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Migros magazin 39 2014 d aa

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NR. 39, 22. SEPTEMBER 2014 www.migrosmagazin.ch

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Fremde Welten zum Entdecken E XT RA Nr. 39 | 22. Septe

Sie rufen, und die Stars kommen Nadja Schildknecht und Karl Spoerri sind die Gründer des Zurich Film Festivals. Was vor zehn Jahren klein begann, lockt heute die grossen Stars an die Limmat. I 16

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DIESE WOCHE 4 |

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INHALT

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NR. 39, 22. SEPTEMBER 2014 | MIGROS-MAGAZIN |

EDITORIAL Hans Schneeberger, Chefredaktor

Humanitäre Katastrophe Ein Politfantast? Vielleicht. Ein Sozialromantiker? Mag sein. Aber in erster Linie ist Philipp Ruch, der Schweizer Theaterregisseur, der mit seinen FlüchtlingsAktionen in Berlin für Furore sorgt, ein Mensch, der das Leid nicht ignorieren will (Seite 22). Das Elend der Millionen Syrer, die auf der Flucht sind. Er will Bewusstsein schaffen, will helfen, bewegen, Verständnis wecken.

Die Schweiz hat bisher 7000 Syrer aufgenommen, weitere 500 sollen bis Ende 2015 folgen. Natürlich kommen jetzt sofort die Argumente: «Wir können nicht die Probleme der ganzen Welt lösen», «Was ist mit all den Illegalen, die reinkommen?», «Jeder Flüchtling zieht zehn andere nach». Aber irgendwie verblassen sie vor dem Hintergrund dieser humanitären Katastrophe … Europa steht vor einer gewaltigen Herausforderung. Und die Situation ist viel komplexer als bei früheren Flüchtlingsdramen, als in erster Linie Menschen aus dem gleichen Kultur- und Religionsraum hierherdrängten. Die Mobilität ist grösser geworden, Schlepperbanden machen Geschäfte, und viele, die bereits hier sind, versuchen Angehörige nachzuholen, koste es, was es wolle. Die europäischen Staaten sind gefordert. Ob es da die richtige Taktik der Schweiz ist, sich mittels scharfer Initiativen, wie sie zurzeit die SVP plant, aus der Verantwortung zu nehmen? Irgendwann werden wir darauf eine Antwort an der Urne geben müssen. Aber was passiert in der Zwischenzeit?

hans.schneeberger@migrosmedien.ch

M-Infoline: Tel. 0848 84 0848* oder Fax 0041 44 277 20 09 (Ausland). www.migros.ch/kundendienst; www.migros.ch Cumulus: Tel. 0848 85 0848* oder +41 44 444 88 44 (Ausland). cumulus@migros.ch; www.migros.ch/cumulus Redaktion Migros-Magazin: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Tel. 058 577 12 12, Fax 058 577 12 08. redaktion@migrosmagazin.ch; www.migrosmagazin.ch * Normaltarif

110 | MEINE WELT «Die Schauspielschule war ein Akt der Rebellion»: Clownin Gardi Hutter gewährt Einblick in ihren Fundus und in ihr Privatleben.

MIGROS-WOCHE 6 | Aktuelles

MENSCHEN

10 | Frischekur für Schweizer «Jugis» Wellness, W-Lan, Designlounge: Die altbackenen Jugendherbergen haben sich zu modischen Hostels gewandelt. 14 | Waidmannsheil! Wissenswertes zur Jagdsaison. 16 | Zurich Film Festival Die ZFF-Gründer Nadja Schildknecht und Karl Spoerri über Highlights und Herausforderungen. 22 | Politisches Theater Regisseur Philipp Ruch rüttelt Menschen und Politiker auf. 29 | Kolumne: Der Hausmann.

AKTUELL

32 | Interview Migros-Präsident Andrea Broggini über die Migros der Zukunft. 37 | Preisbarometer

SCHAUFENSTER 38 | 41 | 42 | 45 | 47 | 49 | 50 | 65 | 67 | 69 | 71 |

Feine Bio-Meringues-Rezepte Aromareicher Kaffeegenuss Energie zu jeder Tageszeit Handgeflochtene Zöpfe Passion-Joghurts für Geniesser Süsse Verführungen von Choc Midor Captormania-Fans aufgepasst! Jetzt kommen die Königs-Clan-Joker Alles für die Kaffeepause Neu: Wasserenthärter von Total Der Haustier-Fotowettbewerb Fotografieren Sie Ihren Liebling und gewinnen Sie eine Kamera. Gut duftend durch den Tag

SAISONKÜCHE

72 | Schriftsteller Martin Walker Im idyllischen Périgord bereitet der Krimiautor eine mörderisch gute Tarte tatin mit roten Zwiebeln zu.

IHRE REGION

77 | Neues aus Ihrer Genossenschaft

Bilder: Claudio Bader, Inge Jucker, Esther Michel, Keystone, Infografik: Daniel Röttele

Der Bürgerkrieg in Syrien ist laut Uno-Flüchtlingshilfswerk «die schlimmste humanitäre Notsituation unserer Zeit». Und die schieren Zahlen könnten einen verzweifeln lassen: 9 von 23 Millionen Menschen sind auf der Flucht, 3 Millionen haben das Land bereits verlassen. Vor allem die Nachbarstaaten werden überrannt. Der Libanon, ein Land von der Grösse der Westschweiz, musste 1,12 Millionen Flüchtlinge aufnehmen. Das ist ein Viertel der Bevölkerung. In Jordanien kamen zu 6,5 Millionen Einwohnern seit Beginn des Krieges fast 700 000 Syrer dazu. In der Türkei sind es bald gegen eine Million.


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DIESE WOCHE

MIGROS-MAGAZIN | NR. 39, 22. SEPTEMBER 2014

INHALT | 5

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14 | MENSCHEN Grosse Infografik: Alles, was Sie schon immer über die Jagd wissen wollten – vom Steinbock bis zum Schweisshund.

32 | AKTUELL Welches Joghurt isst MigrosPräsident Andrea Broggini? Und wie denkt er über den Online-Handel und die gesellschaftliche Verantwortung der Detailhändlerin?

■ Ein Mal Business statt Holzklasse fliegen? Die Fluggesellschaft Swiss hat die Tarife in der Businessklasse massiv gesenkt. Für Frühbucher ist das hochklassige Erlebnis auf Langstreckenflügen für weniger als 2500 Franken pro Person zu haben. Mehr zum Thema: www.migrosmagazin.ch/wildswelt ■ Herbstliche Reiseideen

82 | REISEN Als sei ein Riese mit dem Rechen durch die Landschaft gefahren: Eine Reise durch die Weinberge der Südsteiermark verwöhnt Augen und Gaumen.

LEBEN

82 | Reisen Natur und gutgelaunte Menschen: Die Südsteiermark ist ein Paradies für Geniesser. 90 | In Form: Wenn das Baby mit einem Herzfehler zur Welt kommt. 95 | Digital: Schärfer fernsehen dank OLED-Bildschirm. 96 | Auto: Familie Odermatt hat den Mazda 3 getestet – und danach gleich einen bestellt.

MEINE WELT

110 | Gardi Hutter Die Clownin über Selbstzweifel, Tabuthemen, das Leben auf dem Land und ihr neues Musical.

■ Moderne «Jugis» Fredi Gmür ist CEO der Jugendherbergen. Im Interview verrät er, warum nicht nur Junge dort übernachten und wer die grössten Konkurrenten sind.

Das Val Piora TI (Bild), der Creux du Van NE oder das Kastanienfestival im Bergell GR: Ideen für einen goldenen Herbst.

■ In der Dose Eltern fällt es schwer, mit ihren Kindern über den Tod zu reden. «Mamma mia!»-Kolumnistin Bettina Leinenbach findet es einfacher als gedacht.

■ MacGyver, Bonanza und ... Im Videointerview verraten Nadja Schildknecht und Karl Spoerri, Gründer des Zurich Film Festivals, ihre Lieblingsserien und -filme.

■ Uralter Herzfehler Das hypoplastische Linksherzsyndrom (siehe Seite 90) ist kein neues Phänomen. Es wurde bei einer 6500 Jahre alten Mumie diagnostiziert.

RUBRIKEN

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MIGROS-WOCHE 6 |

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AKTUELLES

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NR. 39, 22. SEPTEMBER 2014 | MIGROS-MAGAZIN |

Genuss ohne Risiken

Die Migros bietet neu in ihren Restaurants und Take-Aways Gerichte und Produkte für Allergiker an.

I

n der Schweiz sind rund 20 Prozent der Bevölkerung von einer Nahrungsmittelallergie oder -intoleranz betroffen. Besonders weit verbreitet sind Glutenund Milchzuckerunverträglichkeiten. Für Allergiker ist es oft schwierig, auswärts zu essen, da ein entsprechendes Angebot in vielen Gastronomiebetrieben fehlt. Ab Oktober nun finden Allergiker neu in 40 verschiedenen Migros-Restaurants und Take-Aways in der ganzen Schweiz gluten- und laktosefreie Menüs, Sandwiches, Brötchen, Kuchen, Müesli sowie Salatsaucen und Milch. «Die Migros verhilft den Betroffenen damit zu mehr Lebensqualität»,

sagt Georg Schäppi, Geschäftsleiter der Stiftung aha! Allergiezentrum Schweiz. Bereits heute bietet die Migros den Betroffenen ein breites Allergiker-Sortiment an – und verspricht im Rahmen von Generation M, dieses bis 2016 um einen Drittel auszubauen. Unabhängig davon zieht nun die Migros-Gastronomie nach: «Bei uns haben sich in den letzten Jahren vermehrt Kunden gemeldet und Allergikermenüs und Allergikerprodukte gewünscht», sagt Sandro Bedin, Leiter FoodEntwicklung Gastronomie beim Migros-Genossenschafts-Bund. «Diesem Bedürfnis werden wir jetzt gerecht.» CP

In Migros-Restaurants können Allergiker bedenkenlos zugreifen.

FRISCH IN DER MIGROS

Süss kombiniert

Wildes aus der Region

Die Jagd auf herrliche Wildspezialitäten im Migros-Supermarkt ist eröffnet! Gourmets und Wildliebhaber pirschen sich jetzt wieder an die bedienten Fleischtheken und Selbstbedienungsregale, um sich mit aromatischem und frischem Wild zu versorgen. Die Migros Aare hat auch die besten Stücke vom Damhirsch mit dem Label «Aus der Region. Für die Region.» im Sortiment. Das qualitätsgeprüfte Fleisch ist fettarm und eiweissreich. Es ist zart im Geschmack und eignet sich bestens für eine cholesterinarme Ernährung. Das Fachpersonal an der bedienten Fleischtheke gibt gerne Zubereitungstipps.

Bilder: Keystone, bugnplay.ch

REGION AARE

Da Birnen einen geringeren Säuregehalt als Äpfel aufweisen, schmecken sie süsslicher und harmonieren zuammen mit kräftigem Käse wie Roquefort besonders gut. Während der Wildsaison sind die Früchte halbiert, in etwas Port- oder in Rotwein aufgekocht und mit Preiselbeeren garniert ein absolutes Must zu Wildspezialitäten. Übrigens je länger die Birnenhälften im Sud liegen, umso kräftiger wird die Farbe.


MIGROS-WOCHE AKTUELLES | 7

Gesucht: Junge Düsentriebs

Handy und Internet können nicht nur zum SMSSchreiben und Surfen genutzt werden. Bugnplay ermuntert Kinder und Jugendliche, kreativ mit den neuen Medien umzugehen. Das Migros-Kulturprozent schreibt den Medien- und Roboterwettbewerb nun bereits zum neunten Mal aus. Die Teilnehmer bauen Roboter, drehen Trickfilme oder erschaffen digitale Kunstwerke. Die besten Ideen honoriert das MigrosKulturprozent mit Barpreisen bis zu 1000 Franken. Der kreative Umgang mit den neuen Medien trifft den Nerv der Zeit: Vergangenes Jahr haben insgesamt 163 Kinder und Jugendliche aus der ganzen Schweiz 88 Projekte eingereicht. Einer von ihnen war der neunjährige Finn (Bild).

Mehr Infos: www.bugnplay.ch

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FORUM

MIGROS-MAGAZIN | NR. 39, 22. SEPTEMBER 2014

LESERBRIEFE | 9

MM 38: «Golfplatz ohne Handicap». Artikel zum Thema Golfplatz als Gewinn für die Natur.

MM 38: «Eine Kasse für alle?». Artikel über die wichtigsten Fragen und Antworten zur Einheitskasse.

«Für Landverschleiss ist die Schweiz zu klein»

«Warum ein gutes System verschlechtern?»

 Wieso baut die Migros einen Golfpark nach dem anderen? Als Landwirtin bin ich gegen den sinnlosen Verbrauch von Kulturland, auf dem Nahrungsmittel angebaut werden können. Der grosse Anteil an ökologischer Ausgleichsfläche bei einem Golfplatz dient gerne als Pro-Golf-Argument. Neben Landwirten sind aber auch Grüne, WWF und Pro Natura gegen den geplanten Golfpark in Wädenswil ZH. Für einen solchen Landverschleiss ist die Schweiz einfach zu klein. Sandy Bossert, 8820 Wädenswil

 Als leidenschaftliche Golferin werde ich immer wieder mit dem Vorurteil konfrontiert, dass Golfplätze eine Verschwendung von Land und eine Verschandelung der Landschaft seien. Und das von Menschen, die noch nie auf einem Golfplatz waren. Ich staune immer wieder, was für seltene Pflanzen und Tiere es da zu entdecken gibt. Vor einigen Wochen haben wir sogar an einem Wasserhindernis einen Biber entdeckt, der sich gemütlich geputzt hat. Franziska-Ajischa (via Facebook)

 Höhere Krankenkassenprämien bewegen in diesen Wochen einmal mehr die Gemüter. Das ist verständlich. Die steigenden Prämien sind jedoch Folge von Arzt-, Spital und Medikamentenpreisen sowie teilweise der Begehrlichkeiten von uns Patienten. Wie wollen die – vorwiegend linken – Befürworter der Einheitskasse diese Kosten senken? Sie werden Leistungen, die heute von der Zusatzversicherung bezahlt werden, in die Grundversicherung packen. Warum wollen gewisse Leute gute, bewährte Schweizer Errungenschaften leichtfertig verspielen? Bruno Fäh, 6340 Baar

Schreiben Sie uns: Wir freuen uns über Briefe und Mails zu Artikeln im Migros-Magazin. Je kürzer Ihr Brief, desto grösser die Chance, dass er veröffentlicht wird. Zuschriften können durch die Redaktion gekürzt werden. Per Post an Redaktion Migros-Magazin, Leserbriefe, Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, oder per Mail an leserbriefe@migrosmagazin.ch. Und vergessen Sie bitte nicht, Ihre Adresse und Ihre Telefonnummer anzugeben. Anzeige

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JUGENDHERBERGEN

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NR. 39, 22. SEPTEMBER 2014 | MIGROS-MAGAZIN |

Ein Restaurant, modernes Design und viel Licht: Das Angebot der gut zwei Jahre alten Jugendherberge in Interlaken unterscheidet sich optisch nicht mehr stark von einem Hotel.

Frischer Wind in den

Premiere: Am 5. September eröffnete in Saas-Fee die weltweit erste Wellnessvergangener Tage abgelegt haben. Die modischen Hostels sind eine Antwort des

I

ndisches Pouletcurry mit Saisongemüse und Parfümreis, Spargel-Tomatenrisotto mit Rucola und gebratenem Broccoli oder Rindsfiletstreifen Teriyaki mit Ingwer und marktfrischem Gemüse: Die Menüauswahl – notabene zu Preisen zwischen 12.50 und 26.50 Franken – gehört nicht zu einer Trendbeiz in einer Schweizer Grossstadt. Sie ist Teil des kulinarischen Angebots der Jugendher-

berge Interlaken BE, die vom internationalen Jugendherbergen-Netzwerk Hostelling International als «Best Hostel 2013» ausgezeichnet wurde.

Viele asiatische Touristen in der Jugendherberge von Interlaken Beim Besuch an einem Montagabend ist das Restaurant etwas verwaist. Eine Handvoll Asiaten spielt mit ihren Smart-

phones. Ein junges Paar aus Fernost hat eine Nudelsuppe im Plastikbecher mitgebracht. Während sich an der Rezep– tion abends um 20 Uhr eine Schlange fürs Check-in bildet, lesen die auffallend jungen Gäste in der Lounge gleich daneben dank kostenlosem Wi-Fi Mails auf ihren Tablets. Die Doppelzimmer mit Dusche/WC und Aussicht auf die Aare und den Inter-


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MENSCHEN

MIGROS-MAGAZIN | NR. 39, 22. SEPTEMBER 2014

JUGENDHERBERGEN | 11

Industriechic in Interlaken BE Die Jugendherberge Interlaken beim Bahnhof Ost hat am 5. Mai 2014 ihr zweijähriges Bestehen gefeiert.

Ueli Zürcher: «Unsere Doppelzimmer sind immer als Erste ausverkauft.»

Zimmer: 60, davon 18 Doppelzimmer. Maximal 220 Gäste. Preise: Ab 37.30 Franken pro Person im Sechsbett­ zimmer mit Etagendusche inklusive Frühstücksbuffet, Bettwäsche und Taxen. Zweibettzimmer mit Dusche/ WC 128.60 Franken pro Person. Tipp: Doppelzimmer mit Terrasse buchen. Sie sind nur 4 Franken teurer. Besonderes: Viele asiatische Gäste, Rucksacktouris­ ten, aber auch solche mit Rollkoffer. Infos: www.youthhostel.ch/de/hostels/interlaken

Schweizer «Jugis»

Jugendherberge. Sie steht für den Wandel bei den «Jugis», die den Mief Tourismusstandorts Schweiz auf die oft kritisierten hohen Preise. lakner Hausberg Harder sind nur mit dem Nötigsten eingerichtet: zwei relativ schmale Betten, zwei Nachttische, zwei Lampen, ein kleiner, viereckiger Schreibtisch mit einem Hocker, ein Kleiderschrank. Wer im «Jugi»-Zimmer einen Fernseher oder eine Minibar erwartet, sollte ins Hotel wechseln. Das saubere Holzparkett sorgt für ein behagliches Wohngefühl. Die Doppelzimmer

sind beliebt, Massenschläge in «Jugis» weit weniger. Das bestätigt Ueli Zürcher (48), Betriebsleiter in Interlaken: «Gefragt sind kleinere Zimmereinheiten. Die Doppelzimmer sind immer zuerst ausgebucht. Uns besuchen auch Familien, die sich ein Vier-Sterne-Hotel leisten könnten, aber lieber bei uns übernachten, weil hier die Kinder herumrennen dürfen.» Zum Angebot gehören sogar

Zimmer mit einer grosszügigen Privatterrasse. Interlaken ist eine von 52 Schweizer Jugendherbergen, die sich in die Kategorien «Simple», «Classic» und «Top» unterteilen. «Top» heisst: moderne Architektur und private Zimmer. Auch «Top» ist Gstaad BE, die als 52. «Jugi» Anfang Juni mit 158 Betten eröffnete – als moderne Interpretation klassischer Saanenländer Chalets.


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JUGENDHERBERGEN

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NR. 39, 22. SEPTEMBER 2014 | MIGROS-MAGAZIN |

Riesiger Holzbau in den Alpen Etwas versteckt am Waldrand, am südlichen Ufer des St. Moritzersees befindet sich die «Jugi» von St. Moritz-Bad GR. Zimmer: 306 Betten. Preise: Ab 36 Franken pro Person im Vierbettzimmer. Ein Doppelzimmer mit Dusche/WC kostet ab 77 Franken pro Person. Tipp: Nur 400 Meter von der «Jugi» entfernt ist das neue Bad von St. Moritz. Besonderes: Dach mit Solaranlage. Ganzjahresbetrieb. Stilvolle Lobby mit TV, Bar und Lounge. Infos: www.youthhostel.ch/de/hostels/ st-moritz

Roland Fischer: «Bei uns fühlen sich Gäste wohl, die es gern unkomplizierter haben als im Hotel.»

Der Speisesaal wurde zum Fondue- und Raclettestübli umfunktioniert. Die Lobby der Jugendherberge in St. Moritz erinnert an ein Designhotel, was man von den Mehrbettzimmern nicht behaupten kann.

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MIGROS-MAGAZIN | NR. 39, 22. SEPTEMBER 2014 |

JUGENDHERBERGEN | 13

In Richterswil übernachtet der Gast in einer ehemaligen Seidenfabrik.

Historisches Haus am Zürichsee Die Jugendherberge Richterswil ZH befindet sich in einer ehemaligen Seidenfabrik, direkt am Zürichsee und ist umgeben von einem grossen Park. Zimmer: 15 Zweibett-, 11 Vierbett- und ein Sechsbettzimmer. Preise: Ab 37 Franken pro Person im Mehrbettzimmer, ab 99 Franken pro Person im Doppelzimmer inklusive Frühstücksbuffet. Tipp: Abendessen ab 17.50 Franken. Besonderes: Rollstuhlgängiges Gebäude. Infos: www.youthhostel.ch/richterswil

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Daniel Walser: «Ferien für Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen.»

In der Jugendherberge in Richterswil übernachten nicht nur Touristen, sondern auch Handwerker, die auf Montage sind.

Wie der Neubau in Interlaken erfüllt der jüngste «Jugi»-Zuwachs die höchsten ökologischen MinergieStandards.

Eine Weltpremiere in Saas Fee: erstes Wellness-Hostel In diesem für die Non-Profit-Organisation speziellen Jahr – 2014 feiern die Schweizer Jugendherbergen ihren 90. Geburtstag – erfolgte mit der Eröffnung des Wellness-Hostels in Saas-Fee VS ein weiterer Meilenstein. Es ist das erste Hostel weltweit, das über ein eigenes Sport- und Wellnesszentrum verfügt. 168 Betten stehen zur Auswahl. Die neuesten Schweizer «Jugis» sind exemplarisch für die Entwicklung: Der Mief vergangener Tage ist weg. Heute weht ein moderner Zeitgeist durch die Unterkünfte. Das zeigen auch die stark variierenden Preise. In St. Moritz beispielsweise, das wie Saas-Fee ebenfalls «Top» klassifiziert ist, kostet eine Nacht im Doppelzimmer mit Dusche/WC im Winter 97 Franken pro Person. Betriebsleiter Roland Fischer (48) sagt: «Die neue Generation unserer Familienzimmer entspricht einem Drei-Sterne-Hotel. Unser PreisLeistungs-Verhältnis ist für St. Moritz extrem gut.» Die «Jugi» gehört mit ihren 306 Betten zu den grössten Anbietern im Engadin und ist – im Gegensatz zu den meisten Betrieben vor Ort – das ganze Jahr geöffnet. In der Lobby steht ein Fernseher neben einer Bar und einer Lounge. Im Cheminée lodert ein Feuer. Die Materialien er-

innern an ein Designhotel. Ein Speisesaal wurde letztes Jahr zum Fondue- und Raclettestübli umfunktioniert. Das Prinzip der Jugendherbergen gilt auch hier: Die Zimmer sind zum Übernachten, in den Aufenthaltsräumen trifft man sich zum Diskutieren, Tischtennisspielen oder Surfen im Internet. «Gerade im Sommer übernachten bei uns viele Sportler. Hier fühlen sich Gäste wohl, die es gern unkomplizierter als in einem Hotel haben», sagt Fischer.

Der Betriebsleiter wohnt während der Saison in der «Jugi» Zu «Classic» (günstig und gut) zählt der Standort Richterswil am Zürichsee. Dort bezahlt man für ein Bett im Viererzimmer 37 Franken pro Nacht. «Classic» heisst aber auch: Dusche und WC befinden sich auf der Etage und nicht im Zimmer. «Wir ermöglichen Ferien für Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen», sagt Betriebsleiter Daniel Walser (40), der während der Saison selbst in der «Jugi» wohnt. In Richterswil übernachten viele Familien, Angehörige von Behindertenheimen, da das Haus rollstuhlgängig ist, aber auch Einzelreisende oder Handwerker, die für eine Arbeit gleich mehrere Tage eine Bleibe suchen. Die ehemalige Seidenfabrik steht nur ein paar Meter vom See und der öffentlichen Badi entfernt. Das Beizli im grosszügigen Park bietet saisonale Gerichte, Glace und Getränke an. Da kommt schnell Ferienstimmung auf. Texte: Reto E. Wild Bilder: Michael Sieber

www.migrosmagazin.ch

Bilder: Reto E. Wild, PD

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Die Zimmer sind einfach und zweckmässig. Dusche und Toilette befinden sich auf der Etage.

«Das Preisdumping ist unsere grösste Konkurrenz» Fredi Gmür (55), seit 1996 CEO der Schweizer Jugendherbergen, verrät im Interview seine Lieblingsjugendherberge. Er erklärt, wie sich die Gäste gewandelt haben, kennt die grössten Konkurrenten der «Jugis», weiss, welche Trends die Zukunft im Low-Budget-Bereich bringt und weshalb in Saas-Fee die weltweit erste Wellness-Jugendherberge eröffnet wurde.


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JAGD

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NR. 39, 22. SEPTEMBER 2014 | MIGROS-MAGAZIN |

Waidmannsheil! Obschon sie nur ein paar Wochen dauert, ist die Jagdsaison für Jäger das Highlight des Jahres.

Rehe: 41 973

HUFTIERE

Text und Recherche: Dora Horvath, Infografik: Daniel Röttele

Wildschweine: 5741

Schäden durch Wildschweine: Aargau stark betroffen Wildschweinschäden im Kanton Aargau, in Franken 800 000 700 000 600 000 500 000 400 000 300 000 200 000 100 000 0

1993

2003

2013

Wildschweine sind nicht nur saumässig clever, sondern vermehren sich auch rapide. Die Allesfresser sind schwierig zu jagen, da sie sehr gut hören und riechen. Zudem lernen sie, in welchen Gebieten es für sie gefährlich ist. Kommen sie auf der Suche nach Essbarem vom Wald auf die Felder, so richten sie mit ihren Eckzähnen erhebliche Schäden an. Im Aargau sorgt das für Zündstoff zwischen Bauern und Jägern.

