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Migros magazin 38 2016 d aa

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Ausgabe Aare, AZA 1953 Sion Response Zentral, Psdg DP AG, Ent. bez.A 44631

MM38, 19.9.2016 | www.migrosmagazin.ch

Meister des Beats

Warum Schweizer Schlagzeuger wie Fabian Egger Erfolge feiern Seite 10

Medizin: Der Mangel an Organen wird akut Extra

MM38

Reisen

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4 | MM38, 19.9.2016

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V Editorial

0,002 Prozent

Vielleicht können Sie sich erinnern: Vor einigen Monaten habe ich an dieser Stelle beschämt gestehen müssen, dass ich noch immer keine Patientenverfügung habe. Ich habe danach schuldbewusst die Verfügung des Schweizerischen Roten Kreuzes herunter­ geladen und ausgedruckt. Seither liegt sie vorwurfsvoll auf meiner To­do­Papierbeige. Ausgefüllt ist sie noch immer nicht. Und bereits kommt der nächste Notruf. Die Stiftung Swisstransplant schreibt, dass die Zahl der Organspender in der Schweiz dieses Jahr auf einen Tiefpunkt von 11,7 Spen­ der pro Million sinken wird. Das ist fast ein Drittel weniger als noch im Vorjahr. Stiftungs­ präsident Pierre­Yves Maillard spricht denn auch von einer «schwierigen Situation». Rund 1500 Personen warten zurzeit auf ein Organ. Zwei Personen sterben in der Schweiz jede Woche, weil kein Spenderorgan vorhan­ den ist. Dabei wäre Mithelfen so einfach.

Woran liegt es? Weshalb tun wir uns so schwer damit, eine Patientenverfügung auszufüllen oder einen Organspenderausweis zu besorgen? Ist es die Beschäftigung mit dem eigenen Ableben? Mit der Endlichkeit der eigenen Existenz? Ist es die unausgesprochene Hoffnung, unser Leben möge ewig dauern? Die Überzeugung, mit 30 oder 35 könne einem doch noch nichts passieren? Zugegeben: Die Vorstellung, kurz nach dem Tod ausgeweidet zu wer­ den, hat nichts Begeisterndes. Aber die Gewissheit, jemandem helfen zu können, sollte die Furcht vor der Organspende aufwiegen. Fast die Hälfte der gespendeten Organe stammt übrigens von Menschen, die über 60 Jah­ re alt sind. Ohne nennenswerte Probleme. Dass man zu alt sei und deshalb keinen Ausweis habe, fällt als Grund für den Verzicht also weg. Also: Versuchen wir gemeinsam, die Quote von 0,002 Prozent Spendewilligen zu steigern. Tausen­ de von Wartenden und Angehörigen werden es uns danken. Hans Schneeberger, Chefredaktor hans.schneeberger@migrosmedien.ch

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«Wird Zuwanderung gut gemanagt, ist sie langfristig ein Gewinn.» Marcel Fratzscher, Ökonom

Menschen 8 Diese Woche 1500 Menschen in der Schweiz warten auf ein Spenderorgan – die Warteliste wird immer länger 10 Am Puls

Schweizer wie Jojo Mayer gehören zu den besten Schlagzeugern der Welt – das hat gute Gründe 19 Bänz Friedli

Leben 105 Alltagsknigge

Bei Freunden akzeptiert man auch Makel – aber nicht alle 106 Familie Wie Mi Hyang zu Joyenna wurde – die Geschichte einer abenteuerlichen Adoption

26 Hautnah dran Der Regisseur Jan Gassmann porträtiert junge Paare in Zeiten der europäischen Krise

113 Beauty

32 Der tapfere Bauer

Wisi Zgraggen hat bei einem Unfall beide Arme verloren – aber nie aufgegeben 38 Bedrohter Mittelstand Der Ökonom Marcel Fratzscher über «Geiz ist geil»-Mentalität und fatale Verteilkämpfe

Migros-Welt 50 Familienwochen

Preiswerte Speisen, die die ganze Familie liebt 61 Saisonküche

Zwetschgen – die Vielkönner unter den Sommerfrüchten

Bilder: Samuel Trümpy, Klaus Lange, Christine Benz, Filipa Peixeiro

99 Neues aus der Region Aktionen, Reportagen, News aus der Genossenschaft

20 Radikalisierte Söhne

Ein Vater sucht nach seinen Söhnen, die der Terrormiliz IS beigetreten sind

38

89 Wohlfühlkleider 93 Katzen und Hunde 94 Erlebniswelt Bauernhof 96 Alles für kreative Stunden

56 TerraSuisse: Alplämmer 58 Feine Pilzgerichte 77 Zwiebelsuppe mit Toast 78 Poulet im Korb 79 Knuspriges aus Mais 80 Balance-Brotaufstriche 82 Farmer: Energie-Kick 84 Servietten brechen 87 Jubiläum: 80 Jahre Total

Biokosmetikprodukte sind nicht immer sanft 115 Gesundheit

Schröpfen liegt im Trend – so funktioniert die Therapie 116 Auto Familie Küng aus Aarwangen BE testet den neuen Kia Sportage 119 Migros Bank

Negativzinsen kurbeln die Wirtschaft nicht an, sondern schüren neue Verunsicherung 121 Ernährung

Entwarnung: Rohe Nüsse machen nicht dick 122 Kinder

Der Hegnerhof in Kloten ZH – eine kreative Oase für Kinder 111 Leseraktion 125 Glücksgriff 127 Rätsel und Spiele 131 Impressum 132 Cumulus 134 Meine Welt

Der Schauspieler Siegmund Tischendorf hat eine Schwäche für Handfestes

M-Infoline: Tel. 0800 84 0848 oder Fax 0041 44 277 20 09 (Ausland). www.migros.ch/kundendienst; www.migros.ch Cumulus: Tel. 0848 85 0848* oder +41 44 444 88 44 (Ausland). cumulus@migros.ch; www.migros.ch/cumulus

61

Redaktion Migros-Magazin: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Tel. 058 577 12 12, Fax 058 577 12 08. redaktion@migrosmagazin.ch; www.migrosmagazin.ch * Normaltarif


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Menschen MM38

Darauf freuen wir uns Goldene Tage Am 22. September

beginnt der Herbst und somit die schönste Jahreszeit – zumindest für Nostalgiker und Romantiker. Golden Girls Am 24. September findet im Zürcher Theater Neumarkt der Drag-Queen-Contest «Heaven Drag Race» statt: Glitzer und Glamour programmiert.

Unnützes Wissen

Haarige Welt

Mein Bild der Woche «Bilder werden oft als Beweise benutzt. Hier geht es jedoch

Bettina Oberli (43) ist Autorin

und Regisseurin von erfolgreichen Filmen wie «Die Herbstzeitlosen», «Tannöd»und «Lovely Louise».

nicht um die Wahrheit. Im Gegenteil: Kim Jong-un besucht die Farm Nummer 1116 – und strahlt inmitten reifer Reisähren, umgeben von fröhlichen Armeeangestellten. Doch man weiss, dass es nicht viel zu lachen gibt in Nordkorea; die Bevölkerung hungert immer wieder. Eifrig machen sich die Männer Notizen – man kann nur hoffen, dass sie keinen Fehler machen. Kürzlich wurde angeblich ein Spitzenbeamter exekutiert, nachdem er bei einer von Kim geleiteten Sitzung ‹weggedöst› sei. Der Fotograf hat aber nichts zu befürchten: Das Bild zeigt den Diktator so, wie er sich und sein Land propagieren will.»

Entschuldigung, was hören Sie gerade? Andrea Metz (49), Wirtschaftsinformatikerin aus Pfäffikon ZH

a) «She’s Madonna» von Robbie Williams b) «Hotel California» von The Eagles c) «Can’t Stop the Feeling» von Justin Timberlake

Antwort a): «Robbie Williams macht einfach gute Musik. Das Lied lenkt mich ab.»

Bilder: iStockphoto, KCNA/Reuters, Bruno Bolinger

Hörprobe

Jeder dritte Mann glaubt laut einer Fors-Umfrage, er würde mit einer Rasur seiner Grossmutter eine Freude machen. Den starken Haarwuchs bei Frauen an Stellen, an denen üblicherweise Männer behaart sind, nennt man «Hirsutismus». Menschen mit dunklen Haaren ergrauen nicht früher als blonde Menschen. Würde man die rund 100 000 Haare auf dem Kopf eines Menschen zu einem Seil flechten, dann könnte es eine Last von zwölf Tonnen tragen. Quelle: Neon/Stern


8 | MM38, 19.9.2016 | MENSCHEN

Würden Sie Ihre Organe spenden? www.migmag.ch/ umfrage

Diese Woche

Mehr Organspender braucht das Land Die Warteliste für passende Spenderorgane in der Schweiz ist lang. Mit einer neuen Kampagne will das Bundesamt für Gesundheit mehr Menschen dazu bewegen, ihre Organe zur Verfügung zu stellen – und offener über das Thema zu sprechen.

Umfrage

Text: Anne-Sophie Keller

Letzte Woche haben wir gefragt:

Wie oft ist Ihr Primar­ schulkind durch Haus­ aufgaben überfordert? 38% Zum Glück nie – es hat die Schule im Griff. 37% Vielleicht einmal pro Woche müssen wir es beruhigen und ihm auch mal helfen. 24% Leider ist das regelmässig (mehrmals pro Woche) der Fall – es entstehen Druck und Frustration zuhauf.

Zahlen und Fakten

2

1,65

Millionen Franken beträgt das Budget für die Kampagne «Rede über Organspende», die bis April 2020 erfolgt.

20

Spenderinnen und Spen­ der pro Million Einwoh­ ner will der Bund mit dem Aktionsplan bis 2018 mindestens erreichen. Quellen: BAG, Swisstransplant

Die Stiftung Swisstransplant schlägt Alarm: Auf eine Million Einwohner kommen hierzulande nur gerade 17 Organspender.

R

und 1500 kranke Schwei­ zerinnen und Schweizer warten derzeit auf ein Spenderorgan – und die Warteliste wird zusehends länger. Eine Kampagne des Bundes­ amts für Gesundheit (BAG) in Zusammenarbeit mit der Organ­ spendeorganisation Swisstrans­ plant soll nun Abhilfe schaffen: «Rede über Organspende» lautet das Motto. Die Initiatoren erhoffen sich damit einen Anstieg der Organspenden in der Schweiz. Derzeit kommen auf eine Million Einwohner nur rund 17 Spender

und Spenderinnen: Das entspricht einer Quote von 0,002 Prozent. Bei einem Todesfall müssen oft Angehö­ rige entscheiden, ob Organe gespen­ det werden sollen oder nicht. Eine mögliche Spende zu thematisieren, fällt vielen schwer, da es bedeutet, sich mit dem eigenen Lebensende auseinandersetzen zu müssen. Die neue Kampagne setzt auf Humor: Die Spots zeigen etwa einen Schwinger, der seinem Gegner während des Kampfs eine Affäre mit dessen Schwester ge­ steht, oder ein Paar, das während des Liebesakts über Lohnerhöhun­

gen diskutiert. Die Botschaft: «Es gibt keinen falschen Moment, um über Wichtiges zu sprechen.» Als Botschafter konnten Promi­ nente wie etwa Schauspieler Ste­ fan Gubser gewonnen werden. In Frankreich, Österreich oder Italien gibt es rund doppelt so viele Spender. Dort gilt die sogenannte Widerspruchslösung: Wer sich nicht ausdrücklich dagegen aus­ gesprochen hat, wird nach seinem Tod Spender. Der Bundesrat hat diese Lösung 2013 abgelehnt. MM Mehr Infos: www.swisstransplant.ch

Bild: Swisstransplant

Personen sterben jede Woche in der Schweiz, weil sie kein passendes Spender­ organ erhalten haben.


MENSCHEN | MM38, 19.9.2016 | 9

Strassenumfrage

Franz Immer

«Viele möchten sich nicht über das Thema Sterben unterhalten» Franz Immer, tragen Sie einen Organspenderausweis bei sich? Ich besitze tatsächlich einen Ausweis. Darin ist festgehalten, dass ich im Todesfall jegliche Organe, Gewebe und Zellen spenden möchte. Wer oder was hat Sie zu diesem Entscheid bewogen? Ich habe zehn Jahre lang bei der Herzchirurgie im Transplantationsteam gearbeitet. Am Beispiel der Patienten habe ich erfahren, wie viel Lebensqualität eine Transplantation ermöglicht. Seither steht die Spendenfrage für mich nicht mehr zur Debatte. Im Medizin- und Pflegebereich ist die Bereitschaft zur Spende allgemein hoch. Reden Sie auch im privaten Umfeld darüber? Ja. Ich hatte ein schönes Erlebnis mit meinem ältesten Sohn: Er hatte mitbekommen, dass wir für eine Website zum Thema Kinderorganspende Geld sammelten, und steuerte aus seinem Kässeli etwas bei. Er ist 15, und für ihn steht heute schon fest, dass er selbst auch spenden möchte. Ab welchem Alter sind Organspenden sinnvoll? Ab wann nicht mehr? In der Schweiz können Babys bereits ab der vierten Lebenswoche spenden. Eine Obergrenze gibt es nicht: Organe wie die Leber kann man bis ins hohe Alter weitergeben – der älteste mir bekannte Spender war 88. Wie viele Schweizer haben einen Ausweis? Wir wissen, dass über 80 Prozent der Schweizer Bevölkerung die Organspende befürworten. Aber nur gerade 15 Prozent haben einen Ausweis oder die «Medical ID»-App. Davon würden 85 Prozent spenden; die anderen haben auf dem Ausweis vermerkt, dass sie nicht spenden wollen. Was hält die Leute davon ab? Viele möchten sich nicht über das Thema Sterben unterhalten. Sie sagen, sie seien zu jung, um sich mit

diesem Thema auseinanderzusetzen. Das ist problematisch: In den Spitälern weiss man oft nicht, was der oder die Verstorbene gewünscht hätte. Zudem finden die Angehörigen oft nur schwer einen Konsens. Dabei wäre laut Gesetz der Entscheid des nächsten Angehörigen im Sinne des Verstorbenen massgebend. Welche Rolle spielt dabei die Bequemlichkeit? Ein gewisser Teil der Leute möchte tatsächlich nicht noch ein weiteres Kärtchen im Portemonnaie haben. Oder sie wissen nicht, wie sie zu einem Ausweis kommen. Dabei kann man ihn auf der Website von Swisstransplant ganz leicht elektronisch herunterladen oder ausdrucken. Was wollen Sie mit der neuen Kampagne erreichen? Wir möchten, dass man sich Gedanken über das Thema macht und seine Angehörigen informiert. Es geht also primär darum, den Diskurs anzuregen, den Entscheid mitzuteilen. Was halten Sie von der sogenannten Widerspruchslösung? Ich denke, dass sie viele Vorteile bringt. Wer nicht spenden will, kann sich in einem Register eintragen, sodass der Wille in jedem Fall respektiert wird. Dies bedeutet eine Entlastung für die Angehörigen im Gespräch, da der Verstorbene sich zu Lebzeiten verbindlich gegen eine Organspende hätte äussern können. Ist dieses Register der einzige Grund, warum in Nachbarländern viel mehr gespendet wird? Nicht nur. Das System in Frankreich beinhaltet auch die Schulung von Spitalpersonal: Es soll die Angehörigen transparent informieren und umfassend betreuen können. Ich denke, dass die Widerspruchslösung in der Schweiz bald wieder ein politisches Thema wird, wenn die Spenderquote weiterhin so tief bleibt. Auch weil das Nein des Ständerats so knapp ausgefallen ist. MM

Haben Sie einen Organspenderausweis?

Franz Immer (49)

ist Herz- und Gefässchirurg FMH sowie Direktor der Organisation Swisstransplant.

Xoltan Dobo (32), Rezeptionist aus Wien: «Ich besitze zurzeit keinen

Spenderausweis. Meine Organe würde ich aber nur engen Verwandten zur Verfügung stellen. Diese Entscheidung ist meiner Familie bekannt.»

Lilla Goldmann (25), Biologie­ studentin aus Uetikon am See ZH:

«Ich habe keinen Ausweis und weiss nicht, wo ich einen herbekomme. Ich würde nämlich gern spenden. Meine Familie weiss das.»

Johann Rudolf Vogel (85), Rentner aus Zürich: «Aus gesundheitlichen

Gründen kam ich für eine Spende nie infrage. Aber es ist sehr wichtig, dass die Leute einen Organspenderausweis bei sich tragen.»


10 | MM38, 19.9.2016 | MENSCHEN

Jojo Mayer

«Ich will Leben verändern»

Jojo Mayer (53) zählt zu den besten Schlagzeugern der Welt und ist Vorbild vieler Schweizer Drummer. Der Musiker erklärt, wieso es Künstler in der Schweiz schwer haben – und warum er lieber auf einem Hippie-Festival als mit Beyoncé auftritt. Text: Esther Banz

Hierzulande wissen nur Einge­ weihte, wer Sie sind. Warum? Die Schweiz ist ein kleines Land, und ich mache Nischenmusik abseits des Mainstreams. Kurioserweise habe ich tatsächlich allein in Teheran viermal mehr Facebook-Anhänger als in der Schweiz. Sie leben in New York. Könnten Sie auch von der Schweiz aus so interna­ tional ausgerichtet arbeiten? Mittlerweile schon. New York war einfach die Startrampe. Heute verkommt die Stadt zu einer Shopping-Mall, wo man «Cats» schauen und Jazz hören kann. Die privilegierte Elite und ihre Kinder kommen heute nach New York, um diese mythische Atmosphäre zu konsumieren, die dort im 20. Jahrhundert von idealistischen Künstlern, Musikern und Schriftstellern geschaffen wurde. Ironischerweise können es sich gerade diese Künstler mittlerweile nicht mehr leisten, dort zu leben.

Wie halten Sie als Künstler dagegen? Was ich tun kann, ist Neugierde wecken und Mut machen. Indem die Leute Ihnen zuhören? Ja, und indem das Zuhören etwas auslöst. Ich will eine Konversation anstossen. Wichtig ist nicht, was die Leute erleben, während sie mir zuschauen, wie ich spiele, sondern wie sie die Welt erleben, nachdem sie mich gehört haben. Erhalten Sie entsprechende Rück­ meldungen? Vor Kurzem schrieb mir eine Frau, sie sei am Konzert gewesen und habe tags darauf den Job gekündigt. Vermutlich hatte sie während des Zuhörens etwas erkannt: Ehrlichkeit, Mut, Idealismus vielleicht – denn all das steckt in der Musik drin. Mein Job ist es, das Leben der Leute zu verändern. Ist das nicht idealistisch? Jeder Künstler darf das sagen. Dass wir eine solche Aussage als seltsam empfinden, ist ein typisch schweizerisches Problem. Inwiefern? Wir haben auf unseren Banknoten weder Politiker noch Wissenschaftler, sondern Künstler. Aber wer im Land weiss schon, wer sie sind? Es ist diese seltsame Verknorztheit der Schweizer: Einerseits lieben wir unsere Künstler. Anderseits sind wir nicht mit ihnen verbunden. Das ist so, weil Kunst in der Schweiz nicht ernst genommen wird. Ist das auch der Grund, weshalb Sie ausgewandert sind?

Ja, und auch wegen der Grösse des Landes. Ich habe in der Schweiz zu oft Sätze gehört wie «Das kannst du nicht machen!». In New York habe ich so etwas noch nie gehört. Ausser von einem Schweizer Touristen, der mich fragte, was ich in New York mache. Sie haben schon mit Nina Simone und Dizzy Gillespie gespielt. Erhalten Sie viele Anfragen? Vor zehn Jahren noch fast täglich. Inzwischen habe ich mich abgeseilt. Das hat sich herumgesprochen. Hat das Abseilen mit der Kompro­ misslosigkeit zu tun? Nein, vor allem mit der Wirtschaftlichkeit. Es ist zwar tatsächlich sehr schwierig, im kommerziellen Umfeld ein authentischer Schlagzeuger zu sein. Aber der Hauptgrund war der, dass die Stars mittlerweile so schlecht bezahlen. Es ist so, wie ich im Film «Changing Time» (siehe rechts) sage: Mit einem Auftritt an einem HippieFestival verdiene ich mehr, als wenn ich für Beyoncé spiele. Wie entscheiden Sie, wo Sie mitmachen? Aufgrund von drei Parametern: Kunst, Soziales, Geld. Mindestens zwei müssen stimmen. Mit der eigenen Band Nerve stimmen alle drei, weshalb ich meistens mit ihr unterwegs bin. MM

Lesen Sie die Erfolgsgeschichten von drei weiteren Schweizer Drummern, ab Seite 13

Bilder: Monica Müller / Newmagic, Camilo Fuentealba (2)

Jojo Mayer, Sie spielen mit Ihrer Band Nerve regelmässig in Europa, Asien und den USA, haben aber weder Management noch Platten­ firma. Wie geht das? Die Musikindustrie hat sich komplett verändert. Karrieren wie jene von Eric Clapton, Santana oder Stevie Wonder gibt es nicht mehr. Heute werden die Leute im Teenageralter entdeckt, und mit 23 lässt man sie fallen. Ich bin aus einer anderen Zeit und bewege mich in einer Zwischenzone, weder im Rocknoch im Jazz- oder im elektronischen Lager. Ich bin in meinem eigenen Lager. Deshalb mache ich auch alles selbst.


MENSCHEN | MM38, 19.9.2016 | 11

«Changing Time»

Jojo Mayer im Dok-Film «Musikmachen ist Fliegen», sagt Jojo Mayer (53) zu Beginn des Films. Der 53-jährige Drummer ist in Rüschlikon ZH aufgewachsen, schon Vater Vali Mayer war Jazzmusiker, die Mutter dessen Managerin. Die ebenfalls musizierende Schwester Delia ist heute als «Tatort»-Kommissarin bekannt. Musik schallte fast pausenlos durch das Haus, in dem auch ein Krokodil lebte. Als Kind spielte Mayer Musik nach, rannte zwischen Plattenspieler im Wohnzimmer und Schlagzeug im Keller hin und her. Stunden nahm er keine, an einer Jazzschule war er nie. In den 1990er-Jahren fiel Mayer als schillernder Drummer in der Jazzszene auf, später zog er nach New York, wo er die Möglichkeiten des Instruments weiter auslotete und Unerhörtes schuf. Der Ausnahmeschlagzeuger spielt und spricht heute in aller Welt vor Musikstudenten, seine Band Nerve geniesst Kultstatus. Im Filmporträt von Alexis Amitirigala, selber Schlagzeuger, wird Mayer auch als Denker greifbar. Sternstunde Musik: «Jojo Mayer – Changing Time»: SRF1, Sonntag, 2. Oktober, 11.55 und 23.20 Uhr; SRF info,

Dienstag, 4. Oktober, 12.55 Uhr

Geht nicht, gibts nicht: Jojo Mayer wuchs in Rüschlikon ZH auf. Seinen musikalischen Durchbruch hatte er in New York, wo er heute Kultstatus geniesst.

Konzert und Film: Jojo Mayer & Nerve, Live Electronica mit Dokfilm-Premiere «Changing Time», Mittwoch, 28. September, Kaufleuten Zürich, 20 Uhr. Eintritt zum Film frei. Konzert: 60 Franken


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MENSCHEN | MM38, 19.9.2016 | 13

Früher war Julian Sartorius als Schlagzeuger mit Sophie Hunger unterwegs. Heute tritt er auch als Solokünstler auf.

Schweizer Schlagzeuger

Meister der Beats Schweizer Drummer wie Julian Sartorius, Samuel Rohrer und Fabian Egger haben international einen ausgezeichneten Ruf. Grund dafür sind hervorragende Jazzschulen, einflussreiche Vorbilder wie Jojo Mayer – und die Basler Fasnacht. Text: Esther Banz

Bilder: Daniel Winkler

J

ojo Mayer beeinflusst ganze Generationen von Schlagzeugern – weltweit, speziell aber in der Schweiz. Julian Sartorius, Samuel Rohrer und Fabian Egger etwa. Sie sind alle selbst international erfolgreich, und doch sehr verschieden. Die Schweiz machte eben noch Sommerferien, die Agenda von Julian Sartorius aber war in dieser Zeit proppenvoll. Nach Auftritten in England und Deutschland reiste er nach Frankreich und Spanien, von dort zurück nach Bern, seinem Zuhause.

Nach drei Tagen sass er erneut im Zug. «Ich muss selbst aufpassen, dass ich den Überblick nicht verliere», sagt der gefeierte Schlagzeuger. Ein Blick in die Liste seiner Auftritte verrät: Es ist alles noch viel komplizierter. Denn Julian Sartorius spielt mal mit diesem Sänger, dann mit jener Theatergruppe – es sind unzählige Namen von Künstlerinnen und Künstlern, mit denen er innert weniger Wochen auf der Bühne steht. Respektive sitzt. Denn obwohl der 35-Jährige seine Stöcke immer dabei hat und auch im

Liegen und Gehen Orte und Materialien sieht, deren Klang zu untersuchen ihn reizt: Auf der Bühne hat er zumeist ein mehr oder weniger klassisches Drumset um sich herum: Trommel, Hi-Hat, Becken, Snare. Julian Sartorius ist ein Forscher und Klangzeichner. Einer, der sich über kleine Dinge riesig freuen kann. Zwei Jahre tourte er mit Sophie Hunger durch die Welt, dabei merkte er, dass ihn dieses Tourleben nicht Fortsetzung auf Seite 15


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MENSCHEN | MM38, 19.9.2016 | 15

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Bilder: Jan von Holleben

Samuel Rohrer wurde von seinen Eltern früh mit Livemusik vertraut gemacht. Heute gilt der Berner Schlagzeugprofi als «Groove-Poet».

glücklich macht. Dass ihm wohler ist, wenn er spielen kann, richtig spielen: tüfteln, Abwegiges ausprobieren. Dass hier einer am Werk ist, der die grenzenlose Neugier und Spielfreude mit ihm teilt, ist auch Schlagzeuger-Legende Jojo Mayer (siehe Interview Seite 10) zu Ohren gekommen, der selbst beinahe pausenlos in aller Welt unterwegs ist. Der Respekt ist gegenseitig. Julian Sartorius erzählt: «Ich war etwa 17 Jahre alt, als ich Jojo Mayer im kleinen Café Mokka in Thun erstmals live sah. Er hatte gerade angefangen, diese Drum’n’Bass-Beats zu spielen. Das war ein unglaubliches Erlebnis. Und es motivierte mich extrem.» Sein erstes Mal absichtlich auf eine Trommel gehauen hat der Berner als Zweijähriger, «jemand schenkte mir eine Basler-Läckerli-Trommel, und darauf spielte ich dann immerzu. Mit fünf durfte ich schliesslich Unterricht nehmen.» Dass ausgerechnet eine Guetsliverpackung in Form einer Basler

Trommel am Anfang eines Drummer-Werdegangs steht, hat fast schon etwas Märchenhaftes. Denn viele sehen im Einfluss der Basler Tambouren den Grund dafür, weshalb sich in der Schweiz so viele Talente emportrommeln. So oder so hält Sartorius die Schweiz für einen guten Nährboden für Schlagzeuger: «Es gibt hier fantastische Lehrer, die an Jazzschulen ihr Können weitergeben – zu meiner Zeit waren es Pierre Favre, Norbert Pfammater und Fabian Kuratli in Luzern und Billy Brooks in der Jazzschule Bern.» Musikalische Vorbilder und grosse Auftritte

Von Billy Brooks schwärmt auch der bereits 2003 nach Berlin ausgewanderte Berner Schlagzeugprofi Samuel Rohrer, der selbst bei ihm Student war. Brooks sagte mir damals: «Spiel, so viel du kannst, sodass du die Miete bezahlen und in Ruhe üben kannst – alles andere ist unwichtig.» Rohrer merkt an, heute gehe es in seiner Ar-

beit nicht mehr so sehr um Quantität, vielmehr um das Erarbeiten der eigenen Musik, aber der Amerikaner habe seit den 70er-Jahren ihn und viele junge Schlagzeuger hierzulande geprägt. Er vermutet, dass diese jetzt «wiederum ihr erlerntes Können, diese erlebte ungestüme Energie und Radikalität, direkt an ihre Schüler weitergeben. Ich bin mir sicher, dass Brooks sehr viel zur ausgeprägten Schlagzeugkultur in der Schweiz beigetragen hat». Den 39-Jährigen führen seine Auftritte regelmässig in andere europäische Länder und in die USA. Dort spielte er kürzlich unter anderem mit der amerikanischen Performance-Künstlerin und Musikerin Laurie Anderson zusammen. 2012 gründete Samuel Rohrer mit «arjunamusic records» ein eigenes Plattenlabel, das auch Plattform für elektronische und improvisierte Musik ist. «Das macht mich unabhängig und hilft mir, meine eigene Musik immer klarer zu definieren.» Wie Jojo Mayer ist Rohrer mit Eltern aufgewachsen, die zu Hause ständig Jazzmusik hörten und ihn an Konzerte mitnahmen. Und wie Mayer bewegt sich Rohrer musikalisch in einer Nische, in der man sich vielleicht nur dann so richtig zu Hause fühlen kann, wenn man als Kind schon in diese Klänge hineingewachsen ist. Samuel Rohrer hat am renommierten Berklee College of Music in Boston studiert. Die Musikjournalisten überschlagen sich in kreativen Wortschöpfungen, wenn sie ihn beschreiben. So wurde er schon als «Groove-Poet», «Energie-Zerstäuber», «undogmatischer Nonkonformist» und «fein ziselierender Perkussionist» bezeichnet. An Jojo Mayer beeindruckt Rohrer nebst dem ungestümen Schlagzeugspiel vor allem auch dessen Kompromisslosigkeit. Nicht unbedingt eine gutschweizerische Eigenschaft. Doch nicht alle schweizerischen Tugenden sprechen gegen eine Karriere als Drummer. So ortet Rohrer in einer «gewissen Erdung», die die Schweizer auszeichne, eine Grundvoraussetzung dafür, ein guter Schlagzeuger zu werden. In seinen Worten: «Ich empfinde das Schlagzeug im Allgemeinen als ein sehr geerdetes Instrument, das durch genügend Bodenhaftung die Musik dazu bringen kann, abzuheben. Vielleicht führt diese hier verbreitete Erdung zu dem gewissen Etwas, das die Musik am Ende ausmacht. Aber mit wenigen


16 | MM38, 19.9.2016 | MENSCHEN

Ausnahmen wie Jojo Mayer stechen wir Schweizer Schlagzeuger interna­ tional gesehen nicht übermässig her­ aus. Die Deutschen, die Franzosen, die Skandinavier – sie alle haben auch sehr viele gute und gefragte Schlag­ zeuger.» Fabian Egger will eine musikalische Revolution herbeiführen

Fabian Egger hats nach Los Angeles geschafft. Der Weg dorthin sei steinig gewesen, sagt er, aber er hat sich gelohnt: Heute tritt der 25-Jährige aus Rüthi SG mit erfolgreichen Künstlern auf.

