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Migros-Magazin-38-2019-d-ZH

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Ausgabe Zürich, AZA 1953 Sion Response Zentral

migrosmagazin.ch | MM38, 16.9.2019

Interview

Wie China seine Bürger entmündigt: Kai Strittmatter über die totale Überwachung Seite 64

Dossier

Wild und Wald: Kulinarische Genüsse im Herbst Ab Seite 22

Lisa Brühlmann Macht eine Serienkillerin die Schweizer Regisseurin zum Weltstar? Seite 16

Sind Veganer wirklich schlapp und spiessig?

Bild: Maurice Haas

Seite 71

Mühleberg geht vom Netz: So wird das KKW zurückgebaut Bitte Wohnungswechsel der Post melden oder dem regionalen Mitgliederdienst: Tel. 058 561 53 23 / mitgliederdienst@gmz.migros.ch

Seite 10


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4 | 16.9.2019 | MEINE MIGROS

? Frage der Woche

Ich habe ein Kürbisgericht zubereitet, aber nicht das ge­ samte Frucht­ fleisch aufge­ braucht. Kann ich es einfrieren? Ja, das restliche Fruchtfleisch schneidet man in Würfel und kocht es kurz in Salzwasser. Die Würfel vor dem Ein­ frieren abkühlen lassen und danach in Gefrierbeutel abfüllen.

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Ecke für Fleischtiger «Mein zweijähriger Sohn liebt Fleisch von der Migros. Als er beim Einkaufen eine Pause brauchte, war klar, wo», schreibt uns Claudia Strebel aus Berikon AG. Schicken auch Sie Ihr Migros-Bild. W ­ ird d ­ as Foto abgedruckt, gewinnen Sie einen Einkaufsgutschein im Wert von 50 Franken. Teilnahme: www.migmag.ch/blickfang

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Stück «TerraSuisse»-Tessinerbrot hat die Migros im vergangenen Jahr verkauft. Der Länge nach aneinandergereiht, ergibt das eine Strecke von 2100 Kilometern – das entspricht der Distanz zwischen Zürich und Lissabon.

Bilder: iStock, zVg (3); Illustration: Chris Gilleard

Haben Sie eine Frage? Kontaktieren Sie uns: M-Infoline, der Kundendienst der Migros, ist ­erreichbar ­unter Tel. 0800 84 0848 oder migros.ch/­ kundendienst

PREISABSCHLAG


MEINE MIGROS | 16.9.2019 | 5

Schauspieltalent gehört belohnt

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Tai Chi, Yoga, Qigong, Meditation oder doch lieber Achtsamkeitstraining. Finden Sie heraus, mit welcher Entspannungstechnik Sie am besten auftanken können. Am 21. September laden die Klubschule Migros und die Gesundheitsinitiative «iMpuls» zum kostenlosen Relaxen ein. Infos: www.migmag.ch/entspannung

Das Migros-Kulturprozent hat dieses Jahr wieder einen Schauspielwettbewerb in Lausanne und Zürich veranstaltet. 14 Talente haben die zwei internationalen Jurys überzeugt und erhalten Preisgelder in Höhe von insgesamt 178 800 Franken.

Bühne frei für Schweizer Mode Das Projekt «Loufmeter» bringt seit sechs Jahren einheimische Mode auf die Berner Strassen. Nun wird es unter dem Namen «Laufmeter» und mit Unterstützung von Engagement Migros schweizweit ausgebaut. Zurzeit werden Orte für Modesalons in allen Regionen der Schweiz gesucht. Ob zuhinterst im Tal, am See oder hoch oben auf dem Berg: Wer kennt einen schönen Saal oder ein Lokal, das für einen Modeverkauf geeignet wäre? Bewerben Sie sich, Ihre Ortschaft und Lokalität. E-Mail an: info@laufmeter.ch

Willkommen zur Degustation Chocolat Frey lanciert diesen Herbst zahlreiche neue Produkte. Schokoladefans sind eingeladen, sie in 49 Migros-Supermärkten im ganzen Land zu testen. Alle Degustationsorte: frey-spektakel.ch/de/events


6 | 16.9.2019 | AUGENBLICK

19:02 Uhr

Migros-Moment in Zürich Besucher der Ausstellung

«United by AIDS» im Migros Museum für Gegenwartskunst verfolgen eine Performance auf einer Installation des an Aids verstorbenen kubanischen Künstlers Félix González-Torres (1957–1996). Das Foto entstand an der Vernissage am 30. August. Die Ausstellung dauert noch bis zum 10. November.


Bild: Roberto Ceccarelli

AUGENBLICK | 16.9.2019 | 7


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16.9.2019 | 9

Big Brother is watching you: Der ehemalige China-Korrespondent Kai Strittmatter warnt vor Wertezerfall und den Risiken für Europa.

64

49

Der Knick-Senkfuss ­unter der Lupe: Was sind die Ursachen? Und wie geht man ­dagegen vor?

22 Herbstgenuss

Die Jagd­saison ist eröffnet: Wild, Pilze und Marroni ­stehen jetzt ganz oben auf der Speisekarte. Kulinarisch inspirierte Geschichten, gespickt mit herbstlichen Rezepten.

Bilder: Ólafur Steinar Rye Gestsson/Keystone, iStockphoto, Michael Sieber

Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des­Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch Adresse Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich Telefon: 0800 84 0848 Kontakt: www.migmag.ch/leser Herausgeber Migros-Genossenschafts-Bund Chefredaktion Franz Ermel (Ltg.), Steve Gaspoz Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 558 711 Ex. (WEMF 2018) Leserschaft: 2 348 000 (WEMF, MACH Basic 2019-1) Abonnemente: abo@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 00 Ausführliches Impressum unter ­migrosmagazin.ch/impressum

INHALT 10  Aus für Mühleberg So wird das Kernkraftwerk im Kanton Bern rückgebaut 16 Renommierter TV-Preis Regisseurin Lisa Brühlmann ist für einen Emmy nominiert 19  Bänz Friedli Dossier Herbst

22  Wellness im Wald «Pilzle» entspannt und erdet 29  Marroni ganz heiss Vom Grundnahrungsmittel zur Delikatesse 32  Ein Schuss, ein Pfeffer Dani Aschwanden schiesst Wild, das er in seinem ­Restaurant serviert 39 Hirsch-Himbeer-Salat 42  Serie: Wahlen 2019 Wir stellen gegensätzliche ­Kandidierende vor 47  Tierische Gewinner Leserinnen und Leser haben ihre Lieblingstiere fotografiert 49 Knick-Senkfuss 50  Tipps für schöne Haare 63  1, 2 oder 3? 64  Interview: China Journalist Kai Strittmatter über Zensur, Überwachung und ­Repression im Reich der Mitte 71  Kraftlose Körnlipicker Was ist an den Vorurteilen ­gegen Veganer dran? 74  Stadt, Land, Stutz 79  Wer kauft hier ein? ab 93  Ihre Region Aktionen, Reportagen, News

105  Rätsel und Spiele 110  Meine Welt Sven Ivanić strapaziert mit ­seinem Comedy-Programm «JUSländer» die Lachmuskeln


10 | 16.9.2019 | ATOMAUSSTIEG

Der Abbruchexperte Stefan Klute macht etwas, das es in der Schweiz bisher noch nicht gegeben hat: Der deutsche Diplomingenieur baut ein Kernkraftwerk zurück. Das KKW Mühleberg wird am 20. Dezember abgestellt, im Jahr 2034 soll es komplett verschwunden sein. Text: Ralf Kaminski  Bild: Franziska Frutiger

Stefan Klute kam 2014 für den Rückbau des KKW Mühleberg in die Schweiz.

Er ist seit Ende 2014 bei der BKW Energie AG angestellt, die das idyllisch an der Aare gelegene KKW knapp 20 Kilometer westlich der Stadt Bern betreibt. Wenn es am 20. Dezember nach 47 Betriebsjahren für immer abgestellt wird, ist bereits alles für den äusserst komplexen und langwierigen Rückbau vorbereitet: Sämtliche Bewil­li­ gungen sind eingeholt, sämtliche Kon­ zepte ausgearbeitet, das Personal und die Öffentlichkeit vorbereitet. 16 000 Tonnen Material verunreinigt Auf der Website der BKW findet sich eine

A

uch wenn es für ihn der spannendste Job ist, den es derzeit in der Schweizer Nuklearbranche gibt: Ein Kindheitstraum war dieser Beruf für Stefan Klute nicht. Erst wollte er Polizist werden, dann Archäologe. Schliesslich jedoch wurde er Diplomingenieur und spezialisierte sich auf ­Kernkraftwerke. Eigentlich mit der Idee, sie später mal zu bauen, doch dazu kam es nie. «Ich bin schon während des Stu-

diums in das Rückbauthema hineingerutscht.» Und in diesem Bereich arbeitete der 47-Jährige auch, zuletzt 15 Jahre lang bei einem Nukleartechnikdienstleister in Heidelberg (D). «Aber immer nur für Projekte in verschiedenen KKW, einen Rückbau von A bis Z konnte ich bisher noch nie begleiten.» Genau das tut Klute nun beim KKW Mühleberg – und freut sich sichtlich darüber. «Das ist der Traum jedes Ingenieurs.»

ausführliche Dokumentation über den Ablauf des Rückbaus inklusive Erklär­ videos. Die Dimensionen des Projekts sind eindrücklich: 200 000 Tonnen Material müssen beseitigt werden, darunter 16 000 Tonnen, die radioaktiv verunreinigt sind und deshalb speziell behandelt beziehungsweise für eine enorm lange Zeit sicher eingelagert werden müssen. Bis 2030 soll keinerlei Radioaktivität mehr auf dem Gelände messbar sein, bis 2034 werden auch die nicht mehr benötigten Gebäudeteile abgebrochen und beseitigt. Was danach dort entsteht, ist noch vollkommen offen. Das Land gehört der BKW, es könnte erneut industriell genutzt oder der Natur überlassen werden. Klute wurde von der BKW geholt, weil die Zahl der Kernkraftwerk-Rückbauex­perten in Europa überschaubar ist. Er selbst schätzt, dass es kaum mehr als zwei Dutzend Menschen gibt, die langjährige Erfahrungen auf diesem Gebiet haben

Die schwierige Suche nach einem Endlager Frühestens 2060 wird es in der Schweiz ein Tiefenlager für hochradioaktive Abfälle geben. So sieht es der Sachplan des Bundes aktuell vor. Eigentlich hätte bereits in den 1990er-Jahren ein

Endlager einsatzbereit sein sollen. Derzeit stehen drei Regionen im Fokus: Jura Ost, Nördlich ­Lägern und Zürich Nordost. An allen dreien wäre ein Tiefen­lager prinzipiell möglich, jedoch muss

noch genau geprüft werden, wie das Gestein im Untergrund ­beschaffen ist. Im Frühling hat die Nagra (Nationale Genossenschaft für die Lagerung radio­ aktiver Abfälle) in der Nähe von

Bülach ZH mit Bohrungen be­ gonnen. Laut Nagra sollte 2022 klar sein, wo das Lager gebaut werden könnte. Bis zur Volksabstimmung darüber dürfte es 2031 werden, bis zum Baubeginn 2050.


ATOMAUSSTIEG | 16.9.2019 | 11

und noch nicht pensioniert sind. «In der Schweiz betreten wir damit Neuland und haben nun ein behördliches Verfahren durchlaufen, das später auch bei den ­anderen KKW genutzt werden kann.» Der Rückbau kostet gut 900 Millionen Franken. Dazu kommen noch 2,2 Milliarden für die Zwischen- und Tiefenlagerung des radioaktiven Abfalls. Sämtliche Kosten werden von der BKW selbst getragen. Ein Tiefenlager für hoch radioaktive ­Abfälle existiert in der Schweiz allerdings nicht, und das wird wohl noch einige Jahrzehnte so bleiben (siehe Box unten). Deshalb bringt die BKW das Material in das zentrale schweizerische Zwischenlager

«Einen KKWRückbau von A bis Z begleiten zu können, ist der Traum eines jeden Ingenieurs.»

­ irekt neben dem Paul-­Scherrer-Institut d in Würenlingen AG. Dort lagern ausgediente Brennstäbe anderer KKW in ­speziellen Lager­behältern, bereit für den Transport in ein künftiges End­lager: 200 Behälter werden es nach dem Rückbau aller Schweizer KKW sein, mit je knapp 20 Tonnen hoch-radio­aktivem ­Material. ­Gefährlich ist dieses, je nach Quelle, un­gefähr 200 000 bis eine Mil­lion Jahre lang. Zum Vergleich: Den Homo ­sapiens gibt es seit 300 000 Jahren. Auch weltweit fehlen noch geologische Tiefenlager für hochaktive Abfälle. Das ­erste könnte 2024 in Finnland in Betrieb gehen. Für schwach- und mittelaktive Ab-

Stefan Klute Diplomingenieur für Kernkraft

Bauschutt oder gereinigte Materialien werden entweder wiederverwertet oder deponiert.

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5% 1%

3

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Bei der Reinigung anfallende Abfälle oder Material, das nicht freigegeben wird.

Radioaktiver Abfall 2% 5

Quelle: BKW/KKW Mühleberg

1

Radioaktiv verunreinigt 8%

3%

Brennelemente, hochaktive Abfälle (HAA)

97%

1

Gesamtmasse KKM 200 000 t 100%

4 Leicht radioaktiver Bauschutt und Anlageteile (SMA)

6 Zwilag Zwischenlager für radioaktive Abfälle

7

Bisher gibt es weltweit noch kein Tiefenlager für hochaktive Abfälle. Mit dem Thema beschäftigt sich im Oktober auch eine Ausstellung in der Coalmine in Winterthur ZH. Wie kann man

sicherstellen, dass die Menschen auch in Tausenden von Jahren die Gefährlichkeit dieser Abfälle noch verstehen? Ausstellung Aeon: vom 18. Oktober bis 9. April 2020; coalmine.ch

SMA

HAA

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ATOMAUSSTIEG | 16.9.2019 | 13

fälle gibt es Lager in Finnland, Schweden, Südkorea und Ungarn. Wie stellt man nun in Mühleberg sicher, dass die gesamte Radioaktivität bis 2030 zuverlässig beseitigt ist? «Messen, messen, messen», sagt Klute und erklärt dann die Details. Von den 16 000 Tonnen können 10 000 gereinigt werden: einiges kann man einfach mit einem Lappen ab­wischen, anderes braucht einen Hochdruckreiniger oder wird mit kleinsten Stahlkügelchen ­beschossen. Teilweise wird unter Wasser gearbeitet oder in einem Raum mit Unterdruck, damit nichts nach aussen dringen kann. Nach jedem Reinigungsvorgang wird die Strahlung gemessen, und falls dieser nicht ausgereicht hat, kommt das nächststärkere Verfahren zum Zug. Das gereinigte Material kann man am Ende ganz normal entsorgen oder ­rezyklieren. 2000 Tonnen werden zum Abklingen eingelagert, dort verschwindet die Radioaktivität nach einer bestimmten Zeit. Die verbleibenden 4000 Tonnen, ­darunter hochaktive 120 Tonnen, gehen ins Zwischenlager nach Würenlingen.

zu sein.» Den Zeitplan für den Rückbau nennt er «ambitioniert». Und Überraschungen sind darin bereits einkalkuliert. «Also etwa, dass wir Radio­aktivität an ­Orten finden, an denen wir nicht damit ­gerechnet haben, oder dass sie irgendwo stärker ist als erwartet.» Wenn alles läuft wie geplant, ist Klutes Arbeit 2030 getan, dann ist er 58. Über die Zeit danach habe er sich noch keine ­Gedanken gemacht, sagt er. «Wer weiss, was bis dahin alles passiert.» Und in Bern, wo er wohnt, fühlt er sich sehr wohl. Umso mehr als er sich hier in eine Österreicherin verliebt hat und vor etwas über einem Jahr

Vater geworden ist. Auf jeden Fall sammeln er und seine Mitarbeitenden beim Rückbau in Mühleberg Erfahrungen, die anderswo gefragt sein dürften. Die vier verbleibenden Schweizer Kernkraftwerke werden schliesslich auch irgendwann abgeschaltet, und Deutschland steigt 2022 vollständig aus der Kernkraft aus. Klute sieht sie heute denn auch als «Brückentechnologie», bis genügend saubere Energie auf anderen Wegen produziert werden kann. «Aber sie wird uns sicherlich in vielen Ländern noch für längere Zeit begleiten.» MM Alle Infos zum Rückbau: bkw.ch/stilllegung

Ambitionierter Zeitplan

Das Hantieren mit stark radioaktivem ­Material erfolgt maschinell und zum Teil mittels Fernsteuerung. «Entweder sitzt ­jemand an einem Bildschirm und steuert von dort Werkzeuge, oder er steht über ­einem tiefen Wasserbecken und manipuliert das Material von oben», erklärt Klute. Bei ihm laufen die Fäden sämtlicher Projekte zusammen, noch bis vergangenen Oktober sass er in einem Büro in Bern, nun kommt er jeden Tag nach Mühleberg. «Jetzt, da es langsam ernst wird, ist es wichtig, vor Ort und nahe bei den Leuten

Die radioaktiven Abfälle lagern in Spezialbehältern in Würenlingen AG.

Bild: Zwilag

Strahlungszeit mithilfe von Transmutation verkürzen Ob es in 100 000 Jahren die Menschheit noch geben wird, weiss niemand. Ihr Atommüll ­allerdings wird noch immer vor sich hin strahlen und jedes Lebe­ wesen in tödliche Gefahr brin­ gen, das ihm zu nahe kommt. Der ungeheure Zeitraum ist für viele Kritiker auch der Hauptgrund, Kernkraft abzulehnen. Denn selbst wenn diese Abfälle in naher Zukunft irgendwo sicher eingelagert werden sollten, wer weiss schon, was in 5000 Jahren ist? Oder in 50 000? Ist die Erde

geologisch über so lange Zeit so stabil, dass die Abfälle sicher ­verschlossen bleiben? Kann man über diesen enormen Zeitraum den Informationsfluss sicher­ stellen, damit die Menschen der Zukunft wissen, wie gefährlich diese Abfälle sind? Schon länger wird deshalb an ­einem Verfahren geforscht, mit dem sich die Strahlung des Atommülls dramatisch reduzie­ ren liesse – auf 500 bis 1000 ­Jahre. Bei der Transmutation

werden die hochradioaktiven Bestandteile aus den abgebrann­ ten Brennstäben herausgelöst und durch Beschuss mit Neu­ tronen in andere Stoffe um­ gewandelt. Diese haben kürzere Halbwertszeiten oder sind gar nicht mehr radioaktiv. Im Labor hat das Verfahren bereits funk­ tioniert. Ob dies auch in der ­Praxis und im industriellen Mass­ stab so sein wird, soll ab 2024 in einer experimentellen Pilot­ anlage (Myrrha) im belgischen Kernforschungszentrum in Mol

erprobt werden. Kritiker der Kernenergie bleiben dennoch skeptisch. So schreibt etwa die Schweizerische Energiestiftung, dass das Verfahren spe­zielle Wiederaufbereitungsanlagen benötige, bei denen das Risiko bestehe, dass Radioaktivität in die Umwelt austrete. Zudem ­entstehe bei der Behandlung des Atommülls Plutonium – ein zen­traler Bestandteil von Atom­waffen. «Die Transmuta­ tion ist deshalb von grossem ­Interesse für die Atommächte.»


