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Migros magazin 41 2015 d vs

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Ausgabe Wallis, AZA 1920 Martigny

MM41, 5.10.2015 | www.migrosmagazin.ch

Alkoholiker-Treff: Ein bisschen Zuhause für Süchtige. Seite 14

Bild: Roland Tännler

René Groebli

Der Visionär unter den Schweizer Fotografen wird 88. Seite 10 Bitte Wohnungswechsel der Post melden oder dem regionalen Mitgliederdienst: Tel. 027 - 720 42 59


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4 | MM41, 5.10.2015

20

W Editorial

Die andere Seite

Wann haben Sie zuletzt die Seite gewechselt, das Leben aus einer anderen Perspektive betrachtet, sich mit Menschen und Situationen umgeben, die Sie nicht einmal vom Hörensagen kennen? Für junge Menschen sind abrupte Wechsel noch selbstverständlich – dank Ferien- und Nebenjobs oder dem früher obligaten Austauschjahr in der Fremde. Nachher fehlt es oft an der Zeit und fast immer am Willen.

Nicht so für eine Reihe bedeutender Schweizer Unternehmen, darunter die Migros. Sie motivieren ihre Führungskräfte zum Mitmachen beim Programm «Seitenwechsel» der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft. Die Teilnehmer tauschen ihr gewohntes Arbeitsumfeld für eine Woche gegen 1 von über 160 sozialen Institutionen – darunter sind psychiatrische Kliniken, Gefängnisse, Gassenküchen und Behindertenwerkstätten. Das Programm läuft seit über 20 Jahren und hat schon mehr als 3000 Seitenwechslern die einmalige Chance geboten, in einer für sie ungewöhnlichen Umgebung mit Menschen zu arbeiten, denen sie sonst nie begegnen würden. Davon profitieren beide Seiten, weil sie lernen, starre Denkmuster zu durchbrechen und Vorurteile zu überwinden. Was bei einem solchen Seitenwechsel sonst noch alles passiert, davon berichtet Redaktor Ralf Kaminski in seiner Reportage über den Alkoholikertreff t-alk der Stadt Zürich (Seite 14). Seine Erfahrungen als Seitenwechsler hat er ausserdem in einem Tagebuch notiert, das Sie auf Migrosmagazin.ch lesen können. Apropos: Vor knapp 20 Jahren wechselte auch ich die Seite – vom Journalismus in die Tätigkeit eines Delegierten des Roten Kreuzes. Als ich aus Afrika zurückkehrte, war ich ein anderer Mensch. Nichts hat mein Leben so sehr geprägt wie der Seitenwechsel. Daniel Sidler, stellvertretender Chefredaktor daniel.sidler@migrosmedien.ch

90


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14

Menschen

49 Regionen

Auf Herbstreise durch Luzern, Wallis und Aare.

8 Diese Woche

Eine Branche unter Druck: Hat das klassische Auto bald ausgedient? 10 Porträt

Im Zürcher Alkoholikertreff t-alk finden Gestrauchelte eine neue Heimat. 20 Porträt Der 18-jährige Eritreer Yonas

Leben

Bilder: Daniel Ammann, Sophie Stieger, Vera Hartmann, Daniel Winkler, Claudia Linsi

14 Reportage

«Wir neigen dazu, unsere Jugendzeit zu verklären.»

setzt sich für ein besseres Image seiner Landsleute ein. 22 Bänz Friedli 24 Interview

Die amerikanische Philosophin Susan Neiman über Jugendwahn und Konsumdruck.

Migros-Welt 36 Gesundheitszentren

Migros-Tochter Medbase und Santémed von Swica rücken zusammen.

24

55

Knackige Rezepte mit Lattich, Nüsslisalat und Zuckerhut. 66 Leichte Bifidusdrinks 68 Alles Bio oder was? 72 So entsteht Heidi-Käse 75 Saftige Ananasscheiben 76 Suisse Mania 79 Mehr Vitalität für die Haut 81 Retrolook in der Küche 83 Frage der Woche 84 Alles für coole Teenager

Der Schweizer Fotograf René Groebli wird 88. Zu Besuch bei einem Pionier und Visionär.

84

55 Saisonküche

43 Neues aus der Region Aktionen, Reportagen und interessante News aus den Genossenschaften.

90 Familie

Was tun, wenn das Kind morgens nicht in den Hort will? 97 Gesundheit 99 Migros-Bank-Ratgeber 101 Kinder Eine Pflanze, die Fleisch frisst? Gibt es! Die Venusfliegenfalle, zum Beispiel. 105 Ernährung 107 Beauty 109 Glücksgriff 111 Rätsel/Impressum 116 Cumulus 118 Meine Welt

Die Bündner Sängerin und Musikerin Martina Linn.

M-Infoline: Tel. 0800 84 0848 oder Fax 0041 44 277 20 09 (Ausland). www.migros.ch/kundendienst; www.migros.ch Cumulus: Tel. 0848 85 0848* oder +41 44 444 88 44 (Ausland). cumulus@migros.ch; www.migros.ch/cumulus Redaktion Migros-Magazin: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Tel. 058 577 12 12, Fax 058 577 12 08. redaktion@migrosmagazin.ch; www.migrosmagazin.ch

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Menschen MM41

Darauf freuen wir uns Brezn und Bier Auf dem Zürcher Bauschänzli findet ab dem 9. Oktober das Oktoberfest statt. Früh anstehen lohnt sich! Sophie Zelmani Die schwedi-

sche Künstlerin hat die perfekten Lieder für den Herbst: melancholisch und schön. Am Mittwoch tritt sie im Berner Bierhübeli auf.

Haben Sie ein schönes Bild des Blutmonds gemacht? Schicken Sie es uns. Migrosmagazin.ch

Unnützes Wissen

Kreuz und Verkehr Auf Helgoland ist das Velofahren verboten. Mein Bild der Woche «Alle reden über den Superblutmond. Auch ich bin aufgestanden,

Bilder: Patrick Straub/Keystone, iStockphoto, Marco Zanoni

Mitinhaberin der Werbeagentur Rod Kommunikation und zweifache Mutter.

Hörprobe

Entschuldigen Sie, was hören Sie gerade? Loredana Babele (23), Studentin aus Rothrist AG

a) die albanische Sängerin Rita Ora b) die Musik-Combo Major Lazer c) den Hip-Hop-Mogul Jay-Z

Auflösung: b) Weil mir das Lied «Lean On» hilft, die Zeit bis zum Wochenende zu überbrücken.

Regula Bührer Fecker (37) ist

auch ich habe ihn gesehen, und auch ich fand den Anblick – mit halb geöffneten Augen – spektakulär. Das nächste Mal sehen wir ihn erst 2033 wieder. 18 Jahre, eine unvorstellbar lange Zeit, oder? Dann werde ich 52 Jahre alt, meine beiden Kinder volljährig sein. Wo werde ich den nächsten Superblutmond sehen? Wer wird bei mir sein? Wie wird es uns gehen? Mond und Sterne mit ihrem Alter, ihrer Weisheit und Beständigkeit haben den Effekt, dass ich mir grosse Fragen stelle. Sie wühlen aber auch Hoffnungen und Ängste in mir auf. Schaue ich vielleicht darum nicht jede Nacht hoch?»

Da zum Friedhof die Tramlinie 71 führt, sagt man in Wien zu einem Todesfall auch, er oder sie habe «den 71er genommen». Der Besitzer des Unternehmens Segway, James Heselden, starb 2010, als er mit seinem SegwayRoller über eine Klippe stürzte. Zwei Drittel aller Autounfälle passieren zwischen 2 und 4 Uhr nachts – weil die Fahrer übermüdet sind. Der Ölkonzern Shell hat mehr Geld als die Staaten Haiti, Mali, Bolivien, Thailand, Griechenland und die Schweiz zusammen. Quelle: Stern/Neon


8 | MM41, 5.10.2015 | MENSCHEN

Was bedeutet Ihnen das Auto? Migrosmagazin.ch

Umfrage Letzte Woche fragten wir:

Wie soll die Schweiz auf die Flüchtlingskrise reagieren? 56% Durch Nothilfe vor Ort. Das bringt mehr, als Flüchtlingsströme mit Anreizen zu verstärken. 24% Durch schnellen Aufbau von Unterkünften und Betreuungskapazitäten im Inland, bis die Betroffenen zurückkehren können. 20% Durch mehr Abschottung und Grenzkontrollen.

Diese Woche

Hat das Lenkrad bald ausgedient? Der Skandal um manipulierte Abgaswerte bei Dieselmotoren stürzt eine ganze Branche in die Krise. Gefahr droht klassischen Autoherstellern auch von Softwarefirmen, die mit Hochdruck am selbstfahrenden Auto forschen. Was bedeutet das für unsere Mobilität? Texte: Peter Aeschlimann

Zahlen und Fakten

3,1

Liter Diesel auf 100 Kilometer verbraucht ein VW Polo 1.4 TDI gemäss Hersteller.

4439

70000

Euro kostet das neuste Luxus-Elektroauto mit Flügeltüren Tesla X, das letzte Woche in den USA vorgestellt wurde. Quelle: BfS, Faz.net

Künftig soll es ohne Steuerrad und Pedale gehen: Google-Chef Eric Schmidt im selbstfahrenden Auto.

I

ch glaube an das Pferd. Das Auto ist eine vorübergehende Erscheinung», sagte Wilhelm II., der letzte deutsche Kaiser (1859–1941). Er könnte recht bekommen – zumindest was den zweiten Teil seiner Aussage betrifft. «Volkswagen hat wahrschein­ lich die Dieselautos gekillt», hiess es vergangene Woche auf dem Nachrichtenportal Watson. Hin­ tergrund: Der deutsche Autobauer hat weltweit elf Millionen Autos verkauft, die mit einer ganz spe­ ziellen Fähigkeit ausgestattet sind: Sie können lügen.

Wenn ein betroffenes Fahrzeug zum Abgastest muss, merkt das die Software – und macht auf schein­ heilig, indem der Computer Werte ausspuckt, die nicht der Realität entsprechen. Allein in den USA drohen dem Unternehmen nun Bussen in Milliardenhöhe. Und manch ein Kommentator sieht darin eine Zäsur: Wer bisher noch zweifelte, überlegt sich nun den Umstieg auf ein Elektrofahrzeug. In den Zukunftsszenarien von Trendforschern spielt der moto­ risierte Individualverkehr über­ haupt keine Rolle mehr: zu inef­

zient, zu dreckig. Schon heute stos­ sen Städte an ihre Grenzen. Wer in Zürich während der Rushhour unterwegs ist, braucht Nerven. Um Stau und Smog in den Griff zu bekommen, braucht es in verdich­ teten Metropolen neue Rezepte: mehr ÖV, mehr Velowege, auto­ freie Sonntage. Oder noch radika­ lere Lösungen, die bis vor wenigen paar Jahren noch nach Science­ Fiction tönten: Vehikel, die ganz ohne Steuerrad und Auspuff aus­ kommen. Google testet schon. Und Apple will bereits in vier Jahren die Strasse erobern. MM

Bild: Justin Sullivan/Getty Images

Elektroautos sind in der Schweiz immatrikuliert. Dazu kommen 41 158 Hybridfahrzeuge, die zusätzlich mit einem Verbrennungsmotor ausgestattet sind. Insgesamt unterwegs sind 5,8 Millionen motorisierte Fahrzeuge, Töffs nicht eingerechnet.


MENSCHEN | MM41, 5.10.2015 | 9

Strassenumfrage

Experteninterview

«Das Konzept des Autos stammt aus dem letzten Jahrhundert» Karin Frick, Autohersteller VW hat im grossen Stil Abgaswerte mani­ puliert. Hat Sie das überrascht? Überhaupt nicht. Das war vorausseh­ bar. Bei Autos ist die Software heute viel wichtiger als die Hardware. Chips und Computerprogramme spielen eine grössere Rolle als Katalysatoren und Karosserien. Das Internet der Dinge ist eine Tatsache. Wenn es die Möglichkeit gibt, ein komplexes System auszutricksen, wird das auch gemacht. Obwohl das natürlich nicht schlau ist, wie man jetzt sieht.

Diese Firmen haben die Zeichen der Zeit erkannt, ja. Die herkömmlichen Autohersteller schaffen es nicht, aus ihrem Schema auszubrechen. Dabei ist doch gerade in den Städten klar, dass sie nicht für einen motorisierten Individualverkehr konzipiert sind.

Das erklärt doch nicht die krimi­ nelle Energie der Autohersteller. Es handelt sich um einen hochkom­ plexen Bereich, der relativ neu ist und deshalb kaum kontrolliert wird. Die Firmen loten aus, was geht – und die Gesetze hinken nach. Schuld sind also nicht die denkenden Dinge, sondern der Mensch, der mit seinen Möglich­ keiten nicht nur Gutes anstellt.

Unfälle, Bussen und Staus würden der Vergangenheit angehören. Welche neuen Probleme entstehen? Wir werden noch abhängiger von Technik, als wir es heute schon sind. Man kann diese Systeme hacken, also gezielt für seine Zwecke manipu­ lieren. Stellen Sie sich ein Science­ Fiction­Szenario vor: Ein Auto lässt sich problemlos in eine Waffe um­ wandeln, Hacker könnten den Ver­ kehr in einer ganzen Stadt lahmlegen.

Wer profitiert vom Skandal? Die Hersteller von Elektrofahrzeugen? Nein, diese Ausweichstrategie wäre nicht nachhaltig. Wer jetzt von Diesel auf Strom umsteigt, macht sich etwas vor. Computer bleibt Computer, auch ein Toaster oder die Waschmaschine kann uns betrügen. Das Auto ist grundsätzlich ein überholtes Fortbe­ wegungsmittel, sein Konzept stammt aus dem letzten Jahrhundert. Stromer verpesten die Luft nicht. Es ist nicht nur das CO2, das die Umwelt belastet. Ein Auto muss pro­ duziert werden, es beansprucht Platz. Und auch der Strom, der es antreibt, ist nicht in jedem Fall sauber. Was wäre ein Fortschritt? Der Wechsel auf ein neues System: Carsharing zum Beispiel. Also kein eigenes Auto mehr besitzen, sondern ein Fahrzeug mit anderen teilen. Die Zukunft gehört jedoch den selbst­ fahrenden Elektrofahrzeugen. Also Apple und Google und anderen Softwarefirmen?

Wann kommen diese selbstfahrenden Autos? In China, wo ganze Städte auf dem Reissbrett entwickelt werden, so­ genannte Smart Cities, werden wir sie bald sehen, in fünf Jahren vielleicht.

Es gibt Menschen, die geniessen es, am Steuer zu sitzen. Was passiert mit ihnen? Für sie gibts «Virtual Reality», Com­ puter, die das Gefühl des Selbstfah­ rens simulieren. Vielleicht baut ja jemand eine Rennstrecke auf einer Insel, wo sie Formel 1 spielen können. Der PW hat als Statussymbol ausge­ dient. Velokuriere geniessen heute mehr Ansehen als Porsche­Fahrer. Der Autofahrer als aussterbende Spezies? Eine natürliche Entwicklung. Mein 26­jähriger Sohn will den Führer­ schein nicht machen, für meinen 81­jährigen Vater würde eine Welt zu­ sammenbrechen, wenn er nicht mehr fahren dürfte. Junge Städter fahren lieber Velo, Tram oder Scooter. Am liebsten aber Tram, weil sie da ihr Smartphone bedienen können. Nicht mehr lange, wenn sich Google­ Brille und Apple­Watch durchsetzen. Und davon bin ich überzeugt. MM

Wie wichtig ist Ihnen das Autofahren?

Karin Frick (54)

Trendforscherin am Gottlieb­ Duttweiler­Institut in Rüschlikon ZH.

Jürg Mosimann (34), Lehrer, Burgdorf BE: «Ich habe einen kleinen

Franzosen, den ich ein bisschen vernachlässige. Meine Schüler lachen mich deswegen manchmal aus. Aber solange er fährt, bin ich zufrieden.»

Agi Sieber (69), Gymnastiklehrerin, St. Gallen: «Eine bequeme Art des Reisens. Gerade wenn man viel Gepäck dabei hat, die Skiausrüstung oder die Mountainbikes. Nützlich ist es auch bei Grosseinkäufen.»

Johann Philippi (48), Rechtsanwalt, Altendorf SZ: «Ein wichtiges Fort­ bewegungsmittel in meinem Beruf. Pro Jahr absolviere ich 30 000 Kilo­ meter: ins Büro, zurück, zum Flug­ hafen – es macht aber auch Spass.»


Mehr Schwarz- 10 | MM41, 5.10.2015 | MENSCHEN WeissRomantik von René Groebli. Migrosmagazin.ch

Porträt

Magie aus der Dunkelkammer René Groebli ist einer der wichtigsten Schweizer Fotografen.

Die Aufnahmen von seiner Frau Rita machten den «Vollblutromantiker», wie er sich selber bezeichnet, weltbekannt. Gerade erschien ein Bildband mit frühen Werken des Visionärs. Diesen Freitag wird Groebli 88 Jahre alt. Text: Anne-Sophie Keller

R

ené Groebli (87) ist einer, der die Welt gesehen hat. Seine Reportagen führten den Zürcher Fotografen zum ersten Kaiser von Äthiopien, zu palästinensischen Flüchtlingsunterkünften in Jordanien und ins Bett von wohl so manch schöner Frau. Zurückgekehrt ist er aber immer wieder – in die Schweiz, wo er am 9. Oktober 1927 als Sohn eines Prokuristen zur Welt kam, und in die Arme der Liebe seines Lebens, Rita. Seine Werke wurden von Toulouse bis Tarazona, von New York bis Berlin und von San Francisco bis Paris gezeigt. In der Darstel­ lung von Bewegung durch Unschärfe, die unter anderem in den Bildbänden «Magie der Schiene» zu sehen ist, war er ein Pionier. Seine bahnbrechenden Techniken der Farb­ fotografie erlangten internationale Beachtung, er wurde «Master of Color» genannt. René Groebli lebt in Zürich Wollishofen. Betritt man sein Reich, steigt man zuerst durch einen ebenerdigen Türrahmen, es folgt ein schmaler Gang zur Terrasse, links eine Treppe nach unten, sonst nichts. «Hier unten! Willkommen, willkommen!», ruft Groebli. Sein Reich: ein buntes Sammelsurium

Die Decke des Tiefparterres ist mit dunklen Platten ausgekleidet, auf den Regalen stapelt sich Fach­ über Weltliteratur, dunkle Leder­ sessel laden zum Verweilen ein, die selbst gebaute Küche ist detailverliebt eingerichtet. Hier stehen alte Lampen, dort Relikte aus ande­ ren Kulturen, dazwischen goldene Figuren, frische Blumen, Teekannen aus Zinn, glitzernde Kristallkaraffen. Über dem Esstisch scheint hel­ les Tageslicht herein, es beleuchtet die Horten­ sien, die vor dem Fenster blühen. Und mitten­ drin steht René Groebli: violettes Hemd, violette

Bild: Roland Tännler

Brille, violette Uhr, farbige Turnschuhe und grasgrüne Hosen. Seine weissen Locken und die blauen Augen leuchten im Licht. «Ich war früher mal der Master of Color der Fotografie, heute mache ich das mit meiner Kleidung», sagt er. René Groebli war 18 Jahre alt, als der Zweite Weltkrieg zu Ende ging. Damals machte er mit einer zweiäugigen Rollei seine allerersten Aufnahmen, und zwar vom morgendlichen Nebel über der Limmat. An seiner Konfirmation verkündete er vor seiner Familie, dass er die Schule verlassen und zum Film gehen oder Fotograf werden möchte. «Der Vater war natür­ lich völlig dagegen. Der Grossvater beschloss dann, die Mamma solle mit dem Bub mal in die Berufsberatung.» Dort habe man gesagt, der Träumer solle keinen Tag länger in die Kantons­ schule. Doch Hans Finslers Fachklasse für Foto­ grafie an der Zürcher Kunstgewerbeschule (der heutigen Zürcher Hochschule der Künste) sei nicht sein Ding gewesen, sagt Groebli. «Die neue Sachlichkeit war nicht meine Art. Ich war ein Vollblutromantiker. Bewegung, Stimmung, Emotionen – das hat mich interessiert.» In den Sommerferien durfte er an einem Dreh der Central Film für einen SBB­Werbespot mitarbeiten. «Ich habe mich so sehr eingesetzt, als ob ich dort bereits arbeiten würde.» Nach Drehschluss habe der Direktor ihn gefragt, ob er Lust hätte, bei ihm zu bleiben. Aber der Vater habe eisern auf einem Lehrvertrag bestanden. «Also ging ich auf eigene Faust zum Lehrlings­ amt. Die haben gelacht und gesagt, es gäbe gar keine Lehre als Filmkameramann. Ich sagte: ‹Doch, doch, die gibt es, ich habe jetzt eine Lehrstelle.› Also haben wir einen Vertrag gebas­ telt, mit dem ich dann zurück zur Central Film ging.» So wurde René Groebli 1948 der erste offi­ ziell ausgebildete Kameramann der Schweiz.

1946 Eine der vielen

Aufnahmen aus der Serie «Landdienst».


MENSCHEN | MM41, 5.10.2015 | 11

1952 Rita Groebli, aufgenommen in

den Flitterwochen.

1949 Serie «Magie der Schiene»: auf der Fahrt von Paris nach Basel.

René Groebli zu Hause am Esstisch in Zürich Wollishofen. Er liess das Haus 1955 bauen. 1952 Der Fotoessay

«Das Auge der Liebe» machte Groebli weltbekannt und gilt als Liebeserklärung an seine Frau Rita.

1955 Le Corbusier, eines der

berühmtesten Porträts (oben).

1952 Palästinensische Flüchtlinge in

Amman, Jordanien (links).

1951 Eine überwachsene Skulptur

im Londoner Crystal Palace Park (unten).


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MENSCHEN | MM41, 5.10.2015 | 13

Auch später noch musste der Visionär für sich und seine Arbeit zuweilen etwas Überzeugungsarbeit leisten. «Als ich in den 50er-Jahren mit meinen Eisenbahnaufnahmen kam, wurde ich schräg angeschaut. Selbst die Zeitschrift ‹Du› wollte das nicht publizieren. Es seien alles verwackelte Aufnahmen, sagten sie.» Sein unverwechselbarer Stil wurde dennoch weltbekannt. Unvergessen bleiben die Bilder «Das Auge der Liebe», die Serie, die während der Hochzeitsreise mit seiner Frau Rita in einem Pariser Hotel entstand. Seine grosse Liebe hat er an der Kunstgewerbeschule getroffen. «Ich war 16 Jahre alt und eher spätreif. Rita war damals bereits 20 und hat wunderbar gezeichnet. Ich habe sie endlos bewundert.» Sie sei die toleranteste Frau der Welt gewesen. «Sie fand, dass ein Mann, der kreativ arbeitet, nicht hundertprozentig monogam sein könne.» Nach ihrem Hirnschlag pflegte er seine Frau, tagein, tagaus, 68 Jahre Liebe, bis zum Ende. 600 Fotos bleiben, der Rest wird vernichtet

1952 General Muhammad

Nagib, der erste Präsident von Ägypten, nach dem Sturz von König Faruq durch einen Militärputsch.

1946 Ein Bettler am Zürcher Limmatquai, in der Nähe des Grossmünsters. 1952 Ein englischer Soldat patrouilliert in der Suez­ kanalzone nach der Schlacht von Ismailia.

Das gemeinsame Haus wurde 1955 erbaut. Ab dieser Zeit war Groebli vor allem in der Werbung tätig. Nach einigen letzten Reportagen in London, im Nahen Osten und in Afrika nahm er 1953 für HoffmannLa Roche den ersten Industrieauftrag an. «Die hatten noch gar keine Werbeabteilung. Aber der Direktor fragte mich, ob ich für sie fotografieren möchte. Denn sie wollten etwas Modernes. Da bin ich natürlich nach Basel gesprungen!» Denn herumreisen wollte er nicht mehr. Bald darauf gründete er ein eigenes Fotostudio für Werbeund Industriefotografie. Letztes Jahr hat er sein Archiv aufgeräumt. Dennoch stapeln sich immer noch deckenhoch die Kisten, überall stehen Becher gefüllt mit ungespitzten Bleistiften herum, es riecht nach Karton. Eine Entwicklerlösung reiht sich auf den Regalen an die nächste. Die Fotografien füllen den Raum mit endlosen Geschichten. Bloss 600 Negative hat Groebli der Genfer Auer Photo Foundation vermacht, der Rest wird vernichtet: «Was ich für gut halte, habe ich herausgegeben.» 2002 schoss er in seinem Haus in den Vogesen die letzte Fotoserie. MM «René Groebli – Early Work», 1945–1955, Verlag Sturm & Drang, Fr. 39.90 bei Ex Libris.


