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Migros magazin 38 2015 d lu

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Ausgabe Luzern, AZA 1953 Sion Response Zentral

MM38, 14.9.2015 | www.migrosmagazin.ch

Bild: Daniel Auf der Mauer

Islam in der Schweiz

Ylfete Fanaj ist Politikerin und Muslima. Ein Dossier 端ber den Islam in unserem Alltag. Bitte Wohnungswechsel der Post melden oder dem regionalen Mitgliederdienst: Tel. 041 - 455 70 38, E-mail: genossenschaftsregister@migrosluzern.ch


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4 | MM38, 14.9.2015

11 Editorial

M Offen bleiben

«Müssen wir Angst vor dem Islam haben?» wurde letzte Woche die deutsche Bundeskanz­ lerin Angela Merkel von einer besorgten Bürge­ rin gefragt. Die Frage hätte genauso gut einem unserer Bundesräte gelten können. Die Ver­ unsicherung in der Bevölkerung angesichts der steigenden Immigrationszahlen in der Schweiz, was denn mit «unseren Schweizer Werten» und «unserer Religion» passiere, ist gross. Jedes Kopftuch eine Provokation, jedes dunkle Gesicht hinter dichtem Bart ein Terrorist? Natürlich gibt es drängende Fragen, die sich stellen. Etwa, wie unser Land eine Immigration von einem Prozent pro Jahr längerfristig ver­ kraften kann. In gewissen Köpfen aber reagiert heute das geistige Fegefeuer. Jeder Schweizer müsse zu Hause 1000 Schuss Munition ver­ stecken, las ich letzte Woche auf einem Face­ book­Post eines mit Schweizer Flagge bekränz­ ten Mitbürgers. Damit wir dann «den Krieg mit diesen Islamisten führen könnten», die sich unter den Flüchtlingen verstecken. Andere wollen gleich die Armee an die Grenze stellen. Und was dann? Auf die Flüchtlinge schiessen?

12

Ach ja: Angela Merkel hat auf die betreffende Frage souverän reagiert. Sinngemäss meinte sie: Vielleicht sei es an der Zeit, sich auch wieder mal mit den eigenen christlichen Wurzeln, der eigenen Identität zu be­ fassen. Wer nicht mal wisse, was Pfingsten eigentlich sei, dürfe nicht scheel auf Menschen schau­ en, die den Koran ernst nehmen. Hans Schneeberger, Chefredaktor hans.schneeberger@migrosmedien.ch

Bilder: Samuel Trümpy, Daniel Auf der Mauer

Was bleibt in dieser überhitzten Atmo­ sphäre? Aufklärung. Reden miteinander. In Kontakt bringen. Neue Welten kennenlernen. Menschen die Chance geben, uns ihr Denken, ihre Kultur, ihren Alltag näherzubringen. Aus diesem Gedanken heraus hat die Redaktion in den letzten Wochen ein Dossier zum Thema Islam erstellt. Um Schran­ ken abzubauen, Verständnis für das Anderssein zu wecken. Aber auch zu sondieren, ob es berechtigte Sorgen gibt. Denn nur wer den anderen kennt, kann ihn auch wirklich akzeptieren.

M-Infoline: Tel. 0800 84 0848 oder Fax 0041 44 277 20 09 (Ausland). www.migros.ch/kundendienst; www.migros.ch Cumulus: Tel. 0848 85 0848* oder +41 44 444 88 44 (Ausland). cumulus@migros.ch; www.migros.ch/cumulus Redaktion Migros-Magazin: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Tel. 058 577 12 12, Fax 058 577 12 08. redaktion@migrosmagazin.ch; www.migrosmagazin.ch * Normaltarif


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Migros-Welt Islam

49 Saisonküche

8 Zahlen und Fakten

Feine Rezepte mit Trauben.

11 Porträt Arzt und Ex-MisterSchweiz Adel Abdel-Latif über seine Erfahrung mit Ausgrenzung. 12 Reportage

64 Perfekte Wandersnacks 65 Nidlechueche mit Valflora 66 Alle sind im Sammelfieber 68 Frage der Woche 69 Fruchtige Kompotte 71 Neues aus der M-Industrie 77 Pflege für jedes Haar 79 Blumige Weichspüler 80 Ab in die Berge!

18 Interview

83 Neues aus Ihrer Region Aktionen, Reportagen und interessante News aus den Genossenschaften.

Wissenswertes zum Islam in der Schweiz.

Wie Schüler in einem Workshop versuchen, Vorurteile abzubauen.

24

40 Nachhaltige Schokolade 46 Saftiges vom Poulet 47 Cordon bleus ganz winzig

Wie geht MohammedKarikaturist Kurt Westergaard mit der ständigen Bedrohung durch Extremisten um?

Leben

21 Porträt SP-Nationalrätin Ylfete

Fanaj hat kosovarische Wurzeln. 22 Pro und Contra

Wie berechtigt sind Ängste gegenüber der zweitgrössten Weltreligion? 24 Interview Ethnologe Thomas Hüsken über Probleme, Ursachen und Lösungsansätze im Umgang mit dem heutigen Islam. 31 Porträt

Konvertitin: Esther Fouzi hat ihren Glauben gewechselt. 32 Leserforum 33 Bänz Friedli

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Dossier

Der Islam ist zu einem Reizwort geworden und sorgt weltpolitisch regelmässig für negative Schlagzeilen. Viele Menschen assoziieren damit Terror oder fürchten sich vor kultureller Überfremdung. Andere finden es erschreckend, wie leicht es geworden ist, Muslime pauschal zu dämonisieren. Für dieses Dossier hat das Migros-Magazin mit Muslimen in der Schweiz gesprochen, eine Schulklasse besucht, Ängste hinterfragt und einen dänischen Karikaturisten interviewt. Eine Reise durch eine andere Welt.


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Zahlen und Fakten

Islam in der Schweiz Wussten Sie, dass die meisten Muslime in der Schweiz aus Ex-Jugoslawien kommen? Oder dass die Mehrheit von ihnen deutlich weniger häufig einen Gottesdienst besucht als etwa Juden? Spannend auch: Die Zahl der Muslime wächst ähnlich stark wie jene von Freikirchlern. Interessantes über den Islam in der Schweiz. Text: Andrea Freiermuth

Juden 16 830

andere Religionen* 89 259

übrige Christen** 389 608

Muslime 341 572

Basel

Infografik: Daniel Röttele

Wangen bei Olten Biel

1 Muslime in der Schweiz Fünf Prozent der Schweizer Wohn­ bevölkerung über 15 Jahre sind Muslime. Das zeigt die Struktur­ erhebung von 2013. Prozentual am meisten Muslime leben im Kanton Basel­Stadt (8,5%), am wenigsten im Kanton Graubünden (1,8%). Nimmt man die Zahl der Gottes­ dienstbesuche als Gradmesser für die Religiösität, so lässt sich fest­ stellen, dass es im Vergleich mehr religiöse Juden als Muslime gibt. Über alle Konfessionen verteilt, gibt es 5734 lokale religiöse Gemeinschaften, 315 davon sind muslimisch. Das zeigen Zahlen aus einer Nationalfondsstudie von 2011. Viele dieser Gemeinschaften sind ethnisch kulturelle Verbände, wie etwa der Türkisch­Islamische Kulturverein Wädenswil. In der Schweiz leben vor allem Sunniten.

Bern Freiburg

Lausanne

Genf

Anzahl Moscheen und Gebetsräume 18 6 1

Anteil Muslime an der Gesamt­ bevölkerung eines Kantons 1,8%–2% 2,1%–4% 4,1%–6% 6,1%–8,5% (max.)

Moschee mit Minarett

2 Herkunft Die grosse Mehrheit der Muslime in der Schweiz stammt aus Ex­Jugo­ slawien. Sie pflegen in der Regel einen toleranten Islam und erlauben zum Beispiel Mischehen. Seit 2000 steigt der Zuwachs ausländischer Muslime nur noch moderat an. Dafür haben immer mehr einen Schweizer Pass. Darunter sind viele Kinder und Enkelkinder von türkischen und jugoslawischen Einwanderern aus den 1970er­ und 1990er­Jahren.

116 738

Schweiz

131 688

Ex-Jugoslawien Türkei

43 157 12 780

Maghrebstaaten Europa u. Russland Naher Osten

11 260 9882

Afrika

7057

Mittlerer Osten

6078

andere

2932

* z. B. Hindus, Buddhisten ** z. B. Christlich­Orthodoxe Quellen: Bundesamt für Statistik (1, 2, 4); Yearbook of Muslims in Europe, Volume 6, 2014 (3); «Die religiösen Gemeinschaften in der Schweiz: Eigenschaften, Aktivitä­ ten, Entwicklungen» (5); Tages­Anzeiger/Uni Luzern (1)


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3 Religionen in der Schweiz

Anteil der Konfessionen an der Schweizer Bevölkerung ab 15 Jahren

Religionszugehörigkeit der Schweizer Bevölkerung ab 15 Jahren, Stand 2013

50% 45% 40% Katholiken

35% 30%

Reformierte 1 762 892

Katholiken 2 562 396

St. Gallen

25%

Reformierte

20%

Konfessionslose

4 Glaubensrichtungen

15%

Islamische Konfessionen bei Schweizer Muslimen, Stand 2014

10%

andere Christen Muslime

5%

andere

Winterthur

0 198 0 199 0 200 0

0%

197

Zürich

201 3

Konfessionslose 1 497 521

Juden

In den vergangenen 40 Jahren ist die Zahl der Christen, die einer Frei­ kirche angehören, fast ebenso stark gewachsen wie die Zahl der Mus­ lime. Am stärksten zugenommen haben die Konfessionslosen.

5 Gottesdienstbesuche Personen, die nie zum Gottesdienst gehen Personen, die nur an hohen Feiertagen zum Gottesdienst gehen Personen, die regelmässig am Gottesdienst teilnehmen Schätzungen, Jahr 2011 Lesebeispiel: 6,1% der Schweizer Muslime besuchen regelmässig den Gottesdienst, 73,6% nehmen nie teil.

Juden 39,2%

Muslime 46,1%

14,7%

73,6%

Reformierte 20,3%

6,1%

86,3%

Katholiken 9,1%

87,5% 4,6%

7,9% 4,6%


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DOSSIER ISLAM | MM38, 14.9.2015 | 11

Porträt

Adel Abdel-Latif (44)

«Manche ärztlichen Kollegen wandten sich von mir ab.» Adel Abdel-Latif

Arzt, Verhandlungsberater, Mister Schweiz 1996 «Fragte man mich vor zehn Jahren, ob ich als

Muslim von Diskriminierung betroffen sei, war meine Antwort ein klares Nein. Heute ist es anders. Als 2009 über die Minarette abgestimmt wurde, war ich als Radiologe an der Hirslanden-Klinik St. Anna in Luzern tätig. Manche ärztlichen Kollegen wandten sich von mir ab, nachdem ich mich in den Medien gegen diese Initiative ausgesprochen hatte. Ausserdem erfuhr ich, dass mehrere Chemotherapiepatientinnen, die aufgrund ihres Haarausfalls Kopftücher trugen, auf der Strasse verbal angegriffen wurden, da man sie für Musliminnen hielt. Es stimmt mich traurig, dass ich mich an-

dauernd für die furchtbaren Verbrechen einiger weniger Verrückter rechtfertigen muss. Ein Katholik muss auch nicht beweisen, dass er nicht pädophil ist, nur weil manche katholischen Priester Kinder missbraucht haben.

Bild: Daniel Auf der Mauer

Aufgeheizt wird die Stimmung von Rechtspopulisten, die auf

Stimmenfang sind. Aber viele Schweizer Bürger lassen sich nicht mehr so offensichtlich manipulieren. Wie das jüngste Beispiel zeigt, stellen sie Fragen und entlarven Politiker wie Christoph Mörgeli, die mit aus dem Zusammenhang gerissenen Bildern negative Stimmung und Werbung in eigener Sache machen wollen.» Aufgezeichnet von: Andrea Freiermuth


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Reportage

Eintauchen in die Welt der Muslime

Workshopleiter Ron Halbright (rechts) und Nuran Serifi (Zweite von rechts) zeigen den Jugendlichen islamische Schriften und einen Gebetsteppich.

Kopftuch, Ramadan, Bart, Terror: Das kommt Jugendlichen aus dem Thurgau beim Stichwort Islam in den Sinn. Mit seinem Workshop versucht Sozialpädagoge Ron Halbright, Vorurteile bewusst zu machen und sie zu bekämpfen. Text: Ralf Kaminski, Yvette Hettinger

Bilder: Samuel Trümpy

Y

llhan (14) hat eine Frage. «Du bist Mus­ limin und hast ein Tat­ too, aber die sind doch haram, oder?» Angesprochen ist Kursleiterin Nuran Serifi (35), eine schiitische Muslima aus Mazedonien. Sie sagt, sie habe sich intensiv mit dem Thema befasst und die Experten seien sich nicht unbedingt einig.

«Doch, das ist so, die sind haram», hält Yllhan unbeirrt dagegen. «Haram» steht im Ara­ bischen für alles, was im Koran verboten ist, und dazu gehören je nach Interpretation auch Tätowierungen, denn diese ver­ ändern den Körper dauerhaft. Yllhan ist selbst Muslim, einer von dreien in der elfköpfigen Gruppe von Jugendlichen, die


DOSSIER ISLAM | MM38, 14.9.2015 | 13

Die Kosovarin Edona (Mitte) besucht den Workshop mit ihrer Schweizer Freundin Yessica. Anzeige

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aus dem Tagesangebot Tagesangebot Getränk (2 (2dl) dl) +1 Getränk sich an jenem warmen Sommertag im Sekundarstufenschulhaus Letten in Diessenhofen TG für den Workshop «Musliminnen und Muslime in der Schweiz» versammelt haben. Nuran Serifi erklärt, dass eine Tätowierung, wenn überhaupt, «eine nicht so tragische Sünde» sei, und derweil die beiden diskutieren, wirkt

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14 | MM38, 14.9.2015 | DOSSIER ISLAM

Zum Workshop

Ängste abbauen Der Workshop in Diessen­ hofen wird vom National Coalition Building Institute (NCBI) in Thalwil ZH veranstaltet. Dessen Gründer, der jüdische Amerikaner Ron Halbright, lebt seit 25 Jahren in der Schweiz und schätzt, dass NCBI mit diesem Workshop jährlich rund 2500 Jugendliche erreicht. «In den 90er-Jahren haben wir solche Veranstaltungen zum Judentum organisiert. Aber nach 9/11 hat die Muslimfeindlichkeit stark zugenommen, also haben wir das Thema gewechselt.» Erschwerend komme hinzu, dass mit Minarett- und Burkaverboten Politik gemacht werde, auf Kosten der Muslime. «Da spielt viel Angstmacherei mit. Und gegen diese Ängste wollen wir etwas unternehmen.» Besonders häufig wird der Workshop mit Zivildienstleistenden durchgeführt. «Da gibt es viele intensive Diskussionen und recht hartnäckige Vorurteile», sagt Nuran Serifi. Sie hat schon mehrfach erlebt, dass sich negative Einstellungen zur islamischen Welt im Lauf des Workshops verbessert haben. Dennoch sind muslimische Jugendliche, die sich radikali­ sieren und für den IS in den Krieg ziehen, auch in der Schweiz eine Realität. Laut dem Schweizer Nachrichtendienst waren es bisher 69 Personen, darunter einige Konver-

titen. «Oft sind es Jugendliche, die sich nicht akzeptiert fühlen, die keine Zukunftsperspektiven sehen und einen Weg suchen, sich wichtig zu fühlen, einen Sinn suchen», sagt Halbright. Die Schweiz sei dank ihres Wohlstands weniger stark betroffen als andere Länder, weil auch Jugendliche mit schlechter Schulbildung noch Chancen auf einen Job und Integration hätten. Religion spielt laut Halbright beim Radikalisierungspro­ zess dann eine Rolle, wenn das eigene Elternhaus nicht besonders religiös war. «Das macht den Glauben zu einem interessanten Thema. Und wenn Jugendliche auf Sinnsuche ohne grosse Vorbildung auf radikale Leute stossen, die behaupten, einzig sie seien es, die diese Religion ‹richtig› lebten, dann kann das sehr beeindruckend wirken. Es gibt ihnen einen Halt, den sie vorher noch nie hatten.» Mit Workshops könne man da kaum Gegensteuer geben, daran müsse die ganze Gesellschaft arbeiten. «Muslime müssen spüren, dass sie in der Schweiz zu Hause sind, dass sie akzeptiert werden und eine Zukunft haben», erklärt Halbright. «Verbote, ob es nun Minaret­ te, Burkas oder Kopftücher betrifft, setzen genau das falsche Signal. Das ist indirekte Unterstützung für den IS.»

die gesamte Kursleitung sichtlich erfreut, dass es endlich mal zu einer Debatte kommt. Bis dahin haben sich die fünf Mädchen und sechs Jungen im Alter von 13 bis 16 Jahren nämlich ziemlich zurückgehalten. Obwohl der amerikanisch-schweizerische Sozialpädagoge Ron Halbright (58) mit seinem Team alles Mögliche versucht, um das Eis zu brechen. Das Grüppchen sitzt im Kreis und soll über seine Ängste sprechen, über sein Verhältnis zur Religion, über das Leben im Ausland. Nuran Serifi erzählt, wie sie sich fühlte, als sie an einer Ausstellung wegen ihres Kopftuchs negative Sprüche zu hören bekam. Wie wütend sie war, und wie sehr sie sich beherrschen musste, die Frau freundlich zu konfrontieren. So führt sie das Thema Vorurteile ein. In kurzen Rollenspielen zu zweit sollen alle nun möglichst rasch Worte sagen, die ihnen zu bestimmten Themen einfallen, etwa zu den USA, der Schweiz oder dem Islam. Was zu Letzterem kommt, ist nicht gerade schmeichelhaft: Ramadan, Koran, Kopftuch, Bart, Terror. Workshop auf Initiative des evangelischen Pfarrers

Ron Halbright im Gespräch mit Schülerin Edona.

Immerhin tauen die Jugendlichen dabei erstmals ein bisschen auf. Vielleicht waren sie bisher auch deshalb zurückhaltend, weil sie aus verschiedenen Klassen für diesen Workshop

zusammengewürfelt wurden. Für viele war er nicht die erste Wahl an diesem Lebenskundetag, den die Schule ein Mal pro Jahr durchführt. Dass der Muslim-Workshop in Diessenhofen bereits zum vierten Mal stattfindet, ist vor allem dem evangelischen Pfarrer Volker Houba (53) zu verdanken. Der volle Tag, bei dem mehrere Religionsstunden eines Semesters zusammengezogen werden, schaffe die Voraussetzung, sich intensiv mit einem Thema zu befassen. Houba hält es für enorm wichtig, dass die Jugendlichen mehr über das Leben der Muslime erfahren und sich mit ihren eigenen Vor-


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Oben: Besuch in der albanischen Moschee von Diessenhofen. Links oben: Nuran Serifi führt vor, wie das mit dem Kopftuch genau funktioniert. Links: Die Kursleiter zitieren Stellen aus dem Koran.

urteilen auseinandersetzen. «Denn es geht nur miteinander, nicht gegeneinander.» Oft aber lebten Christen und Muslime aneinander vorbei. «Das ändert sich nur, wenn man sich kennenlernt und bereit ist, sich zu öffnen.» Er verweist auf die goldene Regel, die in allen Weltreligionen gelte: «Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu.» Konkrete Reibereien an der Schule sind dem Pfarrer zwar keine bekannt, aber Sprüche gebe es schon. Yllhan und seine muslimische Schulkollegin Edona (15), beide mit kosovarischen Wurzeln, sehen das auch so. Vorurteile erleben

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beide im Alltag nicht, sie kennen auch keine anderen Muslime, die damit konfrontiert sind. Aber Sprüche gebe es, wenn sie erzähle, sie sei Muslimin, sagt Edona. «Zum Beispiel: Was, trägt deine Mutter Kopf­ tuch, oder was?» Tut sie nicht, und auch für Edona war das nie ein Thema. Während sie sich als «nicht so religiös» bezeich­ net, ist Yllhan der Glaube wich­ tig. Er betet auch regelmässig zu Hause oder in der Moschee. Was halten sie von radika­ lisierten Jugendlichen, die in den Nahen Osten ziehen, um dort für den IS zu kämpfen? «Das ist schlimm, diese Leute missbrauchen eine friedliche Religion und verschaffen uns allen damit ein schlechtes Image», sagt Edona. Yllhan sieht das zwar genauso, sagt aber, er könne schon ein biss­

chen nachvollziehen, dass so was für Jugendliche in schwieri­ gen Situationen eine gewisse Anziehungskraft haben könnte. «Man fühlt sich allein, und dann kommt man auf dumme Ideen.» Persönlich kennt Yllhan aller­ dings niemanden, dem er so was zutrauen würde. In seiner Moschee wird sogar offen vor den Radikalen gewarnt. Nicht einig sind sie sich, ob so ein Workshop überhaupt etwas bringt. «Ich finde schon», sagt Edona. «Wir selbst werden vielleicht nicht mit Vorurteilen konfrontiert, aber vielen geht es anders. Ideal wäre, wenn jede Klasse sich damit mal ausein­ andersetzen würde.» Yllhan hin­ gegen zweifelt, dass so ein Tag viel bewirkt. «Die meisten lau­ fen hier rein und abends wieder raus und nehmen das nicht weiter ernst, was gesagt wird.»

Dass der Workshop seine Be­ rechtigung hat, zeigt sich aber schon kurze Zeit später. Die Jugendlichen versammeln sich nach der Mittagspause vor der Schule, um gemeinsam zu einer Moschee in der Nähe zu spazieren, wo das Nachmittags­ programm stattfinden wird. Nur einer fehlt. Einer der Schüler will nicht mit in die Moschee

Als die Gruppe schliesslich leicht verspätet aufbricht, kommt der Junge ihnen kurz da­ rauf entgegen, in Begleitung sei­ ner Mutter. Diese fragt Pfarrer Houba, weshalb die Eltern nicht informiert worden seien, dass ein Moscheebesuch geplant sei. Ihr Sohn wolle nicht mit, und sie könne ihn ja nicht zwingen. Während der Junge etwas betre­ ten daneben steht, entspinnt

sich zwischen Mutter und Pfar­ rer eine Diskussion. Bald stellt sich heraus, dass es wohl weni­ ger der Sohn als die offenbar sehr katholischen Eltern sind, die damit ein Problem haben. Pfarrer Houba wirbt für den Moscheebesuch: «Sein Glaube wird ihm ja nicht genommen. Es geht nur darum, sich vor Ort ein eigenes Bild zu machen, wie Muslime ihren Glauben leben.» Die Mutter jedoch erklärt, dass sie auch sonst nicht einfach in eine Moschee gehen würde. Sie habe nichts gegen Muslime, aber sie wolle mit dieser Welt nichts zu tun haben. Zumindest hätte die Familie mehr Zeit gebraucht, darüber zu beraten, erklärt sie. Houba akzeptiert die Entscheidung, bedauert sie jedoch für den Jungen. Die Ju­ gendlichen ziehen schliesslich ohne ihn weiter zur Moschee.

