Ausgabe Z端rich, AZA 8021 Z端rich
NR. 41 10. OKTOBER 2011
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Bestes vom Schweizer Bauern nhof: die neue TerraSuisse Wiesenmilch.
Die neue TerraSuisse Wiesenmilch. Die TerraSuisse Wiesenmilch stammt von Schweizer Kühen, welche vorwiegend mit frischem Gras und Heu vom eigenen Bauernhof gefüttert werden.
Zusätzlich zur ausgewogenen und natürlichen Fütterung geniesst das Vieh das ganze Jahr über freien Auslauf. So produzieren die glücklichen Kühe zwar weniger Milch, dafür erfreuen sie sich an einem gesünderen und längeren Leben.
Bestes vom Schweizer Bauernhof. Dank ihrer grasland- und weidebasierten Produktion verfügt die Wiesenmilch über einen hohen Ernährungswert und eine besonders günstige Zusammensetzung von Fettsäuren. Sie lässt sich als Milchdrink, hochpasteurisierte und UHT-Milch geniessen und ist ab November auch als Halbrahm erhältlich. Wiesenfutter 75 %
Kraftfutter 10 %
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Durchschnittliche Jahresration von IP SUISSE Wiesenmilch-Kühen (Quelle: Richtlinien IP SUISSE, 2011)
Ausgabe Zürich, AZA 8021 Zürich
NR. 41 10. OKTOBER 2011 www.migrosmagazin.ch
STÄDTEBAU I 13
Die Zukunft des Wohnens WERMUTH VS. REIMANN I 38
Jungpolitiker im Wahlduell MIGROS-ZEITREISE I 50
Filmstar dank Migros-Spot ARMUT IN DER SCHWEIZ I 104
Bild Tina Steinauer
Wenn jeder Rappen zählt
Lust auf Land
Jedes Jahr verbringen 2500 Jugendliche ihre Ferien beim Arbeitseinsatz bei Schweizer Bauern. Tendenz steigend. Adriano Lepri half auf dem Urnerboden – für einen Apfel und ein Ei. I 24
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DIESE WOCHE INHALT
NR. 41, 10. OKTOBER 2011 MIGROS-MAGAZIN
6 EDITORIAL Barbara Siegrist, stellvertretende Chefredaktorin
Arm unter lauter Reichen Ausgemergelte Körper, grosse Augen in eingefallenen Gesichtern und von Hunger aufgeblähte Bäuche, das ist unser Bild, wenn von Armut die Rede ist. Man denkt an Afrika. An Indien. Aber kaum an die Schweiz. Doch: Jeder zehnte Mensch in der Schweiz gilt als arm. Das heisst, ein Alleinstehender lebt mit weniger als 2400 Franken pro Monat, eine Mutter mit zwei Kindern mit weniger als 3800. Wer da nicht rechnen kann, ist verloren. Die Armut hier ist unsichtbar, darüber geredet wird nicht. Es heisst: Wer fleissig ist, ist nicht arm. Wer arm ist, ist also selber schuld. Zu den finanziellen Sorgen kommt also noch die soziale Ächtung.
Bei Armut denkt man an Afrika. Nicht an die Schweiz.
Weil man sich die Schmach ersparen will, vor allem aber auch weil gesellschaftliche Ausgrenzung einfach unerträglich ist, wird vertuscht und überspielt. Statussymbole wie Autos, Handys, Markenkleider werden auf Pump gekauft. Die Schuldenfalle wartet.
13 | REPORTAGE Weil Bauland knapp wird, sind verdichtete Bauten wie die Grosssiedlung Le Lignon bei Genf wieder ein Thema.
Arm sein unter lauter Reichen ist vor allem für Kinder ein qualvolles Spiessrutenlaufen. An Geburtstagen glänzen sie mit Abwesenheit, weil das Geld fürs Geschenkli nicht reicht, für den Schulausflug fehlt das Reisegeld. Und immer gilt es, eine Ausrede zu finden, dass niemand merkt, wie es zu Hause wirklich um sie steht. Sicher: Der Verzicht auf ein bisschen Geburtstagskuchen ist nichts gegen den täglichen Hunger in Afrika, der verpasste Schulausflug nichts gegen ein Leben in den Strassen Indiens. Die Scham aber, es in einem Land, in dem bekanntlich Milch und Honig fliessen, nicht zu schaffen, ist zutiefst traumatisierend und schmerzhaft. Drei Betroffene erzählen von ihrem täglichen Kampf um ein normales Leben (Seite 104).
barbara.siegrist@migrosmedien.ch
M-Infoline: Tel. 0848 84 0848* oder Fax 0041 44 277 20 09 (Ausland). m-infoline@migros.ch; www.migros.ch Cumulus: Tel. 0848 85 0848* oder +41 44 444 88 44 (Ausland). cumulus@migros.ch; www.migros.ch/cumulus Redaktion Migros-Magazin: Postfach 1751, 8031 Zürich, Tel. 044 447 37 37, Fax 044 447 36 01 redaktion@migrosmagazin.ch; www.migrosmagazin.ch; * Normaltarif
38 | SERIE WAHLEN 2011 Lukas Reimann (SVP, vorn) und Cédric Wermuth (SP) diskutieren über Erfolg in der Politik.
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DIESE WOCHE
MIGROS-MAGAZIN NR. 41, 10. OKTOBER 2011
INHALT 7
104 | FAMILIE Bregenzers aus Rapperswil SG leben an der Armutsgrenze: Ohne genaue Finanzplanung, Einkäufe in Deutschland und Aktionsspielzeuge kommt die zehnköpfige Familie finanziell nicht durch.
MIGROS-WOCHE
57 | Tanzspass für Gross und Klein An der Lilibiggs-Familiendisco rocken Eltern und Kinder über die Tanzfläche.
8 | Aktuelles
Bilder Renate Wernli, Markus Bertschi, Samuel Trümpy
MENSCHEN
13 | Reportage Zu Besuch bei Menschen, die in Grosssiedlungen leben. 22 | Auf ein Wort 24 | Reportage Landdienst zu leisten ist unter Jugendlichen populärer denn je. 30 | Porträt Im Oktober sind im Simmental die Kuhcoiffeure unterwegs. 35 | Kolumne Der Hausmann 37 | Bild der Woche 38 | Serie Wahlen 2011 Wahlen: Wie zwei Jungpolitiker ihre Kampagnen führen.
AKTUELL
50 | Historisches Bild Die Karriere des Schauspielers Joseph Scheidegger begann mit einer Rolle in einem Migros-Werbefilm. 54 | Mountainmania Kleine Sammler erzählen, warum sie die Kleberli so lieben.
SCHAUFENSTER 58 | 61 | 76 | 79 | 80 | 82 |
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SAISONKÜCHE
84 | Pouletsandwich de luxe Filmkulissenbauer René Lang und seine Crew haben wenig Zeit zum Essen. Ein gutes Sandwich kommt da wie gerufen. 88 | Küchenkunde Ein gesundes Znüni ist wichtig für gute Schulleistungen. Was da alles hineingehört.
IHRE REGION
91 | Neues aus Ihrer Genossenschaft
LEBEN
97 | Mix Biologische Väter ohne Rechte.
104 | Familie Jeder zehnte Mensch in der Schweiz lebt an der Armutsgrenze. Drei Familien erzählen, wie sie sich durchboxen. 111 | In Form Wie viel Speichel produziert ein Mensch in seinem Leben? Wie lange überlebt er ohne Schlaf? Wir verraten es Ihnen. 115 | Familie Aufklärung an der Schule: Warum der Basler Sex-Koffer zu Unrecht einen schlechten Ruf hat. 117 | Auto Ist der elektrische Smart der bessere Smart? Der Fortwo Electric Drive im Test.
MEINE WELT
132 | Max Lässer Zu Besuch bei der Schweizer Gitarrenlegende im aargauischen Baden.
RUBRIKEN
11 | 119 | 123 | 125 | 129 | 130 I
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MIGROS-WOCHE AKTUELLES
NR. 41, 10. OKTOBER 2011 MIGROS-MAGAZIN
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Diplom für die Migros
Holländischer Kult-Zmorge Ab sofort gibts den holländischen Originalbrotbelag Hagelslag in der Migros. Die Schokoladenstreusel auf dem Brot dürfen in Holland bei keinem Frühstück fehlen. Beim letztjährigen MigipediaIdeenwettbewerb wurde er von den Usern auf den zweiten Platz gewählt. Hagelslag von de Ruijter gibt es für 4.40 Franken pro Pack.
In Anwesenheit von Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey werden an der Solarpreisverleihung in Genf am Montag 10. Oktober energieeffiziente Bauten und Anlagen ausgezeichnet. Die Migros erhält ein Diplom: Die Solaranlage auf dem Dach des MMM Stans produziert auf 4200 m² Fläche pro Jahr 500 000 kWh Strom. Rund 150 Haushalte können damit ihren Strombedarf decken. Die Migros gehört hierzulande zudenPioniereninSachenSolarenergie. Das erste Projekt realisierte sie vor mehr als 20 Jahren. Mittlerweile verfügt die Detailhändlerin über 15 Anlagen. cp
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LOB DER WOCHE
Botschafter-Lorbeeren
Im «Tages-Anzeiger» äusserte sich der neue deutsche Botschafter Klaus-Peter Gottwald zu den ersten Erinnerungen, die er mit der Schweiz verknüpft: «Ende der 60er-Jahre habe ich in Konstanz studiert. Schon da gab es die weitgehend offene Grenze nach Kreuzlingen. Die Migros jenseits der Grenze war mit einem knappen Studentenbudget eine duchaus günstige Anlaufstelle.»
SCHNAPPSCHUSS DER WOCHE
Miggy ggy auf Tauchfahrt Die Formulierung ist abgedroschen, ab gilt aber ab dennoch: Miggy ist auch ein U-Boot. «Dieses Bild enstand «D im März 2011 auf den Malediven. Uns Ma und un Miggy hat es Riesenspass Ri gemacht», schreibt ge Leser Michael Le Reinhard aus Thörishaus BE. Th
Eine der grössten Energieanlagen der Zentralschweiz: Länderpark Stans.
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MIGROS-WOCHE
MIGROS-MAGAZIN NR. 41, 10. OKTOBER 2011
AKTUELLES 9
Gesundheit der Mitarbeiter fördern Vergangene Woche hat Gesundheitsförderung Schweiz 13 Schweizer Unternehmen in Bern mit dem Label «Friendly Work Space» ausgezeichnet.Dazu zählen ab sofort auch die Migros-Genossenschaften Waadt, Genf, Aare und Ostschweiz sowie die Migros-Pensionskasse. Die Auszeichnung wird seit 2009 verliehen — um sie zu erlangen, müssen Unternehmen gesundheitsfördernde Strukturen und Rahmenbedingungen für ihre Mitarbeitenden schaffen. Bis heute haben 29 Unternehmen die Auszeichnung erhalten. cp
Grosse Erinnerung: Joseph Scheidegger mit dem Plakat des Schweizer Kinoklassikers «Polizischt Wäckerli», in dem er einst eine Rolle spielte.
Filmkarriere dank der Migros In über 100 Filmen spielte Joseph Scheidegger mit, sein Debüt gab er in einem Migros-Werbestreifen.
D
erheute82-jährigeJosephScheidegger kennt die Medienwelt inund auswendig. Er war Hörspielchef im Radiostudio Basel, drehte fürs Schweizer Fernsehen Dokumentarfilme, und stand über 100-mal selber vor der Kamera.So hatte er Auftritte im Schweizer Kinoklassiker «Polizischt Wäckerli» (1955) und im Oscar-prämierten Drama «Reise der Hoffnung» (1990). Seinen Durchbruch verdankte der Zürcher, der aus einer sehr armen Familie stammt, seinerzeit der Migros. Gott-
lieb Duttweiler liess 1948 den abendfüllenden Werbefilm «Familie M» drehen, der anschliessend in vielen Schweizer Städten und Dörfern gezeigt wurde. Der 18-jährige Scheidegger durfte darin eine Rolle spielen, er war von Regisseur Sigfrit Steiner an der Schauspielschule «Bühnenstudio Zürich» entdeckt worden.Dem Migros-Magazin hat Joseph Scheidegger seine Lebensgeschichte erzählt. Michael West Lesen Sie den Artikel auf Seite 50
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PUNKTE
FORUM
MIGROS-MAGAZIN NR. 41, 10. OKTOBER 2011
LESERBRIEFE 11
MM 40: «Heilige Wasser, steile Wände», Artikel über eine Wanderung entlang der alten Walliser Wasserleitungen.
Auch mit der Bahn erreichbar ■ Besten Dank für den Hinweis zur Suonen-Wanderung ab Eggerberg nach Ausserberg. Nachdem ich die «normale» Südrampenwanderung schon oft gemacht habe, werde ich diese Variante nächstens mal ausprobieren. Der Hinweis zur An- und Rückreise sollte noch ergänzt werden: Die beiden Dörfer sind nicht nur ab Visp mit dem Postauto erreichbar, sondern ebenfalls — und vielleicht sogar noch besser — mit der Bahn ab Bern oder Brig. Es gibt stündliche Verbindungen, und die Wanderung ab den Bahnhöfen verlängert sich nur um Minuten.
Erlebnis für alle Sinne: Wanderung entlang der gurgelnden Suone.
Hans Fürer, 8804 Au
MM 40: «Reiche können gesünder einkaufen», fünf Fragen an Thomas Mattig, Direktor der Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz.
Es fehlt nicht an Geld, sondern an Wissen
■ Beinahe sämtlichen Aussagen von Thomas Mattig kann ich voll zustimmen. Völlig falsch liegt er aber mit der Aussage: Leute mit höherem Einkommen können gesünder einkaufen. Thomas Mattig sollte sich einmal die Mühe machen, zusammen mit einer Ernährungsberaterin in einer MigrosFiliale einen Warenkorb mit gesunden und günstigen Nahrungsmitteln zu füllen, Menüs zusammenzustellen, zu kochen und dann zu rechnen. Er wird aus dem Staunen nicht herauskommen. Beispiel: Chili con Carne, Salat, Fruchtdessert für 4 Personen. Alle Zutaten frisch eingekauft. Kosten: ein Päckli Zigaretten. Es fehlt nie am Geld. Es fehlt am Wissen und am Können.
Bild Thomas Senf
Alfred Wihler 8038 Zürich
Wenn man Fleisch und Fisch weglässt, bleibt mehr als genügend Geld für den Einkauf von Bio-, Öko- und FairtradeLebensmitteln. Ich lebe seit Jahren an der Armutsgrenze, dennoch kann ich mir alles leisten, was ich brauche.
Andrea Graf, 9000 St.Gallen
MM 40: «Mann, was für ein Gang», Artikel über den männlichen Gang.
In Italowestern gehen die Cowboys breitbeinig
■ Dieser Beitrag über Gangarten ist doch merkwürdig. Der Verfasser weiss a) sehr wenig über John Wayne, und b) scheint er eine Vorliebe für Italowestern zu haben. Dort verkehren breitbeinige Typen. John Wayne schritt deshalb so tänzelnd-hüftwiegend, weil Grösse (193 cm) und Gewicht in Disharmonie zur Schuhgrösse standen: knapp 39! Und: Anfang der 30er-Jahre da stakste er scheinbar komisch, hervorgerufen durch einen Schwimmunfall. Sein berühmter Gang war also teils gelernt. Thea Michelitsch
6340 Baar
MM 39: «Bewegung macht schlau», Artikel über Bewegung im Schulalltag.
Das wichtigste ist viel Bewegung in der Natur
■ Von einer bewegungsreichen Kindheit profitiert der Mensch ein Leben lang. Richtig. Dazu ist jedoch in frühen Jahren weniger ein organisiertes Bewegen in einer begrenzten Turnhalle gefragt als das uneingeschränkte Bewegen in nicht begrenzten Räumen wie der Natur. Sie bietet weitere
«Ich lebe seit Jahren an der Armutsgrenze, dennoch kann ich mir alles leisten.» Andrea Graf, 9000 St. Gallen
Sinnesreize, wie Wärme, Kälte, Feuchtigkeit,Nässe oder Wind. Das beginnt im Vorschulalter. Nur, wer kann das den Kindern bieten? Die Eltern, die Krippe, der Kindergarten, der Waldkindergarten, die Schule, die Tagesschule, der Verein? Aus Respekt vor der Verantwortung findet Bewegung weg von den Eltern häufig in geschlossenen Räumen statt. Ich bin Vater. Mich überzeugen jedoch insbesondere die Argumentationen von Klaus Hurrelmann: Verschafft den Kindern ab den frühen Jahren möglichst viel Bewegungsraum in der uneingeschränkten Natur. Jede Sinnesreizung schafft Hirnstrukturen, und Bewegung fördert die Motorik. René Kocher 3454 Sumiswald
Der Bericht kommt ausgezeichnet daher. In der Schule Moosmatt in der Stadt Luzern wird die Bewegungslandschaft schon seit einigen Jahren eingesetzt. Martin Graber, per Mail
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MIGROS-MAGAZIN NR. 41, 10. OKTOBER 2011
MENSCHEN
REPORTAGE 13
Zuhause in der Blocksiedlung
In der Schweiz wird pro Sekunde ein Quadratmeter Kulturland verbaut. Verdichtetes Wohnen verhindert, dass die Bauzonen schon in 20 Jahren ausgeschöpft sind. Was verdichtet heisst, zeigt sich in der Genfer Grosssiedlung Le Lignon, im Aarauer Telli-Quartier sowie in Brünnen, dem neuesten Stadtteil von Bern: Man wohnt in grossen Blöcken.
R
und 15 Fahrminuten westlich des Genfer Hauptbahnhofs erstreckt sich das mit 1054 Meter längste Wohnhaus der Schweiz. Hier
lebt Karin Kaukorat (68) seit 1992 in einer 52 Quadratmeter kleinen, nicht renovierten Wohnung und bezahlt monatlich 1000 Franken Miete. Ihr
Wohnblock bildet zusammen mit zwei Wohntürmen mit 29 und 25 Etagen die Cité du Lignon. Die Gebäude locken Architekturstudenten aus der ganzen
MENSCHEN REPORTAGE
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Bild eeeeee
Ausserhalb Genfs, in der N채he der Rhone, steht ein gut 1000 Meter langer Wohnblock in der Landschaft.
MENSCHEN REPORTAGE
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Le Lignon, Genf: 1054 Meter lang, 6500 Einwohner.
Rentnerin Karin Kaukorat im Wohnzimmer ihrer 52 Quadratmeter kleinen Wohnung und vor dem Eingang zum Wohnblock: «Ich fühle mich ziemlich sicher in Le Lignon und habe keine Lust mehr umzuziehen.»
Welt an. Von 1962 bis 1971 für 10 000 Mieter des Mittelstands konzipiert und gebaut, leben hier neben der deutschen Rentnerin rund 6500 Menschen — weniger Familien und mehr Singles als früher. Le Lignon gehört zu Vernier GE, einer Gemeinde mit 47 Prozent Ausländern aus 100 Nationen.Passanten sagen, Le Lignon sei wie der Turmbau zu Babel, aber meist ruhig.Es sei denn,Hunde bellen, Kinder lärmen oder ein Flugzeug fliege Genf-Cointrin an. Karin Kaukorat wanderte vor mehr als 40 Jahren von Frankfurt in die Romandie aus und arbeitete als Sekretärin bei einer internationalen Organisation in Genf. Sie erinnert sich: «Als mir mein damaliger Arbeitgeber diese Wohnung vorschlug, fühlte ich mich unsicher, denn im Quartier gibt es Vandalismus und Einbrüche. Das riesige Gebäude war abschreckend.» Doch für die alleinstehende Frau, die seit zehn Jahren in der Katze Kiki eine treue Begleiterin hat, überwogen die Vorteile. Sie schätzt die öffentlichen Verkehrsmittel nach Genf, die Grünflächen und das Einkaufszentrum. Kaukorat blickt gerne vom Wohnzimmer auf die Rhone. Zu der nach französischem Vorbild erstellten Grosssiedlung
gehört ein Kindergarten,eine Bibliothek, die grösste Primarschule des Kantons Genf,einGesundheitszentrumsowieeine katholische und eine reformierte Kirche.
In Le Lignon ist der Umgang mit den Nachbarn distanziert Der Umgang mit den 6500 Mitbewohnern sei nicht anonym, aber distanziert. «Ich kenne die Dame, die oberhalb wohnt,und die Familie unter mir,und auf der gleichen Etage lebt meine beste Freundin. Die Bewohner der anderen Etage kenne ich nur vom Sehen», sagt Kaukorat. Manchmal begegnet sie den Nachbarn in den Waschküchen, die es auf jedem vierten Stockwerk gibt. Die rüstige Rentnerin sagt: «Ich fühle mich hier ziemlich sicher und habe keine Lust mehr umzuziehen.» Der schlechte Ruf von Le Lignon, das in Anlehnung an einen berüchtigten Stadtteil von New York auch schon als die Bronx der Schweiz bezeichnet wurde, sei unbegründet. Obwohl die Riesensiedlung vor knapp 50 Jahren entstanden ist, gilt sie als architektonisches Vorbild für die Zukunft. Denn der Schweiz geht das Bauland aus — laut dem Bundesamt für Statistik (BfS)
schon in 20 Jahren. Die Gründe: 1950 hatte die Schweiz 4,7 Millionen Einwohner,heute sind es bei einer jährlichen Zuwanderung von deutlich über 100 000 Personen rund 7,9 Millionen. Damit ist die Schweiz nach den Niederlanden das am dichtesten besiedelte Land Europas. Alleine in den letzten zwölf Jahren wurde in der Schweiz gemäss BfS eine Fläche in der Grösse des Kantons Nidwalden verbaut. Jede Sekunde verschwindet schweizweit ein Quadratmeter Kulturland. Heute nimmt eine Person im Schnitt gut 50 Quadratmeter Wohnfläche für sich in Anspruch. Vor 50 Jahren waren es noch halb so viel. Mit der von Pro Natura gestützten, im August 2008 eingereichten Landschafts-Initiative ist diese Entwicklung definitiv zum Politikumgeworden(sieheInterviewmitStadtwanderer Benedikt Loderer, Seite 20). Der Ruf nach verdichtetem Bauen wird immer lauter. In Brünnen-Westside, acht S-Bahn-Minuten vom Berner Stadtzentrum entfernt, zeigt sich, wie das in Zukunft aussehen könnte: Das Wohnviertel mitten im Grünen, umgeben von Bauernhöfen, wird bis 2018, wenn das Projekt abgeschlossen ist,rund 1000 Arbeitsplätze und 800 Miet- und
MENSCHEN REPORTAGE
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Brünnen-Westside: mitten im Grünen und doch fast in Bern.
Sowohl die Natur als auch die Stadt vor der Haustür: Die Familie Moro lebt in einer 163 Quadratmeter grossen Wohnung im Quartier Brünnen-Westside, acht S-Bahn-Minuten vom Stadtzentrum entfernt. Spektakulär: das offene Treppenhaus (oben).
Eigentumswohnungen für 2600 Menschen umfassen. In diesem Quartier wohnen seit Herbst 2008 André Moro (48),seine aus Griechenland stammende Frau Eva und Tochter Lina (19).
Moros und Kater Manfred fühlen sich wohl in Brünnen-Westside «Wir waren die ersten Eigentümer im ganzen Quartier», sagt der Familienvater. Die Moros besitzen eine helle, 163 Quadratmeter grosse 6-Zimmer-Wohnung mit Waschmaschine und Bodenheizung. Die dreiköpfige Familie mit
ihrem Kater Manfred lebt damit pro Kopf auf einer grösseren Fläche als der Schweizer Durchschnitt. Moros fühlen sich wohl im nach Minergie-Standard gebauten Eigenheim. Zuvor wohnten sie in Spiez am Thunersee.Doch André Moro war des jahrelangen Pendelns zwischen Spiez und seinem Arbeitsort Bern müde. Auch für die angehende Mediamathikerin Lina ist Bern Arbeitsort. «Wir wollten eine Wohnung fürs Alter und haben den Umzug noch nie bereut», sagt Eva Moro. Sie hat die Wohnung im Internet entdeckt und schwärmt von der
Nähe zum Einkaufszentrum Westside mit den Kinos, Restaurants sowie dem Erlebnisbad Bernaqua. «Unsere ältere Tochter, die in Thun wohnt, sagt, wir seien moderner geworden, seit wir in Brünnen leben.» Das soziale Netz ist in diesem neuen Wohngebiet engmaschig. Und Eva Moro gilt als aktive Bewohnerin: Sie ist im Quartier als Tante Eva bekannt, weil sie manchmal Nachbars Kinder hütet und mit der 86-jährigen Nachbarin Tee trinken geht. Im Mai 2010 haben alle vom Baufeld 8, die wie André Moro im Sternzeichen
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MENSCHEN REPORTAGE
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Telli-Quartier, Aarau: 2500 Leute in 1258 Wohnungen.
Patchworkfamilie Bickel/Petrecca geniessen Balkone und Terrasse ihrer 5,5-ZimmerWohnung in der sogenannten «Staumauer» – und die Sicht auf den Jurasüdhang.
des Stiers geboren sind, die Bewohner zum gemeinsamen Grillfest eigeladen. Inzwischen sind mit Ausnahme der Parterrewohnungen alle bereits gebauten Einheiten belegt.Besucher können kaum glauben, dass die Autobahneinfahrt zur A1 nur 300 Meter weit entfernt ist — die Autobahn führt unterirdisch am Quartier vorbei. Ein begrünter Streifen am Rand der Wohnblöcke ist das einzige Indiz dafür. In dieser Umgebung fühlt sich auch der neunjährige Kater wohl: Er bringt regelmässig Mäuse in die Wohnung.
Auch Ursula Bickel (45) und Silvio Petrecca (47) haben eine riesige Nachbarschaft: 2500 Menschen, verteilt auf 1258 Wohnungen. Bickel und Petrecca sind Eltern einer Patchworkfamilie, die in einer114Quadratmetergrossen5,5-Zimmer-Wohnung im Herzen von Aaraus Telli-Quartier wohnen, und zwar im 18. und obersten Stock, umgeben von einer riesigen Terrasse.Sie gibt den Blick frei auf die bis zu 50 Meter hohen TelliBlöcke,dieimVolksmund«Staumauern» heissen, auf das Atomkraftwerk Gösgen, den Aarewald,das 1,5 Kilometer entfern-
te Stadtzentrum von Aarau, die Aare sowie den Jurasüdhang.«Die Aussicht darauf ist mein Favorit», sagt Petrecca. Er arbeitet als Kundenberater bei einer Versicherung und ist Vater zweier Söhne.
Ursula Bickel: «Oh Gott, da könnte ich nie wohnen» AlsUrsulaBickelerstmalszuihremFreund ins Telli-Quartier fuhr und die in den 1970er- und 1980er-Jahren entstandenen Blöcke an der Delfterstrasse sah,war sie vom Anblick nicht sonderlich erbaut. «Oh, Gott, da könnte ich nie wohnen»,
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«Es gibt eine Benedikt Loderer ist Gründer der Zeitschrift «Hochparterre» und einer der renommiertesten Architekturkritiker der Schweiz. Der 66-Jährige ist überzeugt: Der Bund muss bei der zukünftigen Raumgestaltung mehr mitreden. Benedikt Loderer, Sie leben in Biel. Wie wohnen Sie?
Ich wohne privilegiert,nämlich in einem Altstadthaus, dessen älteste Teile um 1450 gebaut wurden. Ich finde das wunderbar, denn ich bin schon 66 Jahre alt und muss fürs Alter vorsorgen. Ideal ist beim Älterwerden,wenn man in den Finken in die nächste Apotheke gehen kann —so wie ich. Wie gross ist Ihr Haus?