Der Jüngste der drei, Fabian Egger (25) aus Rüthi im Rheintal, findet sogar, dass die Bedingungen in der Schweiz nicht ideal seien, um ein guter Schlagzeuger zu werden. Er sagt: «Die Bildungsinstitutionen für Musik sind total überaltert. Es braucht dort eine junge, berufs­ erfahrene Gruppe von Leuten, die das Zepter in die Hand nimmt und wortwörtlich eine musikalische Revolution herbeiführt.» Das wird er mit dem Profi­Gitarristen Slädu – beide arbeiten mit dem einstigen DSDS­Gewinner Luca Hänni zusam­ men – vielleicht gleich selbst an die Hand nehmen, wie er sagt. Das überaus gesunde Selbst­ bewusstsein, das er auch als Grund­ voraussetzung sieht, um ein guter Schlagzeuger zu werden, hat Fabian Egger bis nach Los Angeles geführt. Dort spielt er mit kommerziell erfolg­ reichen Künstlern wie Big Sean, Zedd und aktuell mit der Sängerin Grace aus Australien sowie mit Zara Lars­

son aus Schweden zusammen. Nicht selten tritt er in Fernsehstudios oder grösseren Hallen auf, irgendwo in den USA oder in England. Im Vergleich zu den Musikern, die er dort kennen­ lernt, hält er sich und andere Schwei­ zer allgemein für ziemlich boden­ ständig, «was uns wohl den einen und anderen Punkt einbringt». Was Fa­ bian Egger gar nicht gern hört, sind Aussagen wie «du hast einfach Glück gehabt!». Er sagt: «Wer mir nahe­ steht, weiss, dass der Weg auch be­ schwerlich war. Wenn ich zurückschaue, fühlt es sich an, als sei ich mit Sack und Pack zu Fuss von der Schweiz nach L.A. gewandert.» Die Bereitschaft, hart zu arbeiten, zeichnet die Drummer aus, unabhän­ gig von den musikalischen Sparten, in denen sie sich bewegen. Was Julian Sartorius, Samuel Rohrer, Fabian Egger und Jojo Mayer zudem ver­ bindet, ist die Bedeutung, die sie Neugier und Offenheit beimessen. Jojo Mayer sagt: «Mut, Neugierde und Empathie sind die grundsätz­ lichen Werte, die es braucht, um interessante Musik zu machen.» Und Samuel Rohrer drückt es so aus: «Es gibt keine bestimmte Regel, um ein guter Schlagzeuger zu werden. Voraussetzung sind aber gute Ohren und absolute Hingabe, die Liebe zur Musik, Offenheit und immer wieder endlose Neugier.» MM

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MENSCHEN | MM38, 19.9.2016 | 19

H Bänz Friedli

Von gestern

«Hedi hat ein kleines Brüderlein. Sie hat es gern. Es lacht immer, wenn Hedi kommt. Es streckt ihr die Ärmchen entgegen. Dann holt Hedi es aus dem Wagen. Sie ist wie ein kleines, liebes Mütterchen.» Mir ist ein altes Lesebuch in die Hände gefallen. Auf dessen letzter Seite wird den Schulmädchen ihre künftige Aufgabe vorgegeben: eine treu sorgende Mutter zu sein. Aus dem Büchlein, schlicht «ABC» betitelt, spricht eine vom Krieg verschonte Nachkriegsschweiz.

Da wird in schöner Steinschrift eine Welt skizziert, die noch in Ordnung ist. Die Illust­ rationen zeigen Buben und Mädchen, die mit Reif und Leiterwagen spielen, Kühe, Hühner, Katzen, den Circus Knie – und wie sich ver­ ängstigte Kinder unterm Tisch verstecken vor «dem schwarzen Mann aus Mohrenland, mit Spiess und Bogen in der Hand».

Bänz Friedli (51)

lernt lesen.

Verfasst wurde der schmale Band 1949 von der kantonalen Fibelkommission, heraus­ gegeben vom Erziehungsrat des Kantons St. Gallen. «Wie die Mädchen heissen: Anna, Berta, Ida, Lina, Rosa», steht darin. Lustig: Alte Namen wie Ida und Lina sind gerade wieder en vogue. Waren zuvor aber jahr­ zehntelang völlig passé. Dito bei den Buben: «Wie die Knaben heissen: Paul, Anton, Emil, Ernst, Jakob.» Kein Abdurrhaman, keine Svetlanka kommt vor, nicht mal ein Giovanni. «Wo wir daheim sind: Im Dorf, am Bach, bei

der Kirche, auf dem Berg …» Hier geht es um weit mehr als darum, lesen zu lernen. Dieses Büchlein vermittelt ein Weltbild. Man liest und staunt. «Was wir helfen kön­ nen: Er kann Scheiter beigen. Sie kann Gemü­ se rüsten.» Man beachte, was er zu tun hat und was sie … «Der Vater geht in den Stall, in die Fabrik, in das Büro, ins Geschäft, in die Werkstatt. Die Mutter gibt uns allerlei: Milch und Brot, Wäsche und Kleider.» Immer wieder wird die Rolle der Mutter zementiert als treu Sorgende am heimischen Herd. Die hiesige Bevölkerung war nach dem Zweiten Weltkrieg nicht dezimiert wie in den Nachbarländern; davon, dass Frauen arbeiten gehen könnten, war keine Rede. Schon gar nicht davon, dass Väter daheim blieben. Mir tun, im Nachhinein, die Buben leid, denen schon so früh klargemacht wurde, dass sie künftig in die Fabrik, den Stall, das Büro gehörten. Ein vorgezeichneter, vor­ bestimmter Weg, für Knaben genauso wie für Mädchen. Erstaunlich, dass dies noch gar nicht so lange her ist, bloss 67 Jahre. Noch erstaunlicher ist eigentlich nur, in wie vielen Köpfen es sich bis heute strikt gehalten hat. Das vom «Mütterchen». Und das vom «schwarzen Mann aus Mohrenland». MM Bänz Friedli live: 21., 22., 24. und 25. 9. Bern, 23. 9. Baar ZG

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20 | MM38, 19.9.2016 | MENSCHEN

IS-Miliz

Verschwunden im Dschihad

Joachim Gerhard fährt in die Türkei, nach Jordanien und Syrien, um seine Söhne zu finden.

Eine verzweifelte Suche mit ungewissem Ende: Die beiden haben sich der Terrormiliz IS angeschlossen. Text: Erika Burri

Bilder: Bernd Hartung

E

nde Oktober werden es zwei Jahre sein, seit Joachim Gerhards Söhne verschwunden sind. Von einem Tag auf den andern. Sie hatten gesagt: «Papa, wir besuchen Freunde in Wien.» Sie hatten sein Auto ausgeliehen, einen BMW X5. Doch sie kamen nicht zurück. Das Auto fand die Polizei später in Gaziantep, 40 Kilometer von der türkisch-syrischen Grenze entfernt. Jonas und Lukas sollen die beiden hier heissen, so nennt Joachim Gerhard (54), der Vater, sie auch in seinem Buch «Ich hole euch zurück!», das diese Woche erscheint. Darin beschreibt er, wie seine Söhne Anfang 2014 zum Islam konvertierten, unbemerkt die Reise nach Syrien planten und wie verzweifelt er sie seit ihrem Verschwinden sucht. Jonas ist 23, als er sich dem Islamischen Staat (IS) anschliesst, Lukas 19. In ihrem Abschiedsbrief an den Vater steht, sie seien gegangen, um in Ehre und Wohlgefallen des Herrn zu leben. Sie wollten aufstehen gegen die Ungerechtigkeit in dieser Welt. Sie gingen, weil sie sich als Muslime in Deutschland eingeengt, sogar unterdrückt fühlten. Als Joachim Gerhard den Brief liest, kommt ihm das vor, als wäre der erste Akt seines Lebens mit einem Schlag zu Ende gegangen. Es war ein erfolgreiches, schönes Leben mit Kindern, auf die er stolz war. Nun beginnt der zweite Akt, und er beginnt mit Trauer. Gerhard hat in wenigen Wochen so viel geweint wie sein ganzes Leben zuvor nicht. Dann aber weicht die Trauer dem Kampfgeist: Er will sie finden, seine Söhne, weil ohne sie alles, was er sich aufgebaut

Lukas (links) und Jonas ein paar Monate bevor sie im Herbst 2014 nach Syrien aufbrachen.

hat, nicht mehr viel Wert hat. Sie waren anständige Jungs. Gerhard betont das mehrmals, es ist ihm wichtig. Anständig, charmant, hilfsbereit, behütet: Mutter deutsch, Vater deutsch. Man feierte Weihnachten und Ostern. Sonst spielte Religion im Leben der Familie keine Rolle. Die Eltern trennten sich zwar, haben aber nach wie vor ein gutes Verhältnis. Jonas und Lukas hatten alles, was sie brauchten, und dazu noch vieles mehr. Keine zerrütteten Verhältnisse, keine Gewalt in Kindheit und Jugend, keine Vernachlässigung, wie sie sonst Biografien von Dschihad-Reisenden ausweisen. «Mittelklasseluxus»

nennt Joachim Gerhard das Umfeld, in dem sie aufgewachsen sind. Im Haus des Vaters gibt es ein Schwimmbecken, an dem die Jungs viele Nachmittage mit ihren Freunden verbrachten. Es gab Cola, Bier und «Arschbomben» ins Wasser. Sunniten? Schiiten? Gerhard lernt

Jonas und Lukas haben auch als junge Erwachsene fast täglich Kontakt mit den Eltern, ein Foto, eine Nachricht, ein Anruf. «Papa, wie geht es?» Der Vater besucht sie regelmässig in der Wohngemeinschaft in Berlin, wo beide in Ausbildung waren. Seine Jungs hatten Ideen und Unternehmergeist.


MENSCHEN | MM38, 19.9.2016 | 21

Joachim Gerhard (54) ist Immobilienunternehmer. FrĂźher war er Profifussballer beim FC Offenbach.


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MENSCHEN | MM38, 19.9.2016 | 23

Mit dem BMW X5 fuhren Gerhards Söhne von Kassel bis kurz vor die syrische Grenze.

Und sie wussten mitanzupacken. Schon als Teenager halfen sie im Immobiliengeschäft des Vaters mit. Der Ältere machte eine Schau­ spielausbildung. Der Jüngere wollte Pressefotograf werden. Doch irgendwie kamen ihre Leben ins Stocken. Jonas fand, die Schau­ spielerei sei nichts für ihn: zu ober­ flächlich, «zu viele Arschlöcher». Er wollte wieder nach Kassel und schlug dem Vater vor, in seine Immobilienfirma einzusteigen. Es erstaunte Gerhard nicht, dass auch der Jüngere bald in seiner Firma ar­ beiten wollte. Jonas war für Lukas schon immer das Mass aller Dinge. Gerhard war dagegen, dass Lukas die Ausbildung abbricht. Aber Brü­ che gibt es im Leben, das weiss der Vater. Es war bei ihm nicht anders. Joachim Gerhard wuchs in Darmstadt auf, einfache Verhält­ nisse. Fussball war sein Ding. Er lernte Bauschlosser, während er da­ neben täglich auf dem Rasen stand. Mit dem FC Offenbach spielte er in der 2. Bundesliga, rechte Verteidi­ gung. Gerhard war ein Profispieler, der auf die Zähne biss, ein Arbeiter, schon damals. Eine Knieverletzung zwang ihn aufzuhören. Die Ent­ schädigung, die ihm der Club zahlte, investierte er in einen Spargelhof in der Nähe von Darmstadt. Zu den Spargeln kam ein Rüstbetrieb für Salat und Gemüse. Er machte die Frühschicht, seine Frau löste ihn

am Nachmittag ab. Gerhard war es wichtig, wenigstens am Abend die Kinder ins Bett zu bringen. Das Geschäft florierte. Doch der Stress , das sahen er und seine Frau ein, war nicht gut für sie alle. 2003 verkauften sie den Betrieb und zogen nach Kassel. Es war das Jahr, als die von den USA angeführten Truppen in Bagdad, Irak, einmar­ schierten. Saddam Husseins Baath­ Partei wurde verboten, die Sunniten entmachtet, dafür eine schiitische Regierung installiert. Was hat der Irak mit Joachim Gerhard zu tun, der nun als Hausmann daheim blieb und viel Zeit mit den Jungen verbrachte? Geopolitik war nie sein Ding. Schiiten, Sunniten – dass es über­ haupt verschiedene islamische Glaubensrichtungen gibt, war Ger­ hard unbekannt. Doch im zweiten Akt seines Lebens ist dieses Wissen von grosser Wichtigkeit. Ein Video als letztes Lebenszeichen

Im Irak erstarkten islamistische Terroristen, die sich ab 2007 Isla­ mischer Staat nennen. Ende 2013 eroberte die Terrorarmee auch grosse Gebiete in Syrien und errichtete in Rakka ihr Hauptquar­ tier. Sechs Wochen nach der Abreise der Söhne traf das erste Lebenszeichen aus Syrien ein, ein Anruf von Jonas, Ende 2014. Danach schickten ihm seine Söhne

Das Zimmer von Jonas, der Vater hat alles gelassen, wie es war.

regelmässig Bilder von dem, was Gerhard das Jugendcamp nennt. Junge aus aller Welt, die zusam­ men grillierten und lachten. Jonas und Lukas schwärmten vom Islamischen Staat. Sie sagten: «Papa, hier wird den Menschen geholfen.» Bald, so war es geplant, sollen auch die Jungs mit der Arbeit in einem Kindergarten beginnen. Die Islamisten tarnen sich hinter einer Fassade von Barmherzigkeit. Ein paar Wochen später, am 6. März 2015, brachen Jonas und Lukas mit einem Video auf Whats­ App mit ihrem alten Leben und mit ihrem Vater. Jonas sagte: «Du denkst, du bist ein Held, aber du bist das Gegenteil. Das Video ist für mich und für ihn (Jonas zeigt auf Lukas) eine Lossagung von dir [...]. Jeder Bruder hier im Islamischen Staat, jeder Muslim ist mir lieber als du selbst, obwohl du mein eigner Vater bist. Warum? Weil du gegen den Islamischen Staat arbeitest.» Gerhard ist traurig, aber auch verwirrt. Dieses Video ist das letzte Lebenszeichen von seinen Söhnen. Und das ist nun andert­ halb Jahre her. Leben seine Kinder noch? Einmal kam eine E­Mail von einer dubiosen Quelle, sie seien tot: eine Taktik des IS, um Eltern daran zu hindern, nach ihren Kindern zu suchen.

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24 | MM38, 19.9.2016 | MENSCHEN

Assad und IS: Amir erklärt das Chaos

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Joachim Gerhard sitzt am Garten­ tisch seines Hauses bei Kassel, die Sonne spiegelt sich in der Glasfassade hinter dem Pool. Zwei Hunde, eine Kaffeemaschine, die immer läuft. Im ersten Stock die Smokerslounge, die er mit seinen Söhnen eingerichtet hat, oben im Dachgeschoss noch die Zimmer. Er hat nichts umgeräumt. Im Sommer 2014 führte er mit den Söhnen am Gartentisch Diskussionen über den Glauben. Gerhard weiss, dass Jonas nach seiner Rückkehr in Kassel einen alten Freund wieder traf. Er war schon vor einiger Zeit zum Islam konvertiert und verkehrte in einer somalischen Moschee, in der ein Türke auf Deutsch predigte. Jonas ging hin, Lukas ging hin. Der Vater ging ein paar Mal mit. Beten über Mittag

Er konnte keine radikalen Inhalte erkennen und sagte sich: Nur weil meine Söhne sich zum Islam be­ kennen, sind sie noch lange keine Islamisten. Er fragte sie. Sie sagten: «Papa, natürlich nicht!» Es befrem­ dete ihn, dass sie nun über Mittag be­ teten. Nach ihrem Verschwinden zer­ brach sich Gerhard in schlaflosen Nächten den Kopf darüber, weshalb gerade seine Kinder für diese islamis­ tischen Rattenfänger empfänglich waren, die Jonas und Lukas vor der Moschee abpassten und ihnen in Parks und Kellern den «rechten» Islam näherbrachten. Nicht mit Gewaltvideos, wie man sie vom IS kennt. Dafür, da ist er sich sicher, hatten seine Jungs nichts übrig. Die Islamisten packten sie dort, wo seine Söhne empfänglich waren: Sie machten ihnen ein schlechtes Gewissen. Sie sagten, sie müssten den Frauen und Kindern in Syrien helfen,

Ashti Amir

«Die politische Rolle des IS ist am Ende» Ashti Amir, geboren 1965 in Aleppo, kam 1999 als syrischer Flüchtling in die Schweiz. Er arbeitet in einem Durchgangsheim für Asylsuchende und führt das Hilfswerk SyriAid.

Ashti Amir, wie stark ist der IS, der «Islamische Staat», in Syrien noch? Seine politische Rolle ist am Ende. Das heisst nicht, dass es keine islamis­ tischen Terroristen mehr in Syrien geben wird. Es gibt Anzeichen, dass sich Radikale bereits zu einer Nachfol­ georganisation zusammenschliessen. Die gewalttätige Al­Nusra­Front hat kürzlich den Namen gewechselt und nennt sich nun Fateh­Alscham­Front. Es scheint, als würden sich die Extre­ misten vereinen, um politisch wieder mehr Einfluss zu bekommen. Hoffen Sie noch auf Frieden? Hoffnung ist ein grosses Wort. Jeder Krieg im 20. Jahrhundert wurde durch politische Verhandlungen beendet. Es finden ständig Gespräche statt. Im Mo­ ment wird über die Teilung des Landes in mindestens vier Gebiete gesprochen. Syrien wird es so nicht mehr geben? Unter Exilsyrern wird intensiv disku­ tiert, wie man das Land zusammenhal­ ten könnte. Wir wollen keine Teilung, haben aber wenig zu sagen: Das Dossier ist nicht mehr in den Händen der Syrer. Am Tisch sitzen ausländische Parteien. Viele Exilsyrer wollen ein säkulares Syrien mit einer modernen Justiz und einem Verwaltungsapparat. Dass in Gebieten Syriens die Scharia ein­ geführt werden soll, ist inakzeptabel. Wie kann die Schweiz helfen? Viele dieser Gespräche finden in der Schweiz statt. Sie nimmt ihre Gast­ geberrolle wahr. Die Schweiz sollte die Syrer, die hier sind, sinnvoll integrieren. Studenten sollten schneller weiter­ studieren und Akademiker rascher arbeiten können. Das sind die Leute, die mit Geld und Know­how für den Wie­ deraufbau Syriens sorgen werden. MM

Bild: Flüchtlingshilfe

Der Armreif ist ein Geschenk der Kinder, damit er ihre Geburtstage nicht vergisst.

man könne nicht untätig zusehen. Sie sagten, dass richtige Muslime nicht an materiellen Dingen hängen. Die Gruppe versprach Geborgenheit und Abenteuer. Und auch eine Alternative zu dem, was Jonas und Lukas kannten. Der Druck wuchs stetig. Anführer der Islamistengruppe passten Lukas ab, als er seine damalige Freundin im Park traf, und forderten ihn auf, die Bezie­ hung zu beenden, weil die nicht im Sinne Allahs sei. Fachleute nennen junge Erwach­ sene wie Jonas und Lukas «religiöse Analphabeten», die nur wenig über die Weltreligionen wissen und deshalb auch nicht gemässigt von extrem, gut von böse unterscheiden können. Das ist der einzige Vorwurf, den sich Gerhard macht: Er hat seinen Kindern in Sachen Politik und Religion nichts mitgegeben, weil er sich selbst dafür nicht interessierte. Inzwischen ist das anders. Statt auf dem Fussballfeld spielt Gerhard nun auf der Weltbühne. Er war unzäh­ lige Male an der türkisch­syrischen Grenze, kennt Schmuggler und Schlep­ per, die Waffen und Kämpfer von der Türkei nach Syrien schleusen und umgekehrt. Ein Freund der Söhne, der auch im Oktober 2014 nach Syrien gereist war, konnte so in die Türkei zu­ rückgeholt werden. Schlepper hatten Lukas und Jonas zwar erspäht, kamen aber nie an sie heran. Joachim Gerhard hat Kontakt zum jordanischen Geheimdienst. Er hat den jordanischen König Abdullah II. und seine Frau Rania getroffen. Er, der nicht mal richtig Englisch spricht, sitzt am Tisch mit Königen. Seine Rei­ sen werden immer waghalsiger. Im Sommer war er zweimal im Norden Syriens. Er will in jedes Gefängnis, zu dem er Zutritt erhält. Gerhard zahlt gut, da öffnen sich Türen. Vielleicht haben die Kurden bei der Rückerobe­ rung der Gebiete die Jungs in Gefan­ genschaft genommen. Bisher war er nicht erfolgreich. Gerhard wurden aber – aus seiner Sicht – handfeste Hinweise zugespielt, dass seine Söhne noch lebten. Erst wenn er die Gewissheit hat, dass sie tot sind, wird er die Suche einstellen. Seine Söhne, sagt er, seien in diese Dschihadistensache hinein­ gerutscht, aus jugendlicher Aben­ teuerlust, Unwissen und Naivität. Er konnte es nicht verhindern. Aber er kann dafür sorgen, dass sie und ihre Geschichte in diesem unfassbar brutalen Krieg nicht einfach unter Trümmern vergessen werden. MM


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26 | MM38, 19.9.2016 | MENSCHEN

Jan Gassmann mit der «Black Mamba», dem VW-Bus, mit dem er für den Film durch Europa fuhr.