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DOSSIER ISLAM | MM38, 14.9.2015 | 17

Dort verbringen sie den Nachmittag mit Muhamed Jaja, dem gerade mal 24-jährigen Imam der albanischen Moschee von Diessenhofen, die rund 130 zahlende Mitglieder hat. «Viele von denen kommen aber nur an Feiertagen», sagt Jaja und lacht. Von aussen macht das Gebäude im Industriequartier nicht viel her, aber drinnen gibt es ein kleines Café mit gemütlicher Sofaecke und im oberen Stock einen grossen, schlichten Gebetssaal mit schönem Teppich, kleiner Kanzel und Pingpongtisch. Jaja, der sein Geld als Lagerist verdient, lädt ab und zu Andersgläubige ein, zum gegenseitigen Austausch und Kennenlernen. «Viele Menschen haben Vorurteile, und dann sehen sie die Medienberichte über den IS im Fernsehen und fühlen sich bestätigt.» Er möchte seinen Teil dazu tun, Gegensteuer zu geben, auch wenn er im Alltag selbst keine Probleme erlebt. Ein lehrreicher, aber auch ein anstrengender Tag

Nachdem Jaja die Moschee vorgestellt hat, bereiten die Jugendlichen in kleinen Gruppen Fragen vor, die der Imam anschliessend ausführlich beantwortet: Wie ist das mit dem Schweinefleisch, den arrangierten Hochzeiten, den Kleidervorschriften, der Unterdrückung der Frau, den Bärten? Dann wird der Spiess umgedreht, die muslimischen Jugendlichen stellen ihre Fragen dem Pfarrer und ihren christlichen Schulkollegen. Am Schluss dann die Bilanz: Was hat der Workshop gebracht? Eine kleine Runde Jugendlicher ist sich einig: ein lehrreicher Tag. «Es war spannend, beide Seiten zu hören und mehr zu erfahren als das, was man so im Fernsehen sieht», findet Julia (14). Aber es war ein langer Tag, auch da sind sie sich einig. Und als der Pfarrer die Gruppe schliesslich mit Dank verabschiedet, dauert es keine zehn Sekunden, und alle sind weg. MM Weitere Infos: www.ncbi.ch

Der junge Imam Muhamed Jaja heisst die Jugendlichen in seiner Moschee in Diessenhofen willkommen.

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Interview

«Meine Karikaturen waren nötig»

Der dänische Karikaturist Kurt Westergaard wurde weltweit bekannt, als er 2005 Mohammed mit einer Bombe als Turban zeichnete. Der fünffache Grossvater über den Kampf der Kulturen und den Islam. Text: Reto E. Wild

Kurt Westergaard (80): «Ich habe mit dem Islam kein Problem. Aber ich habe ein Problem damit, wenn eine Religion die Demokratie nicht anerkennt.»

Wie wirken sich die Anschläge aus? Wir sind ein sehr tolerantes Land, das auf dem Christentum basiert. Das sage ich, obwohl ich Atheist bin, ein protestantischer Atheist sozusagen. Wir haben noch immer Frieden. Nur müs­ sen wir ein Aber anfügen. Viele Journalisten und Karikaturisten sind beunruhigt und haben nach

den Anschlägen in Paris und Kopenhagen Angst, wenn sie heikle Themen beleuchten. Wo waren Sie, als Mitte Februar 2015 ein Attentat auf Teilnehmer einer Veranstaltung mit dem Karikaturisten Lars Vliks in einem Kopenhagener Kulturcafé verübt wurde? In meinem Haus in der Nähe von Aarhus nördlich von Kopen­ hagen. Ich kenne Lars Vliks sehr gut, er ist ein starker Mann. Ich mache mir um ihn keine Sorgen. Wie ich wird auch er vom dänischen Geheimdienst bewacht. Lars wird sich nun wohl genauso wie ich noch mehr Sorgen über die Zukunft unserer Gesellschaft machen. Sie überlebten nach der Publikation Ihrer Mohammed-Karikaturen mehrere Anschläge. Haben Sie je bereut, die Karikaturen gemacht zu haben? Nein. Sie waren nötig. Wir muss­ ten uns früher oder später mit den beiden Kulturen auseinan­

dersetzen – hier die dänische Demokratie, dort Immigranten mit einer alten Religion. Wir können nicht einfach aufgeben. Und ich bin sicher, dass es auch in Zukunft nicht möglich sein wird, kreative Intellektuelle in ihrer Arbeit zu stoppen. Am Ende wird die Demokratie siegen. Das heisst nicht, dass die Muslime ihre Religion auf­ geben sollen. Aber sie sollen anerkennen, dass dieses Land, wie die meisten europäischen Länder, auf demokratischen Werten basiert. Ich hoffe, dass dies verstanden wird. Weshalb haben Sie damals den Propheten Mohammed mit einer Bombe als Turban dargestellt? Im Persischen gibt es ein ge­ flügeltes Wort, das sinngemäss bedeutet: Wenn jemand eine Orange im Turban hat, ist er glücklich. Statt einer Orange zeichnete ich eine Bombe. Ich wollte damit zeigen, dass die Terroristen ein altes Buch, den

Koran, missbrauchen. Ich weiss nicht, ob ich damit tatsächlich den Propheten zeichnete. Mir ging es vielmehr darum, einen Mann darzustellen, der Teile der Religion missbraucht. Die Muslime interpretieren diese Karikatur als Mohammed. Ich bin mir da nicht so sicher. Der verstorbene Ex-Präsident des Schweizerischen Rats der Religionen, der Muslim Hisham Maizar, sagte dem Migros-Magazin in einem Interview, dass MohammedKarikaturen kontraproduktiv seien, weil sie derart starke negative Gefühle bei Muslimen auslösten. In einer friedlichen Demokratie gibt es immer Karikaturisten und Satiriker, die skeptisch sind gegenüber machtgierigen Poli­ tikern, Priestern, der Bürokratie und auch gegenüber Religionen. Dafür muss es Platz haben. Vielleicht hilft diese Anekdote über Satire und Macht: Pablo Picasso malte 1937 «Guernica»,

Bild: Jens Norgaard Larsen/EPA/Keystone

Kurt Westergaard, was dachten Sie, als Sie Anfang Jahr von den Anschlägen auf das Pariser Satiremagazin «Charlie Hebdo» hörten? Ich war erschrocken, aber auch sehr wütend. Wütend sein hilft beim Verarbeiten. Das habe ich nach dem Anschlag auf mich vor fünf Jahren gelernt. Die Wut hat mich vor einem Trauma bewahrt. Gleichzeitig sorge ich mich sehr, wie sich solche Anschläge auf die Integ­ ration auswirken. Dänemark ist ein Wohlfahrtsstaat und hat viel in Immigranten, deren Aus­ bildung und Kinder investiert.


DOSSIER ISLAM | MM38, 14.9.2015 | 19

Person, Typ, Haltung: Was Karikaturen angreifen. Migrosmagazin.ch

das an den deutsch-italienischen Luftangriff auf die baskische Stadt erinnert. 1940 traf Picasso einen deutschen Luftwaffenoffizier. Dieser fragte, ob er «Guernica» gemacht habe. Picasso antwortete: «Nein, Sie.» Ist Ihre Karikatur nicht trotzdem zu viel der Provokation? Nein. Die Reaktion aus islamischen Kreisen zeigt, dass ihre Religion sich mitten im Kampf zur Freiheit befindet. Wissen Sie, ich habe keine Angst. Ich bin Mitte Juli 80 Jahre alt geworden. Mir kann man nicht mehr viel wegnehmen. Aber ich bin traurig wegen meiner Berufskollegen, die aus Angst nicht mehr zeichnen. Tatsächlich: Heute müssen westliche Karikaturisten ihr

Leben riskieren, wenn sie sehr kritisch zeichnen. Das kann man so sagen. 2010 schlug ein Somalier mit der Axt mein Fenster ein und versuchte, mich mit einem Messer anzugreifen. Ich konnte mit einer Enkelin im letzten Moment flüchten. 2008 wurde ein mögliches Mordkomplott gegen mich vom dänischen Polizeigeheimdienst vereitelt. Wir rund zehn dänischen Karikaturisten sind wirklich sehr gut geschützt und in sicheren Häusern. Nach den Anschlägen auf mich musste ich das Haus jeden Monat wechseln. Von Zeit zu Zeit fuhr ich deshalb auch ein anderes Fahrzeug. Und heute fühlen Sie sich wirklich sicher? Ja, beim dänischen Geheimdienst arbeiten sehr professio-

nelle Leute. Ich führe ein fast normales Leben. Wie sieht das heute aus? Ich zeichne nach wie vor, jedoch nicht mehr für die Medien. Ich bin ja seit einigen Jahren pensioniert. In der jüngsten Vergangenheit habe ich viel Zeit damit verbracht, den Schriftsteller und Dichter Hans Christian Andersen zu porträtieren. Ein Karikaturist hört mit seinen Arbeiten nie auf. Sie sprechen von einem «fast normalen Leben». Was heisst das im Detail? Eigentlich kann ich alles machen. Klar, ich muss mich mit den Sicherheitsleuten absprechen, bevor ich etwas unternehme. Aber ich kann beispielsweise ins Ausland reisen und war vor

einigen Jahren auch in der Schweiz. Dort verkaufte ich über eine Galerie einige meiner Zeichnungen. Den Erlös spendeten wir einer Schule auf Haiti sowie einem Fussballclub in Ghana. Insgesamt sind rund 400 000 Dänische Kronen zusammengekommen (rund 58 410 Franken). Welche Beziehung haben Sie heute zum Islam? Ich habe mit der Religion kein Problem. Aber ich habe ein Problem damit, wenn eine Religion die Demokratie nicht anerkennt. Ich kenne nur wenige Muslime. Viele wollen sich nicht mit mir unterhalten. Ich halte mich da gern an den alten deutschen Humoristen Otto Julius Biermann. Er sagte: «Humor ist, wenn man trotzdem lacht.» MM

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DOSSIER ISLAM | MM38, 14.9.2015 | 21

Porträt

Ylfete Fanaj (33) SP-Kantonsrätin Luzern und Integrationsbeauftragte im Kanton Nidwalden

«Eine Muslima ist für viele eine unterdrückte Frau, die man retten muss.» Ylfete Fanaj

«Ich kam im Alter von neun Jahren aus dem

Kosovo in die Schweiz. Was ich mit der Religion in Verbindung bringe, habe ich von meiner Mutter gelernt. Situa­ tionsbedingte Stoss­ gebete zum Beispiel, die mich im Alltag beglei­ ten. Ich bin gläubig, aber nicht religiös, und ich mache auch keinen Ra­ madan. Zum ersten Mal in einer Moschee war ich mit 24, als Touristin während eines Sprach­ aufenthalts in Irland. Ich fühle mich nicht diskriminiert. Was

mich jedoch beschäf­ tigt, sind die zum Teil sehr festgefahrenen Bilder, welche die Leute gegenüber dem Islam haben. Eine Muslima ist für viele eine unter­ drückte Frau, die man retten muss. Eine Freundin, die sich für das Kopftuch entschie­ den hat, wurde von den Nachbarn von einem Tag auf den anderen nicht mehr gegrüsst. Andere staunten, dass sie noch Velo fährt oder wandern geht.

Bild: Daniel Auf der Mauer

Wer kollektive Ablehnung spürt, flüchtet

sich eher in den eigenen Kulturkreis, integriert sich nicht. Gerade Jugendliche, die sich in der Pubertät in einer schwierigen Phase befinden, reagieren stark auf Zurück­ weisung. Sie werden damit in eine Rolle gedrängt, die sie gar nicht wollen – und das macht sie im schlimms­ ten Fall vielleicht sogar empfänglich für ex­ tremes Gedankengut.» Aufgezeichnet von: Andrea Freiermuth


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Parallelgesellschaften statt Integration? Weitere Vorurteile:

Pro und Contra

Sind die Ängste berechtigt?

Vorurteile gegenüber Muslimen und die Furcht vor kultureller Unterwanderung sind auch in der Schweiz weit verbreitet. Wir haben vier Experten mit typischen Aussagen von Islamgegnern konfrontiert. Bei ihren Einschätzungen sind sie sich nicht immer einig. Aufgezeichnet von: Ralf Kaminski

Zu den Personen

Sakib Halilovic (49) ist Imam des

Elham Manea (49) ist eine in

Lukas Reimann (32) ist SVP-

Nationalrat und engagiert sich unter anderem stark bei islamischen Themen.

islamisch-bosnischen Zentrums in Schlieren ZH. Er wurde in Bosnien geboren und ausgebildet, studierte später auch in der Schweiz und ist längst Schweizer.

Julia Onken (73)

ist Autorin, Feministin und der Ansicht, dass Frauen im Islam systematisch unterdrückt werden.

z. B. Alfred Locker: «Weltgefahr Islam» auf Neue-ordnung.at

Elham Manea, jemenitisch-schweizerische Politologin: Wie andere Religionen hat auch der Islam eine friedliche und eine gewalttätige Seite. Es sind zwei Gruppen, die den Kampf der Zivili­ sationen fördern: xeno­ phobe Kräfte und islami­ sche Fundamentalisten. Wir müssen beiden entgegentreten.

Imam Sakib Halilovic: Der Islam ist keine Kriegsreligion. In seinen Grundsätzen steht, dass alle Menschen gleich sind an Würde, Pflichten und Verantwortung; und das ohne Ansehen von Rasse, Hautfarbe, Sprache, Geschlecht, Religion, politischer Einstellung, sozialem Status oder anderen Gründen.

Je mehr Muslime im Land sind, desto höher das Risiko, dass der Terror auch uns erreicht.

z. B. Hans Fehr: «Toleranz gegenüber Intoleranten?» auf Hans-fehr.ch

Elham Manea: Dieses Risiko würde nur dann steigen, wenn wir dem politischen Islam und dessen radikaler Inter­ pretation erlaubten, sich hier festzusetzen und in der muslimischen Ge­ meinschaft zu verbreiten. Umso wichtiger ist es, dass wir dieser Ideologie und Interpretation des Islams die Stirn bieten.

Sakib Halilovic: Man muss doch vor Menschen keine Angst haben, denen ihre Religion sogar vor­ schreibt, zu den Tieren freundlich zu sein, wie in einer von vielen Aussa­ gen des Propheten steht: «Eine Frau wurde be­ straft, weil sie eine Katze SVP-Nationalrat Lukas einsperrte, bis diese Reimann: Wir müssen differenzieren: Nicht der starb. Aus diesem Grund wurde sie in die Hölle Islam an sich ist auf Eroberung aus. Viele isla­ verbannt. Als sie die mische Strömungen sind Katze einsperrte, gab sie – genau wie wir – auf ein ihr kein Futter oder Was­ ser, noch liess sie sie frei, gemeinsames Miteinan­ damit sie die Insekten der und auf Fortschritt der Erde fressen konnte.» aus. Aber leider werden radikale Strömungen, die Lukas Reimann: Nicht auf Eroberung aus sind mit jedem Muslim, und den Kulturkampf anheizen, immer stärker. der einwandert, steigt die Terrorgefahr. Aber Kontrollen und Überprü­ Julia Onken, Autorin fungen bei der Einwan­ und Feministin: Welt­ derung sind schwierig. weit leben mehr als eine Grösste Gefahr droht Milliarde friedlicher durch radikalisierte Moslems, die mit dem Konvertiten und Rück­ politischen Islam nichts kehrer aus Terrorcamps. zu tun haben. Es sind wenige religiöse Funda­ Julia Onken: Der Terror mentalisten, die sich ist längst bei uns angeauf den Islam beziehen kommen. Es genügen und es auf die kriegeri­ sche Eroberung der Welt einige wenige Terroristen, um uns alle zu bedrohen. abgesehen haben.

Bilder: Urs Jaudas/Tages -Anzeiger (1), PD (3)

Migrosmagazin.ch

Ägypten geborene jemenitischschweizerische Politologin und Autorin. Sie lehrt am Institut für Politikwissenschaft der Universität Zürich.

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Der Islam ist eine Kriegsreligion und auf Eroberung aus. Wir befinden uns schon jetzt in einem Kulturkampf.


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Der Islam unterdrückt die Frau, etwa mit Kopfüchern und Burkas. Deshalb sollten diese verboten werden.

z. B. «Imperialismus unterm Schleier» auf Sueddeutsche.de

Elham Manea: Es gibt verschiedene Gründe, weshalb Frauen und Mädchen heute Kopftuch tragen. Anders sieht es bei der Burka aus – die ist nicht vereinbar damit, wie selbstbestimmte und gleichwertige Menschen miteinander kommunizieren. Die Frage ist allerdings, wie ein Burkaverbot durchgesetzt werden könnte. Sakib Halilovic: Nicht der Islam, sondern Staat und Gesellschaft unterdrücken die Frauen, die Kopftuch tragen, wenn sie ihnen mit einem Verbot das Recht auf Schulung oder Arbeit nicht gewähren und sie damit ungleich behandeln. Lukas Reimann: Nicht mit Kopftüchern, aber mit Burkas: Diese stellen ein mobiles Gefängnis dar. Hinzu kommt, dass das Tragen einer Burka jegliche Integration verunmöglicht. Wenn ich in einem muslimischen Land bin, trage ich auch keine Badeschlappen und kurze Hosen. Julia Onken: Das Kopftuch ist kein religiöses Symbol, sondern ein politisches Zeichen. Der politische, fundamentalistische Islam bezieht sich auf ein Menschenbild, das dem Mann das Recht gibt, über die Frau zu bestimmen. Das Tragen eines Kopftuchs impliziert deshalb das Einverständnis mit dem politischen Islam und ist für die westliche Gesellschaft eine Provokation. Oft ist das Kopftuch ein Garant für Sozialhilfe. Wer an einer wahrhaftigen Integration interessiert ist, muss sich für ein Verbot aussprechen.

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Die Scharia könnte bald Teil unseres Rechtssystems sein.

z. B. «Scharia-Recht gilt auch in der Schweiz» auf Schweizerzeit.ch

Elham Manea: Ich habe diese Entwicklung in Grossbritannien wissenschaftlich untersucht. Und ich weiss, dass es auch hier Leute gibt, die sich dafür aussprechen, gewisse Aspekte der islamischen Gesetzgebung für die Regelung von Familienangelegenheiten muslimischer Migranten einzuführen. Das jedoch wäre inakzeptabler kultureller Relativismus, weil es die Gleichberechtigung von Mann und Frau verletzt. Wir müs­ sen deshalb konsequent für das Prinzip «ein Ge­ setz für alle» einstehen. Sakib Halilovic: Ach was, es gibt keine muslimische Institution oder politische Partei, die das Scharia-Rechtssystem fördert oder als politisches Ziel anstrebt. Lukas Reimann: Ein solches Szenario ist – solange wir die direkte Demokratie aufrechterhalten – undenkbar. Dazu bräuchte es eine Verfassungsänderung und die Ausschaltung zahlreicher verfassungsmässig garantierter Freiheits- und Grundrechte. Das findet im Schweizer Volk zum Glück keine Mehrheit. Julia Onken: Nein, falls die Politik noch rechtzeitig aus dem Winterschlaf aufwacht und beherzt und mutig Stellung bezieht!

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Medien und «die Elite» verharmlosen und beschwichtigen, weil sie nicht als fremden­ feindlich dastehen wollen. Damit machen sie sich zu Komplizen der Islamisten.

z. B. «Salafismus: Oder die Verharmlosung des Islam» auf Board.gulli.com

Elham Manea: Ich bin tatsächlich oft enttäuscht über die Zurückhaltung der «progressiven» Elite, die universalen Werte und Menschenrechte zu verteidigen, wenn es um religiöse Minderheiten geht. Ob beabsichtigt oder nicht: Die Botschaft, die darin mitschwingt, lautet, Menschenrechte sind eine Errungenschaft des Westens, reserviert für Westler. Das spielt den Islamisten in die Hände. Sakib Halilovic: Das ist die verquere Logik von denen, die eigene Bürgerinnen und Bürger wegen ihrer Religion, Herkunft, Hautfarbe stigmatisieren und diskriminieren. Lukas Reimann: Islamisierungskritiker wurden über Jahre als Spinner und Verschwörungstheoretiker von Medien und Eliten verunglimpft. Vorfälle wie die Morde in Paris oder Kopenhagen haben aber dazu geführt, dass die Problematik von einem Teil der Medien seriös und ernsthaft diskutiert wird. Diese Debatte ist enorm wichtig. Julia Onken: Nicht die Medien sind für die Verharmlosung verant­ wortlich, sondern die Politik. Vor allem linke Parteien wittern bei kritischen Äusserungen stets Rassismus und schlachten dies parteipolitisch aus. Wer die Unterdrückung der Frau unter dem Titel der Glaubensfreiheit legitimiert, macht sich zum Komplizen der Islamisten.

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Der Islam hat die Auflärung nicht durch­ gemacht, deshalb ist er rückständig, gewalttätig und mit unseren Gesellschafen nicht kompatibel.

z. B. Heinz Theisen «Im Kampf um die Zivilisation» auf Tagesspiegel.de

Elham Manea: Ich bin überzeugt, dass der Islam als Religion eine Reformation braucht, und es gibt Zeichen in der arabischen Welt, dass ein solcher Prozess beginnen könnte. Wir tragen allerdings nichts dazu bei, wenn wir jeden muslimischen Mitbürger auf seine religiöse Identität reduzieren, auch wenn er mit dem politischen Islam nichts am Hut hat. Sakib Halilovic: Unter dem Mantel der Aufklärung passieren in der Realität oft Neokolonialismus und Neokapitalismus. Wenn die westliche Aufklärung per se menschlichen Fortschritt bedeuten würde, wie erklärt man, dass wir danach zwei barbarische Weltkriege und den Holocaust auf europäischem Boden erlebt haben? Lukas Reimann: Sobald der Islam strikt ausgelegt wird, ist er mit unserer liberalen Gesellschaft nicht kompatibel. Allein die Todesstrafe und die Unterdrückung der Frau zeigen, wie rückständig Teile von islamischen Strömungen sind. Julia Onken: Die Ideen der Aufklärung standen für sehr lange Zeit in keinem Widerspruch zum Islam. Erst seit 1970 bilden sich mit dem islamischen Fundamentalismus Gegenkräfte.