Ich habe verboten viel Platz: pro Person etwa 70 Quadratmeter. Verdichtetes Wohnen: Die Familie Bickel/ Petrecca lebt zu fünft auf einer Fläche von 114 Quadratmetern.
Das hört sich nicht nach verdichtetem Wohnen an.
habe sie damals gesagt. Sie ist in einem Einfamilienhaus in Sonnental SG aufgewachsen.Als Kind verband sie Überbauungen mit dem Buch der Christiane F., «Wir Kinder vom Bahnhof Zoo». Dennoch ist Aussendienstmitarbeiterin Ursula Bickel im März 2010 zusammen mit ihrer Tochter und ihrem Sohn vom Zürcher Unterland ins Telli-Quartier gezogen. «Wir bezahlen pro Monat 2500 Franken Miete. Dieses Preis-Leistungs-Verhältnis für diese tolle Wohnung ist das Beste Aaraus.» Die passionierte Sängerin, die immer wieder gerne auf Firmen- und Privatanlässen Hits von Louis Armstrong bis Amy Winehouse vorträgt, schätzt die Vorteile des Telli-Quartiers: Zwischen den Wohnzeilen sind Parklandschaften, Rasenflächen und Bäume gepflanzt; das Naherholungsgebiet zum Joggen, Velofahren oder Spazieren entlang der Aare befindet sich vor der Haustür.Pingpongtische, ein Fussball- und ein Grillplatz, ein Kindergarten, ein Kleintierzoo und eine Sauna (allerdings nur für sechs Personen) sorgen für Erholung unter den Tellianern, wie sich die Einwohner nennen. Diese bestehen zu 30 Prozent aus Ausländern, vor allem aus Italien, der Türkei und Ex-Jugoslawien. Dies teilt
das Gemeinschaftszentrum Telli mit,das zusammen mit dem Quartierverein zehnmal pro Jahr das Mitteilungsblatt «Telli Post» herausgibt. «Es hat hier viele Ausländer und Rentner.Wenn ich zur Arbeit fahre,steht der Spitex-Wagen jeden Morgen vor meiner Haustür», sagt Bickel. Sie bezeichnet den Umgang mit den Anwohnern als «eher anonym». Vermutlich hänge dies mit den häufigen Miterwechseln zusammen. «Trotzdem fühlen wir uns in dieser Siedlung wohl», sagt Petrecca.Ein Nachteil ist die Tiefgarage,beträgt doch die Distanz vom Eingang bis zum Parkplatz ganze 900 Meter.Petreccas Freundin ist deshalb froh über die Überwachungskameras und die vielen Lichtschalter. So fühle sie sich in diesem Untergrund sicher. Nach getaner Arbeit geniesst die Patchworkfamilie die einmaligen Sonnenuntergänge, 50 Meter über dem Boden: Das reicht manchmal, um oberhalb der Nebelgrenze zu sein. Texte Reto E. Wild Bilder Markus Bertschi
www.migrosmagazin.ch Was will die Landschafts-Initiative, und unterstützen Sie deren Ziele? Infos und die Diskussion.
Verdichtetes Wohnen hatten wir vor 50 Jahren, als wir pro Person rund 25 Quadratmeter Wohnfläche beanspruchten. Heute beträgt der Durchschnitt 50 Quadratmeter. Das heisst: Wir haben in den letzten 50 Jahren nicht verdichtet, sondern «verdünnt», weil wir mehr Fläche beanspruchen. Dazu kommt, dass sich die Einwohnerzahl von fünf Millionen auf gegen 7,9 Millionen Einwohner erhöht hat. Gestiegene Ansprüche und mehr Einwohner sind die Gründe, weshalb wir heute über verdichtetes Wohnen diskutieren.
«Wir haben ‹verdünnt›, weil wir mehr Fläche beanspruchen.» Und wie wohnen wir in Zukunft?
Wenn Sie mir sagen,was der Liter Benzin in 20 Jahren kostet und wie sich die wirtschaftliche Lage entwickelt, beantworte ich Ihnen diese Frage exakt. Gehen wir davon aus, dass die Schweiz in 20 Jahren eine Million mehr Einwohner hat.
Das heisst noch lange nicht, dass diese Million so gut lebt wie wir heute.
MENSCHEN REPORTAGE
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unschlagbare Koalition der Zersiedler» Welches Szenario ist für Sie wahrscheinlich?
Wenn die Wirtschaft floriert, wird sich das beim Wohnen auswirken. Wir leiden denn auch nicht an Wohnungsnot. Herr und Frau Schweizer haben ganz einfach viel Geld und legen immer mehr davon in Wohnraum an. Was zur Zersiedelung führt.
Zersiedelung ist ein ästhetisches Argument. Dadurch wird das Land sicher nicht schöner. Die Gesellschaft hat jedoch beschlossen, dass uns das egal ist. Manchemögenargumentieren,dassZersiedelung in urbanen Gebieten schön sein kann.
Ja, vielleicht in Altstädten, wenn wir in den Ferien sind. Aber dort, wo wir wirklich wohnen,nämlich in der Agglomeration, haben wir einzig an die Landschaft einen Schönheitsanspruch,nicht aber an die Siedlung. Diese schöne Landschaft verschwindet in der Schweiz. Zwischen 1983 und 2007 wurden rund 600 Quadratkilometer zugebaut.
Genau dann werden die Leute nervös: Wenn sich die Umgebung vor ihrer Haustür vom Postkartenidyll in eine Agglomeration verwandelt. Der Einfamilienhausbesitzer beklagt sich, dass der Nachbar ein «Hüsli» baut und ihm so ein Stück Natur wegnimmt.
«Das Auto ist der Träger, der die fatale Agglokrankheit eingeschleppt hat», schreiben Sie in einem Beitrag.
Klar. Das Auto hat uns ermöglicht, grössere Distanzen zwischen Wohn- und Arbeitsortzurückzulegen.WennwireinAutobahnnetz bauen, ist es uns möglich, im gleichen Zeitraum nicht 15, sondern eben über 100 Kilometer zurückzulegen und entsprechend auf dem Land zu bauen.
Wäre die Landschafts-Initiative, die 2013 zur Abstimmung kommt und eine Plafonierung derBauzonen und mehrKompetenzen fürden Bund bei der Raumentwicklung fordert, eine Lösung, um die Zersiedelung zu bremsen?
Es ist unabdingbar, dass der Bund mehr Kompetenzen erhält, weil gerade die Bergkantone bei der Umsetzung des Raumplanungsgesetzes schlampen. Für sie heisst Entwicklung Bauen.Dabei gibt es eine unschlagbare Koalition der Zersiedler: Der Bauer verdient, wenn aus seinem Stück Land Bauland wird, beim Überschreiben kassiert der Notar, danach verdient der Hausarchitekt am Pro-
jekt und jeder Handwerker, der am Haus arbeitet. Die Banken nehmen dank ihren Hypotheken Geld ein, und letztlich profitiert der Eigentümer, weil er in seinem eigenen «Sparsäuli» wohnt. Kurz: Die Zersiedlung ist ein grossartiges Geschäft für alle.Die Bauwirtschaft in den Tourismusorten lebt fast nur davon. Jürg Schmid kann als Direktor von Schweiz Tourismus an dieserEntwicklung keine Freude haben, wird doch so die Attraktivität des Ferienlands Schweiz geschmälert.
Ja, aber diejenigen, die ein Haus wollen, sehen das ganz anders. Es geht niemand
«Die Zersiedlung ist ein grossartiges Geschäft für alle.» nicht nach Zermatt,nur weil es dort eine hässliche Ansammlung von Chalets gibt. Alle wollen auf Teufel komm raus nach Zermatt, obwohl dort die Chalets wie Bauklötze stehen. Sie sind für die Landschafts-Initiative?
Jawohl, weil es so nicht mehr weitergehen kann. Die Politik ist nervös und bastelt nun an einem Gegenvorschlag.
Was halten Sie vom Raumkonzept Schweiz zur zukünftigen räumlichen Entwicklung unseres Landes? Es will ja weniger Bauland verschwenden.
Das Konzept ist ein Versuch,die Schweiz so zu sehen, wie sie wirklich ist.
Was meinen Sie damit?
Wir haben eine politische Organisation, die 1848 geboren wurde. Wir haben Gemeindegrenzen, von denen die meisten im Spätmittelalter festgelegt wurden, und wir haben auch eine Gesetzgebung, die nach dieser Zeit funktioniert. Aber unterdessen hat sich die Schweiz komplett verändert. Zwei Drittel der Einwohner leben in der Agglomeration. Beim Raumkonzept Schweiz versucht nun der Bund zum ersten Mal, dem realistisch Rechnung zu tragen. Aber es ist nur ein schönes Stück Papier, denn der Bund hat beim Umsetzen keinen Handlungsspielraum. So gesehen ist das Raumkonzept eine grosse Papierübung.
Hat die Politik versagt?
Ich wäre schon froh,wenn wir das Raumplanungsgesetz umsetzen würden und etwa dafür sorgen, dass die Bauzonen nicht grösser sind als unser Bedarf für die nächsten 15 Jahre. Aber die Koalition der Zersiedler ist ganz anderer Meinung. Was denken Sie über internationale Städte wie Dubai?
An Dubai glaube ich nicht. In 100 Jahren werden wir dort Neuruinen betrachten, weil das Konzept nur funktioniert, solange man Dubai mit dem Flugzeug erreichen kann. Interview Reto E. Wild Bild Martin Guggisberg
Stadtwanderer Benedikt Loderer: «Ich bin für die LandschaftsInitiative, weil es so nicht mehr weitergehen kann.»
MENSCHEN AUF EIN WORT
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«Mit den Jokertagen haben wir Freiräume geschaffen» Martin Wendelspiess, die Eltern einer Primarschülerin aus Waltalingen ZH müssen 4000 Franken Busse bezahlen. Grund: Die Mutter nahm ihre Tochter einen Tag vor den Ferien aus der Schule, um nach Ägypten zu fliegen. Ist die Busse des Statthalteramtes Andelfingen nicht überrissen?
Martin Wendelspiess (60) ist Leiter des Volksschulamts des Kantons Zürich.
Es ist schwierig, ohne Detailkenntnisse festzustellen, ob das gerechtfertigt ist oder nicht. Bei der Höhe der Busse muss man das Verschulden und die finanziellen Verhältnisse der Eltern berücksichtigen. Die oberste Limite beträgt 5000 Franken pro Elternteil. So gesehen bewegt sich der Betrag unter der Hälfte dessen, was maximal möglich ist. Die alleinerziehende Mutter droht, statt zu zahlen gehe sie lieber ins Gefängnis.
Ist in nächster Zeit mit einer Änderung der Regelungen zu rechnen?
Nein, es ist auch keine politische Forderung pendent.Am Montag letzter Woche wollten SVP-, EVP- und EDU-Politiker des Zürcher Kantonsrats, dass muslimische und andere Kinder Jokertage für religiöse Feiertage einlösen müssen. Der Rat lehnte diese Forderung ab, weil religiöse Feiertage wie das Ende des Fastenmonats Ramadan genügend Dispensationsgrund seien.
«Die Behörden müssen darauf achten, dass Eltern ihre Erziehungspflichten verantwortungsvoll wahrnehmen.» Sind Bussen das richtige Instrument?
Das Volksschulamt kann da nicht intervenieren. Die lokalen Behörden müssen darauf achten, dass Eltern ihre Erziehungspflichten korrekt und verantwortungsvoll wahrnehmen.Die Mutter muss selbst entscheiden, ob sich das mit dem Gang ins Gefängnis vereinbaren lässt.
In gewissen Fällen schon, damit die Regeln durchgesetzt werden können.Wenn es generell um das Fernbleiben der Kinder vom Unterricht geht, also nicht um einzelne Versäumnisse,müssen aber das Jugendsekretariat oder die Vormundschaftsbehörde zum Einsatz kommen.
Haben Sie ein gewisses Verständnis für die Mutter? Sie wollte ja vor allem beim Ferienbuchen Geld sparen.
Haben Fälle wie dieser zugenommen?
Vor fünf Jahren führten wir zwei Jokertage pro Jahr ein.Mit diesem Instrument schufen wir den Eltern einen Freiraum. Offenbar hat diese Mutter diese Tage bereits ausgeschöpft. Deshalb verstehe ich die Schulpflege, wenn sie keine weiteren Ausnahmen toleriert.
dass wir jährlich nur 20 bis 30 Bussen aussprechen müssen. Statistisches Material dazu gibt es nicht.
Die Zunahme dürfte auf tiefem Niveau liegen. Die allermeisten Eltern halten sich an die Vorschriften.Sie schöpfen die Jokertage nicht mal aus.Wir dürfen nicht Rückschlüsse auf alle ziehen. Von wie vielen Fällen pro Jahr sprechen Sie?
Wir haben an den Zürcher Volksschulen 120 000 Kinder. Ich persönlich schätze,
Eine Vereinheitlichung ist illusorisch. Fragen wie jene der Elternmitsprache, Schulleitung oder den Dispensationsbestimmungen gehören in den Verantwortungsbereich der kantonalen Schulämter,denn fairerweise muss ich sagen,dass Kleinkantone wie die beiden Appenzell oder die Innerschweizer ganz andere Verhältnisse haben als etwa der Kanton Zürich. Viel wichtiger ist, dass sich die kantonalen Bildungsdirektionen auf die wichtigsten Punkte einigen, also gleiche Schulsysteme,Unterrichtsfächer,Lernziele und dieselbe Definition von Bildungsstandards. Wenn wir das erreichen, sind wir glücklich. Ein einheitlicher Lehrplan für alle Kantone sollte 2015 eingeführt werden.
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Wie ein «durchgekautes Menschenkind» hat sich Bruno Baumgartner (42) gefühlt, als er nach vier Stunden dem 15 Grad kalten Wasser des Ärmelkanals entstieg. Wegen der starken Wellen schluckte der Berner Oberländer zu viel Salzwasser, erbrach mehrmals und musste seinen Versuch, die Meerenge zu durchschwimmen, abbrechen. Trotzdem: Chapeau für einen, der erst mit 40 mit dem Schwimmen anfing.
Jeder Kanton regelt die Schulabsenzen anders. Besteht Aussicht auf eine nationale Regelung?
Interview Reto E. Wild
Primarlehrerin Regula Klingler (52) hat mit ihrer 4. Klasse in Affoltern am Albis ZH im Fach «Mensch und Umwelt» ein Klimaschutzprojekt erfolgreich umgesetzt. Die Schulklasse motivierte Leute in der Region, auf ihr Auto zu verzichten. So wurden in fünf Monaten gegen 22 000 Kilometer nicht gefahren. Das entspricht einer Einsparung von 6,2 Tonnen CO2. So viel verursachen zwei Personen, die von Zürich auf die Seychellen fliegen.
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MENSCHEN REPORTAGE
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Landei auf Zeit
Landdienst hiess die Freiwilligenarbeit von Jugendlichen früher, «Agriviva» nennt sich Menschen bei 900 Bauernfamilien im ganzen Land. Der 15-jährige Adriano Lepri erfuhr
G
ebimmel dringt durch die Nebelwand. Von weit her sind lang gezogene Jauchzer zu hören: «Juuuuuu Chueli! Ho,chum,chum! » Elsbeth Hegner (47) steht auf dem Vorplatz zwischen Schweinestall und Alphütte und schaut gespannt den steilen, regennassen Hang hoch.«Sie kommen»,stellt die Bäuerin trocken fest. Als Erstes traben die Ziegen den schmalen Wiesenweg herunter. «Die Geissen sind immer zuerst»,sagt Tochter Priska (14).Ihre Zwillingsschwester Gabi nickt und läuft schon mal den Kühen, Rindern und älteren Kälbern entgegen, die gemütlicher den Weg hinabtrotten. Endlich treten auch Bauer Beat Hegner (49) und seine zwei Helfer aus dem Nebel: Hans (19) ist der zweitälteste Sohn und gelernter Landwirt. Neben ihm marschiert Adriano Lepri (15), Schüler aus Rüti ZH. Er steht während zweier Wochen bei der Glarner Bauernfamilie im Einsatz. Landdienst hiess das früher, war oft obligatorisch und das Schreckgespenst verwöhnter Stadtkinder. Heute nennt sich das Projekt Agriviva und hat einen modernen Auftritt.Der Zweck blieb derselbe: Eine Brücke bauen zwischen Stadt und Land, Konsumenten und Produzenten einander näherbringen. Etwa 2500 Jugendliche leisten jedes Jahr Freiwilligenarbeit bei rund 900 BauernfamiElsbeth Hegner, Bäuerin lien in der ganzen Schweiz.DieSchüler erhalten Kost und Logis und ein bescheidenes Taschengeld. Ihren festen Wohnsitz hat die Familie Hegner in Hätzingen GL, weit hinten im «Zigerschlitz». Ab Juni sömmert das Vieh auf der Chammeralp beim Urnerboden.Sind die höher gelegenen Weiden abgegrast, treibt der Bauer die Herde auf die tiefer liegende Mittelstation. Dabei hilft ihm diesmal Adriano. Der Schüler stellt sich sehr geschickt an. An seinem Antrittstag sei es neblig gewesen und habe in Strömen geregnet erzählt Beat
«Eltern trauen den Kindern zu wenig zu.»
Adriano und Bauer Hegner treiben auf dem Urnerboden das Vieh von der oberen Alp auf die
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das Projekt heute. Und es wird immer beliebter. Jährlich arbeiten gegen 2500 junge bei einem Glarner Bauern, was es heisst, hart anzupacken.
Mittelstation. «Adriano fragt viel. Das zeigt mir, dass er Interesse hat. Das gefällt mir», sagt Beat Hegner.
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Bergbauernfamilie Hegner mit Verstärkung: Sohn Hans, Vater Beat, Mutter Elsbeth und die Zwillinge Gabi und Priska mit Stadtbursche Adriano (von links).
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lierte Beschriebe der Bauernbetriebe und Schönwetterfotos erleichtern den Entscheid zusätzlich. «Seit die Jugendlichen selber wählen können, sind auch die Reklamationen markant zurückgegangen», sagt Dietiker. Auch die Bauern sind zufrieden mit den Hilfskräften aus der Stadt. Wenn schon seien eher die Eltern das Problem, findet Bäuerin Elsbeth Hegner: «Sie trauen den Kindern zu wenig zu.» Dabei kommen Jugendliche aus der Stadt in der Regel erstaunlich gut mit dem Leben auf einem Hof zurecht. Auch Elsbeth Hegner weiss nur Gutes über die beiden Burschen zu berichten, die sie bisher in die Familie aufnahm: «Der erste wurde heftig von Heimweh geplagt,aber beide stellten sich sehr geschickt an, waren hilfsbereit und ganz liebe ‹Kerli›.» Adrianos Mutter war als Jugendliche selber im Landdienst und fand, das täte auch dem Sohn gut.«Dann kommt er mal in eine andere Umgebung.» Adriano war wenig begeistert. Er hätte lieber einen gut bezahlten Ferienjob in einem Industriebetrieb angetreten. Die erste Woche auf der Alp langweilte er sich. Dauerregen vermieste nicht nur die Laune, sondern verhinderte auch vernünftiges Arbeiten draussen. Also machte er sich in der Hütte nützlich: aufräumen, putzen, abwaschen und vor allem
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Hegner. Er habe sich umgedreht und zu Adriano gesagt: «Hast schon etwas Pech mit dem Wetter.» Adriano habe geantwortet, das sei ihm egal. «Da wusste ich,das kommt gut mit dem», sagt der Bauer und grinst in seinem Bart.Er behielt recht: «Adriano fügt sich in die Umstände. Er jammert nie, fragt aber viel. Das zeigt mir, dass er Interesse hat. Das gefällt mir.» Seit 65 Jahren vermittelt Agriviva Jugendlichen zwischen 14 und 25 Jahren diese etwas andere Art von Ferienjobs. Natur pur statt Büro oder Fabrik. «Einige wollen etwas Sinnvolles tun», sagt Jolanda Dietiker,die bei Agriviva für die Vermittlung von Jugendlichen verantwortlich ist. «Andere müssen ein Praktikum absolvieren.» Vor zwei Jahren modernisierte sich die Organisation. «Der alte Name rief bei vielen Jugendlichen falsche Assoziationen hervor», sagt Jolanda Dietiker. «Er klang nach Pflicht und löste reflexartig eine Abwehrhaltung aus.»
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Adriano Lepri macht die Arbeit an der frischen Luft Spass. Er hat sich das Landleben ganz anders vorgestellt.
kochen. Zur grossen Freude von Bauer Hegner, der überall lieber steht als am Herd.
Auch auf dem Land wird ab und zu ausgeschlafen Adriano hat sich seinen Landdienst anders vorgestellt. Dort müsseerinallerHerrgottsfrühe aufstehen und bis abends hart arbeiten, hatte man ihn gewarnt. Bäuerin Elsbeth liess den Flachländer erst mal ausschlafen. «Es geht ja nicht in erster Line um eine zusätzliche Arbeitskraft», sagt sie. «Sondern darum, Leuten von der Stadt das Leben auf dem Land näherzubringen.Und nebenbei sehen unsere Teenagermädchen, dass sie sich vor Jugendlichen aus der Stadt nicht zu verstecken brauchen. Sie unterscheiden sich weder in Kleidung noch im Denken.» Adrianosagt,ermögeeigentlich keine Bauern. In der Gemeinde, in der er früher wohnte, habe es zwei Lager gegeben: «DieBauernunddieanderen.» Er gehörte zu den anderen. Oft sei es zu Schlägereien gekommen.«DieBauern,dieichkannte, waren hochnäsig und nicht lässig. Aber die Familie Hegner ist wirklich nett.» Der Landdienst, stellt JolandaDietikervonAgrivivaklar,sei Arbeitseinsatz und Akt der Solidarität.Nicht aber ein Ferienlager, Sprachkurs oder eine Auszeit für schwierige Jugendliche. «Die Bauernfamilien haben weder eine pädagogische Ausbildung,nochsindsieSozial-
arbeiter. Aber die Jugendlichen lerneneineandereLebensweise kennen und gewinnen Selbständigkeit.» Probleme sind selten, und etliche Jugendliche berichten auf der AgrivivaWebsite mit viel Enthusiasmus von ihrem Einsatz. Adriano lebte zwei Wochen auf engstem Raum mit Hegners zusammen. Abends sass er mit ihnen am grossen Holztisch in der Alphütte, in der es nach MilchundFeuerroch.Erhalfbei der Herstellung von Alpkäse, den die Familie im hauseigenen Kleinladen im Dorf verkauft. Er hüteteKühe,kochte,putzteund hackte Holz. Er mochte das Gefühl,nützlichzusein,unddie Murmeltiere, die ihm tagsüber Gesellschaft leisteten. Und er freute sich über die 170 Franken Sackgeld, die hausgemachten Würste und den Alpkäse, die ihm die Bauernfamilie zum Abschied zusteckte. Zu Hause bemerkte Adrianos Mutter eine Veränderung: «Er erzählte,was er erlebt hatte, zeigte uns Fotos von den Murmeli auf der Alp und war viel zugänglicher als sonst.» Nach zwei Tagen besann sich Adriano indes wieder auf seine Rolle als sperriger Teenager. Aber: Neuerdings kümmert sich Adriano freiwillig um die Zwerghasen seiner Schwester, was die Mutter als «mittleres Weltwunder» bezeichnet. Text Ruth Brüderlin Bilder Tina Steinauer
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Die Kuhfigaros aus dem Simmental
Im Oktober packen Andreas Brügger und seine Mannen das Haarschneidegerät ein und gehen auf Tour. Die Kuhcoiffeure reisen durchs ganze Berner Simmental und frisieren rund 4000 Milchkühe. Das schweizweit einmalige Projekt nennt sich «Rindvieh-Wellness».
V
irtuos setzt Andreas Brügger (45) seine Tierschermaschine bei der Schwanzwurzel der Kuh an. «Wenn ich beim Schwanz mit dem Scheren beginne, wird die Kuh wie hypnotisiert.Sie mag das»,erklärt der Landwirt seine Technik. Zusammen mit einem halben Dutzend Berufskollegen ist er auf dem Hof von Bauer Peter Moor im Berner Simmental im Einsatz. Flink setzt er das Scheren beim Bauch des Simmentaler Fleckviehs fort. Am Schluss steht der «Gring» an, der Kopf der Milchkuh. «Wie wir Menschen bei einer Massage empfindet die Kuh zuerst einen Druck und danach ein Wohlbefinden. Das Scheren ist für die Tiere wie Wellness», sagt Andreas Brügger. Das Haareschneiden um den Kopf mögen die bis zu 700 Kilogramm schweren Kühe allerdings nicht besonders, weil sie dort knochiger und damit empfindlicher sind.
«Das Scheren ist für die Tiere wie Wellness.»
Trotzdem muss auch am Schädel geschnitten werden. Sind die Haare länger, machen sich darin Parasiten breit. Eine Schur sei, so Brügger, die natürlichste Methode,Läuse zu töten.Ausserdem seien Kühe wie Männer: Haben sie schulterlanges Haar, sei es den meisten von ihnen nicht wohl. Besonders raffiniert schneiden die Kuhfigaros die Haare der Rindviecher, wenn die kantonalen Viehshows wie die Wahl zur «Miss Lenk» Mitte Oktober anstehen.
Früher wurden die Kuhhaare als Matratzenfüllung verwendet Andreas Brügger ist Koordinator von rund 20 Simmentaler Kuhcoiffeuren,die von Oktober bis Dezember Hochsaison haben. In dieser Zeit ziehen sie als zweibis achtköpfige Teams von Hof zu Hof und sorgen beim Fleckvieh für den jährlichen Haarschnitt. Der Zeitpunkt im Herbst kommt nicht von ungefähr: Im Sommer wachsen die Kuhhaare wegen der Temperaturunterschiede der heissen Tage und kühlen Nächte in den Bergen schneller. Mit den Haaren der Kühe
füllte man übrigens früher Matratzen. «Heute werden die Kuhhaare im Kehricht entsorgt und dort verbrannt», sagt Brügger. Was vor rund 15 Jahren mit 100 Tieren und nachbarschaftlicher Hilfe angefangen hat, ist heute im Simmental ein Projekt mit gegen 4000 Kühen von 500 Bauernbetrieben. Die Kuhcoiffeure sind ein eingespieltes Team. «Bei uns kann nicht jeder Kuhhaare schneiden. Wir verlangen gute Laune und Humor», sagt Initiant Brügger. Die Bauern bezahlen den Kuhfigaros einen Stundenlohn von 25 Franken. Für eine Kuh benötigen zwei Coiffeure rund 20 Minuten. Zusätzlich zum Stundenlohn steht ihnen ein Mittagessen auf dem Hof zu, auf dem gerade geschnitten wird. «Alle Bauernfrauen sind super Köchinnen», lobt Andreas Brügger. Trotz guten Essens und professionellen Haarschnitts gibt es im Simmental noch Landwirte, die ihre Kühe selbst scheren. Für die Kuhcoiffeure und ihre Arbeit ist Jakob Lempen (58) unentbehrlich.Der Mann aus St.Stephan BE ist «der Scharf-
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Kuhcoiffeure wie Toni Perren scheren bis vor Weihnachten gegen 4000 Kühe. Kuh Bianca scheint das Haareschneiden zu geniessen.
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MENSCHEN PORTRÄT
MIGROS-MAGAZIN NR. 41, 10. OKTOBER 2011
33 macher». In seinem Werkraum stehen allerlei Geräte,ein Transistorradio sowie eine Schleifscheibe, die wie ein alter Teller eines Plattenspielers aussieht. An dieser Maschine schleift Jakob Lempen jede Saison 500 Messer für die Tierschermaschinen. Die kosten 425 Franken pro Apparat.«Im Saanenland und im oberen Simmental bin ich der Einzige, der das gut macht», sagt er mit einem Schuss Selbstironie und lässt am Schleifstein die Funken sprühen. Das Schärfen der Klingen ist für den Sanitär-Heizungsmonteur ein finanzieller Zustupf, der es ihm erlaubte, einen grossen Töff zu kaufen.
