Ausgabe Basel, Post CH AG, AZA 1953 Response Zentral
Migros-Magazin # 39 | migros.ch/magazin | 23. September 2026
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Migros-Magazin # 39 | migros.ch/magazin | 23. September 2026
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Wie die Schweiz Pasta und Pizza lieben lernte → Seite 28 Generation Sofa? Wie die Jungen heute ticken
Maria Martini: Die Astronautin, die nie ins All fliegt
Von wegen dummes Schaf! Das Tier ist gesellig und gescheit
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INHALT
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Migros-Magazin
23. September 2026
FOR EVERY SKIN. ON EVERY DAY.
Editorial
Aktuell Live vor Ort oder online? Beides!
12 Wie wir in Zukunft einkaufen
Wir feiern 25 Jahre Medbase mit …
14 … Gründer Marcel Napierala Chillen auf dem Sofa?
18 Wie die Jungen heute ticken Ratgeber Mindestens besenrein soll sie sein
23 Tipps für die Wohnungsabgabe Für den glasklaren Durchblick
24 So werden die Fenster sauber Soll ich jetzt einen Stromer kaufen?
26 Die Vor- und Nachteile feuchtigkeitsspendent
Genuss Amore mio
28 Unser grosses Italien-Dossier mit Ricette buone und viel Passione Wir bitten zu Tisch mit …
38 … Extrembergsteigerin Evelyne Binsack Meine Region
43 Aktionen, Storys, News aufhellend
Leben Der Lauf der Masche
50 Alles über Nylonstrümpfe Maria Martini
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52 Die Astronautin, die nie fliegt Eigenheim in Aussicht?
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55 Essenzielles zu Hypotheken
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62 Was bei Verstopfung hilft
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EDITORIAL
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Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ desMigros- Genossenschafts-Bundes (MGB) ONLINE: migros.ch/magazin ADRESSE: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich TELEFON: 0800 840 848 KONTAKT: migmag.ch/leser HERAUSGEBER: MGB CHEFREDAKTORIN:
Sabine Eva Wittwer AUFLAGE: 1 295 301 Ex. (Wemf, Auflagenbulletin 2026) LESERSCHAFT: 2 179 000 (Wemf, MACH Basic 2026-1) ABONNEMENTE: migmag.ch/abo TELEFON: 058 577 13 00*
Ausführliches Impressum auf migmag.ch/impressum M-INFOLINE: TELEFON: 0800 840 848 CUMULUS-INFOLINE: TELEFON: 0848 850 848* * 8 Rp./Min. aus dem Schweizer Festnetz
Liebe Leserin, lieber Leser «Non mettere mai troppo farina!» – Gib nie zu viel Mehl dran! Die Worte meiner Nonna begleiten mich, seit sie mir als Mädchen zeigte, wie man Gnocchi macht. Denn am Mehl entscheidet sich, ob die Gnocchi nach Kartoffeln schmecken oder bloss nach Teig. Meine Nonna kochte ohne Waage, ohne Ta bellen, ohne Stress. Ich weiss inzwischen, dass für Gnocchi 100 Gramm Mehl auf ein Kilogramm Kartoffeln ein guter Richtwert sind. Und doch spüre ich jedes Mal dieses kleine Zittern, wenn ich den Teig zusammenfüge: Werden sie gelingen? Oder lösen sich die Gnocchi im brodelnden Wasser auf wie kleine, allzu zarte Träume? Ravioli, Tagliatelle, Lasagne, Sughi: Die Küche meiner Nonna war ein Gedicht. Nicht, weil sie sich sklavisch an Vorgaben hielt, sondern weil sie mit Fantasie und dem kochte, was gerade da war. Oder wie meine Nonna sagen würde: «Si deve cucinare con cuore!» – Man muss mit Herz kochen! Mehr über die italienische Küche in der Schweiz erfahren Sie ab Seite 28. Buon appetito!
Foto: zVg
Giulia Pompeo Textproduzentin
Apro
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C uc in a i t alia in de na r Sc h we iz
Die erste Pizzeria 1958 öffnete in Lausanne die erste Pizzeria der Schweiz. Ihr Name: Chez Mario. Sie existiert noch heute. Das erste Produkt in der Migros Das erste italienische Produkt im Sortiment der Migros war im Jahr 1928 das Olivenöl der Marke Santa Sabina. So viel Pasta essen wir 9 Kilogramm pro Jahr und Person. Die Schweiz liegt damit weltweit auf Platz 6. Spitzenreiter ist – wen wunderts? – Italien mit 23 Kilogramm.
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AKTUELL Kurz und gut
Drei Tipps
Ma c do h c ma h l…
Fisch richtig auftauen
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Im kalten Wasserbad Vakuumierten Fisch in kaltes Wasser geben. Nach 30 Minuten das Wasser wechseln. Fischfilets tauen so in 30 bis 60 Minuten auf.
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In der Mikrowelle Den Fisch im Auftauprogramm der Mikrowelle auftauen und sofort weiterverwenden. Er darf auf keinen Fall garen.
Teigwarenpfanne mit Kürbis und Pilzen Nach den heissen Sommertagen freuen wir uns wieder auf Währschaftes. So gehts: weich gekochte Kürbis- würfel mit Eierschwämmli und Pasta mischen. Für Würze sorgen Zwiebel, Schnittlauch und geriebener Sbrinz. Willkommen in der Herbstküche!
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Im Kühlschrank Die schonendste Methode. Den Fisch abgedeckt auf einen Teller geben, der das Tauwasser auffängt. Je nach Grösse dauert das Auftauen acht bis zwölf Stunden.
AKTUELL
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Kurz und gut
Frage & Antwort
Wie verwendet man Haaröl? Antwort: Massiert man es auf trockenem Haar sanft ein, sorgt Haaröl für Glanz und schützt vor Umwelteinflüssen. Nasses Haar ist mit Öl besser kämmbar. Vorsicht: Zu viel Haaröl kann das Haar beschweren und es strähnig wirken lassen. Ein paar Tropfen Öl gut in den Händen verreiben und sanft über die Längen und Spitzen fahren. Kétec Oil Repair Öl 75 ml Fr. 4.83 statt 6.90 Aktion: 30 % aufs gesamte Gesichtspflege- und Haarpflegesortiment, ab 2 Stück, vom 24.9. bis 7.10.
La Chaux-de-Fonds
Die neue Hauptstadt Die Schweiz erhält erstmals eine offizielle Kulturhauptstadt. 2027 trägt die historische Uhrenstadt La Chaux-de-Fonds im Neuenburger Jura diesen Titel und lädt zu einem Jahr mit Konzerten, Ausstellungen, Theater und Festen ein. Das MigrosKulturprozent ist nationaler Partner und mit eigenem Ver anstaltungsort präsent. Jetzt ist das Programm fürs erste halbe Jahr bekannt und der Ticketverkauf gestartet. Künftig soll alle drei Jahre eine neue Kulturhauptstadt ernannt werden. Infos und Tickets: → lcdf27.ch
Zahl der Woche
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Der Künstler Saype ist bekannt für seine vergänglichen riesigen Spraybilder, wie hier in Villars VD. Ab 25. September ist sein neuestes Werk auf dem Gurten zu sehen. Es entsteht während 6 Tagen und ist ein Projekt der Organisation Handicap International. Die beste Aussicht darauf bietet das Gurten-Riesenrad. Infos zu Öffnungszeiten: → gurtenpark.ch
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AKTUELL Einkaufen
«Wir haben immer mehr Auswahl, aber
nicht mehr Zeit» Werden wir künftig noch selbst einkaufen, oder erledigt das die KI für uns? Und wie verändern sich die Läden? Konsumforscher Johannes Bauer kennt die Antworten. Text: Jörg Marquardt
Johnannes Bauer, versetzen wir uns gedanklich ins Jahr 2035: Wie werden wir dann einkaufen?
Für den Vorrats- oder Wocheneinkauf dürften Onlinebestellungen wichtiger werden, und zwar mit immer mehr Unterstützung durch digitale Assistenten. Sie merken
Miteinander statt gegeneinander: Online- und Stationärhandel würden sich gegenseitig verstärken, sagt Konsumforscher Johannes Bauer.
sich, welches Waschmittel, Toilettenpapier oder Tierfutter wir regelmässig kaufen, und können unseren Warenkorb vorbereiten. Fehlt am Abend die Milch, zählt vor allem ein Laden in der Nähe. Auch wenn es um Inspiration, Genuss oder das Entdecken neuer Produkte geht, bleiben Läden wichtig.
AKTUELL
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Einkaufen
Wird der Kühlschrank selbständig die Milch nachbestellen?
In der Schweiz liegt der Onlineanteil bei Non-Food bei knapp 20 Prozent. Bei Lebensmitteln sind es erst rund drei Prozent. Bleibt Onlinefood ein Nischenmarkt?
Vorerst eher nicht. Eine neuere Studie des Gottlieb Duttweiler Instituts hat gezeigt, dass Menschen KI vor allem zum Suchen, Vergleichen oder Finden des besten Preises nutzen. Deutlich zurückhaltender sind sie, wenn die KI selbst bestimmen soll, was sie brauchen.
Nein, der Anteil wird vermutlich wachsen. In Grossbritannien werden bereits rund elf Prozent der Lebensmittel online gekauft. Das zeigt, dass auch bei Food deutlich höhere Onlineanteile möglich sind als heute in der Schweiz.
Was treibt den Wandel in unserem Einkaufsverhalten an?
Die Lebensmodelle werden vielfältiger, wodurch sich unsere Bedürfnisse verändern. Eine Familie mit Kindern braucht andere Mengen und Lösungen als ein Singlehaushalt. Hinzu kommen unterschiedliche Budgets, Allergien, Gesundheitsziele und Er nährungsvorlieben. Gleichzeitig haben wir immer mehr Auswahl, aber nicht mehr Zeit. Technologie kann helfen, aus Tausenden Angeboten diejenigen herauszufiltern, die zur persönlichen Situation passen. Die Gesellschaft wird immer älter. Welche Rolle spielt das?
Dadurch verändert sich das Einkaufsver halten deutlich. Zum einen wächst die Nachfrage nach Produkten für Gesundheit und Wohlbefinden. Zum anderen werden einfacher Zugang, gute Orientierung und Service wichtiger. Gerade im Alter können gut erreichbare Einkaufsmöglichkeiten dazu beitragen, die eigene Selbständigkeit zu erhalten und mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen.
«Supermärkte werden in Zukunft stärker zu Problem lösern beim Thema Essen und Ernährung.»
Illustrationen: Getty Images; Foto: zVg
Werden Online- und stationärer Handel nebeneinander bestehen können?
Das sind keine Widersprüche. Der Kanal hängt vom Bedürfnis ab. Online und stationär können sich sogar gegenseitig verstärken: Ich prüfe online, ob ein Produkt in meiner Filiale verfügbar ist, gehe deshalb hin, entdecke dort vielleicht noch etwas Neues und bestelle beim nächsten Mal unter Umständen direkt online nach.
Ein guter Supermarkt bringt mich schnell ans Ziel, wenn ich es eilig habe, und bietet mir einen Grund, länger zu bleiben, wenn ich auf der Suche nach Inspiration bin. E ntscheidend sind die Grundlagen: Frische, Verfügbarkeit, faire Preise und ein einfacher Bezahlprozess. Gerade bei Lebensmitteln bleibt die physische Nähe ein grosser Vorteil. Dass die Migros ihr Supermarktnetz weiter ausbauen will, passt daher gut zur hohen Bedeutung von Nähe im Alltag. Seit einigen Jahren boomen Essens- lieferungen – wieso noch in den Supermarkt gehen, wenn mir das Essen gekocht geliefert wird?
Viele Menschen kaufen heute anders ein. Sie fragen sich häufig: «Was esse ich heute Abend?» statt «Wo kaufe ich heute Lebensmittel ein?» Darauf können Supermärkte mit passenden Lösungen reagieren, etwa mit frischen Gerichten zum direkten Verzehr oder Rezeptideen samt Zutaten. Supermärkte werden also nicht zwingend zu Köchen, aber immer stärker zu Problemlösern beim Thema Essen und Ernährung.
Wie unterscheidet sich das Einkaufs verhalten in Städten und auf dem Land?
Während Städte oft ein Überangebot an Einkaufsmöglichkeiten haben, geht es auf dem Land vor allem darum, die Versorgung sicherzustellen. Technologie kann helfen, kleinere Standorte wirtschaftlicher zu betreiben, etwa mit digitalem Zugang und SelfCheckout. Die Teo-Läden der Migros Ostschweiz zeigen, wie solche automatisierten Kleinformate funktionieren können, gerade auch in ländlichen Regionen.
Wie können Supermärkte gegenüber dem Onlinehandel attraktiv bleiben?
Johannes Bauer ist der Leiter des Think Tanks am Gottlieb Duttweiler Institut (GDI) in Rüschlikon ZH, das vom Migros-Kulturprozent unterstützt wird. Unter anderem beschäftigt er sich mit Veränderungen im Konsum- und Kaufverhalten und der Zukunft des Handels.
In welchen Ländern hat die Zukunft des Einkaufens bereits begonnen?
Die Zukunft des Einkaufens entsteht an vielen Orten gleichzeitig. In den Niederlanden bündelt der Onlinesupermarkt Picnic seine Lieferungen entlang fester Routen, ähnlich wie einst der Milchmann. In Japan bieten die allgegenwärtigen Konbinis weit mehr als nur Lebensmittel: Dort lassen sich Dokumente drucken und scannen, Tickets kaufen, Pakete verschicken oder Bargeld beziehen. Und in China verschmelzen digitale und stationäre Angebote dank SuperApps wie Meituan immer stärker zu einem nahtlosen Einkaufserlebnis.
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AKTUELL Gesundheit
«Früher habe ich auch mal
in der Praxis übernachtet» Es begann in einer kleinen Therapiepraxis beim Bahnhof Winterthur. 25 Jahre später ist Medbase die grösste ambulante medizinische Dienstleisterin der Schweiz. Mitgründer Marcel Napierala erzählt an drei prägenden Orten, wie das gelang. Text: Jörg Marquardt
Fotos: Markus Bertschi
M
arcel Napierala schaut lieber nach vorn als zurück. Aber beim Anblick der Sprossenwand huscht dem CEO doch ein wehmütiges Lächeln übers Gesicht. «Die habe ich vor 25 Jahren selbst montiert.» Es ist 8 Uhr morgens, und der Mitgründer von Medbase steht an jenem Ort, wo alles begann: der Hausarzt- und Sportmedizinpraxis in der Brunngasse, nahe dem Bahnhof Winterthur. Im Trainingsraum übt eine Frau den Unterarmstütz, ein Physiotherapeut gibt Anweisungen. Irgendwo dröhnt eine Bohrmaschine. 2001 behandelte Napierala hier selbst täglich Patientinnen und Patienten. Die Sprossenwand steht auch sinnbildlich für den Aufstieg vom angestellten Physiothe rapeuten zum Unternehmer und Chef von Medbase mit rund 5000 Mitarbeitenden. Schon als 25-jähriger Student skizzierte er ein Gesundheitswesen ohne Gärtlidenken: Prävention, Akutversorgung und Reha unter einem Dach. «Ich wollte kranke Menschen in ein gesundes Umfeld bringen.» Die Idee liess ihn nicht mehr los. Gemeinsam mit zwei Partnern eröffnete Marcel Napierala die Praxis in der Brunngasse, zunächst als reine Physiotherapie. Wenige Monate später konnten sie den ersten Arzt verpflichten. Der Ort war bewusst neben einem Migros-Fitnesspark gewählt. Rasch entwickelte sich eine enge Zusammenarbeit mit der Fitnesskette – eine wichtige Sprosse auf dem Weg nach oben. Die Bedenken der Ärzte
«Hoi, Marcel!» Ein junger Mann im sportlichen Poloshirt schaut zur Tür herein. Es ist der leitende Mediziner Pascal Zehnder. Die beiden begrüssen sich wie alte Freunde. Zehnder berichtet gleich vom Umbau einen Stock tiefer. Dort entsteht der neue Gruppen-Fitnessraum mit Fitnesspark. «Wir haben dann mehr Platz.»