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Tag 1 Schweiz > Passau. Busanreise nach Passau. Um 17:30 Uhr legt die Excellence Baroness ab. Tag 2 Melk > Wien. Morgens erreichen Sie Melk. Sie besichtigen das Benediktinerstift*. Abends Ankunft in Wien. Fahrt zum Heurigen (Fr. 39) oder Klassisches Konzert (Fr. 80) Tag 3 Wien. Servus in Wien! Stadtrundfahrt* inklusive Besuches in einem traditionellen Wiener Kaffeehaus. Nachmittags Ausflug ins Burgenland mit Weindegustation und Rundgang in Rust am Neusiedlersee (Fr. 48). Tag 4 Budapest. Vormittags Ankunft in Budapest, der «Königin der Donau». Ausflug* in die idyllische Landschaft auf eine typisch ungarische Czarda. Am Abend Folkloreprogramm mit ungarischen Spezialitäten (Fr. 65). Tag 5 Budapest > Esztergom. Das malerische Budapest ist eine Stadt voller Lebensfreude. Vormittags Rundfahrt*. Am Nachmittag Ausflug zum Donauknie (Fr. 43). Busfahrt nach Esztergom. Besuch der Basilika von Esztergom. Tag 6 Bratislava. Altstadtführung* in Bratislava inkl. Bierprobe. Nach dem Mittag Ausflug zum Nationalpark Donauauen (Fr. 38). Tag 7 Dürnstein. Rundgang* im Städtchen. Nachmittags Ausflug zur Burgruine Aggstein sowie zum Servitenstift Schönbühel (Fr. 35) oder fahren Sie mit dem Velo der Donau entlang durch die Wachau (Fr. 75). Weiterfahrt der Excellence Baroness Richtung Passau. Tag 8 Passau > Schweiz. Am Morgen erreichen Sie Passau. Nach dem Frühstück Busrückreise zu Ihrem Abreiseort. * Ausflugspaket

Tag 1 Schweiz > Würzburg. Busanreise nach Würzburg. Stadtrundgang. Willkommen an Bord. Tag 2 Würzburg. Erkunden Sie die Residenzstadt oder unternehmen Sie einen Ausflug zur mächtigen Festung Marienberg (Fr. 32). Am Mittag legt die Excellence Queen ab. Tag 3 Wertheim > Miltenberg. Ausflug nach Miltenberg mit Stadtrundgang und Weindegustation*. Weiterreise auf dem gewundenen Flusslauf durch Spessart und Odenwald. Tag 4 Rüdesheim > Koblenz. Sie fahren mit dem Winzer­ express und besuchen Siegfrieds Musikkabinett (Fr. 25). Alternativ, Wanderung durch die Weinberge zur Abtei St. Hildegard inkl. Seilbahnfahrt (Fr. 40). Romantische Rheinstrecke mit Loreley. Stadtrundgang in Koblenz (Fr. 25). Tag 5 Koblenz > Cochem. Ausflug zur Burg Eltz*. Alternativ, Velo­Tour entlang der Mosel (Fr. 65). Nachmittags Stadtrundgang* in Cochem. Tag 6 Traben-Trarbach > Bernkastel. In unzähligen Windungen und Schleifen führt die Mosel ins mittelalterliche Bernkastel. Stadtrundgang und Panoramafahrt durch die Moselberge inkl. Weindegustation*. Tag 7 Trier > Schweiz. Stadtrundgang in Trier. Busrückreise in die Schweiz zu Ihrem Abreiseort. Route 2 Trier–Würzburg Reise in umgekehrter Richtung. * Ausflugspaket

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16 | 16.9.2019 | SERIEN

Im Rennen um einen Emmy

Die Emmys sind für die TV-Welt, was die Oscars fürs Kino sind. Diesen Sonntag darf die Schweiz mitfiebern: Die Zürcher ­Regisseurin Lisa Brühlmann ist für eine Folge der US-Thriller-Serie «Killing Eve» nominiert. Text: Ralf Kaminski Bild: Olivia Pulver

Nach dem Schweizer Filmpreis bald auch einen Emmy? ­Regisseurin Lisa Brühlmann in Zürich.


SERIEN | 16.9.2019 | 17

D

ie Serientitel von Lisa Brühlmanns Konkurrenz in der Kategorie «Beste Regie, Drama» zeigen eindrücklich, in welcher Liga die 38-jährige Schweizerin mitspielt: «Game of Thrones» und «The Handmaid’s Tale», zwei der erfolgreichsten und renommiertesten TV-Serien der vergangenen Jahre. Serien zudem, die Brühlmann selbst grossartig findet. Dennoch glaubt sie, dass sie eine Chance hat, die begehrte Trophäe für «Killing Eve» nach Hause zu bringen. «Es ist völlig unberechenbar, umso mehr als alle diese Serien ja in diversen Kategorien nominiert sind.» So wird sie also am Sonntagabend vorbereitet im Microsoft Theatre in Los Angeles sitzen, in einem Kleid von Modissa und mit einer Rede in der Tasche, just in case. «Aber auch falls ich nicht gewinne, wird das ein Erlebnis sein – ich bin zum ersten Mal an einer solchen Gala.» Theoretisch könnte sie im Vorfeld bei den Juroren der Academy of ­Television Arts & Sciences noch für sich werben, doch davon haben ihre Agenten abgeraten. «Das sei nicht nötig, die entscheidenden ­Leute hätten schon alles, was sie bräuchten, hiess es.» Abgesehen davon hat sie ohnehin keine Zeit, denn derzeit dreht sie in Boston für die letzte F ­ olge der zweiten Staffel von «Castle Rock», einer von Gruselautor Stephen King inspirierten Serie. Eine Episode von «Servant», der neuen ­Serie des US-Thrillerspezialisten M. Night Shyamalan, hat sie schon früher in diesem Jahr abgedreht. Erfolg dank «Blue my Mind» Dass die Zürcherin in der US-Serien-

welt plötzlich so gefragt ist, hat sie «Blue my Mind» zu verdanken, ihrem ersten richtigen Spielfilm, mit dem sie nicht nur den Schweizer Filmpreis 2018 gewonnen hatte, sondern auch auf internationalen Festivals Furore machte. «Dadurch ist eine Agentin auf mich aufmerksam ge­ worden, über die nun diese Serienprojekte zu mir kommen.» Die Anfrage der Produzenten von «Killing Eve» war die erste, und Lisa Brühlmann musste sich zunächst die

erste Staffel anschauen, um sich zu entscheiden. «Ich bekomme viele Angebote und sage oft Nein, das Projekt muss wirklich zu mir passen.» Denn jeder Film und jede Serienepisode sind Referenzen. «Man ist immer nur so gut wie das letzte Projekt, deshalb ist es so wichtig, sorgsam auszuwählen, was man macht.» Im Zentrum von «Killing Eve» stehen zwei Frauen, die ruchlose, krea­ tive Serienkillerin Villanelle (Jodie Comer) und die clevere MI5-Agentin Eve Polastri (Sandra Oh), die die ­Killerin eigentlich jagen sollte, doch zunehmend von ihr fasziniert ist. Brühlmann wurde im Spätsommer 2018 für zwei Episoden der zweiten Staffel angefragt, einen Monat später stand sie bereits auf dem Set. Zu Beginn sei sie nervös gewesen, plötzlich Stars wie Sandra Oh oder Fiona Shaw (Eve Polastris Chefin) zu dirigieren. «Aber sie waren sehr nett, und nach ein paar Tagen fühlte es sich ganz normal an, mit ihnen zu arbeiten.» Meistens haben Gastregisseure ­einer Serie keinen allzu grossen

«Auch falls ich nicht gewinne, wird das ein Erlebnis sein.» Lisa Brühlmann Regisseurin

Spielraum, noch kreativ einzugreifen. «Hier jedoch war das anders», erzählt Brühlmann. «Das Drehbuch stand zwar, aber viele Details waren noch offen. So konnte ich zum Beispiel die Idee einbringen, dass Villanelle bei einem Besuch in Amsterdam einen Mord nach einem Gemälde im berühmten Rijksmuseum inszeniert. Und ich konnte viele Drehorte selbst auswählen.» Dadurch bekam die F ­ olge eine eigene, quasi «europäische» Handschrift. «Deshalb haben d ­ ie Produzenten sie wohl auch für die

Emmys eingereicht.» Lisa Brühlmann startete ursprünglich als Schauspielerin in die Filmwelt, ihre Leidenschaft galt aber schon immer der Regie. Bereits mit acht Jahren ­inszenierte sie gemeinsam mit einer Freundin «Aladdin und die Wunderlampe» fürs Schultheater. «Ich schrieb das Skript, textete Lieder, ­besetzte die Rollen. Wenn ich mir das Video heute anschaue, ist es alles etwas chaotisch, aber im Grunde war das der Anfang.» Mehr Fokus auf eigene Projekte

Sie ist froh um ihre ­Erfahrung als Schauspielerin. «Das gibt mir noch eine andere Perspektive, wenn ich selbst mit Schauspielern arbeite.» Derzeit fühlt sie sich jedenfalls hinter der Kamera wohler als davor. Dass Lisa Brühlmann so rasch auch international gefragt war, kam unerwartet. «Natürlich ist das schön und aufregend, aber ich muss auch aufpassen, dass ich mich nicht überarbeite.» Gegen Ende Jahr ist noch ein weiterer Regieeinsatz geplant, dann will sie wieder kürzertreten und 2020 auf eigene Projekte fokussieren. Zusammen mit ihrem Mann, dem ­Regisseur Dominik Locher, ent­ wickelt sie derzeit eine Serie und eine Miniserie, und sie arbeitet an einem neuen Spielfilm. Es sei jedoch zu früh, schon mehr darüber zu erzählen. Nur etwas lässt sie sich ent­ locken: «Eine der Serien ist für den internationalen Markt gedacht.» Das Regiepaar wohnt in Zürich und hat zwei Kinder im Alter von zwei und sechs Jahren. «Bisher liess es sich immer arrangieren, dass sich einer von uns um die Kinder kümmerte, während der andere arbeitete.» Aber notfalls würden auch die Grosseltern einspringen oder eine Nanny engagiert. Zum Dreh nach Boston reiste ­jedenfalls die ganze Familie mit. Doch so reizvoll die Arbeit in den USA ist, ­vorerst plant Lisa Brühlmann, der Schweiz treu zu bleiben. Und beweist so, dass man es auch von hier aus in der internationalen Unterhaltungswelt zu etwas bringen kann.  MM Emmys: 23.9. ab 1 Uhr morgens auf TNT Serie Infos: emmys.com, lisabruehlmann.net, killingeve.fandom.com


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BÄNZ FRIEDLI | 16.9.2019 | 19

Sylvain wird berühmt

Bild: Vera Hartmann

Auf der Theke eines Bistros irgendwo ­zwischen La Louvière und Charleroi ist er gleichsam aufgebahrt, stelle ich mir vor: ­Sylvains Tennisball. Feierlich ausgestellt, grell und gelb und unübersehbar. Sylvain ist der Held im Dorf, seit er mit dem Ball als ­Trophäe aus New York heimgekehrt ist, und er muss es den Copains immer und immer wieder erzählen, wie er zu diesem Ball ge­ kommen ist. Ich habe zugeschaut. An den US Open in Flushing Meadows wars, im Achtel­ final: Der Belgier David Goffin retournierte einen Aufschlag von Roger Federer so un­ gelenk, dass der Ball ins Publikum sprang. Die Kamera fing ein, wie ein pausbackiger Herr Mitte fünfzig, mit Brille und schütterem Haar, den Ball fing und ihn darauf so über­ glücklich schwenkte, als hätte er soeben vier Millionen im Lotto gewonnen.

Bänz Friedli (54) hat Tennis geschaut.

Nennen wir ihn Sylvain. Für Sekunden ist der belgische Tennisfan weltberühmt, weil das TV seine Freude rund um den Globus ver­ breitet. Dann aber geht das Spiel mit einem anderen Ball weiter, die Szene ist bald ver­ gessen. Nur nicht für Sylvain. Man kannte und schätzte ihn daheim bisher als wort­ kargen, aber verlässlichen Schulhausabwart und Kassier der Dorfmusik. Der Tennisball hat alles verändert. «TV-Star» nennen sie ihn beim Feierabendbier, jeder will den Ball berühren, dauernd muss Sylvain für Handy­ fotos posieren.

Später wird Sylvains Tennisball einen Platz im Dorfmuseum bekommen. Eines Tages – wir schreiben bereits das Jahr 2037 – wird er verschwunden sein. Gestohlen? Aus Verse­ hen entsorgt? Niemand wird es wissen. Doch die Verantwortlichen des Museums werden den Ball klammheimlich ersetzen, sein Ver­ schwinden würde Tumulte auslösen. 2053 wird die kleine gelbe Kugel gar das neue Dorf­ wappen zieren, kurz darauf wird sich die Ge­ meinde per Mehrheitsbeschluss in «Le-ballede-Sylvain» umbenennen. Nach erbittertem Rechtsstreit gelangt der Tennisball anno 2087 wieder in Familienbesitz. Die Legenden, die sich um ihn ranken, schillern immer farbiger. Einer behauptet: «Das ist der Ball, den mein Ururgrossvater von Serena Williams persönlich erhalten hat.» – «Nein, von Obama!», setzt eine andere drauf. Und zum Jahrestag am 1. September des Jah­ res 2119 enthüllt die Bürgermeisterin ein En­ semble von Bronzestatuen: Sylvain mit seinem Ball, umrahmt von Mirka und Roger Federer. Darunter die Inschrift: «Tiefe Freundschaft». Wie ich darauf komme? Wüsste ich auch gern. Vielleicht hat Sylvain, von dem wir ja nicht mal wissen, wie er richtig heisst, den Ball im Stadion liegen lassen. Oder später im Ho­ tel. Aber meine Version gefällt mir besser. MM Bänz Friedli live: 19. 9. Dübendorf ZH, 20. 9. Stettfurt TG

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22 | 16.9.2019

Fliegenpilze sind schön anzusehen, aber giftig. Was er nicht sammelt, lässt der Pilzsammler ­unbehelligt stehen.

Das Schöne am Eierschwamm: Wer einen findet, stösst nicht selten gleich auf einen ganzen Schatz.


16.9.2019 | 23

ss r sie nu e os D tg bs er H

Goldstücke im Wald Ob Steinpilze oder Eierschwämmli: Unsere Wälder geben wunderbare Delikatessen her. Sie zu suchen, ist noch besser als Wellnessen. Und so findet man sie. Text: Yvonne Samaritani  Bilder: Jorma Müller

U

nter dunklen Tannen, irgendwo im Berner Oberland an einem Freitagmorgen. Der Wald liegt noch im Schatten der hohen Berge, bis aufs Dü-Da-Do des Postautos ist es mucksmäus­ chenstill. Wir streifen durch das dichte Geäst zu einer versteckten Lichtung. Es riecht schon herbstlich modrig. Feucht. Aus dem moosbedeckten Boden spriessen Kunstwerke. Gelbe, braune, orange, weisse, violette und rote Pilze. Das ist ein gutes Zeichen: Wo die ungeniessbaren, die giftigen und die unbekannten stehen, da sind die gesuchten Delikatessen meist nicht weit. Meine Familie sammelt seit Generationen nur Steinpilze und Eierschwämmli. Für uns sind sie die Allerbesten. Wagnisse gehen wir nicht ein, Experimente schon gar nicht. Heisst: Wir halten nur Ausschau nach Eidottergelb und Kartoffelbraun. Alle anderen ­Launen der Natur bestaunen wir, aber wir pflücken sie nicht. Wir berühren sie nicht einmal. Eierschwämmli leuchten tatsächlich wie kleine Eidotter auf dem Waldboden. Oder wie Goldstücke. Das Schöne am Eierschwamm: Wer ­einen findet, stösst nicht selten gleich auf einen ganzen Schatz. Es lohnt sich, das unterirdische Netz

zu erraten, das die Pilze spinnen. Meist findet sich nicht unweit ein weiterer und noch einer und noch einer – als würden Eierschwämmli den Hang hinunterfliessen. Das mit dem Goldschatzsuchen funktioniert übrigens wunderbar als Motivator für kleine Pilzsammler. Mit dem Pilzmesser schneidet man den Eierschwamm aus dem Boden. Je grösser der Pilz, desto tiefer, denn der Stiel ist genauso schmackhaft wie der Hut. Pilze boden­eben zu schneiden, ist also schade. Den Steinpilz legt man am ­einfachsten von Hand frei, greift ihn mit beiden Händen so tief wie möglich und dreht ihn aus der Erde heraus. Die hängen gebliebene Erde kann man mit dem Pilzmesser abputzen. Wer findet welchen Pilz?

Wahrscheinlich gibt es keine Studie dazu, ob manche Menschen eine besondere Nase für ganz bestimmte Pilze haben. In unserer Familie ist es aber klar aufgeteilt: Die einen sind Eierschwämmli-­ Champions, die anderen Steinpilz-Champions. Vielleicht hat das mit dem Sehvermögen zu tun, vielleicht auch tatsächlich mit dem richtigen Riecher. Auf jeden Fall leuchten Steinpilze leider nicht wie Goldstückchen. Gefärbt wie ungewaschene Kartoffeln,


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HERBSTGENUSS | 16.9.2019 | 25

Es ist kantonal geregelt, wie viele Kilo pro Person maximal gesammelt werden dürfen.

Darauf kommts an: Pilze sicher erkennen und kontrollieren lassen Die Schweizerische ­Vereinigung amtlicher Pilzkontrollorgane (­Vapko) gibt auf ihrer Website vapko.ch Tipps für ­Anfängerinnen und ­Anfänger und hilft mit einem A bis Z, die Pilze zu erkennen. Sie erklärt die kantonalen Bestimmungen und weist den Weg zu allen offiziellen Pilzkontrolleuren.

Steinpilze entdeckt man meist nicht auf den ­ersten Blick, aber wo ­einer ist, finden sich oft noch mehr. Gerüstet werden sie gleich am Fundort – so gibt man dem Wald das zurück, was man sowieso nicht essen wird.

So wirds gemacht: Pilze in der Küche

verstecken sie sich im Schatten der Tannen. Wer sie dort auf­ spürt, hat aber im Nu einen schweren Fund zusammen. Auch fürs «Pilzlen» gelten Regeln

Apropos schwer: Es ist kantonal geregelt, wie viel gesammelt werden darf. Im Kanton Zürich etwa ist es maximal ein Kilo pro Person, im Kanton Bern sind es zwei. Und bevor man loszieht: sich unbedingt über die Schon­ zeiten informieren! In vielen Kantonen (etwa in Zürich und Graubünden) gilt vom ersten bis zum zehnten des Monats ein ab­ solutes Sammelverbot. Die ge­ fundenen Schätze sollte man in einem Korb oder in einer Stoff­ tasche mit sich tragen, nie aber

in einer Tasche, die keinen Sau­ erstoff durchlässt. Nach drei Stunden hat jeder einen Sack voll Gold und Kartof­ feln gefunden. Die besten Plätze bleiben ein Familiengeheimnis. Neue Fundplätze markieren wir mit einem Sternchen auf Google Maps, damit wir sie wiederfin­ den. Nach 2018 ist auch 2019 ein herrliches Pilzjahr. Wir mussten uns auch schon mit viel geringe­ rer Beute begnügen. Eins bleibt sich aber immer gleich: Gemäch­ lich durch den Wald wandern, ganz auf Sehen und Riechen konzentriert, dabei keiner Men­ schenseele begegnen und die Zeit vergessen – das erdet und entspannt noch besser als Well­ nessen. Fragen Sie mal unseren

Sohn, der nickt dabei in der Kin­ dertrage immer ein. Wir gönnen ihm einen ruhi­ gen Schlaf und pausieren alle. Wir setzen uns auf einen Baum­ stamm und rüsten Pilze. So ­geben wir dem Waldboden all das zurück, was wir sowieso nicht essen würden: das erdige Ende des Stiels und Stücke des Pilzes, die kleine Löcher auf­ weisen. Diese sind der sichere Garant, dass da schon andere Gourmets, namentlich Maden, am Werk sind. Inzwischen erhellt die Sonne die Waldlichtung. Eigentlich wollen wir gerade in Richtung Tal aufbrechen. Da leuchtet in einem Sonnenstrahl just ein weiteres Goldstück auf.  MM

Die Steinpilze tupfen wir mit einem feuchten Tuch ab. Die Eierschwämmli waschen wir vor dem Kochen ganz einfach mit der Salatschleuder. Natürlich hat unsere ­Familie ein Lieblingspilzrezept: Orecchiette mit Eierschwämmli, Thymian, Tomaten, Knob­ lauch und viel Olivenöl. Was nicht frisch auf den Tisch kommt, kann man einfach konservieren: • rüsten, schneiden und in kleinen Portionen vakuumieren und einfrieren; • rüsten, schneiden und trocknen; • rüsten und in Essig einlegen. Rezeptvorschlag für ein feines Steinpilz-Cordon-bleu auf Seite 26


26 | 16.9.2019 | HERBSTGENUSS

Steinpilz-Cordon-bleu

Zubereitung

1. Steinpilze putzen, rüsten und in Scheiben schneiden.

Schnitzel einzeln zwischen Metzgerpapier oder in einem Tiefkühlbeutel flach klopfen. Schnitzel auf der Arbeits­ fläche auslegen. Beide Käse­ sorten in dünne Scheiben schneiden. Käse und einige Pilzscheiben auf je eine Hälfte jedes Schnitzels verteilen. Restliche Pilzscheiben bei­ seitelegen. Schnitzel zusam­ menklappen. Ränder gut ­aneinanderdrücken. Mit Salz und Pfeffer würzen. 2. Eier in einem Teller ver­ quirlen. Mehl und Panko oder Paniermehl separat in Tellern bereitstellen. Schnitzel zuerst im Mehl wenden. Überflüssi­ ges Mehl abklopfen. Schnitzel durchs Ei ziehen und im Pan­

ko oder Paniermehl wenden. Panade gut andrücken. Knob­ lauch in Scheiben schneiden. 3. Bratbutter in einer weiten Bratpfanne er­ hitzen. Cordons bleus langsam 8–10 Minuten braten, gelegentlich wen­ den. Sobald die Panade gold­ braun ist und ein bisschen Füllung her­ausquillt, Cordons bleus aus der Pfanne heben. Auf Haushaltspapier abtrop­ fen lassen. Restliche Pilze, Knob­lauch und Rosmarin in die Pfanne geben, ca. 3 Minu­ ten braten und mit Cordons bleus servieren. Dazu passen Nudeln.