Rothirsche: 10 411

Gämsen: 12 227

Dachse: 2715

20 000 18 000

Rotfüchse: 25 135

16 000

Kantonaler Vergleich: Bündner und Berner schiessen die meisten Tiere

14 000

Erlegte Tiere nach Kanton, Jagdjahr 2013

12 000 10 000

RAUBTIERE

8000

Steinmarder: 1218

6000

Baummarder: 107

4000 2000 0

GR

BE

AG

ZH

VS

SG

LU

Quellen: Eidgenössische Jagdstatistik, BAFU, JagdSchweiz

TI

TG

SO

FR

VD

SZ

BL

JU

SH

ZG

GL

UR

AR

* Neozoa = vom Menschen eingeführte Tiere wie z. B. Sikahirsch, Bisamratte oder Rostgans

OW

NE

NW

** Jagdverbot seit 1974

AI

BS

GE**


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Welche Tiere in der Schweiz vor der Jagd geschützt sind Um die Artenvielfalt zu erhalten, sind viele Tiere in der Schweiz vor Jagd geschützt. Dennoch können geschützte Tiere unter besonderen Umständen von den Behörden zum Abschuss freigegeben werden. So wurde der Bär M13 am 19. 2. 2013 im Puschlav GR erlegt, da er angeblich Menschen gefährdet hatte. Auch Steinböcke sind geschützt. Sie leben in stabilen Populationen, die genau beobachtet werden. Jährlich wird eine bestimmte Anzahl Tiere für die Jäger zum Abschuss freigegeben, damit die Zahl des Steinwilds nicht weiter ansteigt. Steinböcke respektive die Trophäen sind bei Jägern sehr begehrt.

Rabenvögel: 12 455

VÖGEL

vor Jagd geschützte Tiere

Haustauben: 4041

Kormorane: 1074

Türkentauben: 135

Hühnervögel: 860

Enten: 6010 Waldschnepfen: 1666 Haubentaucher: 75

Ringeltauben: 1020

Blässhühner: 518

Neozoa*: 86

Feldhasen: 1866 Alpenmurmeltiere: 6448

Schneehasen: 1195 Wildkaninchen: 5

Reh, Fuchs und Co.: Diese Tiere wurden letztes Jahr erlegt

DIVERSE SÄUGETIERE

Neozoa*: 165

Abschüsse/Spezialabschüsse im Jagdjahr 2013

1046 | Steinbock Fischotter 0 | Hermelin/Mauswiesel 0 | Bär 0 | Iltis 1 | Luchs 1 | Wolf 2 | Biber 1 | 0 | Eichhörnchen Auerhuhn 0 | Bekassine (Schnepfenart) 0 | Gänsesäger 47 | Graugans 9 | 39 | Graureiher Haselhuhn 0 | 18 | Höckerschwan Rackelhuhn 0 | 0 | Rebhuhn Saatkrähe 23 | Steinadler 0 | 0 | Steinhuhn übrige Schnepfen 0 | Wachtel 0 | Weisskopfmöwe 0 | weitere Greifvögel und Eulen 12 | Wildtaube 0 | keine Daten verfügbar | Wildgans

In der Schweiz jagdbare Tiere, die im Jagdjahr 2013 erlegt wurden.

Die Jagdhunde

Aktive Jäger in der Schweiz Jahr 2013

Frauen: 1500

Männer: 28 500

Stöberhunde suchen selbständig im unübersichtlichen Gelände nach Wild. Sie treiben es bellend auf die wartenden Jäger zu. Vorstehhunde zeigen dem Jäger, dass sie Wild gefunden haben. Sie verfolgen und scheuchen das Wild aber nicht selber auf. Apportierhunde suchen das erlegte Wild, vor allem Flugwild, und bringen es dem Jäger. Schweisshunde suchen nach blutendem, verletztem Wild. «Schweissen» heisst in der Jägersprache «bluten». Erdhunde werden bei der Baujagd eingesetzt. Sie können Füchse, Dachse oder Kaninchen durch Bellen aus dem Bau locken. Jagende Hunde (Bracken) werden eingesetzt, um das Wild zu finden und dem Jäger zuzutreiben.


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ZURICH FILM FESTIVAL

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NR. 39, 22. SEPTEMBER 2014 | MIGROS-MAGAZIN |

«Wir haben ein gutes Gefühl für neue Talente»

Nach zehn Jahren hat sich das Zurich Film Festival in der Schweiz etabliert. Die Gründer Nadja Schildknecht und Karl Spoerri über bescheidene Anfänge, laute Kritik, den Vergleich mit anderen Festivals und die Herausforderung, Filmstars nach Zürich zu locken.

Spoerri: Man denkt ja in der Regel nicht so weit voraus, wenn man etwas Neues anfängt, aber letztlich geht jedes Startup davon aus, dass es funktionieren wird, sonst versucht man es gar nicht erst. Schildknecht: Wir hatten von Anfang an eine Vision, aber wussten natürlich nicht, ob und wie weit sie sich realisieren lässt. Wie sah denn diese Vision aus? Filmfestivals gabs ja doch schon recht viele.

Spoerri: Zürich ist eine perfekte Stadt für ein Filmfestival … Schildknecht: … es hat die grösste Kinodichte Europas, eine perfekte Infrastruktur, fast die ganze Schweizer Filmbranche ist hier vertreten … Spoerri: … und trotzdem gab es kein Festival. Das wollten wir ändern.

Die ZFFGründer

Nadja Schildknecht (41) und Karl Spoerri (41) sind die Ko-Direktoren von Spoundation Motion Picture, das hinter dem Zurich Film Festival steckt. Schildknecht wurde bekannt als internationales Model, Spoerri hatte früher eine Talentagentur. Sie lebt in Küsnacht ZH und hat einen Sohn. Er lebt in Rüschlikon ZH.

Am Anfang kamen gerade aus Branchen- und Kritikerkreisen viele Unkenrufe. Was, noch ein Filmfestival? Die bringen ja nur Stars und Mainstreamfilme … Wie war das für Sie?

Warum gab es denn bisher keins?

Schildknecht: Aus politischen Gründen, aber das wussten wir damals nicht. Spoerri: Die Hintergründe realisierten wir erst, als wir mit der Planung schon recht weit waren. Das Filmfestival von Locarno war nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst als Touristenattraktion gegründet worden, hinzu kamen später die Festivals in Solothurn, Nyon, Freiburg etc. Und es entstand ein Konsens in der Branche: Zürich braucht nicht auch noch ein Filmfestival. Deshalb traute sich niemand so recht ran. Aber wir sind

Vertreter einer neuen Generation und sind deshalb wohl unvoreingenommener an die Sache gegangen. Schildknecht: Wir waren auch nicht so involviert in das filmpolitische Geschehen und sind deshalb mit einer gewissen Naivität und weniger Hemmungen vorgegangen. Frühere Versuche waren meist schon ganz am Anfang von der Stadt Zürich abgeblockt worden, weil man andere Festivalstädte nicht konkurrenzieren wollte. Meist scheiterte es deshalb an der Finanzierung, oder man traute sich gar nicht erst auf dieses Eisfeld. Als wir bemerkt haben, wie schwierig es wird, waren wir schon weit draussen auf dem Feld (lacht). Im Nachhinein können wir sagen: Die vielen Hürden waren gut, sie haben uns und das Festival stärker gemacht.

Einer der ersten grossen ZFF-Preisträger: Action-Star Sylvester Stallone.

Schildknecht: Dabei hatten wir zu Beginn fast keine Mainstreamfilme. Man hat uns schnell in eine Schublade gesteckt, ohne richtig hinzusehen. Spoerri: Das war schon irritierend, aber man kann in solchen Situationen nicht viel tun – nur versuchen, die Kritiker Lügen zu strafen. Schildknecht: Heute gehören einige der grössten Kritiker von damals zu den eifrigsten Befürwortern des Festivals. Aber wir mussten uns das erarbeiten. Damals wurden wir vielfach belächelt

und grundsätzlich angezweifelt. Das ist vorbei, denke ich. Wird heute fairer kritisiert?

Spoerri: Es wird noch immer gern das Haar in der Suppe gesucht und damit das Gesamte runtergezogen. So etwas ärgert uns schon, besonders wenn es Spitzfindigkeiten sind. Schildknecht: Aber natürlich gab und gibt es auch berechtigte Kritik, auf die wir mit Anpassungen reagiert und die uns auch weitergebracht haben. Unser Ziel sind zufriedene Zuschauer und das Festival weiterzuentwickeln. Spoerri: Bis jetzt ist uns dieses organische Wachstum ganz gut gelungen. Wir haben klein und mit wenig Geld und Publikum angefangen und sind graduell immer etwas grösser geworden. So soll es auch weitergehen. Wie bedeutend ist das ZFF heute auf der Karte der internationalen Filmfestivals?

Spoerri: Wir sind ein klassisches Herbstfestival, die fangen in Venedig an, dann kommen Toronto, San Sebastian, Zürich und London. Die Verleiher und Produzenten kennen und schätzen uns inzwischen. Aber klar, Venedig und Toronto haben einen anderen, höheren Stellenwert als wir, die gibt es auch schon deutlich länger. Was ein grosser Vorteil für uns ist: Wir werden als Festival wahrgenommen, das den ganzen deutschsprachigen Raum abdeckt – das erhöht unsere Chancen, interessante Europapremieren zu bekommen.

Bilder: Christian Schnur, Keystone

Zehn Jahre ZFF – hätten Sie das gedacht, als Sie 2005 damit losgelegt haben?


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«Einige der grössten Kritiker von damals gehören heute zu den eifrigsten Befürwortern.»

Nadja Schildknecht und Karl Spoerri entwickelten 2004 die ersten Ideen für ihr neues Filmfestival.

Sean Penn holte sich 2011 den Golden Icon Award in Zürich ab.

Betrachten Sie irgendein Festival als direkte Konkurrenz, mit der Sie auch um Premieren und Stars rivalisieren?

2012 beehrten Richard Gere und Susan Sarandon das ZFF.

Spoerri: Das London Film Festival, das nach uns im Oktober stattfindet. Die ja­ gen uns immer wieder Filme ab, weil sie oft darauf bestehen, dass ein neuer Film bei ihnen als Europapremiere läuft. Aber manchmal gelingt es uns auch, Produ­ zenten und Verkäufer zu überzeugen, dass der Film bei uns besser platziert ist. London allerdings ist mit Abstand die wichtigste Filmstadt in Europa und ein wichtiger Markt – es braucht also gute Argumente. Schildknecht: Unsere grosse Stärke ist die Stadt Zürich, die nicht nur an sich attraktiv, sondern auch innerhalb Euro­ pas ideal gelegen ist. Sie ist klein genug, dass die Gäste von einem zum anderen Aufführungsort gehen können, das gibt dem Festival einen sehr persön­ lichen Charakter. Es macht sogar die Stars nahbarer als üblich. Was zeichnet das ZFF Ihrer Meinung nach inhaltlich aus?

Spoerri: Wir haben ein gutes Gefühl für neue Talente und Entwicklungen. Am ZFF laufen immer wieder Werke, die später für Furore sorgen, zum Beispiel «Prisoners» mit Hugh Jackman 2013. Wie ist das Verhältnis zu Locarno, sieht man sich gegenseitig als Konkurrenz?

Schildknecht: Dieses Konkurrenzver­ hältnis ist uns zu Beginn aufgedrängt worden, aber nach zehn Jahren kann man sagen, dass beide Festivals gut ne­

beneinander Platz haben. Locarno hat die Sommerfilme, wir konzentrieren uns auf die Herbsttitel. Locarno fokussiert auch mehr auf ArthouseFilme als das ZFF, oder?

Spoerri: Wir suchen nach Filmen mit einer eigenen Handschrift, die aber auch die Chance haben, ein Publikum zu fin­ den. Eine gute Programmation bietet dem Publikum eine reiche Auswahl an, ohne dabei beliebig zu wirken. Wir zeigen auch viele kleine, unabhängige Produktionen – nur ist die Medien­ berichterstattung meist auf die grossen fokussiert, was den Mainstream­Ein­ druck verstärkt. Haben Sie die Ziele erreicht, die Sie sich vor zehn Jahren gesetzt haben?

Schildknecht: Eines unserer Ziele war, dass die Stadt während des Festivals ins Kinofieber gerät, und das ist heute durchaus der Fall. Und dass wir mal so grosse Stars nach Zürich holen können, wagten wir damals nicht zu hoffen. Da­ von haben wir höchstens geträumt. Das war ja rasch ein Markenzeichen des ZFF, echte Filmstars nach Zürich zu locken. Wie haben Sie das gemacht? Läuft so etwas einfach über Preise? Einer der ersten Prämierten war ja Sylvester Stallone, nicht eben bekannt für herausragend künstlerische Werke.

Spoerri: Das war natürlich eine ideale Kritikerprovokation, die uns sehr viel Medienaufmerksamkeit beschert hat – etwas Besseres kann einem jungen Festi­ val gar nicht passieren.


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ZURICH FILM FESTIVAL

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«Selbst für ein etabliertes Festival ist es schwierig, grosse Stars zu bekommen.» Vor zwei Jahren stellte Helen Hunt in Zürich ihren neuen Film «The Sessions» vor.

War es zu Beginn einfacher, jemanden wie Stallone anzulocken, als einen Superstar wie Harrison Ford, der letztes Jahr zu Gast war?

Spoerri: Stallone ist ein grosser Name und schwierig zu bekommen. Schildknecht: Es ist generell schwierig, Stars – oder wie ich sie lieber nenne: Persönlichkeiten – zu bekommen, selbst für ein etabliertes Festival. Grundsätz­ lich sind die Chancen grösser, wenn er oder sie gleich noch einen neuen Film präsentieren kann und Positives vom Festival gehört hat. Aber auch dann bleibt es schwierig, denn oft sind die in­ teressanten Personen vielbeschäftigt, und manchmal können wir sie uns auch schlicht nicht leisten. Was kostet denn so ein Star?

Schildknecht: Es ist nicht so, dass er kostet, sondern die ganze Organisation rundherum. Und da sind die Bedürfnisse extrem unterschiedlich. Wenn der Star auf Promotionstour in verschiedenen Städten stoppt, geht das eher, denn so können sich die verschiedenen Organi­ sationen die Kosten teilen. Wenn man jemanden wie Harrison Ford einladen will, muss man sich da durch eine Armada von PR-Leuten kämpfen, oder wie läuft das normalerweise?

145 Filme aus 29 Ländern Das Zurich Film Festi­ val zeigt ab 25. Sep­ tember elf Tage lang 145 Filme aus 29 Län­ dern – darunter 14 aus der Schweiz. 17 Filme sind Weltpre­ mieren, 49 Erstlings­ werke. Eröffnen wird das Festival Bundes­ rätin Simonetta Sommaruga. Zum internationalen Star­ aufgebot gehören der Filmkomponist Hans Zimmer, die Darstel­ ler Liam Neeson, Diane Keaton, Cate Blanchett und An­ tonio Banderas sowie Regisseur Ulrich Seidl. Neu werden dieses Jahr auch TV­Serien gezeigt. http://zff.com

Spoerri: Nein, nur wenige Personen sind entscheidend. Sehr wichtig sind der persönliche Presseagent des Stars sowie der Agent, der dessen neuen Film be­ treut. Nicht zu unterschätzen ist auch der lokale Verleiher. Wenn dieser den Film hier nicht zeigen will, dann klappt es ohnehin nicht. Schildknecht: Wenn der Star dann zu­ gesagt hat, bekommt man es aber durch­ aus noch mit ein paar Leuten mehr zu tun. Plötzlich tauchen sieben Assisten­ ten mit diversen Ansprüchen auf, das kann dann für das Gästemanagement schon kompliziert werden.

management war sehr schwierig; wir waren ein kleines Team und eigentlich fast schon mit dem Festival an sich über­ fordert, geschweige denn mit so was. Es war jedenfalls eine Erfahrung, die ich keinem wünsche – sicher einer der schwierigsten Momente in den zehn Jahren ZFF.

Wie pflegeleicht sind denn die Stars? Gibt es manchmal auch schwierige Fälle?

Was sagen Sie zur neusten Polanski-Affäre am Filmfestival in Locarno? Am Ende war die Kritik an seiner Einladung so gross, dass er absagte.

Spoerri: Bisher nicht. Schildknecht: Je grösser der Star, desto professioneller verhält er sich. Oft sind jene die komplizierten Fälle, die es noch nicht ganz geschafft haben. Weltweit Schlagzeilen machte das ZFF mit Ehrengast Roman Polanski, der 2009 bei der Einreise zum Festival verhaftet worden war. Wie war Ihre erste Reaktion?

Schildknecht: Das war ein Gefühl, das man gar nicht beschreiben kann. Es war uns zu Beginn nicht bewusst, was alles noch folgen würde. Besonders schwierig war es, mit den gespaltenen Reaktionen umzugehen: Die einen waren empört, dass er verhaftet worden war, die an­ deren fanden es angesichts der Vorwürfe durchaus gerechtfertigt. Das Krisen­

Polanski kam 2011 doch noch und holte seinen Preis ab. War es schwierig, ihn nochmals in die Schweiz zu locken?

Spoerri: Nein, es war sogar sein Wunsch. Schildknecht: Er hegt dem Festival ge­ genüber keinen Groll.

Spoerri: Das wünscht man keinem Festi­ val. Wir kennen solche Absagen aus eigener Erfahrung. Sie sind schwierig, ganz besonders wenn das Festival bereits läuft. Die Polanski-Affäre war der schwierigste Moment, gabs auch einen schönsten?

Schildknecht: Oh, ganz viele. Für mich sind es die Begegnungen am Festival selbst, die vielen Tausenden von Besu­ chern machen mich glücklich. Spoerri: Ich finds immer schön, wenn das Festival vorbei und alles gut ge­ gangen ist. Es kann ja immer einiges schiefgehen, und auf vieles haben wir nur begrenzt Einfluss.

Bilder: Keystone, ZFF

Schildknecht: Davon abgesehen hat Stal­ lone als Schauspieler, Regisseur, Autor und Produzent sehr viel bewegt und seinen Preis mehr als verdient.


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Der australische Filmstar Hugh Jackman erhielt 2013 den Golden Icon Award.

Dieses Jahr bekommt Filmkomponist Hans Zimmer den Lifetime-Award. Warum er?

Spoerri: Er ist einer der ganz grossen Komponisten Hollywoods und hat die Filmmusik geprägt wie kaum ein anderer seiner Generation. Seine Musik ist verspielt, variabel und unterstützt die Geschichte des Films. Seine Komposi­ tion optimiert jedes Bild. Welche anderen grossen Namen kommen diesmal nach Zürich?

Schildknecht: Zum Beispiel Diane Kea­ ton. Wir zeichnen sie für ihr Lebenswerk aus und zeigen ihren neuen Film «And so it goes» als Galapremiere. Spoerri: Auch Liam Neeson kommt und zeigt sein neustes Werk «Walk Among the Tombstones». Schildknecht: Antonio Banderas stellt seinen Film «Automata» vor, und Be­ nicio Del Toro präsentiert «Paradise Lost». Zudem wird Cate Blanchett im Festivalzentrum auf dem Sechseläuten­ platz die Peter­Lindbergh­Ausstellung

2009 wurde er verhaftet, 2011 holte er seinen Preis doch noch ab: Roman Polanski.

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Spoerri: Wir haben eine Marktanalyse gemacht und festgestellt, dass es in der Bevölkerung ein grosses Interesse gibt für die Themen Film und Kino – pro Jahr werden in der Schweiz zwischen 13 und 15 Millionen Tickets verkauft. Dass es für so einen grossen Markt keine fundierte journalistische Publikation gab, fanden wir seltsam. Also gingen wir zur «NZZ am Sonntag» und schlugen ihnen das Projekt vor. Das Magazin ist sowohl bei den Lesern als auch im Anzeigenmarkt sehr gut aufgenommen worden. Wie viel Ihrer Zeit nimmt das ZFF in Anspruch?

eröffnen und danach im Kino noch für Fragen des Publikums zur Verfügung stehen. Es lohnt sich, die Tickets schnell zu kaufen, sie sind sicher rasch aus­ verkauft. Wie finanziert sich das Festival?

Schildknecht: Wir müssen etwa sieben Millionen zusammenbringen, damit sich das Festival finanzieren lässt. Wir haben über 100 Partner aus der Privatwirt­ schaft, einen Supporterverein mit über 70 Mitgliedern, Stiftungen, öffentliche Gelder und die Ticketeinnahmen. Alles zusammen gibt das Jahresbudget. Spoerri: Wir rechnen jeweils mit etwa gleich viel Einnahmen von den Besu­ chern wie im Vorjahr, letztes Mal hatten wir mit 71 000 Besuchern ein sehr gutes Jahr. Das Wetter ist dabei wichtig, es darf weder zu schön noch zu nass sein. Gemeinsam mit der «NZZ am Sonntag» geben Sie zudem seit diesem Jahr das Filmmagazin «Frame» heraus. Wie kam es dazu?

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Schildknecht: 100 Prozent. Wir beschäf­ tigen 20 Mitarbeiter zu 100 Prozent, und je näher das Festival kommt, desto mehr werden es – bis zu 60 sind dann in unserem Büro tätig. Dazu kommen 280 Volontäre am Festival selbst und 40 Per­ sonen im Gästemanagement. Es sind auch deshalb so viele, weil wir alles selbst machen. Wenn das Festival vorbei ist, geniessen wir ein, zwei Wochen Ferien und beginnen dann mit den Vorbereitungen für das nächste. Wie kam es zu Ihrer Zusammenarbeit für das Filmfestival?

Spoerri: 2004 habe ich die Rechte für das englische Filmfestival «onedotzero» aus London erworben und nach Zürich gebracht. Das war der Startschuss für die Zusammenarbeit. Schildknecht: Damals realisierten wir, dass wir ganz gut harmonieren und be­ gannen, die ersten Ideen für das ZFF zu entwickeln. Werden Sie beim 20-Jahr-Jubiläum noch immer gemeinsam fürs ZFF im Einsatz stehen?

Schildknecht: Wer weiss schon, was in zehn Jahren ist. Aber die Motivation ist immer noch gross, und die Ambition zu wachsen weiterhin stark. Spoerri: Wir stehen jedenfalls beide noch immer mit grosser Leidenschaft hinter dem ZFF. Schildknecht: Anders ginge es gar nicht. Interview: Ralf Kaminski

Nadja Schildknecht und Karl Spoerri über ihre Lieblingsfilme und -serien.


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AUF EIN WORT | 21

FRAU DER WOCHE

Perfekt gestylt In Ebikon LU hat die Gemeinde eine Strassenüber­ führung gebaut, um den Schulweg kürzer und sicherer zu machen.

GEFÄHRLICHE SCHULWEGE

«Es sind mehr kleine Kinder unterwegs»

In der laufenden Herbstsession wurde eine Interpellation für sicherere Schulwege eingereicht. Bei Rechtsanwalt Sandor Horvath häufen sich derweil die Klagen.

Sandor Horvath, nützen politische Vorstösse wie die Interpellation für siche­ rere Schulwege von Mat­ thias Aebischer etwas?

Bilder: Sandor Horvath, Stevan Bukvic/tilllate.com, Marius Maissen, SFF

Ja, sie können dazu bei­ tragen, dass Kantone und Gemeinden in Schulwegfragen stärker sensibilisiert werden.

Welche sind die häufigsten Streitpunkte, mit denen Sie konfrontiert sind?

Die Länge und Gefähr­ lichkeit der Wege – letztlich geht es immer um die Frage, ob ein Weg objektiv zumutbar ist.

Sie sind Vorstandsmitglied von «Fussverkehr Schweiz» und beraten und vertreten als Anwalt jährlich 20 bis 30 Eltern und Kinder in Sachen Schulweg. Welche Beschwerden haben Chancen?

Wenn ein kleines Kind mittelstark bis stark befahrene Strassen über­ queren oder mehr als 1,5 Kilometer zurücklegen muss. Das können Vier­ bis Sechsjährige kaum. Ge­ fährliche, schlecht beleuchtete Strecken und solche durch Weiden mit Mutterkühen müssen auch nicht hingenommen werden. Und wenn ein Kindergärtler durch ein menschenleeres Quartier gehen muss und die Eltern Angst vor einer Entfüh­ rung haben?

Dann ist das eine diffuse Angst. Doch der Weg durch ruhige Quar­ tierstrassen ist für ein Kind ab vier Jahren grundsätzlich zumutbar.

Das ist ein vager Begriff.

Deshalb wird jeder Fall individuell anhand von drei Kriterien beurteilt: Länge und Art des Weges sowie die Person des Kindes: Wie alt ist es, wie sind seine Gesund­ heit und der kognitive Entwick­ lungsstand?

Sandor Horvath (45) ist Rechts­ anwalt und Vorstandsmitglied von «Fussverkehr Schweiz».

Die Klagen häufen sich. Sind die Schul­ wege wirklich schwieriger geworden?

Ja, die Schulwege sind länger geworden, weil Wohnsiedlungen vermehrt ausserhalb von Dorf­ zentren entstehen und immer öfter Schulhäuser zusammengelegt wer­ den. Auch der Strassenverkehr hat zugenommen, wegen des Kinder­ gartenobligatoriums sind mehr kleine Kinder unterwegs, und El­ tern wehren sich heute eher. Welche Lösungen gibt es?

Kürzlich hatte ich den Fall eines Wegs, der einer gefährlichen Stras­

se ohne Trottoir entlangführte. Hier hat die Gemeinde einen Schul­ bus eingerichtet. In einem anderen Fall wurde sogar eine Strassenüber­ führung gebaut. Ein Lotsendienst kann auch Abhilfe schaffen. Und gewisse Gemeinden zahlen das Bil­ lett für öffentliche Verkehrsmittel.

Schwarze Hose, Blazer, Foulard und kurze Haare: Mit diesem Styling ist SVP-Nationalrätin Natalie Rickli (37) das modische Highlight des Bundeshauses. Stilexperte Clifford Lilley (63) führte letzte Woche für «20 Minuten» einen Style-Check in der Wandelhalle durch. Lilley gefallen offenbar Kurzhaarschnitte bei Politikerinnen besonders. Denn auch die von ihm gelobte SP-Nationalrätin Barbara Gysi trägt die Haare kurz. Damit unterstreiche sie ihr politisches Engagement.