«Wir mussten vieles im Eiltempo lernen.» Marcel Napierala (51), Mitgründer von Medbase
Seit drei Jahren leitet Zehnder die Praxis. Sein Vorgänger, der erste Medbase-Arzt überhaupt, arbeitet seit seiner Pensionierung noch in kleinem Pensum weiter. Napierala erinnert sich, wie schwierig es anfangs war, Ärzte für ihre Vision zu gewinnen. «Viele befürchteten, wir würden ihnen in medizinischen Fragen reinreden. Dabei wollten wir ihnen nur den Rücken freihalten, vor allem bei administrativen Aufgaben.» Zehnder führt Napierala den langen Korridor entlang, öffnet hier und da eine Tür und zeigt ihm, wie die Räume heute genutzt werden. «Sieht ein bisschen anders aus, gell?» Vor einem Therapieraum bleibt Napierala stehen. «Früher habe ich hier auch mal übernachtet, wenn es spät wurde.» In den ersten Jahren war Napierala alles zugleich: Physiotherapeut, Buchhalter, Reinigungskraft. Eine intensive Zeit, zumal zu Hause eine junge Familie mit zwei Kindern auf ihn wartete. Er und seine Mitstreiter mussten vieles im Eiltempo lernen. «Wir haben auch Fehler gemacht, etwa in der Finanzplanung.» 2004 wagten sie den nächsten Schritt und eröffneten in Greifensee ZH die zweite Praxis – der Auftakt zur Expansion. Dies brachte grosse Herausforderungen mit sich: Die gesetzlichen Vorgaben waren komplex, das Geld knapp, die Bank machte Druck. Napierala glaubte weiter an den Erfolg. Für die Physiotherapie blieb dagegen immer weniger Zeit. Seine letzten Patienten behandelte er 2004. Nächste Station: Apotheke
Marcel Napierala steigt in sein Auto, das er vor der Praxis parkiert hat. Für Medbase ist der 51-Jährige in der ganzen Schweiz unterwegs, meistens, um Partnerschaften auf zubauen oder neue Projekte aufzugleisen. Fortsetzung auf Seite 17
AKTUELL
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Gesundheit
Medbase-Chef Marcel Napierala: «Am Anfang machten wir auch Fehler.»
Die Filiale in der Winterthurer Altstadt: 1 von 56 Medbase-Apotheken
Neuste Technologie: im Sports Medical Center WIN4 in Winterthur
Am Gründungsstandort: mit dem leitenden Mediziner Pascal Zehnder
Ist der Käfer drauf, ist Gutes drin. IP-SUISSE steht für eine nachhaltigere Landwirtschaft.
AKTUELL
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Gesundheit
Fortsetzung von Seite 14
licher aus dem Lager. Napierala strahlt: «Ciao, Merlin!» Der Lernende ist der Sohn einer Bekannten. «In den Apotheken sind nur etwa 10 Prozent der Assistenten Männer. Darum freue ich mich über jeden.» Unter Sportlern
«Das ist auch meine Haus apotheke»: Marcel Napierala in der MedbaseApotheke Winterthur Altstadt
25 Jahre Medbase Medbase ist die grösste ambulante medizinische Dienstleisterin der Schweiz. Die Gruppe mit Hauptsitz in Winterthur ZH betreibt rund 210 Standorte, darunter 52 medizinische Zentren, 11 sportmedizinische Zentren, vier Radiologie-Standorte, 56 Apotheken, 17 WePracticeStandorte (Psychotherapie) und 63 zahnmedizinische Zentren (zahnarztzentrum.ch und Ardentis). Über Zur Rose ist Medbase als Ärztegrossistin und OnlineApotheke aktiv. Gegründet 2001, gehört das Unternehmen seit 2010 zur Migros-Gruppe.
Was in Winterthur begann, spannt sich heute mit über 200 Standorten fast über die ganze Schweiz. Auf der kurzen Fahrt in die Winterthurer Altstadt erzählt er von den wichtigsten Meilensteinen, allen voran dem Einstieg der Migros 2010. Medbase hatte damals sieben Standorte und rund 150 Mitarbeitende. 2015 übernahm man die Mehrheit von Santémed mit 23 Gesundheitszentren. 2018 folgte der Kauf einer grossen Apothekenkette. 600 Mitarbeitende und 40 Standorte kamen auf einen Schlag dazu, darunter die Apotheke nahe dem Bahnhof Winterthur – die nächste Station heute. Ein heller, freundlicher Altbau. «Das ist auch meine Hausapotheke.» Die Namensliste wurde zu lang
Drinnen begrüsst Napierala die Frauen hinter der Theke mit Namen, erkundigt sich, wie es ihnen geht. Lange hatte er den Anspruch, alle Medbase-Mitarbeitenden persönlich zu kennen. «Ich führte extra eine Namensliste. Doch ab 200 Leuten wurde es schlicht zu viel.» Oft besucht er die Apotheken und Medical Center unangemeldet. Ihn interessiert, wie die Stimmung vor Ort ist. «Das ist wichtig, weil unsere Arbeit von der Nähe zu den Menschen lebt.» Sein Blick schweift durch den Raum und über die Regale. Er ist zufrieden. «Nur das Licht beim Eingang könnte heller sein.» Wenig später tritt ein Jugend
Zurück am Steuer spricht Napierala über seine Routinen. Täglich versucht er, eine Stunde Sport einzuplanen: Joggen, gern mit Freunden und Familie, aber auch Yoga oder Velofahren. Gegen 6 Uhr steht er auf. Die erste halbe Stunde nimmt er sich Zeit, seine Gedanken zu sortieren und eine Tasse Tee zu trinken. «Oft komme ich dabei auf gute Ideen fürs Unternehmen.» Die letzte Station liegt in einem Aussenquartier von Winterthur, direkt neben einer Sportanlage. Kein Zufall: Im Sports Medical Center WIN4 betreut Medbase zusammen mit dem Kantonsspital Winterthur unter anderem Breiten- und Spitzensportlerinnen und -sportler. Das Center liegt im dritten Stock eines Neubaus. Hohe Decken, grosse Fensterfronten, viel Sichtbeton. Am Empfang wird Napierala von Michelle Müller, der leitenden Medizinischen Praxisassistentin, erwartet. Beim Rundgang springen die modernen Gerätschaften ins Auge. Eine Frau läuft vollverkabelt über ein Laufband. Napierala ist sichtlich stolz. «Wir sind in der hoch spezialisierten Welt angekommen.» Er zeigt auf einen Bereich, in dem das Kantonsspital eine Radiologie eingerichtet hat. Man bündle die Kräfte auf allen Ebenen, sagt er. Bei der Ankunft im grossen Aktivraum wähnt man sich in einem FussballTrainingslager: überall junge Männer und Frauen, die sich auf Matten dehnen oder an Geräten abmühen. «Wir arbeiten eng mit lokalen Sportvereinen und -verbänden zusammen», erklärt Michelle Müller. «Wir erstellen Trainingspläne, machen Check-ups und Leistungsdiagnostik oder geben Tipps für den Muskelaufbau nach Verletzungen.» Hinter dem Aktivraum ist Physiotherapeut Stefan Abt damit beschäftigt, einen jungen Sportler zu massieren. Er hält kurz inne, um seinen Chef zu begrüssen. Wenn es die Zeit zulässt, so Napierala, unterhalten sie sich häufig über Gesundheitspolitik und den Kostendruck. Jetzt gesellt sich auch der leitende Mediziner Fabian Schaller dazu. «Mit dem Center wollen wir der Gesellschaft etwas zurückgeben.» Marcel Napierala schaut auf die Uhr: Er muss zum nächsten Termin nach Zürich. Beim Verlassen des Aktivraums fällt sein Blick wieder auf eine Sprossenwand. Er lächelt. Die hat er nicht mehr selbst montiert.
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AKTUELL Jugend
Generation Sofa Früher suchten Junge Freiräume ausserhalb der eigenen vier Wände. Heute scheinen sie vor allem zu Hause am Handy zu hängen. Stimmt der Eindruck? Text: Christina Noli
Chillen und Scrollen können vieles heissen: Erholung, Unterhaltung und Geselligkeit.
AKTUELL
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Jugend
Foto: Adobe Stock/Stocksy United/Guille Faingold
J
ugendliche wollen chillen. Auf dem Sofa, im Bett, im Park oder im digitalen Raum. Dabei stehen sie unter Beobachtung: Bleiben sie zu Hause, wundern sich Eltern, die sich an die eigene Jugend und den eigenen Entdeckungsdrang erinnern. Gehen sie hinaus, sind sie zu laut. Sind sie am Handy, verbringen sie zu viel Zeit am Bildschirm. Dabei lassen sich für junge Menschen digitale und analoge Freizeiten kaum noch trennen. Sie sitzen gemeinsam im Park und schauen ein Video, treffen sich im Onlinespiel oder ziehen sich mit dem Handy zurück. Ob sie dabei allein oder in Gesellschaft sind, ist von aussen nicht immer erkennbar. «Früher habe ich Eltern belächelt, die ihren Kindern Beschäftigungen organisierten. Heute denke ich: Je mehr Trainings sie haben, desto weniger Zeit bleibt für die Geräte», sagt Tatiana Berchtold, Mutter von zwei Teenagern. Lulzana Musliu, Leiterin Politik und Medien bei Pro Juventute, gibt zu bedenken, dass die reine Bildschirmzeit wenig aus sagekräftig sei. «Man muss wissen, was Jugendliche im digitalen Raum machen.» Eine aktuelle Studie der Organisation zeigt, dass Jugendliche online Erholung, Unter haltung und Geselligkeit gleichermassen suchen. So dürften sich Eltern durchaus in ihren Teenagern wiedererkennen: Bloss sind an die Stelle von stundenlangen Telefonaten Videocalls und schriftliche Chats getreten. Die 17-jährige Yma, im ersten Lehrjahr an der Modeco zur Bekleidungsgestalterin und am liebsten draussen unterwegs, zieht sich nach einem langen Tag gern eine Stunde mit dem Handy ins Bett zurück. «Das hilft mir, herunterzufahren, bevor ich nochmals rausgehe oder lerne.» Die ständige Verfügbarkeit des Smartphones ist aber nicht harmlos. Algorithmen sind auf lange Nutzung ausgerichtet, vielen Jugendlichen fällt es schwer, das Handy wegzulegen oder Langeweile auszuhalten – der Griff zum Handy ist schlicht zu einfach. Mit dem Alter hinterfragen aber viele ihre Nutzung. Touba (19), der eben die Matura gemacht hat, zog früher Bücher dem Smartphone vor. Doch ohne die Apps, über die alle kommunizieren, fühlte er sich ausgeschlossen. Später wurden Bezie-
hungen und Freunde wichtiger als Scrollen oder Gamen. «Auf Social Media kann man schliesslich nichts posten, wenn man nur zu Hause sitzt.» Diesen Wunsch, dabei zu sein, kennt auch Dario Bossert, Leiter des Jugendtreffs in Kilchberg ZH, aus seiner Arbeit: Wenn irgendwo etwas los ist, haben Jugendliche nach wie vor Lust, hinauszugehen und etwas zu erleben. Freiraum ohne freien Raum
«Wenn ich abends eine Stunde am Handy bin, hilft mir das, herunterzu fahren, bevor ich nochmals rausgehe oder lerne.» Yma (17), Bekleidungsgestalterin im ersten Lehrjahr
Doch nicht jeder Rückzug aufs Sofa ist freiwillig. Wer hinausgeht, merkt schnell: An vielen Orten sind Jugendliche nicht willkommen. «Sie hören Musik, lachen und sind laut. Sie sind also einfach Jugendliche – aber irgendwie stört das alle», sagt Guya Marini, Mutter von zwei Töchtern. Sie werden beschimpft, oder es wird gleich die Polizei gerufen. Bossert beobachtet: «Häufig fehlt nicht nur der Raum, sondern auch eine respektvolle Kommunikation.» Doch wo können sie sich treffen, wenn sie sich von den Eltern lösen und ihren Platz in der Welt finden müssen? «Wir treffen uns im Quartier, sitzen auf einer Bank, spielen Fussball oder fahren mit dem Velo herum», sagt der 13-jährige Sekundarschüler Lino. Orte ohne Konsumzwang gibt es kaum, ein knappes Budget und Regeln der Eltern schränken die Möglichkeiten weiter ein. «Wir organisieren deshalb lieber Spieleabende oder gehen an Chilbis», erzählt Yma. Touba und seine Freunde durften einige Jahre einen leeren Keller als Treffpunkt nutzen. «Das war echtes Glück.» Doch wenn man nicht die richtigen Leute kennt, bleibt wenig. Deshalb brauche es zugängliche Freizeit-, Sport- und Kulturangebote – viele davon getragen vom freiwilligen Engagement Erwachsener, erklärt Jugendexpertin Musliu. Doch neben regelmässigen Hobbys ist unstrukturierte Freizeit wichtig. Das Recht auf Erholung und Freizeit ist sogar in der Kinderrechtskonvention verankert. Sollte man Jugendliche also einfach mal machen lassen? «Ja, auf jeden Fall», sagt Jugendtreffleiter Bossert. Aus allfälligen Rückschlägen lerne man schliesslich – auch wenn es ein paar Extrarunden brauche. «Erwachsene sind auch Fortsetzung auf Seite 21
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Istanbul
Mittelmeer
Unsere exklusive Traumroute führt uns über das ewige Rom, das lebhafte Neapel und das sizilianische Palermo zur Inselperle Malta mit ihrer geschichtsträchtigen Hauptstadt La Valletta. In Heraklion flanieren wir an der lebhaften Hafenpromenade, bevor Piräus faszinierende Einblicke in das antike Griechenland bietet. Den krönenden Abschluss bildet Istanbul. Die Stadt am Bosporus verbindet Europa und Asien und bietet eine einzigartige Mischung aus Geschichte, Kultur und Moderne. Diese Reise vereint die schönsten Küsten des Mittelmeers mit den kulturellen Schätzen vergangener Epochen. Sichern Sie sich jetzt Ihren Platz an der Sonne zur besten Reisezeit!