Die Simmentaler Kuhcoiffeure kennen keine Nachwuchssorgen Auch für Andreas Brügger ist das Scheren ein Nebenverdienst. Sein Hauptberuf ist die Milch- und Alpwirtschaft: Auf seinem Hof hält er rund 50 Kühe und zehn Oberhasli-Geissen, eine inzwischen seltene Nutztierrasse. Mit den Einkünften aus diesen beiden Jobs muss die sechsköpfige Familie auskommen.
Andreas Brügger koordiniert die Einsätze der Kuhfigaros.
Das ist nicht immer einfach. Dafür hat der Bauer keine Nachwuchssorgen: Sohn Urs (19) macht eine landwirtschaftliche Ausbildung und könnte später den Hof
übernehmen. Ausserdem ist er seit Neustem im Team der Kuhcoiffeure.
Text Reto E. Wild Bilder François Wavre
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35 DER HAUSMANN
Die hilfreiche Emmylou Bänz Friedli rümpft die Nase.
Vermutlich hat die Natur es so eingerichtet: dass man die eigenen Kinder die süssesten findet. Wenn Freunde und Verwandte beim Anblick eines Neugeborenen «Nein aber auch, ist das ein herziges!» ausrufen, ist dies möglicherweise geheuchelt. Selber findet man seine Kinder aber echt herzig. Was besonders zu Beginn oft eine hormonell bedingte Täuschung ist. Jahre später, in einem nüchternen Moment, wird man beim Durchblättern des ersten Fotoalbums vielleicht feststellen, dass das aufgedunsene,haarlose,rothäutige kleine Bündel Mensch nicht wirklich ansehnlich war, wird in Gedanken freilich gleich nachschieben: Aber jetzt, jetzt ist unser Kind das herzigste der Welt! Es ekelt einen ja nicht mal, den Kleinen die Windeln zu wechseln und ihnen das Fudi zu putzen — den eigenen. Die riechen so fein! Nachbarskinder nicht, fremde schon gar nicht. Deshalb ergeht hier mein dringlicher Appell an alle Eltern, volle Windeln bitte in der Eisenbahn — gerade jetzt, zur Ferienzeit — nicht in den Kehrichtbehälter im Zugabteil zu stopfen.Denn danach stinkt der ganze Waggon mörderisch. Unlängst freuten wir uns, als wir in Bern einstiegen, über ein leeres Viererabteil im ansonsten vollen Intercity. Kaum hatten wir uns hingesetzt, wurde indes klar, weshalb hier niemand sitzen mochte. Irgendwann im Verlauf des Tages musste in diesem Abteil jemand die
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verkackte Windel seines ach so herzigen Bébés entsorgt haben. Kaum auszuhalten. Kam noch hinzu, dass zwei Abteile weiter vorn ein Kleinkind schrie. Und schrie. Und schrie. Laut und anhaltend. Sie wissen schon, dieses Babyschreien, bei dem man denkt: Wie kann ein so kleines Menschlein einen solchen Lärm machen? Und müsste ihm nicht langsam die Luft ausgehen? Nichts da. Das Kind schrie weiter, und das fahrige, zunehmend verzweifelte Wiegen der Mutter machte das Kleine nur zappeliger. Sie nervten, alle beide, Mutter und Kind. Kurz nach Olten fragte Anna Luna, in ihrer «Bravo»-Lektüre gestört,empört: «Mann, kann man das nicht endlich
«Keine Windeln im Zugabteil entsorgen, bitte!»
abstellen? Da muss man doch etwas machen können!» «Kann man nicht», versuchte ich ihr zu erklären. Und erzählte von dem Baby, das, offenbar von Koliken geplagt, einst halbe Nächte lang durchschrie. Keine 13 Jahre ists her, das Baby hiess Anna Luna. Sie will es kaum glauben. «Ich hab so geschrien? So fürchterlich wie dieses Dings dort drüben?» – «Mindestens so wie dieses ‹Dings›. Nur, dass du natürlich viiiel herziger warst!» Und ob allem Erzählen wird mir bewusst, wie rasch man vergisst. Als unsere Kinder noch schrien, fand ich stets, die Umgebung habe dies zu tolerieren.Schliesslich schrie hier das süsseste Bébélein der Welt! Und es konnte nichts dafür! Und habe ich damals nicht gar die eine oder andere von Hans’ vollen Windeln in einen Kehrichtbehälter im Zug gesteckt? Weil ich nämlich fand, sie rieche wunderbar … «Konnte man bei mir denn gar nichts machen, wenn ich schrie, statt einzuschlafen?», will Anna Luna nun Höhe Spreitenbach wissen. Doch. Ein Wundermittel gabs: Mitten in der Nacht, wenn ich selber vor Müdigkeit fast umkippte, konnte ich sie manchmal mit Countrymusik von Emmylou Harris beruhigen. Die findet meine Frau übrigens auch zum Einschlafen. Bänz Friedli (46) lebt mit seiner Frau und den beiden Kindern in Zürich.
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MIGROS-MAGAZIN NR. 41, 10. OKTOBER 2011
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Lichtblick
Partystimmung bei einer Miss-Wahl? Mitnichten. Die Mädchen teilen ein gemeinsames Schicksal. Sie sind alle an Leukämie erkrankt. Maria Jose Martinez (erste Reihe links) beispielsweise steckt gerade zum zweiten Mal in einer Chemotherapie, sie musste sich seit der
Blutkrebsdiagnose vor sechs Monaten bereits drei Operationen unterziehen. Grund dafür, dass die Mädchen als Prinzessinnen aufgemacht in Managua feiern: die Quinceañera, der in Nicaragua für Mädchen so wichtige 15. Geburtstag, an dem sie zu Frauen werden.
FRAGE DER WOCHE
ZITAT DER WOCHE
Bilder Esteban Felix/Keystone, Keystone
Wieso tönt die eigene Stimme aufgezeichnet anders? Wer seine Stimme auf einem Tonträger aufgezeichnet hört, stellt fest, dass diese oft fremd und verändert tönt. Grund dafür ist die Tatsache, dass wir uns beim Sprechen sozusagen doppelt hören: einmal von aussen über den Luftschall und einmal von innen über das Gewebe und die Knochen zwischen unseren Stimmbändern und dem Innenohr. Bei einer Aufzeichnung der eigenen Stimme fällt dieser sogenannte Knochenschall weg – und wir hören uns plötzlich so wie der Rest der Welt. Der erste Mensch, der auf einer Tonbandaufnahme seiner eigenen Stimme lauschte, war der amerikanische Erfinder Thomas Edison. Am 18. Juli 1877 gelang es ihm mit Hilfe eines in Parafin getauchten Papierstreifens, einer Nadelspitze und einer Membran, ein leises «Hello» aufzuzeichnen.
«Aber ich schnarche nicht, sondern atme nur sehr laut.» Sind Fussballer beruflich im Ausland, müssen sie meist das Zimmer teilen. Natispieler und U-17Weltmeister Granit Xhaka (19) vom FCB übernachtet jeweils im Hotelzimmer mit Aleksandar Dragovic. Seit dem jungen Talent mit kosovarischen Wurzeln ein Unihockeyschläger die Nase verletzt hat, sorgt er sich um die Nachtruhe von Dragovic, wie er in der «Neuen Zürcher Zeitung» erklärt. Xhaka fragt Dragovic jeden Morgen: «Ging es mit Schlafen?»
MENSCHEN SERIE
NR. 41, 10. OKTOBER 2011 MIGROS-MAGAZIN
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? Wahlen 2011 Die Schweiz vor den Wahlen – eine Serie in sechs Teilen ■ Teil 1: Jungpolitiker versprechen frischen Wind im Parlament. ■ Teil 2: Welche Werte prägen die Politik? Ein Gespräch mit Politgeograf Michael Hermann. ■ Teil 3: Staatskunde heute: Eine Schulklasse besucht das Bundeshaus. ■ Teil 4: Lobbyisten: Was sie bewirken können. ■ Teil 5: Die besten Wahlkampagnen. ■ Teil 6: Blick hinter die Kulissen des Wahlbetriebs zweier Jungpolitiker.
Selbst ist der Mann: SP-Nationalratskandidat Cédric Wermuth auf Wahlkampftour in Baden.
«Das wichtigste ist Ich gehe wählen! Adrian Stern (36), SingerSongwriter: «Manchmal bin ich überfordert mit den Themen oder der Frage, wen ich wählen soll. Aber das kleine bisschen Extraaufwand beim Recherchieren ist es mir wert, denn ich will mitentscheiden, wohin es mit uns gehen soll!»
Was brauchts, um in der Schweizer Politik erfolgreich zu dem Migros-Magazin einen Blick hinter die Kulissen des
Cédric Wermuth, Lukas Reimann, was nützt am meisten im Wahlkampf: Netzwerk, Geld oder der Jugendbonus?
Cédric Wermuth: Der persönliche Kontakt. Wer das Gefühl hat, er würde gewählt, weil er den Kanton mit Plakaten zupflastert, der setzt aufs falsche Pferd. Allerdings ist der persönliche Kontakt auch am aufwendigsten. Lukas Reimann: Ich bin ausnahmsweise 100-prozentig mit ihm einverstanden (Gelächter). Ich stehe sehr oft draussen, an Ständen und Messen und rede mit den Leuten. Zwar erreicht man mit einem
Zeitungsartikel das grössere Publikum, aber das persönliche Gespräch wirkt stärker. Ist das Aussehen ein Pluspunkt?
Cédric Wermuth: Wir machen diese Erfahrung bei jungen Frauen. Aber bei Männern? Schauen Sie sich den Nationalrat an,da habe ich so meine Zweifel … Es ist weniger eine Frage der Schönheit, sondern der Authentizität. Wenn ich plötzlich in Anzug und Krawatte auf dem Plakat wäre oder Lukas im Hippiehemd, würde das nicht passen.
? MENSCHEN SERIE Wahlen 2011
MIGROS-MAGAZIN NR. 41, 10. OKTOBER 2011
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Der 25-jährige Cédric Wermuth aus Baden AG trat der Juso bereits 1999 bei und ist seit 2008 Vizepräsident der SP Schweiz. Er arbeitet in der Kommunikationsabteilung eines Hilfswerks, sitzt seit 2010 im Badener Stadtparlament und kandidiert dieses Jahr erstmals für den Nationalrat.
Der 29-jährige Lukas Reimann aus Wil SG sitzt seit 2007 für die SVP im Nationalrat. Politisch aktiv ist der Jus-Student aber bereits seit er 15 ist. 1998 hat er in St. Gallen die Junge SVP gegründet und sass dort von 2004 bis 2008 auch im Kantonsrat. Er kandidiert dieses Jahr erneut für den Nationalrat.
Heimspiel: Nationalrat Lukas Reimann auf dem Weg zum Mikrofon an der SVP-Delegiertenversammlung in Gossau SG.
der persönliche Kontakt»
sein? Die Jungpolitiker Lukas Reimann (SVP) und Cédric Wermuth (SP) gewähren Wahlkampfalltags. Lukas Reimann: Wichtiger ist die Sympathie. Wenn die nicht da ist, wählt man auch Kandidaten nicht, die ähnliche Positionen vertreten wie man selbst.
samthaft betrachtet im unteren Viertel. Das höchste Budget für eine Wahl, von dem ich bei uns je gehört habe, waren 250 000.
Was kostet Ihr Wahlkampf?
Aber es reicht, um gewählt zu werden?
Cédric Wermuth: 35 000 Franken. Von mir 10 000, der Rest sind Spenden. Lukas Reimann: Voraussichtlich gegen 50 000 Franken.
Ist das vergleichsweise viel oder wenig?
Cédric Wermuth: Bei der SP Aargau bin ich vermutlich im oberen Segment. Ge-
Lukas Reimann: Ich habe 2007 nicht mehr eingesetzt. Und Geld allein macht es nicht aus. Vor vier Jahren gab es Kandidaten,die fünfmal mehr ausgaben und 10 000 Stimmen weniger hatten. Sind Sie dafür,dass offengelegt werden muss, woher das Geld kommt?
Cédric Wermuth: Selbstverständlich. Das mache ich auch auf meiner Website, alles ab 1000 Franken ist deklariert. Lukas Reimann: Politiker sollen offenlegen,was sie verdienen,samt Mandaten und Wirtschaftsverknüpfungen.Bei den Spenden finde ich es heikel. Angenommen, ein Bäcker aus Wil gibt 1000 Franken und das wird publiziert. Das Risiko besteht, dass er Kunden verliert, die anderen Parteien nahe stehen. Die Leute wären vielleicht weniger spendabel. Cédric Wermuth: Okay, aber bei höheren Beträgen, wie 10 000 Franken, entsteht
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ein Abhängigkeitsverhältnis. Darüber sollte die Öffentlichkeit Bescheid wissen. Spenden von Unternehmen lehne ich ab. Sie sind ein eingespieltes Team und oft gemeinsam in den Medien zu sehen, etwa alle zwei Wochen im Duell im «Blick am Abend».
Lukas Reimann: Als ich frisch gewählt wurde, musste ich immer gegen den Grünen Bastien Girod antreten, aber er ist recht inaktiv geworden. Inzwischen ist Cédric die Galionsfigur der jungen Linken.
Was finden Sie gut an derpolitischen Position des Gegenspielers?
Cédric Wermuth: Nichts, fertig. Lukas Reimann: Inhaltlich finde ich bei ihm auch nichts gut. Aber mir gefällt, dass er eine Linie hat und daran festhält. Das ist mir lieber als Politiker, die einmal für, einmal gegen den EU-Beitritt sind. Cédric Wermuth: Bis zu einem gewissen Grad treffen wir uns bei der Transparenz der Finanzen.Und von der Art her ist Lu-
kas sicher angenehm und er selbst. Ich könnte nicht mit jedem SVPler über Wochen so oft dasselbe machen. Die «Blick»-Redaktoren sagen uns übrigens regelmässig, wir sollen böser werden. Lukas Reimann: Ja, genau … Cédric Wermuth, was halten Sie von Lukas Reimanns Einsatz für die Minarett-Initiative und gegen den Islam?
Lukas Reimann: Da sage ich dann auch gerne noch was dazu … Cédric Wermuth: Also … das muss er letztlich selber wissen. Es ist eine generelle politische Strategie der SVP,Bevölkerungsgruppen gegeneinander auszuspielen: Ausländer gegen Schweizer, Scheininvalide gegen Gesunde,Christen gegen Muslime. Von daher liegt das auf der Linie. Früher oder später landet man dabei in sektiererischen Kreisen. Die fühlen sich angesprochen. Lukas Reimann: Ich war schon immer ein Islamkritiker und werde es auch bleiben. Ich habe über 100 Auftritte für die Minarett-Initiative gemacht. Und ich habe
auch unzählige Online-Artikel zum Thema verfasst. Lukas Reimann, was halten Sie von Cédric Wermuths Einsatz für die Überwindung des Kapitalismus, die im SP-Parteiprogramm Ende Oktober 2010 festgehalten wurde?
Cédric Wermuth mit Nationalratskandidat Thomas LeitchFrey im Einsatz für die Mindestlohn-Initiative in Wettingen AG.
Lukas Reimann: Ich sehe schon auch, dass es Probleme in der Wirtschaft und
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4. Tag: Régua–Barca d’Alva. Morgens Ausflug (*) nach Vila Real. Die königliche Stadt liegt am Fusse der Serra do Marão und beherbergt mit ihrer bedeutenden historischen Vergangenheit eindrucks-volle Paläste und Bürgerhäuser aus Gotik, Renaissance und Barock. Weiter führt die Fahrt zum Mateus Palast, der noch immer die Etiketten der Bocksbeutelflaschen des Mateus-Rosé, des meistverkauften Weines der Welt, schmückt. Nachmittags Weiterfahrt nach Barca d’Alva. Nehmen Sie Platz auf dem Sonnendeck oder im Panoramasalon und lassen Sie die ständig wechselnden Bilder der faszinierenden Landschaft auf sich wirken. 5. Tag: Vega de Terrón. Möglichkeit für einen fakultativen Ganztagesausflug (CHF 75.–) in die altberühmte spanische Universitätsstadt Salamanca. Der Mittelpunkt von Salamanca ist der Plaza Mayaor, der wahrscheinlich zu den schönste arkadengesäumte Platz Spaniens. Sehenswert sind auch die ältestete Universität Spaniens, das Casa de las Conchas, benannt nach den Pilgermuscheln an den Fassaden. 6. Tag: Vega de Terrón–Ferradosa–Pinhão. Fahrt flussabwärts durch die sonnenverwöhnte «Região do Vinho de Porto» – die Portweinregion. Der heutige Ausflug (*) führt Sie von hier aus in das idyllische São Salvador do
Mundo, das sich inmitten der terrassenförmig angelegten Weinanbau-gebiete des Rio Torto befindet. Natürlich darf hier auch eine Verkostung des köstli-chen Portweines nicht fehlen. Diese findet in einer Quinta inmitten der Rebberge statt. Geniessen Sie den Anblick der herrlichen Landschaft. Wiedereinschiffung in Pinhão, einem der Zentren der portugiesischen Weinkultur und auch bekannt für seine «Azulejos», den bemalten Keramikkacheln. 7. Tag: Pinhão–Porto. Nach dem Frühstück Ausflug (*) in die alte Bischofsstadt Lamego. Eine barocke Kirche krönt die Stadt: die Nossa Senhora dos Remédios. 700 Stufen führen hinauf zur blaugekachelten, doppeltürmigen Kirche – eine Wallfahrt, die jährlich Hunderttausende auf sich nehmen. Sie haben Gelegenheit zu einem Bummel durch die uralten Gassen der Stadt, die schon im 2. Jh. in Schriften als eine der schönsten Städte Ibe-riens gelobt wurde. Geniessen Sie am Nachmittag auf der Talfahrt nach Porto zum letzten Mal die aussergewöhnliche Landschaft des Dourotals und die beeindruckenden Schleusenanlagen. 8. Tag: Porto–Zürich. Nach dem Frühstück Ausschiffung und Rückflug in die Schweiz.
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Linienflug mit TAP Air Portugal ab/bis Zürich nach Porto Transfers Schifffahrt in der gebuchten Kabine Vollpension an Bord Gebühren, Hafentaxen Getränke während Mittag-/Abendessen (Tischwein, Bier, Fruchtsaft, Mineralwasser, Tee oder Kaffee) Alle mit (*) gekennzeichneten Ausflüge Willkommenscocktail, Kapitänsdinner Deutschsprechende Bordreiseleitung Erfahrene Mittelthurgau-Reiseleitung
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Gratis-Buchungstelefon:
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Reiseformalitäten, Wissenswertes Schweizer Bürger benötigen eine gültige Identitätskarte oder einen gültigen Reisepass. Verlängerungsprogramm Details auf Anfrage erhältlich
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Preise pro Person
? MENSCHEN SERIE
MIGROS-MAGAZIN NR. 41, 10. OKTOBER 2011
43 auf den Finanzmärkten gibt, das ist sicher eines der grossen Themen der Zukunft. Aber den Kapitalismus überwinden zu wollen ist natürlich der völlig falsche Ansatz. Dann müsste der Staat noch mehr eingreifen, regulieren und umverteilen, und das führt erst recht ins Verderben. Cédric Wermuth, schreckt man mit dieser Forderung nicht eher Wähler ab?
Cédric Wermuth: Wenn man einmal eine Position vertreten hat, sollte man dazu stehen, egal, wie das ankommt. Ich werde lieber nicht gewählt, als dass ich meine politische Haltung verleugne. Ausserdem haben wir seither in allen kantonalen und kommunalen Wahlen zugelegt und Mitgliederzuwachs. Was braucht es, um in der Politik erfolgreich zu sein?
Lukas Reimann: Man fängt mit 15 Jahren an, weil man ein Idealist ist. Möglichst rasch Nationalrat werden zu wollen, ist sicher der falsche Ansatz.
Wahlen 2011
Idealismus und Engagement: Ist das alles?
Cédric Wermuth: Und Durchhaltevermögen. Es geht auch immer mal wieder abwärts in der Politik.Gerade wenn man in den Medien gehypt wird, kann es von einem Tag auf den anderen umschlagen. Das ist dann hart. Lukas Reimann: Wenn man eine Abstimmung verliert, für die man monatelang jeden Tag gekämpft hat, ist das eine grosse Enttäuschung. Oder wenn unfaire Artikel erscheinen. Da denkt man schon ab und zu: Warum tue ich mir das an? Cédric Wermuth: Der Rest ist Learning by Doing: Auftreten, Reden halten, mit Medien umgehen, politische Positionen kurz zusammenfassen — alles eine Übungsfrage. Das kann jeder lernen. Lukas Reimann: Was auch wichtig ist: Faktenkenntnis, die Bereitschaft, sich diese zu erarbeiten. Man sollte nicht nur ein paar Parolen auswendig können, sondern auch den Hintergrund kennen, sich die Mühe machen, Gesetze durchzulesen. Ich sitze in der Rechtskommission des Nationalrats. Um Papierberge
durchzuarbeiten,investiere ich für manche Themen einige Wochen. Ist man überhaupt in der Lage, komplexe Themen selbständig zu beurteilen, ohne von Lobbyisten beeinflusst zu werden?
Nahe beim Volk: SVP-Nationalrat Lukas Reimann verteilt Werbeflyer während des Dorfmarkts in Uzwil SG.
Cédric Wermuth: Angesichts der Themenvielfalt ist es gar nicht möglich, bei allem Experte zu sein.
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Wahlen 2011
«Links hat niemand das Geld, um zu schmieren.» Cédric Wermuth, Nationalratskandidat
Cédric Wermuth spricht während des Politpodiums «Jung trifft alt» im aargauischen Baden mit Yannik Costa (Mitte, JSVP) und einem Zuhörer.
Wird man da nicht ein wenig anfällig für Beeinflussungen?
Lukas Reimann: Es darf nicht sein, dass man nur auf eine Seite hört. Es ist wichtig,verschiedene Argumente und Anliegen anzuhören. Handelt es sich bei Ihren Gesprächspartnern um unabhängige Experten oder um Lobbyisten, die gewisse Interessen vertreten?
Lukas Reimann: Es gibt beinahe keine unabhängigen Leute. Die Kommission lädt jeweils auch ein paar Professoren ein, aber wenn man ein bisschen nachforscht,habenauchdieVerwaltungsratsmandate bei irgendwelchen Konzernen. Wie siehts aus mit Einladungen von Verbänden und Organisationen? Kann man die annehmen und dennoch unabhängig bleiben?
Lukas Reimann: Ich habe alle Einladungen aus den vier Jahren als Nationalrat gesammelt: Sie füllen 50 dicke Bundesordner. Während einer Session könnte ich an vier Orten frühstücken, an zehn Orten Mittag essen und an 20 Abend essen — pro Tag. Ich gehe nur bei Themen, die mich wirklich interessieren oder bei denen ich Gegensteuer geben will. Wurden Sie schon mal geschmiert?
Lukas Reimann: Man hört ab und zu,dass es ein Geben und Nehmen ist: Du siehst zu, dass das durchkommt, dann kriegst du VIP-Sitze an einem Fussballturnier.
So etwas passiert, aber da habe ich nie mitgemacht. Schmiert links oder rechts besser?
Cédric Wermuth: Links hat keiner das Geld, um zu schmieren. Aber sonst ist das in der Schweiz ziemlich normal: Die Grossbanken finanzieren zusammen mit den Versicherungen und der Pharma die drei bürgerlichen Parteien. In jedem anderen Land wäre das Korruption. Lukas Reimann: Es gibt auch links finanzkräftige Organisationen … Cédric Wermuth: Wer? Pro Velo? Lukas Reimann: Die Gewerkschaften sind stark, der VCS, Umweltorganisationen … Cédric Wermuth: Die haben alle kein Geld. Lukas Reimann: Die machen auch Lobbying wie alle anderen. Cédric Wermuth: Aber Geld kriegen wir von denen nicht. Schön wärs! Lukas Reimann: Gut,das weiss ich nicht. Aber Geld haben sie. Cédric Wermuth behauptet, die Bürgerlichen seien quasi gekauft ….
Lukas Reimann: Bei der SVP machen Spenden von Konzernen einen sehr kleinen Teil des Budgets aus.Der grösste Teil sind Spenden von Einzelpersonen. Nun hat die SVP auch ein paar sehr reiche und grosszügige Mitglieder.
Lukas Reimann: Ist doch schön, wenn es Einzelunternehmer gibt, die bereit sind, von ihrem Vermögen etwas in die Politik zu stecken. Aber eben: Mit Geld allein gewinnt man keine Wahlen. Cédric Wermuth: Geld zur Verfügung zu haben kippt schon irgendwann in einen qualitativen Vorteil. Das haben wir mit der Steuergerechtigkeits-Initiative letztes Jahr gesehen. Wir hatten ein Budget von einer Viertelmillion, Economiesuisse setzte rund elf Millionen dagegen. Da ist die Wahrscheinlichkeit x-fach höher, dass Sie mit Argumenten von Economiesuisse in Kontakt kommen. Lukas Reimann: Das habe ich auch schon erlebt. Als die Junge SVP 2009 das Referendum gegen die Personenfreizügigkeit ergriff,hatten wir etwa 200 000 Franken zur Verfügung, Economiesuisse setzte zehn bis 15 Millionen ein. Das ist dann schon schwierig. Gibt es Foren, wo man dabei sein muss? Gehen Sie zum Beispiel ans WEF in Davos?
Cédric Wermuth: Schon, einfach auf die andere Seite der Barrikade (Gelächter). Lukas Reimann: Ich bin am WEF als Soldat und stehe bei minus 20 Grad hinter dem Gitter und muss Demonstranten abwehren. Nein, ich bin Soldat bei der Luftwaffe und beobachte den Luftraum. Ich stehe also nicht direkt an der Barriere. Aber kalt ist es trotzdem. Nach denWahlen müssen SVPund SPzusammenspannen, wenn sie bei den Bundesratswahlen je einenzweiten Sitzholenwollen.Laufen da schon Gespräche?
Cédric Wermuth: Klar, werden parteiintern Szenarien diskutiert,aber die Gespräche gehen erst nach den Wahlen so richtig los. Und wir steigen mit offenen Karten ins Rennen: Micheline CalmyRey ist früh genug zurückgetreten, wir wollen den zweiten Sitz halten, der uns zusteht. Wie die Bürgerlichen den Rest unter sich aufteilen,ist in erster Linie ihr Problem. Lukas Reimann: Gut, wenn wir jetzt mit offenen Karten spielen, dann wollen wir von der SP wissen: Ist sie bereit, uns einen zweiten Sitz zu geben oder nicht?
? MENSCHEN SERIE Wahlen 2011
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Ich gehe wählen! Hans Gurtner (65), Lehrer, Bern «Meine Wünsche und Vorstellungen will ich einbringen. Leider passiert es öfters, dass die Politiker nicht halten, was sie versprechen. In unserem Land ist es deshalb ein Muss, wählen zu gehen, weil das unsere einzige Möglichkeit zur Sozialkontrolle ist.»
Lukas Reimann hält eine Ansprache vor der Parteiprominenz an der SVP-Delegiertenversammlung am 1. Oktober im sanktgallischen Gossau.