14 | MM41, 5.10.2015 | MENSCHEN

Reportage

Nestwärme für Gestrauchelte Im Zürcher Alkoholikertreff t-alk versammeln sich all jene, die sonst nirgends mehr hinkönnen. Dort waschen sie ihre Wäsche, duschen, plaudern, spielen – und trinken. Unter Aufsicht und mit Regeln. Die Lebensgeschichten dieser Menschen hören sich an wie Romane. Text: Ralf Kaminski

Bilder: Sophie Stieger


MENSCHEN | MM41, 5.10.2015 | 15

E

Joyce (43) und Beat (45) sind regelmässig im t-alk. Sie haben kürzlich geheiratet und zur Hochzeitsparty in den Alkoholikertreff geladen.

s ist eine seltsame Sache mit den Gästen des t-alk. Auf den ersten Blick sind sie total freundlich und zugänglich, aber die Stimmung kann blitzartig umschlagen. Karl* zum Beispiel. Normalerweise ist er ganz nett, aber wehe man kommt ihm in der Küche in die Quere, wenn er Thekendienst hat. Selbst langjährige Betreuerinnen werden dann angeschnauzt, sie sollen gefälligst aus dem Weg gehen. «Nur nichts persönlich nehmen – das ist ganz wichtig bei der Arbeit hier», sagt Larissa Stämpfli (27), die seit zwei Jahren im Zürcher Alkoholikertreff nahe dem Sihlcity arbeitet. «Sonst hält man es nicht lange aus.» Karl möchte alles möglichst perfekt machen, wenn er schon mal arbeitet. Und da stört man schnell. Rund 70 alkoholkranke Männer und Frauen kommen im Schnitt täglich im t-alk vorbei. Einige bleiben den ganzen Tag, andere kommen nur zum Mittagessen oder um schnell ihre Wäsche zu waschen und zu duschen. Die von der Stadt Zürich seit 14 Jahren geführte Institution ist bewusst so niederschwellig gehalten wie möglich. «Jeder, der in der Stadt Zürich lebt, soll kommen können», sagt Raimund Horn (46), seit bald fünf Jahren Teamleiter des t-alk. «Viele dieser Menschen sind nicht mehr in der Lage, nor­ male Kontakte zu anderen zu pflegen. Im t­alk finden sie Gemeinschaft unter ihres­ gleichen.» Zudem soll der Treffpunkt dafür sorgen, dass weniger Alkoholiker auf den Strassen der Stadt rumlungern. Ziel ist es explizit nicht, die Klienten zu therapieren. «Natürlich stehen wir zur Verfügung, wenn jemand seinen Alkoholkonsum reduzieren oder beenden möchte und Hilfe sucht. Aber viele wollen und können das gar nicht», sagt Horn. «Alkoholismus ist eine starke Erkrankung. Es ist schwierig, da wieder rauszukommen.» Die Gäste des t-alk dürfen deshalb auch Alkohol trinken, allerdings nichts Härteres als Bier oder Wein. Und das müssen sie selbst mitbringen. «Viele halten es nicht länger als zwei, drei Stun-

den ohne Alkohol aus, Wenn wir ihnen den verbieten würden, kämen sie nicht.» Gegen Nachmittag haben die Klienten dann einiges intus, deshalb sind die Hausregeln so wichtig: keine Gewalt, auch keine verbale, kein Rassismus oder Sexismus, keine Waffen, keine illegalen Drogen und nichts Hochprozentiges. Wer dagegen verstösst, bekommt Hausverbot. «Für viele ist es hart, wenn sie länger als drei Tage nicht kommen dürfen», sagt Larissa Stämpfli. Trotzdem gibt es bei wiederholten oder schweren Verstössen bis zu zwei Monate Zutrittsverbot. Zmittag für vier Franken

Im Zentrum des t-alk steht das Mittagessen, das für nur vier Franken zu haben ist. Es wird jeden Tag von einem Klienten zubereitet, mindestens 20 Portionen. Er entscheidet über das Menü und geht auch selbst einkaufen, das Budget beträgt 70 Franken. «So bekommen sie wenigstens eine anständige warme Mahlzeit pro Tag», sagt Horn. Der Koch und seine Helfer, zum Beispiel Karl hinter der Theke, erhalten für ihre Arbeit vier Franken pro Stunde – ein kleiner Zustupf zur Sozialhilfe. Bis April 2015 waren es noch sechs Franken, dann wurde der Betrag unter politischem Druck der Bürgerlichen von der Stadt gekürzt. Die Idee dahinter: Die Sozialhilfeempfänger sollen motiviert werden, sich wieder einen richtigen Job zu suchen – für die meisten im t-alk ein hoffnungsloses Unterfangen. Dafür sind sie viel zu krank und abhängig. «Die Vorstellung, diese Leute seien einfach faul, und wenn sie nur wollten, könnten sie schon, die nervt mich ziemlich», sagt Stämpfli. «Der Weg in die Sucht ist immer einfach, dazu braucht es keine verkorkste Kindheit», erklärt Horn. Entsprechend findet sich im t-alk eine enorme Vielfalt an Lebensgeschichten. Zum Beispiel Willi* (49), ein ehemaliger Bierbrauer und Milizfeuerwehrmann, der vor bald 15 Jahren seinen letzten Job bei Coca-Cola verloren hat. «Bald konnte ich mir auch keine Wohnung mehr


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leisten, fiel durchs Sozialnetz und landete auf der Strasse», erzählt er, eine Büchse Bier vor sich und eine Zigarette in der Hand. Zwar hatte er schon vorher getrunken, aber nun wurde es richtig viel. Ein halbes Jahr lang lebte er draussen, bettelte, war ganz unten. Dann kam er im Suneboge unter, einer Zürcher Institution für süchtige und psychisch kranke Menschen. Dort hat er ein Zimmer und kocht ab und zu, ebenso wie im t-alk, wo er seit Jahren Stammgast ist. «Ich bin gern hier, die Leute sind alle auf der gleichen Ebene. Was soll ich den ganzen Tag allein zu Hause sitzen?» Seit Frühling hat er zudem seinen Alkoholkonsum erfolgreich reduziert: Nur noch zehn Büchsen Bier pro Tag, mehr gibts nicht. «Und manchmal trinke ich die nicht mal alle.» Zusammen mit ein paar anderen darf Willi den Treff sogar regelmässig führen. Jeweils am Mittwochvormittag hat die t-alk-Crew eine Teamsitzung, dann tun die Klienten all das, was sonst die Betreuerinnen machen. Einer aus dem Team sitzt jeweils im Büro, für Notfälle. Aber im Grossen und Ganzen funktioniert es gut. «Wir mussten sogar ein paar Kurse machen, Gewaltprävention, Erste Hilfe und so», erzählt Willi und zündet sich die nächste Zigarette an. Dass er jemals wieder von der Sozialhilfe los kommt und einen richtigen Job findet, glaubt er allerdings nicht. «Wer will schon einen wie mich?» Vom Banker zum Drogenhändler

Nicht alle im t-alk haben die Hoffnung aufgegeben. Rolf (58) ist derzeit sogar richtig guter Dinge. Der ehemalige Banker hat sich einen Wohnwagen auf dem Campingplatz Sihlwald organisiert, wo er zusammen mit seiner Katze Cassiopeia (13) den Sommer verbringt. Rolfs Lebensgeschichte würde einen ganzen Roman hergeben. Als Banker war er in den 80er-Jahren ganz oben, verdiente Geld wie Heu, lebte in einem schönen Haus, hatte eine Familie. «Aber der Job hat

mich wahnsinnig gelangweilt, ich fühlte mich völlig unterfordert. Am Schluss habe ich schon mittags getrunken und gekokst, um das auszuhalten.» Alkohol war schon vorher ein Thema, Koks erst auf der Bank. «Es half gegen die Frustration über das synthetische Leben, das ich führte.» Als die Wirtschaftskrise der 90er-Jahre begann und Entlassungen anstanden, war er Leiter des Zahlungsverkehrs und meldete sich freiwillig. Dann versuchte er sein Glück als Bauarbeiter, um das «echte Leben» kennenzulernen. Doch sein Drogenkonsum nahm gleichzeitig zu, und nun fing er an, den Stoff auch selbst zu handeln, um an genug Geld zu kommen. Seine Wege führten ihn bis nach Südamerika und auf den Balkan, wo er angeschossen und schwer verletzt wurde. Schliesslich kam er zurück in die Schweiz, erst ins Krankenhaus, dann wegen erneuten Handels ins Gefängnis in Isolationshaft. «Das hat mir damals das Leben gerettet, denn dort zwangen sie mich zum Entzug.» Nach ein paar Monaten war er clean, bekam aber noch zwei Jahre Gefängnis für


MENSCHEN | MM41, 5.10.2015 | 17

Rechts: t-alk-Leiter Raimund Horn (46) und Mitarbeiterin Larissa Stämpfli (27) betreuen die Klienten und sehen zu, dass alles unter Kontrolle bleibt. Links: Die Klienten bringen das Bier mit, es lagert angeschrieben im Kühlschrank. Unten: Der Bierkonsum verursacht einiges an Abfall.

Schmuggel aufgebrummt. «Und was habe ich dort gemacht? Geschmuggelt. Sehr viel starken Schnaps etwa – dort bin ich erst so richtig zum Alkoholiker geworden.» Nach der Entlassung 2002 begann seine Zeit im Zürcher Sozialsystem. Er lernte den t-alk kennen und das damit assoziierte Arbeitsprogramm Sprungbrett/Palettino, wo man ihm einfache Jobs gab, um ihn auf die Rückkehr in den Arbeitsmarkt vorzubereiten. Rolf bemühte sich, fing an, Bilder zu malen, machte eine Alkoholtherapie. 2009 war er clean, rauchte nicht mehr und war auf dem Weg zurück in die Arbeitswelt. Dann jedoch habe er eine «unfähige Sozialarbeiterin» gehabt, «eine parasitäre, sprechende Topfpflanze». Sie habe ihm nichts als Steine in den Weg gelegt, statt ihm zu helfen, sagt Rolf. «Wegen ihr bekam ich zwei Jahre lang keine Sozialhilfe und versuchte, mich selbst durchzuschlagen – da habe ich dann wieder angefangen zu trinken und zu rauchen.» Und obdachlos wurde er auch noch. Der t-alk war seine Rettung. «Ohne diese Infrastruktur hätte ich nicht überlebt.» Mit Hilfe des Teams gelang es auch,

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18 | MM41, 5.10.2015 | MENSCHEN

Lesen Sie das Blog-Tagebuch aus dem Alkoholikertreff! Migrosmagazin.ch

Seitenwechsel

Eine Woche im t-alk Die Weiterbildungsorganisation Seitenwechsel verspricht

einen Ausflug in ein ganz anderes Arbeitsleben. Ziel ist es, die Teilneh­ mer mit ungewohnten Welten zu konfrontie­ ren. Sie sollen unter anderem ihre Komfort­ zone verlassen, Mut entwickeln, Dinge aus einer anderen Perspek­ tive betrachten, ihre Krisenresistenz stärken. MM-Redaktor Ralf Kaminski verbrachte Anfang August eine Woche im Team des Zürcher Alkoholikertreffs t-alk. Die Repor­ tage basiert auf den Gesprächen und Erfah­ rungen vor Ort. Auf Migrosmagazin.ch hat er zudem ein Tagebuch über seine Erlebnisse verfasst. Der t-alk nimmt zwei Seitenwechsler pro Jahr. Dabei kommen

Menschen aus ganz unterschiedlichen Bran­ chen zum Zug, häufig auch Leute aus dem Management von Kon­ zernen. Sie erfahren, wie man mit nicht immer einfachen Menschen und Situationen umge­ hen kann. Und das t­alk­ Team hofft, dass seine Arbeit positiv wahr­ genommen und weiter­ getragen wird, sich viel­ leicht sogar die Haltung der Seitenwechsler zu Alkoholikern ein wenig verbessert – über jene Woche hinaus. Seitenwechsel.ch

Ex-Banker Rolf (58) töpfert regelmässig im Sprungbrett/Palettino, einer Schwesterorganisation des t-alk.

einen neuen Sozialarbeiter zu organisieren. Seit Juni lebt Rolf nun in seinem Wohnwagen, arbeitet regelmässig als Übersetzer und hat kürzlich gar einen befristeten Job als Putzkraft ergattert. Zudem töpfert er im Sprungbrett/Palettino an Katzenfiguren, die er dem Heimatwerk anbieten möchte. «Ich bin noch immer bei der Sozialhilfe und auch noch immer Alkoholiker, aber ich benehme mich nicht wie einer», sagt Rolf, der nur noch sporadisch trinkt. «Und im Moment läuft es so gut wie schon lange nicht mehr. Ich führe jetzt ein Leben, das mich weiterbringt.» Und irgendwann auch wieder raus aus der Sozialhilfe, davon ist er überzeugt. Larissa Stämpfli und Raimund Horn kennen viele solcher Geschichten – nur wenige enden positiv. Im Raucher­ zimmer des t­alk hängt eine Ahnengalerie, Fotos von Gästen, die mittlerweile ver­ storben sind. «Rund 80 Prozent unserer Klienten hatten schon gröbere Konflikte untereinander», sagt Horn. Im Treff gibt es die jedoch sehr viel weniger häufig als draussen, wo keine Regeln und Hausverbote existieren. «Der t-alk ist quasi eine neutrale

Zone, wo man eine gewisse Sicherheit und Geborgenheit hat», sagt Horn. Letzte Bastion für Randständige

Manchmal ist es allerdings auch den Betreuerinnen unwohl. Larissa Stämpfli zum Beispiel hat einer Klientin ein längeres Hausverbot erteilt, bald jedoch wird sie wieder zurück sein. Und aus ihrem Verhalten in der Zwischenzeit lässt sich schliessen, dass sie Stämpfli das Verbot übel nimmt. Wie also mit ihr umgehen, wenn sie wieder auftaucht? «Wichtig ist, in solchen Situationen ein Ventil zu bieten, damit die Person ihren Frust loswerden kann», sagt Raimund Horn. Etwa durch ein Gespräch. Wenn das nicht wirke, gebe es halt ein weiteres Hausverbot. Larissa Stämpfli sagt, sie habe noch nie befürchtet, ihr könnte etwas passieren. «Wenn mich jemand physisch angriffe, würden ganz sicher andere dazwischengehen.» Und in Situationen, die bedrohlich erscheinen, ruft sie die Polizei, die innert Minuten kommt. «Ausserdem diskutieren wir die schwierigen Fälle an Teamsitzungen. Das hilft, das Erlebte besser einzuordnen und die Lage wieder zu entspannen.» In Rollenspielen

üben sie regelmässig, wie man in heiklen Momenten reagieren und angespannte Situationen deeskalieren kann. Alles in allem jedoch fühlt sie sich wohl in ihrem Job, nicht zuletzt, weil das Team so gut funktioniere und sie sich aufeinander verlassen könnten. «Wir haben sehr viel mehr gute Momente als Eskalationen», sagt Larissa Stämpfli. «Und unsere Klienten wissen, dass hier so was wie ihre letzte Bastion ist», ergänzt Raimund Horn. «Viele identifizieren sich sehr stark mit dem t-alk; wenn es ihn nicht mehr gäbe, müssten sie wieder irgendwo allein dort draussen sein.» Die Motivation der beiden, sich in dieser Arbeit zu engagieren, ist klar: «Ich möchte, dass das soziale System funktio­ niert», sagt Horn. «Und dass auch Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen, eine Möglichkeit haben, irgendwo­ hin zu gehen.» Stämpfli schätzt vor allem die Beziehungsarbeit. «Wir sind ganz nah an den Leuten dran, das gefällt mir.» Wie nahe zeigt sich, als der langjährige Klient Beat (45) Horn informiert, dass er am 14. August heiraten werde, und fragt, ob er die Hochzeitsparty abends im t-alk machen dürfe.


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Das Zmittag kostet vier Franken und wird täglich von einem der Klienten gekocht. Links: Der t-alk, eine simple Baracke. Viele der Besucher bringen ihre Hunde mit.

Er und seine Braut Joyce (43) sind seit zwei Jahren ein Paar. Sie bezeichnet sich als «ExAlki», kommt aus den Niederlanden und war früher als Schaustellerin unterwegs; er war Töffmechaniker und Security-Mann. Beide hat der Alkohol aus der Bahn geworfen, aber zumindest bei Joyce ist inzwischen Besserung in Sicht, möglicherweise sogar ein Job. Nun sind sie auf der Suche nach einer gemeinsamen Wohnung – ein schwieriges Unterfangen, denn in Zürich ist das schon unter normalen Umständen nicht leicht. Eine Party am Abend sei heikel, erklärte Horn dem Bräutigam und schlägt einen Kompromiss vor: Am Partytag wird der t-alk schon um 14 Uhr geschlossen, dann dekoriert, und ab 16 Uhr gibt es eine geschlossene Gesellschaft bis 21 Uhr. «Und ich spendiere die Hochzeitstorte!», bietet er an. Beat ist einverstanden und freut sich. «Das hätte ich jetzt nicht für jeden gemacht», sagt Horn, «aber Beat ist ein guter Typ.» Es ist, dem Vernehmen nach, ein rauschendes Fest geworden. MM *Namen der Redaktion bekannt

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Porträt

Ein Lachen für Eritrea Er ist erst seit 2011 in der Schweiz, aber schon perfekt integriert. Nun will der 18-jährige Eritreer Yonas Gebrehiwet dazu beitragen, das Image seiner Landsleute zu verbessern. Text: Ralf Kaminski

A

ls Kind in Eritrea wollte Yonas Gebrehiwet Politiker werden – um das Leben der Menschen zu verbessern. Mittlerweile lebt der 18-Jährige in der Schweiz und steckt im 3. Lehrjahr als Textiltechnologe in der Nähe seines Wohnorts Rheineck SG. Doch sein Ziel ist geblieben: Er engagiert sich bei der eritreischen Oppositionsbewegung Eritrean Solidarity Movement for National Salvation. Und er hat beschlossen, das Image seiner Landsleute in der Schweiz zu verbessern. Auslöser waren die Medienberichte im Herbst 2014, nachdem ein eritreischer Asylbewerber eine junge Frau in Aarau attackiert hatte. «Das löste eine eigentliche Hetze gegen Eritreer in den Medien aus», sagt Yonas, ohne den eigentlichen Vorfall verharmlosen zu wollen. «Ein Freund und ich beschlossen damals, das nicht einfach so hinzunehmen.» Zusammen mit der Journalistin Corinne Riedener (31), Redaktionsleiterin des Ostschweizer Kulturmagazins «Saiten», bauten sie einen eritreischen Medienbund auf, der bei Vorfällen reagieren und die Sicht der Eritreer an die Öffentlichkeit tragen kann. Auf diese Weise hat es Yonas schon bis ins Schweizer Fernsehen geschafft. Die Mediendebatte dieses Sommers, ob Eritreer überhaupt Asyl erhalten sollten, hat seine Entschlossenheit nur bestärkt. «Da geht es nicht um uns, das ist reiner Wahlkampf», sagt er. «Natürlich gibt es einige Kriminelle, und ein paar Dutzend regimetreue Leute gehen tatsächlich in den Ferien nach Eritrea. Aber das sind Einzelfälle, die von den Medien aufgebauscht werden und alle Eritreer hier in ein schlechtes Licht rücken.» Tatsache sei: In Eritrea herrsche Diktatur. «Würde ich dorthin zurückgeschickt, käme ich ins Gefäng-

Bilder: Daniel Ammann

nis, wenn nicht Schlimmeres.» In den Augen des Regimes sei er ein Verräter – und das gelte für alle Eritreer im Ausland, die sich für die Opposition engagieren. Alles fing damit an, dass sein Vater im Gefängnis landete, wieso, weiss Yonas bis heute nicht genau. Als jedoch seiner Mutter dasselbe Schicksal drohte, brachte sie ihre vier Kinder zu den Grosseltern, verliess Eritrea und landete 2010 in der Schweiz, wo sie als Flüchtling anerkannt wurde und dann auch ihre Familie nachziehen durfte. Yonas kam im Herbst 2011 mit seinen drei Brüdern in die Schweiz. Rasch eine Lehrstelle gefunden

Dort wurde er direkt in die Oberstufe gesteckt. Da er gut Englisch konnte und schnell Deutsch und auch Schweizerdeutsch lernte, gehörte er in seiner Klasse rasch zu den Besseren und fand nur 13 Monate nach seiner Ankunft eine Lehrstelle. Zwei seiner Brüder haben ebenfalls eine, der jüngste geht noch zur Schule. Die Mutter arbeitet als Putzfrau. «Alles in allem geht es uns jetzt recht gut», sagt Yonas, dessen Vater später noch nachkommen soll. Die Familie ist christlich-orthodox, und Yonas bezeichnet sich als gläubig. Allerdings gehe er nun samstags häufiger in den Ausgang und sei dann am Sonntag oft zu müde für die Kirche. Seit April schreibt Yonas sogar seine eigene Kolumne in Corinne Riedeners «Saiten». Ein Mal pro Monat berichtet er über sein Leben, etwa über die Herausforderung, Schweizerdeutsch zu lernen, oder über Leute, die ihn ansprechen, weil sie glauben, er verkaufe Drogen. «Yoni ist ein super Typ, zuverlässig, sehr initiativ und gut vernetzt», sagt Riedener. «Ich wünschte, ich wäre in seinem Alter so politisch interessiert und entschlossen gewesen.»

Yonas räumt ein, dass viele Eritreer weniger gut integriert sind als er. «Man wirft den Eritreern gern vor, sie seien faul. Und solche gibt es sicher auch, wie überall. Aber die meisten möchten arbeiten, man lässt sie nur nicht.» Zudem schreckten die vielen negativen Medienberichte natürlich auch potenzielle Arbeitgeber ab. Am meisten könnte die Schweiz helfen, wenn sie die Asylverfahren verkürzte, schneller Arbeitsbewilligungen ausstellte und, das ist ihm besonders wichtig, das eritreische Konsulat in Genf schlösse. «Die ziehen jedes Jahr illegal zwei Prozent Steuern von den Eritreern in der Schweiz ein. Geld, das direkt dem Regime zufliesst und dazu beiträgt, dass es sich weiter an der Macht halten kann. Was wiederum mehr Flüchtlinge in die Schweiz treibt.» Dies sei ein Teufelskreis, der nur gebrochen werden könne, wenn man die Tätigkeit des Konsulats unterbinde. Seine Familie verweigert die Steuer – wie so viele. Die Flüchtlingskrise, mit der Europa derzeit konfrontiert sei, könne nur vor Ort gelöst werden, sagt Yonas. «Wenn es in Eritrea und den anderen Krisenländern eine Demokratie und intakte Chancen auf ein gutes Leben gibt, dann kommen die Menschen gar nicht erst. Das muss das Ziel sein.» Yonas hofft, dass er nach der Lehre für ein paar Jahre im Betrieb bleiben kann, um etwas Geld zu verdienen. Dann aber will er weiter, will die Berufsmittelschule machen, vielleicht an eine Fachhochschule. Und sich einbürgern lassen will er auch. Ob er sich dann auch politisch engagieren wird, weiss er noch nicht. Auf die Bemerkung, dass er das doch jetzt eigentlich schon tue, stutzt er kurz und lacht mit blitzenden Augen. «Stimmt. Mal schauen.» MM Nihhina.ch/medienbund; Saiten.ch/category/kolumnen/stimmrecht

Zahlen und Fakten

Eritreer in der Schweiz Knapp 20 000 Eritreer lebten Ende 2014 in der

Schweiz, rund 10 000 weitere standen im Asyl­ verfahren, 2015 kamen bisher über 3000 Asylsuchen­ de hinzu. Etwa 90 Prozent dürfen bleiben. Unter den anerkannten Flüchtlingen im Land stellen die Eritreer die grösste Ausländergruppe. Der Grund dafür ist das diktato­ rische Regime in Eritrea. Seit der

Unabhängigkeit 1991 herrscht die gleiche Partei, Wahlen gab es nie. Wer die Regie­ rung kritisiert, wird meist ohne Verfahren inhaf­ tiert. Zudem müssen seit 2000 alle Eritreer einen zeitlich unbe­ schränkten Natio­ naldienst leisten – mit geringem Sold und ohne Aussicht auf Entlassung. Dies verhindert jegliche Zukunfts­ perspektiven und treibt viele junge Eritreer in die Flucht.


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Engagiert und gl채ubig: Yonas Gebrehiwet sucht Kontakt zu Menschen und Medien, um die Sicht der Eritreer zu vertreten.


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E Bänz Friedli

Boah …

Ein Kind hat man nicht entsprechend seinen Schulleistungen lieber oder weniger gern, und wir gehören gewiss nicht zu den Eltern, die Noten allzu sehr gewichten und um schulische Leistungen ein grosses Trara machen würden. Aber wenn man beim Französischbüffeln mitgeholfen hat, abgefragt und erläutert – so gut man das «Me le, te le, le lui» eben selber noch im Kopf hat –, und zwar alle beide, Mutter und Vater, dann möchte man halt irgendwie schon wis­ sen, wie es dem Sohn in dem Test ergangen ist. Er stürzt nach der Schule in die Küche, heisshungrig, wie es in diesem Alter normal ist, man lässt ihn also erst mal essen und noch mehr essen. Nach einer Weile erlaubt man sich die Frage: «Und im Franz? Gut gelau­ fen?» Antwort: «Boah …» – «Wars schwierig?» – «Hmm …» Man schöpft ihm noch mal, in­ sistiert dann irgendwann: «Wars schwierig?» Worauf er sich zur Antwort durchringt: «Ja.» Als einige Zeit später seine Mutter heim­ kommt, erkundigt auch sie sich: «Und, Hans? Wie liefs im Franz?» Er, empört: «Mann, jetzt hab ich das schon dem Vati des Langen und Breiten erklärt, jetzt mag ich wirklich nicht noch mal alles im Detail berichten!»

Bänz Friedli (50) sieht es etwas anders.

Warum ich das hier erzähle? Weil ich glaube, dass er in jenem Moment wirklich vermeinte, schon detailliert über sein Abschneiden Auskunft gegeben zu haben. Ihm selber war ja alles noch präsent. Ausser­

dem war er froh, den Test hinter sich zu haben. Wir sind von subjektiven Wahrnehmungen gelenkt. Nur weil ich Fan eines Frauen­ fussballteams aus Seattle bin, glaube ich, alle anderen müssten sich dafür interessieren, wie es «meinen» Spielerinnen im Meisterschafts­ finale ergangen ist, und gehe damit meiner Familie auf den Wecker … Und diejenigen, die per Volksinitiative ein Burkaverbot für unser Land erwirken wollen, fühlen sich womöglich tatsächlich umzingelt von islamischen Fami­ lien, die ein so rückständiges Rollenbild pflegen, dass sie den Frauen vollständige Ver­ schleierung gebieten – dabei leben nur knapp einhundert Burkaträgerinnen in der Schweiz, quantité négligeable. Es ist wie damals, als ein Land voller Minarette heraufbeschwört wurde, dabei gibt es ganze vier davon in der Schweiz. Und Aberhunderte Kirchen, allein unsere Stadt zählt achtzig. Aber eben, ich meine ja auch zuweilen, alle Welt verzichte heute auf ein eigenes Auto, nur weil fast alle in unserer Siedlung dies tun. Sich mit seiner subjektiven Wahrnehmung über andere stellen: Ob das zu verzeihen ist? Nicht wirklich. Aber unserem Sohn schon. Vermutlich hielt er «Boah … Hmm … Ja» tatsächlich für eine überaus ausführliche Antwort, die zu wiederholen er an besagtem Abend schlicht zu erschöpft war. MM

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24 | MM41, 5.10.2015 | MENSCHEN

Interview

«Leider laufen heute viele Leute halb tot durch die Gegend» Die Amerikanerin Susan Neiman gehört zu den führenden Philosophinnen der Gegenwart. In ihrem Buch «Warum erwachsen werden?» plädiert die dreifache Mutter in Zeiten des Jugendwahns fürs Erwachsensein. Und warnt davor, sich von den Verlockungen des Konsums einlullen zu lassen. Text: Reto E. Wild Bilder: Jan von Holleben


MENSCHEN | MM41, 5.10.2015 | 25

Susan Neiman in ihrer Berliner Wohnung. Die Philosophin leitet das Einstein-Forum in Potsdam.