Ihr tolles Reiseprogramm: 09.04.27 – Schweiz – Savona Am frühen Morgen Abfahrt mit dem Extrabus von Ihrem gewählten Abfahrtsort nach Savona. Einschiffung, und gegen Abend sticht die Costa Pacifica in See. 10.04.27 – Rom-Civitavecchia (Italien) Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Rom zählen das Kolosseum und natürlich der Petersdom mit der Kuppel von Michelangelo. 11.04.27 – Neapel (Italien) Die lebhafte Hafenstadt besticht durch ihre einzigartige Lage direkt am Fusse des Vesuvs. Bummeln Sie durch die pittoreske Altstadt oder buchen Sie einen Ausflug zur bekannten Insel Capri. 12.04.27 – Palermo/Sizilien (Italien) Sizilien gilt als die Sonneninsel Italiens und der mystische Zauber des Ätnas, des grössten Vulkans Europas, ist allgegenwärtig. Lohnenswert ist ein Ausflug entlang der
malerischen Küste nach Taormina, eine der Juwelen Siziliens. 13.04.27 – La Valletta (Malta) Am Morgen Einfahrt in den wohl schönsten Hafen im Mittelmeer. La Valletta wird geprägt von historischen Bauten, mittelalterlichen Gassen und der Festungsanlage. Entdecken Sie die alte geschichtsträchtige Hauptstadt der Insel auf einem fakultativen Ausflug. 14.04.27 – Auf See 15.04.27 – Heraklion/Kreta (Griechenland) Grandiose Landschaften, verträumte Buchten und kleine Dörfer prägen das Bild der Insel. Flanieren Sie an der malerischen Hafenpromenade und verweilen Sie in einer der vielen typischen Tavernen. 16.04.27 – Piräus/Athen (Griechenland) Ein Muss ist heute sicher der Besuch der Akropolis. Sie ist das weithin sichtbare Wahrzeichen von Athen und gleichzeitig das bedeutendste Nationaldenkmal Griechenlands.
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17.04.27 – Auf See – Dardanellen-Passage 18.04.27 – Istanbul (Türkei) Nach dem Frühstück Ausschiffung. Istanbul ist die einzige Stadt, die auf zwei Kontinenten liegt. Auf der Stadtrundfahrt besichtigen wir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und haben freie Zeit im weltbekannten Grossen Basar. Anschliessend Transfer zum Flughafen für Ihren Rückflug mit Turkish Airlines in die Schweiz. Die Costa Pacifica Tolles Erstklass-Schiff mit 1504 Kabinen mit allem Komfort – Baujahr: 2009, Renovierung 2026 – 5 verschiedene Restaurants & diverse Bars – 4 Schwimmbäder (2 davon mit ausfahrbarem Glasdach) – Open-Air-Kino – Casino, Theater – grosser Wellness-, Spa- und Fitnessbereich
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AKTUELL
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Jugend
Fortsetzung von Seite 19
Treffpunkt Chilbi: unbeschwert unter Jugendlichen zusammen sein
nicht immer produktiv. Das Jugendalter sollte noch nicht vollständig durchgetaktet sein», findet Musliu.
Foto: Getty Images
Eine Gesellschaft unter Druck
Dabei spüren Jugendliche in unserer Leis tungsgesellschaft schon in jungen Jahren Anforderungen von verschiedenen Seiten: Durch die frühe Einschulung sind sie heute bei der Berufswahl jünger, künstliche In telligenz verändert ganze Branchen, es wird immer mehr immer schneller gefordert, während gleichzeitig durch die ständige digitale Erreichbarkeit echte Ruhephasen fehlen. Diese Entwicklungen belasten und können sich in Erschöpfung und Rückzug zeigen. Die hohe Auslastung der Jugend-
«Auf Social Media kann man nichts posten, wenn man nur zu Hause sitzt.» Touba (19), Maturand
psychiatrien und die Zahlen zu Depressio nen und Angststörungen lassen aufhorchen. Ist die junge Generation einfach sensi bler – oder ist der Druck schlicht grösser geworden? Yma beobachtet in ihrem Freun deskreis, dass einige mit der Belastung zwischen Lehre und Schule nicht gut klar kommen. «Manche sieht man fast nicht mehr. Sie lernen oder sie schlafen, weil sie erschöpft sind.» Eltern sollten deshalb im Gespräch bleiben und genau hinschauen, rät Musliu von Pro Juventute – nur so erken nen sie, wann Rückzug nicht mehr Erho lung, sondern Überforderung bedeutet. Die Gespräche mit Eltern und Fachperso nen zeigen: Wenn wir vom Rückzug der Jugendlichen ins Private sprechen, geht es nicht nur um fehlende Räume und Ange bote, sondern auch darum, wie wir Jugendli chen begegnen. Ja, sie sind laut. Ja, sie über schreiten manchmal Grenzen. Doch oft wird übersehen, wie reflektiert, medienkom petent und solidarisch viele von ihnen sind. «Generation Sofa» zeichnet also kein vollständiges Bild. Vielmehr müssen wir uns fragen, ob der jugendliche Rückzug nicht das Abbild einer Gesellschaft ist, in der stän dige Erreichbarkeit, digitale Überreizung und Nachrichten über Kriege und Krisen viele Menschen erschöpfen. Gleich geblie ben ist auf jeden Fall das Bedürfnis der jun gen Generation nach Freundschaft, Frei raum und Zugehörigkeit. Verändert haben sich bloss die Orte, an denen sie das findet.
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RATGEBER
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Wohnen
Wie sauber muss die Wohnung sein?
Die Wohnung musst du gründ lich putzen. Sogenannt besen rein – also staubsaugen, Spinn weben entfernen, Kästen innen reinigen – genügt nicht, ausser es steht explizit so im Miet vertrag. Auch Rollläden und Fenster müssen im Schuss sein. Die Verwaltung kontrolliert besonders Küche, Bad, Fenster, Keller und Balkon genau. Beanstandungen betreffen häu fig Kalkablagerungen, Fett im Backofen oder Dunstabzug, verschmutzte Fenster, nicht entfernte Kleber, Haken oder Dübelreste. Wer eine Reini gungsfirma beauftragt, sollte unbedingt eine Abnahme garantie vereinbaren. Tipp: Kühlschrank abtauen, Armaturen entkalken und eingebrannte Fettrückstände im Backofen entfernen.
Quellen: Mieterinnen- und Mieterverband, Hauseigentümerverband Schweiz; Foto: Adobe Stock
Wie viele Schlüssel muss ich zurück geben?
So gibts beim
Auszug keinen Ärger Verkalkte Armaturen oder Kratzer im Parkett können bei der Wohnungsabgabe teuer werden. Die wichtigsten Tipps für einen reibungslosen Auszug. Text: Silvia Schütz
Was mache ich mit Dübellöchern?
Wer kleine Mängel vor der Ab gabe repariert, spart oft Kosten. Typische Beispiele sind Dübel löcher, Kleberückstände, ver kalkte Duschköpfe oder lockere WC-Brillen. Tipp: Löcher mit Reparatur spachtel und nicht mit Zahnpasta verschliessen. Bei grossen Dübel löchern lohnt es sich, einen Maler beizuziehen.
Was soll ich dokumentieren?
Fotos und Unterlagen helfen bei späteren Streitigkeiten. Beson ders wertvoll sind Fotos vom Einzug, die bereits vorhandene Mängel belegen. Tipp: Vor der Übergabe alle Wohnräume, Keller, Balkon und Garage fotografieren. Gilt auch für den Einzug in die neue Wohnung.
Wie wichtig ist das Abnahmeprotokoll?
Sämtliche! Fehlende Schlüssel können hohe Kosten verursa chen, wenn eine Schliessanlage angepasst werden muss. Im Mietvertrag oder Übernahme protokoll siehst du, wie viele Schlüssel du erhalten hast. Tipp: Bereits einige Wochen vor dem Umzug alle Schlüssel zu sammentragen und kontrollieren.
Das Abnahmeprotokoll solltest du gründlich prüfen. Mit der Unterschrift anerkennst du Mängel. Deshalb das Protokoll genau lesen und bei Unklarhei ten Vorbehalte anbringen. Tipp: Bei Unsicherheit hand schriftlich vermerken: «Gilt nicht als Schuldanerkennung.»
Welche Abnutzung gilt als normal?
Putzhilfe
Der Mietzins deckt normale Gebrauchsspuren ab. Dazu gehören leicht verblasste Wände, kleinere Abnutzungs spuren oder einzelne Nagel löcher. Kostenpflichtig sind Schäden durch unsachgemässen Gebrauch, etwa tiefe Kratzer im Parkett, Brandfle cken, beschädigte Tapeten oder Kratzspuren von Haustie ren. Tipp: Kleine Kratzer kannst du teilweise mit geeigneten Pflege mitteln beheben.
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RATGEBER Haushalt
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Fenster putzt man am besten bei schönem Wetter
5 Mythen rund ums Fensterputzen Ein Profi erklärt, welche Tipps wirklich zu sauberen und streifenfreien Fensterscheiben führen – und welche nicht. Text: Edita Dizdar
Falsch. Wer bei Sonnenschein ans Werk geht, tut sich keinen Gefallen. «Das ist der häufigste Fehler», sagt Fensterreinigungsprofi Jakob Widmer. «Das Wasser trocknet so zu schnell und hinterlässt Streifen.» Der Geschäftsführer bei Widmer Facility Services AG in Winterthur empfiehlt die Reinigung an bewölkten, trockenen Tagen bei angenehmen Temperaturen.
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Je mehr Putzmittel, desto sauberer die Fenster
Von wegen! Für den Experten ist klar: «Weniger Reinigungsmittel ist meistens mehr.» In den häufigsten Fällen reiche
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RATGEBER
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Haushalt
altes bis lauwarmes Wasser mit einem k kleinen Spritzer Geschirrspülmittel vollkommen aus. Spezielle Glasreiniger solle man für besonders hartnäckige Verschmutzungen zur Hand haben. Aggressive Reiniger oder Scheuermittel sollten hingegen vermieden werden.
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Helferlein für blitzblanke Fenster
Hausmittel haben bei der Fensterreinigung ausgedient
Weit gefehlt! Ein Schuss Essig im Wasser kann Kalkflecken entfernen, etwas Spiritus hilft gegen Fettfilme. «Beide sollten aber sparsam eingesetzt werden», sagt der Profi.
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Foto: Adobe Stock
Für streifenfreie Fenster braucht es teure Geräte
Nicht ganz. Man braucht einen hochwertigen Fensterabzieher mit einer intakten Gummilippe, einen Einwascher (ein Handwerkzeug zum Einseifen von Glasscheiben), einen Eimer und ein sauberes Mikrofasertuch. «Auf teure Spezialgeräte und zahlreiche Reinigungsmittel kann in den meisten Haushalten verzichtet werden», sagt Jakob Widmer.
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Nein. Zuerst Rahmen und Fensterbänke reinigen. «Erst danach die Scheibe einwaschen, mit dem Fensterabzieher von oben nach unten abziehen, und die Ränder mit einem Mikrofasertuch nachtrocknen», sagt Widmer. Die Gummilippe sollte nach jedem Zug kurz abgewischt werden. Das verhindert Streifen.
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RATGEBER Mobilität
Soll ich jetzt
einen Stromer kaufen? Die Benzinpreise sind hoch, und E-Autos werden immer günstiger. Was fürs Umsteigen auf einen Stromer spricht und wo es noch Fragezeichen gibt. Text: Michael West
Kosten E-Autos inzwischen weniger als Verbrenner?
Jein. Elektrische Mittel- und Oberklasseautos sind heute oft günstiger als vergleichbare Benziner. Kleine Stromer kosten vorläufig noch mehr, weil hier die Batteriekosten überproportional zu Buche schlagen. So steht es bei Energie Schweiz, dem Programm des Bundes für erneuerbare Energien. Seit einiger Zeit drängen neue E-Automarken aus China auf den Schweizer Markt – etwa BYD, Leapmotor und MG. Sie locken mit massiven Rabatten und drücken die Preise noch tiefer.
RATGEBER
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Mobilität
Ist ein Stromer im Unterhalt günstiger?
Wie schlimm sind die Rohstoffe in den Akkus für die Umwelt?
Ja, besonders wenn man an der heimischen Ladestation Strom tanken kann. Durch den Krieg am Golf schiessen die Benzin- und Die selpreise in die Höhe, und der Unterschied wird noch grösser. Ausserdem kostet die Wartung eines E-Autos weniger: Elektromo toren haben nur etwa 200 Einzelteile, Ver brennungsmotoren samt Getriebe aber rund 2000. Also kann bei einem herkömmlichen Auto auch viel mehr kaputtgehen.
Anthony Patt räumt ein, dass es hier regional grosse Probleme gebe: Das Lithium kommt oft aus Chile, wo dem Ökosystem beim Abbau viel Wasser entzogen wird. Kobalt stammt häufig aus Bergwerken in der Demokratischen Republik Kongo, die das Grundwasser ver schmutzen und giftige Gase freisetzen. Hinzu kommen katastrophale Arbeitsbedingungen. Der Forscher betont aber, dass es Lösungen gibt: «Lithium aus Australien ist viel weniger bedenklich, weil es dort strenge Umwelt gesetze gibt.» Ausserdem haben immer mehr Elektroautos Lithium-Eisenphosphat-Batterien, die ohne Kobalt auskommen.
Wie hoch ist die Reichweite von E-Autos?
«Neue Stromer haben im Alltag oft eine Reichweite von mindestens 300 Kilometern», sagt Anthony Patt, Professor für Klimaschutz an der ETH Zürich. «Bei warmen Wet ter kann der Akku besser Energie aufnehmen – dann kommen viele E-Autos mit einer Batterieladung sogar über 400 Kilometer weit. Diese Reichweiten genügen locker für die allermeisten Fahrten in der Schweiz.»
Wie dicht ist das Schweizer Ladenetz?
Illustrationen: Adobe Sock/Stocksy/MarcTran
In der Schweiz gibts 19 000 öffentlich zugäng liche Ladepunkte. Laut Energie Schweiz ist das Netz damit gut ausgebaut. Migrol sorgt nun für eine noch bessere Abdeckung: Die Migros-Tochter schafft 2000 neue M-ChargeLadepunkte (siehe Box rechts).
Ist ein E-Auto wirklich besser fürs Klima?
«Ja, Elektroautos haben eine deutlich bessere Klimabilanz», sagt Anthony Patt, «und zwar über den ganzen Lebenszyklus, also auch wenn man den Abbau der Rohstoffe für den Akku und die Entsorgung alter E-Autos ein rechnet.» Wenn jemand einen Stromer fährt, belastet er das Klima nur etwa so stark wie eine Nutzerin oder ein Nutzer des Öffentlichen Verkehrs. Laut Patt ist es darum wichtig, dass möglichst viele Fahrer von herkömmlichen Autos auf Stromer umsteigen.
«E-Autos haben – über den ganzen Lebenszyklus gesehen – eine deutlich bessere Klima bilanz als Verbrenner.» Anthony Patt, Professor für Klimaschutz an der ETH Zürich
Meilenstein erreicht Migrol will bis Ende 2029 zwei tausend M-Charge-Ladepunkte für E-Autos anbieten. Ein wichtiger Meilenstein ist nun erreicht: Der tausendste Ladepunkt wurde in Schlieren ZH in Betrieb genommen. Die Ladepunkte befinden sich häufig in der Nähe von Migros- Filialen und Einkaufscentern. Kun dinnen und Kunden können ihr Elektroauto also bequem während des Einkaufs laden. Gemäss einem Vergleich des Konsumentenmagazins «Saldo» gehört M-Charge zu den preisgünstigsten Anbietern. Wer mit M-Charge lädt, sam melt ausserdem Cumulus-Punkte. Alle Infos zu M-Charge:
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GENUSS Italienische Küche
Wie die Schweiz Spaghetti lieben lernte
Was wir heute für typisch italienisch halten, entstand erst durch Auswanderung, Konsum und kulturellen Austausch. So eroberten Pizza und Pasta die Schweiz. Text: Dinah Leuenberger
P
izza und Pasta kommen aus den USA. Na ja, jedenfalls verdankt die italienische Küche den USA ihre Bekanntheit. Denn damit sie zur weltweit beliebtesten Küche werden konnte, brauchte es Migration und amerikanisches Marketing. Italien existiert als Staat erst seit 1861. «Auch deshalb konnte sich eine italienische Identität erst durch die Auswanderung festigen – am neuen Ort angelangt, bezeichnete man die Menschen erstmals als Italiener», erklärt die Historikerin Sabina Bellofatto, Spezialistin für die Geschichte der italienischen Küche in der Schweiz. Um 1900 lebten bereits zahlreiche italienische Arbeitskräfte in der Schweiz. Viele stammten aus armen ländlichen Regionen Norditaliens, wo vor allem Polenta auf den
Fotos: Schweizerisches Sozialarchiv/Hermann Freytag, Winterthurer Biblio theken/Sammlung Winterthur, MGB-Archiv (4), Paolo Dutto (2), Adobe Stock
60er-Jahre: Spaghetti erobern die Schweizer Küchen und werden zum beliebten Zmittag und Znacht.
