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Migros-Magazin-39-2021-d-VS

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Ausgabe Wallis, AZA 1920 Martigny

migros.ch/magazin | MM39, 27.9.2021

KALÍ ÓREXI! SO GUT SCHMECKT GRIECHENLAND Seite 28

James Bond: 68 Jahre im Dienste Ihrer Majestät Seite 10

ZUGER ATTENTAT 2001

Eine Überlebende erinnert sich Seite 36

Bild: Alamy Stock Photo/GFC Collection

HAARAUSFALL – UND WAS DAGEGEN HILFT Seite 48

Horizonterweiterung

Eine Familie ist am Ziel: Am Monte Rosa endet ihr Reiseabenteuer Seite 22 Bitte Wohnungswechsel der Post melden oder dem regionalen Mitgliederdienst: Tel. 027 720 44 00 - mitglieder.register@migrosvs.ch


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4 | 27.9.2021 | MEINE MIGROS

Zurück in den Konzertsaal Nach langer Zwangspause kehren die Migros-Kulturprozent-Classics z­ urück. Unter anderem kommen die Solistinnen Mitsuko Uchida (Klavier) und R ­ egula Mühlemann (Sopran), der Dirigent Mikhail Pletnev sowie grosse E ­ nsembles wie das London Symphony Orchestra und das Mahler Chamber O ­ rchestra ins Casino Bern. Covid-Zertifikat erforderlich, Tickets schon ab zwölf Franken – das detaillierte Programm auf migros-kulturprozent-classics.ch

Am 29. September ist der internationale Tag ­gegen Lebensmittelverschwendung. Auch die ­Migros ­engagiert sich dafür, Food Waste zu verhindern, etwa bei den Bananen. Der Verein Mehr als Zwei koordiniert die Produktion von getrockneten Bananenstängeli aus überreifen und unverkäuflichen Bananen aus der Bananenreiferei der Migros Luzern. Diese gibt es ab November in den ­Regionen Ostschweiz, Basel und ­Luzern zu kaufen. Mehr Infos auf www.migmag.ch/ bananenstaengeli

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Bilder:Thinx/zVg, mehralszwei.ch/zV, MGB Photostudio, mehralszwei.ch/zVg, Getty Images

Zweites ­Leben für Bananen


MEINE MIGROS | 27.9.2021 | 5

In KÜrze MIGROS IM OSCAR-­FIEBER Der Film «Olga» wird die Schweiz bei den Awards in der Kategorie «Bester internationaler Film» vertreten. Er ­erzählt die Geschichte einer jungen ukrainischen Turnerin im Exil, die versucht, es ins Schweizer Nationalteam zu schaffen, während es in ihrer Heimat zu grossen Protestbewegungen kommt. «Olga» wurde vom MigrosKulturprozent unterstützt.

PET-Flaschen gibts neu aus CO2 Mit einer neuen Methode lassen sich aus dem Treibhausgas CO₂ jetzt auch PET-Verpackungen herstellen. Die Migros wendet die Technologie weltweit als erste Firma bereits an. Migros-Flaschen von Smoothies, Säften und Glasreinigern bestehen teilweise aus PET, das aus Kohlen­ dioxid hergestellt wird und die Freisetzung des so genutzten Treibhausgases in die Atmosphäre verhindert. Neben dem Binden von CO₂ ­reduzieren die neuartigen Verpackungen den Erdölverbrauch. Sie ­können wie gewohnt in jeder PET-Sammlung ­entsorgt werden.

IMPULS-EXPERTEN-CHAT Welches sind die häufigsten Sportverletzungen, und wie kann man sie am ehesten vermeiden? Antworten auf diese und weitere Fragen geben die Impuls-Expertinnen am Dienstag, 28. September, von 14 bis 15 Uhr auf migros-impuls.ch/live-chat. MANIA-TAUSCHBÖRSE Haben Sie doppelte oder drei­fache Sticker von «Nature Detectives»? Auf migipedia.ch lassen sich über­ zählige Exemplare der Migros-Mania eintauschen.

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6 | 27.9.2021 | AUGENBLICK

21:21 Uhr

Halbzeit im Kybunpark: Fans des FC St. Gallen stärken sich beim Knüller ­gegen den FC Basel an einem der neuen MigrosVerkaufs­stände. Natürlich verzehren sie die ­Olma-­Bratwurst der Migros ohne Senf. Das Bild ist am 22. September ­entstanden.

Bild: Jorma Müller

Migros-Moment in St. Gallen


AUGENBLICK | 27.9.2021 | 7


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INHALT | 27.9.2021 | 9

Inhalt

Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des­Migros-Genossenschafts-Bundes, migrosmagazin.ch Adresse Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich Telefon: 0800 84 0848 Kontakt: www.migmag.ch/leser Herausgeber Migros-Genossenschafts-Bund Chefredaktion Franz Ermel (Ltg.), Steve Gaspoz, Rüdi Steiner

Orientierungsläuferin Simona Aebersold ist erfolgreich – und streng mit sich selbst. Bis zu 14-mal pro Woche läuft sie im Wald, dazu kommt das Krafttraining im Studio.

Art Direktion Barbara Pastore Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 556 071 Ex. (WEMF 2020) Leserschaft: 2 215 000 (WEMF, MACH Basic 2021-1) Abonnemente: www.migmag.ch/abo Tel.: 058 577 13 00

70

Ausführliches Impressum unter ­www.migmag.ch/impressum

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48  Alter Zopf? Unser Experte nimmt Mythen zur Gesundheit und Pflege von Haaren unter die Lupe 51  Patente Paten Ein guter Götti, eine gute Gotte sein: Darauf kommt es an 53  Falten im Trend Wie praktisch sind Handys mit klappbarem Display wirklich?

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22  Tour de Suisse Familie Vontobel hat seit 2015 50 Schweizer Sehenswürdigkeiten besucht

36  Ein Herbst aus der Hölle Attentat in Zug, Brand im Gotthard-Tunnel, Crossair-Absturz: Im Herbst 2001 wurde die Schweiz durchgeschüttelt

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10  No Time to Die Endlich kommt der neueste Bond-Streifen ins Kino. Eine kleine Hommage an 007

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54  Der andere Blick Diese Woche: Thomas Meyer 57  Migros Bank 62  Ihre Region Aktionen, Reportagen, News 69  Rätsel und Spiele 70  Meine Welt Orientierungsläuferin Simona Aebersold


10 | 27.9.2021 | JAMES BOND

1953

erschien Ian Flemings erster ­Roman mit James Bond: «Casino Royale». Zwölf Romane und neun Kurzgeschichten schrieb Ian ­Fleming (1908–1964) über den britischen Geheimagenten.

9

Mal muss 007 sich mit seinem Erzfeind Ernst ­Stavro Blofeld rumschlagen, auch in «No Time to Die» wieder. Christoph Waltz ist dabei einer von sieben Schauspielern, die den ­Unterweltboss bisher ­verkörpert haben.

007

Nach mehrfachen Verschiebungen startet der neue Bond-Film «No Time to Die» nun diese Woche im Kino – es ist der letzte mit Daniel Craig. Ein Blick zurück auf 68 Jahre James Bond. Text: Ralf Kaminski

11

Jahre alt ist der junge James, als seine Eltern beim Bergsteigen ums Leben kommen – bei den Aiguilles Rouges in den Walliser Alpen. Sein Vater, Andrew Bond, war Schotte, seine Mutter, Monique Delacroix-Bond, Schweizerin aus dem Kanton Waadt. Und nicht nur das: James wurde in Zürich geboren, und die Familie lebte unter anderem in Basel. Die Bezüge zur Schweiz entstanden wohl, weil Ian Fleming einst an der Universität Genf studierte und damals eine Romanze mit einer Waadtländerin hatte.

Bilder: © 2019 DANJAQ, LLC and MGM, all rights reserved; Illustration: iStock

5

Mal diente die Schweiz als Kulisse für Bond-Filme: «Goldfinger» (1964): Furkapass, Andermatt, ­Pilatus-Flugzeugwerke Stans; «On Her Majesty’s Secret Service» (1969): Schilthorn, Bern, Grindelwald, Lauterbrunnen; «The Spy who Loved me» (1977): Piz Bernina; «A View to a Kill» (1985): Gletscher Vedretta di Scerscen Inferiore GR; «Goldeneye» (1995): Verzasca-Talsperre, Tällistock.

9

Filmeinsätze hatte der Aston Martin DB5, das ulti­mative Bond-Auto. Den ersten in «Goldfinger» (1964), den bisher letzten nun in «No Time to Die», in dem 007 eine Replika des Originals aus den 1960er-Jahren durch die Strassen des malerischen italienischen Städtchens ­Matera manövriert.


JAMES BOND | 27.9.2021 | 11

2

50

Jahre alt war Monica ­ ellucci in «Spectre» (2015) und da­ B mit die älteste Darstellerin eines Bondgirls. 55 Frauen teilten in all den Jahrzehnten mit Bond das Bett, wie die britische Zeitung «The ­Telegraph» ermittelt hat. Legendär ist die Schweizerin Ursula Andress (85), die 1962 in «Dr. No» das erste Bondgirl überhaupt verkörperte.

2012

wurde sogar Queen ­Elizabeth II kurz zum Bondgirl. Während der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in London war im Film zu s­ ehen, wie Daniel Craig als 007 die ­britische ­Königin per Taxi und Helikopter zum ­Stadion geleitete. Regisseur Danny Boyle liess die Queen anfragen, ob sie b ­ ereit wäre zu einer solchen Inszenierung – und diese sagte offenbar sofort zu. Sie ist in dem Clip auch tatsächlich ­persönlich im Einsatz, den Fallschirm­ sprung aus dem Helikopter ins Stadion haben allerdings Stuntmen übernommen.

3

8

Schauspieler haben James Bond bisher verkörpert: Barry Nelson (1 Mal), Sean Connery (7), David ­Niven (1), George Lazenby (1), Roger Moore (7), Timothy Dalton (2), Pierce Brosnan (4) und Daniel Craig (5). Wer als Nächstes kommt, ist noch offen. Spekuliert wird, dass Bond schwarz oder gar weiblich werden könnte – in «No Time to Die» übernimmt eine schwarze Frau (Lashana Lynch) Bonds berühmten Agenten-Code 007.

1934 57 Jahre alt war Roger Moore

beim Dreh seines letzten BondFilms «A View to a Kill» (1985) – älter als kein anderer. Craig ist inzwischen 53, Brosnan war 49 bei seinem letzten Bond-Film «The World is not Enough» (1999), Sean Connery 53 bei ­seinem letzten Bond-Auftritt in «Never Say Never Again» (1983).

Bond-Filme erzählen dieselbe Story: «Thunderball» (1965) und «Never Say Never Again» (1983), beide mit Sean Connery – der zweite aber ausserhalb der «offiziellen» Bond-Serie.

Mass Gordon’s Gin, ein Mass Wodka und ein halbes Mass Kina ­Lillet – geschüttelt und mit einer Scheibe Zitrone. Das ist laut Ian ­Fleming das Rezept für Bonds be­ rühmten «Martini, geschüttelt, nicht gerührt». Doch nicht alle Profi-­ Barkeeper sind von diesem Rezept ­begeistert. Und Kina Lillet gibt es seit 1987 nicht mehr. Als Ersatz dient Lillet Blanc, kombiniert mit wenigen Spritzern von Angostura, Orangen­ bitter und einer Prise Chininpulver.

schon verwendete Agatha Christie den Namen James Bond für ihre Hauptfigur in «The Rajah’s Emerald». Der be­ geisterte Vogelbeobachter Fleming ­klaute den Namen aber nicht von ihr, sondern vom amerikanischen Ornithologen James Bond (1900– 1989). Dieser traf den Autor sogar einmal, 1964 auf dessen Anwesen «Goldeneye» in Jamaika, wo er ihm seinen neuesten Bond-Roman mit ­einer Widmung überreichte.

1,1

Milliarden Dollar spielte «Skyfall» (2012) ein, der mit ­Abstand erfolgreichste ­Bond-Film.

280

Drinks hat Bond bis und mit «Spectre» (2015) während seiner Abenteuer getrunken – und darunter nur gerade 28 Martinis. Am trink­ freudigsten ist er dabei scheint es in der Craig-Ära.


