital vorkommende ­Feigwarzen. Übertragen werden Warzenviren durch direkten Hautkontakt. Beim Schwitzen oder Schwimmen erhöht sich die Gefahr einer Über­tragung, weil die Haut dann auf­geweicht ist. Wer zu sehr trockener Haut und

­ alten Füssen und Händen k neigt, ist ebenfalls anfälliger. Wenn die Warze stört

Viele Warzen verschwinden innerhalb von einigen Mo­ naten von selbst, über 50 Prozent sind nach sechs bis zwölf Mo­naten wieder weg. Behandeln lassen sollte man Warzenformen, wenn sie Probleme verur­sachen, etwa Schmerzen beim Laufen, wenn sie sich schnell vermehren oder kosmetisch sehr stören. MM

So können Sie vorbeugen • Tragen Sie Badeschuhe im Schwimmbad, in der Sauna oder im Hotelzimmer. • Trocknen Sie Ihre Haut nach dem Waschen und Baden gründlich ab, vor allem an Füssen und Händen. • Bedecken Sie bestehende Warzen vor dem Schwim-

Tipps

men mit einem wasserfesten Pflaster. • Verzichten Sie aufs Rauchen. Wer eine gute Durchblutung hat, ist weniger anfällig für Warzen. • Vermeiden Sie zu häufiges Baden und Duschen; das ­begünstigt das Auftreten

von Infektionen an der Haut durch die Schädigung der schützenden Barriereschicht. Es ist möglich, mehrmals Warzen zu bekommen. • Ein wirkungsvoller Schutz vor Feigwarzen bieten Impfungen mit Gardasil oder Cervarix.

Mechanische Ent­ fernung durch Abtragen; Laserverfahren Hausmittel: Abreiben mit Knoblauch, Zitronensaft, Teebaumöl, Rizinusöl; lokales ­Betupfen mit dem Milchsaft des Schöllkrauts oder Löwenzahns. Abkleben mit einem Pflaster oder einem Isolierband: Diese Methode funktioniert vor allem bei Kindern häufig. Ärztliche Behand­ lung bei Feigwarzen: Sie sind sehr ansteckend. Feigwarzen kommen vorwiegend an Penis, Scheide und Anus vor und breiten sich durch Schmier­ infektion aus. Bleiben sie unbehandelt,erhöht sich das R ­ isiko, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken.


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LEBEN | MM41, 8.10.2018  89

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Ratlos nach der Kündigung? So ist die Vorsorge gesichert

Jeannette Schaller ist Leiterin Finanz­ planung bei der Migros Bank.

Weitere Vorteile der Anmeldung: Aus dem Arbeitslosentaggeld werden Ihre AHV-Beiträge weitergezahlt, sodass sich Deckungslücken vermeiden lassen. Der Bezug der Taggelder berechtigt Sie zudem, in die Säule 3a

einzuzahlen. Nicht weiterführen können Sie Ihre bisherige Pensionskasse. Das dort angesparte Geld, das sogenannte Freizügigkeitskapital, müssen Sie auf das Freizügigkeitskonto einer Bank oder in die Freizügigkeitspolice einer Versicherung einzahlen. Wenn Sie Ihrer bisherigen Pensionskasse keine Angaben machen, wohin das Geld gehen soll, wird es automatisch an die Stiftung Auffangeinrichtung BVG überwiesen. Besonders komplex wird Ihre Vorsorgesituation, wenn Sie wenige Jahre vor dem AHV-Alter arbeitslos werden. Viele Pensionskassen sehen die Möglichkeit einer Frühpensionierung

vor, zum Beispiel ab 58 oder 60 Jahren. Wenn Sie nach Erreichen einer solchen Grenze aus wirtschaftlichen Gründen arbeitslos werden, können Sie ergänzend zur Frührente ein gekürztes Arbeitslosentaggeld beantragen. Zudem wird die Frührente bei einer Zwangspensionierung je nach Arbeitgeber durch eine Abgangsentschädigung aufgebessert. Wird bei der Zwangspensionierung keine grosszügige Abgangsentschädigung angeboten, mag es vorteilhafter sein, auf die Frührente zu verzichten und sich beim RAV beziehungsweise der ALV für ein volles, ungekürztes Taggeld anzumelden. MM