Bild: Migusto/Lukas Lienhard

Zutaten für 4 Personen 400 g Steinpilze 4 Kalbsschnitzel vom Stotzen à ca. 160 g, für Cordon bleu geschnitten 120 g Greyerzer 80 g Rotschmierkäse z. B. Munster Salz Pfeffer 3 Eier 100 g Mehl 200 g Panko oder Paniermehl 3 Knoblauchzehen 4 EL Bratbutter 4 Zweige Rosmarin

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Auf dieser Reise bringen wir Ihnen die Kultur, die Geschichte und die Menschen Thailands näher. Freuen Sie sich auf Glanzpunkte wie das «Goldene Dreieck», das bunte Treiben in Bangkok oder die erholsamen Tage in Cha Am.

DAS IST ALLES INBEGRIFFEN Flüge mit Thai Airways in Economy Rundreise im klimatisierten Reisebus 12 Nächte in sehr guten Mittelklasshotels Täglich Frühstück, 4 Mittag- und 2 Abendessen Eintritte und Besichtigungen gemäss Programm Deutsch sprechende Reiseleitung vor Ort Reiseunterlagen inklusive Reiseführer Bei Verlängerung Transfer bei Abreise 5 Nächte im 4,5-Sterne Hotel Täglich Frühstück Betreuung durch Deutsch sprechende Reiseleitung vor Ort

1. TAG: Flug Zürich – Bangkok 2. TAG: Flug Bangkok – Chiang Rai. Nach Ankunft Bootsfahrt und Besuch des Karen Ruam Mit Stammes. 3. TAG: Fahrt zum als «Goldenes Dreieck» bekannten Dreiländereck von Thailand, Myanmar und Laos. Flussfahrt auf dem Mekong. 4. TAG: Besichtigung des Wat Rong Khun. Fahrt nach Chiang Mai. Am Nachmittag Kochkurs. 5. TAG: Besuch im Elefanten-Park, wo Sie die Dickhäuter aus der Nähe beobachten können. 6. TAG: Fahrt nach Sukhothai, Thailands erste Hauptstadt. 7. TAG: Fahrt in Richtung Bangkok. Unterwegs erreichen Sie Ayutthaya. 8. TAG: Besichtigung der quirligen Metropole Bangkok bei einer Klongfahrt. Besuch des Königspalastes mit dem Tempel des Smaragd-Buddhas. Nachmittag frei. 9. TAG: Auf der Fahrt nach Cha Am machen Sie einen Stopp bei einem schwimmenden Markt. 10. – 13. TAG: Erholung im Hotel in Cha Am. 14. TAG: Freier Tag. Abends Transfer nach Bangkok. 15. TAG: Flug Bangkok – Zürich

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Kein Wunder, dass die Marroni früher als tägliches Brot der Tessiner Landbevölkerung galt: 100 Gramm enthalten 43 mg Vitamin C. Einzigartig unter Nüssen und Samen, steckt in ihr ähnlich viel Folsäure wie in grünem Blattgemüse. Auch mit Omega-3-Fettsäuren kann die Marroni punkten. Und mit nur 200 Kalorien ­gehört sie ausserdem zu den kalorienarmen Nüssen.

ss r sie nu e os D tg bs er H

Unter die braune Schale geschaut

43 mg Vitamin C

Im MarroniFieber

11.11.

Vor dem Siegeszug der Kartoffel war die Marroni im Tessin ein Grundnahrungsmittel. Heute reichert die edle Nuss ­unseren Speiseplan von Vorspeise bis Dessert an.

Marroni sammeln

Im Tessin ist Marronisammeln in ­bewirtschafteten Hainen, sogenannten Selven, verboten! Achten Sie auf die Schilder, die Auskunft über den Besitzer geben. Aber: Was jeweils nach dem 11. November vom Baum fällt, gehört Ihnen. Auf keinen Fall sollte man

Text: Delicatext; Illustrationen: iStock; Bild: iStock

Vom Baum auf den Tisch Marroni sind reif, wenn sie von selbst vom Baum fallen. Frische Früchte erkennen Sie an der geschlossenen grünen Schale, die wurmstichigen daran, dass sie beim Wässern obenauf schwimmen. Frisch gesammelte Marroni sollte man ­möglichst bald rösten. Oder man sorgt dafür, dass sie sich länger ­halten: entweder nach alter ­Tessiner Tradition im neuntägigen Wasserbad oder ganz pragmatisch in der ­Gefriertruhe.

­Marroni vom Baum schlagen, da nur die «Plumpsfrüchte» reif sind und Schläge den Baum schädigen können.

Marroni in der Küche Marroni machen sich als Vorspeise, Hauptgericht und Nachtisch gleichermassen gut. Tiefgefrorenes Marronipüree oder auch Marronimehl können Sie zu Brot und Kuchen verarbeiten. Gemeinsam mit Knoblauch und Kräutern kleidet die Marroni als Kruste ein edles Stück Fleisch in ein herbstliches Gewand, oder sie verleiht der Weihnachtsgans eine edle Fülle. Aber ­eigentlich geht doch nichts über den Klassiker: «Heissi Marroni» aus der Tüte auf der Strasse, oder?


30 | 16.9.2019 | HERBSTGENUSS

MarroniFakten Die ältesten Tessiner ­ orten, «Buné Negro», S «Lüina» und «Rosseira», wurden 1295 erstmals schriftlich ­erwähnt. Da trug der heute wohl älteste Kastanienbaum des Tessins am Monte ­Giorgio schon 300 Jahre lang Früchte. Der grösste Edel­ kastanienwald Europas steht im Bündner Südtal Val Bregaglia.

Nüsse für den Winter Mit einem Ertrag von 150 bis 200 Kilo­gramm reicht ein Baum, um

einen Menschen einen Winter lang satt zu machen. Deshalb nannte man die Marroni früher auch das «Brot der Armen». Esskastanien sind Nüsse, werden aber fast immer wie Gemüse verarbeitet.

Der berühmte Schinken aus dem italienischen Carrara schmeckt angeblich deshalb so gut, weil die Schweine dort Marroni fressen.

2017 war jeder fünfte Baum im Tessin eine Edelkastanie – Tendenz abnehmend. Während die wirtschaftliche Bedeutung der Kastanie schwindet, wächst der Sinn für ihren kulturellen Wert. Private und staatliche ­Initiativen fördern die Pflege und touristische ­Vermarktung der ­Kastanienhaine. Der Castagno dei Cento Cavalli in Sizilien gilt als grösster Kastanienbaum der Welt, er soll mindestens 2000 Jahre alt sein. Nur ein kleiner Teil der Schweizer Esskastanien-­ sorten sind Marroni. Sie zeichnen sich durch feineren Geschmack und rundere Form aus.

Vielseitige Verwendung Neben den frischen Marroni gibt es eine grosse Zahl an Produkten aus den verarbeiteten Nüssen: ­Marronimehl und -flocken eignen sich bei Glutenunverträglichkeit als Lieferanten von Kohlenhydraten. Fertiges, gesüsstes Marronipüree wird nicht nur zu Vermicelle ­verarbeitet, sondern auch zu einer Vielzahl anderer Desserts.

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Die schönere Schwester

Esskastanien, auch Edelkastanien genannt, sind einfach von den ­ungeniessbaren Rosskastanien zu unterscheiden: In ihrer stachligen grünen Schale finden sich drei ähnlich grosse Früchte, bei Rosskastanien ist es in der Regel nur eine einzige. Im Tessin gibt es fast 100 verschiedene Sorten Edelkastanien.

Illustrationen: Getty Images

200 kg

In der Schweiz wurden 2017 rund 150 Tonnen Kastanien produziert. Im Tessin waren es 40, in Italien 52 356 Tonnen.


HERBSTGENUSS | 16.9.2019 | 31

Marroni-Kartoffelstock mit Steinpilzen Zutaten für 4 Personen 1 kg mehligkochende Kartoffeln 300 g tiefgekühlte, geschälte Marroni Salz 2,5 dl Milch 30 g Butter Pfeffer Muskatnuss 400 g Steinpilze 100 g Specktranchen 2,5 dl Halbrahm 4 Zweige Thymian Zubereitung Bild: Migusto/Lukas Lienhard

1. Kartoffeln schälen und in Würfel schneiden. Mit den Marroni ca. 25 Minuten in Salzwasser weich kochen. Abgiessen und gut abtropfen lassen. Kartoffeln und Marroni mit dem Kartoffel-

stampfer zerdrücken oder durch ein Passe-vite treiben. Milch und Butter zusammen ­erhitzen. Zum Marroni-Kartoffelsstampf giessen. Alles mit ­einer Kelle zu einem glatten Püree verrühren. Wenn der Marroni-Kartoffelstock zu fest ist, etwas Milch dazugeben. Mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken. 2. Steinpilze rüsten und putzen. In Scheiben schneiden. Speck in Streifen schneiden. Speck und Pilze in einer Bratpfanne ca. 5 Minuten braten. Mit Rahm ablöschen. Thymian dazugeben und kurz köcheln lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Mit Marroni-Kartoffelstock ­anrichten und servieren.

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32 | 16.9.2019

«Meine Gäste mögen diese Geschichten»

Der Nidwaldner Dani Aschwanden ist passionierter Jäger und Gastwirt. Das erlegte Wild serviert er in seiner Beiz in ­Beckenried NW – und auf Wunsch e­ twas ­Jägerlatein und Geschichten von der Pirsch dazu. Interview: Claudius Wirz Bilder: Michael Sieber

W

ie sind Sie zur Jagd gekommen? Ich bin sozusagen ­aufgewachsen mit der Jagd. Bereits als Kind ging ich mit meinem Urgrossvater mit, später mit meinem Götti. Trotzdem, auch nach 30 Jahren noch werde ich nervös, wenn ich so einem prächtigen Hirsch begegne. Manchmal lasse ich ein Tier auch springen, sage ihm «geh, war schön, dich gesehen zu haben». Wie läuft Ihre Jagdzeit ab? Ich gehe im Kanton Uri auf die Jagd. Meistens bin ich alleine unterwegs, ab und zu nehme ich aber auch Freunde oder einen Gast aus unserem Restaurant mit. Zwei Wochen Anfang September bin ich jeweils voll und ganz in unserem Jagdhüttli im Urner Meiental. Eine sehr ursprüngliche Gegend, mit vielen Schmetterlingen und Wildblumen. Was reizt Sie an der Jagd ­besonders? Die Natur, das Beobachten, die Stille. Ich gehe weniger fürs Fleisch als vielmehr für das Naturerlebnis und ­natürlich für das Hüttenleben. Wir kochen zusammen, trinken ein Glas Wein und plaudern mit Jagdfreunden. Meine Frau Gabrielle kommt oft auch hoch, wir sammeln zusammen Beeren oder Pilze, Eierschwämmli und Steinpilze. Das Jagen selbst braucht Passion. Du musst das Gesetz kennen, die aktuellen Abschusszeiten, die Arten, die Stückzahl und das Alter der Tiere, die geschossen

werden dürfen. Das ändert von Jahr zu Jahr und ist ganz genau geregelt. Vor dem Jagen gehen die meisten ­Jäger schon während Wochen zum Spiegeln, also zur Beobachtung mit dem Feldstecher, ins Jagd­gebiet und vergitzeln fast dabei. Die Spannung ist dann enorm hoch. Wir beobachten und sprechen an, das heisst zählen die Tiere und stellen fest, ob es Männchen oder Weibchen sind und welches Alter sie haben. Das kannst du oft nur am Gebiss festmachen. Hirsche zum Beispiel ver­lieren ihr Geweih ­jedes Jahr wieder. Daran kannst du das Alter also nicht ablesen. Verarbeiten Sie alles, was Sie von der Jagd mitbringen? Auf alle Fälle. Und wenn es mal zu ­wenig ist, kaufe ich von Jagdkameraden dazu. Leberli sind mein Favorit, davon gibt es aber nur wenig, die ­reichen oft nur fürs Team und für Freunde. Ich mache auch eigenes Trockenfleisch nach einem Rezept meines Urgrossvaters. Im Restaurant (siehe Seite 35) servieren wir Wild bis Mitte November. Es ist enorm beliebt, und man muss immer frühzeitig reservieren. Ich liebe es, an die Tische zu gehen und zu erzählen, was wir ­gerade im Angebot haben, und mit ­Jägerlatein zu philosophieren. Hinter jedem ­Gericht gibt es eine Geschichte aus der Jagd zu erzählen. Die Gäste ­mögen das. Seit diesem Jahr haben wir nun endlich auch einen Urner Wein, den wir zum Wild empfehlen können, vom Weingut zum Rosenberg in Altdorf. MM


ss r sie nu e os D tg bs er H Auch wenn es manchmal knallt, ist es die Stille, die Dani Aschwanden auf der Jagd besonders gefällt.


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16.9.2019 | 35

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Fünf Topbeizen mit Wild aus der Region Leichte Wanderungen oder Spaziergänge sind im Herbst am schönsten, wenn man sie mit dem Genuss einer feinen Wildspezialität verbinden kann. An diesen Orten können Sie sich kulinarisch verwöhnen lassen. Text: Claudius Wirz

Boutique-Hotel Schlüssel Dani + Gabrielle Aschwanden Oberdorfstrasse 26 6375 Beckenried NW 041 622 03 33 schluessel-beckenried.ch Ab 19. September bis Mitte November werden köstliche Wildspezialitäten serviert. Das Wild stammt mehrheitlich aus eigener Jagd im Kanton Uri. Ausflüge: • Raddampferfahrt über den Vierwaldstättersee • Ab Beckenried mit der längsten Luftseilbahn der Zentralschweiz auf die Klewenalp, dort Wanderung mit tollem Blick auf den Vierwaldstättersee

Rotwild

Berggasthaus Staubern

Bilder: zVg (3), Vectorstock

Daniel und Judith Lüchinger 9467 Frümsen SG 081 757 24 24 staubern.ch Bis Ende Oktober wird an jedem Mittwoch- und Freitagabend ein ausladendes Wildbuffet serviert. Das Wild stammt aus der Region Sennwald und dem nahen Österreich: «Wir servieren Wild ausschliesslich von dort, wo man von der ‹Staubern› aus hinsieht.» Ausflüge: • Wanderung ab Frümsen im Rheintal durch den Schutzwald auf die Staubern und nach dem Abendessen mit der Seilbahn wieder hinunter • Gratwanderung vom Hohen Kasten zur Staubern mit Sicht ins Appenzellische, ins Rheintal, nach Liechtenstein und Vorarlberg

Rotwild

Schwarzwild

Vegetarisch

Schwarzwild

Wildgeflügel

Vegetarisch


36 | 16.9.2019 | HERBSTGENUSS

Hotel Bellavista

Restaurant zum Löwen Messen

Beni und Corinna Kleger Via da l’Alp 6 7513 Silvaplana-Surlej GR 081 838 60 50 bellavista.ch Inhaber Beni Kleger und seine zwei Söhne jagen in Graubünden und in ihrem eigenen Jagdrevier im Tirol. So werden diverse Wildspezialitäten ganzjährig serviert. Saisonal kann es neben Rotwild auch einmal Steinbock geben oder ab Mitte Oktober Niederwild, zum Beispiel Entenbrust. Spezialitäten: Hirschbündnerfleisch aus der eigenen Fleischtrocknerei, Leberli, frische selbst gesammelte Pilze und Wildfondue (auf Vorbestellung).

Sebastian und Manuela Graber Hauptstrasse 42 3254 Messen SO 031 765 50 25 loewen-messen.ch Die Wildkarte mit einem Wildmenü, Wildklassikern und modernen Wildgerichten gilt ab 12. September bis Ende November. Das Wild stammt aus der Region, vor allem dem Jagdrevier Messen. Spezialitäten: Rehrücken und Rehpraliné, Wildschwein-Rack, Hirschburger, Pasta mit «Buechibärger» Trüffel. Ausflug: Wanderungen über die sanften Hügel der Region Bucheggberg mit schönen Ausblicken ins Mittelland und auf die Weissenstein-Kette

Ausflug: Der Panoramaweg oberhalb des Silvaplanersees gehört zu den schönsten im ganzen Oberengadin. Von der Corvatsch-Mittel­ station Murtèl geht es entlang des Seenplateaus nach Prugnieu, weiter zur Alp Prasüra und hinunter nach Sils.

Rotwild

Schwarzwild

Vegetarisch

Rotwild

Michael und Ariane Meyer Zollstrasse 17 8218 Osterfingen SH 052 681 21 21 badosterfingen.ch Wild wird bis Mitte Dezember serviert, Rehrücken (auf Vorbestellung) bis Mitte Januar. Das Wild stammt aus der Region (Schweiz und grenznahes Deutschland). Spezialitäten: die vielleicht besten Butterspätzli der Schweiz (Teig wird zweimal täglich frisch gemacht) und eigener Wein. Selten wird auch Sikahirsch serviert, ein ausgewilderter ostasiatischer Damhirsch. Ausflüge: • Wunderschöne Wanderung ab Bahnhof Wilchingen-Hallau durch die Rebberge und Herbstwälder zum Bad Osterfingen • Wanderung ab Neuhausen der Landesgrenze nach bis ­Osterfingen

Rotwild

Vegetarisch

Bilder: zVg (7), Migusto/Lukas Lienhard, Vectorstock

Gasthaus und Weingut Bad Osterfingen


HERBSTGENUSS | 16.9.2019 | 37

Wildschwein-Entrecôte mit Pilzbutter Zutaten für 4 Personen 350 g Waldpilze, z. B. Steinpilze und Eierschwämmli 1 Schalotte 1 Knoblauchzehe 4 Wildschwein Entrecôtes à 140 g Salz edelsüsser Paprika 4 EL Olivenöl 1 TL rosa Pfeffer 50 g Butter ½ Bund Oregano

Bild: Migusto/Lukas Lienhard

Zubereitung

1. Pilze putzen und in mundgerechte Stücke schneiden. Schalotte und Knoblauch ­hacken. Fleisch mit Salz und

Paprika würzen. Öl in einer Bratpfanne erhitzen. Fleisch auf jeder Seite ca. 3 Minuten braten. Fleisch in Alufolie einwickeln und ca. 10 Minuten beiseitestellen. 2. Inzwischen Schalotte und Knoblauch in derselben ­Pfanne 1 Minute braten. Pilze dazugeben und ca. 2 Minuten weiter braten. Mit Salz und rosa Pfeffer abschmecken. Butter dazugeben und aufschäumen lassen. Fleisch auspacken. Eventuell entstandenen Fleischsaft zur Sauce ­geben. Fleisch mit Pilzen und Butter anrichten. Oreganoblättchen darüber zupfen und servieren. Dazu passt Rösti.

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38 | 16.9.2019 | GENUSS

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Der Stolz eines jeden Gärtners sind grosse Kürbisse zur Erntezeit. Es lohnt sich, dünne Scheibchen der Riesenfrüchte einmal roh zu probieren. Der Orange Knirps hat einen leicht anderen Geschmack als der Muskatkürbis, und der schmeckt ­anders als der Butternut. Nur Zierkürbisse darf man nicht essen, die sind giftig.

So viele Rehe wurden laut Jagdstatistik des Bundesamtes für Umwelt im Jagdjahr 2018 in der Schweiz geschossen. 17 615 davon waren Böcke. GARTEN

Winterharte Salatkandidaten Winterportulak und auch das Barbarakraut trotzen im Garten problemlos dem Frost. Man kann sie gut im ­September säen und im Winter die zarten Blättchen ernten. Der Portulak schmeckt mild und kann so wie Spinat auch gedünstet werden. Das würzig scharfe Barbarakraut hingegen ist eine beliebte Alternative zur Brunnenkresse.

Äpfel begleiten uns von Kindheit an und sollen laut Volksglauben den Arzt überflüssig machen. Autor James Rich stellt in seinem Buch ­« Äpfel – Rezepte aus dem Obstgarten» viele Sorten mit Tipps zur Verwendung vor. Seine 100 Rezepte machen Lust, den Apfel nicht nur zu Wähen oder Desserts zu ­verarbeiten, sondern auch mal in währschaften Gerichten auszuprobieren. Bei ExLibris, Fr. 24.70

Pfannenhilfe

Was mache ich mit Resten von ­gegartem oder geröstetem Kürbis? Die Reste sind eine ideale Grundlage für Kürbiscremesuppe. So muss der Kürbis nicht erst in Bouillon gekocht, sondern nur noch erhitzt, gewürzt und püriert werden. Muss man Pilze ­waschen, oder reicht es, sie einfach mit einer Pilzbürste zu reinigen? Auch wenn man das oft so liest, nehmen ­Pilze beim Waschen nicht viel Wasser auf. Und da Zuchtpilze häufig auf Substraten wie Stroh oder auch Mist wachsen, ist es hygienischer, Reste davon abzuwaschen und die Pilze direkt weiterzuverarbeiten. Sind die Pilze kaum verschmutzt, reicht jedoch ein leichtes Abbürsten.