«Ich mag die Taktiererei nicht.» Lukas Reimann, SVP-Nationalrat
Cédric Wermuth: Wir werden aufgrund der Kandidaten entscheiden, welche die Parteien aufstellen. Für mich ist klar, dass die BDP als Kleinstpartei im Bundesrat langfristig nicht haltbar ist. Aber amtierende Bundesräte sollte man nicht einfach abwählen.Ich bin zwar selten mit ihr einverstanden,aber Eveline WidmerSchlumpf macht eine solide Politik und ist dabei voll auf SVP-Linie.
Bilder Paco Carrascosa
Bei diesen taktischen Gesprächen muss man sich ja auch vertrauen können …
Lukas Reimann: Ich mag die Taktiererei nicht. Und ich finde es auch schlecht, dass nicht öffentlich ist, wer wen wählt bei den Bundesratswahlen. Eine Volkswahl wäre viel ehrlicher. Cédric Wermuth: Taktische Verhandlungen gehören zur Politik. Mühsam finde ich, wenn öffentlich etwas anderes deklariert wird, als man dann macht. Bezüglich der Volkswahl des Bundesrats bin
ich diskussionsbereit. Es gibt aber eine Bedingung: Die Offenlegung der Parteiund Kampagnenfinanzierung. Mit wem möchten Sie nicht im Lift stecken bleiben?
Cédric Wermuth: Mit Ulrich Schlüer. Lukas Reimann: Mit dem würde ich liebend gerne im Lift stecken bleiben.
Michael Schreier (21), Tierpfleger in Ausbildung, Bern «Auch wenn meine Stimme gegen 10 000 Stimmen steht, ich gebe sie aus Prinzip ab. Ich lasse mich nicht manipulieren und mache das, was ich will. Es ist wichtig, dass jeder seine Meinung sagt. Ich gehe auch an Demos und Streiks, denn damit kann man auch etwas bewirken.»
Mia Schultz (32), Musikerin, Bern «Demokratie ist ein Luxus. Es wäre zu schade, wenn ich diese Chance nicht nutzen würde. In einigen Ländern kämpfen genau in diesem Moment Menschen auf der Strasse gegen Diktatur und für Demokratie. Die eidgenössischen Wahlen sind eine Möglichkeit, etwas zu bewirken.»
Und Sie, Lukas Reimann?
Lukas Reimann: Hmmm. Ich kann selbst mit Susanne Leutenegger-Oberholzer eine spannende Diskussion führen. Cédric Wermuth: Und mit Nicolas Blancho? (Präsident des islamischen Zentralrats Schweiz, Anm. der Redaktion) Lukas Reimann: Stimmt,mit dem möchte ich nicht stecken bleiben. Und Sie beide? Trinken Sie auch mal ein Bier zusammen?
Cédric Wermuth: Ja, das gibts. An seinen Geburtstagsparty hat er mich zwar nicht eingeladen, aber wir verstehen uns gut. Lukas Reimann: Ja, ja. Interview Ralf Kaminski und Sabine Lüthi Bilder Samuel Trümpy
www.migrosmagazin.ch Eigenständig, basisnah: Wie funktioniert der Politiker Ihrer Wahl?
Annemarie auf der Maur (71), Hausfrau, Einsiedeln SZ «Seit 1971 gibt es in der Schweiz das Frauenstimmrecht, und seither nehme ich mein Recht wahr. Und wer weiss, vielleicht kommt es manchmal halt doch auf eine einzige Stimme an. Gerade in einem kleinen Dorf ist es wichtig, zu seiner Meinung zu stehen.»
Ueli Hunziker (46), Cranio-Sacral-Therapeut, Winterthur ZH «Ich bin ein Gewohnheitsmensch und gehe immer abstimmen. Eine Stimme setzt immer Energie in Bewegung. Veränderung kann nur von unten, also vom Volk kommen. Ich habe immer die Hoffnung, dass meine Stimme vielleicht doch eine Entwicklung auslöst.»
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AKTUELL NEUES AUS DER MIGROS
NR. 41, 10. OKTOBER 2011 MIGROS-MAGAZIN
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MIGROS-ZEITREISE
Der ewige Rebell
Ein Jahr lang hat das Migros-Magazin eine Zeitreise unternommen: Regelmässig erschienen Bilder aus dem Archiv des Migros-Genossenschafts-Bundes. Zum Abschluss der Serie erzählen wir die Geschichte des Schauspielers Joseph Scheidegger, dem 1949 mit einer Rolle im abendfüllenden Werbefim «Familie M» der Durchbruch gelang. «Familie M» die Bedeutung der Migros im Schweizer Alltag.Gottlieb Duttweiler liess den abendfüllenden Streifen 1948 von der Produktionsfirma Praesens Film drehen, an der die Migros damals Anteile besass.Die «Familie M» war 1949 in vielen Kinos in der Stadt und auf dem Land zu sehen. Es gab Kindervorstellungen und Vorführungen für Migros-Genossenschafter.
Das Fernsehen steckte damals noch in den Kinderschuhen Das Fernsehen war damals in der Schweiz noch nicht weit verbreitet. Dutti setzte darum auf das Medium Kino,um die Botschaft der Migros zu verbreiten. In «Familie M» spielten gestandene Schweizer Stars mit: So verkörperte der kantige Charakterdarsteller Emil Hegetschweiler
einen Nachbarn der Filmfamilie, der dauernd gegen die Migros wetterte. Als Nebenfigur taucht in «Familie M» ein gut aussehender Jüngling mit nach hinten gekämmten Haaren auf.Es ist der damals 18-jährige Joseph Scheidegger, der den ältesten Sohn der Familie spielte. Regisseur Sigfrit Steiner hatte das Nachwuchstalent an der Schauspielschule Bühnenstudio Zürich entdeckt. Der heute 82-jährige Scheidegger sitzt in seiner Wohnung in Zollikerberg ZH und blättert in Papieren und Bildern, die aus jener Zeit stammen. Er zieht den vergilbten Vertrag hervor, mit dem ihm damals die Praesens Film die Rolle in «Familie M» zusicherte.«Ich wurde für zwölf Drehtage engagiert, und pro Tag gabs 50 Franken Honorar», erzählt der weissbärtige Mann lächelnd. «Das war
«50 Franken Honorar pro Tag waren damals viel Geld.»
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in Reporter der Zeitung «Brückenbauer» läutet an einer Wohnungstür.Der baumlange Mann im hellen Regenmantel möchte mit einer ganz normalen Schweizer Familie reden und so herausfinden, wie stark die Migros im Leben dieser Leute präsent ist. Eltern und Kinder setzen sich mit dem Journalisten an den Esstisch. Als der Familienvater behauptet, er käme auch ohne die Migros gut durchs Leben, passiert etwas Seltsames: Der Vorratsschrank ist plötzlich leer, unsichtbare Hände scheinen den Haushalt zu plündern. Selbst das Jackett, das der Vater eben noch trug, löst sich in Luft auf. Alle Dinge,die aus der Migros stammen,verschwinden. Mit solchen frühen Spezialeffekten veranschaulicht der Werbefilm
MIGROS-MAGAZIN NR. 41, 10. OKTOBER 2011
AKTUELL
NEUES AUS DER MIGROS S 51
Familie M
Szenen aus dem Werbefilm der Migros. Die Rolle des 채ltesten Sohns erhielt Joseph Scheidegger. Der Streifen war der Beginn einer grossen Karriere.
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AKTUELL NEUES AUS DER MIGROS
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«Die Villenbesitzer hätten sich nie beim MigrosWagen gezeigt.» viel Geld für mich.» Denn Scheidegger hatte eine Kindheit mit vielen Entbehrungen hinter sich. Seine Eltern liessen sich früh scheiden, die Mutter zog ihn und seine beiden Brüder allein gross. Als Telefonistin hatte sie einen winzigen Lohn. Der Vater, ein gelernter Schmid, war oft nicht in der Lage, Alimente zu zahlen. Zusammen mit drei anderen Familien wohnten die Scheideggers am Fuss des ZürichbergsineinemBauernhaus.Neben ihrer Arbeit in einer Telefonzentrale baute die Mutter auf einem kleinen Landstück Gemüse an. «Wir waren richtig arm», stellt der alte Schauspieler in nüchternem Ton fest. Als in der zweiten Hälfte der 20er-Jahre die ersten Ford-TLastwagen der Migros in der Nachbarschaft auftauchten, war das für die Bewohner des Bauernhauses eine Sensation. In den rollenden Verkaufsläden gabs Zucker, Teigwaren, Reis und Seife zu konkurrenzlos tiefen Preisen. «Meine Mutter schickte mich als kleinen ‹Chnopf› regelmässig mit einer Handvoll Münz zum Lastwagen, um günstig einzukaufen», erinnert sich Scheidegger. «Mit der Zeit standen sogar die Hausangestellten der Villenbesitzer vom Zürichberg vor dem Migros-Auto Schlange,die Herrschaften selber hätten sich dort natürlich niemals gezeigt.» Schon als Bub hatte Scheidegger einen rebellischen Zug, und diese Charaktereigenschaft kam mit den Jahren immer stärker zum Vorschein. Er empfand den streng katholischen Glauben seiner
Mutter als ein Gefängnis, aus dem sie nicht ausbrechen konnte: «Sie war eine sehr liebe und schöne Frau, und sie hatte viele Verehrer. Doch ihre religiösen Überzeugungen hinderten sie daran, ein zweites Mal zu heiraten und so ein neues Leben anzufangen.» Scheidegger selber wollte sich weder von Pfarrern noch von Lehrern vorschreiben lassen,wie seine Zukunft auszusehen hatte. Obwohl es unvernünftig schien, entschloss er sich mit 16 Jahren, Schauspieler zu werden. Trotz all ihrer Einwände gegen diesen brotlosen Beruf begleitete ihn die Mutter sogar zum Vorsprechen ins Bühnenstudio. Dort trug der Teenager mit Leidenschaft Goethes Ballade «Erlkönig» vor und überzeugte die Lehrer auf Anhieb, ihn an der Schule aufzunehmen. Schon zwei Jahre später konnte Scheidegger in «Familie M» sein Filmdebüt geben. Wer sich den Streifen heute ansieht, glaubt, etwas vom rebellischen Geist des Jünglings zu spüren. In einer Szene sitzt die Filmfamilie brav um den Esstisch, nur Scheideggers Figur fläzt sich abseits auf einem Sessel und liest Sportnachrichten.
Joseph Scheidegger spielte in mehr als 100 Filmen mit Der Migros-Film war für Scheidegger ein Sprungbrett für eine Laufbahn als Schauspieler und Regisseur.Immer wieder spielte er Helden, die sich gegen ungerechte Verhältnisse auflehnten. Im Schweizer Kinohit «Polizischt Wäckerli» (1955) war Scheidegger ein junger Mann, der die Schikanen seines Vormunds nicht länger ertrug und diesen niederschlug. Im Lauf der Jahre trat Scheidegger in über 100 Kino- und TVProduktionen auf.Im Oscar-prämierten Film «Reise der Hoffnung» (1990) hatte er eine kleine Rolle als Arzt. Schon in den 50er-Jahren machte der Zürcher zudem Karriere als Radiomann. Erst war er
Landflucht La
19 1979 inszenierte Sc Scheidegger mit se seinem langjährige gen Kameramann Ha Hannes Meyer «L «Landflucht», den ersten TV-Spieler film, der mit Video fi gedreht wurde. ge
nur eine von vielen Stimmen in Schweizer Hörspielproduktionen.Doch mit den Schwächen der Texte, die er ins Mikrofon sprechen sollte, konnte er sich oft nicht abfinden. Er schrieb seine Rollen um und wurde so vom Darsteller allmählich zum Regisseur.Schliesslich leitete er sogardasRessortHörspielimRadiostudio Basel. Auch als Radiomann und später als Dokumentarfilmer beim Schweizer Fernsehen, wollte er sich mit den herrschenden Verhältnissen oft nicht abfinden. Seine rebellische Energie setzte er bisweilen in technische Pioniertaten um. So produzierte er 1964 das erste Schweizer Hörspiel in Stereo, obwohl ihm Vorgesetzte davon abrieten. Heute lebt Scheidegger nach zwei Scheidungen allein in einer Parterrewohnung, die eigentlich mit Plakaten seiner Filme tapeziert sein könnte. Doch weisse Wände gefallen dem alten Mann besser.Seine Erinnerungen an die Zeit als Schauspieler und Regisseur sind auch so lebendig, und auch die erste Kinorolle in «Familie M» ist ihm noch präsent. Der Migros ist er als Kunde bis heute treu geblieben, obwohl es in seiner Nachbarschaft keine Filiale gibt und er kein Auto mehr hat. «Die Migros ist für mich ein guter alter Freund, und einen solchen Freund muss man regelmässig besuchen.» Scheidegger fährt darum mit der Forchbahn an den Zürcher Kreuzplatz, um dort in der Migros einzukaufen. Text Michael West Bild Mirko Ries
Polizischt Wäckerli
Der Film spielte 1,4 Millionen Franken ein. Das war damals eine sensationelle Summe. Joseph Scheidegger mimte einen rebellischen, jungen Mann. Schaggi Streuli war «dr Polizischt Wäckerli».
SCHAUFENSTER MOUNTAINMANIA
NR. 41, 10. OKTOBER 2011 MIGROS-MAGAZIN
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«Mountainmania
Mountainmania macht mit seinen Bergstationen in 14 Migros-Filialen in der ganzen Tieren und Pflanzen kennen. Wir haben Kinder in den Migros-Filialen Gundelitor in
«… ich gerne Kleberli auspacke.» Cédric Bury (3)
«… ich Freude an den Klebern mit den Tieren habe.» Shawney Lang (6)
«… ich gerne sammle und bei Tauschbörsen mitmache.» Franco Grünenfelder (12)
«… ich mich auf dem Riesenkompass drehen kann.» Léane Veuve (5)
«… ich beim Auspacken immer eine Überraschung erlebe.» Shirley Lang (9)
SCHAUFENSTER MOUNTAINMANIA
MIGROS-MAGAZIN NR. 41, 10. OKTOBER 2011
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mag ich, weil ...»
Schweiz halt. Hier lernen die Kinder auf spielerische Art und Weise die Bergwelt mit ihren Basel und im Marin Centre in Neuchâtel gefragt, was ihnen besonders gut gefällt.
Reifenwerfen: Welches Tier lebt wo?
Auf dem Riesenkompass können die Kinder mit ihrem Wissen brillieren.
Das gibt es in den «Bergstationen» zu entdecken Kleine Bergsteiger und grosse Abenteurer haben bis 29. Oktober die Möglichkeit, in 14 grossen Migros-Filialen der Schweiz ihre Kreativität und ihr Wissen unter Beweis zu stellen. Folgende Aktivitäten werden in den Bergstationen unter der Aufsicht von Profis für Kinder jeden Alters angeboten:
Bilder Severin Nowacki
■ Fotowand: Lass dich vor der Fotowand fotografieren und nimm dein Foto mit nach Hause. Besonders lustig werden die Bilder, wenn du dich verkleidest. Doppelte Sticker werden in den Tauschbörsen getauscht. Und wer weiss, vielleicht lernt man auch neue Freunde kennen.
■ Basteln: Sei kreativ und bastle dir deine eigene Sticker-Sammelbox. ■ Mix Max: Hier kannst du mit Riesenwürfeln spielen. Findest du heraus, welcher Kopf zu welchem Bauch gehört und welche Beine die richtigen sind? Wer setzt sie richtig zusammen? Du kannst aber auch ganz neue Wesen erfinden. Alles ist erlaubt.
■ Riesenkompass: Der Kompass misst zwei Meter. Dort kannst du knifflige Fragen beantworten und Ringe in die passende Himmelsrichtung werfen. ■ Wenn du wissen willst, wo und wann in deiner Nähe die Bergstationen in den Filialen eingerichtet sind, findest du die genauen Daten über www.mountainmania.ch -> Mountainmania -> Bergstation -> Termine Bergstationen ■ Tauschbörse: Mach deine Sammlung komplett und tausche deine doppelten Sticker. Zusätzliche Tauschbörsen gibt es in fast 40 Migros-Restaurants noch bis zum Samstag, 29. Oktober 2011. Mehr Infos: www.mountainmania.ch -> Mountainmania -> tauschen -> Termine Tauschbörsen
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PUNKTE
AKTUELL NEUES AUS DER MIGROS
MIGROS-MAGAZIN NR. 41, 10. OKTOBER 2011
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Mitmachen und sich freuen: An den Lilibiggs-Familiendiscos bleibt kein Kind untätig sitzen.
Keiner zu klein, ein Tänzer zu sein
Spass, Bewegung, Musik: Bald können kleine Dancing-Queens und Disco-Kings wieder an der Lilibiggs-Familiendisco abtanzen. Erwachsene Begleiter sind natürlich auch willkommen.
Bilder Erwin Zueger
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ie Tage werden kühler, doch an manchen Sonntagnachmittagen in diesem Herbst wird es heiss zugehen — zumindest in den LilibiggsFamiliendiscos. In der Zeit zwischen Ende Oktober und Ende November können Kinder ab fünf Jahren mit ihren erwachsenen Begleitern in sechs renommierten Clubs in der ganzen Schweiz abtanzen (siehe Box). «Mit den Lilibiggs-Familiendiscos will die Migros den kleinen Besuchern nicht nur Spass und Freude bereiten, sondern die Kinder mit Bewegung,Tanz, Musik und Spiel auch fördern»,sagt Patricia Zingg, Projektleiterin des MigrosSponsorings. Damit die Anlässe für alle erschwinglich sind, kostet der Eintritt pro Person bloss 14 Franken. Ein Sirupgetränk ist für Kinder gratis, am Schluss des Nachmittags erhalten alle jungen Tänzerinnen und Tänzer zudem ein Geschenk. Wie in einer Erwachsenendisco legt mit DJ Niki ein erfahrener Discjockey auf. Zwischen den Musikblöcken animiert die Tanzgruppe Lordz Boys die Besucher zum Breakdance. Durch den Nachmittag führt Clown Pepe. Er begeistert nicht nur mit witzigen Ansagen,
Daten, Zeit und Orte der Lilibiggs-Familiendiscos
Akrobatik gehört dazu: Clown Pepe mit einer begabten Nachwuchsartistin.
■ Sonntag, 30. 10. 2011, Basel, «Kuppel», 14–17 Uhr ■ Sonntag, 6. 11. 2011, St. Gallen, «Backstage», 14–17 Uhr ■ Sonntag, 13. 11. 2011, Schaffhausen, «Club Orient», 14–17 Uhr ■ Sonntag, 13. 11. 2011, Gordola TI, «La Rotonda», 15–18 Uhr ■ Sonntag, 20. 11. 2011, Zürich, «Mascotte», 14–17 Uhr ■ Sonntag, 27. 11. 2011, Fribourg, «Mythic Club», 15–18 Uhr Eintrittspreise für Kinder (ab 5 Jahren) und Erwachsene: 14 Franken pro Person.
sondern auch mit akrobatischen Einlagen und kleinen Zaubereien. Und was wären die Anlässe ohne Tobi, Hugo und Nina? Wer einmal seine Lilibiggs-Lieblingsfigur live erleben,anfassen oder sogar mit ihr tanzen will, darf die Lilibiggs-Familiendisco nicht verpassen. Daniel Sägesser
www.lilibiggs-familiendisco.ch
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Auf Schmusekurs mit den Lilibiggs. Was gibt es Schöneres?
Lillibiggs-Familiendisco
SCHAUFENSTER WIESENMILCH
NR. 41, 10. OKTOBER 2011 MIGROS-MAGAZIN
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«Numä s Bescht git es guäts Produkt»
Auf dem Hof von Beat Schmidlin und Dora Gruber dreht sich alles um das Wohlbefinden von Kuh Elsa und ihren 34 Kolleginnen. Dafür achtet der Bauer auf bestes Gras, denn die Kühe produzieren die gute TerraSuisse-Wiesenmilch für die Migros.
Beat Schmidlin hegt eine ganz persönliche Beziehung zu seinen Tieren. Auf dem Menüplan der Kühe steht nur das Feinste vom eigenen Hof. Im Stall wird von Hand nach den Bedürfnissen des einzelnen Tiers gefüttert. Warum? Weil eine Kuh, die zum Beispiel frisch gekalbt hat, mehr Futter braucht als andere.
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reissig Schwänzli wedeln wie jeden Morgen nach dem Melken freudig in Richtung Weide.Sie gehören zu den Kühen der Schmidlins.Dora (41) eilt ihnen und ihrem Mann Beat (47) voraus, um die Tränke frisch zu füllen. Die beiden schauen gut zu ihren 30 Kuhladys und den 35 Kälbern die neben einem Muni, Pferden, Hühnern und Katzen derzeit den Hof bevölkern. Seit zwölf Jahren hat sich Schmidlin auf Milchproduktion und Rinderzucht spezialisiert.Dabei steht das Wohlbefinden der Tiere im Mittelpunkt und nicht ihre Milchleistung. Werden die Kühe nicht auf Höchstleistung getrimmt, geht es ihnen besser. Sie haben weniger Stress und sind widerstandsfähiger gegen Krankheiten. Das Konzept geht auf. «Unsere Kühe sind gesund und vital, wir haben kaum Tierarztkosten», sagt Schmidlin. Mehr als 35 Kühe kommen den Schmidlins
nicht in den Stall,denn dann könnten sie nicht mehr jede so im Auge behalten,wie sie es jetzt tun. «Numä sbescht git am Schluss au es guäts Produkt», ist ihr Leitmotiv. Deshalb bekommen die Tiere nur, was auf den 35 Hektaren Grasland wächst.Der je nach Bedarf des einzelnen Tieres zugefütterte Kraftfutteranteil liegt unter 10 Prozent.Soviel Sorgfalt hat seinen Preis.Denn es bedeutet Mehraufwand bei Verzicht auf Ertrag.
«Die neue Wiesenmilch von der Migros ist eine gute Sache» Die Schmidlins sind stolz darauf,jetzt zu den ausgewählten IP-Suisse Betrieben zu gehören, die für die Migros die neue Wiesenmilch produzieren. Die Bedingungen dafür haben sie auf Anhieb erfüllt. «Auf den kommenden Sommer müssen wir noch für Schattenplätze auf der Weide sorgen», so Schmidlin und fügt hinzu: «Da pflanzen wir Hochstam-
mobstbäume. Da haben wir auch etwas davon.» Die Wiesenmilch der Migros ist eine gute Sache, findet er. So wird das Tierwohl gefördert, das Engagement der Bauern mit einem Mehrpreis gewürdigt und die MigrosKunden können sicher sein, ein Produkt von höchster Qualität zu erhalten. Und für all jene, die den Schmidlins über die Schulter schauen möchten, gibts auf dem Hof eine Ferienwohnung zu mieten.
Text Jacqueline Vinzelberg Bilder Gaëtan Bally
Infos unter Telefon: 079 265 71 66
MIGROS-MAGAZIN NR. 41, 10. OKTOBER 2011
SCHAUFENSTER WIESENMILCH 59
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Wiesenmilch
Wiesenmilchkühe fressen vorwiegend Gras und Heu vom eigenen Bauernhof. Kraftfutter ist auf ein Minimum reduziert. Die Tiere sind im Sommer auf der Weide und im Winter haben sie Auslauf. Terra Suisse gewährleistet, dass die Kuh das Gras dort frisst, wo es wächst. Mit ökologischen Massnahmen schaffen die Bauern zusätzliche Lebensräume für seltene Tiere und Pflanzen.
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MIGROS-MAGAZIN NR. 41, 10. OKTOBER 2011
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Verbesserte Anbaumethoden sorgen dafür, dass die Kaffeebauern wirtschaftlich unabhängiger werden. Das kommt nicht nur den Bauern zugute, sondern auch uns, den Kaffeeliebhabern.
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as Konzept von UTZ Certified,der niederländischen Non-ProfitOrganisation, ist so einfach wie wirkungsvoll: Bauern erhalten kostenlos Unterstützung bei der Verbesserung und Professionalisierung ihrer Anbaumethoden. Dadurch können sie auf ihren Feldern zum einen besseren Kaffee produzieren, zum anderen steigern sie ihre Erträge. Auf dem internationalen Kaffeemarkt sind sie daher konkurrenzfähig und bekommen angemessene Preise für ihren qualitativ hochwertigen Kaffee. Und für die Bauern selber heisst es, dass es ihnen finanziell besser geht und sie ihr Leben unabhängiger bestreiten können.
Fortbildung für mehr Unabhängigkeit Der Bauer zahlt nichts für die Schulungen, welche die Fachleute von UTZ Certified durchführen.Die Kosten tragen die grossen Kaffee-Einkäufer wie etwa die Migros. Der Migros-Kunde bekommt das schwarze Lieblingsgetränk dabei stets zu einem guten Preis-LeistungsVerhältnis. So macht die Zertifizierung alle zufrieden: Die Bauern stärken ihre Unabhängigkeit und verbessern so ihren Lebensstandard. Das gibt uns Kaffeetrinkern das gute Gefühl, Kaffeebauern sinnvoll zu unterstützen. So schmeckt uns eine Tasse Kaffee gleich noch mal so gut.
Damit die Kaffeebohnen ihre schöne Farbe und ihr wunderbares Aroma entwickeln, müssen sie beim Trocknen regelmässig gewendet und dann sanft geröstet werden.
Claudia Schmidt
UTZ-zertifizierten Kaffee erkennt man am kleinen Label vorne, oben links.
Bilder Daniel Peterlunger
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September 2011/05
Fairer Rosenhandel blüht Essen macht schön Wie Ballett-Workout formt
In der September-Ausgabe: 50 + 1 Tipp: Gute Ratschläge fürs Wohlgefühl Für Haut und Hirn: welche Nährstoffe man unbedingt zu sich nehmen sollte
Löst Verspannungen: Die Zutaten für den Tipp hat er schon. Was er jetzt noch tun muss: die ungeschälten, weich gekochten, noch warmen Kartoffeln in ein schmales Kopfkissen geben und auf die verspannten Schultern und den Nacken legen. Und schon fällt der Tagesstress von den Schultern.
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NR. 41, 10. OKTOBER 2011 MIGROS-MAGAZIN
SCHAUFENSTER ACTILIFE
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Ein gutes Bauchgefühl In bewegten Zeiten gerät auch mal unsere Verdauung durcheinander. Zeit für Darmwellness.
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allaststoffe? Nein, danke. Hört sich irgendwie anstrengend an — wie etwas, das man sich vom Hals schaffen statt einverleiben möchte. Irrtum! Ballaststoffe sorgen für ein gutes Bauchgefühl. Ballaststoffe, auch Nahrungsfasern genannt, kommen natürlicherweise in pflanzlichen Lebensmitteln vor. Insbesondere Hülsenfrüchte, Vollkorngetreide, Obst und Gemüse enthalten reichlich davon. Ballaststoffmangel kann eine Begleiterscheinung von unausgewogener Ernährung sein. Insbesondere Fast Food und helles Brot enthalten kaum Nahrungsfasern.Actilife bietet schmackhafte Produkte wie Reiswaffeln, Müesli und Getränke,die reich an Ballaststoffen sind
und so zur Unterstützung unserer Verdauung beitragen. In der kalten Jahreszeit, sehnt man sich nach Ruhe. Wenn jedoch der Bauch spannt und drückt, ist es mit der Entspannung vorbei.Die besonders gut verträglichen Darm-Aktiv- und MagenDarm-Relax-Medizinprodukte können Linderung verschaffen. Actilife DarmAktiv wirkt gezielt der Darmträgheit entgegen und unterstützt die Rückkehr zu einer angenehmen Verdauung. Die Actilife- Magen-Darm-Relax-Kapseln helfen bei Blähungen und Völlegefühl. Auch der pressfrische Actilife-Artischockensaft hat es in sich: Als natürlicher, sanfter Verdauungsförderer ist dieser das Wellnessprogramm für jeden Darm. Nicole Ochsenbein
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Gebackener Kürbis mit Rucola
Vegetarisches Mittagessen für 4 Personen ■ 1 kg gerüsteter Kürbis in 2–3 cm grosse Stücke schneiden. In einer Schüssel mit 2 Esslöffeln Olivenöl und den Rosmarinnadeln von einem grossen Zweig vermischen. Kürbisstücke auf ein Backblech geben und zirka 45 Min. bei 190 °C backen, bis der Kürbis gar ist. Zirka Fr. 7.40 ■ 125 g Rucola auf einer Platte verteilen. Zirka Fr. 3.15 ■ 3 Esslöffel Olivenöl mit dem Saft einer Zitrone mischen, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Kürbisstücke auf dem Rucola anrichten und mit dem Dressing beträufeln. Zirka Fr. 0.90 Tipps: Bröckeln Sie Schafskäse über den Kürbis. Hokkaido-Kürbisse müssen nicht geschält werden.