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Die Arbeitslosigkeit kann jede und jeden treffen. Und wenn, geht oft alles sehr schnell. Das gilt vor allem für die Pensionskasse: Diese versichert Sie nach der Kündigung nur noch 30 Tage lang gegen Invalidität und Todesfall. Gegen diese Risiken bleiben Sie geschützt, wenn Sie beim RAV und bei der Arbeitslosenversicherung (ALV) angemeldet sind und Arbeitslosentaggelder beziehen.

Ich hatte wenig zu ernten.

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Anbaumethoden verbessern, Ernten ver­ kaufen, Beruf erlernen. So verändern Menschen mit der Unterstützung von Helvetas ihr Leben. Helfen Sie mit: helvetas.ch

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90  MM41, 8.10.2018 | LEBEN

«Mein Name ist Lucille, und ich bin dreizehn Jahre alt. Ich klettere am liebsten im Freien. Es gibt Regeln, die man sich merken sollte, ­damit nichts passiert. Beim Abseilen heisst sie SPIEL: S = Sichern (sich selber) P = Prusik (Kno­ ten machen) I = Ihänke (8er ins Seil einhängen), E = End­kontrolle, L = Lösen (die Sicherungen, die man bei S gemacht hat) – und dann darf man sich abseilen.»

Hobby

«Gegenseitiges Vertrauen ist wichtig» Lucille (13) klettert seit ihrem fünften Lebensjahr. Höhenangst kennt sie nicht. Und sie weiss, wie man die Knoten richtig knüpft, damit auch an überhängenden Felsen nichts passiert. Text: Nora Zukker Bilder: Gabi Vogt

Klettern

Wichtig zu wissen Seit acht Jahren klettere ich an den Wochen­ enden und gehe ­zu­sammen mit meiner Schwester in Kletter­ lager. In der Halle trai­ niere ich selten, etwa bei schlechtem Wetter. ­Kondition, Konzen­tra­tion und Erfahrung ­helfen, die Gefahren ­einer Route richtig ein­ zuschätzen. Besonders wichtig ist, dass man ­einander vertraut und sich gegenseitig ­kon­trolliert: Vier Augen ­sehen mehr als zwei. Wenn du gern mit ande­ ren zusammen draussen bist, hie und da deine Angst überwinden und deine Konzentration trainieren willst, ist ­Klettern vielleicht etwas für dich. Kletterschulen in deiner Nähe findest du auf dieser Website: www.kletternschweiz.ch

«Ich klettere fast immer im Freien. Im Kurs üben wir die Knoten zuerst unten am Berg. Danach geht es unter den wachsamen Augen der Kletterleiter an den Berg. In der Materialkunde lernen wir neue Knoten. Oder man zeigt uns, wie man einen Achter zum Abseilen und Sichern benützt – das ist ein Doppelmetallring, der wie eine Acht aussieht.»

«Im Kletterlager mussten wir im Vorstieg einen fast überhängenden Felsen hochklettern. Vorstieg heisst, dass man als Erster hochklettert und das ­Sicherungsseil nach oben bringt. Danach muss man ein Stück über den letzten Haken hinausklettern. Als ich das geschafft hatte, war ich sehr stolz auf mich.»

«Für diesen Sport braucht man Kletter­schuhe, Helm, Klettergurt, Seile und Karabiner. Das Material muss immer wieder geprüft werden, denn davon hängt schliesslich mein Leben ab. Die Ausrüstung muss auch regel­ mässig erneuert werden, das geht ein wenig ins Geld. Ich besitze einen Klet­ terhelm, einen Klettergurt und Kletter­ schuhe. Den Rest stellt mir die Kletter­ schule Bergfalke zur Verfügung. Ich bin froh, dass ich nicht alles selber kaufen muss.» www.bergfalke.ch


LEBEN | MM41, 8.10.2018  91

Hast du auch eine Frage?

