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Migros-Magazin-39-2018-d-LU

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Ausgabe Luzern, AZA 1953 Sion Response Zentral

Schweizer Adel - Teil 3 Seite 10

MM39, 24.9.2018 www.migrosmagazin.ch

Meditieren f체r mehr Mitgef체hl Seite 28

Schwer behindert, schwer geliebt

Bild: Basil St체cheli

Seite 92

Dennis Muggli

Migros-Lehrling zeigt der Schweiz den Meister Seite 14

Virtuelle Gefahren S. 8 | Virtuelle Realit채t S. 22 | Lehrstellen bei der Migros S. 38 Bitte Wohnungswechsel der Post melden oder dem regionalen Mitgliederdienst: Tel. 041 - 455 70 38, E-mail: genossenschaftsregister@migrosluzern.ch


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MM39, 24.9.2018  5

Inhalt

V Editorial

Leben und leben lassen Vor ein paar Wochen musste ich noch kurz fürs Znacht einkaufen. Links Sohnemann im Arm, rechts Stangensellerie, Avocado und Limetten. Computer und Handtasche hingen auch noch irgendwie an mir. An der Kasse dann der Moment: Ich hatte zu wenige Finger, zu wenige Hände, ja, zu wenige Arme. Und trotzdem wollte ich Cumulus-Punkte und Mickey-Sticker – Sie kennen das. Dauerte also alles etwas länger. Da sagt die Dame hinter mir in der Schlange: «Lassen Sie doch Ihr Kind das nächste Mal zu Hause, ginge viel schneller hier.» Früher hätte ich in einer solchen Situation noch ausgeholt. Schlagfertig, feurig – ja, kampfeslustig. Aber da kannte ich folgende zwei Sprüche noch nicht: «Gottes Zoo ist gross», sagt eine meiner besten Freundinnen gern. Und im vergangenen Winter habe ich in einem Streit zwischen einer gehetzten Mutter und einem tiefenentspannten Sohn auf­geschnappt, wie er zu ihr sagte: «Chill dich in dein Daunenjäckli.»

Bilder: Jorma Müller, Désirée Good

So habe ich an der Kasse kurz an meine beiden Mantras gedacht. Und daran, dass ich einer anderen Migros-Besitzerin doch gern helfe. So wählte ich meine Reaktion mit Bedacht: «Lesen Sie mal das Migros-Magazin, entspannt ungemein!»

28

Menschen 8  Diese Woche

Medienkompetenz schärfen

10  Adel in der Schweiz – Teil 3 Marina de Senarclens

14 Migros-Goldjunge

Der Migros-Lernende Dennis Muggli brilliert bei «SwissSkills»

17  Bänz Friedli 18  Wildwechsel angesagt

Regula Jaeger hat Coiffeurroutine durch Naturerfahrung ersetzt

22  Die Pioniere aus Zürich

«Fusion Arena» – neue Massstäbe im Bereich Virtual Reality

28 Interview

Autorin Melanie Mühl über die Verrohung in der Gesellschaft

Migros-Welt

69  Weltoffen mit Raclette 71  Sirup mit Punscharoma 73 Vollkorn-Knabberspass 75 Italianità auf dem Teller 77  Auf Aromareis(e) 78  Pflege für feine Stoffe 80  Frischekur für Wäsche 83  Neues aus Ihrer Region Aktionen, Reportagen, News

Leben 91  «1, 2 oder 3?» 91 Familie:

Michel ist schwer autistisch

42  Aromareich: Röstkaffee 44  Fast Food, leicht und gut 47  Pouletbrust im Mantel 49  Fondue: Bündner Auftakt 51  Vitalität mit Superfood

96 Reisen: Bikeabenteuer 99  «Stadt, Land, Stutz» 101 Gesundheit: Haarausfall 102  Zoodoktor: Flamingo 104 Kinder: Wespen 107 Glücksgriff: Wallis-Ferien 109 Glücksgriff: FIFA-Game 111  Rätsel und Spiele 116 Cumulus

53 Migusto

118  Meine Welt

38  Ausbildung in Orange Berufslehre bei der Migros

Dörren: Das brauchts, so gehts

Weshalb sind wir so «hässig» zueinander? Melanie Mühl, Expertin für Mitgefühl, erklärt, warum (Seite 28). Sie rät gar zum flächendeckenden Meditationsprogramm. Om! Yvonne Zurbrügg, Redaktionsleiterin yvonne.zurbruegg@mgb.ch

Florian Burkardt aka Electroboy

M-Infoline: Tel. 0800 84 0848 oder Fax +41 800 84 0848 (Ausland). www.migros.ch/kundendienst; www.migros.ch Cumulus: Tel. 0848 85 0848* oder +41 44 444 88 44 (Ausland). cumulus@migros.ch; www.migros.ch/cumulus Redaktion Migros-Magazin: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Tel. 058 577 12 12, Fax 058 577 12 08. redaktion@migrosmagazin.ch; www.migrosmagazin.ch * Normaltarif

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Menschen

Darauf freuen wir uns Tanzkampf Am 29.9. kämpfen am «Red Bull BC One» in Zürich Tänzer aus 28 Ländern um den Titel bester Breakdancer der Welt.

MM39

«Gfürchig» In Thun jagt der «Fulehung» vom 23. bis 25.9. mit Maske, Söiblattere und Schyt die Menge durch die Gassen. Für die Kinder gibt es Süssigkeiten.

Unnützes Wissen

Schnee

Bilder: Little Shao/Red Bull Content Pool, Alexander Gerst/NASA/ESA, Bruno Karl Stebler

Mein Bild der Woche «Locker-flockig sieht das aus und fast kitschig, wie Puder­ Pascal Bruderer Wyss (40) ist Ständerätin im Kanton Aargau, führt mit ihrer Schwester die «machs! GmbH»­ und ist zweifache Mutter.

zucker auf einer himmelblauen Torte. Doch weit gefehlt: Was wir hier sehen, sind die erschreckenden Ausmasse des Hurrikans ‹Florence›, der an der Ostküste der USA für verheerende Zerstörung, Überschwemmungen und zahlreiche Todes­ opfer gesorgt hat. Fotografiert wurde der Wirbelsturm aus sage und schreibe 400 Ki­lometern Distanz. Und trotzdem war ‹ein Super-Weitwinkelobjektiv nötig, um den Hurrikan aufs Bild zu kriegen›, wie uns Alexander Gerst aus dem All via Twitter wissen liess. Seit Juni weilt der deutsche Geophysiker auf der Internationalen Raumstation (ISS), deren Kommando er diesen Herbst übernehmen soll.»

zweipunktnull

Entschuldigung, wie digital sind Sie? Laura Beledo (60) Kaufmännische Angestellte, Kollbrunn ZH So informiere ich mich «Über ‹20 Minuten›. Ansonsten google ich konkret nach Themen.» Dafür bin ich zu alt «Für nichts. Ich habe mir sogar das ­Filmeschneiden selbst beigebracht.» Da bin ich analog «Zahlungen lege ich in Papierform ab.»

Liebste App: 20 Mi­nuten

Schätzungen zufolge werden in Deutschland pro Jahr 20 Tonnen Kokain verbraucht. Prinz Charles baut in einem öffentlichen Garten Cannabis und Koka an.

Vin Mariani, mit Kokain vermischter Rotwein, war um 1900 ein Mode­getränk, das gleich zwei Päpste gern konsumierten. Spanien hat den höchsten ProKopf-Verbrauch von Ko­kain. Kokain lässt Bienen besonders aufgeregte Schwänzeltänze vollziehen. Quelle: Neon/Stern


8  MM39, 24.9.2018 | MENSCHEN

Zahlen und Fakten

78

Prozent der Schweizer Eltern von Mittelstufeschülern denken, dass sie ziemlich viel über die Internetnutzung ihrer Kinder wissen. 61 Prozent der Kinder glauben, dass dies so ist.

50

Prozent der Familien sprechen nie über Social Media. Bei 22 Prozent ist es mindestens einmal pro Woche ein Thema.

Hurraaa, ich habe einen 6er in Mathe!!! WTF!!!! Mama?!!! Was glaubst du, was WTF heisst???

das original ist mir viel lieber

wow, total fantastisch!

Mama das bin ich nicht. Das macht Google.

73

Prozent der Eltern ­nutzen den Fernseher mindestens ein Mal pro Woche gemeinsam mit den Kindern. Internet, Games und Tablets ­nutzen sie seltener ­gemeinsam.

60

Endlich bist auch Du im digitalen Zeitalter angekommen und hast ein Smartphone! Wie ist es denn so?

Prozent der Eltern nutzen täglich das Handy. 51 Prozent surfen täglich im Internet.

auf meinem Computer? ich dachte du hast dieses google für mich gemacht damit ich schneller sachen finde?

Hallo?

Prozent der Familien ­haben Regeln aufgestellt, wie lange die Kinder Fernseher, Games, Handy und Tablet nutzen dürfen.

84

hör bitte auf andauernd das google logo zu ändern

Papa?

Wenn ich das gemacht hätte dann würde ich sicherlich keinen verdammten twingo fahren!

Warum antwortest du denn nicht? wiegehteinleerzeichen

Quelle: MIKE-Studie 2017

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MENSCHEN | MM39, 24.9.2018  9

Diese Woche

Eltern, macht mal digital!

Zeitungen und Bücher lesen, das haben die Erwachsenen im Griff. Den Umgang mit digitalen Medien oft nicht. Die Kanäle sind schnell, interaktiv – und nicht immer unproblematisch. Sie sollten auch am Familientisch regelmässig Gesprächsstoff sein. Text: Dinah Leuenberger

T

ochter Margot wird vermisst. Die ein­ zige Möglichkeit, sie zu finden, besteht für ihren Vater David darin, ihren Lap­ top nach Hinweisen zu durchsuchen. Dies die Ausgangslage des neuen Thrillers ­«Searching». Die Suche beginnt und führt den Zuschauer durch sämtliche modernen Kommu­ nikationstools wie Skype, WhatsApp, Youtube, Facebook, Google, Google Maps, Twitter – und sogar Überwachungskameras. Sie endet mit Davids Erkenntnis, dass er kei­ ne Ahnung hat, wo seine Tochter ist, und auch, wer sie ist. Geschweige denn, was sie im Inter­ net und in den sozialen Medien treibt. Es mag vielen Eltern ähnlich gehen: Wer weiss schon, was die eigenen Jugendlichen alles treiben, wenn die Zimmertür zu und Smartphone oder Laptop hell erleuchtet sind?

Bild: iStock

Risiken sind wenig bekannt

Vorfälle wie im Film gebe es immer mal wieder, sagt Rebecca Tilen, Sprecherin der Kantons­ polizei Zürich. Darum müsse sie sich in vielfäl­ tiger Weise damit auseinandersetzen. Gerade neue Medien seien ein zentrales Thema bei der Abteilung Jugendintervention. «Das Bewusst­ sein für Risiken ist in der Bevölkerung, aber vor allem bei den Jugendlichen, noch viel zu wenig ausgeprägt.» Eltern müssten gemeinsam mit ihren Kids digitale Medienkompetenz entwickeln. Aber was heisst das? Sobald sich Eltern in Netz­ werken zurechtfinden, ist die Jungmannschaft längst zum nächsten Netzwerk gewandert. Die digitale Landschaft verwandelt sich stetig und schnell. Gerade darum ist es wichtig, das Thema Medienkompetenz regelmässig zu diskutieren. «Der Umgang mit Medien kann nicht in einigen Schullektionen abschliessend gelernt werden.

Kinder, Eltern und Lehrer sollten sich bewusst sein, dass er immer wieder thematisiert werden muss», sagt Simone Brunner, Abteilungsleiterin Bildung und Information von Pro Juventute. Gefragt sind vor allem die Eltern Zwar ist im Lehrplan 21 das neue Fach «Medien

und Informatik» eingeplant, das stellt aber viele Schulen vor neue Herausforderungen: Lehrer müssen geschult werden, die nötigen Geräte und Lehrmittel vorhanden sein. Es sei wichtig, dass die Kinder neben den Chancen der ­Mediennutzung auch deren Risiken kennen. Es reiche aber nicht, die Thematik ausschliess­ lich in der Schule zu behandeln. Die Reflexion und Diskussion sollte vor allem in der Familie geschehen. Je besser die Eltern vorbereitet seien, desto kompetenter seien auch die Kinder im Umgang mit neuen Medien, so Simone Brunner. Darum zielen viele aktuelle Projekte – auch des Bundes – speziell auf die Eltern ab, sodass sie wissen, wo sie Hilfe und Informationen zum Thema er­ halten. «Eltern erreichen am meisten, wenn sie neugierig und aufmerksam sind. Sie sollen Inte­ resse daran zeigen, was ihre Kinder im Internet tun», sagt Brunner. Diskutieren statt strafen

3 Ansätze

So bleiben Eltern am Ball: Regeln aufstellen Zu Bildschirmzeit, Medieninhalt und M ­ edientyp ­altersgerechte Limiten ­setzen. Hier hilft die 3-6-9-12-­Faustregel: Fernsehen ab 3 Jahren, eigene Spielkonsole ab 6, Internet ab 9 und soziale Netzwerke ab 12. Vorbild sein Eltern sollten deshalb ihre eigenen Mediengewohnheiten überprüfen.

Noch heute ist unter Eltern der Reflex verbrei­ tet, mit Verboten etwas bewirken zu wollen, sagt Brunner. «Es bringt viel mehr, zusammen mit den Kindern und Jugendlichen ihren ­Umgang mit Medien anzuschauen, zu diskutie­ ren und auf Risiken aufmerksam zu machen.» Damit Dramen wie im Film «Searching» mög­ lichst verhindert werden können. MM

Keinen Druck ausüben Digitale Medien und deren Gebrauch nicht als Belohnung oder Bestrafung einsetzen. Dies würde deren Bedeutung für das Kind zusätzlich verstärken.

Der Thriller «Searching» läuft seit dem 20. September in den ­Schweizer Kinos.

Quelle: Bundesamt für Gesundheit


10  MM39, 24.9.2018 | MENSCHEN

Herbstserie Adel in der Schweiz Teil 3 Marina de Senarclens

Netzwerkerin mit blauem Blut

Marina de Senarclens entstammt einem Adelsgeschlecht mit über 800-jähriger Geschichte – und Verbindung zum britischen Königshaus. Unternehmerischer Geist ist ihr aber weit wichtiger als edles Geblüt. Text: Reto E. Wild  Bilder: Gerber Loesch


MENSCHEN | MM39, 24.9.2018  11

Schloss Vufflens im Waadtland (l.) war bis ins 19. Jahrhundert im Besitz der Familie Senarclens. Nachfahrin Marina de Senarclens lebt in einer Wohnung am Zürichberg (o.)

E

in unscheinbarer Ring mit einem bläulichen Siegel verrät ihre Herkunft: Marina de Senarclens (72) trägt ihn am kleinen Finger der rechten Hand. Die zierliche Frau lebt in ­einer geräumigen Wohnung am ­Zürichberg, zusammen mit Maxli. Den jungen Kater habe sie von Nachbarn übernommen, erklärt sie mit einem rollenden R, das das Frankophone schnell verrät. Tatsächlich stammt ihr adliger Name aus dem kleinen Dorf Senarclens bei Morges VD. «Urahn ­August Ludwig Senarclens de Grancy war zu Beginn des 19. Jahrhunderts Oberstallmeister im Dienst von Grossherzog Ludwig II. von Hessen-Darmstadt. Verheiratet war Ludwig mit Wilhelmine von


12  MM39, 24.9.2018 | MENSCHEN

1

1 Marina de Senarclens in ihrer Wohnung am Zürichberg, in der sie gern Gäste empfängt. 2 Dokument der 800-jährigen Familiengeschichte: Gemälde im Wohnzimmer

Baden», ist im Buch «Adel in der Schweiz» zu lesen. Ein Sohn dieser waadtländisch-badischen Liaison begründete das Haus Battenberg (Mountbatten), zu dessen Nachfahren auch der britische Thronfolger Prinz Charles gehört. Indirekt mit Charles verwandt

Die Senarclens stammen aus Flandern und wurden erstmals 1070 historisch erwähnt. So steht es in der 450 Seiten starken Familienchronik «800 ans d’histoire de la famille de Senarclens et de sa branche de Grancy», verfasst von einem Cousin ihres Vaters. Letzterer wuchs in Tschechien zur Zeit des kaiserlich-könig­lichen Reichs auf und wurde nach seinem Umzug in die Schweiz mehr­facher Schweizer Meister im Tennis. Die Mutter stammte aus der Romandie, weshalb zu Hause in Zürich Fran­zösisch gesprochen wurde. Wenn man weit suche, bestätigt Marina de Senarclens, sei sie indirekt mit Prinz Charles verwandt. «Wäre ich als Bub geboren, hätte man mich Charles Alexandre getauft.» Zu ihrem Vornamen kam sie, weil ihr Vater für

2

die Prinzessin Marina von Kent schwärmte. «Ich liebe meinen Namen und möchte nicht anders heissen.» Auf dem Siegelring der Familie steht der Leitspruch «sans décliner», frei übersetzt: «sich nicht unterkriegen lassen». Sie erzählt, wie oft ihr dieser Leitspruch beruflich und p ­ rivat ge­ holfen habe und irgendwann für sie zu einer Art Verpflichtung wurde. Obwohl sie die Matura als Beste absolvierte, studierte sie nicht und arbeitete zuerst in Genf, dann ein halbes Jahr lang in Frankreich in einem Hotel sowie ein Jahr lang in England. Dort besuchte sie die Sprachschule und finanzierte sich i­ hren Aufenthalt mit dem Verkauf

von Theater- und Konzertkarten. Es folgte ein Jahr in Rom, wo sie als erste Ausländerin von der Compania Italiana del Turismo, der staatlichen Tourismusagentur, angestellt wurde. Sie betreute Ausflüge in die Toskana, nach Norditalien und nach Neapel. Zurück in der Schweiz, wurde sie ­Assistentin am Gottlieb-Duttweiler-­ Institut. Und nach dem Engagement bei der damaligen Bankgesellschaft und zwei Jahren bei der damals weltweit grössten Werbeagentur Young & Rubicam wagte sie Anfang 1983 mit 37 Jahren die Gründung ihrer eigenen Agentur für Kommunikation. «Ich habe so viel Zeit und Energie in