Claudia Schmidt Food-Redaktorin

Illustration: Felice Bruno; Bilder: zVg

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16.9.2019 | 39

ss r sie nu e os D tg bs er H

Wild auf Salat

Thymian ist nicht nur ein exzellentes Kraut für die Mittelmeerküche, sondern auch für viele Herbstgerichte.

In der Wildsaison werden gerne klassische Gerichte wie Pfeffer oder Rehrücken aufgetischt. Dabei gehts auch leichter: Das feine Fleisch passt perfekt in einen herbstlichen Salat mit Himbeeren. Rezept: Andrea Pistorius

Text: Claudia Schmidt, Bild: Fotostudio MGB, Styling: Feride Dogum

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Senf bringt Würze ins Salatdressing und sorgt dafür, dass sich Essig und Öl gut miteinander verbinden.

TIPP: Beeren für das Dressing mit einer Gabel zerdrücken statt pürieren

Hirschschnitzel mit Lattich und Himbeeren Zutaten für 4 Personen 250 g Himbeeren 4 EL Olivenöl 3 EL Himbeersirup 3 EL Aceto balsamico bianco 2 TL grobkörniger Senf Salz Pfeffer ½ Bund Thymian 40 g Baumnüsse 250 g Hirschschnitzel 4 Mini-Lattiche

Zubereitung

1. Ein Drittel der Beeren mit der Hälfte des Öls, Himbeersirup, Essig und Senf fein pürieren. Mit Salz und Pfeffer würzen. Die Hälfte des Thymians beiseite­ legen. Vom restlichen Thymian Blättchen von den Stielen zup­ fen. Nüsse grob hacken. Wenig Öl in einer Bratpfanne erhitzen. Nüsse und Thymianblättchen kurz rösten. Mit Salz würzen. Nüsse auf einen Teller geben und abkühlen lassen.

2. Fleisch mit Salz und Pfeffer würzen. Restliches Öl erhitzen. Fleisch auf jeder Seite 3–4 Mi­ nuten braten, beiseitegelegten Thymian mitbraten. Lattich längs vierteln. Fleisch in ­Streifen schneiden und auf dem ­Lattich anrichten. Nüsse und restliche Beeren darüber­ streuen. Mit Himbeerdressing beträufeln.

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1. Tag Basel Individuelle Anreise. Einschiffung ab 15.00 Uhr. Um 16.00 Uhr heisst es «Leinen los!». 2. Tag Speyer Ausflug(1) «Pfälzische Weine» und Fahrt nach Neustadt an der Weinstrasse. Rundgang durch die Altstadt. Weiterfahrt auf der Weinstrasse nach Bad Dürkheim. Weinprobe von Top-Weinen der Region. Für an Bord gebliebene Gäste empfiehlt sich der Besuch des Weihnachtsmarktes in Speyer. 3. Tag Cochem–Alken Rundgang(1) durch das historische Cochem. Weinprobe an Bord. Individueller Besuch des Weihnachtsmarkts. 4. Tag Rüdesheim Ausführungen eines Einheimischen über die Kulturlandschaft während der Passage des «Romantischen Rheins». Fahrt mit dem Winzerexpress (inkl.) nach Rüdesheim. Schlendern Sie über den Weihnachtsmarkt der Nationen. 5. Tag Baden-Baden Ab Plittersdorf Busausflug(1) nach Baden-Baden mit Weinprobe. Rundgang durch die Bäder- und Kunststadt. Besuch des Weingutes «Schloss Neuweier». Weinprobe und Kellerführung. Bummeln Sie über den schönen Christkindelsmarkt. 6. Tag Basel Ausschiffung, individuelle Heimreise. Abreisedaten 2019 Es het solangs het Rabatt 21.10. 100 (7) 10.12. 300 30.12. 25.11. 300 15.12. 300 30.11. 300 (8) 20.12. 350 (6) 05.12. 300 (9) 25.12. 350 (6|7)

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1. Tag Basel Individuelle Anreise. Einschiffung ab 15.00 Uhr. Um 16.00 Uhr heisst es «Leinen los!». 2. Tag Kehl Rundfahrt/-gang(1) durch Strasbourg. 3. Tag Köln Passage der Loreley-Strecke. In Köln Rundfahrt/-gang(1) durch die Domstadt. 4. Tag Dordrecht–Rotterdam Ausflug(1) zu den Windmühlen von Kinderdijk. Weiterfahrt nach Rotterdam und Rundfahrt(1) durch die pulsierende Metropole. 5. Tag Amsterdam Ausflug(1) zum Keukenhof (Abreisedaten 22.03. bis 01.05.). Am Abreisedatum ohne Keukenhof (09.05.) Panoramarundfahrt(1) und Besuch Reichsmuseum. Abendliche Grachtenfahrt(2). 6. Tag Duisburg–Düsseldorf Ausflug(1) Zeche Zollverein. Transfer(2) nach Düsseldorf für ind. Besichtigungen. Einschiffung der Ausflugsgäste in Düsseldorf. 7. Tag Koblenz Rundgang(1) durch Koblenz mit Besuch der Festung Ehrenbreitstein. Ausführungen eines Einheimischen über die Kulturlandschaft während der Passage des «Romantischen Rheins». 8. Tag Baden-Baden Busausflug(1) ab Plittersdorf nach Baden-Baden und Rundgang. Busrückfahrt nach Kehl und Wiedereinschiffung der Ausflugsteilnehmer. 9. Tag Basel Ausschiffung, individuelle Heimreise.

1. Tag Zürich/St. Margrethen–Passau Individuelle Anreise zum Einsteigeort. Busfahrt ab Zürich oder ab St. Margrethen. Einschiffung und «Leinen los!». 2. Tag Melk–Wien Ausflug(1) zum Stift Melk. Ankunft in Wien und individuelle Besichtigung. 3. Tag Wien Rundfahrt/-gang(1) durch die Kaiserstadt. Ausflug(2) zum Schloss Schönbrunn mit seinem Park. 4. Tag Budapest Rundfahrt/-gang(1) durch die Hauptstadt Ungarns. Spaziergang(2) durch Budapest. Fahrten mit U-Bahn und Panoramastrassenbahn sowie Besuch der Markthalle und der St. Stephan Basilika. Lichterrundfahrt(2) durch die «Königin der Donau». 5. Tag Budapest–Esztergom Ausflug(1) in die ungarische Puszta mit Vorführung traditioneller Reitkunst. Fahrt durch das Donauknie. Freie Zeit in Esztergom. 6. Tag Bratislava Rundfahrt/-gang(1) durch die Stadt. Fahrt zur imposanten Burg. Rundgang durch die Altstadt mit dem bekannten St. Martinsdom. Nehmen Sie an einer Bierprobe(2) in der Altstadt teil. 7. Tag Dürnstein Rundgang(1) mit Weinprobe. Gemütliche Schifffahrt durch die einmalige Wachau. 8. Tag Passau–St. Margrethen/Zürich Ausschiffung und Rückfahrt in die Schweiz. Individuelle Heimreise.

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1. Tag Zürich/St. Margrethen–Passau Individuelle Anreise. Busfahrt, Einschiffung und «Leinen los!». 2. Tag Wien Rundfahrt/-gang(1) durch die Kaiserstadt. 3. Tag Puszta Ausflug(1) Puszta mit Reitvorführung. 4. Tag Belgrad Rundfahrt/-gang(1), Besuch Festung. 5. Tag Flusstag Schifffahrt durch das «Eiserne Tor». 6. Tag Bukarest Ausflug(1) durch «Paris des Ostens» . 7. Tag Donaudelta Ab Tulcea Rundfahrt(1) mit Ausflugsbooten durch das obere Donaudelta oder Rundfahrt Delta intensiv(3) mit kleinen Schnellbooten. 8. Tag Rousse Rundfahrt/-gang(1) durch den Donauhafen, Besuch des Höhlenklosters Basarbowski. 9. Tag Flusstag Passage des «Eisernen Tores». 10. Tag Belgrad–Novi Sad Ausflug(1) ab Belgrad nach Novi Sad mit Halt beim Kloster Krusedol. Rundfahrt/-gang und Besuch Wehranlage Petrovaradin. 11. Tag Mohács Ausflug(1) ins mediterrane Pécs. 12. Tag Budapest Rundfahrt/-gang(1), freie Zeit. 13. Tag Bratislava Rundfahrt/-gang(1) mit Fahrt zur Burg. Rundgang Altstadt mit dem St. Martinsdom. 14. Tag Weissenkirchen Ausflug(1) Stift Melk. 15. Tag Passau–St. Margrethen/Zürich Ausschiffung, Busrückfahrt und individuelle Heimreise. Reisedaten 2020 31.05.–14.06. 1000 14.06.–28.06. 1000 12.07.–26.07. 1100

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42 | 16.9.2019 | WAHLEN

POLITISCHE GEGENSÄTZE

Die Newcomerin und der Alte Hase

Text: Benita Vogel

Das eint sie Gemeinsamer Znacht Sie stammen ursprünglich aus Bergkantonen und mögen Währschaftes. Nach kurzer Diskussion, ob eine Bündner oder Walliser Spezialität auf den Tisch kommt, wählen sie: Salat und Älpler­ magronen mit Apfelmus. Zum Dessert gibts rote Trauben. Süss mögen es beide nicht. Kosten: Fr. 36.85. Den Restbetrag wollen sie in einen Apéro investieren.

S

ie kandidiert bei den Nationalratswahlen erst zum zweiten Mal für ein politisches Amt. Er steigt bereits zum vierten Mal in den Ständeratswahlkampf, politisiert seit über 40 Jahren und ist skandalerprobt. Karin Supersaxo Freiburghaus kämpft für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Roberto Zanetti betreibt Umwelt-, Finanz- und Wirtschafts­ politik. Die 28-jährige FDP-Neokandidatin aus Adligenswil – ein Migros-Kind – und der 64-jährige SP-Profi aus Gerlafingen – ein Coop-Kind – könnten unterschiedlicher nicht sein. So scheint es zumindest – bis sie sich in Zürich zum ersten Mal treffen. Selbst etwas überrascht, stellen sie fest: «Wir harmonieren ganz gut.» Verbindendes finden sie gleich zu Beginn: Karin Supersaxo Freiburghaus’ unverkennbarer Walliser Dialekt erinnert Roberto Zanetti an seine eigenen Wurzeln im Bündner Poschiavo. Beim Einkauf für den Znacht (siehe Box rechts) landen denn auch ein Bündner und ein Walliser Berg­ käse für die Älplermagronen im Korb. Einigkeit herrscht auch darüber, dass an der Kasse bezahlt wird – «die Kas-

50

Franken darf der gemeinsame Einkauf in der Migros kosten

Gemeinsamer Vorstoss Die Attraktivität der Berufslehre erhöhen. Das duale Bildungssystem der Schweiz ist einzigartig. Immer mehr Jugendliche ­wählen den Bildungsweg Gymnasium. Die Wirtschaft benötigt neben Akademikerinnen und Akademikern aber auch gut ausgebildete Fachspezialisten. Der Bundesrat wird ersucht, eine Informationskampagne zu lancieren, um die Berufslehre attraktiver zu machen.

Bilder: Juventino Mateo-Leon, Cyril Krähenbühl

Wir treffen Kandidierende, die am 20. Oktober ins Parlament gewählt werden wollen. Trotz aller Differenzen sollen sie sich auf einen Vorstoss einigen und für ein gemeinsames Essen einkaufen. Diese Woche: Newcomerin Karin Supersaxo Freiburghaus (FDP/LU) und Ständerat Roberto Zanetti (SP/SO).

Die Schweiz wählt

Ständerat

Roberto Zanetti Alter 64 Partei SP Beruf Politiker Wohnort Gerlafingen Zivilstand ledig Themen ­Wirtschaftund Finanz­ politik, Umwelt-, Klima- und Energie­politik


WAHLEN | 16.9.2019 | 43

Das trennt sie Politische Erfahrung Karin Supersaxo Freiburghaus (FDP) hat neben der Parteiarbeit noch kein politisches Amt bekleidet. Roberto Zanetti (SP) sitzt seit neun Jahren im Ständerat, war zuvor Regierungs- und Nationalrat.

Die Verweildauer im schweizerischen Parlament beträgt im Schnitt 10,5 Jahre, Nationalräte bleiben 10 Jahre, Ständeräte 8,5 Jahre.

Rücktritte auf das Legislaturende 2019 Ständerat

Nationalrat

20

46

Neu zu besetzen

200

58 Neu zu

besetzen

Kandidatin für den ­Nationalrat

Karin Supersaxo Freiburghau Alter 28 Partei FDP Beruf­ Marketing- und Verkaufsfachfrau Wohnort Adligenswil Zivilstand ­verheiratet Themen Familien­politik


44 | 16.9.2019 | WAHLEN

siererinnen sollen nicht durch die Selbstbedienungskasse ersetzt werden», erklärt Zanetti. Später wird die Diskussion politischer und die Eintracht leicht getrübt: Die FDP-Frau hat Mühe mit dem «steten Ruf nach Sozialstaat der Linken» und der SP-Mann mit der «politischen Überheblichkeit und wirtschaftlichen Macht» der FDP. Ob der Disharmonie finden die beiden aber ihre eigene Zauberformel: den Konsens. Lösungsorientiert zu politisieren, sei wichtig, sind sie sich einig. «FDP-Leute betrachten die Welt mit einem offenen Blick – das gibt spannende Diskussionen und entspricht mir», sagt Zanetti, der sich selbst als freiheitsliebend beschreibt. Supersaxo Freiburghaus lobt den Einsatz der Linken bei Frauenthemen: «Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf funktioniert bei der SP besser als bei den Bürgerlichen», sagt sie.

«Die Wahlen bei Ihnen in der Schweiz funktionieren ziemlich gut», sagt Katya Andrusz. Verbessern könne man aber immer etwas.

Der richtige Mix macht es aus

Die Auswahl der Kandidierenden erfolgte in Zusammenarbeit mit smartvote.ch. Dort lassen sich die eigenen politischen Positionen mit denen aller Kandidierenden vergleichen.

«Wir sind keine Schulmeister»

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) schickt dieses Jahr keine Wahlbeobachter in die Schweiz. Was nicht bedeutet, dass die Wahlen hier perfekt sind, wie Sprecherin Katya Andrusz im Interview eklärt. Text: Kian Ramezani

Bilder: Keystone, Hans Labler

Sie will als junge Frau neue Impulse ins Parlament einbringen: nicht nur zu Frauenthemen, auch in den Bereichen Bildung und Umwelt. Man könne nicht alles den Männern überlassen. Und: «Es braucht Leute, die ‹out of the box› denken», sagt Supersaxo Freiburghaus. Über die Grenzen ­hinaus denken – kann das ein Politik-­ Oldie, der den Bundeshausbetrieb aus dem Effeff kennt? «Ja», sagt Zanetti, «wenn man offen ist und die Anliegen aller Menschen ernst nimmt, egal welcher Herkunft.» Er habe sich sehr wohl überlegt, ob er mit 64 Jahren nochmals antrete. Im Ständerat stehe eine ansehnliche Erneuerung an (­siehe Box Seite 41), die Mischung zwischen neu und erfahren werde also gut sein. «Auf den richtigen Mix kommt es schliesslich auch an», pflichtet Supersaxo Freiburghaus bei. Auch der Inhalt des gemeinsamen Vorstosses ist so rasch gefunden: «Die Berufslehre muss gestärk werden» (siehe Box Seite 40) . Zum Schluss gibt der Alte Hase, der auch eine Abwahl erlebte und das ­Comeback schaffte, der Newcomerin einen Rat: «Hol dir eine Mentorin, der du vertraust, mit der du Einladungen und Geschäfte besprechen und die du alles fragen kannst.» Denn einmal in Bern angekommen, laufe man Gefahr, den Überblick zu verlieren. MM


Zur Person

Am Willen fehlt es sicher nicht: Der Bundesrat hat zur Wahl­ beobachtung eingeladen, und ­aufgrund einer ersten Bedarfs­ analyse hat das ODHIR eine klare Empfehlung ausgesprochen. Aber auch wir haben begrenzte Ressourcen und einen vollen Wahlkalender. So müssen wir uns ständig fragen, wo wir am meisten bewegen können. Da kann es sein, dass ein Land wie die Schweiz, wo die Menschen ein hohes Mass an Vertrauen in den Wahlprozess haben, vom Radar verschwindet. Dann steht die Schweiz also vergleichsweise gut da? Natürlich haben wir bei früheren Beobachtungsmissionen festgestellt, dass die Wahlen bei Ihnen ziemlich gut funktionieren. Wie überall gibt es aber Dinge, die man verbessern könnte. Wir würden denn auch nur eine relativ kleine Mission entsenden, die einzelne Aspekte unter die Lupe nimmt. Wir würden keine Beobachter in Wahllokale schicken und es gäbe keine Pressekonferenz am Folgetag, wie man das aus anderen Ländern kennt.

W

ie wahrscheinlich ist es, dass die Wahlen in der Schweiz im Herbst 2019 nicht frei und fair sein werden? Das OSZE-Büro für demokra­ tische Institutionen und Menschenrechte (ODHIR) macht ­keine Prognosen. Wir haben keine Kristallkugel. Wir beurteilen Wahlen, die wir gemäss unserer umfassenden Methodologie ­beobachtet haben. Im Anschluss veröffentlichen wir einen ­Bericht, der mögliche Mängel ­benennt und Empfehlungen ­enthält, wie sie beseitigt werden könnten. Erstmals seit 2007 wird das ODHIR die Wahlen in der Schweiz dieses Jahr nicht ­beobachten. Warum?

Eine der Empfehlungen des ODHIR an die Schweiz betrifft potenziellen Missbrauch bei der Postwahl. Was ist damit ­gemeint? Das Risiko bei der Postwahl, nicht nur in der Schweiz, besteht darin, dass die Stimmabgabe nicht in einer kontrollierten Umgebung stattfindet. Dies wiederum könnte das Wahlgeheimnis kompromittieren. Wird die betreffende Person auf irgendeine Art beeinflusst oder sieht jemand, wen sie wählt – all dies würde man bei der Postwahl nicht merken. Wenn hingegen unsere Wahlbeobachter sehen, dass sich mehr als eine Person in einer Wahlkabine aufhält, dann sehen das – zumindest theoretisch – auch die offiziellen Wahlhelfer und weisen darauf hin. Wir können in der Situation selber nichts machen, denn unsere ­Aufgabe besteht eben darin, den Ablauf zu beobachten. Die skizzierten Risiken der Postwahl würden wohl auch für O ­ nline-Voting gelten.

Katya Andrusz ist Spreche­ rin des Büros für demokra­ tische Institutionen und ­Menschenrechte (ODHIR), das in Warschau seinen Sitz hat. Das Büro ist innerhalb der OSZE zuständig für die Durchführung von Wahlbe­ obachtungsmissionen in den 57 Teilnehmerstaaten. Nach dem Studium in Cambridge und London war Katya ­Andrusz als Journalistin in Deutschland und Polen tätig.