MENSCHEN | MM38, 19.9.2016 | 27

Jan Gassmann

Liebe in unsicheren Zeiten

In «Europe, she loves» porträtiert der Schweizer Regisseur Jan Gassmann vier junge Paare, die sich im krisengeschüttelten Europa durchschlagen. Die Dreharbeiten waren ein kleines Abenteuer. Text: Ralf Kaminski

D

ie Idee entstand im Januar 2013 unter der Dusche: Ein kleiner, schnell realisierbarer Film über die Liebe in unsicheren Zeiten sollte es werden, eine Dokumentation von den Rändern Europas. «Ich steckte damals inmitten mehrerer langwieriger Filmpro­ jekte und hatte Lust auf etwas Aktuelles, Schnelles», erzählt Jan Gassmann (33), während er in seiner Küche im Zürcher Kreis 5 sitzt und sich eine Zigarette dreht. Ganz so schnell ging es dann doch nicht. Sein Dokumentarfilm «Europe, she loves» feierte im Februar Premiere an der Berlinale und kommt Ende September in die Schwei­ zer Kinos. Er zeigt vier junge Paare in Dub­ lin (Irland), Tallinn (Estland), Thessaloniki (Griechenland) und Sevilla (Spanien), die versuchen, ihre Beziehungen durch die Un­ wägbarkeiten des Lebens im aktuellen Euro­ pa zu steuern. Gut ausgebildet, aber nicht in der Lage, einen besseren Job zu finden als Wachmann oder Pizzakurier. Bombardiert von Krisennachrichten und umgeben von einem sich verdüsternden politischen und gesellschaftlichen Klima. «Diese Generation wuchs mit dem Versprechen auf, alles wer­ den zu können, was sie will, und muss nun feststellen, dass sich ihre Hoffnungen oft nicht realisieren lassen», sagt Gassmann. Die vier Paare haben den jungen Schwei­ zer Regisseur aussergewöhnlich nah rangelassen. Er war dabei, wenn sie sich zankten, wenn sie schliefen, wenn sie Sex hatten. Es gibt Momente und Dialoge, in denen man sich fast nicht vorstellen kann, dass da keine Schauspieler mit Drehbuch agieren. Aber die Paare sind echt und spon­ tan, einfach sehr sorgfältig ausgesucht. «Das

Bild: Christian Schnur

Casting war entscheidend, ich habe allen Leuten von Anfang an gesagt, worum es mir geht, dass wir ein paar Tage mit ihnen mit­ leben möchten und es auch möglich sein muss, sehr intime Momente zu zeigen.» Drei Monate lang zu viert im VW-Bus

Gefunden hat er sie über Beziehungen. «Die Städte standen von Anfang an fest. Und ich kannte dort Leute, die Leute kannten und weitere Leute empfahlen. Es gab intensive Gespräche, und schliesslich hatten wir an allen vier Orten Paare in ganz unterschied­ lichen Situationen.» Im September 2013 ging es los. Das Team, bestehend aus ihm selbst, Fabian Gutscher (Ton), Ramon Giger (Kamera) und Anne Weick (Art Direction), setzte sich in einen schwarzen VW­Bus (dem sie den Spitznamen «Black Mamba» gaben, nach dem Tarantino­Kultfilm «Kill Bill») und fuhr nach Sevilla. Später ging es dann weiter nach Dublin, Tallinn und am Ende nach Thessaloniki, von wo sie im Dezember in die Schweiz zurückkehrten. «Das war eine intensive Zeit, wir haben uns dabei sehr gut kennengelernt», sagt Gass­ mann und lacht. Hinzu kam: Sie wollten auf der Fahrt mit der Kamera Szenen aus Europa einfangen, Landschaften, Industrieanlagen, dramatische Wetterstimmungen. «Wir konn­ ten also nicht einfach Autobahn fahren und den schnellsten Weg nehmen. Ausserdem hat­ te Anne kurz vor der Abfahrt ihre Fahrprü­ fung nicht bestanden, sodass wir uns nur zu dritt am Steuer abwechseln konnten. Sie wur­ de dafür eine meisterhafte Navigatorin.» Den­ noch kam es vor, dass sie sich ganz fürchter­ lich verfuhren, in Bosnien etwa irrten sie eine Nacht lang durch einen Wald. Und im Zug

durch den Eurotunnel nutzten sie die Tech­ nik im VW­Bus so intensiv, dass dessen Batterie bei der Ankunft in Frankreich leer war, sodass die «Black Mamba» von Hand aus dem Tunnel gestossen werden musste. Rund 20 000 Kilometer fuhren sie, schliefen dabei in Schichten, spielten viel Schach und wurden immer wieder mal von Polizisten gestoppt, die das Fahrzeug mit der grossen Kamera verdächtig fanden. Pro Paar waren jeweils neun Drehtage eingeplant, meist mit ein oder zwei Helfern vor Ort, die auch übersetzten. «Wirklich verstanden habe ich ja nur das Paar in Dublin. Zwar kann ich etwas Spanisch, aber der Dialekt in Sevilla hat mich meist über­ fordert.» So kam es dann immer wieder vor, dass Gassmann beim Drehen das Gefühl hatte, dass in den Gesprächen gerade enorm wichtige und tiefsinnige Dinge ausgetauscht wurden, nur um vom Übersetzer dann zu erfahren, dass es um Banalitäten gegangen war. «Wenn es eine allgemeine Erkenntnis über Beziehungen gibt, die sich beim Dreh ergeben hat, dann diese: Bei 50 Prozent sämtlicher Gespräche, die Paare mit­ einander führen, geht es ums Essen. Ein Thema, über das man sich offensichtlich in enormer Vielfalt unterhalten kann.» Dennoch gelang es Gassmann mit seinem Team, von jeder Beziehung eine andere kleine Geschichte zu erzählen – ihnen gemeinsam ist eine melancholische Ver­ lorenheit, eine stete Unsicherheit in Bezug auf die Zukunft. Verbunden sind die Paar­ geschichten mit Bild­ und Tonschnipseln aus Nachrichten sowie europäischen Land­ schaftsszenen, die diese Verlorenheit nur noch unterstreichen und auf den ganzen


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MENSCHEN | MM38, 19.9.2016 | 29

Kontinent ausdehnen. Gassmann findet, dass man sich als Filmemacher durchaus po­ litisch einmischen sollte. «Europa steht vor grossen Herausforderungen, es ist ein alter Kontinent, der sich neu erfinden muss – und Gefahr läuft, seine Offenheit zu verlieren und sich abzuschotten. Der Film zeigt die Folgen politischer Entscheide für die einzel­ nen Menschen. Und ich hoffe, er regt an, sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen.» Gute Resonanz an Filmfestivals

Bei den Kritikern an den diversen Festivals kam «Europe, she loves» jedenfalls ziemlich gut an. Kürzlich kam er sogar in die Auswahl der besten Dokumentarfilme für den Europäischen Filmpreis. «Eine sehr grosse Anerkennung für den Film», sagt Gassmann. Wie viel Publikum er im Kino finden wird, steht auf einem anderen Blatt. «In der Schweiz wären 5000 Zuschauer bereits ein Achtungserfolg.» Auch in Deutschland und Österreich läuft er im Kino, in Frankreich bei Arte im Fernsehen. «Leider haben die

meisten anderen europäischen Länder keine grosse Dokumentarfilmtradition im Kino.» Mit 300 000 Franken Budget war der Film nicht besonders teuer, finanziert wurde er mithilfe diverser Förderbeiträge, Preis­ gelder und Kooperationen. Dass es so lange dauerte, ihn fertigzustellen, lag an der un­ geheuren Menge Material, das zu schneiden zwei Jahre dauerte. Und daran, dass Gass­ mann mit «Heimatland» (2015) noch einen anderen Film dazwischen realisierte und ins Kino brachte. Derzeit arbeitet er an seinem nächsten Projekt, dem Drehbuch für einen Spielfilm: «Es wird wieder eine Liebes­ geschichte, eine etwas selbstzerstörerische.» Gassmann hat mit 16 Jahren bei TeleZüri begonnen, Filme zu drehen, brachte mit 23 seinen ersten, bereits hochgelobten Dok­ Film «Chrigu» (2007) ins Kino und arbeitet seither ohne Unterlass und durchaus erfolg­ reich in seinem Traumjob. «Ich habe mal für zwei Monate bewusst etwas anderes versucht, habe das Filmen dabei aber sehr vermisst.» Seit fünf Jahren hat er mit der

«2:1 Film» sogar seine eigene Produktions­ firma. Während er früher nebenbei noch im Kino als Platzanweiser gearbeitet hat, kann er inzwischen vom Filmemachen leben. «Ohne Kinder und mit bescheidenen Ansprüchen geht das durchaus», sagt er. «Es wird in der Schweiz zwar gern geklagt, wie schwierig es ist als Künstler, aber nur schon verglichen mit Deutschland leben wir hier eigentlich ziemlich komfortabel.» Vorerst wird er der Schweiz denn auch treu bleiben. «Ich finde, der Schweizer Arthouse­Film könnte noch mehr erreichen in Europa. Man bringt hier immer gern das Argument, es sei eben schwierig, Europa anzusprechen, weil wir so klein sind, ver­ gleichsweise wenige Schauspieler und eine merkwürdige Sprache haben.» Hoffnung hingegen mache Dänemark, das unter ähn­ lichen Voraussetzungen Filme produziere, die auf der ganzen Welt gesehen würden. «Es gibt also bei uns noch Potenzial.» MM «Europe, she loves» startet am 29.9. in den Kinos. www.europesheloves.com, www.2zu1film.com

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MENSCHEN | MM38, 19.9.2016 | 31

Leserforum MM37: Interview mit Bundesrätin Doris Leuthard «Beim Klimaschutz muss sich die Schweiz nicht verstecken»

«Mich halten diese Umweltsorgen manchmal die halbe Nacht wach» Ich bin ja noch nicht mal ganz elf Jahre alt und frage mich, wie man einfach so tun kann, als ob man so viel Zeit zur Verfügung hat? Wenn sich nicht bald etwas ändert, habe ich wirklich Angst. Doris Leuthard hat gesagt, dass sich die Schweiz beim Klimaschutz nicht verstecken muss, weil wir die niedrigsten Emissionen pro Kopf haben. Ich habe aber gelesen, dass ein Schweizer ungefähr so viele Emissionen verursacht wie etwa 40 Leute in Eritrea. Kann die Bundesrätin in der Nacht eigentlich gut schlafen? Mich halten diese Umweltsorgen manchmal die halbe Nacht wach. J. Bron,

via www.migrosmagazin.ch

Im Interview mit Doris Leuthard sind falsche Behauptungen enthalten. 1. Die Forderung nach der Reduktion des ökologischen Fussabdrucks bis zum Jahr 2050 steht nicht in der Bundesver­ fassung, sondern nur in den Übergangsbestimmungen. Der Stellenwert der Übergangsbe­ stimmungen ist leider nicht defi­ niert, was zu einer willkürlichen Handlungsweise der Bundesräte führt. 2. Die Initiative «Grüne Wirtschaft» will schrittweise vorgehen. Alle vier Jahre soll ein Bericht über den Stand der Zielerreichung verfasst werden. Die politischen Instanzen sollen dann bei Bedarf korrigierend eingreifen. Offenbar ist Bundes­ rätin Leuthard entgangen, dass die Forderung nach schrittwei­ sem Vorgehen in der Bundes­ verfassung stehen soll. Mögli­ cherweise politisiert sie nur so absurd, weil sie als Bundesrätin keine Haltung vertreten darf, die dem Abstimmungsresultat der Legislative widerspricht. Durch ihr Verhalten verletzt sie dafür die Verfassungsgrundsätze der Gewaltentrennung und der Gewissensfreiheit. Martin Künzler, 305 Dietlikon

Die Aussage von Doris Leuthard «hören Stimmbürger von mehr Nachhaltigkeit, sind sie sofort dafür – bis es sie selber betrifft» ist verallgemeinernd, respektlos, unqualifiziert und beleidigend gegenüber allen Stimmbürgern. Von einer Bundesrätin erwarte ich elementarsten Anstand gegen­ über ihren Landsleuten und minimalste Professionalität im Ausdruck. A. Marzer, per E-Mail

kann man ohne Bedenken der gut gemeinten Volksinitiative «Grüne Wirtschaft» zustimmen. Die Sache wird dann sowieso bei der Umsetzung im Sinne unserer Wirtschaftselite zurechtgebogen. Alex Schneider, 5024 Küttigen AG

Respekt vor dem Tier… am häufigsten hört man diese Äusserung von Jägern, Fischern und Metzgern. Der mindeste Respekt dem Tier gegenüber ist doch, dass man ihm sein Leben lässt statt nimmt. Andrea Graf, via www.migrosmagazin.ch

MM37: Fischen Junge sagen Petri Heil

Dass es in der heutigen Zeit noch immer nicht zu allen durchgedrungen ist, dass auch Fische Schmerz empfinden und das Recht auf Unversehrtheit und Freiheit haben, ist mir echt schleierhaft. Ein «Hobby» wie Angeln ist völlig überholt. Cristina Roduner, via Facebook

So schludrig, wie heute in unse­ rer Schweiz mit Verfassungsbe­ stimmungen umgegangen wird,

«Lasst die Tiere doch einfach in Ruhe»

Mirco Mugwyler findet Fische fangen spannender als TV schauen.

Es ist wirklich traurig, dass ausgerechnet so differenziert denkende Jugendliche ein Hob­ by betreiben, das voll auf Kosten von leidensfähigen Lebewesen geht. Sie wären intellektuell fähig zu wissen, was es bedeutet, rein aus Vergnügen mit Haken verletzt und in Erstickungs­ und Todesangst versetzt zu werden. Sie sollen die Tiere doch einfach in Ruhe lassen und dankbar sein, dass sie selber auch nicht aus Spass geplagt werden. Renato Werndli, 9453 Eichberg SG

Letztens an der Aare gesehen: Ein grosser Mann hat gerade einen Fisch gefangen, der un­ gelogen maximal 10 cm lang war. Ich konnte es nicht fassen, dass dieser Mann – gross wie ein Felsen – dieses Fischchen ge­ tötet hat. Hätte er diesen Minifisch nicht einfach wieder in die Aare zurückgehen lassen können? Für zwei zweckfreie Happen bei einem Nachtessen hat dieser kleine Fisch sein ganzes Leben verloren. Monica Engel, via Facebook


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Wisi Zgraggen

Der tapfere Bauer

Der Erstfelder Landwirt Wisi Zgraggen hat bei einem Betriebsunfall beide Arme verloren. Er hat nicht aufgegeben und führt seinen Hof mit grossem Erfolg weiter. Text: Barbara Lukesch

W

isi Zgraggen steht auf der Büh­ ne des Kirchgemeindehauses in Amriswil TG. Es ist Senio­ rennachmittag. Viele Frauen und einzelne Männer sind gekommen und ha­ ben an einem der langen Tische Platz genom­ men. Aufmerksam beobachten sie, wie sich der Gastredner auf seinen Auftritt vorberei­ tet. Er streift sich mit einem Fuss den Schuh vom anderen Fuss und umgekehrt. Interes­ sant, ein Referent in Socken! Das gab es noch nie. Die Erklärung folgt kurz darauf: Wisi Zgraggen bedient die Maus seines Laptops während seines Vortrags mit dem Fuss. Dass ein Bauer ohne Arme auftreten würde, wusste man. Das stand in der Einladung. Doch was das für den Betroffenen im Alltag bedeu­ tet, konnte sich kaum jemand vorstellen. Auch der Pfarrer, der den Anlass moderiert, ist ein wenig betreten, als er realisiert, dass ein Mensch ohne Arme einen Strohhalm

Bild: Samuel Trümpy

braucht, um seinen Kaffee zu trinken. Der Gottesmann setzt alle Hebel in Bewegung, um Abhilfe zu schaffen. Dass Zgraggen auch seine Butterbrezel nicht gut allein essen kann, wird klar, als ihn seine Tischnachbarin auf seine Bitte hin zu füttern beginnt. Navigieren mit der Nasenspitze

Das Autofahren dagegen bereitet ihm keine Probleme. Seinen VW Passat, der mit einer Fusslenkung ausgerüstet ist, steuert er so souverän durch den Verkehr wie jeder andere. Braucht er an einem unbekannten Ort die Hilfe seines Navigationsgeräts, tippt er die Angaben mit der Nasenspitze in die Tasten. Das Publikum in Amriswil ist beeindruckt, folgt seinen Schilderungen mucksmäus­ chenstill und spendet am Schluss reichlich Applaus. Doch als der Redner darum bittet, Fragen zu stellen, bleibt alles ruhig. Erst später, als er die Bühne bereits verlassen hat,

trauen sich einzelne Frauen zu ihm hin. Ob er denn auch unter Phantomschmerzen leide, will eine ältere Dame wissen. Wie viele Opera­ tionen er schon hinter sich habe, eine andere. Freundlich wendet sich Zraggen seinen Ge­ sprächspartnerinnen zu. Er gibt gern Aus­ kunft. Als die eine ihm zum Abschied sagt, sie bewundere seinen Mut, erwidert er lachend: «Ich führe ein glückliches Leben.» Wisi Zraggen ist knapp 40 Jahre alt, ver­ heiratet und hat vier Kinder im Alter von 8 bis 16 Jahren. Er lebt mit seiner Familie und seinen Eltern auf dem Bielenhof in Erstfeld UR und betreibt dort in der fünften Genera­ tion Landwirtschaft und Viehzucht. Als er 25 geworden war, sollte er den Hof von sei­ nem Vater Alois übernehmen. Seine Frau An­ gelika war mit dem zweiten Kind schwanger, Wisi hatte das Wohnhaus mit seinem Vater von Grund auf erneuert, er stand vor dem Ab­ schluss seiner Prüfung als Meisterlandwirt,


MENSCHEN | MM38, 19.9.2016 | 33

Die Tiere mögen ihn offensichtlich: Wisi Zgraggen mit seinen Dexter-Kühen.

und Alois war froh, dass er sein Lebenswerk in die Hände seines Sohns legen konnte. Doch am Mittwoch, 16. Oktober 2002, traf das Schicksal die Zgraggens mit voller Wucht. Es war einer der letzten schönen Herbsttage, an dem die Familie nochmals heuen wollte. Alle waren im Einsatz: Wisis Eltern, seine Schwes­ ter Silvia, Angelika mit dem kleinen Thomas – und Wisi selber mit der riesigen Maschine, die das Gras zu Ballen presst und diese anschlies­ send mit feiner Plastikfolie umwickelt. Die Sekunde, in der sich alles veränderte

Es war gegen 19 Uhr, als sich der junge Bauer die letzten drei Ballen vornahm. Damit wäre die Heuernte für die Saison abgeschlossen, er dachte bereits voller Vorfreude an den Feierabend. Zu diesem Zeitpunkt befand er sich für wenige Minuten allein auf dem Feld. Sein Vater war zurück zum Hof gefahren, um zu melken. Auf dem Rückweg hielt ihn ein

Nachbar auf und verwickelte ihn in ein kur­ zes Gespräch. Eine verhängnisvolle Verzö­ gerung, wenn man das Geschehen im Nach­ hinein betrachtet. Wisi Zraggen wusste, dass die Ballenpresse seit der letzten Revision störungsanfällig war. Der Mechanismus, mit dem das Garn zum Umwickeln der Ballen automatisch ausgelöst wird, funktionierte nicht mehr reibungslos. Manchmal klappte es, und manchmal klemmte es. Dann kletter­ te Wisi über eine kleine Leiter auf die Ma­ schine und legte den Hebel von Hand um. An diesem letzten Tag war es besonders schlimm; er war gezwungen, ständig auf die Maschine zu steigen. Um Zeit zu sparen, liess er den Motor seines Traktors laufen, der die Ballenpresse antreibt – ein fataler Fehler. Denn als er plötzlich ausrutschte und mit den Armen in die Maschine geriet, drehte das Getriebe weiter. Wäre jemand in der Nähe gewesen, hätte er den Motor

abstellen und das Unglück möglicherweise verhindern können. So musste Zgraggen machtlos hinnehmen, dass ihm beide Arme in die Maschine gezogen und abgerissen wurden. Als sein Vater nur Minuten später eintraf, befreite er seinen schwerverletzten Sohn und alarmierte die Rettungsflugwacht. Wisi war bei Bewusstsein. Noch auf der Unfallstelle sagte er, er wolle weiterbauern. Sie müssten allerdings den Betrieb umstellen: «Wir haben zu viel Stress, Daddy.» Alois nick­ te. Ihm war klar, wovon sein Sohn sprach. Wenig später flog ihn der Heli ins Zürcher Unispital. Als die Familie erfuhr, dass Wisi beide Arme verloren hatte, waren Schock und Trauer auf dem Bielenhof riesig. Der Patient selbst war es, der seinen Angehörigen immer wieder Mut machen musste, wenn sie ihn be­ suchten: «Ich lebe doch. Was habt ihr denn?» Zweieinhalb Monate nach dem Unfall ver­ kaufte Alois Zgraggen alle Milchkühe. Der


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MENSCHEN | MM38, 19.9.2016 | 35

Hof musste auf Fleischproduktion umstellen, wenn Wisi eine Chance haben sollte, wieder im Betrieb mitzuarbeiten. Melken konnte er ja nicht mehr. Kurz nach seiner Rückkehr aus der Rehaklinik Bellikon im Februar 2003 begannen Vater und Sohn mit dem Aufbau einer neuen Herde: Klein sollten die Tiere sein, robust, damit sie auch im rauen Bergkanton gediehen, und feines Fleisch sollten sie liefern. Die Wahl fiel auf die hübschen, meist schwarzen oder dunkelbraunen Dexter-Kühe. Heute ist Wisi ein erfolgreicher Viehzüchter, der sein Fleisch direkt ab Hof verkauft. Bei Vollbestand stehen rund 150 Tiere in seinem Stall. Die Graswirtschaft fasziniert ihn. Er sucht nach Möglichkeiten, sein Land zu erweitern. Erst kürzlich konnte er eine zusätzliche Parzelle pachten. Er sagt, es gebe nur einen Beruf im Leben, der ihn glücklich mache, er sei mit Herz und Seele Bauer. Wisi lacht: «Mir blieb nach dem Unfall gar nichts anderes übrig, als weiterzumachen.» Seine Hartnäckigkeit und seine Bereitschaft, zu kämpfen und widrigste Situationen

zu überwinden, sind beeindruckend. Wenn er unter Phantomschmerzen leidet, was auch heute noch manchmal vorkommt, lässt er sich von seinem Nachbarn eine Zigarette in den Mund stecken, um so ein wenig Linderung zu finden. Zuweilen ist er auch regelrecht verzweifelt, weil er eine Arbeit ohne Arme nicht hinbekommt. Dann tritt er vielleicht mit dem Fuss gegen einen Eimer, der im Weg steht. Doch das sind seltene Momente. Was schwerer wiegt, ist der Raubbau, den er an seinem Körper betreibt, weil die Behinderung ihn oft zu Fehlbelastungen und Fehlhaltungen zwingt, zum Beispiel, wenn er den alten Traktor fährt: «Ich kann höchstens noch zehn Jahre so weitermachen», sagt der 39-Jährige.Um so schöner ist es für ihn, dass Thomas, sein Ältester, sich entschlossen hat, Landwirt zu werden und in seine Fussstapfen zu treten. Auf dem Bielenhof kommt also schon bald die sechste Generation zum Zug. MM TV-Tipp: «Aeschbacher», SRF 1, Donnerstag, 29. September, 22.25 Uhr

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Marcel Fratzscher

«Deutschland wäre eigentlich gerne eine grosse Schweiz» Der Ökonom Marcel Fratzscher findet deutliche Worte, wenn es um die wachsende soziale Ungleichheit geht – in seinem Buch «Verteilungskampf» wie im Interview. Ein Gespräch über wirtschaftliche Überheblichkeit, Zuwanderung und politisches Umdenken. Text: Philipp Löpfe Bilder: Klaus Lange


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«Dem Mittelstand fällt es schwer, Vermögen aufzubauen.» Marcel Fratzscher, Ökonom


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Marcel Fratzscher, wir erleben derzeit weltweit einen Backlash bei der Globa­ lisierung. Ist das ein Problem für den Exportweltmeister Deutschland? Die Proteste gegen die Globalisierung fallen auch in Deutschland erstaunlich heftig aus. Dabei profitiert kein anderes Land so stark von der Globalisierung, mit Ausnahme vielleicht von der Schweiz. Wie erklären Sie den Widerstand gegen den geplanten Freihandelsvertrag TTIP? Es gibt verschiedene Gründe. Einer davon ist Überheblichkeit. Deutschland hat derzeit das Gefühl: Wir sind der ökonomische Superstar. Schaut mal her, Italien, Frank­ reich und Spanien geht es schlecht, die Briten wollen die EU verlassen – uns aber geht es gut: Wir haben alles richtig gemacht. Die Deutschen wollen also gar nichts ändern? Deutschland möchte am liebsten die Gren­ zen dichtmachen, obwohl es von den offenen Grenzen profitiert. Wir müssen uns jedoch in der Globalisierung engagieren, wenn wir weiter wachsen wollen. Das Gefühl, dass wir die nationale Kontrolle verlieren, ist auch bei uns sehr ausgeprägt. In Ihrem Buch «Die Deutschland­Illusion» stellen Sie fest, dass die Deutschen sehr gute Unternehmer sind, aber miserable Banker. Ein grosser Teil der Exporterlöse geht verloren, weil er unsachgemäss investiert wird ... Da könnten wir tatsächlich etwas von der Schweiz lernen. Die Deutschen sparen schlecht. Der typische deutsche Haushalt hat bei der Bank ein Sparkonto … … wo er derzeit kein Geld verdient. Deshalb ist in Deutschland der Widerstand gegen die Niedrigzinspolitik der Euro­ päischen Zentralbank auch so gross. Zudem haben sehr wenige Deutsche Wohneigen­ tum, und Aktien mögen sie auch nicht. Aus diesen Gründen fällt es dem Mittelstand schwer, Vermögen aufzubauen. Hinzu kommt, dass wir nur eine richtig globale Bank haben: die Deutsche Bank. Und die hat derzeit erhebliche Schwierig­ keiten. Ja, sie muss noch die Anpassungen vor­ nehmen, die die UBS und die CS bereits hinter sich haben. Es waren aber vor allem die Landesbanken, die durch riskante Inves­ titionen im Ausland viel Geld vernichtet haben. Sie wollten im globalen Finanzkasino am grossen Rad drehen – und haben dabei im grossen Stil verloren. Die Löhne in Deutschland stagnieren seit über zehn Jahren. Ist das auch ein Grund

«Die Schere bei den Löhnen und Vermögen läuft auseinander.»

für den Backlash bei der Globalisierung? Es ist vor allem die wachsende Ungleichheit. Sie hat inzwischen fast amerikanische Aus­ masse angenommen. Das ist eine für uns Schweizer sehr überraschende Aussage. Auch viele Deutsche sind überrascht, wenn man ihnen diese Zahlen präsentiert. Wir haben ja eine ganz andere Selbstwahrneh­ mung als die Schweizer: Nach wie vor wähnen wir uns als eine soziale Marktwirt­ schaft mit ausgeprägter sozialer Partner­ schaft. Das ist ein Märchen – zumindest, was die Entwicklung in den vergangenen 20 Jahren betrifft. Wie äussert sich die Ungleichheit? Die Schere bei den Löhnen und bei den Vermögen läuft auseinander. Das zeigen die Fakten, auch wenn man nicht ver­ schweigen darf, dass viele Menschen neu ins Erwerbsleben integriert wurden. Nun ist ein Mindestlohn eingeführt wor­ den, und der Vorwurf an Angela Merkel

Zur Person

Ökonom und Bestsellerautor Marcel Fratzscher (45) ist Präsident

des Deutschen Instituts für Wirtschafts­ forschung (DIW) und Professor für Makro­ ökonomie und Finanzen an der Humboldt­ Universität in Berlin. Er hat zwei Bücher verfasst: «Die Deutschland­Illusion» (2014) sowie «Verteilungskampf» (2016).

lautet, sie betreibe eine zu linke Politik. Zeigt das keine Wirkung? Der wichtigste Grund für die wachsende Ungleichheit in Deutschland ist die fehlende Chancengleichheit. Wer als Kind in eine sozial schwache Familie geboren wird, hat kaum eine Chance, eine gute Ausbildung zu geniessen und im Arbeitsmarkt voran­ zukommen. In Deutschland hängt das Ein­ kommen der Kinder stärker vom Einkom­ men der Eltern ab als in den USA. Nur jedes vierte Kind schafft es, einen besseren Bildungsabschluss zu bekommen als seine Eltern. Diese Quote ist eine der niedrigsten in den Industrieländern. Auch die Lohn­ differenz zwischen Männern und Frauen ist in Deutschland sehr ausgeprägt. Warum ist das so? Wir investieren viel zu wenig in die frühkind­ liche Ausbildung. Wenn Sie da ein Kind nicht «abholen», dann hat es später kaum mehr eine Chance. Wer in der Hauptschule landet, hat auf dem Arbeitsmarkt sehr schlechte Karten. Gerade sozial schwache Familien mit Migrationshintergrund brauchen mehr Betreuung. Sie erhalten zu Hause kaum Unterstützung und sind auf Tagesschulen angewiesen. Es geht nicht darum, «denen da oben» etwas wegzunehmen. Es geht darum, alles zu unternehmen, damit die Ungleich­ heitsschere nicht noch grösser wird. Wie viele Menschen sind in Deutschland von der Armutsfalle bedroht? Knapp 15 Prozent der Deutschen leben unter der Armutsgrenze. Und das Risiko wird zunehmen. Wir reden nicht nur von einer gefährdeten Arbeiterschicht – auch


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Menschen der Mittelschicht sind zunehmend betroffen. Sie bemängeln, dass sowohl der Staat als auch die Unternehmen viel zu wenig investieren. Derzeit ist das Geld gratis, ja teilweise erhält man dank Negativ­ zinsen sogar etwas zurück. Warum greift man nicht zu? Viele Unternehmer sagen uns: Wir würden ja gerne investieren, aber die Rahmenbedingungen sind nicht attraktiv genug. Vor allem kriegen wir die Arbeitskräfte nicht. Die Unternehmen suchen händeringend nach Ingenieuren, Programmierern, Facharbeitern. Deutschland vernachlässigt aber auch seine Verkehrsinfrastruktur. Bauarbeiter gibt es doch genug? Letztlich ist es die Überheblichkeit, das Wir-haben-alles-richtig-gemacht-Gefühl, das zu diesen Zuständen führt. Die Politik glaubt, dass sie mehr punkten kann, wenn sie eine «schwarze Null» (ein ausgeglichenes

Budget, Anm. d. Red.) oder wenn sie zehn Milliarden Euro für ein Rentenalter 63 verspricht. Obwohl alle wissen, dass das ein falsches Signal ist: Das Rentenalter muss steigen, und mit dem Geld müssten wir die Grundlage für Wachstum und Wohlstand legen. So gesehen, ist es tragisch, dass Deutschland die Chance der niedrigen Zinsen nicht wahrnimmt. Auch für Europa wäre es ein Segen, wenn Deutschland seine «Geiz ist geil»­Menta­ lität endlich ablegen würde. Dann könnten die gebeutelten Südstaaten vermehrt nach Deutschland exportieren. Ökonomisch betrachtet, ist das richtig. Aber die Stimmung in Deutschland kann man wie folgt zusammenfassen: Wir haben schon genug getan. Denen müssen wir nicht noch mehr mit Importen helfen. Verglichen mit anderen Ländern ist Deutschland immer noch sehr proeuropäisch – meine Sorge aber ist, dass das Blatt sich wendet. Die Deutschen fühlen sich ausgenutzt und missverstanden.