GENUSS
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Italienische Küche
«Cannoli esse ich nur in Sizilien» Die Grosseltern von Kundenberaterin Alexandra Reina (33) stammen aus Agrigent. Bis heute prägen die sizilianischen Wurzeln ihren Alltag, ihre Rezepte und ihren Geschmack.
1950er-Jahre: Im Laden der Società Cooperativa Winterthur gibt s alles , was die italienische Kundschaft bege hrt.
1960erJahre: Pasta, Reis, Würste, Käse, Dolci, Gemüse – grosses Angebot an italienischen Produkten in der Migros
Tisch kam. Tomatenkonserven, Parmesan, Olivenöl oder Pasta waren zwar in der Schweiz erhältlich, aber teuer. Das änderte sich mit der Gründung italienischer Konsumgenossenschaften. Sie importierten Produkte ohne Zwischenhandel und verkauften sie günstiger. Eine «italienische Küche», wie wir sie heute kennen, gab es jedoch noch nicht, erklärt Bellofatto. Pizza: aus Napoli nach New York
Diese Küche nahm vor allem in den USA Gestalt an. Dort trafen ab Anfang des 20. Jahrhunderts Ausgewanderte aus verschiedenen Regionen Italiens aufeinander und konnten sich häufiger Fleisch, Eier oder Fortsetzung auf Seite 30
«In den 1950ern wurden nicht nur Tomatenpüree oder Ravioli verkauft, sondern ein ganzes Lebensgefühl.» Sabina Bellofatto, Historikerin
«Meine Eltern kannten damals nicht viele Menschen und sprachen auch kein Deutsch oder Französisch. Aber es gab das Zentrum ‹La Famille Sicilienne›.» Dort trafen sich alle Italiener aus Sizilien, assen am Sonntag gemeinsam», weiss Reina. Damals habe es noch kaum italienische Produkte zum Kochen gegeben. Ganz anders als heute. «Ich kaufe praktisch alle Lebensmittel in der Migros ein, auch wenn ich italienisch koche. Nur Olivenöl nehmen wir mit, wenn wir nach den Sommerferien aus Sizilien zurückkommen. Ein Teil meiner Familie produziert es dort.» Zurück in Biel vermisst Reina vor allem den Ricotta aus Schafmilch oder Brot aus Maismehl mit Sesam, beides typisch in Sizilien. Auch Cannoli isst sie in der Schweiz selten: «Es gibt sie zwar, aber meistens kommen sie nicht an die Qualität aus Sizilien heran.» Sie hat schon früh ihrer Nonna beim Kochen zugeschaut, an die sonntäglichen Familienessen erinnert sie sich sehr gern. «Aber kochen gelernt habe ich erst, als ich ausgezogen bin. Meine Nonna und auch meine Mutter wollten niemanden in der Küche haben. Das war ihre Domäne.» Heute kocht Reina kompromissbereit: Für ihre drei Kinder zum Beispiel passt sie die italienischen Gerichte an. «Dann gibt es auch mal Carbonara mit Speck und Parmesan. Aber den Rahm lasse ich definitiv immer weg.»
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GENUSS Italienische Küche
Fortsetzung von Seite 29
«Jedes Gericht ist eine Erinnerung» Giuseppe Mezzero (45), Koch aus Zürich, schaute seinem Vater beim Kochen über die Schultern. Die Tradition nun selbst weiterzugeben, ist für ihn das Grösste.
1970er-Jahre: In der Jowa läuft die Produktion von Tiefkühlpizza auf Hochtouren.
Käse leisten. Aus einfachen regionalen Gerichten entstanden so reichhaltigere Speisen. Restaurants boten sie als italienische Küche an, die Industrie stellte sie in grossen Mengen her, und die Werbung machte sie über die italienischen Viertel hinaus bekannt. Auch die Pizza – ursprünglich aus Napoli – veränderte sich: «In New York wurde sie vom einfachen neapolitanischen Streetfood zum Restaurantgericht», erzählt Bellofatto. Gibt es die «richtige» Carbonara?
Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen erneut viele italienische Arbeitskräfte in die Schweiz. Dank ihres regelmässigen Einkommens konnten sie hier Lebensmittel kaufen, die in ihren Herkunftsregionen für viele zu teuer gewesen waren. In dieser neuen Konsumwelt entstand auch unter den Zugewanderten allmählich eine gemeinsame italienische Küche. Gleichzeitig entdeckte die Schweizer Bevölkerung Italien als Ferienland. Werbung und Massentourismus verbreiteten das Bild des sonnigen Südens. Auch die Migros griff dieses Italienbild auf. Weil seit den 1950er-Jahren das Sor timent stark wuchs, standen bald italienische Lebensmittel in den Regalen. «Verkauft wurden nicht nur Tomatenpüree oder Ravioli, sondern ein ganzes Lebensgefühl», sagt Bellofatto.
«Die Pelati-Sorte, die die Gastarbeiter lieben», stand dann zum Beispiel auf einer Migros-Anzeige. Weil aber viele Schweizer Hausfrauen noch nicht wussten, wie sie diese Produkte verwenden sollten, publizierte die Migros passende Rezepte. So wurde die Pizza als «italienische Wähe» vorgestellt und mit Gruyère belegt, weil Mozzarella noch wenig verbreitet war. «Seit den 1990er-Jahren rückten regionale Traditionen und die Frage nach dem authentischen italienischen Essen immer stärker in den Vordergrund», so Bellofatto. Sinnbildlich dafür steht die Carbonara. Bellofatto verweist auf eine These, wonach sie nach dem Zweiten Weltkrieg aus Eier pulver und Speck aus amerikanischen Soldatenrationen entstand. Das erste bekannte Rezept erschien 1952 – nicht in Italien, sondern in einem Restaurantführer für Chicago. In Italien folgte zwei Jahre später ein Rezept mit Gruyère und Knoblauch. Auch Rahm gehörte jahrzehntelang dazu. Heute gilt meist die Zubereitung mit Guanciale, also Speck aus der Schweinebacke, und Pecorino Romano als einzig authentische Variante. Das Carbonara-Problem besteht deshalb weniger im Rahm, der für Puristen keinesfalls in eine Carbonara gehört, als in unserer Vorstellung, es habe schon immer nur ein richtiges Rezept gegeben.
«Carbonara? Koche ich mit Guanciale, Pecorino Romano und ohne Rahm. Auch wenn ein Gast etwas anderes wünscht: Da bleibe ich hart!», sagt Giuseppe Mezzero schmunzelnd, der in Zürich das Ristorante Signor Giuseppe führt. Diese Haltung hat er von seinem Vater übernommen. Auch dieser war Koch, und als die Familie Anfang der 1990er-Jahre von Caserta in der Nähe von Napoli nach Deutschland auswanderte, führte er dort ein Restaurant. «Als Bub begann ich, ihm über die Schulter zu schauen. Heute steht mein neunjähriger Sohn auch schon bei mir in der Küche.» «Die Tradition weitergeben zu können, ist für mich das Grösste», erzählt er. Es habe sich schon einiges verändert: Als wir in Deutschland ankamen, gab es vor allem Pizza vom Blech. Auberginen kannte niemand, als die Familie Mezzero dort ankam. Heute sei das Interesse an der traditionellen italienischen Küche deutlich grösser, auch in der Schweiz. Für Mezzero ist sie keine Mode, sondern etwas, mit dem er aufgewachsen ist. «Jedes Gericht trägt eine Erinnerung, einen Menschen oder einen besonderen Moment meines Lebens in sich. Genau diese Authentizität möchte ich auch meinen G ästen in Zürich mitgeben.»
GENUSS
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Italienische Küche
Als Italien in die Migros kam
1928 Olivenöl, Risottoreis und Pasta
Die italienische Küche ist aus der Schweiz nicht mehr wegzudenken. Doch wann begann ihr Siegeszug durch die Migros-Regale?
Die Migros wirbt italienisch für die Produkte. Zielgruppe: die «Muratori» in den Städten. 1 Kilo Reis gibts für 1 Franken.
1956 Pelati
Exklusiv von Luigi Manuzzi für die Migros produziert. Eine Dose kostet 1 Franken – und ist so günstig, dass sich nach Italien zurückkehrende Gastarbeiter reichlich damit eindecken.
1964 Salami
1943
Die Würste werden wegen Importbeschränkungen knapp. Es herrscht der «Guerra di Salami» – Krieg der Salami.
Zucchetti
Mitten im Krieg wird das Gemüse als «ertragreiche Pflanze» empfohlen.
1971 Formaggio
1946
Mozzarella, Stracchino und Co. werden zu Migros-Hits.
Ravioli
1986
Die drei Sorten – «Delikatess», «Käse» und «Fleisch» – gelten als vollwertiger Zmittag und sind schnell beliebt.
Tiramisù
Die Ikone der italienischen Desserts gibt es im Becher, ohne Alkohol. Tiramisù – «zieh mich hinauf» – hält im Nu Einzug in die Schweizer Küchen.
1949 Broccoli
Das Gemüse aus Süditalien findet den Weg via Amerika in die Schweizer Küchen.
2007 Burrata
1950 Pasta
Nach zehn Jahren Unterbruch erneut im Sortiment. 1967 geben 65 Prozent der Männer in der Schweiz an, am liebsten Pasta zu essen.
Die butterige Alternative zu Mozzarella stammt aus Apulien. In der Migros war die «Burrata Pugliese Murgella» vor knapp 20 Jahren erhältlich.
1952
1956
Pfirsiche
Pizza
Dank einer ausserordentlichen Ernte können sie billig importiert und verkauft werden.
Die Migros preist ein Rezept für Pizzateig «mit Olivenöl» an.
2023 Pinsa
2001 vom römischen Pizzabäcker Corrado Di Marco erfunden, gibt es den luftigen Teigboden seit 2023 auch in der Migros.
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GENUSS Italienische Küche
Tutto bene
insieme
Fisch und Fleisch auf einem Teller? Passt! Die italienische Küche liebt kühne Kombinationen. Lass dich inspirieren. E buon appetito. Text: Dinah Leuenberger
amore! S apore, s auc e Die Thon Vitello im t krön die tonnato ch is e fl lb Ka . e scheib n
GENUSS
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Italienische Küche
Vitello tonnato Vorspeise für 4 Personen 1 Zwiebel 200 g Sellerie 200 g Karotten 100 g Lauch 1,5 l Wasser, kalt 1 Lorbeerblatt 5 Wacholderbeeren 1 TL Salz 500 g Kalbsnuss, beim MigrosMetzger vorbestellen
Caramelisierter Fenchel auf Tomatensauce Die raffinierte Vorspeise kombiniert süss gerösteten Fenchel mit einer fruchtigen Tomatensauce.
Vitello-Sauce 1 Dose rosa Thon in Salzwasser à 200 g, abgetropft 155 g 50 g Mayonnaise 20 g Kapern 3 Essiggurken 5 EL Bouillon, z. B. von Kalbssud 3 EL Olivenöl 1 EL Zitronensaft Salz Pfeffer Kapernäpfel, rote Zwiebelringe, Radieschensprossen und Schnittsalat zum Garnieren
Anti pas Die A to mi t Pe p: r om Fenc en v hel u nd T on vers oma tärk te n ge ge e n s i c h ns ei tig .
Hot Sandwich mit Mozzarella Salami, Mozzarella, Artischocken, Tomaten und Rucola verschmelzen im Ofen zu einem warmen Panino – che buono!
1. Zwiebel, Sellerie und Karotten in
Würfel, Lauch in Stücke schneiden. 2. In eine grosse Pfanne geben.
Mit 1,5 Liter kaltem Wasser auf füllen. Lorbeerblatt, Wacholder und Salz dazugeben. Aufkochen. Kalbsnuss zugeben. Hitze redu zieren, ca. 1 Stunde pochieren, bis das Fleisch weich ist. 3. Fleisch herausnehmen, abkühlen
lassen. Kalbssud beiseitestellen. naise, Kapern, Essiggurken und Bouillon mit dem Stabmixer pürieren. Olivenöl langsam dazu giessen. Mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer abschmecken. 5. Fleisch trocken tupfen und in
dünne Scheiben schneiden. 6. Auf Tellern auslegen und mit
der Thonsauce übergiessen. Mit Kapernäpfeln, Zwiebelringen, Kresse und Salat anrichten.
Rezepte und Fotos: Migusto, Getty Images, Adobe Stock
4. Für die Sauce Thon, Mayon
Panino caldo: reich gefülltes und gewärm tes Sandwich, mi t scharf er Note und cremigem Käse
Mehr Rezepte und Produkte auf Seite 35
Mehr zum Bürsten und Feilen.
So schmeckt Glück!
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GENUSS
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Italienische Küche
Fortsetzung von Seite 33
Burratacreme mit Grapefruitsalat Vorspeise für 4 Personen 40 g geschälte ungesalzene Pistazien 2 Grapefruits 1 Cicorino rosso à ca. 250 g 6 EL Olivenöl 3 EL Condimento bianco Salz, Pfeffer 2 Burrata à 125 g 2 Zweige Kräuter, z. B. Basilikum 1. Pistazien in einer beschich
teten Pfanne ohne Öl rösten, abkühlen lassen und hacken. 2. Grapefruits mit einem schar-
fen Messer schälen und in Scheiben schneiden. Salat in Scheiben schneiden.
Ro ss o, e: co, verd n ia b it , u fr e p a Gr o r o ss o Cicorin rrata u B und ieren n harmo bar. r e d n wu
3. Öl und Condimento mischen,
mit Salz und Pfeffer würzen. 4. Burratas mit einem Stab
mixer fein pürieren. Die Creme auf Teller ausstreichen. Mit wenig Salz und Pfeffer würzen. 5. Salat und Grapefruit darauf
anrichten. Mit der Sauce beträu feln. Mit Pistazien bestreuen. Einige Kräuterblättchen darüberzupfen.
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Nordkap Tromsø Per Deluxe-Bus und Postschiff Lofoten Pallastunturi den Norden entdecken Norwegische See Vom Nordkap führt die Reise entLuleå Schweden lang Norwegens spektakulärer Finnland Ålesund Trondheim Küste. Freuen Sie sich auf fünf Sundsvall Norwegen Tage an Bord der MS Castor, die Hønefoss Bergen Oslo Stockholm Lofoten und Vesterålen sowie die Ostsee eindrucksvolle Bergenbahn. Göteborg
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Im Deluxe-Bus zur Mitternachtssonne am Nordkap reisen Durch Skandinaviens endlose Landschaften führt diese grosse Rundreise zum Nordkap. Mitternachtssonne, Lappland, die Lofoten sowie Helsinki, Stockholm und Oslo sorgen für unvergessliche Eindrücke.