MANN DER WOCHE

Perfekt gerollt

Die kleine Kinder gar nicht allein benut­ zen können.

Genau. Dann muss die Gemeinde gemäss einer aktuellen Recht­ sprechung eine Begleitperson zur Verfügung stellen. Manchmal wird ein Kind in ein ent­ ferntes Schulhaus eingeteilt, obwohl es eines gäbe, das viel näher liegen würde.

Grundsätzlich ist die Einteilung nicht anfechtbar, ausser der Weg wird dadurch wirklich massiv län­ ger oder gefährlicher, oder das Kind muss als Einziges aus einem Quar­ tier ins Schulhaus B statt A, wie alle anderen. Die Gemeinde muss für einen sicheren Schulweg sorgen. Gilt das auch für die Strecke zum Hort oder Mittagstisch?

Das ist strittig. Ich bin der Mei­ nung: ja, zumindest dort, wo die Gemeinde ein Betreuungsangebot von Gesetzes wegen zur Verfügung stellen muss. Interview: Yvette Hettinger

Im «Herrichten und Präsentieren von Barbecuespezialitäten» ist Ro­ bert Brunner (20) aus Turbenthal ZH unschlagbar. Der Metzger hat letzte Woche an der Europameisterschaft der Jung-Fleischfachleute nicht nur die Goldmedaille in der Barbecue-Disziplin geholt, sondern auch Silber in der Kategorie «Herstellen eines gefüllten oder rollierten Bratens». Dank weiterer Silbermedaillen erreichte das Schweizer Team den zweiten Gesamtplatz. Gut gemetzget.


MENSCHEN 22 |

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PORTRÄT

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NR. 39, 22. SEPTEMBER 2014 | MIGROS-MAGAZIN |

Ein Schweizer rüttelt Berlin auf

Philipp Ruch ist Theaterregisseur, seine Bühne sind die Strassen von Berlin. Dort will er Menschen und Politiker dazu bewegen, Stellung zu beziehen – zum Beispiel zum syrischen Flüchtlingselend.


MENSCHEN

MIGROS-MAGAZIN | NR. 39, 22. SEPTEMBER 2014 |

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PORTRÄT | 23

Philipp Ruch vor dem Reichstag in Berlin. Bei seinen öffentlichen Aktionen schmiert sich der Theaterregisseur meist schwarze Farbe ins Gesicht. Dies symboli­ siere «die Spurreste der ver­ brannten politischen Hoffnungen Deutschlands, in denen unsere Gruppe gerne wühlt».

E

inen Termin im Kanzleramt in Ber­ lin – so was schafft nicht jeder, und erst recht nicht ein Künstler. Phil­ ipp Ruch schon. Allerdings hat es dafür einen gewissen moralischen Druck ge­ braucht, aber das ist seine Spezialität. Ruch (33) ist Theaterregisseur und Kopf des Zentrums für Politische Schön­ heit (ZPS), einer Gruppe von Aktions­ künstlern, die seit einigen Jahren mit ihren öffentlichen Vorführungen Schlag­ zeilen macht. 2009 versuchte sie, Kanz­ lerin Angela Merkel auf Ebay zu versteigern, um mit dem Erlös Rettungs­ inseln für Flüchtlinge im Mittelmeer zu verankern. 2012 setzte das ZPS ein Kopf­ geld von 25 000 Euro auf die Gesellschaf­ ter des Waffenherstellers Krauss­Maffei Wegmann aus. Folgen: ein gewaltiger Medienwirbel und ein gescheiterter Panzerdeal mit Saudi­Arabien.

Aktionstheater zur Rettung syrischer Flüchtlingskinder

Bild: Kay Nietfeld/dpa

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Den Termin im Kanzleramt verschaffte sich Ruch mit seiner neusten Aktion: Er will die Bundesregierung dazu bringen, mehr Flüchtlinge aus Syrien aufzuneh­ men, wo seit 2011 ein heftiger Bürger­ krieg tobt. Bis Ende Jahr rechnen die Hilfswerke mit 3,6 Millionen Flüchtlin­ gen, die Hälfte davon Kinder. Ruch zog mit zwei Holocaust­Überlebenden und den Medien vors Kanzleramt und ver­ kündete, man hätte einen Termin. Den bekamen sie dann prompt – dem mora­ lischen Gewicht der Holocaust­Überle­ benden konnte sich die Regierungszen­ trale nicht entziehen. Inge Lammel (90) und Kurt Gutmann (87) waren 1939 als


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MENSCHEN

MIGROS-MAGAZIN | NR. 39, 22. SEPTEMBER 2014 |

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PORTRÄT | 25

Zentrum für Politische Schönheit

Der schweizerisch­ deutsche Doppelbürger Philipp Ruch (33) hat das Zentrum für Politi­ sche Schönheit (ZPS) 2008 gegrün­ det. Er bezeichnet es als «Sturmtruppe zur Errichtung mora­ lischer Schönheit, politischer Poesie und menschlicher Grossgesinntheit». Das Aktionstheater des ZPS soll gesell­ schaftlichen Druck auf Politiker, Medien und Meinungsmacher erzeugen.

Bild: Ruben Neugebauer

politicalbeauty.de

Bei der «Grossen Abendshow 1 aus 100» mitten in Berlin konnte das Publikum abstimmen, welches von 100 syrischen Flüchtlingskindern von der deutschen Bundesregierung gerettet werden soll.

jüdische Flüchtlinge vom deutschen Kriegsgegner Grossbritannien aufge­ nommen worden – sie überlebten als einzige ihrer Familien den Genozid an den deutschen Juden während des Zweiten Weltkriegs. Heute setzen sie sich dafür ein, dass Deutschland eine solche Überlebenschance auch mög­ lichst vielen syrischen Kindern gibt. Kurz darauf liess Ruch mitten in Ber­ lin eine fiktive Quizshow aufführen, in der das Publikum jeden Abend eines von 100 syrischen Flüchtlingskindern aus­ wählen durfte, das von der Bundesregie­ rung gerettet werden sollte. Slogan: «Nur ein Kind gewinnt, 99 können weitersterben.» Das wirkte. «Vor unse­ rer Aktion war vorgesehen, 5000 Flücht­ linge aufzunehmen», sagt Philipp Ruch, «eine Woche später waren es plötzlich 10 000. Ein Tropfen auf den heissen Stein, aber immerhin.» Ruch spricht mit leidenschaftlicher Intensität über seine Sache; man spürt die Verwunderung über die weit verbrei­ tete Gleichgültigkeit von Politik, Medien und der Bevölkerung gegenüber den Gräueln der Welt. «Es ist nicht leicht, diesen Panzer zu durchdringen.» Aber die Aktionen des ZPS bezwecken genau das, sie appellieren an die Ideale der Menschlichkeit – und das mit Erfolg. Dabei war Ruch lange Zeit ein unpoli­ tischer Mensch. Geboren 1981 in Dres­ den als Sohn eines Schweizer Vaters und

Wo sind die Flüchtlinge? Die Grafik zeigt, in welchen Ländern die bisher rund 3 Millionen syrischen Flüchtlinge unter­ gekommen sind. Die Hauptlast tragen der Libanon, die Türkei und Jordanien. Das reiche Europa beherbergt nur gerade 4 Prozent.

8

5 4 37

20

in %

26 Libanon: 1 117 095

Irak: 225 475

Türkei: 789 678

Ägypten: 138 101

Jordanien: 602 182

Europa: 123 600

Quelle: UNHCR

einer deutschen Mutter, erlebte er seine Kindheitsjahre in der DDR. «Meine Eltern haben sich dort kennen­ und lie­ ben gelernt.» Kurz vor dem Mauerfall 1989 übersiedelte die Familie in die Schweiz, nach Bern – möglich war das wegen der Nationalität seines Vaters. «Es war ein gewaltiger Kulturschock.

Nur schon die Glacé! Aus der DDR kannte ich nur Wassereis.» Seine alte Heimat hat er nicht vermisst, und den Berner Akzent hört man noch heute. Nach der Schule arbeitete er zwei Jahre bei einer Filmpromotionsfirma in Zürich. «Eigentlich ein Traumjob.» Aber trotzdem zog es ihn zurück nach Deutschland. «Ich wollte an einem ruhi­ gen Ort Drehbücher schreiben. Also zog ich nach Parey, das kleinste Dorf in Bran­ denburg.» Dort war es zwar wunder­ schön, aber letztlich doch zu einsam. «Ich wollte zurück zur Natur, auf dass dort grosse Kunst entstehe – nach anderthalb Monaten bin ich schreiend davongerannt», sagt Ruch und lacht. «Quakende Frösche sind schlimmer als jeder Verkehrslärm.»

Die Schweiz ist kosmopolitischer als Deutschland Er realisierte, dass er Menschen um sich braucht. So kam er 2003 nach Berlin, studierte politische Philosophie und blieb. Seine Jugend in der Schweiz hat ihn jedoch geprägt. «Die Schweiz ist viel kosmopolitischer als Deutschland. In hiesigen Zeitungen findet praktisch nur deutsche Nabelschau statt. Die Schwei­ zer Medien hingegen berichten aus der ganzen Welt.» Dennoch geschah seine Politisierung erst während des Studiums an der Humboldt­Universität. Ent­ scheidend dafür waren seine Professo­


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PORTRÄT

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NR. 39, 22. SEPTEMBER 2014 | MIGROS-MAGAZIN |

ren: der politische Philosoph Volker Gerhardt und der Politikwissenschaftler Herfried Münkler. «Die beiden sind sich spinnefeind. Aber ihr ganz unterschied­ licher Zugang zum Humanismus hat mich geprägt. Die Spannung zwischen beiden machte mich erst möglich.» Ruch lebt mit einer deutschen Regis­ seurin und dem gemeinsamen zweijäh­ rigen Sohn im Prenzlauer Berg. Derzeit steht er kurz vor dem Doktorat in politi­ scher Philosophie, finanziert hat er sich bisher über sein Stipendium und mit Einsätzen als Regieassistent und Drama­ turg auf regulären Theaterbühnen. «Aber im klassischen Theater entsteht leider viel zu wenig. Nach dem Stück wird alles mental in einen Karton ge­ packt, wo ‹Vorsicht Kunst› draufsteht.» Auch deshalb gründete er 2008 das Zen­ trum für Politische Schönheit. «Theater und Film im klassischen Sinne sind scheintote Medien. In der Aktionskunst liegt die Zukunft des Theaters.»

Vor dem ZPS hat er kurz mit der Politik geliebäugelt und einen Blick ins Innen­ leben der SPD geworfen. «Aber dort ist alles so starr und geregelt. Ich wollte wissen, wo bei der Partei Raum ist, um Ideen zu entwickeln, um Neues zu wagen, etwas zu bewegen. Diesen Raum gibt es nicht. Kein Wunder, ist der Aus­ druck Politverdrossenheit in aller Mun­ de.» Er habe noch nie eine unpolitischere Jugend erlebt als die in Berlin. «Mir macht das Angst. Aber das ist auch die Schuld von inspirationslosen Politikern wie Merkel und Steinbrück. Haben die irgendeine Überzeugung, für die sie zu sterben bereit sind? Würde Merkel sich in Syrien vor die Zivilisten stellen und rufen: ‹Nur über meine Leiche!›?»

Politische Poesie als Gegenmittel zur Politverdrossenheit Genau da setzt das ZPS an. Es will An­ stösse geben, um Leidenschaften und Engagement zu wecken. Und das mit­

hilfe politischer Poesie, wie Ruch das nennt. «Willy Brandts Kniefall in War­ schau 1970, diese Versöhnungsgeste – das war ein Akt politischer Schönheit. Er wühlt die Menschen noch heute auf, wenn sie ihn sehen. Politik, die begeis­ tern will, braucht politische Poesie.» Dennoch sieht Ruch sich nicht als Politaktivist. «Ich bin Theaterregisseur und Aktionskünstler. Das ZPS hat keine politischen Ziele, es macht Kunst.» Aber politische Nebenwirkungen sind natürlich erwünscht. Ruch will den Be­ griff des Theaters dahin zurückführen, wo er herkommt: «Ich will im Wortsinn ein Theater veranstalten, Lärm machen, aufrütteln, zum Denken anregen.» Für seine Projekte arbeitet er oft mit etablierten Theatern zusammen, teil­ weise werden diese von denen auch finanziell unterstützt. Die Kerngruppe um Ruch besteht derzeit nur aus fünf Leuten. Für die Aktionskunst stehen aber teils Hunderte im Einsatz, ehren­

Bild: Ruben Neugebauer

Eine seiner Aktionen trug Philipp Ruch (stehend, rechts) gar einen Termin beim Bundeskanzleramt ein, gemeinsam mit den HolocaustÜberlebenden Inge Lammel (90) und Kurt Gutmann (87). Die beiden wurden 1939 als jüdische Flüchtlingskinder von Grossbritannien aufgenommen und überlebten nur deshalb. Heute plädieren sie für mehr deutsche Grosszügigkeit gegenüber syrischen Flüchtlingen.


MENSCHEN

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PORTRÄT | 27

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Der Bürgerkrieg in Syrien dauert nun schon dreieinhalb Jahre und hat die «schlimmste humanitäre Notsituation unserer Zeit» ausgelöst, wie das Uno-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) es formuliert. Fast die Hälfte der syrischen Bevölkerung ist auf der Flucht: 3 Millionen Syrer im Ausland, weitere 6,5 Millionen innerhalb Syriens – die Hälfte davon Kinder.

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amtlich. «Viele haben gutbezahlte Jobs, die sie aber nicht inspirieren. Also machen sie bei uns mit.» Jede Aktion braucht monatelange, möglichst diskrete Vorbereitungen, finanziert durch Sponsoren und Spenden. Und Ruch kann sich durchaus vorstellen, so etwas auch in der Schweiz zu machen. «Es hängt an der Finanzierung – vielleicht ist ja das Migros-Kulturprozent interessiert?» Reizen würde es ihn auf jeden Fall. «Auch in der Schweiz laufen Dinge schief, Stichwort Masseneinwanderung.» Obwohl, für die Deutschen sei das Abstimmungsergebnis pädagogisch wertvoll. «Da erleben sie mal am eigenen Leib, wie es ist, von einem reicheren Land als unerwünscht betrachtet zu werden.» Dennoch hält er viele der SVP-Aktivitäten für «absolut menschenverachtend». Gut möglich also, dass Ruch bald auch der Schweiz demonstriert, wie politische Schönheit aussieht. Text: Ralf Kaminski

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Die Schweiz hat laut dem Bundesamt für Migration zwischen September und November 2013 3700 Visa für syrische Flüchtlinge mit Verwandten in der Schweiz ausgestellt. Im regulären Asylverfahren wurden seit Kriegsbeginn 3000 Syrer aufgenommen. Zudem nimmt die Schweiz bis Ende 2015 500 besonders schutzbedürftige Flüchtlinge aus Syrien auf. 60 befinden sich bereits im Land, eine weitere Gruppe folgt im Herbst.

«Es ist nicht leicht, den Panzer der Gleichgültigkeit zu durchdringen.»

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● Dadurch steigen die Preise für Lebensmittel,

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Diese Organisationen lehnen die Gastroinitiative ab: Interessengemeinschaft Detailhandel Schweiz IG DHS Schweizerischer Bäcker­Confiseurmeister­Verband SBC Schweizer Fleisch­Fachverband SFF Stiftung für Konsumentenschutz SKS Associazione Consumatrici e Consumatori della Svizzera Italiana ACSI Schweizerischer Drogistenverband SDV Swiss Retail Federation SRF Verband Schweizer Medien Schweizer Bauernverband SBV


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MENSCHEN

MIGROS-MAGAZIN | NR. 39, 22. SEPTEMBER 2014 |

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KOLUMNE | 29

DER HAUSMANN

Schock am Briefkasten Bänz Friedli wurde verschont.

Post von einer bestĂźrzten Leserin aus Pfäffikon: Daniela fĂźhlt sich ÂŤals Hausfrau, Teilzeitarbeitende, Mutter und vor allem als FrauÂť verschaukelt. ÂŤFinde ich doch in meinem Briefkasten ein Anti-Age-PflegekartĂśnli!Âť Ein Grossverteiler unseres Vertrauens â&#x20AC;&#x201C; drei Mal dĂźrfen Sie raten! â&#x20AC;&#x201C; hat ihr ein Werbepäckchen geschickt und den Tag offenbar ordentlich versaut. ÂŤWill frau denn so was lesen: â&#x20AC;šâ&#x20AC;Ś kaschiert die Zeichen des Alterns, mildert Falten und Flecken â&#x20AC;Śâ&#x20AC;ş?Âť, seufzt Daniela. ÂŤSpĂźren diese Werbegurus wirklich, dass ich seit einigen Wochen vermehrt in den Spiegel schaue?Âť Ihr sei klar, dass sie als registrierte Kundin â&#x20AC;&#x201C; ÂŤdankÂť Punktekarte â&#x20AC;&#x201C; im Glashaus sitze. Aber: ÂŤIch bin 45 Jahre alt und eigentlich gut im Schuss.Âť Umgehend suchte sie Trost in ihrem ÂŤMädels-ChatÂť, aber, ach, die anderen Frauen hatten das Päckchen auch bekommen und waren ähnlich niedergeschlagen. Und nun will Daniela wissen, ob ich als männliche Hausfrau auch solcherlei Post erhielte. Lass uns Du sagen, liebe Daniela! Und erlaube, dass ich deinen Satz auf mich anpasse: Ich bin 49 und eigentlich gut im Schuss. Ich kann dir nachfĂźhlen, auch ich bekomme in Drogerien gelegentlich ungefragt Anti-aging-Produkte in die Hand gedrĂźckt, meist von entschuldigenden Worten begleitet: ÂŤAlso, da steht jetzt â&#x20AC;šanti agingâ&#x20AC;ş drauf,aber â&#x20AC;ŚÂť, hĂźstel hĂźstel, ÂŤnehmen Sies nicht per-

ÂŤâ&#x20AC;Ś als sie noch nicht Longboards hiessen â&#x20AC;ŚÂť sĂśnlich!Âť Was alles noch schlimmer macht. Ich nehme an, wir sind uns einig: Wir werden keine Botox-EinĂśden aus unseren Gesichtern machen. Wir wollen nur nicht dauernd auf die paar Fältchen hingewiesen werden, stimmts? Sollen wir uns â&#x20AC;&#x201C; weil die Werbung ja sonst immer auf Junge zielt â&#x20AC;&#x201C; trĂśsten, dass man uns Ăźberhaupt mal als werberelevante Zielgruppe einstuft? Oder sollten wir die Cumulus-Karte auf unsere TĂśchter Ăźberschreiben, um kĂźnftig keine MĂźsterchen fĂźr Oldies mehr zu erhalten, sondern Sälbelein fĂźr die Teeniehaut, Slipeinlagen fĂźr Anfängerinnen und irgendwelche Energydrinks? Kanns irgendwie auch nicht sein. Aber ich weiche aus. Denn das Fiese ist: Nein, Daniela, ich habe besagtes Päckchen nicht erhalten. Vermutlich kein Zufall,

denn uns Kerlen ist das Ă&#x201E;lterwerden erlaubt. Wir haben ja tolle Vorbilder: Herr Clooney ist auch in Grau noch sexy, Herr Eastwood auch mit Falten noch der Held, Herr Connery sieht je älter, desto besser aus. Wo hingegen sind meine Filmheldinnen aus den Eighties geblieben? Debra Winger, Rosanna Arquette, Jessica Lange? Die durften nicht Ăśffentlich altern. Ich kann dir einzig versichern, liebe Daniela, dass man auch als Mann zuweilen hadert, wenn man sich mittels Clooney-Kapsel einen Kafi rauslässt, um die mĂźde Birne zu wecken, und doch genau weiss, dass man nie, nie im Leben so scharf aussehen wird wie er. Und warum hat der Sack noch immer so eine gute Figur? Ach, komm, nimms als Kompliment! Die Werbesendung wollte dir sagen: Du bist ein Klassiker, du bist definitiv erwachsen, du musst nicht mehr jeden Seich mitmachen. Nur: Was, wenn man den Seich gern macht? Echten Trost spendet mein Sohn. Hans hat mir ausdrĂźcklich erlaubt, weiterhin mein Skateboard zu benĂźtzen â&#x20AC;&#x201C; obwohl das nun unter Jungen der letzte Schrei ist. Er sah ein, dass ich schon vor 40 Jahren solch ein Brett besass, als sie noch nicht Longboards hiessen. Und er nimmt mich sogar manchmal mit auf eine Tour durchs Quartier. Wenn grad keiner der Nachbarjungs Zeit hat â&#x20AC;Ś Bänz Friedli live: 25.â&#x20AC;&#x201C;27. 9. Bern, La Cappella.

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AKTUELL 32 |

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INTERVIEW

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NR. 39, 22. SEPTEMBER 2014 | MIGROS-MAGAZIN |

Seit gut zweieinhalb Jahren leitet Andrea Broggini die MigrosVerwaltung. Der Tessiner war schon vorher w채hrend acht Jahren f체r die Migros t채tig.


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AKTUELL

MIGROS-MAGAZIN | NR. 39, 22. SEPTEMBER 2014

INTERVIEW | 33

«Wir investieren viel in die Gesundheit» Verwaltungs-Präsident Andrea Broggini über die Bedeutung der Migros als führender Online-Händler und warum das Unternehmen trotz seiner gesellschaftlichen Verpflichtungen keine Non-Profit-Organisation ist.

Andrea Broggini,die Migros plant im Wallis den Bau eines Gewächshauses und wagt damit den Schritt in die Produktion von Gemüse.Will die Migros in Zukunft alles selber machen?

Es ist nicht unser Ziel, in die Landwirtschaft einzusteigen. Aber das Projekt ist typisch für die Migros: Statt Peperoni wie bisher aus dem Ausland zu importieren, bauen wir sie auf ökologische Weise hier in der Schweiz an. Weil das Gewächshaus mit Fernwärme beheizt werden soll, produzieren wir CO2-neutral. Gleichzeitig schaffen wir bei einem vollständigen Ausbau bis zu 120 Vollzeitstellen. Die Migros will Marktführer im Schweizer Detailhandel bleiben. Wie schafft sie das?

Wir sind bereits Marktführer und werden es auch bleiben, weil wir uns den veränderten Bedürfnissen und Gewohnheiten der Konsumenten anpassen und mit den Entwicklungen Schritt halten können. Die Migros kennt ihre Kunden. Wir wissen, was sie wollen. Was wollen sie?

Die Konsumenten wissen, dass sie bei einem Einkauf in der Migros mehr für ihr Geld bekommen, dass die Migros das beste Preis-Leistungs-Verhältnis hat. Sie möchten sozialverträglich und ökologisch hergestellte Produkte. Sie wollen auch nicht mehr nur im Laden auswählen und kaufen, sondern stöbern online und kaufen dann im Laden. Oder sie sehen etwas im Laden und entscheiden sich später zu Hause, das Produkt online zu kaufen. Kundenbindungsprogramme wie Cumulus, Konsumentenbefragungen und viele auf andere Weise gewonnene Daten sind Voraussetzung, um den Kunden zu kennen. Dafür braucht es Vertrauen.

Richtig, das ist uns wichtig. Wir gehen sehr gewissenhaft mit dem Thema Datenschutz um und befassen uns intensiv mit der Frage, wie wir die per-

sönlichen Daten unserer Kunden am besten schützen, aber auch sinnvoll nutzen können. Einerseits möchten wir dem Kunden personalisierte Angebote unterbreiten, weil wir wissen, dass er das wünscht. Anderseits sind wir dem Datenschutz verpflichtet. Wir schaffen es, beide Aspekte umfassend zu berücksichtigen. Wir missbrauchen das Vertrauen unserer Kunden nicht, brauchen aber ihr Vertrauen, um ihnen massgeschneiderte Produkte, Dienstleistungen und Aktionen anbieten zu können. Kann die Migros in der Schweiz noch wachsen?

Natürlich, aber nur beschränkt. Die Wettbewerbskommission würde eine grosse Übernahme im Detailhandel nicht mehr bewilligen. Der Convenience-Bereich ist jedoch ein Wachstumstreiber: Im Juli dieses Jahres haben wir den 250. Migrolino-Shop eröffnet, und wir planen noch weitere Standorte in der Schweiz. Im Online-Bereich werden wir ebenfalls zulegen. Vielleicht werden wir in Zukunft weniger in den Filialen verkaufen, aber das werden wir online wieder wettmachen. Auch expandieren wir mit den Kleinfilialen Voi, die ganz nahe bei den Konsumenten in den Quartieren sind. Andere Händler setzen ebenfalls auf den Online-Handel, der Wettbewerb ist hart.

Ja, aber wir sind der führende OnlineHändler der Schweiz. Ohne die Beteiligung an digitec/Galaxus erzielen wir im digitalen Handel heute schon einen Jahresumsatz von einer Milliarde Franken. Wir beherrschen die ganze Wertschöpfungskette: Wir haben die technischen Systeme, da wir mit Ex Libris, LeShop.ch, Melectronics oder Hotelplan schon seit Jahren vorne mit dabei sind. Wir verfügen über eine gut vernetzte und moderne Logistik. Wir kennen unsere Kunden und haben Produkte und Dienstleistungen, die sie wollen.

Wächst die Migros auch im Ausland?

Ja, unser Kernmarkt bleibt aber die Schweiz. Die Industrie, die bereits im Ausland tätig ist, kann wachsen. Beispiele sind die Mibelle mit einer Produktionsstätte in England oder Chocolat Frey mit Standorten in den USA. Wenn wir uns erfolgreich im Ausland betätigen, bleibt unsere Industrie auch im internationalen Kontext konkurrenzfähig. Das führt zu tieferen Produktionskosten und kommt in Form tieferer Produktepreise den Konsumenten zugute. Dabei müssen wir behutsam vorgehen, denn im Ausland haben wir keine grosse Erfahrung. Zudem muss alles, was wir tun, im Sinne der Konsumenten in der Schweiz sein. Ihnen sind wir verpflichtet. Welches sind die grossen Herausforderungen für die Migros?