Umgekehrt fühlt sich Europa von Deutschland überrollt. Der angesehene Chefökonom der «Financial Times», Martin Wolf, hat Deutschland kürzlich als die «gefährlichste Nation Europas» bezeichnet. Die nichtdeutschen Öko­ nomen beschwören Deutschland, endlich vom Exportwahn wegzukommen – und beissen auf Granit. Warum? Deutschland wäre eigentlich sehr gerne eine grosse Schweiz. Wir haben eine ähnliche Mentalität und ein ähnliches Geschäftsmodell mit den KMU als Rückgrat der Wirtschaft. Allerdings wollen wir den Grössenunterschied zwischen den beiden Ländern nicht wahrhaben. Politisch hat sich Deutschland wie die Schweiz verhalten: «Bloss nicht auffallen» lautete die Devise. Das geht nicht mehr. Was in Deutschland passiert, hat einen riesigen Einfluss auf die anderen Länder in Europa, und Deutschland muss als zentraler Teil der EU Verantwortung übernehmen. Das heisst aber auch, dass es mehr importieren muss. Es liegt

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im deutschen Eigeninteresse, dass die europäische Wirtschaft sich erholt. Deutschland profitiert vom Euro und vom freien Marktzugang, auch langfristig betrachtet. Dass ökonomische Zusammenhänge für den sogenannten Mann auf der Strasse nicht unbedingt nachvollziehbar sind, mag verständlich sein. Aber auch der Mainstream der deutschen Ökonomen ist uneinsichtig. Weshalb? Der grösste Teil der älteren Ökonomen hierzulande ist von der «Nationalöko­ nomie» geprägt. Mit anderen Worten: Sie denken im Schema der geschlossenen Volkswirtschaft in einem nationalen Rahmen. Im angelsächsischen Raum ergibt das keinen Sinn – der Ausdruck «National­ ökonomie» lässt sich nicht ins Englische übersetzen. Die deutsche Denkweise ist heute ganz einfach überholt. Wir sind heute in der ökonomischen Wissenschaft sehr isoliert.

Wie stark haben die Flüchtlinge und die «Willkommenskultur» den deutschen Arbeitsmarkt beeinflusst? Die deutsche Mentalität ändert sich da­ durch: Uns wird bewusst, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist; über 20 Prozent der Menschen haben einen Migrationshin­ tergrund. Was die Wirtschaft betrifft, gehöre ich zu den wenigen, die sagen: Deutschland ist langfristig ein Gewinner. Die Regionen mit der höchsten Migrationsquote sind auch wirtschaftlich die erfolgreichsten: Baden­Württemberg, Bayern und Hessen. Ist die Angst vor Lohndruck somit unberechtigt? Seit 2010 sind rund drei Millionen neue Jobs geschaffen worden, über die Hälfte davon ist an Zuwanderer gegangen. Muss man da nicht unterscheiden zwischen Zuwanderern und Flüchtlingen? Nicht unbedingt. Die Nationalität spielt für die Wirtschaft keine Rolle. Wichtig sind die

Qualifikation und die Bereitschaft, sich zu integrieren. So gesehen, sind die Flüchtlinge natürlich eine riesige Herausforderung. Sie sind aber schlecht qualifiziert. Aber sie sind auch jung und damit an­ passungsfähig. Und es gibt derzeit über eine Million offene Jobs. Wirtschaftlich trifft das Motto der Kanzlerin, «Wir schaffen das!», also zu? Grundsätzlich schon. Natürlich braucht es Ingenieure und Facharbeiter, aber auch weniger gut ausgebildete Arbeitskräfte. Der Arbeitsmarkt kann diese Menschen aufnehmen. Es fragt sich bloss, wie schnell. Da sind die Politik und die Wirtschaft gleichermassen gefragt. Beide müssen klare Verhältnisse schaffen und die Rechts­ unsicherheit beseitigen. Eins haben wir in den vergangenen Jahrzehnten in Deutsch­ land und in der Schweiz gelernt: Wenn Zuwanderung gut gemanagt wird, ist sie langfristig ein Gewinn. MM

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MIGROS-WELT | MM38, 19.9.2016 | 47

Bühnenreif Im Rahmen des

Förderprogramms für Nachwuchsschauspieler hat das Migros-Kulturprozent erneut einen deutsch- und einen französischsprachigen Wettbewerb durchgeführt: Zwölf Talente haben die beiden internationalen Jurys überzeugen können. Die Gewinner erhalten Studienpreise von insgesamt 178 800 Franken. Drei besonders talentierte Schauspieler kommen in den Genuss eines Förderpreises, darunter auch die Baslerin Tabea Buser. Mit den Förderpreisen werden herausragende Talente langfristig beim Übergang von der Ausbildung auf die Bühne unterstützt, etwa mit Auftrittsmöglichkeiten und individuellem Coaching.

Bilder: Miriam Elias, zVg

Infos und Anmeldung: www.migroskulturprozent.ch/talentwettbewerbe

Education Digital

Migipedia

Neue Plattform für digitale Aus- und Weiterbildung

Welche Sauce macht das Rennen?

Vor einem Jahr haben Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft – wie die Migros, Google und Economiesuisse – die Initiative «DigitalZurich2025» ins Leben gerufen. Nun wird das Zürcher Projekt für digitale Innovation umbenannt und auf die ganze Schweiz ausgeweitet. Ziel von «digitalswitzerland» ist es, die Schweiz als attraktiven Standort für digitale Start-ups zu positionieren und Unternehmen bei digitalen Heraus­ forderungen zu unterstützen. Letzteres soll auch mit der neuen Webplattform «Education Digital» erreicht werden. Sie bietet einen umfassenden Überblick über das Weiterbildungsangebot im Digitalbereich. Partner sind unter anderem Google, die Universität St. Gallen und die Klubschule Migros. Diese bietet nicht nur massgeschneiderte Weiterbildungen für KMU, sondern auch für Privatpersonen. Dazu gehören Kurse in Content-Marketing und Webdesign. Mehr Infos: www.educationdigital.ch

Auf Migipedia läuft momentan die Abstimmung über drei neue Trockensaucen. Im Angebot stehen eine IngwerLimettenschaum-Sauce, eine Senfrahmsauce und eine Whiskyrahmsauce. Selbstverständlich enthält Letztere keinen Alkohol, sondern lediglich die passenden Aromastoffe. Welche der drei Saucen es schliesslich ins Regal schafft, entscheiden die Migros-Kunden in der OnlineAbstimmung. Über 400 verschiedene Geschmacksideen wurden von der Migipedia-Gemeinde eingeschickt, acht schafften es dann in die Degustationsrunde, und drei stehen nun zur Auswahl. Degustationsleiter Nicola Tschenett bereitet die Saucen vor.

Jetzt abstimmen: www.migipedia.ch


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MIGROS-WELT | MM38, 19.9.2016 | 49

In den 30er-Jahren half die Migros den Bauern im Tessin, indem sie deren Tomatenernte aufkaufte. Zeitreise

Nothilfe in der Sonnenstube In der Zwischenkriegszeit traf die Wirtschaftskrise die Tessiner Bauern besonders hart. Der Bund wollte die Not lindern, indem er den Anbau von Tomaten subven­ tionierte. Doch es fanden sich nicht genügend Abnehmer für die Ernte. Dieses Problem löste Migros­ Gründer Gottlieb Duttweiler, indem

Haben Sie eine Frage?

Kontaktieren Sie uns!

Bild: Fotoarchiv MGB

M-Infoline, der Kundendienst der Migros, erreichbar unter 0800 84 0848 oder www.migros.ch/ kundendienst

Telefonisch erreichbar Montag bis Freitag: 8.00–18.00 Uhr, Samstag: 8.30–16.30 Uhr. Anrufe auf die oben genannte Nummer sind gratis.

er die Tessiner Tomaten für seine Läden einkaufte. Sein Engagement in der Südschweiz führte 1933 zur Gründung der ersten regionalen Migros-Genossenschaft. Im Mendrisiotto gab diese Vereinigung den Bauern von nun an regelmässig Tomatensetzlinge ab und garan­ tierte zugleich die Abnahme ihrer

Ernte. Gottlieb Duttweiler ging es jedoch nicht nur um Tomaten. Er sah das Tessin sozusagen als Experimentierfeld, auf dem er die Idee der Genossenschaft erprobte. Acht Jahre später erhielt dann die Migros in der gesamten Schweiz eine genossenschaftliche Struktur. MM

Frage der Woche

Wie lange ist eine angebrochene Tube Meerrettich-Creme im Kühlschrank haltbar? Leider ist es nicht möglich, die Haltbarkeitsfrist der angebrochenen Tube exakt festzulegen. Wichtig ist es, die Tube kühl zu lagern und die Öffnung nicht mit dem Finger, dem Mund oder einem schmutzigen Lappen zu berühren. Wurde länger keine Creme mehr konsumiert, so sollte man zuerst ein etwa zwei Zentimeter langes Stück herausdrücken und fortwerfen. Die Tube darf keine Löcher oder Lecks aufweisen und nicht gebläht sein. Unter diesen Bedingungen bleibt die Creme relativ lange haltbar – maximal bis zum aufgedruckten Ablaufdatum. Das Gleiche gilt übrigens auch für Senf oder Mayonnaise in der Tube.


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Bilder: Heiko Hoffmann, Claudia Linsi (Food), Simon Ianelli (Porträt)

Rezepte: Katrin Klaus

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MIGROS-WELT | MM38, 19.9.2016 | 51

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Äpfel im Offenverkauf, zum Beispiel Gala, per kg Fr. 2.95 statt 3.70

«Die Eltern bestimmen, was auf den Tisch kommt» Marianne BottaHat das Kind etwas Diener, wie vermitzehn Mal probiert, telt man Kindern bekommt es eine Freude am Essen? Belohnung. Das funkMan lebt es selbst tioniert bei Kindern vor. Kinder ahmen zwischen fünf und viel nach. Wenn die neun Jahren. Noch Eltern abwechsein kleiner Trick: lungsreich und mit Ich habe meinen Marianne BottaGenuss essen, geht Kindern Brücken gedas auch auf die Kin- Diener ist Lebens- baut. Dazu habe ich mittelingenieurin der über. Es fängt etwas gekocht, was schon in der Schwan- und Fachlehrerin sie gern essen, und ETH, Mutter von gerschaft und beim dann etwas dazugeacht Kindern und Stillen an: Was die geben, was sie weniBuchautorin*. Mutter isst, hat Einger mögen. So habe fluss auf das Fruchtich beispielsweise wasser und später Broccoli als Bäume auf die Muttermilch. So kommt in Kartoffelstock gepflanzt – das Ungeborene beziehungsund plötzlich wollten alle die weise der Säugling schon mit ganzen Bäume probieren. vielen Aromakomponenten in Berührung. Manchmal haben Kinder Phasen, in denen sie nur Pasta Aber was tun, wenn das Kind essen möchten. Soll man dann heikel ist und bei allem Mögnur Teigwaren kochen? lichen sagt: «Das habe ich Nein. Die Eltern bestimmen, nicht gern»? was auf den Tisch kommt. Die Es ist eine Frage der KommuKinder entscheiden, wie viel nikation. Bei Tisch soll nicht sie davon essen möchten. Es ist kritisiert werden. Wenn einer schliesslich noch kein gesundes etwas nicht mag, dann isst er Kind verhungert. Und selbstes einfach nicht. Ich habe das verständlich muss man auch meinen Kindern so erklärt: einmal beide Augen zudrücken. Wenn sie ein selbst gemaltes Kinder dürfen auch ab und zu Bild aus der Schule mitbringen, einmal sagen, was sie gern essen dann sage ich ja auch nicht: möchten. Es geht ja trotz allem «Das sieht grausig aus.» Ich immer noch um Genuss. Man möchte auch nicht kritisiert tut aber Kindern keinen Gefalwerden für das, was ich koche. len, wenn man nur nach ihrem Ich gebe immer von allem auf Geschmack kocht. den Teller. Bevor ein Lebensmittel akzeptiert wird, muss Wie schafft man es mit acht der Mensch es gut 15 Mal Kindern, gut zu wirtschaften? probiert haben. Man muss es Es erfordert natürlich etwas immer wieder anbieten. Planung. Wenn ich zum Beispiel Siedfleisch mache, kalkuliere Das ist leichter gesagt als ich schon Reste für einen feinen getan. Wie mache ich das? Siedfleischsalat ein. Ich kaufe Ich habe mit meinen Kindern oft Grosspackungen und lasse das «Schlecken, Spucken, mir aus Zeitgründen bisweilen Schlucken»-Spiel gespielt. Erst auch etwas über LeShop liefern. muss das Kind das LebensmitAber manchmal muss man eben tel nur mit der Zunge ablecken. beide Augen zudrücken. GelasBeim nächsten Mal in den senheit und Geduld sind die Mund nehmen. Es darf dann Schlüsselwörter – und das nicht aber ausspucken. Beim nächsnur in Ernährungsfragen. ten Mal muss das Kind das * Marianne Botta Diener: «Mit Kindern kleine Stück schlucken. Das essen, kochen und geniessen.» Erhältlich auf www.exlibris.ch notiert man auf einer Karte.


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Spinat-HackfleischTaschen Hauptgericht für 4 Personen

1 2 2 EL 500 g 200 g

Zwiebel Knoblauchzehen Olivenöl Rindshackfleisch tiefgekühlter Blattspinat, vor Gebrauch aufgetaut 1 TL getrockneter Oregano Salz, Pfeffer 200 g Mozarella 1 Beutel Pizzateig à ca. 800 g Mehl zum Auswallen 200 g Pizza-Tomatensauce Zubereitung

1. Zwiebel und Knoblauch fein hacken. Öl in einer weiten Bratpfanne erhitzen. Hackfleisch darin ca. 5 Minuten anbraten. Zwiebeln und Knoblauch beigeben, kurz mitdünsten. Spinat gut ausdrücken, unter das Fleisch

Gemüse-Tortilla mit Schinken Hauptgericht für 4 Personen 300 g Auberginen 200 g dünne, grüne Bohnen 2 EL Olivenöl 100 g Lattich 150 g Cherrytomaten 120 g Gewürzschinken 6 Eier Salz, Pfeffer Zubereitung

1. Backofen auf 200 °C Oberhitze vorheizen, Gitter in die zweitoberste Rille schieben. 2. Aubergine in Würfel schneiden. Bohnen rüsten und vierteln. Öl in einer ofenfesten Bratpfanne erhitzen. Bohnen darin ca. 5 Minuten andünsten. Auberginen dazugeben. Nach weiteren 5 Minuten Lattichstreifen dazugeben und kurz mit-

dünsten. Tomaten und Schinkentranchen halbieren, daruntermischen. 3. Eier verquirlen, salzen und pfeffern. Eimasse über die Masse in der Pfanne giessen. Tortilla ohne Umrühren weitere 5 Minuten bei kleiner Hitze anbraten. Danach die Pfanne in den Ofen geben und die Tortilla bei offener Ofentür 5–10 Minuten fertig stocken lassen. Dazu passt Kräuterquark. Tipp

Eier zusätzlich mit wenig Curry würzen. Zubereitungszeit

ca. 35 Minuten

Pro Person ca. 20 g Eiweiss, 16 g Fett, 6 g Kohlenhydrate, 1050 kJ/250 kcal


MIGROS-WELT | MM38, 19.9.2016 | 53

Fruchtiger Reissalat mit Thon

mischen. Mit Oregano, Salz und Pfeffer würzen. Mozzarella in kleine Würfel schneiden. 2. Backofen auf 240 °C vorheizen. Pizzateig auf wenig Mehl zu einem Rechteck à ca. 42 × 36 cm auswallen und vierteln. Teigstücke mit Toma­ tensauce bestreichen, dabei einen Rand à ca. 1 cm freilassen. Hackfleisch­ Spinat­Mischung und Mozzarella mischen. Pro Teigstück je ¼ der Mischung auf einer Teighälfte ver­ teilen, Teig darüberschlagen, Rand etwas andrücken. Auf ein mit Back­ papier belegtes Blech legen. Rest­ liche Teigstücke auf dieselbe Weise zubereiten. Teigtaschen in der unteren Ofenhälfte 15–20 Minuten backen. Dazu passt Salat. Zubereitungszeit ca. 30 Minuten + 15–20 Minuten backen

Pro Person ca. 51 g Eiweiss, 51 g Fett, 93 g Kohlenhydrate, 4350 kJ/1050 kcal

Hauptgericht für 4 Personen

4 dl 7 dl

Orangensaft Wasser Salz 250 g Langkornreis 300 g Broccoli 1 grosser Apfel 1 cm frischer Meerrettich 2 Dosen Thon à 155 g Abtropfgewicht 6 EL Rapsöl Pfeffer

Zubereitung

1. Vom Orangensaft ca. 3 dl mit Wasser und Salz aufkochen. Reis beigeben und ca. 8 Minu­ ten köcheln lassen. Broc­ coli in kleine Röschen teilen. Zum Reis geben, ca. 3 Minuten mitkochen. Reis abgiessen, unter fliessendem, kaltem Wasser abschrecken und gut abtropfen lassen. In eine Schüssel geben. 2. Apfel vierteln, ent­ kernen, in feine Scheiben schneiden. Meerrettich

fein reiben. Thon ab­ giessen, gut abtropfen lassen. Alles zum Reis geben. Restlichen Oran­ gensaft und Öl verrühren, darübergiessen, alles gut mischen. Salat mit Salz und Pfeffer abschmecken. Zubereitungszeit ca. 30 Minuten

Pro Person ca. 26 g Eiweiss, 14 g Fett, 62 g Kohlenhydrate, 2150 kJ/500 kcal


54 | MM38, 19.9.2016 | MIGROS-WELT

Famigros

Was alle gern haben

Bilder: Heiko Hoffmann, zVg

Wenn Familienzeit am Esstisch verbracht wird, muss das Essen allen schmecken. Mit kleinen Helfern aus dem Kühlregal steht ruckzuck ein feines Gericht auf dem Tisch. Und wenn Kinder beim Vorbereiten und Kochen mitmachen, gibt es nachher auch kein Gemecker übers Essen.

Anna’s Best Ravioli mozzarella e pomodoro, 250 g Fr. 4.90


MIGROS-WELT | MM38, 19.9.2016 | 55

Kinderkochen

Mit Genuss und Spass lernen Nele, 7 Jahre

«Ich belege meine Brote selbst. Das ist viel feiner.»

Ravioli mit Gemüseragout Hauptgericht für 4 Personen

1 200 g 2 EL 200 g 4 dl 1∕2

Kohlrabi Rüebli Olivenöl Zucchetti Rahm Zitrone Salz, Pfeffer 500 g Ravioli, z. B. Mozzarella e pomodoro 1 Bund Kräuter, z. B. Petersilie, Schnittlauch, Kerbel ca. 40 g Käse, z. B. Sbrinz

Shanaja, 5 Jahre «Ich kann Omelettenteig schon selbst machen.»

Zubereitung

1. Kohlrabi und Rüebli schälen. Rüebli längs halbieren und in feine Scheiben schneiden. Kohlrabi in Würfelchen schneiden. Gemüse im Öl bei mittlerer Hitze ca. 5 Minuten andünsten. Zucchetti in Stäbchen schneiden, kurz mitdünsten. Rahm dazugiessen, einige Minuten köcheln lassen. Zitronenschale fein dazureiben. Alles mit Salz und Pfeffer abschmecken. 2. Ravioli in Salzwasser 1,5 Minuten al dente kochen. Abgiessen, gut abtropfen lassen. Mit Gemüseragout mischen. Kräuter fein schneiden. Käse reiben. Ravioli mit Gemüseragout anrichten. Mit Kräutern und Käse bestreuen. Zubereitungszeit ca. 30 Minuten Pro Person ca. 19 g Eiweiss, 51 g Fett, 48 g Kohlenhydrate, 3050 kJ/700 kcal

Mika, 3 Jahre «Wenn ich helfe, backt Mami viel häufiger einen Kuchen. Der Teig ist fein.»

Gianmarco, 7 Jahre «Ich kann schon Rüebli schneiden mit meinem Kindersackmesser.»

Was man selbst kocht, schmeckt einem gleich viel besser. Das gilt besonders für Kinder. Sie sind motiviert und stolz, wenn sie in der Küche mithelfen dürfen. Schon die Kleinsten dürfen in der Küche dabeisein, zuschauen und natürlich auch einmal probieren. Sie schauen sich vieles ab, sehen, dass man sich vor dem Kochen die Hände wäscht und eine Schürze anzieht. Allein lässt man kleine Kinder in der Küche aber nie. Ab drei Jahren und je nach motorischen Fähigkeiten sollten sie miteinbezogen werden. Das kann am Anfang einfaches Rühren unter Aufsicht sein. Wenn es vom Beobachten zum richtigen Mithelfen geht, müssen Eltern mehr Zeit fürs Kochen einplanen. Hektik in der Küche führt schnell zu Spannungen, und kleine Missgeschicke häufen sich. Die sind für Gross und Klein frustrierend. Sobald die Kinder mit einem Messer umgehen können, dürfen sie weiche Früchte wie Bananen schneiden. Ob man ihnen dann schon echte Küchenmesser in die Hand gibt, muss jeder selbst – auch im Hinblick auf die Fähigkeiten des Kindes – entscheiden. Es gibt spezielle Messer für Kinder, deren Spitze stumpf ist. Wichtig ist auch hier, dass die Kleinen nie unbeaufsichtigt sind. Schulkinder dürfen noch mehr helfen

Schritt für Schritt übernehmen Kinder gelegentlich komplexere Aufgaben in der Küche. Das Abwiegen und Messen von Flüssigkeiten schult zudem einfache Rechenfertigkeiten. Kinder lernen, dass Fett beim Braten spritzen kann, dass heisse Pfannen und kochendes Wasser besondere Aufmerksamkeit erfordern, weil man sich verbrennen beziehungsweise verbrühen kann. Wenn Kinder schon gut lesen können, kann man ein einfaches Rezept aufschreiben und ihnen die Zubereitung ganz überlassen. Ein Kind, das etwas allein gekocht hat, wird bei Tisch ganz stolz die Gesichter der Familienmitglieder studieren. Was bei allem Stolz über das Selbstgemachte nicht in Vergessenheit geraten darf: Beim Aufräumen der Küche helfen die Kinder natürlich mit. MM Rezepte, die Kinder gern haben: www.famigros.ch/rezepte


56 | MM38, 19.9.2016 | MIGROS-WELT

TerraSuisse

Alpenglück für Tier, Umwelt und Mensch Unter dem Label TerraSuisse führt die Migros Fleisch vom Alplamm. Die Tiere dürfen den Sommer auf einer Alp in Graubünden verbringen. Eine Massnahme, die nicht nur dem Wohl der Schafe, sondern auch der Erhaltung der Alpwiesen und damit auch dem Landschaftsschutz dient.

B

ei starken Unwettern, wie sie im Gebirge häufig auftreten, hat die Schäferin Lean Jabali mit ihren Hunden auf der Muchetta-Alp in Graubünden viel zu tun. Dann sucht sie mit ihren Schafen Schutz im tiefer gelegenen Wald, und bei schlechter Sicht kann es in der Eile vorkommen, dass einzelne Tiere oder auch Grüppchen von der Herde getrennt werden und wieder eingefangen werden müssen. Ein Job, den Lean Jabali vierbeinige Assistenten erledigen. Und eine Übung, die für die Schafe und ihre Hüterin auf der Alp zum Alltag gehört. Die Herde gehört Mario Heller, der seine Tiere gemäss den strengen IP-Suisse-Richtlinien hält. Das bedeutet unter anderem, dass

sie abgesehen von den Wintermonaten viel Auslauf in freier Natur und frisches Gras à discrétion geniessen dürfen. Jeweils von Juni bis Mitte September tun sie dies auf der Alp, im Frühjahr und Herbst unten im Tal. Die äusseren Bedingungen im Gebirge sind für die Schafe optimal. Dort bekommen sie nicht nur Gras, sondern auch jede Menge aromatischer Wildpflanzen zu fressen. Sie haben reichlich Bewegung und können mit ihren Artgenossen ein ganz normales Herdenleben führen. Wobei das Sömmern der Schafe in stattlicher Höhe auch unter ökologischen Gesichtspunkten sinnvoll ist: Indirekt schützt es die Alpwiesen – eine vom Menschen geschaffene, oft sensible und fragile Kulturlandschaft – vor Verbuschung

und Verwaldung. Die Schafe grasen die Wiesen derart gründlich ab, dass die Halme im Herbst zu kurz sind, um bei Schneefall umzuknicken. Der Schnee hält besser auf einer abgegrasten Weide als auf platt gedrücktem hohem Gras. Das Risiko einer Lawinenbildung wird somit deutlich verringert. Alplammfleisch – eine Delikatesse

Doch die Idylle auf der Alp, die an sonnigen Tagen herrscht, ist bisweilen auch trügerisch. Denn die Schäfer müssen nicht nur gegen klimatische Widrigkeiten gewappnet sein: In diesem Sommer riss ein Wolf einige Schafe, die sich bei schlechtem Wetter von der Herde entfernt hatten. Ein Ereignis, das nicht einmal durch den Einsatz ausgebildeter

Bilder: Daniel Ammann, Yannick Andrea, Paolo Dutto, zVg

Text: Claudia Schmidt


MIGROS-WELT | MM38, 19.9.2016 | 57

Mario Heller produziert für die Migros Alplammfleisch. Dafür sömmert er seine Herde auf der Muchetta-Alp. Mario Heller

«Alle Fleischstücke vom Alplamm werden verwendet» 2

Mario Heller, wie viele Schafe halten Sie? Angefangen habe ich mit «Schöpplilämmern» – da war ich noch im Kindergarten. Später kam eine Aue, ein Mutterschaf, als Weihnachtsgeschenk dazu. Heute habe ich eine Schäferei mit 300 Auen. Von Juni bis September sind die Tiere auf der Alp. Welche Vorteile hat das? Im Sommer ist es dort nicht so heiss, und die Tiere werden weniger von Insekten belästigt. Die verschiedenen Gräser und Kräuter, die frische Luft und die Bewegung tragen zur Gesundheit der Tiere bei. Auf dem Talbetrieb kann ich Futter für den Winter produzieren. Der Grasbestand kann durch die abwechselnde Bewirtschaftung mit Weiden und Mähen verbessert werden.

3

1

1 Rund 300 Mutterschafe verbringen den Sommer mit ihren Lämmern auf der Muchetta-Alp. 2 Nach dem Unwetter und einer Nacht im Wald geht es wieder bergwärts zu den saftigen Wiesen. 3 Die Schafe bleiben bis Ende

September auf der Alp. Danach grasen sie die Weiden im Tal ab.

Herdenschutzhunde verhindert werden konnte. Der Erfolg des Projekts «Alplamm» wird allerdings selbst durch einen gefrässigen Wolf nicht infrage gestellt. Das Projekt beruht auf einer Partnerschaft zwischen der Migros, dem Migros-Fleischverarbeitungsbetrieb Micarna, der IP-Suisse und dem Schafzuchtverband, der die artgerechte Haltung in den Schweizer Bergen unterstützt. Schliesslich ist das Fleisch des Alplamms eine Delikatesse, wobei die naturnahe Haltung mit saftigem Gras und würzigen Wildkräutern eine hohe Qualität garantiert. Während importiertes Lammfleisch das ganze Jahr über verkauft wird, ist das Schweizer Alplammfleisch nur für kurze Zeit erhältlich, denn die Mengen sind begrenzt. MM

Welche Stücke vom Lamm sind besonders gut? Natürlich sind Kotelett und Filet fein. Aber für den sorgsamen Umgang mit Schlachttieren gehört es für uns dazu, dass alle Stücke vom Alplamm verwendet werden. Nur so lassen sich faire Preise erzielen. Und letztlich lassen sich alle Teile köstlich zubereiten. MM

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TerraSuisse Koteletts vom Alplamm, per 100 g* Aktueller Tagespreis * regional erhältlich

TerraSuisse steht für eine naturnahe, tierfreundliche Landwirtschaft und stützt sich auf die Richtlinien von IP-Suisse.