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MENSCHEN | MM41, 5.10.2015 | 27

Susan Neiman, was denken Sie, wenn Sie einen 45-jährigen Mann in Sneakers, Shorts, einem knalligen T-Shirt und mit bunten Kopfhörern sehen? Wenn er ein interessantes Gesicht hat, fällt mir das zuerst auf. Der französische Schriftsteller Albert Camus sagte, nach 40 sei man für das eigene Gesicht verantwortlich. Also: Toll, dass der 45-Jährige mit seinem Äusseren spielt. Erwachsenwerden heisst nicht, nur grau und schwarz zu tragen oder nicht mehr Motorrad zu fahren. Ich plädiere dafür, dass man aufs Intensivste lebt, solange man noch am Leben ist.

Man neige dazu, zu vergessen, wie schwierig die eigene Jugendzeit in Wirklichkeit war, sagt Neiman.

Wie sieht ein interessantes Gesicht aus? Es ist ein waches Gesicht, das Neugierde ausstrahlt. Leider laufen heute viele Leute halb tot durch die Gegend, ihre Augen glänzen nicht mehr. Das ist allerdings keine Altersfrage: Es gibt eine Fotografie von Picasso, als er gegen 90 Jahre alt war, da strahlt er immer noch sehr viel Energie aus. Albert Einstein war auch so: ein Mensch, der jede Minute lebte. Gesichter anzuschauen ist aber heute gar nicht so leicht, weil viele Leute immer nur auf ihr Handy starren. Sie haben mal gesagt, etwas vom Wichtigsten am zunehmenden Alter sei, dass einem nichts mehr peinlich ist. Absolut. Mit der Zeit wird man selbstbewusster und selbstbestimmter und muss nicht darauf achten, wie andere einen sehen. In Ihrem Buch «Warum erwachsen werden?» schreiben Sie, dass viele Menschen ewig jung bleiben wollen. Woher kommt dieser Jugendwahn? Wir verklären unsere Jugendzeit zwischen 18 und 28 Jahren. Im Rückblick sagen viele, das sei die schönste Zeit ihres Lebens gewesen – und vergessen dabei, wie schwer sie eigentlich ist. Ich erinnere mich ziemlich genau, wie das bei mir war: Ich musste herausfinden, wer ich bin, war wahnsinnig unsicher und erkannte meine eigenen Fähigkeiten nicht. Ich fühlte mich unter Druck, denn es war die Zeit der ersten lebensverändernden Entscheidungen in Beruf und Familie. Weshalb dieser Druck? Druck hat jeder, der seine Stärken nicht kennt. Doch ich führte ein unkonventionelles Leben. Ich hatte mit 14 die Schule verlassen. Ich demonstrierte gegen den Vietnamkrieg, las dann Nietzsche, Sartre und die Biografie von Simone de Beauvoir und beschloss, Philosophin zu werden. Dann zog ich nach New York, später nach Cambridge und studierte in Harvard, derweil ich meinen Lebensunterhalt mit Kellnern verdiente. Damals studierten wenige Frauen Philosophie. Ich war immer unsicher, ob ich es schaffen würde, und beim Doktorieren

war ich die einzige Frau meines Jahrgangs. Diese Unsicherheit im Sozialen, aber auch in der Liebe war belastend. Warum verklären wir diese Zeit vor 30? Dahinter steht eine unterschwellige Botschaft unserer Gesellschaft: Danach wird alles noch viel schlimmer. «Peter Pan» erzählt die Geschichte eines Jungen, der niemals erwachsen wird, er ist ein Rebell, der die konforme Erwachsenenwelt ablehnt und lieber Abenteuer erlebt. Man könnte das auch anders sehen: Vielleicht wird die Gesellschaft bewusst infantilisiert, weil ihre Mitglieder dann einfacher zu managen sind. Wir haben kein attraktives Bild vom Erwachsensein, sehen nur noch den Zerfall. Dazu kommt ein Überfluss an Technik, die uns den Kopf verdreht und uns vergessen lässt, dass wir die wichtigsten Wahlmöglichkeiten aus den Händen geben. Schon der deutsche Philosoph Kant sagte, die Regierungen wollten nicht, dass wir erwachsen werden. Der westlichen Kultur fehle es heute an Werten, mit Ausnahme von Kapitalismus und Konsum, sagten Sie einmal.

Europa ist auf der Aufklärung aufgebaut, die durchaus Werte bietet, etwa: Jeder hat ein Recht auf ein gutes Leben. Aber mit der neoliberalen Ideologie des Wachstums zerstören wir unsere Lebensbasis. Das weiss mehr oder weniger jeder. Eine globale Gesellschaft kann nicht nur mit dem Verkauf von Apple-Produkten funktionieren. Wir brauchen keine Ökonomen, die uns sagen wollen, wie die Welt funktioniert, auch keine Religion. Obwohl Papst Franziskus ein richtiger Aufklärer ist – selbst für mich als Jüdin –, weil er viele Probleme der Welt erkennt und benennt. Ihr Rezept zum Erwachsenwerden lautet vereinfacht: reisen, lesen, Sprachen lernen, arbeiten. Ein Rezept fürs Selbstdenken – den Kern des Erwachsenwerdens – gibt es nicht. Sicher aber bildet Reisen, und Sprachen lernen ist wichtig. Leider spreche ich nur Englisch, Deutsch und Hebräisch. Eine meiner Töchter spricht sieben Sprachen. Und ja, Klassiker sollte man lesen, die «Ilias» von Homer, «Krieg und Frieden» von Tolstoi und unbedingt die «Bibel», ob man religiös ist oder nicht.


28 | MM41, 5.10.2015 | MENSCHEN

Erwachsenwerden ist schön, schreiben Sie im Buch. Gilt das auch fürs Altwerden? Kommt darauf an, wie man alt wird. Wenn man bitterarm und alt ist, ist das schreck­ lich. Letztes Jahr wurde Angela Merkel 60. Prompt wurde spekuliert, wann sie zurück­ trete, und die Frage aufgeworfen, weshalb sie so lange an ihrem Stuhl klebe. Das hat mich geärgert, obwohl ich kein Fan von ihr bin. Beim Regieren ist das Alter ein Vorteil! Im Berufsleben gehört man aber oft schon mit 50 zum alten Eisen. In Deutschland kann kein Professor nach 52 berufen werden. Dabei ist Wissenschafter einer von vielen Berufen, wo man mit dem Alter besser wird. Doch es liegt an der Gesellschaft, das zu erkennen. Diskriminie­ rungen gegenüber Älteren sind so schlimm wie gegenüber Frauen oder Schwulen. Sie kritisieren auch den materialistischen Wohlstand in unseren Breitengraden, all die Autos, Computer und Smartphones.

Sollen wir demnach nur zu Fuss gehen und auf Geräte verzichten? Alles ist eine Frage des Masses. Im Sommer beispielsweise mache ich bewusst Schreib­ ferien. Das heisst, ich arbeite möglichst ohne Internet. Natürlich gehe ich dabei ein paar Mal pro Woche ins Internetcafé. Aber so kann ich vermeiden, permanent abgelenkt zu werden. Deshalb hasse ich es auch, dass es heute fast keine Handys mehr gibt, mit denen man nur telefonieren kann. Als ehe­ malige Raucherin weiss ich, wie man süchtig wird. Internet ist wie Alkohol: Es gibt mehr Menschen, als man denkt, die abhängig sind und es nicht zugeben wollen. Wie soll eine Mutter ihrer 14-jährigen Tochter beibringen, vernünftig mit digitalen Medien umzugehen? Ich bin selbst Mutter von drei Kindern. Man soll versuchen, die Wahlmöglichkeiten für das Kind zu begrenzen, obwohl das natürlich schwierig ist. Am wichtigsten ist, die eigenen Werte vorzuleben. Wir sind pau­

senlos damit beschäftigt, aus einer grossen Auswahl materieller Dinge jene zu wählen, die wir haben möchten, und übersehen dabei, dass wir die wirklich grossen Fragen gar nicht selbst entscheiden. Wer nur immer auf sein Handy schaut, soll sich nicht wundern, wenn die Kinder das nachmachen. Sie sagen, dass überbehütende Mütter das eigenständige Denken behindern. Das ist richtig, wobei die Erziehung auch in der Verantwortung der Väter liegt. Aber Kinder könnten viel mehr Verantwortung übernehmen, als man in unserer Gesellschaft erwartet. Meine Kinder konnten mit acht alle schon Mahlzeiten kochen und Wäsche waschen. Wir geben Kindern meist nur symbolische Aufträge. Mädchen sollen mit Spielteekannen spielen, die Jungs mit Auto­ modellen. Das ist veraltet. Irgendwann müs­ sen die Kinder lernen, wie man Tee kocht. Wie haben Sie es geschafft, Kinder und Karriere unter einen Hut zu bringen?

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MENSCHEN | MM41, 5.10.2015 | 29

Durch den frühen Tod meines Mannes hatte ich als alleinerziehende Mutter keine Wahl. Zurücklehnen und von der Sozialhilfe leben kam nicht in Frage. Ich habe bei der Erzie­ hung bestimmt nicht alles richtig gemacht. Im Nachhinein wünschte ich mir, ich hätte mehr Zeit mit meinen Kindern verbracht. Ich versuche, das jetzt zu kompensieren, und verbringe viel Zeit mit ihnen. Man soll nicht nur auf die Last des Kinderkriegens schauen: Meine Kinder haben mir sehr viel gegeben. Weshalb sind Sie Direktorin des Einstein-Forums geworden? Das Forum ist eine erstklassige interdiszi­ plinäre Denkfabrik, die nicht vom Elfen­ beinturm aus agiert. Inzwischen bin ich zur grossen Verehrerin Albert Einsteins ge­ worden, der nicht nur Physiker, sondern ein moralischer und politischer Denker war. Aber Einsteins Umgang mit Frauen war ja nicht gerade sehr galant.

Ein Klischee! Einsteins erste Frau Mileva war geisteskrank, hatte ein lahmes Bein. Aber sie war die einzige Frau, die Physik studierte. Zeigen Sie mir mal einen Profes­ sor, der in einer Frau eine Kameradin sieht! Seine zweite Frau Elsa hat ihn gesund­ gepflegt, als er schwer krank war. Aber sie teilte keine Werte oder Lebensvorstellun­ gen. Einsteins Ehen waren beide traurig. Ins Einstein-Forum kommen Denker, Künstler und Politiker aus aller Welt, um Ideen auszutauschen. Welcher Zeitgenosse beeindruckt Sie am meisten? Für mich ist Bob Dylan der grösste Dichter des Jahrhunderts und bestes Beispiel für würdiges Altern. Wer nur sein Lied «Blowin’ in the Wind» kennt, hat 50 Jahre seiner Wirkung verpasst. Es wird ja immer spöt­ tisch über die Grössen der Rockmusik ge­ sprochen. Doch Leonard Cohen, Bob Dylan oder Bruce Springsteen sind grossartig und aktiv. Für mich sind sie Vorbilder, wie man bis ins hohe Alter kreativ sein kann. MM

Zur Person

Philosophin und Autorin Susan Neiman (60) ist seit 2000 Direktorin

des Einstein-Forums in Potsdam, eines der wichtigsten intellektuellen Zentren Deutschlands. Die Amerikanerin wurde in Atlanta geboren und wuchs in einer jüdischen Familie auf. Mit 14 verliess sie die Schule und lebte und arbeitete in Kommunen. Später studierte sie Philosophie in Harvard und an der Freien Universität Berlin. Bevor sie die Leitung des Einstein-Forums übernommen hatte, war sie Professorin

für Philosophie in Yale und an der Universität von Tel Aviv. Neiman ist unter anderem Autorin von «Slow Fire: Jewish Notes from Berlin», «Das Böse denken», «Fremde sehen anders» und zuletzt von «Warum erwachsen werden?». Sie lebt seit über 20 Jahren in Berlin und ist Mutter dreier erwachsener Kinder. Susan Neiman: «Warum erwachsen werden?», Verlag Hanser Berlin, bei Ex Libris für Fr. 19.55 erhältlich.

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MENSCHEN | MM41, 5.10.2015 | 31

Leserforum MM39: Interview «Wir sollten die Trennung von Arbeit und Freizeit ganz aufgeben»

«Bedingungsloses Grundeinkommen würde sich positiv auswirken» Super Artikel! Danke! Ich bin überzeugt, das bedin­ gungslose Grundeinkom­ men würde sich positiv auf die hohe Suizidrate in der Schweiz auswirken! Im­ mer mehr Stellen werden outgesourct, gleichzeitig werden die Sozialwerke geschröpft. Deren absurde Bedingungen/Vorschrif­ ten kann nicht jeder er­ füllen. Es würde enormen Druck von den Menschen nehmen, und die jetzige Freiwilligen­, sprich Gra­ tisarbeit erhielte endlich ihre längst fällige Aner­ kennung, was allen zugute­ käme. Manuela Bregenzer, 8640 Rapperswil

MM40: Diese Woche Ist die Schweiz bereit für Flüchtlinge?

Warum soll ausgerechnet die Schweiz, die heute schon zu den am dichtest besiedelten Ländern gehört und einen Spitzen­ ausländer­/­asylbewerber­ anteil ausweist (pro Kopf und Quadratkilometer), wieder überproportional viel mehr Flüchtlinge auf­ nehmen als EU­Länder? Gut, diesmal liess sich BR Sommaruga «nur» rund vier Mal den EU­Durch­ schnitt «aufschwatzen» – und dabei sind wir de jure nicht einmal EU­Mitglied. Hansjörg Menzi, online

MM40: Familie Artikel über

die Sprache der Jugendlichen

«Wir sprechen nicht so!»

Es ist kompletter Unsinn, dass wir Jugendliche unter uns die ganze Zeit nur Schimpfwörter und Kraftausdrücke verwen­ den. Vor allem Gruppen, die nicht so sehr vernetzt sind (die also zum Beispiel nicht über Facebook kommunizieren), haben einen komplett anderen Wortschatz. Sicher gehen gewisse Wörter oder Videos auch an denen nicht vorbei. Allerdings dienen diese dann mehr dazu, eine entspannte, lustige Atmosphäre zu schaffen. Und Lachen soll ja bekanntlich verbinden. Martina Gwerder, online

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Migros-Welt MM41

Zitat der Woche

«Gesundheitsförderung ist unser Auftrag.» Migros-Chef Herbert Bolliger im «Blick» vom 26. September 2015 zur Übernahme der Santémed-Gesundheitszentren durch die Migros-Tochter Medbase.

Bilder: Salvatore Vinci, Daniel Winkler

Für Anna Maugg (62), Pflegehelferin aus Emmetten NW, gehören Rüebli in den Gemüsekorb.

Eingekauft*

«Ich bin seit 40 Jahren Vegetarierin und fühle mich noch immer topfit und vital. Ich bin überzeugt, dass dies auch mit meiner Ernährung zu tun hat. Wenn ich in der Migros bin, landen fast nur gesunde und frische Produkte in meinem Einkaufskorb. Das Rüebli gehört zu meinen liebsten Gemüsesorten: Ich brauche die Karotten zum Kochen, für Salat – oder ich esse sie einfach so zwischendurch.» * in der Migros-Filiale Buochs


34 | MM41, 5.10.2015 | MIGROS-WELT

Gewinnspiel

Süsses Duell Vom 15. September bis 26. Oktober findet wie-

der das Migros-Gewinnspiel «A versus B» statt: Die Kunden haben die Wahl zwischen den beiden Schokoriegeln Cream Branches Milk und Cream Branches Banana. Die Konsumenten entscheiden darüber, welche Variante am Ende ins Sortiment aufgenommen wird: durch den Kauf des Lieblingsprodukts, durch Abstimmung im Laden und via Online-Voting. Zusätzlich können die Teilnehmenden

Mehr Infos: Migros.ch/avsb

Unternehmen

Migros ist beliebteste Arbeitgeberin Das Online-Magazin Cash hat untersucht,

wie die bekanntesten Schweizer Unternehmen von den Nutzern der Karriereplattform Kununu bewertet werden. Die Migros erhielt mit einem Resultat von 4,19 von maximal 5 Punkten die höchste Bewertung. Auf den Plätzen zwei und drei folgten Kühne + Nagel und die Swisscom. Mehr Infos: Cash.ch

Mobil einkaufen Pendeln und gleichzeitig einkaufen: Mit «SBB SpeedyShop» startet die Migros

zusammen mit den SBB und der Post ein neues Pilotprojekt. Via Smartphone, Tablet oder Laptop können Kundinnen und Kunden aus 1000 Produkten auswählen und die Bestellung 30 Minuten später im Zürcher Hauptbahnhof in einem Fach des My-Post-24-Automaten abholen. Die Bezahlung erfolgt online. Fällt die Testphase von 15 Monaten zufriedenstellend aus, soll das Angebot an weiteren Bahnhöfen in der Schweiz eingeführt werden. Das Projekt startete am 1. September; zehn neue Stellen wurden dazu geschaffen. Mehr Infos: Speedyshop.ch

Preisbarometer

Aktuelle Preisänderungen Die Migros senkt die Preise von ganzen

und gemahlenen Haselnüssen. Der Grund liegt in einer besseren Ernte im Vergleich zum Vorjahr. Ebenfalls günstiger werden Brote mit dem aha!-Gütesiegel für Allergiker sowie Beauty-Schminkschwämme. Dagegen werden alle Red-BullEnergy-Drinks in der Dose aufgrund gestiegener Beschaffungspreise teurer.

Aktuelle Beispiele

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–7,4

aha! Pane rustico glutenfrei, 300 g

3.50

3.30

–5,7

aha! Baguette glutenfrei, 220 g

4.20

3.70

–11,9

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Zahl der Woche

455 000 Erwachsene und Kinder haben diesen Sommer an den 18 Slowup-Anlässen in der ganzen Schweiz teilgenommen. Das sind 50 000 mehr als im letzten Jahr. Migros und SportXX sind die nationalen Hauptsponsoren der autofreien Erlebnistage.

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36 | MM41, 5.10.2015 | MIGROS-WELT

Übernahme

Gesund durch den Alltag

Die Migros-Tochter Medbase übernimmt die Mehrheit an den Santémed-Zentren von Swica. Die beiden Unternehmen ergänzen perfekt die Fitnesszentren und Nachhaltigkeitsprogramme der Migros. Texte: Andrea Freiermuth, Michael West

Zahlen und Fakten

870

Mitarbeitende sind bei Medbase und Santémed tätig – darunter Hausund Spezialärzte.

35

Standorte betreiben die beiden Unternehmen insgesamt. Sie befinden sich alle in der Deutschschweiz.

70%

beträgt die Beteiligung der Migros-Tochter Medbase an den Gesundheitszentren der Swica. Quellen: Medbase, Santémed

T

Illustrationen: Klaus Meinhardt

äglich besser leben. Das hat sich die Migros in ihrer Gruppenstrategie auf die Fahne geschrieben. Zu diesem Leitsatz passt, dass sich die Detailhändlerin künftig noch mehr für die Gesundheit der Schweizer Bevölkerung engagieren möchte: Die Migros-Tochter Medbase übernimmt per Mitte Oktober eine Mehrheitsbeteiligung an den SantémedGesundheitszentren der Swica. Durch die Kooperation entsteht ein wichtiges Unternehmen in der ambulanten medizinischen Grundversorgung. Die Übernahme hat keine Auswirkungen auf den Personalbestand. «Mit dem Zusammenschluss von Medbase und Santémed werden zwei erfolgreiche Geschäftsmodelle zusammengeführt, deren Kompetenzen sich ideal ergänzen», freut sich Marcel Napierala, Geschäftsführer und Mitgründer von Medbase (siehe Interview Seite 39). Sowohl Santémed als auch Medbase haben ambulante Grundversorgung, Spezialarztmedizin und Therapieleistungen im Angebot. Die beiden Unternehmen arbeiten eng mit Kliniken, Spitälern und weiteren Spezialisten zusammen, um eine optimale Betreuung der Patienten sicherzustellen. Ergänzend tragen die Migros-Fitness- und -Freizeitanlagen zur Gesundheitsförderung und Prävention bei. Damit leistet die Migros einen grossen Beitrag zur medizinischen Grundversorgung in der Schweiz und unterstützt die Bevölke-

rung bei einem gesunden und nachhaltigen Lebensstil – dies ganz im Sinne von MigrosGründer Gottlieb Duttweiler. Bei den Krankenkassen zugelassen

Medbase beschäftigt 270 Mitarbeitende an 12 Standorten. Santémed betreibt 23 Gesundheitszentren mit 600 Mitarbeitenden. Die Fitnesscenter der Migros arbeiten bereits seit zehn Jahren eng mit Medbase zusammen. Die Dienstleistungen dieser MigrosBetriebe stehen allen offen und sprechen die breite Bevölkerung an. Für Swica-Versicherte wird das bisherige Angebot auf die Gesundheitszentren der Medbase ausgeweitet. Zudem können sie mit der Wahl speziell abgestimmter Versicherungsmodelle von Rabatten in der Grund- und Zusatzversicherung profitieren. Medbase wie auch Santémed beschäftigen ausgewiesene medizinische Fachkräfte. Sie sind zugelassene Leistungserbringer gegenüber Krankenund Unfallversicherern. Im Rahmen einer Partnerschaft zwischen der Migros und Swica sollen künftig weitere Dienstleistungen und Produkte lanciert werden, von denen Swica-Versicherte teils bevorzugt profitieren können – vor allem im Präventionsbereich. «Diese Partnerschaft erlaubt es uns, die integrierte Versorgung mit einem starken Partner voranzutreiben», erklärt Reto Dahinden, CEO von Swica. MM


MIGROS-WELT | MM41, 5.10.2015 | 37

Santémed In den 23 Gesundheitszentren der Santémed arbeiten neben Hausärzten auch Therapeuten

und Spezialärzte wie Gynäkologen, Kardiologen oder Psychologen. In den Santémed-Zentren werden auch einfache chirurgische Eingriffe vorgenommen, vor allem im dermatologischen Bereich. www.santemed.ch

Medbase Die 12 Gesundheitszentren von Medbase bieten qualitativ hochstehende medizinische und therapeutische Dienstleistungen an. Besonders stark ist Medbase in der Sportmedizin und Sportphysiotherapie und damit verbunden in der Leistungsdiagnostik, der Rehabilitation und der Prävention. www.medbase.ch

Generation M Im Rahmen des Nachhaltigkeitsprogramms Generation M engagiert sich die Migros mit verbindlichen Versprechen im Bereich Ernährung und Bewegung. So verspricht sie zum Beispiel den Zuckergehalt im Joghurtsortiment um 45 Prozent zu reduzieren. Auch engagiert sie sich als Sponsorin einer Vielzahl von Bewegungs- und Breitensportanlässen. www.migros.ch/generation-m

Fitnesscenter Die Fitnesscenter der Migros bieten ein umfassendes Trainings- und Erholungsangebot an.

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MIGROS-WELT | MM41, 5.10.2015 | 39

Interview

«Gesundheit ist Teamarbeit»

Medbase-Chef Marcel Napierala erklärt, wie es mit seiner Firma und dem neuen Partner Santémed weitergeht und wie die Kunden davon profitieren.

Bild: René Ruis

Marcel Napierala, die Firmen Medbase und Santémed rücken zusammen. Was bringt das den Kunden? Wir können voneinander lernen und so den Kunden noch bessere Dienstleistungen an­ bieten. Die beiden Firmen er­ gänzen sich sehr gut. Medbase ist besonders stark in der Sport­ und Bewegungsmedizin. Bei Santémed arbeiten viele Hausärzte und Spezialisten, die medizinische Grundversor­ gung leisten. Hinzu kommen bei beiden Anbietern viele Therapeuten, die eng mit den Ärzten zusammenarbeiten – etwa Physiotherapeuten, Chiropraktoren, Masseure oder Ernährungsberater. Viele Patienten sind sich gewohnt, dass ein Arzt in einer Einzelpraxis arbeitet. Welche Vorteile bieten die Gesund­ heitszentren von Medbase und Santémed? Wir sehen den Kunden ganz­ heitlich und betrachten nicht nur ein isoliertes Problem. Wer zu uns kommt, profitiert von Anfang an vom gebündelten Know­how verschiedener Gesundheitsexperten. So spart der Kunde Zeit: Zum Beispiel wird er nicht vom Hausarzt an einen Sportarzt und dann an einen Physiotherapeuten ver­ wiesen, die alle weit voneinan­ derliegendend praktizieren. Stattdessen findet er alles unter einem Dach. Mehrere Medbase­ Zentren liegen zudem in un­ mittelbarer Nähe zu einem Migros­Fitnesscenter, wo die aktive Rehabilitation mit einem Physiotherapeuten und dann das weiterführende Training stattfinden können.

Marcel Napierala: «Wir sehen den Kunden ganzheitlich und betrachten nicht nur ein isoliertes Problem.»