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Angesichts der starken Einwanderung wird Europa in 20 bis 30 Jah­ ren von den Muslimen dominiert sein.

z. B. Benjamin Hämmerle «Übernehmen Islamisten bald die Macht in der Schweiz?» auf Politblog.tagesanzeiger.ch

Elham Manea: Ich habe bisher keine ernst zu nehmenden Statistiken gesehen, die diese Behauptung unterstützen. Aber selbst wenn: Es wäre nur dann ein Problem, wenn wir Einwanderer weiterhin auf ihre religiöse Identität reduzieren. Integration bedingt, Konzepte wie Bürgersinn und Verantwortungsbewusstsein sowie gemeinsame Werte und Normen zu verankern. Sakib Halilovic: Absoluter Unsinn! Lukas Reimann: Diese Entwicklung ist klar erkennbar. Die Politik ist gefordert. Bereits heute werden etliche Stadt­ teile in Europa weit­ gehend von Muslimen kontrolliert. Zur starken Einwanderung hinzu kommt, dass muslimische Familien 5 bis 6 Kinder grossziehen, während Schweizerinnen und Schweizer im Schnitt 1,3 Kinder haben. Julia Onken: Der Rückblick in die Geschichte zeigt gegensätzliche Szenarien. Der Untergang des Römischen Reichs wird unterschiedlichen Einflüssen zugeschrieben, darunter der Völkerwanderung, als die Menschen vor Krieg, Not und Elend flohen. Ein Rückblick in unsere jüngste Geschichte zeigt indessen eine geglückte Integrationsleistung auf beiden Seiten. Italiener, Spanier und andere Einwanderer haben sich hervorragend integriert. Das sollte auch mit den Muslimen gelingen. MM


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Interview

«Wer in der Schweiz arbeitet und sein Einkommen hat, wird kein Islamist» Das Problem ist nicht der Islam, sagt der Ethnologe und Islamexperte Thomas Hüsken. Es sind die mangelnden Perspektiven der Menschen im Nahen Osten und gewisser Migranten in Europa. Ein Gespräch über Ängste, Ursachen und Lösungsmöglichkeiten. Text: Ralf Kaminski, Reto E. Wild

Bilder: Samuel Trümpy


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Islamexperte Thomas H체sken spricht fliessend Arabisch. Er reist regelm채ssig durch Nordafrika und den Nahen Osten.


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Thomas Hüsken, wohl niemand hat in den letzten Jahren mehr Anschläge verübt als Muslime, die sich auf den Islam berufen. Woher kommt diese Wut? Oft wird argumentiert, das hänge mit der Religion zusammen oder sei kulturell in den Leuten verwurzelt. Aus ethnologischer Perspektive sieht es anders aus: Die Hintergründe liegen in sozialer Benachteiligung, Armut sowie mangelnden Teilnahme­ möglichkeiten an der Gesell­ schaft, in der diese Menschen leben. Die Biografien der Atten­ täter sind eindeutig: Sie pendeln fast ausnahmslos zwischen Jugendbanden, Kriminalität und Islamismus hin und her. Im Fall von «Charlie Hebdo» stammten die Attentäter aus der Banlieue von Paris. Wenn Sie da mal waren, wissen Sie, was los ist.

Nämlich? Kriminalität, Arbeitslosigkeit, mangelnde Bildung, keinerlei Aufstiegsmöglichkeiten. All die Werte, die in der Verarbeitung dieses Attentats so betont wurden – Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit –, gelten eben genau für diese Leute nicht. Das ist der Hauptgrund für die Wut und die Gewaltbereitschaft. Mit der religiösen oder kulturellen Identität hat das nichts zu tun. Dennoch berufen sich die Attentäter immer auf den Islam. Wieso eignet sich dieser so gut als Rechtfertigung für Mord und Gewalt? Jede der Offenbarungsreligionen eignet sich, um Gewalt gegen andere zu rechtfertigen. Bei christlichen Fundamentalisten in den USA spielen im Prinzip

die gleichen Mechanismen. Es kommt bei jedem religiösen Text auf die Lesart und die Kontex­ tualisierung an. Einige muslimi­ sche Prediger vertreten eine politisch radikale Interpretation, die teilweise auch Gewalt befür­ wortet und ein dschihadistisches Milieu unter den Jugendlichen mitgeschaffen hat. Das Problem ist nicht die Religion an sich, es sind die Politisierungen, die zu allen Zeiten bei allen Religio­ nen immer wieder vorgekom­ men sind. Ganz wichtig ist: Dahinter stecken konkrete Ak­ teure, die man benennen kann. In der Schweiz, in Deutschland und in vielen Ländern Europas haben wir uns um diese Leute 30 Jahre lang nicht gekümmert. Der Staat hat nicht hingeguckt. Das erst hat diese Entwicklung ermöglicht. Das heisst nicht,

dass es beim islamischen Klerus keinen Reformbedarf gibt, dass eine Modernisierung nicht nötig wäre. Aber die alleinige Fokussierung auf die Hass­ prediger hilft niemandem weiter. Was passiert mit unserer west­ lichen Gesellschaft, wenn sie mit anderen starken Kulturen wie jener der Muslime kon­ frontiert wird – wie dämpfen wir negative Effekte? Die Muslime, die zu uns kom­ men, stammen weder alle aus demselben Land noch haben alle die gleiche Kultur. Weil sie uns aber fremder erscheinen als Deutsche oder Italiener, neigen wir dazu, sie zu homogenisieren und als kulturell einheitlichen Block wahrzunehmen. Das sind sie aber nicht. Wichtig ist eine aktive Einwanderungspolitik –

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«Wir tun den Radikalen einen grossen Gefallen, wenn wir pausenlos über sie sprechen», sagt Thomas Hüsken.

und da hat die Schweiz vieles besser gemacht als etwa Deutschland. Es braucht die richtige Bildungs- und Sozialpolitik, um die Einwanderer einzubinden, damit sie Teil der Gesellschaft werden können. Wie macht man das? Man braucht Sozialarbeiter, die aktiv in diese Gemeinschaften reingehen, auch im religiösen Bereich. Schon in den 90er-Jahren sagte der syrischstämmige Politologe Bassam Tibi, man habe in Deutschland eine Chance, so was wie einen Euro-Islam zu gründen – also einen Islam, der moderner und toleranter ist und auch eine Strahlkraft für Muslime in der ganzen Welt entwickeln könnte. Diese Chance haben wir bisher leider verpasst. Umso dringender müsste man jetzt zum Beispiel Imame an Schweizer Universitäten ausbilden. So etabliert man einen Klerus, der an unseren demokratischen Werten orientiert ist. Zudem muss man sicherstellen, dass die Kinder zur Schule gehen und ins Berufsleben starten können. Wer in der Schweiz arbeitet und sein Einkommen hat, wird kein Islamist. Der fühlt sich angenommen und befürwortet die Gesellschaft, in der er lebt. Und was macht die Schweiz besser als andere? Gerade im schulischen Bereich war man schon deutlich früher sensibel für Einwandererkin-

als Folge von Biotinmangel.

der. Die Sprache ist der Schlüssel, ohne Sprache kein Bildungserfolg. Das hat etwa Deutschland lange verschlafen. Generell scheint die Schweiz fremde kulturelle Strömungen erfolgreicher zu integrieren als andere europäische Staaten. Die Schweiz bestand immer aus unterschiedlichen Sprachgruppen und Kulturräumen. Sie hat früh gelernt, mit Vielfalt umzugehen und das Land so zu organisieren, dass es vernünftig funktioniert. Auf diesem Fundament kann sie im Umgang mit Einwanderern aufbauen. Hinzu kommt, dass es ihr seit langem ökonomisch gut geht. Ein gut ausgebildeter Zuwanderer kann sich relativ schnell einen Zugang zur Gesellschaft organisieren. Worin liegt die Herausforderung bei den Muslimen? Es sind dieselben Mechanismen, die Muslime brauchen keine Sonderbehandlung. Schaut man sich an, unter welchen Bedingungen sich eine gut integrierte muslimische Mittelschicht in Europa bildet, sind die Erfolgsfaktoren exakt die gleichen: Beide Seiten müssen sich bemühen. Der Staat muss Geld in die Hand nehmen, um Leute einzustellen, die an der Integration arbeiten – besonders dort, wo wir es mit nicht privilegierten Migranten zu tun haben. Aber das Gleiche gilt bei armen christlichen Einwanderern.

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Wäre es auch wichtig, dass wir aufhören, von «den» Muslimen zu sprechen, und stattdessen von Bosniern und Ägyptern? Auf jeden Fall. Religion und Kultur sind in diesen Ländern völlig unterschiedlich – und im Irak ist es wieder anders. Wir sollten die Muslime nicht pauschal zu Islamrobotern stili­ sieren, das hat negative Effekte auf jene, die bereits integriert sind. Gerade sie könnten stärker positiv in ihren Gemeinschaften aktiv werden, aber wenn sie sich stigmatisiert fühlen, ziehen sie sich eher zurück. Das passiert? Oh ja. Unter den Muslimen, mit denen ich arbeite und befreun­ det bin, gibt es ein starkes Ge­ fühl von Stigmatisierung. Allein wenn sie ein bisschen arabisch

aussehen oder einen solchen Namen tragen erleben sie Ablehnung und Zurücksetzung – auch wenn sie nur als Tourist hier sind. Die Vorstellung vom gewalttätigen Islam hat sich in vielen Köpfen etabliert. Deshalb ist es wichtig, etwas gegen dieses Klischee zu unternehmen. Dabei sind die Anschläge wenig hilfreich. Keine Frage. Diese Attentate sind fürchterlich. Aber es sind Ausnahmen. Und man muss sich hüten, daraus den Schluss zu ziehen, alle Muslime wären so oder das stecke im Islam so drin. Am meisten haben Muslime unter der Gewalt zu leiden: Sie fallen ihr am häufigsten zum Opfer – sei es im Nahen Osten oder in den Banlieues von Paris.

Einige Leute hier reagieren mit Überfremdungsängsten. Wer neigt eher dazu, wer weniger? Mir scheint, es sind vor allem die unteren Mittelschichten, die durch die Globalisierung und wegen der stärkeren Kon­ kurrenz unter wirtschaftlichen Druck geraten sind. Sie haben Angst vor dem Abstieg, auch dem Abstieg ihrer Kinder. So entsteht die Basis für viele ressentimentgeladene Gefühle, die von rechtspopulistischen Parteien rege genutzt werden. Hat die Zahl der fremdenfeind­ lichen Menschen zugenommen? Der Umgang mit Fremdheit ist für jede Gemeinschaft immer eine Herausforderung. Und das, obwohl die Präsenz von Frem­ den, historisch gesehen, eher die Regel als die Ausnahme ist. Auch

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Konflikte wegen Migrations­ bewegungen gab es schon im­ mer. Natürlich kommen heute mehr und andersartigere Menschen in unsere Länder als früher – das ist eine zusätzliche Herausforderung. Aus meiner Sicht haben die rechtspopulis­ tischen Parteien in den letzten zehn, fünfzehn Jahren stark zu einer Zuspitzung beigetragen. Paradox ist, dass diese Parteien meist auch neoliberale Konzepte befürworten, damit also eigent­ lich jene kleinen Leute wirt­ schaftlich angreifen, von denen sie in der Regel gewählt werden. Wieso neigen wir dazu, die ne­ gativen Effekte von Migration stärker wahrzunehmen und die positiven eher zu ignorieren? Die vermeintlich negativen Aspekte von Migration werden


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Einige Leute haben eine Anti-Muslim-Obsession entwickelt, obwohl sie sonst nicht zu Fremdenhass neigen. Wie erklären Sie sich das? Ja, solche Leute kenne ich auch. Man muss ihre Ängste ernst nehmen, aber man sollte auch unbedingt dagegenhalten. Sie projizieren Dinge auf Muslime, die nichts mit ihnen zu tun haben. Bei anderen erkennen sie solche Projektionen meist, aber hier nicht. Und der öffentliche Diskurs macht es ihnen leicht, diese Position zu vertreten. Dennoch sind die Radikalen eine kleine Minderheit. Eine laute, aktive Minderheit, ja, aber es sind nicht «die Muslime». Das muss man immer wieder festhalten und denjenigen, die Muslime pauschal kritisieren, deutlich sagen, dass sie damit in rassistischen Stereotypen hängen bleiben. Sie mögen sich so vielleicht gut fühlen, aber es führt gesellschaftlich überhaupt nicht weiter. Aber in England und Frankreich gibt es offenbar Gebiete, wo Muslime systematisch Leute zurechtweisen, die sich nicht islamischen Regeln gemäss verhalten. Das ist eine beunruhigende Entwicklung. Das mag es tatsächlich irgendwo mal gegeben haben, aber durch die mediale Weiterverbreitung und die Diskussionen darüber entsteht sofort der Eindruck: Das passiert täglich! An immer mehr Orten! Bald übernimmt uns der Islam! Und das ist Unsinn. Auch bei diesen Geschichten handelt es sich um Einzelfälle. Die sind

unerfreulich, keine Frage. Zur Integration gehört, dass sich die Einwanderer an die hier etablierten Regeln halten, nicht umgekehrt. In England und Frankreich hat man zu lange nichts gemacht, da ist tatsächlich einiges aus dem Ruder gelaufen. Aber in der Schweiz muss man vor solchen Entwicklungen keine Angst haben – und schon gar nicht vor einer Übernahme durch den Islam. Es gibt keine zentrale Steuerung, keinen Akteur, der das anstrebt.

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Aber die Fronten zwischen der westlichen und der islamischen Welt scheinen sich zu verhärten. Wichtig ist: Der «Islamische Staat» (IS) richtet sich als Erstes gegen die Muslime in der Region und erst als Zweites gegen den Westen. Und die militärische Koalition gegen den IS ist zwar sehr breit, aber Länder wie Saudi-Arabien oder Katar unterstützen hintenrum Islamistengruppen finanziell. So läuft die internationale Politik: Es ist ein schmutziges Geschäft, das wissen alle. Trotzdem müssen wir mit diesen Leuten arbeiten. Erschwerend kommt hinzu, dass in vielen dieser Länder das Mass an Ungerechtigkeit und Ungleichheit enorm ist. Wo sehen Sie Lösungsansätze? Wir müssen alles dafür tun, dass die Menschen in jenen Ländern ein besseres Leben und mehr politische Teilhabe erhalten. Dort müssen wir ansetzen, statt zu polemisieren und vom Kampf der Zivilisationen zu orakeln. Den gibt es nicht? Nein. Aber wir müssen uns mit den Krisen auseinandersetzen und mit den gemässigten Gruppen zusammenarbeiten, um zu verhindern, dass die Radikalisierung weiter fortschreitet. Klar ist auch: Die einfache Lösung, die dafür sorgt, dass nächstes Jahr alles wieder gut ist, existiert nicht. Dafür ist die Lage viel zu komplex. Wir müssen uns daran gewöhnen, dass wir in einer Welt der Konflikte und gewalt-

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immer dann ein Thema, wenn eigentlich andere gesellschaftliche Probleme vorliegen. Im Kontext von Angst wird der Fremde schnell zum Sündenbock. Im Fall der Muslime kommen die tägliche Berichterstattung über Gewalt im Nahen Osten, die Hassprediger und die dschihadistischen Jugendlichen hinzu. Alle relevanten Studien belegen jedoch den positiven Effekt von Migration für die Einwanderungsgesellschaft.

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30 | MM38, 14.9.2015 | DOSSIER ISLAM

samen Auseinandersetzung leben. Umso wichtiger ist das europäische Projekt und der Erhalt der demokratischen Errungenschaften, damit unsere Gesellschaften sich nicht selbst durch einen überbordenden Kampf gegen den Terror in eine weniger liberale und weltoffene Richtung entwickeln. War es ein Fehler, Diktatoren wie Saddam Hussein im Irak und Muammar al-Gaddafi in Libyen zu beseitigen? Es gibt kein Argument für Diktatoren, die Leute unterdrücken und verschwinden lassen. Der Arabische Frühling war ein genuin arabischer Aufstand gegen diese menschenverachtenden Herrscher, und zwar unter Berufung auf genau jene Werte, die auch uns in Europa wichtig sind. Daran sieht man, dass diese Werte längst globalisiert sind. Libyen habe ich selbst erlebt, ich war dort, als die NatoJets kamen, und es war eine gute Sache, dass Gaddafi gestürzt wurde. Ihn am Ruder zu halten, wäre vermutlich einfacher gewesen für uns, aber keinesfalls besser für die Menschen dort. Bisher lief es so, dass nach jeder besiegten Gruppe bald eine nächste auftauchte, die noch ein bisschen schlimmer war. In letzter Zeit war das tatsächlich so. Aber es passiert halt auch etwas richtig Grosses: Im Nahen

Osten bricht gerade die postkoloniale Ordnung zusammen und wird neu ausgehandelt. Er wird noch für lange Zeit eine sehr konfliktbeladene Region sein, und eine dauerhafte Friedenslösung entsteht nicht aus Militärschlägen. Das Aushandeln der neuen Ordnung wird uns die nächsten 20, 30 Jahre begleiten. Solange wird die Region sehr volatil und gewalttätig bleiben. Wir dürfen nicht vergessen, dass Friedensordnungen, wie wir sie bei uns haben, historische Ausnahmen sind – auch in Europa. Denken Sie an die beiden Weltkriege zurück, die massiv mehr Tote gefordert haben als alles, was derzeit im Nahen Osten passiert. Was können wir tun? Der wichtigste Beitrag ist Diplomatie: zu versuchen, die Leute an einen Tisch zu bringen. Immer und immer wieder. Ihnen klarmachen, dass dieser Weg sie langfristig eher ihren Zielen näher bringt als die Gewalt. Eine schwierige Aufgabe, die viel Geduld benötigt. Es gibt keine einfachen und raschen Lösungen, die gab es auch in unserer eigenen Geschichte nie. Sehen Sie auch positive Entwicklungen in der muslimischen Welt? Der Arabische Frühling war ein überwältigender Beweis, dass die Menschen im Nahen und

Mittleren Osten aus sich selbst heraus Reformen und Veränderungen wollen. Dass sie auch zur globalen Wertegemeinschaft gehören möchten. Diese Revolutionäre sind alle noch da, aber sie kämpfen vielerorts mit einem konservativen Backlash. Dennoch sind das die Leute, mit denen wir arbeiten und die wir stark machen müssen. Wie tun wir das? Indem wir sie mit Stipendienprogrammen hierher holen, sie ausbilden, die entsprechenden NGOs unterstützen, einen intensiven kulturellen und wirtschaftlichen Dialog führen. Wichtig wäre auch politischer

Zur Person

Ethnologe und Islamexperte Thomas Hüsken (48) ist

Oberassistent am Ethnologi­ schen Seminar der Univer­ sität Luzern und spezialisiert auf Libyen und Ägypten. Er spricht fliessend Arabisch und lebt seit zwei Jahren in der Schweiz, zuerst als Gast­ professor an der Universität Zürich. Seine Frau und die elfjährige Tochter woh­ nen noch in Nürnberg, weshalb der Deutsche regel­ mässig hin und her pendelt.

Druck, um die Einhaltung von Menschenrechten prononciert einzufordern. Es würde schon helfen, mehr über diese Leute zu sprechen statt über die Islamisten. Wir tun den Radikalen einen grossen Gefallen, wenn wir pausenlos über sie reden, weil wir sie damit zu legitimen Sprechern für eine Weltreligion oder für ganze Regionen machen. Das sind sie aber nicht. Kamen Sie auf Ihren Reisen nie in Gefahr? Doch, im libyschen Bürgerkrieg. Ich war nie in einem Gefecht, das habe ich den Journalisten überlassen, die ich damals vor Ort beraten habe. Aber ich hatte mit islamistischen Milizen zu tun, mit Leuten, die Gewalt erlebt und ausgeübt haben. Ein Mal wurde ich unterwegs mit vorgehaltener Waffe gestoppt. In solchen Situationen ziehe ich mich immer sofort zurück. Trotzdem gehen Sie wieder? Ja, klar, dieses Jahr ist geplant, via Ägypten über die Grenze nach Libyen zu kommen. Was sagt Ihre Familie dazu? Ägypten ist für sie nie ein Problem. Während des Bürgerkriegs in Libyen habe ich allerdings nicht immer so genau gesagt, wo ich war. Aber meine Frau weiss, dass ich gewisse Situationen vermeide. Ich bin kein Gefahrensucher. MM

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DOSSIER ISLAM | MM38, 14.9.2015 | 31

Porträt

Esther Fouzi (51) Konvertitin, Religionslehrerin und Autorin des Buchs «Für ein besseres Miteinander» «Meine Konversion liegt lange zurück: 1983. In jener Zeit war

der Islam noch kein Reizwort. Als meine Entscheidung vier Jahre später durch das Tragen des Kopftuchs sichtbar wurde, erntete ich im besten Fall Komplimente für mein gutes Deutsch und im schlimmsten Fall mitleidige Blicke. Dann aber kam der 11. September 2001.

Seither spüre ich etwas anderes in den Blicken: Misstrauen, Hass, Abscheu. Heute werden wir Muslime kollektiv für den Terror verant­ wortlich gemacht. Viele denken: Islam und Muslime gleich gefähr­ lich. Dabei hat mein Glaube nichts mit die­ sen Terroristen zu tun. Klar: Es gibt sie, die Anschläge im Namen des Islams. Aber die

«Die Mehrheit der Moslems will einfach nur friedlich leben und arbeiten.» Esther Fouzi

Mehrheit der Muslime will einfach friedlich leben und arbeiten. Meist sorgen jedoch nur jene für Schlag­ zeilen, die kriminell und gewalttätig sind. In ihrem Windschatten treten sogenannte Experten auf, welche die Gewalt als einen dem Islam innewohnenden Faktor bezeichnen.

Bild: Daniel Auf der Mauer

Ich finde es wichtig, dass wir unsere Ängste abbauen, indem wir

miteinander reden, auf Gemeinsamkeiten bau­ en und mit Unterschie­ den gelassener um­ gehen. Was wir ändern könnten und sollten auf beiden Seiten, darüber habe ich in meinem Buch geschrieben.» Aufgezeichnet von: Andrea Freiermuth


32 | MM38, 14.9.2015

Leserforum MM37: Diese Woche «Das Parlament diskutiert eine weitere Asylreform»

«Niemand möchte ernsthaft bedrohten Menschen Asyl verweigern»

Migrosmagazin.ch/ gluecksgriff

MM37: Interview mit Staatssekretär

Mauro Dell’Ambrogio zum Schweizer Bildungs- und Berufssystem

Gartenblog

Ab jetzt wirds effizient!

«Man könnte sehr wohl etwas gegen Fachidiotentum tun» Trotz Finanz- und Schuldenkrise wird die junge Generation im Bereich der Fachhochschulen und der Wirtschaftswissenschaften nach wie vor mit Analysen überschüttet, die einfach nicht zutreffen. Wer sich dagegen wehrt, dem wird mit allen Mitteln und teilweise fragwürdigen Machenschaften der Weg und der Zugang zu den Entscheidungs­ trägern und Geldquellen versperrt. Die Institutionen machen dieses Verwirrspiel seit jeher mit, das Rechtssystem miteingeschlossen. Staatssekreträr Dell’Ambrogio könn­ te schon etwas gegen Fachidioten­ tum unternehmen, sofern er dazu bereit wäre. Er müsste allerdings ge­ gen sein eigenes System ankämpfen. Ob er drei Jahre vor seiner Pensio­ nierung den Mut dazu aufbringt, bleibt abzuwarten. Fred von Gunten, Master of Economics, online

Bibäbele war gestern, heute greift die Gartenkolumnistin zum Zweihänder. Schliesslich dauert der Sommer nicht ewig. Migrosmagazin.ch/ garten

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ist die Gewinnerin des grossen Sommerwettbewerbs im Migros-Magazin. Von André Zbinden, Hyundai Suisse, durfte sie den Hauptpreis in Empfang nehmen: einen brandneuen Hyundai Tucson 2.0 CRDi Launch Edition. Wir gratulieren und wünschen gute Fahrt!