Absolut. Auf der anderen Seite bietet Online-Voting viele Vorteile: Es erleichtert die Teilnahme an der Wahl, gerade auch aus dem Ausland, was sich in einer höheren Beteiligung niederschlagen könnte. Die Durchführung könnte so auch kostengünstiger, schneller und weniger anfällig für menschliche Fehler sein. Entscheidend ist letztlich die Frage, ob die Menschen Vertrauen in ein System haben. Fehlt dieses, schadet das dem gesamten ­demokratischen Prozess. Ist das Vertrauen hingegen vorhanden und führen die Behörden ­Online-Voting behutsam ein und achten darauf, dass der Prozess transparent und umfassend getestet wird, kann die Einführung gelingen. Apropos Wahlbeteiligung: Wie beurteilt das ODHIR die geringe Wahl­beteiligung in der Schweiz? Natürlich begrüssen wir Anstrengungen, die zu höherer Wahlbeteiligung führen können. Gleichzeitig liegt es uns fern, mit dem Finger auf eine Zahl zu zeigen und zu erklären, sie sei zu tief und die Wahl deshalb vielleicht nicht demokratisch legitimiert. Wenn die Wahlbeteiligung

WAHLEN | 16.9.2019 | 45

tief ausfällt, schauen wir uns den Kontext an. Konnten sich alle Parteien im Vorfeld der Wahlen äussern? Wurde ihnen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk und in den Medien allgemein Platz eingeräumt? Wenn nicht, könnte das ein Hinweis sein, warum bestimmte Bevölkerungsgruppen der Wahl ferngeblieben sind. Führt das ODHIR eine Rangliste, welche Länder die demokratischsten Wahlen durchführen? Um Gottes Willen, nein. Es geht einzig um den demokratischen Prozess. Durch Wahlen erteilen Bürger Parteien und Politikern die Legitimität, in ihrem Namen für alle verbindliche Entscheidungen zu treffen. Darum ist es so wichtig, wie dieser Prozess ­abläuft. Seit 1996 hat das ODHIR 360 Wahlen in 56 der 57 OSZE-­ Mitgliedsländer beobachtet. Das Ziel ist, diesen Ländern zu helfen, ihren Wahlprozess zu verbessern, nicht sie zu kritisieren oder blosszustellen. Wir sind keine Schulmeister, wir machen Empfehlungen. Ob diese um­ gesetzt werden, entscheiden die Mitgliedsländer selber. Die Einmischung ausländischer Mächte in nationale Wahlen ist derzeit ein heiss ­debattiertes Thema. Auch beim ODHIR? Natürlich, das ist unser Job. Es ist auch der Fall, dass diese Sorge in vielen Ländern präsent ist. Es ist aber schwierig, das Ausmass qualitativ festzuhalten, wir ­tappen in dieser Frage also alle noch etwas im Dunkeln. Während einer Wahlbeobachtung sprechen wir im Vorfeld des Wahltags mit einer Vielzahl von Akteuren. Sollten wir auf diesem Weg erfahren, dass Sorge bezüglich ausländischer Einmischung besteht, dann wird das auf jeden Fall Eingang in unseren Bericht finden. Natürlich auch, wenn wir eine solche Einmischung mit eigenen Augen feststellen würden – wobei das am Wahltag in einer Kabine eher unwahrscheinlich ist. So etwas würde lange vorher beginnen und sich hinter den Kulissen abspielen. Deswegen kann man sagen: Der Wahltag selbst ist ein wichtiger, aber eben nur ein Bestandteil der Wahlbeobachtung. MM


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Hier sind alle eingereichten Bilder zu sehen:

LIEBLINGSTIER | 16.9.2019 | 47

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Die Gewinner • Michael Angst, Effretikon ZH • Carmen Bolliger, Winterthur • Bernadette Gasche (via Instagram) • Werner Rodel (via Instagram) • Daniel Aegerter, Sempach LU • Sibylle Komarnicki, Frauenfeld TG • Sindy Jener, Arbon TG • Bianca Bertoni, Baar ZG • Doreen Zill, Eschenbach SG • Kevin Baudat, Yvonand VD

Die Preise

Tierisch schöne Bilder

Bilder: zVg

Wir haben unsere Leser um die Fotos ihrer Lieblingstiere gebeten. Und sie haben geliefert: Über 1000 Beiträge wurden auf Instagram und Facebook gepostet. Hier zeigen wir ein paar Gewinnerbilder.

Den kleinen OrangUtan hat Michael Angst im Zoo Zürich abgelichtet. Für uns gezeichnet hat Sibylle Komarnickis Sohn Henri (7). Der SchildkrötenSchnappschuss ist Kevin Baudat gelungen. Das Giraffenfoto stammt von Bianca Bertoni.

Die Gewinner erhalten je einen Eintritt und einen Rundgang für die ganze Familie in einem Zoo: Entweder gibt es im Zoo Zürich eine Führung nach Wahl oder im Zoo Basel einen Besuch der Tierwelt von Australien.


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GESUNDHEIT | 16.9.2019 | 49

Worauf stehen Sie? Die Mehrheit der Erwachsenen hat Knick-Senkfüsse. Wie entstehen diese? Was unterscheidet sie von Plattfüssen, und welche Übungen helfen dagegen? Hier die Antworten des Experten. Text: Martin Narozny

Wie entstehen Knick-Senkfüsse?

Ist Joggen trotzdem möglich?

Wenn das Längsgewölbe an der Innenseite des Fusses völlig platt ist, spricht man vom Plattfuss. Diese teilweise angeborene Fussdeformation ist aber selten. Viel häufiger ist der erworbene Senkfuss. Dabei ist nur noch wenig vom Längs­ gewölbe erhalten. Der ­häufigste Grund dafür ist chronische Überbelastung des Fusses, zum Beispiel infolge von X-Beinen, Übergewicht oder schwacher Wadenmuskulatur. Dann «leiert» die Sehne aus, die vom Wadenmuskel vorbei an der Ferse bis zum Mittelfuss zieht. Dadurch flacht das Fussgewölbe ab. Häufig knickt der Fuss gleichzeitig leicht nach ­innen, sodass ein Knick-­ Senkfuss resultiert.

Bei Senk- oder Knick-Senkfüssen ist jede Sportart erlaubt. Wichtig sind aber gestützte Sportschuhe. Eine Laufanalyse beim Orthopädietechniker kann helfen, einen möglichst passenden Schuh zu finden oder Einlagen für die Laufschuhe anfertigen zu lassen. Bei echten Plattfüssen sollte man von Langstreckenläufen absehen.

Rechts der ­ bdruck eines A ­gesunden Fusses. Links ist das ­Gewölbe ­abgeflacht.

Wie behandelt man sie?

Bilder: iStockphoto, zVg

Die Mehrheit der Erwachsenen hat leichte Knick-Senkfüsse. Bei Kindern mit noch nicht ausgereiftem Skelett treten Knick-Senkfüsse häufig vorübergehend auf. Barfuss laufen, aber auch gute Schuhe helfen dem Fuss, sich ­aufzurichten. Falls nötig, sind sensomotorische Schuheinlagen zu ­empfehlen. Sie bewirken, dass die Sehnen aktiv «mitarbeiten». Meist wachsen sich Senk- und Knick-Senkfüsse bei Kindern aus.

iMpuls ist die Gesundheits­ initiative der Migros.

Gute Übungen für kräftige Wadenmuskulatur

Übungen für stärkere Füsse Welche Beschwerden verursachen sie? Meist haben Senk- oder Knick-Senkfüsse keine grossen Auswirkungen auf den Körper. Es kann aber zu Schmerzen im Fuss kommen oder, aufgrund der Fehlbelastung, zu Problemen am Knie- oder an der Achillessehne. Plattfüsse ­führen eher zu Beschwerden.

• Oft barfuss gehen • Schuhe mit Fussbett tragen und solche mit ganz flachen Sohlen meiden • Die Wadenmuskulatur kräftigen (siehe rechts)

Was tun, wenn der Schuh drückt? Erfahren Sie es auf iMpuls. Ein Hallux kann verschiedene Ursachen haben. Vorbeugen ist sinnvoll. Mehr auf migros-impuls.ch/hallux

• Ein Handtuch mit den Zehen zusammenrollen • Gegenstände mit den Zehen greifen • Mehrmals hintereinander auf die Zehenspitzen stehen • Sich mit dem Vorderfuss an den Rand einer Treppenstufe stellen und Fersen mehrmals nacheinander hochziehen

Dr. med. Martin Narozny,

Facharzt für Orthopädische Chirurgie FMH, Sportmedizin SGSM, ­Manuelle Medizin SAMM und Ultraschall SGUM, Leiter Medizin Medbase Zürich Löwenstrasse


50 | 16.9.2019 | KOSMETIK

Haare schön Für gesundes, glänzendes und geschmeidiges Haar braucht es eine auf den Haartyp abgestimmte Pflegeroutine. Die wichtigsten Antworten zu Beauty-Helfern wie Spülung, Maske und Co.

Was ist der Unterschied zwischen Conditioner und Haarkur?

Conditioner sorgt für Pflege und Schutz nach jeder Haarwäsche, während die Kur das Haar tiefenwirksam repariert und aufbaut. Conditioner, auch Spülung genannt, legt sich wie ein Schutzfilm ums Haar. So wird die Feuchtigkeit im Innern versiegelt, die Schuppenschicht geglättet. Das Haar wird leicht kämmbar und ist widerstandsfähiger, etwa gegen Föhnhitze. Bei der Haarkur dringen die Inhaltsstoffe tiefer ins Haar und reparieren es von innen heraus. Soll man nach jedem Shampoonieren eine Spülung verwenden?

Ja, denn das Waschen raut die Haarstruktur auf. Conditioner lässt man zwei bis drei Minuten wirken und spült ihn danach gründlich aus. Wer es schneller und bequemer mag, kann auch Leave-in-Conditioner in Form von Spray oder Serum verwen-

den. Beide müssen nicht ausgespült werden. Conditioner wird in die Spitzen und Längen aufgetragen, der Haaransatz wird von Natur aus durch Talg gepflegt.

Welche Wirkung haben Haarmasken?

Wie oft soll ich eine Haarkur machen?

Eine Kur wendet man idealerweise ein Mal pro Woche – bei beschädigtem Haar auch zwei Mal – anstelle der Spülung an.

Je nach Pflege und Wirkstoff reparieren sie Schäden in der inneren und äusseren Haarstruktur, kitten brüchige Stellen, spenden Feuchtigkeit, versiegeln und machen das Haar geschmeidig. Masken enthalten meist pflanzliche Öle wie Argan-, Aprikosenkern- oder Mandelöl, reichhaltige Proteine sowie Vitamine.

Wie lange muss sie einwirken?

Wofür verwendet man Haaröl?

Das hängt vom Produkt ab. Während der Einwirkzeit quillt die Haarfaser auf. Die Schuppenschicht öffnet sich, lässt die Nährstoffe ins Haar und schliesst sich mit dem Ausspülen. Dabei sollte man sich an die angegebene Einwirkzeit halten. Die Kur ist nicht etwa effektiver, wenn man sie länger im Haar lässt. Hingegen können die Wirkstoffe mithilfe von Wärme, etwa unter einem Handtuch, noch besser eindringen.

Haaröle nähren und schützen. Ähnlich wie Conditioner legen sie sich um das Haar und versiegeln die Feuchtigkeit im Innern. Zudem machen sie es weich, glänzend und helfen bei Frizz, also unkontrolliert abstehendem Haar. Wer sehr trockenes Haar hat, kann wenig Haaröl auch schon vor dem Shampoonieren in den Spitzen verteilen, damit das warme Wasser die Grundstruktur der Haare nicht angreift.

Kur, Packung, Maske, Beauty Balm, Treatment: Ist das dasselbe? Bei all diesen Produkten geht es um Intensivpflege. Einwirkzeiten, Intensitäten und Inhaltsstoffe variieren zwar, die Unterschiede sind jedoch klein. Masken haben meist einen etwas höheren Anteil an Ölen als Kuren. Es gibt auch Intensivpflegen mit Mehrfachfunktion wie den Beauty Balm; diese sparen Zeit und Platz im Badezimmer.

Könnte man auch ein Öl aus dem Küchenschrank verwenden?

Grundsätzlich ja, versuchen kann man es etwa mit Oliven-, Sesam- oder Kokosöl. Sehr gut ist auch Arganöl, da es in die Haarstruktur eindringt. Einfach wenige Tropfen in den Händen verreiben und auf Längen und Spitzen streichen. MM

Bild: Getty Images

Text: Petra Koci


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KOLUMNE | 16.9.2019 | 63

Ninja Parkour 1, 2 oder 3? Es gibt Leidenschaften des Grossen (8), die ich nicht teile. Seine Liebe zu Trampolinhöllen ist so eine. Immer wieder spricht er davon, wie sehr er wieder einmal in der Agglomeration in einem fensterlosen Raum um sein Leben springen will. Zugegeben, das waren meine Worte. Und einfach gemacht habe ich es ihm nicht. Zehn Runden F ­ innenbahn laufen war die Bedingung für den nächsten Trampolin-Ausflug. Er hats geschafft. Nicht am Stück, aber in Raten.

Und so fahren wir mit einem Freud des Grossen in eine dieser Hüpfburgen. Weil auch der Kleine (3) dabei ist, muss ich als Aufseherin mit ins Geschehen. Ich sehe, wie die Buben den Ninja Parkour absolvieren und denke: Cool! Das probiere ich jetzt auch. Im Fernsehen sieht das immer so einfach aus. Schon bei der ersten Hürde bleibe ich jämmerlich stecken. «Mami, das ist nicht dein Ernst, oder?», fragt der Grosse. Und jetzt? MM 1   Ich trainiere, bis ich es schaffe. 2   Ich gebe vor, mich intensiv um den Kleinen kümmern Illustration: Lisa Rock; Bild: René Ruis

zu müssen.

3   Ich biete mich als Zeitstopperin für die anderen an und

beobachte genau, wie sie die Hindernisse angehen.

Monica Müller (45) hat zwei ­Buben, einen Mann, einen Job, einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.

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Antwort 1: Der Kleine hüpft sich auch ohne mich durch. Also übe ich, bis ich die erste Hürde schaffe, und noch eine und noch eine. Zum Glück misst niemand die Zeit.

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64 | 16.9.2019 | CHINA

«Am Ende ist dann jeder sein eigener Gefängniswärter» Der Wettbewerb der Systeme ist zurück, sagt der Sinologe und ehemalige China-Korrespondent Kai Strittmatter. Er hat erlebt, wie das chinesische Regime den Überwachungsstaat immer weiter perfektioniert hat, und warnt davor, die Werte von Europa zu verraten, nur um gute Geschäfte zu machen. Interview: Ralf Kaminski

S

ie haben schon 1997 aus China ­berichtet. Ist heute noch irgend­etwas so wie damals? Das Essen ist noch genauso gut, und die Menschen sind genauso herzlich. Die Städte hingegen sind nicht wiederzuerkennen, sie wurden alle mindestens einmal ­abgerissen und neu aufgebaut. Ein Freund sagte mal treffend: «Es ist verrückt: Du kommst nach einem Jahr zurück, und da steht eine komplett andere Stadt, die sich wieder Peking nennt.» Auch politisch hat sich einiges verändert. Parteichef Xi Jinping hat seit 2012 die ­Zügel wieder straff angezogen. Sitzt er so unangefochten im Sattel, wie es scheint? Die chinesische Kommunistische Partei ist für uns Aussenstehende eine Black Box, so

wie einst der Kreml in der Sowjetunion. Ich denke dennoch, dass auch in einer Diktatur der Führer nie völlig unangefochten ist. Aber Xi Jinping hat ein sagenhaftes macht­ poli­tisches Talent, mit dem er alle überrascht hat. In den ersten Jahren hat er es geschafft, sämtliche Rivalen auszumanövrieren. Und dennoch muss er sich sorgen? Er hat sich auch Feinde gemacht: mit seinen Säuberungen, aber auch mit der Entscheidung, die weltpolitische Zurückhaltung ab­zulegen, die in China jahrzehntelang gegolten hatte. Diese aggressivere Politik hat zur hef­tigen ­Gegenreaktion der USA geführt. ­Einige in ­China sehen das als grossen strategischen ­Fehler, der dem Land letztlich schadet, auch wenn sie sich wegen der zunehmenden ­Repression nur selten offen äussern.

Können die anhaltenden Demonstrationen in Hongkong nicht ebenfalls zum Problem für Xi werden? Sie sind tatsächlich eine Provokation für das Regime – ihrerseits provoziert von einer ­immer kompromissloseren Politik in Peking. Xis Anspruch ist, dass es keinen Quadrat­ zentimeter geben darf, den die Partei nicht unter Kontrolle hat. Die früheren Frei­räume, in denen für ein paar Jahre so etwas wie eine Zivilgesellschaft entstanden war, sind praktisch verschwunden. Und in Hongkong wird die einst versprochene Autonomie immer mehr zur Farce. Das ist es, was die Menschen dort so wütend macht. Wie hoch ist das Risiko, dass dort die ­Armee eingreift wie 1989 auf dem ­Tian’anmen-Platz?

Bild: Gilles Sabrie/Bloomberg/Gettyimages, Olaf Steinar Rye Gestsson/Keystone

In Chinas öffent­lichem Raum stehen alle pausenlos unter Beobachtung.


CHINA | 16.9.2019 | 65

Journalist und Sinologe Kai Strittmatter (54) ist nahe der Schweizer Grenze im Allgäu (D) ­auf­gewachsen, hat ­Sinologie studiert und von 1997 bis 2005 sowie von 2012 bis 2018 als ­Korrespondent des «Tages-­Anzeigers» und der ­«Süddeutschen ­Zeitung» in China ­gelebt. Seine Erkennt­nisse aus dieser Zeit hat er im Buch «Die Neuerfindung der Diktatur» verarbeitet. Strittmatter lebt heute mit seiner Frau und drei Kindern in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen und schreibt von dort aus über Nord­europa. ­Jedes Mal, wenn er die Schweiz besucht, geht er in die Migros und kauft Nuss­stengeli, «meine absoluten Lieblingskekse».

Ausschliessen kann man das nicht. Aber ich halte es für unwahrscheinlich. Hongkong ist für die Finanzwelt in China und ganz Asien sehr wichtig; ein militärisches Eingreifen würde enorme Schockwellen auslösen und möglicherweise zu internationalen Sank­ tionen führen, die die chinesische Wirtschaft zusätzlich belasten. Zudem ist Hongkong ja eigentlich der Testlauf für das Konzept «Ein Land, zwei Systeme», mit dem Taiwan von der Wiedervereinigung überzeugt werden soll – damit wäre es dann endgültig vorbei. Aber was, wenn die Proteste auf andere Städte übergreifen? Darüber muss sich das Regime kaum Sorgen machen. Zensur und Propaganda sind in­ zwischen derart effektiv, dass die meisten an­ deren Chinesen es empörend finden, was die­

se undankbaren Hongkonger da veran­stalten – gesteuert von dunklen Mächten aus dem Ausland. Das Narrativ der Partei funktioniert bestens.

gross und mächtig werden, zur Nummer 1 in der Welt. Das macht viele Leute stolz – und die realen Wohlstandsgewinne zeigen, dass die Partei eben auch materiell liefert.

Internet und Künstliche Intelligenz ermöglichen eine Überwachung der Bürger wie noch nie zuvor. Wie wirkt sich das ­konkret aus? Heute gehen die klassischen und die digitalen Formen Hand in Hand. Die Gehirnwäsche in Kindergärten, Schulen und Universitäten ist mit Xi Jinping enorm verstärkt worden. Morgens gibts erst mal einen Fahnenappell und einen Eid auf die Kommunistische P ­ artei und die Volksrepublik China. Der Marxismus ist zwar praktisch tot, aber durch Nationa­ lismus und den Slogan vom «chinesischen Traum» ersetzt worden. China soll wieder

Und wie spielt die digitale Welt hinein? Die Chinesen sind noch gadgetverrückter als der Rest der Welt. Sie machen alles übers Smartphone, das deshalb auch im Zentrum der Überwachung steht. Morgens nach dem Aufwachen öffnet man als Erstes Wechat. ­Begonnen hat es als Kommunikationstool wie Whatsapp. Heute kann man damit auch bezahlen, Taxis bestellen, Kredite beantragen, Reisen buchen, Scheidungsunterlagen bei Gericht einreichen. Wenn Chinesen von ­einer Europareise heimkehren, erzählen sie zwar begeistert von den romantischen Städten und der frischen Luft, aber sie sind


66 | 16.9.2019 | CHINA

Für die Überwachung ist das praktisch. Richtig, der Staatssicherheitsapparat muss nur diese eine App überwachen und kann so jeden auf Schritt und Tritt beobachten. Hinzu kommen die Kameras, die nahezu ­lückenlos die Öffentlichkeit überwachen. Geht man vor die Tür, wird man davon sofort erfasst. Das Regime hat im vergangenen Jahr stolz erklärt, dass es mit diesen Kameras nun jeden der 1,4 Milliarden Bürger des Landes ­innerhalb von einer Sekunde identifizieren kann. Für das Regime ist die Künstliche Intelligenz ein ­Gottesgeschenk: Nur dank ihr kann es diese Datenflut überhaupt verarbeiten. Hinzu kommt das neue Kreditsystem für soziales Wohlverhalten, das jeden Bürger konstant bewerten soll. Das wird derzeit in unterschiedlichen Varianten an mehreren Orten getestet. Die meisten

Chinesen sind ihm bisher bei den Bezahl-­ Apps ihres Handys begegnet, etwa bei ­ Alipay von Alibaba. Dabei wird das gesamte Online-­Verhalten gescannt, und man wird dann auf einer Punkteskala entweder hoch- oder heruntergestuft. Kaufen Sie vor allem Alkohol und Zigaretten oder eher viele Windeln? Wer sind Ihre Online-­ Freunde? Wenn die schlechte Bewertungen haben, färbt das auf Sie ab – also sehen Sie besser zu, dass Sie sich von s­ olchen Typen fernhalten. Wer eine gute Bewertung hat, bekommt zum Beispiel Rabatte auf Flugtickets, eine raschere Visumbear­beitung etwa für Kanada und hat bessere Chancen auf Dating-Plattformen. Was passiert bei schlechter Bewertung? Man darf zum Beispiel nicht mehr fliegen – im vergangenen Jahr war dies nach Angaben der chinesischen Regierung schon 20 Millionen Mal der Fall. Sechs Millionen Mal wurde Chinesen deswegen der Kauf eines Tickets für Hochgeschwindigkeitszüge verweigert. Andere bekommen keine Kredite mehr, zu

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Offenbar soll das im kommenden Jahr ­landesweit verpflichtend eingeführt ­werden? Das ist der Plan – und zwar für jeden Einwohner, also auch Ausländer. Ziel ist letztlich, das komplette Verhalten eines jeden Menschen in Echtzeit zu erfassen, zu bewerten und zu sanktionieren, um die Bevölkerung zu einem perfekt konformen Verhalten im Sinne des Regimes zu erziehen. Dahinter steckt die Idee der Selbststeuerung, also dass die Menschen sich automatisch so korrekt verhalten, dass es gar keinen Druck und keine Sanktionen mehr braucht. Am Ende ist dann jeder sein eigener Gefängniswärter. Kann das funktionieren? Die Chancen standen noch nie so gut. China war immer eine Diktatur, aber noch nie hatte das Regime solche effektiven Kontrollmöglichkeiten zur Verfügung. Was wir hier live erleben, ist eines der verrücktesten Experimente der Menschheitsgeschichte. Und falls es funktioniert, wird es eine ernsthafte ­Herausforderung für den Westen. Aber bei all dem ist China darauf angewiesen, dass die Wirtschaft läuft – und das tut sie nur, wenn man international konkurrenzfähig ist. Schafft man das mit Menschen, denen man kritisches Denken und Kreativität so systematisch austreibt? Diese Debatte gibt es schon länger, und ­China hat uns im technologischen und wissenschaftlichen Bereich bewiesen, dass Innovation auch unter repressiven Bedingungen entstehen kann. Dennoch glaube ich, dass China mit all dem riesige Probleme kriegen wird. Dass es bisher recht gut lief, hat entscheidend damit zu tun, dass China eben keine Sowjetunion ist, dass es deren Kasernenhof-­ Sozialismus auf originelle Weise mit Konsum, Kommerz und Experimentierlust gemischt hat. Doch unter Xi Jinping verbietet man den Leuten nicht nur zunehmend den Spass, es fehlt dem Regime am Ende auch an Feedback, was im Lande wirklich los ist, weil sich niemand mehr t­ raut, dem Herrscher gegenüber Kritik zu äussern. Das wird dieses System am Ende brüchig machen. Das heisst aber nicht, dass alles zusammenbricht.