Ihre Kunden sparen also Zeit. Können sie auch Kosten sparen? Ja, denn unsere Zentren passen sehr gut zum Hausarzt­ modell oder dem HMO­Modell der Krankenkassen: Der Ver­ sicherte zahlt tiefere Prämien, wenn er zuerst stets den glei­ chen Mediziner konsultiert. Bei uns findet er Hausärzte, an die er sich immer wieder wenden kann. Zugleich hat der Kunde Zugang zu einer ganzen Gruppe aus spezialisierten Medizinern

und Therapeuten. In den Med­ base­ und Santémed­Zentren arbeiten jeweils bis zu 50 Fach­ personen. Tatsächlich bieten die Zentren eine enorme Bandbreite von Dienstleistungen an: von allgemeinen Untersuchungen über spezialisierte Sport­ medizin bis zu Akupunktur. Wie passt das alles zusammen? Die Gemeinsamkeit ergibt sich daraus, dass die verschiedenen

Experten in einem ständigen Austausch stehen. Sie betrach­ ten den gleichen Patienten aus verschiedenen Blickwinkeln und arbeiten eng zusammen, um ihn optimal zu betreuen. Mit anderen Worten: Gesundheit ist bei uns Teamarbeit. Trotz der Vielfalt unserer Dienstleistun­ gen kennen wir stets unsere Grenzen. Wir leiten Kunden zur richtigen Zeit an Spitäler und Rehakliniken weiter, wenn unsere ambulante Versorgung


40 | MM41, 5.10.2015 | MIGROS-WELT

Welche Ziele möchten Sie mit Medbase und Santémed in Zukunft erreichen? Gemeinsam betreiben wir in der Deutschschweiz zurzeit 35 Gesundheitszentren. Wir bilden ein Netzwerk, das bereits heute einer der wichtigsten Anbieter der integrierten Versorgung im Mittelland ist. In Zukunft möchten wir zur nationalen Gruppe werden. Auch in der Romandie und im Tessin sollen solche Zentren entstehen. Zudem werden wir mit der Migros und weiteren Partnern attraktive Dienstleistungen anbieten – zum Beispiel die Möglichkeit, online Termine zu buchen. Werden Sie denn genügend Hausärzte für all diese Zentren finden? Es fehlt doch heute schon an Allgemeinpraktikern. Das liegt daran, dass sich viele junge Ärzte mit der traditionellen Rolle des Hausarztes nicht mehr vollumfänglich identifizieren können. Sie wollen keine Einzelkämpfer sein. Dagegen bieten unsere Zentren attraktive Arbeitsbedingungen an: Wir nehmen den Ärzten teilweise die Administration ab, bieten ihnen die Einbettung in ein Team und auf Wunsch auch Teilzeitpensen an. Das ist wichtig, weil heute mehr Frauen als Männer Medizin studieren. Als Ärztinnen wollen sie später nicht nur Zeit für die Arbeit, sondern auch für die Familie haben. Was tun Sie eigentlich für Ihre eigene Gesundheit? Ich habe ein grosses Bedürfnis, mich in der Natur zu bewegen. Darum unternehme ich Bergwanderungen und Mountainbike-Touren, und ich betreibe im Winter Langlauf. Für mein inneres Gleichgewicht brauche ich die Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden. Wichtig ist mir auch genügend Schlaf. Zum Glück habe ich selbst in Stresszeiten nie Mühe, nachts loszulassen und schnell einzuschlafen. MM

Gesundheit

Handeln, bevor es zu spät ist Im Schweizer Gesundheitswesen wird die Prävention immer wichtiger. Migros und Medbase können hier eine wichtige Rolle spielen.

Ob bei alten oder jungen Menschen: Medizinische Vorsorge und ein aktiver Lebensstil sind wichtig.

E

ine Stadt wie Zug oder Frauenfeld TG liesse sich in der Schweiz komplett mit Ärzten bevölkern. Über 34 000 Mediziner arbeiteten im vergangenen Jahr in der Schweiz. Das Gesundheitswesen in der Schweiz ist gross und umfasst viele Institutionen: Auf der einen Seite stehen all jene, die medizinische und pflegerische Leistungen erbringen – die Ärzte in Einzel- und Gemeinschaftspraxen, die Mitarbeiter von Spitex, Spitälern, Rehakliniken und Pflegeheimen. Auf der anderen Seite sind jene Einrichtungen, die sich um die Vergütung der Leistungen kümmern – insbesondere die Krankenkassen und Unfallversicherungen. «Das Schweizer Gesundheitswesen ist sehr leistungsfähig, steht aber vor neuen und grossen Herausforderungen», sagt die Ärztin Monika Diebold, die das Schweizerische

Gesundheitsobservatorium leitet. Diese von Bund und Kantonen getragene Institution analysiert die Fülle der Schweizer Gesundheitsinformationen und hat kürzlich den «Nationalen Gesundheitsbericht 2015» publiziert. Darin wird festgehalten, dass chronische Erkrankungen wie Diabetes, Krebs oder Demenz zu einem immer grösseren Problem werden. Solche oft im Alter auftretenden Leiden sind die Kehrseite der gestiegenen Lebenserwartung. Gemeinsam für Gesundheit

Der Bericht empfiehlt «die Verminderung chronischer Krankheiten oder deren ungünstige Entwicklung durch aktive Mobilität, auch im Alter». Wichtig sei aber auch «die Vermeidung von Doppelspurigkeiten im Behandlungsprozess im Rahmen einer integrierten, patientenorientierten Gesundheitsversorgung». Genau dazu können

die Gesundheitszentren von Medbase und Santémed und die Fitnesscenter der Migros einen wichtigen Beitrag leisten. Im Netzwerk der Gesundheitszentren arbeiten Hausund Spezialärzte sowie verschiedenste Therapeuten eng zusammen. Sie leisten genau jene «patientenzentrierte, wirksame und nachhaltige Betreuung», die der Gesundheitsbericht fordert. Die Fitnesscenter tragen zur Mobilisierung der Bevölkerung bei. Doch die Migros tut in dieser Hinsicht noch mehr, indem sie zum Beispiel wichtige Breitensportanlässe unterstützt. So ist sie die Sponsorin fast aller wichtigen Volksläufe in der Schweiz. «Wichtig ist, dass es viele Wege gibt, die zu einem aktiven und gesunden Lebensstil führen», betont Diebold. «Der eine geht gern ins Fitnesscenter oder nimmt an einem Volkslauf teil. Der andere spaziert lieber allein im Wald.» MM

Bilder: Fotolia, Boris Baldinger

nicht genügt. Wir sind mit solchen Institutionen eng vernetzt und wollen diese Zusammenarbeit auch weiter ausbauen.


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42 | MM41, 5.10.2015 | MIGROS-WELT

Zeitgeist

Erinnerungen sammeln

Das Projekt Valais*Wallis Digital hat zum Ziel, das Gedächtnis des Wallis zu digitalisieren. Alle sind eingeladen, daran teil zu nehmen. Text: Mélanie Zuber

U

Foto: Mikhail Bulanov

m die Zukunft zu gestalten, muss man seine Vergangenheit kennen. Anlässlich des 200-Jahr-Jubiläums des Beitritts des Wallis zur Eidgenossenschaft hat das Forschungsinstitut Idiap in Martinach ein ehrgeiziges Projekt ins Leben gerufen: Die Bevölkerung ist eingeladen, kleine und grosse Dokumente abzuspeichern, die den Kanton prägten und es auch heute noch tun. Auf der Seite www.valais-wallisdigital.ch kann jedermann Bilder, Ton- und Filmaufnahmen im Zusammenhang mit dem Wallis ablegen. Eine Postkarte von Zermatt aus dem Jahr 1931, ein Ehevertrag von 1873, die Aufnahme der Eröffnungsrede des Stade de Tourbillon aus dem Jahr 1968, das

Plakat der Oper «Wilhelm Tell», die im August 2015 in Martinach aufgeführt wurde: Jedes Dokument hat einen Wert und trägt dazu bei, dass ein immer präziseres Porträt des Kantons gezeichnet werden kann. Der Aufbau von Sammlungen

«Aus historischer Sicht hat ein einzelnes Dokument als solches keine grosse Bedeutung», erklärt François Foglia, stellvertretender Direktor des Idiap. «Eine Vielzahl solcher Dokumente hingegen schon. Denn damit können wichtige Entwicklungen erkannt werden, und wir können unseren Kanton, seine Bevölkerung und seine Entwicklung besser verstehen.» Eine einzelne Fotografie eines Tauf- Festes hat also eine begrenzte Bedeu-

tung. Doch eine Sammlung von Tauf- Fotos der letzten fünfzig Jahre beleuchtet die Veränderungen, die diese Tradition innerhalb von zwei Generationen erfahren hat. Daher stellen die Projektverantwortlichen, die jeden Beitrag zu Valais*Wallis Digital mit Interesse verfolgen, periodisch spezifische Themenbereiche zusammen. Sie schlagen der Bevölkerung regelmässig vor, Dokumente zu einem bestimmten Thema zu posten, wie zum Beispiel Blaskapellen, die Arbeit im Weinberg, oder Kinderzeichnungen, damit Sammlungen von grossem historischen Wert erschaffen werden können. Die aktuellen Themen werden jeweils auf der Internetseite von Valais*Wallis Digital vorgestellt.


MIGROS-WELT | MM41, 5.10.2015 | 43

Ihre Region Neues aus der Genossenschaft Migros Wallis

Auch aktuelle Dokumente sind wichtig

Natürlich kann man jederzeit auch andere Dokumente ablegen, die dem thematischen Rahmen nicht entsprechen – Dokumente von früher wie von heute. «Valais*Wallis Digital sammelt nicht nur alte, sondern auch aktuelle Zeitzeugnisse», betont François Foglia vom Idiap. «Fotos oder Aufzeichnungen einer Veranstaltung, einer Landschaft oder eines modernen Gebäudes sind für uns genauso eine Bereicherung. Es wäre schön, wenn die Leute ihre Entdeckungen reflexartig auf der Online- Plattform teilen würden.» Um die breite Öffentlichkeit auf das Projekt aufmerksam zu machen, hatte die Migros Wallis im Rahmen von Valais*Wallis Di-

gital im April eine «Mania» organisiert. An den Kassen der Migros-Supermärkte wurden Sammelkarten für ein Spiel basierend auf der Walliser Geschichte abgegeben. Es ist immer noch möglich, die Kartensammlung zu komplettieren: Wer ein ganzes Spiel haben will, kontaktiert einfach das Idiap unter 027 721 77 11 oder nimmt am Wettbewerb auf der Seite von Valais*Wallis Digital teil: Jeden Monat werden fünf Beiträge ausgelost, und deren Absender erhalten ein komplettes Spiel. Ende Jahr prämiert ein weiterer Wettbewerb diejenige Person, welche den historisch gesehen aussergewöhnlichsten Beitrag abgelegt hat. MM www.valais-wallis-digital.ch

Valais*Wallis Digital sammelt nicht nur altes Archivmaterial, sondern auch Zeugnisse der Gegenwart.


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MIGROS­WELT | MM41, 5.10.2015 | 45

1955 – 2015

Geburtstags­ angebote Die Migros Wallis bläst dieses Jahr 60 Kerzen aus und lädt ihre Kundinnen und Kunden zum Fest ein. Auch diese Woche ist wieder ein Produkt im Angebot, das wie in den 50er Jahren verpackt ist: Es handelt sich um das Mineralwasser Aproz. Der Schweinsbraten (Hals) wird ebenfalls zum selben Preis wie 1955 angeboten, beziehungsweise zu 7.50 Franken das Kilo.

Der Traubenmost aus dem Wallis ist ein seltenes Produkt, das die Migros einem breiten Publikum anbieten kann.

Chasselas­Saft

Der Geburtstag wird

Ein feiner Trunk Im Wallis werden Trauben traditionell zu Wein verarbeitet. Ein Weinkeller im Zentralwallis stellt aus den süssen Früchten jedoch Traubenmost her – ein ideales Getränk für die Brisolée-Saison. Text: Mélanie Zuber

Bild: Pauliene Wessel, belchonock

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eit drei Jahren bietet die Migros Wallis ihren Kundinnen und Kunden ein Getränk aus der Frucht des Weinstocks an... das jedoch keinen Alkohol enthält. Der Weinkeller Cave Raisin 13 étoiles in Flanthey presst Chasselas-Trauben ab und verarbeitet sie zu Most. Dieser ist in der 0.75 Liter Flasche oder in der 3 Liter Saftbox in den Supermärkten im Kanton erhältlich. Der feine Trunk ist im Herbst sehr beliebt, vor allem, weil er so gut zum Brisolée passt. Es gibt jedoch nur wenige Weinkeller, die Traubenmost produzieren. Daher machte sich die Migros Wallis auf die Suche nach einem Partner, der sich zur Herstellung von

Traubenmost bereit erklärte und die Genossenschaft exklusiv belieferte. Dies erwies sich als nicht einfach, und entsprechend lange dauerte der Prozess, doch die Migros konnte die «Aus der Region»-Spezialität schlussendlich zu seinem Sortiment hinzufügen. Nicht zu süss

Die grösste Schwierigkeit bei der Herstellung des Getränks besteht darin, einen zu süssen Geschmack zu vermeiden. Für einen geringeren Zuckergehalt werden die Trauben für den Most also früher geerntet als diejenigen für den Wein. Während die Fendant-Trauben erst geerntet werden, wenn sie 82 Grad Öchsle erreicht haben, werden die Chasse-

las-Trauben schon bei rund 64 bis 68 Grad Öchsle gepflückt. Die für den Most kultivierten Weinberge sind auch nicht optimal besonnt. Das hilft, dass die Früchte nicht zu süss werden. Die Trauben für den Most «Aus der Region» wachsen in Flanthey und in Lens. Nach der Lese werden die Trauben sofort abgepresst. Der Saft wird anschliessend geklärt, vorfiltriert und pasteurisiert. Am nächsten Morgen wird der Traubenmost vom Betrieb Biofruits in Vetroz in Glasflaschen abgefüllt. Das Produkt ist also ein natürliches und gesundes Getränk, ohne irgendwelche Zusätze, und eine hervorragende Alternative zu Süssgetränken. MM

aber nicht nur in den Supermärkten gefeiert. Micasa beispielsweise bietet ein Schafffell zum Spezialpreis von 60 statt 99.90 Franken an. Die Migros Restaurants planen eine Preisreduktion beim Wasser Valais. Und im Simplon Center in Brig-Glis zeichnet eine Ausstellung gegenwärtig die Geschichte der Migros Wallis anhand von Fotos nach. www.migroswallisgeschichte.ch


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MIGROS-WELT | MM41, 5.10.2015 | 49

Aus der Region. Für die Region.

Es gibt viel zu entdecken Jetzt zeigt sich die Schweiz im bunten Herbstgewand. Für die Migros-Genossenschaften ein guter Zeitpunkt, um auf Sehenswürdigkeiten ihrer Region aufmerksam zu machen. Die Regionen Aare, Luzern und Wallis machen den Anfang und geben Ausflugstipps.

MigrosGenossenschaft Aare

Text: Claudia Schmidt

1. Zwiebelmarkt Bern

Früh aufstehen heisst es am 23. November, wenn man in Bern den traditionellen «Zibelemärit» besuchen will: Ab 6 Uhr dreht sich alles um das würzige Lauchgewächs. Ein Highlight ist die Konfetti­ schlacht, auf die sich Kinder und Jugendliche besonders freuen. Dieses Spektakel findet um 16 Uhr statt.

3 1

2

2. Schloss Lenzburg

Die historische Anlage beherbergt unter anderem die Geschichts­ werkstatt, in der man alles über den Umgang mit Feder, Tinte und Siegel erfährt. Wer sich dafür interessiert, wie früher die Landvögte auf der Burg Zölle eintrieben und für Recht und Ordnung sorgten, darf sich die Ausstellung «Federkiel und Richtschwert» nicht entgehen lassen. Sie dauert noch bis zum 31. Oktober.

Bilder: Keystone, Gabriel­Juergens & Zilm; Illustration: Noël Fischer

www.ag.ch/lenzburg

Auch er repräsentiert die Region Aare: Michael Spycher aus der Käserei Fritzenhaus in Wasen im Emmental mit seinem Bärner Meitschi, der in den Migros-Filialen der Genossenschaft Aare erhältlich ist.

e r a A 3. Rosenlaui-Schlucht

Wassermassen formten über Jahrtausende eine einzigartige Landschaft aus tosenden Wasserfällen, mystischen Grotten und bizarren Felsformationen. Der gut ausgebaute und gesicherte Weg durch die Gletscherschlucht Rosenlaui ist für dieses Jahr noch bis zum 25. Oktober offen. Rosenlauischlucht.ch


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MIGROS-WELT | MM41, 5.10.2015 | 51

1. Luzerner Herbstmesse Mit mehr als 100 rustikalen Holzbuden und einem grossen Lunapark macht die «Lozärner Määs» vom 3. bis 18. Oktober auf sich aufmerksam. Der Messebetrieb erstreckt sich vom Bahnhofsplatz über den Europaplatz bis zum Inseli. MigrosGenossenschaft Luzern 1

Luzern 3

2

Bilder: Keystone, Gabriel-Juergens & Zilm; Illustration: Noël Fischer

2. Dem See entlang Eine leichte Wanderung führt rund 14 Kilometer weit von Küssnacht am Rigi nach Luzern. Man hat den Vierwaldstättersee fast ständig im Blick und passiert auch einen Teil des Meggerwaldes, in dem ein Bodenlehrpfad zu näherer Betrachtung einlädt. Wandersite.ch

3. Auf dem Jakobsweg

Eine Spezialität aus der Region Luzern ist der Geisskäse, den Patrick Odermatt in seiner Käserei in Dallenwil NW für die Kunden der Migros Luzern herstellt.

Nicht nur Pilger finden an der 16,5 Kilometer langen Wanderung auf dem Jakobsweg von Stans NW nach Flüeli-Ranft OW Gefallen. Man geniesst die Aussicht auf den Pilatus aus südlicher Perspektive und entdeckt zahlreiche Kirchen, Kapellen und Bildstöcke. Jakobsweg.ch

«Aus der Region. Für die Region.» ist das Versprechen der Migros, in jeder Region eine grosse Vielfalt an Produkten anzubieten, die in der Region hergestellt werden und auch nur in der Region erhältlich sind. Dank jahrzehntelangem Engagement umfasst das Migros-Sortiment heute rund 8000 regionale Produkte.


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MIGROS-WELT | MM41, 5.10.2015 | 53

Wallis

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1

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2

Lac-souterrain.com

3

1. Aletschwald

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Das Schutzgebiet Aletschwald zählt zu den schönsten Bergwäldern der Schweiz. Mit seinen dichten bis lichten Beständen aus Fichten, Lärchen und bis zu 900 Jahre alten Arven ist es zu jeder Jahreszeit, aber besonders im Herbst einen Ausflug wert. Pronatura-aletsch.ch

Daniella und Gérald Couturier aus Granges produzieren für die Kunden der MigrosFilialen im Wallis die Trockenwurst «Le Montagnard».

2. Altstadtmarkt Seinem Ruf, der schönste Markt der Romandie zu sein, wird der Altstadtmarkt in Sitten immer wieder aufs Neue gerecht. Wer sich selbst überzeugen will: Marktbetrieb ist jeden Freitag von 8 bis 14 Uhr. Mvvsion.ch

Nächste Woche

Ausflugstipps für die Regionen der MigrosGenossenschaften Neuenburg-Freiburg, Zürich und Ostschweiz.


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MIGROS-WELT | MM41, 5.10.2015 | 55

Saisonküche

Winterhart und zart Wer nun tüchtig zu Lattich, Nüsslisalat und Zuckerhut greift, tankt viele Vitamine. Zudem lassen sich diese Wintersalate auch zu köstlichen Menüs verarbeiten. Text: Sonja Leissing Bilder & Styling: Claudia Linsi

Rezepte: Annina Ciocco

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Noch mehr Rezepte Die lauwarmen Lattichpäckli sehen hübsch aus und eignen sich vorzüglich als kleine Mahlzeit.

Die Saisonküche gibt es auch im Jahresabonnement, 12 Ausgaben für nur Fr. 39.– www.saison.ch/abo


56 | MM41, 5.10.2015 | MIGROS-WELT

Lauwarmer Lattichsalat Nüsslisalat mit Speck-Nuss-Gremolata mit Pilzen und Birnen

Zuckerhutsalat mit Kürbis

Aufwand 20 Minuten

Aufwand

für 4 Personen

50 Minuten für 4 Personen

Aufwand 35 Minuten für 4 Personen Zutaten 300 g gemischte Pilze, z. B. Eierschwämmli,

Zutaten 40 g Baumnüsse 2 Knoblauchzehen 1 Zitrone (nur Schale) 4 EL Joghurt nature 4 EL Sonnenblumenöl 4 EL Kräuteressig 20 g Parmesan Salz, Pfeffer 80 g Bauernspecktranchen 4 Lattich à ca. 150 g ½ dl Wasser

2 2 EL ½ 8 EL 3 EL 1 300 g

Zubereitung

Zubereitung

1. Baumnüsse in einer Bratpfanne ohne Fett kurz rösten. Knoblauchzehen in dünne Scheiben schneiden. Zitronenschale in Zesten abziehen. Zesten mit den Nüssen und dem Knoblauch zu einer Gremolata hacken. 2. Joghurt, Öl und Essig mischen. Parmesan dazureiben. Salatsauce mit Salz und Pfeffer würzen. Kühl stellen. 3. Specktranchen in grosser Pfanne kurz anbraten. Lattich ganz darauflegen. Leicht salzen. Mit dem Wasser ablöschen. Zugedeckt ca. 5 Minuten schmoren, bis der Lattich zusammenfällt. Lattich heraus­ nehmen, auf ein Schneidebrett legen und auskühlen lassen. Speck fein hacken und zur Gremolata mischen. Vom Lattich die Storzen wegschneiden, Blätter aufeinander­ legen und flach pressen. Einrollen und noch­ mals flach pressen. Lattichwickel in Stücke schneiden. Lauwarm mit der Salatsauce und der Gremolata servieren. Zubereitungszeit ca. 50 Minuten

Pro Person ca. 9 g Eiweiss, 25 g Fett, 5 g Kohlenhydrate, 1150 kJ/280 kcal

2 EL

Champignons und Steinpilze HOLL-Rapsöl Salz, Pfeffer kleine Birnen Süssmost Zwiebel Sonnenblumenöl Apfelessig Knoblauchzehe Nüsslisalat

Pilze putzen und in mundgerechte Stücke schneiden. Bei mittlerer bis starker Hitze im Rapsöl kurz anbraten. Mit Salz und Pfeffer würzen. Birnen in Schnitze schneiden und mit dem Süssmost beträufeln. Zwiebel fein hacken. Mit Sonnenblumenöl und Essig mischen. Knoblauch dazupressen und mit Salz und Pfeffer würzen. Mit dem Nüssli­ salat mischen. Mit Salz und Pfeffer ab­ schmecken. Mit Pilzen und Birnenschnitzen servieren. Zubereitungszeit ca. 35 Minuten

Pro Person ca. 4 g Eiweiss, 25 g Fett, 10 g Kohlenhydrate, 1150 kJ/280 kcal

Zutaten 4 EL milder Senf 4 EL flüssiger Honig

1 dl 1,5 dl 1 TL

500 g 300 g

Weissweinessig Sonnenblumenöl milder Curry Salz, Pfeffer Hokkaidokürbis, gerüstet gewogen Zuckerhut

Zubereitung

Senf, Honig, Essig und Öl mischen. Mit Curry, Salz und Pfeffer würzen. Kürbis fein dazureiben. Zuckerhut längs halbieren und in dünne Streifen schneiden. Dazumischen. Zuckerhutsalat mit Salz und Pfeffer abschmecken. Sofort servieren. Zubereitungszeit ca. 20 Minuten

Pro Person ca. 3 g Eiweiss, 38 g Fett, 16 g Kohlenhydrate, 1750 kJ/420 kcal


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* Erhältlich in grösseren Migros-Filialen. SOLANGE VORRAT

14.80

Luca Decke 150 x 200 cm, erhältlich in diversen Farben, z.B. beige, pro Stück, gültig bis 19.10.2015

4 für 2

4.20 statt 8.40

Cucina & Tavola Papierservietten im 4er-Pack, FSC z.B. grün/gelb, 33 x 33 cm, 4 x 30 Stück, gültig bis 19.10.2015

30%

5.85 statt 8.40

Papeteria Klebestift im 4er-Pack 4 x 20 g, gültig bis 18.10.2015

9.90 statt 12.90

Alle Covergirl Mascaras, ab 2 Stück jedes 3.– günstiger, z.B. lashblast fusion Mascara 860 very black, 13.1 ml, gültig bis 19.10.2015

10.20 statt 12.80

Gesamtes Damen-Tag- oder NachtwäscheSortiment (ohne Mey), 20% günstiger, z.B. Slip Maxi, weiss, Cotton Lace, Gr. 40, pro Stück, gültig bis 19.10.2015

7.90

Kinder-Kniesocken im 3er-Pack oder -Strumpfhosen erhältlich in diversen Sujets und Grössen, z.B. Kniesocken im 3er-Pack, türkis, Gr. 31–34, gültig bis 19.10.2015


WEITERE ANGEBOTE. FRÜCHTE & GEMÜSE Birnen Conférence, Schweiz, per kg 2.45 statt 3.50 30% Pflaumen rot, Italien/Spanien, per kg 1.95 statt 2.95 33% Trauben weiss kernlos, Griechenland, Schale à 500 g 1.75 statt 2.50 30% Eisbergsalat, «Aus der Region.», pro Stück 1.30 statt 1.75 25% Rispentomaten, Schweiz/Niederlande, per kg 3.20 statt 4.60 30% Kartoffeln Amandine, Schweiz, Sack à 1.5 kg 3.30 statt 4.80 30% Karotten, «Aus der Region.», Beutel à 1 kg 1.40 statt 2.10 30% Bio Kartoffeln festkochend, Schweiz, Tragtasche à 2 kg 3.30 Asia Panang Curry, 20x 360 g 8.90 NEU ** Kastanien, Frankreich/Italien, per kg 7.90 statt 12.50 33%

FISCH, FLEISCH & GEFLÜGEL Waadtländer Saucisson, Schweiz, per 100 g 1.55 statt 1.95 20% Rapelli Apéro KalbfleischPastete im Duo-Pack, Schweiz, 2 x 300 g 11.50 statt 23.10 50% M-Classic Landjäger, Schweiz, 4 x 2 Stück 4.80 statt 7.20 33% Optigal Pouletschenkel 4 Stück, gewürzt oder nature, Schweiz, z.B. nature, per kg 9.– statt 13.– 30% Bio Forellenfilets geräuchert im 3er-Pack, Zucht aus Dänemark, 3 x 100 g 10.50 statt 15.– 30% Lammnierstück, Neuseeland, 1 Stück pro Schale, per 100 g 4.30 statt 5.40 20% TerraSuisse Schweins-Cordonbleu, per 100 g 1.85 statt 3.10 40% Optigal Poulet-Minifilets, Schweiz, Schale, per 100 g 2.90 statt 3.65 20% MSC Kabeljau-Rücken Suprême, Wildfang aus dem Nordostatlantik, per 100 g 3.35 statt 4.20 20%

Für Ihren Einkauf hier ausschneiden.