58 | MM38, 19.9.2016 | MIGROS-WELT

Pilze interessieren ihn nicht nur als Mitarbeiter der Frischeabteilung der Migros-Filiale Paradies in Basel: Michael Winling hat Pilze auch zu Hause auf dem Teller gern.

Eierschwämmli-Pfanne mit Lauch Hauptgericht für 4 Personen 1 Lauch à ca. 200 g 130 g Bauernschinken 200 g Eierschwämmli

1 Bund 2 EL 800 g 2 dl

Petersilie Rapsöl Schupfnudeln Halbrahm Salz, Pfeffer

Zubereitung

Lauch schräg in Ringe, Schinken in Streifen schneiden. Pilze rüsten, wenn nötig halbieren. Petersilie hacken. Öl in einer Bratpfanne erhitzen. Lauch, Schinken und Pilze andünsten. Schupfnudeln beigeben. Ca. 5 Minuten braten. Rahm und Petersilie beigeben, aufkochen, gut mischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Zubereitungszeit ca. 20 Minuten Michael Winling

«Pilze wäscht man nicht»

Als Mitarbeiter der Frischeabteilung weiss Michael Winling viel über Pilze und kann gute Tipps geben. Text: Claudia Schmidt

Michael Winling, Herbstzeit ist Pilzzeit. Wie viele Pilzsorten werden bei Ihnen in der Filiale angeboten? Jetzt haben wir immer zwischen zehn und zwölf Sorten im Sortiment. Gibt es Pilze auch in Bioqualität? Selbstverständlich. Mehrere Sorten tragen das Migros-Bio-Label. Wie lange kann ich Pilze lagern? Pilze sollte man möglichst frisch geniessen. Länger als zwei bis drei Tage sollten sie nicht lagern. Wir präsentieren die Pilze fast ausschliesslich gekühlt. Auch daheim gehören sie in den Kühlschrank. Wäscht man Pilze eigentlich vor dem Zubereiten? Wie werden sie fachgerecht gerüstet? Pilze wäscht man nicht, sondern man säubert sie mit einer feinen Bürste. Stark verschmutzte Exemplare kann man allenfalls kurz unter fliessendem Wasser abspülen. Sie sollten aber auf

keinen Fall länger im Wasser liegen, sonst saugen sie sich voll und verlieren an Aroma. Wenn man Pilze brät, soll man eine grosse Bratpfanne nehmen. Warum? Pilze brauchen Platz in der Pfanne. Gebe ich zu viele Pilze auf einmal hinein, wirkt die obere Schicht wie eine Haube. Dann verdampft das Wasser nicht, und die Pilze werden nicht gebraten, sondern gedünstet. Nur wenn Pilze Platz haben, verdunstet das Wasser, und die Pilze bräunen schön und entfalten ihr Aroma. Falls doch einmal etwas von einem feinen Pilzgericht übrig bleibt: Darf man die Resten am nächsten Tag noch einmal erhitzen? Früher hiess es, man dürfe sie nicht mehr aufwärmen. Heute weiss man, dass die Resten eines Pilzgerichts rasch in den Kühlschrank gehören und am nächsten Tag einmal richtig gut erhitzt werden müssen. MM

Pro Person ca. 21 g Eiweiss, 25 g Fett, 70 g Kohlenhydrate, 2500 kJ/590 kcal


MIGROS­WELT | MM38, 19.9.2016 | 59

Jetzt aktuell

Wildpilze haben ihren Auftritt im Herbst, Zuchtpilze gibt es ganzjährig. Da man Steinpilze nicht züchten kann, sind sie besonders kostbar. Je nach Wetter variiert die Zeitspanne, in der sie erhältlich sind. Shii-Take und Seitlinge eignen sich vor allem für asiatische Gerichte. In der Migros sind zudem weitere Pilzsorten erhältlich.

Steinpilze gelten wegen ihres intensiven Geschmacks als besonders edel. Getrocknet sind sie meist noch aromatischer.

Eierschwämme sind vor allem aus Osteuropa erhältlich, sie wachsen aber auch in Schweizer Bergwäldern.

Tipp Pilzgerichte darf man noch einmal aufwärmen. Wichtig: Resten in den Kühlschrank geben und am nächsten Tag auf mindestens 70 °C erhitzen.

Rezept www.saison.ch

Bilder: Oliver Bartenschlager (Food); Matthias Willi (Porträt) Illustrationen: Olivia Aloisi

Pleurotus, auch Austernpilze genannt, werden auf Stroh und Holz kultiviert.

Shii-Take-Pilze wachsen nur in Asien wild, in der Schweiz werden sie als Zuchtpilze angebaut.

Was steckt drin?

Pilze enthalten wenig Fett und Kohlen­ hydrate, dafür aber viele Mineralstoffe und Spurenelemente. Damit eignen sie sich

besonders für kalorienarme Mahlzeiten sowie vegetarische und vegane Gerichte. Sie enthalten Provitamin D, das der Körper im Winter gut gebrauchen kann, da für die Vitamin-DBildung Sonne nötig ist. www.migros.ch/fruechte­gemuese


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MIGROS-WELT | MM38, 19.9.2016 | 61

Saisonküche

Süsse Vielkönner

Zwetschgenkuchen kennt jeder, doch steckt in der Steinfrucht noch viel mehr kulinarisches Potenzial. Warum die Zwetschge als Favorit unter den Spätsommerfrüchten gehandelt wird, offenbart sich in so mancher Rezeptempfehlung für erfrischende Süssspeisen. Text: Claudia Schmidt Bilder und Styling: Christine Benz Rezepte: Katrin Klaus

Herausnehmen und sammeln!

SpätsommerGenuss: Zwetschgen in drei Variationen

Noch mehr Rezepte Die Saisonküche gibt es auch im Abonnement, 12 Ausgaben für nur Fr. 39.– www.saison.ch

Wer den Zeitaufwand für die anspruchsvolle Zubereitung der ZwetschgengeleeSchnittchen nicht scheut, wird mit einem Konfekt der Extraklasse belohnt.


62 | MM38, 19.9.2016 | MIGROS-WELT

Schnelles Dessert

Feines Konfekt

Cremige Nascherei

Zwetschgen-Gratin

ZwetschgengeleeSchnittchen

Marmorierte Zwetschgenglace

Ergibt ca. 20 Stück (Form: ca. 25 × 18 cm) 700 g Zwetschgen 200 g Zucker 0,5 dl Wasser 1 Beutel Agar Agar à 8 g 170 g geschälte Mandeln 200 g frische Datteln 200 g dunkle Schokolade (72 %)

Für 6 Silikon-Förmchen à ca. 0,6 dl 700 g Zwetschgen 1 Vanilleschote 150 g Zucker 125 g Mascarpone 250 g M-Dessert 60 g Puderzucker

Zubereitung

1. Zwetschgen entsteinen und in Schnitze schneiden. Vanilleschote längs halbieren, Mark herauskratzen. Alles mit Zucker mischen und aufkochen. Ca. 3 Minuten unter gelegentlichem Rühren köcheln lassen. Auskühlen lassen.

Für 4 ofenfeste Gratinförmchen à ca. 2 dl 500 g Zwetschgen 2 EL Butter 1 Zimtstange 2 EL Zucker 1 Orange Eischnee 2 Eiweiss 50 g Zucker 1 TL Maisstärke Zubereitung

1. Zwetschgen halbieren, entsteinen. Butter in einer weiten Bratpfanne schmelzen lassen. Zimt, Zwetschgen und Zucker beigeben. Orangenschale in feinen Streifen abziehen und beigeben. Alles ca. 3 Minuten köcheln lassen, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Zimtstange entfernen. Zwetschgen in die Förmchen verteilen, diese auf ein Kuchen­ blech stellen. 2. Backofen auf 220 °C vorheizen. Für den Eischnee Eiweisse steif schlagen. Zucker mit Maisstärke mischen, langsam dazurieseln lassen. Weiterschlagen, bis die Masse glänzt. Eischnee mit einem Löffel über die Zwetsch­ gen verteilen. In der Ofenmitte ca. 4 Minuten gratinieren. Den Backprozess überwachen, da das Eiweiss rasch Farbe annimmt. Sofort servieren. Tipp Härtere Zwetschen vor dem Backen

mit wenig Wasser einige Minuten dünsten. Zubereitungszeit ca. 20 Minuten + ca. 4 Minuten gratinieren

Pro Person ca. 2 g Eiweiss, 4 g Fett, 31 g Kohlenhydrate, 800 kJ/180 kcal

1. Form mit Backpapier auslegen, sodass es rundum um ca. 3 cm überragt. Zwetschgen halbieren, entsteinen und in Stücke schnei­ den. Mit Zucker und Wasser ca. 5 Minuten köcheln lassen. Pürieren und durch ein fein­ maschiges Sieb streichen. Agar Agar dazu­ mischen. Nochmals ca. 2 Minuten kochen lassen. In die Form giessen. Abkühlen und im Kühlschrank fest werden lassen. 2. Mandeln im Cutter fein hacken. Datteln im Cutter hacken. Mandeln nach und nach dazugeben, bis eine klebrige Masse entsteht. Zwischen Backpapier ca. 25 × 18 cm recht­ eckig auswallen. 3. Schokolade in Stücke brechen, über dem lauwarmen Wasserbad schmelzen. Ca. 3 EL Schokolade auf die Dattel­Masse verteilen. Gelee aus der Form heben und vorsichtig auf die Masse verteilen. Restliche Schokolade darüberträufeln, fest werden lassen. Zu Schnittchen à ca. 4 × 3 cm schneiden. Tipp Die Schnittchen sind gut verpackt im

Kühlschrank ca. 2 Tage haltbar.

Zubereitungszeit ca. 90 Minuten + fest werden + auskühlen lassen

Pro Stück ca. 3 g Eiweiss, 6 g Fett, 23 g Kohlenhydrate, 650 kJ/160 kcal

Zubereitung

2. Von den Zwetschgen 100 g abmessen und mit etwas Flüssigkeit pürieren. Restliche Zwetschgen beiseitestellen. Mascarpone, M­Dessert und Puderzucker glatt rühren. Mascarponecreme und Zwetschgenpüree abwechselnd löffelweise in die Förmchen füllen. Mit einem Holzstäbchen rühren, so­ dass ein Marmoreffekt entsteht. Glace 3 bis 4 Stunden gefrieren lassen. Zum Servieren Glace aus den Förmchen lösen, mit den beiseitegestellten Zwetschgen anrichten und nach Belieben mit Minze garnieren. Zubereitungszeit ca. 35 Min. + ca. 4 Stunden gefrieren lassen

+ auskühlen lassen

Pro Person ca. 3 g Eiweiss, 15 g Fett, 48 g Kohlenhydrate, 1400 kJ/340 kcal


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M-Classic Fleischkäse zum Selberbacken, Schweizer Fleisch, per 100 g, 1.40 statt 1.75 20%

Blumen und Pflanzen

TerraSuisse Schweinsvoressen, per 100 g, 1.05 statt 1.80 40% Schweinsbraten gebraten geschnitten, Schweiz, per 100 g, 3.50 statt 5.– 30% Schweinsbratwurst, Schweiz, 4 x 125 g, 6.50 statt 8.40 20% TerraSuisse Siedfleisch mager, per 100 g, 1.90 statt 2.40 20% TerraSuisse Rindshamburger XXL, 300 g, 6.– statt 7.50 20% TerraSuisse Rindsragout, per 100 g, 2.20 statt 2.75 20% Gelbflossenthunfisch, Indischer Ozean/Wildfang, per 100 g, 5.10 statt 6.– 15% Nur in der Selbstbedienung erhältlich

Alle Herbstblumenzwiebeln, z.B. Tulpenzwiebeln Grand Perfection, Beutel, 12 Stück, 6.– statt 7.50 20% Sonnenblumen, «Aus der Region.», Bund, 5 Stück, 8.90 statt 12.90 30% Calluna, im 13-cm-Topf, pro Pflanze, 3.90 statt 4.90 20%

Lilibiggs Maiswaffeln, Schoko-Reiswaffeln oder Joghurt-Reiswaffeln im 3er-Pack, z.B. Lilibiggs Maiswaffeln, 3 x 130 g, 3.30 statt 4.95 3 für 2 Alle Extra Konfitüren im Duo-Pack, z.B. Bitterorange, 2 x 500 g, 2.90 statt 4.20 30% Coca-Cola Dosen im 6er-Pack, 6 x 330 ml, Classic und Zero, z.B. Classic, 3.35 statt 4.50 25% M-Classic Spargelspitzen in Gläsern im 4er-Pack, weisse und grüne, z.B. grüne, 4 x 100 g, 6.– statt 7.60 20% Gesamtes Gran Pavesi oder Roberto Sortiment, ab 2 Packungen, jede –.50 günstiger, z.B. Roberto Grissini Torinesi, 250 g, 1.95 statt 2.45 Alle M-Classic-, Léger- und Balance-Speisefette sowie -Bratbutter, ungekühlt, z.B. M-Classic Kokosfett, 450 g, 3.60 statt 4.50 20%

Yvette Feinwaschmittel in 3-LiterFlasche, z.B. Black, 9.80 statt 14.70 33% ** Milette Baby-Feuchttücher im 4erPack, z.B. Ultra Soft & Care, 4 x 72 Stück, 9.30 statt 11.80 20% ** Gesamtes Matzinger HundefutterSortiment, z.B. Shapes, 800 g, 2.05 statt 2.60 20% Exelia Weichspüler im Duo-Pack, z.B. Fresh Morning, 2 x 1.5 Liter, 10.40 statt 13.– 20% **

Neuheiten

PUNKTE

Migros-Bio Joghurt, z.B. Apfel-Caramel, 150 g, –.85 Neu **

Popcorn Salt im Eimer, 124 g, 3.95 Hit Alle Wähen, z.B. Anna’s Best Aprikosenwähe, 215 g, 2.45 statt 3.10 20%

Garofalo Pennoni Lisci im DuoPack, 2 x 500 g, 3.50 Hit

Kiri im 3er-Pack, 3 x 160 g, 5.40 statt 8.10 33%

Nutella im 1-kg-Glas, 6.20 Hit Alle Polli Arte Italiana Antipasti, ab 2 Stück 20% Alle Agnesi Passione Saucen, ab 2 Stück 40% M-Classic Pizza Margherita im 3erPack, tiefgekühlt, 3.50 statt 7.05 50%

Alle Axanova Produkte (ohne Axamine), z.B. Power Patch Strong, 7 Stück, 11.80 statt 14.80 20% ** Kinder-Gilet wattiert, rot, erhältlich in den Grössen 104–140, pro Stück, 24.90 Hit ** Disney Winnie the Pooh GuteNacht-Bär, pro Stück, 29.80 Hit ** John Adams Herren-BusinessSocken, erhältlich in diversen Farben und Grössen, z.B. Timeless, schwarz, Gr. 43–44, 1 Paar, 5.90 20x PUNKTE ** Ellen Amber Fashion Strumpfwaren und Trend Leggings, z.B. Cotton Tights, schwarz, Gr. L, pro Stück, 12.80 20x PUNKTE **

Ellen Amber Body Comfort, z.B. Shirt, hellgrau, Gr. S, pro Stück, 24.80 Neu ** The Great British Grooming Co. Bart-Pflege und -Reinigung, Wash, Oil, Balm und Serum, z.B. Oil, 75 ml, 14.50 Neu ** L’Oréal Magic Retouch, braun, dunkelbraun oder schwarz, z.B. dunkelbraun, 75 ml, 9.80 Neu ** Konjac Schwamm, z.B. Grüner Tee, pro Stück, 6.50 Neu ** Mini Beauty-Blender, Packung, 2 Stück, 4.80 Neu ** Anna’s Best Herbst-Fruchtsalat, Ananas, Apfel, Trauben und Kumquats, 350 g, 5.50 Neu **

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Weitere Lebensmittel

Condy Maiskölbchen, 190 g, 1.30 statt 2.60 50%

Alle Taverna Grillkäse-Produkte, z.B. Taverna Halloumi, 250 g, 3.65 statt 4.60 20%

Cucina & Tavola Titan Bratpfannen im 2er-Set, auch für Induktion geeignet, Ø 28 cm und 20 cm, 59.– statt 103.80 40% **

Near-/Non-Food

Brot und Milchprodukte

Simmentaler, «Aus der Region.», per 100 g, 2.– statt 2.55 20%

Alle Milette Nuggis, z.B. 16+ Monate, 2 x 2 Stück, 5.20 statt 10.40 2 für 1 **

Mit Bodenreinigungsset

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Cucina & Tavola Imperator Trinkgläser im 3er-Set* z.B. rosso, 3 x 25 cl

Mit Meeresmineralien.

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Stapelbar und spülmaschinenfest.

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Cucina & Tavola Acqua Modulo Trinkgläser im 6er-Set farbig und transparent, z.B. farbig, 6 x 30 cl

Dezentes Raumparfüm.

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Migros Fresh Raumspray Water Flowers und Pink Blossom, 150 ml, z.B. Water Flowers

Robuste Diamantschliff-Optik, spül . st fe en maschin Cucina & Tavola Acqua Diamond Trinkgläser im 3er-Set* z.B. 3 x 47 cl, 7.90

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* Erhältlich in grösseren Migros-Filialen. Bei allen Angeboten sind M-Budget und bereits reduzierte Artikel ausgenommen. ANGEBOTE GELTEN NUR VOM 20.9. BIS 3.10.2016, SOLANGE VORRAT

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Migros Plus wie Gallseife* 75 ml


MIGROS-WELT | MM38, 19.9.2016 | 75

Hintergrund

Rund um die Zwetschge Saison

Zwetschgen sind Früchte des späten Sommers und des Herbstes. Je nach Wetter und Sorte sind sie bis in den Okto­ ber hinein erhältlich.

Mehr Rezepte auf www.saison.ch

Wissenswertes

Zwetschgenzeit An den Schwalben, die zwischen zwei Zwetschgenzweigen zwitschern, brach sich schon manch einer die Zunge. Das positive Image der süss-sauren Zwetschge dagegen ist bis heute ungebrochen.

Duftfilm

Lagerung

Reife Zwetschgen blei­ ben im Gemüsefach des Kühlschranks rund eine Woche lang frisch. Zwetschge oder Pflaume?

Bild: Stockfood

Der Volksmund macht oft keinen Unterschied zwischen den beiden Früchten. Dass es zudem Kreuzungen zwischen Zwetschge und Pflaume gibt, erschwert die Un­ terscheidung zusätzlich. Dennoch: Die Zwetschge ist immer länglich, die Pflaume dagegen eher rund und grösser als die Zwetschge. Die Pflaume kann rot, gelblich oder grün leuchten, während die Zwetschge immer violett ist. Während bei der Pflaume der Stein nur schwer vom Frucht­ fleisch zu trennen ist, gelingt das bei der Zwetschge ganz leicht. Geschmacklich trumpft die Pflaume mit Süsse, die Zwetschge punktet mit feiner Säure. In Zusammenarbeit mit www.saison.ch

Zwetschge, Zwetschke oder Zwetsche? Für die schlanke Ver­ wandte der Pflaume gibt es im deutschspra­ chigen Raum unter­ schiedliche Namen und Schreibweisen. Und dann gibt es noch die Bezeichnung «Quetsche», die jedoch nur selten gebräuchlich ist.

Entsteinen Der Stein der Zwetschge lässt sich leicht entfer­ nen, indem man die Frucht mit einem Mes­ ser der Länge nach aufschneidet. Da das Fruchtfleisch fest ist, verliert die Frucht beim Entsteinen kaum Saft. Der tritt erst beim Erhitzen aus.

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Code 80061246

Zwetschgen schimmern oft weisslich. Dieser sogenannte Duftfilm ist eine hauchdünne Wachsschicht, die die Frucht vor dem Aus­ trocknen schützt und somit kein Zeichen von Schimmel, sondern ein Qualitätsmerkmal ist. Deshalb ist es sinnvoll, Zwetschgen erst vor dem Verzehr zu waschen.

Rechnungsadresse

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Die besten Momente sind meist die unerwarteten. Lassen Sie sich von der neuen Züspa überraschen.

Parallelmessen:

23. – 25.09.2016

23. – 25.09.2016

29.09. – 2.10.2016


MIGROS-WELT | MM38, 19.9.2016 | 77

M-Classic

Ein Toast für alle Fälle

Typisch für die Französische Zwiebelsuppe ist der mit Käse überbackene Toast, den man in die Suppe legt. Die M-Industrie stellt viele Migros-Produkte her. Dazu gehören auch die Toastbrote von M-Classic.

Rezept

Bild: Christine Benz; Styling: Vera Guala

Zwiebelsuppe mit Greyerzertoast Zahlreiche Bistro-Klassiker wie die Französische Zwiebelsuppe, Croque Monsieur, Croque Madame, Beefsteak Tatar oder Club-Sandwich wären ohne knusprig geröstetes Toastbrot undenkbar. M-Classic bietet je zwei Weissmehl- und zwei Vollkornvarianten. Für die Vorratshaltung lassen sich die Brote tiefühlen und portionenweise ohne vorheriges Auftauen toasten. Alle Toastbrote von M-Classic werden aus TerraSuisse-Mehl hergestellt.

TerraSuisse-Getreide stammt immer aus nachhaltiger Schweizer Landwirtschaft, die Lebensräume für seltene Wildtiere und -pflanzen schafft. Auf die Verwendung verschiedener chemischer Hilfsmittel wird verzichtet.

auf www.saison.ch

M-Classic TerraSuisse Toast Rustico, 250 g Fr. 1.35

M-Classic TerraSuisse Toast Soleil, 500 g Fr. 2.40

M-Classic TerraSuisse Toast 6 Korn, 250 g Fr. 2.40 In grösseren Filialen

Ein Teil von


78 | MM38, 19.9.2016 | MIGROS-WELT

Optigal

Im Körbchen direkt in den Ofen Aktion 20-fache Cumulus-Punkte für die hier vorgestellten Optigal­Produkte vom 13. bis 26. 9.

Zwei Geflügelklassiker von Optigal gibt es ab sofort in der praktischen Back­ schale. Die Unterschenkel und das halbe Poulet sind in einer würzigen Paprika­ marinade eingelegt und können fixfertig und ohne zusätzlichen Aufwand in den Ofen geschoben werden. Nach zirka 30 Minuten Backzeit kommen die Poulet­ stücke aussen knusprig und innen saftig auf den Teller. Nach Belieben serviert man gebratene Kartoffeln, Kürbisschnitze oder frisches Brot dazu.

Optigal ½ Poulet Paprika in der Schale, per 100 g* Fr. 1.40

Optigal Pouletunterschenkel Paprika in der Schale, per 100 g* Fr. 2.80

* in grösseren Filialen

Die M­Industrie stellt viele Migros­ Produkte her. Dazu gehören auch alle Optigal­Produkte.

Bild und Styling: Tina Sturzenegger

Seit über fünf Jahrzehnten bürgt die Marke Optigal für beste Pouletqualität.


MIGROS-WELT | MM38, 19.9.2016 | 79

Denny’s

Knuspriges aus Mais

Bild und Styling: Tina Sturzenegger

Sie bestehen aus Mais und sind nur in der Migros erhältlich: die vorfrittierten und deshalb extraknusprigen Mais Fries. Sie sind rasch zubereitet und bieten eine attraktive Abwechslung zu Pommes frites. Im Ofen sind die goldgelben Stäbchen in rund zehn Minuten fertig gebacken, in der Fritteuse geht es noch schneller. Die Fries sind herzhaft gewürzt und eignen sich – mit oder ohne Dip – für eine schmackhafte Zwischenmahlzeit oder Beilage.

Denny’s Mais Fries, tiefgekühlt, 500 g Fr. 4.90 In grösseren Filialen

Die M-Industrie stellt viele Migros-Produkte her. Dazu gehören auch die Mais Fries von Denny’s.


80 | MM38, 19.9.2016 | MIGROS-WELT

Balance

Ausgewogenes Streichquartett Der Name Balance ist Programm: Drei Brotaufstriche und eine flüssige Margarinenvariante sorgen für eine ausgewogene Ernährung und geschmackliche Abwechslung. Alle Produkte der Linie enthalten wertvolle Vitamine und sind besonders reich an Vitamin E und den ungesättigten Fettsäuren Omega 3 und 6. Letztere begünstigen die natürliche Blutfettregulation, können sich also positiv auf den Cholesterinspiegel auswirken.

Die feine Note von Schweizer Butter ist das Besondere an Balance au beurre. Die Margarine enthält nur 65 Prozent Fett und punktet ansonsten mit allen bekannten Vorzügen der BalanceBrotaufstriche.

ColBalance vital Margarine, 250 g Fr. 5.15

Balance au beurre Margarine, 250 g Fr. 2.70

Bild und Styling: Claudia Linsi

Die ColBalance-Margarine enthält nur 35 Prozent Fett, zudem Pflanzensterine, die nachweislich den Cholesterinspiegel senken können. So trägt der Brotaufstrich zu einer gesundheitsbewussten Ernährung bei.


MIGROS-WELT | MM38, 19.9.2016 | 81

Die Pflanzenölzubereitung auf Flüssigfettbasis eignet sich speziell für die warme Küche. Damit braucht man auch beim Kochen und Braten nicht auf Ausgewogenheit zu verzichten. Balance Pflanzenölzubereitung, 50 cl Fr. 5.30

Die Balance-Margarine enthält 53 Prozent Fett und wie alle Produkte der Linie wertvolles Vitamin E, das dazu beiträgt, körpereigene Zellen vor antioxidativem Stress zu schützen. Balance Margarine, 250 g Fr. 1.95

Die M-Industrie stellt viele MigrosProdukte her. Dazu gehören auch die Balance-Produkte.


82 | MM38, 19.9.2016 | MIGROS-WELT

Farmer

Energie für unterwegs Egal, ob beim Velofahren, Joggen oder auf dem Vita-Parcours: Die Riegel von Farmer mit Früchten, Getreide und Honig sind praktisch, weil sie schnell Power für alle Outdoor-Aktivitäten liefern. Auch die Joghurts mit im Becher integriertem Löffel eignen sich ausgezeichnet für unterwegs. Die Knabbermüesli und Flakes stillen den kleinen Hunger und sorgen ebenfalls für den nötigen Kick. Alle Farmer-Produkte haben einen hohen Anteil an Nahrungsfasern. Bei der grossen Auswahl an Energiespendern ist für jeden Geschmack etwas dabei – sogar für Sportmuffel.

Farmer Croc Schokolade, Knabbermüesli, 500 g Fr. 3.80* statt 4.80

Farmer Soft Brombeer-Apfel, 234 g Fr. 3.50* statt 4.40

Farmer Soft Choc Natural, 290 g Fr. 3.60* statt 4.50

Farmer Crunchy Honig, 240 g Fr. 3.50* statt 4.40

Farmer Croc Waldbeeren, Knabbermüesli, 500 g Fr. 3.80* statt 4.80


MIGROS-WELT | MM38, 19.9.2016 | 83

* Aktion 20 % auf alle Farmer-Produkte

Farmer Flakes Schokolade, 500 g Fr. 4.30* statt 5.40

Vom 13. bis 26. September

In grösseren Filialen

Farmer Joghurt Waldbeeren, 225 g Fr. 1.60* statt 2.–

Text: Sonja Leissing Bild: Yves Roth; Styling: Karin Aregger

Farmer Joghurt Schokolade, 225 g Fr. 1.60* statt 2.–

Farmer Flakes Nature, 500 g Fr. 3.65* statt 4.60


84 | MM38, 19.9.2016 | MIGROS-WELT

Cucina & Tavola

Die gebrochene Dienerin Schon gewusst? Der Name Serviette stammt aus dem Französischen und heisst «die kleine Dienerin» (lat. servus = Sklave, Diener). Bereits im ersten Jahr­ hundert war die Serviette bei den Römern fester Bestand­ teil jeden Mahls. Im Laufe der Zeit veränderten sich ihre Funktionen vom Tellertuch über das bis heute bekannte Mundtuch. Dekorative Formen, die Serviette zu «brechen» (falten), entstanden im Mittelalter. Mit dem umfassenden Serviettensortiment von Cucina & Tavola lässt sich der Tisch heutzutage für jeden Anlass schön dekorieren. Und die vorgestellten Faltanleitungen sind im Nu umgesetzt. Cucina & Tavola Servietten Margeriten grün/weiss, 33 × 33 cm, 20 Stück Fr. 4.35*

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* Aktion 50 % auf Papierservietten von Cucina & Tavola und Duni beim Kauf ab zwei Produkten

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20. 9.– 3. 10.