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HIGHLIGHTS • Nordkap und Polarkreis • Fünftägige Postschifffahrt • Bahnfahrt Bergen bis Oslo
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Tromsø Lofoten/ Svolvær
Saariselkä Rovaniemi
Mo i Rana Schweden Trondheim
Finnland Jyväskylä
Norwegen Oslo
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Dänemark
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HIGHLIGHTS • Mitternachtssonne am Nordkap • Traumhafte Lofoteninseln • Besichtigung aller Hauptstädte
Jakobsweg – Santiago – Nordspanien
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11 Tage ab CHF 2590.– Im Deluxe-Bus unterwegs auf dem Jakobsweg Wandern Sie auf ausgewählten Etappen des berühmten Camino Francés bis Santiago de Compostela und entlang der Atlantikküste. Reisedaten 26.04.–06.05.2027 10.05.–20.05.2027 04.10.–14.10.2027 18.10.–28.10.2027 Jetzt buchen: eurobus.ch/migros9
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12 Tage ab CHF 3290.– Vom Atlas bis nach Andalusien im Deluxe-Bus reisen Farbenprächtige Königsstädte, der Hohe Atlas und die Dünen der Sahara prägen diese aussergewöhnliche Reise durch Marokko bis zur Costa del Sol. Reisedaten 03.03.–14.03.2027 17.03.–28.03.2027 20.10.–31.10.2027 03.11.–14.11.2027
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Großbritannien Bristol Clovelly St. Ives Land’s End
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HIGHLIGHTS • Marokkos Königsstädte • Strasse der Kasbahs • Alhambra in Granada
Schottland – Highlands – Inselwelten
8 Tage ab CHF 2070.– Küsten wie aus dem Bilderbuch im Deluxe-Bus erleben Reisen Sie wie im romantischen Film durch Südengland. Dramatische Klippen, malerische Fischerdörfer und herrliche Gärten.
Spanien
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12 Tage ab CHF 4290.– Schottlands raue Highlands im Deluxe-Bus geniessen Schottland zeigt sich von seiner eindrucksvollsten Seite: raue Highlands, geheimnisvolle Seen und die Inselwelten von Skye, Orkney und den Äusseren Hebriden. Dazu erwarten Sie Edinburgh und Glasgow. Reisedaten 06.07.–17.07.2027 09.08.–20.08.2027 19.08.–30.08.2027 Jetzt buchen: eurobus.ch/migros12
Orkney Inseln Thurso Stornoway/ Äußere Hebriden Ullapool
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Kyle of Lochalsh Fort William
Pitlochry Nordsee
Glasgow Lockerbie
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Durham York GroßHull britannien
HIGHLIGHTS • Äussere Hebriden • Insel Skye und Insel Orkney • Edinburgh und Glasgow
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GENUSS Aufgedeckt
Zu Ti s
mit … h c lyne Eve ack B ins
«Auf über 7000 Metern kann ich nicht essen»
Evelyne Binsack isst regelmässig in luftiger Höhe oder extremer Kälte. Die Extrembergsteigerin über Luxus, den sie sich gönnt – und das rosafarbene Etwas, das in Peru auf ihrem Teller lag. Text: Edita Dizdar
Evelyne Binsack, was essen Sie am liebsten?
Sehr viel und gern Früchte – damit allein habe ich aber noch nicht gegessen. Ich bin pragmatisch: Kartoffeln, ein Stück Fleisch und ein bunter Salat mit Gemüse, Früchten und Körnern. Hat sich Ihre Einstellung zu Essen über die Jahre verändert?
Früher konnte ich mich problemlos eine Woche von Haferflocken ernähren. Das muss jetzt nicht mehr sein. Ich schätze gutes Essen heute mehr.
GENUSS
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Aufgedeckt
Essen Sie auf einer Bergtour eher funktional oder mit Genuss?
Schmeckt dieses Essen?
Es gibt gute Menüs und andere, die weniger einfach runtergehen. Das, was schmeckt, hat oft viele Geschmacksverstärker drin, sodass man sich später erst wieder an normale Geschmäcker gewöhnen muss.
Funktional. Ich nehme immer das mit, was ich zu Hause nicht essen würde, zum Beispiel Riegel. Wenn ich ein bisschen ausgehungert bin, kommen sie mir sehr gelegen. Was essen Sie an einem durchschnitt lichen Arbeitstag als Tourguide?
Ein reichhaltiges Frühstück, zum Beispiel Haferflocken mit Früchten und Joghurt plus ein, zwei Scheiben Brot mit Anke und Honig. Für kurze Bergtouren habe ich Nüsse, Datteln, Schokolade und einen Apfel oder eine Banane dabei. Abends esse ich einen normalen Znacht in einer Berghütte oder zu Hause. Sie waren am Nord- und am Südpol. Haben Sie Ihr Essverhalten vor den Expeditionen angepasst?
Ja, ich habe zwischen 10 und 15 Kilogramm Fett aufgebaut, damit ich später davon zehren konnte.
Zum Beispiel?
Ich konnte nach einer Expedition Vanilleund Schoggiglace nicht mehr unterscheiden.
«Nach einer Expedition konnte ich Vanille- und Schoggiglace nicht mehr unterscheiden.»
Das war in Peru zu meinem 40. Geburtstag. Ich dachte, dieses rosa Etwas auf dem Teller sei ein Gemüse, aber es waren Hühnerfüsse.
Bei solch grossen Expeditionen ist die Nahrung genau berechnet und abgepackt. Wie plant man das?
Fotos: Julian Rohn, Adobe Stock; Montage: Migros-Magazin
Gefrorene Dörrfrüchte, Schokolade, Nüsse und Salamitranchen. Die Hauptmahlzeit war dehydrierte, gewürzte Nahrung mit Reis. Wie kocht man das?
Am Südpol schmilzt man Schnee im kleinen Kocher, gibt die dehydrierten Komponenten hinein und erhitzt alles im Topf. Am Nordpol geht das nicht, weil Eisbären die Essensdämpfe über sehr grosse Distanzen riechen können. Deshalb gibt man das gekochte Wasser in verschliessbare Essensbeutel, wartet, bis alles vermengt und aufgequollen ist, und isst direkt daraus.
Also gab es auf dem Gipfel des Mount Everest keine kulinarische Belohnung?
Was ist das Absurdeste, das Sie auf einer Expedition gegessen haben?
Ich reichere das ganze Essen mit Fetten an, zum Beispiel mit kaltgepresstem Olivenöl, Butter und Rahm.
Was isst man so an den Polen?
Oberhalb von 7000 Metern kann sich der Körper nicht mehr akklimatisieren, er ist im Überlebensmodus und baut ab. Die Ver dauung braucht sehr viel Energie, deshalb nehme ich nur noch Elektrolytgetränke oder einen Shake zu mir. Feste Nahrung kann ich dann nicht essen.
Nein. Aber als Frühstück habe ich mir einen Vanilleshake mit aufgekochtem Schnee wasser gegönnt.
Wie essen Sie, um das Extragewicht zuzulegen?
Jedes Eiweiss und jedes Kohlenhydrat hat vier Kalorien, jedes Fett neun. Man rechnet mit etwa 7000 Kalorien, die man am Tag braucht. 5000 davon nimmt man über die Nahrung auf, der Rest kommt von den Fettreserven im Körper.
Gab es Situationen, in denen Ihr Körper Essen abgelehnt hat?
Welchen Luxus gönnen Sie sich auf einer Expedition?
Schoggi. Evelyne Binsack (59) ist Extrembergsteigerin, Autorin und Referentin. Sie bestieg im Alleingang den Mount Everest und wanderte zum Nord- und Südpol. Als Tourguide begleitet sie Einzelpersonen und Gruppen in die Berge. Binsack lebt im Berner Oberland.
Und nach einer erfolgreichen Expedition?
Wenn ich so lange nicht zu Hause war, esse ich etwas Heimisches wie Schweizer Brot, Käse, Honig oder einen feinen Salat und frische Früchte. Was unterschätzen Hobbybergsteiger beim Thema Verpflegung am häu figsten?
Sie haben zu viel dabei und fangen ab der Hälfte der Tour an, ihr Essen an andere zu verteilen. Welchen Proviant empfehlen Sie Wandernovizen?
Etwas Kalorienreiches, das man gern isst: Nüsse, ein Sandwich mit Käse oder Aufschnitt und eine Frucht. Ist es kalt, gehört ein warmes Getränk in den Rucksack.
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Wasser in eine hohe Pfanne geben und so lange unter Rühren dämpfen, bis das Wasser verdampft ist. 2. Lebkuchengewürz, Vanille
zucker und Zucker dazugeben, Milch dazugiessen. Alles langsam aufkochen und bei kleiner Hitze unter Rühren ca. 3 Mi nuten leicht köcheln lassen. 3. Pfanne vom Herd nehmen.
Kürbismilch mit Stabmixer fein pürieren, ca. 2 Minuten ziehen lassen.
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4. Inzwischen Rahm steif schlagen. 5. Kürbismilch in Gläser ver
teilen, jeweils einen Espresso dazugiessen. Rahm auf die Getränke verteilen und nach Belieben mit je einer Prise Lebkuchengewürz bestreuen. TIPP Für Kinder ohne E spresso
zubereiten. * Lebkuchengewürz ist saisonal in der Migros erhältlich. Ganzjährig ist es bei Galaxus bestellbar.
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MEINE REGION
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Migros Basel
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Freiwillige gesucht In Basel zu sehen: «Papa Bear Chair» von Zilla Leutenegger
Mit anderen Augen
durchs Museum
Foto: Sebastian Schaub © Zilla Leutenegger
Die poetischen Werke von Zilla Leutenegger verzaubern das ganze Museum Tinguely in Basel. Der Titel ist Programm: «Zwischenraum / Hindurchzuschaun».
Zilla Leutenegger zählt zu den prägendsten Stimmen der Schweizer Gegenwartskunst. Bekannt wurde sie mit ihren unverwechselbaren «Videozeichnungen», bei denen sie Wandzeichnungen mit projizierten bewegten Bildern kombiniert. Aus stillen Räumen werden so lebendige Szenerien: Schatten tauchen auf, Figuren bewegen sich durch die Architektur, und scheinbar Alltägliches beginnt, Geschichten zu erzählen. Oft steht dabei ihr Alter Ego «Zilla» im Mittelpunkt, das liest, wartet oder aus einem Fenster blickt. Aus diesen unscheinbaren Momenten entwickeln sich poetische Erzählungen, die Raum für eigene Erinnerungen und Assoziationen lassen. In der Ausstellung «Zwischenraum / Hindurchzuschaun» sind rund zehn multimediale Installationen sowie eine Auswahl von Monotypien zu sehen. Die Arbeiten eröffnen Einblicke in geheimnisvoll bewohnte Räume und laden dazu ein, genauer hinzusehen. Licht, Projektionen und Zeichnungen
verschmelzen zu atmosphärischen Bildwelten, in denen die Grenzen zwischen Realität und Vorstellung verschwimmen. Zwischen Bildwelten und Maschinen
Im Museum Tinguely treten Leuteneggers Werke in einen spannenden Dialog mit der Sammlung des Hauses. Dabei begegnen ihre leisen, poetischen Bildwelten der Dynamik und Bewegung von Jean Tinguelys Maschinen. Es entsteht ein faszinierendes Zusammenspiel von Raum, Licht und Erzählung, das den Museumsbesuch zu einem besonderen Erlebnis macht. Genossenschafter der Migros Basel erhalten beim Vorweisen ihres Genossenschaftsausweises an der Kasse das Ticket für Fr. 12.– statt 18.–. Die Ausstellung dauert vom 23.9.26 bis 7.3.27. Mehr Infos: → tinguely.ch
Mit dem Plaudertisch startet im Migros Restaurant MParc Dreispitz ein Pilotprojekt, das Menschen unkompliziert miteinander ins Gespräch bringen will. Die Idee baut auf den positiven Erfahrungen der Plauderkasse auf und schafft einen neuen Begegnungsort mitten im Alltag. Während festgelegter Zeiten lädt ein Plaudertisch zum Zuhören, Mitreden und Verweilen ein. Das Angebot richtet sich an alle Gäste und soll soziale Verbundenheit fördern sowie spontane Begegnungen ermöglichen. Für den Pilotbetrieb werden engagierte Freiwillige gesucht, die offen und unvoreingenommen anderen Menschen gegenüber sind, eine gute Sozialkompetenz besitzen und Freude am Kontakt mit Menschen in verschiedenen Lebenssituationen haben. Interessierte können sich bei Projektleiterin Vanessa Schmutz (Tel. 061 551 01 29 oder v.schmutz@gsuenderbasel.ch) melden.
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MEINE REGION
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Migros Basel
Matthias Baur wäscht die Knirpse.
Herbstzeit ist Kürbiszeit
Text und Fotos: Migros Basel
In sorgfältiger Handarbeit produziert Matthias Baur in Kaisten Kürbisse für die Migros Basel. Was als Erweiterung des Sortiments begann, ist heute fester Bestandteil des Familienbetriebs. Die Kraft der Natur fasziniert Matthias Baur. Samen, die Wurzeln schlagen, Pflänzchen, die sich dem Licht entgegenstrecken und schliesslich zu prächtigen Früchten heranwachsen: Der Gemüsebauer aus Kaisten entdeckte seine Leidenschaft für den Anbau bereits in jungen Jahren. Auf dem Familienbetrieb war er schon als Kind anzutreffen. Vor sechs Jahren übernahm er gemeinsam mit seiner Frau die Verantwortung für den Betrieb, den er zuvor zusammen mit seinen Eltern in einer Generationengemeinschaft geführt hatte. Auch die beiden Kinder packen gern mit an, wann immer es ihre Zeit erlaubt. Bereits Baurs Uronkel belieferte die Migros in den 1940er-Jahren mit Produkten aus der Region. Heute gehören neben Sala-
ten, Gurken, Lauch, Tomaten und weiteren Gemüsesorten auch Butternuss- und Oranger-Knirps-Kürbisse zum «Aus der Region»Angebot von Baur Gemüse. Der Muscade de Provence wird für die Kundinnen und Kunden der Migros Basel zudem in praktischer Schnitzform angeboten.
Den Kürbis gibt es auch in Schnitzform!
Vom Samen zur reifen Frucht
Zwischen den grossen Blättern leuchten die Kürbisse in kräftigen Orange- und Gelb tönen. Die Erntezeit hat begonnen: Gemeinsam mit seinen Mitarbeitenden schneidet Matthias Baur die Kürbisse von Hand ab und legt sie sorgfältig in die bereitstehenden Kisten. «95 Prozent unseres Erntevorgangs sind Handarbeit», sagt Matthias Baur. «Bei Frischprodukten muss die Qualität stim-
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MEINE REGION
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Migros Basel
Leitungswechsel
Migros-Partner Zollweiden unter neuer Leitung
Butternusskürbis in seiner schönsten Form
Mit dem Käsemesser: Für die Kundschaft wird Kürbis portioniert.
men, das ist uns sehr wichtig.» Würden die Kürbisse maschinell geerntet, könnten unschöne Druckstellen entstehen. Die Setzlinge werden selbst gezogen
Mitte Juni werden die Muscade-de-Provence-Kürbisse gesetzt. Aufgrund ihrer Grösse und ihres Wachstumszyklus benötigen sie am meisten Zeit. Kurz darauf folgen die Butternusskürbisse und anschliessend die Orangen Knirpse. Einen grossen Teil der Wertschöpfung übernimmt die Familie selbst. Die Setzlinge zieht Matthias Baur in Erdpresstöpfchen vor, wo sie während mehrerer Wochen keimen, bevor sie ins Freiland gesetzt werden. «Das machen heute nicht mehr viele so», sagt der 44-Jährige. «Für uns gehört es aber zur Qualität, möglichst viele Arbeitsschritte selbst in der Hand zu haben.» Insgesamt wachsen die Kürbisse auf rund 80 Aren der insgesamt 12 Hektaren grossen Freilandfläche des Betriebs. Der Anbau hat sich in den vergangenen Jahren bewährt und ist heute ein wichtiger Bestandteil des Sortiments geworden. Die robuste Kultur ergänzt den Gemüsebetrieb ideal und ermöglicht eine nachhaltige Nutzung der vorhandenen Ressourcen.