BROT UND MILCHPRODUKTE Die Butter, Mödeli à 250 g, –.40 günstiger 2.65 statt 3.05 Fondue Moitié-Moitié 20x fixfertig, 600 g 12.80 NEU ** Frischfondue Moitié-Moitié im Duo-Pack, 2 x 400 g 13.10 statt 16.40 20% Brot «Provençal», 400 g 2.45 statt 3.10 20% Walliser Raclette, AOP, per kg 20.– statt 25.– 20% Gruyère rezent, AOP, 1 kg, 500 g, 250 g, per 100 g 1.25 statt 1.85 30%

BLUMEN & PFLANZEN Fairtrade Minirosen mit Schleierkraut, Stiellänge 40 cm, erhältlich in diversen Farben, Bund à 15 Stück 10.90 Alle Calluna oder Erika Pflanzen, z.B. Calluna, im 11-cm-Topf, pro Pflanze 3.10 statt 3.90 20%

WEITERE LEBENSMITTEL Alle Mars, Snickers oder Twix Riegel im 12er-Pack, 10 Stück + 2 gratis, z.B. Snickers, 12 x 50 g 4.15 statt 5.– 15% Frey Napolitains im 1-kg-Beutel, UTZ, assortiert 11.45 statt 22.90 50% Alle Merci oder Toffifee, z.B. Merci, 250 g 20x 3.95 20x PUNKTE Chocky Rollen Schokolade oder Milch im 3er-Pack, z.B. Schokolade, 3 x 250 g 5.20 statt 7.80 3 für 2 Tchoko Kakaogetränk, 20x 400 g 2.80 NEU *,** Café Royal Bohnenkaffee, UTZ, z.B. Prince Chester, 20x 500 g 8.90 NEU *,** Boncampo Kaffee Bohnen oder gemahlen im 4er-Pack, UTZ, mit Gratis-Einkaufstasche, z.B. gemahlen, 4 x 500 g 13.10 statt 20.80 33% Boncampo-Classico oder -Espresso Kapseln, Packung 20x à 16 Stück 4.20 NEU *,** Gesamtes Delizio KapselSortiment, UTZ, z.B. Espresso, 48 Kapseln 19.80 10x PUNKTE 10x Café Royal-Lungo oder -Espresso Kapseln, UTZ, Packung à 33 Stück, z.B. Café Royal 20x Lungo 12.– NEU *,** Gesamtes Nescafé Sortiment, z.B. Gold de Luxe, 180 g 8.45 statt 10.60 20% Tetley Collection Délicate Grüntee, Packung 20x à 20 Stück 3.10 NEU *,** Klostergarten Original Bachblütentee mit Schweizer Alpenkräutern, Body, Migros-Bio, Packung à 15 Stück 20x 5.20 NEU *,** Swiss Alpine Herbs Alpenfeueroder Winterbrise-Tee, Bio, Packung à 14 Stück 20x 5.40 NEU *,** Yogi Tea Finest Selection, Bio, 9 x 2 Stück 5.20 NEU *,** 20x Messmer Tees, z.B. Marokkanischer Masir, 20 Stück 20x 2.90 NEU *,** Extra Konfitüren im 3er-Pack, z.B. assortiert, 3 x 500 g 6.– statt 9.05 33% Kellogg’s Frozen, 20x 350 g 3.90 NEU **

Alle Farmer Getreidestängel, ab 2 Packungen jede –.80 günstiger, z.B. Crunchy Honig, 240 g 3.60 statt 4.40 M-Classic-Käse- oder -SpinatPlätzli im Duo-Pack, tiefgekühlt, z.B. Spinat-Plätzli, 2 x 10 Stück 10.05 statt 14.40 30% M-Classic Pouletgeschnetzeltes im Duo-Pack, tiefgekühlt, 2 x 350 g 6.85 statt 11.45 40% Alle M-Classic oder Migros-Bio Marroniprodukte, tiefgekühlt, z.B. Migros-Bio Marronipüree, 250 g 2.05 statt 2.60 20% Alle Coca-Cola Dosen im 6er-Pack, 6 x 33 cl, z.B. Classic 3.35 statt 4.20 20% Alle Obstsäfte frisch ab Presse, 1.5 Liter oder 6 x 1.5 Liter, z.B. Süssmost 1.5 Liter 1.55 statt 1.95 20% Migros-Bio, Fairtrade Quinoa Tricolore, 20x 400 g 5.60 NEU ** Alle Longobardi Saucen, ab 2 Stück jedes –.50 günstiger, z.B. Passata di Pomodoro, 700 g 1.55 statt 2.05 Alle Garofalo Teigwaren, ab 2 Packungen jede –.50 günstiger, z.B. Rigatoni, 500 g 2.– statt 2.50 Migros-Bio, Fairtrade Kokosöl kaltgepresst, 200 g 20x 6.90 NEU ** Bio Trocomare, 250 g 20x 4.80 NEU ** Alle Bon Chef oder Knorr Bouillons, z.B. Bon Chef Gemüsebouillon, 5 x 20 g 2.– statt 2.50 20% M-Classic Maiskörner im 6erPack, 6 x 285 g 4.55 statt 5.70 20% Gesamtes Subito Sortiment, ab 2 Packungen jede –.50 günstiger, z.B. Pasta all’arrabbiata, 160 g 2.20 statt 2.70 Zweifel Graneo oder Corn Chips in Sonderpackung, z.B. Graneo Original, 225 g 5.25 statt 6.60 20% Bio Roggenvollkornbrot, 500 g 3.40 Bio Mini-Schoko-Moelleux, 200 g 4.40 Minitörtli im 4er-Pack, z.B. Linzer Törtli, 4 x 75 g 4.20 statt 5.60 25% Sélection Tête-à-Tête, 120 g 20x 5.40 NEU ** Alle M-Classic und Léger Becher, z.B. M-Classic Schwedenbecher, 100 g 2.30 statt 2.90 20% Anna’s Best und Bio Randenwürfel, z.B. Anna’s Best Randenwürfel, 400 g 2.30 statt 2.90 20% M-Classic Pizza im 4er-Pack, z.B. Padrone, 4 x 370 g 11.50 statt 19.20 40% M-Classic Lasagne im 3er-Pack, 3 x 400 g 8.80 statt 12.60 30%

NEAR-/NON-FOOD Vital Balance-Nassfutter im 12er-Pack oder -Trockenfutter im 4er-Pack, z.B. Trockenfutter Adult, Lachs, 4 x 450 g 15.– statt 18.80 20% Alle Covergirl Mascaras, ab 2 Stück jedes 3.– günstiger, z.B. lashblast fusion Mascara 860 very black, 13.1 ml 9.90 statt 12.90 **

*Erhältlich in grösseren Migros-Filialen. **Gültig bis 19.10. Genossenschaft Migros Wallis ANGEBOTE GELTEN NUR VOM 6.10. BIS 12.10.2015, SOLANGE VORRAT

I am Körper- oder Haarpflegeprodukte im 3er-Pack, z.B. Intense Moisture Shampoo, 3 x 250 ml 5.10 statt 7.65 33% ** Rexona Pure Fresh Deo 20x Roll-on, 50 ml 3.10 NEU ** Axe Black Night, Adrenaline oder Signature Men Deo, z.B. Adrenaline, 150 ml 20x 4.65 NEU ** Axe Black Night Shower 20x Gel, 250 ml 3.50 NEU ** Axe Anarchy for her Shower Gel, 250 ml 20x 3.50 NEU ** Gesamtes I am Sortiment (ohne Mehrfachpackungen), z.B. Cremebad Milk & Honey, 500 ml 2.80 statt 3.50 20% ** Damen-Fleecejacken, erhältlich in diversen Farben und in den Grössen S–XXL, z.B. gletscher bedruckt, Gr. M, pro Stück 24.80 ** Gesamtes Damen-Tag- oder Nachtwäsche-Sortiment (ohne Mey), z.B. Slip Maxi, weiss, Cotton Lace, Gr. 40, pro Stück 10.20 statt 12.80 20% ** Alle Pampers Baby-Dry Pants, z.B. Gr. 5, 36 Stück 20x 18.80 NEU *,** Huggies-Little Swimmers, -DryNites oder -Pull-Ups, z.B. Huggies DryNites, Girl, Packung à 10 Stück 10.20 statt 12.80 20% Kinder-Kniesocken im 3er-Pack oder -Strumpfhosen, erhältlich in diversen Sujets und Grössen, z.B. Kniesocken im 3er-Pack, türkis, Gr. 31–34 7.90 ** Total Waschmittel, z.B. 2.475 kg 7.95 statt 15.90 50% Soft Toilettenpapier in Mehrfachpackungen, FSC, z.B. Comfort, 32 Rollen 13.20 statt 18.90 30% ** Color-Party Bratpfannen Ø 28 cm, erhältlich in diversen Farben, z.B. rot, pro Stück 19.80 ** Arcuisine ofenfeste Glasschalen im 2er-Set, rechteckig oder oval, z.B. rechteckig, 35 x 22 cm und 32 x 20 cm, pro Set 14.80 ** Cucina & Tavola Kartuschen und Krug im Set, 3 Kartuschen, 1 Krug gratis 14.80 ** Bormioli Trinkgläser im 6er-Set 4.90 ** Cucina & Tavola Trinkgläser Tricolore in Mehrfachpackung, z.B. Acqua, 28 cl, 2 x 3 Stück 6.90 statt 13.80 2 für 1 ** Cucina & Tavola Papierservietten im 4er-Pack, FSC, z.B. grün/gelb, 33 x 33 cm, 4 x 30 Stück 4.20 statt 8.40 4 für 2 ** Tischset schwarz im 4er-Pack 9.80 ** Küchentücher im 4er-Set, erhältlich in diversen Farben, z.B. Plain, grau 9.80 ** Spacebox Büroboxen transparent im Duo-Pack 26.– statt 52.– 50% ** Luca Badematten im 2er-Set, 50 x 80 cm und 45 x 45 cm, erhältlich in Grau oder Hellgrün, z.B. hellgrün, pro Set 19.80


NEU IN IHRER MIGROS. NEU

4.20

Boncampo-Classico oder -Espresso Kapseln Packung à 16 Stück, z.B. Boncampo Classico

NEU

5.20

Klostergarten Original Bachblütentee mit Schweizer Alpenkräutern Body, Migros-Bio Packung à 15 Stück

NEU

6.90

Migros-Bio, Fairtrade Kokosöl kaltgepresst 200 g

NEU

12.–

Café Royal-Lungo oder -Espresso Kapseln, UTZ Packung à 33 Stück, z.B. Café Royal Lungo

NEU

2.80

Tchoko Kakaogetränk 400 g

NEU

5.60

Migros-Bio, Fairtrade Quinoa Tricolore 400 g

Erhältlich in grösseren Migros-Filialen. ANGEBOTE GELTEN NUR VOM 6.10. BIS 19.10.2015, SOLANGE VORRAT

NEU

12.80

Fondue Moitié-Moitié fixfertig 600 g

NEU

5.40

Sélection Tête-à-Tête 120 g


MIGROS-WELT | MM41, 5.10.2015 | 65

Wissenswertes

Hintergrund

Rund um Wintersalate In der Küche

Mit ein bisschen Krea­ tivität lassen sich aus Wintersalaten wahre Feinschmeckergerichte zaubern. Zuckerhut und Nüsslisalat zum Beispiel lieben die Gesellschaft von klein geschnittenem Ei, knusprig gebratenen Speckwürfelchen oder gedünsteten Pilzen. Lattich brilliert in asiati­ schen Rührgerichten ebenso wie in deftigen Suppen. Die hellen Innenblätter werden fein geschnitten bevor­ zugt für Caesar Salad verwendet, die dunk­ leren und festeren ent­ falten ihren Geschmack in exotischen Eintöpfen. Die Blattrippen erinnern geschmacklich an Spargeln.

Mehr Rezepte unter Saison.ch

Vitaminquellen Die Bitterstoffe in Wintersalaten halten unseren Stoffwechsel auf Trab. Und auch in Sachen Mineralstoffe und Vitamine sind sie zum Beispiel einem Sommersalat wie dem Kopfsalat weit überlegen.

Nüsslisalat

Zuckerhut

Er gehört eigentlich gar nicht zu den Blattsalaten, denn er ist verwandt mit den Baldriangewächsen. Darum ist er auch so aro­ matisch. Die ätherischen Öle verleihen seinen Rosetten die nussige Geschmacksnote. Beim Vitamin­C­Gehalt hängt der Nüsslisalat alle anderen Salatsorten ab.

Der im Zuckerhut enthaltene Bitterstoff Lactucopikrin stimuliert den Stoffwechsel, ist appetitanregend und fördert die Verdauung. Er ist reich an den Mine­ ralstoffen Kalium, Kalzium und Phosphor sowie an Provitamin A und den Vitaminen B1 und B2.

Gründlich waschen Die zarten Rosetten vom Nüsslisalat sollte man mehrmals vorsich­ tig in einem Wasserbad schwenken, bis Sand und Erde ausgewaschen sind (Wasser zwei bis drei Mal wechseln).

Bilder: Stockfood (2), Ingo Wandmacher

Gut zu wissen

Gemüse und Salate mit Bitterstoffen sollen gegen Erkältungen, Infektionen und Entzün­ dungen wahre Wunder wirken. Zugeschrieben wird ihnen auch eine anregende Wirkung auf die Funktionen der Leber. Wer bitter nicht mag, kann die Blätter kurz dünsten, und die Bitterstoffe verflüch­ tigen sich. Doch leider gehen so auch wertvolle Mineralstoffe und Vitamine verloren. In Zusammenarbeit mit www.saison.ch

Lattich Seine festen Blätter und die Stängel enthalten einen weisslichen Milchsaft mit dem Bitterstoff Lactucin, dem nervenberuhigende Wirkung nachgesagt wird. Lattich liefert zudem Eisen, Magnesium, Folsäure, Jod und reichlich Vitamin C.


66 | MM41, 5.10.2015 | MIGROS-WELT

Bifidus-Drinks

Fit in den Herbst starten Als Ergänzung zum Frühstück oder als Zwischen­ verpflegung unterwegs sind die Bifidus-Joghurtdrinks aus der Migros ideal. Text: Anna­Katharina Ris

Bifidus Joghurt Drink Mango,500 ml Fr. 1.85

Bilder/Styling: Christine Benz

Wer auch in der kühlen Jahreszeit fit in den Tag starten will, gönnt sich neben dem täglichen Müesli regelmässig einen selbst gemachten Smoothie oder Milchshake. Für die Zubereitung bieten sich die Bifidus-Joghurtdrinks an. Da sie in verschiedenen, überwiegend fruchtigen Geschmacksnoten verfügbar sind, ist die Vielfalt ihrer Verwendungsmöglichkeiten gross. Vorteilhaft ist auch die Portionierung, denn neben den Bifidus-Drinks in der Halbliterflasche gibt es die Probiotic-Varianten im Format 8 mal 100 Gramm. Ein perfektes Mass für den täglichen Genuss.

Tipp 1

Auch Zwetschgen und andere Herbstfrüchte passen ins Müesli.

Joghurt-MangoMüesli mit Goji und Trauben 2 Äpfel in eine Schüssel reiben. 150 g Haferflocken, 100 g Sojaflocken, 4 EL Gojibeeren und 5 dl Joghurt-Drink Mango dazugeben und mischen. Müesli ca. 1 Stunde kühlstellen. Mit einigen Trauben belegen und servieren. Nach Belieben mit Chiasamen bestreuen.

Die M-Industrie stellt viele MigrosProdukte her. Dazu gehören auch die Bifidus-Drinks.


MIGROS-WELT | MM41, 5.10.2015 | 67

Tipp 2

Tipp 3

Mokka-SchoggiMilkshake 3 dl Joghurt-Drink Mokka mit einem kalten Espresso, 2 EL Schokoladenpulver, 1 EL Honig, 1 TL Zimt und 3 dl Sojamilch oder Milch in einem Mixbecher aufschäumen. In Gläser abfüllen und servieren.

Erdbeer-Beerensmoothie mit Minze 3 dl Joghurt-Drink Erdbeere, 1 Beutel Vanillezucker, Saft einer halben Limette und 250 g Beeren (z. B. Himbeeren) in einem Mixbecher pürieren. In Gläser füllen, mit Pfefferminzblättern dekorieren und servieren.

Bifidus Joghurt Drink Mokka, 500 ml Fr. 1.85

Bifidus Joghurt Drink Erdbeere, 500 ml Fr. 1.85

Rezepte www.saison.ch

Bifidus Probiotic Drink Multivitamin 8 × 100 g Fr. 6.40

Bifidus Probiotic Drink Orange/Karotte 8 × 100 g Fr. 6.40 In grösseren Filialen

Bifidus Probiotic Drink Erdbeere 8 × 100 g Fr. 6.40


68 | MM41, 5.10.2015 | MIGROS-WELT

Bio-Sortiment

Es geht noch besser! Das Interesse an Bio-Lebensmitteln wächst. Deshalb optimiert die Migros laufend ihr Bio-Sortiment – und das nicht nur mit attraktiven neuen Produkten, sondern auch mit verbesserten Verpackungen und verfeinerten Rezepturen. Text: Heidi Bacchilega

Bild: Sandra Kennel

Styling: Katja Rey

Bio Bauernbrot, 350 g Fr. 3.10

Bio Dinkelbrot, 400 g* Fr. 3.20

Verpackung optimiert Die lang haltbaren Bio-Brote sind jetzt transparent verpackt und mit einem Farbcode versehen. So findet man sein Lieblingsbrot schneller im Regal.

Bio Roggenschrotbrot, 400 g Fr. 2.80

Bio Roggenvollkornbrot, 500 g Fr. 3.40

20 × CumulusPunkte auf alle lang haltbaren Bio-Brote und Bio-Schokoladen Moelleux bis 12. 10.

Bio Pumpernickel, 250 g* Fr. 1.60 * in grösseren Filialen


MIGROS-WELT | MM41, 5.10.2015 | 69

Süsse Premiere Die neuen Bio-Schoggiküchlein aus Frankreich überraschen mit einer feinen weichen Füllung und zergehen auf der Zunge. Sie sind in einer Box à 6 Stück erhältlich, wobei jedes Küchlein einzeln verpackt ist.

Bio Mini Schoko Moelleux, 200 g* Fr. 4.40

Gruyère in Bio-Qualität Selten sind sich Deutsch- und Westschweizer so einig wie beim Käse: Der rezente Gruyère ist in beiden Landesteilen der Lieblingskäse. Deshalb ist er ab sofort auch in Bio-Qualität erhältlich.

Bio Kardamom, gemahlen, 27 g Fr. 2.10

Bio Ingwer, Max Havelaar, gemahlen, 25 g* Fr. 1.50 Bio Thymian, getrocknet, 15 g Fr. 1.60

Für mehr Geschmack Kein Koch der Welt verzichtet freiwillig auf Gewürze und Kräuter. Ob gemahlen oder getrocknet: In Bio-Qualität sind die natürlichen Geschmacksverstärker noch kostbarer.

Bio Salbei, getrocknet, 12 g* Fr. 2.30

Bio Erdnüsse, 250 g* Fr. 1.70

Öl- statt Ofenröstung Seit das Produktionsverfahren für die Bio-Erdnüsse von der herkömmlichen Ofenröstung auf Ölröstung umgestellt wurde, schmecken die Kerne noch intensiver. Bio Gruyère mittelreif, per 100 g Fr. 2.25

Migros Bio steht für eine Landwirtschaft im Einklang mit der Natur. Das Bio-Sortiment umfasst rund 1600 Produkte.

Ein Teil von


20% AUF DAS GESAMTE I AM

2.20 statt 2.80

I am Hand- und Nagelbalsam (ohne Mehrfachpackungen), 100 ml, 20% günstiger

7.20 statt 9.–

I am Kaltwachsstreifen (ohne Mehrfachpackungen), 10 x 2 Stück, 20% günstiger

4.85 statt 6.10

I am ausgleichende Tagescreme (ohne Mehrfachpackungen), 50 ml, 20% günstiger

6.20 statt 7.80

I am Reinigungstücher im Duo-Pack 2 x 25 Stück, 20% günstiger

Bei allen Angeboten sind Mehrfachpackungen ausgenommen. ANGEBOTE GELTEN NUR VOM 6.10. BIS 19.10.2015, SOLANGE VORRAT


SORTIMENT.

2.– statt 2.50

I am Sensitive Deo Roll-on (ohne Mehrfachpackungen), 50 ml, 20% günstiger

7.80 statt 9.80

I am natural cosmetics Pure Sensitive Body Lotion (ohne Mehrfachpackungen), 350 ml, 20% günstiger

4.70 statt 5.90

I am Men Sensitive 2 in 1 After Shave Balm (ohne Mehrfachpackungen), 100 ml, 20% günstiger

2.80 statt 3.50

I am Milk & Honey Cremebad (ohne Mehrfachpackungen), 500 ml, 20% günstiger

1.65 statt 2.10

2.40 statt 3.05

I am Professional Pure Volume Shampoo (ohne Mehrfachpackungen), 250 ml, 20% günstiger

3.90 statt 4.90

I am Feuchtigkeits Body Lotion (ohne Mehrfachpackungen), 400 ml, 20% günstiger

I am Soft Cream Cremedusche (ohne Mehrfachpackungen), 250 ml, 20% günstiger


72 | MM41, 5.10.2015 | MIGROS-WELT

In der Sennaria Surselva in Disentis produziert die Bergsenn AG Heidi-Käse ganz traditionell aus frischer Bergmilch.

Jetzt neu verpackt Die Verpackung der HeidiKäse wurde verbessert. Sie ist nun leichter zu öffnen und trägt einen Farbcode, der Auskunft über den jeweiligen Reifegrad des Käses gibt. Heidi Bündner Bergrahmkäse, per 100 g Fr. 2.45

Heidi

Weil Qualität kein Zufall ist

Mit frischer Milch vom Berg startet der Herstellungsprozess für Heidi-Bergkäse. Wer die weiteren Schritte verfolgt, stellt fest: In den Käsereien der Bergsenn AG sind echte Spezialisten am Werk. Text: Jacqueline Vinzelberg Bilder: Nicola Pitaro

Heidi Bergkäse, halbfett, per 100 g Fr. 2.10 In grösseren Filialen

Die M-Industrie stellt viele MigrosProdukte her. Dazu gehören auch diverse Sorten Heidi-Käse.

W

ie unsere Gross­ väter produ­ zieren wir Käse ganz traditionell, mit viel Können und Liebe», sagt Marcel Singer, Geschäfts­ führer der Bergsenn AG in Disentis. Hier oben, 1130 Meter über Meer, wird unter anderem Heidi­Bergkäse hergestellt. Wie bei allen Heidi­Produkten stammen die Rohstoffe dafür aus dem Berg­ und Alpgebiet.

In den Sommermonaten, wenn die Kühe auf der Alp sind, fliesst die täglich frisch gemolkene Milch via Pipeline von der Alp direkt in die Käserei, wo sie sofort weiterverarbeitet wird. «Weil die Kühe hauptsächlich Gräser und Bergkräuter fressen und viel Bewegung haben, ist die Bergmilch besonders gehalt­ voll», erklärt Marcel Singer. «Daraus machen wir eines der

natürlichsten Produkte über­ haupt: Heidi­Bergkäse.» Und das geht so: Zusammen mit Milchsäurebakterien und Lab lässt man die Milch fest werden. Anschliessend wird die Masse zerschnitten. Nach­ dem der Käsebruch in Form gepresst wurde, reifen die Laibe unter sorgfältiger Pflege meh­ rere Monate im Käsekeller, bis sie ihr sortentypisches Aroma entwickelt haben. MM


MIGROS-WELT | MM41, 5.10.2015 | 73

Je nach Sorte dauert die Käsereifung sechs Wochen bis zwölf Monate. Während des Reifeprozesses werden die Laibe regelmässig gewaschen und gewendet.

1

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1 Nach der Anlieferung und einer Qualitätskontrolle wird die frische Milch unverzüglich verarbeitet. 2 Jeder Herstellungsschritt ist ein Zusammenwirken von moderner Technik und bewährter Handarbeit. Die eingedickte Milch wird mit der Käseharfe geschnitten. Der Käsermeister überwacht den Prozess.

3 Der Käsebruch wird abgefüllt und in Laibformen gepresst, bevor er zum aromatischen Bergkäse heranreift. 4 Nur Käse bester Qualität gelangt in den Verkauf. Kriterien für die Bewertung sind Lochbildung, Konsistenz, Geschmack und Aussehen.


GESAMTES TOFFIFEE UND MERCI SORTIMENT G端ltig vom 6.10. bis 12.10.2015, solange Vorrat

Toffifee und merci gibts in Ihrer Migros und bei LeShop.ch


MIGROS-WELT | MM41, 5.10.2015 | 75

Sun Queen

Reifer, süsser, fruchtiger Sie sind immer parat, halten ewig und haben trotzdem ein frisches, intensives Aroma: Die Sun-QueenAnanasscheiben aus der Dose wurden vollreif geerntet und in ihrem eigenen Saft eingelegt. Dieser reine Ananassaft ist ausschlaggebend für den vollen Geschmack der konservierten Früchte. Er mundet auch als Trinksaft oder weiterverarbeitet im Dressing zum Trevisano-Avocado-Salat mit kurz gebratenen Ananasscheiben.

Bild und Styling: Claudia Linsi

Rezept fürs Dressing

Den Saft einer Dose Ananas durch ein Sieb geben und in einer Pfanne auf die Hälfte einköcheln. Auskühlen lassen. ½ Bund Koriander hacken. Ananassaft und Saft einer Limette mit 1 EL Sojasauce und Koriander mischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Sun Queen Ananasscheiben, 340 g Fr. 1.95

Sun Queen Ananascheiben, 149 g Fr. 1.05


76 | MM41, 5.10.2015 | MIGROS-WELT

Suisse Mania

Alle mitmachen!

Basteln, malen, sich verkleiden und beim Wurfspiel absahnen: Bei der Suisse-Mania-Roadshow in den grossen Migros-Filialen haben Kinder mächtig viel Spass. Text: Anna-Katharina Ris

Bilder: René Ruis

Ganz schön keck: Dass der Korb des Heissluftballon­ gespanns eigentlich Ziel des Wurfspiels ist, scheint diesem Lausbub für ein Mal schnurzpiepegal zu sein.


MIGROS-WELT | MM41, 5.10.2015 | 77

Nur am Mittwoch, 7. Oktober

3. Wochenjoker: die Zahnradbahn Monte Generoso

1

An diesem Mittwoch erhält jeder Kunde, der für mindestens Fr. 60.– einkauft, das Modell der Monte-GenerosoZahnradbahn mit drehbaren Rädern.

2

3

Sammeln und spielen

Auch weiterhin erhalten Kunden pro Fr. 20.– Einkaufswert ein Sachet. Das zugehörige Spiel und das Sammelalbum kann man in jeder Filiale kaufen. Noch bis zum 9. Oktober erhält jedes Famigros-Mitglied beim Scannen des Spiels an der Kasse automatisch Fr. 5.– Rabatt, sofern es im Vorhinein seinen digitalen Rabattcoupon aktiviert hat.