MENSCHEN | MM39, 24.9.2018  13

meine Aktivitäten investiert, dass ich keine Zeit für eine Familie hatte. Und meine Firma ist auch heute noch ein wenig meine ­Familie», sagt Marina de Senarclens. Teil einer altadligen Geschichte zu sein, heisse Verantwortung tragen. Der Name sei Verpflichtung, und sie wolle etwas erreichen. Ohne Ehrgeiz komme man zu nichts. «Ich wollte mich meiner Familie würdig erwei­ sen.» Mit einem Lachen stellt sie fest, dass ihr Name sich in der ersten Phase ihrer Selbständigkeit eher als Hindernis denn als Vorteil erwies, weil er immer wieder buchstabiert und erklärt werden musste. Nur nicht in die Politik

Damals wie heute engagiert sie sich mit ihrem grossen Beziehungsnetz für Projekte wie «IngCH Engineers Shape our Future»; der von ihr gegründete Verband fördert seit 1987

den Ingenieurnachwuchs. 1984 verfasste sie das Sachbuch «Software Szene Schweiz», das den ­zunehmenden Einfluss der IT in allen Branchen und Lebensbereichen thematisiert. Unternehmerin, För­ derin, Visionärin – nur eine gute Politikerin wäre sie nie geworden, sagt sie selbstkritisch. «Ich bin viel zu direkt und verliere selten Zeit für Kompromisse.» Im Jahr 2007 erhielt Marina de Senarclens als zweite Frau in der Geschichte der ETH Zürich den Titel «Ehrenrätin» – als Dank für ihr Engagement in der Nachwuchsförde­ rung von Ingenieurinnen und Inge­ nieuren und Naturwissenschaftlern. Mitte 2016 trat sie alsVerwaltungs­ ratspräsidentin von Senarclens, Leu + Partner AG zurück. Doch als Ehrenpräsidentin und Aktionärin ist sie weiterhin mit der Firma verbun­ den. Heute nimmt sie sich mehr Zeit

für ihre Hobbys und reist besonders gern nach Italien, zu den Anfängen ihrer Berufskarriere. Manchmal wird sie von ihren Neffen und Nichten ­begleitet. Die Grande Dame vom ­Zürichberg findet endlich Zeit für die Lektüre und die Pflege ihres Gartens. Sie ist eine begeisterte Gastgeberin für Freunde und interessante Persön­ lichkeiten und kümmert sich liebe­ voll um ihren Maxli. Einfach zur Ruhe setzen mag sich de Senarclens allerdings nicht. Statt­ dessen sitzt sie etwa im Stiftungsrats­ ausschuss von Swiss­contact; die Stiftung setzt sich für Wirtschafts­ent­wicklung und Berufsbildung in den Zielländern ein. Oder sie organi­ siert im Vorstand von Forum Vera (Verantwortung für die Entsorgung radio­aktiver Abfälle) Weiterbildungs­ kurse für Dozenten. Ihren Leitspruch «sich nicht unterkriegen lassen» wendet sie sicher auch dort an. MM

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14  MM39, 24.9.2018 | MENSCHEN

Hat gut lachen: Dennis Muggli, Lernender in der Melectronics-Filiale in Bülach

Berufsshow SwissSkills

Er ist der Beste

Dennis Muggli hat bei den Schweizer Berufsmeisterschaften «SwissSkills»

die Goldmedaille in der Kategorie Detailhandel gewonnen. Das ist für den ambitionierten Migros-Lernenden aber noch lange nicht genug. Text: Kian Ramezani   Bild: Basil Stücheli


MENSCHEN | MM39, 24.9.2018  15

D

ennis Muggli hatte sich hinter der unte­ ren rechten Podest­ stufe in Position gebracht und wartete auf das Votum der Jury – er ging von einem soliden dritten Platz aus. Aus Bescheidenheit? Wegen eines Ausrutschers im letzten Verkaufs­gespräch? «Weder noch. Ich dachte einfach, meine beiden Mitbewerber seien noch besser gewesen», sagt der 17-jährige Migros-Lernende. Er irrte sich: «Wir gratulieren ganz herzlich zu Platz 1, Dennis Muggli!», lautete die Ansage über die Lautsprecher der Post­ finance-Arena in Bern. Verdutzt stieg er zuoberst aufs Sieger­ treppchen und erkundigte sich bei den beiden Mitfinalisten, ob er wirklich richtig gehört habe. Inzwischen glaubt er es: Er hat sich an den Schweizer Berufs­ meisterschaften «SwissSkills» gegen 4500 Mitbewerber durchgesetzt und darf sich nun mit Fug und Recht rühmen, der beste Nachwuchs-Detail­ handelsfachmann der Schweiz zu sein.

Bild: Michael Zanghellini

Kurz, aber intensiv gefeiert

«Dennis kam sehr authentisch und mit viel Empathie rüber und konnte im Verkaufsgespräch technische Details jederzeit ver­ ständlich darlegen», lobt ihn Jurymitglied Michael Tschirky, der am Berufsbildungszentrum in Grenchen SO den Bereich Consumer Electronics leitet. «Er konnte die Kundin wirklich überzeugen, indem er sich in ihre Welt versetzte.» Obwohl alle Verkaufsgespräche an den «SwissSkills» inszeniert sind, war die Testkundin so über­ zeugt, dass sie tatsächlich einen Laptop bei Dennis bestellt hat. «Sie sagte mir, ich solle zunächst einmal meinen Sieg feiern und ihr das Produkt in der Woche darauf schicken.» Die Feier war kurz, dafür in­ tensiv: Als er am Sonntag heim­ reiste, war das ganze Dorf bei ihm zu Hause. Feuerwehr, Sportverein – alle waren da. Dennis lebt mit seiner Familie in der 800-Seelen-Gemeinde Buchberg im Kanton Schaffhau­ sen. Seine Eltern hatten inner­

halb weniger Stunden eine Party auf die Beine gestellt. «Das war eigentlich das Schönste an mei­ nem Sieg, auch wenn ich zu dem Zeitpunkt total übermüdet war und nur noch ins Bett wollte.» Am Montag danach war um sechs Uhr Tagwache, Dennis musste zur Schule. Und am Nachmittag stand der junge Apple- und Drohnenspezialist wieder in der MelectronicsFiliale im Einkaufszentrum Bülach Süd. Taufrisch sah er

«Dennis kam sehr authentisch und mit viel Empathie rüber.» Michael Tschirky Jurymitglied «SwissSkills»

dabei nicht aus, aber ein Fern­ bleiben kam nicht infrage – nicht zuletzt aus Loyalität gegenüber seinen Mitlernenden, die sonst seine Schicht hätten überneh­ men müssen. Von nichts kommt bekanntlich nichts. Viele Fernseher verkauft

Dass er gut vorbereitet ist und im Bedarfsfall auch improvisie­ ren kann, stellte Dennis schon vor drei Jahren bei seiner Be­ werbung unter Beweis: Er hatte für die Migros Zürich eine Powerpoint-Präsentation vor­ bereitet, doch sein Laptop und der Beamer wollten partout nicht miteinander. «Ich ent­ schied, das Gerät auf eine PET-Sammelkiste zu stellen, umzudrehen und meine Präsen­ tation über den Laptop-Bild­ schirm zu halten.» Anschliessend durfte er eine Woche lang in der Melectro­ nics-Filiale in Bülach schnup­ pern – noch am letzten Tag bekam er eine Lehrstelle ange­ boten. Monate später fragte er seinen Vorgesetzten, wie es dazu gekommen war. «Offenbar hatte ich für einen ‹Schnuppi› in dieser Woche ungewöhnlich viele Fernseher verkauft», sagt er lachend. Wie viel ist unge­ wöhnlich viel? «Einer oder zwei pro Tag.»

Dennis schliesst im kommenden Frühling seine Lehre ab und will sich anschliessend auf die Berufsmatur vorbereiten, um später an einer höheren Fach­ hochschule oder einer Uni­ver­sität zu studieren. Auch Reisen und ein höherer Sprach­ abschluss stehen auf dem Pro­ gramm. Er würde gern bei der Migros weiterarbeiten – auch im Bereich Berufs­bildung, nachdem er durch die «Swiss­ Skills»-Erfahrung daran gefallen gefunden hat. Mit der Gold­ medaille dürften ihm alle Türen offenstehen. Zunächst darf sich Dennis aber noch einmal messen, dies­ mal mit der Crème de la Crème des gesamten deutschsprachi­ gen Detailhandels: Am 14. No­ vember finden in Salzburg die Berufsmeisterschaften «Junior Sales Champion International» statt. Auf Hochdeutsch, versteht sich. Für Dennis kein Problem, ging er doch als Kind jenseits der Landesgrenze in den Kin­ dergarten. Jurymitglied Michael Tschirky wäre nicht erstaunt, wenn Dennis auch in Österreich wieder vorne mitspielen würde. «Er ist mit diesem Erfolgserleb­ nis bei den ‹SwissSkills› auf den Geschmack gekommen und wird noch einmal viel Zeit in die Vorbereitung investieren. Ich bin überzeugt: Er geht nicht bloss zum Mitmachen nach Salzburg.» MM

SwissSkills 2018

Grosser Auftritt der Migros Die «SwissSkills» 2018 dauerten fünf Tage und boten einen spannenden Einblick in die Vielfalt der Schweizer Berufs­ bildung. Insgesamt 115 515 Ein­tritte verzeich­ neten die Veranstalter. Die Migros war Pre­ senting Partner und als grösste Lehrstellen­ anbieterin der Schweiz mit einem grossen Stand präsent. Rund 25 000 Interes­ sierte besuchten den Stand, um die MigrosGruppe und ihre Berufe kennenzulernen. 40 Migros-Mitarbeiten­ de waren jeweils für einen Tag am Stand im Einsatz. Die Teams bestanden je zur Hälfte aus Lernenden und Berufsbildungsverant­ wortlichen.

Grosser Moment bei der Siegerehrung: 1. Platz Dennis Muggli, Migros Zürich; 2. Platz Sinja Niemann, Ochsner Sport; 3. Platz Silvio Hasler, Juwelier Kurz


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Bänz Friedli

«National», das war einmal

Bild: Vera Hartmann

Warum ich gerade jetzt an den alten Polo denken muss? Vielleicht, weil mir stets, wenn mich das Fernweh plagt, «D Rosmarie und ig» durch den Kopf geht. Oder weil mir im Keller eine Polo-Hofer-Statuette in die Hände gefallen ist, die ich mal geschenkt bekam? «Polo National» nannten sie ihn. Obzwar ein Kiffer und Tunichtgut, war es ihm irgendwie gelungen, sich in die Herzen der allermeisten Leute zu singen. Er war der Rebell, den wir uns leisteten. Der mehrheitsfähige Aussenseiter. Keinen anderen Sänger hätte man je mit dem Beinamen «National» bedacht, nicht Toni Vescoli, nicht Büne Huber, nicht einmal Hazy Osterwald. Mag sein, dass Hofer ein schlauer Kerl war, immer nur so heftig provozierte, wie es gerade noch drinlag, und sich bei wirklich heissen Eisen – Armeeabschaffung, EUBeitritt – vor klaren Stellungnahmen hütete. Und dass er stets wusste, wann es wieder Zeit für einen unverfänglichen Refrain war: «Alperose müesse das gsi si …»

Bänz Friedli (53) schaut dem Volksmund aufs Maul.

einer Brandung entstieg. Der Film hiess «Dr. No», Ursi «National» aus Ostermundigen war das erste Bond-Girl. Das reichte. Brauchte es früher weniger, um «National» zu werden? Wobei «Sprachregional» präziser wäre, denn welcher Welsche kennt schon Bernard Thurnheer? Egal. Er wurde mit seinem ge­rissenen Mundwerk zum «Beni National». Polo, Ferdy, Ursi, Beni: alles Figuren aus der «Teleboy»-Zeit, als die Nation samstagabends geeint vor dem Fernseher sass. Und wenn dort einer vor versteckter Kamera «Söll emol cho!» ausrief – 1977 wars –, war der Spruch am Montag danach in aller Schulkinder Munde. Tempi passati. Heute erhält niemand mehr den Beinamen «National». Nicht der beliebte beleibte Schwinger Stucki, nicht die Blödler von Divertimento, weder Moderator Hartmann noch Sänger Trauffer, ja, nicht einmal der beste Tennisspieler der Geschichte, Roger Federer! Ist er zu erhaben, als dass wir ihn «Rodschi National» nennen würden, zu entrückt?

Dennoch war es eine besondere Auszeichnung, dass der Volksmund ihn «Polo National» nannte. Nicht vielen wird dies zuteil. Ferdy «National» Kübler dreht seine Runden auf dem Rennvelo im Himmel, Ursi «National» Andress lebt irgendwo in Italien, 82-jährig – und ihr ganzer schauspielerischer Ruhm gründet darauf, dass sie 1962 mit nur wenig weissem Stoff bekleidet unter den Augen des Geheimagenten Ihrer Majestät Nummer 007

Ach, vielleicht ist es ja gut, dass wir nie­ manden mehr «National» nennen. Weil Natio­nalismus etwas Albernes und die Welt heute ziemlich viel komplizierter ist. Und «Xherdan ‹Binational› Shaqiri» würde sich auch irgendwie blöd anhören, nicht? MM Lesung: 24. 9. Gelterkinden BL

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Neuorientierung

Wilder Wechsel ins Naturfach Regula Jaeger hatte eines Tages genug vom

Haareschneiden im Coiffeursalon. Auf Wanderschaft hat sie ihre neue Berufung entdeckt – jetzt bietet sie unter dem Namen «Wildwechsel» Naturerlebnisse für Gruppen an. Text: Irma Aregger  Bilder: Jorma Müller

S

Regula Jaeger ist in i­ hrem neuen Leben ­Expertin für alles, was in der Natur wächst und gedeiht, etwa für schwarzen Holunder.

eit ein paar Wochen ist Uerzlikon, ein kleines Dorf südlich des Albis­ passes, Regula Jae­ gers Lebensmittelpunkt: ver­ schachtelte Häuser, die sich zum Hügel drängen; oben der weite Blick zu Eiger, Mönch und Jung­ frau, im Vordergrund Pilatus und Rigi. Nicht nur der Aussicht wegen ist die 56-Jährige in das Haus ih­ rer verstorbenen Tante Josy ge­ zogen. Sondern weil es für sie auch ein Stück Heimat bedeutet. Die Küche mit dem alten Ofen ist wie eh und je das Herzstück. «Da kann jedes noch so neue Hightechgerät einpacken», sagt Regula Jaeger und zupft Holun­ derbeeren, die sie kurz zuvor am Waldrand gesammelt hat, in ­einen Topf. Raus aus der Endlosschlaufe Bis 2002 führte Regula Jaeger

ein eigenes Coiffeurgeschäft in Stäfa am Zürichsee. «Es war eine

schöne Zeit, doch eines Tages merkte ich, dass ich mich in ­einer Endlosschlaufe bewegte: Alles wiederholte sich, selbst die alten Frisurentrends tauchten irgendwann von Neuem auf», sagt sie rückblickend. Regula Jaeger beschloss, den Salon zu verkaufen, löste ein SBB-General­abonnement, stieg dort, wo es ihr gefiel, aus dem Zug und stapfte mit freiem Kopf durch die Gegend – immer so weit, wie ihr der Sinn stand. Da­ bei schärfte sie diesen Sinn und den Blick für das Schöne am Wegrand, in den Waldlichtun­ gen, an den Bachufern. Abends kehrte sie heim und wickelte ihre kleine Beute aus den Stoffsäckchen, blätterte in allerlei Lexika über Heil- und andere Pflanzen, schaute nach, was essbar war oder welche Wir­ kungen die gefundenen Kräuter und Pflanzen hatten. Ganz Neu­ land war das nicht, schliesslich musste sie schon in ihrem an­


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gestammten Beruf wissen, welche natürlichen Substanzen sich positiv auf Haut und Haar auswirkten. Olivenöl statt Shampoo

Vor etwas mehr als zehn Jahren kam sie zum Schluss: Was ich mir angeeignet habe, kann ich doch auch weitergeben. Und so hat sie ihre Leidenschaft, sich in der Natur zu bewegen, essbare Pflanzen, Sprossen, Blüten und Beeren zu sammeln, zur Profession gemacht: Unter dem Namen «Wildwechsel» zieht sie mit ihren Gefährten, wie sie ihre Kundschaft nennt, durch die Wälder und wandert auf Pfaden, vorbei an Bach­betten und Sträuchern, den Blick stets auf die nahen Schönheiten gerichtet: riechen, hören, schauen, kosten. Regula Jaegers Wissen über Kräuter und Pflanzen erweitert sich jeden Tag. Bei Wind und Wetter entdeckt sie mit ihren Gefährten Pflanzen, von denen sie bis dahin nichts wussten, und Wildkräuter, die sie nie gegessen hätten. Immer hat Regula Jaeger im Rucksack eine kleine Flasche Olivenöl mit dabei: So lassen sich die Kräuter

zu einer Paste ver­arbeiten, die sich auf e­ iner Scheibe Brot am besten entfaltet. Auch Firmen buchen bei Wildwechsel, wenn sie ein sanftes Naturerlebnis für ihre Mitarbeiter suchen, damit sie sich in einem anderen Kontext wiederfinden. Wer mit Regula ­Jaeger einmal «gewildwech­ selt» hat, verinnerlicht ihre Begeisterung und wird später achtsamer durch seine Um­ gebung gehen. Und wer mit ihr eine Nacht im Wald verbringt, weiss, dass das frisch entfachte Feuer nicht nur das Wasser für den Tee zum Kochen bringt und klamme Hände wärmt, sondern auch manch tiefsinniges Gespräch ermöglicht. «Bei mir muss sich aber niemand äussern, wenn er lieber still dabei sein will. Keinen inneren Hund wecken, wenn der gerade am Schlafen ist.» Fussgang durch die Schweiz

In ihrer rustikalen Küche blickt Regula Jaeger auf ihre zweite Karriere zurück. Nur ein Mal musste sie eine Tour absagen: diesen Sommer, wegen der Dürre und des Feuerverbots. Die zweite Kar­riere birgt halt 4 1

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gewisse Risiken. Aber auch Möglichkeiten: Im vergangenen Jahr hat Regula Jaeger zusammen mit dem Journalisten Markus Maeder ihr erstes Buch verfasst: «In ‹Fussgang› beschreiben wir, wie wir in sieben Etappen und vier Jahreszeiten quer durch die Schweiz gelaufen sind», sagt Jaeger und gibt dabei Zucker und Wasser zum Holunder. Während die Beeren kochen, rührt sie in einer guss­eisernen Pfanne Mehl, Butter und Zucker zu einer Art Streu­sel­mas­se. «Das ist Prägel», sagt sie lachend, «so, wie es Tante Josy gemacht hat. Und jetzt noch der heisse Holunder dazu.» Sagts und lässt tief­ rotes Beerenkompott darüber­fliessen: «Es braucht nicht viel, um im Handumdrehen etwas Kostbares zu machen!» MM Buch Regula Jaeger und Markus Maeder: «Fussgang – Von zu Hause über alle Berge bis ans Ende der Schweiz»; NZZ Libro, Fr. 36.– bei www.exlibris.ch


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Shiitake heisst übersetzt so viel wie «duftender Pilz». Dank seines Rufs als Heilpilz zählt er in seiner ursprünglichen asiatischen Heimat zu den beliebtesten Pilzsorten.