Einiges können wir gar nicht beeinflussen. So verhandelt die EU derzeit ein Freihandelsabkommen mit den USA, das bei einer Annahme auch für unsere Landwirtschaft und Industrie Konsequenzen haben dürfte. Wir lernen daraus, dass die Schweiz keine Insel ist, sondern mitten in Europa zwischen unseren wichtigsten Handelspartnern liegt, den europäischen Ländern. Mit Annahme der Initiative zur Masseneinwanderung scheint sich die Schweiz auch freiwillig abzuschotten.

Damit hat ein Teil der Bevölkerung ihre Sorge ausgedrückt, dass sie vor einer ungewissen Zukunft Angst hat. Diesen Sorgen müssen wir uns stellen. Politiker und Bundesrat müssen eine Lösung finden, die für die Menschen hier und für die Wirtschaft stimmt, die aber auch für unsere Beziehungen mit der EU passt. Herausfordernd sind auch die zunehmenden Gesetze, Vorschriften und Regulierungen in vielen Bereichen.

INFOBOX

Andrea Broggini Der 58-jährige Wirtschaftsanwalt aus dem Kanton Tessin ist seit März 2012 Präsident der Verwaltung des MigrosGenossenschaftsBunds (MGB). Zuvor war er während acht Jahren Mitglied der Verwaltung MGB. Neben seiner Tätigkeit für die Migros ist er Präsident eines Asset-Management-Unternehmens und VR-Mitglied einer amerikanischen Investmentbank im Healthcare-Bereich.


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MIGROS-MAGAZIN | NR. 39, 22. SEPTEMBER 2014 |

«Die Migros investiert auch im Ausland in die Nachhaltigkeit.»

Diese Entwicklung geschieht weltweit und führt automatisch zu höheren Kos­ ten, die wir als Steuerzahler und Konsu­ menten bezahlen müssen. Nehmen wir das Vorhaben einer grünen Wirtschaft: Die Migros nimmt das Thema seit jeher sehr ernst und leistet freiwillig sehr viel – denken Sie nur an unsere Pioniertaten im Bereich Recycling. Wir sind aner­ kannterweise immer im Sinne der Kon­ sumenten für vernünftige, aber auch wirtschaftsverträgliche Lösungen. Bei den Ladenöffnungszeiten ist es mit der Freiwilligkeit vorbei, da wird reguliert, und das sogar von Kanton zu Kanton unterschiedlich.

Wir unterstützen den Gesetzesentwurf des Bundesrats, der liberalere Öffnungs­ zeiten vorschlägt, die es uns ermög­ lichen würden, die Läden wochentags und samstags ein wenig länger offen zu halten. Immerhin sind die restriktiven Ladenöffnungszeiten in der Schweiz einer der Gründe, weshalb mittlerweile mehr als die Hälfte der Schweizer Bevöl­ kerung mehr oder weniger regelmässig im grenznahen Ausland einkauft. Für den Food­ und Near­Food­Bereich belaufen sich diese Einkäufe auf jährlich fünf Milliarden Franken, die so dem Schweizer Detailhandel entgehen. Beim Einkaufstourismus spielen aber auch günstigere Preise eine Rolle.

Dort, wo der Staat den Markt schützt, haben wir höhere Preise, etwa bei land­ wirtschaftlichen Produkten. Zudem müssen wir als Migros gewisse auslän­ dische Markenartikel wie beispielsweise Nivea zu höheren Preisen einkaufen, als die Kunden im Laden unmittelbar hinter der Grenze zahlen. Man kann nicht nur tiefere Preise im Regal fordern, aber gleichzeitig den hohen Schweizer Lebensstandard samt Lohn behalten. Und wenn wir uns weiter vom Ausland abschotten, werden die Preise dadurch auch nicht günstiger. Sie sagen, dass es auch wegen schädlicher Absprachen höhere Preise gibt.

Nachdem das Parlament die Revision des Kartellgesetzes abgelehnt hat, ist die Wettbewerbskommission umso mehr gefordert. Sie muss verhindern, dass wir gewisse ausländische Markenartikel hier in der Schweiz zu überhöhten Preisen einkaufen müssen. Sind die Konsumenten bereit, für nachhaltige Produkte mehr zu bezahlen?

Die Umsätze mit nachhaltig hergestell­ ten Produkten wie Bio, TerraSuisse, UTZ oder Max Havelaar steigen jedes Jahr. Die

INTERVIEW | 35

Konsumenten wissen, dass die Ressour­ cen begrenzt sind. Wir sprechen heute von einem jährlichen Zuwachs der Welt­ bevölkerung in der Grössenordnung von rund 80 Millionen Menschen. Das ent­ spricht der gesamten Bevölkerung von Deutschland. Gleichzeitig verringert sich die landwirtschaftliche Nutzfläche, sodass wir gezwungen sein werden, auf weniger Raum noch mehr zu produ­ zieren. Ich erwähne hier wiederum das Beispiel unseres geplanten Gewächshau­ ses im Wallis, das mit Fernwärme beheizt werden soll und damit Ressourcen spart. Wir investieren aber auch im Ausland in die Nachhaltigkeit: Die Migros erbringt Pionierleistungen im Bereich Tierwohl im Ausland oder bei fair und ökologisch produzierten Früchten und Gemüse.

Es ist ein wichtiger Teil unseres Engage­ ments für die Schweizer Bevölkerung. Mit dem Kulturprozent investiert die Migros jedes Jahr weit über 100 Millionen Franken in Bildung, Kultur und Soziales. Und mit dem vor zwei Jahren gegründe­ ten Förderfonds Engagement Migros geben wir jährlich weitere zehn Millionen Franken für gemeinnützige Projekte aus. Die Migros investiert aber auch viel in die Gesundheit der Bevölkerung: Wir ver­ kaufen gesunde Produkte, bauen unsere Fitnesszentren aus, bieten mit Medbase sogar medizinische und paramedizini­ sche Dienstleistungen an, und wir or­ ganisieren oder unterstützen im ganzen Land fast alle grossen Läufe. In die Gesundheit werden wir in Zukunft noch weiter investieren.

Ist das alles auch deshalb möglich, weil die Migros eine Genossenschaft ist?

Sie sind jetzt seit gut zweieinhalb Jahren Präsident der Verwaltung MGB. Was machen Sie hauptsächlich, wenn Sie in Zürich sind?

Unser Modell, ein Verbund von Genos­ senschaften, ist ein Erfolgsmodell. Die Migros steht auf einem kerngesunden finanziellen Fundament. Die Umsätze sind gut, wir gewinnen Marktanteile. Wir könnten allerdings auch eine Stiftung sein, wenn es der Gründer so gewollt hätte. Tatsache ist, dass wir als Genossenschafter für unsere Konsu­ menten arbeiten. Sie sind die Begünstig­ ten unseres Handelns. Die Migros tut tatsächlich sehr viel für Umwelt und Gesellschaft.

Wir sind natürlich keine Non­Profit­ Organisation. Die Migros ist ein wirt­ schaftlich organisiertes Unternehmen, das aufgrund seiner Statuten besondere Verpflichtungen hat. Nicht zuletzt deshalb erzielen wir tiefere Renditen als beispielsweise eine börsenkotierte Aktiengesellschaft. Der Balanceakt zwischen genügend hoher Rendite, betriebswirtschaftlicher Effizienz und gesellschaftlicher Verpflichtung ist eine unserer grossen Herausforderungen. Mit den gesellschaftlichen Verpflichtungen meinen Sie das Migros-Kulturprozent?

Ich bin gar nicht immer in Zürich, son­ dern besuche auch die Genossenschaf­ ten. Zusammengefasst besteht mein Amt aus drei Hauptaufgaben: Erstens führe ich die Verwaltung, die unter anderem für die Strategie der Migros und für leis­ tungsfähige Führungs­ und Organisa­ tionsstrukturen zuständig ist. Zweitens bin ich mit den wichtigen Gremien der Migros­Gemeinschaft in Kontakt. Drit­ tens bin ich Bindeglied zur Geschäfts­ leitung und treffe mich zu diesem Zweck regelmässig mit Herbert Bolliger. Kaufen Sie auch in der Migros ein?

Samstags gehe ich immer einkaufen. Am liebsten verweile ich vor der enormen Auswahl an Joghurts in unserem Sor­ timent – die Schweiz ist ein richtiges Joghurtland, finde ich. Haben Sie ein Lieblingsprodukt?

Im Moment sind es die klein proportio­ nierten Léger­Joghurts mit Himbeer­ geschmack, aber das kann jederzeit än­ dern, weil die Auswahl riesig ist. Interview: Daniel Sidler Bilder: Esther Michel


t F A H R E U A D PR E I S

. T K N E S GE 14 0 2 . 9 . 2 2 B A G Ü LTI G

Dau erhaf t

- 11,1 %

1.60 bisher 1.80 Bon Chef Gemüsecrème 80 g

Dau erhaf t

- 11,8 %

1.50 bisher 1.70

Bon Chef Kartoffelcrème 80 g

Dau erhaf t Dau erhaf t

- 8,1 %

3.40 bisher 3.70

Bon Chef Morchelsauce 28 g

Dau erhaf t

- 15 %

1.70 bisher 2.–

Bon Chef Zwiebelsauce 30 g

DIE MIGROS SETZT SICH TAG FÜR TAG FÜR IHRE KUNDEN EIN UND SENKT DIE PREISE BEI VERSCHIEDENEN BON CHEF TROCKENSUPPEN UND TROCKENSAUCEN.

- 11,8 %

1.50 bisher 1.70

Bon Chef Fideli mit Huhn 65 g


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AKTUELL

MIGROS-MAGAZIN | NR. 39, 22. SEPTEMBER 2014 |

PREISBAROMETER

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PREISBAROMETER | 37

RÜCKRUF

Migros Luzern ruft Fleischkäse zurück

Informationen zu Preisänderungen Die Migros senkt die Preise bei diversen Trockensuppen und Trockensaucen der Eigenmarke Bon Chef. Auch M-Budget-Produkte wie Cornflakes und Kaubonbons sowie Wimperntusche der Marke Maybelline werden günstiger. Zu einer Preiserhöhung kommt es bei Bio Max Havelaar Quinoa, da der Anbau in Südamerika der weltweit steigenden Nachfrage nicht genügend nachkommt. Auch bei Süsswaren der Marke Gomz kommt es zu Aufschlägen, weil die Migros dem Lieferanten mehr bezahlen muss. Artikel Preis alt * Bon Chef Gemüsecrème, 80 g 1.80 Bon Chef Kartoffelcrème, 80 g 1.70 Bon Chef Fideli mit Huhn, 65 g 1.70 Bon Chef Zwiebelsauce, 30 g 2.00 Bon Chef Morchelsauce, 28 g 3.70 M-Budget Corn Flakes, 600 g 1.85 M-Budget Kaubonbons, 400 g 2.70 Maybelline Mascara Colossal Go Extreme very black, 1 St. 16.90 Bio Max Havelaar Quinoa rot, 400 g 4.90 Bio Max Havelaar Quinoa weiss, 400 g 5.40 Gomz Maxi Mix Gummibonbons, 500 g 4.30 Gomz saure Fritten, 200 g 2.20

Preis neu * 1.60 1.50 1.50 1.70 3.40 1.80 2.55 12.90 5.60 5.60 4.50 2.30

* in Franken

in % –11,1 –11,8 –11,8 –15,0 –8,1 –2,7 –5,6 –23,7 14,3 3,7 4,7 4,5

Aus Sicherheitsgründen ruft die Genossenschaft Migros Luzern zwei Fleischkäse-Artikel zurück: M-Classic Delikatess-Fleischkäse 1er- und 2er-Tranchen mit einem Verbrauchsdatum bis spätestens 28. 9. 2014 (Artikel-Nummern 2310.400.600.00 und 2310.400.700.00). Die Produkte wurden nur in Migros-Filialen der Genossenschaft Luzern verkauft. Aufgrund eines Produktionsfehlers ist nicht auszuschliessen, dass sich möglicherweise Metallsplitter auf oder im Produkt befinden. Aus diesem Grund bittet die Genossenschaft Migros Luzern ihre Kunden, den Fleischkäse nicht zu essen, sondern das Produkt in eine Filiale der Genossenschaft Migros Luzern zurückzubringen. Der Verkaufspreis wird zurückerstattet.

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SCHAUFENSTER 38 |

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BIO-MERINGUES

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NR. 39, 22. SEPTEMBER 2014 | MIGROS-MAGAZIN |

Luftig und süss

Ob mit Caramelsauce oder traditionell mit Vermicelles, die zarten Bio-Meringues haben viele Fans.

M

an nennt sie Meränggä, Mehräng oder einfach Meringues. Das Gebäck aus Eiweiss und Zucker, das bei 80 Grad eher getrocknet als gebacken wird, lässt sich hervorragend mit Cremes, Früchten und Glace kombiBio steht für strengste Massnahmen beim Rohstoffanbau. Oberste Priorität haben der schonende Umgang mit der Natur, die Naturbelassenheit der Rohstoffe und Produkte sowie das Tierwohl.

nieren. Im Freiburgerland ist das zarte und luftige Eiweissgebäck in Kombination mit Greyerzer Doppelrahm seit vielen Jahrzehnten eine beliebte traditionelle Köstlichkeit. Im Gegensatz zu früher werden Meringues heute maschinell hergestellt, was aber ohne Einfluss auf den Ge-

Bild: Ruth Küng

Bio MeringuesSchalen*, ganz, 110 g, Fr. 4.– * in grösseren Filialen

schmack des zerbrechlichen Gebäcks bleibt. Gleichgültig, ob manuell oder maschinell zubereitet, es zählt die Qualität des verarbeiteten Rohstoffs. Für die Herstellung der Bio-Meringues werden ausschliesslich Schweizer Bio-Eier verwendet. Die Hühner, von denen diese Eier stammen, leben in einer grosszügigen Anlage mit genügend Auslauf ins Freie, und sie erhalten ein ausgewogenes, gentechnikfreies Futter. So ist eine gute Aufzucht gewährleistet und für das Wohlbefinden der Tiere gesorgt. Und damit letztlich auch für die Qualität der Eier. Das ist eine ideale Voraussetzung für die Produktion der Schweizer Bio-Meringues. Text: Heidi Bacchilega

Generation M steht für das nachhaltige Engagement der Migros. Die Bioprodukte leisten dazu einen wertvollen Beitrag.

Bio Max Havelaar Rohrzucker, Rohrzucker, 600 g, Fr. 2.30

Bio Feinkristallzucker*, 1 kg, Fr. 2.15


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MIGROS-MAGAZIN | NR. 39, 22. SEPTEMBER 2014

SCHAUFENSTER BIO-MERINGUES | 39

Vermicelles-Meringues-Becher Dessert für 4 Personen

250 g tiefgekühltes Marronipüree*, vor Gebrauch aufgetaut, ½ TL Vanillearoma, 0,8 dl Rahm**, 100 g blaue Trauben*, 8 Meringues *, 8 kleine Kugeln Vanilleglace* 1. Marronipüree mit Vanillearoma und 2 EL Rahm mischen. In eine Vermicellespresse füllen. Restlichen Rahm steif schlagen. Trauben halbieren. 6 Meringues grob zerbrechen und in die Gläser verteilen. 2. Je 2 Kugeln Vanilleglace drauflegen. Marronipüree dazupressen. Rahm draufgeben. Restliche Meringues zerbrechen, mit den Trauben über den Rahm streuen und servieren. Zubereitungszeit: ca. 15 Minuten Pro Person ca. 5 g Eiweiss, 14 g Fett, 55 g Kohlenhydrate, 1600 kJ/380 kcal

Meringues mit Rahm

Dessert für 4 Personen

2 dl Vollrahm**, 8 Meringues*, 160 g Himbeeren* Caramelsauce: 75 g Zucker*, 20 g Butter* 0,6 dl Rahm**, 1 grosse Prise Fleur de sel 1. Für die Carmelsauce Zucker in einer Pfanne goldgelb caramelisieren lassen. Pfanne vom Herd nehmen. Butter beigeben. Rahm und Salz darunterrühren. In ein Schüsselchen geben und auskühlen lassen. 2. Zum Servieren Rahm steif schlagen. Mit den Meringues und den Himbeeren anrichten. Etwas Caramelsauce über den Rahm träufeln. Restliche Sauce dazu servieren. Zubereitungszeit: ca. 15 Minuten + auskühlen lassen Pro Person ca. 3 g Eiweiss, 27 g Fett, 39 g Kohlenhydrate, 1750 kJ/420 kcal * in Bioqualität erhältlich ** regional in Bioqualität erhältlich

Rezept

Bio Himbeeren*, ungezuckert, tiefgekühlt, 300 g, Fr. 4.35 Bio Vanilleglace, 1000 ml, Fr. 8.50

Bio Marroni-Purée, tiefgekühlt, 250 g, Fr. 2.40

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SCHAUFENSTER

MIGROS-MAGAZIN | NR. 39, 22. SEPTEMBER 2014 |

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KAFFEE | 41

Die Kunst des Röstens Die Migros röstet ihren Kaffee selbst. Erst durch den Röstvorgang entfaltet er sein Aroma.

Kaffee-Experte Gerald Kässberger: «Nach dem Rösten ist der Duft am intensivsten.»

Caruso Oro, 500 g, Fr. 9.50

E

ine Kaffeebohne enthält mehr Aromen als jedes andere Lebensmittel. Das Spektrum reicht von süss, nussig und schokoladig bis zu blumig oder fruchtig. Aber erst durch den Röstvorgang, den letzten wichtigen Schritt zur Veredlung der Bohne, werden die unterschiedlichsten Aromen freigesetzt. Der M-Industrie-Betrieb Delica AG in Birsfelden röstet jährlich mehr als 12 000 Tonnen Kaffee, der als grüner Rohkaffee per Schiff aus den weltweiten Kaffeeanbaugebieten ankommt.

Exquisito Bohnen*, 1 kg, Fr. 11.50 * 33% auf alle 1-kg-Bohnen vom 23. bis 29. 9.

Qualität dank Schonröstung Die entscheidenden Punkte beim schonenden Rösten der Bohnen sind die richtige Temperatur und das Timing: Der grasig riechende Rohkaffee erhält bei circa 220 Grad in acht bis zwölf Minuten seinen letzten Schliff. In dieser Zeit verändert sich nicht nur die Farbe der Bohne von Grün auf Dunkelbraun, sie nimmt auch an Volumen zu und setzt ihre Aromastoffe frei. Ob Espresso, Macchiato oder Filterkaffee – fast alle Kaffeespezialitäten werden aus den Sorten Arabica und Robusta hergestellt. Als Kapseln, Pads, Mahl- oder Bohnenkaffee erhältlich, findet jeder in der Migros die Sorte für seinen persönlichen Genuss. AW

Bilder: Stefan Kubli

roh

Café Royal Colombia, 10 Kapseln, Fr. 4.20

Delizio Limited Edition Hawaii Maui, 12 Kapseln, Fr. 9.80 roh

geröstet

geröstet

Arabica-Bohne

Robusta-Bohne

Anbau Wächst auf 600–1800 m bei 15–25 °C. Brasilien ist der weltweit grösste Exporteur von Arabica-Bohnen. Geschmack Grösseres Aromaspektrum, mehr Säure, weniger Bitterstoffe, hellere Crema. Fruchtiger Geschmack.

Anbau Wächst auf bis zu 600 m bei Temperaturen von 20 bis 30 °C. Grösster Exporteur von Robusta ist Vietnam. Geschmack Robusta ist weniger süss und kann bitter schmecken, mit starkem, langem Nachgeschmack. Enthält mehr Koffein als die Arabica-Bohne.

Die M-Industrie stellt viele beliebte Migros-Produkte her. Dazu gehört auch der Kaffee von Delica.


SCHAUFENSTER 42 |

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FARMER FLAKES

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NR. 39, 22. SEPTEMBER 2014 | MIGROS-MAGAZIN |

Für einen guten Start in den Tag Die Farmer Flakes Nature bringen einen am Morgen rasch auf Trab. Mit Milch oder einem Nature-Joghurt mischen und geniessen. Farmer Flakes Nature, 83% Vollkorn, 500 g, Fr. 3.65* statt 4.60

Für den Aufsteller am Morgen Farmer Flakes mit Schokolade − für die Süssmäuler unter den Flakes-Fans. Farmer Flakes Schokolade, 67% Vollkorn, 500 g, Fr. 4.30* statt 5.40


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MIGROS-MAGAZIN | NR. 39, 22. SEPTEMBER 2014 |

SCHAUFENSTER

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FARMER FLAKES | 43

Für starke Leistungen Mit einer Schale Farmer Flakes mit Früchten und Nüssen tanken Fitnessbegeisterte die nötige Energie, vor oder während des Sports. Farmer Flakes Früchte & Nüsse, 65% Vollkorn, 500 g, Fr. 3.95* statt 4.95 * 20% bis 29. 9.

Vollkornschub für Aktive

Ob vor dem Sport, zum Zmorge oder bei geistiger Leistung: Farmer Flakes verleihen Energie.

W

er viel leistet, braucht auch viel Energie. Denn ohne die läuft gar nichts. Wir müssen täglich verschiedene Nährstoffe – Kohlenhydrate, Eiweiss, Fette, Vitamine und Mineralstoffe – zu uns nehmen, damit unser Körper genügend versorgt ist. Deshalb ist es wichtig, dass aktive Sportler, Menschen, die sich geistig anstrengen müssen, und natürlich alle, die fit in den Tag starten wollen, sich ausreichend mit einem Frühstück stärken. Und das soll selbstverständlich auch gut schmecken. Das Farmer-Sortiment ist umfangreich und wird ständig um innovative Produkte erweitert. Dazu zählen auch die knusprigen Flakes aus Vollkorn-

weizen in drei Geschmacksrichtungen: Die Sorten Nature, Früchte & Nüsse sowie Schokolade sind Energielieferanten, denn ihr wichtigster Bestandteil ist Getreide. Sie enthalten viel Vollkornweizen, sieben B-Vitamine, Eisen und weitere auserlesene Zutaten. Alle drei Flakes-Sorten sind reich an Ballaststoffen. Ob zum Frühstück, in der Schulpause, vor sportlichen Aktivitäten aller Art oder einfach als Snack zwischendurch, die grosse Auswahl an Farmer-Produkten, zu denen neben den Flakes auch Müesliriegel, Joghurts und Biskuits zählen, sind seit über 30 Jahren bei Gross und Klein beliebt. Text: Sonja Leissing Bilder: Veronika Studer


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MIGROS-MAGAZIN | NR. 39, 22. SEPTEMBER 2014 |

SCHAUFENSTER

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HAUSBÄCKEREIEN | 45

Garantiert von Hand gezöpfelt

Im Zopf steckt viel Handarbeit, denn die Zöpfelmaschine ist noch nicht erfunden.

F

reitag und Samstag ist Hoch-Zeit für Zöpfe in den 126 Migros-Hausbäckereien. So auch in Glarus, wo Anton Niedermann mit drei bis vier weiteren Bäckern an einem Wochenende über 1000 Zöpfe herstellt. «In den Teig kommen Mehl, Hefe, Wasser, Salz und natürlich Butter. Bestrichen wird der Zopf mit verschlagenem Ei», erklärt Niedermann. Das Mehl, mit dem gebacken wird, ist IP-Suisse-Mehl, das man am Terra-Suisse-Label auf dem Brotbeutel erkennt. Die Teigstränge werden von einer Maschine vorportioniert. Danach rollt jeder Bäcker sie auf die richtige Länge. Warum sieht das so leicht aus, was in privaten Haushalten bisweilen ein Kampf ist, weil die Teigrolle nicht länger werden will? «Das liegt oft daran, dass der Teig nicht genug geknetet worden ist», so Niedermann. «Wir haben eine Knetmaschine. Zu Hause braucht es dafür ganz schön viel Kraft und Ausdauer.» Das Flechten der Zöpfe ist Handarbeit, bis heute gibt es keine Zöpfelmaschine. Sechs bis sieben Sekunden dauert das Zöpfeln. Ein anderer Bäcker streicht Ei hauchdünn auf den Zopf, bevor der noch ruhen muss. Kurz vor dem Backen bekommt das beliebte Zmorgebrot noch einmal eine dünne Schicht Eistreiche. «Erst das bringt den perfekten Glanz. Eine Schicht allein würde nicht so schön glänzen», sagt Niedermann. Wenn die Butterzöpfe duftend den Ofen verlassen, kann auch der Bäcker nur schwer widerstehen. CS

Bild: Marvin Zilm

TerraSuisse Butterzopf, 700 g, Fr. 4.50

Die M-Industrie stellt viele beliebte Migros-Produkte her. Dazu gehören auch die Brote der Jowa.

Anton Niedermann zeigt stolz die frischen Butterzöpfe. Sie enthalten rund 7 Prozent Butter.


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MIGROS-MAGAZIN | NR. 39, 22. SEPTEMBER 2014 |

SCHAUFENSTER

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PASSION JOGHURT | 47

Passion Joghurt Stracciatella, 180 g, Fr. –.90

Passion Joghurt, Blutorange, 180 g, Fr. –.90

Passion Joghurt Marroni, 0,1% Fett, 180 g, Fr. –.90

Jedem sein Lieblingsjoghurt. Manche mögen es fruchtig und greifen zu den Passion-Joghurts Blutorange und Waldbeere.

Geliebte Cremigkeit

Passion-Joghurts gibts auch wieder in der fettarmen Sorte Marroni.

Bild: René Ruis, Styling: Mira Gisler

Passion Joghurt, Waldbeere, 180 g, Fr. –.90

Die M-Industrie stellt viele beliebte Migros-Produkte her. Dazu gehören auch die Passion-Joghurts.