So leben die Anemonenfische

Schreib an: kinderfragen@ migrosmedien.ch

www.migmag.ch/ seeanemonen

Sara Mariam (9), Zürich

Tiere, Pflanzen und Menschen müssen sich fortpflanzen, damit ihre Art überleben kann. Das g­ e­schieht bei vielen zweigeschlechtlich. Das heisst: Es braucht einen männlichen und e­ inen weiblichen Elternteil. Bloss findet nicht jedes Männchen ­immer ein Weibchen. Wenn sich keins findet, kann eine Geschlechtsumwandlung helfen, das Überleben einer Art zu sichern. Du hast zwei Clownfische gezeichnet. Sie leben in kleinen Gruppen inmitten von Seeane-

Die Fortpflanzungsorgane von höher entwickelten Arten sind meist komplizierter aufgebaut. Deshalb lassen sie sich auch nicht so einfach ä­ ndern. Viele der Männchen müssen also um ein Weibchen buhlen, um sich fortpflanzen zu können. Hirsche zum Beispiel t­ rainieren von klein auf sehr intensiv, damit sie später ihre männlichen Konkurrenten in Kämpfen bezwingen können. Das Tier, das den Kampf verliert, bleibt ohne Nachwuchs zurück. MM

monen. Das grösste Tier in der Gruppe ist zugleich das einzige Weibchen. Wenn es stirbt, wandelt sich das stärkste Männchen der Gruppe in ein Weibchen um. Das funktioniert deshalb, weil Clownfische Männchen und Weibchen zugleich sein können. Auch an­dere Tiere, etwa gewisse Würmer oder Schnecken, können ihr Geschlecht an­passen. Viele dieser eher einfachen Tiere haben auch einfache Ge­schlechts­organe – darum können sie sie relativ rasch umwandeln.

Rä tselsp ass

Nina hat Ketten für ihre Freunde gebastelt, aber halt – eine ist besonders! Erkennst du, welche Kette anders ist als die anderen?

Eine Mutter erklärt die Welt: Journalistin Gabriela Bonin (51) beantwortet ­Kinderfragen.

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LEBEN | MM41, 8.10.2018  93

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Das Migros-Magazin und Hotelcard verlosen unter allen Leserinnen und ­Lesern total 45 Hotel­ cards im Gesamtwert von über 4000 Franken. Die Karten sind ein Jahr lang gültig.

Ob Wellness-, Berg- oder Stadturlaub: Mit der Hotelcard übernachtet man in über 660 Hotels mit bis zu 50 Prozent Rabatt.

Preisfrage:

Wie viel Rabatt gewährt die Hotelcard maximal?

So machen Sie mit:

Das Migros-Magazin und Hotelcard ver– losen 45 Hotelcards für ein Jahr im Wert von je 99 Franken.

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Die besten Hotels zum vergünstigten Preis Ob im Berghotel für Wanderlustige, im Winter-Hotspot für Schneesportbegeisterte oder in der Wellness-Oase für Erholungssuchende: Mit der Hotelcard übernachtet man in mehr als 660 Hotels in der Schweiz, in Deutschland, Österreich und Italien beliebig oft mit bis zu 50 Prozent Rabatt. Dank der Vielfalt an Hotelangeboten sind bei den Ausflügen keine Grenzen gesetzt. Ein weiterer Vorteil: Hotelcard-Mitglieder können jeweils eine Begleitperson mitnehmen, denn um ein Doppel-

• Per Telefon: Wählen Sie 0901 560 039 (1 Fr./ Anruf) und nennen Sie Ihre Lösung, Ihren Namen und Ihre Adresse. • Per SMS: Senden Sie eine SMS mit dem Text GEWINNEN, dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die Nummer 920 (1 Fr./SMS). Beispiel: GEWINNEN, Lösungswort, Beat Beispiel, Beispielstrasse 1, 9999 Exempelstadt • Per Postkarte: Senden Sie eine Postkarte (A-Post) mit Ihrem Lösungswort und Ihrer Adresse an MigrosMagazin, «Hotelcard», Postfach, 8099 Zürich • Online: www.migrosmagazin.ch/ wettbewerbe

zimmer zu buchen, genügt eine einzige Karte.