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Ich bin zu 100 Prozent sicher, niemand, aber auch wirklich niemand möchte ernsthaft bedrohten Flüchtlingen, bezie­ hungsweise Syrern, ein Asylrecht verweigern. Denn vor Krieg würden auch viele Schweizer Schutz in fremden Ländern suchen. Das Asylchaos begründet meiner Meinung nach woanders. Das eigentliche Problem ist, dass der Platz, der jetzt für die ange­ sprochene Volksgruppe dringend benötigt wird, belegt wird durch Leute, die Geschichten erfinden, und solche, die wirklich einfach in ein Land gehen, von dem sie wissen, dass dort die Wirtschaft boomt. Genau da gilt es, nun auch konsequent den Hebel anzusetzen. Und das geht nicht anders als durch Vorselektionen an Europas Aussengrenzen. Das heisst konkret: Kriegsflüchtlinge und Familien raus aus den Lagern und rein in sichere EU­Staaten – auch zu uns. Einzelne Gruppen aus Nicht­ kriegsgebieten hingegen müssen ohne Möglichkeit auf Weiterreise in den Lagern zurückbehalten werden. Dazu gehören aktuell auch die Menschen aus Eritrea. Jürg Frey, per E-Mail

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MM38, 14.9.2015 | 33

M Bänz Friedli

Meine, deine, ihre Schweiz Manchmal muss man zwei Mal hinschauen. Ist das auch ein Wahlplakat? Eine Stände­ rätin aus dem Aargau prangt unter der Losung «Meine Schweiz» an jeder zweiten Wand … Aber sie tut es auftrags einer bunten Illustrierten. Eigentlich hatte ich mir vor­ genommen, all die Aushänge im Wahlherbst zu ignorieren. Früher ging das recht gut. Aber seit ich eine Brille habe, sehe ich die Phrasen schärfer, als mir lieb ist. «Frei sein!» wollen sie und «unabhängig» und «sozial», «für Frauenpower» legen sie sich ins Zeug, «für weniger Regulierungen» und für … «meine Schweiz».

Bänz Friedli (50) sieht jedes Plakat.

Falsch, nein, das ist ja eben die Reklame der Illustrierten. Die wirbt im Weltformat mit traumhaften Natursujets: ein alt Bundesrat in hehrer Bergwelt; ein Weltcupstar an einem stillen See; ein Schlagerschätzchen samt Hund auf freiem Feld; und, eben, eine Ständerätin im weiten Tal. Rundherum stets nur Grün und Natur und blauer Himmel. Hier wird ein Land suggeriert, das es nicht gibt. Die Wahrheit wäre eine zersiedelte Landschaft, eine Agglo, die sich als breites Band von Genf bis Rorschach zieht und in der die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung wohnt. Dass «Meine Schweiz» mit besagter Ständerätin nun mitten unter den Politiker­ floskeln hängt, belustigt mich. Denn im Grun­ de ist dies sogar ideale Wahlwerbung: eine Botschaft, die niemandem wehtut; ein Bild des Landes, viel zu schön, um wahr zu sein. Denn das ist ja das Ärgerliche an der Politik: dass sie alles viel einfacher darstellt, als es in Wahrheit ist. Wollen wir wirklich nur «frei sein!» und «unabhängig!», während alle an­ deren europäischen Länder sich gemeinsam

daran machen, Flüchtlinge aufzunehmen, wie die Not und die Menschlichkeit es gebieten? Gelingt es Ihnen auch immer schlechter, jene schlimmen Bilder von Ihrem beschütz­ ten Alltag fernzuhalten? Wir planen Herbst­ ferien, am Strand vielleicht gar (und wir haben sie ja auch verdient!) – da kommt uns das Bild des toten Jungen in die Quere, der in Bodrum in der Brandung liegt, und wir schä­ men uns leise für unseren Luxus. Wir haben genug zu essen – und können je länger, desto weniger verdrängen, dass es anderen, unver­ schuldet, mies geht; dass unser Wohlstand auch auf deren Elend gründet. Ein Dilemma, das der grosse Mani Matter vor Jahrzehnten schon so trefflich auf die Formel brachte: «Dene, wos guet geit, giengs besser, giengs dene besser, wos weniger guet geit – was aber nid geit, ohni dass ’s dene weniger guet geit, wos guet geit.» Man möchte ja helfen, aber … Würden Sie eine syrische Familie bei sich zu Hause aufnehmen? Oder doch lieber bei der Schwiegermutter einquartieren? (Die hat schliesslich Platz.) Oder sähen Sie die Flücht­ linge am liebsten in der Zivilschutzanlage im Bühl draussen? Dort stören die niemanden … Ist das wirklich nur meine Schweiz? Die meisten Volksvertreterinnen und ­vertreter sind noch immer plakativ: Die einen sind etwas gar arglos, die anderen wollen unsere Grenzen noch dichter machen. Weil ein Wahlherbst nicht die Zeit für Zwischentöne ist. Aber leider ist das alles komplizierter, als sie uns vormachen. Verdammt viel komplizierter. MM Bänz Friedli live: 16. 9. Dübendorf ZH, 18. 9. Engelburg SG, 19. 9. Pfäffikon ZH, 21. 9. Luzern

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Teilnahmeschluss ist der 31. Dezember 2015. Teilnehmen können alle volljährigen Personen, unabhängig von einem Kauf der Produkte, ausser den Mitarbeiter/innen von Geberit und der mit der Durchführung des Wettbewerbs beauftragten Unternehmen. Die Teilnehmer erklären sich damit einverstanden, dass die Daten für den Zweck des Wettbewerbs von Geberit elektronisch gespeichert werden. Aus den registrierten Eingängen erfolgt die Ziehung des Gewinners durch eine neutrale Person. Pro Haushalt wird nur eine Teilnahme berücksichtigt. Mehrfachteilnahmen erhöhen die Gewinnchance nicht. Über den Wettbewerb wird keine Korrespondenz geführt. Der oder die Gewinner/in wird schriftlich oder telefonisch benachrichtigt. Der Rechtsweg und eine Barauszahlung des Gewinns sind ausgeschlossen.


Migros-Welt MM38

Zitat der Woche

«Ziel ist es, Nachhaltigkeit massentauglich zu machen.» Manfred Bötsch, Leiter Direktion Nachhaltigkeit und Qualitätsmanagement beim Migros-Genossenschafts-Bund, im «Tages-Anzeiger» vom 4. September 2015.

Bei der Arbeit

Balaji Ramamurthi (30), Verantwortlicher Social Standards beim Einkaufsbüro der Migros in Neu Delhi, Indien.

Migros-Kulturprozent

Bilder: Aditya Kapoor/Getty Images, PD

Erster Schweizer Kanu-Marathon Wenn am 3. Oktober der erste Schweizer Kanu-Marathon stattfindet, wird es auf dem Vierwaldstättersee von Kajaks, Kanadiern, SUPs und Drachenbooten wimmeln. Gestartet wird der 42 km lange Kurs im Buochser Seebecken, dann gehts nach Beckenried und retour. Wer sich die Marathonstrecke nicht zutraut,

kann am Halbmarathon (21 km) starten. Den Massenstart und die Zieleinfahrten kann man von der Festwirtschaft in Buochs aus beobachten. Informationen auf www.kanu-marathon.ch. Das MigrosKulturprozent unterstützt den Anlass. Mehr von der Migros Luzern ab Seite 83

«Zwar ist die Migros in der Schweiz zu Hause, aber ihre sozialen Standards sind auf der ganzen Welt gültig. Und damit sind wir bei meiner Arbeit. Ich kontrolliere und berate die Migros-Produzenten hier in Indien. Damit die Arbeiter zum Beispiel einen angemessenen Lohn erhalten. Wenn ich irgendwo Mängel entdecke, diskutiere ich diese noch vor Ort. Nicht immer werden meine Bedenken sofort verstanden. Deshalb ist es wichtig, dass ich den Produzenten konkrete Verbesserungsmöglichkeiten aufzeigen kann.»


36 | MM38, 14.9.2015 | MIGROS-WELT

Zahl der Woche

180 000 Schweizer besitzen ein Abo eines Fitness-, Aqua- oder Wellnessparks der Migros. Das sind 10 Prozent mehr als noch im vergangenen Jahr. Insgesamt betreibt die Migros schweizweit 78 solcher Freizeitanlagen.

Jetzt die Bewerbung für den Migros-Umweltpreis schreiben und gewinnen! Umweltpreis 2015

Lukrativer Gewinn für Studierende Die Migros prämiert neu Abschlussarbeiten von Studierenden, die für ihre Bachelor- oder Masterarbeit ein Thema im Bereich Umweltund Klimaschutz ausgewählt haben. Mitmachen können alle Studierenden von Schweizer Universitäten oder Fachhochschulen, die für ihre Arbeit die Mindestnote 4 erhalten und zwischen Januar 2014 und 15. September 2015 abgeschlossen haben. Mögliche Themenfelder sind etwa Verbesserungen in den betriebsinternen Abläufen, in der gesamten Wertschöpfungskette oder im Lebenszyklus von Produkten. Als Gewinn lockt ein Preisgeld von insgesamt 14 000 Franken, verteilt über die ersten drei Plätze. Um teilzunehmen, ist eine Onlinebewerbung mit Einsendeschluss 28. September einzureichen. Bewerbung: Generation-m.ch/umweltpreis

Pioniere Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile. Darum gibt es Orte wie den Impact Hub Zürich, wo Jungunternehmer, Kreative und Freelancer individuell an ihren Projekten arbeiten und sich dennoch gegenseitig inspirieren können. Engagement Migros geht mit der Community eine fünfjährige Partnerschaft ein, um ein Pionierlab zu lancieren – ein Programm, das innovativen Projekten in Kultur und Kreativwirtschaft beratend zur Seite steht. Zudem wird der Förderfonds den Aufbau eines Impact Hub in Lausanne vorantreiben. In Zürich wird die Eröffnung des neuen Coworking-Place am 18. September mit einer rauschenden Party gefeiert. Anmeldung: Zurich.impacthub.net.

Kebab+

Gesunder Fast Food Das Migros-Kulturprozent unterstützt mit Kebab+ auch in diesem Jahr Projekte, die Jugendliche für gesunde Ernährung und genügend Bewegung motivieren. Mitmachen können alle lokalen Jugendtreffs, die ihr eigenes Kebab+Projekt entwickeln. Es stehen ein Finanzierungsbeitrag bereit von maximal 2000 Franken sowie ein Preis von rund 1000 Franken für das beste

Projekt im laufenden Jahr. Der Kebab+ Award 2015 ging an das Projekt «Au SainFood» des Jugendzentrums Bossons-Plaine du Loup in Lausanne. Dort setzten sich acht engagierte Jugendliche zum Ziel, ihren Kolleginnen und Kollegen im Quartierzentrum wöchentlich schmackhafte und gesunde Snacks anzubieten. Anmeldung: Kebabplus.ch

Das Gewinnerteam aus Lausanne: Mit gesunden Snacks für die Kollegen den Kebab+Award 2015 geholt.


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MIGROS-WELT | MM38, 14.9.2015 | 37

Energie im Kleinformat: Trauben sorgen durch ihren hohen Anteil an Trauben- und Fruchtzucker für einen schnellen Energieschub. Die saftigen Früchte enthalten alle B-Vitamine, und in den Schalen sitzen zudem Substanzen, die den Darm anregen und gleichzeitig entwässernd wirken.

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Chocolat Frey

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Fokus auf Export Der wirtschaftliche Druck auf Chocolat Frey ist in den letzten Jahren gestiegen. Deshalb richtet das M­Industrieunternehmen sein Auslandgeschäft neu aus. Ab 2016 liegt der Fokus im Export auf der Herstellung von Eigenmarken für ausländische Kunden. Das Geschäft mit der Marke Frey wird dagegen nur noch in Ländern wei­

tergeführt, in denen das Unter­ nehmen auch selber produziert. Diese Kursänderung hat Folgen für rund 50 Mitarbeiter am Haupt­ sitz in Buchs AG. Die Massnahmen umfassen Frühpensionierungen, gekürzte Arbeitspensen und eini­ ge Entlassungen. Betroffenen soll eine Stelle in­ oder ausserhalb des Unternehmens vermittelt werden.

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MIGROS-WELT | MM38, 14.9.2015 | 39

Jungschauspielerin Dagna Litzenberger (28). Drei Fragen

«Kontakte sind unbezahlbar» Dagna Litzenberger, Sie haben zwei Mal den Studien­ preis des Migros­Kulturpro­ zents gewonnen und so rund 30 000 Franken erhalten: Was hat Ihnen das gebracht? Das Geld war natürlich toll, aber die Kontakte sind unbezahlbar. In der Jury des Talentwettbewerbs Schau­ spiel sitzen wichtige Leute der deutschsprachigen Theater­ szene. Dank des Migros­ Kulturprozents haben sie mich bemerkt. Noch bevor mein Studium zu Ende war, hat mich das Schauspiel­ haus Zürich engagiert.

Im Bild

Hoch zu Pferd

Bilder: Schweizerisches Nationalmuseum/ASL, zVg

Weiss, so weit das Auge reicht. Der Schnee, das Haus, die Socken der Frau im Türrahmen. Als Kontrast dazu das dunkle Pferd und sein Reiter in Uniform. 25 Kilometer ritt Briefträger Marcel Hützli im Dezember 1952 täglich durch die Winterlandschaft von Savigny VD und brachte Briefe und Pakete zu den Bewohnern dieser Gegend. Vier bis fünf Stunden waren er und sein Vierbeiner jeden Nachmittag unterwegs, Feierabend hatten sie erst gegen 19 Uhr. Die Fotografieausstellung «Arbeit» im Landesmuseum Zürich zeigt bis am 3. Januar 2016 Fotografien wie diese zum Thema Arbeit in der Schweiz von 1860 bis 2015. Die Bilder stammen aus der Sammlung des Schweizerischen Nationalmuseums. Sie werden mit Unterstützung des Förderfonds Engagement Migros erschlossen und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Und was haben Sie mit dem Geld gemacht? Damit konnte ich in Berlin, wo ich studierte, zwei Jahre leben. Das war wie ein Kissen, auf dem ich ruhen konnte, ohne mir ständig Sorgen über die Finanzen zu machen. 2013 haben Sie auch noch den Förderpreis gewonnen. Was bedeutet Ihnen diese Auszeichnung? Der Förderpreis ist eine Ver­ sicherung. Er beinhaltet kein Geld, sondern langfristig ausgerichtete, individuelle Fördermassnahmen wie etwa Coachings. Da ich momentan eine feste Anstellung habe, benötige ich diese Unterstüt­ zung nicht. Aber ich weiss, dass ich jederzeit darauf zu­ rückgreifen kann. MM


40 | MM38, 14.9.2015 | MIGROS-WELT

Ein Materialdepot in der Kakaokooperative Necaayo: Dank der UTZ-Prämien konnte der Bau von Lagern zum Schutz vor Feuchtigkeit realisiert werden. UTZ Certified

Drei Buchstaben für mehr Qualität

Seit Anfang 2014 produziert Chocolat Frey für die Migros nur noch Schokolade aus UTZ-zertifiziertem Kakao. Hinter dem Label steht ein Programm, das die Lebensbedingungen der Kakaobauern verbessert und die Umwelt schont. Ein Augenschein an der Elfenbeinküste. Texte: Tristan Cerf

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Bilder: Luc Gnago

ontag, 8. Juni, im Dorf Ahitou, Elfenbeinküste: Der Regen trommelt laut auf das Dach der Kirche, wo sich die Gemeinde versammelt hat. Es ist Regenzeit, doch das Wetter trübt heute die Stimmung nicht. Denn es ist Besuch aus der Schweiz da,

genauer gesagt aus dem rund 6000 Kilometer entfernten Buchs AG. Es sind Mitarbeiter von Chocolat Frey, der Nummer 1 der Schweizer Schokoladenproduzenten. Sie sind gekommen, um den Bauern der Kooperative Necaayo ihre Prämie von rund 320 000 Franken zu überreichen. Gelder,

welche die Kooperative für den Verkauf von UTZ-zertifiziertem Kakao erhält. Hinter den drei Buchstaben steckt ein anerkanntes Gütezeichen: UTZ Certified garaniert die nachhaltige Produktion von Agrarprodukten wie Kaffee, Tee und Kakao, zum Beispiel von der Elfenbeinküste.


MIGROS-WELT | MM38, 14.9.2015 | 41

Workshop unter freiem Himmel: In den Schulungen der Coopérative Necaayo lernen die Kakaobauern die Anforderungen für nachhaltigen Anbau kennen.

Der Dorfchef trägt heute einen eleganten Baule-Lendenschurz – als Ausdruck seiner Autorität und als Zeichen von Respekt gegenüber den Gästen, die er an den gedeckten Tisch bittet. «In diesem Teil Afrikas wird Gastfreundschaft besonders gross geschrieben», flüstert Felix Koffi Kouamé ihnen ins Ohr. Kouamé ist Präsident der Kooperative Necaayo und sorgt für den reibungslosen Ablauf des Treffens. Als der ohrenbetäubende Platzregen endlich nachlässt, ergreift Patrick Roth, Leiter Strategischer Einkauf bei Chocolat Frey, das Wort: «Dieses Jahr ist nicht nur die Menge der Kakaobohnen beeindruckend, die von den ivorischen Produzenten geliefert wurde, auch die Qualität ist aussergewöhnlich hoch.» Dafür dankt er den Bauern. Für Nicole Moret, Fachspezialistin Nachhaltigkeit bei Frey, ist diese Qualitätssteigerung eine direkte Folge der UTZ-Zertifizierung. Zwei Mal pro Jahr reist sie nach Westafrika und verfolgt vor Ort die Umsetzung der entsprechenden Vorschriften. «Der Produktionsanstieg und die Qualitätsverbesserung sind das Ergebnis der durch die UTZ-Prämie finanzierten Schulungen.»

Dienstag, 9. Juni, im Dorf Allakro, Elfenbeinküste: Die Bäuerin Yvonne Kouassi präsentiert ihren 400 Kollegen, die hier für die Übergabe der UTZ-Prämien versammelt sind, stolz ihren Scheck. Im Gegensatz zu vielen anderen, die nur 2 bis 3 Hektaren mit Kakaobäumen besitzen, bewirtschaftet «Madame Yvonne», wie sie von allen genannt wird, eine Fläche von 11 Hektaren. Damit ist sie eine der grössten Produzentinnen der Kooperative. Die Schulungen führen zu grösseren Erträgen und höheren Einkommen

Wenige Stunden zuvor hat sie an einer UTZ-Schulung teilgenommen. Dort ging es darum, die Produktionstechniken zu verbessern, Wissen über Krankheiten der Pflanzen zu vermitteln und die Familien für den Schulbesuch ihrer Kinder zu sensibilisieren. «Das ist ein positiver Kreislauf», erklärt Nicole Moret. «Dank der Schulungen erzielen die Bauern höhere Erträge und eine höhere Qualität der Bohnen. Durch die UTZ-Prämie, die sie für ihr zusätzliches Engagement, die bessere Agrarpraxis, erhalten, erhöhen sich nicht nur ihre persönlichen Einnahmen, sondern auch

die finanziellen Mittel der Kooperative.» So kann die Kooperative in die Infrastruktur investieren und das Leben der Dorfbewohner verbessern. Etwa die Hälfte der Prämien des Jahres 2015 fliesst direkt an die Bauern, der Rest in Schulungen, landwirtschaftliche Produktionsmittel und in Projekte, die der Allgemeinheit zugutekommen. Durch Prämien finanziert: Krankenstation, Wasserpumpe und zwei Lagerhäuser

In den letzten zwei Jahren haben die Bauern der Kooperative Necaayo mit den Prämiengeldern eine Krankenstation errichtet, ein Haus für den Krankenpfleger gebaut und eine Wasserpumpe installiert. Der Arzt wird von der Regierung gestellt. Zudem konnte die Kooperative zwei Lagerhäuser für Jutesäcke bauen und Pflanzenschutzmittel beschaffen. «Für Schweizer Verhältnisse sieht das nicht nach viel aus. Aber wir sind hier 60 Kilometer von der nächsten Stadt entfernt, und eine Krankenstation vor Ort kann über Leben und Tod entscheiden», sagt Felix Koffi Kouamé. «Wegen des feuchten Klimas ist es extrem wichtig, dass die Säcke und Kakaobohnen in den Lagerhäusern trocken gelagert werden können.»


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Die besten Momente sind meist die unerwarteten. Ob beim Kinderbasteln, bei den Zürcher Bauern oder beim Backen mit Betty Bossi: Lassen Sie sich von der Züspa überraschen. Parallelmessen:

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MIGROS-WELT | MM38, 14.9.2015 | 43

Das Label

UTZ steht für gut und nachhaltig «UTZ» kommt aus der Sprache der Mayas und heisst «gut». Das Label UTZ Certified

ist weltweit eines der wichtigsten unabhängi­ gen Programme für nachhaltig angebauten Kaffee, Kakao und Tee.

1 2

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Drei Fragen

«Dank UTZ Certified sind die Erträge höher» Patrick Roth, sind die Besuche vor Ort wirklich nötig? An der jährlichen Prämienzeremonie der Kooperative nehmen wir jeweils teil, um den Bauern symbolisch die UTZ-Prämie zu überbringen. Dabei können wir auch alle anstehenden Themen in den Bereichen Qualität und Nachhaltigkeit besprechen. Und wir sehen, wie die bezahlten Prämiengelder verwendet werden und ob unsere Partner die definierten Vorgaben einhalten.

Als erste Schweizer Detailhändlerin hat die Migros 2010 ihr gesamtes

Basissortiment an Kaffeebohnen auf Pro­ dukte aus nachhaltigem und sozialverträglichem Anbau umgestellt, zertifiziert nach den strengen Richtlinien von UTZ Certified. Etwas später erfolgte die Umstellung von Schoko­ ladenartikeln und Tee. Zahlreiche Artikel, die das Gütesiegel Fairtrade Max Havelaar tragen, komplettieren das Sortiment aus nachhal­ tiger und sozialverträg­ licher Produktion. UTZ Certified unterstützt Bauern, ihre

Arbeit effizienter auszu­ üben. Und sie erhalten beim Verkauf ihrer zerti­ fizierten Bohnen eine Prämie. Im Gegenzug wird von den Bauern er­ wartet, dass sie beim Anbau ökologische und soziale Vorgaben einhal­ ten. Dank der verbes­ serten Anbaumethoden kann der Bauer den Er­ trag und die Qualität sei­ ner Ernte und damit auch sein Einkommen steigern. Die Teilnahme am UTZ­Programm ist allen Kakao­, Kaffee­ und Teebauern möglich, unabhängig von der Dimension oder dem Standort ihrer Plantage.

Patrick Roth ist Leiter Strategischer Einkauf bei Chocolat Frey.

4

1 Patrick Roth und Nicole Moret besuchen die neue Baumschule. 2 Blick in das Innere einer Kakaofrucht: Hier reifen die Bohnen gut geschützt. 3 Die Plantagen sind oft kilometerweit von der nächsten Stadt entfernt. 4 Yvonne Kouassi ist eine der wichtigsten Produzentinnen der Kooperative.