W

er hats erfunden? Die Schweizer? Nein, für einmal waren sie nicht daran beteiligt. Das Joghurt stammt aus der Türkei und ist dort eine Nationalspeise, die süss oder salzig gegessen wird. Joghurt ist ein türkisches Wort und bedeutet «vergorene Milch». Viele türkische Haushalte stellen Joghurt heute noch selber her. In der Schweiz werden durchschnittlich 18 Kilogramm Joghurt pro Jahr und Kopf konsumiert. Für die Produktion wird die Milch zunächst auf 90 Grad erhitzt, anschliessend während einiger Minuten auf dieser Tem-

peratur gehalten und danach wieder auf 43 Grad abgekühlt. Damit aus der Milch Joghurt wird, vermischt man sie nach dem Erhitzen mit Milchsäurebakterien. Diese wandeln den Milchzucker in Milchsäure um.

Grosse Fruchtstücke und intensiver Geschmack Das Eiweiss in der Milch gerinnt, sie wird dickflüssig und damit zu Joghurt. Erst ab einem bestimmten Mindestgehalt an noch lebenden Milchsäurebakterien darf in der Schweiz die vergorene Milch auch als Joghurt bezeichnet werden.

Passion Joghurt, die GenussJoghurtlinie der Migros, bietet eine grosse Auswahl. Der intensive Geschmack der fruchtigen Varietäten gelingt durch eine hochwertige Fruchtmasse mit grossen Fruchtstücken. Darüber hinaus sind die Joghurts auch wegen ihrer cremigen Konsistenz sehr beliebt. Seit kurzem findet sich auch wieder eine herbstliche Sorte in den Kühlregalen: Marroni mit nur 0,1 Prozent Fett. Die Joghurts eignen sich zum Frühstück oder als Dessert und sind ein Genuss für jeden, der sich etwas Gutes gönnen möchte. HB


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MIGROS-MAGAZIN | NR. 39, 22. SEPTEMBER 2014 |

SCHAUFENSTER

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CHOC MIDOR

Süsse Auszeit Choc Midor bringt Abwechslung in die Kaffeepause – mit weisser Schokolade und Haselnuss.

E

ine Kaffeepause streichelt Seele und Gaumen. Sie ist wie ein Miniurlaub im Alltag. Ein Gebäck mit Schokolade macht den Genuss komplett. Viele Aromen der Kaffeebohne finden sich auch in der Kakaobohne wieder. Nur wenn der Verarbeitung dieser wertvollen Rohstoffe viel Sorgfalt geschenkt wird, kann sich der Geschmack richtig entfalten. Für die Gebäckkreation der Linie Choc Midor wird so auch nur feinste Schweizer Schokolade verwendet. Der Kakao dafür ist UTZ-zertifiziert, kommt also aus sozial- und umweltverträglichem Anbau.

Neuheit Bianca setzt auf zarte Waffel Seit vielen Jahren erfreuen sich die Choc-Midor-Spezialitäten einer grossen Beliebtheit bei Jung und Alt. Für Midor ist das Grund genug, das Sortiment laufend um neue Variationen zu erweitern. Bianca heisst das neuste Gebäck. Es ist eine zarte Waffel mit einer cremigen Haselnussfüllung, veredelt mit weisser Schokolade und bestreut mit Haselnussstückchen. Wie alle anderen Gebäcksorten lässt sich das weisse Schokoladenbiskuit natürlich auch ohne Kaffee geniessen. JV

Auf einer Etagere lassen sich die Biskuits edel arrangieren.

Neu: Choc Midor Bianca, 100 g, Fr. 3.10

Choc Midor Rondo, 100 g, Fr. 3.10

Bild: Simone Vogel

In grösseren Filialen

Choc Midor Rocher, 100 g, Fr. 3.10

Choc Midor Carré, 100 g, Fr. 3.10

Die M-Industrie stellt viele beliebte Migros-Produkte her. Dazu gehört auch das Choc-Midor-Sortiment.


SCHAUFENSTER 50 |

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CAPTORMANIA

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NR. 39, 22. SEPTEMBER 2014 | MIGROS-MAGAZIN |

Land in Sicht

Sessla, Terix, Wilma & Co. haben das Festland bereits erobert und dieses mit ihrem Spielfieber angesteckt. Jetzt aber geht es richtig los: Vier neue Joker, die Könige der Clans, rauschen an! er Die fünf Jok

Serton (24. 9.*) Der König der Snips verändert bei Temperaturwechsel seine Farbe.

Tarko (1. 10.*) Der König der Tarks, der mit dem Monokel, schimmert silbern.

Mila (8. 10.*) Die Königin der Mivas im transparent-rosafarbenen Glitzergewand.

Aris (15. 10.*) Der König der Aimos leuchtet im Dunkeln. * An diesen Daten erhalten Sie in allen Migros-Filialen pro Fr. 60.– Einkauf ein Sachet mit Joker und Sticker. Maximal 3 Stück pro Einkauf.

Captor-Darts-Mania Schon mal in den Deckel der Sammelbox geschaut? Sie ist auch eine Zielscheibe, die man aufhängen kann. Versuch die magnetischen Captors möglichst in die Mitte der Scheibe zu werfen, und zwar so, dass sie haften bleiben. Wer die höchste Punktzahl erreicht, hat gewonnen. Captorbox, Fr. 9.80

Bild: Nik Hunger

Wiley (im Starterkit) Die Königin der Wibbis sammelt Sonnenstrahlen und glänzt golden.


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SCHAUFENSTER

MIGROS-MAGAZIN | NR. 39, 22. SEPTEMBER 2014 |

Spiel mit un

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CAPTORMANIA | 63

s!

SO SPIELEN DIE WIBBIS

SO SPIELEN DIE MIVAS

SO SPIELEN DIE TARKS

Unterwasserflucht

Schwimmlinie

Gegensätzliche Meerespole

Für 2 oder mehrere Spieler Alle Spieler beginnen mit derselben Menge Captors. Jeder Spieler legt einen Captor nahe an eine Wand. Vor der Wand wird eine Linie gezogen. Die Idee ist nun, den eigenen liegenden Captor durch einen Stoss an die Linie zu bringen. Wer als Erster den eigenen Captor über die Linie bringt, hat gewonnen.

Für 2 oder mehrere Spieler Alle Spieler beginnen mit der gleichen Menge Captors. Auf dem Boden wird eine Linie gezogen. Aus einiger Entfernung versucht nun jeder Spieler, seinen Captor so nah wie möglich an den Strich zu werfen oder zu rollen. Gewinner ist der, der mit seinem Captor am nächsten an der Linie ist.

Für 2 oder mehrere Spieler Zeichne zwei parallele Linien mit einem Abstand von 20 Zentimetern. In die Mitte stellt man nun zwei Captors, die ein stehendes V ergeben. Nun versucht jeder Spieler, mit einem magnetischen Captor das V hinter die gegnerische Linie zu schieben, ohne dass dieses umfällt oder berührt wird.

SO SPIELEN DIE SNIPS

SO SPIELEN DIE AIMOS

Wellenkonformation

FlutschigerWechsel

Für 2 oder mehrere Spieler Für dieses Spiel braucht man zwei parallele Linien mit einem Abstand von 20 Zentimetern. Jeder Spieler nimmt einen Captor in die Hand und legt einen anderen an den Anfang seiner Linie. Zum Gewinnen müssen die Spieler versuchen, den unteren Captor mit Hilfe des Magnetismus auf die andere Seite zu führen, ohne dass sie einander berühren.

Für 1 oder mehrere Spieler Bei diesem Spiel hält man einen Stapel Captors in der Hand und versucht deren Position zu verändern, ohne dass ein Captor aus der Hand fällt. Wer die meisten Captors wechselt, gewinnt.

en Magnetstärk

Schwach, mittel, stark Die Captors haben drei unterschiedliche Magnetstärken, die man an ihren U-Booten ablesen kann. Sie sind wichtig für die Spiele, die oben und im Sammelalbum beschrieben sind.

Schwacher Magnet Wiedererkennungsfarbe in den Spielanleitungen: Türkis Eine schwache Magnetstärke hat zum Beispiel Wolli von den Wibbis.

Mittlerer Magnet Wiedererkennungsfarbe in den Spielanleitungen: Orange Eine mittlere Magnetstärke hat zum Beispiel Alma von den Aimos.

Starker Magnet Wiedererkennungsfarbe in den Spielanleitungen: Rot Ein starkes Magnet hat zum Beispiel Timor von den Tarks – und alle Joker


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WĂźstenwunder Oman und Dubai Wilde Gebirgslandschaften, endlose WĂźsten, grĂźne Oasen, traumhafte Strände, imposante Forts und orientalische Paläste machen Oman zu einem der abwechslungsreichsten Reiseziele auf der arabischen Halbinsel. Trotz Ă&#x2013;lreichtum und Modernisierung ist der alte Orient noch lebendig. Die Menschen leben nach althergebrachten Traditionen, sind gleichzeitig aber sehr weltoffen und empfangen uns mit herzlicher Gastfreundschaft. Die Metropole Dubai mit ihren vielen spektakulären Bauwerken und den Luxushotels an den Traumstränden erwartet uns zum Abschluss der Reise. Ihr Reiseprogramm 1. Tag: Hinflug ZĂźrichâ&#x20AC;&#x201C;Muscat. Linienflug mit Swiss via Dubai nach Muscat. Nach Ankunft Transfer zum Hotel. 2. Tag: Muscat. Freier Vormittag oder Bootsfahrt mit Delphin-Beobachtungen entlang der KĂźste (fak., Anmeldung bei der Buchung notwendig). Nachmittags Besuch der Grossen Moschee, des Bait Al-Baranda-Museum und Spaziergang im Hafenviertel Muttrah mit Fischmarkt und farbenprächtigem, mittelalterlichen Souk. 3. Tag: Muscat, Ausflug Batinah-Ebene. Fahrt nach Barka mit Besuch des traditionellen Fisch- und GemĂźsemarktes. Wir sehen auch die mächtige Festung von Nakhl, von wo wir ein grossartiges Panorama auf die umliegende Landschaft geniessen. Weiterfahrt zu den heissen Quellen. 4. Tag: Muscatâ&#x20AC;&#x201C;Surâ&#x20AC;&#x201C;Ras al Hadd. SĂźdwärts, entlang der beeindruckenden KĂźstenstrasse, erreichen wir Sur. Unterwegs Stopp beim Kalksteinkrater Bimah mit seinem blaugrĂźnen Kratersee. Besuch einer Dhow-Werft und Weitefahrt nach Ras al Hadd. Abendausflug nach Ras

al Jinz. Mit etwas GlĂźck beobachten wir die MeeresschildkrĂśten bei der Eiablage am Strand. 5. Tag: Ras al Haddâ&#x20AC;&#x201C;Wahiba Sands. Fahrt in die WĂźste Wahiba Sands mit Besuch von zwei typischen DĂśrfern, bevor wir Al Washil, das Tor zur Wahiba-WĂźste, erreichen. Von hier aus Fahrt im Geländewagen zum WĂźstencamp. 6. Tag: Wahiba Sandsâ&#x20AC;&#x201C;Nizwa. Wir verlassen die WĂźste und fahren zum historischen Palast von Jabrin. In der Nähe liegt auch Bahla, das grĂśsste Lehmfort Omans (Unesco-Weltkulturerbe). Ein weiterer HĂśhepunkt ist der Besuch der TropfsteinhĂśhlen von Al Hoota. 7. Tag: Nizwa. Besichtigung des Fort von Nizwa sowie des farbenfrohen Souks, der bekannt ist fĂźr seine handgefertigten Krummdolche und Silberschmuck. Fahrt nach Al Hamra. Der Ortskern besteht aus mehrstĂśckigen, dunkelroten Lehmziegelhäusern. Besuch des Bait al Safah-Museums und Weiterreise via Tanuf in die malerische Oase Birkat al Mauz. 8. Tag: Nizwaâ&#x20AC;&#x201C;Al Ain. Heute verlassen wir Oman und fahren Ăźber die Grenze in die Vereinigten Arabischen Emirate, in die Oase Al Ain. 9. Tag: Al Ainâ&#x20AC;&#x201C;Dubai. Kurze Besichtigung in Al Ain und Weiterfahrt nach Dubai. Nachmittags entdecken wir den traditionellen Teil von Dubai auf einer Stadtrundfahrt. Wir bestaunen Alt und Neu, von der eleganten Moschee bis zum architektonischen Wunderturm. Per Wassertaxi geht es Ăźber den Dubai Creek zum exotischen GewĂźrzmarkt und dem einmalig-glitzernden Gold-Souk. 10. Tag: Dubai. Im modernen Teil von Dubai sehen wir die Dubai Marina, ein exklusives Wohn-, Freizeit- und Geschäftsviertel, bevor wir die weltweit grĂśsste kĂźnstliche Insel, ÂŤThe Palm JumeirahÂť, erreichen. Weiterfahrt zum hĂśchsten Gebäude der Welt, dem 828 Meter hohen Burj Khalifa. Auf dem Areal ist auch das zweitgrĂśsste Einkaufszentrum der Welt zu finden. Individueller Besuch des Einkaufszentrums. MĂśglichkeit, mit dem Lift zur Aussichtsplattform im 124. Stock des Burj Khalifa zu fahren, was mit einem grossartigen Panorama Ăźber Stadt, Meer und WĂźste belohnt wird (fak., Anmeldung bei der Buchung notwendig). Den Abend verbringen wir auf einer Dhow, einem traditionellen arabischen Holzschiff. Wir segeln im Mondlicht entlang des Dubai Creek und geniessen ein Abendessen an Bord. 11. Tag: Dubai. Letzter Reisetag zur freien VerfĂźgung. Wir geniessen die Annehmlichkeiten unseres Hotels (Pool,

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Strandspaziergang etc.) oder tätigen letzte Einkäufe in einem der vielen Einkaufszentren. 12. Tag: RĂźckflug Dubaiâ&#x20AC;&#x201C;ZĂźrich. Kurz nach Mitternacht Transfer zum Flughafen. Linienflug mit Swiss nach ZĂźrich. Am frĂźhen Morgen Ankunft in ZĂźrich. Individuelle Heimreise.

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Ihre Hotels

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Auf dieser Reise haben wir fßr Sie folgende oder gleichwertige Hotels reserviert: Hotel Nächte Shangri-La Al Waha, Muscat 3 Turtle Beach Resort, Ras al Hadd 1 Arabian Oryx Camp, Wahiba Sands 1 Golden Tulip, Nizwa 2 Al Ain Rotana, Al Ain 1 Asiana Hotel, Dubai 3

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MIGROS-MAGAZIN | NR. 39, 22. SEPTEMBER 2014 |

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FOOD | 65

GUT & GÜNSTIG

Nordische Pizza mit Lachs Ergibt circa 4 Stück für circa Fr. 11.50 ■ Backofen auf 200 °C vorheizen. Einen rund ausgewallten Pizzateig (∅ 25 cm) samt Papier auf einem Backblech entrollen. In der Ofenmitte ca. 10 Minuten backen, bis der Teig leicht braun ist. Aus dem Ofen nehmen. ■ 1 kleine rote Zwiebel halbieren und fein hacken. 125 g Mascarpone mit 2 EL Milch glatt rühren. Mascarpone auf den Pizzaboden streichen. Mit der gehackten Zwiebel bestreuen. ■ Pizzaboden mit 200 g Brötlilachs belegen und mit 2 EL Kapern bestreuen. ■ Mit Pfeffer würzen und mit 1,5 EL gehacktem Dill bestreuen. In 4 Stücke schneiden. TIPP Dazu passt Salat oder Suppe.

Kalorienfrei süssen

Genussvolle Kaffeezeit

Die Steviapflanze wird in Südamerika seit Jahrhunderten zum Süssen verwendet. Ein Gramm Steviapulver entspricht ungefähr der Süsskraft von zwei Gramm Zucker. Dabei ist es völlig kalorienfrei. Zucristevia kann zum Süssen von Getränken und Speisen sowie zum Kochen und Backen verwendet werden. Zucristevia, Pulver, 250 g, Fr. 8.70

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Schnell gemacht: Der gebackene Pizzaboden wird fein belegt, unter anderem mit Lachs und Kapern.


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MIGROS-MAGAZIN | NR. 39, 22. SEPTEMBER 2014 |

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TOTAL | 67

Härtegrade

0–7 °fH sehr weich 7–15 °fH weich

15–25 °fH mittelhart 25–32 °fH ziemlich hart

32–42 °fH hart >42 °fH sehr hart

Total weiches Wasser Kalk im Wasser kann, wenn es erhitzt wird, Waschmaschinen beschädigen. Dagegen bietet Total neu Wasserenthärter.

Illustration: Konrad Beck, Bild: iStock

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as Wasser wird in der Schweiz gemäss Lebensmittelgesetz in sechs Härtestufen eingeteilt. Neben der Angabe in Millimol pro Liter (Anzahl Kalzium- und Magnesiumteilchen pro Liter Wasser) sind vor allem die französischen Härtegrade (°fH) geläufig. Bei uns ist das Wasser nur in den Voralpen, den Alpen und auf der Alpensüdseite weich, im Jura, in Uri und im Bündnerland mittelhart, im Mittelland – Bern, Aargau oder Westschweiz – hart bis sehr hart. Kalkhaltiges Wasser ab 15 °fH führt bei vielen Haushaltsgeräten zu Problemen und sogar Schäden, die vermeidbar sind. Hartes Wasser reduziert den Wirkungsgrad von Waschmitteln, sobald es erhitzt wird. Es hinterlässt auf den Heizstäben, der Trommel und anderen wichtigen Teilen der Wasch-

maschine Kalkrückstände. Hartes Wasser ist auch eine der Hauptursachen für Waschmittelrückstände, die Kleider unangenehm riechen lassen und zudem hart machen. Für Regionen mit mittelhartem bis hartem Wasser ist es sinnvoll, zusätzlich zum Waschmittel einen Wasserenthärter zu verwenden. Total führt dafür neu Wasserenthärter im Sortiment, die als Tabs, Pulver oder in flüssiger Form jedem Waschgang beigegeben werden können, nach Wasserhärte dosiert. Die Enthärter binden Kalk effizient, schwemmen ihn weg und schützen so alle wesentlichen Maschinenteile. Zudem braucht es weniger Waschmittel, denn es wird nur noch diejenige Menge benötigt, die für Regionen mit weichem Wasser vorgesehen ist. SL

Mit einem Wasserenthärter sieht die Wäschetrommel auch nach Jahren noch wie neu aus.

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MIGROS-MAGAZIN | NR. 39, 22. SEPTEMBER 2014 |

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Machen Sie mit beim Haustier-Fotowettbewerb zum Welttiertag am 4. Oktober.

Bild: Getty Images

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in Therapiehund ist ein wesensfester, gut erzogener und gesunder Hund. Damit jedermann diese bedingungslose und wohltuende Liebe erfahren kann, ist 1994 der Verein Therapiehunde Schweiz von Ursula Sissener gegründet worden. Nach erfolgreicher Ausbildung besuchen Halter und Hund Institutionen wie Alters- und Pflegeheime, Behindertenheime, Spitäler, Schulen oder Rehabilitationskliniken. Diese Besuche sind kostenlos und freiwillig. Immer mit dem Ziel, das körperliche und mentale Wohlbefinden der besuchten Personen zu erhalten beziehungsweise zu fördern. Die Migros unterstützt den Verein Therapiehunde Schweiz mit Einnahmen aus dem Tierproduktesortiment während der Zeit der

Welttiertag-Aktion vom 23. 9. bis 6. 10. Zum Welttiertag vom 4. Oktober suchen wir die schönsten Tierbilder, die Ihre Haustiere an ihrem Lieblingsort zeigen. Mit etwas Glück gewinnen Sie eine Kameraausrüstung im Wert von circa Fr. 2500.–. Des Weiteren locken Preise wie zwei iPads im Wert von je Fr. 500.– oder zehn Migros-Geschenkkarten im Wert von je Fr. 50.–. HB

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MIGROS-MAGAZIN | NR. 39, 22. SEPTEMBER 2014 |

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NONFOOD | 71

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Mit Giacobbo/Müller. Aber nicht wegen des Shoppings, sondern des Apéros anschliessend. Interview: Lea Simeon


SAISONKÜCHE 72 |

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MARTIN WALKER

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NR. 39, 22. SEPTEMBER 2014 | MIGROS-MAGAZIN |

AUFGETISCHT

Martin Walker, Schriftsteller, Historiker und Journalist Mit dem Geschichtsstudium in Oxford und Harvard war Martin Walker bestens gerüstet, um als Journalist sogar bis ins Weisse Haus zu kommen – Walker war Büroleiter der britischen Zeitung «The Guardian» in Washington. Später arbeitete er als Korrespondent in Moskau. Seine Geschichtsbücher über den Kalten Krieg wurden zur Pflichtlektüre an Universitäten. Er ist Vorsitzender einer amerikanischen Denkfabrik für Wirtschaftsfragen. Richtig berühmt wurde er aber mit den Bruno-Krimis, einer Serie kulinarischer Krimis, die im französischen Périgord spielen.

Was haben Sie immer auf Vorrat? Entenfett, Olivenöl, Butter, Pasta, Reis und Käse von Stéphane aus Audrix. Wie oft kochen Sie pro Woche? Wenn wir Gäste haben, zwei bis drei Mal, sonst mindestens ein Mal. Kochen ist für Sie ... ... Entspannung und Vorfreude, ein Abendessen mit Freunden zu teilen. Was würden Sie nie essen? Andouillettes – Würste aus Schweineinnereien. Die frisst nicht einmal unser Basset Benson. Mit wem würden Sie gern mal essen gehen? Mit Oscar Wilde oder Thomas Mann.

Mörderisch gut

Martin Walker mit Basset Hound Benson.

Krimiautor Martin Walker kennt die Mächtigen der Welt, und in seinem ländlichen Zuhause im französischen Périgord trifft man Sarko, Thatcher und Merkel – seine Hühner. In dem beschaulichen Dorf, in dem in Wirklichkeit kaum Morde passieren, bereitet er mit dem Migros-Magazin entspannt eine währschafte Zwiebel-Tarte-tatin zu.


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MIGROS-MAGAZIN | NR. 39, 22. SEPTEMBER 2014

SAISONKÜCHE MARTIN WALKER | 73

Feine Zutaten für die Zwiebel-Tarte-tatin. Der Zucker wird benötigt, um die Zwiebeln vor dem Backen zu caramelisieren.

Anders als bei einer Wähe kommt bei einer Tarte tatin die Füllung nicht auf den Teig, sondern der Teig auf die Füllung. Gestürzt wird nach dem Backen.

Vorfreude auf die Tarte tatin: Martin Walker wallt den Kuchenteig sorgfältig aus.

E

in Stück Tomme d’Audrix, ein Baguette und ein Gläschen Wein auf dem Marché des producteurs im französischen Audrix, etwa 140 km von Bordeaux entfernt. Hier und in der malerischen Umgebung des Périgord spielen Martin Walkers Kriminalromane um den genussliebenden Polizeichef Bruno. Und weil Walkers Romanfiguren lebendige Vorbilder haben, lässt sich hier vortrefflich auf Spurensuche gehen, bevor wir den Autor am nächsten Tag persönlich treffen. Auf dem mittelalterlichen Marktplatz sitzen Einheimische und Touristen an

langen Tischen zusammen und ge­ niessen frische Würste, Käse, gebratene Entenstopfleber und Wein. Fast jeder Tourist überlegt: Ist das Stéphane, der Käser aus Audrix, der Brunos Lieb­ lingskäse herstellt? Dort drüben die Gastgeberin der Auberge Médievale, der einzigen Herberge am Ort? Mit den kulinarischen Krimis löste Walker einen wahren Périgord­Boom aus. Seit Bruno ermittelt, profitiert die pittoreske Gegend von steigenden Besucherzahlen.

Hühnerstall und Küchengarten – Landleben wie im Bilderbuch Am nächsten Morgen ist Treffpunkt in der Pâtisserie Cauet in Le Bugue. «Dort gibt es die besten Croissants», hatte Martin Walker per Mail bekanntgegeben und gleichzeitig vermieden, seine ge­ naue Adresse anzugeben. Nach einem kleinen Frühstück fahren die Gäste vom Migros­Magazin dem 44­jährigen blauen Deux chevaux von Martin Walker und seiner Frau Julia Watson hinterher. Nach wenigen Kilometern wird mit dem Arm die letzte Abzweigung angezeigt, und kurz darauf öffnet das Tor zu einem kleinen, ruhigen Paradies. Vom Innenhof des Häuserensembles geht es direkt in die gemütliche Land­ hausküche, wo «Saisonküche»­Köchin Anja Steiner sogleich die Zutaten für die Zwiebel­Tarte­tatin auspackt. Das Rezept stammt aus Walkers neuem Buch

«Brunos Kochbuch – Rezepte und Geschichten aus dem Périgord», das er zusammen mit seiner Frau Julia ge­ schrieben hat. Die Foodjournalistin war für die Rezepte zuständig, während die kulinarischen Geschichten Walkers Part waren. Ein Spaziergang über das Anwesen führt zum Hühnerstall. Dort regiert Hahn Sarko, der auf den gleichen Spitz­ namen hört wie der französische Ex­ Staatspräsident. Die Henne neben ihm ist Carla. Das zickige Huhn, das alle ter­ rorisiert, Margaret Thatcher. Schmun­ zelnd zeigt Walker auf eine Henne: «Die dort legt die meisten und grössten Eier, das ist Angela Merkel.» Walkers Zeit als politischer Journalist beim britischen «Guardian» hat offensichtlich Spuren hinterlassen. Als Vorsitzender einer Denkfabrik für Topmanager berät er heute noch Unternehmen und auch Regierungen. Ob die Politiker von den Hühnern wissen? Als Walkers Frau vor gut 15 Jahren anrief und sagte, sie habe d a s Haus gefunden, war der Journalist gerade im Weissen Haus in Washington. Den damaligen Präsidenten Bill Clinton kannte er noch aus Studienzeiten in Oxford. Er nahm den nächstmöglichen Flug nach Europa. Verarbeitet der Journalist seine Kenntnisse der Welt­ politik, die Verquickungen der Wirt­ schaft in seinen Krimis? Stoff gäbe es


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Seine & Kultur

Normandie im Herbst Romantische Weltstadt Paris ■ Besuch bei Claude Monet ■

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Ihr Reiseprogramm 1. Tag: Schweiz–Paris. Anreise nach Paris mit modernem Komfort-Reisebus. 2. Tag: Vernon. Sie besuchen Claude Monets Haus und Garten in Giverny sowie das Musée des Impressionismes (*). 3. Tag: Caudebec-en-Caux–(Le Havre)–Rouen. Stadtrundgang in Le Havre und Besuch des Museums der schönen Künste (*). 4. Tag: Rouen–Paris. Stadtrundgang in Rouen und Besuch des Museums der schönen Künste (*). 5. Tag: Paris. Bootsrundfahrt auf der Seine (*). Abends Opernaufführung «Tosca» von Giacomo Puccini (Kat. 2 inbegriffen, Kat. 1 Zuschlag CHF 55.–). 6. Tag: Paris. Stadtrundfahrt und Besuch des Centre Pompidou (*). 7. Tag: Paris–Schweiz. Ausschiffung und Rückfahrt zu Ihren Einstiegsorten.