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Curry im Handumdrehen
Um eine Panang-Curry-Paste selbst herzustellen, braucht es mindestens 13 verschiedene Zutaten. Einfacher geht es mit der neuen Fertigsauce von Thai Kitchen, die man im Wok oder in der Pfanne erwärmen kann. Ebenfalls neu von Thai Kitchen erhältlich ist Jasminreis im Beutel. Thai Kitchen Panang Curry Sauce, 250 g, Fr. 3.90* * In grösseren Filialen erhältlich.
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Kochen wie der Blitz
Wenn es schnell gehen soll, ist die neue Sauce Casimir mit Curry eine willkommene Kochhilfe. Die Fertigsauce passt zu Fleisch, Fisch oder Gemüse. So einfach gehts: Zutaten zuerst im Wok oder in der Bratpfanne anbraten, Sauce Casimir dazugeben, ein paar Minuten umrühren, fertig. Bon Chef Casimir, 400 ml, Fr. 3.15* * In grösseren Filialen erhältlich.
geba Im Ofen gebacken, bekommt der de int Kürbis ein intensiveres Arom Aroma.
Milde Schärfe
Kandierter Ingwer ist eine würzig-süsse Nascherei. Neu ist er statt unter der Marke Buderim unter der Marke Chop Stick erhältlich. An der Rezeptur wurde nichts geändert. Der Ingwer stammt aus Australien, wo dank des milden Klimas eine besonders feinwürzige Art gedeiht. Kandierter Ingwer kann auch zum Kochen und Backen verwendet werden. Chop Stick Ingwer kandiert mild, 125 g, Fr. 3.90
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worden.Diese hypoallergene Antifaltenpflege besteht aus einer Tagespflege SPF 15, Nachtpflege und Augenkonturenpflege, die frei von Parfüm, Farbstoffen und Konservierungsmitteln sind. Bernhard Irrgang, Leiter der Abteilung Forschung und Entwicklung bei der Mibelle AG Cosmetics, verrät, wie Hyaluron der Hautalterung entgegenwirkt. Was ist das Geheimnis von Hyaluron?
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Schicker Strick
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Mit den fallenden Temperaturen kommt der dicke Strick. Der Klassiker der Wintergarderobe tritt diese Saison mit modernen Schnitten und rustikalen Zopfmustern auf. Der Herren-Strickpullover von John Adams mit Stehkragen und Knöpfen lässt sich gut mit sportlichen bis klassisch-schlichten Outfits kombinieren. Herrenpullover, Fr. 79.–
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Jan Denli (13) aus Zürich war Tanz-Kandidat in «Die grössten Schweizer Talente». Im Videoclip «Manhattan» singt, groovt und tanzt er an der Seite von Rapper Bligg. Jan Denli, wie hast du dein erstes Geld verdient?
Gezähmte Fülle
Wenn der Auftritt im neuen Cocktailkleid zu scheitern droht, hilft nur eins: Schummeln. Die neue Formwäsche modelliert die Silhouette und macht sie knackiger. Auch in Schwarz. Ellen Amber Perfect Line, Grössen M–XL, Fr. 35.–
Warm-up! Der Herbst kann kommen
Mit fünf Jahren pflückte ich mit Freunden Blumen und verkaufte sie für 50 Rappen. Und mit neun beim ersten BoogieWoogie-Auftritt; Gage: fünf Franken. Wofür würdest du nie Geld ausgeben?
Noch bezahlt alles meine Mutter, aber ich hoffe, nie für Zigaretten. Was gibst du auch für viel Geld nicht her?
Frische Treterchen Schwitzt der Mensch, kann ein unangenehmer Geruch entstehen. Deshalb gibt es jetzt Stoffe, die mit der Sanitized-Hygienefunktion versehen sind. So bleiben diese Finken länger frisch und müssen weniger oft gewaschen werden. Das spart Zeit, Energie und Wasser und schont so die Umwelt. Damen Hausschuh, Fr. 17.–
Pokale, Medaillen und Andenken an die Tanzturniere, die ich mit meiner Tanzpartnerin Yannyna gewonnen habe. Was gibt es kostenlos in deiner Stadt?
Bestes Wasser aus dem Brunnen, viel Spass und sehr viele nette Menschen.
Wo trifft man dich abends?
Mit 13 Jahren darf ich nicht viel weg.Und wenn, dann mit Freunden ins Kino Abaton beim Escher-Wyss-Platz oder an einem Tanzauftritt mit Yannyna.
Und wo garantiert nicht?
Wo man 16 oder 18 Jahre alt sein muss. Bist du gerne prominent?
Ja! Ich finde es cool, wenn mich Leute auf der Strasse erkennen. Und man trifft viele bekannte Menschen,die man sonst nie treffen würde. Eugen Baumgartner
Forscher: So sprechen Sie mit Ihrer Katze
Neueste Erkenntnisse lassen Sie eine völlig neue Beziehung zu Ihrer Katze aufbauen!
Möchtest Du mit mir Ball spielen? KATZE“ eine echte Hilfe sein. Sie werden die Nöte und Bedürfnisse, aber auch die Freuden Ihres Lieblings bald verstehen lernen und so findet bald eine echte Kommunikation statt. Körpersprache - ein wichtiges Verständigungsmittel Beobachten Sie doch einmal, wie Ihre Katze miaut. Sie werden feststellen, dass es rund zwanzig verschiedene Arten des Miauens gibt und jede Nuance dieser verschiedenen Töne drückt etwas anderes aus. Bei einem Gespräch mit Ihrer Katze ist es wichtig, dass Sie erkennen was Ihre Katze wirklich sagt und nicht was Sie glauben, was sie sagen will. Wissen Sie immer genau, was Ihre Katze bewegt, wenn sie die Ohren anlegt, den Schwanz hochstellt oder abwinkelt, die Augen rollt oder einen Buckel macht? Dies alles und vieles mehr sind Teilbereiche der Katzensprache, die nicht nur
Dränge mich nicht zur Eile! aus Tönen und Lauten, sondern weit mehr aus Mimik und Gestik besteht. Um diese vielen Zeichen exakt deuten zu können, ist der Ratgeber „SO SPRECHEN SIE MIT IHRER KATZE“ das richtige Nachschlagewerk für Sie in dem Sie jederzeit nachschauen können. In hunderten von wissenschaftlichen Experimen-
ten wurde diese Körpersprache von Experten erkannt und für den Menschen in verständliche Art umgesetzt. Katzen - die geheimnisvollen Wesen Bereits im Altertum galten Katzen als geheimnisvoll. Vor allem ihre unergründlichen Augen hatten es den Menschen angetan. Sie galten als Vorboten vieler Ereignisse. Heute wissen wir, dass Katzen telepathische Fähigkeiten haben. Dies wurde in zahlreichen Tests durch Experten bewiesen, wie Sie es in „SO SPRECHEN SIE MIT IHRER KATZE“ nachlesen können. Haben Sie sich nicht schon oft gefragt, warum Ihre Katze: l ein Gewitter Stunden vorher erkennt? l unangenehme Dinge bereits weiss, ehe Sie Kenntnis davon erhalten? l Wetterumschwünge bereits am Tag vorher spürt? l schon am Vortag „weiss“, dass am Abend Besuch kommen wird? l einige Ihrer Bekannten mag und andere nicht? Auf diese Fragen wird Ihnen “SO SPRECHEN SIE MIT IHRER KATZE“ alle Antworten geben können und Ihnen so helfen, Ihren kleinen Hausfreund besser zu verstehen.
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SAISONKÜCHE RENÉ LANG
NR. 41, 10. OKTOBER 2011 MIGROS-MAGAZIN
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Improvisation in der Mittagspause René Lang baut für Filmproduktionen in kurzer Zeit ganze Häuser nach. Für ausgedehnte Mittagessen bleibt da selten Zeit. Deshalb gabs für den Kulissenbauer und seine Crew Sandwiches.
Kochen mit der «Saisonküche» «Saisonküche»-Köchin Lina Projer belegt gemeinsam mit René Lang die Brötli für die gesamte Crew der Kulissenbauer.
Aufgetischt ■ Was haben Sie immer auf Vorrat? Reis, Teigwaren und Ingwer. ■ Wie oft kochen Sie pro Woche? Vier bis fünf Mal. ■ Kochen ist für Sie … … etwas mit anderen zu teilen. Es geht nicht nur ums Kochen, sondern ums Essen. ■ Was würden Sie nie essen? Ich bin offen für alles. ■ Mit wem würden Sie gern mal essen gehen? Gern würde ich mit dem Koch Ferran Adrià kochen und essen.
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eschäftig wird gesägt, Holz bearbeitet und gestrichen.Fast wie in einer Schreinerei. Aber nur fast, denn bei René Lang (57) wird nicht nur Neues gebaut, sondern auch das genaue Gegenteil: In der Werkstatthalle in Otelfingen ZH werden Bretter leicht gespal-
ten, angesägt und so bearbeitet, dass sie hinterher aussehen, als hätte jahrzehntelanger Gebrauch seine Spuren hinterlassen.Der Aargauer René Lang ist Kulissenbauer. Kein Wunsch von Filmemachern oder Werbern ist ihm fremd.Er realisiert die ausgefallensten Filmszena-
rien wie zum Beispiel 2009 die Raumstation für den ersten Schweizer ScienceFiction-Film «Cargo». Gerade arbeitet er am Film «Anna und das Wunder der Bären». Da ist viel zu tun, die Zeit rast, und ausgiebige Mittagspausen sind selten. Deshalb hat «Saisonküche»-Kö-
SAISONKÜCHE
MIGROS-MAGAZIN NR. 41, 10. OKTOBER 2011
RENÉ LANG 85 Gute Zutaten für ein warmes Sandwich: Pouletbrüstchen, Speck, Tomaten und alles für eine Tatarsauce. Damit die Sauce besonders fein wird, schneidet die «Saisonküche»Köchin Cornichons in feine Würfeli. René Lang pausiert derweil neben einem gigantischen Cupcake, der für eine Werbekampagne benötigt wird.
chin Lina Projer alle Zutaten für feine Sandwiches mitgebracht. Beim Film ist die Improvisation allgegenwärtig.Dafür muss Platz sein,meint Lang: «Als Erstes richte ich auf einem Filmset immer eine Kaffee-Ecke ein, eine Wohlfühlecke für alle. Sie ist meist der Mittelpunkt der
Kommunikation.» Lina Projer freut sich, dass die Pouletbrüstli auf Langs Grill braten können.Sie muss keine Grillpfanne auspacken.René Lang wirft einen genauen Blick auf die Messer der Köchin und nickt anerkennend. «Die habe ich auch.» Die Profi-Messer verraten den
Hobbykoch. Lang kocht gern — und geniesst noch lieber. In seiner Werkstatt werden gerade Teile einer Alphütte nachgebaut. «Alle Aussenaufnahmen haben wir auf einer echten Alp gemacht», erzählt der Kulissenbauer. Aber warum baut man dann in
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87 mühsamer Arbeit die Zimmer nach, wenn man das Haus ohnehin gemietet hat? «Weil die Zimmer oft zu klein sind. Beim Filmdreh stehen locker 20 Leute im Raum. Das geht in den meisten Häusern nicht. Also baut man sie in einer Halle nach und nimmt eine Wand weg, falls man mehr Platz braucht.» Handwerkliches Talent und eine Portion Kreativität sind bei diesem Job gefragt. Für den ersten Schweizer 3-D-Film «One Way Trip» wurde beispielsweise nur die Front einer Scheune benötigt.Im Film wirkt es wie eine echte Scheune. Wäre es denn nicht einfacher gewesen, solche Szenen am Computer zu gestalten? «Das ist viel aufwendiger», weiss René Lang.
Warmes Pouletsandwich mit Tatarsauce
Filme mit Freunden zu drehen macht fit fürs Filmbusiness Lang hat eine Ausbildung zum Maschinenmechaniker gemacht. Schon während der Lehre zog es ihn zum Theater Claque in Baden AG, wo er erste Erfahrungen mit dem Bau von Bühnenkulissen gemacht hatte.Weiter ging es mit Freunden von der Filmhochschule in München.Eine schöne Zeit war das: «Bei den Filmprojekten musste jeder alles machen. Da lernt man viel. Es war ‹Cinéma Copain›.» Filmemachen mit Freunden und kleinen Budgets. Anfangs übernahm Lang die Rolle des Beleuchters, später sogar in der Hollywood-Produktion «Herr der Fliegen» auf Jamaika. «Bei solchen Produktionen wird Equipment vor Ort geliehen.Für Jamaika haben wir alles in Miami geliehen und verschifft», erinnert sich Lang. Wir brauchen für die Sandwiches nur wenig Equipment: Der Gasgrill ist heiss, und der Kulissenbauer kann die Pouletbrüstchengrillieren.Derweilkonzentriert sich «Saisonküche»-Köchin Lina Projer auf die Sauce Tatare. Beim Zusammensetzen der Sandwiches fügt Lang ein paar Blättchen Peterli hinzu. «Die gehören da nicht rein», protestiert Lina Projer. Lang lässt sich nicht beirren. Ein wenig Improvisation gehört für ihn einfach immer dazu. Text Claudia Schmidt Bilder Jorma Müller
ZUTATEN 4 Pouletbrüstchen à ca. 120 g 2 EL Sonnenblumenöl Salz, Pfeffer, Paprika 2 Tomaten 4 Brötchen, z. B. Quadratli einige Blätter Eisbergsalat 8 Tranchen Rohessspeck, z. B. Bauernspeck TATARSAUCE: 1 kleine Zwiebel 1 TL Kapern 1 Essiggurke à ca. 40 g ¼ Bund Petersilie 60 g Mayonnaise 60 g Magerquark ½ TL Senf Salz, Pfeffer
Zubereitung 1 Für die Tatarsauce Zwiebel, Kapern, Essiggurke und Petersilie hacken. Alles mit Mayonnaise, Quark und Senf mischen. Sauce mit Salz und Pfeffer abschmecken. 2 Pouletbrüstchen mit Öl bepinseln. Mit Salz, Pfeffer und Paprika würzen. Auf dem Grill oder in einer Grillpfanne beidseitig je circa 5 Minuten grillieren. Inzwischen Tomaten in Scheiben schneiden. Brötchen aufschneiden. Pouletbrüstchen tranchieren. Brötchen mit Salat, Tomatenscheiben, Tatarsauce, Speck und Poulet füllen. Tipp: Das Pouletsandwich lässt sich gut zum Mitnehmen vorbereiten. Dazu die Pouletbrüstchen grillieren und kalt mit den übrigen Zutaten in das Sandwich füllen.
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Kleine Mahlzeit für 4 Personen Zubereitung ca. 20 Minuten + ca. 10 Minuten grillieren. Pro Person ca. 39 g Eiweiss, 31 g Fett, 42 g Kohlenhydrate, 2500 kJ/600 kcal
KÜCHENKUNDE PAUSENSNACKS
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Gesundes für kleine Feger
Nichts gegen Schoggi und Gummibärchen. Gerade im Wachstum brauchen Kinder aber besonders viele Nährstoffe. Sonja Leissing erklärt, wie man die Kleinen dazu bewegt, gesund zu essen.
Foodexpertin Sonja Leissing
Wer nur Pizza und Pasta kennt, muss Kartoffelstock lieben lernen Doch wie heisst es so schön: «Was der Bauer nicht kennt, das isst er nicht.» In den meisten Fällen ist das tatsächlich so, auch bei Kindern. Wächst ein Kind mit viel Pizza, Pasta, Pommes und Hamburgern auf, dann wird es ein Kalbsvoressen mit Kartoffelstock und Rüebli eher naserümpfend probieren. Vorlieben und Abneigungen gegenüber Nahrungsmitteln prägen sich in der Kindheit ein. Im Alter von drei bis zehn Jahren werden die Weichen gestellt für das weitere Ernährungsverhalten. Wenn während der Pubertät der Einfluss der Eltern sinkt,ist dann zumindest eine solide Basis gelegt. Nicht vorenthalten möchte ich Ihnen folgende Erkenntnis: Wer seinem Kind immer wieder das gleiche ungeliebte Gemüse auftischt — Experten sprechen von mindestens 16 Mal —, wird schliesslich Erfolg haben. Irgendwann probiert das
Kind das Gemüse dann doch, und mit etwas Glück schmeckt es ihm bis an sein Lebensende. Das zumindest ist das Resultat diverser Studien. Speziell während des Wachstums braucht der Körper besonders viele Nährstoffe. Zum Beispiel Kalzium für die Knochen, eine ausreichende Eiweisszufuhr für den Zellaufbau, Vitamine und Mineralstoffe für die Abwehrkräfte. Das gute alte PausenbrotodereingesunderSnack am Morgen und am Nachmittag bringen hier die nötige Power. Nun stellt sich die Frage,wie ein Snack sein muss, der den leeren Energiespeicher wieder auffüllt und dazu noch gut schmeckt. Eins ist klar: Kinder lieben es bunt und einfach. Ein Vollkornbrötli, belegt mit dem Lieblingsschinken,garniert mit Radieschen, einem Salatblatt oder einer Gurkenscheibe sorgt für Frische. Damit das Brot nicht zu trocken ist, mit Butter oder einem leichten Frischkäse bestreichen. Natürlich ist beim Pausenbrot Abwechslung gefragt. Klein geschnittenes Gemüse wie Rüebli, Kohlräbli oder Gurken sind zwischendurch schnell geknabbert. Auch die Form der Nahrung kann entscheidend sein,ob das Kind den Snack isst.Bastelt man aus einem gekochten Ei, einer ausgehöhlten Tomate und einigen Tupfern Mayonnaise einen Fliegenpilz, so wird es eher zubeissen.Omeletten mit eingebackenen Apfelschnitzen lieben von die meisten Kindern heiss.Ein Apfel, eine Birne oder eine Mandarine eignet sich für den Schulausflug. Wichtig ist, dass Kinder Nahrung für die Hirnzellen und den Körper bekommen — da haben auch Gummibärchen und sonstige Süssigkeiten Platz, aber als Pausenverpflegung bitte nicht täglich einpacken.
Trinken Wasser steht an erster Stelle. Und dies genügend. Man kann dem Kind auch zwischendurch eine Apfelsaftschorle mischen. Die enthält Fruchtzucker und wenig Kalorien. Wenn möglich den Eistee selbst anmachen oder gekauften mit etwas Wasser und Zitronensaft verdünnen – so enthält er weniger Zucker. Füllen Sie die Getränke in eine trendy Trinkflasche ab.
Bild istockphoto
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ür die Anforderungen in der Spielgruppe oder in der Schule sollte Ihr Kind fit sein. Die Kleinen haben bereits einen strengen Tagesplan. Sie verbrauchen viel Energie beim Herumtollen auf dem Pausenplatz und im Schulzimmer, wo sie zuhören und Neues lernen müssen. All diese Eindrücke zu verarbeiten braucht Energie.Nur logisch, braucht es da neben einem vollwertigen Frühstück, dem Mittagessen und dem Znacht auch zwischendurch die richtige Verpflegung. Der Körper freut sich auf Unterstützung durch die Nahrung. Zum Beispiel in Form eines Pausenbrots. Am besten gebacken aus Vollkornmehl und aufgepeppt mit frischen Zutaten. Und am besten gleich in mundgerechte Stücke geschnitten.Ein Apfel oder ein selbst gemachtes Müesli oder Joghurt mit klein geschnittenen Fruchtstücken sorgt für Abwechslung in der Znünibox.
KÜCHENKUNDE PAUSENSNACKS
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TIPPS & TRICKS Das Gehirn soll auch zwischendurch optimal versorgt werden, und dafür braucht es Energielieferanten wie Kohlenhydrate, Vitamine und Eiweiss. Damit auch das beste Pausenbrot nicht in der Dose bleibt, ist es gut, Kinder bei der Auswahl mitreden zu lassen. Besser noch, wenn sie sogar helfen dürfen, das Brot zu bestreichen oder die Früchte zu waschen. Achten Sie darauf, dass das Pausenbrot nicht zu dick belegt ist, oder schneiden Sie es in mundgerechte Häppchen. So ist es leichter zu essen.
Vollkorn
Milchprodukte
Süsses
Gewöhnen Sie Ihr Kind an Vollkornprodukte. Auch Sonnenblumen- oder dunkles Brot ist für ein Pausenbrot bestens geeignet. Diese Brote bleiben länger saftig als helles Brot, Weggli oder Semmeli. Mit einem Gipfeli wird zwar der Heisshunger kurz gestillt. Die sättigende Wirkung hält aber nicht lange an. Die Energiekurve sinkt, und das Kind hat in einer Stunde schon wieder Hunger.
Die meisten Kinder lieben ein Glas frische Milch, ein Joghurt oder einen Quark. Mit klein geschnittenen Früchten eine ideale Zwischenverpflegung. Denn darin stecken Kalzium, wertvolles Eiweiss und Vitamine. Die Milchsäurebakterien bringen zudem den Darm in Schwung. Gesunde, kleine Mahlzeiten sind wichtig für die Entwicklung, und sie beugen auch Übergewicht vor.
Alle Kinder lieben es süss und klebrig, ob Nougataufstrich oder Schokoladencreme auf dem Brot, Gummischlangen oder Kuchen. Selbstverständlich brauchen Kinder kleine süsse Überraschungen und sollten diese auch bekommen. Mischen Sie selbst ein Studentenfutter mit verschiedenen Nüssen, Rosinen und kleinen Schoggistücklein. So macht Naschen Spass und bringt zusätzlich Energie.
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NEWS
Was ist das Fussanalyse-Tool? Das Fussanalyse-Tool ist ein aussergewöhnliches und neuartiges, von Ryffel Running entwickeltes Gerät. Es wird von einem Informatikprogramm gesteuert und ist mit zwei Kameras ausgestattet. Es analysiert den Fuss im Hinblick darauf, dem Kunden in einem zweiten Schritt einen Laufschuh anzubieten, der in jeder Hinsicht
Die Maschine beschreibt detailliert Form und Bewegung des Fusses.
seinem Körperbau entspricht. Mit diesem einfachen Vorgehen kann man sich ein Bild vom Fuss und seiner Statik machen. Anschliessend wird der Kunde gebeten, ein paar Meter zu laufen, was dem Verkäufer gestattet, so gut wie möglich den Laufstil zu bestimmen.
Ryffel Running – ein Lebensstil
Markus Ryffel weiss, wo der Schuh drückt. Deshalb eröffnet er sein erstes Geschäft in der Westschweiz am 10. Oktober im Marin Centre.
Es gilt, dem Kunden die seinem Körperbau und Laufstil angepassten Schuhe anzubieten.
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arkus Ryffel gewann bei den Olympischen Spielen in Los Angeles 1984 die Silbermedaille über 5000 Meter und ist bis heute Schweizer Rekordhalter über diese Dis-
tanz. Er steht seit 1984 an der Spitze von Ryffel Running und eröffnet im Marin Centre seine erste Niederlassung in der Westschweiz, mit dem Ziel, Kundinnen und Kunden professionell zu beraten.
Sind Sie mit 55 immer noch ein begeisterter Läufer?
Ich renne drei bis vier Mal pro Woche, zur Abwechslung mache ich ein Mal Nordic Walking oder Aqua-Fit (Fitness
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«Laufen ist in vielerlei Hinsicht gut für die Gesundheit.» im Wasser). Seit meinem 18. Lebensjahr führe ich bis zum heutigen Tag ein Laufheft,ich bin 190 000 Kilometer gelaufen. Es geht mir nicht mehr um Leistung, sondern um körperliches und inneres Wohlbefinden,das mir das Laufen in der Natur vermittelt. Welches ist die Grundidee von Ryffel Running?
Es handelt sich um ein globales Konzept. Joggen ist nicht einfach. Es erfordert eine besondere Technik und Beratung. Laufen ist in vielerlei Hinsicht gut für die Gesundheit. Es kann nämlich Rückenund Herzproblemen vorbeugen.Wir haben eine Reihe von Workshops, Events und Aktivferien ausgearbeitet, um den Läufern aller Niveaus die Möglichkeit zu geben, Fortschritte zu machen. Und wir haben auch verschiedene Broschüren aufgelegt, wie unter anderem «Fit in 12 Wochen». Was geschieht, wenn ein Kunde ins Geschäft kommt?
Er wird beraten, einzig mit dem Ziel, Laufschuhe zu finden, die seinem Körperbau und seinem Laufstil angepasst sind. Da die Schuhe für den Rücken eine grosse Rolle spielen, ist der Verkauf mit Verantwortung verbunden. Der Kunde wird gebeten, auf ein Gerät zu steigen (Fussanalyse-Tool),das die Form und die Bewegung seines Fusses detailliert beschreibt. Erst in einem zweiten Schritt werden ihm Schuhe von Adidas, Nike, Asics, New Balance oder Salomon angeboten, die den Ergebnissen entsprechen. Text: Pascal Vuille Bilder: Stéphane Gerber
Das neue Sortiment enthält unter anderem entsprechende Ausrüstung für Bergfreunde
Ski Heil!
Das neue Geschäft SportXX im Marin Centre wird am 10. Oktober eröffnet und bietet ab sofort einen zusätzlichen Service: Ausleihen von Skiern für alle Altersgruppen.
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ichard Amez-Droz, seit 20 Jahren stellvertretender Geschäftsleiter und Manager vom Marin Centre, ist stolz darauf, die neue, dem Sport gewidmete Fläche zu eröffnen,umso mehr, als er selbst ein kampferprobter Sportler ist. Er war unter Hodgson, Gress und Stielike früher Goalie von Xamax, heute fährt er vor allem Ski und Mountainbike. Seit der Eröffnung des Marin Centre ist er ein Mitarbeiter der ersten Stunde und hatte nie das Bedürfnis nach Tapetenwechsel, «weil das ein lebendiges Zentrum ist, das sich permanent weiterentwickelt», wie er sagt. Welche Neuheiten kann man im neuen SportXX erwarten?
Da das Geschäft über eine grössere Fläche, 1770 m2, verfügt, können wir die Produktpalette in allen Bereichen erweitern. Wir haben exklusiv für die Genossenschaft das Produktsortiment von
Adresse: Genossenschaft Migros Neuenburg-Freiburg, Postfach 114, 2074 Marin-Epagnier, Tel. 058 574 81 11 Adressänderung: Nur noch der Post melden. Die Zeitung wird dann automatisch an die neue Adresse geliefert. Abonnentenservice: Tel. 058 574 83 37, immer morgens und am Montagnachmittag. E-Mail: catherine.leuba@gmnefr.migros.ch
Ryffel Running aufgenommen,ein Muss für alle Läufer und ein grosser Gewinn für das Marin Centre! Ausserdem haben wir auf 100 m2 einen Skiverleih eingerichtet,der besonders interessant für Familien ist: Solange die Kinder wachsen, ist das Mieten von Skiern tatsächlich günstiger als der Kauf. Wie sieht das in der Praxis aus?