Montag, 27. Juli, in Buchs AG, Schweiz: Kooperativenpräsident Felix Koffi Kouamé besucht die Produktion bei Chocolat Frey und gerät ins Schwärmen: «Ich bin unglaublich stolz, wenn ich sehe, wie unsere Kakaobohnen hier zu Schokolade verarbeitet werden.» Jedes Jahr produziert die MigrosTochter aus etwas 8000 Tonnen Bohnen rund 40 000 Tonnen Schokolade. Neben Ghana und Ecuador ist für Chocolat Frey die Elfenbeinküste eines der wichtigsten Beschaffungsländer. Kouamé ist von UTZ überzeugt: «Von der Zertifizierung profitieren alle. Sie verbessert unseren Lebens-

standard und die Qualität der Bohnen. Zudem kann auch der kleinste Bauer direkt mit dem grössten Schweizer Schokoladenproduzenten sprechen. Das ist toll und selten!» Dieses Jahr fällt die Prämie deutlich höher aus als in den vergangenen Jahren. Kouamé: «Wir werden eine Geburtenstation bauen, die Zusage für eine Hebamme haben wir bereits erhalten.» Ein weiteres Beispiel, wie UTZ das Leben verbessert. Selbst jenes der Kleinsten. MM Rezepte mit Schokolade finden

Sie auf den folgenden Seiten.

Hat die UTZ-Zertifizierung Ihre Arbeit als Einkäufer verändert? Beim Einkauf berücksichtigen wir neben Preis und Qualität auch Aspekte aus dem Bereich der Nachhaltigkeit. Dies bedingt eine intensivere Zusammenarbeit mit den Organisationen, den Anbauländern und entsprechend Besuche vor Ort. Stellen Sie eine bessere Qualität der Lieferungen fest? Die UTZ-Zertifizierung beinhaltet auch, dass die Bauern regelmässig Schulungen zu Anbau- und Verarbeitungsmethoden von Kakao erhalten, wie etwa die korrekte Fermentierung und Trocknung der Bohnen. Diese Schulungen haben dazu geführt, dass die Erträge pro Hektar auf UTZ-zertifizierten Plantagen in den letzten Jahren stark gesteigert werden konnten. Auch die Qualität der Bohnen hat sich verbessert.


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UTZ Certified und Fairtrade Max Havelaar

Die bessere Schokolade Die Migros setzt beim Kakao auf soziale Nachhaltigkeit und stützt sich dabei auf die beiden Labels UTZ Certified und Fairtrade Max Havelaar. Diese fördern soziale und faire Arbeitsbedingungen sowie unter anderem den nachhaltigen Kakaoanbau. Bilder und Styling: Veronika Studer

Rezepte: Katrin Klaus

Die Brownie-Truffes mit Baumnüssen sind eine Sünde wert.

Frey Noir Special 72 %, UTZ Certified, 100 g Fr. 2.10

Brownie-Truffes Patissier Kuchenglasur dunkel, UTZ Certified, 125 g Fr. 1.70

Das Label steht für besseren Anbau mit Rücksicht auf Mensch und Natur, womit Produzenten Ernte und Einkommen steigern.

Für 1 Springform Ø 23 cm, ergibt ca. 30 Stück Zutaten

Butter und Mehl für die Form 150 g Butter 250 g dunkle Schokolade, 72 % Kakaogehalt 100 g Baumnüsse 3 Eier, 150 g Zucker 100 g Mehl 2 TL Backpulver 1 Beutel dunkle Kuchen­ glasur à 125 g

Zubereitung

Formboden mit Back­ papier belegen. Rand mit Butter bestreichen und mit Mehl bestäuben. Butter und Schokolade in eine Schüssel geben und im heissen Wasserbad schmelzen. Inzwischen Nüsse in einer Bratpfanne ohne Fett rösten. Herausnehmen, hacken. Eier und Zucker mit einem Schwingbesen ca. 5 Minuten schaumig

rühren. Backofen auf 180 °C vorheizen. Nüsse und Eier­Zucker­ Mischung unter die geschmolzene Schoko­ ladenbutter rühren. Mehl und Backpulver dazusieben, unterziehen. In die Form füllen, glatt streichen. Brownies auf der untersten Rille ca. 25 Minuten backen. Herausnehmen, Form­ rand entfernen, Brownies auskühlen lassen.

In kleine Würfel schnei­ den. Kuchenglasur im Wasserbad schmelzen. Brownie­Truffes damit dekorieren. Bis zum Servieren kühl stellen. Zubereitungszeit ca. 25 Minuten + ca. 25 Minuten backen

Pro Stück ca. 3 g Eiweiss, 18 g Fett, 20 g Kohlen­ hydrate, 1050 kJ/250 kcal


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Chili con carne mit Schokolade Hauptgericht für 4 Personen Zutaten 1 Zwiebel 2 Knoblauchzehen 1 rote Chili 250 g Rüebli 250 g Stangensellerie 600 g Rindshackfleisch 2 EL Erdnussöl 3 EL Tomatenpüree 5 dl Wasser 1 Dose rote Bohnen à 435 g

In der mexikanischen Küche nicht ungewöhnlich: Schoggi in einem rassigen Chili.

1 Glas eingelegte rote Peperoni à 160 g Salz, Pfeffer 50 g dunkle Schokolade Zubereitung

Zwiebel, Knoblauch und Chili hacken. Rüebli und Stangensellerie in Stäb­ chen schneiden. Fleisch in einer weiten Pfanne im Öl portionenweise anbraten. Gemüse und Tomatenpüree beigeben.

Unter Rühren ca. 5 Minu­ ten mitdünsten. Mit Wasser ablöschen. Zu­ gedeckt bei mittlerer Hitze ca. 20 Minuten schmoren lassen. Bohnen abgiessen. Mit kaltem Wasser abspülen und ab­ tropfen lassen. Peperoni abgiessen und abtropfen lassen. Peperoni in Stücke schneiden. Beides zum Fleisch geben und ca. 10 Minuten weiter­

schmoren. Abschmecken. Schokolade in Stücke brechen. Beigeben und rühren, bis die Schoko­ lade geschmolzen ist. Dazu passt Reis. Zubereitungszeit ca. 35 Minuten + ca. 30 Minuten schmoren

Pro Person ca. 38 g Eiweiss, 27 g Fett, 33 g Kohlenhydrate, 2200 kJ/530 kcal

Bio Fairtrade Max Havelaar Crémant, dunkle Schokolade, 100 g Fr. 1.85

Bio Fairtrade Max Havelaar Pfeffer schwarz ganz, 100 g Fr. 3.40

Fairtrade Max Havelaar Langkornreis, 1 kg Fr. 3. 50 In grösseren Filialen

Das Label steht für fair gehandelte und nachhaltig angebaute Produkte. Rezepte www.saison.ch

Ein Teil von


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Optigal

Saftiges Poulet im Herbstgewand Die fallenden Temperaturen wecken den Appetit auf Währschaftes. Jetzt steigt wieder die Lust auf einen schmackhaften Braten aus dem Ofen oder ein feines Geschnetzeltes. Neu im OptigalSortiment aus Schweizer Geflügel sind das Geschnetzelte mit Waldpilz und der mit Gemüse gefüllte Mini-Saftbraten, fixfertig gewürzt und schnell zubereitet. Das Fleisch für Optigal wird von kleinen und mittleren Landwirtschaftsbetrieben in der Schweiz produziert, die eine besonders tierfreundliche Stallhaltung mit Auslauf in einen Wintergarten haben.

Serviertipps

Optigal Poulet Geschnetzeltes mit Waldpilz, per 100 g Fr. 2.70

Optigal Poulet Mini-Saftbraten gefüllt, per 100 g Fr. 1.60

Poulet ganz herbstlich in währschaften Gerichten.

Bild und Styling: Veronika Studer

Zum Mini-Saftbraten passen Kartoffelstock und Ofentomaten. Rösti begleitet das Geschnetzelte perfekt.


MIGROS-WELT | MM38, 14.9.2015 | 47

Aus der Verpackung direkt in die Pfanne: Die Mini-Cordon-bleus sind fixfertig und müssen nur noch gebraten werden.

Fleischprodukte

Cordon bleu im Kleinformat Ein saftiges Cordon bleu ist eines der beliebtesten Schweizer Fleischgerichte. Micarna, der Fleischbetrieb der Migros, hat sich für Fans der gefüllten Schweinsplätzli etwas Neues einfallen lassen: das pfannenfertige Mini-Cordon-bleu als Komponente einer leichten Küche, erhältlich in zwei Geschmacksvarianten. Das «Hawaii» ist mit Schinken, Käse und Ananas gefüllt, das «Caprese» mit getrockneter Tomate und Mozzarella. Man kann sie prima mit frischen Salaten oder Gemüse kombinieren und so im Nu ein leichtes Gericht zaubern.

Serviertipp

Bild und Stylig: Veronika Studer

Mini-Cordon-bleus mit frischem Blattsalat und fruchtigen Brombeeren anrichten.

Die M-Industrie stellt viele MigrosProdukte her. Dazu gehören auch die Mini-Cordon-bleus.

Mini Cordon Bleu Hawaii, per 100 g Fr. 2.75


Excellence Princess

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MIGROS-WELT | MM38, 14.9.2015 | 49

Saisonküche

Perlen des Sommers

Prall und sonnengereift präsentieren sie sich jetzt im Handel und warten darauf, vernascht zu werden. In Trauben steckt die Erinnerung an den Traumsommer. Ein guter Grund, sie in der Küche zu inszenieren.

Herausnehmen und sammeln!

Text: Sonja Leissing Bilder & Styling: Daniel Aeschlimann Rezepte: Annina Ciocco

Menü Vorspeise für 4 Personen

Erfrischend anders schmecken Trauben mit marinierten Fetawürfeln und Chilischoten.

Noch mehr Rezepte Die Saisonküche gibt es auch im Jahresabonnement, 12 Ausgaben für nur Fr. 39.– www.saison.ch/abo


50 | MM38, 14.9.2015 | MIGROS-WELT

Marinierte Fetawürfel mit Trauben

Kalbsgeschnetzeltes mit Trauben

Schichtdessert mit Trauben

Menü Dessert für 4 Personen

Menü Vorspeise für 4 Personen

Menü Hauptgericht für 4 Personen Zutaten

½ 300 g 200 g ½ 1 6 EL 1 TL

Zwiebel grüne Trauben Feta Zitrone kleine Knoblauchzehe Olivenöl grober Cayennepfeffer

Zubereitung

Zwiebel fein hacken. Trauben halbieren und Kerne mit einem spitzen Messer entfernen. Feta in mundgerechte Würfel schneiden. Mit den Zwiebeln zu den Trauben geben. Zitronenschale fein dazureiben. 1 EL Zitro­ nensaft dazupressen. Knoblauch dazu­ pressen. Öl und Cayennepfeffer dazugeben und alles mischen. Vor dem Servieren min­ destens 30 Minuten marinieren. Dazu passt Pitabrot. Zubereitungszeit ca. 20 Minuten + mindestens 30 Minuten marinieren

Pro Person ca. 9 g Eiweiss, 25 g Fett, 13 g Kohlenhydrate, 1300 kJ/310 kcal

Zutaten

½ 150 g 150 g

600 g

2 EL 1 dl 2 dl 1,25 dl

Peperoncino rote Trauben, z. B. kernlose Trauben grüne Trauben, z. B. kernlose Trauben geschnetzeltes Kalbfleisch Salz, Pfeffer HOLL-Rapsöl roter Traubensaft klare Bratensauce Vollrahm

Zubereitung

Peperoncino in dünne Ringe schneiden. Trauben je nach Grösse halbieren oder ganz lassen. Geschnetzeltes mit Salz und Pfeffer würzen. Fleisch in einer Bratpfanne im Öl bei grosser Hitze kurz anbraten. Peperon­ cino und Trauben dazugeben, kurz mit­ braten. Herausnehmen und warm halten. Bratsatz mit Traubensaft ablöschen, köcheln lassen, bis dieser beinahe ganz verdunstet ist. Bratensauce dazugeben. Bei kleiner Hitze köcheln lassen, bis gut die Hälfte eingekocht ist. Rahm beigeben und weiter köcheln, bis die Sauce leicht dick­ flüssig ist. Geschnetzeltes dazugeben. Salzen und pfeffern. Dazu passt Rösti. Zubereitungszeit ca. 40 Minuten

Pro Person ca. 31 g Eiweiss, 25 g Fett, 17 g Kohlenhydrate, 1750 kJ/420 kcal

Zutaten 5 EL flüssiger Akazienhonig

3 1 5 ¼ 2 Prisen 1,5 dl 500 g 220 g 500 g

Nelken Sternanis weisse Pfefferkörner Zimtstange Muskat, gemahlen Wasser blaue Trauben, z. B. Black Magic Cantuccini griechisches Naturjoghurt

Zubereitung

Honig, Nelken, Sternanis, Pfeffer, Zimt und Muskat mit dem Wasser aufkochen und zur Hälfte einkochen. Absieben und abkühlen lassen. Trauben halbieren und mit einem spitzen Messer entkernen. Mit dem Honigsirup mischen. Je ca. zwei Cantuccini zerbrechen und in die Gläser geben. Die Hälfte der Trauben daraufgeben. Etwas Joghurt darauf verteilen. Nochmals zwei Cantuccini zerbrechen und darauf schichten, dann nochmals einige Trauben darauf verteilen. Restliches Joghurt verteilen und mit den übrig gebliebenen Trauben abschliessen. Zubereitungszeit ca. 30 Minuten

Pro Person ca. 12 g Eiweiss, 22 g Fett, 67 g Kohlenhydrate, 2200 kJ/550 kcal


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10.35 statt 14.80

Alle Frey Tafelschokoladen à 100 g im 8er-Pack, UTZ z.B. Milch-Nuss

2.50 statt 3.10

Alle ChocMidor Biscuits, ab 2 Packungen jede –.60 günstiger, z.B. Carré, 100 g

2.30 statt 2.90

Alle Anna’s Best Wähen 20% günstiger, z.B. Aprikosenwähe, 215 g

11.50

Frey Branches Bicolor, Noir oder Eimalzin im 30er-Pack, UTZ z.B. Branches Noir, 30 x 27 g

2.45 statt 3.10

M-Classic Popcorn im Jumbo-Beutel 300 g, 20% günstiger, z.B. Choco


VIELE MIGROS-PRODUKTE IN AKTION.

3 für 2

15.– statt 22.50

Exquisito Bohnen oder gemahlen im 3er-Pack, UTZ 3 x 500 g, z.B. Bohnen

1.90 statt 2.50

Alle M-Classic Reis à 1 kg, ab 2 Packungen jede –.60 günstiger, z.B. Carolina Parboiled

2.55 statt 3.20

Alle Zwieback 20% günstiger, z.B. Original, 260 g

6.45 statt 8.10

2.55 statt 3.20

Alle Tiefkühl-Spinate 20% günstiger, z.B. Rahmspinat, 800 g

NEU 20x PUNKTE

M-Classic Studentenfutter im 3er-Pack 3 x 250 g, 20% günstiger

2.10 statt 2.40

Gesamtes PIC- oder Party ApérogebäckSortiment, ab 2 Stück jedes –.30 günstiger, z.B. Party Pizza Crackers, 150 g

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8.60

Crème d’or Grand Marnier Orange & Chocolat 750 ml, gültig bis 28.9.2015


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5.80 statt 7.80

Kult Ice Tea PET im 6er-Pack, 6 x 1 Liter, ab 2 Packungen jede 2.– günstiger, z.B. Zitrone

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Elan Waschmittel im XXL-Sparpack 7,5 kg, z.B. Power Fresh, gültig bis 28.9.2015

PUNKTE

7.30

Crème d’or Menthe & Chocolat 750 ml, gültig bis 28.9.2015

1.45 statt 1.95

Gold Fruchtsäfte 1 Liter, ab 2 Stück jedes –.50 günstiger, z.B. Orangensaft, Fairtrade

3.05 statt 3.85

Alle Belherbal Haarprodukte (ohne Mehrfachpackungen), 20% günstiger, z.B. Sensitive Shampoo, aha!, 250 ml, gültig bis 28.9.2015

DIE MIGROS-INDUSTRIE UND IHRE PRODUKTE. Milch, Milchgetränke, Joghurt, Frischkäse, Saucen, Mayonnaise. Mitarbeitende: 583

Kaffee, Kaffeekapseln, Trockenfrüchte, Gewürze, Nüsse. Mitarbeitende: 302

Ice Tea, Fruchtsäfte, Fertiggerichte, Kartoffelprodukte und Produkte aus Früchten. Mitarbeitende: 971

Frischfleisch, Fisch, Charcuterie, Geflügel. Mitarbeitende: 2650

Brote, Backwaren, Patisserie, Teigwaren. Mitarbeitende: 3269

Raclette Raccard, Gruyère AOP, Appenzeller, Fondue. Mitarbeitende: 243

Mineralwasser, Sirup, Fruchtsäfte. Mitarbeitende: 122

Biscuits, Blévita, Glace, Dessertpulver, Fasnachtschüechli, Apérogebäcke. Mitarbeitende: 623

Pflegeprodukte, Kosmetikwirkstoffe, Wasch- und Reinigungsmittel, Margarinen und Speisefette. Mitarbeitende: 957

Trockenreis, Risottoreis, Milchreis, Spezialitätenreis. Mitarbeitende: 24

Schokolade, Kaugummi. Mitarbeitende: 774


NOCH MEHR SPARMÖ 40%

6.90 statt 11.60

13.10 statt 16.40

M-Classic Tortelloni im Duo-Pack z.B. Ricotta/Spinat, 2 x 500 g

Frischfondue Moitié-Moitié im Duo-Pack 2 x 400 g, 20% günstiger

2.05 statt 2.60

4.40 statt 5.55

Alle gekühlten Bio und M-Classic Sauer- und Rotkraute 20% günstiger, z.B. M-Classic Sauerkraut, 500 g

3.10 statt 3.90

Pain Création Olivenbaguette oder Steinofenbaguette hell 20% günstiger, z.B. Olivenbaguette, 380 g

2.60 statt 2.90

Mozzarella Galbani im 3er-Pack 3 x 150 g, 20% günstiger

Alle Agnesi Saucen, ab 2 Stück jede –.30 günstiger, z.B. Basilico, 400 g

6.– statt 7.50

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Alle Herbstblumenzwiebeln 20% günstiger, z.B. Tulpen Grand Perfection, Packung à 12 Stück

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Alle Früchte oder Beeren tiefgekühlt, 20% günstiger, z.B. M-Classic Himbeeren, 500 g


GLICHKEITEN. 1.50 statt 1.80

Alle Agnesi Teigwaren, ab 2 Packungen jede –.30 günstiger, z.B. Spaghetti, 500 g

4.70 statt 5.30

Diverse Honige im 550-g-Glas oder 500-g-Squeezer –.60 günstiger, z.B. Feincremiger Blütenhonig, 550 g

3.95 statt 4.95

Gesamtes Exelcat Sortiment 20% günstiger, z.B. Knusper Menu Rind, 950 g

3.80 statt 4.80

Schweizer Gemüsekonserven oder Apfelmus im 3er-Pack 20% günstiger, z.B. M-Classic Erbsen mit Karotten, 3 x 260 g

9.10 statt 11.40

50%

6.60 statt 13.20

Deliziosa Pizza Prosciutto Crudo, Pizza alla Pala Verdure Grigliate oder Piadina Prosciutto im Duo-Pack tiefgekühlt, z.B. Pizza Prosciutto Crudo, 2 x 410 g

50%

1.30 statt 2.60

M-Classic Thon in Öl oder Wasser im 6er-Pack 20% günstiger, z.B. in Öl, 6 x 155 g

Alle Condy Maiskölbchen z.B. Maiskölbchen, 190 g

4.– statt 5.–

1.10 statt 1.50

Gesamtes Fatto Katzenstreu-Sortiment 20% günstiger, z.B. Deo, 10 Liter

Alle Bon Chef Beutel- oder Instantsuppen, ab 2 Stück jedes –.40 günstiger, z.B. Fleischkügeli mit Fideli, 74 g


DAS GROSSE . N E G Ü N G R E V R SPA 3.– statt 3.80

69.90 statt 119.–

6.45 statt 8.10

8.90

Primella Watteprodukte im Duo-Pack 20% günstiger, z.B. Watterondellen, 2 x 80 Stück, gültig bis 28.9.2015

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Alle Herren-Hemden oder -Krawatten erhältlich in diversen Farben, Gr. S = 37/38–XXL = 45/46, z.B. John Adams Business-Hemd Easy Iron, Gr. S = 37/38, gültig bis 28.9.2015

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Nivea Duschen im 3er-Pack 20% günstiger, z.B. Soft Cremedusche, 3 x 250 ml, gültig bis 28.9.2015

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Gesamtes Reisegepäck-Sortiment* z.B. Titan Merik, 46 cm, navy, gültig bis 28.9.2015

* Erhältlich in grösseren Migros-Filialen. ANGEBOTE GELTEN NUR VOM 15.9. BIS 21.9.2015, SOLANGE VORRAT

Komperdell Wanderstock-Paar gültig bis 28.9.2015

Ellen Amber Damen-Sneakersocken oder Kurzsocken im 3er-Pack erhältlich in Weiss, Schwarz oder Anthrazit, Gr. 35–38 oder 39–42, z.B. Sneakersocken, weiss, Gr. 39–42, gültig bis 28.9.2015

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John Adams Herren-Sneakersocken, -Kurzsocken oder -Sportsocken im 3er-Pack erhältlich in Weiss, Schwarz oder Anthrazit Gr. 39–42 oder 43–46, z.B. Sportsocken, Anthrazit, Gr. 43-46, gültig bis 28.9.2015


BLUMEN & PFLANZEN

WEITERE ANGEBOTE. FRÜCHTE & GEMÜSE Trauben Uva Italia, Italien, per kg 2.20 statt 3.70 40% Indian Summer Salat, Beutel à 200 g 2.30 statt 2.90 Rispentomaten, Bio, aus der Schweiz, per kg 5.30 statt 7.60 30% Karotten, Schweiz, Beutel à 1 kg 1.30 statt 1.90 30% Blumenkohl, aus der Schweiz, per kg 4.60 statt 6.20 25% Peperoni gemischt, aus den Niederlanden, Beutel à 500 g 2.20 statt 2.75 Blumenkohl, Bio, aus der Schweiz, pro Stück 2.80 statt 4.70 40% Suppengemüse, «Aus der Region.», per kg 3.90 statt 5.20 25% Äpfel Elstar I, Neue Ernte, süsssäuerlich, aus der Schweiz, per kg 2.70 statt 3.90 30% Zwetschgen, Schweiz, per kg 3.40 statt 4.90 30% Mangos, aus Israel und Spanien, pro Stück 2.40 statt 2.90

FISCH, FLEISCH & GEFLÜGEL M-Classic Rindshackfleisch, Schweiz, per kg 9.– statt 18.– 50% M-Classic oder TerraSuisse Kalbfleischwurst, Schweiz, z.B. TerraSuisse Kalbfleischwurst, hauchdünn geschnitten, per 100 g 1.95 statt 2.80 30% Saucisson Tradition, TerraSuisse, per 100 g 1.25 statt 1.80 30% Waadtländer Saucisson, Schweiz, per 100 g 1.55 statt 1.95 20% Bündner Rohschinken hauchdünn geschnitten im Duo-Pack, Schweiz, 2 x 113 g 6.90 statt 10.35 33% Poulet-Cordon-bleu Naturform, hergestellt in der Schweiz, Fleisch aus Brasilien, 4 x 150 g 9.10 statt 13.10 30%

Für Ihren Einkauf hier ausschneiden.