Elsass & Schwarzwald

Flussfahrt zu Top Schnupperpreis ■ Die schönste Jahreszeit im Elsass und Schwarzwald Ihr Reiseprogramm ■

1. Tag: Schweiz–Baden-Baden–Strassburg. Anreise mit modernem Komfort-Reisebus nach Baden-Baden. Stadtrundgang (inbegriffen). Einschiffung auf unser modernes Flussschiff, die «Excellence Queen». Um 16 Uhr heisst es «Leinen los». 2. Tag: Strassburg. Mittelalterliche Fachwerkhäuser, verwinkelte Gassen, das Flüsschen Ill mit seinen Kanälen und vor allem das Münster «Notre Dame» prägen dieses Juwel am Rhein. Erleben Sie die Stadt vormittags auf einer Bootsfahrt auf dem Flüsschen Ill (inbegriffen). Entdecken Sie nachmittags Obernai, einen der bedeutendsten Weinbauorte an der Elsässer Weinstrasse. Degustation in einem typischen Weinkeller (CHF 30.–). 3. Tag: Colmar–Schweiz. Nach dem Frühstück Ausschiffung in Breisach. Fahrt ins bezaubernde Colmar. Nachmittags Weiterfahrt durch den wunderschönen Schwarzwald mit Zwischenstopp am weltbekannten Titisee. Anschliessend Rückfahrt mit modernem Komfort-Reisebus in die Schweiz zu Ihren Einstiegsorten.

Main-Donau-Kanal Imposante Flussfahrt zum Kennenlernen Städte mit Fachwerkhäusern ■ Universitätsstadt Würzburg Ihr Reiseprogramm ■ ■

1. Tag: Schweiz–Würzburg. Bus-Anreise nach Würzburg. Stadtrundfahrt (inbegriffen). Einschiffung und um 20 Uhr heisst es «Leinen los». 2. Tag: Bamberg. Rundgang in Bamberg (*). Besichtigen Sie den Bischofssitz mit dem Dom und dem weltberühmten Reiter und sehen Sie die ehemalige Insel «Klein-Venedig». 3. Tag: Nürnberg. Rundfahrt in Nürnberg (*). Die Altstadt ist umgeben von einer 5 km langen, fast vollständig erhaltenen Stadtmauer mit 80 Wehrtürmen. 4. Tag: Kelheim–Regensburg. Vormittags Besichtigung des Donaudurchbruchs, der Befreiungshalle und des Benediktinerklosters Weltenburg (*). Rundgang in Regensburg (*). 5. Tag: Passau. Ausschiffung und Rückreise mit modernem Komfort-Reisebus in die Schweiz zu Ihren Einstiegsorten.

Reisedatum 2015 25.10.–31.10.14 Preise pro Person Fr. Kabinentyp Katalogpreis Aktionspreis 2-Bett-Kabine frz. Balkon, Mitteldeck 2470.– 1870.– 2-Bett-Kabine frz. Balkon, Oberdeck 2680.– 2030.– Ausflugspaket mit 5 Ausflügen 245.– Zuschlag Königsklasse Luxusbus 245.– Treibstoffzuschlag 35.– Unsere Leistungen Fahrt mit modernem Komfort-Reisebus Schifffahrt in der gebuchten Kabine inkl. Opernaufführung Vollpension an Bord, Gebühren, Hafentaxen Erfahrene Mittelthurgau-Reiseleitung Abfahrtsorte 06:15 Wil ; 06:30 Burgdorf ; 07:00 Zürich-Flughafen, Reisebusterminal ; 08:00 Baden-Rütihof ; 09:00 Basel SBB ■

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Abfahrtsorte 06:15 Wil ; 06:40 Winterthur, Rosenberg; 07:00 ZürichFlughafen ; 07:30 Burgdorf ; 08:00 Baden-Rütihof ; 09:00 Basel SBB eqbad1 Internet eqcol1 Buchungscode

Reisedatum 2014 Würzburg–Passau 16.10.–20.10.14 Preise pro Person Fr. Kategorie/Kabinentyp Katalogpreis* Sofortpreis 2-Bett-Kab., frz. Balkon, Oberdeck 1565.– 1095.– Junior-Suite, frz. Balkon, Mitteldeck 1705.– 1195.– Junior-Suite, frz. Balkon, Oberdeck 1995.– 1395.– Unsere Leistungen Fahrt mit modernem Komfort-Reisebus Schifffahrt in der gebuchten Kabine Vollpension an Bord, Gebühren, Hafentaxen Erfahrene Mittelthurgau-Reiseleitung Abfahrtsorte 06:30 Burgdorf ; 06:45 Basel SBB; 07:20 Aarau SBB; 08:00 Baden-Rütihof ; 08:30 Zürich-Flughafen, Reisebusterminal ; 08:50 Winterthur, Rosenberg, 09:15 Wil ■

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SAISONKÜCHE

MIGROS-MAGAZIN | NR. 39, 22. SEPTEMBER 2014 |

bestimmt genug, und bekanntlich ist die Welt ein Dorf. Die Realität und deren Deutung hat Walker in Sachbücher übertragen, wie etwa dasjenige über den Kalten Krieg. «Aber die Bruno-Krimis sind Fiktion», gibt er sich diplomatisch. Über Politik und das aktuelle Weltgeschehen unterhält er sich mittlerweile am liebsten mit den Männern aus Le Bugue. «Immer wenn die Frauen ihren Bingo-Abend haben, veranstalten die Männer ein ‹Junggesellenkochen›», erzählt Walker. Denn so richtig gut über die Ereignisse in der Welt debattieren lässt es sich nur, wenn Essen und Wein munden.

Text: Claudia Schmidt Bilder: Loïc Le Loët

MARTIN WALKER | 75 ZUTATEN 5–6 rote Zwiebeln 2 EL Sonnenblumenöl 50 g Butter 20 g Zucker 1 EL Aceto balsamico bianco Salz, Pfeffer ¼ Bund Thymian 100 g Ziegenkäse, z. B. Chavroux 25 g Rucola Croustade-Teig: 175 g Mehl 110 g Schweineschmalz oder Butter, tiefgekühlt 0,8–1 dl Eiswasser ½ TL Salz

«Ich habe mir das Périgord auch über das Essen erschlossen» Die «Saisonküche»-Köchin hat derweil den Kuchenteig bereits gut gekühlt und die Zwiebeln in der ofenfesten Form caramelisiert. Gute Vorarbeit. Martin Walker wallt den Teig gekonnt aus, es bereitet ihm sichtlich Vergnügen. Fast scheint es, als sei der Geniesser Martin Walker ein Seelenverwandter des erfundenen Polizeichefs. Aber wer würde im Périgord nicht ins Schwärmen geraten ob der vielen Köstlichkeiten, die die Natur und die viele kleinen Produzenten bereithalten? «Ich habe mir das Périgord auch über das Essen erschlossen und mich in die Gegend verliebt.» Walker ist mittlerweile Ehrenbürger von Sainte-Alvère sowie Botschafter der Périgord-Trüffel und Mitglied der Bruderschaft der Entenleberpastete. Seine Frau Julia hat im Garten ein paar der letzten Tomaten geerntet. Schnell röstet sie Brot, streicht mit einer Knoblauchzehe darüber und gibt Tomatenscheiben drauf. Es soll neben Charcuterie und Käse noch mehr zum Apéro geben. Während die Tarte tatin im Ofen bräunt, wird auf der Terrasse mit Wein aus der Bergerac-Region angestossen. Die Tarte ist prima gelungen. «Das Stürzen ist immer ein schwieriger Moment. Man darf die Form nicht zu lange stehen lassen, sonst wird das Caramel fest und bleibt in der Form kleben», verrät die «Saisonküche»Köchin einen Tipp. Geht es ums Essen, ist man im Périgord entspannt, solange die Zutaten erstklassig sind. Beim geselligen Beisammensein mit dem Autor wird über Gott und die Welt geplaudert. Für einen Nachmittag fühlen sich die Gäste wie Nachbarn aus dem Dorf.

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Zubereitungszeit: ca. 25 Minuten + ca. 75 Minuten schmoren und backen Pro Person ca. 10 g Eiweiss 46 g Fett 44 g Kohlenhydrate 2700 kJ/640 kcal

Brunos Tarte tatin mit roten Zwiebeln ZUBEREITUNG 1. Für den Croustade-Teig Mehl in eine Schüssel geben. Gefrorenes Schmalz mit Hilfe einer groben Reibe sofort auf das Mehl reiben. Schmalz immer wieder mit Mehl bestäuben, wenn es zu kleben beginnt. Eiswasser unter Rühren vorsichtig über die Mehl-Fett-Mischung giessen, zu einem Teig zusammenfügen. Scheint die Masse zu trocken, löffelweise Wasser zugeben. Teig zu einer Kugel formen. In Klarsichtfolie einwickeln. 30 Minuten kühl stellen. 2. Zwiebeln je nach Grösse halbieren oder vierteln. Backofen auf 170 °C vorheizen. In der Form Öl und Butter erhitzen. Sobald das Fett leicht schäumt, Zucker unterrühren. Zwiebelstücke mit den Schnittstellen nach unten in Zucker legen, sodass die ganze Form ausgefüllt ist. Bei kleiner Hitze mit Deckel 10–15 Minuten caramelisieren. Mit Aceto beträufeln. Mit Salz, Pfeffer und Thymian abschmecken.

3. Form gedeckt in die Ofenmitte einschieben. Zwiebeln ca. 45 Minuten schmoren lassen. Nach 30 Minuten mit der Messerspitze probieren, ob die Zwiebeln weich sind. Temperatur auf 200 °C erhöhen. Falls sich in der Form Flüssigkeit gebildet hat, diese sirupartig einköcheln lassen. 4. Kuchenteig auswallen. Er sollte 3 cm grösser sein als der Durchmesser der Form. Teig auf die Zwiebeln legen. Rand auf der Seite festdrücken. Teig mit einer Gabel mehrmals einstechen. Tarte in der oberen Ofenhälfte ca. 30 Minuten backen, bis der Teig goldbraun und knusprig ist. Aus dem Ofen nehmen, ca. 15 Minuten abkühlen lassen. Mit einem spitzen Messer vorsichtig den Rand lösen. Einen Teller auf die Form legen und Tarte stürzen, sodass die Zwiebeln oben liegen. Mit zerbröckeltem Ziegenkäse und Rucola bestreuen.

TIPPS Mit Senfvinaigrette servieren. Statt der Croustade einen fertig ausgewallten Kuchenteig nehmen.

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IHRE REGION

MIGROS-MAGAZIN | NR. 39, 22. SEPTEMBER 2014

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Im Melectronics finden die Kunden die trendigsten Produkte. Aktuell erhalten die beiden Berner Filialen zudem einen völlig neuen Look.

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n der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin sind Anfang September die neusten Trends der Unterhaltungselektronik und Telekommunikation vorgestellt worden. Zum Beispiel schlanke Tablets, die mit neuen Anwendungsmöglichkeiten überzeugen oder Curved TVs, die mit ihrer geschwungenen Form noch besser auf das Auge des Betrachters eingehen. Melectronics hat die neuen Technologien unter die Lupe genommen und eine passende Auswahl für das künftige Sortiment getroffen.

Wer solche Neuheiten lieber per Mausklick einkaufen möchte, kommt bei Melectronics übrigens genauso auf seine Kosten, wie alle, die sich lieber persönlich beraten lassen. Der Kunde hat die Wahl aus über 100 000 Artikeln. Sollte ein Artikel in der Verkaufsstelle nicht verfügbar sein, kann er vor Ort auf den Onlineshop und Produkteinformationen zugreifen und den Artikel auf Wunsch gratis nach Hause oder ins Büro liefern lassen. Die Melectronics-Verkaufsstellen werden nach und nach modernisiert

Adressänderungen: nur noch der Post melden. Die Zeitung wird dann automatisch an die neue Adresse geliefert. Abonnentenservice: MIGROS AARE, 3321 Schönbühl, Tel. 058 565 84 01. E-Mail: dienstleistungen@gmaare.migros.ch

und an die wachsenden Kundenbedürfnissen angepasst. Die Berner Melectronics-Filialen in der Marktgasse – neu ab dem 25. September – und im Einkaufszentrum Westside – neu ab dem 23. Oktober – bekommen je einen neuen Look verpasst. Beide Verkaufsstellen werden heller, übersichtlicher und nach neuem Konzept gestaltet. Sie bieten künftig eine bessere Übersicht und mehr Orientierung. Die gute Beratung bleibt natürlich an beiden Standorten erhalten. Text: Sarah Baur


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MIGROS AARE

Dank der Unterstützung der Migros Aare können Spielsachen für Flüchtlingskinder gekauft werden.

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«Spielsachen kommen nicht mit auf die Flucht» Der Sozialpädagoge Dieter Haefeli, Betreuer in der Kantonalen Asylunterkunft Suhr 6, war Gast an der Herbstsitzung des Genossenschaftsrats der Migros Aare. Hier stellt die Kommission für soziale Anliegen (KosA) traditionell ein von ihr unterstütztes Projekt vor. Haupsächlich gehe es um die Bedürfnisse der Flüchtlingskinder, wie Haefli ausführte: 136 Menschen leben zurzeit in der Asylunterkunft, darunter 54 Kinder. Die anderen Bewohner, die zu einem grossen Teil aus Syrien und Eritrea stam-

men, sind mehrheitlich Frauen sowie Personen, die eine regelmässige medizinische Versorgung benötigen. Der Beitrag der KosA wird zum einen in den Integrationsspielplatz investiert, der die Begegnung mit Kindern aus dem Quartier ermöglichen soll. Zum anderen werden die Kinderspielzimmer aufgewertet – mit kindergerechtem Mobiliar, pädagogischem Spielmaterial und Malutensilien. «Kinderspielsachen nehmen die Menschen auf ihrer Flucht nicht mit», gibt Haefeli zu bedenken.

Züchter mit Leib und Seele: Willi Lüscher sorgt sich um rund 180 Damhirsche.

Wildes Röhren in Muhen

Willi Lüscher aus Muhen AG züchtet Damhirsche, die möglichst naturnah gehalten werden. Das fettarme Wildfleisch liefert er an die Migros Aare.

D

ie robusten Damhirsche kommen neugierig an den Zaun, wenn Willi Lüscher sich dem Gehege nähert. Zwar leben sie möglichst naturnah in der Herde und sind Fremden gegenüber sehr scheu, aber ihre Bezugspersonen kennen sie genau. Willi Lüscher krault seine Tiere zufrieden am Hals und schwärmt von ihren Qualitäten. «Damhirsche sind Krankheiten gegenüber sehr resistent.

Sie fressen Gras, Heu, Heuwürfel und Grassilage», erklärt der Wildzüchter und streichelt einer Hirschkuh übers hell gepunktete Fell. «Wichtig für ihre Haltung ist ein mindestens zwei Meter hoher Zaun, weil die Damhirsche sehr hoch springen können.» Die Tiere sind zwar jede Witterung gewohnt, mögen aber nicht zu viel Sonne. Der Sommer dieses Jahres gab ihnen

also keinen Anlass zur Unzufriedenheit, und die offenen Ställe bieten ihnen Schutz, wenn sie sich im Trockenen ausruhen wollen.

Das Fleisch der Tiere ist fettarm und eiweissreich Die rund 180 Damhirsche in Muhen leben auf einer Fläche von vier Hektaren in zwei gemischtaltrigen Herden. So ent-


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IHRE REGION

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Spektakel auf dem Bundesplatz

Das Bundeshaus erstrahlt im Herbst in einem anderen Licht.

Zum vierten Mal findet diesen Herbst in Bern das allabendliche «Rendez-vous Bundesplatz» statt. Während sechs Wochen wird das Parlamentsgebäude mit einem neu konzipierten Ton- und Lichtspektakel in Szene gesetzt: vom 17. Oktober bis am 30. November. Ausgangspunkt der diesjährigen Show unter dem Motto «Zeitreise im Paradies» ist das Kontrollzentrum mit der weltweit genauesten Atomuhr in Bern. Mehr darüber erfahren Interessierte in einer der nächsten Aus-

gaben des Migros-Magazins. Hauptpartner des «Rendez-vous Bundesplatz» ist auch in diesem Jahr wieder das Migros-Kulturprozent. Speis und Trank wird es im «Bistro Rendezvous» auf dem Bundesplatz geben, geführt durch den Catering Services Migros. www.rendezvousbundesplatz.ch Das Migros-Kulturprozent ist Hauptparter von «Rendez-vous Bundesplatz».

Die Damhirsche leben in zwei gemischtaltrigen Herden auf einer Fläche von vier Hektaren.

wickeln sie ein artenspezifisches Sozialverhalten. Dank der klaren Rangordnung innerhalb der Herden gibt es wenige Revierkämpfe und die Tiere wachsen friedlich auf. Diese Lebensumstände wirken sich auch auf die Qualität des Fleisches aus. Rund 60 Damhirsche von Lüschers Hof erreichen jeweils im Herbst ihr Schlachtgewicht. Ihr Fleisch ist fettarm, eiweiss-

reich und unterstützt eine cholesterinarme Ernährung. Es hat ein zartes Aroma, das nicht zu vergleichen ist mit dem typischen Wildgeschmack des Rehfleischs. Für den Züchter ist der Weg vom Tier zum Fleisch nicht immer leicht. Auch wenn Lüscher selber während der Saison auf die Jagd geht, so überlässt er es doch lieber zwei befreundeten Jägern,

seine eigenen Tiere zu erlegen, wenn die Zeit dafür gekommen ist. Das Fleisch der Damhirsche vom Hof in Muhen wird sorgfältig weiterverarbeitet. Die qualitätsgeprüften Wildspezialitäten werden anschliessend unter dem Label «Aus der Region. Für die Region.» an ausgewählte Supermärkte der Migros Aare geliefert. Text: Sarah Baur


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REISEN

Die h端gelige Rebberglandschaft der S端dsteiermark erinnert an einen gepflegten Zengarten.

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Servus in der Genusshochburg Sie erinnert landschaftlich an die Toscana und wartet mit Spezialitäten, naturnahen Erlebnissen und gut gelaunten Menschen auf: Die Südsteiermark in Österreich ist ein kleines Paradies für Geniesser.

W

enn es Reben hat, fühle ich mich wohl!», sagt Sabrina Dreisiebner-Lanz (34) und lächelt verschmitzt. Kein Wunder, die Schweizerin hat in der Steiermark eine wichtige Aufgabe: Sie berät Winzer der Südoststeiermark und in Sachen Bioweine die Betriebe in allen drei Weinbaugebieten des österreichischen Bundeslandes. In Zürich geboren, in Langnau am Albis, Küsnacht, Nepal und Gümligen aufgewachsen, dann wohnhaft in Küsnacht und Oberrieden, ist die Weinbauberaterin nach einem Deutschlandabstecher nun in der Steiermark angekommen. Von ihrem neuen Zuhause schwärmt sie in den höchsten Tönen. Die hügelige Landschaft mit den vielen Rebbergen mag die Önologin zu jeder Jahreszeit. Beeindruckend, wie die Stimmung im Sommer vom nahen Mittelmeerraum geprägt ist, der Herbst golden strahlt und der Winter eine grosse Ruhe bringt. Die Vielfalt der Kulinarik, die verschiedenen Weinsorten, die Weinphilosophien – all das gefällt ihr. Genauso wie die Menschen, die sie als sehr offen und locker empfindet, was wohl auch dem mediterranen Einfluss zu verdanken ist. «Ich habe mich hier viel schneller zu Hause gefühlt als in Deutschland», erzählt sie. In Leibnitz bei Graz hat sie mit ihrem Lebenspartner Johann Dreisiebner (59) und der dreijährigen Tochter Johanna ihren Lebensmittelpunkt gefunden.

Graz, Genusshauptstadt mit toller Aussicht In Graz, der Lieblingsstadt von Sabrina Dreisiebner-Lanz, sammeln die meisten ausländischen Steiermarkbesucher ihre ersten Eindrücke. Viele lauschige Gas-

Sabrina Dreisiebner-Lanz ist passionierte Weinbauberaterin und Önologin.


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REISEN

Ehrenhausen Berghausen Sulztal Oberhaag

Arnfels

Leutschach

2 km

sen und Höfe laden zum Schauen und Verweilen ein, und alle Sehenswürdigkeiten sind gut zu Fuss erreichbar. Man kann sich treiben lassen, sich verlaufen, ohne sich dabei zu verirren. Und so landet man früher oder später auf dem Schlossberg, entweder zu Fuss, mit der Schlossbergbahn oder dem Panoramalift, der im Berginnern in einem Stollen fährt. Auf dem Aussichtsberg geniesst man die Sicht auf Graz und sein eigenwilliges Kunsthaus. Es wurde 2003 errichtet, wegen seiner futuristischen Form bekam es Spitznamen wie «Wildschwein», «Kunst-UFO» und «Friendly Alien». Es ist architektonisches Wahrzeichen von Graz, genauso wie der Uhrturm auf dem Schlossberg. Wer vom Ausblick über das Dächermeer von Graz nicht genug bekommen hat und dem Hausberg (fast) auf Augenhöhe begegnen möchte, besucht das Restaurant Freiblick in der obersten Etage des Kaufhauses K&O, eigentlich Kastner & Öhler. Vor lauter Aussicht sollte man jedoch die feinen Kleinigkeiten nicht verpassen, die im modernen, luftigen Restaurant angeboten werden. In der Genusshauptstadt Graz findet man ohnehin viele tolle Restaurants und Spezialitätengeschäfte. Sie sind alle in den Strassen und Gassen in der Gegend des Hauptplatzes zu finden. Im «Bermuda-Dreieck» zwischen Mehlplatz, Prokopigasse und Färberplatz ist auch abends immer etwas los. Hier trinkt man beispielsweise im «Eckstein» gern ein Glas Wein oder ein Bier. Oder man be-

Glanz a. d. W.

Ratsch

Südsteirische Weinstrasse

Österreich

Oben: Vom Café Freiblick aus sieht man zum Grazer Uhrturm Oben rechts: Kleine Trödelläden in der Sackstrasse in Graz. Rechts: Etwas utopisch wirkt die schwimmende Insel in der Mur.

Als wäre ein Riese mit dem Rechen durch die Landschaft gefahren.

sucht die etwa zehn Gehminuten entfernte Oper. Es handelt sich um das zweitgrösste Opernhaus Österreichs. Möglicherweise landet man in der nahe gelegenen «Kitchen12», wo Ferdinand (51) als autodidaktischer Quereinsteiger frisch, gut und einheimisch kocht und von Tochter Mimi (17) beim Servieren tatkräftig unterstützt wird. Wenn die Zeit reicht, ist Ferdinand für einen Schwatz zu haben.

Weingüter und Feste entlang der Weinstrasse Ob der Vielseitigkeit, die diese Stadt mit dem Unesco-geschützten, besterhaltenen Stadtkern Mitteleuropas bietet, wundert es nicht, dass sie die Lieblingsstadt von Sabrina Dreisiebner-Lanz ist. Doch ihre eigentliche Leidenschaft gehört dem Land. Entlang der südsteirischen Weinstrasse – sie führt durch

14 Gemeinden – bewirtschaften 950 Winzer etwa 2340 Hektar Weingarten. Es reiht sich Hügel an Hügel, deren Nordhänge meist von Wald bedeckt sind. Und wo keine Rebstöcke stehen, wachsen Obstbäume und Kürbisse. Aus der Ferne wirken die Weinberge, als wäre ein Riese mit dem grossen Rechen durch die Landschaft gefahren. Und wer zwischen dem Jakobitag (25. Juli) und Allerheiligen (1. November) durch das südsteirische Weinland reist, den begleitet ein stetes Klappern, das von eigentümlichen Windrädern herrührt. Klapotetz nennt sich diese Vogelscheuche, die mit einem «Ruder» ausgerüstet ist, das mancherorts an einen Hexenbesen erinnert. Auf dem Weingut von Wolfgang Maitz ist das ganze Jahr über ein Klapotetz zu sehen. Doch viel mehr Genuss bietet hier eine Weindegustation. Welschriesling, Weissburgunder,


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Seefeld (Tirol) Wellnesshotel Schönruh Ruhig im Zentrum von Seefeld auf 1200 m Höhe mit einem traumhaften Ausblick auf die Tiroler Bergwelt, liegt das Wellnesshotel Schönruh. Mit diversen Wellnessangeboten bietet das Spa-Hotel Erholung und Ruhe für Erwachsene ab 16 Jahren.

Oben: Lautstark verscheucht ein Klapotetz Vögel aus den Reben. Oben rechts: Im Weingarten kann man romantisch tafeln. Rechts: Im Keller des Weinguts Tement lagern viele feine Weine.