Nach der Ernte werden die Kürbisse auf dem Hof von Hand gewaschen, nach Grösse sortiert und etikettiert. Besonders eindrücklich sind die Muscade-de-ProvenceKürbisse mit ihrer bronzefarbenen Schale und den markanten Rippen. Einzelne Exemplare bringen bis zu 20 Kilogramm auf die Waage. Für die Migros Basel verarbeitet die Familie Baur einen Teil davon zu praktischen Kürbisschnitzen. Dafür braucht es viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl. Mit einem speziellen Käsemesser werden die grossen Kürbisse von Hand zerteilt, ausgehöhlt und auf das gewünschte Gewicht zugeschnitten. Mittlerweile sind die Arbeitsabläufe bestens eingespielt. Bis zum Ende der Saison verarbeitet der Betrieb rund zehn Tonnen Muscade de Provence zu Schnitzen von 400 bis 800 Gramm. Anschliessend werden die Stücke verpackt, etikettiert und für die Filialen der Migros Basel vorbereitet. Was einst als zusätzliche Kultur auf dem Hof begann, ist heute ein fester Bestandteil des Familienbetriebs. Mit viel Leidenschaft, Erfahrung und Handarbeit sorgt die Familie Baur dafür, dass Kundinnen und Kunden der Migros Basel auch in diesem Herbst Kürbisse aus der Region geniessen können.
In Münchenstein steht beim Migros-Partner Zollweiden ein Leitungswechsel an: Ab 1. Oktober übernehmen Suzan und Erdal Dogan (im Bild) den Standort. Das Ehepaar führt mit seiner Familie zusammen bereits erfolgreich den Migros-Partner Niederholz in Riehen. Für die Übergabe bleibt das Geschäft am 30.9. und 1.10. geschlossen. Die neuen Standortleitenden freuen sich darauf, die Quartierbevölkerung am Freitag, 2. Oktober, wieder mit einem frischen Angebot begrüssen zu dürfen. Die bisherigen Betreiber Mesut Vural und Güngör BünülVural stellen sich einer neuen Herausforderung: Gemeinsam mit ihrer Familie übernehmen sie den Migros-Partner in Aesch, der im Dezember neu eröffnet wird. Ebenfalls eine neue Leitung hat der Migros-Partner Zürcherstrasse in Basel. Seit Mitte August führt Adrian Marschall, bisheriger Stellvertreter, den von der Gesellschaft für Arbeit und Wohnen (GAW) betriebenen Standort. Suzan und Erdal Dogan
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LEBEN
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Haushalt
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Die klassische Glühbirne gehört der Vergangenheit an. Moderne Leuchtmittel haben sie ersetzt. Im Alltag reden wir trotzdem meist noch von Glühbirnen – und wissen oft nicht, worauf es beim Kauf ankommt. Die wichtigsten Antworten.
Welches Licht passt wohin?
Im Wohn- und Schlafzimmer macht es am meisten Sinn, auf warmes Licht mit 2700 Kelvin zu setzen, um ein gemütliches Raumklima zu erzeugen. Für Küche und Badezimmer eignet sich hingegen neutrales Licht mit 4000 Kelvin. «Kaltes Licht mit über 4000 Kelvin hilft bei der Konzentration und passt daher ins Büro oder in den Hobbyraum», sagt Doris Stojkovic, Sortimentsmanagerin für Leuchtmittel in der Migros.
1
Wie finde ich die passende Glühbirne?
Damit eine Lampe Licht erzeugt, müssen das Gewinde – der sogenannte Sockel – und die Fassung zusammenpassen. Dafür müssen die Kennzeichnungen an Glühbirne und Leuchte übereinstimmen.
2
Helle
Welche Gewinde gibt es?
Das bekannteste Gewinde ist der Schraubsockel, den es schon zu Zeiten der echten Glühbirne gab. In der Fachsprache ist diese Sockelart auch als Edisonsockel bekannt. Daher tragen Birnen dieser Art die Abkürzung E. Ebenfalls verbreitet sind Steckund Stiftsockel mit der Bezeichnung G oder GU. Eher selten kommt hierzulande der Bajonettsockel zum Einsatz, der durch Eindrehen in die Fassung einrastet. Sein Kürzel ist B.
Leuchten Jede Lampe braucht eine Birne, pardon: ein Leuchtmittel. Doch wie finde ich das richtige, und was bedeuten die Buchstaben und Zahlen darauf? Ein Überblick.
5
Was für Lampen gibt es?
LED-Lampen sind heute der Standard. Sie brauchen wenig Strom und sind langlebig. Energiesparlampen sparen ebenfalls Strom, enthalten jedoch giftiges Quecksilber. Halogenlampen produzieren angenehmes Licht, brauchen aber mehr Strom.
Bringen Licht ins Dunkel
Text: Barbara Scherer
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Was bedeuten die Zahlen und Buchstaben? Foto: Adobe Stock
Lumen (lm) steht für die Hellig-
keit einer Glühbirne. Eine normale Lampe hat 806 Lumen. Sehr helle Birnen haben über 1500, und schwaches Licht entspricht 250 Lumen.
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Kelvin (K) steht für die Licht-
farbe. Tageslicht entspricht 5300 bis 6500 Kelvin. Für ein warmes und gemütliches Licht braucht es 2700, für kaltes über 4000 Kelvin. Watt (W) zeigt an, wie viel Strom eine Lampe verbraucht. Ein modernes LED-Leuchtmittel benötigt 8 bis 10 Watt.
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LEBEN Nylonstrümpfe
Hauchdünne
Revolution
Es begann mit einer Erfindung im Labor. Kurze Zeit später standen Millionen von Frauen Schlange für Strümpfe: Die Nylonfaser veränderte Hygiene, Mode und sogar die Kriegsführung. Text: Edita Dizdar
1935 DER PIONIER
1940
Der US-Chemiker W allace Hume Carothers erfindet Nylon, die erste vollständige Kunstfaser der Welt.
ANSTURM In den USA kommen die ersten Nylonstrümpfe in den Verkauf.
1938 «BÜSCHEL WUNDER»
«So stark wie Stahl, so fein wie ein Spinnennetz» – mit diesem Slogan bewarb die US-Firma DuPont im Jahr 1938 ihre bahnbrechende Erfindung: Nylon. Drei Jahre zuvor hatte der Chemiker Wallace Hume Carothers in ihrem Auftrag die erste vollständig künstliche Textilfaser auf der Basis von Kohle, Wasser und Luft entwickelt und p atentieren lassen. Das erste Massenprodukt aus dem neuen Wunderstoff war die Zahnbürste. Bis dahin bestanden ihre Borsten meist aus Tierhaar. Nylon war hygienischer und günstiger in der Herstellung. Beworben wurde das Produkt als «Miracle-Tuft», also «Büschelwunder». Seidenlook für alle
Was dann kam, begeisterte die Frauen: An der Weltausstellung 1939 in New York wur-
Vier Millionen Paar Nylonstrümpfe gingen am ersten Verkaufstag über die Ladentische.
1941 RÜSTUNGSGUT Nylon wird für Fallschirme und a nderes Kriegs material des US-Militärs verwendet.
den die ersten Nylonstrümpfe präsentiert. Die hauchdünne Neuheit, die bis zu den Oberschenkeln reichte, kam am 15. Mai 1940 in den USA in ausgewählte Läden. Der Ansturm war gewaltig: Allein am ersten Verkaufstag gingen vier Millionen Paar über die Ladentische. Das Objekt der Begierde war leicht, elastisch, strapazierfähig und deutlich günstiger als Seidenstrümpfe, die als Inbegriff weiblicher Eleganz galten. «Bis dahin konnte man Damenbeinen auf den ersten Blick ansehen, wer sich echte Seidenstrümpfe leisten konnte und wer auf günstigere Baumwoll- oder Kunstseidenstrümpfe ausweichen musste», sagt Simona Bischof, Kulturvermittlerin beim Textilmuseum St. Gallen. Nylon änderte dies: «Der Seidenlook wurde plötzlich für alle erschwinglich.» Als die USA im De-
Fotos: Keystone (3), The Board of Trustees of the Science Museum, Getty Images (4), MGB-Archiv
Die erste Zahn bürste mit Nylon borsten kommt in die Läden und löst Tierhaar borsten ab.
LEBEN
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Nylonstrümpfe
1973 ALLZWECKSTOFF General Motors integriert den ersten Nylon-Airbag in seinen Autos.
1951 VOR 75 JAHREN: DIE MIGROS STEIGT EIN Die Migros verkauft die ersten Nylonstrümpfe unter dem Namen «Royal» aus Schweizer Produktion.
1946
2026
DER HYPE GEHT WEITER Die Produktion von Nylonstrümpfen wird wiederaufgenommen. Bis Mitte der 1950erJahre kommen sie noch mit Naht auf der Beinrückseite.
1965 MINI MIT STRUMPFHOSE Miniröcke kommen in Mode, was zur Erfindung der Strumpfhose führt.
zember 1941 in den Zweiten Weltkrieg eintraten, war Schluss mit Strumpffreude. Nylon wurde jetzt für Fallschirme, Seile, Netze und weitere Ausrüstung gebraucht. Erst Knappheit, dann Überfluss
Nach Kriegsende lief 1946 die Produktion aber wieder an. Gefühlt wollten alle Amerikanerinnen ein Paar Strümpfe ergattern. Die dadurch entstandenen Rangeleien in den Läden gingen als «Nylon-Riots» in die Geschichte ein. Schliesslich erreichte der Nylonrausch Europa. Auch die Schweiz wurde mit Billigstrümpfen aus den USA geflutet, sodass hiesige Hersteller auf Lagern voller Strümpfe sitzen blieben. MigrosGründer Gottlieb Duttweiler beschloss, dem Fabrikanten Alfred Ruckstuhl aus Wil SG unter die Arme zu greifen und nahm dessen
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VIELSEITIGE FASER Polyamidfasern, zu denen Nylon gehört, werden vielseitig eingesetzt, etwa für Outdoorbekleidung.
Nylonstrümpfe günstig ins Sortiment auf. Als in den 1960er-Jahren Miniröcke aufkamen, war das die Geburtsstunde der Strumpfhose. Sie kam ohne Strumpfhalter aus und war deshalb viel praktischer als die klassischen Strümpfe. Noch heute unverzichtbar
Damen Strumpfhose 1 Stück Fr. 5.97 statt 9.95 Aktion: 40 % auf alle Damen- und Herren-Strumpfwaren, vom 24. bis 30. September
In den vergangenen Jahrzehnten sind viele Entwicklungen aus Nylon und weiteren künstlichen Fasern hinzugekommen. «Polyamidfasern wie Nylon sind leicht sowie abrieb- und reissfest zugleich», sagt Nina Bachmann. Die Nachhaltigkeitsexpertin bei Swiss Textiles, dem Verband der Textilbranche, sieht noch viel Potenzial. Laut ihr dürften Recycling und Upcycling von Polyamid in Zukunft eine verstärkte Rolle s pielen.
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LEBEN Astronautin
Faszination Weltraum: Maria Martini studiert an der ETH Zürich.
Die Astronautin,
die nicht fliegt
ETH-Studentin Maria Martini macht als Astronautin unbezahlt riskante Abstiege in tiefe Höhlen. Freunde von ihr sagen: «Die war schon immer etwas crazy.» Text: Heidi Bacchilega
D
er erste Interviewtermin platzt. «Hallo Heidi, leider haben meine Zellen heute nicht gut mitgemacht, deshalb muss ich morgen sehr lange im Labor bleiben …», schreibt sie mir. Zellen, die nicht mitmachen. Eine Frau, die bleibt, bis sie es doch tun. Ein volles Leben, in dem sich dann doch Platz findet für ein Interview. Willkommen in der Welt von Maria Martini. Wir treffen uns eine Woche später an der ETH Zürich. Die 33-jährige Aargauerin sitzt entspannt da, ein Glas Wasser in der Hand,
LEBEN
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Astronautin
«Was wir machen, ist Weltraumforschung ohne Rakete.» Maria Martini (33), analoge Astronautin
tische Hilfskraft am Max-Planck-Institut und finanzierte sich mit verschiedenen Nebenjobs ihren Lebensunterhalt. Kein Genie nötig, nur Neugier
und sagt einen Satz, der das Gegenüber erst einmal verstummen lässt: «Ich bin analoge Astronautin.» Pause. Höfliches Nicken, dahinter ein grosses Fragezeichen. Was bitte ist das? Die Antwort beginnt auf der Erde. Analoge Astronautinnen und Astronauten trainieren in Umgebungen, die dem Weltraum möglichst nahekommen: in Wüsten, Lavahöhlen, unter Wasser, in abgeschot teten Habitaten. Sie testen Technologien, üben Abläufe und erforschen, wie Isolation und extreme Bedingungen auf den Körper wirken. «Es ist Weltraumforschung ohne Rakete», sagt Maria Martini. «Aber alles, was wir dort herausfinden, fliegt irgendwann mit.»
Fotos: Andrej Meloski, Martin Holec
Gefahr in der Tiefe
Wie riskant das ist, hat sie selbst erlebt: Während der fünftägigen Mission Atenea in einer Höhle bei Arredondo (Spanien) steigt ihre Crew in ein unterirdisches System hinab – isoliert von der Aussenwelt und ohne Mobilfunk. Die einzige Verbindung nach draussen ist eine Funkverbindung zum Mission Control Center. Tief in der Höhle muss die Crew über rutschige, enge Passagen zu einem salzreichen See vordringen, um Proben zu nehmen. Als auch dieser Funkkontakt ausfällt, sind sie auf sich allein gestellt. Trotz der Gefahr bleibt Martini ruhig. Die Crew erfüllt ihren Auftrag und kehrt sicher zurück.