12 | 27.9.2021 | ARBEITSLEBEN

Im Nebenjob ­ eine eigene Firma

Die Hochschuldozentin verkauft Rucksäcke, der SBB-Disponent importiert Trendfood, und die Marketingfrau designt Yogakleider: Immer mehr Angestellte bauen nebenher ein eigenes Unternehmen auf. Der Spagat bringt ihnen Faszination und Unabhängigkeit. Text: Benita Vogel Bilder: Dan Cermak

«Am Mittwochabend ver­ abschiede ich mich von der IT-Welt und lege fest, was ich in der Yogawelt erreichen will.» Susanne Lamberts im Yogastudio Ashtanga in Luzern


ARBEITSLEBEN | 27.9.2021 | 13

In Grossaufnahme er­ scheint Susanne Lamberts auf dem Bildschirm. Im Hintergrund sind graue Wolkenkratzer zu sehen. «Ich bin in Jakarta in meinem Hotel in Qua­ rantäne. Wenn diese ­beendet ist, beginne ich meine Einkaufsreise», sagt sie in ihre Handy­ kamera. Einen ganzen Monat ist die 51-Jährige durch ­Indonesien gereist, um Stoffe und Materiali­ en für ihre neue Kollek­ tion zu finden. Lamberts ­designt und produziert mit ihrer Firma Vervola Yogakleider aus nach­ haltigen Materialien und lässt sie bei einem Familienunternehmen auf Bali herstellen. «Ich habe mir für die Reise ­extra unbezahlten Urlaub genommen», verrät sie. Zu Hause in Luzern hat Susanne Lamberts nämlich noch einen ­festen Job. Sie verant­ wortet das Marketing ­einer Softwarefirma. ­Vervola ist ihr freiberuf­ liches Herzensprojekt, wie Lamberts es nennt. Selbständig in Teilzeit

Das nebenberufliche ­Unternehmertum – oder neudeutsch Sidepreneur­ ship – nennt man den Trend, sich n ­ eben ­einem Job selbständig zu ma­ chen. In den vergangenen acht Jahren hat die Ge­ samtzahl der Selbständig­ erwerbenden zwar abge­ nommen, aber der Anteil von Selbständigerwer­ benden in Teilzeit ist ­gestiegen. «Zudem sind viele Start-ups Einzel­ unternehmen. Das sind eindeutige Hinweise für ein zunehmendes Side­ preneurship», sagt Peter

Sommerauer von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wis­sen­ schaften ZHAW in Win­ terthur. Der Digita­lisie­ rungsschub infolge der Coronapandemie be­ güns­tige diese Entwick­ lung. «Noch nie war es so ­einfach, sich als freier Selbständiger zu etablie­ ren.» Viele tun es, weil sie nicht mehr von einem Arbeitgeber allein ab­hän­ gig sein oder sich ­einfach selbst verwirk­lichen ­wol­len», so Sommerauer, der zum Thema forscht (siehe S. 15). Der Audi als Startkapital

Susanne Lamberts wollte ihre Leidenschaft aus­ leben. «Ich hatte schon immer Lust, etwas Ei­ genes zu machen, aber ­irgendwie passten die ­Lebensumstände oder der Zeitpunkt nie.» Nach einer Marketingkarriere bei Firmen in London, Paris und Zug und einem Burn-out fand sie keine Ausrede mehr. Sie gab ­ihren guten Job an einer Hochschule auf, suchte sich eine Teilzeitstelle und eine Idee. Ins Ge­ schäft mit Yogakleidern kam die ausgebildete Yoga- und Meditations­ lehrerin über eine Freun­ din. Und ein alter Audi machte das Start-up möglich. Sie verkaufte das Erbstück und reiste mit den 5000 Franken Startkapital ein erstes Mal nach Bali, wo sie Stoffe kaufte und von ­ihrem Schneider erste Stücke produzieren liess. «Ich habe meinem neuen Chef zu Beginn ­gesagt, dass ich ein zwei­ tes Standbein aufbauen will.» Dass sie nicht jetzt

schon voll auf die Karte Yogakleider setzt, habe ­finanzielle Gründe. «Ich brauche die Sicherheit, Ende Monat ein fixes Einkommen zu haben – egal was kommt.» Manchmal sei es eine Herausforderung, beide Jobs unter einen Hut zu bringen. Die Bedürfnisse der Kundinnen und Kun­ den bei IT-Produkten und bei Yogakleidung ­seien grundverschieden. «Das Pendeln zwischen den zwei Welten ist nicht immer einfach.» Lam­ berts arbeitet 40 Prozent für das KMU und 150 Prozent für ihre Firma. «Am Mittwochabend ma­ che ich den Schnitt: Ich verabschiede mich von der IT-Welt und lege fest, was ich die folgenden Tage in der Yogawelt ­erreichen will», sagt sie. Disponent mit «Chraft»

So klar kann Abiel Teclu seine Geschäftswelten nicht trennen. Tagsüber arbeitet der 30-jährige Disponent bei der SBB Infrastruktur und ko­ ordiniert Lokomotiven. Abends vertreibt er sein «ChraftFuetter». So heisst auch die Firma, die er mit einem Freund betreibt. Sie verkaufen High-Pro­ tein Soja Crispies. Das sind pflanzliche Proteine, die als Nahrungsergän­ zung d ­ ienen. «Ich habe als Sportler selbst viel ausprobiert. Von her­ kömmlichen Protein­ shakes bis zu anderen künstlichen Nahrungs­ ergänzungen.» Leider schmeckte nichts so ­richtig. «Deshalb bieten wir eine natürliche und hochwertige Alternative an, mit der sich die ge­

wohnte Ernährung er­ gänzen lässt», erklärt der Polysportive. Nebenbei Unterneh­ mer zu sein, bedeutet viel ­Arbeit. «Wenn andere in den Ausgang gehen, fangen wir mit dem ­zweiten Job an.» Einkauf, Importadministra­tion, Marketing, den ­Online­shop und den V ­ ersand – das machen die beiden Freunde alles a­ llein. ­Einen Nine-to-­Five-Job gibt es für Teclu nicht. «Mein Ziel war es immer, meinen Berufs­alltag selbst gestalten zu kön­ nen.» Die Doppelbelas­ tung sei zwar manchmal anstrengend. «Aber ich weiss, dass es sich e­ ines Tages auszahlen wird.» Vor zwei Jahren ist er ­Vater geworden. «Da wurde die Zeit noch knapper. Die Familie ­ soll aber nicht darunter leiden.» Teclu und sein ­Geschäftspartner sind zurzeit damit beschäftigt, neue Produkte ins Sorti­ ment aufzunehmen und Vertriebspartner zu fin­ den. «Wir benötigen viel

«Gehen andere in den Ausgang, fangen wir mit dem zweiten Job an.» Abiel Teclu mit seinem Superfood vor einer SBB-Lokomotive


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ARBEITSLEBEN | 27.9.2021 | 15

«Es gibt weniger Nachteile, eher Gefahren»

wusste sie noch nicht, ob sie in die Theorie oder in die Praxis wolle. «Nach einer längeren Südame­ rikareise entschied ich mich, beides zu tun.»

Peter Sommerauer, Mitarbeiter am Institut für Innovation und Entrepreneur­ship an der Zürcher Hoch­ schu­le für Angewandte Wissenschaften ZHAW, im Interview über Teil­ zeit-Selbständigkeit. Wieso gründen Leute neben einer festen Anstellung noch eine eigene Firma? Für viele ist es ein Herzens­projekt, an­ dere wollen eine Idee, von der sie überzeugt sind, umsetzen. Auch finanzielle Absiche­ rung kann die Mo­ti­va­ tion sein, um etwa für den Fall von Arbeits­ losigkeit vorzusorgen. Was sind denn ausser dem Geld die Vor­ teile, wenn man den Hauptjob behält? Man bleibt in eine Fir­ ma eingebunden und dadurch eher auf dem Boden der Realität und kann darüber hinaus das ­bestehende Netz­ werk nutzen. Dank des Einkommens aus der ­Anstellung hat man zudem keinen Druck, erfolgreich sein zu müssen. Und Arbeit­ gebende profitieren von Mitarbeitenden mit unternehmerischer Einstellung. Gibt es beim Spagat auch Nachteile? Weniger Nachteile, eher Gefahren – etwa die mögliche Ablenkung vom Hauptjob, die Ar­ beitgebende sehen könnten. Beim Aufbau des neuen Unterneh­ mens wird oft zu wenig exakt auf betriebswirt­ schaftlicher Basis kal­ kuliert, gerade die so­ ziale Absicherung wird oft nicht berücksichtigt.

Bald den Job aufgeben?

«Mich reizt die Kombination aus Forschung und Handwerk.» Andrea Essl mit ihren Taschen im Hörsaal

Mut und Durchhaltevermögen, auch wegen der begrenzten Eigenmittel.» Es habe sich aber auf jeden Fall gelohnt – wenn noch nicht finanziell, dann inhaltlich: in Form von Lebenserfahrung, ­resümiert der 30-Jährige. Designerin im Hörsaal Auch Andrea Essl (36) ist

nicht des Geldes wegen Unternehmerin geworden. Mit Geschäftspartne­ rin Anja Rieger ­designt sie Rucksäcke und Taschen. Essl & Rieger schreibt zwar schwarze Zahlen, «aber leben können wir nicht davon», sagt Essl, die zu 70 Prozent als Dozentin für Nachhaltigkeit am Institut für Organisation und Personal IOP der Universität Bern tätig ist,

derzeit mit Vorlesungen im Hörsaal oder via Zoom. Donnerstags sind die zwei Frauen in ihrem Atelier, entwickeln Neuheiten, verarbeiten Bestellungen, suchen Vertriebspartner. Ihre Säcke und Taschen werden bei ­einem Familienunternehmen in Tschechien produziert. «Mein Vater arbeitete auch mit der Firma zusammen, als er selbst noch Rucksäcke vertrieb.» Sein Traditionsmodell, der Rucksack «Georg», war das erste Stück im Sortiment von Essl & Rieger. «Ich bin aus Leidenschaft zum Produkt teilselbständig geworden», sagt Essl. Sie fertige gern etwas Krea­tives mit den Händen. Nach dem Doktorat

Als ihr die Uni eine Teilzeitstelle anbot, gründete sie ihre Firma. «So führe ich auch ­weiter, was mein Vater begonnen hat.» ­Für Essl ist klar: «Ich will ­längerfristig an der Uni bleiben. Ich mache den Lehr- und Forschungsjob sehr gern und geniesse viele Freiheiten.» Die Kombina­tion aus Forschung und Handwerk reize sie. Susanne Lamberts will ihr Start-up für Yoga­klei­ der aber zum Hauptjob machen: «Es wäre schön, wenn ich mich in ein bis zwei Jahren ganz auf ­Vervola konzentrieren könnte.» Schlecht stehen ihre Karten nicht. Das Geschäft läuft so gut, dass sie ihren Marketingjob beim IT-KMU bald auf 20 Prozent reduziert. Der Indonesientrip hat sie diesem Ziel einen Schritt nähergebracht. Sie hat neue nachhaltige Stoffe gefunden, neue Schnitte kreiert und bringt bald ihre zweite Kollektion auf den Markt. Mit der Familienschneiderei auf Bali, die ihre Kleider produziert, hat sie zudem eine gemein­ same Firma gegründet, um die langfristige Partnerschaft zu sichern. Die Idee ist zweitrangig

«Ich dachte immer, man müsse eine völlig neue, aussergewöhnliche Idee haben, um erfolgreich eine Firma zu lancieren», sagt sie. «Das stimmt aber gar nicht.» Man müsse die passende Gelegenheit ergreifen und ein Quäntchen Mut haben, dem Herzen zu folgen. «Und mit vollem Herzen dabei sein.» MM


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KOLUMNE | 27.9.2021 | 17

Ä, dö, tro

1, 2 ODER 3 ? Den ersten Kontakt mit unserer Landessprache ennet dem ­Röstigraben hatten der Grosse (11) und der Kleine (6) beim Wandern. Wir waren mit Freunden unterwegs, die für eine Französischprüfung Zahlen bis 1000 büffeln mussten. Also dachten wir uns ständig neue fiese Fragen aus (999? 888? 777?) und brachten die Zwillinge damit schön ins Schwitzen. Der Grosse und der Kleine skandierten derweil «un, deux, trois» – oder eher «ä, dö, tro» –, um die Freunde bei Laune zu halten. Nun hat der Grosse selbst auch ­Französisch in der Schule und ist ebenso fasziniert wie gefordert. «Le cahier» (das Heft) und «le crayon» (der Bleistift) klingen für ihn praktisch gleich. Dank der Eselsbrücken Cahier-Geier und ­Crayon-Blei kann er sich die Wörter schliesslich merken. Der Kleine, stets mit einem Ohr dabei, blufft nun, er ­könne Französisch. «Geier» heisse auf Französisch «Heft». – Und jetzt? MM 1 Ich freue mich schon auf die nächsten

Illustration: Lisa Rock

Wörtli, die der Kleine aufschnappt. 2 Ich übe ab sofort auch mit dem Kleinen Französisch, das ist eine tolle Chance für ihn. 3 Ich sitze da und denke «zut alors»!

Monica Müller (47) hat zwei ­Buben, e ­ inen Mann, einen Job, ­einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.