Steinpilze sind anhand ihres auffälligen kugelförmigen Hutes leicht zu erkennen. Und mit ihrem nussig-milden Aroma verleihen sie Pasta, Pizza und Risotto die richtige Würze.

Eierschwämme heissen auf Hochdeutsch Pfifferlinge. Man geniesst sie am besten in Butter angedünstet und mit Weisswein abgelöscht.

Braune Champignons 1 Mit Korb und Rucksack unterwegs: ­Regula Jaeger erlebt während der Erntezeit ihre Hochsaison. 2 Erlesene Ausbeute: In den Topf kommen nur die ganz ­reifen schwarzen Holunderbeeren. 3 Köstlichkeiten aus dem Wald – in Oliven­öl eingelegt 4 Es ist angerichtet: Holunderprägel nach Tante Josys Art (siehe Rezept)

Rezept

Holunderprägel

schmecken noch etwas intensiver als ihre weissen Verwandten und stammen fast ganzjährig aus der Schweiz.

Zutaten für 4 hungrige Personen 500 g Holunderbeeren 4 Esslöffel Zucker Wasser 100 g Butter 100 g Mehl 1 Prise Salz Zubereitung

Holunderbeeren in einer Pfanne mit Wasser bedecken. Mit Zucker ­süssen und mindestens 20 Minuten lang ­köcheln lassen. Wenn nötig, noch etwas Wasser beigeben. Die Butter in einer Bratpfanne schmelzen und mit etwas Zucker aufschäumen lassen. Mehl und eine Prise Salz beigeben. Butter und Mehl zu einer «Schweizi» anrösten. Die «Schweizi» auf einem Teller ver­teilen und die gut gekochten, saftigen Holunderbeeren darübergiessen.

Weitere Infos auf migros.ch/ fruechte-gemuese


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Für den Beob­ achter stellt sich das Gebaren der VR-Abenteurer (l.) etwas merkwür­ dig dar – während die Akteure sich in eine faszinierende Sci-Fi-Welt ver­ setzt fühlen (r.).

Digital

Die virtuelle Zukunft ist jetzt

Mit der «Fusion Arena» in Zürich haben Ronny Tobler und Fabian Dörig eine Erlebniswelt mit 4-D-Wirkung erschaffen: Gruppenabenteuer in täuschend realistischen Fantasy-Welten oder Ortsbegehungen in simulierten Bauprojekten – die Jungunternehmer leisten Pionierarbeit. Text: Ralf Kaminski  Bilder: Daniel Winkler


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eltsames spielt sich seit Anfang Mai im obersten Stock des Einkaufszentrums Letzipark in Zürich ab: Menschengruppen bewegen sich im Gänsemarsch durch eine fast leere, halbdunkle Halle, beugen sich unversehens einer nach dem anderen hinunter und balancieren kurz darauf seltsam nervös über ein Brett auf dem ebenen, völlig stabilen Boden. So jedenfalls sieht es für den Beobachter aus. Die Menschen im «Fusion Arena Virtual Reality Center» jedoch bewegen sich via VR-Brille und Kopfhörer in einer anderen Welt: auf einem fremden Planeten, in einem verfal­ lenen Tempel, in dem sie gemeinsam das «Wasser des Lebens» finden ­sollen. Und da muss man sich schon mal bücken und ausbalancieren, um

unter einem niedrigen Torbogen hindurchzukommen und ein schmales Brett zu überqueren, unter dem ein tiefer Abgrund klafft. Beeindruckend perfekte Illusion

Das Abenteuer in der virtuellen Rea­ lität dauert etwa 30 Minuten, und die Gruppe ist danach hell begeistert. «Die Illusion ist perfekt», schwärmt Ruggero Morselli (41), Software-­ Ingenieur aus Zürich. «Das Level an Detailtreue ist beeindruckend», ergänzt sein Freund Ritchie Hudson (37), ein Energieberater. «Man spürt sogar Wind und Wärme, während man durch den Tempel geht», stellt Ruben Lizama (33), Coiffeur aus Zürich, ­erstaunt fest. Auch Peter Jossi (74, Wängi TG) und Marlyse Hartmann (76, Zürich),

die Ältesten in der Runde, sind ­begeistert. «Im Kopf weiss ich na­ türlich, dass ich auf vollkommen ­ebenem Boden bin, wenn ich über dieses Brett balanciere», sagt Marlyse Hartmann, «aber das hilft überhaupt nicht: Es fühlt sich so an, als könnte ich jederzeit in die Tiefe stürzen. Das ist extrem eindrücklich». Die ­beiden waren schon einmal hier und haben in ihrem Umfeld seither eifrig Werbung für den Ort gemacht. Dasselbe werden auch alle anderen tun. Mit Virtual Reality taucht man in eine alternative Realität ein, die täuschend echt wirkt – in Welten, die frei begehbar und erforschbar sind. Dank VR-Brillen, Sensoren am Körper und an den Wänden sowie einer ausgefeilten Computertechnik fühlt man sich in der «Fusion Arena» tat-


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Zum ersten Mal in der virtuellen Realität: Ruben Lizama

sächlich in einen düsteren Tempel versetzt. Bis zu zehn Personen können gemeinsam auf Mission gehen, einander sehen, interagieren und miteinander sprechen. Heizstrahler und Ventilatoren an einigen Stellen verstärken die Illusion, gekoppelt mit ein paar Gegenständen, die sich tatsächlich greifen lassen. Hinter dem neuen Unterhaltungsangebot stehen die Start-up-Unternehmer Ronny Tobler (36) und Fabian Dörig (28) mit ihrer Firma Pandally. Und was sie im Zürcher Letzipark anbieten, hat Pionier­ charakter: «Nirgendwo sonst auf der Welt kann man zu zehnt ein so aus­ gefeiltes VR-Game spielen», sagt Tobler, der zuvor eher zufällig als Geschäftsführer bei einem Genfer VR-Start-up eingestiegen war. So kam er auf den Geschmack und machte sich später selbständig. Profitabel seit dem zweiten Monat

Das Netzwerk hatte er schon – was fehlte, waren ein Partner und Geld. Fabian Dörig lernte er durch dessen coole Skatervideos auf Youtube kennen; die beiden verstanden sich gut, also stieg der erfahrene Gamer bei Tobler ein. Dank eines Startup-Kredits konnten sie über eine Million Franken investieren. Seit der Eröffnung der «Fusion Arena» Anfang Mai haben sich schon über 4500 Personen in die virtuellen Welten gewagt. «Wir machen seit dem zweiten Monat Gewinn», sagt Dörig, «was aber auch daran liegt, dass wir bisher auf Werbung verzich-

Haben schon VR-Erfahrung und rühren im Freundeskreis eifrig die Werbetrommel dafür: Marlyse Hartmann und Peter Jossi

tet haben. Die Gäste kommen aufgrund der Mundpropaganda.» Ausserdem kostet das Vergnügen auch etwas: Pro Person zahlt man Fr. 49.90 für eine halbe Stunde VR-Spass. Noch mehr Profit bringen die Geschäftskunden. «Inzwischen ist unsere Software so weit gediehen, dass wir jeden Bauplan innert zweier Wochen in unserem Raum visualisieren können», sagt Tobler. Das ermöglicht etwa Bauherren, mit ihren Kunden oder mit einer Baukommission vir­ tuell ein noch nicht existierendes

«Virtual-RealityBesichtigungen sind für die Bauplanung ganz eindeutig die Zukunft.» Piotr Dawidowicz, Projektleiter Bau bei Migros-Immobilien

­ ebäude zu begehen und ÄnderunG gen direkt vor Ort zu beschliessen. Die erste Kundin war die Migros. «Wir arbeiten schon seit etwa zwei Jahren mit VR, aber bisher war es nicht möglich, mit so vielen Leuten gemeinsam ein Projekt zu begutachten», sagt Piotr Dawidowicz (39), Projektleiter Bau bei Migros-Immobilien. Er wollte beweisen, dass das Konzept funktioniert. «Die Ansicht ist noch ein wenig zu grobkörnig, aber

Beeindruckt von seinem ersten VR-Game: Ritchie Hudson

in zwei, drei Jahren wird eine VRBesichtigung bis in die kleinsten Details möglich sein. Das ist für die Bauplanung ganz eindeutig die Zukunft.» Physische Objekte sind knifflig

Im Grunde funktioniere es mit allem, was man bauen könne, sagt VRVisionär Tobler, «also auch mit Yachten oder Flugzeugen». Und natürlich bestehe noch weiteres Potenzial bei VR-Anwendungen, aber dafür sei Pandally noch zu klein. Die Firma besteht de facto aus den zwei Gründern und einigen Teilzeitangestellten. «Wir müssen aufpassen, dass wir unsere kleine Organisation nicht überfordern.» Tatsächlich laufen die Geschäfte aber so gut, dass sie bereits die Expansion planen. «Wir haben einen zweiten Standort im Auge, aber noch ist nichts finalisiert», so Dörig. Klar ist: Der Raum wird exakt so aussehen wie der im Letzipark. «Sonst müssten wir die Spiele neu programmieren, was sehr viel aufwendiger ist, als die eine oder andere Wand zu versetzen.» Die Games entwickeln Dörig und Tobler zusammen mit der Firma TrueVRSystems in Dietlikon ZH. «Wir erfinden eine Story, sie baut die Software dazu.» Knifflig wird es, wenn zusätzlich physische Objekte ins Spiel kommen. Dazu zählen etwa Gewehre, wie man sie beim «Shooter» benutzt, dem zweiten VR-Spiel, bei dem man sich in einem verlassenen Labor durch eine Horde Zombies kämpfen muss. «Die physischen Spielzeugwaffen müssen perfekt mit


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der Software interagieren, und da haben wir lange mit Problemen ­gekämpft.» Zwar arbeitet man auf der ganzen Welt an VR-Spielen, aber die «Fusion Arena» stellt so spezifische Anforderungen, dass nur eigene Entwicklungen infrage kommen. Ganz abgesehen davon, dass es auch global gesehen noch keine echte Konkurrenz gibt. «Allerdings tüfteln ganz viele Leute an unterschiedlichen VR-Techno­ logien – es wird bestimmt noch Jahre dauern, bis sich ein oder zwei Systeme wirklich durchsetzen.» Beide

«In zehn Jahren verschwindet man am Feierabend in seiner virtuellen Lieblingswelt, wie man heute fernsieht.» Ronny Tobler, Co-Gründer Pandally

sind jedoch zuversichtlich, dass ihr Partner TrueVRSystems vorne mit dabei sein wird. «Es gibt derzeit eigentlich nichts Besseres», sagt ­Tobler. Ihr Ziel sei es, alle drei Monate ein neues Spiel anzubieten, damit eine Stammkundschaft heranwächst, die immer etwas Neues ausprobieren kann. «Und natürlich können wir den Schwierigkeitsgrad der bestehenden Spiele erhöhen oder Wettbewerbs­ listen für sie führen – es gibt durchaus Möglichkeiten, die Spieler bei der Stange zu halten.» VR bald selbstverständlich?

Klar ist: Das ist erst der Anfang. Das Ziel wäre so etwas wie das Holodeck in der TV-Serie «Star Trek – The Next Generation», mit der Ronny Tobler aufwuchs: ein Raum, in dem man jede erdenkliche Welt oder Geschichte simulieren und mit fiktiven Charak­ teren wie in echt interagieren kann. Wie künftige VR-Szenarien aus­sehen könnten, hat auch Steven Spielberg in seinem Film «Ready Player One» gezeigt. «Das meiste an Gamer-Infrastruktur, was man dort gesehen hat, ist tatsächlich in Entwicklung», sagt Dörig. «Es ist nur eine Frage der Zeit, bis das auch in den Verkauf kommt.» Noch klingt vieles in Sachen Vir­tual Reality wie Science-Fiction, aber Tobler glaubt, dass VR bereits in zehn Jahren selbstverständlich sein könnte. «Dann wird man tags-

Fabian Dörig (l.) und Ronny Tobler präsentieren die VR-Ausrüstung in ihrer «Fusion Arena» in Zürich.

über irgend­etwas arbeiten und abends daheim zur Entspannung für ein paar Stunden in seine Lieblings-VR-Welt verschwinden. So, wie man heute fernsieht.» MM Infos: www.fusionarena.ch, ww.pandally.com Kurse: Die Klubschule Migros vermittelt Kurse in der Fusion Arena: «Entdecke Virtual Reality». Die nächsten Termine: 2. Oktober, 18.15 Uhr 6. Oktober, 16.15 Uhr 9. Oktober, 18.15 Uhr Info und Anmeldung: www.klubschule.ch

Festival

VR Days Zürich Am 29. und 30. September findet in ­ Zürich das erste Virtual-Reality-Festival der Schweiz statt. Die Besucher erhalten Einblick in die Entwicklung von VR-Pro­ jekten und können diverse Anwendungen testen. Auch Pandally wird mit der «Fusion Arena» in Zürich Oerlikon präsent sein. Infos und Tickets: www.vrdays.ch


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«Das Schöne am Mitgefühl ist, dass alle etwas davon haben» Melanie Mühl


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Mitgefühl ist ein Reflex, der tief in uns Menschen zu sitzen scheint. Dennoch werden das gesellschaftliche Klima kälter und der Ton aggressiver, konstatiert Autorin Melanie Mühl in ihrem neuen Buch. Ein Gespräch über die Gründe für den wachsenden Egoismus und mögliche Gegenmassnahmen. Text: Ralf Kaminski, Lisa Stutz Bilder: Désirée Good


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Melanie Mühl, wir alle haben 100 Prob­ leme. Wieso sollen wir uns auch noch in diejenigen von anderen einfühlen? Wenn wir uns nur mit uns selbst beschäftigen, verlieren wir etwas, das für das Mit­ einander extrem wichtig ist. Es geht dabei gar nicht so sehr um Fremde, sondern um unser engstes Umfeld, mit dem wir uns verbunden fühlen möchten. Es geht uns ­einfach besser, wenn wir das Gefühl haben, zu anderen Menschen Zugang zu finden. Wir tun das also auch für uns? Es ist ein Geben und Nehmen. Sich selbst abzuschotten, heisst nicht nur, den anderen nicht an sich heranzulassen, sondern auch, sich nicht in ihm spiegeln zu können. Und damit versagt man sich eine bestimmte Form des eigenen Kennenlernens. Eine Grundoffenheit der Welt gegenüber ist für die eigene Entwicklung enorm wichtig.

schliesst. Beim reinen Mitgefühl hingegen steigt die Hilfsbereitschaft und das Bedürfnis, etwas zu unternehmen. Kann man Mitgefühl lernen? Ja, es ist erwiesen, dass sich Mitgefühl mittels Meditationsübungen nachhaltig aus­ weiten lässt. So ein flächendeckendes Medi­ tationsprogramm würde der aktuellen empörten und hysterischen Diskussions- und Streitkultur wohl ganz guttun. ( lacht)

«Plötzlich haben auch Leute, denen es eigentlich ganz gut geht, das Gefühl, dass ihnen etwas weggenommen wird.» Melanie Mühl, Autorin

Empathie ist also eigentlich egoistisch? Wissenschaftlich betrachtet, ist das Vermögen, sich in andere Menschen einfühlen zu können, ein simpler biologischer Mechanismus und weder gut noch schlecht. Viele ­denken, die Welt wäre besser, wenn wir alle mehr Empathie hätten – aber das ist naiv. So braucht zum Beispiel auch ein Sadist Empathie, um sich in eine Person einzufühlen und sie maximal quälen zu können. Auch das Verteilen von kleinen Gemeinheiten in der Partnerschaft ist dank Empathie so effektiv.

Ist Mitgefühl unter den politischen Parteien unterschiedlich verteilt? Findet man links allenfalls mehr als rechts? Das glaube ich nicht. Mitgefühl findet sich auch rechts, etwa im Argument «die Aus­ länder werden grosszügig aufgenommen, derweil unsere Rentner am Hungertuch ­nagen». Sie werfen Mitte-links vor, mit den Falschen mitzufühlen.

Empathie wird erst dann positiv, wenn ­daraus Mitgefühl entsteht? Genau. Bei ihrer höchstentwickelten Form fühlt man mit, lässt sich aber nicht mitreissen. Denn sonst gerät man in empathischen Stress, es wird einem zu viel – das Risiko erhöht sich, dass man abblockt und sich ver-

Aber ist das nicht oft nur vorgeschobenes Mitgefühl? Donald Trump etwa gewann die US-Wahl auch mit dem Versprechen, den Armen zu helfen – von seiner Steuersen­ kung profitieren aber vor allem die Reichen. Stimmt, bei einigen steckt wohl tatsächlich mehr Kalkül dahinter als echtes Mitgefühl.

Mitgefühl scheint generell auf dem ­Rückzug zu sein. Das gesellschaftliche ­Klima wird kälter, der Ton aggressiver. Ja, was wir derzeit auf der politischen Bühne erleben, ist erschütternd: Mütter, denen an der mexikanisch-amerikanischen Grenze die Kinder weggenommen werden. Flüchtlinge auf Rettungsschiffen, denen das Anlegen verweigert wird. Menschen, die im Mittelmeer ertrinken. Da ist auf verschiedenen Ebenen etwas aus dem Ruder gelaufen. Im Alltag erleben heute selbst Notärzte Gewalt. Und Augenzeugen filmen lieber mit dem Smartphone, statt zu helfen. Da hat ganz ­generell eine Verrohung stattgefunden. Auch ich habe so was schon erlebt. Erzählen Sie. Kürzlich war ich auf dem Weg ins Büro der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (FAZ), wo ich arbeite, da kam mir ein junger Typ entgegen und rief mir «Nazischlampe» zu, einfach so, aus heiterem Himmel, ohne mich zu kennen. Vermutlich, weil die FAZ in gewissen Kreisen als rechts gilt. Das trifft also schon, wenn es einem selbst passiert. Wie haben Sie reagiert? Es lag mir zwar eine Erwiderung auf der Zunge, aber ich habe nicht geantwortet. Wann hat diese Verrohung begonnen, ­weshalb passiert das gerade jetzt? Das hat mit Ängsten und Überforderung zu tun, ausgelöst durch die Globalisierung und das Tempo der gesellschaftlichen Veränderungen. Plötzlich haben auch Leute, denen es eigentlich ganz gut geht, das Gefühl, dass ihnen etwas weggenommen wird. Dass sie nicht mehr das Leben haben können, das sie gern führen würden. Dazu kommt die grössere Aggressivität in der Diskussion, ein

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Journalistin und Autorin neuer Tonfall, der nicht zuletzt durch den aktuellen US-Präsidenten normalisiert worden ist. Die Grenzen des Sagbaren werden immer weiter ausgedehnt, dazu haben auch die sozialen Medien beigetragen, in denen sich Diskussionen immer schnell hochschaukeln zu «wir» und «die».