B

uben und Meitli, die sich gern verkleiden, kommen voll auf ihre Kosten. Ob als Pilot, Armbrustschütze oder im Sennenchutteli: Vor der Kulisse des Matterhorns aus Karton können sie ein Sofortbild von sich schiessen lassen und es nach Hause mitnehmen. Zum Andenken an die Suisse-ManiaRoadshow basteln die Kinder aus Luftballons kleine bunte Heissluftballongespanne mit Papierkörbchen. Oder sie können beim

1 Ran an die Farbstifte:

lustigen Wurfspiel ihre Geschicklichkeit testen und dabei gleich ein paar Suisse-Mania-Sachets mit Schweizer Sehenswürdigkeiten und Klebebildchen zum Sammeln gewinnen. Dies und noch einiges mehr ist beim kunterbunten Kinderfest geboten, so lange das Suisse-ManiaFieber grassiert. Die Suisse-Mania-Roadshow findet in diesen Wochen jeweils in grossen Migros-Filialen statt. Wann und wo, erfährt man auf Suissemania.ch. MM

Als Sujets fürs Ausmalen dienen ein Heissluftballon, das Matterhorn und das Bundeshaus. 2 Der Countdown läuft:

Nur das Papierkörbchen muss noch angebunden werden, dann kann die Ballonfahrt starten. 3 Nach Herzenslust kleben,

schneiden, falten: Bei der Suisse-Mania-Roadshow sind auch die Kleinsten willkommen.

Die Zahnradbahn suchen und gewinnen

Wer auf der Website Suissemania.ch die Monte-Generoso-Zahnradbahn findet, nimmt an der Verlosung von Migros-Geschenkkarten teil und gewinnt mit etwas Glück eine Ballonfahrt für zwei Personen.


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MIGROS-WELT | MM41, 5.10.2015 | 79

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Mehr Vitalität für die Haut

Die Produkte der Pflegelinie Zoé Effect erhalten die Jugendlichkeit der Haut und beugen ersten Falten vor. Für schöne Augen und Lippen Die dünne Haut der Augen- und Lippenpartie ist für erste Anzeichen der Alterung besonders anfällig. Die hochwirksame Formulierung mit Hyaluronsäure wirkt dem entgegen und strafft die Haut. Das Produkt wird morgens und abends auf die gereinigten Partien aufgetragen.

Zoé Effect Lip & Eye Elixir, 15 ml* Fr. 24.40

Reduziert die ersten Fältchen Das Elexir ist eine perfekte Basis für ein Make-up und kann auch als Unterpflege, in Kombination mit der Zoé Effect Day Cream, angewandt werden. Die Faltentiefe wird nachweislich gemildert und die Hautelastizität verbessert. Das Elixier wird am Morgen auf Gesicht, Hals und Dekolleté aufgetragen.

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Strafft und glättet Das Serum mit hochwertigem Arganöl trägt man morgens und abends unter der Pflege auf das gereinigte Gesicht auf. Es sorgt für eine weichere Haut und beugt der Hautalterung vor.

Zoé Effect Anti-Aging Booster Serum, 30 ml Fr. 26.50

Befeuchtet und schützt Die Tagescreme mit dem pflanzlichen Wirkstoff Myramaze schützt die Haut vor schädlichen Umwelteinflüssen und vor Trockenheit. Die cremig-zarte Formulierung glättet Fältchen sichtbar, die Haut fühlt sich weich und geschmeidig an.

Zoé Effect Anti-Aging Day Cream SPF 15, 50 ml* Fr. 22.40 * in grösseren Filialen

Die M-Industrie stellt viele Migros-Produkte her. Dazu zählt auch die Pflegelinie Zoé Effect.


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MIGROS-WELT | MM41, 5.10.2015 | 81

2

Micasa

Das kann ja heiter werden!

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Nicht nur auf dem Laufsteg, auch im Interieur-Design ist der GrannyLook angekommen. Doch wer jetzt an verstaubte Relikte aus Grossmutters Zeiten denkt, liegt falsch, denn der Retrotrend in der Micasa kommt chic aufgefrischt daher. Beispiel Küchenzubehör: Hier mischt sich verspielter Landhausstil unter schlichtes nordisches Design, dort wechseln sich klassische Kaffeehausstühle in zarten, heiteren Pastellfarben mit nostalgisch angehauchten Gugelhopfformen und Zuckerstreuern in poppigem Rosa ab.

3

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Trendig: Bonbontöne und Cremefarben 5

Retrodesign zeitgemäss interpretiert 1 Stuhl Clara, Ulme, weiss lackiert, Sitzfläche aus Rattangeflecht Fr. 139.– 2 Gugelhopfform, Keramik/beschichteter Stahl, rosa/weiss, Ø 23 cm, H: 9 cm Fr. 12.90 3 Holzutensilien-Set, Buche, natur/türkis/rosa, 3-teilig Fr. 12.90 4 Zuckerstreuer im Retrolook, Weissblech, rosa, Ø 8 cm, H: 11 cm Fr. 14.90

Bilder: zVg

6

5 Esstisch Romanelli, Tischplatte MDF, Beine Gummibaum, weiss lackiert, L × B × H: 120 × 75 × 75 cm Fr. 199.– 6 Espresso-Becher Marcella, diverse Farben, 150 ml, pro Stück Fr. 3.50 Alle Produkte sind in der Micasa oder im Online-Shop unter Micasa.ch erhältlich.


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MIGROS­WELT | MM41, 5.10.2015 | 83

Frage der Woche

«Kann ich alte Elektrogeräte wie Computer oder Staubsauger in die Migros zurückbringen, auch wenn ich sie nicht dort gekauft habe?» Ja, die Melectronics-Filialen nehmen diese Geräte entgegen. Auch beim Kundendienst von Migros-Filialen können sie abgegeben werden, solange diese Filialen Haushalts- und Unterhaltungselektronik im Sortiment haben. Preisgekrönte Ausbildner: Franz Fässler, Lukas Koller, Julia Scussel und Adrian Furer (v. l.) sind nicht nur Meister ihres Fachs, sie geben ihr Wissen auch meisterhaft und mit Fingerspitzengefühl weiter. Auszeichnung

Wahre Meister Die Lehrmeister des Jahres sind gekürt. Die vier Preisträger sorgen dafür, dass junge Leute ihr Handwerk lernen und Freude daran haben.

Im Kaufpreis solcher Apparate ist jeweils eine vorgezogene Ent­ sorgungsgebühr enthalten. Damit leistet der Kunde vorab schon einen Beitrag an die Kosten, die später bei der Sammlung und Rezyklierung entstehen. Alle Firmen, die Haushalts- und Unterhaltungselektronik verkaufen, nehmen daher alte Geräte kostenlos entgegen. MM

Text: Michael West

Bild: Stefan Weiss/partners in GmbH

D

iese vier Berufs­ leute verstehen nicht nur viel von ihrem Fach. Sie geben ihr Wissen und Kön­ nen auch meisterhaft an die nächste Generation weiter. Kürzlich wurden sie darum im Kaufleuten Zürich als «Zukunftsträger 2015» und als «Beste Lehrmeister des Jahres» ausgezeichnet. Die Preisträger sind Julia Scussel (28), stellvertreten­ de Leiterin Restauration in der Zürcher Kronen­ halle, Franz Fässler (52) von der Metzgerei Fässler in Appenzell, Adrian Furer (39), Koch und Lehrlings­

verantwortlicher am Insel­ spital Bern, sowie Lukas Koller (32), stellvertre­ tender Geschäftsführer der Confiserie Suteria in Solothurn. Wichtige Lebensphase

Jeder der vier Fachleute weiss genau, wie wichtig die Lehre im Leben eines Jugendlichen ist. «Diese Jahre sind einprägsam», meint der Metzger Franz Fässler. «Und wenn wir den Lernenden ein gutes Umfeld bieten, dann entwickeln sie Freude an unserem Beruf und helfen als dessen Botschafter, das

Image der ganzen Branche zu pflegen.» Zum Wett­ bewerb angemeldet werden die Meister jeweils von ihren Lernenden; das letzte Wort hat eine Jury. Die Trägerschaft bildet der M-Industriebetrieb Bischofszell Nahrungsmittel AG zusammen mit der Zeit­ schrift «Gastro Journal». Die Beteiligung eines Migros­Unternehmens ist nur folgerichtig, ist doch die Detailhändlerin die grösste Schweizer Anbieterin von Lehrstellen. Zurzeit absol­ vieren 3700 junge Leute eine Lehre in den Betrieben der Migros­Gruppe. MM

Haben Sie eine Frage?

Kontaktieren Sie uns! M­Infoline, der Kundendienst der Migros, erreichbar unter 0800 84 0848 oder www.migros.ch/ kundendienst

Telefonisch erreichbar Montag bis Freitag: 8.00–18.00 Uhr, Samstag: 8.30–16.30 Uhr. Anrufe auf die oben genannte Nummer sind gratis.


84 | MM41, 5.10.2015 | MIGROS-WELT

Der Hugo für Teenager: Sirup Zero Hugo, 75 cl Fr. 3.50 In grösseren Filialen

Jeans forever: Mädchenjeans mit Gürtel, Grössen 104–164 Fr. 19.90 In grösseren Filialen

Für Teenager

Easy chillen mit coolen Dingen

Trockene Lippen will keine(r) küssen: Maybelline Baby Lips, pink punch Fr. 4.90

Für ganz spezielle In-die-Augen-Blicke: Maybelline The Colossal Go Extreme Mascara, leather black Fr. 12.90

Photo: Gallery Stock/ Tom Merton

Nanu, nanu! Was ist denn bloss mit dem Nachwuchs los? Das Töchterchen stolziert plötzlich nur noch geschminkt durchs Haus, der Sohnemann schlägt Wurzeln vor dem Spiegel im Bad. Und dann noch diese Botschaft an ihrer/seiner Zimmertür: «Kein Zutritt für Mamis und Papis!» Don’t worry, liebe Eltern, denn eure Kids werden einfach nur erwachsen. Ein Motto dafür lautet «Easy chillen» – also rum­ hängen, ausruhen oder einfach gar nichts machen. Was sie dann bevorzugt in der Clique tun (also ohne euch) und in vollen Zügen geniessen (ebenfalls ohne euch). So gönnt es ihnen, seid brave Eltern und versorgt sie doch mit ein paar Sachen, die ihnen fürs Chillen Freude machen.


MIGROS-WELT | MM41, 5.10.2015 | 85

Kult-Kaugummi: Ice Tea Gum Pfirsich Fr. 3.90 Nur am Kassenregal erhältlich

Nach dem Make-up ist vor dem Make-up: I am Reinigungstücher, 25 Stück Fr. 3.90

Echt chillige Knusperkost: Paprika Chips, 350 g Fr. 3.45

Neben Pizza ein Must auf dem Speiseplan: M-Classic Hamburger, tiefgekühlt, 8 × 90 g Fr. 10.40

Allein das Label ist extracool: Monster Energy Drink, 500 ml Fr. 1.65 In grösseren Filialen


Der Nussknacker und der Mäusekönig

Eindrückliches Feuerwerk in Köln

Silvesterflussfahrt auf dem Rhein

Sonata****+ – Mit Musik ins Neue Jahr Unser Musikprogramm Hessisches Staatstheater Wiesbaden «Hänsel und Gretel» Oper von Engelbert Humperdinck

Ihr Reiseprogramm 1. Tag, Sa 26. Dez.: Schweiz–Mainz. Anreise über Basel und Freiburg nach Mainz. Einschiffung auf unser Flussschiff Sonata. Am Abend kurzer Transfer nach Wiesbaden und Einstimmung auf unsere Silvesterreise:

De Nationale Opera Amsterdam «Der Nussknacker und der Mäusekönig» Ballett mit Musik von Peter I. Tschaikowsky

Hessisches Staatstheater Wiesbaden, 18.00 Uhr Hessisches Staatstheater Wiesbaden, 18.00 Uhr «Hänsel und Gretel» Oper in drei Akten von Engelbert Humperdinck Neuinszenierung Neuinszenierung

Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf «Hoffmanns Erzählungen» Fantastische Oper von Jacques Offenbach

2. Tag, So 27. Dez.: Flusstag. Den heutigen Tag verbringen wir geruhsam an Bord unseres Schiffes. Während der Fahrt lassen wir uns durch die erstklassige Küche und alle weiteren Annehmlichkeiten an Bord verwöhnen. Unterwegs passieren wir einen der romantischsten Abschnitte auf dem Rhein. Steile Weinterrassen, unzählige Schlösser, Burgen und Ruinen und der sagenumwobene Loreley-Felsen bieten den Rahmen für eine atemberaubende Landschaft. 3. Tag, Mo 28. Dez.: Amsterdam. In den frühen Morgenstunden treffen wir in Amsterdam ein. Aufgrund der vielen Grachten wird Amsterdam auch als das Venedig des Nordens bezeichnet. Zu den Hauptgrachten zählen Singel-, Heren- und Prinzengracht, welche die Innenstadt durchziehen und fantastische Ausblicke auf die farbenfrohe Stadt ermöglichen. Am Vormittag entdecken wir Amsterdam auf einer geführten Stadtrundfahrt mit anschliessender romantischer Grachtenfahrt. Am Nachmittag erwartet uns ein weiterer musikalischer Anlass:

Staatenhaus Köln «My Fair Lady» Musical von Frederick Loewe

De Nationale Opera Amsterdam, De Nationale Opera Amsterdam, 14.00 Uhr14.00 Uhr «Der Nussknacker und der Mäusekönig» «Der Nussknacker und der Mäusekönig» Ballettininzwei zweiAkten Aktenmit mitMusik Musikvon vonPeter PeterI.I.Tschaikowsky Tschaikowsky Ballett Choreographie: Wayne Eagling van Schayk Choreographie: Wayne Eagling und und Toer Toer van Schayk

Foyer Staatstheater Wiesbaden

4. Tag, Di 29. Dez.: Amsterdam, fakultativer Ausflug Aalsmeer und Ausflug Haarlem. Am Morgen haben wir die Möglichkeit auf einem fakultativen Ausflug die Blumenauktion von Aalsmeer zu besuchen. Im grössten Handelszentrum der Welt werden pro Tag ca. 19 Mio. Blumen und 2 Mio. Pflanzen gehandelt. Das Mittagessen geniessen wir auf unserem Schiff. Am Nachmittag erreichen wir nach kurzer Fahrt das historische Städtchen Haarlem. Das Herz der Stadt ist der Grote Markt, auf dem die lange Geschichte Haarlems ebenso spürbar ist wie seine Lebendigkeit: Nicht nur alte Häuserzeilen säumen den Platz sondern auch zahlreiche Cafés und Kneipen. In der spätgotischen Kathedrale steht eine der berühmtesten Orgeln Europas. Sie wurde 1735-1738 von Christian Müllen gebaut,

hat über 5000 Pfeifen und ist 30 Meter hoch. Angeblich haben nicht nur Händel, Schubert und Liszt, sondern auch der zehnjährige Mozart einmal darauf gespielt. 5. Tag, Mi 30. Dez.: Düsseldorf. Am Nachmittag erreichen wir Düsseldorf. Die Altstadt ist berühmt als «die längste Theke der Welt». Weitere Sehenswürdigkeiten sind das Geburtshaus Heinrich Heines, die Rheinuferpromenade sowie das alte Rathaus mit Jan Wellems Reiterstandbild. Am Abend erwartet uns ein musikalischer Leckerbissen: Deutsche Oper am Düsseldorf, Rhein Düsseldorf, 18.30 Uhr Deutsche Oper am Rhein 18.30 Uhr «Hoffmanns Erzählungen» «Hoffmanns Erzählungen» Fantastische Oper fünf Akten Jacques Offenbach Fantastische Oper in in fünf Akten vonvon Jacques Offenbach 6. Tag, Do 31. Dez.: Düsseldorf–Köln. Auf einer geführten Besichtigung erleben wir die Vielseitigkeit der Metropole Düsseldorf. Gegen Mittag Weiterfahrt mit dem Schiff nach Köln. Zur Einstimmung auf den bevorstehenden Jahreswechsel geniessen wir den ersten Teil des festlichen Silvester-Gala-Dinners an Bord der Sonata. Anschliessend erwartet uns ein echter Klassiker: Staatenhaus Köln, 18.00 Uhr Köln, 18.00 Uhr Staatenhaus «My Fair Lady» «My Fair Lady» MusicalLoewe von Frederick Loewe Musical von Frederick Nach George Nach George Bernard Shaws Bernard Shaws «Pygmalion» «Pygmalion» Zurück auf dem Schiff geniessen wir das restliche Gala-Diner und die Silvesterfeier mit anschliessendem grossen Silvesterfeuerwerk am Rheinufer. 7. Tag, Fr 01. Jan.: Köln. Köln ist nicht nur Medienmetropole, Kölnisch Wasser, Karneval und Kölsch, sondern auch eine Stadt mit einer grossen Vergangenheit. Mehr als 2000 Jahre Geschichte haben hier ihre Spuren hinterlassen. Weltberühmt ist der Kölner Dom. Er ist nicht nur der Mittelpunkt, sondern auch das Wahrzeichen der Stadt. Mit den zwei 157 Meter hohen Türmen ist er das berühmteste Architekturdenkmal von Deutschland. Geführte Stadtbesichtigung. 8. Tag, Sa 02. Jan.: Mainz–Schweiz. Ausschiffung und Rückreise in die Schweiz zu den Einsteigeorten. Programm- und Fahrplanänderungen bleiben vorbehalten.

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1395.–

Reisedatum 2015/2016 26.12.–02.01.16 Samstag–Samstag Preise pro Person Kabinentyp

Fr. Katalog- SofortPreis Preis*

Hauptdeck (ohne frz. Balkon) Standard 2-Bett 12m² 1730.– 1395.– Barcelona – die Hauptstadt Kataloniens Deluxe Doppel-Bett 15m² 1955.– 1595.– Mitteldeck (mit frz. Balkon) Standard 2-Bett 12m² 2400.– 1995.– Deluxe Doppel-Bett 15m² 2620.– 2195.– Oberdeck (mit frz. Balkon) Standard 2-Bett 12m² 2730.– 2295.– Deluxe Doppel-Bett 15m² 2955.– 2495.–

Sonata****+ – Ihr Hotelschiff

Zuschläge Fahrt im Königsklasse-Luxusbus Alleinbenutzung Standard Hauptdeck Alleinbenutzung Standard Mittel-/Oberdeck Alleinbenutzung Deluxe (alle Decks)

240.– 0.– 445.– 895.–

Unsere Leistungen ■

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Bordausstattung: Ausgiebige Sonnendecks mit Liegestühlen, freundliche Lido-Terrasse, Lounge mit Barbereich, erstklassiges Restaurant, Wiener-Café und Vinothek auf dem Oberdeck, Cigar-Lounge, Bibliothek, Fitness/Wellnessbereich mit Whirlpool, Sauna, Fitnessgeräten und Ruhebereich, Bordshop, Shuffleboard und Schachbrett. Kabinenausstattung: Alle komfortablen 94 Kabinen liegen aussen und sind mit Dusche/WC, SAT-TV inkl. Radio/Musikkanal, individuell

regulierbarer Klimaanlage, Telefon, Haartrockner, Safe, Heizung und Stromanschluss (220V) eingerichtet. Ober- und Mitteldeck Kabinen: mit französischem Balkon, raumhoher Fensterfront und Schiebetür. Hauptdeck Kabinen: mit kleineren Fenstern (nicht zu öffnen). Die Standard 2-Bett-Kabinen 12 m² verfügen über ein Sofa- und Wandklapp-Einzelbett. Deluxe Doppel-Bett-Kabinen 15 m² sind mit Doppelbetten ausgestattet.

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Fahrt mit modernem Komfortklasse-Bus Schifffahrt in der gebuchten Kabine Vollpension an Bord Gebühren und Hafentaxen Willkommenscocktail, Kapitänsdinner Alle aufgeführten Ausflüge und Besichtigungen Geführte Besichtigungen in Haarlem, Düsseldorf und Köln Grachtenfahrt in Amsterdam Musikprogramm Kartenpaket Kat. 3 Audio-System auf Rundgängen Erfahrene Reiseleitung

Nicht inbegriffen ■

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Kartenzuschläge Kartenpaket für alle 4 Vorstellungen – Kat. 1 145.– – Kat. 2 75.– Fak. Ausflug Blumenauktion Aalsmeer 45.– Annullierungskosten- und Assistance-Versicherung 49.–

Auftragspauschale Unsere Auftragspauschale von Fr. 20.– pro Person entfällt für Mitglieder im Excellence-Reiseclub oder bei Buchung über www.twerenbold.ch Abfahrtsorte Anmerkung: Da die Sonata über keinen Lift verfügt, ist sie für Gehbehinderte leider nicht geeignet.

06:15 Wil p, 06:30 Burgdorf p, 06:40 Winterthur, 07:00 Zürich-Flughafen p, 07:20 Aarau, 08:00 Baden-Rütihof p, 09:00 Basel

*SOFORT-PREISE ca. 50 % der Plätze buchbar bis max. 1 Monat vor Abreise. Bei starker Nachfrage: Verkauf zum KATALOG-PREIS.

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inkl. Vollpension an Bord, Bus An- und Rückreise Reisedaten 2016 22.05.–29.05.16 19.06.–26.06.16 03.07.–10.07.16 17.07.–24.07.16 07.08.–14.08.16 04.09.–11.09.16

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29.05.–05.06.16 26.06.–03.07.16 10.07.–17.07.16 31.07.–07.08.16 14.08.–21.08.16 02.10.–09.10.16

Preise pro Person

Fr.

Kat Kabinentyp Katalogpreis Sofortpreis 3-Bett-Kab. Mitteldeck* 1400.– 1095.– 2-Bett-Kab. Hauptdeck 1995.– 1455.– 2-Bett-Kab., frz. Balkon MD 2555.– 1895.– 2-Bett-Kab., frz. Balkon OD 2865.– 2155.– Junior Suite, frz. Balkon MD 2995.– 2255.– Junior Suite, frz. Balkon OD 3375.– 2555.– (*) 3-Bett-Kabine wird mit Zusatzbett ausgestattet (Basis 2-Bett-Kabine) HD=Hauptdeck

MD=Mitteldeck

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Donau-Flussreisen 2016 mit Excellence Princess Ihr Reiseprogramm 1. Tag: Schweiz–Passau. Anreise nach Passau in modernem Komfort-Reisebus. Einschiffung und um 17.30 Uhr heisst es «Leinen los». 2. Tag: Melk–Wien. Besichtigen Sie das hoch über der Donau liegende Benediktinerstift (*). Die Stiftskirche gilt als schönste Barockkirche nördlich der Alpen. Geniessen Sie am Nachmittag die Fahrt mit einem herrlichen Ausblick auf die lieblichen Weinberge der Wachau. Abends Ankunft in Wien und nach dem Nachtessen stehen eine Fahrt zum Heurigen (Fr. 35.–) oder ein Klassisches Konzert (Fr. 75.–) auf dem Programm. 3. Tag: Wien. Wien steckt voller Charme. Schwelgen Sie in den Zeiten der Donaumonarchie und entdecken Sie Wien auf einer Stadtrundfahrt (*). Nachmittags fak. Ausflug ins Burgenland mit Weindegustation (Fr. 45.–). 4. Tag: Budapest. Entdecken Sie die Hauptstadt Ungarns auf einer Rundfahrt (*). Die prachtvollen Bauwerke wie das Parlamentsgebäude, der Burgbezirk, die Kettenbrücke und die Fischerbastei prägen das unverwechselbare Stadtbild. Nachmittags fak. Ausflug in die nahe gelegene Apajpuszta (Fr. 50.–). Am Abend fak. Ausflug Budapest by Night (Fr. 25.–).

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genannt. Der Bus bringt Sie nach Esztergom zu einem Aussichtspunkt, von wo Sie einen herrlichen Blick auf das Donauknie geniessen können. Ferner besichtigen Sie die Basilika von Esztergom. 6. Tag: Bratislava. Besichtigen Sie die im Jahre 907 erstmals erwähnte Stadt mit ihrer interessanten, von vielen Kulturen geprägten Altstadt während einer Führung (*). 7. Tag: Dürnstein. Entdecken Sie die Schönheiten des Städtchens auf einem Rundgang mit anschliessender Weindegustation (*). Dieser zauberhafte, von einer Mauer umgebene Ort liegt inmitten von Weinbergen der Wachau. Nachmittags Flussfahrt nach Passau. 8. Tag: Passau–Schweiz. Ausschiffung und Busrückreise zu Ihrem Einsteigeort. (*) Ausflüge des Ausflugpakets.

5. Tag: Budapest–Esztergom. Mittags haben Sie die Möglichkeit am Ausflug zum Donauknie teilzunehmen (*). Die Region wird auch die ungarische Wachau Die Excellence Princess****+ bietet Platz für 186 Reisegäste. Die 81 Komfortkabinen und 12 Junior Suiten befinden sich aussen, sind erstklassig-exquisit ausgestattet: Dusche/WC, Sat.-TV, Minibar, Safe, Föhn, Haustelefon, individuell regulierbare Klimaanlage, Heizung und Stromanschluss (220 V). Lift von Mittel- zu Oberdeck. Entree mit Lobby und Rezeption. Zwei Restaurants: Das stilvoll-elegante Panorama-Restaurant und das Excellence Steakhouse am Schiffsheck. Glasüberdachte Sky Lounge mit Bar. Sonnendeck mit Golfputting-Green, Fitnessbereich, geheiztem Whirlpool, Liegestühlen, Sitzgruppen und Schattenplätzen. Willkommen an Bord!

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Unsere Leistungen • Fahrt mit modernem Komfort-Reisebus • Excellence Flussreise mit Vollpension an Bord • Gebühren, Hafentaxen • Willkommenscocktail, Kapitänsdinner • Erfahrene Mittelthurgau-Reiseleitung Nicht inbegriffen • Auftragspauschale pro Person Fr. 20.– (entfällt bei Buchung über www.mittelthurgau.ch) • Persönliche Auslagen, Getränke, Trinkgelder • Sitzplatzreservation Car 1.–3. Reihe • Kombinierte Annullationskosten- und Extrarückreiseversicherung auf Anfrage Reiseformalitäten, Wissenswertes Schweizer Bürger benötigen eine gültige Identitätskarte oder einen gültigen Reisepass. Abfahrtsorte 06:30 Burgdorf p; 06:45 Basel SBB; 07:20 Aarau SBB; 08:00 Baden-Rütihof p; 08:30 Zürich-Flughafen, Reisebusterminal p; 08:55 WinterthurWiesendangen SBB; 09:15 Wil p Internet Buchungscode

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Leben MM41

Familienumfrage Achten Sie darauf, dass sich Ihr Kind regelmässig bewegt? 1 Ja, Sport ist mir wichtig. (82%) 2 Manchmal motiviere ich die Familie zu Sport und Bewegung. (12%) 3 Nein, der natürliche

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Bewegungsdrang reicht aus. (6%)

Knigge reloaded

Hat man die Pflicht, sich mit dem Coiffeur zu unterhalten? Nerven Sie private Gespräche beim Friseur? Migrosmagazin.ch

Richtig oder falsch?