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Hause nur noch langsames Internet oder dürfen ihre Kinder nicht mehr in gute S ­ chulen schicken. Diese Sippenhaft fanden übrigens sogar viele Chinesen krass, als sie das erstmals mitbekamen.

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Sondern? Das Ziel Xi Jinpings ist, China zur Nummer 1 der Welt zu machen. Das wenigstens wird er auf diesem Weg wohl nicht schaffen, weil er damit genau das erstickt, was es dafür bräuchte: Kreativität, Innovation und die Freiheit zu experimentieren.

Bild: Bobby Yip/Reuters

schockiert, wie rückständig unser Kontinent ist. Dass hier alle noch mit Bargeld oder ­Kreditkarten bezahlen, ist für Chinesen total mittelalterlich.


CHINA | 16.9.2019 | 67

Kameras im öffentlichen Raum identifizieren ­heute ­jeden ­chinesischen Bürger innerhalb einer Sekunde.

Mit Xi Jinping ist auch der Wettbewerb der Systeme zurück. Aber der Westen lässt sich doch auf Chinas Positionen nur wegen der wirtschaftlichen Vorteile ein, die man sich für die eigenen Firmen ­erhofft. Völlig richtig. Aber es ist doch immer wieder erstaunlich, für wie viele hier im Westen der Geldbeutel wichtiger ist als Hirn und Herz. Mit sogenannter Soft Power tut sich China sehr schwer – dass es auch anders geht, ­zeigen Japan und Korea mit Mangas und K-Pop. Diktaturen sind halt einfach nicht cool. Dabei wäre das künstlerische Potenzial Chinas enorm, wird aber vom Regime im Keim erstickt. Also kauft sich China halt das Wohlwollen, das es sonst nicht bekommt? Die neue Seidenstrasse ist ein schönes Beispiel dafür. Lange schien mir, dass viele in Europa und den USA nur die potenziellen Geschäfte sahen und die Herausforderung ignorierten – seit zwei Jahren hat sich das etwas gebessert. Gleichzeitig aber sitzt C ­ hina in der EU faktisch schon mit am Tisch, wann immer seine Interessen tangiert sind. Weil das Regime gross in Ungarn und Griechenland investiert, haben diese beiden Länder mehrfach chinakritische Resolutionen der EU verhindert. Wir müssen wirklich aufpassen, dass sich das nicht ausbreitet.

«China war immer eine Diktatur, aber noch nie hatte das Regime solche effektiven Kontrollöglichkeiten.» Auch die Schweiz möchte vom riesigen ­chinesischen Markt profitieren. Wie geht man dabei vor, was liegt drin, was nicht? Das war schon immer eine Gratwanderung. Natürlich dürfen und müssen wir mit China Geschäfte machen, Schüler und Studenten austauschen und es bereisen – unbedingt ­sogar: Reisen Sie dorthin, schauen Sie sich an, was dort passiert! Aber wir dürfen dabei nicht naiv sein. Wir müssen uns im Klaren sein, was die Absichten dieses Regimes sind: China will die internationale Ordnung nach seinen Vorstellungen gestalten, es will die Normen und Werte einer leninistischen ­Diktatur global durchsetzen. Wenn es dabei von einer «Demokratisierung der interna­ tionalen Ordnung» spricht, heisst das, dass die Regierungen der Welt alle gleich viel ­ zu sagen haben sollten – die Meinung der

c­ hinesischen Diktatur zu Menschenrechten soll also genauso viel wert sein wie die der EU. Und dem müssen wir uns dezidiert ­entgegenstellen, Geschäfte hin oder her. Und wie machen wir das konkret? Zum Beispiel, indem sich einzelne kleine ­Länder wie die Schweiz oder Deutschland nicht auf bilaterale Verhandlungen mit dem riesigen China einlassen, sondern ihr künf­tiges Verhältnis in die regelbasierte multi­laterale Weltordnung einbetten. Nur ­gemeinsam können wir den Chinesen etwas ent­gegensetzen. Genau das fehlte bei der neuen Seidenstrasse – da hat China mit jedem Land einzeln verhandelt und so überall seine ­Bedingungen durchgesetzt. So ­unterminieren die Chinesen nach und nach die Welt­ordnung, die seit dem Zweiten ­Weltkrieg entstanden ist. Weniger entwickelte Länder haben heute die Wahl, ob sie sich eher in Richtung ­westliche Demokratie entwickeln wollen oder in Richtung Autokratie à la China. Der Export des High-Tech-Überwachungsstaats findet längst statt. Laut einer Studie, die sich 64 Länder anschaute, haben bereits 38 diese High-Tech-Überwachung importiert. Die chinesischen Firmen werben unter anderem damit, dass ihre Systeme die Kriminalität massiv reduzieren – und tatsächlich werden


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CHINA | 16.9.2019 | 69

damit fast über Nacht ganze Stadtviertel ­plötzlich wieder sicherer. Das macht es natürlich nicht leicht, dagegen zu argumentieren. Und zwingt uns zu überlegen, was wir denn im ­Gegenzug zu bieten haben. Und das in einem Moment, in dem der ­Westen und die von ihm aufgebaute ­Weltordnung schwächeln wie noch nie. Deshalb habe ich dieses Buch geschrieben. Unsere liberalen Demokratien stecken in ­einer Identitätskrise und werden in die Zange genommen von den eigenen Populisten auf der einen Seite und Regimes wie Russland und China auf der anderen – sie alle sind Agenten für eine Entwicklung in Richtung Autokratie. Am Ende wird es weniger wichtig sein, wie stark China ist, sondern vielmehr, wie schwach sich der Westen machen lässt.

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Erachten Sie die Gefahr als so gross? Ja. Ich bin jetzt 54 und habe zum ersten Mal in meinem Leben als privilegierter ­West­deutscher das Gefühl: Es geht um was. Es geht um die Zukunft unserer europäischen Werte und unserer liberalen Demokratie. ­Inzwischen sind zwar auch viele ­andere ­Menschen auf­gewacht – reagieren aber oft mit Resignation und Verzagtheit. Das erschreckt und verblüfft mich. Klar gibt es D ­ ebatten, die wir dringend führen müssen: über die wachsende Ungleichheit, über politische Verkrustungen, über die ­Polarisierung. Aber schauen Sie sich doch Deutschland oder die Schweiz an: In unseren Ländern leben die Menschen so gut, wohl­ habend und frei wie noch nie zuvor in der Menschheitsgeschichte. Und das dank des freiheitlich-demokratischen Systems. ­Es ist ohne Frage noch immer das bessere System, und es lohnt sich, dafür einzutreten und es selbstbewusst zu verteidigen. Ich wünschte mir mehr Leidenschaft und E ­ ngagement ­dafür, das fängt bei privaten Gesprächen im Bekanntenkreis an. Konnten Sie trotz Ihrer kritischen Artikel in den letzten Jahren mehr oder weniger unbehelligt aus China berichten? Meist schon. Die Rundumüberwachung gehörte halt dazu. Als Journalist gilt man in ­solchen Staaten ohnehin als Spion, damit ­arrangiert man sich, umso mehr als China lange vergleichsweise tolerant war – wer als Korrespondent in Singapur oder Saudi-­ Arabien schreibt, die Regierung sei korrupt, fliegt sofort aus dem Land. Aber gegen Ende meiner Korrespondentenzeit ist es schwie­ riger geworden. Bei Besuchen im Aussen­ ministerium hat man mir öfter mit der Nichtverlängerung meines Visums gedroht, beim allerletzten Gespräch allerdings ging es noch eine Stufe weiter, da drohte man mir mit dem «Volkszorn». Und dennoch konnte ich letztlich meine Arbeit dort machen. Geholfen hat

«Es geht um die Zukunft unserer europäischen Werte und unserer liberalen Demokratie» mir in den letzten Jahren sicher auch Donald Trumps härterer Kurs gegenüber China: Das Regime realisierte, dass es auf gute Beziehungen zu Europa und Deutschland an­ gewiesen ist. Heute leben Sie in Kopenhagen, Ihr Buch erschien nach der Ausreise aus China. ­Können Sie jemals zurück? Ich glaube nicht, dass ich ein Visum be­ kommen würde, aber ich plane auch nicht, das demnächst auszutesten. MM

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71 | 16.9.2019 | VERGANISMUS

Veganer sind ...

… schlapp, spiessig, schlecht angezogen und essen nur Salat? Wir haben die gängigsten Mythen über Veganer gesucht und (lebendige) Gegenbeweise gefunden. Text: Lisa Stutz

MYTHOS 1

Veganer haben keine Energie Wie bitte? Diese Sportler er­ nähren sich vegan und vollbringen Höchstleistungen:

MYTHOS 2

Lewis Hamilton Formel-1-Weltmeister Lionel Messi Weltklasse-Fussballer Novak Djokovic Wimbledon-Sieger Dirk Nowitzki Basketball-Star Morgan Mitchell Sprinterin

Bild: Getty Images

Am 16. September kommt der Dok-Film «Game Changers» in die Kinos. Im Fokus stehen Athle­ ten, von denen viele früher auf eine fleischreiche Ernährung gesetzt haben. Sie beantworten die Frage, wie sich der Wechsel zu einer veganen Ernährung auf ihre Leis­ tung und ihr Leben ausgewirkt hat.

Veganer sind ungepflegt

Tennisstar Novak ­Djokovic verzichtet seit vielen Jahren auf ­tierische Produkte und fühlt sich so fitter.

Stimmt natürlich nicht! Richtig ist jedoch, dass sich in herkömm­ licher Kosmetik oft Rohstoffe ­befinden, die von Tieren stammen. Zum Beispiel Bienenwachs oder Milch. Auch Cholesterol, das man oft in Augencremes und Shampoos findet, ist nicht vegan: Es wird aus tierischen Fetten gewonnen. Und hinter dem Begriff Guanin – es wird für Nagellack oder Lidschat­ ten verwendet – steckt nichts an­ deres als Fischschuppen. Veganer müssen aber nicht auf Kosmetik verzichten: Es gibt immer mehr Kosmetikprodukte, die mit vega­ nen Inhaltsstoffen auskommen. So kann Cholesterol etwa durch Soja ersetzt werden. Aber Ach­ tung! Vegan heisst nicht immer auch tierversuchsfrei – darauf muss separat geachtet werden.


72 | 16.9.2019 | VERGANISMUS

MYTHOS 4

Vegane Ernährung bringt der Umwelt nichts

MYTHOS 3

Veganer verstehen keinen Spass

Von wegen nichts zu lachen: Kaya Yanar hat dreimal den deutschen ­Comedypreis gewonnen.

Ach was! Gegenbeweis ist zum Beispiel der Comedian Kaya Yanar (46): Mit der Fernseh­ show «Was guckst du?» wurde er bekannt und spätestens mit seinem Bühnenpro­ gramm «Reiz der Schweiz» begeisterte er das Publi­ kum auch hierzulande. Der Deutsche lebt in Zürich und ist mit einer Schweizerin verheiratet. Sie war es auch, die ihn zu einem vega­ nen Leben inspiriert hat. Sein Lieb­ lingsgericht: Zucchini-Spaghetti mit veganer Carbonara-Sauce. Dass der Veganer Spass versteht, belegen Auszeichnungen wie der Deutsche Comedypreis, den er 2001, 2013 und 2014 gewonnen hat.

Hmm ... Studien lassen etwas anderes vermuten.

Die Nutztierhaltung verursacht weltweit grösseren ökologischen Schaden als der ­gesamte Verkehr. (Quelle: FAO) Die Ernährung einer in der Schweiz leben­ den Person macht hinter dem allgemeinen Konsum den zweitgrössten Posten ihrer Umweltbelastung aus. (Quelle: Uvek) Die Produktion eines Kilos Schweinefleisch verursacht so viel CO2 wie die von 80 Kilo Kartoffeln. Und einen Cheeseburger essen entspricht 500 Stunden Fernsehkonsum.

80 kg

(Quelle: WWF Schweiz)

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VERGANISMUS | 16.9.2019 | 73

MYTHOS 6

Veganer sind schlecht angezogen MYTHOS 5

Muss nicht sein! Das zeigen diese drei jungen Schweizer Label – vegan und stilvoll.

Bilder: PD, Bon Parinya Wongwannawat; Styling: Sanaz Wasser

Veganer essen nur Salat Nein, süsse und salzige ­Sünden gibt es auch vegan (und in der Migros): Bio Choco Noisettes, 100 g, Fr. 2.60 Trolli Bizzl Mix, 200 g, Fr. 2.25 Alnatura Kessel Chips, Smoked Paprika, 125 g, Fr. 2.90 Coco Ice-Land Coco & Chocolate, 6 X 76 ml, Fr. 5.80

Die Kleidung des Labels Sanikai ist zu hundert Prozent vegan.

Sanikai: 2015 in Zürich gegründet, kombiniert das Label drei Faktoren: die Leidenschaft für natürliche oder rezyklierte Stoffe, die Verantwortung gegenüber dem Planeten und Schweizer Perfektionismus. Seine Kleidung wird unter anderem aus rezyklierten PET-Flaschen, Biobaumwolle und Leinen gefertigt und ist zu hundert Prozent vegan. Goldrad: Sie empfänden eine tiefe Liebe für Mode, sagen ­Alexandra und Ruben Donath. Doch die Liebe zu Tieren und

zum Planeten sei noch tiefer. Deshalb stellen sie 2018 unter der Marke Goldrad vegane Luxus­ taschen her. Das Paar setzt Qualität über Quantität und produziert von jedem Handtaschenmodell maximal 200 Stück, um eine umweltschädliche Überproduktion zu vermeiden. House of Aim: Dieses Label hat sich der nachhaltigen und veganen Sportmode verschrieben, die zudem auch noch schön aussieht. Der Gründerin Annette Kres ist die Zukunft des Planten so wichtig wie die der Mode. So steht ihre Marke für innovative Ideen wie «Leder» aus Kork oder Bananenfasern als Ersatz für Wolle.­  MM

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74 | 16.9.2019 | STADT, LAND, STUTZ

Sex, Drugs & Bandenmorde

Klar, in Städten gibt es mehr Kriminalität als im Berner Oberland. Ich selber fühle mich zwischen Hochhäusern und Fussgängerpas­ sagen jedoch selten unsicher. Da sind ja über­ all Menschen. Nicht mal morgens um drei hat man seine Ruhe. Immer ist jemand in der Nähe, der im Notfall herbeieilen könnte. Ich wage sogar die These, dass in der Stadt

niemand sicherer ist als Landkinder. Sie kom­ men nämlich erstens immer in Gruppen und bewegen sich zweitens in absolut vorherseh­ baren Bahnen: Bahnhof–Club–McDonald’s– Bahnhof. Sie müssen keinen Nachhauseweg übers Sihlquai zurücklegen, besuchen keine illegalen Szenepartys im Nirgendwo. Wenn ich mich unsicher fühle, dann nachts im Dorf. Stockdunkel ist der Weg vom ­Bahnhof nach Hause. Die Strassen sind völlig verlassen, keine Menschenseele weit und breit. Oder doch? Im nahen Gebüsch raschelt es; ein schwarzer Kater springt heraus. Hinter mir plötzlich Schritte. Blick zurück: ein Mann mit Kapuze. Ein netter Familienvater? Oder ein Massenmörder? Wobei «Mörder» schon reicht, da ist ja gar keine Masse. Panik ergreift mich, ich renne los. Völlig verschwitzt und ausser Atem komme ich zu Hause an. Das wäre mir in der Stadt nie passiert ... MM

Lisa Stutz (25) sucht die Balance zwischen urban und ländlich. Und pickt von beidem das Beste heraus.

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PUNKTE

Illustration: Rinah Lang

Samstagnacht. Unzählige Mütter und Väter machen sich Sorgen, denn ihre heranwachsen­ den Töchter und Söhne sind in der Stadt. «Passisch uuf!», haben sie ihnen noch nach­ gerufen, als sie sich im Partykleidchen und mit was auch immer vollgestopften Rucksäcken auf den Weg zum Bahnhof machten. Für Eltern auf dem Land sind Zürich, Bern oder Basel dunkelrote Flecken auf der Landkarte. Was dort alles passieren kann: Schlägerei! Drogen im Getränk! Bandenmorde! Und fahrsch nöd mit öpperem hei, wo trunke hed, gäll?!


MEINE MIGROS | 16.9.2019 | 75

Schlemmen und sparen unter freiem Himmel Familie Köhn aus Wollishofen ZH verbringt ihre ­ Freizeit sehr gern in der Natur und beim W ­ andern. «Das ist der ideale Ausgleich zum Alltag, und die ­Kinder können sich austoben», sagt Papa Volker Köhn. Immer mit dabei ist auch ein ausgewogenes Picknick. Zu Sandwiches, Saft und Smoothies aus der Migros gibt es stets auch frische Früchte, am liebsten Bananen. Und für Mama C ­ ornelia darf ein feiner Linsensalat nicht fehlen. Wie gut, gibt es das alles jetzt noch günstiger.

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Dauerhafte Preissenkungen ­Lieblingsprodukte günstiger Seit Kurzem werden viele Lieblingsprodukte der Migros-­Kundinnen und -Kunden, also die meistgekauften Pro­ dukte, günstiger. Dazu zählen auch Ananassaft, Sandwiches, Bananen und Bio-Linsensalat. Wöchentlich ­kommen weitere dazu. Das Beste: Es handelt sich nicht ­­ um Aktionen, s­ ondern um ­dauerhafte Preissenkungen.

Bild und Styling: Tina Sturzenegger

Gut gekennzeichnet Anhand des unten ­abgebildeten Symbols ­werden Sie in den nächsten Monaten immer mehr Lieblingsprodukte mit dauer­haften Preis­ senkungen erkennen.

«Neben den Sandwiches packen wir auch immer frische Früchte ein.» Cornelia Köhn

In der Migros gibt es künftig noch mehr fürs Geld: Für unsere Kundinnen und Kunden senken wir in den kommenden Monaten Woche für ­Woche die Preise ihrer Lieblingsprodukte dauerhaft und investieren weiterhin in die ­vertraute Migros-Qualität.


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Coca-Cola-Getränke sind so dunkel, weil sie Caramel enthalten. Caramel ist nichts anderes als gebräunter ­Zucker. Dabei handelt es sich um einen der ältesten Farbstoffe weltweit, der in Getränken und Lebens­mitteln verwendet wird. Coca-Cola setzt ­diesen Farbstoff seit 1886 ein – also seit es das Getränk überhaupt gibt. Caramel erhält man, wenn man ­Zucker in einer Pfanne erhitzt. Dann beginnt er zu schmelzen und wird braun. Wird Caramel abgekühlt und wieder in Wasser aufgelöst, nimmt das Wasser eine ­dunkelbraune Farbe an. Du kannst es selber einmal ­ausprobieren. Am besten machst du das zusammen mit einem ­Erwachsenen, denn b ­ ei diesem ­Experiment wird ­der ­Zucker sehr, sehr heiss. W ­ enn man ihn zu lange erhitzt, kann er sogar verbrennen und dabei schwarz werden. I­ n diesem Fall ist das ­Caramel nicht mehr ­geniessbar. Vermeide auch, dass der Zucker richtig dunkel wird, denn dann schmeckt er ­bitter. MM

Mat (7) Worb BE

?