Melanie Mühl (42) ist Redaktorin bei der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (FAZ) und Autorin mehrerer Bücher. Sie lebt in Frankfurt/Main, liebt die Berge und das Reisen. Buch: Melanie Mühl: «Mitfühlen. Über eine wichtige Fähigkeit in unruhigen Zeiten», Hanser 2018, auf Exlibris.ch für Fr. 21.50

Das ist der zentrale Punkt beim Mitgefühl, nicht? Wir empfinden es primär für Menschen, die uns nahestehen oder uns ähnlich sind. Lässt es uns deshalb zunehmend kalt, dass Flüchtlinge zu Tausenden im Mittelmeer ertrinken? Genau. Hinzu kommt die grosse Menge der Menschen und des Leids. Das überfordert unser Mitgefühl. Die Geflüchteten werden auch nicht mehr als Individuen wahrgenommen, sondern nur noch als grosse bedrohliche Masse, die da vor den Toren Europas steht. Dabei sind andere, ärmere Länder wie der Libanon mit viel höheren Flüchtlingszahlen konfrontiert. Ein interessanter Kontrast war im Juli das Höhlendrama in Thailand. Der ganze Planet fieberte mit diesem Dutzend eingeschlossener Jugendlicher mit. Mehr Mitgefühl geht kaum. Hätten wir aber jeden Monat ein Höhlendrama, würde sich das rasch ändern. Und eigentlich neigen wir nicht dazu, für jemanden ausserhalb «unserer Gruppe» Mitgefühl zu empfinden. Dennoch können wir auch mit total Fremden am anderen Ende der Welt mitfühlen: Kinder, lebendig begraben im Finsteren, ­super-schwere Rettung, Kampf gegen die Zeit, heroische Taucher – ein Hollywood-­ Drehbuchautor hätte dieses Drama in Thailand nicht besser erfinden können. Und es gibt ja bereits Pläne zur Verfilmung. Weshalb hat das Mitgefühl ausgelöst? Es war ein überschaubarer Fall, eine dramatische ­Situation, und es hatte mit uns nichts zu tun. Diese Kinder stellen hier keinen Asylantrag, sondern gehen wieder zurück in ihr Leben. Positive Erfahrungen erhöhen die ­Empathie für die Fremdgruppe, schreiben Sie in Ihrem Buch. Ist Fremdenhass deshalb vor allem bei denen stark ausgeprägt, die selten mit Fremden zu tun haben? Das hat schon was: Studien zeigen, dass Menschen, die in einem multikulturellen Umfeld aufwachsen, auch sonst im Leben ­offener sind und weniger Vorurteile haben. Wer mit Fremden zu tun hat, macht Erfahrungen, die bleiben. Wenn Sie in Rumänien in den Ferien mit dem Auto festsitzen und eine einheimische Familie hilft Ihnen und lädt Sie abends noch zum Essen ein, werden Sie künftig Rumänen auch zu Hause positiver gegenüberstehen. Ebenso nachhaltig wirkt es allerdings, wenn sie stattdessen ausgeraubt würden.

Auch Menschenaffen, Elefanten oder Delfine zeigen Mitgefühl. Ja und sogar Hunde. Zum Beispiel hat sich der Freund eines Primatenforschers das Bein gebrochen und lief wochenlang humpelnd durch die Gegend. Sein Hund zog dann auch sein Bein hinterher, aus Solidarität quasi – und hörte sofort wieder damit auf, als der Gips weg war. Wahnsinn, oder? Heisst das, dass das Mitgefühl im Säugetier genetisch angelegt ist? Es sieht so aus. Es setzen auch immer wieder Menschen ihr Leben aufs Spiel, um andere zu retten. Das scheint fast schon ein Reflex zu sein, was dafür spricht, dass es tief in uns drinnen sitzt. Und das ist doch ein schöner Gedanke. Wir Menschen sind kooperative Wesen, wir wollen uns austauschen.

Liegt es auch an mangelnder Erziehung, wenn Leute sogar Notärzte attackieren? Das spielt sicherlich eine Rolle. Kinder ­werden immer mehr zum Statussymbol, werden pausenlos umsorgt und verhätschelt. Wenn so ein Kind dann später merkt, dass es gar nicht der König ist, ist das natürlich ein Schock. Aber Eltern sind nur ein kleines Puzzleteil in einem grossen ­Ganzen. Die Filterblasen werden grösser, viele kommen gar nicht mehr mit anderen Welten als ihrer eigenen in Berührung. Das verstärkt das Gefühl von «wir» und «die». Spielt der heutige Drang, sich selbst ­pausenlos noch besser machen zu müssen, ebenfalls eine Rolle? Davon bin ich überzeugt. Wenn man die ­ganze Zeit in das eigene Vorankommen ­investiert, hat man keine Kapazitäten mehr für andere. Leider ist das genau das, wofür man heute gesellschaftlich belohnt wird. Manager erhalten gigantische Löhne, derweil Pflegekräfte, die eine extrem wichtige Arbeit leisten, unfassbar schlecht entschädigt werden. Die Gesellschaft belohnt heute den Egoismus. Und das Gute geht im me­ dialen Getöse unter. Doch auch dieses Gute gibt es – wenn man nur von Verrohung spricht, wird man den Leuten nicht gerecht, die dagegen arbeiten.

Auf der anderen Seite beschreiben Sie im Buch ein Beispiel eines Obdachlosen, der in einer Bankfiliale in Deutschland am Boden lag und schliesslich starb, weil alle Leute einfach über ihn hinüberstiegen statt zu helfen. Ja, das nennt man Augenblicksversagen. Die Leute waren fokussiert auf ihren Tagesplan, wollten nur schnell Geld holen und mussten weiter. Das Risiko, dass sie in was Kompliziertes reingezogen werden, wenn sie helfen, erschien ihnen zu hoch. Sie hatten also keine Zeit für Mitgefühl. Am Ende wurden drei Leute tatsächlich angeklagt und zu Geldstrafen verurteilt. Und der Richter kommentierte in seiner Begründung, dass Gleichgültigkeit eigentlich noch schlimmer sei als Hass. Der pure Egoismus habe gesiegt. Was kann man tun, um bei der Verrohung Gegensteuer zu geben? Jeder kann bei sich im Alltag anfangen: die Art hinterfragen, wie wir miteinander umgehen, die Welt beobachten, Fragen ­stellen, einordnen, Vorurteile berichtigen. Andere nach ihrem Befinden fragen, etwas erfahren wollen über andere Leben, sich selbst einfach mal zurücklehnen und nicht alles so schnell, schnell tun. Weniger schnell Urteile fällen, weniger schnell empört sein, weniger schnell eine Meinung haben. Wann hatten Sie das letzte Mal Mitgefühl? Gestern Abend, als ich mit einer Freundin telefonierte, die ein behindertes Kind hat. Sie war ganz aufgelöst, weil ihr alles über den Kopf gewachsen ist. Und was haben Sie getan? Zugehört und geredet. Haben auch Sie sich danach besser gefühlt? Ja, weil ich glaube, dass ihr das Gespräch ­geholfen hat. Das Schöne am Mitgefühl ist, dass am Schluss alle etwas davon haben. MM


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«Ich schaue immer, wer sympathisch aussieht» Wie lange sind Sie schon MigrosGenossenschafter? Ruth: Schon ewig – seit wir verheiratet sind. Und das sind wir seit 45 Jahren. Weshalb sind Sie Mitglied geworden? Ruth: Ich glaube, eine Kollegin hat es mir empfohlen. Das sei eine lässige Sache, man erhalte zum Beispiel gratis die Migros-Zeitung. Was schätzen Sie an der Migros? Ruth: Das grosse Angebot, auch wenn es manchmal fast schon zu viel ist. Zudem ist das Kassenpersonal sehr freundlich. Ernst: Ich schaue halt auch immer genau, wer sympathisch aussieht. Auch wenn wir dann manchmal etwas länger anstehen müssen. Ruth: Ja, darauf achtet Ernst. (Beide lachen)

Name: Ruth und Ernst Bolliger (75) Wohnort: Windisch AG Beruf: Verkäuferin und Kunstharzverarbeiter im Ruhestand Lieblingsprodukt: Engadiner Nusstorte

Haben Sie eine besondere Erinnerung an die Migros? Ruth: Ich bin in Huttwil im Kanton Bern aufgewachsen. Bei uns hatte es nur eine kleine Migros. Aber dort gab es spezielle Zeltli mit Pfefferminzgeschmack, die waren weich wie Caramel. Wenn sie in Aktion waren, haben wir die immer gekauft. Leider gibt es sie nirgends mehr.

Schon gewusst?

Bild: René Ruis

«Das grösste Weinfass der Welt fasst rund 222 000 Liter» Zwar hat es einen Boden, zum Überlaufen brachte man es bisher aber nicht: Das Heidelberger Weinfass war leider nie ganz dicht. Das grösste je mit Wein gefüllte Holzfass zieht bis heute jährlich eine halbe Million Besucher an. Etwas weniger frequentiert, aber nicht minder spannend sind die Weinseminare der Klubschule Migros Luzern: Die diplomierte Sommelière und Mövenpick-

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Mehr von der Migros Luzern ab Seite 83


36  MM39, 24.9.2018 | MIGROS-WELT

Überaus beliebt bei Herrn und Frau Schweizer: Ferienhäuser in der heimischen Natur Interhome Damenhygiene

Die Migros führt Menstruations­ tassen ein Ab sofort gibt es in der Migros eine Alterna­ tive zu Tampons und Binden im HygieneSortiment. Die Detailhändlerin verkauft neu Menstruationstassen von Me Luna, die bei guter Pflege zehn Jahre lang benützt werden können. Menstruationstassen verursachen viel weniger Abfall als Binden und Tampons, und für die Beschaffung der zur Herstellung benötigten Materialien werden überdies kurze und damit umweltschonende Transportwege eingehalten. Als erste Detailhändlerin der Schweiz ­bietet die Migros ­zudem alle Binden und Slipeinlagen ihrer ­Marke Molfina und von M-Budget aus FSC-zertifiziertem Zellstoff an. Das Label des Forest Stewardship Council (FSC) steht für eine verantwortungsvolle Bewirtschaftung der Wälder, indem etwa bedrohte Tierarten geschützt und indigene Völker geachtet werden.

Gefragt: Ferien in der Schweiz Interhome vermeldet einen Buchungsrekord bei Schweizer Ferienwohnungen und -häusern. Um 12 Prozent stieg die Buchungs­rate vom 1. Mai bis 31. August im Vergleich zum Vorjahr. Es ist das beste Sommerergebnis für den Ferienhaus-Spezialisten in den vergangenen sieben Jahren. Zurückzuführen ist die hohe Nachfrage auf die steigende Beliebtheit von ­Buchungsplattformen wie Booking.com. Besonders Schweizerinnen und Schweizer verbringen ihre Sommerferien gern «zu Hause», die zweitgrösste Gruppe der Gäste kommt aus Deutschland. Sehr beliebt bei einheimischen Kunden sind das Tessin, das Wallis und Graubünden. Interhome gehört zur Gruppe des ­Migros-Reiseveranstalters Hotelplan. Mehr Infos: www.interhome.ch

Innovation Für eine revolutionäre Weiterentwick-

lung sieht die rote Hackmaschine von MigrosGemüsebauer Thomas Wyssa eher unspekta­ kulär aus. Aber der eingebaute sogenannte Pflanzenschutzroboter soll den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln im Gemüseanbau in ­Zukunft deutlich senken. Das vom Traktor gezogene gängige Jätgerät ist zusätzlich mit Bodenerkennungskameras bestückt, die zwischen

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MIGROS-WELT | MM39, 24.9.2018  37

Heinz Karrer, Präsident Economiesuisse; Caroline Ogi, Projektleiterin «Freude herrscht»; Anton Gäumann, Geschäftsleiter Migros Aare; Adolf Ogi, Präsident «Freude herrscht»; Max Alter, Geschäftsleiter Migros Wallis und Präsident der Adele-Duttweiler-Stiftung (v.l.n.r.) «Freude herrscht»

Auszeichnung für Adolf Ogi

Salat und Unkraut sowie grösseren und kleineren Pflanzen unterscheiden und die nötige Dosis Pflanzenschutzmittel präzise regulieren können.­­ «Dank diesem Verfahren sparen wir ­voraussichtlich zwischen 40 und 70 Prozent an Spritzmitteln», sagt Bauer und Mitentwickler ­Thomas Wyssa. Seit diesem Frühling und bis 2020 wird der Roboter nun bei ihm auf dem Feld auf seine Praxistauglichkeit getestet.

«Die Stiftung und meine Familie sind sehr berührt, diese Auszeichnung zu erhalten. Es ist auch eine grosse Ehre und eine grosse Verantwortung», sagte ein bewegter Adolf Ogi am vergangenen Dienstag im GottliebDuttweiler-Institut in Rüschlikon ZH. Dort wurde seine Stiftung «Freude herrscht» im Beisein zahlreicher Gäste aus Politik, Wirtschaft und Sport sowie vieler Migros-Vertreter mit dem mit 100 000 Franken dotier-

ten Adele-Duttweiler-Preis aus­ gezeichnet. «Adolf Ogis Stiftung und die Migros haben vieles gemeinsam», erklärte Max Alter, Präsident der Stiftung Adele-Duttweiler-Preis. Beide würden sich dafür einsetzen, die junge Generation für den Sport zu begeistern. Heinz Karrer, Präsident von Economiesuisse, lobte die Stiftung insbesondere für ihr Engagement in den Randregionen. Infos: www.freude-herrscht.ch

Gesundheit

Medbase erweitert das Angebot Die Medbase-Gruppe schliesst eine wichtige Lücke im ambulanten Angebot und integriert per sofort das Operationszentrum in Burgdorf BE. Die durchgehende und koordinierte ambulante Versorgung von Prävention über Akutbetreuung bis zur Rehabilitation wird damit weiter gestärkt. Alle Mitarbeitenden des Operationszentrums werden weiterbeschäftigt. Sein bisheriger Leiter und Gründer, Michael Stamm, wird in das Management der Medbase-Gruppe integriert. So werden Erfahrung und Know-how gesichert.

Blickfang

Auf Pilzsuche «Das orangefarbene Migros-Körbchen bekam ­einen nicht alltäglichen Einsatz im Wald: beim Pilzesammeln.» Margrit Aeschlimann, Köniz BE

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38  MM39, 24.9.2018 | MIGROS-WELT Berufsbildung

Die orange Lehre Die Migros ist die grösste Lehrstellenanbieterin der Schweiz. Mit der Ausbildung der Lernenden leistet sie einen wichtigen Beitrag im Schweizer Bildungssystem. Einige Zahlen aus der Welt der Migros-Lehre. Text: Andreas Dürrenberger  Illustration: Corina Vögele

Systemgastronom/in ist der neueste Beruf im Migros-Universum. Eingeführt wurde­ die Lehre im Jahr 2013.

20 459 Bewerbungen erhielt die Migros im ­vergangenen Jahr für 1500 offene Lehrstellen.

Mehr als 50 Berufe können bei den 40 Unternehmen der Migros-Gruppe erlernt werden. 3860 Lernende absolvieren ­derzeit ihre ­berufliche Grundaus­ bildung bei der Migros-Gruppe.


MIGROS-WELT | MM39, 24.9.2018  39

60 Prozent der ­Lernenden arbeiten nach Abschluss der Lehre weiterhin bei der Migros-­Gruppe.

98 Prozent der Lernenden bei der ­Migros schliessen ihre Lehre erfolgreich ab.

Tipps

So klappts mit der Lehrstelle

Eine Lehre bei der Migros ist bei Frauen und ­Männern beliebt. Beide Geschlechter sind zu ­gleichen Teilen vertreten.

Von A wie Anlagenführer über L wie Laborant bis S wie Strassentransportfachmann: Bei der ­Migros gibts für jede Begabung den richtigen ­Beruf. Doch welcher Job ist der richtige? Wann und wie sollten sich ­Jugendliche bei der ­Migros bewerben? Dann gehts los Seit 1. August läuft der Bewerbungsprozess für den Lehrbeginn 2019. Der passende Beruf Alle offenen Lehrstellen der Migros-Gruppe sind auf www.new-talents.ch ausgeschrieben. Die Berufe lassen sich nach Interesse filtern. Ein Online-­Fragebogen hilft bei der Auswahl.

Die älteste Lernende bei der Migros ist 42 Jahre alt.

2300 Lernende ­arbeiten bei der ­Migros-Gruppe im Detailhandel, eine einzige Person ­absolviert eine Schreinerlehre.

Richtig bewerben Das gehört ins ­Bewerbungsdossier: • Motivationsschreiben • Lebenslauf • Schulzeugniskopien • Kopien der Test­ ergebnisse • Berichte von den Schnupperlehren • Bestätigungen von Sprachaufenthalten, PC-Kursen Mehr Infos Tipps für das Bewerbungsdossier und das Vorstellungsgespräch gibts online. www.new-talents.ch


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MIGROS-WELT | MM39, 24.9.2018  41

Frage der Woche

Beim Selfscanning wird nach dem Bezahlen immer ein Kassenbon ausgedruckt. Weshalb kann ich nicht wählen, ob ich diesen Beleg möchte oder nicht? Die Kassenbons werden heute bei der Migros nach wie vor ausgedruckt, weil dies von einem Grossteil der Kundinnen und Kunden gewünscht wird und die Bons bei einem Umtausch als Kaufnachweis und als Garantieschein gelten. Auf dem Kassen­bon ist unter anderem auch ersichtlich, wie viel Sie bei einer Aktion ein­ gespart haben oder wie viele Cumulus-Punkte Ihnen gutgeschrieben wurden. Alle Cumulus-Mitglieder haben die Möglichkeit, ihren Kassenbon oder Coupon ­jederzeit auf dem PC oder in der Migros-App einzusehen. Dennoch gibt es immer noch Kundinnen und Kunden, die diese Optionen nicht haben oder nicht nutzen möchten. MM

Haben Sie eine Frage?

Kontaktieren Sie uns! M-Infoline, der Kundendienst der Migros, erreichbar ­unter 0800 84 0848, oder www.migros.ch/ kundendienst

Telefonisch erreichbar Montag bis Freitag: 8.00–18.00 Uhr, Samstag: 8.30–16.30 Uhr Anrufe auf die oben ­genannte Nummer sind gratis.