Streichhölzer sind umweltfreundlicher als Feuerzeuge. Falsch! Streich­

hölzer sind nur besser im Vergleich zu Einwegfeuer­ zeugen aus Plastik. Diese können nicht rezykliert werden, was die Ökobilanz stark beeinflusst. Nachfüllbare Feuerzeuge haben gegenüber nor­ malen Streichhöl­ zern die Nase vorn. Am besten sind aber Öko­Zünd­ hölzer aus Recyc­ lingkarton, die als Zündholzbriefchen erhältlich sind.

IllustrationEN: Andreas Klammt, Alice Kolb; Bild: Stefan Sulzer

Darum gilt: Lieber

Philipp Tingler (44) ist Autor

und Philosoph und schreibt hier jede Woche über Phänomene des modernen Benehmens.

«Nein. Ihr Coiffeurtermin ist keine gesellschaftliche Verpflichtung, sondern eine Dienstleistung, für die Sie bezahlen. Es ist völlig legitim, nach Begrüssung und Klärung der Frisur zu schweigen, wenn Sie dies wünschen. Sie können die Augen schliessen und ein Buddha­Lächeln aufsetzen. (Achtung: Falls Sie noch nie bei diesem Coiffeur waren, lassen Sie die Augen lieber auf.) Was aber, wenn Ihr Coiffeur von sich aus unentwegt redet? Manche Friseure verstehen sich ja als eine Art Lebensberatung oder Auskunftei. Dann haben Sie die Wahl: a) Sie ertragen den Wortwasserfall mit heiterem Buddha­Lächeln. b) Sie quälen sich mit forciertem Small Talk. c) Sie sagen höflich, aber bestimmt: ‹Ich hoffe, es ist okay, wenn wir heute nicht sprechen. Ich habe den ganzen Tag geredet und möchte jetzt gern die Zeit nutzen, um ein bisschen zu entspannen. Danke.›»

zu Öko­Zünd­ hölzern oder zum nachfüllbaren Feuerzeug greifen und das Einweg­ feuerzeug der Umwelt zuliebe links liegen lassen.

In Zusammenarbeit mit Pusch – Prakti­ scher Umweltschutz www.pusch.ch


90 | MM41, 5.10.2015 | LEBEN

Familie

Abschied ist doch gar nicht so schwer! Kinder haben viel Spass im Hort oder im Kindergarten. Trotzdem fliessen oft die Tr채nen, wenn sie sich am Morgen von den Eltern verabschieden m체ssen. Tipps, wie der Abschied leichter f채llt. Text: Claudia Langenegger

Bilder: Vera Hartmann


LEBEN | MM41, 5.10.2015 | 91

Ab wann ist ein Kind bereit für die Krippe? Migrosmagazin.ch

L

enny ist vier Jahre alt, drei Mal pro Woche geht er in die Krippe. Er geht gern, hat gute Gschpänli und fühlt sich wohl. Und doch gibt es immer wieder Krisen. «Oft ist es nach den Ferien besonders schwierig, wenn man im Alltag wieder Tritt fassen muss», sagt Mami Simone Reich (41). Nach den letzten Ferien war es besonders hart. «Jeden Morgen nach dem Aufwachen hat er geheult und sich dagegen gesträubt, in die Krippe zu gehen. Er wollte einfach nicht weg von mir.» Zu Hause zu bleiben, lag aber nicht drin: Simone arbeitet an drei Tagen im Büro, ihr Mann Sascha hat eine Vollzeitstelle. Für solche Situationen hat die Zürcherin vor allem ein Rezept: «Ich mache das, was ich jeden Morgen mache – unser Ritual: Ich lese ihm im Bett eine Geschichte vor, lege ihm die Kleider, die er anziehen muss, wie eine Figur auf den Boden, und wir putzen nach dem Frühstück zusammen die Zähne.» Sie ist überzeugt: «Rituale erleichtern den Alltag und helfen mit, schwierige Phasen zu meistern. Sie geben dem Kind Sicherheit, es kann sich an den Fixpunkten im Ablauf festhalten.» Zudem redet sie ihm gut zu: «Ich erinnere ihn daran, wie lässig er die Krippe findet, dass er seine Gschpänli trifft, mit ihnen spielen kann und die Baggerecke hat, die es zu Hause nicht gibt», sagt Simone. «Es ist eine Welt, die er nur für sich hat und die ihm gefällt.» Den Abschied möglichst kurz halten

Simone Reich bereitet Sohn Lenny für den Weg in den Hort vor. Gutes Zureden ist oft nötig. Feste kleine Rituale am Morgen geben Sicherheit.

Manchmal aber nützen alle Rituale und alles Zureden nichts. Ihr Sohn fängt in der Krippe an zu weinen, wenn sie sich verabschieden will. «Das Kind zu verlassen, wenn es weint, ist etwas vom Schlimmsten», sagt Simone Reich. In diesem Moment gibt es nur eines: den Abschied möglichst kurz zu halten, auch wenn das hart ist. «Das Kind trösten zu wollen, macht das Ganze nur schlimmer. Ich muss ihn von der Abschiedsszene erlösen, damit er neu einfädeln kann. Er schafft es nämlich schon!» So sehr Lennys Heulen sie schmerzt, so gut weiss sie, wie schnell das vorbeigeht: «Sobald ich weg bin, erholt er sich innerhalb weniger Minuten und spielt mit seinen Freunden. Am Abend ist er happy und hat einen guten Tag gehabt.» Weint er, nimmt ihn eine der Betreuerinnen auf den Arm. Simone schleicht auch


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LEBEN | MM41, 5.10.2015 | 93

Experteninterview

«Die Unlust hat immer einen Grund»

Mit dem richtigen Verhalten der Eltern und des Hortpersonals lassen sich Widerstände des Kindes gegen die Betreuung abbauen. Fachfrau Marlies Bieri gibt Tipps.

Nach dem Frühstück zusammen die Zähne putzen: Eines der Rituale, die den bevorstehenden Abschied erleichtern.

nie davon, sondern verabschiedet sich mit einem Küssli. Sie tut damit genau das Richtige. Am Morgen genug Zeit einplanen

Dies empfehlen nämlich auch die Profis. Eltern­ und Erwachsenen­ bildnerin Marlies Bieri (59), die in Uettligen BE die Beratungsstelle «ElternLehre» führt, kennt das Prob­ lem der Krippen­, Hort­ und Kinder­ gartenkrisen nur allzu gut. Sie sagt: «Man sollte den Abschied kurz und klar halten, sich aber auch nicht davonschleichen.» Sie betont, dass man am Morgen grundsätzlich genug Zeit einplanen soll, damit man nicht in Stress kommt, was eine zusätzliche Belastung für Kind und Mutter ist. Der Moment des Abschieds ist viel eher für Mütter als für Väter ein Knackpunkt. «Oft sind es die Mütter, die Schwierigkeiten mit dem Ablösen und unbewusst das Gefühl haben: Nun gebe ich das Kind schon wieder ab!», sagt sie. Und meint: «Die Frauen sollten sich stärker bewusst werden, dass Hort und Kindergarten eine Fülle von Anregungen bieten und wertvolle soziale Erfahrungen beinhalten.» Es gibt auch Tricks, wie man diese Augenblicke schmerzfreier gestalten kann. Was hilft, sind Abschiedsrituale. Das können etwa Zaubersteine, ein gezeichneter Smiley, eine gemalte Sonne auf der Innenseite des Handgelenks oder ein lustiges Winken mit der Zehe sein. Ebenso wichtig ist es, dem Kind grundsätzlich gut zuzureden, Geduld zu haben und nicht sofort aufzugeben. Wenn man als Eltern an der Institu­ tion Krippe zu zweifeln beginnt, hat

Marlies Bieri, warum gehen Kinder manchmal nicht gern in Kinder­ garten oder Hort – sind das Launen? Unlust hat immer einen Grund, wobei unterschiedliche Faktoren eine Rolle spielen können: die Persönlich­ keit und der Entwicklungsstand des Kindes, die Geschwisterposition, der Erziehungsstil der Eltern, das Umfeld, das Loslassen und der Neu­ anfang – besonders auch nach Ferien. Was heisst das? Ein ängstliches, vorsichtiges Kind, das zuerst beobachten muss, wie etwas abläuft, braucht eine längere Eingewöhnungsphase als ein neu­ gieriges Kind, das drauflosspringt und sich leicht auf Neues einlässt. Mit zwei bis drei Jahren findet zudem ein wichtiger Ablösungs­ prozess statt. Geht das Kind in diesem Alter in den Hort, kann das Trennungsängste auslösen. Wie wichtig ist die Geschwister­ position? Ist ein jüngeres Geschwister daheim, kann das ältere das Gefühl haben, zu Hause etwas zu verpassen, oder ver­ muten, dass das jüngere Territorium besetzt – beispielsweise mit seinen Spielsachen spielt oder etwas Be­ sonderes unternehmen darf. Zudem: Erstgeborene haben keine geschwis­ terliche Vorbilder. Einzelkindern kann im Hort die alleinige Aufmerk­ samkeit fehlen, die sie daheim haben. Wie wichtig ist das Umfeld im Hort oder im Kindergarten? Es kann passieren, dass in der Gruppe etwas geschieht. Etwa, dass ein Kind abgewiesen wird oder zu wenig Anerkennung erfährt. Wenn eines sagt: «Mit dir wollen wir nicht spie­ len», kann das ein Kind stark treffen. Welchen Einfluss hat die Erziehung? Ein autoritativer Erziehungsstil, der Grenzen setzt und Freiraum ermög­ licht, gibt dem Kind Sicherheit und Geborgenheit. Für Übergangssitua­

tionen bedeutet das: Eltern geben dem Kind neben der Verlässlichkeit das Gefühl, dass sie ihm den Entwick­ lungsschritt zutrauen. Kinder über­ fürsorglicher und verwöhnender Eltern fällt der Übergang schwerer. Was können Eltern bei Hort­/Kin­ dergarten­Unlust tun? Es braucht eine grosse Präsenz der Eltern und den Austausch mit den Betreuungspersonen. Das Allerwich­ tigste jedoch ist, dem Kind zu zeigen, dass es bedingungslos geliebt wird. Eltern dürfen nicht gleich aufgeben oder nachgeben. Sie sollen das Kind ermutigen. Ist die Hürde gemeistert, ist das Kind stolz, wenn es in den Hort oder Kindsgi geht. Wie kann das Personal helfen? Die Eingewöhnungsphase lange genug ansetzen, damit die neue Umgebung nicht mehr fremd ist. Bringen die Eltern das Kind morgens rechtzeitig, hat das Personal Zeit, um auf das Kind einzugehen, ihm Geborgenheit zu schenken. Haben sich die Probleme in den vergangenen Jahren verstärkt? Wir haben bei der Beratungsstelle «ElternLehre» mehr Anrufe zum Thema. Die Kinder gehen jünger in den Kindergarten und stecken teilweise gerade in der zweiten Ablösungsphase. Zudem haben wir das Phänomen der sogenannten Helikoptereltern: Sie wollen das Beste fürs Kind und merken nicht, dass sie ihm mit der Rundum­ betreuung keinen Gefallen tun. MM

Marlies Bieri (59)

ist Eltern- und Erwachsenenbildnerin. Sie führt die Beratungsstelle «ElternLehre» in Uettligen BE.


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LEBEN | MM41, 5.10.2015 | 95

man oft schon verloren. «In schwierigen Momenten will ich unbedingt eine klare Ansage machen», sagt Simone Reich. «Denn Kinder spüren gut, wenn die Eltern unsicher sind.» Bei Silvia Gerber (39) gab es Probleme, als ihre Tochter Emely (5) in den Kindergarten kam. «Sie jammerte und weinte jeden Tag und wollte nicht in den Kindergarten gehen.» Das war aber keine Option: Silvia arbeitet 70 Prozent, ihr Partner 90. «Ich redete ihr gut zu und musste mir am Morgen etwas mehr Zeit nehmen.» Dem Kind etwas zutrauen

Manchmal half es, wenn Papi sie in den Hort brachte oder von dort wieder abholte. «Warum das nützte, wissen wir nicht», sagt die Bernerin

lachend. Sie fanden bald her­ aus, was ihrem Töchterchen so Mühe bereitete – sie musste einen zweiten Abschieds­ schmerz verarbeiten: Emely glaubte, dass die Erzieherinnen des Horts ebenfalls mit in den Kindergarten kommen würden. «Im Kindsgi war alles neu. Sie brauchte einfach länger, um sich einzugewöhnen», sagt Silvia. «Ich war überzeugt, dass sich das geben wird. Was ich aber sicher noch hätte besser machen können, wäre das schnelle, zackige Abschied­ nehmen. Ich bin immer etwas zu fürsorglich.» Ob der Neuanfang nach den Ferien oder der Neustart an einem neuen Ort – nicht allen Kindern fällt dies leicht. «Solche Übergänge bedeuten eine grosse Herausforderung

fürs Kind», erklärt Eltern­ und Erwachsenenbildnerin Marlies Bieri. «Abläufe ken­ nenzulernen und neue Regeln einzuhalten ist anstrengend. Manche Kinder haben Mühe damit.» Aber sobald das Kind sich damit vertraut gemacht hat, lernt es schnell, dass es Spass macht, aktiv zu sein und Aufgaben zu meistern. Und es hat Erfolgserlebnisse. Stecken ernsthafte, tief greifende Probleme hinter der Unlust, in den Hort oder Kindergarten zu gehen, hilft ein Gespräch mit den Betreuerinnen. So oder so heisst es für die Eltern: Geduld üben, gut zureden, dem Kind etwas zutrauen und sich mit dem eigenen Schmerz des Loslassens auseinander­ setzen. MM

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Tipps

So fällt der Abschied leichter Eine Woche lang beobachten, ob die Unlust anhält. Danach die Kindergärtnerin oder den Hort kontaktieren und abklären, ob etwas vorgefallen ist. Gespräch mit dem Kind führen: Mit Wie- und Was-Fragen das Problem ansprechen (Wie läuft es im Kindergarten? Wie fühlst du dich? Was gefällt dir besonders gut? Was nicht?). Warum-Fragen können blockieren. Die Eltern sollen das Kind ermutigen und ihm zutrauen, in der neuen Umgebung zu bestehen. Schema durchbrechen: Eine andere Person (Grosseltern, Vater, Tante) bringt das Kind in den Hort.


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LEBEN | MM41, 5.10.2015 | 97

Tipps

So wenden Sie die Faszienrolle richtig an

Haben Sie eine Frage zum Thema? Kontaktieren Sie uns gesundheit@ migrosmedien.ch

Werden Sie zum Experten für sich selbst! Suchen Sie einen Therapeuten auf, oder besuchen Sie einen Faszienkurs, wo Sie die Anwendung der Rolle lernen (z. B. Klubschule.ch). Auch Instruktionsvideos (z. B. auf Youtube) vermitteln einen Eindruck über den vielfältigen Einsatz der Rolle.

Regelmässigkeit ist wichtig. Versuchen Sie, mindestens 10 Minuten pro Tag die betroffenen Bereiche zu bearbeiten.

Aufgrund unseres Lebensstils leiden wir vermehrt an Beweglichkeits­ problemen in den Fussgelenken, der Hüfte und der Brust­ wirbelsäule. Rollen Sie diese Stellen, und Sie werden staunen, wie sich Ihre Haltung verbessert.

Beugen Sie Verletzungen vor, indem Sie vor und nach jeder sportlichen Aktivität ausrollen.

Gesundheit

Rollen Sie sich in Form! Ihre Muskeln sind verspannt, das Bindegewebe gar beschädigt? Dann helfen gezielte Übungen mit einer Faszienrolle, um die Beschwerden zum Verschwinden zu bringen. Text: Sebastian Cormier

Bilder: Dimitri Garcia, Triggerpoint Performance Therapy

S Sebastian Cormier, dipl.

Physiotherapeut MSc, Manual­ therapeut OMT und Sportwissen­ schaftler, Medbase Winterthur ZH In Zusammenarbeit mit

chmerzen am Muskel- und Skelettsystem sind in den meisten Fällen auf Überund Fehlbelastungen zurückzuführen. Statistisch gesehen ist das Risiko für eine Überbeanspruchung des Gewebes, sei es an Muskeln, Sehnen, Bändern oder Gelenken, nach einer vorherigen Verletzung am höchsten. Häufig wird die Ursache für die Problematik nicht behoben. Stattdessen kommen die Betroffenen immer wieder zur Behandlung in die Therapie. Diese wiederkehrenden Beschwerden sind frustrierend und können zur Aufgabe von Aktivitäten und zu einer Verschlechterung der Lebensqualität führen. Wissenschaftlich betrachtet, ist die mögliche Ursache von wiederkehren-

den Beschwerden eine Beschädigung des Bindegewebes. Dieses durchzieht den menschlichen Körper und umhüllt insbesondere unsere Muskeln wie ein Taucheranzug. Verklebtes Gewebe lösen

Das Bindegewebe, auch Faszien genannt, verleiht Struktur und bildet durch die grosse Anzahl Rezeptoren und Nervenzellen, die unser Gehirn mit Sinnesempfindungen überschütten, das grösste Sinnesorgan. Es leitet Muskelkraft katapultartig weiter. Faszien können durch Belastung aus Alltag und Sport beschädigt oder verformt werden. Dies bezeichnet man auch als Verklebung. Um diese Faszienverklebungen zu lösen und das Gewebe wieder in seine

ursprüngliche Form zu bringen, leistet eine Faszienrolle sehr gute Dienste. Dieses 30 bis 45 Zentimeter lange und 15 Zentimeter dicke Instrument aus Kunststoff kann man selber anwenden: Durch langsames und gezieltes Bewegen lässt sich die ursprüngliche Ordnung der Faszien wiederherstellen. Diese Behandlung hat den gleichen Effekt wie das Lösen von Muskelverhärtungen durch eine intensive Massagebehandlung. Der zeitliche Aufwand für diese Art von Behandlung ist erfreulich gering: 5 bis 10 Minuten pro Tag reichen häufig aus, das Resultat ist in der Regel sofort spürbar: weniger Schmerzen, verbesserte Beweglichkeit und eine erhöhte Bewegungskontrolle in den aktivierten Muskelgruppen. MM


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LEBEN | MM41, 5.10.2015 | 99

Migros-Bank-Ratgeber

Das Gespenst einer Immobilienblase ist aus den Medien verschwunden. Waren die damaligen Warnungen übertrieben? Tatsächlich wird die Diskussion über den Immobilienmarkt heute wieder sachlicher geführt. Insbe­ sondere die damaligen Schreckens­ szenarien mit abruptem Zinssprung haben sich als falsch erwiesen. Die Sendung «Kassensturz» zum Beispiel brachte im März 2012 einen Beitrag mit dem Titel «Wenn die Im­ mobilienblase platzt» und zeigte die nebenstehende Grafik. Darin wurde vorgerechnet, dass die monatliche Belastung für eine Hypothek von 800 000 Franken von gegenwärtig 1000 auf bis zu 5333 Franken hoch­ schnellen könnte, wenn der Zins von 1,5 auf 8 Prozent kletterte. «Viele müssten dann ihr Haus verkaufen», urteilte der «Kassensturz».

Albert Steck ist verantwortlich für Markt- und Produktanalyse bei der Migros Bank.

In Wirklichkeit sind die Zinsen nicht gestiegen, sondern weiter gesunken. Kommt hinzu, dass viele Wohneigentümer langfristige Hypo­ theken erworben haben, um sich gegen höhere Zinsen abzusichern. Aktuell können Sie den Zinssatz von 1,5 Prozent für acht Jahre fix anbin­ den. Am Beispiel des «Kassensturz» mit einer Hypothek von 800 000 Franken heisst das: Dank der günsti­ gen Zinsen sparen Sie als Wohn­ eigentümer im Vergleich zur Miete eines vergleichbaren Objekts während dieser acht Jahre insgesamt 42 700 Franken (die Berechnung finden Sie auf Blog.migrosbank.ch).

H

Der angedrohte Zinsschock ist ausgeblieben

Mit dieser Grafik warnte der «Kassensturz» im März 2012 vor einer Immobilienblase.

Zusätzlich besteht die Pflicht, die Hypothek jedes Jahr um einen be­ stimmten Betrag abzuzahlen. Im Bei­ spiel erreicht die Amortisation über acht Jahre 69 300 Franken. Wenn die Hypothek nach dieser Periode aus­ läuft, können Sie die Belehnung des Hauses um die beiden Beträge (42 700 Franken plus 69 300 Fran­ ken) reduzieren, also von 800 000 auf 688 000 Franken. Ihre Anfälligkeit gegenüber einem Zinsanstieg nimmt somit von Jahr zu Jahr ab. War das Szenario eines Zinsschocks schon vor drei Jahren sehr gewagt, so gilt dies heute erst recht:

Die Rendite der Schweizer Staats­ obligationen mit 30­jähriger Lauf­ zeit liegt derzeit bei gerade mal 0,5 Prozent. Trotzdem rechnen die Banken nach wie vor mit einem kalkulatorischen Zinssatz zwischen 4,5 und 5 Prozent, um abzuschätzen, ob die gewährte Hypothek für den Hauskäufer tragbar ist. Diese hohe Finanzierungshürde zeigt: Der Schweizer Immobilien­ markt bleibt auch dann stabil, wenn die Zinsen irgendwann doch wieder steigen. MM Aktuell auf Blog.migrosbank.ch: «Kauf vs. Miete – eine Vergleichsrechnung»

Mamma mia

Eier

Herr Schweizer zeugt in seinem Leben ein bis zwei Kinder, in der Regel zeitversetzt. Sagt das Bundesamt für Statistik. Ich muss hier nicht erklären, wie das geht. Es ist eine banale Angelegenheit, ein Sekundenjob. Manche Kerle (und deren Spermien) schwimmen aber gegen den Trend an. So wie mein Kollege Röbi, der es geschafft hat, seine Gemahlin

doppelt zu schwängern. Zwillinge! Rums­bums, ein Schuss, zwei Treffer. Von so einer Traumquote träumt jeder Fussballtrainer. Natürlich wollen zuerst alle wissen, wie Röbi, der Zuchtbulle, das gemacht hat. Dem ist die Angelegenheit einfach nur peinlich. Nun hat sich herausgestellt, dass die Babys zweieiig sind. Am Anfang gab es also zwei kostbare und zudem

gigantisch grosse Eizellen, die den Eileiter verstopften. Ein heranwuselndes Sper­ mium rief seinen Kollegen noch «Ausweichmanöveeeer!» zu. Aber da war es bereits zu spät. Das Potenzgejohle könn­ te nun verstummen. Doch Röbi ist und bleibt der Zwil­ lingsmacher, der Besitzer hyperaktiver Kampfspermien. Merke: Wer einen Elefanten mit Reis bewirft und trifft, ist ein Superheld.

Bettina Leinenbach (38)

ist Journalistin und zweifache Mutter.


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LEBEN | MM41, 5.10.2015 | 101

Kinder

Gefrässiges Ding Pflanzen sind harmlose Lebewesen, die unschuldig auf dem Fenstersims herumstehen. Von wegen! Vor fleischfressenden Pflanzen wie der Venusfliegenfalle sollte man sich in Acht nehmen – allerdings nur, wenn man ein Tier ist. Text: Patricia Brambilla

Illustration: bunterhund.ch

Die Venusfliegenfalle ernährt sich vor allem von Insekten. Doch in der riesigen Falle der Kannenpflan­ ze Nepenthes rajah, die nur auf der Insel Borneo vorkommt, wurde auch schon eine Ratte gefunden!

Mit den Fangblättern der Venusfliegenfalle sollte man lieber nicht spielen, denn wenn sie sich dreimal umsonst schliessen, verkümmern sie und sterben ab.

Es gibt mehr als 600 Arten fleischfressender Pflanzen. Die meisten kommen in tropi­ schen Gebieten vor. Einige sind aber auch in unseren Regionen heimisch, wie der Sonnentau und die Fettkräuter.

Kennst du den Film «Der kleine Horror­ laden»? Darin kommt eine Pflanze vor, die sich

von Menschenblut ernährt. Es ist eine fleisch­ fressende Pflanze, auch Karnivore oder Insek­ tivore genannt. Solche Gewächse gibt es tat­ sächlich, aber in Wirklichkeit leben sie nicht von Menschenblut, sondern von Insekten. Diese Karnivoren und Insektivoren können Insekten ertränken, mit klebrigen Härchen festhalten

Fleischfressende Pflanzen inspirieren auch Regisseure von Kinofilmen: So spielen sie zum Beispiel in «Der kleine Horrorladen» von Frank Oz die Hauptrolle.

oder einschliessen. Allerdings tun sie das nicht etwa aus Mordlust. Es ist ihre Über­ lebensstrategie. Denn die Erde, die diese Pflanzen bevorzugen, enthält wenig Stickstoff und Phosphor. Diesen Mangel gleichen sie mit den Insekten aus, die sie «verschlingen». Eine der Pflanzen heisst Venusfliegenfalle. Sie lockt Insekten mit ihren Blättern an, die wie offene Mäuler aussehen. Wenn etwas das empfind­

liche Innere der Blätter berührt, schnappt die Falle zu. Die Pflanze überprüft dann, ob die Beute essbar ist, bevor sie die Blätter ganz schliesst und mit ihrem Mahl beginnt. Falls du dir eine fleischfressende Pflanze zulegen möchtest, eignet sich die Venusfliegenfalle, denn sie kann leicht als Zimmerpflanze gehalten werden und braucht nur ein wenig Torf, Licht und Wasser. Und ein paar Fliegen. MM


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LEBEN | MM41, 5.10.2015 | 103

Luana (10)

Wollen wir mal eine Asylbewerberfamilie zu uns einladen? Dann erfährst du ihre Geschichte. Du wirkst verunsichert. Keine Sorge: Das sind normale Menschen. Aber in ihrer Heimat herrschen furchtbare Verhältnisse wie Krieg oder Hunger. Deshalb suchen sie in anderen Ländern Schutz. Man nennt sie Asylbewerber, weil sie um Asyl bitten. Das ist ein inter­ nationales Recht. Weltweit gibt es etwa 60 Millionen solcher Flücht­ linge, darunter aktuell auch Millio­

nen von Syrern. Die meisten finden in ihren Nachbarländern Schutz. Es kommen aber auch zu uns mehr Asylbewerber. Manche fürchten, es kämen zu viele. Oder sie könnten kriminell werden. Das gibt es durchaus. Aber es gibt auch krimi­ nelle Schweizer. Die meisten Asylbewerber suchen keinen Konflikt. Doch aller Anfang ist schwer. Die Eingliederung von Menschen aus anderen Kulturen ist unbequem, heikel und teuer. Aber wer sich gut einlebt und Arbeit fin­

det, hat die Chance auf ein neues, friedliches Leben. Und die Ge­ schichte zeigt, dass auch das Ein­ wanderungsland profitiert: Einwanderer bringen Aufbauwillen und neue Impulse. Im Moment steht Europa wegen einer Flüchtlingswelle vor einer grossen Herausforderung. Es braucht menschenfreundliche Lösungen. Wer sollte dazu in der Lage sein, wenn nicht wir, die so oft gerühmten «besten» Länder der Welt? MM

Gabriela Bonin (48) beantwortet

die Fragen ihrer Töchter (14, 10, 7).