Antwort 1: Seine Kreationen sind sehr amüsant. Bis er dann selbst Französisch in der Schule lernt, hat er die Geier-Episode wohl längst vergessen. Und wenn nicht, hat er eine erprobte Eselsbrücke zur Hand. Anzeige

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22 | 27.9.2021 | SUISSE MANIA

Sechs Jahre auf Schweizer Reise


SUISSE MANIA | 27.9.2021 | 23

1 1 Nicole und Daniel Vontobel mit den Töchtern Lia und Elin (rechts) vor der Monte-Rosa-Hütte, ­ihrer 50. Sehenswürdigkeit der «Suisse Mania» 2 Unter Anleitung des Bergführers be­wegen sich die Töchter sicher auf dem Gletscher. 3 Die Vontobels vor der einmaligen Kulisse 4 Das letzte R ­ eiseziel der «Suisse Mania»: die Stickerkarte der Monte-Rosa-Hütte

2

3

Zum Bundeshaus, zu Schoggi Frey und an den Rheinfall: Familie Vontobel hat alle 50 Sehenswürdigkeiten der «Suisse Mania» von 2015 besucht. Das Migros-Magazin war beim letzten Abenteuer zur Monte-Rosa-Hütte dabei. Text: Jana Figliuolo Bilder: Jana Figliuolo und Annika Zehnder

4

Mit geschulterten Ruck­ säcken und Wanderschuhen steht die Familie Vontobel vor dem Hotel Basecamp in Zermatt: Mutter Nicole (45), Vater Daniel (50) und die beiden Töchter Lia (14) und Elin (13). Sie starten zur letzten Etappe einer langen Reise, die in den Walliser Alpen endet. Angefangen hat alles 2015 mit der «Suisse Mania». ­Damals gab es in der Migros kleine ­Figuren und Sticker von 50 Schweizer Sehens­ würdigkeiten zu sammeln. Vom Matterhorn über das Bundeshaus bis zur MigrosFiliale war alles dabei. «Für uns war schnell klar, dass wir die Figürchen nicht nur sammeln, sondern auch gleich alle 50 Sehenswürdig­ keiten besuchen ­wollen», erinnert sich N ­ icole. «Öppis Verruckts …», ergänzt Da­ niel. So lautet nämlich das Motto der ­Familie Vontobel. Ihre beiden Töchter Lia und Elin konnten sie von Anfang

an für die Idee begeistern. Sie haben ein Abenteuer da­ raus gemacht und die Kids miteinbezogen. Jedes Jahr im Januar holten sie das ­Stickeralbum hervor und schauten es mit den Töch­ tern an. «Zusammen haben wir dann entschieden, ­welche Orte wir im bevor­ stehenden Jahr besuchen wollen», sagt Vater Daniel. Mit Führer auf den Gletscher

49 der Sehenswürdigkeiten haben sie bis Ende 2020 ­geschafft – ein letztes Ziel fehlt noch: die Monte-RosaHütte auf 2883 Metern. ­Zusammen mit Bergführer ­Richi, der bereits 250-mal das Matterhorn bestiegen hat, nehmen sie nun dieses Abenteuer in Angriff. Wer zur SAC-Hütte wan­ dern will, muss den Gorner­ gletscher überqueren. Das erfordert nicht nur Trittsi­ cherheit, sondern auch gutes Schuhwerk und Steigeisen. Acht Kilometer lang ist die


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SUISSE MANIA | 27.9.2021 | 25

1 2 anspruchsvolle Wanderung, sie dauert vier bis fünf Stunden. Für die beiden Töchter anscheinend ein Kinderspiel, sie sind dem Bergführer ­während der gesamten Wanderung dicht auf den Fersen. Mit Leichtigkeit klettern sie über Felsen und springen mithilfe des Bergführers über Gletscherspalten. Die ältere Tochter Lia, die beim Start des Projekts acht Jahre alt war, schaut gern auf die vergangenen Ausflüge zurück: «Ich bin stolz, dass wir die Schweiz auf eine ganz besondere Art und Weise entdeckt haben.» Ihre kleine Schwester Elin ergänzt: «Es war anstrengend, aber cool.» Bei der Monte-Rosa-­ Hütte angekommen, lässt sich die Familie erschöpft auf der Terrasse nieder, der Bergführer holt kühles Rivella, Wasser und Bier. «Wir haben es geschafft!», sagt Nicole und hebt ihr Glas. Die Wanderschuhe werden gegen bequeme Hütten­finken getauscht, denn das wohlverdiente Abendessen, eine grosse Portion Riz ­Casimir, wartet bereits im Speisesaal.

3

4

Das Abenteuer geht weiter

1 Im ersten Mania-Jahr 2015 vor dem Berg­ gasthaus Aescher 2 Familie Vontobel ­posiert 2017 vor dem Aletschgletscher. 3 Der Besuch der Stiftskirche in St. Gallen (2017) 4 Welches Reiseziel ­haben sie sich als ­Näch­stes vorgenommen? Die Von­tobels vor dem Suisse-Mania-Spiel 5 Gut getroffen: ManiaSpiel­figur vor der echten Monte-Rosa-Hütte

Trotz grosser Müdigkeit versammelt sich die Familie danach nochmals draussen. Die Sonne verschwindet langsam hinter dem Mat­ terhorn, bis nur noch die markante Silhouette des Schweizer Wahrzeichens zu erkennen ist. Sie taucht alles in ein warmes goldenes Licht. Lange Zeit stehen die vier nur da und sagen kein Wort. Was für ein gelungener Abschluss einer sechsjährigen Reise! Für Lia ist es aber gar nicht das Ende: «Auch wenn dieses Abenteuer nun vorbei ist, können wir als Familie weiterhin zusammen die Schweiz entdecken.» MM

5

In der neuesten Migros-Sammelaktion «Nature Detective» lernen Gross und Klein Schweizer Tiere und ­Pflanzen kennen. Bis 4. Oktober gibts bei Einkäufen in der Migros ­Sticker fürs Album. Alle Infos auf nature-detectives.ch


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KOLUMNE | 27.9.2021 | 27

Illustration: Rinah Lang

Mein Problem ist Chefsache STADT, LAND, STUTZ Vergangenes Jahr hatte ich eine Kiefergelenkentzündung. «Wer hat denn so was?», fragte ich mich. Aber laut meines Arztes leiden mehr Menschen, als man denkt, unter Kieferbeschwerden. Die Ursache für meine Entzündung war nächt­ liches Zusammenpressen der Zähne. Seither trage ich jede Nacht eine Zahnschiene und muss laut meiner Kieferphysiotherapeutin «mal wieder richtig entspannen». Denn das Pressen, das bei mir übrigens auch tagsüber vorkommt, kann von Stress ausgelöst werden. Entspannen also. Aber wie? Für ein Well­ nesswochenende habe ich keine Zeit, und Kiffen war noch nie mein Ding. Mir wird eine Drogerie empfohlen, wo Spagyriksprays nach individuellen Bedürfnissen gemixt werden. Ich gehe hin und offenbare meine Verord­ nung zur Entspannung. Die Angestellte ver­ schwindet ins Hinterräumchen und holt den Drogerieleiter. Mein Problem ist jetzt Chef­

Lisa Stutz (27) sucht die Balance zwischen urban und ländlich. Und pickt von beidem das Beste heraus.

sache. Der Mann mittleren Alters deutet auf einen Stuhl, auf den ich mich setzen soll. Ich beschreibe ihm mein Leiden. Der Drogist ist sofort Feuer und Flamme. Er holt zig braune Glasflaschen sowie einen dicken Ordner ­hervor, aus dem er mir ab sofort vorliest. Von ­jeder Essenz erfahre ich Geschichte, bota­ nischen Steckbrief und Wirkung. Bald weiss ich mehr über die Gewöhnliche Pestwurz, als ich je wollte. Der Drogist mixt und mixt, blättert hektisch in seinem Ordner, erklärt und erklärt. Manchmal stellt er eine Frage, doch zu jeder Antwort gibt es drei neue ­Essenzen plus Erörterung. Er wuselt nervös hinter dem Tresen umher und deckt mich mit Broschüren zum Thema ein. Es dauert insgesamt über eine Stunde, bis ich meinen Spray in den Händen halte. Ich trete aus der Drogerie und atme durch. Mein Kopf schwirrt, mein Herz klopft schnell. Ich glaube, das war kontraproduktiv. MM

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28 | 27.9.2021 | GENUSS

Geniessen wie die Griechen Bei uns ist die griechische Küche bekannt für üppige Grillteller mit Gyros, Souflaki und Co. Das Land v­ erfügt aber auch sonst über eine raffinierte Mittelmeerküche. Wir haben uns davon inspirieren lassen.

Tsatsiki Sauce für 4 Personen 500 g griechisches Joghurt nature 1 Gurke ½ TL Salz 1 EL Zitronensaft 1 Knoblauchzehe 2 Zweige Dill 2 Zweige Pfefferminze Pfeffer 1 EL Olivenöl Zubereitung 1. Ein grosses Sieb mit

­einem feinmaschigen Tuch, z. B. Gazetuch, aus­ legen. Das Joghurt in das Tuch geben. Ca. 1 Stunde abtropfen lassen.

Für griechisches Joghurt brauchts mehr Milch als für normales – weil die Joghurtmasse abgetropft wird. Das macht die Spezialität ­besonders cremig.

2. Gurke schälen, halbieren

und entkernen. Gurke grob reiben. Mit dem Salz mi­ schen und ca. 15 Minuten stehen lassen. Die Gurke in ein Sieb geben und ­ausdrücken. 3. Joghurt und Gurke in

eine Schüssel geben. Den Zitronensaft beigeben. Knoblauch dazupressen. Dill und Pfefferminze fein hacken, daruntermischen. Tsatsiki mit Pfeffer ab­ schmecken und anrichten. Olivenöl darüberträufeln.

Text: Claudia Schmidt; Rezeptbilder: Migusto

TIPP


GENUSS | 27.9.2021 | 29

Gyros mit Schweinshalsschnitzel Der mit Schweinefleisch zubereitete Klassiker. Einen speziellen Gyros-Grill brauchts für unser Rezept nicht. Kalí órexi! Rezept auf migusto.ch

Geschmortes Lamm mit Auberginen Hauptgericht für 4 Personen 600 g Auberginen 1 dl Olivenöl Salz, Pfeffer 1 Zwiebel 3 Knoblauchzehen 1 Glas halbgetrocknete Cherrytomaten à 280 g, abgetropft 150 g 800 g Lammgigot am Stück 4 dl Rotwein 2 dl Bratenfond 1 Zimtstange 1 EL flüssiger Honig 1 Bund glattblättrige Petersilie Zubereitung 1. Backofen auf 200 °C

1 2 3 Greek Style 1 Bio Griechisches Olivenöl, 500 ml Fr. 7.10 2 Sun Queen Premium ­Pistazien, 175 g Fr. 6.10 3 Yogos nature, 500 g Fr. 2.15

vorheizen. Auberginen in 2 cm grosse Würfel schneiden. Auf ein mit Backpapier b ­ elegtes Blech geben. Mit der Hälfte des Öls mischen, salzen. In der Ofenmitte ca. 35 Minuten goldbraun backen. 2. Inzwischen die Zwiebel

halbieren und mit dem Knoblauch in Scheiben schneiden. Cherrytomaten abgiessen und abtropfen lassen. Fett vom Fleisch schneiden. Fleisch in ca. 2 cm grosse Würfel schnei­ den. Das restliche Öl in ­einem Schmortopf erhit­ zen. Fleisch darin rundum ca. 5 Minuten braten. Zwiebel, Knoblauch und Cherrytomaten dazugeben und 2 Minuten mitbraten. Salzen und mit Wein ab­ löschen. Fond und Zimt zugeben. Ragout zugedeckt bei kleiner Hitze für ca. 30 Minuten köcheln lassen. Gebackene Auberginen und Honig zum Ragout ge­ ben, weitere 30 Minuten fertig köcheln. Petersilie hacken und dazugeben. Lammragout mit Salz und Pfeffer abschmecken.


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GENUSS | 27.9.2021 | 31

Baklava Süss, süsser, am süssesten: Das Dessert aus Jufkateig, Pistazien, Honig, Zucker und Butter schmeckt nach Orient. Passt gut zu Kaffee, Tee und natürlich als Dessert. Rezept auf migusto.ch

TIPP

Überbackene Auberginen mit Feigen Ein schmackhaftes Vegi-Hauptgericht: Die gebackenen Auberginen werden mit Feigen, Tomaten und Mozzarella überbacken. Rezept auf migusto.ch

Die grünen und die dunkelblauen Feigen sind unterschiedliche Früchte. Die Schalenfarbe sagt also nichts über den Reifegrad aus. Reife Früchte sind mit einem weissen Film überzogen und geben auf Druck leicht nach.

Wolfsbarschfilet in Olivenöl Hauptgericht für 4 Personen 500 g Wolfsbarsch- oder Doradenfilet Pfeffer aus der Mühle 1 Zitrone ½ Bund gemischte Kräuter, z. B. Oregano, Thymian 2 Knoblauchzehen 1 dl Olivenöl einige grüne Oliven Fleur de sel Zubereitung

Den Backofen auf 160 °C vorheizen. Fischfilets mit kaltem Wasser abspülen und trocken tupfen. Mit Pfeffer würzen. Zitrone in Scheiben schneiden. Fisch mit der Haut nach unten in eine ofenfeste Form verteilen. Mit Kräutern und Zitronenscheiben belegen. Knoblauch zum Öl pressen. Öl zum Fisch giessen. Oliven dazugeben, dann ­alles in der Ofenmitte ca. 25 Minuten garen. Fisch aus dem Ofen nehmen. Mit etwas Fleur de sel ­bestreuen und servieren. TIPP Dazu passen Pasta

Alle Rezepte auf migusto.ch

oder Brot.