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Cucina & Tavola Serviette, limette 33 × 33 cm, 30 Stück Fr. 2.10*

Mit gefalteten Servietten in diversen Farben und Mustern lassen sich Tische vielseitig und anspruchsvoll dekorieren.

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Illustration: Bruno Muff

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MIGROS-WELT | MM38, 19.9.2016 | 85

Cucina & Tavola Servietten, mittelblau, 33 × 33 cm, 30 Stück Fr. 2.10*

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Cucina & Tavola Servietten, weinrot, 40 × 40 cm, 20 Stück Fr. 2.70*

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Cucina & Tavola Tischsets Air, gelb, 12 Stück Fr. 2.80*

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Cucina & Tavola Servietten Rosen Bouquet rot, 33 × 33 cm, 20 Stück Fr. 4.35*

Cucina & Tavola Servietten Sommervogel, 25 × 25 cm, 20 Stück Fr. 3.10* 4

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Cucina & Tavola Servietten Hund, 33 × 33 cm, 20 Stück Fr. 4.35*


Weihnachtsmärkte mit Twerenbold 5.– r

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Christkindlmarkt in München ✔ Unterkunft im Erstklasshotel Courtyard by Marriott München ✔ Traditioneller Christkindlmarkt ✔ Tägliches Frühstücksbuffet

Ihr Reiseprogramm

2 Tage ab Fr.

159.–

Internet Buchungscode: hchmuen2 Internet Buchungscode 3 Tage: hchmuen3

1. Tag: Fahrt via Memmingen und Landsberg nach München. Zimmerbezug und anschliessend freie Zeit, um den charmanten Christkindlmarkt zu besuchen. Alle Jahre wieder hält Münchens traditioneller Christkindlmarkt Einzug auf dem Marienplatz. Am Abend haben wir die Möglichkeit, den Nachtwächter auf seinem Weg durch die Gassen zu begleiten (fakultativ). 2. Tag: Nach einem ausgiebigen Frühstücksbuffet haben wir Gelegenheit nochmals in die Stadt zu gehen. Zeit zur freien Verfügung. Nach dem individuellen Mittagessen heisst es «Servus München». Heimreise via Landsberg und Memmingen zurück in die Schweiz zu den Einsteigeorten. Pro Person in Fr. Katalog-Preis Sofort-Preis* 2 Tage inklusive Frühstück 159.– 179.– Zuschlag Abreisen Fr, 3 Tage Reise 1, 5, 9 120.– Fak. Musical Tanz der Vampire bei Abreise Freitag, Kat. 2 / 1 98.– / 110.– Reisedaten 2016 * 3 Tage/2 Nächte 5: 02.12.–04.12. Fr–So* 9: 09.12.–11.12. Fr–So* 1: 25.11.–27.11. Fr–So* 2: 27.11.–28.11. So–Mo 6: 04.12.–05.12. So–Mo 10: 11.12.–12.12. So–Mo 3: 28.11.–29.11. Mo–Di 7: 05.12.–06.12. Mo–Di 11: 12.12.–13.12. Mo–Di 12: 15.12.–16.12. Do–Fr 8: 08.12.–09.12. Do–Fr 4: 01.12.–02.12. Do–Fr

Advents-Hit Nürnberg

3 Tage

✔ Weihnachtsmärkte Nürnberg und Ulm ab Fr. ✔ Geführte Stadtbesichtigung in Nürnberg ✔ Unterkunft im Erstklasshotel Ramada Nürnberg Parkhotel

Ihr Reiseprogramm

255.–

Internet Buchungscode: hchnuer

Ulm und Augsburg ✔ Charmanter «Lebkuchenmarkt» ✔ Unterkunft im Mittelklasshotel InterCity Hotel Augsburg ✔ 1 x Frühstücksbuffet

Ihr Reiseprogramm

2 Tage ab Fr.

159.–

Internet Buchungscode Königsklasse: kchaug Spardaten Komfortklasse: hchaug

1. Tag: Fahrt via Memmingen nach Ulm. Im Herzen Ulms erwarten uns über 130 Buden, der Duft von Glühwein und gebrannten Mandeln, beeindruckende handwerkliche Vorführungen und festliche Klänge. Zeit zur freien Verfügung. Am späten Nachmittag Fahrt ins Hotel nach Augsburg. 2. Tag: Der Augsburger Christkindlesmarkt ist einer der schönsten Weihnachtsmärkte Deutschlands. Vor über 500 Jahren wurde er als «Lebkuchenmarkt» gegründet und verzaubert noch heute mit seinem einzigartigen Charme. Bummeln Sie durch die Märchenstrasse, bestaunen Sie die Weihnachtspyramide mit Engelsfiguren und probieren Sie süsse oder würzige Köstlichkeiten. Am Nachmittag Rückfahrt in die Schweiz zu den Einsteigeorten. Pro Person in Fr. Katalog-Preis Sofort-Preis* 6 Tage inklusive Frühstück 195.– 215.– Spardaten in Komfortklasse Reise 2, 3, 5, 6 159.– Reisedaten 2016 5: 10.12.–11.12. Sa–So 1: 26.11.–27.11. Sa–So 2: 27.11.–28.11. So–Mo 3: 04.12.–05.12. So–Mo 4: 09.12.–10.12. Fr–Sa

Weihnachtsmärkte im Südtirol

3 Tage ✔ Legendäre Weihnachtsmärkte Meran und Bozen ab Fr. ✔ Christkindlmarkt in Brixen ✔ Übernachtung im Aktiv- und Vitalhotel Lodenwirt im Pustertal

Ihr Reiseprogramm

325.–

Internet Buchungscode: kchsued

1. Tag: Fahrt nach Nürnberg. Rest des Tages steht für den Besuch des Nürnberger Christkindlesmarkt, einer der ältesten Weihnachtsmärkte und sicherlich der berühmteste der Welt, oder für individuelle Besichtigungen zur Verfügung. 2. Tag: Am Vormittag Stadtrundgang von Nürnberg. Den Rest des Tages haben wir Zeit für einen weiteren Marktbesuch oder einen Bummel durch die weihnachtlich geschmückten Gassen. 3. Tag: Fahrt nach Ulm. Dort haben wir Zeit zur freien Verfügung. Am Nachmittag Rückfahrt in die Schweiz zu den Einsteigeorten. Pro Person in Fr. Katalog-Preis Sofort-Preis* 3 Tage inklusive Frühstück 305.– 275.– Reduktion Reise 1 und 6 – 20.– Reisedaten 2016 5: 06.12.–08.12. Di–Do 1: 25.11.–27.11. Fr–So 6: 08.12.–10.12. Do–Sa 2: 27.11.–29.11. So–Di 3: 29.11.–01.12. Di–Do 4: 04.12.–06.12. So–Di

1. Tag: Hinfahrt nach Sterzing. Die Stadt bezaubert mit prächtigen Bürgerhäusern, mittelalterlichen Plätzen, dem Rathaus und seinem Christkindlmarkt. Weiterreise ins Pustertal. 2. Tag: Heute tauchen wir in die weihnachtliche Atmosphäre in Meran ein. Die geschmückte Altstadt ist eine Augenweide für jedermann. Am Nachmittag geniessen wir den Weihnachtszauber in der traditionellen Handelsstadt Bozen. 3. Tag: Fahrt nach Brixen. Im Herzen der Stadt bieten die Standbetreiber traditionelles Handwerk an. Möglichkeit zum Besuch der Krippenausstellung in der Hofburg. Rückreise in die Schweiz. Pro Person in Fr. Katalog-Preis Sofort-Preis* 3 Tage inklusive Frühstück 385.– 345.– Reduktion Reise 8 – 20.– Reisedaten 2016 5: 05.12.–07.12. Mo–Mi 1: 25.11.–27.11. Fr–So 2: 28.11.–30.11. Mo–Mi 6: 07.12.–09.12. Mi–Fr 7: 09.12.–11.12. Fr–So 3: 30.11.–02.12. Mi–Fr 8: 11.12.–13.12. So–Di 4: 02.12.–04.12. Fr–So

Gültig für alle Reisen

*SOFORT-PREISE ca. 50 % der Plätze buchbar bis max. 1 Monat vor Abreise. Bei starker Nachfrage: Verkauf zum KATALOG-PREIS.

Auftragspauschale: Unsere Auftragspauschale von Fr. 20.– pro Dossier entfällt bei Buchung über www.twerenbold.ch Abfahrtsorte: Burgdorf , Basel, Aarau, Baden-Rütihof , Zürich-Flughafen , Winterthur, Wil Reisekomfort: Busreise im modernen Komfortklasse-Bus, bzw. Königsklasse-Luxusbus (Südtirol und Ulm und Augsburg) Nicht inbegriffen: Einzelzimmerzuschläge, fak. Ausflüge, Annullationsschutz und Assistance-Versicherungen

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MIGROS-WELT | MM38, 19.9.2016 | 87

Total

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MIGROS-WELT | MM38, 19.9.2016 | 89

Garnier

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90 | MM38, 19.9.2016 | MIGROS-WELT

Ellen Amber

Wohlfühlkleidung, die perfekt sitzt

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Ob im Lotussitz beim Yogaunterricht oder beim entspannten Abend in den eigenen vier Wänden – die Devise lautet «Hauptsache, bequem». Die Yoga- und Freizeitbekleidung der Body-Comfort-Linie von Ellen Amber umfasst modische Leggings, Sweatjacken, Boleros, Bustiers und Tops aus weichen, fliessenden Materialien. Die Wohlfühl-Outfits lassen sich sehr gut kombinieren.

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Text: Anette Wolffram Eugster

Bilder: Mirjam Kluka Styling: Mirjam Käser Hair und Make up: Arlette Kubler

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MIGROS­WELT | MM38, 19.9.2016 | 91

Sweatjacket, 58% Baumwolle, 38% Polyester, 4% Elasthan, Grössen S–XL Fr. 29.80 Duopack Activ-Bustier, 63% Polyester, 33% Baumwolle, 4% Elasthan, Grössen S–XL Fr. 24.80

Beweglichkeit & Balance

Yoga verbindet Körper, Herz und Geist

Diplomierte Yogalehrerin: Bettina Keller Schörnig (43)

Yoga kräftigt den Körper und macht ihn geschmei­ dig. Es ist aber auch eine

Lebensphilosophie, die Körper, Herz und Geist verbindet. Die dafür benötigte Atemtechnik wirkt sich positiv auf die Gedanken und beruhigend auf das Nervensystem aus.

Yoga tut jedem gut – egal, ob jung oder alt, sportlich oder unbeweglich. Regelmässige, der individuellen Konstitution angepasste Praxis steigert die Kraft und Vitalität und fördert gleichzeitig die Leichtigkeit, Ausgeglichenheit und Zufriedenheit. Damit man sich beim Training wohlfühlt, ist bequeme Kleidung sinnvoll. Bestens geeignet sind leichte Materialien, die weder zwicken noch drücken.

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MIGROS-WELT | MM38, 19.9.2016 | 93

Von uns. Von hier.

Tierische Momente In den Kundengeschichten auf migros-momente.ch steht meistens der Mensch im Mittelpunkt. Aber auch Hunde und Katzen sind manchmal echte Migros-Fans. Kinder abends zum Zähneputzen zu überreden, kann zur Herausforderung werden. Sandys Katze dagegen putzt ihre Zähne regelmässig vollkommen freiwillig, sogar mit Zahnbürste. Der Vierbeiner aus Neuenburg liebt den Geschmack der Migros-Candida-Zahnpasta so sehr, dass er wohl die saubersten Katzenzähne der Schweiz hat.

2

Ob Golden Retriever «Othello» zu Hause auch den Abwasch erledigt, geht aus dem geschilderten Migros-Moment seines Herrchens Stefan nicht hervor. Ganz sicher aber ist der Hund ein grosser Fan des Handy-Luftballons.

1

Vielleicht schmeckt der Generoso-Kuchen im Tessin besonders gut. Schliesslich hat er die Form und den Namen des Berggipfels zwischen Lugano und Chiasso. Südlich des Gotthards verschlingen nämlich nicht nur Zwei-, sondern auch Vierbeiner die Süssigkeit – zum Beispiel Antares Katze.

4

Lou wohnt zwar im Aargau, trotzdem heisst er mit vollem Namen «Lou Entlebucher». Und wie wahrscheinlich viele seiner Artgenossen, liebt Lou die Cervelats aus der Migros ganz besonders. So sehr, dass er laut Besitzer Jean-Daniel Luftsprünge macht, sobald ihm die Wurst angeboten wird.

3

Heidi aus St. Gallen und ihre Hündin Emilie machen es sich abends vor dem Fernseher gemütlich. Und weil dann beide ihr Abendessen bereits hinter sich haben, gibts Blevita aus der Migros als Snack auf dem heimischen Sofa.

5


94 | MM38, 19.9.2016 | MIGROS-WELT

Markus Jenny von der Vogelwarte Sempach (links) und Bauer Jürg Bergweger erfreuen sich an der spätsommerlichen Blütenpracht mit rosa Moschusmalven.

Farmmania

Was die Natur braucht Die Erlebniswelt Bauernhof der Migros-Sammelaktion Farmmania fasziniert vor allem Kinder. Dabei lernen sie viel Neues über die Natur. Auch IP-Suisse-Bauern vertiefen gerne ihr Wissen. Zum Beispiel wenn es darum geht, die Artenvielfalt auf ihrem Hof zu steigern. Text: Claudia Schmidt

E

Bilder: Heiko Hoffmann

s blüht, duftet, leuchtet in bunten Farben und summt. Auf dem kleinen Grünstreifen zwischen Weg und Feld von Jürg Bergweger in Effretikon ZH lässt sich Artenvielfalt mit vielen Sinnen wahrnehmen. Mit Unterstützung durch den Biologen Markus Jenny von der Vogelwarte Sempach fördert Bergweger wertvolle Lebensräume für wildlebende Tieren und Pflanzen. Als IP-Suisse-Produzent verpflichtet er sich, die Biodiversität* zu fördern. «Wir schauen uns die Höfe an und ermitteln mit dem Bauer, welche Flächen sich eignen. Schliesslich verfügt jeder Bauer über Land, das er landwirtschaftlich nicht nutzen kann», erklärt Markus Jenny. Damit sich möglichst viele Tier- und Pflanzenarten wohlfühlen, brauchen sie geeignete Lebensräume. Der Biologe achtet dabei darauf, dass eine Vernetzung der Flächen möglich ist. Einzelne «Inseln» sollen vermieden werden, da-

mit eine Wanderung zwischen den Arealen möglich ist. Denn nur dort, wo auch ein genetischer Austausch stattfindet, kann ein Ökosystem auf Dauer funktionieren. Von der Artenvielfalt profitieren alle

Jürg Bergweger hat Platz für Wildkräuter geschaffen, indem er Saatgut auf Feldsäumen verteilte und Wege verwildern liess. Damit schuf er einen Lebensraum für viele Insekten und Vögel. Das war nicht immer einfach. «Viele Leute denken, man würde den Weg verwahrlosen lassen. Dabei ist das Gegenteil der Fall», erzählt er amüsiert. Selbst sein Schwiegervater sei zunächst misstrauisch gewesen, als der Sohn plötzlich Wildpflanzen säte, die er zuvor noch bekämpft hatte. Heute freut sich der Hobbyimker, dass seine Bienen an den Säumen der Felder reichlich Nektar sammeln können. Und wenn die Bienen schon mal da sind, bestäuben sie

auch die Nutzpflanzen. In funktionierenden Ökosystemen reguliert sich zudem die Population von Insekten, Pilzen und Bakterien ganz natürlich – nämlich von selbst. Seit der Umsetzung der Massnahmen überprüft Markus Jenny kontinuierlich, ob sie auch erfolgreich sind. Unter anderem untersucht er, ob sich bestimmte Leitarten angesiedelt haben. «Es ist unmöglich, in einem vernünftigen Zeitrahmen alle Arten in einem Gebiet zu bestimmen. Wir konzentrieren uns auf typische Vertreter. Wenn es denen gut geht, gedeihen auch die anderen Arten prächtig», erklärt Jenny das Vorgehen. Für erfolgreich umgesetzte Massnahmen bekommt ein Hof Punkte. Diese sind wichtig für die Vergabe des IP-Suisse-Labels. Zusätzlich erhalten IP-Suisse-Bauern höhere Preise für ihre Produkte. So lohnt sich der Einsatz für die Natur und den Bauern. MM * Fachwort für Vielfalt an Arten- und Lebensräumen


MIGROS-WELT | MM38, 19.9.2016 | 95

Nur diesen Mittwoch: Der Traktor als Wochenjoker*

Farmmania-Tauschbörsen

Suche Pferd, biete Kuh

W

as in den Sachets der Sammelaktion Farmmania steckt, weiss man vorher nie. Da kann es durchaus passieren, dass man auf seinem Bauernhof plötzlich nur Maulwürfe hat, aber keine einzige Kuh. Wer Sammelelemente und Sticker tauschen möchte, hat dazu unter anderem bei Farmmania-Roadshows Gelegenheit. Diese finden in ausgewählten Migros-Filialen statt. Zusätzlich werden zu bestimmten Terminen Tauschbörsen in grösseren Migros-Restaurants veranstaltet. Beim Einrichten des Bauernhofs sind ein paar Kühe und Pferde mehr durchaus willkommen; der Stall soll schliesslich voll werden. Aber vielleicht soll die kleine Herde Braunvieh durch ein Holsteinrind oder einen Eringer Stier ergänzt werden. Wer keine Sammelelemente tauschen will, kann an den Börsen durch das Tauschen von Stickern sein Sammelalbum

vervollständigen. Damit keines der Sammelelemente verloren geht, empfiehlt sich für die Aufbewahrung und den Transport von Figuren und Pflanztabletten das FarmmaniaBauernhaus. Auf den Tauschbörsen besteht natürlich auch die Möglichkeit, sich mit anderen FarmmaniaFans verbal auszutauschen. Zum Beispiel über den grossen FarmmaniaFoto- und -Videowettbewerb. Tauschbörse im Internet ab dem 27. September online

Wer keine Möglichkeit hat, eine der Roadshows oder Tauschbörsen zu besuchen, kann Sammelelemente und Sticker ab dem 27. September auch online auf www.farmmania.ch tauschen. Mehr Informationen zu den Roadshows, den Tauschbörsen sowie zum Foto- und Videowettbewerb: www.farmmania.ch www.facebook.com/migrosmania

Farmmania-Joker

1. Wochenjoker: der Traktor

An diesem Mittwoch erhält jeder Kunde, der für mindestens Fr. 60.– einkauft, den Farmmania-Traktor*. Der Traktor ist auch auf

dem Farmmania-Bauernhof ein unverzichtbares Element. Als echtes Zugpferd kann er viel schneller Anhänger ziehen als früher Pferde.

* Traktor, 39 mm gross. Pro 60-Franken-Einkauf ein Joker-Sachet. Maximal 3 pro Einkauf. Erhältlich in allen Migros-Filialen, Do it + Garden Migros, Melectronics, Micasa, SportXX inkl. Outdoor, Obi, Migros-Restaurants & Take Aways, LeShop.ch, solange Vorrat.


96 | MM38, 19.9.2016 | MIGROS-WELT

Wer jetzt mit dem Stricken beginnt, ist im Winter top gekleidet und friert nicht: My Boshi Wolle Nr. 1 Fr. 4.95

Heute bin ich kreativ

Ausgefallene Sachen selber machen

Bei Do it + Garden

Steckt nicht in uns allen kreatives Potenzial? Oft mangelt es nur an der Inspiration. Die findet man in den Fachmärkten der Migros zuhauf. Warum nicht einmal einen Lampenschirm stricken und mit bunten Perlen verzieren? Oder duftende Seifen mit Blütenblättern herstellen? Oder mit der Nähmaschine aus alten Hemden eine ausgefallene Tasche mit Applikationen anfertigen? Beim nächsten Treffen mit Freunden und Bekannten wird das selbst gemachte Unikat garantiert bewundernde Blicke auf sich ziehen.

Jetzt braucht es nur noch die weisse Leinwand und den Pinsel: Bellcolor Acrylfarben, 12 Tuben Fr. 5.90

Ist der Durst gelöscht und die PET-Flasche leer, lässt sich diese sehr gut zum Basteln verwenden. Ideen dafür gibt es im Internet. Aproz Classic, 1,5 l Fr. –.95

Für Textilarbeiten aller Art: Mio Star Sew Creative 600 Fr. 499.– Bei Melectronics


MIGROS-WELT | MM38, 19.9.2016 | 97

Damit lassen sich nicht nur Ketten basteln, sondern auch allerlei Klamotten und Accessoires aufpeppen: I am Creative Bastelset abc-Perlen Fr. 19.90 Bei Do it + Garden

Für Origami- und Bastelkünstler: Bellcolor Zeichenpapier A4, bunt, 30 Blatt, 130 g Fr. 3.75

Aus vielen kleinen Teppichen ein grosses Patchwork anfertigen: Ursus Bastelset Weben mit Garn Fr. 24.50 Bei Do it + Garden

Farbenfrohe Deko für Taschen und Kleider: Sticker zum Aufbügeln, Schmetterling Fr. 4.90

Inbegriff der Malerei und Kreativität: Pébéo Studiostaffelei Lyre Fr. 99.– Bei Do it + Garden


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21. September – 12. Oktober 2016 jeden Mit twoch 5-fache Cumulus-Punkte auf dem Migros-Supermarkt- und * Gastronomie-Sortiment.

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Nur für Famigros-Mitglieder.

DER FAMILIEN-MITTWOCH VOM 21. SEPTEMBER BIS AM 12. OKTOBER 2016 IN DER GENOSSENSCHAFT MIGROS AARE: Famigros-Mitglieder erhalten beim Vorweisen der Cumulus-Karte jeden Mittwoch, zwischen dem 21. September bis am 12. Oktober 2016, 5-fache Cumulus-Punkte auf dem Einkauf in allen Migros Supermarkt-, Migros Gastronomie-, VOI Migros-Partner-Verkaufsstellen in den Kantonen Aargau, Bern und Solothurn. * Ausgenommen sind Migros-fremde Produkte wie Tabak, alkoholische Getränke, Swisslos-Produkte usw., Gebührensäcke und -marken, Vignetten, Depots, Servicedienstleistungen, Taxkarten, E-Loading, Gutscheine und Geschenkkarten, Kaffeebonbüchlein und Catering Services-Leistungen.


MIGROS-WELT | MM38, 19.9.2016 | 99

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Produkt der Woche

Luftiger Genuss aus dem Glarnerland

vom 20.9.–3.10.

Das Glarner Grüessli ist ein Brotaufstrich, so rein und ursprünglich wie die Glarner Alpen. Zubereitet wird er aus Bergfrischkäse und Glarner Spezialitäten. Seinen Charme entfaltet das herrlich frische Glarner Grüessli als Brot­ aufstrich zum Znüni oder Znacht sowie als Dip zum Apéro oder als Vorspeise. Es ist natürlich und reich an Eiweiss und Kalzium und enthält trotz vollem Geschmack nur wenig Fett.

solange Vorrat, in allen Migros­Super­ märkten

Ihre Region Neues aus der Genossenschaft Migros Aare

Saisonal

Wild auf Wild Herbst – das sind Pilze, Marroni und natürlich Wildspezialitäten. Auch in den Supermärkten der Migros Aare gibts die besten Stücke von Reh und Hirsch. Text: Sarah Baur

Klubschulangebot

Einmal formatieren, bitte!

Hirsch- und Rehfleisch sind besonders zart, fettarm und leicht verdaulich.

F

rüher diente die Jagd in erster Linie der Beschaffung von Nahrung sowie von Fel­ len und Horn zur Herstel­ lung von Kleidung und Gebrauchs­ gegenständen. Später rückte der Aspekt der notwendigen Regulie­ rung der Wildpopulation ins Zen­ trum. Was über die Jahrhunderte erhalten blieb, ist die Vorliebe für die besonderen Aromen von Wild­ fleisch in Kombination mit herbst­ lichen Gemüsebeilagen, süssen Ge­ schmacksnuancen und herzhaften

Saucen. Wild ist und bleibt etwas Besonderes, eine Rarität und ein Geschenk der Natur. Auch die Migros­Supermärkte haben Wildspezialitäten im Angebot. Feinschmeckerwild aus der Region

Wer beim Einkaufen und Kochen Zeit sparen möchte, greift zum fertig gewürzten Wild in Selbst­ bedienung. Feinschmecker, die sich gerne beraten lassen oder zum ersten Mal selber Wild zubereiten, erhalten ihre perfekt geschnittenen

Hirschkoteletts oder Reh­Entre­ côtes an der bedienten Fleischtheke grösserer Migros­Supermärkte – inklusive Zubereitungstipps. Das Fleisch von Hirsch und Reh ist übrigens besonders zart, fettarm und leicht verdaulich. Da die Aus­ beute aus einheimischer Jagd nicht gross genug ist, um den herbst­ lichen Hunger auf Wild zu stillen, bietet die Migros Aare Wildfleisch aus naturnaher Zucht an – einige Spezialitäten stammen sogar aus regionaler Produktion. MM

Office Refresher: Wo war nochmal die­ ser Befehl versteckt? Kann ich diese Formel noch verändern? Wie rufe ich E­Mails zurück? Im Kurs «Office Refresher» frischen Sie ihre Office­Kenntnisse auf, lernen die aktuellste Office­Version kennen und diese im privaten oder beruflichen Alltag effizient zu nutzen. 16 Lektionen kosten Fr. 500.– Infos: www.klubschule.ch oder Tel. 0844 844 900


100 | MM38, 19.9.2016 | MIGROS-WELT

Mini-Migros

So wie bei den Grossen Die Migros weiht ihre erste Spielfiliale ein: Auf über 100 Quadratmetern können Kinder in der Mini-Migros unter pädagogischer Betreuung «Verkäuferlis» spielen. Text: Jacqueline Mendl

S

o realitätsnah konnten Kinder (ab 4 bis 12 Jahren) noch nie «Verkäuferlis» spielen. In der Mini-Migros gestalten sie ihre eigene Welt und schlüpfen wahlweise in die Rolle eines Filialmitarbeiters, eines Kunden oder eines Logistikers. Nach Lust und Laune können sie Produkte stapeln, mit dem Einkaufswagen herumfahren oder die Kasse bedienen. Sie spielen frei, ohne

Anleitungen und Animationen. Die mobile Mini-Migros wird im Wirtschaftsgebiet der Migros Aare vom 21. September bis 1. Oktober im Gäupark Egerkingen zu finden sein. Wie die echte Migros

In den Regalen der Mini-Migros stehen Spielprodukte wie Blévita, Aproz-Mineralwasser oder Risoletto, die original verpackt sind. Frischeprodukte wie Äpfel,

Salat oder Brot sind aus Plastik nachgestaltet. Wie die echte Migros verfügt auch die MiniMigros über eigene IndustrieBetriebe, die die Filiale mit Produkten beliefern. Die Erwachsenen im Laden verfügen über pädagogische Erfahrung und nehmen die Rolle des «Kundendienst-Mitarbeiters» und des «Filialleiters» ein. Beim Kundendienst erhalten alle Kinder ein Portemonnaie,

gefüllt mit einer Cumulus-Spielkarte und Lilibiggs-Spielgeld. Eltern, Grosseltern oder der Götti bleiben draussen, für sie gibt es neben dem Eingang Sitzgelegenheiten. Die Wände um die Kinderfiliale sind auf drei Seiten aus Plexiglas, damit man den Kindern beim Spielen zusehen kann. MM Mehr Informationen auf: www. vonuns-vonhier.ch/mini-migros


MIGROS-WELT | MM38, 19.9.2016 | 101

KulturprozentClassics

Saisonprogramm Kulturcasino Bern An den Migros-Kulturprozent-Classics dabei: Die 30-jährige Luzerner Sopranistin Regula Mühlemann zählt zu den verheissungsvollsten Nachwuchssängerinnen der Schweiz.