WER WEISS ES?

R ätsels pass NINAS SUDOKUS

So spielst du Sudoku: In der Tabelle sind einige Zahlen eingetragen, je nach Schwierigkeitsgrad sind dies wenige oder viele. Das Ziel: Du füllst die leeren Kästchen mit den Zahlen 1 bis 4, wobei jede Zahl nur ein Mal in einem der vier Quadrate, in einer Zeile und einer Reihe vorkommen darf. Nina hat für dich zwei Sudokus vorbereitet. Schaffst du sie?

Grosses Herbstquiz. Mal sehen, was du alles zum Thema Herbst weisst. Du hast pro Frage drei Antwortmöglichkeiten. Und nur eine Antwort ist richtig. Kreuze diese an. Und los gehts! 1. Was sind Marroni? a) braune Maccheroni b) Esskastanien c) italienische Suppeneinlage

4. Wann beginnt der Herbst? a) September b) November c) Oktober

2. Was gewinnt man aus Kürbissamen? a) ein vitaminreiches Speiseöl b) Lockstoff für Orangenfalter c) natürlichen Farbverstärker

5. Was sammelt man im Herbst? a) Fingerbeeren b) Bärlauch c) Pilze

3. Welches ist ein Herbstgetränk? a) Himbeersirup b) Traubensaft c) Eistee

6. Was reift im Herbst und ist orange? a) Aprikosen b) Kürbisse c) Tulpen 7. Was verfärbt sich im Herbst? a) die Laubblätter b) die Stängel der Ringelblume c) das Fell der Eichhörnchen 8. Im Herbst … a) ziehen die Vögel nach Süden b) jagen Mäuse die Katzen c) bellen Hunde nur in der Nacht

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LEBEN | MM41, 5.10.2015 | 105

Tipps

So is(s)t die Jugend

So spüren Sie verborgene Fettmacher auf

QuallenCurry

W

Wir schreiben das Jahr 2040. Schnell gleite ich auf meinem Hoverboard zum nächsten Restaurant. Am Tisch öffne ich die Hologrammkarte und wische mich durchs Menü. Die Tagesempfehlung: Sommersalat mit grillierten Heuschrecken in Honigmarinade, garniert mit getrockneten Maden. Vegetarisches Schnitzel mit Zucchetti und Kartoffeln. QuallenCurry mit Glasnudeln.

Beachten Sie die Angaben zu den Nährwerten und Zutaten möglichst konsequent bei allen Produkten, denn Zucker und Fett stecken auch dort, wo sie viele nicht vermuten würden. Auf der MigrosWebsite von Generation M werden die Angaben verständlich erklärt: Auf Generationm.ch unter «Essen und Trinken» «Verpackungsinformation» anwählen.

1

Konzentrieren Sie sich auf die Nährwertangaben pro 100 Gramm. So können Sie Produkte gut untereinander vergleichen. Wer aufs Gewicht achten muss, sollte Produkte mit geringem Anteil an Fett und Kohlenhydraten vorziehen.

2

3 4 5 6

Ballaststoffe hingegen

sind gut, weil sie mit wenigen Kalorien gut satt machen und auch die Verdauung fördern.

Ernährung

Versteckte Kalorien

Vorsicht vor zu viel Salz.

Etwa 1 Gramm pro 100 Gramm gehen noch in Ordnung. Eine kurze Zutatenliste ist in der Regel ein Vorteil, weil sie dafür spricht, dass das Produkt wenig verarbeitet wurde.

Achten Sie auch auf die Qualität der Ingredienzien, also ob z. B. hochwertige Extra-Vergine-Oliven verwendet wurden oder das einfachere Sonnenblumenöl. Hier schreiben die VivaiExperten über Ernährungsfragen. Dieses Mal der Ernährungswissenschaftler David Fäh. In Zusammenarbeit mit

Das Nachhaltigkeitsmagazin der Migros.

Die schöne Verpackung lenkt oft ab: In vielen Lebensmitteln stecken mehr Kalorien, als man vermuten würde. Deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf das Kleingedruckte auf der Rückseite. Text: David Fäh

U

Illustration: Jörg Block

nter verarbeiteten Lebensmitteln gibt es immer wieder solche, die sich schlanker machen, als sie in Wahrheit sind. Menschen trauen am liebsten ihrem Bauch und lassen sich deshalb eher von Farben und Formen locken als von nackten Zahlen. Schliesslich hat Eva ihren Adam auch mit der Sinnlichkeit der Frucht verführt und nicht mit einer chemischen Abhandlung über den Inhalt eines Apfels. Das ist schön, doch mancher Konsument will oder muss auf die Kalorien achten, und da können Bauchentscheide schnell in die Hüften gehen. Auch der Kopf sollte ein Wörtchen mitreden, denn Kalorien verstecken sich gern. Um die Kalorienwölfe im Schafspelz

zu finden, lohnt es sich, das Produkt unter die Nährwertlupe zu nehmen. Wer sich diese gedankliche Stütze vor Augen führt, erkennt die inneren Werte. Also weg von der attraktiven Fronthin zur klein bedruckten Rückseite! Zahlenwüste? Keinesfalls. Hier gibts viel Spannendes zu entdecken. Etwa, dass manche zuckerfreie Bonbons oder «leichte» Getränke immer noch reichlich Energie liefern. Und selbst bei Milchprodukten empfiehlt es sich, genauer hinzuschauen. Die Angaben auf dem Produkt verraten aber nicht nur Wertvolles über den Gehalt an Kalorien, Zucker und Fett: Sie erklären auch, was drin steckt, und zwar in der Reihenfolge der enthaltenen Menge. MM

Heuschrecken, Maden, Quallen?! Das Essen bleibt Ihnen im Hals stecken? Laut dem aktuellen Ernährungsbericht könnte die Ernährung der Zukunft tatsächlich so aussehen, denn irgendwann werden Fleischangebot und -nachfrage bei der stetig wachsenden Bevölkerungszahl nicht mehr übereinstimmen. Eines Tages wird vielleicht auch in der Schweiz Fleischersatz aus der Petrischale Standard sein, und wir werden unseren Proteinbedarf mit nahrhaften, kalorienarmen Insekten decken. Und überhaupt … eigentlich sehen Heuschrecken gar nicht unappetitlicher aus als Garnelen.

Sarah Diener (19) studiert Medizin an der Universität Bern.


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LEBEN | MM41, 5.10.2015 | 107

Beauty

Bekennen Sie Farbe! Längst ist Nagellack ein fester Bestandteil des Make-ups und damit ein Modestatement. Denn schöne Nägel sagen viel über die Trägerin aus. Welche Farbe darfs für Sie sein? Eine kleine Typologie der aktuellen Trends. Text: Martina Bortolani

M

it dem Look Ihrer Nägel unter­ streichen Sie einen individuellen Stil und bekennen damit mehr Farbe, als Ihnen vielleicht lieb ist. Hier eine kleine Typologie der wichtigsten Farbtrends der Saison – von Scharlachrot über Türkis bis Dunkelgrau. Bei allen Kolorierungen gilt es zu beach­ ten, dass lange Krallennägel schon lange out sind und dass man als stilbewusste Frau die Nägel immer kurzgeschnitten und gerade gefeilt tragen sollte. Alles andere wirkt, mit Verlaub, etwas ordinär und vorgestrig.

Vor allem, weil man gut und gern auf Brüche setzen darf. Perfekt assortierte Übereinstimmung wirkt nämlich per se etwas lang­ weilig. So wirkt die Farbe Grau nicht nur avantgardistisch und intellektuell, sondern auch im­ mer hip. Wer es einen Touch tief­ gründiger mag, der wählt anstatt Grau ein dunkles Schwarz. Die Wirkung bleibt aber dieselbe. Bonbonfarben

Dazu zählen Nagellackfarben wie Türkis, Rosa, Limettengrün oder Blassgelb. Aber Vorsicht: Befindet man sich alterstech­ nisch jenseits der Dreissiger­ grenze, so seien diese Farbtöne mit Bedacht eingesetzt. Bonbon­ farben auf den Nägeln suggerie­ ren von selbst Jugendlichkeit und wirken auch in erster Linie bei Teenagern aufregend. Sie symbolisieren Leichtigkeit im Umgang mit modischen Trends und Experimentierfreudigkeit. Attribute, die Damen um die vierzig eher in ein angestrengtes als ein modisches Licht rücken.

Das klassische Rot

Rot lackierte Nägel à la Chanel sind noch immer unbestrittener Klassiker, mit dem Sie nie falschliegen. Rote Nägel sind ein Statement und verleihen der Trägerin diesen besonderen Mix aus femininem Selbstbewusstsein und entspannter Koketterie in Bezug auf die weiblichen Reize. Dass es aber nicht immer das klassische Blutrot sein muss, beweisen die vielen Nuancierun­ gen auf dem aktuellen Markt. Vom romantischen Hummerrot bis zum kecken Orangerot – der Möglichkeiten sind viele. Variie­ ren Sie den roten Farbton ent­ sprechend Ihrer Tageslaune. Mal fühlen Sie sich vielleicht als Vamp, mal möchten Sie unschul­ diger wirken. Bei Rot gilt aber immer die Regel: Je dunkler der Ton, desto reifer die Trägerin.

Klarer Lack

Eine effektive Alternative im Dschungel der Modefarben, die sich als äusserst bewährt erweisen kann: Ein simpler Klarlack oder höchstens der Anstrich in einem Perlmuttton kann sehr entspannt wirken – weil er Platzhalter darstellt für eine neue Natürlichkeit: Weniger ist manchmal mehr. Doch bevor Sie sich den Kopf zerbrechen, was gerade in ist, lackieren Sie die Nägel lieber Ihrer Tagesform entsprechend. Das kommt immer gut an. MM

Bild: Getty Images

Fifty Shades of Grey

Keine Nagellackfarbe hat sich während der letzten Fashion­ dekaden dominanter durch­ gesetzt als das Grau. Sie fragen sich, warum? Graue Lacke – von hellem Mausgrau, dunklem matten Granit bis zu Metallic­ silbern – demonstrieren das Modeverständnis einer Frau sehr genuin. Wer Grau trägt, hat in Sachen Mode vieles begriffen.

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Es muss nicht immer das klassische Blutrot sein: Mit den Farben spielen, am besten, der individuellen Tagesform entsprechend.


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LEBEN | MM41, 5.10.2015 | 109

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Das Migros-Magazin verlost 10 Gutscheine im Gesamtwert von 2500 Franken für den exklusiven Private Spa im Migros Fitnesspark Glattpark. Wettbewerbsfrage: In welchem Jahr wurde der Fitnesspark Glattpark mit Private Spa eröffnet? Per Telefon: Wählen Sie 0901 560 039 (1 Fr./

Glücksgriff

Dem Alltag entfliehen Genussvolle Momente: Das Migros-Magazin verlost zehn Gutscheine im Wert von je 250 Franken für den exklusiven Private Spa im Migros Fitnesspark Glattpark.

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er im Oktober 2014 er­ öffnete Fitnesspark Glattpark ist das grösste und modernste Fitness­ und Wellness­Center von Zürich Nord. Zusammen mit Migros und Denner markiert er das Zentrum des neuen aufstrebenden Stadtteils Glattpark. Der jüngste Fitnesspark ist verkehrstechnisch sehr gut erschlossen und mit dem Tram von Oerlikon oder Zürich HB bequem zu erreichen. Zusätzlich stehen ausreichend Parkplätze in der Tiefgarage zur Verfügung. Weitläufige Saunawelten

Neben der 1000­Quadratmeter­ Fitnessarena, der Bäderwelt mit 200 Quadratmeter Pool und den weitläufigen Saunawelten erwartet die Besucher ein Private Spa zur exklusiven Miete. Zum Auftanken, als Geburtstags­

geschenk oder einfach so: im 90 Quadratmeter grossen Private Spa sind unvergessliche Wohlfühlmomente garantiert. Das Angebot umfasst einen Whirlpool, eine Aufgusssauna, ein Dampfbad, eine Erlebnis­ dusche und den gemütlichen Ruhe­ und Liegebereich. Auf Wunsch kann zusätzlich das Dampfbad mit Rhassoul gebucht werden. Rhassoul ist eine Pflege­ erde, welche die Haut mit wert­ vollen Mineralien versorgt – ein Geheimtipp für die Schönheits­ pflege. Zur Unterhaltung stehen TV, DVD­ und Musikanlage bereit. Mineralwasser, Softdrinks und Prosecco sowie Früchte und Chips sorgen für das leibliche Wohl. Auf Vorbestellung organisiert das Team des Fitnessparks auch einen Blumenstrauss oder eine spezielle Nascherei. Die Miete des

Private Spas schliesst gleichen­ tags auch den Zutritt zum Fitness­ park ein. Exklusiv, aber nicht abgehoben

Typisch Migros, typisch Fitness­ park: Der Private Spa zeichnet sich durch ein hervorragendes Preis­Leistungs­Verhältnis aus. Die Wohlfühloase kann von ein bis vier Personen für jeweils drei Stunden täglich gemietet werden – während der Öffnungszeiten des Fitnessparks und auch an Feiertagen. Am einfachsten geht das online auf www.fitnesspark.ch/glattpark. Noch nie war es so schön, dem Alltag zu entfliehen – wenn auch nur für ein paar wenige Stunden. MM Mehr Informationen: www.fitnesspark.ch/glattpark

Anruf ab Festnetz) und nennen Sie Ihre Lösung, Ihren Namen und Ihre Adresse. Per SMS: Senden Sie ein SMS mit dem Text GEWINNEN, der Lösung, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die Nummer 920 (1 Fr./SMS). Per Postkarte: Senden Sie eine Postkarte (A-Post) mit der Lösung und Ihrer Adresse an Migros-Magazin, «Fitnesspark», Postfach, 8099 Zürich Online: Gratis unter Migrosmagazin.ch/ gluecksgriff Einsendeschluss: 11. 10. 2015 Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Es erfolgt keine Barauszahlung, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Die Mitarbeitenden der Migros-Medien sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Preise, die nicht bis spätestens drei Monate nach Ziehung durch den Gewinner bezogen werden, verfallen ersatzlos.


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LEBEN | MM41, 5.10.2015 | 111

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So nehmen Sie teil Tel. Wählen Sie die 0901 560 041 (Fr. 1.–/Anruf ab Festnetz) SMS Senden Sie MMD1, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD1 SOMMER. Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Kreuzworträtsel, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 11.10.2015, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Keine Barauszahlung. Computergesteuerte Massenteilnahmen sind nicht gewinnberechtigt. Die Mitarbeiter der Migros-Medien sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Gewinner werden schriftlich benachrichtigt und mit Namen und Wohnort veröffentlicht.

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LEBEN | MM41, 5.10.2015 | 113

Quiz

Gewinnen Sie eine von 3 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die acht Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. 1. Was wird über Autorädern angebracht? K Nasenflügel

W Lungenflügel

A Kotflügel

2. Als was gilt ein listiger, durchtriebener Mensch? L

Schlitzohr

E

Sehrohr

I

Schilfrohr

S

Deutschland

U Schweiz

3. Wo liegt die Stadt Leiden? P Niederlande

So nehmen Sie teil

4. Von welcher Schweizer Banknote der 7. Serie sind am wenigsten im Umlauf? D 20 Fr.

G 200 Fr.

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Tel. Wählen Sie die 0901 560 042 (Fr. 1.–/Anruf ab Festnetz) SMS Senden Sie MMD2, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD2 TASTSINN Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Quiz, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 11.10.2015, 24 Uhr

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5. Wie heissen die historischen Wasserleitungen im Kanton Wallis? R Blattern

N Suonen

H Häkkinen

6. Wie gross ist in etwa der Augapfel eines Blauwals? E

Kirsche

O Fussball

I

Grapefruit

7. Wie hiess B. B. Kings Gibson-Gitarre, die er auch besungen hatte? S

Lucille

R Joy

N Lilly

8. Für welchen Zeitraum steht die Generation der «Babyboomer» in den USA? E

1965–1976

M 1933–1945

T

Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

1946–1964

Lösungswort: 1

2

3

4

5

6

7

8

Gewinner Nr. 38: Alfons Lehmann, Schmitten FR; Sabrina Casanova, Felsberg GR; Therese Gasser, Lungern OW

Auflösung Nr. 39: BRANDUNG

Paroli

Gewinnen Sie eine von 3 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Füllen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Das Lösungswort ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1 bis 5. 3 4 5 2

Auflösung Nr. 40: HOTEL Gewinner Nr. 39: Beatrice Helblig, Kappelen BE; Susanne Tröhler, Muri BE; Kathrin Blatti, Gunten BE

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LEBEN | MM41, 5.10.2015 | 115

Sudoku

Gewinnen Sie eine von 5 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3x3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den gelben Feldern von links nach rechts.

3 1

9 7 6

Auflösung Nr. 40: 345

5 6

5 6 1 7 2 9 8 3 4

9 1 5 8 2 8 9 4 1 4 6 1 9 4 3 8 8 6 2 7 5

8 4 2 3 6 5 1 7 9

7 9 3 8 1 4 6 5 2

4 5 6 9 3 1 7 2 8

2 3 8 6 4 7 9 1 5

9 1 7 2 5 8 3 4 6

3 8 5 4 7 6 2 9 1

6 7 4 1 9 2 5 8 3

1 2 9 5 8 3 4 6 7

So nehmen Sie teil Tel. Wählen Sie die 0901 560 044 (Fr. 1.–/Anruf ab Festnetz) SMS Senden Sie MMD4, gefolgt von der Lösungszahl, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD4 123 Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Sudoku, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 11.10.2015, 24 Uhr

Gewinner Nr. 39: Werner Schmid, Frauenfeld; Georg Rohrer, Buchs SG; Tamara Rindlisbacher, Arth SZ; Rita Schneider, Olten SO; Suzanne Gaiffe, La Chaux-de-Fonds NE

Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

Bimaru

Brücken

Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

Jeder Kreis stellt eine Insel dar. Die Zahl darin gibt an, wie viele Brücken dort enden. Brücken sind nur zu horizontal oder vertikal benachbarten Inseln erlaubt. Diese dürfen mit einfachen oder doppelten Brücken verbunden werden. Am Schluss sollen alle Inseln 2 3 3 1 miteinander verbunden 1 2 1 sein. Verboten: Kreuzungen, diagonale Brücken 1 2 3 2 und mehr als zwei Linien.

2 2 1 0 1 4

Auflösung Nr. 39

2

3 2

4 3 1 3

0

3

4

2

3

0

3

0

2

2

1 3

6

1

3

4

4

1 2

3

5

2

2 1 2

2 3 3

Auflösung Nr. 39: 2 4 2 3 3

2 1 2 4 2

3 4

3 2 2 4 4

3

2

4 4 5

2 1

2 3

2 4

1 2 1 2

3 3 2 3

Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer Wochenblatt des sozialen Kapitals Organ des MigrosGenossenschafts-Bundes www.migrosmagazin.ch Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 569 115 Ex. (WEMF 2014) Leserschaft: 2 391 000 (WEMF, MACH Basic 2015-1) Adresse Redaktion und Verlag: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich Telefon: 058 577 12 12 Fax: 058 577 12 08 redaktion@migrosmagazin.ch Herausgeber: Migros-Genossenschafts-Bund Leiter Migros-Medien: Lorenz Bruegger

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(Leitung), Verena De Franco, Michael Glarner, Christine Kummer, Janine Meyer, Jasmine Steinmann Lesermarkt: Carina Schmidt (Leitung), Marianne Hermann, Nadine Voss Media-Services: Patrick Rohner (Leitung), Tabea Burri, Aisha Kaufmann, Theresa Wuitz

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PUNKTEN. SPAREN. ERLEBEN.

So bezahlen alle gern: Mobiles Bezahlen mit der Migros App In der Migros App finden Sie neu die Funktion «Mobiles Bezahlen». Ab sofort können Sie Ihr Migros Bank Konto oder Ihre Kreditkarte in der Migros App hinterlegen und mit Ihrem Smartphone bargeldlos, sicher und schnell bezahlen.

1

Ab sofort können Sie in sämtlichen Migros-Filialen, Migros-Fachmärkten, Migros-Restaurants und MigrosTake Aways mobil bezahlen. Damit Sie zusätzlich wertvolle CumulusPunkte sammeln können, weisen Sie bitte Ihre physische oder digitale Cumulus-Karte in der Migros App an

der Kasse vor. So profitieren Sie bis Ende Dezember 2015 von 2-fach Cumulus-Punkten auf alle Einkäufe, die Sie mobil bezahlen. Um vom Angebot profitieren zu können, muss in der App ein Migros Bank Konto oder eine Cumulus-MasterCard hinterlegt sein.

HLEN: MOBILES BEZA EINRICHTEN. H C A F IN E T Z T E J

Rufen Sie in der Migros App den Bereich Portemonnaie auf und wählen Sie den Punkt «Mobiles Bezahlen» aus.

Wählen Sie aus, welches Zahlungsmittel Sie anbinden möchten, und folgen Sie der Schritt-für-SchrittAnleitung.

2

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Legen Sie einen individuellen 6-stelligen Code fest. Damit sind Ihre Bankdaten immer geschützt.

MOBIL BEZAHLEN UND BIS ENDE JAHR DOPPELT PUNKTEN Aktionsdauer: bis 31. Dezember 2015 Profitieren: Bis Ende Jahr erhalten Sie auf alle Einkäufe in der Migros, die Sie mit der Migros App bezahlen, 2-fach Cumulus-Punkte. Das Angebot gilt für Zahlungen mit Ihrem hinterlegten Migros Bank Konto und Ihrer hinterlegten CumulusMasterCard. Hinweis: Alle Ihre Angaben und die Zahlungsmittel sind in der Migros App sicher. Im digitalen Portemonnaie

werden alle Zahlungsmittel mit einem 6-stelligen Code geschützt, den Sie selbst festlegen und nur Sie selbst kennen. Aus Datenschutzgründen werden in der Migros App keine sensiblen Daten zu Zahlungsmitteln hinterlegt. Weitere Informationen: app.migros.ch

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2

Meine Zahnbürste

«Ich liebe meine elektrische Zahnbürste und deren Obertöne. Sie macht ‹Musik›, und ich muss nicht schrubben.»

Meine Welt

«Ich würde gern im KKL auftreten»

Bei Martina Linn dreht sich alles um Musik. Selbst ihre elektrische Zahnbürste macht tolle Obertöne. Mit ihrem zweiten Album «Pocket of Feelings» will die Singer-Songwriterin nun durchstarten. Ihr Traum: die grossen Konzertbühnen der Welt. Text: Laila Schläfli Bilder: Daniel Winkler 1

3


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1 Meine Musik «Musik ist das Zentrum

meines Lebens. Alles andere baue ich drum herum. Dass ich vor allem Folk spiele, war keine bewusste Entscheidung, sondern hat sich einfach so entwickelt.» 2 Meine Freundin «Rahel Kobelt (30)

und ich haben uns über unsere Ex-Freunde kennengelernt. Das war vor rund fünf Jahren. Wir können über alles reden.»

3 Meine andere Seite «Eigentlich bin ich ja sehr strukturiert, doch hin und wieder eben auch total zerstreut. So fand ich meine Schlüssel auch schon im Kühlschrank wieder.»

4 5

Name: Martina Gemassmer (24)

alias Martina Linn

Sternzeichen: Jungfrau Beruf und Lebenslauf: Ich bin in La Punt GR aufgewachsen. Als

6 7

ich sechs Jahre alt war, durfte ich in einem Musikgeschäft ein Instrument auswählen – ich griff, ohne zu zögern, nach der Gitarre! Mit zehn Jahren fing ich mit dem Jodeln an, mit 14 spielte ich in einer Jugendband. Heute studiere ich Musik in Luzern. Im kommenden Jahr schliesse ich den Master ab. Vielleicht brauche ich auch etwas länger: Anfang Oktober erscheint mein zweites Album ‹Pocket of Feelings›, danach stehen viele Konzerte an. Mein Ziel: Ich würde gern im KKL in Luzern auftreten – mit selber komponierter Orchestermusik. 4 Mein Lieblingsort «Zum Piz Mezzaun gibt es keinen gekennzeichneten Weg, es braucht einen Ortskundigen. Oben hat man eine Hammeraussicht über das ganze Engadin.» 5 Mein Pferd «Juana (7) gehört einer Freundin. Das Pferd hat viel Energie. Darum muss ich ruhig bleiben. Wenn ich nervös werde, wird sie das auch. Das ist eine gute Übung für mich.»

Bild: Getty Images

6 Mein Instrument «Im Studium lernte

Mein Lieblingsprodukt «Die Himbeerroulade der Migros ist nicht zu vergleichen mit jener der Konkurrenz: Sie schmeckt viel rahmiger.»

ich, auch Klavier zu spielen. Ich liebe den Sound, und es ist praktisch zum Begleiten. Aber mein Instrument ist und bleibt die Gitarre.»

7 Mein Vorbild «Ich bin ein Fan der Art und Weise, wie Jazzmusiker Chet Baker auf der Trompete improvisierte.»


, H C O W T IT M N E S E I D R NU

7.10.2015:

G A T R E K O J DZAHNRAONTE BAHN MROSO G EN E

Bitte alle einsteigen! ––––––––––––––––––––––––––––––––––––

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