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42  MM39, 24.9.2018 | MIGROS-WELT Kaffee

Ein Fest der Aromen Über 1000 Aromen haben Wissenschaftler im Röstkaffee identifiziert. Die Experten der Hausrösterei der Migros, der Delica, haben für jeden Geschmack die richtige Röstung. Sie geben den Stärke- und Säuregrad auf jeder Packung an. Wir zeigen Ihnen, wie Sie den passenden Kaffee für Ihre Zubereitungsart finden. Text: Claudia Schmidt  Bilder: Claudia Linsi, Paolo Dutto

Der Siebträger Liebhaber von Espresso und Cappuccino bevorzugen einen Kaffee, der eher dunkel geröstet ist. Die kurze Durchlaufzeit und der hohe Druck ergeben einen intensiven Kaffee mit schöner Crema.

UTZ steht sowohl für nachhaltigen Anbau von Kaffee, Kakao, Tee und Haselnüssen als auch für bessere Zukunftsaussichten der Bauern und ­deren Familien sowie für unsere Umwelt.

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Der Vollautomat Mahlgrad und Wassermenge lassen sich meist selbst bestimmen und sollten pro Tasse angepasst werden. Die dunkle «Espresso ­Classico»-Mischung sorgt etwa für vollmun­digen, kräftigen Espresso.

Der Filter Kaffees mit leichten Röstungen in Kombination mit mittleren bis groben Mahlungen ent­ wickeln beim Filtern ihr komplexes blumiges Aroma. ­Dunkle Röstungen eignen sich für das Filtern eher weniger.


MIGROS-WELT | MM39, 24.9.2018  43

Cihad Gökcinar

«Alles ist Geschmackssache» Wer oder was bestimmt, wie ein Rohkaffee geröstet wird? Natürlich der Konsument, der eine ­bestimmte Röstung möchte. Aber der Rohkaffee gibt die Richtung vor. Was heisst das genau? Nehmen wir zum Beispiel eine sogenannte Single-Origin-Sorte. Das sind Bohnen aus einem bestimmten Gebiet, also keine Mischungen. Ein Kaffee etwa aus der Kooperative La Laguna in Honduras – einem Nachhaltigkeitsprojekt von uns – hat sehr komplexe Aromen. Die möchte man gern herausschmecken. Deshalb röstet man ihn nur leicht. Möchte ich aber einen ­Kaffee für Ristretto haben, röste ich ihn eher stark. Die dunkle Röstung verleiht dem Ristretto einen vollmundigen Körper. Wer es noch stärker mag, entscheidet sich für eine Mischung aus Arabica- und Robusta-­ Bohnen. Das heisst, dass Sie erst die Mischungen zusammenstellen und dann die Röstung festlegen? Ja, wir überlegen uns, welcher Kaffee sich für eine Mischung eignet und wie er geröstet sein muss. Dann gibt es oft eine Reihe von Teströstungen und ­Degustationen, bis wir den Kaffee so haben, wie wir ihn möchten. Es gibt fünf Stärkegrade, die bei ­gemahlenen und ganzen Bohnen ­angegeben werden. Was b ­ edeutet die mittlere Stärkestufe? Das ist ein harmonischer Kaffee. Säure und Bitterstoffe stehen in einem ausgewogenen Verhältnis. Das hört sich fast so an, als würde man über Wein reden … Das ist ein guter Vergleich, wir ver­ wenden eine ähnliche Sprache. Wir ­haben über 1000 Aromen im gerös­ teten ­Kaffee. Je nach Anbaugebiet, Weiterverarbeitung und Röstung ­unterscheiden sich die Kaffees stark. Das kann man alles herausschmecken, ähnlich wie beim Wein. Zurück zur Röstung: Was bedeutet eine helle Röstung? Eine helle Röstung enthält viel Säure und wenig Bitterstoffe. Er entwickelt einen frischen Geschmack im Mund. Er ist ideal für Filterkaffee, bei dem blumige Noten erwünscht sind. Durch starkes Rösten werden diese Aromen von Röstnoten überdeckt.

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Also eignet sich Kaffee der Röststufe vier oder fünf nicht für Filterkaffee? Eher nicht, aber das ist alles Geschmackssache. Der Ristretto wird im Siebträger, im Vollautomaten oder in der Kapselmaschine nur kurze Zeit ­extrahiert. Kommt dieser Kaffee längere Zeit mit Wasser in Kontakt wie in ­einer French-Press oder in einem ­Kaffeefilter, kann er bitter werden. Wie erreicht man eine gleichmässige Röstung? Wir kaufen glücklicherweise ganze Bohnen ein. Die können homogener geröstet werden als Rohkaffee mit ­Kaffeebruch. Kleine Bohnenstücke verbrennen, schon bevor eine ganze Bohne geröstet ist. Wir betreiben eine schonende Langzeitröstung zwischen 10 und 15 Minuten. MM­­

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Serie

Barista-Kunst Lesen Sie nächste Woche, wie bekannte Kaffeespezialitäten ­zubereitet werden. Ein Barista verrät, was sich etwa hinter einem «Flat White» verbirgt.


44  MM39, 24.9.2018 | MIGROS-WELT

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Bild und Styling: Claudia Linsi

Linsendal mit Süsskartoffeln und Joghurt You-Linsendal mit Süss­ kartoffeln 6 bis 8 Minuten lang unter g­ elegentlichem Rühren e­ rhitzen. Bei Bedarf ­etwas ­Wasser bei­geben. ­Zuletzt ­frische Minze­blätter darüber­­zupfen. Dazu Joghurt nature servieren.


MIGROS-WELT | MM39, 24.9.2018  45

Green Smoothie Die grüne Smoothie-­ mischung von You mit dem AlnaturaKokos-­Drink pürieren und sofort servieren. Nach Belieben süssen.

Dinkelsalat mit Granatapfel Den Inhalt einer Dose Bio-M-­Classic-Dinkel ­abgiessen und ­abtropfen ­lassen. ­Olivenöl und Aceto balsamico ­verrühren und mit Salz und ­Pfeffer ­abschmecken. ­Königssalat mit Dinkel und Granatapfel­kernen anrichten. Dressing darüber­träufeln.

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MIGROS-WELT | MM39, 24.9.2018  47

Optigal

Aromapäckli aus dem Ofen Gewürzt und in Speck eingewickelt: So finden Sie neue ­ ouletbrüstli von Optigal in Ihrer Migros. Bratpfanne und P ­Backblech brauchen Sie nicht, denn die Verpackungsschale ist hitzebeständig und dient auch als Backform. Einfach in den Ofen damit, nach 30 Minuten ist das Poulet herrlich saftig – ein Gourmet-Gang mit Gelinggarantie. Ein kleiner Tipp dazu: ­Saisonales Gemüse in grobe Stücke schneiden, mit etwas Öl und Kräutersalz auf einem Blech gleichzeitig mit dem Poulet in den Ofen ­geben. So einfach ist Schlemmen.

Aktion 20-fache Cumulus-Punkte für Optigal-Pouletbrust im Speckmantel

Foto: Ruth Küng

vom 25. 9. bis 8. 10.

Die Pouletbrüstli können direkt in der Back­schale in den Ofen.

Optigal Pouletbrust im Speckmantel, pro 100 g Fr. 3.65 In grösseren Filialen


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MIGROS-WELT | MM39, 24.9.2018  49

Fondue

Bündner zum Dahinschmelzen In der Migros finden Sie alles rund um den Herbstgenuss.

Viele läuten den Herbst mit einem ­Fondueplausch ein. Besonders rasch ­parat sind Fonduemischungen, die ­neben Käse bereits Wein und Stärke ­enthalten. Etwa das neue Migros-­ Fondue mit würzigem Bündner Käse. Die Mischung muss nur noch im ­Caquelon geschmolzen werden. D ­ amit nichts anbrennt, wird die Masse langsam erhitzt und am besten in Form einer Acht gerührt – so will es die Tradition.

Aktion 20-fache Cumulus-Punkte für das Bündner Fondue

Bild: Ruth Küng; Styling: Feride Dogum

vom 16. bis 29. 10.

Bündner Käse sorgt in der neuen Fondue­ mischung für ein besonderes Aroma.

Bündner Fondue, frisch fixfertig, 600 g Fr. 15.90


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Sonntag – Mittwoch

9. – 12. Dezember 2018

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MIGROS-WELT | MM39, 24.9.2018  51

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Mehr Lebenslust Sie sind in aller Munde: sogenannte «Superfoods» wie Chiasamen, Federkohl, Quinoa und Heidelbeeren. Sie stecken auch in Produkten von You.

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lle You-Produkte bestehen aus möglichst ­natürlichen Zutaten. Und einige Produkte enthalten zusätzlich ­«Superfood»-Inhaltsstoffe. Die schnell zu­be­reiteten Linsen-Fiori ­zum Beispiel ent­halten eine Füllung aus Chiasamen, Quinoa und Linsen. Dies macht sie zu einer zuverlässigen Ballaststoffquelle. Im tiefgekühlten Federkohlmix sorgen neben dem grünen Trend­gemüse zudem Knack­ erbsen, Maiskörner und K ­ idneybohnen für eine gute Portion Protein auf dem Teller. Wer bereits super in den Tag starten möchte, greift zum Quinoa-Toast. Fürs wohlige Gefühl am Abend sorgt eine Tasse Tee. Wie wärs mit «Good Night Tea», der unter anderem ­Lavendel, Süssholz und Tulsi enthält. Die Definition von «­ Superfood» ist heiss umstritten. Eins ist aber klar: In den You-Produkten schmecken Quinoa, ­Chiasamen und Co. super.

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Niemand verkauft mehr regionale Produkte als mein Laden. Migros-Besitzer Dave R.

Die Migros gehört den Leuten. Deshalb fördert sie die regionale Landwirtschaft wie kein anderer und verkauft schweizweit rund 9000 regionale Produkte von über 10 000 regionalen Produzenten. ausderregion.ch 159768_209x285_d_Z_MIG_AdR_Charcuterie_Migros_Magazin.indd 1

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MIGROS-WELT | MM39, 24.9.2018  53

Warme Luft ist alles Migusto

Dörren ist eine der ältesten Konservierungsmethoden und populär wie eh und je. Wir zeigen, was sich zum Dörren eignet und wie es geht. Text: Claudia Schmidt Bilder & Styling: Veronika Studer Rezept: Andrea Pistorius

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Kräuter, Früchte und Wurzelgemüse lassen sich durch Trocknen haltbar machen.


54  MM39, 24.9.2018 | MIGROS-WELT Topfgeschichte

Früchte und Gemüse trocknen

Dörren leicht gemacht Glücklich, wer einen Dörrautomaten hat. Damit lassen sich viele Gemüse und Pilze einfach und relativ rasch trocknen. Wie lange das Gemüse benötigt, hängt vom Gerät, den ­Einstellungen und der Dicke des Dörrguts ab. Auch an der Luft oder im Backofen trocknet vieles perfekt. Wichtig: Dörrgut in gut verschlos­ senen Gläsern oder Dosen lagern, um Schimmelbildung zu vermeiden.

Früchte undGemüse Pilze eignen sich fürs Dörren bei Zimmertemperatur. ­Früchte sollte man im Dörrgerät oder Backofen trocknen, sie enthalten zu viel Was­ ser. Apfelringe kurz in Wasser mit Zitronensaft tauchen. Im Backofen bei 80 Grad und geöffneter Ofen­ tür fünf Stunden lang dörren, mehrmals wenden. Auch Wurzel­ gemüse lässt sich so trocknen – ohne Zitronenwasserbad.

Kräuter . Petersilie, Thymian und Minze sind nur ­einige Kräuter, die sich zum Trocknen eignen. Am besten trocknet man frisch gepflückte Kräuter, indem man einen zusammenge­ bundenen Strauss kopfüber aufhängt. Sind die Kräuter trocken, rebelt man die Blätter ab und lagert sie dunkel und trocken. Kräuter wie Basilikum oder Koriander eignen sich nicht zum Trocknen. Sie können zu Pesto verarbeitet werden.


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30% Frey Tafelschokoladen, 100 g, in Sonderpackungen, UTZ in diversen Sorten erhältlich, z.B. Noxana im 6er-Pack, 6 x 100 g, 8.60 statt 12.30

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20% Alle Kaffees, in Bohnen und gemahlen, 500 g und 1 kg z.B. Bio-, Fairtrade Kaffee gemahlen, 500 g, 6.80 statt 8.50


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Pom-Bär- und Kelly-Popcorn-Chips in Sonderpackungen z.B. Pom-Bär Original im Duo-Pack, 2 x 100 g, 3.65 statt 4.60

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6.20 statt 7.80 Glace-Portionenbecher im 4er-Pack Ice Coffee, Japonais oder Bananasplit, z.B. Japonais, 4 x 165 ml

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MIGROS-WELT | MM39, 24.9.2018  67

Profi-Tipp

Wie früher

Claudia Schmidt, Foodjournalistin

Raffiniert

Steinpilz-Kartoffel-Pizokel Zutaten für 4 Personen 30 g getrocknete Steinpilze 250 g Knöpflimehl 1 TL Salz 2 Eier 1 dl Milch 1 EL Öl 800 g mehligkochende Kartoffeln 300 g Lauch 200 g Bratspeck 1 Zweig Salbei 50 g Butter 100 g Bündner Bergkäse Zubereitung

1. Steinpilze im Cutter fein mahlen. Mit Mehl, Salz, Eiern, Milch und Öl zu einem dicken Teig rühren. Kartoffeln schälen und durch die Rösti­ raffel reiben. Sofort mit dem Teig mischen und ca. 30 Minuten ruhen lassen. 2. Mit zwei kleinen Löffeln aus der Masse Nocken formen. Nocken direkt ins leicht siedende Salz­ wasser geben, ca. 5 Minuten ziehen lassen, bis sie aufsteigen. Mit einer Schaumkelle herausheben und abtropfen lassen. 3. Inzwischen Lauch in Ringe, Speck und Salbei­ blätter in Streifen schneiden. Butter in einer ­weiten Pfanne erhitzen. Pizokel rundum anbraten, in eine vorgewärmte Form verteilen. Speck, ­Salbei und Lauch anbraten. Über die P ­ izokel ver­ teilen. Käse darüberreiben, sofort servieren.

Meine Oma trocknete Pilze stets auf Zeitungspapier. Das fand ich schon als Kind toll. Als später getrocknete Tomaten in Mode kamen, versuchte ich, sie im Backofen zu trocknen, und musste feststellen: Die hiel­ ten sich nur in Öl eingelegt, weil ich zu ungeduldig war und zwölf Stunden im Ofen nicht ausreichten – sie schimmelten leicht. Erst mit einem Dörrgerät gelang mir das Konservieren professioneller. Seit einigen Jahren mache ich gelegentlich Gemüsebouillon-­ pulver selbst. Dazu nehme ich rund ein Kilogramm Gemüse wie Rüebli, Petersilienwurzeln, Sellerie, Knoblauch, Petersilie, Ingwer, Lauch und Champignons und gebe es in einen Cutter, der alles zu grobem Brei zerkleinert. Den lasse ich aus­gestrichen auf einem Backblech mit Backpapier sechs bis sieben Stunden lang im geöffneten Back­ofen bei 80 Grad trocknen. Ist die Paste trocken, mahle ich sie fein und mische sie mit knapp 100 Gramm feinem Salz pro Kilo Gemüse. MM

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Durch unsere mobilen Gesundheitsteams werden Menschen auch dort medizinisch versorgt, wo sonst niemand hinkommt. Danke, dass Sie uns dabei unterstützen. PC 30-136-3. Gesundheit für die Ärmsten: fairmed.ch

SPINAS CIVIL VOICES

Am Ende der Welt fehlt es an allem.


MIGROS-WELT | MM39, 24.9.2018  69

Raccard

Die haben guten Geschmack In der Migros finden Sie alles rund um den Herbstgenuss.

Raclette ist eine weltoffene Schweizer ­Spezialität – aus Tradition. Auch dieses Jahr gibt es Raclettekäse mit einem Hauch von grosser, weiter Welt: Für den R ­ accard Espelette wird der über dreieinhalb Monate gereifte Halbhartkäse mit Chili gewürzt. Die Sorte Sélection-Raclette Trüffel überrascht mit einer erdigen Note. ­Dritter im Bunde der ­Special-Editions ist der beliebte geräucherte Raclettekäse. Also ran ans Pfännli – und finden Sie Ihren persönlichen Favoriten!

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Bild: Ruth Küng; Styling: Feride Dogum

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Scharf, geräuchert oder ­würzig: Die aromatisierten Raclettekäsesorten sorgen für Abwechslung.


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MIGROS-WELT | MM39, 24.9.2018  71

Aproz

Dieser Sirup ist auch ein Punsch Bratäpfel und Glühwein – daran erinnert der Geschmack des neuen Aproz-Sirups, der 30 Prozent Apfelsaft und natürliche Gewürze- und Ingwer­ aromen enthält. Mit h ­ eissem oder kaltem Wasser angerührt, ist das G ­ etränk g­ enau das R ­ ichtige für die ­Übergangs- und die kalte Jahreszeit. Das optimale Mischverhältnis besteht übrigens aus einem Teil Sirup und sechs Teilen Wasser. Den Apfel-Gewürze-Ingwer-Sirup gibt es ab sofort bis etwa Ende März 2019.

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Der neue ApfelGewürze-­IngwerSirup schmeckt heiss wie kalt.


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MIGROS-WELT | MM39, 24.9.2018  73

Blévita

Feine Abwechslung Das Verlangen nach einer kleinen Knabberei stellt sich zu jeder Tageszeit ein. Gut, wenn man dann die neuen Blévita-Mini-Vollkornsnacks mit Kichererbsenmehl dabeihat. Die kleinen Vollkorncracker gibt es in den Varianten Sonnenblumen- und Kürbiskerne sowie Chia-Sesam. Sie sind a­ usgewogen und ballaststoffreich. In der wiederverschliess­ baren ­Verpackung lassen sie sich gut mitnehmen – und auch bei jeder Gelegenheit mit anderen teilen. Die neuen Blévita jetzt kostenlos testen: www.migipedia.ch

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Bild und Stying: Veronika Studer

Blévita Mini Kichererbsen Vollkornsnack Chia-Sesam, 130 g Fr. 3.20

Die neuen Blévita Mini mit Chia- und Sesamsamen sowie Kürbis- und Sonnen­ blumenkernen sind Snacks mit nussiger Note.

Die M-Industrie stellt viele MigrosProdukte her. Dazu gehört auch Blévita.