Schweinswürstli, «Aus der Region.», aus der Zentralschweiz, 2 Paar, 240 g 3.75 statt 4.70 Bratschinken, Schweizer Fleisch Schale, per 100 g 2.10 statt 3.– 30% Delikatess-Fleischkäse hauchdünn, TerraSuisse, Schweizer Fleisch, Schale, per 100 g 1.60 statt 2.– Bockwürstli, TerraSuisse, «Aus der Region.», aus der Zentralschweiz, 2 Paar, 260 g 4.80 statt 6.10 Bündner Salsiz, Schweizer Fleisch, Netz à 3 Stück, 285 g 7.– statt 10.50 3 für 2

Rindsvoressen, TerraSuisse, «Aus der Region.», aus der Zentralschweiz, per 100 g 1.80 statt 2.60 30% Rindfleisch zum Sieden, mager, TerraSuisse, «Aus der Region.», aus der Zentralschweiz, per 100 g 1.95 statt 2.60 25% Schweinshuftsteak, Schweizer Fleisch, per 100 g 1.40 statt 2.40 40% Alplamm-Gigot Plätzli, TerraSuisse, Schweizer Fleisch, per 100 g 3.70 statt 5.– 25% Erhältlich in der Selbstbedienung Alplamm-Schulterbraten, TerraSuisse, Schweizer Fleisch, per 100 g 2.80 statt 3.70 Erhältlich in der Selbstbedienung Alplamm-Gigot ohne Bein, TerraSuisse, Schweizer Fleisch, per 100 g 3.10 statt 4.– Trutenschnitzel, aus der Schweiz, per 100 g 2.60 statt 3.30 Erhältlich in der Selbstbedinung Pouletschenkel gewürzt, aus der Schweiz, per 100 g 1.10 statt 1.40 Erhältlich in der Selbstbedienung Lachsfilet ohne Haut, Zucht aus Norwegen, per 100 g 1.95 statt 3.90 50% M-Classic Forellenfilets, ASC, im 3er-Pack, Zucht, aus Dänemark, 3 x 125 g 7.70 statt 11.10 30% Alle Sushi-Artikel, z.B. Sushi Maki Mix, Thunfisch Wildfang aus den Philippinen, Lachs Zucht aus Norwegen, 150 g 7.– statt 8.90 20% *

BROT UND MILCHPRODUKTE Pain Création Olivenbaguette oder Steinofenbaguette hell, z.B. Olivenbaguette, 380 g 3.10 statt 3.90 20% Quadrati mit Sonnenblumenkernen, Bio, 120 g 1.10 statt 1.40 Pandoro am Meter, 380 g 5.35 statt 6.70 Valflora Halbrahm UHT, 2 x 500 ml 2.90 statt 4.90 40% M-Classic Dessert Cremen, 6 x 125 g, z.B. Chocolat 1.90 statt 2.40 20% Heidi Gruyère, per 100 g 1.75 statt 2.20 20% Frischfondue Moitié-Moitié im Duo-Pack, 2 x 400 g 13.10 statt 16.40 20% Mozzarella Galbani im 3er-Pack, 3 x 150 g 4.40 statt 5.55 20%

Rosen, Fairtrade, verschiedene Farben, Stiellänge 40 cm, Bund à 10 Stück 5.90 Diverse Orchideen im Übertopf, pro Pflanze 19.90 Chrysanthemen, «Aus der Region.», im 12-cm-Topf, pro Stück 2.90 statt 4.50 33%

Frey Branches Bicolor, Noir oder Eimalzin im 30er-Pack, UTZ, z.B. Branches Noir, 30 x 27 g 11.50 Frey Schokolade-Kugeln Milch extra, Giandor oder assortiert im 750-g-Beutel, UTZ, z.B. assortiert 11.10 statt 18.60 40% Alle Frey Tafelschokoladen à 100 g im 8er-Pack, UTZ, z.B. Milch-Nuss 10.35 statt 14.80 30% Alle ChocMidor Biscuits, ab 2 Packungen, jede –.60 günstiger, z.B. Carré, 100 g 2.50 statt 3.10 Alle Blévita, ab 2 Packungen, jede –.60 günstiger, z.B. SesamStange, 295 g 2.70 statt 3.30 Exquisito Bohnen oder gemahlen im 3er-Pack, UTZ, 3 x 500 g, z.B. Bohnen 15.– statt 22.50 3 für 2 Diverse Honige im 550-g-Glas oder 500-g-Squeezer, –.60 günstiger, z.B. Feincremiger Blütenhonig, 550 g 4.70 statt 5.30 Alle Zwieback, z.B. Original, 260 g 2.55 statt 3.20 20%

20x

M-Classic Studentenfutter im 3er-Pack, 3 x 250 g 6.45 statt 8.10 20% Alle Früchte oder Beeren, tiefgekühlt, z.B. M-Classic Himbeeren, 500 g 6.20 statt 7.80 20% Deliziosa Pizza Prosciutto Crudo, Pizza alla Pala Verdure Grigliate oder Piadina Prosciutto im Duo-Pack, tiefgekühlt, z.B. Pizza Prosciutto Crudo, 2 x 410 g 6.60 statt 13.20 50% Alle Tiefkühl-Spinate, z.B. Rahmspinat, 800 g 2.55 statt 3.20 20% Crème d’or Menthe & Chocolat, 750 ml 7.30 NEU **

20x

Crème d’or Grand Marnier Orange & Chocolat, 750 ml 8.60 NEU **

20x

Alle Rivella im 6er-Pack, 6 x 1,5 Liter, z.B. Rot 11.50 statt 14.40 20% Gold Fruchtsäfte 1 Liter, ab 2 Stück, jedes –.50 günstiger, z.B. Orangensaft, Fairtrade 1.45 statt 1.95

Léger Halbfettbutter, Schale à 200 g 2.40 statt 3.–

*Erhältlich in grösseren Migros-Filialen. **Gültig bis 28.9. Genossenschaft Migros Luzern ANGEBOTE GELTEN NUR VOM 15.9. BIS 21.9.2015, SOLANGE VORRAT

Gesamtes PIC- oder Party Apérogebäck-Sortiment, ab 2 Stück, jedes –.30 günstiger, z.B. Party Pizza Crackers, 150 g 2.10 statt 2.40

WEITERE LEBENSMITTEL

Luzerner Rahmkäse, «Aus der Region.», per 100 g 2.– statt 2.50

Alle M-Classic Reis à 1 kg, ab 2 Packungen, jede –.60 günstiger, z.B. Carolina Parboiled 1.90 statt 2.50 M-Classic Popcorn im JumboBeutel, 300 g, z.B. Choco 2.45 statt 3.10 20%

Alle Herbstblumenzwiebeln, z.B. Tulpen Grand Perfection, Packung à 12 Stück 6.– statt 7.50 20%

Sun Queen Kokosschnitze, 100 g 2.10 NEU **

Kult Ice Tea PET im 6er-Pack, 6 x 1 Liter, ab 2 Packungen, jede 2.– günstiger, z.B. Zitrone 5.80 statt 7.80

Alle Anna’s Best Wähen, z.B. Aprikosenwähe, 215 g 2.30 statt 2.90 20% Appenzeller Biberli im 6er-Pack, 6 x 75 g 5.40 statt 7.20 25% Alle Vermicellespatisserie, z.B. Vermicellestörtli, 2 Stück, 2 x 120 g 4.30 statt 5.40 20% Milupa Aptamil Junior 12+ oder 18+, z.B. Folgemilch 12+, 3 x 800 g 39.– statt 58.50 3 für 2 ** Diverse Hipp Baby Quetsch beutel, z.B. Mango-Maracuja 20x in Birne-Apfel, 90 g 1.70 NEU *,** Anna’s Best Eierspätzli im 3erPack oder Gemüsespätzli im Duo-Pack, z.B. Eierspätzli, 3 x 500 g 6.70 statt 8.40 20% Rehpfeffer-Menü im Duo-Pack, 2 x 430 g 14.70 statt 19.60 25% Schweizer Eier, Freilandhaltung, 9 Stück à 53 g+ 4.50 statt 5.40 15%

NEAR-/NON-FOOD I am Professional Full & Strong Thickening Haarpflege, z.B. Shampoo, 250 ml 20x 3.30 NEU ** Alle Belherbal Haarprodukte (ohne Mehrfachpackungen), z.B. Sensitive Shampoo, aha!, 250 ml 3.05 statt 3.85 20% ** I am Natural Cosmetics sanfte Reinigungstücher, Packung 20x à 25 Stück 3.90 NEU ** Elan Waschmittel im XXLSparpack, 7,5 kg, z.B. Power Fresh 23.10 statt 46.30 50% ** Handymatic Supreme (ohne Regeneriersalz), z.B. 3-Phasen-Tab Regular, Packung à 44 Stück 7.40 statt 14.80 50% ** Alle Tangan Produkte, ab 2 Stück, jedes –.50 günstiger, z.B. N° 11, Frischhalte- und Mikrowellen-Folie, 36 m x 29 cm, pro Stück 2.45 statt 2.95 ** Kuhn Rikon Dampfkochtopf 7 Liter, pro Stück 99.– ** Alle Cucina & Tavola oder Duni Servietten, Tischsets, Tischtücher sowie Tischtuchrollen aus Papier, z.B. Servietten, rot, 33 x 33 cm, 30 Stück 1.05 statt 2.10 50% **


Migros-Marken halten Kindheitserinnerungen frisch.

Urs Buchegger, Leiter Entwicklung Eiswaren, Midor

www.vonuns-vonhier.ch


MIGROS-WELT | MM38, 14.9.2015 | 63

Wissenswertes Hintergrund

Rund um die Traube Herkunft

Die Weinrebe gilt als eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt, und ihre Trauben zählen seit eh und je neben Äpfeln zu den beliebtesten Früchten. Historiker und Biologen gehen davon aus, dass Trauben erstmals aus Mittelasien zu uns gelangten. Heute werden sie in vielen Ländern – von Italien bis Chile – angebaut. In Mittel- und Südeuropa sind sie von August bis Oktober genussreif. Verwendung

Frisch von der Rispe gepflückte Trauben schmecken am besten. Sie schmücken Törtchen, veredeln Fruchtsalate und begleiten Käse aller Art perfekt. Leicht erhitzt verleihen sie pikanten Gerichten eine exotische Note und harmonieren geschmacklich auch mit Sauerkraut oder Pouletgeschnetzeltem. Als Beilage – zum Beispiel mit einer Prise Zimt kurz in Wein gedämpft – zaubern sie eine leichte Süsse in Wild- und Wokgerichte. Qualitätsmerkmal Die Wachsschicht auf der Haut der Traube ist ein Qualitätsmerkmal. Sie entsteht durch den Temperaturwechsel zwischen Tag und Nacht. Dieser Kondensniederschlag verursacht einen mehlartigen Reif, den sogenannten Duftfilm. Gut zu wissen

Bild: Getty Images

Trauben enthalten viel Fruchtzucker. Diabetiker sollten daher nur kleine Mengen konsumieren. In Zusammenarbeit mit www.saison.ch

Mehr Rezepte unter Saison.ch

Süsse Multitalente Mit ihren Trauben schenken uns Weinreben kulinarische Perlen, die in der modernen Küche auf vielfältige Art Verwendung finden. Was griechische und türkische Köche längst wissen: Auch ihre Blätter sind geniessbar. Weinblätter Gefüllte Weinblätter (Dolmades) sind Klassiker

der türkischen und griechischen Küche. Grosse Exemplare werden kurz blanchiert und mit Reis sowie gehacktem Schweine- oder Lammfleisch gefüllt. Beliebt ist auch die vegetarische Variante mit Nüssen, Kräutern und Dörrtomaten.

Rosinen Der Überbegriff für alle Arten von getrockneten Trauben ist Rosinen. Je nach Rebsorte und Herkunft heissen sie Sultaninen, Korinthen oder Weinbeeren. Früher wurden die Trauben an der Luft getrocknet. Heute werden sie in Trocknungsanlagen zu Rosinen verarbeitet. Sie lassen sich gut tiefkühlen, da sie schnell auftauen und sofort verwendet werden können.

Traubensaft und Sauser Traubenkerne Für einen Liter Traubenkernöl braucht es etwa zwei Tonnen Trauben, aus denen man etwa 40 Kilogramm Kerne gewinnt. Das Öl schmeckt fruchtig und mild. Es entfaltet sein volles Aroma in Rohkostgerichten, Salatsaucen und Marinaden. Da Traubenkernöl hoch erhitzbar ist (über 190 ºC), kann man es wie jedes pflanzliche Öl auch zum Braten verwenden.

Weil Traubensaft viel Fruchtzucker enthält, bewirkt er einen leichten Anstieg des Blutzuckerspiegels. Viele schätzen ihn deshalb als schmackhaften Muntermacher, der bei Verstopfung auch dem Darm Hilfestellung leistet. Sobald im frisch gepressten Traubensaft unter Beigabe von Hefe die Umwandlung des Zuckers in Alkohol beginnt, entsteht der Sauser: zuerst der «Goofesuuser» mit 1, dann der «Wiibersuuser» mit 4 und schliesslich der «Mannesuuser» mit etwa 8 Volumenprozent Alkohol.


64 | MM38, 14.9.2015 | MIGROS-WELT

Blévita

Perfekte Begleiter für einen aktiven Tag Blévita Sandwich Joghurt/Waldbeeren, 4 × 54 g Fr. 5.30 Blévita Sandwich Kräuter, 4 × 54 g Fr. 5.30

Wer in der Wanderpause zum BlévitaSandwich greift, gönnt sich einen Genussmoment in freier Natur und stärkt sich bewusst für den weiteren Weg. Denn die knusprigen Dinkelcracker, welche die cremige Füllung umschliessen, spenden reichlich Energie für einen aktiven Tag. Auch weil sie ohne Kühlung haltbar und einzeln verpackt sind, eignen sich Blévita-Sandwiches bestens als Verpflegung für unterwegs.

Blévita Sandwich Nature, 4 × 54 g Fr. 5.30

Blévita Sandwich Oliven/Tomaten, 4 × 54 g Fr. 5.30

Die M-Industrie stellt viele beliebte MigrosProdukte her. Dazu gehört auch Blévita.

Bild und Styling: Claudia Linsi

Blévita-Sandwiches füllen die Energiespeicher beim Wandern wieder auf.


MIGROS-WELT | MM38, 14.9.2015 | 65

Rezept

Nidlechueche mit Dulce de leche und Hagelzucker

Valflora

Creme de la Creme Die klassische Küche, ob salzig oder süss, kommt ohne Rahm nicht aus. Erfahrene Köche wissen: Rahm ist aufgrund seiner Rezeptur ein Aromaträger erster Klasse. Deshalb verfeinern Valflora-Rahm oder -Halbrahm währschafte Saucen ebenso wie süsse Wähen. Vielseitig in ihrer Verwendung sind auch die übrigen Valflora-Produkte wie Crème fraîche, Kaffeerahm oder Milch. Wer sie bevorzugt, legt Wert auf beste Qualität und bekennt sich auch zur Heimat. Denn die Marke Valflora steht für Produkte, die ausnahmslos in der Schweiz und mit Schweizer Milch hergestellt werden.

Für 1 Springform à 24 cm Ø Ergibt ca. 6 Stück Zutaten Butter und Mehl für die Form 1 ausgewallter süsser Mürbeteig à 320 g 3 EL Dulce de leche 2,5 dl Halbrahm, z. B. Valflora 2 Eier 60 g Zucker 2 EL Hagelzucker Zubereitung 1. Backofen auf 200 °C

vorheizen. Form mit Backpapier auslegen, mit Butter bestreichen und mit Mehl bestäuben. Teig ins Blech legen. Rand ca. 2,5 cm hoch stehen lassen, Rest nach innen einschlagen und festdrücken. Teigboden mit einer Gabel dicht einstechen. Dulce de leche auf den Teigboden verteilen. 2. Rahm steif schlagen,

Eier und Zucker bei­ geben, kurz weiter­ schlagen. Rahm­Eier­ Zucker­Mischung auf den Teigboden giessen. In der unteren Ofen­ hälfte ca. 20 Minuten backen. Hagelzucker auf den Kuchen streuen und ca. 10 Minuten weiter­ backen. Kuchen heraus­ nehmen und auskühlen lassen. In Stücke schnei­ den und servieren. Mit dem Valflora-Halbrahm gelingt der Nidlechueche besonders gut. Dulce de leche sorgt für eine feine Caramelnote.

Zubereitungszeit ca. 15 Minuten + ca. 30 Minuten backen + auskühlen lassen

Bild und Styling: Veronika Studer

Pro Person ca. 6,5 g Eiweiss, 24 g Fett, 43 g Kohlenhydrate, 1750 kJ/ 410 kcal Valflora UHT Halbrahm, 2 × 500 ml, Fr. 2.90* statt 4.90 * Aktionspreis gültig vom 15. bis 21. 9.

Rezept www.saison.ch

Die M­Industrie stellt viele Migros­Produkte her. Dazu gehört auch Valflora.


66 | MM38, 14.9.2015 | MIGROS-WELT

Suisse Mania

Spielspass für alle

Die Schweiz liegt wieder im Sammelfieber. Jung und Alt erfreuen sich an der Suisse Mania, weil man dabei so viel Neues über unser Land erfährt – auch zu Hause mit dem Brettspiel. Text: Anna-Katharina Ris

D

Bilder: Christian Dietrich

as Suisse-ManiaBrettspiel ist für die ganze Familie und funktioniert ähnlich wie das «Leiterlispiel». Die Spieler würfeln und schweben mit dem Ballon die gewürftelte Anzahl Felder. Wer bei einer Sehenswürdigkeit landet, kann zwischen einer Wissens- und einer Aktivitätskarte wählen. Mit den Wissenskarten werden Details zu den Sehenswürdig-

Styling: Victoria Steiner

keiten abgefragt. Wer eine Aktivitätskarte zieht, darf eine Aktion («Zeig vor, wie ein Alphornbläser macht») ausführen, etwas Bestimmtes zeichnen oder ein Lied singen. Wer schon fleissig Sehenswürdigkeiten gesammelt hat, kann diese auf dem Spielbrett platzieren. Das grosse Familienspiel ist in jeder Migros-Filiale für Fr. 14.80 erhältlich.


MIGROS-WELT | MM38, 14.9.2015 | 67

Die Jüngsten können auch mitmachen, indem sie das Spielbrett einfach umdrehen und als Spielteppich benutzen. Sie werden überrascht sein, denn hier ist eine Schweizer Landschaft abgebildet. Nur am Mittwoch, 16. September:

Radiergummi gratis! An diesem Mittwoch erhält jeder Kunde, der in der Migros etwas einkauft, den SuisseMania-Radiergummi als Geschenk.

Aktionen wie diese mit weiteren Präsenten und Überraschungen finden auch in den folgenden Wochen immer am Mittwoch statt. Unter anderem werden Wochenjoker verteilt*. Lassen Sie sich überraschen! * pro Einkauf im Wert von Fr. 60.– und maximal 3 Joker pro Einkauf, solange Vorrat.

Suisse Mania online

Wochenaufgabe lösen und gewinnen Erraten Sie auf Facebook.com/ migrosmania einen Ort, der aus dem Heissluftballon fotografiert wurde. Ab Mittwoch, 16. 9., bis Sonntag, 20. 9. (24 Uhr), können Sie mitmachen und die zweite Wochenaufgabe lösen. Wie gut kennen Sie die Schweiz und ihre Sehenswürdigkeiten? Details über alle Sehenswürdigkeiten finden Sie auf www.suissemania.ch. Mit etwas Glück gewinnen Sie einen Einkaufsgutschein oder sogar eine Ballonfahrt für zwei Personen im Wert von über 600 Franken.

«Mach eine Brücke!», lautet eine Aufgabe auf einer Aktivitätenkarte. Schaffst du das?

Auch recht lustig: «Lauf zehn Schritte und balanciere dabei ein Buch auf dem Kopf.»

«Mach zehn Hampelmänner!» Das können auch die Kleinsten in der Spielrunde.


68 | MM38, 14.9.2015 | MIGROS-WELT

Frage der Woche

Haben Sie eine Frage?

Kontaktieren Sie uns! M-Infoline, der Kundendienst der Migros, erreichbar unter 0800 84 0848 oder www.migros.ch/ kundendienst

Telefonisch erreichbar Montag bis Freitag: 8.00–18.00 Uhr, Samstag: 8.30–16.30 Uhr. Anrufe auf die oben genannte Nummer sind gratis.

«Unter den Zutaten der ‹Biscuits Tradition Cerealino› wird bei pflanzlichen Ölen auch Palmöl aufgeführt. Bei der Problematik des Palmölanbaus erstaunt es mich, dass nach altem Rezept hergestellte Biskuits auf dieses Öl zurückgreifen.» Traditionelle Rezepturen enthalten nicht nur Butter, sondern auch Margarinen. In den Margarinen der Midor werden nur ungehärtete Fette pflanzlichen Ursprungs und Palmöl verwendet. Diese haben ideale natürliche Eigenschaften, die eine Teig­ herstellung optimal unterstützen. Damit zum Beispiel ein geschmeidiger Teig entsteht. Deshalb ist auf der Zutatenliste Palmöl auch bei einem traditionellen Biskuit aufgeführt. Die Migros­Industrie bezieht heute 97,7 Prozent ihres Gesamtverbrauchs an Palmöl im Lebensmittelbereich aus sozial­ und umweltverträglichem Anbau – bis Ende Jahr sollen es dann 100 Prozent sein.

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sen in der Quinta Avessada* mit Live-Unterhaltung. Ausflug* nach Castelo Rodrigo. Der Ort gehört zu den 12 historischen Dörfern Portugals mit unter Denkmalschutz stehenden Häusern aus dem Mittelalter. Kapitäns-Dinner. Vega de Terrón–Barca d’Alva Tagesausflug* in die berühmte spanische Universitätsstadt Salamanca. Typisches portugisisches Grillfest an Bord am Abend. Barca d’Alva–Régua Entspannter Vormittag an Bord. Nachmittagsausflug* zur Quinta do Seixo mit Weinverkostung und Besuch des Schlosses Mateus mit prachtvollem Garten. Abends Folkloredarbietung an Bord. Régua–Vila Nova de Gaia Besuch* des Douro Museums in Régua am Vormittag. Gemütliche Schifffahrt in Richtung Porto. Abends traditionelle Fado-Show an Bord. Vila Nova de Gaia Stadtrundfahrt* durch Porto mit Weinprobe in einer Kellerei. Nachmittäglicher Ausflug* nach Guimarães, der Kulturhauptstadt von 2012. Vila Nova de Gaia–Porto–Schweiz Ausschiffung, Transfer zum Flughafen und Rückflug nach Zürich. Pinhão–Vega de Terrón

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Serie Von uns. Von hier. Diese Woche: Candida

Innovative M-Industrie

T체fteln und testen f체r gesunde Z채hne

Manchmal dauert es Jahre, bis es ein neues Produkt der Migros-Industrie in die Regale schafft. Beispielhaft ist die Entwicklungsgeschichte der innovativen Zahnpasta Candida Protect Professional. Michael A. Peck, Leiter der Produktentwicklung in der Mibelle Group, erz채hlt sie. Text: Anette Wolffram Eugster

Bilder: Christian Schnur

Illustration: Bruno Muff


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1 Die Mischanlage für Zahnpasten der Mibelle Group in Buchs AG hat ein Fassungsvermögen von 1200 Kilogramm. Die meisten Zutaten werden automatisch gewogen, dosiert und unter Vakuum vermischt. Hier kontrolliert der Operator, ob die Rohstoffe homogen gemischt sind. 2 Bis eine Rezeptur

feststeht, sind oft bis zu 30 Ansätze nötig, die an diesem Labormischreaktor hergestellt werden. 3 Von externen

Parfüm- und Aromaherstellern werden unterschiedliche Aromen entwickelt, die dann von Mitarbeitern der Mibelle auf Geschmack und Geruch getestet werden. 4 Ein Roboter greift sich leere Tuben aus dem Karton und platziert sie in die Tubenhalter der Füllmaschine. 5 100 Stück pro

Minute – in diesem Takt versenkt die Packmaschine die Tuben im Versandkarton.