Reisedaten: Das Wellnesshotel Schönruh ist ausser ca. zwei Monaten das ganze Jahr geöffnet. Preis: Ab Fr. 111.– bis Fr. 212.– z. B. Ankunft am 14. 3. 15: Fr. 111.– pro Person/Nacht im Doppelzimmer, je nach Ankunftsdatum: Mindestaufenthalt 3 bzw. 7 Nächte

Morillon, Sauvignon Blanc und Muskateller werden im Weinlokal gereicht und im Laden verkauft. Wer mag, kann hier auch im Weinberg übernachten. Diese Kombination trifft man in der Steiermark oft. Auf der Pronegg kann man Ferien im Weinberg und Bauernhof verbringen. Die vielen Tiere erfreuen besonders die Kinder, während die Erwachsenen im lauschigen Garten eine Jause (Zvieri) geniessen und dabei auf die vom Sonnenlicht golden eingefärbten Weinberge schauen. Durch und durch biologisch-dynamisch wird auf dem Weingut Tauss angebaut. Und Gäste, die hier übernachten, frühstücken nach biologischen Standpunkten reichhaltig und gut. Wer mit Roland Tauss einen Spaziergang durch den Weinberg unternimmt, erfährt einiges über seine schöpfungsnahe Arbeitsweise. Seinen Trauben lässt er die Zeit, die sie brauchen, und sein Wein soll Kraft geben, nicht schwächen … Entlang der Weinstrasse werden fast das ganze Jahr über Feste gefeiert. Den krönenden Abschluss bildet jeweils im Oktober das Herbstfest in der Weinstadt Leibnitz. Doch zu den vielleicht schönsten Erlebnissen zählt «Tischlein deck dich im Weingarten». Es findet jeweils um die Sonnenwende und immer an einem anderen Ort statt, beispielsweise

oberhalb des Weinbergs Hochsulz des Weinguts Dreisiebner Stammhaus. Auf einem Hügel stehen weiss gedeckte Tische und rote Stühle, eingerahmt von Rebstöcken und der südsteirischen Landschaft. Während Gang für Gang – fünf insgesamt – aufgetischt und der stets passende Wein eingeschenkt wird, geht die Sonne in den Hügeln am Horizont unter. Die Stimmung steigert sich ins Zauberhafte, und schliesslich grüssen glitzernd die Sterne vom steirischen Himmel. Wie gut, gibt es das WeinMobil, das «Weinberg-Taxi», das die Gäste sicher nach Hause bringt. Texte und Bilder: Inge Jucker

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LEBEN

MIGROS-MAGAZIN | NR. 39, 22. SEPTEMBER 2014 |

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MIGROS-BANK-RATGEBER

Streitpunkt «Zweite Säule»

Albert Steck, Markt- und Produktanalyse Migros Bank

September

Die Pläne des Bundesrats waren nur vage formuliert und haben trotzdem erhebliche Diskussionen ausgelöst. Tatsächlich geht es um viel Geld: Rund 700 Milliarden Franken haben die Schweizer Haushalte über die Pensionskassen angespart. Der Entscheid, ob man dieses Geld bei der Pensionierung als Kapital oder als Rente bezieht, ist für jeden von enormer Tragweite. Doch welche Folgen hätte nun eine Beschränkung des Kapitalbezugs? Die grosse Mehrheit wäre davon nicht tangiert. Denn sieben von zehn Pensionierten entscheiden sich ohnehin für die Rente. Und von den restlichen 30 Prozent beziehen die meisten nur einen kleinen Teil der Ersparnisse als Kapital; im Schnitt sind es pro Kapitalbezüger 170 000 Franken. Diese Dominanz der Rentenlösung macht durchaus Sinn. Denn bei einer normalen Lebenserwartung fährt man damit meistens besser. Zur Illustration sehen Sie in der Grafik die Überlebenskurve für eine Person, die frisch in den Ruhestand getreten ist: Ein Alter von 80 erreicht die Rentnerin mit einer Wahrscheinlichkeit von immerhin 85 Prozent. Auf 90 Jahre kommt sie zu gut 50 Prozent. Den 95. Geburtstag kann sie mit einer Chance von 30 Prozent feiern. Und

Wahrscheinlichkeit nicht ausreichen. Bei der Rentenlösung brauchen Sie sich um Überlebende dieses sogenannte in % Langlebigkeitsrisiko 100 nicht zu kümmern – 90 die Rente erhalten Sie 80 auf sicher. Sinnvoller 70 Frauen ist der Kapitalbezug 60 hingegen, wenn Sie 50 Männer bei der Pensionie40 rung mit einem 30 baldigen Tod rechnen 20 müssen. Statistisch 10 kommt dieser Fall 0 Alter 65 70 75 80 85 90 95 100 105 allerdings selten vor: Das Risiko, als RentStatistische Überlebenskurve für eine 65-jährige ner bis im Alter 75 zu Person. Lesebeispiel: Die Wahrscheinlichkeit, das sterben, beträgt le80. Altersjahr zu erreichen, beträgt für eine Frau diglich 8 Prozent bei 85 Prozent und für einen Mann 74 Prozent. Frauen respektive 14 Prozent bei Männern. in jedem zehnten Fall wird sie gar 100. Damit wird auch klar, wer von einer Ebenfalls dargestellt ist die Über- allfälligen Einschränkung des Kapitallebenskurve für einen 65-jährigen bezugs vor der Pensionierung am stärksMann: Er wird zu 50 Prozent 87 Jahre alt. ten betroffen wäre: Personen, die eine tiefere Lebenserwartung haben. Ihre Eine geringe Lebenserwartung finanzielle Flexibilität nähme ab. Insbespricht für den Kapitalbezug sondere könnten sie das ersparte AltersDie Daten zeigen, weshalb der Kapital- kapital, das sie selber nicht mehr benöbezug oftmals problematisch ist: Ihre tigen, weniger gut an die Nachkommen Lebensdauer können Sie häufig nur weitervererben. schwer abschätzen. Wenn zum Beispiel eine Frau bei der Pensionierung mit Jetzt aktuell auf blog.migrosbank.ch: einem Kapitalverzehr innert 25 Jahren Diskussion plus weitere Infos zur Frage rechnet, so wird ihr Geld mit 50 Prozent «Kapital oder Rente?».

Aussicht auf ein langes Leben

Daten: SCRIS

Der Bundesrat erwägt, den Kapitalbezug aus der Pensionskasse bei der Pensionierung einzuschränken. Wie würde mich diese Massnahme treffen?

ALLTAGE MIT KINDERN Tipps und Ideen aus dem Buch «365 Alltage mit Kindern».

Bild: Lee Jakob

Achtung Sockendiebe! ■ Material: Socken ■ Und so gehts: Hat man dieses Spiel erst einmal begonnen, kann man sich vor Lachen bald kaum mehr halten. Zu komisch sieht es aus: Die Mitspielerinnen und Mitspieler ziehen sich die Socken so weit von den Füssen, bis von den Zehen her ein 10 Zentimeter langes Stück Socke hinunterbaumelt. Dann heisst es, in die Vierfüsslerstellung zu gehen. Auf ein

vereinbartes Signal hin geht es los: Die Kinder versuchen, sich gegenseitig die Socken von den Füssen zu reissen. Wer hat zuerst entblösste Füsse? Sabine Mandel: «365 Alltage mit Kindern. Tolle Tipps zum Spielen und Singen, Erleben und Staunen, Basteln und Backen», Werd Verlag, www.werdverlag.ch,www.exlibris.ch

Vorbereitung: Von den Zehen her sollten zehn Zentimeter Socke runterbaumeln.


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Stefanie Steiner mit Sohn Nael (links) und Marika Blatter mit Sohn Elias.

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NR. 39, 22. SEPTEMBER 2014 | MIGROS-MAGAZIN |


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MIGROS-MAGAZIN | NR. 39, 22. SEPTEMBER 2014 |

Auf der Intensiv­ station: Jonah Indergand im Alter von 2 Jahren und 10 Monaten nach seiner dritten Herzoperation.

Kinder, die am Herzen leiden

In der Schweiz kommen jährlich etwa 15 Kinder mit einer fehlenden linken Herzkammer zur Welt. Elias, Nael und Jonah hat der Herzfehler besonders hart getroffen. Ihre Mütter haben den Verein Fontanherzen Schweiz gegründet, um über deren Krankheit aufzuklären.

E

s ist der 20. September 2011. «Das kommt schon gut», sagt die Heb­ amme und streicht Marika Blatter immer wieder über den Oberarm. Gerade hat die junge Frau ihr Baby noch im Arm gehalten – jetzt starrt sie zur Tür, hinter der die Ärzte mit dem Neugeborenen verschwunden sind. «Es war eine Traumgeburt, 40 Minu­ ten, dann war Elias da. Er war wunder­ schön, einfach perfekt», erinnert sich die zweifache Mutter aus Udligenswil LU. Dann läuft ihr Baby plötzlich blau an, bekommt kaum Luft. «Es kommt schon gut», hört sie die Hebamme immer wieder sagen. Es kam nicht gut. Noch in derselben Nacht wird Elias mit

Verdacht auf einen schweren Herzfehler ins Kinderspital Zürich verlegt. Seine Eltern können am nächsten Morgen zu ihm und erfahren das Unfassbare: Ihr Sohn leidet an einem Hypoplastischen Linksherzsyndrom – ihm fehlt die linke Herzkammer, jene, die das sauerstoff­ angereicherte Blut in den Körper pumpt und aus der normalerweise die lebens­ wichtige Aorta führt. Die Ärzte geben den Eltern nur einen kurzen Moment, in dem diese über Leben oder Tod entscheiden müssen. Entweder sie tun alles für ihr Kind, oder sie lassen es für immer einschlafen. Noch vor 15 Jahre hätten Kinder mit einem Einkammerherzen diese Chance

in der Schweiz nicht gehabt. Sie starben kurz nach der Geburt. Heute können Kardiologen in einem mehrjährigen Verfahren nach dem französischen Herzchirurgen François M. F. Fontan einen neuen Blutkreislauf konstruieren, in dem die rechte Herzkammer die Aufgabe der fehlenden linken über­ nimmt. Dabei wird das gesamte sauerstoff­ arme Blut schrittweise unter Umgehung der fehlenden Herzkammer direkt in die Lunge geleitet. Je nach angeborenem Herzfehler geschieht dies in zwei bis drei Operationen. Wenn alles gut verläuft, sind diese Kinder dann fast genauso leis­ tungsfähig wie Kinder mit einem Zwei­

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kammerherzen. Herzkrank werden sie aber immer bleiben. An seinem vierten Lebenstag wird Elias zum ersten Mal operiert, sechs Stunden lang. Seine Eltern laufen in dieser Zeit durch Zürich. Menschen, Autos, Geräusche, Gerüche, das alles nehmen sie kaum wahr, nur ihre Angst ist allgegenwärtig. Marika Blatter weiss, dass eines von fünf Kindern diese Operation nicht überlebt. Auch bei ihrem Sohn treten Komplikationen auf. Nach dem Eingriff sitzt die gelernte Hotelfachassistentin an seinem Bettchen, kann den kleinen Körper nicht in den Arm nehmen, weil er über und über verkabelt ist, Elias Leben hängt an Maschinen.

Trotz Schockdiagnose lehnt sie eine Abtreibung ab Im Kinderspital Zürich lernt Marika Blatter Stefanie Steiner kennen. Auch sie bangt immer wieder um das Leben ihres Sohns Nael (2). Anders als Familie Blatter erfahren Steiners schon während der Schwangerschaft, dass mit ihrem Baby etwas nicht stimmt. Im Ersttrimestertest misst der Frauenarzt eine verdickte Nackentransparenz. «Die Tatsache, dass dies auch Indiz für einen Herzfehler sein könnte, haben wir verdrängt», erinnert sich die 32-Jährige. Bis zum Herzultraschall in der 19. Schwangerschaftswoche. Ihr Frauen-

«Nael schwebte tagelang in Lebensgefahr. Wir konnten nur hoffen und warten.» Mutter Stefanie Steiner

arzt überweist sie zum Kardiologen, der einen Tag später das bestätigt, was sie sich anhand der Andeutungen ihres Arztes und durch Informationen aus dem Internet zusammengereimt hat: Ihr ungeborener Sohn hat nur eine Herzkammer und eine unterentwickelte Hauptschlagader. Ein Schock. Trotzdem: Eine mögliche Abtreibung lehnt sie ab. Zehn Tage vor dem errechneten Geburtstermin wird die Geburt im Kinderspital Zürich eingeleitet. Es geht gut. Nach neun Tagen wird Nael zum ersten Mal operiert. Es kommt zu Komplikationen, zwei Wochen lang können die Ärzte den Brustkorb nicht schliessen. 14 quälende Tage liegt Nael auf der Intensivstation, nach weiteren sechs

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Wochen auf der Neonatologie darf er das erste Mal nach Hause ins aargauische Oberrohrdorf. Stefanie Steiner: «Inzwischen war auch bekannt, dass ein seltener Gendefekt zu Naels Herzfehler geführt hat.» Aufgrund der speziellen Mutation kann niemand sagen, wie sich der Bub körperlich und geistig entwickeln wird. Schon einen Monat später muss die Rega Nael notfallmässig ins Spital zurückfliegen. Sein Herz ist zu schwach, um die Sauerstoffversorgung im Körper aufrechtzuerhalten. Es wird eine Herzkatheter-Untersuchung durchgeführt, die Ärzte müssen die zweite Operation, die sonst zwischen dem vierten und sechsten Monat folgt, vorziehen. Alles scheint gut zu laufen. Doch dann fällt die Sauerstoffsättigung in seinem Blut zeitweise auf 50 Prozent. Normal ist ein Wert von über 95. «Nael hatte sich eine Atemwegsinfektion geholt und schwebte tagelang in Lebensgefahr. Wir konnten nur hoffen und abwarten», er-

DIE OPERATION

Wie das Kinderherz geflickt wird Sauerstoffarmes Blut

Sauerstoffreiches Blut aus der Lunge Aorta Lungenarterie

Obere Hohlvene

Lungenvene

Lungenarterie

Linker Vorhof

Lungenvene Rechter Vorhof

Linke Herzkammer Untere Hohlvene Rechte Herzkammer

Ein GESUNDES HERZ hat eine linke und eine rechte Herzkammer. Arterien (rot) transportieren sauerstoffreiches Blut in die Organe. Venen (blau) führen sauerstoffarmes Blut zum Herzen. Vermischtes Blut Unterentwickelte Hauptschlagader Öffnung zwischen rechtem und linkem Vorhof

Zusätzliches Gefäss, das Lungenarterie und Hauptschlagader verbindet

INFO

Ein seltener Herzfehler ohne Langzeitprognose

Unterentwickelte linke Herzkammer

Knapp ein Prozent aller Neugeborenen leidet an einem Herzfehler. In der Schweiz sind das 800 Kinder pro Jahr. Am häufigsten – in über 30 Prozent aller Fälle – haben die Kinder ein Loch in der Scheidewand zwischen den beiden Kammern, das sich operativ schliessen lässt.

Beim HYPOPLASTISCHEN LINKSHERZSYNDROM fehlt dem Neugeborenen eine ausgebildete linke Herzkammer: Das sauerstoffarme und sauerstoffreiche Blut vermischen sich (lila).

Obere Hohlvene und Lungenschlagader werden zusammengeführt

Fenster, das über eine Öffnung den linken Vorhof bedient

Eine fehlende linke Herzkammer kommt hingegen seltener vor und ist einer der schwersten angeborenen Herzfehler: In der Schweiz kommen jährlich ungefähr 15 Kinder mit einem Hypoplastischen Linksherzsyndrom (HLHS) auf die Welt. Durch ein zwei- bis dreischrittiges Operationsverfahren können Ärzte heute bei ihnen einen neuen Blutkreislauf konstruieren.

Erweiterung der Hauptschlagader Trennung von Haupt- und Lungenschlagader

Operative Entfernung der Wand zwischen den beiden Vorhöfen. So fliesst sauerstoffreiches Blut aus der Lunge ab.

NACH DER OPERATION fliesst das sauerstoffarme Blut aus den Hohlvenen direkt in die Lungenschlagader.

Illustrationen: Rebekka Heeb

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Das Risiko für Herzrhythmusstörungen oder Vorhofflimmern ist bei diesen Menschen allerdings erhöht, und mancher Patient braucht dann später im Leben wegen der einseitigen Belastung der rechten Herzkammer eine Herztransplantation. Wirkliche Langzeitprognosen lassen sich zurzeit allerdings nicht stellen, da die ersten Fontanpatienten erst um die 30 Jahre alt sind.


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MIGROS-MAGAZIN | NR. 39, 22. SEPTEMBER 2014 |

innert sich Stefanie Steiner an ihre Hilf­ losigkeit. Dieses Gefühl kennt Marika Blatter nur zu gut, auch um Elias Leben müssen die Ärzte immer wieder kämpfen. Ban­ gen, hoffen, bangen, hoffen. Der stän­ dige Ausnahmezustand zerrt an ihren Kräften, dazu kommt noch, dass die zu­ ständige IV Stelle Luzern die so dringend nötige Reha im deutschen Tannheim für die Familie nicht zahlen will. 12 000 Euro kostet die Massnahme für vier Wochen und vier Personen, die es so in der Schweiz nicht gibt: eine stationäre, strukturierte Behandlung für herzkranke Kleinkinder, bei der auch die Eltern ler­ nen, wie sie ihr krankes Kind pflegen. Auch deshalb gründen Marika Blatter und Stefanie Steiner den Verein Fontan­ herzen Schweiz. Die Dritte im Bunde: Rebekka Indergand aus Schattdorf UR. Auch ihr Sohn Jonah ist schwer herz­ krank. Neben Aufklärung und gegenseitigem Austausch wollen die Eltern gemeinsam um finanzielle Unter­

«Elias ist anfälliger, aber nicht weniger fröhlich als sein grosser Bruder.» Mutter Marika Blatter

stützung kämpfen, politisch etwas er­ reichen.

Schon bald steht die nächste Operation an Bei Blatters springt eine private Stiftung ein, spendet das Geld. Elias kann mit sei­ ner ganzen Familie vor seiner nächsten grossen OP in die Reha. Zurzeit geht es ihm gut, er ist stabil. Drei Mal am Tag be­ kommt er seine Medikamente, in der Nacht braucht er Sauerstoff, ein Mal pro Woche fährt seine Mutter mit ihm zum Kardiologen. Er ist schwächer und an­ fälliger für Infektionen als sein grosser

Bruder Tobias (5), aber nicht weniger fröhlich, findet seine Mutter. Dass die Familie diesen Weg eingeschlagen hat, bereut sie keine Sekunde. Darin ist sie sich mit Stefanie Steiner einig. Auch wenn es in dem streng getakteten Tages­ ablauf nicht immer leicht ist, Naels grosser und gesunder Schwester ganz ge­ recht zu werden, sagt Stefanie Steiner. Schon bald steht bei Nael die nächste grosse OP an, seine Mutter hofft, dass es gut kommt. Text: Evelin Hartmann Bild: Tina Steinauer www.fontanherzen.ch

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LESEN SIE ONLINE 6500 Jahre alte Krankheit Angeborene Herzfehler sind kein neues Phänomen. Die Geschichte einer 6500 Jahre alten Mumie ist erstaunlich.

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LEBEN

MIGROS-MAGAZIN | NR. 39, 22. SEPTEMBER 2014 |

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NERD’S WORDS

Scharfe neue TV-Welt: Dank OLED-Technik sind die Bilder kontrastreicher denn je.

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Fernseher mit OLED-Bildschirmen zeigen so schöne Bilder wie nie zuvor. Erstmals kosten die Geräte weniger als 3000 Franken.

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uf Handys und Tablets sind sie schon längst Standard, bei Fernsehern werden sie erst jetzt salonfähig: OLED-Bildschirme. Sie bestehen aus selbstleuchtenden, organischen Leuchtdioden und kommen ohne das umweltschädigende Quecksilber aus. Weil OLED keine Hintergrundbeleuchtung braucht, sinkt der Stromverbrauch in den Wohnzimmern. Darüber hinaus ermöglicht die Technik speziell hohe Kontrastwerte und damit das schärfste Fernsehbild aller Zeiten. Speziell: Es braucht keine extra aufbereiteten Inhalte. Um das ganze Potenzial von OLED-Geräten zu erleben, genügt bereits das weitverbreitete Full-HD. Allerdings ist die Technik noch so jung, dass noch zu wenig über ihre Lebensdauer bekannt ist. Das organische Material leuchtet nicht ewig – ausserdem haben die Grundfarben Rot, Grün und Blau eine unterschiedliche Lebenserwartung. Dadurch können mit der Zeit

unschöne Farbstiche entstehen. Hersteller wie LG und Samsung können aber entscheidend dazu beitragen: Da die verwendeten Materialien anfällig auf Sauerstoff, Wärme und Feuchtigkeit sind, müssen sie hermetisch abgeriegelt verarbeitet werden. Je besser das gelingt, desto länger leuchtet der Fernseher kraftvoll und konstrastreich. Seit die ersten OLED-Fernseher vor zwei Jahren präsentiert wurden, sind die Preise von damals 10 000 Franken um mehr als die Hälfte gesunken. Melectronics bietet als erster Händler der Schweiz ein Gerät unter 3000 Franken an: den LG Curved OLED mit einer Bildschirmgrösse von 55 Zoll. Texte: Reto Vogt www.migrosmagazin.ch

LESEN SIE ONLINE Der Preishammer im Detail: Alles Wissenswerte zum LG Curved OLED.

APP DER WOCHE

Bild: Fotolia

Stein um Stein um Stein Der Burj Khalifa ist ein Wolkenkratzer in Dubai und mit 830 Metern derzeit das höchste Gebäude der Welt. Beim Gratisspiel The Tower für Android und iPhone gehts um nichts Geringeres, als den Burj zu übertreffen. Es ist ein Geschicklichkeitsgame, das an Tetris erinnert. Beim Start des Spiels steht nur der Grundpfeiler des Gebäudes da – jede Sekunde wird ein Stockwerk eingeblendet, das per Fingertipp auf dem Bildschirm möglichst akkurat auf das darunterliegende platziert werden muss. Überlappt es seitlich zu sehr, werden die Bausteine immer kleiner, wodurch der Schwierigkeitsgrad steigt. Unterhaltsames Spiel für zwischendurch.

mit Reto Vogt

Elektrosport Fettige Haare und Bauch, Hornbrille. Durch dicke Gläser starren übermüdete Augen in einen grossen Computerbildschirm. Direkt daneben liegen eine leere Tüte Chips und eine halbvolle Zigarettenschachtel. Der Aschenbecher quillt über. Das ist das Bild, das viele Schweizerinnen und Schweizer von Gamern haben – von Männern und Frauen, die regelmässig Computerspiele spielen. Es ist falsch. Fast eine Milliarde Dollar zahlt Onlinehändler Amazon für die Übernahme der Firma Twitch, die ein gleichnamiges Videoportal ähnlich wie YouTube betreibt. Dort sind aber weder Musikclips noch Ausschnitte aus Fernsehsendungen zu sehen. Twitch zeigt einzig und allein Liveübertragungen aus Computerspielen, zum Beispiel die virtuelle Schlacht verfeindeter Clans – gesteuert von Profigamern. Wie Fussballspiele oder Formel-1-Rennen zahlreiche Fans vor die Bildschirme locken, tut das auch eine Partie «World of Warcraft» oder «Counter Strike». Und zwar mit beeindruckenden «Einschaltquoten»: Über 50 Millionen Menschen verfolgen jeden Monat, wie Gamer mit ihren Werkzeugen Maus und Tastatur umgehen. Es sind keine Hobbyspieler, die nur in ihrer Freizeit vor dem Computer sitzen. Im Gegenteil: Genauso wie Fussballer Arjen Robben oder Formel-1-Pilot Sebastian Vettel sind es Profis, denen Fans zujubeln. Sie sind das Zielpublikum des neuen TwitchBesitzers Amazon, der durch Werbeeinnahmen die Milliardeninvestition innert kurzer Zeit refinanzieren wird.

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Sportlich zum «Spörteln»: Familie Odermatt ist im neuen Mazda 3 zum Joggen an den Sempachersee gefahren. Von links: Céline, Karl Heinz, Luc und Doris.

STECKBRIEF

CO₂-RICHTWERTE

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Antrieb: R4-Turbodiesel, 2191 cm³, 150 PS, 380 Nm bei 1800/min, 6-Gang-Getriebe, Frontantrieb. Fahrleistungen: 0–100 km/h in 8,1 s, Spitze 210 km/h. Abmessungen: L/B/H 4,46/1,80/1,47 m, Laderaum 348 bis 1250 l, Gewicht 1395 kg. Verbrauch: 4,1 l/100 km = 107 g/km CO2-Ausstoss (Normwerte), Energieeffizienz A. Preis: ab 29 400 Franken (Basis: Skyactiv-G 100, 100 PS, ab 19 950 Franken).

Mazda 3 Skyactiv-D 150

Im Jahr 2015 sollen die Neuwagen in der Schweiz im Schnitt nur 130 g/km CO2 ausstossen und voraussichtlich ab 2021 nur 95 g/km. Geht man von einer kontinuierlichen Senkung vom letzten ermittelten Wert (2013: 145 g/km) bis 2015 aus, bedeutet das für 2014 einen Richtwert von 137 g/km. Der Testwagen liegt mit 107 g/km bereits deutlich darunter.

Céline liebt die Integration des Smartphones ins Multimediasystem.