In der Mini-Migros, dem grössten Verkäuferliladen der Schweiz, schlüpfen Kinder in die Rollen von Verkäufern und Kunden.

Joshua Bell /Regula Mühlemann, Sopran

Kulturprozent

Ganz klar Klassik Mozart, Beethoven, Mendelssohn – mit einem dezidiert klassischen Programm startet Migros-Kulturprozent-Classics in die neue Saison – mit internationalen und heimischen Stars. Text: Angela Kreis

S

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23. Oktober: Verbier Festival Chamber Orchestra

Bild: Shirley Suarez

tar des Programms der Migros-Kulturprozent-Classics ist der US-amerikanische Geiger Joshua Bell. Aber auch heimische Kräfte wie die Luzerner Sopranistin Regula Mühlemann (30) haben die Gelegenheit zu brillieren. Mühlemann zählt zu den verheissungsvollsten Nachwuchssängerinnen der Schweiz. Ihren Durchbruch schaffte die Migros-Kulturprozent-Stipendiatin 2010 in der Verfilmung von Webers «Freischütz». Es folgten Engagements bei den Salzburger Festspielen, an den Opernhäusern von Zürich und Luzern, in Wien, Berlin, Paris und Baden-Baden. Besonders Mozartpartien liegen Mühlemann, nicht zuletzt die berühmte Solomotette «Exsultate, Jubilate». Begleitet wird Regula Mühlemann vom Kammerorchester des Verbier Festivals. Jung ist auch das Verbier Festival Chamber Orchestra, und zwar sowohl die einzelnen Mitglieder als auch das Ensemble als solches. 2005 schlossen sich Stammkräfte des Festival Orchestra zu einem neuen exquisiten Kam-

merorchester zusammen, das sehr erfolgreich Tourneen bestreitet. 2013 ging es gleich zwei Mal nach Asien, darunter einmal mit Joshua Bell. Joshua Bell, der Avery-Fisher- und Grammy-Preisträger, gehört seit drei Jahrzehnten zu den wichtigsten Geigern der Gegenwart, dem auch Ausflüge in den Pop- und Filmmusikbereich nicht fremd sind. In der Schweiz wird Bell eines der berühmtesten und beliebtesten Violinkonzerte überhaupt präsentieren, Mendelssohns e-Moll-Konzert von 1844. Es ist das einzige Solokonzert aus Mendelssohns Reifejahren und vereinigt sprühende Spontaneität mit klassischer Eleganz. Dazu erklingt die 7. Sinfonie Ludwig van Beethovens, einst Begleitmusik zum Sieg über Napoleon. Vier Mal gibt sich das Verbier Festival Chamber Orchestra im Rahmen von Migros-Kulturprozent-Classics die Ehre, und zwar vom 20. bis zum 23. Oktober in La Chaux-de-Fonds, Genf, Zürich und Bern. MM Infos: www.migros-kulturprozent-classics.ch

17. November: Mariinsky Orchestra

Valery Gergiev / Leonidas Kavakos, Violine 7. März: Budapest Festival Orchestra

Iván Fischer / Francesco Piemontesi, Klavier

3. Mai: Orchestra dell’Accademia Nationale di Santa Cecilia

Sir Antonio Pappano / Yuja Wang, Klavier 1. Juni: TonhalleOrchester Zürich

Lionel Bringuier / Gil Shaham, Violine, Chiara Enderle, Violoncello Einzelkarten und Abonnemente: kulturticket.ch, Tel. 0900 585 887 oder 0900kultur (Mo–Fr, 10.30–12.30 Uhr, Fr. 1.20/Min.), E-Mail: info@kulturticket.ch, www.kulturticket.ch


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1 Oh ja, sie sind sehr neugierig und begeistern sich schnell für fast alles. 45% 2 Das kommt ganz aufs Museum an: je interaktiver, desto besser. 43% 3 Meine waren bis jetzt noch gar nie in einem Museum. 11% 4 Museen und Ausstellungen sind eher nicht so ihr Ding. 1%

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Knigge reloaded

Muss man die Freunde seiner Freunde mögen?

Richtig oder falsch? Jeder fünfte gefällte Baum wird für die Herstellung von Papier genutzt.

Illustration: Andreas Klammt; Bild: Stefan Sulzer

Richtig!

Philipp Tingler (44) ist Autor

und Philosoph und schreibt hier jede Woche über Phänomene des modernen Benehmens.

«‹Wer mich liebt, liebt auch meinen Hund›, besagt ein oft zitierter lateinischer Spruch. Das ist insofern richtig, als er besagt: Bei wahren Freunden akzeptiert man auch Makel und Macken. Es heisst aber entschieden nicht, dass man nun auch sämtliche Freunde seiner Freunde mögen müsste. Oder die Partner, Kinder, Haustiere seiner Freunde (auch wenn die Ablehnung des gesamten Umfelds allerdings belastend wirken kann). Man muss nicht mal die Freunde seiner besseren Hälfte mögen. Es besteht allerdings eine Pflicht zu manierlichem Umgang und zivilem Verkehr. Freunde ohne deren Partner einzuladen, ist grundsätz­ lich genauso unhöflich wie die Weigerung, Ihre bessere Hälfte zu einem Abend bei Beat und Ursina zu begleiten, bloss weil Sie die nicht ausstehen können. Denken Sie daran: Liebe verlangt Opfer. Und Opfer geben Verhandlungsmacht.»

Um den globalen Pa­ pierbedarf zu decken, wird weltweit jährlich eine Fläche gerodet, die dreimal so gross ist wie die Fläche der Schweiz. Neben den immensen Mengen an Holz verbraucht die Papierherstellung auch sehr viel Wasser und Energie: Für ein einziges Pack Frisch­ faserpapier (500 Blatt) sind dies rund 5,5 Kilo­ gramm Holz, 125 Liter Wasser und 12,5 Kilo­ wattstunden Strom. Nicht so bei Recyc­ lingpapier: Für des­ sen Herstellung braucht es kein Holz, sondern Altpapier und deutlich weniger Was­ ser und Strom. Dabei ist Recyclingpapier heute auch in weisser Farbe erhältlich und problemlos für Drucker und Kopierer verwendbar. Darum gilt:

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Eine schicksalserprobte Grossfamilie: Julien, Joel, Jan, Justin, Janine, Mirjam Deller, Jessica, Jeremy und Adoptivtochter Joyenna, die frĂźher Mi Hyang hiess (von oben links im Uhrzeigersinn)


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Adoption

Wie Mi Hyang eine Familie fand

Es ist Filmstoff: Das nordkoreanische Mädchen Mi Hyang musste einen beschwerlichen Weg zurücklegen, um im thurgauischen Häuslenen eine Heimat zu finden – als achtes Kind der Dellers. Text: Monica Müller

J

oel, Jessica, Jan, Julien, Justin, Jeremy, Janine, Joyenna ... Erst beim dritten Kind ist Mirjam Deller (49) aufgefallen, dass die Namen, die sie mag, allesamt mit «J» beginnen. Und sie ist dabei geblie­ ben. Als junge Frau stellte sie sich eine Zukunft mit Mann und zwei Kindern vor – heute hat sie acht Kinder, sieben eigene und ein adoptiertes Mädchen. Und sie ist Witwe. Es sei einfach alles anders gekommen, er­ zählt sie im Garten ihres Einfamilienhauses in Häuslenen TG, zwischen Trampolin, Kletterturm und Rutschbahn. Nach Joel (24) und Jessica (23) wünschen sich ihr erster Mann und sie weitere Kinder. Als sie Eltern eines Mädchens und dreier Jungen sind, trennen sich die beiden. Mir­ jam Deller zieht vom Tessin zurück in die

Kann wieder lachen: Adoptivkind Joyenna (r.) beim Spiel mit Schwester Janine

Bilder: Filipa Peixeiro

Deutschschweiz, datet online und verliebt sich wieder. Ihr zweiter Mann, Pascal Deller, und sie wünschen sich ebenfalls gemeinsame Kinder. Und so wächst die Familie weiter. Doch damit nicht genug: Bei einer Predigt in einer Winterthurer Freikirche über das Schicksal nordkorea­ nischer Waisenkinder wird Mirjam Deller ganz warm ums Herz. Ein Mädchen, das ein Zuhause braucht

Schon seit Längerem hat sie von einem klei­ nen Mädchen mit kurzen schwarzen Haaren geträumt. So, wie sie jedem ihrer eigenen Kinder in ihren Träumen begegnet ist, bevor sie mit ihnen schwanger wurde. Zunächst weiss sie nur: Das Kind kommt von weit her. Dann hat sie Gewissheit: Es stammt aus Nordkorea. Sie spricht mit ihrem Mann und ihren Kindern. Alle finden: Wir nehmen gerne ein Kind auf, wir schaffen das. Die Fachstelle für Adoption durchleuchtet die Dellers, stellt ihnen eine Eignungsbescheini­ gung aus, und Mirjam Deller und ihr Mann besuchen Kurse zum Thema Adoption. Drei Monate später der Anruf: «Wir haben ein Mädchen für sie. Sie heisst Mi Hyang, stammt aus Nordkorea und hat ein Handycap: Sie ist gehörlos.» Die Dellers diskutieren am Familientisch und sind sich einig: Dieses Mädchen braucht ein Zuhause. Mirjam Deller lernt die Gebärdensprache und erstellt ein Fotoalbum von der Familie, das sie Mi Hyang schickt. Schliesslich, im Oktober 2011, ist es so weit. Mi Hyang landet am Flughafen Kloten, die Dellers stehen be­ reit und umarmen sie. Das kleine Mädchen mit den kurzen schwarzen Haaren hat eine lange Reise hinter sich, die der Film «Ein Mädchen, zwei Mütter» dokumentiert. Ihre leibliche Mutter Omma ist wie Hun­ derte von nordkoreanischen Frauen über den Fluss Tumen nach China geflüchtet, in

der Hoffnung auf ein besseres Leben. Sie ist schwanger, ohne es zu wissen. In China wird sie an einen Bauern verkauft, schuftet für ihn wie eine Sklavin. Als Mi Hyang zur Welt kommt, ist das Kind staatenlos. Es hat kein Anrecht auf medizinische Ver­ sorgung und darf später auch keine Schule besuchen. Weil Omma sich wünscht, dass Mi Hyang im Leben etwas erreichen kann, fasst sie einen schwierigen Entschluss: Sie wird ihr Mädchen zur Adoption freigeben. Omma nimmt heimlich Kontakt auf mit einer christlichen Organisation aus Südkorea, die Frauen wie ihr hilft, eine legale Adoption in die Wege zu leiten. Omma – der koreanische Name bedeutet Mutter – verschweigt ihrer Tochter, was ihr bevorsteht. Eines Nachts weckt sie Mi Hyang, zieht sie warm an und übergibt sie unter Tränen einer Gruppe unbekannter Erwachsener in einem Jeep. Die Vierjährige ist ausser sich, wehrt sich – der Jeep braust los in die Nacht. Der Weg führt zu Fuss wei­ ter über die grüne Grenze nach Laos, dann nach Thailand. Weil die Adoptionspapiere auf sich warten lassen, verbringt Mi Hyang ein Jahr in einem Kinderheim in Thailand. Ein Anfang mit Hürden

Ihre Schweizer Brüder und Schwestern erinnern sich, wie laut es war, als Mi Hyang als Sechsjährige bei ihnen einzog. Das Mädchen konnte sich nur durch Schreien ausdrücken, hamsterte das Essen, schlug die anderen Kinder. «Sie musste alles erst lernen», sagt Mirjam Deller. Heute, fünf Jahre später, besucht Joyen­ na (11), wie Mi Hyang heute heisst, die regu­ läre Schule. Dank eines Implantats und eines Hörgeräts ist sie in der Lage zu hören, und sie hat gelernt, sich verbal auszudrü­ cken. Ihr Wortschatz ist nicht sehr gross,


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mierte Hotelfachfrau, sind ausge­ zogen und leben gemeinsam in einer WG, Julien (16) hat eine Lehre als Zahntechniker begon­ nen, Jan hat soeben die KV­ Lehre abgeschlossen. Justin (11), Jeremy, Janine und Joyenna be­ suchen die Schule. Mirjam Deller arbeitet etwa 30 Prozent als Familientherapeutin und Mas­ seurin in ihrer eigenen Praxis. Weniger Geld, aber viel Familie

Haben bewegte Jahre hinter sich: Joyenna und ihre Adoptivmutter Mirjam Deller

Dokumentarfilm

Von Nordkorea nach Häuslenen Der Film «Ein Mädchen, zwei Mütter» doku-

mentiert die Trennung von Mi Hyang und ihrer leiblichen Mutter und begleitet das Mädchen auf der langen Reise von der Grenze zwischen Nordkorea und China durch halb Südostasien bis zur Adoptivfamilie im Kanton Thurgau. Der Film von Hark-Jon Lee und Muriel Spitzer ist eine Geschichte über doppelte Mutterliebe, Familienzusammenhalt und ein kleines, starkes Mädchen. «DOK» 29. September, 20.05 Uhr, SRF 1

weil sie sechs Jahre lang in einer stummen Welt gelebt hat. Aber sie spricht in breitem Thurgauer Dialekt. Am liebsten spielt sie mit den Hunden, schwingt sich neben Janine (6) in den Hand­ stand oder hüpft mit Jeremy (8) auf dem Trampolin. Ihre liebs­ ten Schulfächer: Turnen, Frei­ spiel – und Ferien. Die Lasagne, die Bruder Jan (19) zubereitet hat, schmeckt Joyenna sehr. Ebenso gern isst sie koreanisch. «Omma schickt mir Kimchi aus Korea», erzählt sie. Im gleichen Atemzug nennt sie auch Mirjam Deller ihr Mami. Anfang Jahr kam das koreanische Mami zu Besuch nach Häuslenen. Das koreani­ sche Fernsehen hatte ihr die Reise finanziert, weil es Ommas Geschichte ebenfalls dokumen­ tiert. Die Begegnung verunsi­ cherte Joyenna und erschütterte Omma. Ihre Stimme brach, als sie ins Mikrofon sagte: «Ich hätte sie gerne aufwachsen sehen, aber

ich erkannte, dass Liebe nicht das Einzige ist.» Ein schwerer Schicksalsschlag

Auch Mirjam Deller und ihre Kinder mussten einen Schick­ salsschlag verkraften: 2014 stirbt Pascal Deller an der unheilbaren Muskelkrankheit ALS. Mirjam Deller hatte ihn rund um die Uhr zu Hause gepflegt, in den letzten drei Monaten stand ihr ein pol­ nischer Pfleger bei. «In dieser Zeit habe ich nie geweint, nur funktioniert», sagt sie. Die Kinder packten im Haushalt mit an, sie kochten und putzten, die Grossen brachten die Kleinen ins Bett. «Wir gaben uns gegen­ seitig Halt», sagt Mirjam Deller. Sie ist zwar religiös aufgewach­ sen, hat den klassischen Glauben aber aufgegeben. Heute, zweieinhalb Jahre nach dem Tod ihres Mannes, hat ihre Familie wieder Fuss gefasst im Alltag. Joel, ausgebildeter Elektroplaner, und Jessica, diplo­

Die Dellers haben nun weniger Geld zur Verfügung, können aber gut von den Einkünften leben. Die Kinder findes es toll, eine so grosse Familie zu sein. Jan und Julien sind sich einig: «Klar, wir streiten uns auch, aber das ge­ hört zum Familienleben dazu. Langweilig wird uns jedenfalls nie.» Fast immer isst noch ein Freund oder eine Freundin der Kinder am Tisch mit. «Das ist cool!», sagt Justin. Auch Jessica findet es schön, eine so grosse Familie zu haben. Eigene Kinder kann sie sich indes nicht vor­ stellen: «Ich habe schon genug Kinder erzogen.» Joyenna skypt regelmässig mit Omma, die jetzt in einem Restaurant in Seoul arbeitet und Deutsch lernt. Ein weiteres Treffen ist nicht geplant. Sollte sich aber die Möglichkeit dazu ergeben, wäre Mirjam Deller offen, «sofern das auch für Joyenna stimmt». Sie hat ihre Kinder zu Selbständigkeit erzogen. Sie dazu ermahnen, eine Mütze anzuziehen, wenn es draussen kalt ist? «Das mer­ ken sie von allein.» Schläft eins der Kind schlecht, schlüpft es zu einem Geschwister ins Bett. Teilen ist für die Dellers die natürlichste Sache der Welt: Joel und Jeremy haben am selben Tag Geburtstag, ebenso Justin und Janine. Wenn sie Zeit für sich braucht, meditiert Mirjam Deller oder treibt Sport. Die Grossfamilie bedeutet für sie keinen Stress. Insgesamt 24 Jahre lang hat sie am Stück gestillt – aus Überzeu­ gung und praktischen Gründen. «Stets den Schoppen zuzube­ reiten, das wäre mir zu kompli­ ziert gewesen.» Seit dem Tod ihres Mannes lebt sie noch be­ wusster als zuvor: «Das Leben kann so schnell vorbei sein.» MM


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Beauty

Bio heisst nicht sanft Kosmetikprodukte mit natürlichen Inhaltsstoffen sind gefragter denn je. Doch die vermeintlich sanfte Natur ist nicht immer besser als Chemie.

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Texte: Martina Bortolani

Bei der Schönheitspflege setzen viele auf «Grün»

Bilder: lightwavemedia/depositphotos

W

ilde Karotten, skandinavischer Honig oder geräuchertes Soja: Das sind nicht etwa Zutaten für ein exotisches Mittagessen, sondern Inhaltsstoffe vieler Kosmetika. «Organic Cosmetic», also Naturkosmetik, ist die Alternative zur chemischen Schönheitspflege. Und je exotischer ein Produkt dabei klingt, desto erfolgreicher verkauft es sich. Gemäss dem Schweizer Kosmetikund Waschmittelverband belief sich der Umsatz bei Kosmetika in der Schweiz 2015 auf etwas mehr als zwei Milliarden Franken. Rund ein Drittel machten Naturkosmetika aus – Tendenz steigend. Kein Segment ist in den vergangenen fünf Jahren so stark gewachsen wie das der Biokosmetik. Doch Naturkosmetik lebt auch von vielen Mythen. Mit Vorteil informiert man sich also genau.

Beauty-Abc

M wie Mizellen Man entdeckt den Begriff immer häufiger auf Verpackungen von Pflegeprodukten: Mizellen. Doch woher stammt er eigentlich? Handelt es sich wirklich um «Zellen»? Mikrozellen etwa? Tatsächlich steht das «mi» für «winzig klein»: Mizellen sind kleine, kugelförmige Molekularstrukturen, die von blossem Auge nicht sichtbar sind. Das Geheimnis dieser Powerkügelchen: Sie erledigen bei der Hautpflege mehrere Aufgaben gleichzeitig. Einerseits reinigen sie

Denn nicht immer ist die vermeintlich sanfte Natur in jedem Fall besser als Chemie. Viele Eigenschaften, die Frauen an ihren Pflegeprodukten so schätzen, basieren nun mal auf simplen chemischen Prozessen: Shampoo schäumt, weil zumindest teilsynthetische Stoffe zum Einsatz kommen; der Lippenstift haftet so gut, weil er mit silikonähnlichen synthetischen Verbindungen versetzt ist. Allergene sind keine Seltenheit

Im Juni 2014 untersuchte das deutsche Magazin «Ökotest» letztmals über 60 Produkte aus der ganzen Welt. Das Ergebnis war eher ernüchternd: Bei vielen hippen Organic-Marken fand man allergene Konservierungsstoffe – bei einigen sogar Formaldehyd, das gemeinhin als krebserregend gilt. Zudem schnitten die günstigeren

Warenhausprodukte besser ab als überteuerte in Concept-Stores angebotene Organic-Kosmetik. Laut der sogenannten europäischen Kosmetikrichtlinie müssen die Inhaltsstoffe auf der Verpackung in absteigender Reihenfolge entsprechend der Konzentration aufgelistet werden. Das heisst: Je weiter vorne ein Naturzusatzstoff auf der Liste auftaucht, desto grösser ist dessen Mengenanteil. Immerhin eine kleine Orientierungshilfe, wenn man sichergehen möchte, dass man mit einem Produkt auch wirklich viel Natur mitkauft. MM In Zusammenarbeit mit

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LEBEN | MM38, 19.9.2016 | 115

US-Schwimmstar Michael Phelps startete in Rio mit Schröpfflecken am Körper.

Gesundheit

Gesund punkten Während der Olympischen Spiele in Rio haben viele Zuschauer über die dunklen Punkte am Körper von Michael Phelps spekuliert. Hat er etwa auf seinen Medaillen geschlafen? Nein, er liess sich an Schultern und Oberschenkeln schröpfen. Text: Lifei Rüttimann-Huang

B Lifei RüttimannHuang ist gebür-

Bild: Martin Bureau/AFP

tige Chinesin und arbeitet als TCM-Therapeutin, Medbase Abtwil

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eim sogenannten Feuerschröpfen wird mit einem kugelförmigen Glas ein Vakuum erzeugt. Dazu erhitzt der Therapeut die Luft im Schröpfglas mit Feuer und setzt das Glas blitzschnell auf den Körper des Patienten. Während die Haut und die Muskeln hochgezogen werden, werden dem Kör­ per Kälte, Feuchtigkeit und Wind entzogen. Die Durch­ blutung wird gefördert, die Energielaufbahnen (Meri­ diane) werden geöffnet, und das Gleichgewicht von Yin und Yang in unserem Kör­ per wird wiederhergestellt. Die Flecken sehen aus wie Hämatome, tun aber nicht weh und verschwin­ den mit der weiteren Thera­

pie und der Besserung des Gesundheitszustands. Bei weiteren Behandlungen ent­ stehen keine Flecken mehr. Eine 3000-jährige Tradition

Die Schröpfkugeln, früher oft aus Bambus, werden hauptsächlich entlang der Wirbelsäule angesetzt, wo sich zahlreiche Muskeln und Reflexzonen von inne­ ren Organen befinden. Schröpfen wirkt beson­ ders gut bei Muskelschmer­ zen, Spannungen, Blocka­ den an Nacken, Rücken, Schultern, Armen und Beinen sowie bei Rheuma, Arthrose, Erkältung und Magenbeschwerden. Vorteile zeigt das Schröp­ fen auch bei Lähmungen, Ischias­Schmerzen, Tennis­ arm, Haut­ oder gynäkolo­

gischen Beschwerden. Eine Schröpfmassage am Rücken kann auch effektiv gegen chronische Müdigkeit und ein schwaches Immun­ system wirken. Gute Erfol­ ge werden auch bei Cellu­ lite, Frozen Shoulder, Her­ pes zoster (Gürtelrose) und Narbenstörungen erzielt. Schröpfen ist zwar seit 3000 Jahren ein wichtiger Bestandteil der Traditionel­ len Chinesischen Medizin, es ist aber nicht für Perso­ nen geeignet mit einer Blut­ krankheit, einer offenen Wunde, einer Krebserkran­ kung oder mit Knochenbrü­ chen. Für Schwangere ist Schröpfen gar verboten. Schröpfen ist als Natur­ heilmethode anerkannt und hat praktisch keine Neben­ wirkungen. MM

Tipps

Gute Beratung steht am Anfang Lassen Sie sich vor Ihrer ersten Behandlung unbedingt von einem ausgebildeten TCMTherapeuten beraten. Gehen Sie nicht nüchtern zur ersten

Schröpftherapie, da der Kreislauf überfordert sein und der Körper mit Schwindel, Herzklopfen oder einem Schweissausbruch reagieren könnte. Nach dem Schröpfen sollte man nicht sofort duschen, heftig Sport treiben oder Alkohol trinken. Stattdessen gilt es, sich warm anzuziehen und den Körper vor Wind zu schützen. Das Schröpfen mit Luftpumpe oder Saugknopf darf man nach einem Einführungskurs ohne Risiko zu Hause selbst anwenden, die Intensität und Wirkung ist beim Feuerschröpfen jedoch höher.


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Auto

«Gut und günstig» Die beliebten Kompakt-SUVs dienen oft auch als Familienautos. Die Küngs aus dem bernischen Aarwangen haben den neuen Kia Sportage getestet – und ihm gute Noten gegeben. Text: Timothy Pfannkuchen

Das Platzangebot «Zu viert, für den Alltagsgebrauch oder einen Ausflug bietet der ‹Sportage› sehr viel Raum. Zu fünft oder bei Ferienfahrten wird es trotz des grossen Laderaums eng – da müssten wir die Dachbox montieren.» Christian Küng

Bild: Marco Zanoni

115 g/km CO2

P

ioniere haben es nicht immer leicht. Mit dem Sportage fuhr Kia ab 1994 als Trendsetter auf der Überholspur. Im SUV-Boom muss sich das in Europa entwickelte (und auch gebaute) Kompakt-SUV der südkoreanischen Marke aber gegenüber vielen neuen Konkurrenten behaupten. Die vierte Auflage wird nun edler, ohne teuer zu sein. Geht das zusammen? Familie Küng aus Aarwangen BE hat den Leser-Autotest gemacht: «Unser Ford Galaxy ist jetzt 19-jährig, weshalb wir uns nach einem neuen Familienwagen umschauen», erklärt Susanne Küng (49). Den ersten Eindruck bringt die Lehrerin so auf den Punkt: «Der gefällt uns!» Das trifft auch aufs Innere zu, wo es auf 4,48 Metern Länge viel Raum gibt – je nach Personenzahl. «Zu viert finden wir alle prima Platz», sagt Lukas Küng (18). «Aber der dritte Sitz in der Mitte hinten ist zu schmal», ergänzt sein Bruder Philip (15), «zu fünft wird es für Rahel (12) unbequem.» Christian Küng (48) bewertet den Antrieb: «Sehr durchzugsstark, aber ruhig.» Auf rund 900 Testkilometern mit dem 116-PS-Diesel verbraucht Familie Küng im Schnitt 6,2 Liter. «Allemal ökonomisch», urteilt der Sozialpädagoge. Auch das Fahrwerk erntet Lob: «Er federt komfortabel und kurvt dennoch sportlich. Als aktive Familie, die oft zum Wandern oder einfach mal zum Grillieren unterwegs ist, wissen wir das sehr zu schätzen.» Zum tiefen Verbrauch trägt auch bei, dass der Testwagen «nur» Front- statt optional 4×4-Antrieb hat. «Im Mittelland vermissen wir 4×4 nicht», betont Susanne Küng. Können die Küngs sich den Kia Sportage als Familienwagen vorstellen? «Nein», resümiert Christian Küng: «Als Vierplätzer passt er optimal, als Fünfplätzer nur knapp. Aber wir kaufen halt grundsätzlich Occasionswagen – obwohl der neue Kia nicht nur gut, sondern auch günstig wäre.» MM

Grenzwert 2016: 124 g/km

Das Cockpit «Innen ist alles gediegen und bedienerfreundlich. Die Ausstattung ist top. Zu den Pluspunkten zählen etwa die 7-Jahre-Garantie oder mitgelieferte Extras wie Navi, Spurassistent und Lenkradheizung beim ‹Trend›.» Christian Küng


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Das Design «Die Gesamterscheinung des neuen Kia Sportage gefällt uns: Er wirkt sehr sportlich, vor allem dank seiner eindrucksvollen, fast schon etwas wuchtigen Front.» Susanne Küng

Die Testfamilie aus Aarwangen BE (von links): Philip, Rahel, Christian und Susanne Küng sowie Lagotto-Hündin Luna (Sohn Lukas fehlte beim Fototermin).