Die M-Industrie stellt viele MigrosProdukte her. Dazu gehören auch die Candida-Zahnpasten.

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Die Migros hat ihre meistgekaufte Zahn­ pastamarke Candida um eine Innovation erweitert. Protect Professional heisst die Neuheit und bietet einen erweiterten Schutz gegen säurehaltige Lebensmittel und eine desensibilisierende Wirkung bei überempfindlichen Zähnen. Michael Peck, was ist das Besondere an der Candida Protect Professional? Bisher gab es in der Zahnheilkunde nur wenige Möglichkeiten, um Schäden am Zahnschmelz zu regenerieren. Denn Zahnschmelz enthält keine Zellen, die neues Gewebe bilden könnten. Wissenschaftler der Universität Leeds in England haben vor gut acht Jahren entdeckt, dass Peptide – das sind kleine intelligente Eiweissmoleküle – im Zusammenhang mit Fluorid den Zahnschmelzabbau stark verzögern und die Widerstandsfähigkeit des Zahns fördern. Das Schweizer Unternehmen Credentis in Windisch AG hat auf dieser Basis die CuroloxTechnologie entwickelt. Sie ermöglicht es dank einer Schutzschicht, die sich wie ein Mantel um den Zahn legt und dort haften bleibt, den Zahn gegen Säureangriffe widerstandsfähiger und damit unempfind­ licher zu machen. Wie kam es zur Zusammenarbeit? Die Firma Credentis, die das Patent für diese Technologie erworben hat, kam an einer Dentalmesse auf uns zu. Das Peptid wurde bereits in ähnlicher Form in der Zahnmedizin verwendet. An uns lag es, diesen neuen Rohstoff in eine Formulierung für die tägliche Zahnpflege einzuarbeiten. Für die Entwicklung und das Austesten einer neuen Rezeptur benötigen wir durchschnittlich 20 Monate. Gab es Probleme bei der Entwicklung? Neue Technologien setzen neue Ansätze voraus. Damit das Peptid den Säureschutzmantel aufbauen kann, musste sich die Schutzschicht der Peptide stabil in die Formulierung einbauen lassen. Um die beste Formulierung zu erhalten, wurden zahlreiche Laborversuche durchgeführt und Produktvarianten getestet. Für welche Zielgruppe ist die neue Zahnpasta geeignet? Die Candida Protect Professional ist ein gezielter Problemlöser für Konsumenten aller Altersgruppen, ausgenommen Kinder unter sechs Jahren, mit einem hohen Konsum von säurehaltigen Nahrungs-

Michael A. Peck ist Chemiker und leitet die Produktentwicklung der Mibelle Group in Buchs AG.

mitteln wie Obst, insbesondere Zitrusfrüchten, essighaltigen Salatsaucen, Süssigkeiten, Cola, Wein und Kaffee. Haben die Menschen heute schlechtere Zähne als noch vor 30 Jahren? Nein, das kann man so nicht sagen. Jugendliche haben etwa 90 Prozent weniger Karies als noch vor drei Jahrzehnten. Nur der Zahnschmelz ist häufiger Säuren ausgesetzt, und das schadet dem Zahnschmelz wegen der teilweise zu intensiven oder falschen Mundhygiene. Grund dafür sind die veränderten Essgewohnheiten. Vertreter aller Altersgruppen essen heute mehr säure­ haltige Lebensmittel. Die Jugend trinkt mehr Süssgetränke, die Erwachsenen essen mehr Obst. Die darin enthaltene Säure greift den Zahnschmelz an. Also sollten wir dem Zahn zuliebe zur basischen Ernährung zurückkehren? Der Gesunderhaltung der Zähne wäre es dienlich, weil basische Lebensmittel wie Gemüse den Zahnschmelz nicht angreifen. Wenn man säurehaltige Lebensmittel verzehrt, ist es dann sinnvoll, vor dem Essen die Zähne zu putzen? Wer am Morgen viel Saft oder Kaffee trinkt, sollte vor dem Frühstück die Zähne putzen. Danach empfehlen wir eine Reinigung mit Zahnseide oder eine Mundspülung, bevor man in den Tag startet. Wenn man keine säurehaltigen Lebensmittel isst, genügt das Putzen jeweils nach dem Essen. MM


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Ihr einmaliges Reiseprogramm 21. März 2016 bis 02. Mai 2016

21.03.16 Schweiz-Genua Anreise mit dem Extrabus nach Genua, Auslaufen ca. 17.00 Uhr. 22.03.16 Neapel, Italien Entdecken Sie die pittoreske Altstadt. 24.03.16 Kreta, Griechenland Nicht verpassen sollten Sie einen Besuch von Knossos. 25.-26.03.16 Fahrt durch den Suez-Kanal. 27.03.16 Aqaba, Jordanien Besuchen Sie heute das Weltkulturerbe Petra, eine in Stein gehauene Stadt der Antike. 02.04.16 Muscat, Oman Lassen Sie sich gefangen nehmen von Muscats unvergleichlicher orientalischer Kulisse. Die Innenstadt versprüht nach wie vor alt-arabische Atmosphäre. 03.04.16 Fujairah, VAE Fujairah ist ein wahres Juwel, das seinen Besuchern wunderschöne Naturlandschaften und eine Vielzahl historischer Schätze bietet. 04.-05.04.16 Dubai, VAE Glamourös und sonnenverwöhnt. Nirgends sonst treffen orientalischer Charme und westliche Moderne so eindrucksvoll aufeinander. Dubai ist eine Stadt der Superlative. 09.04.16 Goa, Indien Die ehemalige Hauptstadt Portugiesisch-Indiens war erst legendärer Kreuzweg der Spiritualität und anschliessend der Mondänität und wird Sie nicht zuletzt wegen ihren sagenhaften Stränden begeistern.

10.04.16 Kochi, Indien Die Hafenstadt Kochi, in der Reiseliteratur auch als «Königin des Arabischen Meeres» bekannt, gehört zu einer der weltoffensten Städte Indiens und ist ein Ort von grosser historischer Bedeutung. Heute gilt Kochi als eine der wichtigsten historischen Hafenstädte der Welt und ist ausserdem Zentrum des weltweiten Gewürzhandels. 12.04.16 Colombo, Sri Lanka Besuchen Sie in der Hauptstadt Colombo das beeindruckende alte Kolonialviertel Fort, das alte Parlament oder das Colombo National Museum. 15.04.16 Phuket, Thailand Auf Thailands grösster Insel erwarten die Besucher weisse Traumstrände, eine abwechslungsreiche Landschaft und eine lebhafte Provinzhauptstadt. 16.04.16 Penang, Malaysia Besuchen Sie Georgetown: die koloniale Geschichte und das Nebeneinander vieler Kulturen machen den Reiz der Inselhauptstadt aus. Einträchtig stehen hier Kirchen neben Moscheen und Tempeln. Beeindruckend ist Khoo Kongsi, die «Drachenberghalle», das bekannteste und grösste Clanhaus der Insel. 17.04.16 Port Klang/Kuala Lumpur, Malaysia Die Hauptstadt hat so viel zu bieten: ultramoderne Hochhäuser, traditionelle Viertel, quirlige Märkte und unglaublich schöne Parks. Lassen Sie sich von den gigantischen Petronas Twin Towers mit ihren unzähligen Stockwerken in den Bann ziehen. 18.-19.04.16 Singapur Im Schmelztiegel der 5-Millionen-Stadt verbinden sich westliche mit fernöstlichen Einflüssen. Besuchen Sie das lebhafte Chinatown mit den leuchtenden bunten Lampions. Oder beobachten Sie die fleissigen Schneider in Little India. Hier erleben Sie ganz Asien auf einem Fleck. 21.04.16 Ho-Chi-Minh-City/Saigon, Vietnam Kontrastreicher geht es kaum noch, wenn Sie vom Hafen Phu My in Richtung Ho-Chi-MinhStadt begeben. Vorbei an grünen Reisfeldern und kleinen Tempelpagoden erreichen Sie eine Stadt, in der Luxuslimousinen, Lastenkarren und zigtausende Motorräder die Strassen verstopfen. Besu-

chen Sie die Kathedrale Notre Dame, die alte Post und das Regierungsgebäude oder lassen Sie die üppige Vegetation des Mekong-Deltas auf sich wirken. Aufregend wird es immer sein. 24.04.16 Hong Kong, China Erkunden Sie die Weltstadt Hong Kong. Nicht verpassen dürfen Sieeine Fahrt mit der «Star Ferry» vom Festland Kowloon zu der Hauptinsel Hong Kong. Empfehlenswert ist auch die Fahrt mit der Zahnradbahn auf den Victoria-Peak mit seinem atemberaubenden Ausblick auf die Metropole. 26.-27.04.16 Shanghai, China Früher als das Paris des Ostens bezeichnet, hat sich Shanghai spätestens seit der Weltausstellung 2010 wieder zu einer blühenden Weltstadt gemausert. Die lebhafte Metropole im Drachenkopf genannten Delta des Yangtze fasziniert mit ihren spannenden Gegensätzen. 29.04.16 Fukuoka, Japan Auf Fukuoka gibt es viele Schreine, Tempel, Ruinen und Denkmäler die besichtigt werden können. 01.05.16 Shanghai, China – Rückflug Am Morgen Ankunft in Shanghai. Auf einer Stadtrundfahrt zeigen wir Ihnen die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, wie z.B. des Jade Buddhatempels, die Flusspromenade der «Bund», den Yuyuan-Garten, und die Shanghai Old Street, die Sie zurück in die Epoche der Qing-Dynastie versetzt. Nicht fehlen darf ein Besuch des Jinmao Towers mit atemberaubendem Ausblick über Shanghai. Gegen Abend Flug von Shanghai via Hongkong nach Zürich. 02.05.16 Ankunft in Zürich am frühen Morgen.

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So viel ist inbegriffen: ✔ Busanreise Schweiz - Genua (Wert Fr. 120.–) ✔ Kreuzfahrt gemäss Reiseprogramm ✔ 41 Nächte in der gewählten Kabinenkategorie ✔ Vollpension an Bord, bis zu 5 Mahlzeiten täglich ✔ Hafen-/Flughafentaxen ✔ Getränkepaket «CHEERS!» Reichhaltige Auswahl alkoholischer- und nichtalkoholischer Getränke während des Mittags- und Abendessens ✔ Wäschepaket für 60 Kleidungsstücke ✔ 5 ausgewählte Landausflüge ✔ Stadtrundfahrt in Shanghai, inkl. Mittagessen und deutschsprachiger Reiseleitung ✔ Linienflug mit Cathay Pacific via Hongkong, 30 kg Freigepäck

Nicht inbegriffen: – weitere Getränke an Bord und persönliche Auslagen – fakultative Landausflüge – oblig. Serviceentgelt (€ 8,50 p.P./Nacht, wird an Bord belastet) – Visum für Vietnam (ca. US$ 30.- pro Person) – Visum für Indien Fr. 150.-, Visum für China Fr. 140.– Annullationskostenversicherung – Reservationsgebühr Fr. 15.- pro Person

Die MSC Lirica

Ihr luxuriöses und modernes Schiff verfügt über 4 Restaurants, diverse Bars, 2 Swimmingpools, 2 Jacuzzis, grosser Wellness- und SpaBereich, Fitnesscenter, Joggingpfad, Theater, Kasino, Internet-Bereich, Diskothek und Einkaufsgalerie. Die 988 Kabinen verfügen über Dusche/WC, Fön, Safe, Klimaanlage, TV/Radio, und Minibar, teilweise Balkon. Die MSC Lirica wurde 2003 in Dienst gestellt (Umbau 2015), ist 275 m lang, 29 m breit, hat 65'000 BRZ und bietet Platz für max. 2'679 Passagiere. Einfaches Reisen Schweizer Bürger benötigen einen Reisepass, der noch 6 Monate über das Rückreisedatum hinaus gültig sein muss, sowie ein Visum für Vietnam. Die Touristenvisas für Indien (Fr. 150.-) und China (Fr. 140.-) holen wir gerne für Sie ein.

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MIGROS-WELT | MM38, 14.9.2015 | 79

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Wenn sich die frisch gewaschene Wäsche samtigweich anfühlen und lang anhaltend angenehm duften soll, empfiehlt sich

der hochwertige und zuverlässige Weichspülbalsam von Exelia. Ob blumig, fruchtig oder einfach nur frisch: Exelia bietet für jede Jahreszeit und jede Vorliebe den passenden Duft. Dank spezieller Inhaltsstoffe schützen die Weichspüler die Fasern vor Abnützung und verhindern, dass sich das Gewebe elektrostatisch auflädt. Dadurch lassen sich alle Textilien leichter bügeln.

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Duft der Morgenfrische: Exelia Fresh Morning, 1,5 l Fr. 6.50

Die M-Industrie stellt viele Migros-Produkte her. Dazu gehören auch die Exelia-Weichspüler.


80 | MM38, 14.9.2015 | MIGROS-WELT

Ab in die Berge

Mit dem Bike hoch hinaus

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Velofahren in den Bergen hat zu jeder Jahreszeit seinen Reiz. Besonders attraktiv ist der Herbst, wenn man dem Nebel im Tal entfliehen und durch bunte Wälder flitzen kann. Mit der richtigen Ausrüstung kann man sich auch auf grössere Touren wagen. Da gehören auch ein paar selbst klebende Flicken für den Fall einer Reifenpanne ins Gepäck. Und für die Biker, die ganz hoch hinaus wollen, lohnt sich die Anschaffung eines Höhenmessgeräts.

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MIGROS-WELT | MM38, 14.9.2015 | 81

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Zwetschgen-Tiramisu Migros-Einkaufsliste: Zutaten für 4-6 Personen • 500 g Zwetschgen • ½ dl HolunderblütenSirup • 3 Freiland-Eier • 4 EL Zucker • 250 g Mascarpone • 2,5 dl Bio-Vollrahm • 1 Pack Löffelbiscuits • 1 Orange • 1 Espresso • Zwetschgen-Likör (nach Belieben)

Zubereitung:

Jeden Sonntag 18.55 Uhr

Zwetschgen halbieren und entsteinen. Mit einem halben Deziliter Holunderblüten-Sirup während 5 bis 10 Minuten einkochen und ganz auskühlen lassen. Eier trennen. Eigelb mit 4 EL Zucker und Mascarpone während 5 Minuten aufschlagen. Eiweiss sowie den Bio-Vollrahm steif schlagen. Zuerst das Eiweiss, dann den Schlagrahm vorsichtig unter die Mascarpone-Masse heben. Schale einer Orange dazu reiben.

Mit stündlicher Wiederholung

Löffelbiscuits in einer Schale auslegen. Kalten Espresso mit dem ZwetschgenLikör (nach Belieben) mischen und die Biscuits beträufeln. Die Hälfte der letter Mascarpone-Crème über die Biscuits, dann die eingekochten Zwetschgen News n e n i e darüber verteilen. Die zweite Schicht Biscuits darüber legen und Sie m t.ch ieren nettekoch n mit dem restlichen Espresso-/Likörgemisch beträufeln. Zum n o n Ab a ww.je Schluss den Rest der Crème dazugeben und glatt streichen. auf w Während mindestens 4 Stunden (noch besser über Nacht) im Kühlschrank durchziehen lassen.

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MIGROS-WELT | MM38, 14.9.2015 | 83

Produkt der Woche

Schweizer Zwetschgen Sie versüssen den Herbst. Die

Schweizer Zwetschgen sind noch bis Ende September in allen Filialen der Migros Luzern erhältlich. Um das Steinobst nicht nur jetzt, sondern auch im Winter zu geniessen, kann man es im Gegensatz zu Pflaumen problemlos einfrieren. Dazu die Früchte halbieren,

Ihre Region Neues aus der Genossenschaft Migros Luzern

entsteinen, auf einem Blech auslegen und erst tiefgefroren in einen Beutel abfüllen. Andere Möglichkeiten das Obst zu konservieren: trocknen, zu Konfitüre oder Kompott verarbeiten. Zwetschgen-Tiramisu: Das Rezept für dieses leckere Dessert auf www.jeannettekocht.ch

Eröffnung mit

Kurt Aeschbacher 16.9. Neubad

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Klubschultipp

Ausprobieren und studieren Lernfestival’15 vom 16. bis 19. September

Stärkt und baut auf, körperlich und mental: FACTS® All-in-one. Ausbildnerin Gabi Bisel (rechts) ist begeistert von dieser Trainingsform. Migros-Klubschule

Cleveres Fitnesskonzept FACTS® All-in-one kombiniert funktionelle Bewegungsabläufe zu einer effizienten Trainingsform, anwendbar auf jedem Niveau. Text: Stefan Scherrer

Nächste Kurse

FACTS® All-in-one Sursee, 13. Oktober Zug, 23. November Luzern, 24. Novem-

ber Laufende Kurse: Einstieg jederzeit möglich Ausbildung FACTS® Instruktor: Luzern, 20. Februar 2016

Bild: Stefan Scherrer

B

ezogen auf die einzelnen Übungen wurde mit FACTS® All-in-one das Rad nicht neu erfunden, sieht es Gabi Bisel nüchtern. Was die Instruktorin und Ausbildnerin von FACTS-Instruktoren begeistert, ist das Zusammenspiel von ganzheitlichen Bewegungsabläufen nach neusten Erkenntnissen und ihre Auswirkungen. Dieses Training tut auf vielen Ebenen gut, körperlich und mental. Aufgebaut und zusammengestellt sind die Trainings nach neuesten sportwissenschaftlichen Erkenntnissen. Facts gliedert sich in drei Teile: Der Release-Teil, in dem das Training vor-

bereitet und danach wieder regeneriert wird, enthält Elemente aus dem Faszientraining. Der Aufbauteil fördert Beweglichkeit, Stabilität und Kraft. Der dritte Teil besteht aus HIT, einem High Intensity Training. Muskeln aufbauen, Kraft, Ausdauer, Intervalltraining; klingt nach Vollgas, Schweiss und Tränen. «Mir gefällt an diesem Konzept, dass jeder auf dem für sich passenden Leistungsniveau trainieren kann, alle gleichzeitig in einer Klasse», erklärt Gabi Bisel. Die Teilnehmenden entwickeln ein Körperbewusstsein und trainieren mit gutem Gefühl. Stressfrei bauen sie Kraft, Beweglichkeit, Stabilität und Ausdauer auf. MM

Luzern tanzt den Kieselsteinweg, befasst sich mit gestrandeter Kunst und ausgewähltem Essen, blickt auf die Fit’n’Ess-Pyramide, schnuppert an der Duftbar, macht einen Powernap und lernt im Schlaf. Das Lernfestival’15 lockt mit einem spannenden Programm. Eintritt frei. Die Besucher lernen spannende Schritte zu Gesundheit und Umwelt, die Kopf, Herz, Hände und Füsse aktivieren. Eröffnungsfeier 16. September, ab 15 Uhr, Neubad Luzern Organisation: Schweizerischer Verband für Weiterbildung SVEB und Klubschule Migros Luzern Programm auf

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84 | MM38, 14.9.2015 | MIGROS-WELT

Aus der Region

Asiatische Edelpilze aus Kerns Die Migros Luzern erweitert ihr Pilzsortiment mit Edelpilzen von Sepp Häcki. Alles, was für die Pilzproduktion benötigt wird, stellt er in seinem Betrieb selber her. Text: Laura Roth

D

Bild: Urs Stettler

ie Migros Luzern bietet in ihren Filialen nebst saisonbedingten Wildpilzen wie Eierschwämme, Steinpilze und Morcheln auch ein grosses regionales Pilzsortiment an: Neben den Champignons und Pleurotus aus Wauwil sind die exotischen Edelpilze des Obwaldners Sepp Häcki eine echte «Aus der Region. Für die Region»-Spezialität. Der Kernser spezialisierte sich mit seinem Unternehmen «Kernser Edelpilze» auf asiatische Arten wie Shiitake- und Shimeji-Pilze sowie Kräuterseitlinge. «Ich wollte etwas produzieren, das in der Schweiz einmalig ist», antwortet er auf die Frage, weshalb er sich vor 20 Jahren für diesen exotischen Produktionszweig entschied. Der gesättigte

Champignonmarkt sowie die Unmöglichkeit, Wildpilze in einem Betrieb zu produzieren, da diese nur in Wäldern oder an Bäumen wachsen, bestärkten sein Vorhaben mit den asiatischen Edelpilzen. Keine Pilze ohne Fachwissen

Der wichtigste Faktor, den es bei einer Pilzproduktion zu beachten gilt, ist ein hochwertiger Nährboden. Diesen stellt Sepp Häcki gemeinsam mit seinem Sohn Patrick in seinem Betrieb selber her: «Wir haben sehr lange an einem eigenen Substrat herumgetüftelt und können mit diesem nun grosse Erfolge verbuchen.» Die Herstellung erfordert Fachwissen: Schweizer Sägemehl, Energieträger wie Weizen und Raps sowie

Rohstoffe, die Häckis nicht verraten, werden in einem grossen Behälter gemischt und zugleich erhitzt, um Keime abzutöten. Dann wird das Gemisch heruntergekühlt und anschliessend werden Pilzsamen hinzugefügt. Zuletzt kommt das Substrat in speziell entwickelte Plastikbeutel, in denen es je nach Sorte fünf bis zwölf Wochen reift. Nach der Reifephase schneidet man die Beutel auf und die Pilze beginnen innert weniger Tagen zu wachsen. «Ein weiterer Erfolg unseres Unternehmens ist die Entwicklung der weltweit ersten Substrat-Produktionsanlage, die all die genannten Schritte zur Substratherstellung vollautomatisch ausführt. Internationale Firmen bekunden reges Interesse an dieser Maschine», erzählt Patrick Häcki stolz. MM


MIGROS-WELT | MM38, 14.9.2015 | 85

Stromsparen im Arbeits­ alltag: Mitarbeitende der Gastronomie werden geschult. Sepp Häcki und sein Sohn Patrick produzieren asiatische Wildpilze für die Migros Luzern.