Einsendeschluss: 14. Oktober 2018

Die Idee zur Hotelcard basiert auf dem Halbtax-Abo der SBB. Die Hotelcard AG hatte diese vor neun Jahren mit grossem Erfolg auf die Hotellerie übertragen. Das Konzept überzeugt durch seine einfache Handhabung: Auf www.hotelcard.ch das passende Hotel finden, die Buchungsanfrage absenden und beim Check-in im Hotel die Hotelcard vorweisen – drei Schritte zum Ferienglück mit bis zu 50 Prozent Rabatt. MM

Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Es erfolgt keine Barauszahlung, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Mitarbeitende des Migros-Genossenschafts-Bundes sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Mehrfachteilnahmen sind nicht erlaubt und werden vom Wettbewerb ausgeschlossen. Preise, die nicht bis spätestens drei Monate nach Ziehung durch den Gewinner bezogen werden, verfallen ersatzlos.


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LEBEN | MM41, 8.10.2018  95

Migros-Geschenkkarten zu gewinnen! Lösen Sie das Kreuzworträtsel und gewinnen Sie eine von 5 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken. Für die grüne Zusatzlösung winken 5 MigrosGeschenkkarten im Wert von je 50 Franken.

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So nehmen Sie teil: Hauptpreis (blaues Lösungswort) Tel: 0901 560 041 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD1, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS), Bsp.: MMD1 SOMMER. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: www.migrosmagazin.ch/ wettbewerbe Postkarte: (A-Post): Migros-Magazin, Kreuzworträtsel, Postfach, 8074 Zürich Zusatzpreis (grünes Wort) Tel: 0901 560 065 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD5, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS), Bsp.: MMD5 WINTER. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Chancengleiche WAP-Teilnahme ohne Zusatzkosten http://m.vpch.ch/ MMD12315 (gratis übers Handynetz) Teilnahmeschluss: Sonntag, 14.10.2018, 24 Uhr

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Gewinner Nr. 39: Hauptpreis: Andreas Wüthrich, Bigenthal BE; Urs Studer, Bargen BE; Laura Wegmüller, Ebikon LU; Robert Züger, Wangen SZ; Rosa Ceriani, Reichenburg SZ

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Teilnahmebedingungen: Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Keine Barauszahlung. Computergesteuerte Massenteilnahmen sind nicht gewinnberechtigt. Die Mitarbeitenden der Migros-Medien sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Gewinner werden schriftlich benachrichtigt und mit Namen und Wohnort veröffentlicht.


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LEBEN | MM41, 8.10.2018  97

Gewinnen Sie eine von 6 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken!

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Quiz Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die acht Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. T Huhn

L Hahn

2. Wenn man sich sehr gut fühlt, fühlt man sich …wohl. U schäfer

S pinscher

A pudel

3. Wo liegt eines der grössten Hoch- und Heidemoore der Schweiz? B Rothenthurm

T Binningen

L Küttigen

Teilnahmeschluss: Sonntag, 14.10.2018, 24 Uhr

4. Wie viele Hunde zählte man 2017 in der Schweiz? I ca. 110 000

S ca. 270 000

So nehmen Sie teil: Tel: 0901 560 042 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD2, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS), Bsp.: MMD2 TASTSINN. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte: (A-Post): Migros-Magazin, Quiz, Postfach, 8074 Zürich Internet: www.migrosmagazin.ch/ wettbewerbe