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LEBEN | MM38, 19.9.2016 | 119

Migros-Bank-Ratgeber

Die Negativzinsen werden zusehends zum Bumerang: Statt die Wirtschaft anzukurbeln, schüren sie neue Verunsicherung. Auf Teufel komm raus haben die Notenbanken seit der Finanzkrise den Geldhahn geöffnet – was ich im Rahmen dieser Kolumne stets kritisch beurteilt habe. Tatsächlich erhärten sich nun die Anzeichen dafür, dass die Null- oder Negativzinsen ihre hoch gesteckten Ziele verfehlen. Vielmehr drohen sie die Probleme der Wirtschaft sogar noch zu verschärfen. Offensichtlich ist der Misserfolg bei der Inflation: Die von den Notenbanken angepeilte Teuerungsrate von zwei Prozent bleibt in weiter Ferne, insbesondere in Europa und Japan. Auch die Investitionstätigkeit stagniert nach wie vor, obwohl die Zentralbanken weltweit jeden Monat Anleihen für mehr als 150 Milliarden Franken aufkaufen. Diese riesige Geldspritze verpufft jedoch, weil sich an den eigentlichen Ursachen der Investitionsblockade nichts ändert.

Albert Steck ist

verwantwortlich für die Markt- und Produktanalyse bei der Migros Bank.

Nicht einmal die Konsumenten halten sich an das Drehbuch der Notenbanken. Gemäss deren Kalkül müssten die rekordtiefen Zinsen die Leute dazu bringen, das Geld weniger zu «horten» und stattdessen mehr zu konsumieren. Wie die Statistiken aber zeigen, geht die Sparneigung nicht wie erhofft zurück, sondern sie steigt im Gegenteil weiter an. In der

I

Trotz Negativzinsen sparen die Leute mehr als früher Sparquote der privaten Haushalte in Prozent des verfügbaren Einkommens 20 15 10 5 0 –5 2005

2006

■ Schweiz

2007

2008

2009

■ Schweden

2010

2011

■ Deutschland

2012

2013

2014

■ Dänemark

2015

2016

■ Japan

Quelle: OECD

Grafik dargestellt sind die Sparquoten der privaten Haushalte in denjenigen fünf Ländern, in denen die Zinsen am stärksten in den negativen Bereich abgerutscht sind. Aber warum lassen sich die Haus­ halte trotz extremer Zinsflaute nicht von ihrem Sparwillen abhalten? Die Notenbanken hatten sich folgende Reaktion der Leute erhofft: Sparen lohnt sich weniger, also gebe ich mehr Geld aus. Doch ein Grossteil der Bevölkerung sagt sich: Um mein Sparziel im Alter erreichen zu können, muss ich künftig noch disziplinierter haushalten als früher.

Statt eine positive Konsumstimmung zu schaffen, schürt die Geldpolitik nun ein Klima des Misstrauens. Die Währungshüter haben zu Methoden gegriffen, die bis vor Kurzem noch als utopisch galten. Ihre Begründung war, dass sie auf diese Weise die Wirtschaft besser lenken könnten. Doch je länger die zählbaren Resultate ausbleiben, desto mehr untergraben sie ihre eigene Reputation – mit dem Effekt, dass sie damit ihr langfristig wichtigstes Kapital verspielen: ihre Glaubwürdigkeit. MM Das gefährliche Wagnis der Notenbanken: Diskutieren Sie mit unter blog.migrosbank.ch

Mamma mia

Der Zaubertopf

Immer wenn meine Mutter mich anrief, fragte sie, ob ich ihn nun gekauft hätte. Und meine Schwester (die schon einen hat), hängte an jede SMS noch ein Foto von ihrem an: Nackt und glänzend stand er da, umringt von Gerichten, die er (angeblich) gezaubert hatte.

Dabei hatte ich es klar gesagt: So ein Foodprozessor kommt mir nicht ins Haus: oberhässlich, überteuert und viel zu laut. «Gerade so jemand wie du braucht ihn», mahnte meine

Schwester an. So jemand wie ich? «Du kannst nicht kochen. Stell dir vor, wie sich die Kinder freuen würden.»

verknallte ich mich in das Ding. «Geben Sie ein Ei ohne Schale hinzu!» klingt verführerisch für jemanden wie mich.

Als ich meine Schwester etwas später besuchte, liess sie mich dauernd mit dem Ding alleine (ungefähr so, wie man Kinderlosen ein Baby in den Arm drückt). Irgendwann probierte ich es einfach. Das Gerät gab mir Anweisungen, wog, häckselte und köchelte. Das Beste: Am Schluss kam etwas Essbares raus. Natürlich

Wieder daheim, erzählte ich Herrn Leinenbach von dem (vielleicht) neuen Kerl in meinem Leben. Seine Reaktion: «Nur über meine Leiche!» Ich muss gestehen, der potenzielle Hausfreund geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Ich könnte ihn diskret zwischen meine Nähmaschinen stellen, oder? MM

Bettina Leinenbach (39)

ist Journalistin und zweifache Mutter.


ZYPERNS SCHÄTZE Kulturelle Höhepunkte der „Insel der Aphrodite“

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Wanderung und Besuch des bedeutendsten christlichen Wallfahrtsort Zyperns: das orthodoxe Kloster Agios Andreas. 4. Tag / Famagusta: Heute werden Ihnen einige spannende „Steine in den Weg gelegt“. Erst mit dem Besuch des Barnabas Klosters mit der Grabkapelle des Apostels Barnabas und anschliessend mit der Altstadt von Famagusta, dessen Reichtum im Mittelalter legendär war. Um Famagustas Altstadt liegt noch immer der 3½km lange, doppelte Mauerring, den die venezianischen Herrscher im 16. Jh. vergeblich zum Schutz vor den Türken errichten liessen. Unterwegs haben Sie die Möglichkeit landestypische Souvenirs zu kaufen. 5. Tag / Fakultativer Ausflug Paphos & Troodos Gebirge (Südzypern): Der heutige fakultative Ausflug führt Sie über Nikosia und das fast 2000m hohe Troodos-Gebirge nach Südzypern. Im mächtigen Troodosgebirge mit tiefen Schluchten und Bächen, duftet es herrlich nach Zedern und Kiefern und die bezaubernden Bergdörfer liegen wie gemalt an den grünen Hängen. In Paphos beeindrucken kulturhistorische Höhepunkte. Um 1400 v. Chr. gegründet, gilt

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LEBEN | MM38, 19.9.2016 | 121

So i(s)st die Jugend

A Prioritäten setzen

Mandeln enthalten viel Fett – trotzdem können sie beim Abnehmen helfen.

Ernährung

Die Knacknuss unter den Superfoods

Acht Franken für ein Mittagsmenü in der Uni­Mensa, das ist mir zu teuer. Schliesslich fahre ich mit einem einfachen Sandwich oder einem selbst ge­ machten Teigwaren­ salat oder Müesli viel günstiger. So bin ich oftmals zu geizig, in der Mensa ein warmes Menü zu holen. Lieber nehme ich die Mahlzeiten von zu Hause mit.

Im Vergleich zu Früchten und Gemüse enthalten Nüsse wenig Wasser und damit mehr Energie. Trotzdem machen sie wie diese nicht dick. Ein Widerspruch? Text: David Fäh

Bild: Jonathan Kantor/Contributor/Getty Images

D Hier schreiben die VivaiExperten über Ernährungsfragen. Dieses Mal der Ernährungswissenschaftler David Fäh. In Zusammenarbeit mit

Das Nachhaltigkeitsmagazin der Migros.

ie Lebensmittel­ pyramide meint es nicht gut mit den Nüssen: Zusam­ men mit Butter und Öl ste­ hen sie ganz oben. Obwohl manche ihrer Vertreter zur Kategorie Früchte oder Hül­ senfrüchte gehören, sind Nüsse gleich mehrere Stufen höher als ihre botanisch en­ gen Verwandten zu finden. Entsprechend zurückhal­ tend sollten sie konsumiert werden, so die Empfehlung. Diese Wertung haben Nüsse ihrem hohen Gehalt an Fett und Eiweiss zu verdanken. Müssen wir deshalb dar­ auf verzichten, täglich eine oder zwei Handvoll davon zu essen, so wie das bei Früchten und Gemüse empfohlen wird? Nein, denn Nüsse sind mindes­ tens ebenso gesund. Studien zeigen auch, dass rohe Nüs­ se keine Gefahr für die Figur darstellen. Im Gegenteil: Vor allem Mandeln können sogar beim Abnehmen hel­

fen. Und dies, obschon Nüs­ se mehr Kalorien enthalten als Pommes chips, die nicht gerade als Schlankmacher gelten. Im Gegensatz zu diesen haben Nüsse aber einen entscheidenden Vorteil: Unser Körper nutzt nur einen Teil der enthalte­ nen Energie, den Rest schei­ det er unverdaut aus. Der Grund: Viele Zellen einer Nuss geben das enthaltene Fett gar nicht her. Zudem sättigen Nüsse besser als Chips und Co., wodurch wir weniger andere Speisen oder Getränke zu uns nehmen. Wertvolles Eiweiss

Auch der relativ hohe Eiweissanteil der Schalen­ früchte kommt Figurbe­ wussten entgegen. Denn Eiweisse können vom Kör­ per schlecht als Energie­ träger genutzt werden. Ein Teil der in ihnen ent­ haltenen Kalorien verpufft in Form von Körperwärme, ein anderer Teil wird als

Harnstoff ausgeschie­ den. Und auch die Fette selber leisten ihren Beitrag: Im Gegensatz zu den in Frittiertem und Paniertem enthaltenen Fett, verbrennt der Körper Nussfette bevorzugt. Werden Nüsse verarbei­ tet, also geröstet, gemahlen oder gesalzen, verlieren sie diese wertvollen Eigenschaf­ ten teilweise. So fördert Salz Appetit und Durst. Mahlen – und vor allem Rös­ ten – zerstört die Wände der Nusszellen, wodurch das enthaltene Fett verfügbarer wird. Erdnussbutter etwa enthält deutlich mehr nutz­ bare Kalorien als die gleiche Menge an rohen Erdnüssen. Wer nicht auf die figur­ freundlichen Eigenschaften von Nüssen verzichten will, isst sie am besten in rohem Zustand. Denn die Nüsse zu schälen, bremst das Ess­ tempo, was die sättigenden Eigenschaften zusätzlich unterstützt. MM

Manchmal bringt mich mein Verhalten zum Schmunzeln. Denn eigentlich ver­ diene ich mit meinen Nebenjobs genügend Geld, um mir ein or­ dentliches Menü leis­ ten zu können. Auch wenn ich mit Freun­ den unterwegs bin, liegt immer ein Kaffee oder ein Bier drin. Und dies – richtig gerech­ net – kostet in Zürich schnell mal so viel wie ein Mensa­Menü. Andererseits rechtfertigen diese hap­ pigen Preise für ein Getränk auch wieder meine Rappenspalte­ rei beim Mittagessen. Wäre ich dort nicht so knausrig, würde es plötzlich nicht mehr fürs Feierabendbier mit Freunden reichen. Am Ende ist das mit dem Geld schlicht eine Frage, was einem wichtiger ist.

Annina Brühwiler (24),

Studentin aus Winterthur


122 | MM38, 19.9.2016 | LEBEN

«Neues Ausprobieren, coole Dinge lernen, Spass haben! Ich heisse Nadine und bin 13 Jahre alt. Malen ist eine meiner Lieblingsbeschäftigungen. Ich habe zwei ältere Ge­ schwister und eine Katze. Früher machte ich Akro­ batik am Vertikalband und am Trapez. Heute bin ich am liebsten draussen und mit Kollegen unterwegs. Was ich später machen will, weiss ich noch nicht. Aber das hat ja noch Zeit.»

Kinder

«Tun, worauf ich Lust habe!»

Malen, Modelle bauen, Filme drehen: Auf dem Hegnerhof kann Nadine (13) ihre Ideen verwirklichen und mit anderen Kindern und Jugendlichen in selbst gestaltete, fantastische Welten eintauchen. Text: Andrea Fischer Bilder: Gabi Vogt

Mein Club

Durchstarten auf dem Hegnerhof

«Seit sieben Jahren besuche ich die Gestaltungsschule im Hegnerhof. Wir haben immer ein Semesterthema und bearbeiten dieses auf verschiedene Arten. Zuerst besprechen wir, wer was macht. Wir malen, bauen Modelle, arbeiten mit verschiedenen Materialien und Techniken, machen Filme, Videos usw. So beschäftigten wir uns etwa mit den Ausgrabungen in Teotihuacan in

Der Hegnerhof in Kloten ZH ist eine

kreative Oase mit einem Café, einer Gestaltungsschule, Erwachsenenkursen und einem inter­ kulturellen Garten. www.hegnerhof.ch

Ist das etwas für mich? Möchtest du selbst auch so etwas machen?

Es ist egal, ob du gut zeichnen oder basteln kannst – wichtig ist bloss, dass du Lust hast, etwas Eigenes herzustellen. Und dass du gern mit anderen Kindern an einem Semesterthema arbeitest. In einigen Gemeinden gibt es ähnliche Angebote. Frag doch am besten mal in deiner Schule nach oder bei der Gemeinde.

Mexico und stellten Grab­ schmuck, Tontöpfe und Skulpturen her. Unsere Wer­ ke durften wir im Rietberg­ museum ausstellen. Sehr gefallen hat mir auch das Thema Flughafen. Wir haben das Drehbuch für einen Krimi geschrieben und den Film auf dem Flug­ hafen gedreht, ein Cockpit und einen zwei Meter gros­

sen 3­D­Flieger aus Kleister gebaut und Flugzeugessen aus Ton geformt und bemalt. Man kann auch eigene Ideen einbrin­ gen, und es wird einem bei der Umset­ zung geholfen. Aktuell haben wir Fabel­ wesen für die Bauabschrankungen des neuen Stadtplatzes in Kloten ge­ malt. Ich begann in der 1. Klasse und war die Kleinste. Mittlerweile bin ich die Älteste. Ich komme jede Woche sehr gern in die Gestaltungsschule – und die Zeit vergeht wie im Flug.» MM


LEBEN | MM38, 19.9.2016 | 123

Gabriela (14), Gelterkinden BL

Die Cheops-Pyramide in Gizeh ist die grösste der ägyptischen Pyramiden und gilt als eines der sieben berühmten antiken Weltwunder. Sie ist rund zehnmal grösser als ein Fussballfeld und mehr als doppelt so hoch wie unser Bundeshaus. Ihre Grundfläche: 230 × 230 Meter, Höhe: 147 Meter. Seit 4500 Jahren trotzt sie allen Widrigkeiten dieser Welt, während die anderen antiken Weltwunder zerstört wurden. Mindes-

tens zwei davon fielen Erdbeben zum Opfer.

schädigen. Die obersten Schichten wurden mit Zapfen fest ineinander verzahnt. Selbst für kleinste Fugen wählten die Bauherren das Material sorgfältig aus. Für das Kernmauerwerk wandten sie Methoden an, die den Druck der immensen Steinmengen wirkungsvoll verlagerten.

Die Standhaftigkeit der Pyramiden von Gizeh hat mehrere Gründe. Sie stehen in einer Wüstenebene, wo es keine Überschwemmungen gibt und ein sehr trockenes Klima herrscht. Ihre massive Form ist sehr stabil. Sie wurden aus hartem Gestein erbaut und hatten ursprünglich glatte, dichte Oberflächen. So konnte kein Wasser eindringen und das Gestein

Zudem arbeiteten sie auf eine Weise, die noch heute für Erfolg sorgt: Sie analysierten ständig ihre Fehler, lernten daraus und wurden so immer besser. MM

Eine Mutter erklärt die Welt: Gabriela Bonin (49)

beantwortet Kinderfragen.

Die Lilibiggs haben sich zum Spielen in der Mitte des Labyrinths verabredet. Kannst du Hugo, Nina und Tobi ihren Weg in die Mitte zeigen?

Rä tsels pass Tobi benötigt deine Hilfe beim Sortieren von Früchten und Gemüse. Kannst du mit drei geraden Strichen Früchte und Gemüse voneinander trennen?

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So nehmen Sie teil Tel. Wählen Sie die 0901 560 041 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD1, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD1 SOMMER. Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Kreuzworträtsel, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 25.9.2016, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Keine Barauszahlung. Computergesteuerte Massenteilnahmen sind nicht gewinnberechtigt. Die Mitarbeiter der Migros-Medien sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Gewinner werden schriftlich benachrichtigt und mit Namen und Wohnort veröffentlicht.

Auflösung Nr. 37: HANDCREME

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Gewinner Nr. 36: Hans Muheim, Gutenburg BE; Christian Hofer, Rüderswil BE; Kurt Flück, Hertenstein AG; Heidi Stöcklin, Seengen AG; Walti Städeli, Embrach ZH Gewinner «Zusatz» Nr. 36: Helene Jäggi, Orpund BE; Karin Langenegger, Baar ZG; René Egli-Husmann, Werthenstein LU; René Germann, Biel BE; Hedy Lischer-Dettling, Sarnen


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LEBEN | MM38, 19.9.2016 | 129

Quiz

Gewinnen Sie eine von 3 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die acht Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. 1. Welcher Ausdruck kann auch für einen guten Kumpel stehen? S

Alter Schwede

R Junger Finne

F

Betagter Däne

U Weinglas

E

Schaumglas

T

Thurgau

2. Woraus kann man nicht trinken? A Bierglas

3. In welchem Kanton liegt das Wasseramt? I

Solothurn

S

Bern

So nehmen Sie teil

4. Welche Schauspielerin würde dieses Jahr ihren 90. Geburtstag feiern? G Romy Schneider

A Jayne Mansfield

H Harnoncourt

Tel. Wählen Sie die 0901 560 042 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD2, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD2 TASTSINN Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Quiz, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 25.9.2016, 24 Uhr

G ca. 1 m

Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

Auflösung Nr. 37: NOTEBOOK

Gewinner Nr. 36: Madlen Burch, Sarnen; Clorinda Baltensberger, Baar ZG; Katharina Dahinden, Baar ZG

L

Marilyn Monroe

S

Stickerei

I

Türsteherin

5. Von wo fährt eine Luftseilbahn auf den Männlichen? E

Berg

B Buch

6. Was bedeutet im ursprünglichen Sinn das Wort Lady? A Brotkneterin

O Wäscherin

7. Welcher Dirigent war ein direkter Nachfahre von Kaiser Franz I.? S

Abbado

R Karajan

8. Um welche Distanz driftet der Mond pro Jahr von der Erde weg? N ca. 4 cm

T

ca. 50 cm

Lösungswort: 1

2

3

4

5

6

7

8

Paroli

Gewinnen Sie eine von 3 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Füllen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Das Lösungswort ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1 bis 5.

E

4 3

2 5

Auflösung Nr. 37: TADEL Gewinner Nr. 36: Margrit Wiget, Zürich; Martin Sieber, Winkel ZH; Dora Laager-Christen, Obstalden GL

1

E I E RMA N N E I NSTREU ESKAR I OL I NT ERNAT MA H L S A N D MA N T I S S E PLAKETTE REAKTANZ SELEKT I V UMD R E H E N

So nehmen Sie teil Tel. Wählen Sie die 0901 560 043 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD3, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD3 OSTEN Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Paroli, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 25.9.2016, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

Lösungswort: 1

2

3

4

5


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LEBEN | MM38, 19.9.2016 | 131

Sudoku

Gewinnen Sie eine von 5 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3x3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den gelben Feldern von links nach rechts.

1 9

8

7 3 9 5

7

5

8 4

1

9

6

4

1 1

2

2 8

8

8 6

4 2 8

5 2 3

Auflösung Nr. 37: 473 3 6 9 7 8 2 5 1 4

7 2 5 1 4 3 6 9 8

8 1 4 5 9 6 2 3 7

1 9 6 4 2 5 7 8 3

4 5 3 8 7 1 9 2 6

2 7 8 3 6 9 1 4 5

9 4 7 2 5 8 3 6 1

5 3 2 6 1 4 8 7 9

6 8 1 9 3 7 4 5 2

So nehmen Sie teil Tel. Wählen Sie die 0901 560 044 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD4, gefolgt von der Lösungszahl, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD4 123 Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Sudoku, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 25.9.2016, 24 Uhr

Gewinner Nr. 36: Ruth Kägi, Nuolen SZ; Monique Griessen, Le Brassus VD; Margrit Keller, Zumikon ZH; Manfred Weber, Seuzach ZH; Elisabeth Sommer, Uetendorf BE

Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

Bimaru

Brücken

Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

Jeder Kreis stellt eine Insel dar. Die Zahl darin gibt an, wie viele Brücken dort enden. Brücken sind nur zu horizontal oder vertikal benachbarten Inseln erlaubt. Diese dürfen mit einfachen oder doppelten Brücken verbunden werden. Am Schluss sollen alle Inseln 3 2 4 3 3 miteinander verbunden 3 2 sein. Verboten: Kreuzun2 5 2 2 gen, diagonale Brücken und mehr als zwei Linien.

1 2 3 3 3 4

Auflösung Nr. 37:

2 1 0 1 4

0

3

2

0

2

0

5

1

3

3 2 2

3 2 2

3 1 1

2 3 5

3

1

3 1 3

2

4

1

2

4 3

Auflösung Nr. 37: 1

3

2

3

3

2

1

4 2

2 3 2

4 4

2

1

3 2

3

4

3 2

3 1

2

5 2

4

2 3

2 3 1

2 3 3 3

Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 567 892 Ex. (WEMF 2015) Leserschaft: 2 386 000 (WEMF, MACH Basic 2016-1) Adresse Redaktion und Verlag: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Telefon: 058 577 12 12 Fax: 058 577 12 08 redaktion@migrosmagazin.ch Herausgeber: Migros-Genossenschafts-Bund Leiter Migros-Medien: Lorenz Bruegger

Publizistische Leitung: Monica Glisenti

Ressort Migros-Welt: Daniel Sidler (Leitung / stv. Chefredaktor), Chefredaktor: Sandra Jermann (Leiterin ProjektHans Schneeberger management), Heidi Bacchilega, Produktion/Ressort Leben: Jean-Sébastien Clément, Remo Leupin (Leitung), Dora Horvath, Andreas Dürrenberger, Robert Rossmanith (Chef von Dienst), Sonja, Leissing, Anna Meister, Sabine Müller (Produzentin), Fatima Nezirevic, Nicole Ochsenbein, Gerda Portner (Produzentin), Anna-Katharina Ris, Ursula Trümpy (Produzentin), Claudia Schmidt, Thomas Tobler, Daniel Schifferle (Verantwortlicher Jacqueline Vinzelberg, Leben), Karin Keller-Jabbie (Korrektorin), Michael West, Anette Wolffram Heinz Stocker (Korrektor) Bildredaktion: Ressort Menschen: Olivier Paky (Leitung), Sabine Lüthi (Leitung), Benjamin Böttcher, Franziska Ming, Andrea Freiermuth, Yvette Hettinger, Susanne Oberli, Helen van Pernis Ralf Kaminski, Anne-Sophie Keller Layout: (Volontärin), Monica Müller, Reto E. Wild Doris Oberneder (Creative Director), Online: Laetitia Buntschu Signer (Art Director), Reto Vogt (Leitung), Almut Berger, Werner Gämperli, Nicole Gut, Gabriela Masciadri, Pablo Tys Reto Meisser

Prepress: Liliane Bolliger, Ruedi Bolliger Lithografie: Reto Mainetti (Leitung), Manuela Seelhofer, Max Sommer Sekretariat: Stefanie Zweifel (Leitung), Imelda Catovic Simone, Nicolette Trindler Honorarwesen: Verena Hochstrasser Kommunikation & Medien-Koordination: Eveline Zollinger (Leitung), Rea Tschumi Verlag: Rolf Hauser (Leitung), Margrit von Holzen verlag@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 70, Fax: 058 577 13 71

Werbemarkt: Thomas Brügger (Leitung) Anzeigen: Gian Berger, Yves Golaz, Andreas Hess, Hans Reusser, Angela Scasascia anzeigen@migrosmagazin.ch Telefon: 058 577 13 73 Fax: 058 577 13 72 Innendienst: Verena De Franco, Michael Glarner, Christine Kummer, Janine Meyer, Jasmine Steinmann Lesermarkt: Nicole Thalmann (Leitung), Marianne Hermann, Nadine Voss Media-Services: Patrick Rohner (Leitung), Tabea Burri, Aisha Kaufmann, Theresa Wuitz Abonnemente: Sonja Frick (Leitung), Sibylle Cecere abo@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 00, Fax: 058 577 13 01

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134 | MM38, 19.9.2016 | LEBEN

1

Meine Welt

«Ich war immer der Klassenkasperl» Schauspieler und Comedian Siegmund Tischendorf alias Caveman hat eine Schwäche für Zeitungen und Designermöbel. Wäre er nicht beim Theater gelandet, dann wäre er Architekt geworden. Jetzt bringt er in Zürich Torsten Rohdes Bestseller «Ich bin nicht süss, ich hab bloss Zucker» auf die Bühne. Text: Laila Schläfli Bilder: Paolo Dutto 2


LEBEN | MM38, 19.9.2016 | 135

1 Mein Tick «Im Parkhaus klebe ich mir

das Ticket auf die Stirn, sonst sucht man das immer beim Rausfahren – einfach abschlecken und an die Stirn kleben.» 2 Mein Rückzugsort «Die Spa-Biblio-

thek des Dolder-Grand-Hotels ist ein Hideaway für mich: Hier habe ich meine Ruhe oder kann auch mal eine Geschäftsbesprechung abhalten.»

3

3 Meine Schwäche «Ich bin ein Fan von Designermöbeln. Wenn ich nicht Schauspieler geworden wäre, dann Architekt. Den Corbusier LC2 habe ich seit 30 Jahren. Er ist ein potenzielles Erbstück.»

4

Name: Siegmund Tischendorf (62) Sternzeichen: Stier Beruf und Lebenslauf: Aufgewach-

sen bin ich im österreichischen Graz. Das Germanistikstudium brach ich ab: Mir war das alles zu theoretisch. Stattdessen absolvierte ich die Schauspielschule. Zwar war ich sehr schüchtern, aber auf der anderen Seite immer der Klassenkasperl. Nach 15 Jahren in Norddeutschland, Hannover, kam ich wegen eines Engagements nach Bern und im Jahr 2000 ans Schauspielhaus Zürich. 2001 spielte ich erstmals den «Caveman», meinen grössten Erfolg mit über 1500 Vorstellungen. Seither arbeite ich frei. Ab 30. September läuft meine Bühnenfassung des Bestsellers «Ich bin nicht süss, ich hab bloss Zucker» von Torsten Rohde. Ab 12. Oktober stehe ich mit «Lügen, aber ehrlich» wieder selber auf der Bühne. 4 Mein Morgenritual «Kaffee trinken

und Zeitung lesen auf meiner Loggia. Eine Stunde nehm ich mir schon Zeit dafür. Ich verzichte bewusst auf digitale Berichterstattung, ich finde das Haptische more sexy.»

5 Mein Freund «Pit Arne-Pietz ist ein langjähriger Kollege und guter Freund. Zudem war ich sein Trauzeuge. Wir kennen uns seit gut 16 Jahren und haben eine ähnliche Humorlage. Momentan stehen wir nicht zusammen auf der Bühne, aber etwas ist immer in Planung.» 6 Mein Lieblingslokal «Nach Feier1 Mein Lieblingsprodukt

«Das Kürbiskernöl kommt wie ich aus der Steiermark. Ich benutze es für den Salat oder für Käferbohnen.»

5

6

abend gehe ich oft in die argentinische Weinbodega Inspiracion beim Zürcher Kreuzplatz auf ein Gläschen vorbei. Da ich sehr viel allein zu Hause arbeite, ist es ganz schön, am Abend kurz rauszugehen. Es ist ein Quartiertreff, man kennt sich hier.»


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Migros magazin 38 2016 d aa by Migros-Genossenschafts-Bund - Issuu