74  MM39, 24.9.2018 | MIGROS-WELT Casa Giuliana

Ein Stück Italien auf dem Teller Pizza liebt fast jeder. Doch wenn es um die Sorte geht, wird Abwechslung grossgeschrieben. Die neuen Tiefkühlpizzas von Casa Giuliana werden nach Rezepten aus der Toskana mit besten Zutaten hergestellt. Bilder: Veronika Studer  Styling: Katrin Klaus

Festa: Mit zwölf rechteckig vorgeschnittenen Stücken ist die Pizza Festa ideal zum Teilen mit Freunden und Familie. ­Feine Schinkenstücke in ­Verbindung mit Pilzen, ­Emmentaler und Mozzarella.

Steinofenpizza Mozzarella: Die Pizza mit dem knusprigen ­Boden und einer Sauce aus sonnen­gereiften Tomaten wurde im Steinofen vorgebacken. Sie ist üppig mit Mozzarella, fruchtig-­ süssen Kirschtomaten und einem Kräuter-Basilikum-Pesto belegt.


MIGROS-WELT | MM39, 24.9.2018  75

Aktion 20-fache Cumulus-Punkte für alle Produkte von Casa Giuliana vom 25. 9. bis 8. 10.

American Pizza Bacon & Salami: Der luftige, dicke Teig ist grosszügig mit Salami und Speck belegt.

Mini-Pizza Prosciutto: Die kleinen Pizzas werden im Steinofen vorgebacken – für authentischen Genuss. Minipizzas mit Roh- und Koch­ schinken sowie Tomaten und ­Edamer auf dem knusprigen ­Boden ergeben zusammen mit einem Salat eine kleine M ­ ahlzeit.

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Casa Giuliana Pizza Mozzarella, tiefgekühlt, 350 g Fr. 4.80

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und ihr Handwerk das Qualitätszeichen Damit ein AOP-Produkt entsteht, braucht es Tradition und Herkunft, Menschen und ihr Handwerk. Nur wenige Schweizer Produkte werden so hergestellt und tragen das geschützte Qualitätszeichen AOP. www.aop-igp.ch

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MIGROS-WELT | MM39, 24.9.2018  77

M-Classic

So reisen Sie mit Reis

Alles rund ums Korn

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Basmatireis eignet sich hervorragend als Beilage zu indischen Gerichten.

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78  MM39, 24.9.2018 | MIGROS-WELT

Yvette

Schongang für Feines Vor jedem Waschgang stellt sich die Frage: Für w ­ elche Textilien ein Feinwaschmittel ver­ wenden, für welche ein herkömmliches Produkt? Kleider aus Wolle, Seide und Viskose, aber auch Outdoor- und Sportbekleidung, Dessous und Synthetisches bestehen aus feinen Fasern. Damit sie nicht aus der Form gehen, braucht es ein Waschmittel, das die Fasern besonders schont. Es gilt also, die Wäsche stets sorgfältig zu trennen nach Weissem, Buntem, Schwarzem, Synthetikund Sport­textilien. Die Wasch­maschine nur halb füllen, so entsteht weniger Reibung. Für leuchtende ­Farben Yvette Color, 2 l Fr. 11.50*

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MIGROS-WELT | MM39, 24.9.2018  79

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Dem Wäscheberg gewachsen: Yvette schont die Fasern.


80  MM39, 24.9.2018 | MIGROS-WELT

Elan

Frische zum Auffrischen Elan ist im neuen frischen Design erhältlich mit unverändertem Dufterlebnis. Bereits ab 15 Grad entfaltet Elan die volle Waschkraft. Dank lang anhaltender Frische und praktischem Nachfüllbeutel ist es der zuverlässige Helfer in der Waschküche.

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MIGROS-WELT | MM39, 24.9.2018  81

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MIGROS-WELT | MM39, 24.9.2018  83

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Luzern wird Käsehauptstadt

Tierwohl

Nur noch Freilandeier in der Migros Luzern Zur Förderung des Tierwohls nimmt die Migros Luzern in den nächsten Wochen Eier aus Schweizer Bodenhaltung aus dem Sortiment – als erste Migros Genossenschaft und erste grosse Schweizer Detailhändlerin.

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Neues aus der Genossenschaft Migros Luzern

Swiss Cheese Awards

In der Freiland­ haltung stehen den Hühnern neben Ställen mit Winter­ garten 2,5 Quadrat­ meter Weide zu.

ie Migros und ihre Kundschaft legten grossen Wert aufs Tierwohl. Um zugleich der wachsenden Nach­frage nach Freilandeiern gerecht zu werden, stellt die Migros Luzern in den nächsten Wochen ihr Sortiment um – als erste der zehn regionalen Migros-Genossenschaften. Konkret: Die Migros Luzern verkauft künftig ausschliesslich

Ihre Region

Eier von Hühnern, die Auslauf ­erhalten. Denn in der Freilandhaltung stehen den Tieren neben den Ställen mit Wintergarten zusätzlich je 2,5 Quadratmeter Weidefläche zu. Das Picken und Scharren im Gras wirkt sich positiv auf das Wohlbefinden der aktiven und neugierigen Hennen aus. Die Sortimentsumstellung – angefangen bei Eiern aus Schweizer

Bodenhaltung – erfolgt etappenweise bis 2020. Dieser Zeithorizont ist nötig, damit die Produzenten ihre Betriebe entsprechend anpassen können. Mit ihren Bemühungen schafft die Migros ­erneut eine Pionierleistung – bereits vor über 20 Jahren war sie die erste grosse Schweizer Detailhändlerin, die keine Eier aus Käfighaltung mehr anbot. MM

2018 scheint ein ­guter Käsejahrgang zu sein. Über 900 Käsespe­zialitäten wurden für die 11. Swiss Cheese Awards angemeldet – neuer Rekord. Die Schweizer Käsemeis­ terschaft findet vom 28. bis 30. September in Luzern statt. Die eingereichten Käse – darunter eine Vielzahl von «Aus der Region»-Produzenten der Migros Luzern – werden in 28 Katego­ rien von rund 150 Juro­ ren bewertet. Jeder Kate­goriensieger erhält e ­ inen «Award». Unter den Gewinnern wird dann der eigent­ liche Schweizer Meis­ ter gekürt. Die Migros Luzern ist stolz auf ihre AdR-Produzen­ ten und wünscht ihnen viel Glück und vor allem eins: Auszeichnungen. Auf dem Schweizerhofquai stehen die Vielfalt und der Ge­ nuss im Vordergrund: Während der drei Tage entsteht hier der grösste Käsemarkt der Schweiz mit An­ bietern aus allen Lan­ desteilen. Ein speziel­ les Geschmackserleb­ nis verspricht das sonntägliche ChäserZmorge mit familien­ freundlichen Preisen. Mehr Infos: cheese-awards.ch


84  MM39, 24.9.2018 | MIGROS-WELT

Öffnungszeiten

In der Woche mit St. Leodegar in der Stadt Luzern Montag, 1. Oktober, bis 17 Uhr • Allmend • Bruchstrasse • Grossmatte Littau • Littau Outlet • Ruopigen Zentrum • Schlossberg • Schönbühl • Schweizerhof • Tribschenstrasse • Wesemlin MigrosPartner • Waldstätter • Würzenbach Dienstag, 2. Oktober Alle oben genannten ­Filialen geschlossen M Daily & Bahnhof, Luzern Mo, 1. 10., 6 bis 22 Uhr Di, 2. 10., 6 bis 22 Uhr Bitte beachten Sie die ­Plakatierung in Ihrer Migros-­ Filiale oder unsere Homepage www.migrosluzern.ch

Klubschule

Mit 50 nochmals durchgestartet

Physiotherapeutin Erika Dahinden wollte es mit 50 nochmals wissen. Sie besuchte die Ausbildung zur Fitnessinstruktorin bei der Klubschule Migros Luzern – und schaffte den beruflichen Wiedereinstieg beim Schweizer Paraplegiker-Zentrum. Text und Bild: Jacqueline Achermann


MIGROS-WELT | MM39, 24.9.2018  85

Katharina Luginbühl, Genossenschaftsrätin Oberkirch

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Die Klubschul-­Ausbildung als Fitness­instruktorin brachte bei Physiotherapeutin Erika Dahinden so ­einiges ins Rollen.

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D

och, die Klubschule hat mir schon eine Türe geöffnet.» Erika Dahinden sitzt auf der Terrasse des Schweizer P ­ araplegiker-Zentrums am westlichen Ufer des Sempachersees. Die Sonne scheint auf ihr weisses Shirt, das hier so viele tragen. Es ist Mittag. Therapeutinnen und Pfleger, Anästhesistinnen und Wirbelsäulenchirurgen stärken sich auf dem Campus Nottwil, bevor sie sich wieder ­ihren jährlich rund 1000 stationären Patienten widmen. Als Tochter eines Landarztes und einer Hebamme standen die Vorzeichen eigentlich gut für eine Medizinkarriere. Erika Dahinden entschied sich aber für das Lehrerinnenseminar, später flog sie als Flugbegleiterin in die weite Welt hinaus. «Ich fühlte mich absolut frei, wusste aber, dass ich das nicht bis ans Kar-

riereende machen will.» So kam es, dass sie sich mit 26 zur Physiotherapeutin ausbilden liess und anschliessend ihre Stelle im Paraplegiker-Zentrum antrat. Drei Buben und eine Krise später

Nach der Geburt ihres dritten Kindes brachte Erika Dahinden Job und Familie nicht mehr richtig unter einen Hut. «Es brauchte mich daheim und Teilzeitarbeit war damals noch nicht so populär.» Die berufliche ­Auszeit bereut sie nicht. Dennoch war der Wieder­einstieg schwieriger als gedacht. «Ich wusste gar nicht mehr, wer ich wirklich bin und was ich alles kann.» Die Ausbildung zur Fitnessinstruktorin an der Klubschule Migros Luzern kam damals wie gerufen. Zwar brauchte es Mut, sich anzumelden, doch der Lehrgang half ihr, wieder in

die Materie einzusteigen, und ebnete ihr den Weg zurück ins Berufsleben. Es war am Morgen ihres 50. Geburtstags, als Erika Dahinden ihr ­Diplom zur Fitnessinstruktorin aus dem Briefkasten fischte. «Ich war stolz, und es gab mir den nötigen Ansporn, bei m ­ einem alten Arbeitgeber an­zuklopfen.» Mittlerweile ist sie als Physiotherapeutin wieder in den Therapieräumen und im Kraftraum des Paraplegiker-­Zentrums anzutreffen. Und nicht nur das: Als Expertin im Bereich Anatomie und Physio­logie steht sie im Fitness-Instruktor-Lehrgang der Klubschule inzwischen selber vor der Klasse. Ob Erika Dahinden als Kursleiterin nun auch bei ihren Teilnehmenden die Tür zu einer neuen beruflichen Zukunft öffnen wird? Zuzutrauen wäre es ihr. MM

Aus dem Rat

Eine Million für Benachteiligte «Die intensive Aufgabe in der Arbeitsgruppe ‹Migros Unterstützungsfonds› macht mir grosse Freude. Ich bin seit zwei Jahren dabei, den Fonds gibt es schon seit 1979. Der Migros-Genossenschafts-Bund stellt jedes Jahr eine Million Franken bereit – für soziale und ökologische Projekte der Entwicklungszusammenarbeit in der Schweiz und weltweit. Etwa 90% der Beiträge, welche die siebenköpfige Arbeitsgruppe viermal jährlich spricht – alles Räte und Delegierte verschiedener Genossenschaften – fliessen ins Ausland. Die Projekte sollen den schwächsten Teil der Gesellschaft unterstützen und die regionale Bevölkerung einbeziehen. Sie müssen professionell aufgebaut und nachhaltig sein und das Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe verfolgen. Die Zuwendungen von 40 000 bis 100 000 Franken halte ich für eine grosszügige Geste der Migros. Denn der Unterstützungsfonds ist unabhängig von Förderaktivitäten des MigrosKulturprozents oder des Förderfonds Engagement Migros.»


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1, 2 oder 3?

Monica Müller (44) hat zwei B ­ uben, einen Mann, einen Job, einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.

Für die meisten ist die Fussball-Weltmeisterschaft längst vergessen. Nicht bei uns zu Hause. Während der WM fieberte der Kleine (3) mit, wollte nur noch kicken und war immer für «Bosilien». Zum Geburtstag haben wir ihm ein Brasilien-Trikot geschenkt. Was wir für eine tolle Idee hielten, hat sich aber als Eigengoal heraus­ gestellt: Seither will der Kleine nur noch dieses Trikot tragen. Jeden Abend wasche ich es, damit er am nächsten Tag wieder ein «Bosilianer» sein kann. Dass er auch als feuriger Südamerikaner bei den sinkenden Temperaturen in T-Shirt und Shorts friert, ignoriert der Kleine. Kommen wir mit langen Hosen oder einem Pulli angeschlichen, wirft er sich auf den Boden: Er jammert, wie es Neymar nicht besser könnte. Und jetzt? 1   Es gibt bestimmt einen brasilianischen Trainingsanzug. Den brauchen wir jetzt. 2   Wir lassen ihn im gelben Trikot losziehen, bis er so friert, dass sein Widerstand bröckelt. 3   Wir versuchen, ihm irgendetwas Warmes unter das Trikot zu schmuggeln.

39%

Praktisch nie

14% Mindestens viermal jährlich. Eigentlich bei jeder Gelegenheit.

3% 124 Abstimmende

Eine Umfrage von

Antwort 2: Unsere Mission, ihm Langärmliges unterzujubeln oder ihm eine Jacke schmackhaft zu machen, ist derart klar gescheitert, dass er die Kälte wohl spüren muss. Natürlich lassen wir immer ein gelbes Jäckli ganz zufällig in seiner Nähe herumliegen.

Illustration: Lisa Rock; Bild: René Ruis

Brasilianer

Zwei- bis dreimal im Jahr, je nach Zeit und Budget


92  MM39, 24.9.2018 | LEBEN

M Berührende Autismus

Zeichen

Eveline Bachmanns Sohn Michel leidet an schwerem Autismus. Er hat sie bis an ihre Grenzen gefordert – und ist doch ihre grösste Liebe. Das Protokoll einer Annäherung. Text: Barbara Lukesch  Bilder: Nicola Pitaro

ichel will nicht. Nicht die Wohnung verlassen und erst recht nicht von dem fremden Mann fotografiert werden. Seine Mutter redet ihm gut zu, scherzt mit ihm – vergeblich. Erst als sie ihn mit einem Päckchen Kaugummi lockt, das sie immer dabeihat, kann sie den W ­ iderstand ihres Sohns brechen. Der 21-Jäh­rige lässt sich in den Garten führen und ist zu einigen Aufnahmen bereit. Michel sei eine Wundertüte, sagt Eveline Bachmann. Nie wisse sie, in welcher Stimmung er gerade sei. An guten Tagen sei er fröhlich, zufrieden und lasse sich auch einmal von ihr umarmen. An schlechten Tagen erlebe er so starke Spannungszustände, dass er völlig blockiert sei und sich noch mehr als sonst zurückziehe. Manchmal habe er auch extreme Tobsuchtsanfälle. Besonders belastend sind diese Phasen, wenn sie allein mit ihm unter-


LEBEN | MM39, 24.9.2018  93

Ein Platz für Michel

Lebensatelier im Unterengadin Michel lacht, es verspricht ein guter Tag zu werden: Eveline Bachmann und ihr Sohn auf der Terrasse der «Chasa Flurina» (o.) in Lavin GR

wegs ist: «Michel ist 1,90 Meter gross und hat viel Kraft. Wenn er bockt, fühle ich mich ohn­ mächtig.» Kürzlich habe sie einen Kondukteur um Hilfe bitten müssen, weil sich ihr Sohn standhaft weigerte, aus dem Zug zu s­ teigen. Als er einmal ein paar Schnuppertage in einem neuen Heim verbringen sollte, legte er sich schon am ersten Abend – es war Januar und bitterkalt – vor das Haus in den Schnee und liess sich auf keine Art dazu bewegen, wieder hereinzukommen. Erst als sein Vater Stunden später dem Betreuungspersonal zu Hilfe kam, folgte Michel klaglos seinen Anweisungen, stand auf und liess sich ins Haus bringen. Abwehrreaktionen voller Panik

Michel leidet unter einer schweren Ausprägung von frühkindlichem Autismus. Er ist sprachlich und kommunikativ stark eingeschränkt und bringt höchstens einzelne Wörter heraus. Seine

Mutter erzählt, dass er als kleiner Junge gern Mani Matters Lieder gesungen habe, mit der Zeit aber leider damit aufhörte. An den guten Tagen interessieren ihn Menschen, doch ohne Hilfe kann er keine Kontakte herstellen. Un­ gewohntes oder Überraschendes wie eine plötzliche Programmänderung im Verlauf eines Tages überfordert ihn schnell und kann zu hef­ tigen Abwehrreaktionen voller Panik, aber auch Aggressivität führen. Dann versteift sich sein ganzer Körper. Deshalb braucht er ein stabiles Umfeld mit verlässlichen Betreuungspersonen und klaren Regeln. Seine Mutter ­erklärt, ihr Sohn könne weder allein leben noch je einen Beruf erlernen: «Michel ist nicht handlungs­ fähig, er ist auf umfassende Beistandschaft durch meinen Mann und mich angewiesen.» Trotz dieser Belastungen ist Michel der Mensch, den Eveline Bachmann am meisten liebt. Das schreibt sie in ihrem Büchlein «Unser Michel», in dem sie das Leben mit ihrem behinderten Sohn schildert. Das sagt sie auch im Gespräch auf der Terrasse der «Chasa Flurina» im bündnerischen Lavin, einer Insti­tution für Menschen mit Behinderung, in der Michel seit gut zwei Jahren betreut wird. Im Käfig eingeschlossen

Diese Liebe musste sich allerdings im Verlauf ihrer bald 21-jährigen gemeinsamen Geschichte erst entwickeln: «Sie war nicht von Anfang an da», räumt sie ein. Nach Michels Geburt, sie hatte damals bereits einen zweijährigen Sohn, merkte sie schnell, dass mit dem Säugling etwas nicht stimmte. Er schrie unablässig, liess sich nicht beruhigen, weil er Berührungen wie die meisten Autisten schlecht erträgt, und schlief

Die Chasa Flurina be­ zeichnet sich als «Lebens­ atelier für Menschen mit Beeinträchtigungen, die durch sämtliche Maschen gefallen sind». 1978 grün­ dete das Leiterehepaar Ruth und Ueli Hintermann-­ Hiestand in Lavin im Unter­ engadin die sozialpädago­ gische Institution, die sie­ ben Wohnplätze für Men­ schen mit kognitiven, kör­ perlichen oder psychischen Beeinträchtigungen bietet. Die Grundidee ihrer ­Arbeit lautet: «den Alltag lernen». Schritt für Schritt werden die Bewohner ­angeleitet, in persönlich passenden Bereichen selbstbestimmt zu handeln und selbstbewusster zu werden. Michel beispiels­ weise gehört zum Team Schneeräumung, das im Winter 2017/18 ganze Tage mit entsprechender Arbeit zubrachte. Die Bachmanns, die in Thun BE leben, kön­ nen ihrem Sohn das Leben in der ­«Chasa Flurina» er­ möglichen dank der inter­ kantonalen ­Vereinbarung über soziale Einrichtungen: Sie sorgt dafür, dass die Berner Gesundheits- und Fürsorgedirek­tion Michels Betreuungsplatz im Kanton Graubünden finanziert.