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MEINE MIGROS | 27.9.2021 | 33

GESCHMACK BRAUCHT ZEIT Geschmack Während des Reife­ prozesses verändert sich auch der Geschmack des Raclettekäses, er wird ­intensiver. Gleichzeitig wird das Schmelz­ver­halten besser, bei zu langer Dauer fast etwas ölig. Deshalb gilt es, ­genau den richtigen ­Reifegrad zu treffen.

Reifung Neben der Milch hängt die Qualität von Raccard-­Raclettekäse

von mehreren Herstel­ lungsprozessen ab – zum ­Beispiel von der Reifung. Dabei wird der Laib ­regelmässig geschmiert und erhält so die ­typische Textur und sein Aussehen sowie ­seinen Geschmack.

Ausgezeichnet Ein intensiver Käsegeschmack und ausgeprägte Cremigkeit zeichnet die Raccard-Käse aus. Dafür reifen die Laibe von ­Raccard-Nature-Käse mindestens vier Monate im K ­ äsekeller, was neu auf der Verpackung ausgezeichnet ist. Der Surchoix wird sechs Monate gelagert.

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* auf Raccard Nature Scheiben im Duopack (2 × 400 g) und Maxi Block vom 28. September bis 4. Oktober


34 | 27.9.2021 | MEINE MIGROS

So runden Sie eine gesunde Ernährung ab Die Produkte von Actilife haben ein neues Design erhalten. So bunt wie die farbige Verpackung ist auch die Vielfalt im Sortiment. Das sollten Sie über Nahrungsergänzungsmittel wissen.

Was braucht es im Alter?

Welche Vorteile haben Nahrungs­ ergänzungs­mittel?

Im Alter ist es unter ­anderem wichtig, auf eine ausreichende Versorgung mit Kalzium, Vitamin B12 und Vitamin D zu achten. Auch auf eine ausreichende Aufnahme von Flüssigkeit und Protein ist zu achten. Dazu trägt Zink zum Erhalt ­gesunder Knochen und der Sehkraft bei, das ­Vitamin B1 zu einer ­normalen Herzfunktion.

Kann es zu einer Überdosierung kommen?

Sie sind auf verschiedene ­Bedürfnisse angepasst, und die Einnahme ist sehr einfach. Nahrungsergänzungsmittel können unterstützend zu ­einer ausreichenden ­Ver­sorgung mit wichtigen ­Nährstoffen beitragen.

Ja, eine zu häufige oder zu hoch dosierte Aufnahme kann zu einer Überversorgung führen. Es ist daher wichtig, die Angaben auf der Verpackung genau ­anzuschauen. ­Produkte mit identischen Inhaltsstoffen sollten nicht ­kombiniert werden.

20 %* VITAMINE Actilife Vitamin D3 Tropfen, 30 ml Fr. 7.95

MULTIVITAMINE Actilife Multivit Orange Brausetabletten, 20 Stück Fr. 2.50

ALGENÖL Actilife Omega-3 Algen, Kapseln, 30 Stück Fr. 9.20

FÜR SENIOREN Actilife Seniors Gold, Kapseln, 30 Stück Fr. 6.10

Täglich 3 Tropfen ­unverdünnt einnehmen

Täglich 1 Brausetablette in 200 ml Wasser auflösen

Täglich 1 Kapsel mit etwas Flüssigkeit einnehmen

Täglich 1 Kapsel mit ­Flüssigkeit einnehmen

* auf das gesamte Actilife-Sortiment; vom 28. September bis 4. Oktober


MEINE MIGROS | 27.9.2021 | 35

Tabletten, Tropfen, Trink­ampullen: Was nehme ich wann? Nahrungsergänzungsmittel gibts als ­Tabletten, Lutschoder Brausetabletten, Kapseln, Trop­fen und Trinkampullen. Die Form ist abhängig von den Eigenschaften des jeweiligen Stoffs – und d ­ avon, wie der Körper sie am besten aufneh­ men kann. Für Omega-3-Algen­ öl eignen sich beispielsweise Weichkapseln ideal. Einige ­Inhaltsstoffe sind in mehreren Darreichungsformen erhältlich: Magnesium etwa in Kapseln oder Brausetabletten – der Körper kann beides gut ­aufnehmen.

Gibt es Wechsel­ wirkungen mit Medikamenten? Ja, die Wirkung bestimmter Medikamente kann durch einige Nahrungsergän­ zungs­mittel abgeschwächt oder verstärkt werden. ­Beachten Sie ­allfällige Hin­ weise auf der Verpackung und nehmen Sie Rück­ sprache mit einem Arzt oder Apotheker.

Worauf sollte man neben der Einnahme achten? Wichtig ist ein gesunder Lebensstil. Dazu gehören eine ausgewogene, ­bedarfsdeckende ­Er­nährung, wenig Stress, ausreichend Bewegung und genügend Schlaf.

Brauchen Kinder zusätzliche Vitamine? Kinder benötigen in der Regel keine Nahrungs­ ergänzungsmittel. Falls doch, dann sollten speziell auf Kinder zu­ geschnittene Produkte verwendet werden.

Was kann man Haut, Haaren und Nägeln Gutes tun? Dafür eignen sich Vitamin C, Biotin, Zink und ­Selen. Das Vitamin B ­ iotin und das Spurenelement Zink tragen bei einer aus­ reichenden Aufnahme zum Erhalt gesunder Haut und H ­ aare bei. Zink und Selen können sogar auch die Nägel unterstützen. ­Vitamin C hilft, die Kol­ lagenbildung für das ­normale Funktionieren der Haut sicherzustellen.

ACTILIFE IM NEUEN LOOK Actilife ist die Nummer eins bei Nahrungs­ ergänzungsmitteln im Schweizer Detail­ handel. Neu gibt es die Actilife-Produkte in ­unterschiedlichen ­Farben. So sind sie ­besser zu unterschei­ den: Beauty-Produkte ­erscheinen beispiels­ weise in Violett. Die Rezeptur der ­Actilife-Produkte wur­ de teils überarbeitet und optimiert. Die Qua­ lität blieb aber dieselbe. Sehr beliebt sind etwa Magnesium, Multi­ vitaminpräparate und Vitamin-D-Tropfen. Produkte von Actilife können dabei helfen, sich in jeder Lebenslage wohlzufühlen, das gesundheitliche ­Befinden zu ­stärken und leistungsfähig zu sein. A ­ usgewählte Dro­ gerieprodukte sind in Ihrer Migros erhältlich.

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VITAMINE UND MINERALSTOFFE Actilife ALLinONE Depot, Tabletten, 40 Stück Fr. 4.20

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Täglich 1 Ampulle (25 ml) trinken

Täglich 1 Tablette mit etwas Wasser einnehmen


36 | 27.9.2021 | SCHWARZER HERBST 2001

Unheil aus dem Nichts

Vor 20 Jahren erschüttern vier schreckliche Ereignisse innert zwei Monaten die Schweiz: In Zug schiesst ein Verrückter auf Politiker, die Swissair geht zu Boden, ein Crossair-Jet stürzt ab, und im Gotthard-Tunnel brennt es. Vier Menschen, die damals dabei waren, blicken zurück. Texte: Rahel Schmucki, Ralf Kaminski, Monica Müller Bilder: Maurice Haas, Gian Marco Castelberg

waren Steinplatten, und wir ­waren im zweiten Stock. Also legte ich mich schnell wieder auf den Boden, während der Atten­ täter auf meine Kolleginnen und Kollegen schoss. Er kletterte auch auf die Tische und zielte von oben auf uns. Ich wartete darauf, bis ich an der Reihe war.

27. SEPTEMBER 2001:

Attentat in Zug

«Ich habe nur noch funktioniert»

14 Tote und viele Verletzte in Zug

Bild: Keystone

«Ich sass an dem Tag um 10.32 Uhr im Ratssaal, als es plötzlich hiess, wir sollen uns sofort auf den Boden legen. Ich hörte es knallen und dachte: Es ist doch zu früh für Schulsilvester. Wie ich auf den Boden kam, weiss ich nicht. Ich realisierte, dass ich halb auf einer Kollegin lag. Sie klagte, sie kriege keine Luft mehr. Die Luft war stickig. Wir lagen direkt unter einem Fenster, und ich stand instinktiv auf, um es zu öffnen. Als ich mich in Richtung Saal umdreh­ te, sah ich den Attentäter Fried­ rich Leibacher direkt vor mir. Er war gerade mit dem Laden eines seiner Gewehre beschäftigt. Zum Glück stand er mit dem Rücken zu mir und sah mich nicht. Er trug eine Weste mit der Aufschrift ‹Polizei›. Doch mir war sofort klar, dass das kein ­Polizist ist. Erst jetzt realisierte ich, dass da jemand auf uns schiesst. Ich schaute aus dem Fenster und überlegte mir hin­ unterzuspringen. Aber unten

Attentäter Friedrich Leibacher (57) stürmte mit einer selbstgefertigten Polizeiweste und mehreren Waffen in das Parlamentsgebäude des Kantons Zug. Dort schoss er wild um sich, tötete 14 Mitglieder des Parlaments, verletzte viele und richtete sich schliesslich selbst. Er wähnte sich als Opfer eines Komplotts.

Angst vor dem Tod hatte ich in diesem Moment nicht. Ich fand es nur schade, dass ich viele ­Dinge nicht mehr erleben wür­ de. Ich war gerade frisch verliebt und hatte allerlei Pläne. Nach ­einer gefühlten Ewigkeit, die in Wirklichkeit nur 2 Minuten und 34 Sekunden dauerte, hörte ich einen Schuss, der anders klang, und danach keine Schüsse mehr. Ich realisierte, dass sich Lei­­b­ acher selbst umgebracht hatte. Ich ging zu ihm und vergewis­ serte mich, dass er wirklich tot ist und wir in Sicherheit sind. Dann habe ich nur noch funk­ tioniert. Ich bin zu allen hin­ gegangen und habe geschaut, ob ich als ausgebildete Pflegefach­ frau jemandem helfen kann.


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Beim Saalausgang sass ein Kol­ lege an die Wand gelehnt, der Täter hatte ihm ins Gesicht und in den Bauch geschossen. Ich überzeugte die Feuerwehr, die schon vor Ort war, dass wir ihn gemeinsam ins Krankenhaus fahren. Auf dem Weg dorthin habe ich ihm die ganze Zeit die Hand gehalten und ihm be­ schrieben, wo wir gerade durch­ fahren. Leider starb er im Spital an inneren Blutungen. Im Krankenhaus erhielt ich von den Ärzten Spritzen und Morphium für die anderen Opfer und kehrte schnell wieder ins Regierungsgebäude zurück, um weiterzuhelfen. «Bis heute denke ich täglich daran»

Danach habe ich meinen Partner und eine Freundin angerufen. Mein Partner wohnte damals in Deutschland. Ich sagte ihm nur ‹Ich lebe noch›. Er hatte nicht mitbekommen, was in Zug pas­ siert war, und wusste nicht, was ich damit meine. Als er es reali­ sierte, kam er sofort für mehrere Wochen zu mir in die Schweiz, um mich zu unterstützen. Ab dem späteren Nachmittag funk­ tionierte ich nicht mehr. Das

Manuela Weichelt (54) Nationalrätin der Alternative – die Grünen Zug

«Angst vor dem Tod hatte ich in diesem Moment nicht. Ich fand es nur schade, dass ich viele Dinge nicht mehr erleben würde.»

­ eschehen holte mich ein. G ­Während mehr als einem Jahr nutzte ich die Möglichkeit einer Traumatherapie. Ich musste mich mehrere Monate lang krankschreiben lassen. Ich konnte keinen Satz mehr fehler­ frei schreiben und mich nicht mehr konzentrieren. Geholfen hat mir auch die grosse Anteilnahme der Zuger und der Schweizer Bevölkerung. Bis heute denke ich täglich ein paar Sekunden an das ­Attentat. Etwa wenn ich auf der Strasse jemanden mit einem Kleidungs­ stück sehe, das mich an eins der Opfer erinnert. Oder wenn im Tram ein Fenster zuknallt, zucke ich zusammen. Aber in­ zwischen habe ich das Attentat in meinen Alltag integriert, es ist und bleibt ein Teil meines ­Lebens.»

24. OKTOBER 2001:

Brand im Gotthard-Tunnel «Der Gotthard-Brand war mein schlimmster Einsatz, zum Glück habe ich danach nichts Ver­ gleichbares mehr erlebt. Denke ich daran zurück, sehe ich im­ mer noch diese Bilder vor mir: das Inferno, das Chaos, die ­Toten am Boden. Die Tunnelfeuerwehren beim Süd- und beim Nordportal wa­ ren innert kurzer Zeit zur Stelle. Wir von der Chemiewehr Uri stiessen erst in einer zweiten Phase dazu. Als wir um Hilfe ge­ beten wurden, war die Rettungs­ aktion bereits gelaufen. Bei den hohen Temperaturen und dem giftigen Gemisch aus Rauchwolke mit Brandgasen konnte es im Tunnel drinnen keine Über­ lebenden mehr geben. Vom


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«Der GotthardBrand war mein schlimmster Einsatz, zum Glück habe ich danach nichts Vergleichbares mehr erlebt. Denke ich daran zurück, sehe ich immer noch diese Bilder vor mir: das Inferno, das Chaos, die Toten am Boden.