Hast du auch eine Frage? Schreib an: kinderfragen@ migrosmedien.ch

Diese Frage be­antwortet Christine Brombach, Ernährungs­ spezialistin ZHAW, Wädenswil ZH.


MEINE MIGROS | 16.9.2019 | 77

Da brüllt der Löwe Kartoffeln und viel buntes Gemüse: Mit ein wenig Geschick wird aus Stocki ein Dschungelabenteuer mit dem König der Tiere. Rezept: migusto.ch Bild: Claudia Linsi

Tierischer Sammelspass Die Mania Vom 13. August bis 30. September gibts beim Einkauf pro 20 Franken an jeder Migros-­ Supermarkt-Kasse und auf ­LeShop ein Sticker-Sachet* mit vier Tierstickern. Das Album Mit dem Sticker­ album entdecken Kinder Tiere aus der ganzen Welt, lernen ihre Lebensräume kennen und erfahren, welche Tiere bedroht sind. Auf 64 Seiten reisen sie mit den kindlichen Comicfiguren Mia und Leon durch alle Kontinente. Das Album kostet fünf Franken. Famigros-­Mitglieder haben im Newsletter bereits einen Gutschein für ein Album erhalten.

Und plötzlich haben auch die Kinder Lust auf Grünzeug: Aus dem Gemüse-Dschungel – aus Erbsen, Broccoli, Bohnen und Pak-Choi – guckt frech ein lustiger Kartoffelstocklöwe.

Bilder: Migusto/Claudia Linsi; zVg

Kartoffelstocklöwe Zutaten für 4 Personen Ergibt 2 Löwen

Zubereitung

100 g Karotten 60 g rote Peperoni 2 Streifen Auberginen- schale ca. 3 × 4 cm ca. 320 g grünes Gemüse, z. B. Erbsen, Broccoli, Bohnen, Pak-Choi 1 EL Butter Salz, Pfeffer 520 g Kartoffelstock

Karotten und Peperoni in feinste Streifen schneiden.

Löwenmähne

Nase und Mund

Von der Auberginenschale 4 kleine Kreise für die Augen und 2 Dreiecke für Nasen herausschneiden. Für den Mund 2 feine Streifen schneiden. Gemüse und Kartoffelstock

Gemüse rüsten und gar kochen. In Butter schwenken und mit Salz und Pfeffer würzen. Kartoffelstock wärmen und in 4 Portionen teilen.

Löwe anrichten

Aus 2 Portionen Kartoffelstock die zwei Köpfe mit Ohren ­formen. Aus dem restlichen Stock 2 Löwenkörper mit Schwanz formen. Karottenund Peperonistreifen strahlen­ förmig auf zwei Tellern anrichten. Köpfe mittig daraufsetzen und den Körper hinzufügen. Nase und Mund auf den Kopf setzen. Grünes Gemüse als Landschaft um den Löwen herum anrichten. Zubereitungszeit Zubereitung ca. 35 Min.

Die Sticker 156 Tiersticker kann man sammeln und einkleben. 20 Tiere lassen sich mit der Migros-­Play-App scannen – und schon tauchen Tierfans mit 3-D-Animationen oder Video in die Welt der jeweiligen Tierart ein. Die Golden Sticker Neben den herkömmlichen Tierstickern ­enthalten 40 000 ­Sachets auch ­einen Golden Sticker. Dieser ­ermöglicht zwei Erwachsenen und zwei ­Kindern den Eintritt in eine reale Schweizer Tierwelt. 21 Zoos und Tierparks im ganzen Land m ­ achen dafür bei der ­Animal ­Planet Mania mit. Mehr Infos: animalplanetmania.ch * maximal 15 Sachets pro Einkauf, nur solange Vorrat, Käufe von Gutscheinen und Geschenkkarten ausgeschlossen.


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GENUSS | 16.9.2019 | 79

Wer kauft hier ein?

Unsere Food-Expertin versucht zu erraten, zu wem der Einkauf auf dem Kassenband ­gehört. Auf Seite 81 finden Sie die Auflösung – und ein passendes Rezept.

Sonja Leissing Food-Redaktorin

Bilder: Fotostudio MGB, zVg

A

ls Erstes fällt mir das Ninjago-Lego-Spiel auf dem Kassenband auf. Ich vermute, dass hinter dem Einkauf eine Kleinfamilie mit einem Buben steckt. Wer weiss, vielleicht organisiert die Mutter eine Geburtstagsfeier für den Jungen? Sie könnte dafür belegte Brote machen mit Salami, Hinterschinken und Bratspeck. Zum Trinken gäbe es Orangensaft und hinterher eventuell für jeden der kleinen Gäste einen Kaugummi mit Wildkirschengeschmack. Lebensmittel wie der Linsen-­ Kuchenteig, die gehackten ­Tomaten und der rote Demeter-­ Kopfsalat, aber auch die Nivea-­ Men-intensiv-Creme und das Gesichtstonic lassen mich ­annehmen, dass hier jemand täglich einkauft – und zwar all diejenigen Produkte, die gerade ausgegangen sind. Aus den Pouletschnitzeln würde ich ein Geschnetzeltes mit Cherrytomaten zubereiten oder sie als Limetten-Kräuter-­ Pouletbrüstchen mit Speck ­umwickeln. Dazu gibt es roten Kopfsalat mit Cherrytomaten.

Wem gehört der Einfkauf ­wirklich? Auflösung auf Seite 81

Roter Kopfsalat ist eine besondere Sorte, die bei viel Sonne den Farbstoff Anthozyan bildet. Seine Blätter sind zarter und ­feiner als die des grünen Kopfsalats.

Bratspeck eignet sich gut zum Umwickeln von Pouletbrüstchen oder Fasan. So bleiben die Fleischstücke schön saftig. Pouletbrustschnitzel munden mit Frischkäse gefüllt besonders gut, wie auch vom Grill oder mit Gemüse gebraten aus dem Wok.

Cherrytomaten ­peppen jeden Salat auf. Und als Ofentomaten bereichern sie auch Währschaftes mit ihrer fruchtigen Säure.


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GENUSS | 16.9.2019 | 81

REZEPT, INSPIRIERT VOM KASSENBAND

AUFLÖSUNG

«Ich schätze es, dass meine Kinder gerne frisches Gemüse essen.»

Limetten-KräuterPouletbrust Zutaten für 4 Personen 2 Bund gemischte Kräuter, z. B. Basilikum, Petersilie, Koriander 1 kleine Chilischote 1 EL gemahlene geschälte Mandeln 5 EL Olivenöl 3 EL Frischkäse nature 1 Limette 4 Pouletbrüstchen à ca. 150 g 4 Tranchen Bratspeck Salz Pfeffer

Eva Hortobagyi (49) mit Sohn Matteo (8)

Zubereitung

Bild und Styling: Claudia Linsi, zVg

Eva Hortobagyi bestätigt, dass das Ninjago-Lego tatsächlich für ein Geburtstagsfest gekauft wurde. Aber nicht als Geschenk für ihren Sohn Matteo, sondern für einen Klassenkameraden des Juniors. Die Hausfrau und Mutter kombiniert ihren Einkauf in der Migros meist mit den Sportaktivitäten der Kinder: mit dem Weg zum Ballettunterricht von Tochter Melissa oder demjenigen zu Matteos Karatetraining. «Ich schätze es, dass meine vier Kinder gerne frisches Gemüse, wie Blumenkohl, Broccoli, Kürbis oder Rüebli, essen. Glücklicherweise hat bei uns niemand eine Allergie oder ist wählerisch», erzählt Eva Hortobagyi. Einzig ihre 18-jährige Tochter isst seit ein paar Jahren vegan. «Sie kocht sich ihre Gerichte aber sehr oft selber, und davon profitieren wir alle. Denn dann gibt es hausgemachte Kürbis­ cremesuppe mit Kokosmilch, Indianerbohnen mit Peperoni oder marinierte Tofuwürfel mit viel Gemüse aus dem Wok.»

1. Für den Pesto Kräuter sehr fein hacken. Chili entkernen und fein schneiden. Die Hälfte der Kräuter, Chili, Mandeln und Öl mischen. Pesto kühl stellen. 2. Restliche Kräuter mit Frischkäse mischen und Limettenschale fein dazureiben. In die Pouletbrüstchen je eine tiefe Tasche schneiden. Kräutermasse einfüllen. Jedes Brüstchen mit einer Specktranche umwickeln, mit einem Zahnstocher fixieren. Brüstchen mit Salz und Pfeffer würzen. 3. Grill auf ca. 220 °C vorheizen und Pouletbrüstchen bei mittlerer ­Hitze rundum 12–14 Minuten grillieren. Auf einer Platte anrichten. Pesto darüberträufeln. Tipp: Dazu passt bunter Blattsalat mit Gurken, Karotten, Radieschen. Zubereitungszeit ca. 30 Min. + 12–14 Min. grillieren

Schicken Sie uns Ihren Kassenzettel! Möchten auch Sie Ihre Einkäufe auf dem K ­ assenband zeigen? Schicken Sie uns einen foto­grafierten Kassenzettel oder ­einen Screenshot des Bons aus der Migros-App. Senden Sie uns zusätzlich ein Bild der Mitesser – der Familie, der WG, des Lebens­partners – oder ein Foto nur von Ihnen selbst ein. Wenn wir Ihren Kassenzettel auswählen, gewinnen Sie eine Geschenkkarte im Wert von 50 Franken. Senden Sie den Kassenzettel und das Bild von den Haushaltsmitgliedern an kassenband@migrosmagazin.ch.

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MEINE MIGROS | 16.9.2019 | 83

Apfelgold aus dem Glas Jetzt reifen wieder die Äpfel heran, aus deren Konzentrat die beliebten Gold-Säft hergestellt werden. Das Label «TerraSuisse» steht für schmackhaftes Obst mit Schweizer Herkunft ­und für d ­ ie Förderung der ­Biodiversität auf den Höfen. Die Hochstamm­bestände bieten ­Lebensraum für Säugetiere, Insekten und ­Amphi­bien. Und die r­ obusten Apfel­sorten ­ermöglichen zudem eine umweltschonende Produktion.

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Bild und Styling: Veronika Studer

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«TerraSuisse»Produkte stammen aus nachhaltiger Schweizer Land­ wirtschaft. Die Rohstoffe werden von Bauern erzeugt, die dem Wohl der Tiere und dem naturnahen Anbau verpflichtet sind.

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84 | 16.9.2019 | MEINE MIGROS «frisch & handgemacht» in der Hausbäckerei

Jedes Brot ein Unikat Lange bevor die Migros-Filialen öffnen, kneten die Bäcker in den Hausbäckereien Teige, formen sie zu Broten und schieben sie in den Ofen. Da der Ofen erst abends ruht, gibts auch nach Feierabend noch frisches Brot.

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MEINE MIGROS | 16.9.2019 | 85

Marco Ferreira in der Hausbäckerei der Migros Limmatplatz in Zürich. Er ist einer von rund 900 Backprofis, die in den 130 Haus­bäckereien ­laufend für frisches Brot sorgen.

«Wir backen vor den Augen unserer Kunden» Was zeichnet die Haus­ bäckereien aus? Wir sind direkt in der Migros-­ Filiale und backen vor den ­Augen der Kunden: In der Hausbäckerei stellen wir vor Ort frisches Brot her; in traditionellem Bäckerhandwerk und b ­ ester Qualität. Alle in der Hausbäckerei hergestellten Brote erkennt man neu am Brotbeutel «Frisch & Handgemacht».

Mehr zum Thema online: frisch-und-handgemacht.ch

Bilder: Cyrill Krähenbühl

Wann gehen die ersten Brote in den Ofen, wann kommen normalerweise die letzten ofenfrisch ins Regal? Spätestens um 5.15 Uhr schieben wir die ersten in den Ofen, die letzten sind abends um halb sieben Uhr fertig gebacken. Wie schafft man es, Brote mit langer Teigruhe den gan­ zen Tag frisch ­herzustellen? Ein frischer Teig braucht natürlich seine Zeit, da dauert es rund drei Stunden, bis das Brot im Regal liegt. Deshalb ist eine gute Planung unerlässlich. Wir richten uns mit unseren Backzeiten nach den Kunden und

ihren bevorzugten Einkaufszeiten: vormittags, nachmittags und vor allem abends, wenn die Kunden nach der ­Arbeit fürs Abendessen einkaufen gehen. Wir planen ­unseren Tagesbedarf genau, teilen die Teige nach Bedarf auf und backen sie zum richtigen Zeitpunkt aus. Was zeichnet die «fri­­sch & handgemacht»-Brote – ab­ gesehen von der Herstellung vor Ort – sonst noch aus? Unsere Brote bestehen aus rein natürlichen Zutaten. Wie Brot sein soll: Mehl, Hefe, Wasser und Salz – mehr brauchts für die meisten Brote nicht. Den Duft, den die frisch gebackenen Brote verströmen, lieben unsere Kunden. Ein weiterer Vorteil: Einige Brote kann der Kunde im Offenverkauf selbst aussuchen. Gibt es auch Sauerteigbrote aus der Hausbäckerei? Ja, das «Huusbeck Sauer­ teigbrot» – auch das ist unter dem Label «frisch & hand­ gemacht» erhältlich. MM


86 | 16.9.2019

Chefmetzger ­Stefan Früh bedient einen Kunden in der Migros-­ Filiale Rüschlikon. Tipps für die ­Zubereitung des Alplamms gibts gratis dazu.

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MEINE MIGROS | 16.9.2019 | 87

Alplamm Ist ab sofort bis etwa Mitte Oktober in der Migros erhältlich.

Der Metzger schneidet das Fleisch vor den Kunden nach ­deren ­Bedürfnissen.

Zeit für Alplamm Von Mitte September bis Mitte Oktober gibt es in der Migros frisches Alplamm. An der Fleischtheke der Filiale Rüschlikon ZH gibt Chefmetzger Stefan Früh Tipps für die Zubereitung der aromatischen Spezialität. Text: Claudia Schmidt  Bilder: Paolo Dutto

K

oteletts», antwortet ­Stefan Früh auf die ­Frage nach seinem Lieblingsstück vom ­Alplamm. Früh ist Chefmetzger in der Migros-­Filiale Parkside in Rüschlikon. «An Herbsttagen grilliere ich gern Alplamm­koteletts. Zuvor mariniere ich sie mit Knoblauch, Pfefferminze, ­Petersilie, Thymian und Olivenöl», verrät er. Stefan

Früh hat ursprünglich Koch gelernt. Es fällt ihm leicht, Kunden an der Fleischtheke Tipps für die ­Zubereitung zu geben. Kleiner Aufwand für grossartige Gerichte

«Ein Irish Stew braucht zwar Zeit zum Garen, aber beim Schmoren muss man nicht danebenstehen», erklärt Früh. Was das Fleisch besonders macht? «Man schmeckt,

dass die Tiere täglich viele saftige Alpkräuter gefressen haben.» An der Fleischtheke verkauft der Metzger Gigot, Schulter, Kote­ letts und Stücke vom Rücken. «In Filialen, in denen das Fleisch nicht an der Theke erhältlich ist, gibt es stattdessen eine gute ­Auswahl in der Selbstbedienung», kann er beruhigen. So können alle in den Genuss der aromatischen Stücke kommen. MM

Was das Alplamm‑ fleisch so fein macht

TerraSuisse ­Alplammvoressen mit Bein, per 100 g Tagespreis

TerraSuisse Alplammkoteletts, per 100 g Tagespreis

TerraSuisse Alplammrollbraten vom Stotzen, per 100 g Tagespreis

IP-Suisse-Lämmer bekommen während der Sömmerung Alpenkräuter à discrétion und können auf der Alp frei herumlaufen. Diese artgerechte, natur­nahe Haltung führt zu einer hochwertigen Fleisch­ qualität. So ist es für alle das Beste: für die Tiere, die Produzenten und die Kunden.

Alplamm und Naturschutz Das Projekt Alplamm wurde von der Migros lanciert. In ihm arbeiten Micarna, IP-Suisse und der Schweizer­ische Schafzuchtverband zusammen. Die Sömmerung auf den Alpen wird durch die IP-Suisse kontrolliert. Jedes Alplamm ­erhält eine Ohrmarke, damit nachverfolgt werden kann, auf welcher Alp und wie lange es ­gesömmert wurde. Die Haltung von Alplämmern unterliegt der Berg- und Alpverordnung des Bundes und ist einer naturnahen und schonenden Bewirtschaftung der Alpen verpflichtet.


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MEINE MIGROS | 16.9.2019 | 89

Minimaler Aufwand für maximalen Genuss Appetit auf eine selbstgemachte Tarte mit Kürbis? Anna’s Best bietet d ­ afür genau die richtigen Zutaten an: den bereits ausgewallten Kuchenteig in der Backschale und die feinen Kürbisschnitze. So kann man sich auf das W ­ ichtigste konzentrieren, nämlich auf die Freude am Backen und das Geniessen. Und ausserdem: Die Kuchen-, Pizza-, und ­Blätterteige von ­Anna’s Best werden neu mit Rapsöl zubereitet und sind frei von Palmöl.

Anna’s Best Süsser Mürbeteig, 320 g Fr. 2.—

Anna’s Best Pizzateig ausgewallt, 260 g Fr. 2.40

Anna’s Best Dinkel Kuchenteig, 300 g Fr. 2.50 In grösseren Filialen

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Anna’s Best Kuchenteigboden in Backschale, 140 g Fr. 2.30

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Bild und Styling: Claudia Linsi

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Tartes sind eine der ältesten Patisseriesorten. Dabei gab es zunächst nur währschafte Tartes, im 17. Jahrhundert ­begann der Siegeszug der süssen Tartes und Tarteletts. Die salzigen Tartes sind als Mahlzeit heute besonders ­beliebt, weil man sie direkt aus dem Ofen, lauwarm oder kalt essen kann. Auch wenn man sie ohne Eierguss zu­ bereiten kann – zum wahren Seelenfutter werden sie nur mit Eiermix.


PUBLIREPORTAGE

Pimp deine Suppe! Fertigsuppen können wunderbar noch weiter verfeinert werden. Die Influencerinnen Claudia und Scarlett haben mit Knusprigem und Frischem eine Knorr-Päcklisuppe zu einer Deluxe-Suppen-Mahlzeit «aufgebrezelt».

«Je herzhafter die Suppeneinlage, desto besser» Die Lifestyle-Bloggerin Scarlett schreibt seit über zehn Jahren auf forkandflower.com über ihren Alltag, altbewährte und neue Lieblings­ rezepte, Produkte, die sie mag und sich in ihrem Leben bewährt haben. Zur Päcklisuppe greift sie, wenn Töchterchen Elma Heisshunger hat, «weil sie mal wieder die Mahlzeit vorher ausgelassen hat. Das Leben als Kleinkind ist einfach zu spannend, um ans Essen zu ­denken», meint die Zürcherin. Die Steinpilz­ suppe von Knorr hat sie nach folgendem Rezept verfeinert: Die Suppe nach Vorgabe zubereiten. Für die Croûtons Weissbrotwürfel in Olivenöl und Butter goldbraun anbraten, zum Schluss 2 fein ­g ehackte Knob­ lauchzehen mit in die Pfanne geben, mit Salz und Pfeffer würzen. In einer separaten Pfanne die geputzten und in Würfel (oder je nach Pilz in Streifen) geschnittenen Pilze scharf anbraten, bis sie goldbraun sind. Etwas Knob­lauch und Peperoncino fein gehackt dazugeben, mit einem Spritzer Zitronensaft abschmecken, mit Salz und Pfeffer würzen und mit frischen, gehackten Kräutern (z. B. Peter­silie) verfeinern. Knob­lauch­ croû­tons und Pilze zusammen mit ­etwas Crème fraîche auf der Suppe anrichten.

Steinpilzsuppe mit Knoblauchcroûtons und gerösteten Pilzen

Name Scarlett Steiner Blog forkandflower.com Alter 36 Berichtet über Familienalltag, Kochen & Essen und über Züri-Abenteuer Lieblings-Fotoobjekt Tochter Elma


Name Claudia Schöttli Blog claudiasmovement.com Alter 27 Berichtet über Fitness, Ernährung & Gesundheit, Acht­samkeit und Reisen LieblingsFotoobjekt «Es gibt nichts Schöneres als ein ­ehrliches ­Lachen.»

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«Ich mag es knackig» Claudia ist Influencerin, selbstän­dige Personal Trainerin, Master­Spinning-Instruktorin, Ernährungs­ beraterin und ­E-Book-Autorin. Das führt zu teils langen Arbeitstagen, an denen die Mahlzeit schnell auf dem Tisch stehen muss. In solchen Momenten greift sie gerne zur Päcklisuppe. Für ihre «Buchstaben­suppe Deluxe» schlägt sie folgendes Rezept vor: Die Suppe nach Rezeptvorgabe zubereiten. Einen Bund Frühlingszwiebeln, einen Pak-Choi und eine Karotte klein schneiden, kurz aufkochen, zur Suppe geben. Seidentofu klein schneiden und vorsichtig zur Suppe geben. Mit Microgreens und ein paar Kernen anrichten.