Der von den Fachverkäufern beratene Kunde durchläuft drei Stationen: Zuerst wählt er die Schuhe, dann die Skier und zum Schluss die Stöcke.Er kann das ganze Equipment oder nur einen Teil mieten, und das für einen Tag, eine Woche oder die ganze Wintersaison. Wir haben 700 Paar Leihskier und 600 Paar Schuhe für Erwachsene und Kinder vorrätig, die Snowboards nicht mitgezählt.Man kann also allein oder mit der Familie kommen und unter fünf Niveaus seine Wahl treffen: Junior, Budget, Basic, Top und VIP.
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SportXX ist ganz auf Winter eingestellt
Der SportXX-Laden im Marin Centre hat sich einem Lifting unterzogen und verfügt über ein grösseres Sortiment.
sowie mehr als 700 Paar Skier für grosse und kleine Skifahrer.
Das Prinzip ist Folgendes: Jeder Kunde, der unsere Dienste in Anspruch nimmt, wird von A bis Z beraten, damit das Material, das er mietet, perfekt zu ihm passt. Wie liegt das Marin Centre geografisch im Hinblick auf die Skigebiete?
Das Marin Centre ist ideal gelegen und bietet ausserdem einen benutzerfreundlichen Parkplatz. Es ist nur wenige Kilometer von Skigebieten wie Les Savagnières, Les Bugnenets, Tête-de-Ran, La Sagne und Les Prés-d’Orvin entfernt. Die Nähe zu den Skipisten, die grosse Auswahl der zu mietenden Sportgeräte, die Erreichbarkeit und die Kompetenzen der Verkäufer: Alles wird dafür getan, dass die Kunden von 4 bis 99 Jahren diese neue Serviceleistung hier testen. Interview: Pascal Vuille
Bilder: Stéphane Gerber / Migros Aare, www.shutterstock.com
Der Skiverleih in Kürze ■ Neuheit: Der Skiverleih ist ein neues Angebot im Marin Centre. ■ Lage: Im neuen SportXX-Geschäft. ■ Verleihbeginn: 10. Oktober 2011. ■ Dauer: Die Miete ist möglich pro Tag, pro Woche oder für die ganze Saison. ■ Materialrückgabe: Spätestens am 14. April 2012 (nach Ostern). ■ Publikum: Kinder und Erwachsene. ■ Niveaus: Junior, Budget, Basic, Top oder VIP. ■ Verfügbares Material: Schuhe, Skier (inklusive Snowboards) und Stöcke. ■ Kauf von Accessoires: Ausser dem Verleih sind Skikleidung, Handschuhe, Mützen, Strümpfe, Textilien, Brillen, Sonnencremes etc. im Verkauf. ■ Verkäufer: Fachberater für Wintersport. ■ Öffnungszeiten: Während der Öffnungszeiten des Marin Centre.
Bevor man sich der Kälte aussetzt, ist es wichtig, die richtige Kleidung zu wählen.
Mit Recht kann man behaupten,dass die Vergrösserung der SportXX-Filiale im Marin Centre beachtlich ist. Dank einer starken Erweiterung der Gesamtfläche von 1100 m2 auf 1700 m2 kann das Migros-Sportgeschäft jetzt ein grösseres Sortiment anbieten als vorher. Skifahrer und Snowboarder,aber auch Schlittenfahrer sind hier gut bedient, wenn sie sich von Kopf bis Fuss mit Helmen,Mützen,Handschuhen,Schneeanzügen oder Brillen ausstatten wollen. Und sie können hier auch ihre Skier einstellen und wachsen lassen.
Ausrüstung für Kletterer ebenso wie Kundendienstleistungen In der Trekking-Abteilung werden Kletterfreunde überrascht sein, jetzt das für eine Via ferrata (Klettersteig) notwendige Material vorzufinden: eine Reihe von Seilen, Karabinerhaken und Hüftgurten – bis dahin eher Mangelware. Jahreszeitlich bedingt liegt der Akzent zwar auf den Wintersportarten, aber alle anderen Artikel ausserhalb der jeweiligen Hauptsaison sind ebenso verfügbar, insbesondere Fitnessgeräte. Auch
Zu entdecken: Die neue Winterkollektion 2011–2012.
der Austausch von Veloschläuchen oder die Bespannung von Tennisschlägern sind selbstverständlich das ganze Jahr über möglich. Pascal Vuille
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LEBEN
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FAMILIE
Biologische Väter ohne Rechte
Ein Mann, der mit einer verheirateten Geliebten ein Kind zeugt, hat in der Schweiz keinen rechtlichen Anspruch auf Kontakt mit seinem Kind. Als juristischer Vater gilt immer der Ehemann der Mutter.
rechte behandelt — mit dem Resultat, dass der Kläger zwar Schmerzensgeld erhielt,aber kein Recht hat,sein mutmasslichesKindzusehen.EinenVaterschaftstest, der Gewissheit über den biologischen Erzeuger gäbe,darf er noch immer nicht verlangen. Nur der Ehemann hat das Recht, den Test zu veranlassen.
Bevorzugung von verheirateten Vätern ist umstritten
Der biologische Erzeuger ist nur in der Ehe automatisch auch im rechtlichen Sinn Vater des Kindes.
W
enn ein Mann seine Geliebte schwängert und diese verheiratet ist, dann hat er weder das Recht zu wissen,ob er der Vater ist,noch das Recht, das Kind zu sehen oder über sein Wohlergehen informiert zu werden. So will es das Prinzip der Ehelichkeitsvermutung im Schweizerischen Zivilgesetzbuch. «Das bedeutet, dass der Ehemann automatisch rechtlicher Vater
eines Kindes ist, das innerhalb einer Ehe geboren wurde», sagt Daniel Heimann, Jurist am Rechtswissenschaftlichen Institut der Universität Zürich. Dies gilt unabhängig davon,ob er der Erzeuger ist oder nicht. Der Dritte im Bunde, in diesem Fall der Geliebte der Mutter, hat in Bezug auf das Kind keine Rechte. Jüngst wurde ein Fall aus Deutschland vom Europäischen Gerichtshof für Menschen-
«Es gibt in der Schweiz vergleichsweise selten Klagen gegen die Ehelichkeitsvermutung», sagt Jurist Heimann. Die Regelung bestehe seit 1978. «Damals wurde dem Schutz der Ehe ein hoher Stellenwert beigemessen, weshalb diese auch durch den genetischen Vater eines ehelichen Kindes nicht gestört werden sollte.» «Die Ehelichkeitsvermutung benachteiligt unverheiratete Väter gegenüber Verheirateten», sagt Markus Theunert, Präsident von Maenner.ch, dem Dachverband der Schweizer Männer- und Väterorganisationen. Die Regelung sei ideologisch geprägt und ignoriere die heutige Vielfalt von Lebens- und Beziehungsformen.«Wir sind der Auffassung, dass jeder Vater das Recht haben sollte zu wissen, ob er der Erzeuger eines Kindes ist. Ebenso sollte jedes Kind das Recht haben, zu allen Elternteilen Kontakt zu haben.» Yaël Debelle
IT’S A WILD WORLD
Bilder Paco Carrascosa, Getty Images (2)
Galapagos: Das schönste Naturerlebnis der Welt
Tourismusprofi und Redaktor Reto E. Wild
Ab dem 1. Februar 2012 dürfen Kreuzfahrtschiffe eine Galapagosinsel nur noch einmal in 14 Tagen anlaufen. Endlich,denn die Inseln und deren Gewässer stehen unter Naturschutz. DerArchipel, der sich 1000 Kilometer westlich der Küste Ecuadors befindet, gehört zum Weltnaturerbe der Unesco — allerdings kämpft die Nationalparkverwaltung immer wieder gegen illegale Fischerei. Die Inseln sorgen für eines der weltweit schönsten Naturerlebnisse — gerade auch für Hobbyfotografen. Auf der
Insel Española ist die Begegnung mit Albatrossen, Blaufusstölpeln (Bild), Leguanen und Ohrenrobben besonders beeindruckend.Die dortige Gardner-Bucht lädt zu Strandwanderungen und zum Schnorcheln ein. Ja, selbst Badeferien sind auf der dank Charles Darwin weltbekanntenvulkanischenInselkettemöglich. Weil sich Fauna und Flora der 14 grössten Inseln sehr unterschiedlich präsentieren, empfiehlt sich eine Seereise. Dabei lohnt es sich, Schiffe zu wählen, die weniger als 50 Passagiere
aufnehmen und Española ansteuern. Und: Man sollte sich mindestens eine Woche Zeit nehmen. Der Verein Freunde der Galapagos Inseln Schweiz hilft, das bedrohte Ökosystem zu schützen: www.galapagos-ch.org
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LEBEN MIX
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99 eher erkennen und sich eingestehen,dass Sie an einer Essstörung leiden, was die Resultate beeinflussen kann. Solche Effekte erschweren einen Ländervergleich. Betreffend dieser Studie besteht noch Klärungsbedarf.
Laut einer unveröffentlichten Studie des Bundesamts für Gesundheit leiden über vier Prozent der Schweizer unter Essstörungen («Sonntagszeitung» vom 25.9.2011).
3.
Was könnenAngehörige tun,wenn sie bei jemandem eine Essstörung vermuten?
Druck und moralische Kommentare sind kontraproduktiv, die Betroffenen verschliessen sich dann.Ignorieren ist auch keine Lösung.Menschen mit Essstörungen suchen — wenn auch unbewusst — eine Reaktion auf ihr Verhalten. Besser ist es, mit Ich-Botschaften zu kommunizieren. Zum Beispiel: Ich mache mir Sorgen über dein Essverhalten.
5 FRAGEN AN … Katharina Rast-Pupato (38), Fachpsychologin für Psychotherapie und Expertin für Essstörungen, über krankhaftes Essverhalten.
«Eine Diät ist noch keine Essstörung» 1.
Katharina Rast-Pupato, ist jemand, der ständig auf Diät ist und Kalorien zählt, bereits essgestört?
Die Übergänge von normalem zu krankhaftem Verhalten sind fliessend. Wenn sich das Essen immer mehr entfremdet von seiner natürlichen Funktion, nämlich Sättigung, Genuss und soziales Beisammensein, spricht man von einer Störung. Betroffene beschäftigen sich permanent mit dem Essen und leiden darunter. Sie ziehen sich oft aus dem Sozialleben zurück.Aber nicht jeder,der eine Diät macht, hat eine Essstörung.
2.
Gemäss einer Studie des Bundesamts für Gesundheit leiden 4,1 Prozent der Schweizer an Essstörungen. Das sind drei Mal so viele wie in Deutschland. Erstaunt Sie dieses Resultat?
Die Studie wurde noch nicht veröffentlicht, deshalb bin ich skeptisch, ob die Quote in der Schweiz wirklich höher ist. Zuerst muss klar sein, welche Störungen die Studie erfasst hat, zum Beispiel ob krankhaftes Übergewicht auch darunter fällt. Es könnte auch sein, dass in der Schweiz die Sensibilität dank guter Aufklärungsarbeit höher ist und Betroffene
4.
Wo kann man sich Hilfe holen,wenn man unter Essstörungen leidet?
Im Internet findet man unter www.netzwerk-essstoerungen.ch alle wichtigen Infos. Allerdings gibt es auch gefährliche Seiten im Netz, auf denen Magersüchtige sich über Abnehmtipps austauschen. Hausärzte können — sofern sie gut informiert sind — geeignete Anlaufstellen sein.
5.
Wie gut sind die Heilungschancen?
Etwa ein Drittel bis die Hälfte werden geheilt, ein Drittel lernt mit Rückfällen zu leben, beim letzten Drittel wird die Krankheit chronisch. Es hängt von vielen Faktoren wie Krankheitsbeginn, Therapie und Art der Essstörung ab. Es gibt Patienten,die trotz Behandlung lange keine Fortschritte machen. Plötzlich passt es aber mit einem neuen Therapeuten. Es gibt auch bei chronisch Kranken immer eine Heilungschance. Interview Yaël Debelle
Den ganzen Artikel aus der «Sonntagszeitung» lesen Sie auf www.migrosmagazin.ch
MEIN GARTEN
Meine schlauen Gartenbewohner Gartenexpertin Haia Müller freut sich über intelligente Eidechsen.
E
idechsen, so lese ich mit Staunen, haben bei einem Intelligenztest hervorragend abgeschnitten. Sie seien in der Lage, neuartige Probleme zu lösen, die erlernte Lösungsstrategie zu behalten und bei geänderten Anforderungen zu revidieren, haben Forscher festgestellt. Seit ich das weiss, freue ich mich noch mehr darüber, dass sich in meinem Garten eine ganze Sippschaft
dieser Schlaumeier tummelt, schliesslich steigern sie den IQ meiner Umgebung.Und wer weiss,vielleicht färbt das ja mit der Zeit auch auf mich ab. Die klugen Kerlchen haben sich vor allem in den Gabionen,den Steinkörben,eingenistet. Und im Steingarten.Wie gut es ihnen bei mir gefällt,zeigt sich am Nachwuchs,der noch sehr scheu ist. Die winzigen Echslein huschen unter die Lavendelbüsche
und verstecken sich in Ritzen und Spalten, sobald ich auftauche. Die älteren hingegen (die klügeren?) lassen sich von mir nicht stören.An warmen Tagen sonnen sie sich auf den graufilzigen Blättern des Brandkrauts und beäugen mich neugierig aus ihren Stecknadelaugen. Offenbar erkennen die Minireptilien, dass ich nicht Nachbars Katze bin und sie von mir nichts zu befürchten haben.
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101 MIGROS-BANK-RATGEBER
Haben wir eine Immobilienblase?
Illustration Rebekka Heeb
Daniel Lang, Leiter Produktmanagement bei der Migros Bank.
Wir möchten in Lenzburg für 580 000 Franken eine 4,5-ZimmerWohnung kaufen. Allerdings berichten die Medien vermehrt über die Gefahr einer Immobilienblase. Wir sind deshalb verunsichert. Ist der Kaufpreis überteuert? SoergehtesdenmeistenbeimWohnungskauf: Sie besichtigen wochenlang ausgeschriebene Objekte und studieren die Baupläne. Wenn es jedoch konkret wird, merken sie plötzlich,dass sie sich um die finanziellen Fragen noch kaum gekümmert haben. Deshalb empfehle ich stets, dass man vor dem Entscheid den Kaufpreis nochmals gründlich hinterfragt. Es geht um viel Geld! Zudem ist die Gefahr einer Preisblase in manchen Regionen tatsächlich gestiegen. Lenzburg gehört zwar nicht zu diesen «Hot Spots», diese liegen am Genfer- und Zürichsee. Nun,ist der Preis zu hoch für Ihr Budget? Zunächst: Massgebend sind die Preisschätzung und die Tragbarkeitsberechnung der Bank. Darüber hinaus
möchte ich Ihnen zwei einfache, nützliche Faustregeln vorstellen. 1.) Preis-Einkommens-Relation: Im Schnitt bezahlt Familie Schweizer für eine neue Eigentumswohnung das 6-Fache des Bruttojahreseinkommens. Falls Sie über zusätzliches Eigenkapital verfügen, beispielsweise dank einer Erbschaft, darf das Preis-EinkommensVerhältnis auch etwas höher liegen.
Der Immobilienkäufer in Peking wird Sie beneiden Zum Vergleich: Im überhitzten Markt von Hongkong muss ein Wohneigentümer im Schnitt das 11,4-Fache seines Jahreslohns aufwenden, in Sydney das 9,6-Fache. In vielen amerikanischen Städten dagegen ist diese Relation aufgrund der Immobilienkrise wieder stark zurückgegangen, in San Francisco zum Beispiel von 10,8 auf 7,2.Die Grafik zeigt, wie schmerzhaft die Preiskorrektur in den USA war. 2.) Preis-Miet-Relation: In der Schweiz kostet eine Eigentumswohnung im langfristigen Mittel etwa das 25-Fache einer
So sieht eine geplatzte Preisblase aus Preisentwicklung für Einfamilienhäuser in den USA und in der Schweiz. 200 180 160 140 120 100 0 USA
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Jahresmiete. In den Zentren liegt dieses Verhältnis leicht höher,auf dem Land etwas tiefer. Faktor 25 heisst für Sie: Die 580 000 Franken entsprechen einer Miete von 23 200 Franken im Jahr oder 1930 Franken im Monat — ein vernünftiger Wert für eine 4,5-Zimmer-Wohnung in Lenzburg. Auf Basis dieser beiden Richtgrössen ist der Preis Ihrer Wohnung also durchaus angemessen.Manch ein chinesischer Immobilienkäufer dürfte Sie gar beneiden: In Grossstädten wie Peking oder Schanghai kostet eine Wohnung nämlich die 40-fache Jahresmiete. Ist Wohneigentum noch erschwinglich? Diskutieren Sie mit auf www.facebook.com/migrosbank.
ÖKOLOGIE IM HAUSHALT
EGO-COACH
Weisse Weste beim Waschen
Zapfen Sie dem inneren Schweinehund Energie ab
Je tiefer unser Strombedarf, desto besser ist dies für die Gewässer und das Klima. Sieben Prozent unseres Stroms brauchen wir fürs Waschen. Das ginge problemlos auch mit tieferen Temperaturen, denn die heutigen Waschmittel sind effizienter. In den USA wäscht man schon seit Jahren nur mit kaltem Wasser. Mit 30 °C statt 60 °C zu waschen spart rund 200 kWh Strom, 5000 Liter Wasser und 16 kg Waschmittel pro Jahr. Das entspricht 150 Franken. Vorwaschen ist übrigens nur selten nötig. Tipps und Tricks für noch mehr Umweltschutz im Alltag finden Sie auf: www.wwf.ch/tipps
Um mehr Selbstwertgefühl zu entwickeln, müssen wir eingespielte, hartnäckige Gewohnheiten verändern – immer wieder. Doch jede Veränderung ist ein kleiner Kraftakt. Hinter all unseren Verhaltensweisen liegt in der Regel eine positive Absicht, auch hinterVerhalten,dasunsmehrschadetals nützt. Doch was könnte die positive Ursache für mangelndes Selbstvertrauen sein?DieAntwortistverblüffendeinfach: Unsere Psyche und unser Körper sparen dadurch Energie. Kein Engagement, keine Auseinandersetzung, kein Durchsetzen eigener Ideen bedeutet Kraftersparnis. Um das zu ändern, das Ruder
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Schweiz
selbstindieHandzunehmen,müssenwir also eine Extraportion Energie aufbringen. Aber woher nehmen wir die? Eine gute Idee ist, den Widerstand zu überwinden, den unser innerer Schweinehund gegenüber allem Neuen mobilisiert. Denn dieser Widerstand braucht viel Energie, die wir für unser Selbstbewusstsein nutzen können. Notieren Sie dazu im Tagebuch die Argumente,bei denen Ihr Schweinehund einsetzt, wie «Ich kann das nicht!», «Das lohnt sich nicht!», «Das war schon immer so!» etc. In Zusammenarbeit mit www.focus.de
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MIGROS-MAGAZIN
LEBEN MIX
NR. 41, 10. OKTOBER 2011
103 NEUES VOM ZOO-DOKTOR
GEFÄLLT MIR
Wir hoffen auf ein Elefantenbaby
Rialda Murati (18), Lehrtochter, Migros Neuwiesen Winterthur
1.
Welches Musikstück holt Sie aus der Krise?
«Best thing I never had».Die Ballade von Beyoncé motiviert und stärkt mich.
2.
Zolli-Tierarzt Stefan Hoby (36) berichtet jede Woche aus dem Basler Zoo.
Die überflüssigste CD/Schallplatte, die Sie je gekauft haben?
Ich kaufe keine CDs, ich lade mir Musik vom Internet herunter.
3.
Welches war der erste Kinofilm in Ihrem Leben?
Fruchtbarkeitsuntersuchung im Zolli: Elefantenkuh Maya ist vollkommen gesund.
«
Am frühen Morgen erhalten unsere fünf Elefanten eine Banane. In den Früchten haben wir ein Beruhigungsmittel versteckt. Eigentlich wollen wir nur eine Fruchtbarkeitsuntersuchung bei den Elefantenkühen Rosy (16) und Maya (17) durchführen.Weil die Tiere bei einer Trennung aber nervös werden könnten und wir keine Risiken eingehen wollen, erhalten alle ein Medikament. Als das Mittel zu wirken beginnt,können wir beginnen. Zuerst ist Rosy an der Reihe. Ich spritze ihr das Narkosemittel. Dann heisst es warten, warten, warten. Eine Stunde später steht die Elefantenkuh stoisch da.Ihr Blick ist abwesend.Sie reagiert nicht mehr auf Berührungen und Lärm.Die Untersuchung kann beginnen. Meine Kollegin,eine Spezialistin,macht den Ultraschall. Nach einigen Minuten
stellen wir erleichtert fest, dass Rosys Gebärmutter völlig gesund ist. Das ist nicht selbstverständlich, denn die Elefantenkuh hat seit letztem Sommer keinen Zyklus mehr. Wahrscheinlich ist es psychisch bedingt und hängt mit dem Tod von Leitkuh Ruaha (59) zusammen. Es besteht also noch die Hoffnung, dass der Zyklus wieder einsetzt. Nach diesem guten Resultat gehen wir die zweite Untersuchung optimistisch an.Maya ist die ängstlichste Kuh unserer kleinen Herde und könnte bei ungewohnten Situationen unberechenbar reagieren. Nur mit viel Mühe kann ich ihr das Narkosemittel spritzen. Die eigentliche Untersuchung läuft dann aber ohne Probleme ab. Auch bei Maya ist alles in Ordnung, und vielleicht klappt es ja bald mit dem Nachwuchs in unserem Zoo.
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BABY CLUB Bilder Torben Weber/Zoo Basel
Wartezeit nach Fehlgeburt ist unnötig Wann ist der richtige Zeitpunkt, nach einer Fehlgeburt wieder schwanger zu werden? Besser früher als später, so eine schottische Studie.Frauen,die innert weniger als sechs Monaten wieder schwanger wurden, hatten öfter eine komplikationslose Schwangerschaft
als jene,die länger warteten.Das ist vor allem für reifere Frauen wichtig, da bei längerer Wartezeit und steigendem Alter das Risiko einer Fehlgeburt steigt. Alles über Schwangerschaft und das Leben mit Kleinkindern unter: www.migrosbabyclub.ch
«Honey», ein Tanzfim mit Jessica Alba.
4.
Welcher Film rührt Sie zu Tränen?
Ich bin sehr sensibel, bei Bollywood-Filmen muss ich immer weinen.
5.
Haben Sie sich schon einmal online verliebt?
Nein, da bin ich gar nicht der Typ dazu.
6.
Ihre Lieblings-Website?
Ich höre gerne Musik und sehe mir Liveauftritte an,deshalb: www.youtube. com.
7.
Ihre genialste App?
Facebook. Ich finde es interessant zu sehen, was die Leute den ganzen Tag so machen, und ich schaue mir auch gerne Fotos an.
8.
Mit welchem Game haben Sie bis jetzt am meisten Zeit verbracht und wie lange?
Ich game nicht. Früher spielte ich stundenlang «Supermario» auf dem Gameboy.
9.
Meine Lieblingsserie am TV ist …
«One Tree Hill» ist die perfekte Mischung aus Drama und Liebeskomödie, ich kann mich gut damit identifizieren. Ich habe alle DVDs.
10.
Was machen Sie abends als Letztes?
Den MP3-Player ausschalten. Manchmal läuft er zwar am Morgen noch … Aufgezeichnet von Priska Plump
LEBEN FAMILIE
NR. 41, 10. OKTOBER 2011 MIGROS-MAGAZIN
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Wenn jeder Rappen zählt
Entrecôte, Klavierstunden, Kinobesuch – was für die einen selbstverständlich ist, ist für andere kaum erschwinglich. In der Schweiz leben rund 900 000 Menschen an der sogenannten Armutsgrenze, Tendenz steigend. Drei Familien erzählen.
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ine Viertelmillion Schweizer Kinder ist arm. Doch was heisst eigentlich arm? Laut Regula Heggli(33),LeiterinderFachstelleSozialpolitik bei der Caritas Schweiz, ist Armut in der Schweiz ein soziales Phänomen: «Sie bedeutet hierzulande nicht zwingend Hunger oder schlechte Kleidung. Menschen sind auch arm, wenn sie über so geringe Mittel verfügen, dass sie von der Lebensweise ausgeschlossen sind, die in ihrem Umfeld üblich ist.» Armut kann jeden treffen. Besonders gefährdet sind alleinerziehende Eltern,Grossfamilien, Menschen mit wenig Bildung, entsprechend schlechtem Lohn, und Jobchancen sowie Ausländer und Rentner. Auch Krankheit oder der Verlust der Stelle sind Risikofaktoren. Letzterer wird sich durch die Kürzung der Anspruchstage für Erwerbslose noch verschärfen. Den meisten Menschen in der Schweiz sieht man nicht an, wenn sie in einer finanziellen Notlage stecken. Armut ist hier weitgehend unsichtbar. Darüber geredet wird nur hinter vorgehaltener Hand. Diese Tabuisierung erstaunt umso mehr, als in der reichen Schweiz noch Ende des 19. Jahrhunderts jährlich Zehn-
Eine Viertelmillion Schweizer Kinder ist arm.
tausende auswanderten. Die meisten Schweizer zog es damals in die USA und nach Argentinien.
Arme werden in der Schweiz auch sozial geächtet Gut ein Jahrhundert später gilt in der Schweiz: Wer fleissig ist und Willen hat, ist nicht arm. Der Umkehrschluss liegt auf der Hand: Wer arm ist, ist selber schuld. Diese fatale Fehlmeinung führt dazu, dass finanziell schlechter gestellte Menschen in der Schweiz auch unter gesellschaftlicher Ausgrenzung leiden. Das wiederum kann laut Regula Heggli dazu führen, dass sich die Situation unter Umständen sogar noch verschärft: «Wenn Statussymbole wie Handy und Markenturnschuhe auf Pump gekauft werden — damit niemand einem ansieht, dass das Geld dafür eigentlich fehlt —, beginnen sich die Schulden schnell anzuhäufen. Wieder aus der Schuldenspirale herauszufinden ist schwierig und ohne Hilfe kaum möglich.» Besonders riskant wird es, wenn noch Kreditunternehmen ins Spiel kommen, die eine schnelle Lösung versprechen. Sie verlangen immense Zinsen und heizen die Spirale weiter an. Regula Heggli rät daher dringend, sich bei Schulden Hilfe zu holen, sei es beim kostenlosen Schuldentelefon der Caritas oder bei der Beratungsstelle der Gemeinde: «Diese arbeitet seriöse Pläne zur Schuldentil-
Ihre Lebensmittel muss die Familie Schütz sehr Familie Schütz aus Baden AG
Mal mit den Kindern ans Meer fahren
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rüher hat das Geld immer gut gereicht, doch dann musste Helene Schütz vor der Geburt des dritten Kindes ihre Stelle im Service aufgeben. Das eine gab das andere.Das Einkommen schrumpfte, und die Ausgaben blieben hoch. Und so rutschte die junge Familie
LEBEN FAMILIE
MIGROS-MAGAZIN NR. 41, 10. OKTOBER 2011
105 gung aus,erstellt ein Budget und verhandelt mit den Gläubigern.» Solche Beratungsstellen helfen auch dabei,Schulden gar nicht erst entstehen zu lassen. Bei unvorhersehbaren Ausgaben wie Zahnarzt oder Reparaturen sind auf Anfrageoftauch Zahlungen auf Raten möglich. Wie kann der zunehmenden Armut in der Schweiz begegnet werden? «Auf politischer Ebene braucht es Engagement für mehr Bildung,vor allem bessere Weiterbildungsmöglichkeiten für Menschen in Niedriglohnjobs wären wichtig», sagt Regula Heggli. Auf der gesellschaftlichen Ebene plädiert sie für mehr Offenheit.Armut darf kein Tabu mehr sein. Nur so finden Menschen, die sich viel weniger leisten können als der Durchschnitt, aus Isolation und Ausgrenzung, die so belastend sind. Den ersten mutigen Schritt machen drei Familien, die von ihrem sehr kreativen Umgang mit dem kleinen Portemonnaie erzählen und darüber, wie sie den Alltag meistern.