Benno Bühlmann (62) Leiter Risikomanagement beim Geneva Centre for Security Policy

a­ llem darum, die Schäden zu ­begutachten und Lehren aus dem Ereignis zu ziehen. Vor 20 Jahren gab es kein Drehbuch für einen solchen Brand im Gotthard-Strassen­ tunnel. Man hatte fälschlicher­ weise angenommen, eine Trans­ portbeschränkung von gefähr­ lichen Gütern wie Benzin oder Flüssiggas würde das Risiko ei­ nes solchen Grossbrands min­ destens stark eingrenzen. Doch ein ­Lastwagen allein führt schon 1500 Liter Diesel mit sich, da spielt die Ladung keine ent­ scheidende Rolle mehr. Mittlerweile sind die Flucht­ türen im Gotthard gut sichtbar, und den Leuten ist bewusst, was im Fall eines Tunnelbrands zu tun wäre: Radio hören. Im Not­ fall das Auto stehen und den Schlüssel stecken lassen. Sich so schnell wie möglich über eine Fluchttüre retten. Heute kann ich ganz entspannt durch den Gotthard fahren. Natürlich re­ gistriere ich jeweils, wo die Not­ ausgänge sind. Aber das macht doch jeder, nicht?»

Elf Menschen starben im Gotthard-Tunnel Es geschah morgens um

Bild: Keystone

­ orden und vom Süden her ver­ N suchten wir, die über 1000 Grad heisse Brandstelle mit Wasser­ werfern zu kühlen. Am Nachmittag ging ich mit einigen meiner Leute mit spezi­ ellen Atemschutzgeräten in die Nähe der Unfallstelle, um mir ­einen Überblick zu verschaffen. Die Tunnelröhre war über einen Kilometer lang ganz schwarz. Verschalungsplatten der Decke ­waren auf die Autos gestürzt. Erst dachte ich, Blachen von Lastwagen würden am Boden liegen. Dann realisierte ich: Das sind Menschen, die gestorben sind. Es war beklemmend. Damals gab es erst wenige Care Teams, die Rettungskräfte betreuen. Aber wir liessen un­ sere Einsatzkräfte nicht allein, sassen zusammen, sprachen über das, was geschehen war. Das Medieninteresse war riesig, über hundert Journalistinnen und Journalisten waren am Nordportal, alle hatten Fragen. Es wurden etliche Medienkon­ ferenzen abgehalten. In den ­Monaten danach ging es vor

9.39 Uhr: Knapp einen Kilometer vom Südportal bei Airolo entfernt kollidierten im Gotthard-Strassentunnel zwei Lastwagen seitlich. Ein Kurzschluss ent­ zündete das Diesel-LuftGemisch, sodass die ­beiden Camions und ihre Ladung, darunter Hunderte Pneus, in Flammen aufgingen. Die Folge war ein Grossbrand mit Temperaturen von bis zu 1200 Grad. Elf Menschen verloren ihr Leben. Zwei Monate lang blieb der Tunnel gesperrt.

24. NOVEMBER 2001:

CrossairAbsturz in Bassersdorf «Die Szene im Wald hat sich mir ins Gedächtnis gebrannt, ich könnte noch heute jeden Stein und jede Wurzel nachzeichnen.» Jacqueline Badran war damals mit ihrem Geschäftspartner nach einer anstrengenden Ge­ schäftsreise auf dem Heimweg. Mit an Bord war eine aufge­ kratzte Girlband, die in ihrer Nähe sass. Weil sie Ruhe woll­ ten, wechselten sie nach hinten – nur deshalb überlebten sie. Als die Durchsage aus dem Cockpit kam, man beginne nun den Landeanflug, schaute Ba­ dran aus dem Fenster. «Nor­ malerweise sieht man zu diesem Zeitpunkt Lichter, aber da war nur Dunkelheit.» Während sie sich noch wunderte, gab es einen Schlag, und die Maschine schlin­ gerte hin und her. «Ich hielt es zuerst für eine sehr unsanfte Landung, doch dann gab es vor mir eine Stichflamme, und alles fing an zu brennen.» Erst da ­realisierte sie, was los war. «Und ich dachte, okay, das wars, so also sterbe ich.» Blackout und Hilfesuche

Wie sie und ihr Geschäftspart­ ner aus dem Flieger kamen, weiss sie nicht mehr – ein Black­ out. Ihre Erinnerung setzt erst draussen wieder ein: der Schnee, die Dunkelheit, das brennende Wrack, andere Über­ lebende, eine Flight Attendant in Panik. «Und ich wollte un­ bedingt weg von der Maschine, weil die in Filmen immer ex­ plodieren.» Diese tat es nicht. Das kleine Grüppchen Überle­ bender machte sich also auf den Weg durch den Wald, auf der Su­ che nach Hilfe. Badran war zwar verletzt, spürte jedoch weder Schmerz noch Kälte. «In so einer Situation funktioniert man


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ganz normale Beizenbetrieb herrschte. Und wo einem der Gäste am Stammtisch vor Staunen das Bier aus der Hand fiel, als er erfuhr, dass sie Überlebende des Flugzeugabsturzes waren. Die freundliche Arzthelferin in zivil, die sie notdürftig mit einem Erste-Hilfe-Set des Restaurants verarztete, während die ­offizielle Sanität auf sich warten liess. Die Umständlichkeiten, bis sie endlich ins Universitätsspital gebracht wurden. Irgendwann, tief in der Nacht, sass sie schliesslich im Fernsehzimmer des Spitals, dem ein­ zigen Ort, an dem man rauchen durfte, und schaute im TV in Endlosschleife die Bilder und Berichterstattung von der Absturzstelle. «Total surreal. Aber an Schlaf war nicht zu denken, dafür war ich viel zu aufgekratzt.»

Jacqueline Badran (59) Unternehmerin und SP-Nationalrätin

Bild: Keystone

24 Tote beim Absturz der Crossair

Der Pilot hatte einen langen Arbeitstag hinter sich, als er an jenem kalten Winterabend von Berlin kommend den Flughafen Zürich ansteuerte. Doch er flog zu tief. Die CrossairMaschine stürzte in ein Waldstück bei Bassersdorf ZH und ging in Flammen auf. 24 Personen kamen ums Leben, darunter beide Piloten. Neun Personen überlebten, alle aus dem hinteren Teil der Maschine. Jacqueline Badran war eine von ihnen. Sie kam mit einer gebrochenen Hand, einem Sehnenriss und Prellungen am ­ganzen Körper davon.

«Ich hielt es zuerst für eine sehr unsanfte ­Landung, doch dann fing vor mir alles an zu brennen. Und ich dachte, okay, das wars, so also sterbe ich.»

e­ infach, der Körper macht alles, um zu überleben.» Schliesslich erreichten sie eine Strasse, genau in dem Moment, als ein Feuerwehrwagen heranbrauste. «Ein Feuerwehrmann stieg aus, sah mich an, ­erklärte, ich solle gefälligst Platz machen und fuhr weiter.» Nacht voller Kuriositäten

Badran lacht. «Überlebende ­eines Absturzes, die auf eigenen Beinen stehen, brauchen weniger dringend Hilfe als die, die noch beim Flugzeug sind.» Aber dort fanden die Rettungskräfte nur noch verkohlte Leichen. Der Rest der Nacht ist voller Kuriositäten: das nahe gelegene Restaurant, in dem noch der

Glück und Schuldgefühle

Danach folgten die Medien, die sich am nächsten Morgen vor dem Spital versammelt hatten. Die zwei anderen Überlebenden wollten sich dem nicht stellen, also tat sie es. «Naiv und völlig medienunerfahren.» Weil sie nicht unterbunden hatte, mit vollem Namen genannt zu werden, meldeten sich kurz darauf alle möglichen Sender. «Ob ich nicht schnell nach Berlin kommen könnte oder nach London.» Sie schüttelt den Kopf. Die Schuld am Unfall sieht Jacqueline Badran weniger beim Piloten selbst als beim System Crossair. «Priorität hatte, so ­wenig Geld wie möglich aus­zu­ geben, was sich auch auf die Sicherheitsstandards auswirkte.» Es dauerte fünf Jahre, bis sie sich wieder in ein Flugzeug ­setzte. Und einmal habe sie eine Landung in einer ähnlichen Konstellation erlebt wie damals. «Da musste ich schon bewusst tief ein- und ausatmen, um Panik zu verhindern.» Ansonsten jedoch hat sie den Absturz gut verdaut, sagt sie. Doch sie habe damals Schuld­ gefühle gehabt, wie das für Überlebende typisch sei. «Warum mussten andere sterben und ich nicht?» Und diese Schuldgefühle seien schon ab und zu noch da. «Ich hatte immer sehr viel


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Glück – und Glück verpflichtet.» Letztlich sei sie deshalb poli­ tisch engagiert. Dazu habe auch der Absturz beigetragen. «Weil er mich immer wieder daran ­erinnert, wie privilegiert ich bin, noch am Leben zu sein.» 2. OKTOBER 2001:

Grounding Swissair

Gute Wünsche und Tränen

Gemeinsam entschieden sie, we­ der die Passagiere noch den Rest der Besatzung zu informieren. «Wir vermuteten, dass diese Nachricht einige aus der Crew

Tausende strandeten beim Grounding

Martin Knuchel (55) im Krisenmanagement bei der Swiss

«Im Cockpit herrschte betretene Stille. Aber wer nicht völlig blind war, hatte schon mitbekommen, dass es der Firma nicht gut ging. Dass es so weit kommen könnte, hätte ich dennoch nie erwartet.»

sehr schwer treffen würde – und die Leute mussten bis zur Lan­ dung ja noch ihre Arbeit tun.» Etwa eine Stunde vor der Landung informierte er sein Team dann doch, weil inzwi­ schen weitere ungewöhnliche Instruktionen zum Landema­ növer eingetroffen waren. «Die Maschine durfte nur noch ans Gate rollen, erhielt kurz Strom, damit die Fluggäste aussteigen konnten, danach durfte am Flugzeug nichts mehr gemacht werden. Die Leute konnten auch nicht mehr ins Terminal hinein­ gehen, sondern mussten aufs Flugfeld hinunter und dort selbst ihr Gepäck einsammeln. Dann wurden sie mit dem Bus weitergefahren.» Die Passagiere erfuhren vom Grounding erst nach der Lan­ dung. Bei der Ansage wurde die

Die Swissair, Nationalstolz der Schweiz und einst als «fliegende Bank» bezeichnet, kämpfte schon länger mit finanziellen Problemen. Am Nachmittag des 2. Oktober jedoch ging ihr definitiv das Geld aus. Die Airline musste ihren Passagieren und der geschockten Nation mitteilen, dass sie ab sofort den Betrieb einstellt. Tausende von Fluggästen aus aller Welt strandeten, etliche Flugbesatzungen sassen im Ausland fest – und die Bilder von am Boden stehenden Swissair-Maschinen gingen um die Welt. Bild: Keystone

Martin Knuchel war an jenem Tag Kabinenchef auf einem sehr vollen Flug von Peking nach ­Zürich. Vier Stunden vor der Landung wurde er ins Cockpit gerufen. «Das ist an sich kein ungewöhnlicher Vorgang. Aber als ich eintrat, merkte ich sofort: Irgendwas stimmt nicht.» Im ersten Moment befürch­ tete er, es gebe ein ernsthaftes technisches Problem. Doch dann drückte ihm der Co-Pilot einen Zettel in die Hand, auf dem stand, die Swissair habe den Betrieb eingestellt – Maschinen in der Luft sollten noch heim­ kehren, dann sei Schluss. Weitere Instruktionen würden folgen. «Im Cockpit herrschte betre­ tene Stille. Aber wer nicht völlig blind war, hatte schon mit­ bekommen, dass es der Firma nicht gut ging. Dass es so weit kommen könnte, hätte ich ­dennoch nie erwartet», erzählt der 55-Jährige, der heute für das Krisenmanagement bei der Swiss verantwortlich ist und noch immer ab und zu als Ka­ binenchef fliegt.


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Was machen sie heute? Fortsetzung von Seite 43

Lage erklärt, wie der Ausstieg funktionierte, aber auch, dass alle Anschlussflüge annulliert waren und man den Betroffenen vorerst nicht weiterhelfen konnte. «Es gab viele Fragen, aber auch grosses Mitgefühl, gute Wünsche – und Tränen. Von Gästen aus ­allen möglichen Nationen.» Als die Passagiere ausgestiegen waren, versammelte sich die Besatzung in der ersten Klasse, der Captain holte zwei Champagnerflaschen aus dem Kühler und erklärte, die seien ja eh schon bezahlt. «Wir stiessen an und erneut flossen Tränen. Dann verliessen wir die Maschine.»

Am 2. Oktober 2001 musste die Swissair den Betrieb einstellen. Wer spielte beim Grounding eine zentrale Rolle, und wie ging es für diese Menschen danach weiter? Text: Ralf Kaminski

Eric Honegger (75)

Der ehemalige Zürcher Regie­ rungsrat war bis kurz vor dem Grounding Verwal­ tungsratspräsident der SAirGroup, der die Swissair an­ gehörte. Seit 2012 betreibt er mit ­seiner Lebenspart­ nerin im österrei­ chischen Burgen­ land das Gäste­ haus Arkadenhof.