1. Was wird zugedreht, wenn man eine Sache nicht mehr finanziell unterstützt? O Henne

3 × 100 Franken zu gewinnen

R ca. 500 000

Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

5. Wie lautet die Bezeichnung für luftgetrocknete, ungebrannte Lehmziegel? O Acrobat

U Oracle

A Adobe

6. Wie heisst die lateinische Warnung «Hüte dich vor dem Hund!»? L

D cave canem

monitium feles

S cautus lupus

7. Welcher Mönchsorden züchtete auf dem Grossen Sankt Bernhard Bernhardiner?

Auflösung Nr. 40:

O Augustiner

BODENSEE

I

Johanniter

A Benediktiner

8. Was bezeichnet eine Hundesportart? G Freeball

R Flyball

N Danceball

Lösungswort : 1

2

3

4

5

6

7

8

Paroli

Gewinner Nr. 39: Kathrin Frei, Bad Ragaz SG; Margret Allenbach, Adelboden BE; Hanspeter Zaugg, Schwanden im Emmental BE

3 × 100 Franken zu gewinnen

Füllen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Das Lösungswort ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1 bis 5:

So nehmen Sie teil: Tel: 0901 560 043 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD3, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS), Bsp.: MMD3 OSTEN. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte: (A-Post): Migros-Magazin, Paroli, Postfach, 8074 Zürich Internet: www.migrosmagazin.ch/ wettbewerbe Teilnahmeschluss: Sonntag, 14.10.2018, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

Lösungswort : 1

2

3

4

5

Auflösung Nr. 40: SENSE

Gewinner Nr. 39: Iris Streisguth, Wichtrach BE; Matthias Hunn, Wangen b. Olten SO; Erich Suter, Dänikon ZH


„Dank der Spitex Krankenpflege, dem Angebot der Hauswirtschaft und dem Mahlzeitendienst können ältere Menschen länger in ihrem Zuhause bleiben. Dies entlastet auch das Gemeindebudget.“ Astrid Hutter, Gemeinderätin Steg-Hohtenn

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www.smzo.ch Sozialmedizinisches Zentrum Oberwallis – Nordstrasse 30 – 3900 Brig – T. 027 927 22 00 – info@smzo.ch – www.smzo.ch Template_Inserat_Migros_Magazin.indd 1

27.09.2018 11:13:26


LEBEN | MM41, 8.10.2018  99

Gewinnen Sie eine von 5 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Sudoku

×5

5 × 100 Franken zu gewinnen

Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3 × 3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den blauen Feldern von links nach rechts.

Auflösung Nr. 40: 183

So nehmen Sie teil: Tel: 0901 560 044 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD4, gefolgt von der Lösungszahl, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS), Bsp.: MMD4 123. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte: (A-Post): Migros-Magazin, Sudoku, Postfach, 8074 Zürich Internet: www.migrosmagazin.ch/ wettbewerbe

Gewinner Nr. 39: Henriette Rudaz, Vex VS; Stefan Weber, Schaffhausen; Erna Steiner, Bilten GL; Brigitte Schüepp, Sulz AG; Jacques Robert, Sion

Teilnahmeschluss: Sonntag, 14.10.2018, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

Bimaru

Brücken

Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

Jeder Kreis stellt eine Insel dar. Die Zahl darin gibt an, wie viele Brücken dort enden. Brücken sind nur zu horizontal oder vertikal benachbarten Inseln erlaubt. Diese dürfen mit einfachen oder doppelten Brücken verbunden werden. Am Schluss sollen alle Inseln miteinander verbunden sein. Verboten: Kreuzungen, diagonale Brücken und 1 1 3 4 2 mehr als zwei Linien

2

Auflösung Nr. 40:

6 3

2

3 4 5 1

3

2 5

4

1

3 2

4 6 2

3

1

3 4 4

1 3

1

Auflösung Nr. 40:

6

2

1

2 2

3

2

4

3

1 2 1

5 1 2 5

3 2 2 5 4

2 5 4

3 2 3 2

3 2 2

1

5 3 1 1

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Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des­Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 554 258 Ex. (WEMF 2017) Leserschaft: 2 358 000 (WEMF, MACH Basic 2017-2)

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Abonnemente: Sonja Frick abo@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 00


PUNKTEN. SPAREN. ERLEBEN.