Weitere Informationen zu unserem Bewertungssystem finden Sie unter www.migrosmagazin.ch


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MIGROS-MAGAZIN | NR. 39, 22. SEPTEMBER 2014 |

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dem Armaturenbrett projiziert. «Man hat den Verkehr im Blick und zugleich Tempo und Navigationshinweise.» Auch der Nachwuchs schätzt den Japaner. «Ich habe hinten zwar nicht sonderlich viel Platz für meine relativ langen Beine», sagt Céline (14), «aber mein Smartphone ist super einfach mit dem Multimediasystem zu koppeln. Die Internetmöglichkeiten konnten wir noch gar nicht alle austesten.» Bruder Luc (10) bestätigt: «Nach fünf Minuten habe ich mich wohler gefühlt als in unserem Renault Mégane.» Und Papa meint schmunzelnd: «Vorne ist das Raumgefühl besser als in meinem Geschäfts-VW-Golf, und die bequemen Ledersitze haben Sitzheizung.» Am Ende das erwähnte Fazit: Ab November fährt Familie Odermatt im eigenen Mazda 3. Weil er sehr günstig ist? «Jein. Fast perfekt ausgestattet ist er für einen Kompakten kein Schnäppchen mehr, doch dabei allemal günstiger als die Europäer», relativiert Doris Odermatt: «Aber für uns war entscheidend, dass er uns gefällt und überzeugt. Hier haben die Japaner ganze Arbeit geleistet!» Texte: Timothy Pfannkuchen

EXPERTE

170

107 g/km

100 90 80 2010 2011 2012 2013 2014 2015

Kurt Egli, Umweltberater

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DIE AUTO-TEST-FAMILIE

Der Mazda 3 ist schnittig und richtig gut gemacht: Familie Odermatt aus dem luzernischen Rain hat sich nach der Testwoche einen Dreier bestellt. ie eigentliche Überraschung dieses Lesertests erwähnt Karl Heinz Odermatt (49) fast nebenbei: «Wir haben uns jetzt einen Mazda 3 bestellt.» Dabei gehen die Odermatts allemal kritisch an den neuen Kompaktwagen heran. «Hinten sind die Raumverhältnisse eher ausreichend als grosszügig. Die Ladekante ist relativ hoch, und die Sicht nach hinten könnte besser sein», meint Doris Odermatt (47). Warum dann der Kauf? «Weil alles andere inklusive Ökofaktor stimmt und wir uns auf Anhieb wohlfühlten», sagt die Sachbearbeiterin: «Das Fahrvergnügen ist für ein Auto dieser Klasse überdurchschnittlich!» Karl Heinz Odermatt: «Auf knapp 400 Testkilometern verbrauchten wir im Schnitt 5,2 Liter. Ein prima Wert für einen 150-PS-Diesel, der kraftvoll und trotzdem leise ist», sagt der Aussendienstmitarbeiter: «Die Strassenlage ist fantastisch, dennoch federt er komfortabel. Arbeitsweg, Ausflüge – er eignet sich für fast alles und sieht schnittig aus.» Besonders gut kommt das hochwertige Cockpit mit einfacher Bedienung und Head-up-Display an: Wichtige Infos werden in eine Plastikscheibe auf

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Neue Autos müssen laut Gesetz und der Umwelt zuliebe sparsamer werden. Mazda peilt weniger Verbrauch und gute CO2-Werte per innovativen Massnahmenmix an: Konsequenter Leichtbau macht Neuheiten leicht, beim Skyactiv-Antriebskonzept kommen höher verdichtete Benziner und optimierte Getriebe zum Einsatz, was 20 bis 30 Prozent spart. Und zehn Prozent bringt das Energierückgewinnungssystem «i-ELOOP»: Beim Bremsen erzeugte Energie wird in einen Kondensator statt Akku gespeichert und steht sofort zum Beispiel für die Klimaanlage parat.

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Antrieb: R4-Turbodiesel, 1995 cm3, 150 PS, 330 Nm bei 1750/min, 6-Gang-Getriebe, Frontantrieb. Fahrleistungen: 0–100 km/h in 8,9 s, Spitze 208 km/h. Abmessungen: L/B/H 4,34/1,80/1,59 m, Laderaum 468 bis 1510 l, Gewicht 1450 kg. Verbrauch: 4,1 l/100 km = 109 g/km CO2-Ausstoss (Normwerte), Energieeffizienz A. Preis: ab 41 400 Franken (Basis: 218i, 136 PS, ab 38 800 Franken).


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GLÜCKSGRIFF

MIGROS-MAGAZIN | NR. 39, 22. SEPTEMBER 2014

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Gratis ins KKL nach Luzern Das Migros-Magazin und The Classical Company verlosen unter allen Leserinnen und Lesern des Migros-Magazins 10 x 2 Tickets (2. Galerie) im Wert von je Fr. 135.– für das bereits ausverkaufte Konzert von The Piano Guys am Montag, 10. November, im KKL Luzern. Beantworten Sie einfach folgende Frage: Wie viele Mitglieder haben The Piano Guys?

Begeistern das Publikum mit ihrer Virtuosität und ihren Videos: The Piano Guys.

Die Youtube-Stars

Das Migros-Magazin und The Classical Company verlosen zehn Mal zwei Tickets für das Konzert von The Piano Guys im KKL Luzern.

D

ie gute Nachricht vorneweg: Aufgrund der riesigen Nachfrage kommen die Youtube-Stars The Piano Guys vom 14. bis 24. November erneut nach Europa. Schon ihre erste Tournee, die sie in die Schweiz, nach Österreich und nach Deutschland geführt hatte, war restlos ausverkauft. Über zwei Millionen Fans waren begeistert von der Mischung aus Musik, visueller Show und charmanter, witziger Präsentation. Die amerikanische Truppe besteht im Kern aus dem Pianisten Jon Schmidt, dem Cellisten Steven Sharp Nelson, dem Videografen und Produzenten Paul Anderson sowie dem Studio- und Tontechniker Al van der Beek. Bekannt geworden ist das Quartett durch Videos, die es auf Youtube hochgeladen hat. Am Anfang standen dahinter die Marketingbemühungen von Paul Andersen, der die Kla-

viere in seinem Laden im kleinen Städtchen Saint George im Bundesstaat Utah bekannter machen wollte.

Von Klassik bis zu House: virtuose Interpretationen im eigenen Stil The Piano Guys spielen unter dem Motto «No limits!» eine Mischung aus klassischer Musik und Pop, interpretieren Stücke von Beethoven über Coldplay bis David Guetta auf ihre eigene, virtuose Art und binden in die Konzerte ihre Videos ein. So zeigen sie beispielsweise die Chinesische Mauer, spektakuläre Strände und Klippen oder Schneelandschaften. Diese Bilder ergänzen die Klänge perfekt. Mit etwas Glück gewinnen zehn Leserinnen und Leser des MigrosMagazins je zwei Tickets für das bereits ausverkaufte Konzert im KKL Luzern vom 10. November.

Per Telefon: Wählen Sie 0901 560 039 (1 Fr./Anruf ab Festnetz) und nennen Sie Ihre Lösung, Ihren Namen und Ihre Adresse. Per SMS: Senden Sie ein SMS mit dem Text GEWINNEN, dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die Nummer 920 (1 Fr./SMS). Beispiel: GEWINNEN, Lösungswort, Beat Beispiel, Musterstrasse 1, 9999 Exempelstadt Per Postkarte: Senden Sie eine Postkarte (A-Post) mit Ihrem Lösungswort und Ihrer Adresse an Migros-Magazin, «The Piano Guys», Postfach, 8099 Zürich Online: Gratis auf: www. migrosmagazin.ch/gluecksgriff Einsendeschluss: Sonntag, 28. September 2014 Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Es erfolgt keine Barauszahlung, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Die Mitarbeitenden der Migros-Medien sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Preise, die nicht am oben genannten Datum eingelöst werden, verfallen ersatzlos.


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RÄTSEL & SPIELE

MIGROS-MAGAZIN | NR. 39, 22. SEPTEMBER 2014

UNTERHALTUNG | 101

KREUZWORTRÄTSEL: GESAMTWERT 750 FRANKEN

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So nehmen Sie teil

Telefon Wählen Sie die 0901 560 041 (Fr. 1.–/Anruf ab Festnetz) SMS Senden Sie MMD1 gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD1 SOMMER Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Kreuzworträtsel, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 28.9.2014, 24 Uhr Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Keine Barauszahlung. Computergesteuerte Massenteilnahmen sind nicht gewinnberechtigt. Die Mitarbeiter der MigrosMedien sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Gewinner werden schriftlich benachrichtigt und mit Namen und Wohnort veröffentlicht.

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RÄTSEL & SPIELE

MIGROS-MAGAZIN | NR. 39, 22. SEPTEMBER 2014 |

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UNTERHALTUNG | 103

QUIZ: GESAMTWERT 300 FRANKEN

Gewinnen Sie eine von 3 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die acht Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. 1. Der ursprüngliche Name der Lepra ist …? A Aussatz

U Absatz

D Aufsatz

T

N Kirchenmaus

So nehmen Sie teil

2. Als eines der ärmsten Tiere gilt …? E

Goldhamster

Taschenratte

Telefon Wählen Sie die 0901 560 042 (Fr. 1.–/Anruf ab Festnetz) SMS Senden Sie MMD2 gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD2 VORRUNDE Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Quiz, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel

3. Wer moderiert Sportsendungen beim Schweizer Fernsehen? K Salzstreuer

T

Salzgeber

O Salznehmer

4. Wo befindet sich das Migros Museum für Gegenwartskunst? I

Zürich

A Bern

P Basel

5. Welcher Heilige ist angeblich der Namenspatron des Marzipans? L

Markus

D Martin

I

Maurizio

Teilnahmeschluss: Sonntag, 28.9.2014, 24 Uhr Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Keine Barauszahlung. Computergesteuerte Massenteilnahmen sind nicht gewinnberechtigt. Die Mitarbeiter der MigrosMedien sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Gewinner werden schriftlich benachrichtigt und mit Namen und Wohnort veröffentlicht.

6. Wie werden Sessionen genannt, die ausserhalb des Bundeshauses stattfinden? E

extra atrium

S extra casa

O extra muros

7. Wie viele Schweizer Landeskarten 1:25000 existieren? C 98

N 167

P 247

8. Wer dirigierte das skandalöse «Watschenkonzert» 1913 in Wien? H Abbado

E

Schönberg

T

von Karajan

Auflösung Nr. 38: SPRINTER Gewinner Nr. 37: Johanna Scheidegger, Schönenwerd SO; Anita Michel, Möhlin AG; Marcel Henrioud, Basel

Lösungswort: 1

2

3

4

5

6

7

8

PAROLI: GESAMTWERT 300 FRANKEN

Gewinnen Sie eine von 3 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Füllen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Das Lösungswort ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1 bis 5.

1 2 5 4

A

3

ANN I E T EN BEFRE I EN LABORANT LATE I NER L I BANESE OPERAT I V P E N T AME R RE I N I GEN TAR I EREN Z EHNT ENS

So nehmen Sie teil

Telefon Wählen Sie die 0901 560 043 (Fr. 1.–/Anruf ab Festnetz) SMS Senden Sie MMD3 gefolgt vom Lösungscode, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD3 MOTEL Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Paroli, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 28.9.2014, 24 Uhr

1

2

3

4

5

Auflösung Nr. 38: MANIE Gewinner Nr. 37: Traugott Richner, Mettmenstetten ZH; Bruno Hollenstein, Hittnau ZH; Marcel Straub, Frauenfeld

Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Keine Barauszahlung. Computergesteuerte Massenteilnahmen sind nicht gewinnberechtigt. Die Mitarbeiter der Migros-Medien sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Gewinner werden schriftlich benachrichtigt und mit Namen und Wohnort veröffentlicht.


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RÄTSEL & SPIELE

MIGROS-MAGAZIN | NR. 39, 22. SEPTEMBER 2014 |

UNTERHALTUNG | 105

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BIMARU

BRÜCKEN

Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen. www.bimaru.ch

Jeder Kreis stellt eine Insel dar. Die Zahl darin gibt an, wie viele Linien (Brücken) dort enden. Brücken sind nur zu horizontal oder vertikal benachbarten Inseln erlaubt. Diese dürfen mit einfachen oder doppelten Brücken verbunden werden. Am Schluss sollen alle Inseln miteinander verbunden sein. Kreuzungen, diagonale Brü2 5 4 3 3 cken und Verbindungen mit mehr als 2 Linien sind nicht erlaubt. 2 www.raetsel.ch/bruecken

3 3 0

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Auflösung Nr. 38:

3

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3

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5 3 3 3

2 3 2 3

2 1 2 2

5 4 4 2

Auflösung Nr. 38: 3 3 3 2

2 4 2 3

4 4 5 3 2

1 2

4

3

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4

2

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2 2

3

2 1 2

3 6

3 3 4

1

3

KINDEREGGE

PUZZLETEILCHEN

Rä tsels pass

Fast geschafft! Lege die drei letzten Platz!

Puzzleteile an ihren richtigen

BT WO?ZUSAMMEN? WER LE WAS GEHÖRT

Verbinde die richtigen zwei Bilder, und schreibe die entsprechenden Buchstaben auf. Das ergibt ein Wort, das auch im Witz vorkommt.

1

2

3

1 A

2

4

3 C TE

GL

IS

AT

D

E Lösung: Glatteis

g eg n et tteis be Bei Gla em anderen Tobi ein und. H », tt heute t chön gla «Ganz s obi, «man trau meint T nicht, ein Bein r sich ga heben.» zu

Lösung: 1=B, 2=E, 3=C. le. A und D gehören nicht zum Puzz

B

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RÄTSEL & SPIELE

MIGROS-MAGAZIN | NR. 39, 22. SEPTEMBER 2014 |

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UNTERHALTUNG | 107

SUDOKU: GESAMTWERT 500 FRANKEN

Gewinnen Sie eine von 5 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! 8 4

6 3

7 1

9 8 2 1 5 8 9 1 8 2 2

8 8

5

2 7 3 5 6 7 3 4 6 5

Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen von 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3×3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den orangen Feldern von links nach rechts.

So nehmen Sie teil

Auflösung Nr. 38: 798 8 6 2 1 4 9 5 7 3 Gewinner Nr. 37: 1 7 4 2 5 3 6 9 8 Hélène Dufaux, 3 5 9 6 8 7 4 1 2 2 9 8 4 6 5 1 3 7 Prilly VD; 5 1 3 7 9 8 2 4 6 Martin Marugg, 7 4 6 3 2 1 8 5 9 9 8 1 5 3 2 7 6 4 Heiden AR; 6 2 5 9 7 4 3 8 1 Florence Engetschwiler, 4 3 7 8 1 6 9 2 5 Teilnahmeschluss: Sonntag, 28.9.2014, 24 Uhr Lausanne; Agnes Nideröst, Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Seewen SZ; Keine Barauszahlung. Computergesteuerte Massenteilnahmen sind nicht gewinnberechtigt. Bernadette Düsel-Kläger, Die Mitarbeiter der Migros-Medien sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Gewinner werden schriftlich benachrichtigt und mit Namen und Wohnort veröffentlicht. Urnäsch AR

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Herausgeber: Migros-Genossenschafts-Bund Leiter Migros-Medien: Lorenz Bruegger Publizistische Leitung: Monica Glisenti Chefredaktor: Hans Schneeberger Produktion: Andrej Abplanalp (Leitung), Bettina Langenbach (Chefin vom Dienst), Gerda Portner (Produzentin), Heinz Stocker (Korrektor) Ressort Reportagen: Sabine Lüthi (Leitung), Almut Berger, Andrea Freiermuth, Yvette Hettinger, Ralf Kaminski, Silja Kornacher (Volontärin), Monica Müller, Daniel Schifferle (Verantwortlicher Leben), Reto E. Wild

Ressort Migros Aktuell: Daniel Sidler (Leitung), Jean-Sébastien Clément, Andreas Dürrenberger, Béatrice Eigenmann, Anna Meister, Christoph Petermann, Michael West

Lithografie: Reto Mainetti (Leitung), René Feller, Max Sommer

Ressort Shopping & Food: Eveline Zollinger (Leitung), Stefan Kummer (Produktionsleiter), Robert Rossmanith (Produktion), Heidi Bacchilega, Dora Horvath, Sonja Leissing, Fatima Nezirevic, Nicole Ochsenbein, Anna-Katharina Ris, Claudia Schmidt, Jacqueline Vinzelberg, Anette Wolffram

Bildredaktion: Olivier Paky (Leitung), Benjamin Krüger, Franziska Ming, Susanne Oberli, Helen van Pernis

Layout: Bruno Boll (Creative Director), Doris Oberneder (Art Director), Werner Gämperli, Nicole Gut, Gabriela Masciadri, Pablo Tys, Tatiana Vergara

Prepress: Liliane Bolliger, Marcel Gerber

Online: Reto Meisser, Reto Vogt

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PUNKTEN. SPAREN. ERLEBEN.

AUF RHODOS DEN SOMMER VERLÄNGERN

DER NEUE ROMAN VON JANET EVANOVICH IST DA

Rhodos ist die Sonneninsel im Mittelmeer. Sie bietet ein angenehmes Klima und weite Sandstrände mit kristallklarem Wasser. Die üppige Vegetation in den Tälern bildet einen reizvollen Kontrast zur wilden Macchia im Gebirge. Entdecken Sie das Tal der Schmetterlinge, Lindos mit der eindrucksvollen Akropolis und dem herrlichen Blick über die Ägäis oder die Lebensfreude in der Altstadt und geniessen Sie die Gastfreundschaft der Roseninsel.

Freuen Sie sich auf «Küssen und küssen lassen», den neuen Stephanie-Plum-Roman von Janet Evanovich.

Aktionsdauer: 22. September bis 13. Oktober 2014 für Abreisen zwischen 25. September und 18. Oktober 2014 Profitieren: Buchen Sie Ihre Ferien mit Flug nach Rhodos unter www.migros-ferien.ch/d-49 oder über die GratisNummer 0800 88 88 15 und profitieren Sie während der Aktionsdauer von 5-fach Cumulus-Punkten. Geben Sie bei der Reservation Ihre Cumulus-Nummer an. Hinweis: Bei Migros Ferien erhalten Sie pro 2 Franken Umsatz 1 Cumulus-Punkt. Weitere Informationen: www.migros-ferien.ch/d-49

5x PUNKTE

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Aktionsdauer: 22. September bis 5. Oktober 2014 Preis: Fr. 15.35 statt Fr. 21.90 Profitieren: Sie erhalten beim Kauf des Buchs «Küssen und küssen lassen» von Janet Evanovich 30 Prozent Cumulus-Vorteil, wenn Sie in einer Ex Libris-Filiale die Cumulus-Karte und den Vorteilcoupon vorweisen oder bei der Bestellung im Online-Shop www.exlibris.ch bzw. in der App den Vorteilcode EXLMM3914 eingeben. Hinweis: Nur zusammen mit der Cumulus-Karte einlösbar. Pro Person ist nur ein Vorteilcoupon gültig. Nicht kumulierbar. Weitere Informationen: www.exlibris.ch

30 % VORTEIL Mindesteinkauf: Das Buch «Küssen und küssen lassen» von Janet Evanovich Gültig: 22. September bis 5. Oktober 2014

Janet Evanovich zum Vorzugspreis Profitieren: Sie erhalten 30% CumulusVorteil, wenn Sie in einer Ex Libris-Filiale diesen Vorteilcoupon und Ihre CumulusKarte vorweisen bzw. bei der Onlinebestellung oder in der App den Vorteilcode EXLMM3914 und die Cumulus-Nr. eingeben. Hinweis: Pro Person ist nur ein Vorteilcoupon gültig. Nicht kumulierbar.


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LESHOP.CH: SO BEQUEM KANN EINKAUFEN SEIN

Angebot: Car Wash Vom 22. September bis 5. Oktober 2014 erhalten Sie in Migrol Car Wash-Anlagen (teilnehmende Stationen finden Sie unter www.migrol.ch) einen 3-Franken-Vorteil auf das Waschprogramm Ihrer Wahl (Mindesteinkauf Fr. 10.–). Das Angebot gilt nicht für Selbstbedienungs-Waschboxen und Company Card-Kunden. Es ist nicht kumulierbar und nur gültig, wenn Sie an der Kasse Ihre Cumulus-Karte vorweisen. Angebot: Heizöl Vom 23. September bis 2. Oktober 2014 erhalten Privatkunden pro Neubestellung und bei einer Bestellmenge bis 10000 Liter 500 Bonuspunkte zu den üblichen 100 CumulusPunkten pro 1000 Liter gutgeschrieben. Bestellen Sie jetzt mit Ihrer Cumulus-Nummer unter www.migrol-heizoel.ch oder telefonisch unter 0844 000 000 (normaler Gesprächstarif). Angebot: Tankrevision Bei Ausführung bis Dezember 2014 wird Privatkunden bei Neubestellungen pro Tankrevisionsauftrag 50 Franken gutgeschrieben (nicht kumulierbar). Bestellen Sie jetzt mit Ihrer Cumulus-Nummer unter www.migrol-tankrevision.ch oder telefonisch unter 0844 000 000 (normaler Gesprächstarif).

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Was gibt es Schöneres, als Zeit zu haben? Dank dem Online-Supermarkt LeShop.ch kaufen Sie einfach und schnell von unterwegs, von zuhause oder vom Büro aus ein. Das Beste daran: Die Einkäufe werden bequem an die Haustür geliefert. Aktionsdauer: 22. September bis 31. Oktober 2014 Profitieren: 1. Kaufen Sie auf www.LeShop.ch oder per App (iPhone/iPad/Android) ein. 2. Tippen Sie auf dem Weg zur Kasse unter «Gutscheine & Geschenke» den Code 1409MM3000 ein. 3. Die 3000 Cumulus-Punkte werden direkt gutgeschrieben. Hinweis: Das Angebot gilt nur für Neukunden und nur einmal pro Haushalt. Die Erstbestellung muss einen Mindesteinkaufswert von Fr. 99.– (exklusive Gebühren und Tiefgekühltes) aufweisen. Die Lieferkosten betragen zwischen Fr. 7.90 und Fr. 15.90. Weitere Informationen: www.LeShop.ch

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PUNKTE

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MEINE WELT 110 |

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GARDI HUTTER

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NR. 39, 22. SEPTEMBER 2014 | MIGROS-MAGAZIN |

MEINE MUSIKFREUNDE

«Das Musical war eine Garderobenidee von Sandra Studer und mir: Sie wollte Theater spielen, ich wollte singen. Als Clownin geht das nicht, denn nur falsch singen ist komisch. Ich singe extrem gern, aber ich muss deutlich mehr arbeiten, bis ich auf dem Niveau von Sandra Studer und Michael von der Heide bin.»

«‹Hanna› hat keine Komplexe»

Im Gegensatz zu ihrer Bühnenfigur «Hanna» plagen Gardi Hutter zuweilen nagende Selbstzweifel. Und doch scheut sie vor Herausforderungen nicht zurück – demnächst singt sie sogar in einem Musical. Wieso leben Sie in Arzo?

Name: Gardi Hutter Alter: 61 Sternzeichen: Fisch Wohnort: Arzo TI

Als ich schwanger wurde, war für mich klar: Ich will aufs Land. Das Dorf ist eine kindgerechte Welt. Wir suchten rund um Mailand, und der Radius wurde immer grösser. Auch nach dem Auszug der Kinder blieb ich hier. Nur Dorfleben ginge nicht – doch es ist ein perfekter Gegenpol zum Tourleben. Wo würden Sie gern leben?

Mitten in der Stadt, auf einem Hügel mit Seeblick. Beruf und Lebenslauf:

Aufgewachsen bin ich unter dem alten, strengen Erziehungsstil. Die Schauspielschule war ein Akt der Rebellion. Der Theaterbetrieb war aber nichts für mich, das Frauenbild auf der Bühne war enger als in der Realität: nur Liebhaberinnen oder lustige Mägde. Herausfordernde Rollen für junge, komische Talente muss-

te ich selber erfinden. So entstand 1981 «Hanna», die schon 1990 den HansReinhart-Ring gewann und sehr schnell international wurde – auch wegen der fehlenden Sprache. Als Nächstes steht mein zweites Musical an, das am 26.September Premiere feiert: «Wanderful – there’s no Piz like Show Piz.»

Mein Tick:

Die Gratwanderung zwischen Spannung und «nicht verspannt sein». Immer neu ausloten: Wo suche ich Neues, wo bleibe ich dem Bisherigen treu?

Es gibt keine Tabus – nur Fristen, die man zum Beispiel nach tragischen Vorfällen einhalten muss. Je tabuisierter ein Thema, desto wichtiger ist der Humor. Der Tod ist das grösste Tabu und ein letzter Kampf, den wir nicht gewinnen können. Über unlösbare Situationen kann man aber lachen – und das mindert die Angst. Witze haben Entspannungspotenzial.

Mein Lebensmotto:

Was ich an mir mag:

Die Unabhängigkeit, die ich mir immer wieder erschaffe. Trotz der vielen Extreme finde ich jeweils das Gleichgewicht zwischen «zu viel – zu wenig» und «extrovertiert – introvertiert». Was ich an mir nicht mag:

Immer wieder nagende Selbstzweifel.

Separate Teekannen: Ich habe jeweils eine für Grün-, Schwarz- und Kräutertee. Meine Sprache:

«Radebrechen» kann ich in vielen Sprachen. Dank meiner grossen Lust zu kommunizieren spreche ich notfalls alles durcheinander. Mein Humor:

Text: Laila Schläfli Bilder: Claudio Bader


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MEINE WELT

MIGROS-MAGAZIN | NR. 39, 22. SEPTEMBER 2014

GARDI HUTTER | 111

MEINE SAMMLUNG

«Ich habe eine Leidenschaft für gute Messer. Lieber gehe ich eine Messerfabrik anschauen als shoppen.»

MEIN LAGER

Vor jedem Tourneestart tauche ich in meinen Fundus ein. Hier ist alles drin: Bühnenbilder und Requisiten meiner Figur ‹Hanna›. Sie beneide ich dafür, dass sie keine Komplexe hat, keine Selbstzweifel.»

MEINE LIEBLINGSBAR

«In die Sportsbar komme ich, wenn ich Zeit habe, um ein Crodino bei meiner Lieblingsbarista zu trinken: der 85-jährigen Nelly. Mit ihr führe ich interessante Gespräche, sie weiss viel über das Dorf und die Welt.»

MEINE PHILOSOPHEN «Gern schaue ich meinen beiden Schildkröten Tarta und Ruga zu. Sie scheinen mir jeweils zu sagen: ‹Komm, nimms gelassen.›»

MEIN LIEBLINGSPRODUKT

«Mein absoluter Liebling zu frischen Himbeeren oder Heidelbeeren!»

MEIN DORFFESTIVAL

MEIN ZUHAUSE

«Mein Beruf ist öffentlich. Doch sobald ich die Tür in meinem Zuhause schliesse, bin ich nicht mehr sichtbar, kann mich der Öffentlichkeit entziehen. Zum Regenerieren ist das unabdingbar. Mein Leben daheim spielt sich vor allem im Garten ab – meinem grünen Wohnzimmer.»

«Das ‹Festival internazionale di narrazione› in Arzo ist mein jährlicher Höhepunkt: Sonst reise ich in die weite Welt, und ein Mal im Jahr kommt die Welt zu mir. Hier gibt es Theater in den Innenhöfen, Strassenkonzerte und Nischentheater wie das ‹Imbuteatro› – ‹Trichtertheater›.»


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