Isoliert von der Aussenwelt: Astronautin Maria Martini im Einsatz – tief in einer Höhle in Spanien
Solche Momente schweissen ein Team zusammen und machen die kleinen Dinge gross. Etwa das Frühstück am nächsten Morgen: gefriergetrocknetes Porridge mit Blaubeeren. Ein spanischer Professor, der mit auf der Mission ist, sagt, das sei, «als würde man rohe Schnecken essen, die noch leben». Maria Martini lacht, als sie davon erzählt. Aber sie sagt ernst: «Es wird sehr unterschätzt, wie wichtig die Ernährung ist für das psychische Wohlergehen von Astronauten.» Was einem in der Dunkelheit am meisten fehle, seien die einfachsten Dinge: «Das Gefühl von Wind auf der Haut, Sonnenstrahlen, Vogelzwitschern, frische Luft.» Martini studiert im Master Molekularund Zellbiologie mit Nebenfach Astronomie und Astrophysik. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Krebsforschung. Ihr Weg dorthin war alles andere als geradlinig: Nach einer Lehre als Biolaborantin holte sie in Deutschland das Gymnasium nach und schloss anschliessend den Bachelor in Biological Sciences ab. Während dieser Zeit arbeitete sie als studen-
In der Schwerelosigkeit verhalten sich Zellen anders, altern anders, teilen sich anders. In einem Satellitenexperiment werden Zellen im All beobachtet, um besser zu verstehen, wie Krebs entsteht. «Ich würde gern als Wissenschaftlerin in Erinnerung bleiben. Das würde bedeuten, dass ich etwas gefunden hätte, was einen grossen Beitrag für die Medizin leistet.» Neben dem Studium engagiert sich Maria Martini bei Aris, Akademische Raumfahrt Initiative Schweiz, der ETH Zürich. Rund 200 Studierende arbeiten hier gemeinsam an Raketen, Satelliten und Unterwasserfahrzeugen. Auf freiwilliger Basis und unbezahlt, finanziert durch Sponsoren wie die Schweizer Raumfahrtzulieferer Maxon und Beyond Gravity. Martini wünscht sich, dass mehr junge Menschen den Weg in die Mint-Fächer finden – Mathematik, Informatik, Natur wissenschaften und Technik. Viele würden abwinken, weil sie glauben, man müsse gut in Mathe sein. Schade, findet sie. «In der Raumfahrt gibt es so viele Möglichkeiten: von Ernährungswissenschaften bis Kunst. Probiert es einfach aus und glaubt an euch.» Und der Traum vom echten Flug? Wenn die Aargauerin eine Mission wählen dürfte, wäre es nicht der Mond, nicht der Mars, sondern der Saturnmond Enceladus. Unter seiner Eiskruste wird ein Ozean vermutet, der Leben beherbergen könnte. «Enceladus ist wunderschön», schwärmt sie, «besonders die Tiger Stripes» – riesige Risse in der Eisoberfläche, aus denen Wasserfontänen ins All schiessen. Dass aus der analogen Astronautin eine Astronautin wird, ist unwahrscheinlich. Martini setzt sich deshalb ein greifbareres Ziel: die Privatpilotenlizenz. Reaktionen ihrer Freunde und Familie? Die seien bunt gemischt, sagt sie: «Von Staunen über ein grosses Fragezeichen bis hin zu Augenrollen. Manche sagen: Die war schon immer ein bisschen crazy.» Maria Martini lächelt. Sie nimmt es als Kompliment und als Ansporn.
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Finanzen
2. Die Bank prüft mehr als nur das Einkommen
Wer eine Hypothek aufnehmen will, muss der Bank einen umfassenden Einblick in seine finanzielle Situation geben. Dazu ge hören etwa Lohnausweis, Steuererklärung, Pensionskassenausweis sowie Angaben zu Vermögen und Ersparnissen. Hinzu kom men Unterlagen zur Immobilie wie Grund risse oder der Kaufvertrag. So prüft die Bank die Tragbarkeit, also ob die laufenden Wohnkosten (Zinsen, Amortisationen und Nebenkosten) dauerhaft zum Einkom men passen. Diese Kosten dürfen in der Regel nicht mehr als ein Drittel des Bruttoeinkommens ausmachen. 3. Die günstigste Hypothek ist nicht immer die beste
Frage
Hypotheken:
Welche Punkte sind entscheidend?
Bei der Wahl der Hypothek gilt es, Sicher heit und Flexibilität gegeneinander abzu wägen. Eine Festhypothek bietet Planungs sicherheit, da der Zinssatz während der gesamten Laufzeit unverändert bleibt. Sie eignet sich besonders für Personen, die Wert auf Stabilität legen und ihre Kosten lang fristig kalkulieren wollen. Eine Saron-Hypothek lässt dagegen mehr Spielraum und ermöglicht es, von sinkenden Zinsen zu profitieren, geht aber mit dem Risiko steigender Kosten einher. Auch eine Kombination aus Fest- und Saron-Hypothek ist möglich. 4. Eine gute Bank berät nicht nur zur Hypothek
Antwort Der Kauf einer Wohnung oder eines Hauses ist meist die grösste finanzielle Entschei dung im Leben. Vier Fakten, die angehende Eigenheimbesitzerinnen und -besitzer wis sen sollten. 1. Der Kaufpreis ist nicht massgebend
Marcel Müller,
Illustration: Getty Images; Foto: zVg
Kundenberater Migros Bank, Hypothekenexperte
Wer von Wohneigentum träumt, achtet vor allem auf den Kaufpreis. Für die Bank zählt jedoch der Verkehrswert einer Immobilie, also der geschätzte Marktwert. Sie finanziert in der Regel bis zu 80 Prozent dieses Werts. Liegt der Kaufpreis höher, muss die Differenz aus den eigenen Mitteln be zahlt werden. Beispiel: Eine Wohnung kostet 1,1 Millionen Franken, die Bank schätzt ihren Ver kehrswert aber auf 1 Million Franken. In dem Fall vergibt sie maximal 800 000 Fran ken Hypothek. Die Käuferin oder der Käufer benötigt somit 300 000 statt 220 000 Fran ken Eigenkapital.
Bei einer Hypothek geht es um mehr als den Zinssatz. Wichtige Fragen sind: Soll Geld aus der Pensionskasse oder der privaten Vorsorge für den Hauskauf eingesetzt werden? Lohnt es sich, die Hypothek rasch abzu bauen? Und bleibt die Finanzierung auch nach der Pensionierung bezahlbar? Die Antworten können über die Jahre einen Unterschied von mehreren Zehntau send Franken ausmachen. Deshalb sollte eine Beratung auch Vorsorge, Steuern, die Rückzahlung der Hypothek und die Zeit nach der Pensionierung einbeziehen.
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Mehr als Glühwein und Lichterglanz Tradition, Kulinarik oder südliches Flair: Diese fünf Weihnachtsmärkte zeigen, wie vielfältig der Advent in Europa sein kann. Text: Heidi Bacchilega
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Festliche Stimmung in Sevilla: Weihnachtsmarkt und Krippenmarkt ziehen im Dezember Einheimische und Gäste gleichermassen an.
Wer an Weihnachtsmärkte denkt, hat meist ähnliche Bilder vor Augen: Lichterketten, Glühwein und festlich geschmückte Stände. Doch ein genauerer Blick lohnt sich. Denn Weihnachtsmärkte verraten viel über die Regionen, in denen sie stattfinden. Sie erzählen von alten Handwerken, kulinarischen Traditionen und gelebten Bräuchen. Vom Christkind in Nürnberg bis zur Krippenkunst in Sevilla zeigt sich Europa im Advent erstaunlich vielfältig.
Dresden im Advent: Der Striezelmarkt zählt zu den ältesten Weihnachtsmärkten Deutschlands.
Nicht der Weihnachtsmann eröffnet den Markt, sondern das Christkind. Seit Jahrhunderten gehört diese Figur fest zur Iden tität der Stadt. Rund um den Hauptmarkt bestimmen rot-weisse Marktstände, Lebkuchen und die berühmten Nürnberger Rostbratwürste das Bild. Der Christkindlesmarkt zählt zu den bekanntesten Europas. Dennoch hat er sich viele Traditionen bewahrt, die ihn bis heute unverwechselbar machen.
Wo Geschichte duftet: Dresden (D)
Zwischen Bergen und Dolce Vita: Bozen, Brixen und Trient (I)
Der Dresdner Striezelmarkt gilt als ältester Weihnachtsmarkt Deutschlands. Seine Wurzeln reichen bis ins 15. Jahrhundert zurück. Seinen Namen verdankt er dem «Striezel», dem Vorläufer des heutigen Christstollens. Bis heute gehört der berühmte Dresdner Stollen ebenso zum Markt wie die Holzkunst aus dem Erzgebirge. Zwischen geschnitzten Räuchermännchen, Nussknackern und Schwibbögen wird schnell spürbar, wie eng Weihnachtsmarkt und regionale Tradition miteinander verbunden sind. Wer durch die Altstadt schlendert, erlebt nicht nur Adventsstimmung, sondern auch ein Stück sächsische Kulturgeschichte.
Wer Advent mit Bergkulisse verbinden möchte, wird in Südtirol und im Trentino fündig. In Bozen, Brixen oder Trient treffen alpine Traditionen auf italienische Lebensfreude. Die Weihnachtsmärkte in den festlich geschmückten Altstädten wirken oft entspannter als in grossen Metropolen. Statt Hektik stehen Genuss, Begegnungen und regionale Spezialitäten im Mittelpunkt. Es duftet nach Gewürzen und Kastanien, während sich im Hintergrund die Alpen abzeichnen. Gerade diese Mischung macht den besonderen Reiz der Region aus. Weihnachten fühlt sich hier vertraut und zugleich überraschend anders an.
Fotos: zVg
Wo das Christkind wohnt: Nürnberg (D)
In Nürnberg beginnt die Weihnachtszeit traditionell mit einem besonderen Ritual: Weiter gehts auf der folgenden Seite
SPONSORED CONTENT Brixen im Advent: Zwischen Dom und Hofburg findet einer der schönsten Weihnachtsmärkte Südtirols statt.
Ein Advent voller Sonne: Sevilla (Spanien)
Dass Weihnachtsstimmung nicht zwingend Schnee und Minusgrade braucht, beweist Sevilla. In der andalusischen Stadt stehen weniger die Märkte im Mittelpunkt als eine Tradition, die in Spanien fast heilig ist: die Krippe. Überall sind kunstvoll gestaltete Krippenlandschaften zu entdecken, manche von beeindruckender Grösse und Detailtreue. Dazu kommen festlich beleuchtete Plätze und lange, milde Abende. Wer den Advent einmal aus einer anderen Perspektive erleben möchte, findet hier einen spannenden Kon trast zu den Märkten im Norden Europas. Die elegante Seite des Advents: B aden-Baden (D)
Baden-Baden zeigt, dass ein Weihnachts markt auch stilvoll und mondän sein kann. Vor der prächtigen Kulisse von Kurhaus und Casino entsteht jedes Jahr einer der schönsten Weihnachtsmärkte Deutschlands. Die festlich geschmückten Wege fügen sich harmonisch in das Stadtbild aus historischen Villen, Parkanlagen und traditionsreichen Bädern ein. Wer möchte, verbindet den Besuch mit einem Bummel durch die Altstadt oder einem entspannenden Aufenthalt in einer der Thermen. So wird der Adventsaus flug schnell zur kleinen Auszeit vom Alltag. Entspannt unterwegs
Traditionsreicher Klassiker oder überra schender Geheimtipp: Jede Region feiert die Adventszeit auf ihre eigene Weise. Wer mehrere dieser Weihnachtswelten entdecken möchte, kann sich ganz auf die Vor freude konzentrieren. Die Adventsreisen von Twerenbold führen im Königsklasse-Luxus bus zu den schönsten Weihnachtsmärkten Europas. Komfortable Sitze, zentral gelegene Hotels und die entspannte Anreise schaffen den passenden Rahmen für genussvolle Wintertage. Weitere Infos
Nürnberg im Advent: Leb kuchen und handgefertigter Weihnachts schmuck ge hören zu den Hauptattrak tionen.
So wird jede Weihnachtsmarktreise zu einem Fest für alle Sinne. Alle Adventsreisen auf einen Blick:
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Adventszauber Adventsromantik in historischen Städten
Traditionsreicher Adventszauber
Advent in Ulm und Augsburg
Christkindlesmarkt Nürnberg
In Ulm und Augsburg tauchen wir in die festliche Weihnachtsstimmung Süddeutschlands ein und reisen bequem im KönigsklasseLuxusbus.
Im Königsklasse-Luxusbus geht es in die Frankenmetropole Nürnberg, wo wir festliche Tage voller Genuss erleben.
Besinnliche Momente: In Augsburg erwartet uns der über 500 Jahre alte Christkindlesmarkt vor dem traditionsreichen Rathaus. Festlich geschmückte Buden, die prachtvolle Weihnachtspyramide und die Märchenstrasse sorgen für stimmungsvolle Momente. Am zweiten Tag geht es nach Ulm. Direkt vor dem imposanten Münster laden 130 liebevoll dekorierte Stände zum Bummeln ein. Kunsthandwerk, weihnachtliche Köstlichkeiten und tausende Lichter schaffen eine zauberhafte Weihnachtswelt. Eine Nacht im Mittelklasshotel Rugs Augsburg City (off. Kat.***) in Augsburg.
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1: 28.11.–29.11. 7: 04.12.–05.12. 2: 29.11.–30.11. 8: 05.12.–06.12. 3: 30.11.–01.12. 9: 06.12.–07.12. 4: 01.12.–02.12. 10: 07.12.–08.12. 5: 02.12.–03.12. 11: 09.12.–10.12. 6: 03.12.–04.12. 12: 11.12.–12.12. 13: 12.12.–13.12.
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Adventsglanz in Deutschlands Weihnachtsstadt: Wir bummeln über den weltberühmten Nürnberger Christkindlesmarkt. Vor der Kulisse der Frauenkirche reihen sich rot-weiss geschmückte Stände und sorgen für eine weihnächtliche Atmosphäre. Bei einem kulinarischen Stadtrundgang durch die historische Altstadt geniessen wir Spezialitäten wie Lebkuchen und Bratwurst. Auf der Rückfahrt besuchen wir den Weihnachtsmarkt in Ulm, wo festlich dekorierte Marktstände den Münsterplatz in weihnachtlichen Glanz tauchen.
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Zauberhafte Weihnachtsmärkte
Der älteste Weihnachtsmarkt Deutschlands
Advent im Schwarzwald
Striezelmarkt in Dresden
Auf dieser Reise im KönigsklasseLuxusbus entdecken wir zwei der schönsten Weihnachtsmärkte im Schwarzwald.
Mit dem Königsklasse-Luxusbus erreichen wir das stimmungsvoll geschmückte Dresden.
Festliche Lichter, Glühwein und die malerische Kulissen: Wir starten in Freiburg, wo uns der Weihnachtsmarkt in der historischen Altstadt verzaubert. Danach geht es weiter in die elegante Bäderstadt Baden-Baden. Hier lernen wir auf einem geführten Rundgang die wichtigsten Sehenswürdigkeiten kennen, bevor wir den Christkindelsmarkt rund um das Kurhaus geniessen. Auf dem Rückweg erwartet uns die Fahrt über die Schwarzwaldhochstrasse mit ihren beeindruckenden Ausblicken. Tauchen Sie ein in eine zauberhafte Adventswelt. Zwei Nächte im Mittelklasshotel TRIBE (off. Kat.***) in Baden-Baden, direkt im Stadtzentrum.
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Zwischen barocker Pracht, Geschichte & weihnachtlichem Zauber: Wir bewundern die Frauenkirche, die Semperoper und den kunstvollen Zwinger, bevor wir in das Herz des Striezelmarkts eintauchen – ein Meer aus Lichtern und Düften. Die lebendige Altstadt lädt uns ein, durch ihre Gassen zu flanieren und kleine Schätze zu entdecken. Das Meissner Weihnachtsland* erwartet uns mit festlich dekorierten Hütten und traditionellem Handwerk. Genügend Zeit bleibt auch für Ihr Weihnachtsshopping und einen Bummel durch Dresdens geschmückte Einkaufsstrassen. Drei Nächte im Erstklasshotel Elbflorenz (off. Kat. ****) in Dresden an zentraler Lage.