Philippe Bruggisser (73)

Der frühere SwissairChef (1996–2001) wollte mit seiner «Hunter-­ Strategie» eine eigene Luftverkehrsallianz auf­ bauen. Dies trug mass­ geblich dazu bei, dass der Airline das Geld ausging. Von 2009 bis 2010 war er CEO einer maltesischen Privatfluggesellschaft. Er lebt heute in Miami (USA) und bezeichnet sich auf LinkedIn als ­Aviation Consultant.

Kollektives Versagen

Lukas Mühlemann (71)

Der damalige Chef der Grossbank ­Credit Suisse sass auch im VR der SAirGroup und trat dort nach dem Grounding zurück. 2002 musste er nach diversen Pleiten auch bei der CS abtreten. Danach machte er sich selbständig und beriet wohlhabende Kunden. Jackie Fouse (58)

Die Texanerin war die letzte ­Finanzchefin der Airline und kam gemeinsam mit Mario ­Corti von Nestlé. Nach dem Grounding kehrte sie in die USA zurück. Heute ist sie CEO von Agios Pharmaceuticals in der Region Boston.

Marcel Ospel (1950–2020)

Er war Verwaltungsrats­ präsident der UBS, als die Swissair in Not geriet – danach kam er selbst un­ ter Beschuss, da ihm und der Bank eine starke Mit­ schuld für das Grounding unterstellt wurde. Im Zuge der Finanzkrise zog sich der einstige KV-Stift 2008 aus der UBS zurück. 2020 starb er nach langem Krebsleiden in Wollerau SZ.

Bilder: Keystone

Viele hatten Angst um ihre berufliche Zukunft. Auch Knuchel war verunsichert, aber nicht ernsthaft besorgt. Er konnte sich auch bald für die Swiss bewerben und stand bereits ab dem ersten Tag wieder als Teamleiter im Einsatz beim Kabinenpersonalmanagement. Dennoch hallte das einschneidende Ereignis nach: «Die ersten beiden ­Jahre war es schon sehr präsent, aber heute habe ich mit dem Grounding meinen Frieden gemacht.» Er sieht sogar positive Aspekte: «Ich habe mich und mein Umfeld in der Krisensituation besser kennengelernt und eine gewisse Widerstandsfähigkeit entwickelt, die auch sonst nützlich ist.» Die Schuld am Ende der Swissair sieht Knuchel nicht bei einer Person. Es sei ein kollektives Versagen gewesen. «Ein Problem war vermutlich Überheblichkeit – deshalb merkte man zu spät, wie kritisch die Lage war.» MM


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Vreni Spoerry (83)

Die frühere FDP-Ständerätin sass als einzige Frau im Swissair-­ Verwaltungsrat. Nach dem Grounding war sie noch Mitglied in anderen Verwaltungsräten. Heute ist sie pensioniert und lebt in Horgen ZH.

Mario Corti (74)

Der ehemalige NestléFinanzchef sprang im Frühling 2001 erfolglos als «Retter» bei der Swissair ein und war der letzte Konzernchef und Verwaltungsratspräsident der Airline. 2002 wanderte er in die USA aus, die Heimat seiner Frau. Heute lebt er in Boston im Ruhestand und engagiert sich beim Basler Think Tank Carnot-Cournot. Moritz Suter (78)

Der Crossair-Gründer führte im Frühling 2001 für 44 Tage auch noch die Swissair, bevor ­Mario Corti übernahm. Basierend auf Suters Crossair wurde 2002 die Swiss neu aufgebaut – er selbst jedoch wurde bereits im Dezember 2001 entmachtet. 2004 gründete Suter in Basel die Fluggesellschaft Hello, die jedoch 2012 den Betrieb einstellen musste. Später amtete er noch als Verleger der «Basler Zeitung».

André Dosé (64)

Nach verschiedenen Positionen bei der Crossair war der ­Berufspilot nach dem Grounding der erste CEO der Swiss und verfasste 2004 sogar ein Buch darüber («Sturmflug»). ­Später war er für kurze Zeit CEO der Gulf Air und von 2012 bis 2013 ­VR-Präsident von GC. Heute führt Dosé eine eigene Beratungsfirma. Er wohnt in Münchwilen AG.

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48 | 27.9.2021 | HAARPFLEGE

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Neun haarige Aussagen im Check Führt das Zusammenbinden der Mähne zum Zopf zu Haarausfall? Ist tägliches Waschen schädlich? Wir verraten, welche Mythen an den Haaren herbeigezogen sind. Text: Cilgia Grass  Illustration: Anita Allemann

Wir verlieren ständig Haare, das ist normal Richtig. Von krankhaftem Haarausfall spricht man, wenn dauerhaft täglich 100 oder mehr Haare ausfallen. «Haarausfall kann zum Beispiel saisonal oder bei Stress vorübergehend vermehrt auftreten. Deshalb sollte man zunächst beobachten, ob sich der Prozess nicht von selbst reguliert», sagt Oliver Das, Facharzt für Dermatologie, Venero­ logie und Allergologie bei Medbase Zürich Oerlikon. Hält der Haarausfall hartnäckig an, empfiehlt sich jedoch der Gang zum Hausarzt.

Tägliches Waschen ist schädlich für die Haare Falsch. Oliver Das gibt Entwarnung: «Tägliches Waschen schadet nicht», sagt er. «Wie häufig es erforderlich ist, die Haare zu waschen, ist sehr individuell.» Bei den ­einen fetten die Haare schneller nach als bei anderen. Deshalb waschen sie ihre Haare öfter. Bei anderen häufen sich die Haar­ wäschen, weil sie jeden Tag Sport ­treiben.

Kopfmassagen können das Haarwachstum anregen Richtig, sagen Schönheits­ profis. Regelmässige Kopfmas­ sagen regen die Durchblutung der Kopfhaut an, wodurch die Haarfollikel mit mehr Nähr­ stoffen versorgt werden und das Haar schneller und stärker nachwächst.

Häufiges heisses Föhnen und ­Glätten kann die Haare schädigen Richtig. Zu heisses Föhnen und Glätten trocknet die Haare aus und lässt sie brüchig werden. Deshalb ist es wichtig, einen Föhn zu wählen, der mehrere Trockenstufen hat. So ist es möglich, die Temperatur zu variieren. Das schont die Haare. Auch beim Glät­ ten der Haare ist es wichtig, dass man verschiedene Temperaturstufen zur Verfügung hat. 180 Grad rei­ chen in der Regel, um die Haare zu glätten. Je dicker die Haare, desto mehr Hitze ist nötig. Die Marke von 210 Grad sollte jedoch nicht überschritten werden.


HAARPFLEGE | 27.9.2021 | 49

Ein Pferdeschwanz kann zu Haarausfall führen Richtig und falsch. Ab und zu die Haare zu einem Pferdeschwanz zusammenzubinden, schadet nicht. Durch einen sehr straffen Pferdeschwanz sind die Haare jedoch einem ständigen Zug ausgesetzt. Wiederholt sich das jeden Tag, kann es sein, dass sie ausfallen. Wird die Haarwurzel dauerhaft beschädigt, wachsen keine Haare mehr nach. Das Phänomen kann auch bei Flecht- oder bei Duttfrisuren auftreten.

Frauen leiden häufiger unter diffusem Haarausfall als Männer Richtig. Beim diffusen Haarausfall verlieren die Betroffenen regelmässig über den ganzen Kopf verteilt Haare. Frauen betrifft das Problem häufiger als Männer. Meist ist es nur vorübergehend. Ursache sind oft Hormonschwankungen, zum Beispiel durch das Absetzen der Pille oder eine Schwangerschaft. Auch Eisenmangel, Schilddrüsenerkrankungen, die ­Einnahme von Medikamenten sowie eine mangelhafte Ernährung können zu diffusem Haarausfall führen.

Shampoos gegen Haar­ausfall lassen die Haare wieder so richtig spriessen Falsch. Viele Betroffene greifen bei ersten Anzeichen von Haarausfall auf Shampoos mit Koffein oder ein anregendes Haartonikum zurück. Eine Wirkung ist häufig jedoch nicht erwiesen. Als Vorbeugung gegen Haarausfall empfiehlt Oliver Das eine ausgewogene Ernährung und die Vermeidung von Stress und Schadstoffen.

Sie wollen Ihr Haarwissen testen? Dann machen Sie das Quiz: migros-impuls.ch/haare-quiz  iMpuls ist die Gesundheits­initiative der Migros.

Wenn man zu einer Glatze neigt, kann man nichts dagegen tun Falsch. Es gibt medizinische Haarwuchsmittel. «Sie richten sich nach der jeweiligen Ursache», sagt Oliver Das. Zugelassen sind auch Nahrungsergänzungsmittel, beispielsweise Priorin N. Ist der Leidensdruck sehr hoch, ist als operative Massnahme eine Haarverpflanzung möglich. Dabei werden Haare von dichter bewachsenen Stellen samt Wurzel entnommen und an den gelichteten Stellen wieder eingesetzt.

Hat der Grossvater schon eine Glatze, bekommt der Enkel wahrscheinlich auch eine Richtig. Hat der Grossvater mütter­ licherseits eine Glatze, ist das Risiko ­erhöht, dass männliche Nachkommen ebenfalls eine bekommen. Denn: Haarausfall kann erblich bedingt sein. Rund 80 Prozent aller Männer sind betroffen und rund 50 Prozent aller Frauen über 50 Jahren. Bei Frauen lichtet sich das Haar am Mittelscheitel. Bei Männern ­bilden sich Geheimratsecken, der Haaransatz wandert zurück, am Hinterkopf wird das Haar immer schütterer. Dipl. med. Oliver Das, Facharzt für Dermatologie, Venerologie und Allergologie bei Medbase Zürich Oerlikon


PA I D C O N T E N T

DA BLEIBT NICHTS KLEBEN Pfannen der Marke GreenPan machen das Braten einfach. Ihre keramische Antihaftbeschichtung ist effizient und besonders ­umweltverträglich. GreenPan-Pfannen gibts in grösseren Migros-Filialen.

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FAMILIE | 27.9.2021 | 51

Will ich Gotte werden? Gotte oder Götti zu sein, ist häufig mit einem schlechten Gewissen verknüpft. Worauf es beim Patenamt wirklich ankommt.

FÜNF TIPPS FÜR KÜNFTIGE PATEN 1. Gut überlegen, ob man das Amt übernehmen möchte. Ruhig um Bedenkzeit bitten.

Text: Kristina Reiss

2. Um falsche Erwartungen oder um Frust zu vermeiden: ­bereits im Vorfeld mit den ­Eltern über deren und eigene Vorstellungen sprechen.

3. Für die Qualität der Be­ ziehung zum Göttikind sind Gotte oder Götti verantwort­ lich – nicht das Patenkind oder dessen Eltern.

4. Es nicht persönlich neh­ men, wenn das Kind einem nicht überschwänglich um den Hals fällt oder sich die oder der Pubertierende auf einen Brief nicht meldet – ­Eltern ­ergeht es nicht anders.

5. Freundschaften verändern sich. Den Kontakt zum Kind halten, auch wenn es mit den Eltern nicht mehr viele Gemeinsamkeiten gibt.

Bild: Getty Images

«Ich habe mir das nochmals überlegt», sagt die Freundin. «Ich möchte doch nicht die ­Gotte von eurem Sohn werden.» Die werdende Mutter war baff. Und leicht irritiert. Götti oder Gotte zu werden, macht eigentlich stolz. Schliesslich zeigt nichts so gut, dass man für einen guten, vertrauensvollen Menschen gehalten wird. Waren früher Paten eine Art rechtliche Absicherung, die das Kind im Glauben stärken sollten und schlimmstenfalls die E ­ ltern ersetzen, sind sie heute ein ­«Luxusgut»: weitere erwach­sene Ansprechpersonen, die das Kind begleiten, mit denen es sich austauschen kann. Oder, wie es die Familienberaterin ­Caroline Märki, Leiterin von F ­ amilylab Schweiz, formuliert: «Nur für Geschenke brauchen heute die wenigsten Kinder ­Paten. Stattdessen be­nötigen sie Aufmerksamkeit – diese ­bekommen sie im Idealfall besonders exklusiv von der ­Gotte oder dem Götti.» Für diese ist das Patenamt ­allerdings häufig mit einem schlechten Gewissen verknüpft: «Ich sollte mehr tun.» Tatsächlich liegen zwischen dem Anspruch «Ich will dem Gottenkind ein echter Freund sein» und der Realität – «Ich sehe es nur dreimal im Jahr» – oft ­Welten. Märki jedoch beruhigt: Wichtig sei, dass sich das Kind auf seine Gotte, seinen Götti ver-

lassen könne. Die Qualität von Freundschaften mache sich ja auch nicht an der Häufigkeit der Treffen fest. Entscheidender sei vielmehr die Frage: Gelingt es Gotte oder Götti, mit dem Patenkind in Beziehung zu treten? Stimmt die Chemie?