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VERANSTALTUNG

Gemeinsam unterwegs

Die Siegerin Gabriela und ihr DJ Andrew TheIndigo. Kleine Bilder: die Zweitplatzierten «On the Edge» (oben) und die drittplatzierte Band ­«Breakfast Mood» (unten).

Musik als Berufung In den Vorrunden bespielten junge Bands aus der Region über Wochen die Bühnen diverser Zürcher Clubs. Ihr Ziel: das Siegertreppchen des ­ Talentwettbewerbs Band-it zu besteigen. Die Gewinnerbands im Porträt. Text und Bild: Nina Cassal

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nterschiedlicher könnten sie nicht sein – die jungen, talentierten Siegerbands veranstalteten auch dieses Jahr wieder ein musikalisch buntes Schlusskonzert im Zürcher Jazz-Club Moods. Den ersten Platz des Wettbewerbes Band-it ergatterte die Musikerin «Gabriela.». Mit einem Mix aus englischen und spanischen Textfragmenten sowie Hip-Hop-, R&Bund Soul-Einflüssen konnte sie sich gegen ihre Mitstreiter durchsetzen. «Aufgrund der konstruk­ tiven Kritik der Jury entstand die Kombination aus mir, meinem DJ und den Tänzern. Dies kreierte ein dynamischeres Bild auf der Bühne und überzeugte schlussendlich», so die Halb-Kubanerin.

Ihr Preisgeld möchte sie deswegen auch in ein eigenes DJ-Pult, einen Tanzraum- und Gesangsstunden investieren. Alles für ihren grossen Traum: irgendwann am Openair Frauenfeld aufzutreten. Zwei weitere Gewinner

Nicht minder motiviert sind die Mitglieder der zweitplatzierten Band «On The Edge». Als 14-jährige Schüler begannen sie ihre musikalische Geschichte im hauseigenen Keller. Zunächst Punk-Covers jammend, siedelten die Winter­thurer auf die Band-it-Bühne um und überzeugten mit sphärischem Indie-­Pop. Ihr nächstes Ziel: Die Winterthurer Musikfestwochen an der Steinberggasse. Gemütlich unbeschwertes Sein verkörpert die

Band «Breakfast Mood». Die drittplatzierte Mundart-Reggae-Band aus Albisrieden, die ihren Ursprung im Psychedelic Rock hat, spickt die lockere Atmosphäre mit funkigen Elementen. Auch sie h ­ aben Pläne für den nächsten Sommer: eine Performance am Reggae-Festival «Reeds». Es bleibt also spannend zu verfolgen, w ­ elchen Weg die ­Gewinner gehen und wer im kommenden Jahr in ihre Fuss­stapfen treten wird. MM Weitere Infos: band-it.ch

Der Slowup lädt am Samstag, 22. September, am Zürichsee ­zwischen Meilen, ­Rapperswil-Jona und Schmerikon dazu ein, für einmal einen Gang herunterzuschalten – und Autos ­stehen zu lassen. Die Migros sorgt für kurzweilige Pausen entlang der Strecke: in der Famigros-Zone, dem Bereich des Migros-Familien-­ Clubs, gibt es Liegestühle für die Grossen sowie eine Riesenrutschbahn und ein Einkaufskörblispiel für die kleinsten Teilnehmer. Wer beim M-CheckSpiel Nachhaltigkeitslabel und -infos zackig den richtigen Produkten zuordnet und beim Angelspiel viele nachhaltige Fische fängt, gewinnt tolle Sofortpreise. Falls Bikes, Veloanhänger oder Inlineskates auf der Strecke bleiben, bringen Profis von SportXX sie wieder zum Rollen. Aber auch Innehalten in der ­«Generation-M»-Zone lohnt sich.


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Voll im Trend Sommerlich frisch und mit pfeffriger Schärfe verfeinert: Ein Käse namens Ingwerpepe von der Alois Koch AG kombiniert die Trendknolle mit feinem Biohalbhartkäse und überrascht so den Gaumen eines jeden Käseliebhabers. Text: Nina Cassal

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or drei Jahren übernahm Kevin Koch den Käsehandel seiner Eltern im appenzellischen Gonten. Seither brachte der BWL-Absolvent viel frischen Wind in das Familiengeschäft und versorgt die Kunden mit neuen und aussergewöhnlichen Käsekrea­ tionen. Vom frühlingshaften Klassiker Bärlauch kombiniert mit Tomate und Basilikum bis zu herbstlich an­ gehauchten Geschmacksnuancen wie Nuss, Birne, Apfel oder Zimt für die Weihnachtszeit – seine Kreativität kennt keine Grenzen. Mit der Sommerkreation «Ingwerpepe» fährt Koch nun auch den Trendkurs: ein schweizerischer Biohalbhartkäse, ummantelt von einer geschmacksintensiven Ingwerkruste. Da aufgrund der Trocknung des Ingwers für die Kruste seine Schärfe verloren geht, wurde die Mischung mit hoch­wer­ tigem Pfeffer ergänzt. Ein Hauch ­Zitrone rundet den Geschmack ab.

Biowinzer des Jahres: Roland und Karin Lenz

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Schweizer Produzenten stellen sich vor Während der Schweizer Wochen vom 10. bis 30. September stehen in den ­«Alnatura Bio Super Märkten» wieder über 700 Schweizer Produkte im Mittelpunkt – und im besonderen Fokus drei Produzenten: die Dixa AG mit erlesenen Gewürzen aus St. Gallen, die Hersteller des Alp-­ Flix-­Käses aus Graubünden und schliesslich die Bioweinpioniere R ­ oland und ­Karin Lenz aus dem Thurgau. Seit 1994 setzen sie sich für Biodiversität, Arten­vielfalt, und ihre Leiden­schaft ­Biowein ein.

Bilder: zVg

Frische just-in-time

Zusammen mit einer ausgewählten Bio-Familienkäserei entwickelte Koch diese sommerlich leichte ­Rezeptur innerhalb eines halben ­Jahres. «Mir war wichtig, dass der Käse a­ usschliesslich biologisch ­produziert ist, weswegen ich lange nach dem rich­tigen Produzenten ­gesucht habe. ­Ausserdem brauchte das Austüfteln der richtigen Kon­ sistenz seine Zeit», so Koch. Nach ­genau drei Monaten ist der Halb­ hartkäse gereift, an­schlies­send wird er mit der Ingwer-ZitronenPfeffer-­Mischung um­mantelt. «Wir wollen die Kunden möglichst frisch beliefern, daher ­geschieht die Fertigstellung wenige Tage, bevor der ­Detailhandel beliefert wird.» Wen diese leichte und frische Kombi nun neugierig gemacht hat, der kann sich auch fernab des Sommers daran ­erfreuen, denn der «­ Ingwerpepe» ist auch weiterhin im Sortiment der Migros zu finden. MM

Für Kevin Koch ein Hingucker ist auch der «5-Blüemlikäse», ein ­würziger Genosse in Bioqualität. Dass der «Ingwer­ pepe» (rechts) dieselbe ­Handschrift trägt, ist unschwer zu erkennen.

Ein Datum, das Biofans sich ebenfalls ­notieren sollten, ist der 19. September: Im Rahmen eines Vortragsabends im ­«Alnatura Bio Super Markt» Migros City geht es um den Ueli Hof und das Thema «Ethik trifft Genuss». Infos: alnatura.ch/­ schweizerwochen


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Im September feiert das Schauspielhaus Zürich den Saisonstart ­unter den neuen Intendanten Benjamin von Blomberg und Nicolas Stemann. Im Eröffnungsfestival vom 11. bis 15. September stellen sich alle Regieführenden dem Zürcher Publikum vor. In der Spielzeit 2019/2020 gibt es für die Besucher ein Potpourri an Klassikern, Ur- und Erstaufführungen sowie interessanten Veranstaltungen. Dank der ­Unterstützung des Kulturprozents der Migros Zürich erhält man am Theatermontag alle Tickets zum halben Preis (für alle fünf Bühnen).

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Viel Neues im Schauspielhaus

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KULTURPROZENT

Weitere Infos und Tickets: schauspielhaus.ch

Wie sich ­der deutsche Detailhändler «tegut…» für die Zukunft rüstet, erläuterte dessen Ge-­ schäftsleiter Thomas Gutberlet dem Genossenschaftsrat.

Besuch aus Fulda Am Freitag, 30. August, fand die 312. Genossenschaftsratssitzung statt. Neben der Behandlung vielfältiger Migros-Themen begrüsste man in der Herdern auch einen besonderen Gast aus Deutschland. Text: Gabriel Zwicky

Bilder: zVg

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ie Herbstsession des Genossenschaftsrates stand im Zeichen eines Gastvortrags. Angereist aus Fulda (D) war der Geschäftsleiter des hessischen Einzelhandelsunternehmens «tegut…», Thomas Gutberlet. Ein Schwerpunkt des Referats bildete die Errichtung des neuen Logistikzentrums – ein Mammutprojekt. Um für die Zukunft gerüstet zu sein, entsteht in Hünfeld-Michelsrombach auf e­ iner

rund 23 Hektaren grossen Fläche eine moderne Anlage. Weiter sprach Thomas Gutberlet über den aktuellen, vornehmlich erfreulichen Geschäftsgang von «tegut…» sowie über laufende Expansionstätigkeiten südlich von Fulda. Ausgebaut wird aber auch die Versorgung auf digitalem Weg. Der grosse Vorteil hierbei: Dank der Kooperation mit Amazon stärkt «tegut…» mit über 8000 Artikeln seine Markenbekanntheit und Online-Präsenz,

ohne eine eigene Infrastruktur auf­ zubauen. Ebenso nutzte Gutberlet die Gelegenheit, den Blick gut sieben Jahre zurück zu richten – als «tegut…» 2013 als Tochterunternehmen zur Migros Zürich stiess – und Fazit zu ziehen. Viele Investitionen haben sich bereits bezahlt gemacht. Zu den wesentlichen Verbesserungen zählen ein zeitgemässes Ladenkonzept, Innovationsfähigkeit sowie Optimierungen entlang der gesamten Lieferkette. MM


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A, B, C, D und E sind Wachen im quadratischen Garten eines Königsschlosses. Pünktlich um 18.00 Uhr verlassen die Wachen A, B, C und D ihre Position und gehen zu den Ausgängen (A zu A, B zu B, C zu …). Wache E verschiebt sich innerhalb des Gartens.

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D Wie können die Wachen ihren Weg zurücklegen, ohne sich zu kreuzen? B Jeder Weg darf nur ein Mal durch ein Quadrat gehen. Alle Quadrate müssen am Schluss mit einem Wegstück belegt sein.

A D

C B

C

A

Teilnahmebedingungen Gewinnspiele: Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Keine Barauszahlung. Computergesteuerte Massenteilnahmen sind nicht gewinnberechtigt. Die Mitarbeitenden der Migros-Medien sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Gewinner werden schriftlich benachrichtigt und mit Namen und Wohnort veröffentlicht.


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HERBSTTAGE IN BADENWEILER Starten Sie jetzt in die herbstliche Wander- und Radsaison, tanken Sie Sonne und gute Laune! Ob als Aktivreisender, Ruhesuchender, Naturliebhaber oder Genußmensch, Badenweiler wird Sie mit seiner Vielseitigkeit begeistern! Das milde Klima und die vielen Sonnenstunden geben dem Ort etwas Mediterranes. Genießen Sie Ausflüge in den Schwarzwald und das Elsass, einen Spaziergang durch den Kurpark oder einen Tag in der Badenweiler Cassiopeia Therme mit ihrer außergewöhnlichen Saunalandschaft und ihren entspannenden Thermalbädern. Unsere Gastgeber haben für Sie attraktive Angebote ausgearbeitet und freuen sich auf Ihren Besuch.

5 KUSCHEL- und VERWÖHNTAGE

ab

422 €

4 ÜN, Frühstücksbuffet, tägl. p.P./DZ Menü,1 Massage, Nutzung der zzgl. Kurtaxe „7-Saunen THERMALWASSER Wellnessoase 690 m²“ E-Bike Verleih, E-Auto Tankstelle. Die neueste Wellnesslandschaft Badenweilers GROSSE LEISTUNG - KLEINER PREIS Wellness-Privathotel Post an der Therme ****, Inh. Christian Baltes, Sofienstr. 1, D-79410 Badenweiler, privathotel-post.de +49 7632 82480

Eintauchen und Loslassen

ab

234 €

2 ÜN mit Frühstück p.P./DZ tägl. Eintritt in die Cassiopeia Therme zzgl. Kurtaxe 1 x Römisch-Irisches Bad 1 x Königsmassage, 1 x Sand-Lichtbad 1 x frisch gepresster Saft 1 x Begrüßungspräsent

Badenweiler Thermen und Touristik GmbH, Kaiserstr.5 D-79410 Badenweiler, www.badenweiler.de

+49 7632 799-300

229 €

„Atempause“ für Sie und Ihn

2x ÜF/4-Gang-Menu oder Buffet p.P./DZ inkl. Thermalwasser Spa-Bereich, zzgl. Kurtaxe WLAN, Parkplatz, 1x Gesichtsbehandlung oder 1x Ganzkörpermassage oder 1x Pediküre oder 1 Flasche „Ritter Wein“. Ganzjährig buchbar.

TOP CCL Hotel Ritter ****, Hotel Ritter GmbH & Co. KG, Friedrichstr. 2, D-79410 Badenweiler, www.hotelritter.de

+49 7632 8310

Beste Laune im charmanten Hotel 2x Übernachtung im Komfortzimmer

142 €

p.P./DZ zzgl. Kurtaxe

2x Frühstücksbuffet 1x Schlemmer-Menü 1x Cassiopeia-Therme

Hotel Eberhardt-Burghardt, Ulrich & Heidi Eberhardt, Waldweg 2-4, D-79410 Badenweiler, www.hotel-eberhardt.de

Badenweiler Thermen und Touristik GmbH · Kaiserstraße 5 · D-79410 Badenweiler · Tel. +49 7632 799-300 · www.badenweiler.de

+49 7632 8110


RÄTSEL | 16.9.2019 | 107

Gewinnen Sie eine von 4 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! 4×

Quiz

Paroli

2 × 100 Franken zu gewinnen

2 × 100 Franken zu gewinnen

Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort.

Tragen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Das Lösungswort ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1 bis 5.

Einen Rasen kann man … S verprügeln

H kleinhauen

R sprengen

Eine Zeitspanne, bei der man Entbehrungen auf sich nimmt, heisst O Durststrecke

E Hungerast

I

Völlemeter

Welcher Ring ist immer eckig? S Fingerring

B Boxring

L Schwimmring

Wo liegt der Oberalpstock? O Glarner Alpen

E Toggenburg

A Bündner Alpen

Zu welcher Familie zählt man den Haselnussstrauch? C Süssgräser

W Korbblütler

T Birkengewächse

Wie nennt man eine Gruppe von Rehen? E Sprung

I

U Schritt

Satz

Wo bildet die «Plantagebuurt» einen Teil der Innenstadt? S Kopenhagen 1

2

N Brüssel 3

4

5

R Amsterdam 6

7

Lösungswort

So nehmen Sie teil:

So nehmen Sie teil: Tel.: 0901 560 043 (Fr. 1.–/Anruf ) SMS: Senden Sie MMD3, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an 530 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD3 HOTEL. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte (A-Post): Migros-Magazin, Paroli, Postfach, 8074 Zürich Internet: migrosmagazin.ch/wettbewerbe (kostenlos) Teilnahmeschluss: Sonntag, 22.9.2019, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

Bimaru

2 2

Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

Tel.: 0901 560 042 (Fr. 1.–/Anruf ) SMS: Senden Sie MMD2, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an 530 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD2 ATEMZUG. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte (A-Post): Migros-Magazin, Quiz, Postfach, 8074 Zürich Internet: migrosmagazin.ch/wettbewerbe (kostenlos) Teilnahmeschluss: Sonntag, 22.9.2019, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

1 3 2 1 1 5 0 3 1

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raetsel.ch 430182

Auflösungen Nr. 37

Auflösung Schlaue Ecke Nr. 38 A

Auflösung: GELATINE

Was koche ich heute?

E

D

migusto.ch

Paroli Gewinner Nr. 36 Hilde Wernli, Zürich; Corinna Cavaco, Wigoltingen TG

Quiz Gewinner Nr. 36 René Hartmann, Zürich; Helmut R. Laube, Bern

C

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B E

C

A

1


MINDESTENS 20% VORTEIL AUF ALLE VERANSTALTUNGEN BLIGG – UNPLUGGED TOUR 2019

ANGELO BRANDUARDI – CONCERTO 2019 Datum: 16. bis 18.10.2019 Ort: Zürich und Bern Preis: ab Fr. 58.40

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BODYGUARD – DAS MUSICAL

DER NUSSKNACKER – KIEW THEATER BALLETT

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URSPRUNG BUAM – LIVE IN DER SCHWEIZ

RED HOT CHILLI PIPERS – FRESH AIR TOUR 2019

Datum: 8. bis 10.11.2019 Ort: Küsnacht ZH, Amriswil und Unterägeri Preis: ab Fr. 27.10

Datum: 14. bis 17.11.2019 Ort: diverse Preis: ab Fr. 40.–

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Datum: 22.11. bis 31.12.2019 Ort: Zürich Preis: ab Fr. 28.40

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110 | 16.9.2019 | MEINE WELT

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«Ich teste alle Witze an meiner Freundin»

Stand-up-Comedian Sven Ivanić ist Jurist und Ausländer – ein Mix, der ihm in seinem Programm «JUSländer» jeweils viele Lacher einbringt. Mit diesem ist er für den Swiss Comedy Award vom 17. September nominiert. Text: Lisa Stutz Bilder: Paolo Dutto


MEINE WELT | 16.9.2019 | 111

1 Meine Leidenschaft «Mit dem Mikrofon auf der Bühne zu stehen, ist fantastisch. Die Leute hören mir zu und finden mich lustig – und das, ohne dass sie mit mir verwandt wären oder von mir bezahlt würden. Unglaublich, oder?»

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2 Meine Herkunft «Ich bin Kroate. Kaffee bereite ich mir gern mit dem Dzezva zu, das bringt ein bisschen Ruhe in den ­hektischen Alltag. Ich gebe zu: Ich bin deshalb schon öfter zu spät gekommen.» 3 Meine Gitarre «Musik ist mein Ausgleich. Wenn es mir schlecht geht, spiele ich Gitarre. Als Stand-up-Comedian hilft

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Name Sven Ivanić (29) Wohnort Zürich Das läuft bei mir «Einen Tag, nachdem ich mein Jura-Diplom in den Händen hielt, bin ich zum ersten Mal als Comedian aufgetreten. Ich wollte das schon lange versuchen und habe einfach an einem Open-Stage-Anlass teilgenommen. Das war Anfang 2016. Seither ist viel passiert, unter anderem habe ich den Talent-Award des Arosa Humorfestivals gewonnen. Zudem habe ich mein erstes Soloprogramm ‹JUSländer› auf die Beine gestellt. Nun bin ich damit für den Swiss Comedy Award in der Kategorie ‹Solo› nominiert – das ist eine grosse Ehre und Wertschätzung für mich. Die Nomination motiviert mich, immer weiterzumachen.» Die Swiss Comedy Awards werden erstmals live im Fernsehen ausgestrahlt: 17. September, 20.05 Uhr, SRF2

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sie mir zudem, mit jeder Art von Publikum zu interagieren.» 4 Meine Stadt «Genf steht für mich für Abenteuer. Ich habe dort studiert und meine Freundin kennengelernt. Ich spreche fliessend französisch.»

Bilder: Getty Images, zVg

5 Meine Gesetzbücher «Ich habe Jura studiert und diese Bücher nächtelang durchgeackert. Heute arbeite ich 70 Prozent bei einer Rechtsschutzversicherung.» Mein liebstes Migros-Produkt «Dieser Ice Tea mit ­Pfirsichgeschmack erinnert mich an Geburtstage, Familienfeste und eine Bombenstimmung.»

6 Mein Hobby «Früher habe ich jeden Tag trainiert, heute spiele ich nur noch zum Spass Basketball. Bin ich mal müde, denke ich an die vielen Trainings, bei denen ich durchgehalten habe.» 7 Meine Liebste «Mit Laïla (29) bin ich seit acht Jahren zusammen. Sie inspiriert mich und ist eine grosse Unterstützung. An ihr teste ich alle meine Witze.»  MM


Š 2019 & TM DCL

Doppelte Anzahl Tier-Sticker. Nur diesen Mittwoch, 18.9.2019.

Am 18.9.2019 gibt es pro Fr. 20.â&#x20AC;&#x201C; Einkaufswert an jeder Migros-Supermarkt-Kasse oder bei LeShop zwei Sachets mit total 8 Sammelstickern. Maximal 30 Sachets pro Einkauf, solange Vorrat, Gutscheine und Geschenkkarten sind ausgeschlossen. animalplanetmania.ch


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