94  MM39, 24.9.2018 | LEBEN

«Erst als ich es geschafft hatte, Ja zu ihm zu sagen, hat er mir die Tür zu seiner Seele geöffnet.» Eveline Bachmann, Michels Mutter

fast nie. Sie war am Ende ihrer Kräfte und wein­ te oft. Der Kinderarzt, den sie um Rat bat, nahm ihre Sorgen nicht ernst und bezeichnete sie als hysterisch. Ihre berufliche Tätigkeit als kauf­ männische Angestellte gab sie auf, weil Michel sie in jenen Jahren rund um die Uhr brauchte. Doch mit der Zeit fand sie den Zugang zu ihm. Sie lernte, den Knaben, der sich manchmal «wie ein Tier aufführte» und sie bis an ihre äussersten Grenzen trieb, anzunehmen und Ja zu ihm zu sagen: «Erst als ich das geschafft hatte, hat er mir die Tür zu seiner Seele geöffnet und mir gezeigt, wie feinfühlig und intelligent er ist.» In Momenten, in denen er diese Fähig­ keiten a­ brufen könne, habe er auch schon fehlerfrei bis 100 gezählt oder mit gestützter Kommunikation sein Innerstes mit den fol­ genden Worten beschrieben: «Ich fühle mich wie in einem Käfig eingeschlossen.» Inzwischen verbinde sie beide eine «Bezie­ hung von solcher Offenheit und Intensität», dass sie manchmal glaube, sie seien Seelen­ verwandte. Es sei auch keineswegs so, dass nur Michel von ihr profitiere: «Nein, das Leben mit

ihm und die vielen Kämpfe, die ich für ihn ausfocht, haben mich stark gemacht und meine Widerstandskraft entwickelt.» Kein Platz für den Störenfried

Eveline Bachmann kämpfte in erster Linie um «einen menschenwürdigen Platz» für ihren Sohn. Denn bald merkte sie, dass der Alltag mit Michel sie, so sehr sie ihn auch liebte, zu stark stra­pazierte. Zudem wurden ihre Gewissens­ bisse ­immer grösser, weil sie das Gefühl hatte, zu wenig Zeit für ihren älteren Sohn zu haben. Mit zunehmendem Alter wurde Michels ­Betreuung immer anspruchsvoller. Er wurde grösser, kräftiger, und mit der Pubertät stellte sich die Frage, wie er mit seiner Sexualität ­umgehen würde. Doch die Suche nach einer geeigneten Insti­ tution für Michel wurde zur Odyssee: Es begann bei der Spielgruppe, setzte sich fort im Kinder­ garten, in verschiedenen Schulen und führte letztlich zu der schier unlösbaren Aufgabe, einen Heimplatz für ihn zu finden. Verschiedent­lich wurde Michel aufgenommen, doch ­innert

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LEBEN | MM39, 24.9.2018  95

Hier ist Michel willkommen: sein einfach eingerichtetes Zimmer in der «Chasa Flurina»

Kürze stellte er das Personal mit seinem ­herausfordernden Verhalten vor so grosse Probleme, dass er von einem Tag auf den ­anderen wieder heimgeschickt wurde. ­Michel, hiess es, sei zu laut, zu angriffig, kurz: ein Störenfried. Wagte es Eveline Bachmann, Kritik an einer Einrichtung zu üben, gewann sie oft den Eindruck, man wolle sich der «unbequemen Mutter» möglichst schnell entledigen. Am schlimmsten

aber habe sie die Leitung eines Heims erlebt, die sie und ihren Mann behandelt hätte, als seien sie «nicht ganz zurechnungsfähig». Mit der Pubertät häuften sich Michels Krisen, und von da an nahm der Druck der Institutionen auf ­seine Eltern zu, ihm Psychopharmaka zu verabreichen. Schliesslich gaben sie nach. Doch das Ergebnis war ernüchternd. Dem Jugend­lichen ging es überhaupt nicht besser, im Gegenteil: Er wurde nur noch unberechenbarer und aggressiver. Also sperrte man ihn wiederholt in sogenannte Time-out-Räume. Und aufgrund des Bewegungsmangels legte er massiv an Gewicht zu. «Chasa Flurina» – ein Glücksfall

Nachdem alle Versuche gescheitert waren, wohnte Michel erneut drei Monate lang daheim. Eveline Bachmann war verzweifelt und wusste nicht weiter. Da erfuhr sie per Zufall von der «Chasa Flurina» im Unter­ engadin, in der sieben erwachsene Menschen mit ­Behinderung betreut werden. Als sie

Heimleiter Ueli Hintermann kontaktierte, war gerade ein Platz frei geworden. Ende Februar 2016 hat Michel sein schlichtes Zimmer im stattlichen Engadiner Wohnhaus bezogen. Eveline Bachmann ist glücklich, dass ihr Sohn ohne Medikamente in einem offenen Haus leben kann, begleitet von einer kleinen, überschaubaren Zahl an Fachleuten und dem Heimleiterehepaar, das die Insti­tution vor 40 Jahren gegründet hat. ­Michel gehe es deutlich besser: Er habe ­wieder abge­nommen, schlafe besser, lerne Neues wie Velofahren und fühle sich ­sichtlich wohl in einer Umgebung, die ihm inzwischen ­vertraut sei und die er als verlässlich erlebe. Seither habe sich auch ihr Leben wieder entspannt, sagt die 60-Jährige mit einem Seufzer: «Jetzt kann ich manchmal w ­ irklich loslassen und mich meinen Inter­essen widmen.» Vielleicht nehme sie jetzt doch noch die Ausbildung zur Sozialpäda­gogin in Angriff: «Das praktische Rüstzeug habe ich ja bereits.» MM

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96  MM39, 24.9.2018 | LEBEN Operation Seidenstrasse, Teil 3

Aufs Velo, Türkinnen! Andrea Freiermuth fährt mit dem E-Bike nach China. In Istanbul trifft sie auf Aktivistinnen, die ihre Landsfrauen zum Velofahren bringen wollen. Text: Andrea Freiermuth  Bilder: Martin Bichsel

Andrea Freiermuth zwischen zwei starken Frauen: Özlem Alkan Oktay (links) und ihre Mitstreiterin Zeynep Araboglu (rechts).

E

s gibt ein Problem: Die zwei Frauen, die mich ab Jerewan in Armenien bis nach Teheran in den Iran begleiten wollten, kommen nun doch nicht mit. Sie haben kalte Füsse bekommen. Wie ich von Insidern aus Facebook-Gruppen weiss, machen

alleinreisende Radfahrerinnen im Iran tatsächlich oft unangenehme Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht – deshalb hatte ich im Vorfeld bereits nach Mitstreiterinnen Ausschau gehalten. Doch die beiden haben es sich anders überlegt, und ich habe nun keine Begleiterinnen für den Iran. Immerhin bin ich gut vernetzt mit Zweirad-Aktivistinnen in der Türkei. Nach dem Dämpfer lassen sie mich noch

an Schwesternschaft glauben. Da ist zum Beispiel Özlem Alkan Oktay (32) aus Istanbul: Sie hat vor vier Jahren gemeinsam mit Kolleginnen die «Bisikletli Kadın İnisiyatifi» gegründet, eine Gruppe, die Frauen zum Rad­ fahren motivieren will. In der Türkei können viele Frauen gar nicht Velo fahren. Genaue Zahlen fehlen, aber aufgrund einer Befragung weiss man: Nur fünf Prozent der weiblichen Bevölkerung in Istanbul fährt Rad, 65 Prozent würden es hie und da gern tun. Viele Eltern unterstützen ihre Töchter nicht beim Radfahren, weil sich dies für ­Mädchen ohnehin nicht zieme. Manche denken gar, das Sitzen im Sattel könnte das Jungfern-

häutchen beschädigen. Alkan Oktay hat liberale Eltern und lernte als Kind Velo fahren. «Ich fühle mich auf zwei Rädern frei», sagt sie, «und die körper­ liche Bewegung tut mir gut.» Radfahren sei für sie nach einer unglücklichen Beziehung bei­nah so etwas wie eine Therapie gewesen: «Es hat mich selbst­sicher gemacht.» Diese Erfahrung wolle sie anderen weitergeben. Fahrrad fahren lernen

Ihre Gruppe trifft sich mindestens ein Mal im Monat. Die Frauen fahren gemeinsam aus, unterstützen sich gegenseitig beim Reparieren der Bikes und tauschen sich aus – und geben Kurse für Frauen, die noch nicht


LEBEN | MM39, 24.9.2018  97

Mailand und Bern. Zunächst ging es den Teilnehmerinnen darum, sich nicht von Männern sagen zu lassen, welches Outfit auf dem Velo zu tragen sei.

Fahrrad fahren können. Zuerst wars ein freiwilliges Engagement, inzwischen arbeitet die Public-Relation-Spezialistin Alkan Oktay für eine Stiftung, die sich für die Förderung von körperlicher ­Aktivität in der Türkei einsetzt. Im Rahmen dieser Arbeit organisiert sie etwa Velofahrkurse für Kinder

und Reparaturworkshops. Eine andere türkische Veloinitiative ist der Fancy Women Bike Ride. Bei diesem Event ziehen sich Frauen schick an und fahren gemeinsam aus. Die Bewegung begann 2013 in Izmir. Heute erfasst sie über 50 Städte und 30 000 Teilnehme­rinnen in der Türkei und hat sogar Ableger in

«Seit ein paar Jahren werden sexuelle Übergriffe vermehrt angezeigt, doch kommt es dabei nie zu einer Verurteilung», sagt Alkan Oktay, «Frauen, die belästigt wurden, müssen sich oft anhören, sie hätten sich falsch verhalten oder falsch gekleidet.» Der Fancy Women Bike Ride setzt deshalb heute ein Zeichen dafür, dass auch hübsch zurechtgemachte Frauen auf dem Velo keine Sexobjekte sind. MM Andrea Freiermuth bloggt regel­ mässig auf Shebikerider.ch. Auf ­Migrosmagazin.ch erscheinen ihre ­Beiträge in unregelmässigen Abständen.

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LEBEN | MM39, 24.9.2018  99

Stadt, Land, Stutz

Illustration: Rinah Lang

Keine einfache Wahl

Lisa Stutz (24) sucht die Balance zwischen urban und ländlich. Und pickt von beidem das Beste heraus.

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Mein innerer Schweinehund und ich woh­ nen ja auf dem Land. Arbeiten tun wir – also, tue vor allem ich – in der Stadt. Die Wahl eines Fitnesscenters ist unter diesen Um­ ständen keine einfache. Soll es in der Nähe des Arbeitsplatzes sein, damit ich nach Feier­ abend schnell da bin? Oder soll es in der Nähe von zu Hause sein, damit ich nach dem Trai­ ning schnell im Bett bin? Klar ist jedenfalls für die meisten Menschen (wie eine reprä­ sentative Umfrage unter meinen Arbeits­ gspänli zeigt): Das Fitnesscenter einer jeden Person sollte unbedingt in der Nähe des Arbeits- und/oder Wohnorts stehen. Begrün­ dung: So kann man seinen inneren Wider­ stand besser überwinden. Leuchtet mir völlig ein. Ist bei mir trotzdem irgendwie anders. Mein Fitnesscenter liegt eine halbe Stunde Autofahrt von meinem Wohnort entfernt. Vom Arbeitsort aus muss ich noch länger pen­

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deln: Gehe ich ins Training, verliere ich min­ destens eine Stunde allein für den Hin- und Rückweg. Und dazwischen muss ich mich ja noch krümmen und abmühen. Wenn mein Schweinehund und ich also diskutieren, stehe ich mit meinen Argumenten auf schwachen Beinen. Ich kann ihn meistens nur durch Bestechung überzeugen und verspreche ihm ein Leckerli nach dem Fitnessprogramm. Warum ich denn ein Fitnesscenter an geo­ grafisch derart unsinnigem Ort gewählt habe, fragen Sie sich? Weil ich eben auch einen inneren Sparfuchs halte: Ich konnte das Abon­ nement gratis von meinem Freund über­ nehmen, der gerade im Ausland weilt. «Gratis» ist natürlich relativ, wenn man an die ganzen Benzinkosten denkt. Das ignoriere ich natür­ lich und pendle weiter von zu Hause zur Arbeit, zum Fitnesscenter und zurück – mein ganz persönliches Bermudadreieck. MM

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LEBEN | MM39, 24.9.2018  101

Wussten Sie schon? Jeder Mensch verliert im Durchschnitt 50 bis 150 Haare pro Tag.

Gut zu wissen

Alternative Therapien Die Glatze im mittleren Alter ist meistens vererbt.

Gesundheit

Mit Medikamenten gegen den Haarausfall? Rund die Hälfte der Männer ab 50 hat eine Glatze. Zwar lässt sich Haarausfall behandeln. Manche Medikamente beeinflussen jedoch den Hormonhaushalt und können gar zu Impotenz führen. Text: Vassiliki Bekou

Bild: iStockphoto, zVg

H

aarausfall ist genetisch bedingt, bei Männern wie bei Frauen. Bei Männern über 50 Jahren ist rund die Hälfte von einer Glatze betroffen. Frauen leiden ebenso häufig unter Haarausfall. Sie haben aber seltener eine Vollglatze, sondern eher schütteres Haar. In schweren Fällen lässt sich der Haarausfall aus Veranlagung mit Medikamenten eindämmen. Einer der Wirkstoffe ist Finasterid. Dabei handelt es sich um ein Präparat, das in den Hormonhaushalt eingreift und die Dicke und Wachstumsgeschwindigkeit der Haare positiv beeinflusst. Die tägliche Anwendung hält den Haarausfall bei

zwei Dritteln der Männer auf und regt bei einem Drittel der Patienten das Nachwachsen ausgefallener Haare an. Deshalb wurde es seit den 1990er-Jahren vor allem jüngeren Männern häufig verschrieben. Doch Finasterid hat unerwünschte Nebenwirkungen. Eine aktuelle Studie* zeigt, dass der Wirkstoff Herz-KreislaufBeschwerden verursachen oder das Nervensystem beeinträchtigen kann. Auch Depressionen und sexuelle Störungen können die Folge sein: Finasterid kann in 18,5 Prozent der Fälle Potenzstörungen verursachen oder in 10 Prozent eine verringerte Libido, in 7,2 Prozent Ejakulationsstörungen oder eine Brust-

anschwellung. Die Erektionsprobleme können selbst nach Absetzen weiter bestehen. Finasterid wird oral eingenommen und ist rezeptpflichtig. Für ein dauerhaftes Ergebnis muss es lebenslang geschluckt werden.

Mögliche Auslöser für eine Glatze können auch Stress oder Krankheiten sein. Je nach Ursache können sie alternativ behandelt werden. Da die optimale Versorgung der Körperzellen mit Vitalstoffen auch für die Haarwurzeln essenziell ist, können folgende Ansätze helfen:

• Ernährung umstellen • den Körper mit nötigen Vitaminen und Mineralstoffen versorgen • bei der Wahl von Lotionen und Shampoos auf natürliche Produkte setzen • Haartransplantationen und Mikrotransplantationen sind ebenfalls Alternativen zur medikamentösen Behandlung.

Verminderte Kalziumaufnahme

Ein zweiter verbreiteter Wirkstoff ist Minoxidil: Er wird direkt auf der Kopfhaut angewendet. Allerdings hat auch er unerwünschte Nebenwirkungen. Das Auftragen bewirkt etwa, dass weniger Kalzium in die Muskeln gelangt. Dies wiederum beeinträchtigt die Erektionsfähigkeit. MM *ANSM-Studie MTOPS (Medical Therapy of Prostatic Symptoms)

Dr. med. Vassiliki Bekou, Fachärztin für Dermatologie und Venerologie, Medbase Kreuzlingen In Zusammenarbeit mit


102  MM39, 24.9.2018 | LEBEN Zootierärztin

Notfall im Flamingoteich Zum ersten Mal hat das Abenteuerland Walter Zoo Nachwuchs bei den Flamingos erhalten. Der übermütige Kleine musste bereits zwei Mal vor dem Ertrinken gerettet werden. Text: Karin Federer  Bilder: Walter Zoo

F

lamingos fühlen sich nur in grossen Gruppen richtig wohl und sicher. Erst wenn die Kolonie eine bestimmte Grösse erreicht hat, fangen sie an zu brüten. Hoffnung auf Flamingoküken konnten wir uns deshalb erst machen, als Anfang 2018 weitere Rosaflamingos aus dem Berner und Basler Zoo eintrafen. Damit lebten bereits 27 Tiere bei uns. Und dank besserer Sicherung ihres Teichs können sie nachts draussen bleiben, ohne dass wir uns

vor dem Besuch von Füchsen fürchten müssten. Es war also längst ­alles bereit für den Nachwuchs, die ­erwachsenen Tiere hatten auch schon mit dem Nestbau begonnen. D ­ och der Frühling ging vorbei ... und nichts geschah. Erst im Sommer klappte es. Sieben Rosaflamingos hatten Eier gelegt – aber nur ein Küken schlüpfte. Normalerweise würden die Jungtiere eine Gruppe bilden, die von den grossen Flamingos gemeinsam betreut wird. Wir nennen es

«Kindergarten». Da unser Küken keine Altersgenossen hatte, ging es halt mit den Erwachsenen mit. In erster Linie mit Mutter und ­Vater, die es beide mit Drüsen­ sekret und Körperzellen aus ihrem Kropf ernährten. Diese «Kropfmilch» ist eine Besonderheit der Flamingos. Zehn Tage lang ging alles gut, doch dann wagte sich der kleine Vogel in zu tiefes Wasser und ertrank fast. Sein Daunen­kleid hatte zu viel Wasser aufgesogen. Wir retteten das Tier, nahmen es über Nacht

aus der Anlage, brachten es zurück – und dasselbe Unglück geschah nochmals. Das Tier schluckte Wasser und bekam fast keine Luft mehr. Wir mussten es länger in Pflege nehmen – ­die Beine waren einfach noch zu kurz für den Flamingoteich. Gemeinsam rosarot werden

Dort schlüpfen in diesen Tagen ein zweites und ein drittes Küken. Wir freuen uns sehr: Jetzt erhalten wir doch noch einen kleinen Kindergarten.