CUMULUS-MASTERCARD: EINFACH, EFFIZIENT, SICHER Wer bis zum 30. November 2018 die kostenlose Cumulus-Mastercard beantragt, erhält 3000 Cumulus-Punkte. Das ist aber nur einer von vielen Vorteilen, wie Christa Rigozzi weiss. Christa, du bist Markenbotschafterin der Cembra Money Bank AG. Mit ihr zusammen gibt Migros die Cumulus-Mastercard heraus. Warum nutzt du die Cumulus-Mastercard? Weil sie so einfach zu benutzen ist. Wenn ich zum Beispiel einkaufen gehe, ist es für mich wichtig, dass der Bezahlvorgang so schnell und sicher wie möglich abläuft. Die Cumulus-Mastercard muss ich nur kurz an das Bezahlterminal halten. Bei einem Betrag unter 40 Franken ist nicht einmal die persönliche PIN notwendig. Ausserdem sammle ich bei jedem Einsatz Cumulus-Punkte, und zwar innerhalb und ausserhalb der Migros. Mir gefällt auch, dass die Karte ohne Jahresgebühr auskommt. Zu Recht wurde sie von moneyland.ch in der Analyse 2018 zur günstigsten Kreditkarte der Schweiz gekürt. Wofür setzt du die Karte ein? Viele Einwohnerinnen und Einwohner der Schweiz nutzen ihre Kreditkarte nur auf Reisen. Ich bezahle mit der Cumulus-Mastercard in vielen Situationen – sei es beim Familieneinkauf in einer Migros-Filiale, beim Tanken oder im Restaurant. In der Schweiz kann man fast überall mit Kreditkarte bezahlen – und das nutze ich auch.

Was schätzt du besonders an der Cumulus-Mastercard? Ich reise viel. Da ist es natürlich praktisch, dass die Cumulus-Mastercard an Millionen Standorten rund um den Globus einsetzbar ist. So brauche ich mich nicht darum zu kümmern, genügend Bargeld in einer ausländischen Währung dabei zu haben. Das spart Zeit. Toll ist auch, dass man mit MyDesign das Aussehen der Karte selber gestalten kann. Kreditkarten seien nicht sicher, hört man immer wieder. Siehst du das auch so? Nein, überhaupt nicht. Die Cumulus-Mastercard verfügt über neueste Sicherheitsstandards. Die persönliche PIN löst die Unterschrift mehr und mehr ab, was den Einsatz noch sicherer macht. Zudem beschäftigt Cembra ein Betrugspräventionsteam, das bei suspekten Transaktionen rund um die Uhr eingreift und bei Bedarf Karten sperrt. Wenn man die Sorgfaltspflichten einhält, erleidet man keinerlei finanziellen Schaden. Auch hier machen es die Migros und Cembra den Nutzern einfach, was ich sehr schätze.


Die ganze Welt von Cumulus und den Newsletter finden Sie unter www.migros.ch/cumulus Bei Fragen kontaktieren Sie bitte die Cumulus-Infoline: 0848 85 0848

KEINE JAHRESGEBÜHR

KOSTENLOSE PARTNERKARTE WELTWEIT CUMULUS-PUNKTE SAMMELN

3000

PUNKTE

ANGEBOT Aktionsdauer: bis 30. November 2018 Profitieren: Beantragen Sie Ihre kostenlose Cumulus-Mastercard mit 3000 Cumulus-Punkten Startbonus telefonisch unter 044 439 40 27, holen Sie einen Antrag in Ihrer Migros oder füllen Sie einfach den Onlineantrag unter www.cumulus-mastercard.ch/interview aus und senden Sie diesen zurück. Ihre Vorteile: – keine Jahresgebühr, auch in den Folgejahren nicht – kostenlose Zusatzkarte – weltweit Cumulus-Punkte sammeln – kontaktloses Bezahlen Hinweis: Das Angebot gilt nur für Neukunden. Herausgeberin der Cumulus-Mastercard ist die Cembra Money Bank AG. Weitere Informationen: www.cumulus-mastercard.ch