«Manche Menschen stehen uns einfach näher als andere», sagt die dreifache Mutter und Patentante aus Erfahrung. Ähnliche

Mehr Infos: familylab.ch

Interessen und Charaktere ­verbinden. Dass die Chemie ­jedoch stimmt, lässt sich nicht erzwingen. Was für ein gutes Verhältnis zum Patenkind helfen kann: wenn Gotte oder Götti im selben Lebensabschnitt stecken, etwa weil sie auch Kinder in ähnlichem Alter haben oder in der Nähe wohnen. Manchmal ist aber auch einfach der Zeitpunkt nicht der richtige, und es funkt zwischen

Pate und Kind erst, wenn Letzteres aus dem Gröbsten heraus ist. «Was auch sehr schön ist», so Caroline Märki. Die Freundschaft zur Freundin von damals hat übrigens ­unter der Ablehnung der Patenschaft nicht ­ge­litten. «Wenn, dann möchte ich es richtig machen», hatte sie ihre Absage begründet. «Mit Job, ­eigenen Kindern und bereits drei Patenkindern schaffe ich das einfach nicht.»­ MM


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DIGITAL | 27.9.2021 | 53

Neuer Falter

Auch faltbar: Die Konkurrenz

Mit dem Galaxy Z Fold3 macht Samsung den auf- und zuklappbaren Bildschirm alltagstauglich. Doch in welchen Situationen bringt das tatsächlich einen Mehrwert? Der Test offenbart die Vor- und Nachteile. Text: Reto Vogt

Der dritte Versuch von Samsung sitzt: Was den beiden Vorgängern des Galaxy Z Fold3 noch fehlte, bringt dieses Smartphone und sein kleiner Bruder Z Flip3 (siehe rechts) mit faltbarem Display endlich mit: Robustheit und ­Stabilität, gepaart mit einem ­ak­zeptablen Preis von ungefähr 1800 Franken. Das ist zwar sehr viel Geld, doch das Ding verinnerlicht ja zwei Geräte in einem. Zusammengeklappt ein normales Smartphone mit aktuellem ­Android-Betriebssystem (11) und moderner Ausstattung; Dreifach-Kame­ra, DualSIM, ein schneller Prozessor, 2 ­ 56 GB Speicher und 5G. Klappt man es auf, kommt ein 7,6 Zoll grosser Bildschirm zum Vorschein (ca. 13 × 16 Zentimeter), der eine bemerkenswert gute Qualität ­bietet. Der Falz in der Mitte ist praktisch nicht zu sehen, das Scharnier massiv und gut verarbeitet. Nahtlos zwischen Handy und Tablet hin und her wechseln kann man jedoch leider nur in eine Richtung: Wird das Gerät aufgeklappt, bleibt die zuletzt genutzte App auf dem grossen Bildschirm g­ eöffnet. Andersrum wird sie aber geschlossen beziehungsweise in den Hintergrund ­verschoben – das ist schade.

Bilder: zVg

Als Tablet überzeugend

Ausserdem ergibt die Handy-­ Tablet-Kombination nicht in ­allen Alltagssituationen Sinn. Wer gerne Games zockt, Filme ansieht oder E-Books liest, profitiert. Das grosse Display liefert starke Kontraste und schöne Farben und hält die Qualität

Motorola Razr 5G Das Razr-Smartphone lässt sich mittig falten. So kompakt passt das Gerät in jede Hosen­tasche. Ca. Fr. 1400.– bei digitec.ch

Microsoft Surface Duo Der Klassiker kann in Sachen Ausstattung dem neuen Samsung nicht Paroli bieten. Aber der Konzeptmix aus Smartphone und Tablet ist derselbe. Ca. Fr. 1200.– bei digitec.ch

Samsungs neuester faltbarer Wurf: Das Galaxy Z Fold 3

auch bei actionreichen Szenen. Attraktiv ist das Galaxy Z Fold3 ausserdem als digitales Notizbuch. Um zu zeichnen oder handschriftlich Notizen zu erfassen, muss zwar ein Produkt, der S-Pen Fold Edition für rund 50 Franken, hinzugekauft werden. Immerhin ist das Gerät aber das erste Falthandy von Samsung, das den Stift unterstützt – bloss fehlt die Möglichkeit, ihn im Gehäuse zu ver­ senken oder daran zu befestigen, etwa mit einem Magneten. Seine grossen Stärken spielt Samsungs neuer Falter also nur

aus, wenn die Tablet-Funktion im Fokus steht. Soll es hingegen meistens als normales Smartphone zum Einsatz kommen, bietet es keinen Mehrwert ­gegenüber anderen Geräten, im Gegenteil: Für diese Anwendung ist das Fold3 viel zu teuer, da­ rüber hinaus wird man sich schnell an der klobigen Bauform und dem stolzen Gewicht von 270 Gramm stören. Kommt erschwerend hinzu, dass die Selfie-Kamera im ­ausgeklappten Zustand nicht die Qualität liefert, die man von ­anderen Tablets kennt. MM

Samsung Galaxy Z Flip3 Wie das Motorola lässt sich auch das Flip3 halbieren. Auf dem MiniDisplay der Vorderseite erscheint aber schon ­alles Wichtige. Ca. Fr. 1049.– bei digitec.ch


54 | 27.9.2021 | KOLUMNE

Wenn der Freund des Leserbriefschreibers zur Lesung kommt

DER ANDERE BLICK Will­

dennase unterstütze, ausser­ dem wirke der dunkle Hinter­ grund diabolisch, und mein Grinsen widerspiegle die Hin­ terlist, die den Juden angedich­ tet werde. Ob sich die Redak­ tion dessen nicht bewusst sei – oder gar Absicht dahinterstehe?

kommen in Thomas Meyers ­Judenschule! Hier lernen Nicht­ jüdinnen und Nichtjuden inte­ ressante Dinge über Jüdinnen und Juden. Heute: Wer fördert eigentlich den Antisemitismus? Vor ein paar Wochen erschien ein längeres Interview mit mir, anlässlich meines neuen Bu­ ches über Antisemitismus. Auf dem Cover des Magazins war ein Foto abgebildet, das mich von oben zeigt, amüsiert, vor schwarzem Hintergrund. Es war zwei Jahre alt, wurde nicht für dieses Gespräch gemacht.

Es ist nicht das erste Mal, dass jemand den Kopf voller antise­ mitischer Vorurteile hat und nicht merkt, wie er sie auf alles projiziert. Dass man aber ein Foto auf diese Weise interpre­ tieren kann, beeindruckte mich dann doch. Ob ich dem Leser antworten wolle, fragte der ­Redaktor, der das Interview ge­ macht hatte. Ich wollte nicht.

Ein Leser schrieb aufgeregt, das Bild fördere Antisemitismus: Es sei nämlich so aufgenommen, dass meine Nase im Zentrum stehe, was das Klischee der Ju­

Der Mann liess nicht locker. Er fand irgendwie heraus, dass ich mit meinem Buch in einer süd­

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KOLUMNE | 27.9.2021 | 55

deutschen Stadt auftrat und bat einen Bekannten, der dort lebt, den Anlass zu besuchen und mich mit seiner Frage zu kon­ frontieren, wobei er diese noch ergänzte: Was ich eigentlich dazu sage, dass «gewisse Juden» den Antisemitismus begüns­ tigten, wie beispielsweise der ­hetzerische Redenschreiber Donald Trumps? Die Idee, dass Juden durch ihr Verhalten den Antisemitismus fördern, ist in sich selbst antise­ mitisch. Denn der Antisemitis­ mus ist keine logische oder gar zwingende Reaktion auf jüdi­ sches Verhalten, und sei dieses noch so schändlich, sondern er ist eine Aktion von Antisemiten. Die aber wollen meist keine ­Antisemiten sein, darum ver­ drehen sie die Fakten so lange,

bis sie sich als Kämpfer gegen den Antisemitismus aufspielen können. Das alles erklärte ich dem ­Bekannten des Lesers, der ­währenddessen eifrig Notizen auf das ausgedruckte E-Mail machte. Es war völlig bizarr: Da wurde ein mir völlig fremder Mensch durch ein blosses Foto von mir derart an seine antise­ mitischen Vorurteile erinnert, dass er einen Gehilfen los­ schickte, um mich zur Rede zu stellen. Ich bin sicher, dass meine Ant­ worten ihn in seiner Haltung bestärkten. In seinen Augen fördert nun auch der jüdische Autor Thomas Meyer den ­Antisemitismus. Sieht man ja an dessen Nase!

Thomas Meyer (46) Hier schreibt der Zürcher Schriftsteller über sein jüdisches Leben. Sein neues Buch «Was soll an meiner Nase bitte jüdisch sein?» handelt vom Antisemitismus im Alltag.

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FINANZEN | 27.9.2021 | 57 Contentpartnerschaft

Konjunkturhoch schwächt sich ab Der Gradmesser der Konjunkturentwicklung Der Einkaufsmanagerindex (PMI) gilt als Wachstums-Frühindikator 80 70 60 50 40 30

Dienstleistungen Industrie

202 1 08.

202 0 08.

201 9 08.

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08. 201 6

Meteorologisch präsentierte sich der Sommer hierzulande von seiner verhaltenen Seite. Die kühlen und vor ­allem die regnerischen Tage waren gegenüber ihren sonnigen Pendants deutlich in der Überzahl. Was das Sommerwetter nur selten ­bieten konnte, vermochten dafür die wirtschaftlichen Daten zu liefern. Dank der Fortschritte beim Impfen und umfangreichen Lockerungen von Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie zeigte sich ein strahlender Konjunkturhimmel. Vor allem die konsumnahen Dienstleistungen setzten nach langer Durststrecke zur kräftigen Erholung an. Und nun? Auch wenn die Grosswetterlage vorerst sonnig bleibt,

zieht dennoch eine leichte Bewölkung auf. Die nachlassenden Wachstumsimpulse von Gastronomie und Tourismus, Bremswirkungen aufgrund weltweiter Lieferengpässe sowie die Unwägbarkeiten rund um die DeltaVariante sorgen in den nächsten ­Wochen für eine anhaltende Abschwächung der Wachstumsdynamik. Das ist vorerst kein Grund zur übermässigen Beunruhigung: Nach dem eindrücklichen Erholungstempo war eine gewisse Wachstumsverlangsamung durchaus zu erwarten. Denn viele Konjunkturindikatoren notierten zuletzt auf der Höhe von Allzeitoder zumindest Mehrjahreshochs. Ein eigentliches Konjunkturunwetter zeichnet sich also nicht ab. MM

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58 | 27.9.2021 | MEINE MIGROS

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27.9.2021 | 63

s ro is ig ll M

Bild: 123RF

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W

Tradition und Moderne Vor einer Woche hat im Wallis die Hochjagd begonnen. Während Jägerinnen und Jäger die Walliser Gipfel erklimmen, geniessen Fans der Wildküche in den Migros-Restaurants bereits raffinierte Klassiker und Neukreationen. Text: Fabien Lafarge

S

ie verbringen den Grossteil des Sommers in «ihrem» ­Sektor, um das Wild zu be­ obachten und ihre Aussichts­ punkte und Hochsitze einzurichten. Schliesslich gilt es für Jägerinnen und Jäger, bereit zu sein, wenn die Saison eröffnet ist. Und sie haben laut Gesetz eine wichtige Funktion: Sicherstel­ lung des Gleichgewichts zwischen den Arten und ein Beitrag zur Vermeidung und Entschädigung von Wildschäden an Wald, landwirtschaftlichen Kultu­ ren und an Nutztieren. Nur haben nicht alle das Glück, Mitglieder einer «Diana» – eines ­Walliser Jägervereins – in der Familie oder im Bekanntenkreis zu haben. Deshalb kann man die ausgezeich­

neten Gerichte zur eben begonnenen ein­heimischen Jagd jetzt in den Mi­ gros-Restaurants im Simplon Center in Glis, in Brig oder Visp probieren. Der Jagd-Burger ist längst ein Hit Bis zum 23. Oktober können Gäste

gleich mehrere Wildgerichte genies­ sen. Die Köchinnen und Köche bieten viele abwechslungsreiche und ver­ führerische Geschmackserlebnisse, sodass man gerne mehrmals wieder­ kommt, um weitere Menüs zu testen. Für die Verbindung von Tradition und Moderne steht etwa der beliebte Jagd-Burger, der nur bis Ende Woche erhältlich ist: ein Brötchen mit Ra­ clette-Käse, Wild-Burger, Speck und Steinpilz-Mayonnaise.

Gäste, die gerne Grilliertes haben, sollten unbedingt die Hirschmedail­ lons oder die Hirschbratwurst mit Pilzen vom Grill probieren. Die Ge­ richte werden mit mindestens zwei Beilagen angeboten: Spätzli, Rotkohl, Kastanien, Birnen oder Rosenkohl. Die anspruchsvollen Gourmets ­begeistert immer wieder der feine Rehpfeffer – wie der Burger ebenfalls nur bis Ende Woche erhältlich. Mitzuhalten vermag da jedoch ein weiteres kulinarisches Gedicht: der aromatische Hirschpfeffer. Und für etwas Süsses ist natürlich auch immer Platz: Das haus­gemachte Vermicellestörtchen der Migros-­ Restaurants in Glis, Brig und Visp ist zum Dahinschmelzen. MM

Die Wildliebhaber ­können die Herbstsaison jetzt mit feinen Jagdspezialitäten geniessen.