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LEBEN | MM39, 24.9.2018  103

Tipps

Vogelfedern

Premiere für den Walter Zoo: Ein ­Flamingobaby ist zur Welt gekommen. Die ersten Jahre ist es noch grau.

Nach einer Woche kam das erste Küken wieder zurück in die Gruppe und wurde bestens aufgenommen. Auch seine Eltern erkennen es wieder und füttern es. Nun können die drei Jungtiere gemeinsam aufwachsen, schwimmen lernen und rosarot werden. Ihre typische Farbe erhalten die grau schlüpfenden Flamingos dank ihres Futters, das wie die natürliche Nahrung mit Krebsen und Algen die nötigen Pigmente enthält, erst mit den Jahren. MM

Karin Federer (31) ist Tierärztin ­und Zoodirektorin des Walter Zoo in Gossau SG.

Grundsätzlich gibt es zwei Typen: Die Daunen (auch Dunen genannt) und die Konturfedern – diese kennen wir als normale Federn. Sie geben dem Vogel sein Erscheinungsbild, machen ihn flugfähig und schützen ihn vor Wasser. Die Daunen sind klein und weich, liegen nahe an der Haut und sorgen für die Wärmeisolation. Bei Küken bilden sie die äussere Schicht, schützen das Vögelchen aber nur bedingt vor Wasser.

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104  MM39, 24.9.2018 | LEBEN

Kinder

Schwarz-gelbe Aufräumer Alles klagt über die Wespen. Wenn man – wie in diesem Sommer – viel Zeit draussen verbringt, nerven die Tierchen ganz besonders. Dabei haben sie auch gute Seiten. Text: Andrea Fischer Schulthess  Illustration: bunterhund.ch

Feinde Hornissen: Sie stellen selbst eine Wespenart dar, fressen aber Wespen.

Viele Vögel fressen Wespen und ihre Larven. Der Wespenbussard, eine seltene Bussard-Art, ist sogar auf Wespen spezialisiert: Er bringt seinen Jungen als Nahrung ganze Nestteile.

Spinnen wie die Garten­ kreuzspinne fressen Wespen, die sich in ihrem Netz verfangen haben.

Ein Wespennest ist ein beeindruckendes kunstvolles Gebilde.

Infos: Die Entomologische Gesellschaft bietet Exkursionen und andere Informationsveranstaltungen zu vielen Insekten an. Es gibt auch Kindernachmittage. www.insekten-egz.ch

Bienen gelten als nützlich, aber Wespen sind bei vielen Menschen verhasst. Dabei leben sie ähnlich wie die Bienen: Auch sie haben einen Staat mit einer Königin, die als Einzige Eier legt. Zuerst schlüpfen die Arbeiterinnen, im Spätsommer auch junge Königinnen und die Männchen – die paaren sich dann mit der Königin.

Bei Wintereinbruch sterben die Völker. Nur die jungen Königinnen überwintern. Sobald es wieder wärmer wird, beginnt jede, ein neues Nest zu bauen, und legt Eier. Daraus schlüpfen erste Arbeiterinnen, neue Völker entstehen, mit je einem neuen Nest. Für den Baustoff zerkauen Wespen Holz zu einer papierähnlichen Masse.

Auch Wespen bestäuben Blüten und räumen in der Natur auf: Sie fressen Fliegen und beseitigen tote Tiere. Dieses Fleisch verfüttern sie an ihre Larven. Darum stürzen sie sich auch auf das Fleisch auf unseren Tellern. Es gibt übrigens harmlose Insekten, die sich nur als Wespen «verkleiden». Zum Beispiel Schwebfliegen.  MM


LEBEN | MM39, 24.9.2018  105

Mehr zu den Kinderrechten und Gesetzen: www.migmag.ch/ gesetze

Ben (8), Bern

Ja, warum kann eigentlich nicht jeder tun, was er möchte?! So tönts bei uns zu Hause manchmal auch, wenn wir ein Gesellschaftsspiel spielen: Plötzlich erfindet jeder seine eigenen Regeln. Das finden dann gewisse Mitspieler ungerecht. Schon wird diskutiert oder gestritten – bloss leider nicht mehr gespielt. Erst wenn wir jeweils die echten Spielregeln zurate ziehen, kommt unser Spiel in Schwung. So ähnlich ist das in unserer Gesellschaft: Wir einigen uns auf

Spielregeln. Unsere Regierung macht daraus Gesetze. Diese sollen mithelfen, dass wir nicht ständig alles aushandeln müssen und dass wir friedlich zusammenleben können. Manche Gesetze schränken uns ein – zugleich schützen sie uns aber: Anti-Raser-Gesetze vermindern die Gefahren für euch Kinder im Strassenverkehr. Kinderrechte sollen euch an Leib und Seele schützen: Niemand darf euch zu Kinderarbeit zwingen, einsperren, erniedrigen oder euch Gewalt antun. Und keiner darf dich gegen

deinen Willen küssen – das sagt das Gesetz. Rücksichtsvolle Menschen tun dies auch ohne offizielle Verbote nicht. Und jedem leuchtet die berühmte «Goldene Regel» ein: «Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu.» Es gab mal einen klugen Mann: Aristoteles. Er sagte, wenn die Liebe herrschen würde, bräuchten wir keine Gesetze mehr. MM * Hast du auch eine aktuelle Frage? Sende sie per Mail an kinderfragen@migrosmedien.ch

Eine Mutter erklärt die Welt: Journalistin ­Gabriela Bonin (51) beantwortet ­Kinderfragen.

SO EIN KÄSE!

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Was riecht hier denn so? Ach ja, der Käse. Du siehst unten vier Käsestücke mit unterschiedlich vielen Löchern. Darauf soll nun noch ein fünftes Käsestück folgen. Kannst du anhand der ganzen Löcher erkennen, welches Käsestück folgen muss und warum? Kreise es ein!

Tobi möchte mit Laub aus dem Wald etwas Schönes basteln. Er hat aus jedem Blatt ein Stück herausgeschnitten. Unten auf dem Tisch siehst du die Ausschnitte. Welche Form passt in welches Blatt? Verbinde! A

B

a D C

b

? c

Lösung: Käse b muss folgen, denn b hat 10 Löcher. Die Anzahl der Löcher zum jeweils nächsten Stück wird wie folgt berechnet: -1, +2, -1, +2. 3 1

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LEBEN | MM39, 24.9.2018  107

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Mitmachen und gewinnen

Der Thermalpark des Vier-Sterne Hotels Les Bains de Saillon liegt zwischen Martigny und Sion.

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Das Migros-Magazin und das Vier-Sterne-Hotel Les Bains de Saillon verlosen unter allen Leserinnen und Lesern einen Feriengutschein für zwei Personen im Wert von 3000 Franken. Geniessen Sie sieben Übernachtungen im Deluxe-Zimmer, Halbpension sowie den Thermalpark.

Preisfrage: In welchem Kanton liegt das Vier-Sterne-Hotel Les Bains de Saillon?

So machen Sie mit:

Das Migros-Magazin und das Hotel Les Bains de Saillon verlosen einen Feriengutschein für zwei Personen Glücksgriff

Hochgenuss im Herzen des Wallis

Bild: Sedrik Nemeth/atelier 54

Auf halbem Weg zwischen Martigny und Sion befindet sich das Vier-Sterne-Hotel Les Bains de Saillon und lockt mit Wellness und Komfort. Ein brandneuer Hoteltrakt schwingt sich in einem leichten Bogen auf einer Länge von 140 Metern um die Thermenlandschaft. Er umfasst 78 Zimmer, sechs Themenrestaurants und den neuen Eingangsbereich für die Therme. Die neuen Zimmer sind mit edlen Materialien ausgestattet: Steine aus einem benachbarten Steinbruch zieren einen Teil der Mauern, die Böden sind mit Holzparkett ausgelegt und Motive aus dem Weinbau dominieren die Innendekoration. Mit dem Neubau

verfügt das Hotel Les Bains de Saillon nun über 148 Zimmer. Und die Hotelgäste profitieren von einem VIP-Eintritt in den Thermenpark. Dieser bietet zwei Outdoorund einen Indoorpool mit 34°C warmem Thermalwasser, ein 25-Meter-Becken und einen Thermenfluss. Hinzu kommt das Spa «Carpe Diem» sowie Wohlfühlhütten mit Sauna und Hamam. Für die Kinder gibt es mehrere Planschbecken und Wasserrutschen im Sommer. Den Hunger nach dem Bad stillen diverse Restaurants – vom FondueStübli über die Pizzeria bis zur Hamburger-Bar. MM Infos: www.bainsdesaillon.ch.

im Wert von 3000 Franken.

• Per Telefon: Wählen Sie 0901 560 039 (1 Fr./ Anruf) und nennen Sie Ihre Lösung, Ihren Namen und Ihre Adresse. • Per SMS: Senden Sie eine SMS mit dem Text GEWINNEN, dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die Nummer 920 (1 Fr./SMS). Beispiel: GEWINNEN, Lösungswort, Beat Beispiel, Beispielstrasse 1, 9999 Exempelstadt • Per Postkarte: Senden Sie eine Postkarte (A-Post) mit Ihrem Lösungswort und Ihrer Adresse an Migros-­ Magazin, «Les Bains de Saillon», Postfach, 8099 Zürich • Online: migrosmagazin.ch/wettbewerbe Einsendeschluss: 30.  September 2018 Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Es erfolgt keine Barauszahlung, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Die Mitarbeitenden des MigrosGenossenschafts-Bundes sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Mehrfachteilnahmen sind nicht erlaubt und werden vom Wettbewerb ausgeschlossen. Preise, die nicht bis spätestens drei Monate nach Ziehung durch den Gewinner bezogen werden, verfallen ersatzlos.


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LEBEN | MM39, 24.9.2018  109

Verlosung

Mitmachen und gewinnen Preisfrage: Welche Sportart wird im «FIFA 19» gespielt?

So machen Sie mit:

Glücksgriff

Das Migros-Magazin und Melectronics verlosen unter allen Leserinnen und Lesern je fünf «FIFA 19»-Spiele für PlayStation 4, Xbox One, PC oder Nintendo Switch.

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«FIFA 19»-Game mit UEFA Champions League «FIFA» ist ein Game der Superlative: Jedes Jahr verkauft sich der aktuelle Fussballtitel millionenfach – an Spieler zu Hause ebenso wie an E-Sports-Profi-Gamer. In der neuesten Ausgabe des Games, «FIFA 19», kann man erstmals auch die UEFA Champions League spielen, den wichtigsten Klubwettbewerb der Welt. Hier werden Träume wahr – und Legenden geboren. In diesem historischen Fussballturnier treten die besten Klubs der Welt gegeneinander an. «FIFA 19» gibt es für PlayStation 4, Xbox One, PC und Nintendo Switch. Es umfasst die UEFA Champions League mit offizieller Spielpräsentation sowie verschiedene Turnierspielerlebnisse inklusive UEFA Europa League und UEFA Super Cup sowie ein neues englisches Kommentatorenteam mit Derek Rae und Lee Dixon.

Das Game bietet auch diverse neue Modi und dadurch mehr taktische Möglichkeiten. Unter anderem kann man Turniere im Champions-League-Modus von der Gruppenphase bis hin zum Final im Stadion «Wanda Metropolitano» in Madrid spielen. Das neue Active-Touch-System ermöglicht eine engere Ballführung, die dynamischen Taktiken sorgen für umfangreichere und zugänglichere Teamvorbereitung. Die 50/50-Battles bieten physische und fähigkeitsbasierte Kämpfe um den freien Ball. Beim FIFA 19 Ultimate Team kann man zudem sein Wunschteam zusammenstellen und Live-InhaltsUpdates zur UEFA Champions League und zur UEFA Europa League nutzen – und so den wichtigsten Klubwettbewerb der Fussballwelt hautnah erleben. MM

• Per Telefon: Wählen Sie 0901 591 912 (1 Fr./ Anruf) und nennen Sie Ihre Lösung, Ihren Namen und Ihre Adresse. • Per SMS: Senden Sie eine SMS mit dem Text GLÜCK, dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die Nummer 920 (1 Fr./SMS). Beispiel: GLÜCK, Lösungswort, Beat Beispiel, Beispielstrasse 1, 9999 Exempelstadt • Per Postkarte: Senden Sie eine Postkarte (A-Post) mit Ihrem Lösungswort und Ihrer Adresse an MigrosMagazin, «FIFA 19», Postfach, 8099 Zürich • Online: migrosmagazin.ch/ wettbewerbe Einsendeschluss: 30. September 2018 Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Es erfolgt keine Barauszahlung, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Die Mitarbeitenden des MigrosGenossenschafts-Bundes sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Mehrfachteilnahmen sind nicht erlaubt und werden vom Wettbewerb ausgeschlossen. Preise, die nicht bis spätestens drei Monate nach Ziehung durch den Gewinner bezogen werden, verfallen ersatzlos.


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2. Wenn jemand hilfsbereit und menschlich ist, hat er ein grosses … O Gehirn

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So nehmen Sie teil: Tel: 0901 560 042 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD2, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS) Bsp.: MMD2 TASTSINN. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte: (A-Post): Migros-Magazin, Quiz, Postfach, 8074 Zürich Internet: www.migrosmagazin.ch/ wettbewerbe

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LEBEN | MM39, 24.9.2018  115

Gewinnen Sie eine von 5 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Sudoku

×5

5 × 100 Franken zu gewinnen

Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3 × 3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den blauen Feldern von links nach rechts.

Auflösung Nr. 38: 193

So nehmen Sie teil: Tel: 0901 560 044 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD4, gefolgt von der Lösungszahl, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS) Bsp.: MMD4 123. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte: (A-Post): Migros-Magazin, Sudoku, Postfach, 8074 Zürich Internet: www.migrosmagazin.ch/ wettbewerbe

Gewinner Nr. 37: Rebekka Kamradt, Thun BE; Alice Faillétaz, Lausanne; Ursula Knöri, Opfikon ZH; Catherine Steiner, La Chauxde-Fonds NE; Veronika Gradwohl, Hägendorf SO

Teilnahmeschluss: Sonntag, 30.9.2018, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

Bimaru

Brücken

Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

Jeder Kreis stellt eine Insel dar. Die Zahl darin gibt an, wie viele Brücken dort enden. Brücken sind nur zu horizontal oder vertikal benachbarten Inseln erlaubt. Diese dürfen mit einfachen oder doppelten Brücken verbunden werden. Am Schluss sollen alle Inseln miteinander verbunden sein. Verboten: Kreuzungen, diagonale Brücken und 3 3 5 4 mehr als zwei Linien

1

Auflösung 38:

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3

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Auflösung 38: 2

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3

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2 1 3

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© raetsel.ch 1311

© raetsel.ch 1312

Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des­Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 554 258 Ex. (WEMF 2017) Leserschaft: 2 358 000 (WEMF, MACH Basic 2017-2)

Adresse Redaktion und Business Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich Telefon: 058 577 12 12 redaktion@migrosmagazin.ch Herausgeber Migros-Genossenschafts-Bund

Publizistische Gesamtleitung Sarah Kreienbühl

Leitung Ressort Gesellschaft & Familie Yvonne Zurbrügg

Leitung Business Thomas Brügger Druck: DZZ Druckzentrum Zürich AG

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Abonnemente: Sonja Frick abo@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 00


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118  MM39, 24.9.2018 | LEBEN

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Mein Lieblingsprodukt «Nichts esse ich lieber als frischen Salat. Mein Liebling ist der ­saftige Eisbergsalat.»

Meine Welt

«Heute lebe ich zurückgezogen»

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Nach zwölf Jahren in Berlin ist «Electroboy» Florian Burkhardt ins ­überschaubare Bern gezogen, für ihn der ideale Ort für einen ­minimalistischen Lebensstil. Mit Hitproduzent Luk Zimmermann hat das ehemalige Model die Single «Ans Ende der Welt» aufgenommen. Text: Silja Kornacher Bilder: Franziska Frutiger


LEBEN | MM39, 24.9.2018  119

1 Mein Studio «Nach zehnjähriger Pause mache ich als Electroboy wieder Musik. Mit Lunik-Produzent Luk Zimmermann habe ich ein Album aufgenommen. ­Meine neue Single ‹Ans Ende der Welt› spielt mit den Elementen des Schlagers und der Neuen Deutschen Welle.» 2 Mein Begegnungsort «Mit meinem Exfreund Manh Nguyen (28) bin ich noch immer gut befreundet. Mit ihm und ­seiner Familie sitze ich gern im ‹Asia Halong›, dem Imbiss seiner Mutter.» 3

3 Mein Lieblingskuchen «Im ‹Apfelgold› gibt es den besten Kuchen der Stadt.

4

Name Florian Burkhardt aka Electroboy (44) Sternzeichen Fische Lebenslauf «Ich bin in der Innerschweiz in beengenden Familienverhältnissen aufgewachsen. Erst war ich Snowboardprofi, mit 21 ging ich nach Hollywood und erlangte Ruhm als internationales Topmodel. Später machte ich mir einen Namen als Party­veranstalter in Zürich. Mein ­Leben auf der Überholspur fand ein abruptes Ende in der psychiatrischen Klinik, als ich mit 27 Jahren an einer schweren Angststörung erkrankte. Noch heute habe ich damit zu kämpfen. Meine Biografie kam 2014 als Dokumentarfilm «Electroboy» auf die Kinoleinwand. Seither habe ich zwei Bücher herausgegeben und veröffentliche nun wieder Musik. Heute lebe ich zurückgezogen in Bern.» 5

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Hier schreibe ich an meinem dritten ­autobiografischen Roman.» 4 Mein Begleiter «Mops Hugo (11) ­gehörte meinem früheren Ehemann. Er ist die einzige Konstante in meinem ­Leben. Er ist zwar nicht mehr ganz so fit, aber für mich ist das tägliche Gassi­ gehen fast wie eine Therapie.» 5 Mein Zuhause «Seit der Trennung von meinem Freund wohne ich in einer Einzimmerwohnung. Mein Besitz ist aufs Mindeste reduziert – ich mag das. Die Lage der Wohnung ist ideal; von ihr aus kann ich alles zu Fuss machen.» 6 Mein Wohnzimmer «Jeden Morgen um sieben Uhr sitze ich im Café Sattler im Berner Länggassquartier. Ich bin fast schon zum lokalen Unikum geworden, mit den Mitarbeitern bin ich mittlerweile gut befreundet.»  MM


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