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Reisekultur, die inspiriert
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LEBEN Gesundheit
Was tun, wenn der
Darm träge wird? Verstopfung ist häufig, chronische Beschwerden betreffen bis zu 15 Prozent der Bevölkerung. Gastroenterologe Sebastian Zeissig erklärt, was hilft und wann man zum Arzt sollte. Text: Angela Obrist
Illustration: Anja Wicki
Sebastian Zeissig, tauscht man sich mal offen über die Verdauung aus, sagen viele, sie seien verstopft. Ist man denn schon verstopft, wenn man nur dreimal pro Woche Stuhlgang hat?
Nicht zwingend. Gemäss Definition gilt Stuhlgang von dreimal pro Woche bis zu dreimal am Tag als normal und gesund. In Fachkreisen spricht man aber auch von Verstopfung, wenn mehr als ein Viertel der Stuhlentleerungen entweder sehr hart ist, man stark pressen muss oder das Gefühl hat, dass sich der Darm nicht vollständig entleert. Wann sollte man denn zum Arzt gehen?
Viele Menschen haben zwischendurch einmal Verstopfung. Meist normalisiert sich die
LEBEN
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Gesundheit
Verdauung nach einigen Tagen mit mehr Flüssigkeitszufuhr und Bewegung. Aufhorchen sollte man, wenn die Verdauung immer gut war und sich plötzlich verschlechtert. Wieso das?
Die Verstopfung kann in seltenen Fällen auch ein Symptom von Erkrankungen wie Darmkrebs sein. Weitere Warnzeichen sind Blutarmut, Blut im Stuhl, Gewichtsverlust, Fieber oder ein Wechsel von Durchfall und Verstopfung. Die meisten Patienten mit Verstopfung haben keine schwere Erkrankung – man sollte Warnzeichen aber trotzdem ernst nehmen. Ab wann ist es chronisch?
Wenn die Beschwerden länger als drei Monate andauern, sprechen wir von einer chronischen Verstopfung. Sie betrifft etwa 10 bis 15 Prozent der Menschen in der Schweiz. Was sind die Ursachen?
Als Arzt prüft man eine lange Liste an möglichen Ursachen. Ein kleiner Teil der Patienten leidet an einer Erkrankung, die Verstopfung begünstigt, wie eine Schilddrüsenunterfunktion oder Diabetes. Auch Medikamente wie gewisse Schmerzmittel können für Verstopfung sorgen. Die allermeisten Patienten haben aber eine funktionelle Verstopfung.
1,5 bis 2 Liter pro Tag, an heissen Tagen mehr. Diese Flüssigkeit braucht es auch, damit Ballaststoffe im Darm aufquellen und gut weitertransportiert werden. Was hilft sonst noch?
Wenn Stuhldrang da ist, sollte man unbedingt zur Toilette gehen. Unterdrückt man den Stuhlreiz fortwährend, kann man ihn wegtrainieren, was weitere Verstopfung begünstigt. Was tun, wenn man auf der Toilette sitzt und einfach nichts kommt?
Was dann?
Viele nutzen Abführmittel. Was raten Sie?
Wir setzen beim Lebensstil an: genug Bewegung, eine ballaststoffreiche Ernährung und ausreichendes Trinken. Selbst wenn das Leiden schon lange anhält und es eine gewisse genetische Veranlagung gibt, kann man die Verdauung so positiv beeinflussen.
Die Einnahme von Abführmitteln sollte man unbedingt mit dem Hausarzt besprechen. Manche Medikamente können abhängig machen und zu Schäden am Darm führen.
Mindestens 1,5 bis 2 Stunden sportliche Betätigung pro Woche, zum Beispiel zügiges Spazieren, Schwimmen oder Teamsport.
Foto: zVg
Wie viel sollte man trinken?
Die Darmentleerung ist erschwert, ohne dass eine Erkrankung oder sichtbare Schädigung des Darms vorliegt. Manche Menschen haben einfach eine sehr langsame Darmpassage.
Wie viel Bewegung empfehlen Sie?
Sebastian Zeissig
Diese pflanzlichen Bestandteile kann der Körper gar nicht verdauen. Sie dienen den nützlichen Bakterien im Dickdarm aber als Nahrung, quellen auf und sorgen für mehr Stuhlvolumen, was die Darmbewegung anregt. Wichtig ist: Man sollte schrittweise auf eine ballaststoffreiche Ernährung umstellen, sonst kann es zu Blähungen kommen.
Wichtig: nicht pressen, nicht lange sitzen bleiben – beides begünstigt Hämorrhoiden und Analfissuren. Stattdessen einen Fussstuhl von rund 20 bis 30 Zentimetern Höhe verwenden, denn die Hockhaltung erleichtert den Stuhlgang körperlich erheblich. Der ideale Zeitpunkt ist rund 30 Minuten nach dem Frühstück, wenn der sogenannte gastrokolische Reflex die Darmbewegung maximal anregt. Und anstatt zu pressen: tief in den Bauch atmen und entspannen.
Das bedeutet?
ist seit 2025 Klinikdirektor am Universitätsspital Bern und Chefarzt für Gastroenterologie an der Universitätsklinik für Viszerale Chirurgie und Medizin.
Wieso helfen Ballaststoffe gegen Verstopfung?
Was heisst ballaststoffreiche Ernährung?
Ich empfehle, pro Tag mindestens 30 Gramm Ballaststoffe zu sich zu nehmen. Sie finden sich gehäuft in Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Gemüse, Früchten, Nüssen und Samen, aber weniger in Fast Food, Süssigkeiten und hoch verarbeiteten Produkten.
Welchen Einfluss hat die Darmflora ?
Das Mikrobiom im Darm, die Darmflora, beeinflusst das Tempo, in dem der Nahrungsbrei durch den Darm befördert wird, und die Häufigkeit des Stuhlgangs. Dieses Mikrobiom lebt von dem, was man isst – ein Argument für eine ballaststoffreiche Ernährung. Passt man den Lebensstil an, wie schnell merkt man eine Verbesserung?
Werden alle Empfehlungen berücksichtigt, sollte sich eine chronische Verstopfung innert weniger Tage oder Wochen abmildern.
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LEBEN Kreditkarten
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Braucht es für die Cumulus Kreditkarte ein Konto bei der Migros Bank? Kostet sie etwas? Wir sagen, was stimmt und was nicht. Text: Heidi Bacchilega
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Wann gibt es Punkte?
LEBEN
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Kreditkarten
Für die Cumulus Kreditkarte muss man jedes Jahr eine Grundgebühr bezahlen.
Falsch. Für die Cumulus Kreditkarte fällt keine Jahresgebühr an. Auch Zusatzkarten sind kostenlos. Für die Cumulus Kreditkarte braucht es ein Konto bei der Migros Bank.
Falsch. Ein Konto bei der Migros Bank ist nicht erforderlich. Die Kreditkarte kann unab hängig davon beantragt und genutzt werden. Ende Monat erhält man die Rechnung für die getätigten Einkäufe: entweder per E-Mail oder in der One App. Begleichen lässt sie sich bequem per Lastschriftverfahren oder eBill. Auch ausserhalb der Migros kann man mit der Cumulus Kreditkarte Punkte sammeln.
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Falsch. Wer im Ausland mit Karte bezahlt, kann zwischen Schweizer Franken und der Landeswährung wählen. Oft ist die Zahlung in der jeweiligen Landeswährung die bessere Wahl. Dann erfolgt die Umrechnung über das Kreditkartennetzwerk und nicht über den Anbieter des Zahlungsterminals, dessen Kurs häufig weniger günstig ausfällt.
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LEBEN Tiere
s i b «Eiinmal imch zwer gehe i Jah zum » r u e f f i Co
VIP-Schafe Dolly, 1996 in Schottland ge boren, ging als erstes geklontes Säugetier in die weltweiten Annalen ein. Das momentan wohl bekannteste Schaf heisst Shaun und ist die Titelfigur in der gleichnamigen britischen TV-Animationsserie. 2015 er schien der erste Teil, am 1. Ok tober kommt mit «Shaun das Schaf – Spuk im Kürbisfeld» Teil drei in die Schweizer Kinos.
Steckbrief Schafe sind Säugetiere und ge hören wie Ziegen, Kühe und Antilopen zur Familie der Horn träger. Sie sind Paarhufer und Wiederkäuer. Neben dem Haus schaf gibt es auch Wildschafe. Diese leben in verschiedenen Regionen der Welt. Das einzige Wildschaf in Europa ist das Mufflon. Es kommt auch in der Schweiz vor, nämlich im Unter wallis.
Von wegen
dummes Schaf Auf der Kinoleinwand sorgen Schaf Shaun und seine Freunde bald wieder für Chaos. Höchste Zeit für einen genaueren Blick auf das wollige Herdentier. Text: Barbara Scherer
LEBEN
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Tiere
Schon lange an unserer Seite
Die beliebteste Rasse
Schafe gehören zu den ältesten Nutztieren des Menschen: Vor schätzungsweise 10 000 Jahren wurden sie domestiziert. Weltweit gibt es weit über 600 Schafrassen, in der Schweiz sind 18 vom Schweizer Schafzuchtverband anerkannt.
Die meistgehaltene Rasse hierzulande ist das Weisse Alpenschaf. «Es wird vor allem für die Fleischproduktion gebraucht», so Berger. Die meisten Schaf rassen haben keine Hörner. Eine Ausnahme bildet das Walliser Schwarznasenschaf, hier tragen männliche und weibliche Tiere Hörner.
So lebt das Schaf
Fotos: Getty Images, © 2026 AARDMAN and STUDIOCANAL SAS. All Rights Reserved.
Schafe sind Herdentiere. Männliche Schafe heissen Widder oder Bock und sind zwischen 120 und 140 Kilogramm schwer. Weibliche Schafe, auch Aue oder Zibbe genannt, bringen zwischen 80 und 100 Kilogramm auf die Waage. Im Schnitt leben Schafe sechs bis acht Jahre. Meist lebt ein Bock mit vielen Auen zusammen, die er deckt. Nach fünf Monaten kommt ein Jungtier zur Welt, manchmal kommt es auch zu einer Zwillingsschwangerschaft. «Hierzulande haben Schafe ein- bis zweimal im Jahr Lämmer», erklärt Lukas Berger, Präsident des Schweizerischen Schafzuchtverbands. Angeführt wird die Herde von einer erfahrenen Aue, sie ist das Leittier.
Gar nicht so dumm Schafe gelten als einfältig. Der Experte widerspricht: «Die Tiere können sich auch nach einem Jahr an einen Weg erinnern und wissen rasch, wann die Fütterung stattfindet.» Forschende der Universität Cambridge zeigten zudem auf, dass Schafe Entscheidungen treffen und sich über sehr lange Zeit an diese erinnern können. Dass die Tiere wie Leitschaf Shaun aber ausgeheckte Pläne an einer Wandtafel visualisieren, entspringt natürlich der Fantasie der Filmemacher.
Seine Feinde In der Schweiz müssen sich ausgewachsene Schafe vor dem Wolf in Acht nehmen. Jungtiere können aber auch Füchsen oder dem Luchs zum Opfer fallen. Am häufigsten sterben Schafe an Seuchen, etwa an der hochansteckenden Klauenkrankheit Moderhinke oder der viralen Blauzungenkrankheit.
«Shaun das Schaf – Spuk im Kürbisfeld» kommt ab 1. Oktober in die Kinos.
Gut gedeckter Teller Shaun und seine Freunde bedienen sich gern am Kühlschrank des Farmers und backen auch mal Pizza – nicht ganz realitätsnah: Schafe ernähren sich von Gräsern und Kräutern. Im Win-
ter bekommen sie Heu, Muttertiere erhalten zusätzlich Kraftfutter. «Die Tiere haben auch gern Früchte und hartes Brot, sollten aber nicht zu viel davon fressen, weil sie sonst Durchfall bekommen», erklärt Berger. Darum sollten fremde Schafe nie gefüttert werden. Pflanzen, die giftig für Schafe sind, meiden die Tiere in der Regel von selbst.
Nicht alle geben Wolle Die meisten Schafe in der Schweiz dienen der Fleischund Milchproduktion. «Wolle ist leider nicht mehr so gefragt», sagt Berger. Deshalb gibt es heute auch Rassen, bei denen das Fell selbständig ausfällt. Andere Schafrassen benötigen ein- bis zweimal pro Jahr eine Schur. «Wie bei uns Menschen wachsen die Haare bei Schafen sonst einfach immer weiter», erklärt Berger.
Gesellig und einfühlsam Innerhalb ihrer Herde pflegen Schafe enge soziale Bindungen, die über viele Jahre bestehen können. Muttertiere passen auch oft auf die Lämmer von einander auf: «Sie bilden eine Art Kita, damit die anderen Mütter in Ruhe grasen können, und wechseln sich dann ab», so Berger. Ihre enge Bindung an die Herde kann den Tieren aber zum Verhängnis werden: Springt etwa das Leittier in Panik über eine Klippe, folgen viele Artgenossen.
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LEBEN Kolumne
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Ressortleiterin Katja Fischer De Santi schreibt jede zweite Woche über das chaotische, schöne Leben als mittelalte Frau und Mutter von Teenagersöhnen. Sie lebt am Bodensee und arbeitet in Zürich.
ten Schwerpunkten und strategischen Auslassungen. Ein Leben im Wer hat den Mut gehabt, abzubiegen, neu anzufangen? wer ist dort geblieben, wo er immer sein wollte? Schnelldurchlauf Und Beides verlangt mehr Mut, als wir uns vorgestellt haben.
Foto: Dan Cermak
Ein rasanter Schnelldurchlauf mit extrem frei gewähl-
Vergangenes Wochenende habe ich an einem Marathon teilgenommen, für den ich definitiv ungenügend trainiert war: zwei Klassentreffen an zwei aufeinanderfolgenden Abenden. Klingt anstrengend und nach schlechtem Timing? Ja und ja. Ich habe mich trotzdem auf beide gefreut. Auf all die Gesichter, die nach Jahrzehnten immer noch vertraut wirkten. Da waren mittlerweile mehr Falten und deutlich weniger Haare, aber die Art, einen Raum zu betreten, laut aufzulachen oder sich v erlegen durch die Haare zu fahren, ist bei fast allen gleich geblieben. Was sich dramatisch verändert hat, ist das Drumherum. Früher diskutierten wir über die beste Party, heute über den Nachwuchs, dass man morgens früh raus muss und Alkohol vom Genussmittel zum Schlafkiller verkommen ist. Es ist erstaunlich, auf wie wenige Sätze 20 oder 25 Jahre Leben zusammenschrumpfen können.
Und natürlich vergleicht man sich. Schliesslich standen wir einst alle an derselben Startrampe. Mit dem gleichen Diplom in der Hand und dem unerschütterlichen Gefühl, die Welt warte sehnsüchtig auf uns. Spoileralarm: hat sie nicht. Gut hingekriegt haben es trotzdem die meisten. Oder zumindest taten alle so. Auf der Heimfahrt dachte ich aber nicht an all die Anekdoten. Ich dachte an die leeren Stühle. An die, die nicht gekommen waren. Deren Biografie vielleicht eine Richtung genommen hat, über die man nicht an einem weinseligen Abend plaudern möchte. Und auch an jene, für die diese unbeschwerten Ausbildungsjahre vielleicht etwas ganz anderes waren, woran sie sich lieber nicht erinnern mögen. Ihnen habe ich im Stillen zugeprostet – in der Hoffnung, dass sie sich beim nächsten Treffen auf die Stühle setzen mögen. Ganz egal, wie kurvenreich ihr Leben war. Oder vielleicht gerade deshalb.
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