In diesem Land gilt: Wer arm ist, ist selber schuld.
Texte Andrea Fischer Schulthess Bilder Renate Wernli
www.migrosmagazin.ch Kinder, Bildung oder Wohnort: Welches sind die Risiken für Armut oder Working Poor?
Armut in der Schweiz in Zahlen: gut einteilen: Marko (2), Lea (7), Gina (1), Ivo (29) und Mutter Helene (30, von links).
in die Schuldenfalle.Doch sie hatte Glück im Unglück: Die Firma,bei der Ivo Schütz als Lagerist arbeitet, nahm sich der Schulden an. Nun zahlen die Schützes diese bei ihr ab. Anderthalb Jahre wird das voraussichtlich noch dauern.Bis dahin bleiben der fünfköpfigen Familie von den 5300 Franken Lohn nach allen Abzügen noch 450 Franken für Essen und die täglichen Ausgaben. Das sind gerade mal 17 Franken pro Tag. Zwei Mal pro Woche bekommen sie von gemeinnützigen Organisationen (Hope und Tischlein deck dich) gratis Lebensmittel. Die werden daheim eingefroren und sorgfältig eingeteilt. Den Tisch, an dem sie essen,
hat Helene Schütz auf Ricardo.ch für einen einzigen Franken ersteigert, Markos Schaukelpferd hat sie auf der Strasse gefunden. Mit viel Glück und Beharrlichkeit haben sie vor zwei Monaten eine grosse Wohnung für nur 1200 Franken bekommen,die sie selber renovieren.Für Hobbys und Ausflüge reicht das Geld nicht. So geht die Familie viel spazieren, und abends schauen sie gemeinsam ihre TV-Serien. Freunde haben sie kaum, aber Helenes Familie hilft, wo sie kann, sei es mit Windeln oder mit abgelegten Kleidern.Der grösste Wunsch des Paars: einmal mit den Kindern ans Meer zu fliegen.
In der Schweiz gilt jeder Zehnte als arm. Allerdings gibt es keine allgemeingültige Armutsgrenze. Die Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe (Skos) definiert jedoch Richtlinien, die breit akzeptiert sind: Die Armutsgrenze liegt demnach bei einem verfügbaren Einkommen pro Jahr von ■ 28 701 Franken für Alleinstehende ■ 45 922 Franken für Alleinerziehende mit zwei Kindern unter 14 Jahren ■ 43 052 für ein Paar ohne Kinder ■ 60 273 für ein Paar mit zwei Kindern unter 14 Jahren Haushalte, die knapp darüber liegen, leben an der sogenannten Armutsgrenze. In der Schweiz gehören viele Menschen zu dieser Gruppe, die aber statistisch nicht erfasst ist. (Quelle: Bundesamt für Statistik, 2009)
Mehr Infos unter: www.armut-halbieren.ch
Auch Kohlenhydrate machen dick Ist Fett wirklich am Übergewicht schuld? Oder sind auch die viel gepriesenen Stärkeprodukte wie Brot, Teigwaren und Reis mitverantwortlich? 37% der SchweizerInnen sind zu dick. Die Gründe kennen wir: falsche Ernährung und zu wenig Bewegung. Dies ist nicht nur ein ästhetisches Problem, sondern auch ein Risikofaktor für unsere Gesundheit. Wurden bisher vor allem die Nahrungsfette als Hauptverursacher für das Übergewicht angesehen, geraten nun auch die Kohlenhydrate immer stärker in den Fokus. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass die offizielle Empfehlung, möglichst fettarm zu essen und dafür 60% des Kalorienbedarfes aus Kohlenhydraten zu decken, in unserer bewegungsarmen Zeit nicht mehr aktuell ist. Werden nämlich mehr Kohlenhydrate aufgenommen, als der Körper benötigt, werden diese in Fett umgewandelt und als Reserve gespeichert. Wie werden wir diese Reserven wieder los? Grundlage einer nachhaltigen Gewichtskontrolle sind ausreichende Bewegung und eine gesunde, kalorienreduzierte Ernährung. Ergänzend können moderne Präparate eingesetzt werden.
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MIGROS-MAGAZIN NR. 41, 10. OKTOBER 2011
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Trotz wenig Geld sollen die Kinder alle ein Instrument spielen: Susanne (37), Dinè (6), Marlin (8), Naomi (11) und Amy (12, von links). Familie Neuenschwander aus Obersteckholz bei Langental BE
Als der Mann starb, folgten harte Jahre
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ls vor sieben Jahren ihr Mann starb, zwei Wochen vor Geburt des vierten Kindes, stand die hochschwangere Susanne Neuenschwander von einer Minute auf die andere allein da.Sie musste das gemeinsame Geschäft,das ihr Mann als Lebensberater aufgebaut hatte, auflösen und das Haus verkaufen. Es folgten schwere Jahre,teils in winzigen Wohnungen,und
oft wusste sie nicht mehr, woher sie das Geld nehmen sollte, um ihre vier Kinder über Wasser zu halten.Der Witwen- und Waisenfonds der Pro Juventute sowie Freunde und Bekannte haben ihr in dieser schweren Zeit viel geholfen und tun es heute noch. Seit gut einem Jahr geht es den Neuenschwanderswiederzunehmendbesser. Sie konnten mit einer Freundin gemeinsam ein günstiges Haus mieten und zahlen 1800 Franken Miete.Nun ist Susanne Neuenschwander dabei, ein eigenes Geschäft aufzubauen als Lebensberaterin und Maltherapeutin. Ihr grösster Wunsch: möglichst bald wieder finanziell auf eigenen Beinen zu stehen. Mit 6300 Franken pro Monat für ihre fünf-
köpfige Familie, muss sie zwar nicht mehr jeden Rappen umkehren, aber für Extras wie Ferien oder unerwartete Ausgaben reicht es noch immer kaum. Dennoch kämpft die engagierte Mutter dafür, dass ihre Kinder möglichst umsorgt aufwachsen und beispielsweise alle ein Instrument spielen. Ihr Erfolgsrezept: mit den Leuten reden, offen sein und sich umsehen. Das Auto konnte sie beispielsweise ganz günstig von Freunden kaufen, die eine Garage haben, beim Zahnarzt oder in der Musikschule darf sie die Rechnungen in kleinen Raten abzahlen. Nach sieben harten Jahren ist Susanne Neuenschwander wieder zuversichtlich, dass es im Leben immer einen Weg gibt.
LEBEN FAMILIE
NR. 41, 10. OKTOBER 2011 MIGROS-MAGAZIN
108 Familie Bregenzer aus Rapperswil SG
Geschenke für Weihnachten werden im Januar gekauft
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igentlich hatten sie nie vorgehabt, eine so grosse Familie zu werden, aber irgendwie hat es sich einfach ergebenausFreudeandenKindern—und nun ist das neunte unterwegs.Im Prinzip verdient Daniel Bregenzer als Versicherungsangestellter mit fast 10 000 Franken (ohne 13. Monatslohn) inklusive Kindergeld sehr gut, doch gerechnet auf den 10-köpfigen Haushalt mit 2800 Franken Mietkosten muss sehr sorgfältig gerechnet werden.
Manuela Bregenzer ist zu einer Meisterin der Planung geworden Allein schon der monatliche Einkauf in Deutschland ist eine Grossübung: Ein Auto voller Waren muss eingeräumt oder eingefroren werden. Im Keller reihen sich Büchsen, Saucenbeutel, Nudelpackungen und andere Aktionen auf den Gestellen aneinander, und im Nebenraum steht der geheime Schrank: Hier bewahrt Manuela Bregenzer die Weihnachts- und Geburtstagsgeschenke für die Kinder auf, die sie im Januar kauft. Denn dann sind Barbies und Legos jeweils zu Aktionspreisen zu haben. Im
Bregenzer so weit das Auge reicht: Daniel (48), Manuela (42), Aaron Daniel (16), Sara (18), Manuel (9), Florence (4) und Julien David (2, von links).
Wie und wo gespart werden kann
In der Schweiz gibt es viele Möglichkeiten, Unterstützung zu erhalten, sei das in Form einer Beratung, als konkrete finanzielle Hilfe oder durch das «Gewusst wie». Das Migros-Magazin hat eine kleine Auswahl zusammengetragen.
Essen
■ Auf Fertigprodukte verzichten und möglichst saisonal kochen. ■ www.tischlein.ch «Tischlein deck dich» hilft Menschen in einer schwierigen finanziellen Situation mit Lebensmitteln. ■ www.caritas-markt.ch Lebensmittel bis zu 70 Prozent günstiger (Bedarf muss belegt werden).
Transport
■ Velo: das günstigste Verkehrsmittel Billige Velos gibt es auf Versteigerungen und im Internet.
■ Auto: Car-Sharing-Modelle wie Mobility entlasten das Budget. ■ Halbtax: lohnt sich schon bei wenigen Fahrten pro Jahr. ■ Juniorkarte: Jugendliche bis 16 Jahre fahren in Begleitung eines Elternteils gratis (20 Franken pro Jahr). ■ Gleis 7: günstiges Abonnement für Jugendliche bis 25 Jahre. ■ www.tageskarte-gemeinde.ch Auf den Gemeinden können SBB-Tageskarten ab 35 Franken bezogen werden (meist Reservation nötig).
Kleider/Schuhe, Möbel
■ Im Internet auf www.ricardo.ch und anderen Börsen gibt es viele Schnäppchen. ■ Regelmässige Besuche im Brockenhaus und auf Flohmärkten. ■ www.kindex.ch Verzeichnis von Brockenstuben, Börsen und Shops mit Kinderartikeln und mit Links zu Onlinebörsen.
Wohnen
■ Erkundigen Sie sich bei Ihrer Gemeinde über Wohngenossenschaften und Stiftungen in der Gegend.
■ Informieren Sie sich auch über Hilfe bei Mietzinskautionen. Achtung: Mietzinskautions-Versicherungen werden nicht immer akzeptiert und sind teilweise auf Dauer teuer.
Versicherung, Krankenkasse und Gesundheit
■ Fragen Sie bei der Gemeinde nach Krankenkassenprämienverbilligungen. ■ www.comparis.ch Bietet einen unabhängigen Vergleich von Versicherungsangeboten an.
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MIGROS-MAGAZIN NR. 41, 10. OKTOBER 2011
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Ausgehen liegt schon lange nicht mehr drin: Statt Kino gibt es DVD-Abende zu Hause.
Claire (18), Debora (12), Rebekka (11), Marvin
■ www.zahnarztvergleich.ch Zahnarztpreise können stark variieren. Vergleichen Sie die Taxpunktwerte von Zahnärzten (tiefe Werte bedeuten tiefe Preise). ■ Eine Zusatzversicherung für Zahnstellungskorrekturen bei Kindern erspart hohe Rechnungen.
Freizeit
■ Lesen: Bücher aus der Bibliothek sind praktisch gratis. ■ DVDs: Auch DVDs und CDs gibt es in den meisten Bibliotheken, im Internet gibt es zudem Tauschbörsen. ■ www.kulturlegi.ch Mit der Karte der Caritas für sozial Benachteiligte gibt es Vergünstigungen bei Kultur-, Sport- und Bildungsangeboten sowie im Gesundheitsbereich und in der Klubschule Migros. ■ Gratis Museen: Fast in jeder Stadt gibt es kostenlose Museen, zum Beispiel
Dachboden liegen Kisten voller abgelegter Kleider bereit, bis das nächste Kind sie braucht. Überhaupt ist Manuela Bregenzer längst zu einer Meisterin der Planung geworden: Seien es die Raten für das Auto, Zahnarztrechnungen, Schuhkäufe oder die täglichen Mahlzeiten, alles muss sorgfältig eingeteilt sein. Und weil Ausgehen bei dieser Familiengrösse
das Naturhistorische Museum Zürich oder das Feuerwehrmuseum Basel ■ www.museumspass.ch Der Pass ist gültig für Familien bis zu fünf Kindern.
Ferien
Diverse Organisationen bieten günstige Ferien für wenig begüterte Familien an. Zum Beispiel: ■ www.reka.ch Jedes Jahr verschenkt die Reka-Ferienhilfe rund 50 000 Ferientage in der Schweiz an über 1200 einkommensschwache Familien und Alleinerziehende mit ihren Kindern. ■ www.youthhotel.ch In den Jugendherbergen können auch Familien sehr günstig unterkommen. ■ www.projuventute.ch Der Ferienpass bietet viele günstige Angebote für Kinder, die daheim bleiben.
schon längst nicht mehr drinliegt, gibts statt Kino eben DVD-Abende. Mit all diesen Einschränkungen können die kleinen und grossen Bregenzers gut leben. Was sie jedoch plagt, ist das enge Haus — sechs Zimmer für zehn Personen sind einfach zu wenig — und das Wissen, dass sie mit ihrem Budget nur schwerlich etwas Grösseres finden werden.
Hilfswerke
Viele Hilfswerke, Stiftungen und kirchliche Einrichtungen helfen Familien in schwierigen Situationen. Nachfragen kostet nichts und nützt oft. ■ www.pro-juventute.ch Die Organisation bietet nebst vielem anderem mit einem Fonds Witwen und Witwern mit Kindern sowie Halb- und Vollwaisen in finanzieller Not Hilfe an. ■ www.winterhilfe.ch Hier gibts finanzielle Hilfe bei dringenden Rechnungen sowie Einkaufsgutscheine, und Güter wie Betten, Kleider und Schuhe. ■ www.caritas.ch Das Hilfswerk hat ein breites Unterstützungsangebot. Auf der Website gibt es zudem viele Tipps rund um das Budget. ■ www.muetterhilfe.ch Sie unterstützt Schwangere, Mütter und Väter kleiner Kinder in psychischer und finanzieller Notlage.
■ www.heilsarmee.ch Die Organisation bietet Beratung, Lebensmittel, Kleidung, Unterkunft, und sie führt diverse Brockenhäuser.
Budget und Schulden
■ www.budgetberatung.ch Die Arbeitsgemeinschaft Schweizerischer Budgetberatungsstellen (ASB) bietet Adressen der regionalen Budgetberatungsstellen sowie viele nützliche Infos und Vorlagen. ■ www.caritas-schuldenberatung.ch Die kostenlose Beratungshotline der Caritas ist unter der Telefonnummer 0800 708 708 erreichbar.
Diverses
www.rentarentner.ch Plattform für die Vermittlung von Rentnern für unterschiedlichste Arbeiten. Zum Beispiel für Gartenarbeiten, Kinderhügen, Zügeln und so weiter.
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Wunderbare Welt des Körpers
Der menschliche Körper ist eine Sammlung von Rekorden. Wussten Sie zum Beispiel, dass das menschliche Herz im Laufe des Lebens bis zu drei Milliarden Mal schlägt? Das Migros-Magazin hat einige ungewöhnliche Fakten ausgegraben. Knochen verschwinden: Im Verlauf unseres Lebens entwickeln wir uns rückwärts. Zumindest, was das Skelett angeht. Während wir mit etwa 350 verschiedenen Knochen geboren werden, hat ein Erwachsener Mensch nur noch deren 206. Das liegt daran, dass Knochen während der Wachstumsphase zusammenwachsen oder verknöchern, wie zum Beispiel am Kopf. Dieser besteht ursprünglich aus 29 Knochen — 22 davon bilden den Schädelknochen, wovon 21 bei einem Erwachsenen zu einem einzigen Teil verwachsen sind. Lediglich das 22. Teil, der Unterkiefer, ist durch ein Gelenk mit dem Rest Verbunden.
Zungenabdruck: Wer etwas auf dem Kerbholz hat, tut gut daran, seine Zunge versteckt zu halten. Denn ähnlich wie bei den Fingerabdrücken, hat auch jeder Mensch eine einzigartige Zunge. Er hat sozusagen einen Zungenabdruck, mit dem er identifiziert werden könnte. Nichts als Wasser: Der menschliche Körper enthält genug Wasser, um einen 50-Liter-Wassertank zu füllen. Ungefähr zwei Drittel des Körpers besteht nämlich aus Wasser. Es hat im Körper unzählige lebenswichtige
Aufgaben zu erfüllen. Man findet das wertvolle Nass nicht nur im Blut, sondern ebenso in allen Zellen, Körpergeweben und Lymphen. Blutplasma besteht zum Beispiel aus fast 90 Prozent Wasser. Aber auch das Gehirn ist nicht viel mehr als eine Wasseransammlung, denn 80 Prozent des Denkapparats sind Wasser. Blonder Reichtum: Ob Blondinen dünner sind als der Rest der Welt, sei dahingestellt. Zumindest jedoch haben sie den dichtesten Haarschopf. Während sich ein durchschnittlicher Mensch mit rund 100 000 Haaren zufrieden geben muss, spriessen auf Blondschöpfen etwa 150 000 Haare. Leute mit schwarzen Haaren bringen es auf 110 000 und Brownies liegen genau im Schnitt. Rotschöpfe haben mit rund 86 000 Haaren am wenigsten Haare auf dem Kopf. Jeder ein Milliardär: Das Herz ist eine unermüdlich arbeitende Pumpe, die sich zusammenzieht und wieder ausdehnt und dadurch täglich etwa 8000 Liter Blut durch das riesige Netzwerk an Blutgefässen treibt. Während eines langen Menschenlebens schlägt es unglaubliche drei Milliarden Mal. Schnüffelnase: Wir haben zwar nicht das Riechorgan eines Hundes. Trotzdem kann die menschliche Nase rund 50 000 Düfte unterscheiden. Der Geruchssinn sagt uns nicht nur, ob wir jemanden gut riechen können, er warnt uns auch davor, giftige Gase oder Rauch einzuatmen. Wie alle Sinne, lässt auch das Riechen im Alter nach.
Der Mensch verliert jede Minute etwa 30 000 Hautschuppen.
Neuer Magen gefällig: Wussten Sie, dass Sie alle drei bis vier Tage eine neue Magenschleimhaut erhalten? Wenn nicht, würde sich der Magen selber verdauen. Produzenten der schützenden Schleimhülle sind Zellen in der Magenwand. Angegriffen wird die Magenwand von Verdauungsenzymen und Salzsäure, die nicht nur die Nahrung aufspalten, sondern auch Mikroben wie Krankheitserreger abtötet.
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Alle Blutbahnen zusammen reichten viermal um die Erde. Gut geschuppt: Ihr Goldfisch ist nicht der Einzige im Haushalt mit einem Schuppenproblem: Der Mensch verliert in der Minute rund 30 000 Hautschuppen. Denn kein Körperbereich erneuert sich so schnell wie die Haut, das mit rund zwei Quadratmetern grösste menschliche Organ. Jeden Monat ersetzt sich die äusserste Hautschicht vollständig. So verteilt der Mensch bis zu seinem 70. Altersjahr 40 bis 50 Kilogramm Haut.
Ursache des üblen Geruchs ist aber nicht der Schweiss selber, der ist nämlich geruchlos. Wird Schweiss aber durch Bakterien zersetzt, bildet sich als Abfall zum Beispiel Buttersäure — und die stinkt. Starke Nieser: Ein menschlicher Nieser ist so schnell wie ein Auto auf deutschen Autobahnen. Der Luftstrom erreicht Geschwindigkeiten von gegen 160 Kilometer pro Stunde und schleudert Tröpfchen und darin enthaltene Krankheitserreger wie Minigeschosse mehrere Meter weit. Ein guter Grund also, sich beim Niesen, den Mund und vor allem die Nase — denn man niest nur durch die Nase — zu bedecken oder sich zu ducken, wenn jemand gegenüber niest. Spuckbad: Sie würden wohl nicht in ihrer Spucke baden wollen, doch Sie könnten. Würden Sie nämlich Ihren Speichel ein Leben lang sammeln, käme die ungeheure Menge von gut 25 000 Litern zusammen — genug, um einen stattlichen Swimming Pool zu füllen. Ewiger Schlaf: Wer sagt, er könnte sterben für einen guten Schlaf, meint das wohl wörtlich. Denn ohne Nahrung überlebt der Mensch Wochen, ohne Schlaf hingegen nur elf Tage. Danach schläft jeder ein — für immer.
Licht lässt Nägel wachsen: Wer glaubt, er müsse seine Fingernägel häufiger schneiden als die Fussnägel, liegt genau richtig. Am Körper wachsen diejenigen Nägel am schnellsten, die am meisten Licht abkriegen und die häufig gebraucht werden. So wachsen Fingernägel an der Hand mit der man schreibt, am schnellsten — sofern man noch von Hand schreibt. Es ist aber ein Mythos, dass Nägel oder auch Haare nach dem Tod noch weiter wachsen. Auf stinkendem Fuss: Die Ursache für stinkende Füsse, aber auch für riechende Achselhöhlen, ist Schweiss. Und davon produziert der Mensch an den Füssen eimerweise. Ein Paar Füsse haben 500 000 Schweissdrüsen, und diese können pro Tag mehr als einen halben Liter Schweiss absondern. Die
Weite Reise: Blut hat eine weite Reise zurückzulegen: Aneinandergereiht umrunden die Blutbahnen eines einzelnen Menschen die Erde rund viermal. Gut 150 000 Kilometer Blutgefässe enthält der Körper. Dazu
gehören auch hauchdünne Kapillaren, die nur gerade einen Durchmesser von 0,01 Millimeter haben. Ironman und Eisenfrau: Der menschliche Körper enthält etwa die Menge Eisen, aus der man einen rund sieben Zentimeter langen Nagel herstellen könnte – vier bis fünf Gramm. Und obwohl es im Vergleich zum gesamten Körpergewicht sehr wenig scheint, sind die paar wenigen Gramm lebenswichtig. Ohne Eisen funktioniert weder der Sauerstofftransport im Blut noch die Sauerstoffaufnahme im Körper oder die Energieversorgung. Text Thomas Vogel Illustrationen Rebekka Heeb
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MIGROS-MAGAZIN NR. 41, 10. OKTOBER 2011
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Umstrittener Sex-Koffer
Fast 92 000 Personen haben eine Petition «gegen diee Sexualisierung der Volksschule» unterschrieben. Ausgelöst sgelös östt wurde diese durch einen «Blick»-Artikel zum sogenannten nnten n Sex-Koffer für Basler Schüler. Pierre Felder, Leiter der Volksschulen Basel-Stadt, über missverständliche Berichte erichtee und die Notwendigkeit der Sexualaufklärung. Pierre Felder, warum haben Eltern und PolitikersolcheAngst voreiner Sexualerziehung im Kindesalter?
ger ist und die Kinder dazu Fragen stellen.
Das Schulsystem hat sich stark Drückt der Staat den Sex-Koffer verändert: Migration, Integragegen den Willen der Eltern durch? tion von Kindern mit BehindeÜberhaupt nicht. Entstanden rungen, Tagesstrukturen — ist die Idee, nachdem es in verviele Eltern haben das Gefühl: schiedenen Schweizer SchulDiese Schule kenne ich nicht häusern zu sexuellen Übergrifmehr. Diese Unsicherheit bil- Pierre Felder, fen kam. Die Politik warf der Schule vor, sie würde ihre Mitdet den Hintergrund für die Leiter der Volksverantwortung nicht wahrnehDebatte. An der Kampagne schulen Baselmen. Wir haben uns das zu gegen die Sexualkunde sind Stadt. zwei Gruppierungen beteiligt, Herzen genommen und Ende christlich-evangelikale Kreise und die 2010 den Leitfaden Sexualpädagogik Gegner des Lehrplans 21 aus SVP-Krei- herausgegeben. Dieser brachte keine sen. Sie versandten Briefe, in denen die umstürzenden Neuerungen,sondern bafalschen Darstellungen eines Zeitungs- sierte auf bestehenden Lehrplänen. Das artikels zum Thema noch drastisch ver- Unterrichtsmaterial gab es also schon,es schärft wurden.Das hat Unterschriften- wurde bloss in «Koffern» gebündelt. sammlungen ausgelöst und zur Petition «Gegen die Sexualisierung der Volks- Ist das in den Koffern enthaltene Material schule» geführt. zu provokativ für die Schweiz? Das glaube ich nicht.Als die AidsprävenSie sprechen auf den Artikel im «Blick» an. tion ins Rollen kam, waren die Kampag-
Bilder RDB
Dann sind also die Medien schuld am Widerstand aus der Bevölkerung?
Die Berichterstattung war irreführend. Die Geschlechtsteile aus Stoff sind nicht in der Box für Kindergärtner und Primarschüler, sondern im Koffer für Sekundarschüler enthalten.Es gibt im Kindergarten keine systematische Sexualkunde, behandelt werden nur Grundlagen wie «Mein Körper». Dabei lernen die Kinder, dass sie das Recht haben, Nein zu sagen zu unangenehmen Berührungen. Der Koffer stellt den Lehrpersonen kindgerechtes Material zur Verfügung, wenn sich das Thema aufdrängt. Zum Beispiel, wenn die Kinder auf dem Weg zum Kindergarten einen Pariser am Boden finden und fragen, was das ist. Oder wenn die Kindergärtnerin schwan-
Die Petition
Politiker aus SVP, EVP und EDU haben letzte Woche eine Petition «Gegen die Sexualisierung der Volksschule» bei der Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) eingereicht. In drei Monaten sammelten die Initianten 91 816 Unterschriften. Sie fordern, dass der Lehrplan 21 für die Volksschule keine obligatorische Sexualkunde enthalten dürfe. Die EDK hält dagegen, dass dies gar nie vorgesehen war. Weiter fordert die von SVP-Politiker Ulrich Schlüer koordinierte Petition, die Sexualkunde dürfe die sexuelle Orientierung der Kinder nicht beeinflussen und keine «detaillierten Beschreibungen sexueller Vorgänge» enthalten.
Die Geschlechtsteile aus Stoff (unten) finden sich in der Box für Sekundarschüler, aber nicht in jener für Kindergärtner und Primarschüler (oben).
nen viel tabuloser. Wir würden in der Schule nie so weit gehen wie gewisse Plakate zu HIV/Aids. Dort war der Aufruhr aber viel kleiner. Es war medizinisch begründbar. Die momentane Debatte kann nicht nur damit zu tun haben. Ein weiterer Vorwurf betrifft das Obligatorische des Sexualkundeunterrichts.
Der Schulbesuch ist obligatorisch während der gesetzlichen Schulpflicht — und damit der Aufklärungsunterricht.Dieser beginnt aber frühestens in der 5. Klasse. Wir gehen davon aus, dass die Eltern für die Aufklärung zuständig sind. Aber wir wissen auch, dass nicht alle diesen Auftrag wahrnehmen. Was werfen Sie den Kritikern vor?
Dass sie die Lehrmaterialien für Sekundarschüler als Material für Kindergärtner ausgeben und damit Ängste bei den Eltern auslösen. Und auch, dass sie die Realität völlig ausblenden. Jugendliche haben in den Medien,vor allem im Internet, einfachen Zugang zu viel expliziterem Material. Darauf müssen wir die Kinder vorbereiten. Interview Yaël Debelle
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NR. 41, 10. OKTOBER 2011
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Der kleine Stromer
Im Frühjahr summt endlich die Serienversion des Smart Fortwo Electric Drive an. Die Testfahrt macht vorab klar: Der elektrische ist der bessere Smart.