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Mein Lieblingsprodukt «Die ‹Soin Intense Care› von Nivea habe ich immer dabei. Weil das Wasser meine Haut stark austrocknet, braucht sie viel zusätzliche Feuchtigkeit.»

Meine Welt

«Ohne Familie geht es nicht»

Lisa Mamié (19) gewann schon 22 Mal die Schweizer Meisterschaft im Schwimmen und sammelt fleissig weitere Medaillen. In 100 Meter Brust hält sie gar den Schweizer Rekord. Druck macht sie sich deswegen nicht: Die Freude ist ihr wichtiger. Text: Dinah Leuenberger Bilder: Paolo Dutto 1

Mein Glücksbringer «Den Koala bekam ich von einem Bekannten, die Brosche von meinem verstorbenen Grosi geschenkt. Beides begleitet mich an jeden Wettkampf und gibt mir ein gutes Gefühl.»


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1 Mein «Büro» «Neun Mal pro Woche trainiere ich je drei Stunden im Hallen­ bad Oerlikon bei den Limmatsharks. Am liebsten mag ich das Training für kurze Distanzen am Mittwochabend. Aber ­leider habe ich dieses Semester just dann eine Vorlesung.» 2 Mein Team «Ohne meine Familie wäre das Training auf diesem Niveau nicht möglich. Wir sind ein richtiges Klein­ unternehmen. Trainiere ich für mehrere Wochen in Turin, sind Mami oder Papi dabei und helfen beim Kochen und ­Organisieren. Das Schwimmen wurde quasi zum Familienhobby.»

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Name Lisa Mamié (19) Sternzeichen Skorpion Lebenslauf «Als Sara, meine ältere Schwester, mit dem Schwimmen ­begann, wollte ich das auch auspro­ bieren. Ich war sofort begeistert und freue mich bis heute auf jedes Trai­ ning. Seit diesem Sommer studiere ich in Zürich Sprach- und Literatur­ wissenschaften in Italienisch und Französisch. Ich kann mir vorstellen, mal Lehrerin zu werden oder in den Medien zu arbeiten. Ich habe mein Training leicht aufgestockt, mit dem Studium lässt sich das einigermassen gut vereinbaren. Trotzdem sind mei­ ne Tage lang. Mein nächstes Ziel ist die Qualifikation für die WM im kommen­ den Juli, aber ich denke auch schon an die Olympischen Spiele in Tokio. Druck mache ich mir zwar nicht, aber es wäre ein Traum, dort zu starten.» 4

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3 Meine coole Karre «Seit ich im Okto­ ber 2017 die Autoprüfung bestanden habe, liebe ich es, mit meinem Auto ­unterwegs zu sein. In der Tat erreiche ­ich mein Zuhause in Zürich, die Uni und das H ­ allenbad damit am schnellsten.» 4 Mein Freund «Ich habe Matthias (20) an der EM kennengelernt. Er ist auch Schwimmer und wohnt in Toulouse. Wir sehen uns mindestens ein Mal pro Monat für ein paar Tage. Dann trainiert er hier in Zürich, oder ich bei ihm in Toulouse.»

Bild: Keystone

5 Meine Katze «Nala gehört seit ver­ gangenem Jahr zur Familie. Ich liebe ihr mehrfarbiges Fell. Vor wenigen Wochen ­wurde sie Mutter, die Jungen sind so süss.» 6 Meine Lektüre «Eine Lehrerin hat mir ‹La Verité sur l’Affaire Harry Quebert› empfohlen. Ich habe es dank Joël Dickers schöner Sprache verschlungen.»  MM


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