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Bild: Photoval

27.9.2021 | 65

Die Migros an der Messe

Um die Rückkehr nach der coronabedingten Pause zu feiern, wirbt die Walliser Herbstmesse mit dem Motto «Juste se revoir». Viele Konzerte und Veranstaltungen gehören vom 1. bis 10. Oktober in Martigny zum Programm.

Zeit für ein Wiedersehen Nach fast zwei Jahren findet die «Foire du Valais» wieder statt. Für die spezielle 61. Auflage werden bei der Einhaltung der Corona-Regeln und dem Food-Angebot keine Kompromisse gemacht: Das Messepublikum freut sich wieder auf die Leckereien am Migros-Stand. Text: Fabien Lafarge

A

m 25. Juni hatte die Spannung für die Fans der Walliser Messe ­endlich ein Ende: Die Ankündigungen des Bundesrates ermöglichten es, die beliebte Grossveranstaltung und gleichzeitig grösste Westschweizer Handelsmesse in Martigny 2021 erneut auszurichten. Das Organisationsteam machte sich also im Nu an die Arbeit, und vom 1. bis 10. Oktober wird nun ein üppiges Programm angeboten – mit dem passenden Motto: «Juste se revoir.» Sich einfach wiedersehen. Aufgrund der Coronapandemie wird jedoch die traditionelle Ausstellung dieses Jahr nicht stattfinden. Stattdessen wartet die Foire du Valais mit einem hochstehenden künstlerischen Programm auf, das sich über mehrere Messestandorte

erstreckt. Die Besucherinnen und Besucher werden insgesamt 30 musikalische Darbietungen, vier professionelle Strassenkünstlertruppen, fünf Zirkusschulen und über zehn renommierte StreetArt-Künstler bestaunen können. Rendez-vous zu zwölf Themen

Die Messe heisst dieses Jahr vier Ehrengäste willkommen: den Schweizerischen Baumeister­ verband, Origin Wine, La Maison ­Gilliard und die Firma ClimArk. Wie immer kommen auch die­ traditionellen «Rendez-vous de la Foire du Valais» nicht zu kurz, die dieses Jahr zwölf Themen um­ fassen, unter anderem Mobilität, Immobilien, Senioren, Wirtschaft, Kultur und Energie. An der Walliser Messe steht der Schutz vor einer Coronainfektion

an oberster Stelle. Zugang zur Messe haben also nur Personen mit einem Covid-Zertifikat (geimpft, genesen oder getestet) und einem Identitätsausweis, die dann die Veranstaltung ohne Maske ­besuchen können. Um die Ein­ haltung des von den kantonalen Behörden genehmigten Schutzkonzepts zu gewährleisten, ­ wurden rund 50 Kontrolleure und «Covid Angels» angestellt, und ­damit die Besuchenden problemlos laufend eintreten können, ­wurden 15 Eintritte geplant, durch die pro Stunde 3000 Personen ins Messegelände eingelassen ­werden können. MM «Juste se revoir»: das Motto der 61. Auflage Sponsoring by

Auch die Migros Wallis freut sich über das grosse Wiedersehen an der Messe und lädt das Publikum herzlich ein, ihren Essensstand vor der Bühne des ­Petit Forum zu besu­ chen. Für den kleinen Hunger zwischen­ durch hat es feine Spezialitäten aus ­regionalen Produkten, etwa den mittlerweile berühmten Burger «Aus der Region». Zum ersten Mal gibt es auch die köstlichen «Pataclettes» mit Rac­ lette oder Vacherin ­fribourgeois, die man mit Freunden oder ­allein geniessen kann. Wer es bunt mag, wird sich über die feinen «Bubble Teas» freuen. Und weil alle das Recht auf ein bisschen Glück haben, gibts am Stand der Migros Wallis auch schmackhafte vege­ tarische Nuggets der Linie «V-Love». Jetzt ausprobieren!


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Alte Kantonsstrasse 7 3930 Eyholz Öffnungszeiten : Montag – Freitag 9 bis 18.30 Uhr Samstag 9 bis 17 Uhr (Fotos nicht verbindlich)

Angebote gültig vom 27.09.2021, solange Vorrat.


Unsere Mission: Wir unterstützen Menschen in herausfordernden Situationen dabei, so selbstbestimmt und selbstständig wie möglich leben zu können. Dabei engagiert sich das Sozialmedizinische Zentrum Oberwallis als Ausbildungsbetrieb aktiv in der beruflichen Grundbildung und in der tertiären Ausbildung. Wir bilden Menschen praxisorientiert zu sozial-, selbst- und fachkompetenten Berufsleuten und Fachpersonen aus. Im Zentrum stehen dabei die Auszubildenden und Praktikant/innen mit ihren persönlichen Fähigkeiten. Ein kompetentes und engagiertes fachübergreifendes Team von ausgebildeten Berufsbildnerinnen und Praxisanleiter/innen engagiert sich täglich für eine qualitativ hochstehende Ausbildung.

4 Lehrstellen Fachfrau/Fachmann Gesundheit 4 Ausbildungsplätze HF-Pflege in Betriebsanstellung Fachfrau/Fachmann Gesundheit, ab 01.08.2022 oder nach Vereinbarung Du arbeitest an einem Standort (Brig, Visp-Stalden, Mattertal, Leuk-Steg in der Spitex in einer angenehmen Atmosphäre, wirst durch erfahrenes Fachpersonal angeleitet und in neuen Situationen mit Kunden begleitet. Grosse Selbständigkeit, viel Eigenverantwortung, ein abwechslungsreicher Arbeitsplatz und eine umfassende Betreuung der Kunden in deren eigenen vier Wänden gehören jeden Tag dazu. Du erlangst Kompetenzen in den Bereichen Pflege, Medizinaltechnik und Hauswirtschaft. Ein externes Praktikum und interne Workshops ergänzen deine Ausbildung. Bewerbungfrist: 15. Oktober 2021

HF-Pflege in Betriebsanstellung Betriebsanstellung, ab 21.03.2022 oder ab 19.09.2022 Du bist an einem Standort (Brig, Visp-Stalden, Mattertal, Leuk-Steg) in der Spitex verantwortlich für die Pflege von Menschen und führst diese fachlich kompetent durch. Gemeinsam mit den Betroffenen planst du die Ziele, erstellst den gesamten Pflegeprozess und führst die entsprechenden Massnahmen durch. Zusätzlich wendest du deine Fähigkeiten in medizinaltechnischen Tätigkeiten wie Medikamentenmanagement, Infusionstherapien und Wundversorgungen an. Mit Freude pflegst du die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Ärzten und Apotheken. Du leitest Mitarbeitende an, förderst die Lernenden und setzt die Erkenntnisse aus der Pflegeforschung bei deiner täglichen Arbeit um. Bewerbungsfrist: 30. November 2021

Auskünfte und Onlinebewerbung

Für nähere Auskünfte zu den Aufgabengebieten der beiden ausgeschriebenen Lehrstellen freut sich Chantal Pfammatter auf deine Kontaktaufnahme unter Tel. 076 247 59 90. Detaillierte Informationen zu den Stellen und die Onlinebewerbung findest du auf https://jobs.smzo.ch. Sozialmedizinisches Zentrum Oberwallis – Nordstrasse 30 – 3900 Brig – T. 027 922 31 31 – personal@smzo.ch – www.smzo.ch


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RÄTSEL | 27.9.2021 | 69

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Sudoku So nehmen Sie teil: Hauptpreis (oranges Lösungswort) Tel.: 0901 000 841 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD1, Lösungswort, Namen und Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD1 STEMPEL Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: www.migmag.ch/raetsel (kostenlos) Zusatzpreis (grünes Wort) Tel.: 0901 000 845 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD5, Lösungswort, Namen und Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD5 WINTER Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: www.migmag.ch/raetsel (kostenlos)

ZOOBESUCH UFOS Gewinner Nr. 37 Hauptpreis: Jean-Marie Wolter, Ins BE; Heinz Dürig, Lyss BE Zusatzpreis: Alfred Ryser, Urtenen-Schönbühl BE; Karl Hagmann, Sevelen SG

Das Quiz sowie das Paroli können Sie online lösen unter folgender Adresse: www.migmag.ch/quiz oder www.migmag.ch/paroli Und so nehmen Sie teil:

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Quiz – 2 × Fr. 100.– zu gewinnen Tel.: 0901 000 842 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD2, Lösungswort, Namen und Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD2 ATEMZUG Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: www.migmag.ch/quiz (kostenlos)

2 × 100 Franken zu gewinnen Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3×3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den orangen Feldern von links nach rechts.

Kreuzworträtsel Lösungen Nr. 38

2×

Paroli – 2 × Fr. 100.– zu gewinnen Tel.: 0901 000 843 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD3, Lösungswort, Namen und Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD3 HOTEL Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: www.migmag.ch/paroli (kostenlos)

Sudoku Lösung Nr. 38 So nehmen Sie teil: Tel.: 0901 000 844 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD4, Lösungszahl, Namen und Adresse an 3113 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD4 123. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: www.migmag.ch/sudoku (kostenlos)

Gewinner Nr. 37 Andrea Elsohn, Küsnacht ZH; Françoise Crétin, Rossemaison JU

Teilnahmeschluss: Sonntag, 3.10.2021, 24 Uhr Die Teilnahmebedingungen für jedes Rätsel finden Sie online unter: www.migros.ch/de/services/magazin-medien/migros-magazin


70 | 27.9.2021 | MEINE WELT

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Name Simona Aebersold (23) Wohnort Brügg BE Das läuft bei mir «Seit ich denken kann, haben mich die Eltern an Orientierungsläufe mitgenommen. Mit der Zeit sind auch mein Bruder Fabian und ich der Sportart verfallen. Ich bin seit drei Jahren im Elitekader und konzentriere mich voll und ganz auf den Sport. Zwar studiere ich noch Sportwissenschaften und Psychologie, aber das kommt derzeit nur an zweiter Stelle. Meine Saison ist bisher ganz gut ­verlaufen. An der WM in Tschechien sowie an der EM in der Schweiz holte ich ins­ gesamt sieben Medaillen. Im schwedischen Idre Fjäll erlief ich zudem meinen ersten Weltcupsieg. Trotzdem würde ich nie sagen, dass ich bisher eine perfekte Saison hatte. Ich bin sehr streng mit mir selbst und erwarte viel, manchmal zu viel von mir. Am kommenden Wochenende habe ich nun in Italien die Chance, den Gesamtweltcup zu gewinnen, wenn alles optimal läuft.»

«Ich bin sehr streng mit mir»

Orientierungsläuferin Simona Aebersold hat eine beinahe perfekte Saison hinter sich – würde das selbst aber nie sagen. Denn die Bernerin, die zur Entspannung Kuchen backt, hat sehr hohe Erwartungen an sich. Am Wochenende hat sie die Chance, den Gesamtweltcup zu gewinnen. Text: Manuela Enggist Bilder: Britta Gut


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MEINE WELT | 27.9.2021 | 71

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1 Meine Methode «Ich coache mich mehrheitlich selber. Das funktioniert sehr gut, ich kenne mich und meinen Körper ja selbst am besten. In den normalen Trainingswochen bin ich bis zu 14-mal pro Woche im Wald, um mein normales Lauftraining zu absolvieren.» 2 Meine Passion «Der Orientie­ rungslauf stammt ursprünglich aus dem Norden. Viele Rennen ­finden dort oben statt, und ich habe vor zwei Jahren begonnen, Norwegisch zu lernen, um die ­Speaker an den Rennen besser zu verstehen. Aber auch, weil mir die Sprache gefällt.»

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3 Meine Reisebegleitung «Ich bin in ­normalen Zeiten mehr unterwegs als zu Hause. Deswegen ist meine Tasche fast immer vollgepackt, ­damit ich gleich losziehen kann.»

Mein Migros-­ Lieblingsprodukt: «Vor einem Jahr bin ich auf den ‹Ice ­Coffee› gestossen. Seither steht er bei uns immer im Kühl­ schrank. Er hat mich erst zur Kaffeelieb­ haberin gemacht.»

4 Mein Freund «Ich bin mit dem norwegischen Orientierungsläufer Kasper Fosser zusammen. Da wir den gleichen Spitzensport betreiben, können wir problemlos Stunden über OL-Karten diskutieren.» 5 Mein Hobby «Ich backe für mein Leben gern. Am liebsten Kuchen. Mir gefällt es, wie sich aus den Zu­taten «naadisnaa» etwas Grosses formt. Wenn ich mal etwas nicht zu Hause

habe, bin ich auch ziemlich gut im Improvisieren.» 6 Mein Ritual «Vor jedem Wett­ kampf müssen wir ohne Handy bis zu sechs Stunden in einem Raum warten. So ist es unmöglich, etwas über die Route in Erfahrung zu ­bringen. Dafür habe ich den Zauber­ würfel dabei, die beste Ablenkung.» 7 Mein Trainingsort «Neben dem Training im Gelände muss ich auch viel Krafttraining im Fitnessstudio machen, um mich vor Verletzungen zu schützen. Als Ambassadorin von Migros Fitness trainiere ich meistens im Migros Fitnessclub Biel Elite.»


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Bei allen Angeboten sind M-Budget und bereits reduzierte Artikel ausgenommen. Angebote gelten nur vom 28.9. bis 4.10.2021, solange Vorrat


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