Mit Testfahrzeugen hat Smart den Fortwo Electric Drive auf seine Alltagstauglichkeit hin geprüft. Die Tests haben zu diversen Verbesserungen geführt.
B
ereits vor 20 Jahren wollte Nicolas G. Hayek mit dem elektrischen Swatchmobil die Autowelt revolutionieren. Nun wird die Idee des 2010 verstorbenen Swatch-Vaters Realität: Der Smart mit Elektroantrieb kommt in Fahrt. Für die Stadt ist er, wie der Think City von M-way (Migros-Tochter für E-Mobilität) ein Idealkandidat. Für die dritte und endlich serienmässige Version des E-Smarts, die im Frühjahr 2012 auf dem Markt sein wird, wurden in Feldversuchen gesammelte Wünsche umgesetzt (siehe Box).Seit 2007 hat Smart dazu die erste E-Generation in London getestet.Seit 2010 läuft ein globaler Testlauf der Zweitauflage mit 2000 Fahrzeugen – darunter 50 in Zürich.Unser Testauto ist eines davon. Wie alle Stromer beeindruckt der Smart Fortwo Electric Drive mit rasantem Antritt aus dem Stand und linearem Weitersausen, weil die Kraft der 41 PS und 120 Nm ab der ersten Umdrehung da ist. Erst ausserorts lässt der Vortrieb nach. Das leise Surren erinnert an ein Miniaturtram. Durch das höhere Gewicht federt der E-Smart komfortabler,
vor allem aber fehlen die Nickbewegungen beim Schalten, da der E-Variante ein einziger Gang reicht. Ohne Zweifel: Der abgasfreie ist der bessere Smart. Aufgeladen wird er in achteinhalb Stunden an der Steckdose,was laut Smart für 135,im Test für 120 bis 130 Kilometer reicht.
Acht Stunden an der Steckdose reichen für 120 Kilometer Natürlich gibt es auch Nachteile,aber für die Serienproduktion sollen sie behoben sein. Drei Beispiele: Die auf Tempo 100 limitierte Geschwindigkeit verbannt uns auf der Autobahn in die Langsamspur, zusammen mit grossen Camions. Im Winter sinkt die Reichweite durch häufiges Heizen auf rund 80 Kilometer. Die Kühlung der Batterie sowie (noch) nicht ideales Energiemanagement führen dazu, dass der 16,5-kWh-Akku im Test bis zu 24 kWh saugt, ehe er voll ist. Die Stromkosten bleiben dafür tief (mit Ökostrom etwa zweieinhalb Franken je 100 km). Nicht tief dürfte der noch unbekannte Preis ausfallen — wegen des teuren Akkus. Timothy Pfannkuchen
Die Kosten für 100 Kilometer Autofahrt belaufen sich auf 2.50 Franken.
Aus der Erfahrung gelernt In die dritte E-Generation liess Smart die Erfahrungen der ersten und zweiten Auflage einfliessen. Neben optischen Retuschen – wie dem neuen Grill (grosses Bild) oder dem LED-Tagfahrlicht – gibt es mehr Leistung (75 PS statt 41), ein höheres Spitzentempo (120 km/h statt 100) und dank neuer Akkus mehr Reichweite (140 km statt 135). Übrigens: Der Stromer kommt ab Frühjahr 2012 auf den Markt und ist in sieben verschiedenen Farben lieferbar.
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MIGROS-MAGAZIN NR. 41, 10. OKTOBER 2011
BITTE MELDE DICH 119
Internat St-François ■ Vor 50 Jahren sind wir zusammen im Internat St-François, Rue Géneral-de-Gaulle, in Troyes (F), gewesen. Ich organisiere ein Wiedersehen am 21. Oktober. Von drei Kolleginnen fehlen mir die Adressen: Elisabeth Meyer, wohnte damals an der Schaffhauserstrasse in Zürich; Margrit Sieber, aus Rohrschach, wurde gesehen als Angestellte bei der Migrol-Tankstelle an der Zürcherstrasse; Helen Siegrist, ehemals aus St. Gallen-St. Georgen. Astrid Wälty, Mühlethalstrasse 7, Zofingen, 4800 Zofingen, Astrid.waelty@bluewin.ch
■ IchsucheHeidiundFritzHabegger-
■ Ich suche meine damalige Freundin, Beatrice Seiler (lediger Name), mit der ich ca. 1968—70 die Privatschule Ruckli besuchte. Wir wohnten beide in Zürich-Seebach. Dein Vater hiess Jakob Seiler. Würde mich nach so langer Zeit freuen, etwas von dir zu hören.
Rothenbühler. Sie wohnten 1974/75 mit ihren drei Kindern Daniela, Ursula und Petra an der Gartenstrasse 6 in 4914 Roggwil. Wer weiss etwas über sie?
Dora Duppenthaler, Weierweg 7, 4912 Aarwangen, Telefon 062 922 75 60
■ Ich suche meine England-Freundin
Rose Marie Hägler (lediger Name). Sie hat mir 1958 zu einer Au-pair Stelle bei der Familie Davis im Londoner Stadtteil Golders Green verholfen. Sie selber war in gleicher Funktion bei einer Familie Isaac in Eagle Lodge. Ich würde mich sehr freuen, von ihr zu hören.
wir im Oktober 2011 ein Tagestreffen machen könnten. Also melde dich, auch wenn du kein Interesse an einem Treffen hast. Ich selber war in der Gruppe Mäder, Schätzle und Weingartner, vom Frühling 1963 bis Frühling 1968.
Vera Zumstein-Eggenschwiler, Haftlet 58, 4612 Wangen b. Olten, Telefon 062 212 69 21, jerry31@ggs.ch
Heidi Künzli-Bodenmann, Roosstrasse 35, 8832 Wollerau, Telefon 044 784 81 48, crictor@bluewin.ch
■ Hans Jörg Hohrmuth, du warst früher wohnhaft in Rheinfelden AG. Ich würde mich sehr freuen, wenn du dich melden würdest.
■ Wir sind uns am Mittwoch, 17.8.2011, um ca. 17.45 Uhr, am Bahnhof Basel begegnet. Du hast ein Fahrrad neben dir hergeschoben und mich derart überwältigend angelächelt, dass mir beinahe der Atem stockte. Leider hatte ich keine Gelegenheit, dich nach deinem Namen zu fragen. Wenn es dir ähnlich erging, dann melde dich doch bitte. Ich trug ein grünliches Sommerkleid und rote Flipflops. Es wäre schön, dich kennenzulernen.
Rolf Sturm, Schubertstrasse 16, D-66877 Ramstein Miesenbach, Telefon 0049 (0) 173 6706 106, tempapt@gmx.de
■ Ich suche Schülerinnen und Lehrerinnen, die zwischen 1950 und 1977 in der Burg Rebstein, einem Schulheim für Mädchen, lebten. Wenn Ihr Klassen- und Gruppenfotos oder Ähnliches habt, schickt mir doch bitte Kopien davon. Es wäre schön, wenn
Ines Röthele, Hauptstrasse 39, 4411 Seltisberg, freefalling@bluewin.ch
Jacqueline Conte-Gross, Feldstrasse 15B, 5507 Mellingen, Telefon 056 491 27 48
■ Ich suche (Adelheid) Heidi Stalder, geboren 21.5.1943. Ihre Eltern hiessen Otto und Olga Stalder-Wyss, Heimatort Rüegsau BE. Die Familie hat möglicherweise um 1945 in Pieterlen gewohnt. Wer kennt die Familie, Nachkommen oder Verwandte? Können sich Schulkameraden, Arbeitskollegen etc. erinnern? Ich bin um jeden Hinweis dankbar.
Barbara Hofer, Neuhofstrasse 3, 3422 Kirchberg, Telefon 034 445 26 82, b.hofer@gmx.ch
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121 ■ Für eine Klassenzusammenkunft
in Zürich suche ich meine ehemaligen Schulkolleginnen und -kollegen aus dem Schulhaus Allenmoos, aus der 6. Klasse bei Lehrer A. Zangger, 1964. Ich hoffe, dass ich auf diesem Weg alle finden kann. Bitte, meldet euch!
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■ Für ein Klassentreffen suche ich ehemalige Schulfreunde: Pascale Clerc, Eric Feigenwinter und Roman Sonderegger. Wir gingen von 1972 bis 1976 im Lochackerschulhaus in Reinach bei Lehrer Roggo zur Schule. Bitte, meldet euch bei mir! Karin Bausch-Smakaj, Olsbergerstrasse 2, 4422 Arisdorf
■ Gesucht: Andrea (Angi) Beeler aus Zürich, Schwamendingen/ Oerlikon. Wir gingen 1983/84 sehr viel tanzen. Kennengelernt haben wir uns durch Roland (er hatte damals einen Ford Mustang). Ich war damals im Gastgewerbe tätig. Du hattest einen Computerfreak als Freund.
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un unseres Enkelkinds gesehen od gefunden? Es hat blonde oder Ha Haare und ein hellblaues An Anzügli an. Durch ein Missve verständnis ging es im Schnellzug vo Bad Ragaz nach Zürich am von So Sonntag, 5. Juni, verloren und ta tauchte in keinem Fundbüro wieder auf. Unser Enkelkind ve vermisst das Bäbi immer noch sehr. Wir wären Ihnen sehr dankbar, wenn Sie sich melden. Einem Kind, welches das Bäbi vielleicht mitgenommen hat, schenken wir gerne ein neues.
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Teilnahme per Telefon: Rufen Sie 0901 591 912 (1 Franken pro Anruf aus dem Festnetz) an und nennen Sie Ihren Namen und Ihre Adresse sowie den gewünschten Lauf, an dem Sie teilnehmen möchten.
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Im Winter auf Trab
Das Migros-Magazin verlost 170 Starttickets für drei populäre Volksläufe: den Basler Stadtlauf, den Escalade Genf und den Zürcher Silvesterlauf.
D
ie Zahl ist imposant: Beim Basler Stadtlauf werden am 26. November mehr als 9000 Sportlerinnen und Sportler auf Touren kommen. Im Glanz der Weihnachtsbeleuchtung folgen die Läufer einer Route, die durch das malerische Labyrinth der Kleinbasler Gassen,über die Mittlere Brücke und die Wettsteinbrücke führt.Der Basler Stadtlauf ist eine echte Volksbewegung. Die vielen Teilnehmer trotzen gemeinsam den tiefen Temperaturen, tun etwas für ihre Fitness und erleben die schönsten Seiten der Stadt auf ungewöhnliche Art. Der Basler Stadtlauf ist nur einer von vielen grossen Laufsportevents, die von der Migros unterstützt werden. Die Migros und SportXX engagieren sich in allen Schweizer Landesteilen als Hauptsponsoren für die populärsten
Laufveranstaltungen. Das gilt auch für die kalte Jahreszeit. Denn Winterläufe haben ihren eigenen Reiz. Das zeigt zum Beispiel am 3. Dezember auch der Escalade Genf mit seinen 25 000 Teilnehmern oder der Zürcher Silvesterlauf, der am 11. Dezember 18 000 Menschen in Bewegung bringt. Das Migros-Magazin verlost insgesamt 170 Starttickets für den Basler Stadtlauf, den Escalade Genf und den Zürcher Silvesterlauf.Geniessen Sie das Gefühl, als Läufer Vortritt vor dem Autoverkehr zu haben. Und erleben Sie, wie viel Spass Sport an der frischen Winterluft machen kann.
Per SMS: Senden Sie ein SMS mit dem Text GLÜCK, das entsprechende Keyword für den gewünschten Lauf und Ihre Adresse an die Nummer 920 (1 Franken pro SMS). Beispiel: GLÜCK BS (für den Basler Stadtlauf) Beat Beispiel, Musterstrasse 1, 9999 Exempelstadt. Per Internet: www.migrosmagazin.ch/gluecksgriff Mit Postkarte: Migros-Magazin, «Lauf», der gewünschte Laufort, Postfach, 8099 Zürich Einsendeschluss: Sonntag, 16. Oktober 2011 Die Gewinnerinnen und Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Es erfolgt keine Barauszahlung, und der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt.
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R Rottanne
H Eiche
2. Wer trat die Nachfolge von Bundesrat Pascal Couchepin an? A Ueli Maurer
E
Doris Leuthard
O Didier Burkhalter
3. Was ist die Grundlage eines Kir Royals? B Rum
M Champagner
L
Gin
4. Wie viele Kantone grenzen an den Neuenburgersee? L
2
I
3
A 4
5. Wie nennt man eine Gerade, die einen Kreis an einem bestimmten Punkt berührt? N Tangente
B Sekante
A Passante
Teilnahmeschluss: Sonntag, 16.10.2011, 24 Uhr
6. Welcher Begriff gehört nicht zum Ballett? S Plié
T
Coupé
L
Pas de deux
7. Welche Musikgruppe hat im Comicband «Asterix bei den Briten» einen Auftritt? O Rolling Stones
A Sex Pistols
I
Beatles
K Weissbrot
N Milch
8. Den höchsten Säuregehalt hat ...? U Blut
2
3
4
5
6
7
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Keine Barauszahlung. Automatisierte Teilnahmen sind nicht gewinnberechtigt. Auflösung Nr. 38: NILPFERD Gewinner: Pia Schneider, Wädenswil ZH; Monika Kolb, Horw LU; Jolanda Weber-Grass, Bern
Lösungswort: 1
Und so nehmen Sie teil
Telefon Wählen Sie die 0901 560 042 (Fr. 1.–/Anruf ab Festnetz). SMS Senden Sie MMD2 gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD2 Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Quiz, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel
8
PAROLI: GESAMTWERT 500 FRANKEN
Gewinnen Sie 5 × eine Migros-Geschenkkarte im Wert von je 100 Franken! Füllen Sie die zehn Wörter in das Raster ein. Der Lösungscode ergibt sich aus den orangen Feldern von links unten nach rechts oben. Die Lösung ist eine Buchstabenfolge, die kein Wort ergibt.
leicht
D
J@[ D ? @ ? Z L?@@ D ?@? ?L D ZYC@N N?@ D ZN?@ OC@@ D QJZ QJ[Y@ D C[ ZJAOJR D ? A?@A D J?@ C[J@[CZN B C K J[[ ? Z
Auflösung Nr. 39: TCCCE Gewinner: Annelis Frey, Gunzwil LU; Gregor Stritt, Meggen LU: Anita Adelmann, Planken FL; Josef Reinhard, Luzern; Karin Schumacher, Laufen BL
Und so nehmen Sie teil
Telefon Wählen Sie die 0901 560 043 (Fr. 1.–/Anruf ab Festnetz). SMS Senden Sie MMD3 gefolgt vom Lösungscode, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD3 AHESR Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Paroli, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 16.10.2011, 24 Uhr Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Keine Barauszahlung. Automatisierte Teilnahmen sind nicht gewinnberechtigt.
MIGROS-MAGAZIN
RÄTSEL & SPIELE UNTERHALTUNG
NR. 41, 10. OKTOBER 2011
127 BIMARUÂŽ
BRĂœCKEN
Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dßrfen sich nicht berßhren und mßssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen. www.bimaru.ch
Jeder Kreis stellt eine Insel dar. Die Zahl darin gibt an, wie viele Linien (BrĂźcken) dort enden. BrĂźcken sind nur zu horizontal oder vertikal benachbarten Inseln erlaubt. Diese dĂźrfen mit einfachen oder doppelten BrĂźcken verbunden werden. Am Schluss sollen alle Inseln miteinander verbunden leicht Kreuzungen, diagonale BrĂź sein. cken und Verbindungen mit mehr als 2 Linien sind nicht erlaubt. www.raetsel.ch/bruecken
leicht
AuflĂśsung Nr. 38:
KINDEREGGE
AuflĂśsung Nr. 38:
'(5 6&+/‡66(/ =80 6&+$7=
5o76(/63$66 )LQGHVW GX GLH )HKOHU"
.200 ,1 '(1 /,/,%,**6 &/8%
Treffen sich zwei Kekse.
www. lilibig gs.ch
Da sagt der eine: ÂŤKomm, verkrĂźmeln wir uns!Âť
Auf dich warten Prämien, Spiele, Rätsel, das Club-Magazin und tolle Veranstaltungen. Kostenlos anmelden unter:
Tobi ist in einem gespenstischem Schloss unterwegs: Die Abenteuerlust kitzelt ihn in seiner Nase und er folgt der Fährte in dunkle GewĂślbe, mit Spinnennetzen behängte Wendeltreppen rauf und durch staubige, grosse Räume mit knarrenden BĂśden. Das Licht ist dumpf. Doch er erblickt, was er gesucht hat: Eine Schatztruhe. Aber Tobi braucht noch mehr, um an den Schatz zu kommen. Verbinde die Zahlen auf dem Bild und ďŹ nde heraus, was es ist.
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RÄTSEL & SPIELE UNTERHALTUNG
MIGROS-MAGAZIN NR. 41, 10. OKTOBER 2011
129
4 SUDOKU: GESAMTWERT 500 FRANKEN
Gewinnen Sie 5 Ă— eine Migros-Geschenkkarte im Wert von je 100 Franken! leicht
FĂźllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen von 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3Ă—3-BlĂścke nur ein Mal vorkommen. Die LĂśsungszahl ergibt sich aus den orangen Feldern von links nach rechts.
Und so nehmen Sie teil
AuflĂśsung Nr. 39: 621 Gewinner: Hildegard Ess, Luzern; Jrma Schwarz, Bonaduz GR; Lotti Christen, Bern; Bea Sacher, Teilnahmeschluss: Sonntag, 16.10.2011, 24 Uhr Muttenz BL; Christine Savino, Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Ăœber die Verlosung wird keine Korrespondenz gefĂźhrt. Adelboden BE Keine Barauszahlung. Automatisierte Teilnahmen sind nicht gewinnberechtigt. Telefon Wählen Sie die 0901 560 044 (Fr. 1.–/Anruf ab Festnetz). SMS Senden Sie MMD4 gefolgt von der LĂśsungszahl, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD4 234 Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Sudoku, Postfach, 8074 ZĂźrich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel
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IMPRESSUM MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir BrĂźckenbauer Wochenblatt des sozialen Kapitals Organ des MigrosGenossenschafts-Bundes www.migrosmagazin.ch Beglaubigte Auflage: 1 558 918 Exemplare (WEMF Oktober 2010) Leser: 2 349 000 (WEMF, MACH Basic 2011-2) Adresse Redaktion und Verlag: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 ZĂźrich Telefon: 044 447 37 37
Fax: 044 447 36 01 redaktion@migrosmagazin.ch Publizistische Leitung: Monica Glisenti Leiter Migros-Medien: Lorenz Bruegger Kommunikation & Medien-Koordination: Eveline Schmid (Leitung), Rea Tschumi Chefredaktor: Hans Schneeberger (HS) Stellvertreterin des Chefredaktors: Barbara Siegrist (BS) Stv. Chefredaktorin: Jacqueline Jane Can (jjc)
Chef vom Dienst: Philipp Jordan (pj) Produzent: Andrej Abplanalp (AA) Ressort Reportagen: Sabine LĂźthi (sbl, Leitung), Almut Berger (ALB), Ruth BrĂźderlin (brĂź), Nathalie Bursac´ (nb, Volontärin), Yvette Hettinger (YH), Ralf Kaminski (RK), Daniel Schifferle (dse, verantw. Besser Leben), Reto E. Wild (rw) Ressort Migros Aktuell: Daniel Sidler (si, Leitung), Jean-SĂŠbastien ClĂŠment (jsc), BĂŠatrice Eigenmann (be), Andreas DĂźrrenberger (DĂœ), Christoph Petermann (cp), Daniel Sägesser (ds), Michael West (M.W.)
Ressort Shopping & Food: Jacqueline Jane Can (jjc, Leitung), Gerda Portner (GP), Heidi Bacchilega (HB), Anna Bßrgin (AB), Dora Horvath (DH), Sonja Leissing (SL), Fatima Nezirevic, Nicole Ochsenbein (NO), Claudia Schmidt (CS), Anette Wolffram (A.W.) Layout: Daniel Eggspßhler (Art Director), Marlyse Flßckiger, Werner Gämperli, Nicole Gut, Gabriela Masciadri, Tatiana Vergara Lithografie: RenÊ Feller, Martin Frank, Reto Mainetti Prepress: Peter Bleichenbacher, Marcel Gerber, Felicitas Hering Bildredaktion: Olivier Paky (Leitung), Franziska Ming, Susanne Oberli, Helen van Pernis
Korrektorat: Heinz Stocker Online: Reto Meisser Sekretariat: Stefanie Zweifel (Leitung), Imelda Catovic Simone, Doris Fischer Honorarwesen: Nadja Eppenberger Geschäftsbereich Verlag: Patrick Wehrli (Leitung), Nadia Falce verlag@migrosmagazin.ch Telefon: 044 447 37 70 Fax: 044 447 37 34 Lesermarkt: Alexander Oeschger (Leitung), Maya Bächtold, Alexa Julier Anzeigen: Thomas Brßgger (Leitung a.i.), Yves Golaz, Hans Reusser, Kurt Schmid Innendienst: Nicole Thalmann (Leitung), Verena De Franco, Christine
Kummer, Janine Meyer, Danielle Schneider, Jasmine Steinmann Media-Services: Patrick Rohner (Leitung), Tabea Burri anzeigen@migrosmagazin.ch Telefon: 044 447 37 50 Fax: 044 447 37 47 Abonnemente: Sonja Frick (Leitung), Sibylle Cecere abo@migrosmagazin.ch Telefon: 044 447 36 00 Fax: 044 447 36 24 Herausgeber: Migros-Genossenschafts-Bund
Druck: BĂźchler Grafino AG, Bern Tamedia AG, ZĂźrich
PUNKTEN. SPAREN. ERLEBEN.
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Das Sprintgerangel vor den Schlussrunden verlangt höchste Konzentration und oberste Fahrkunst.
Punkt 19.30 Uhr fällt am Mittwoch, dem 30.November 2011, der Startschuss zum actionreichen «Sixday-Nights Zürich» im Hallenstadion. Die Zuschauer erleben hautnah schweisstreibenden Radsport vom Feinsten. Dieses Radrennen hat seinen Ursprung im Berlin der 20er-Jahre, kam dann 1939 erstmals nach Zürich. Ein Radprofi kommt heute in den vier Tagen locker auf 1000 Kilometer, wenn man zusammenrechnet, was ein Athlet an den vier Tagen zu strampeln hat. Aber das Drumherum ist mindestens genauso wichtig wie das Rennen. Auf der grossen Radsportartikel-Messe kann man
sich über aktuelle Neuheiten, die neuesten Elektro- oder Rennvelos und Modetrends bei Sportbekleidung und Accessoires informieren. Und für die Stimmung sorgen täglich wechselnde Shows: 30.November: Vier Weltklasse -Tenöre I Quattro 1.Dezember: Abrocken mit Slädu & Friends und Marc Storace 2.Dezember: Tatana – The New Performance 3.Dezember: Anders/Fahrenkrog – die neuen Modern Talking Dabeisein und Spass haben ist alles!
Besuchen Sie die «Sixday-Nights Zürich» und geniessen Sie die einzigartige Stimmung im Hallenstadion Zürich. Faszinierende Bahnrennen mit einem Weltklassefeld wechseln sich mit Konzerten von I QUATTRO, Slädu und Friends, Tatana und dem neuen topaktuellen Duo Anders Fahrenkrog ab. Eine grosse Ausstellung zeigt die Radneuheiten 2012. Termin: 30.11.2011 bis 3.12.2011, Hallenstadion Zürich Preis: 30.11.2011: 50% (2 für 1) 1. bis 3.12.2011: 20% Profitieren: Vergünstigte Tickets erhalten Sie bis spätestens 28.November 2011 unter www.migros.ch/cumulus im Bereich «Veranstaltungen». Nennen Sie bei der Bestellung einfach den Code Cumulus. Bitte beachten Sie, dass zu den im CumulusTicketshop kommunizierten Ticketpreisen eine Bearbeitungsgebühr pro Bestellung anfällt. Tickets so lange Vorrat. Pro CumulusKarte maximal 4 Tickets. Mehrfachbestellungen werden ohne Rücksprache storniert.
Anette Wolffram
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MEINE WELT MAX LÄSSER
NR. 41, 10. OKTOBER 2011 MIGROS-MAGAZIN
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«Ich besitze 40 Gitarren und spiele jede regelmässig»
Max Lässer ist einer der besten Gitarristen der Schweiz. Er arbeitete mit Musikgrössen wie Andreas Vollenweider, Stephan Eicher oder Gotthard zusammen. Ab Ende Oktober ist der Altmeister wieder auf den Schweizer Bühnen zu sehen.
Name: Max Lässer Alter: 60 Sternzeichen: Waage Wohnort: 5408 Ennetbaden AG
Wieso leben Sie hier? Ich liess mich vor 14 Jahren nach einer Trennung von Zürich hierhintreiben. Ich mag Baden sehr, es ist wie das Oberdorf in Zürich vor 40 Jahren: überschaubar, ein sehr gutes kulturelles Angebot und viel Charme. Wo würden Sie gerne leben? Irgendwo am Meer, wo es etwas wärmer ist. Wichtig ist, dass ich die Sprache des betreffenden Landes beherrsche. Ich war gerade in Spanien: Die Seniorensiedlungen dort sind schrecklich seelenlos, die Auswanderer sprechen kein Wort Spanisch. Beruf und Lebenslauf: Banklehre, danach aber keinen Tag mehr auf der Bank gearbeitet. Seit ich 40 bin, freischaffender Musiker. Was ich mag: Guten Wein und gutes Essen. Was ich nicht mag: Schlechten Kaffee, Fertiggerichte und die Radiohitparade. Mein Ziel: Mit unserer Musik vermehrt im Ausland zu spielen. Dort sind wir Exoten, wir musizieren mit Instrumenten, die man ausserhalb der Schweiz kaum kennt. Mein Motto: Wenn zu viele Leute dich mögen, machst du etwas falsch (das Zitat stammt vom Schauspieler Sean Penn). Mein bester Entscheid: Dass ich Musiker geworden bin. In den frühen 70er-Jahren war dieser Entscheid ein politisches Statement. Wäre ich zehn Jahre später geboren, wäre ich vermutlich kein Künstler geworden.
Text Cinzia Venafro Bilder Daniel Winkler
Konzertdaten: www.maxlaesser.com
MEINE LEKTÜRE
«Die Kochbücher des englischen Kochs Jamie Oliver sind sehr hilfreich. Die Rezepte sind einfach, schnell zubereitet und garantiert immer gut.»
MEINE FREUNDE
«Kreative Menschen um sich zu haben ist wunderbar und inspirierend: Meine Nachbarn Heike Wagner und Dominik Zehnder designen Lampen und Möbel.»
MEINE BEIZ
«Das ‹Isebähnli› in Baden – hier sieht man mich mit Wirt René Felder – hat eine urgemütliche Atmosphäre. Hervorragend zum Essen oder Zeitunglesen.»
MIGROS-MAGAZIN NR. 41, 10. OKTOBER 2011
MEINE WELT MAX LÄSSER 133
MEINE SAMMLUNG
«Ich besitze mehr als 40 Gitarren, und spiele jede regelmässig. Von alten Billiggitarren bis zu Spezialmodellen, die ich nach meinen Wünschen anfertigen liess.»
MEIN ZUHAUSE
«Ich lebe in einem sehr grossflächigen Loft gleich bei der Limmat. Ich liebe es, so viel Platz zu haben. In Zürich könnte ich es mir nie leisten, so zu wohnen.»
Mein Tick
«Kochen ist wie musizieren: Man mischt verschiedene Zutaten mit Liebe und Herz zusammen. Ich bin ein leidenschaftlicher Hobbykoch. Sehr gerne bereite ich für meine Gäste alle Arten von Fisch vor.»
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