Ein Teil von

Generation M

Abstellen bitte Die Genossenschaft Migros Luzern spart seit Anfang des Jahres bei ihren Gastronomiebetrieben Strom – mit viel Engagement der Mitarbeitenden. Häckis Rezept

Penne mit Broccoli und Shiitake Für vier Personen Zutaten

400 g Penne rigate (z.B. Kernser Pasta), Salz, Pfeffer aus der Mühle, 400 g Broccoli, 400 g Shiitake, 3 Knoblauchzehen, 2 EL Olivenöl, 1 Dose Tomaten gehackt, 1 Bund Oregano, Parmesan Zubereitung Broccoli in Salzwasser kochen, abgiessen, abschrecken. Die Pilze in Viertel schneiden. Knoblauchzehen schneiden und im Olivenöl braten. Die Pilze zufügen und kurze Zeit mitbraten. Die Tomaten zugeben und fünf Minuten kochen. Broccoli zugeben, Oregano vom Stengel zupfen und in die Sauce geben. Die Penne in Salzwasser al dente kochen, abgiessen. Den Broccoli und die Penne mit der Sauce mischen. In einer Schüssel anrichten, mit frisch geriebenem Parmesan bestreuen.

Text und Bild: Marisa Michlig

R

und 95 000 Kilowattstunden will die Migros Luzern in ihren Gastronomiebetrieben bis Ende 2015 einsparen. Das entspricht dem Stromverbrauch von circa 21 Haushalten oder 5 Prozent des Strombedarfs der Gastronomiebetriebe der Migros Luzern. «Ohne das Engagement unserer Mitarbeitenden wäre das nicht möglich», sagt Thomas Grawehr, Leiter Gastronomie der Migros Luzern. «Sie wurden geschult und sensibilisert, Strom zu sparen.» Zusätzlich wurden die Ein- und Ausschaltzeiten von Geräten optimiert. Aber nicht nur das. «Neue oder umgebaute Filialen wer-

den mit LED-Beleuchtung ausgerüstet und neue Geräte unter anderem nach Energieverbrauch ausgewählt», ergänzt Grawehr. Die Fortschritte werden monatlich kontrolliert und vorangetrieben. Jeder Standort ist einem Energiecoach unterstellt, der die Filialen regelmässig besucht. Im Rahmen ihres Nachhaltigkeitsprogrammes Generation M verspricht die Migros, ihren Stromverbrauch bis spätestens 2020 im Vergleich zum Verbrauch 2010 um zehn Prozent zu reduzieren. MM Informationen auf www.generation-m.ch.

melectronics Neuheitenmesse

Drei Tage Elektronik-Himmel Vom 17. bis 19. September schlagen die Herzen von Elektronik-Fans höher: In der Messe Luzern auf der Allmend präsentieren an der melectronics Neuheitenmesse über 45 Hersteller wie Sony, HP, Philips, Canon, Nikon, Microsoft oder Delizio ihre Produkte. So können vor Ort die neusten Kameras bestaunt und Objektive getestet oder die neusten Geräte zum Blutdruckmessen ausprobiert werden. Während diesen drei Tagen bietet melectronics den Besucherinnen und Besuchern einen 12-seitigen Flyer mit vielen attraktiven Angeboten an. Diese sowie weitere Artikel ab Fr. 1.– können direkt

im Messe-Shop oder vor Ort erworben werden. Ebenso wird 10 Prozent Rabatt auf alle übrigen Artikel gewährt, die vor Ort über den Online-Shop bestellt werden können. Für weitere Unterhaltung sorgen das grosse Messebingo-Gewinnspiel, Christa Rigozzi, die die Moderation übernimmt, und ein Kinderkino. Und weil so viel Staunen und Probieren hungrig machen, offeriert melectronics am Samstag eine gratis Bratwurst. Öffnungszeiten Donnerstag, 17. 9., bis Samstag, 19. 9.: Messe-Shop von 10 bis 16 Uhr. Samstag, 19. 9.: öffentliche Messe von 10 bis 16 Uhr


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59% Familienumfrage Als Eltern hat man weniger Zeit und meist auch weniger Sex. Wie gehen Sie damit um? 1. Sex ist sowieso überbewertet, ich habe kein Problem damit. (59%) 2. Bei uns läuft noch mehr, seit wir Kinder haben. (25%) 3. Wir planen jede Woche einen fixen Abend ein, der nur uns gehört. (15%)

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Uufzgi

Seit Ida ein Schulkind ist, stehe ich unter Druck. Liefert sie unschöne oder falsche Uufzgi ab, kann das nur bedeuten, dass a) niemand daheim kontrolliert hat oder b) die Eltern keinen Schimmer vom Lösungsweg haben. Verglichen damit war die Chindsgizeit easy: Natürlich bemühte ich mich auch dort um einen guten Eindruck, zum Beispiel mit Käsescheiben–Ori­ gami im Znüniböxli. Kleine Dinge halt. Da stand auch nicht die Bildungszukunft auf dem Spiel.

Illustration: Andreas Klammt, Bild: Stefan Sulzer

Ich fragte Ida am ersten (!) Schultag nach Aufgaben. «Och, mache ich übermor­ gen …» Hören Sie ver­ dammt noch mal auf zu lachen! Irgendwann griff das Kind doch zu einem Faserstift – und versaute das Blatt.

Philipp Tingler (44) ist Autor

und Philosoph und schreibt hier jede Woche über Phänomene des modernen Benehmens.

«Es gibt Orte und Anlässe, wo das Mobiltelefon tabu ist. So zum Beispiel bei einer Podiumsdiskussion anlässlich einer Buch­ präsentation, die ich neulich besuchte. Trotzdem ertönte mittendrin der Klingelton eines in meiner Nähe stehenden Zuhörers. Dieser Mensch aber wählte nun, offenbar aus Scheu vor der öffentlichen Blossstellung, die Taktik, sein Telefon in der Tasche einfach weiter klingeln zu lassen. Bis sich eine Dame vor ihm umdrehte und ihn direkt fragte: ‹Ist das Ihr Tele­ fon?› Damit war die Blossstellung natürlich noch viel drastischer. Daraus lernen wir: Jeder kann mal vergessen, sein Telefon abzuschalten. Entscheidend ist jedoch, wie stets in Fragen des Umgangs, dass man seine Fehltritte als solche anerkennt. Also: Telefon rausnehmen, sich kurz entschuldigen (sofern das die Störung nicht vergrössert) und abschalten. Das wars.»

Adieu, Matura! Ich pinselte mit kriminel­ ler Energie Tipp­Ex auf die Schweinerei, warf den Drucker an und zog eine Kopie der Fälschung. So landete meine erste Uufzgi bei der Lehrerin. Sie hat nichts gesagt. Wahrscheinlich kennt sie das aus der Vorlesung «Übermoti­ vierte Eltern». Bettina Leinenbach (38) ist Journalistin und

zweifache Mutter.


90 | MM38, 14.9.2015 | LEBEN

Yippie-yay! Silja Kornacher schwingt das Lasso auf dem Ă&#x153;bungspferd.

Reisen

Einmal Cowgirl in Arizona sein

Zwischen Staub, Kakteen und Pferdemist: MM-Redaktorin Silja Kornacher lernte in der WĂźste Arizonas, wie man das Lasso schwingt und was bei einem Klapperschlangenangriff zu tun ist. Text: Silja Kornacher

Bilder: Barbara Hobi, Silja Kornacher


LEBEN | MM38, 14.9.2015 | 91

USA

Arizona

D

ie Flagge Arizonas besteht aus 13 Sonnenstrahlen und steht für die einzigartigen Sonnenuntergänge des GrandCanyon-Staats. Tatsächlich bietet sich abends in Scottsdale, eine Autostunde von der Hauptstadt Phoenix entfernt, ein besonderes Spektakel: Die karge Steinlandschaft ist rot eingefärbt, die hohen Kakteen bilden die Skyline, und das Geröll verschluckt den roten Feuerball, begleitet von nichts als Stille und Grillengezirpe. Auch Arizona hat Gebirge, nur erinnert das mehr an das Zuhause der Familie Feuerstein. Als hätte ein mächtiger Riese die Steinbrocken durch die Gegend gestreut, bestehen die Berge aus aufeinandergestapelten Steinbrocken. Der allgegenwärtige Kaktus

Das Wahrzeichen Arizonas wiederum ziert das Autokennzeichen: der Saguaro-Kaktus, der schon mal so gross wie ein Haus werden kann. Downtown Scottsdale wird einem sofort eine Limonade aus Prickly Pear angeboten, der Kaktusfrucht. Auch der Margherita im Hotel Four Seasons ist mit Kaktusfrucht angereichert. Und wo sind die Cowboys des Wilden Westens? Heute nennen sie sich Wrangler. Das Vieh treiben sie höchstens noch für eine Rodeo-Show zusammen. Sie packen auf den Ranches mit an, füttern Tiere, satteln Pferde, flicken Zäune und halten die Touristen zusammen. So zum Beispiel Dennis (61), grauer Schnauzer, schwarzer Hut, ordentlich gebügeltes Hemd, Bluejeans. Er arbeitet seit 35 Jahren im CowboyCollege, wo Arizona-Besucher für ein paar Tage in die Welt der Cowboys eintauchen können, in Baracken schlafen, den ganzen Tag reiten, das Lasso schwingen und abends am Lagerfeuer sitzen. Ganz Cowboy 2.0 trägt Dennis statt Pistole im Holster das Smartphone in der Gürtelhalterung. «Wenn du wütend auf die Welt bist, verbringe zwei Minuten auf dem Pferd, und du bist es nicht mehr», sagt er. Im Cowboy-College sind auch Cowgirls willkommen: So absol-

viere ich heute einen Tag Bootcamp und muss erst lernen, wie man ein Pferd richtig striegelt, sattelt und halftert. Etwas ratlos stehe ich auf dem Vorplatz zwischen Pferdeboxen und Sattelraum, die Sonne brennt vom Himmel. Das letzte Mal sass ich als 12-Jährige auf einem Pferd, und welcher Gurt durch welche Schnalle kommt, will mir nicht mehr in den Sinn. Dennis schwingt lässig den schweren Sattel auf das Pferd und zeigt mir sein Klappmesser: «Falls das Pferd scheut, kann ich das Halfter jederzeit durchschneiden.» Elaine (34), eine stämmige Blondine mit einer eingängigen Stimme, will mir das Wesen des Pferds näherbringen und bestellt mich dafür in eine kreisförmige Reitarena. Vorher muss sie aber das Hängebauchschwein verjagen. «Miron, hau ab, wir müssen arbeiten!», sagt Elaine. Das Hängebauchschwein fresse die Klapperschlangen, sagt Elaine, ignoriert meinen ungläubigen Blick und schnalzt mit der Zunge. Das Pferd trabt artig im Kreis. «Reiten ist der gefährlichste Sport der Welt», sagt Elaine. Ich schlucke leer. «Pferde sind nicht besonders schlau. Das Hirn eines Pferdes passt locker in deine Hand. Glaub mir, ich habe eines seziert», sagt Elaine. Elaine hat ein paar Semester Veterinärmedizin studiert und ist auf der Ranch auch Hufschmiedin und Tierärztin. «Ich kümmere mich um alles Tote oder Sterbende», sagt sie. Artenreichtum in der Wüste

Die mexikanischen Arbeiter sitzen in der Sonne und hören Radio, die Hunde raufen, Vögel zwitschern, und ein Esel wiehert. Ein Jeep braust auf den Hof, der Sand stäubt. Ein Mann steigt aus. Ein Kunde, der sein Pferd hier untergestellt hat, erklärt Dennis. «Irgendwelche Anzeichen von Schlangen heute?», fragt der Mann. Dennis schüttelt den Kopf. Er sieht mein skeptisches Gesicht und versucht mich zu beruhigen: «Wenn du deine erste Klapperschlange triffst, wirst du es merken.» Danke dafür. «Welche Tiere gibt es denn sonst noch hier in der Wüste?»,


92 | MM38, 14.9.2015 | LEBEN

Wrangler Dennis erklärt im Cowboy- College die Tücken der Pferde.

Im WesternThemenpark Old Tucson fahren Postkutschen.

frage ich Dennis. Er zuckt mit den Schultern. «Rotluchse, Schwarzbären, Berglöwen, Kojoten, Adler …» Er tätschelt dem kleinsten Hund den Kopf. «Auf den müssen wir aufpassen, sonst holen ihn die Kojoten.» Zeena möchte nicht, wie ich will

Nach dem Putzen, Halftern und Satteln geht es los mit Reiten. Nach Elaines Einführung habe ich etwas Respekt. Ich steige auf Zeena, eine sanftmütige schwarze Stute, halte mich am Knauf des Westernsattels fest und bin froh, dass ich einen geliehenen Cowboyhut gegen die sengende Sonne und ein Bandanatuch als Staubschutz trage. Dennis bemerkt, dass ich schon schwitze. «Willkommen in Arizona! Im Sommer sind wir froh, wenn es endlich Nacht wird», sagt er. Als ich losreite, fragt Dennis: «Hast

Howdy-Ruck: Westernsattel sind ganz schön schwer.

du auch dein Testament geschrieben?» Ganz schön frech, dieser Wrangler. Die einführende Reitstunde läuft tatsächlich nicht ganz so wie erhofft. Zeena möchte einfach nicht da hin, wo ich hin will. Elaine ermahnt mich, nicht zu zimperlich mit der faulen Zeena umzugehen: «Kick her like you mean it!» («Trete sie und meine es auch!») Ich drücke meine Stiefelabsätze in den Pferdebauch und hoffe, dass es sich anfühlt, als würde ich es meinen. Später zeigt mir Elaine, wie man ein Lasso richtig schwingt. «Stell dir vor, du wirfst dir einen Umhang über die Schulter», erklärt sie. «Dann schwing das Lasso vor dem Kopf und wirf es wie einen Baseball ab, sodass es wie ein P liegt.» Natürlich weiss ich als Schweizer Mädel nicht, wie man einen Baseball wirft.

Und das Lasso liegt auch nicht wie ein P. Aber immerhin schaffe ich es nach zwei Stunden hartem Training und etlichen Verknotungen, vom Übungspferd aus Stahl ein auf einer Schiene fahrendes Übungskälbchen einzufangen. Ich bin stolz wie Oskar. Zum Schluss des CowgirlBootcamps kommt der Teil, der Spass macht: Ein Ritt durch die Wüste, im Schritt und Trab durch die Kakteenlandschaft. Zu den Saguaro-Kakteen hat Cowgirl Elaine auch eine Räubergeschichte parat: «Hier hat mal ein Mann rumgeballert und einen Kaktus getroffen. Der fiel um und erschlug den Blödmann.» Das passiert in Arizona also, wenn man sich mit einem Kaktus anlegt. Survival of the fittest. Ab und zu kommt der Hund hinkend zurück, weil er sich einen Stachel eingefangen hat.

Er geht mit hängender Zunge im Schatten meines Pferdes. «Gutes Zeichen», kommentiert Elaine. «Ein altes Coybow-Sprichwort sagt: Wenn nicht einmal ein Hund in deinem Schatten sitzen will, kann man dir nicht trauen.» Mit dem zweistündigen Ausritt ist für mich ein alter Mädchentraum in Erfüllung gegangen: mit Hut und Hemd, das Zügel lässig in einer Hand, durch den wilden Westen reiten. Als ich absteige, schlingere ich wie nach dem Schlittschuhlaufen und denke: Ich kann nie wieder in meinem Leben normal gehen. Reiten gilt hier als Abenteuer

Ganz normal gehe ich die nächsten Tage auch nicht. Mich plagt höllischer Muskelkater. Die Hacken zeigen nach aussen, die Schritte sind breit, damit sich die schmerzenden Schenkel


Fünf Canyons und weitere ArizonaTipps.

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LEBEN | MM38, 14.9.2015 | 93

sch –

izeri Schwe

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Das Wahrzeichen Arizonas: der Saguaro-Kaktus.

herum, als gäbe es nichts Normaleres auf der Welt. Über Arizonas Klapperschlange hat er Folgendes zu sagen: «Wenn ihr gebissen werdet, versucht nicht, sie zu töten, bringt auch nicht ihren Kopf ins Krankenhaus, um den Leuten zu beweisen, welche Rasse es war. Sie behandeln euch eh mit dem gleichen Gegengift.» e 15 Tag

Bild: White Stallion Ranch

Wie im Wilden Westen

nicht unnötig berühren. Ich habe die typischen O-Beine eines Cowgirls. Da hilft nur eines: sofort wieder aufs Pferd. Auf der White Stallion Ranch, einer Gästeranch weiter im Süden bei Tucson, gibt es täglich bis zu sechs Gelegenheiten dazu. Hier gilt das Reiten nicht als «gefährlichster Sport der Welt», sondern als «Abenteuer», wie in grossen Lettern auf dem Gatter steht. Auf der White Stallion Ranch mache ich mit meiner ersten Klapperschlange Bekanntschaft. Aber nicht in freier Wildbahn: Sie liegt zusammengerollt in einem Glasbehälter und ist Teil einer abendlichen Show über Wüstentiere. Der Showman, ein Koloss von einem Mann, zaubert Skorpione, Taranteln und Schlangen aus Behältern und stolziert mit ihnen auf der Hand

seit 80

Die White Stallion Ranch, eine von Arizonas rund 12 GästeRanches, bietet alles, was man sich unter einem Ort im Wilden Westen vorstellt: In der staubigen Einfahrt steht ein Windrad, dahinter die Rodeo-Arena und eine kleine Westernstadt, vor dem Büro wehen die Landesflaggen aller Gäste im Wind: Hauptsächlich England, Frankreich und die USA sind vertreten. Hier gibt es erschwingliche Ranch-Zimmer im Haciendastil direkt angrenzend an die Pferdekoppel. Das Abendessen wird kollektiv neben dem riesigen Grill eingenommen, jeder kennt sich hier mit Vornamen, die Eigentümer drehen selbst die Spare-Ribs um. Abgesehen von abendlichen Wüstentiershows oder Linedancekursen stehen hier Reitferien im Vordergrund. Fortgeschrittene nehmen nachmittags am «Group rattle» teil, einem Teamevent, bei dem man galoppierend Rinder eintreibt. Wer auf den schnellen Ausritt mit Galopp und Trab möchte, muss erst vor dem Wrangler in der Arena seine Reitkünste unter Beweis stellen. Für die Feinschmecker auf der Ranch gibt es den WeinKäse-Ritt, für die harten Typen und angehenden Cowgirls wie mich den Bier-Cheetos-Ritt, bei dem man nach einer Stunde gemütlichen Ausritts im Schritttempo inmitten von Stachelsträuchern und Felsbrocken auf Picknicktischen Chips futtert und seine müden Glieder ausstreckt. Dass beim Bier-Ritt nur weibliche Reiter dabei sind, liegt wohl an Wrangler Jonathan (24), einem langhaarigen Dunklen mit indianischen Gesichtszügen. Er trägt typische Fransenchaps aus Leder, aus denen er in der Pause fach-

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Tipps

Von Roadtripp bis Gästeranch Anreise: Von der Schweiz

aus gibt es keinen Direktflug nach Phoenix, Arizona . Mit den Fluggesellschaften Delta, United, American, Swiss, Air France oder British Airways macht man Stopps in New York, Paris oder London (Flüge ab 800 Franken). Reisezeit: Arizona ist eine

Ganzjahresdestination. Im Sommer kann es jedoch über 40 Grad heiss werden. Besonders idyllisch ist die Zeit zwischen April und Juni, wenn die Kakteen blühen. Aber auch September bis Dezember eignen sich gut für einen Besuch im Grand Canyon State. Übernachten: Wer Arizona

besucht, sollte ein Mal auf einer Gäste-Ranch übernachten. Wer familiäre Atmosphäre möchte, wohnt am besten auf der White Stallion Ranch (Whitestallion. com). Wer jeden Tag reiten will und trotzdem nicht auf Luxus verzichten möchte, quartiert sich auf der Tombstone Monument Ranch ein (Tombstone monumentranch.com).

Highlights

in San Diego, , Stadtrundfahrt San Francisco und Los Angeles Canyon , Grand , Wildwest-Atmosphäre im Monument Valley Kalksteinformationen , Orangerote im Bryce Canyon Nationalpark , Zion Vegas , Las , Yosemite Nationalpark

Inbegriffen

in Mittelklassehotels , Unterkunft in modernen Bussen , Fahrt Besichtigungen gem. Programm , Deutsch sprechende Reiseleitung , Ausführliche Reisedokumentation , Yosemite N.P. San Francisco Pismo Beach Los Angeles

Mammoth Lakes Las Vegas

Bryce Canyon N.P. Lake Powell

Grand Canyon N.P. Phoenix/ Scottsdale

Programmänderungen bleiben vorbehalten. Tagesaktuelle Preise, Preisstand 2.9.15. Es gelten die Allgemeinen Vertrags- und Reisebedingungen der MTCH AG. Die Hotelliste finden Sie unter: www.hotelplan.ch/rundreisen

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LEBEN | MM38, 14.9.2015 | 95

Tombstone Monument Ranch: Wildwestkulisse für Touristen.

männisch mit einer Zange die Kaktusstacheln zieht. Die Ladys aus New Jersey, zwei dreifache Mütter, die ein verlängertes Wochenende auf der Ranch verbringen, fragen Jonathan Löcher in den Bauch. Sie wollen wissen, ob er schon als Kind davon geträumt hat, Cowboy zu werden. «Nope. Wollte ich nicht. Zum Reiten kam ich erst als Teenager», sagt er und zeigt mir seine strahlend weissen Zähne. Jonathan hat griechische Wurzeln und kommt auch aus New Jersey, ein Selfmade-Cowboy also. Als Jonathans Pferd beim Nachhauseritt wegen eines dornigen Zweigs scheut, bändigt er es gekonnt mit ein paar Zügelgriffen. Während er lässig auf dem Sattel herumrutscht, um die Gruppe im Blick zu behalten, erzählt er vom kräftezehrenden

Alltag eines Wranglers: wenig Schlaf und Privatsphäre, immer auf den Beinen, immer dreckig. Dafür hat er auf dem Pferderücken die Zeit seines Lebens, und Frauen lernt er auch jede Menge kennen, sagt er und schmunzelt. Alles in Arizona gleicht einer Filmkulisse für einen Western: verlassene Tankstellen, grasende Rinder, rote Felsen, Steppengräser und Kakteen in allen Formen. Wer sich ein Mal wie John Wayne höchstpersönlich fühlen will, sollte der Tombstone Monument Ranch

einen Besuch abstatten. Sie liegt wenige Kilometer neben der alten Goldgräberstadt Tombstone, der Stadt «too tough to die», zu zäh zum Sterben. Das Städtchen ist mittlerweile ganz auf Touristen ausgerichtet: Stündlich werden Schiessereien nachgestellt, in den Souvenirläden kauft man Cowboystiefel oder Schmuck aus Goldgräberzeiten oder lässt ein nostalgisches Foto am Saloon-Tresen schiessen. Nach einer holprigen Autofahrt durch die raue Wüste ragt plötzlich die Gästeranch wie eine Original-

Western-Stadt aus dem Staub. Hier wohnen die Touristen in der Post, in der Zeitungsredaktion oder wie ich im «Bordell». Vor dem Zimmer steht ein gemütlicher Schaukelstuhl, von dem aus man die vorbeireitenden Gäste beobachten kann. Viel ist hier ja nicht los, aber ein bisschen Einsamkeit gehört zur Cowgirl-Erfahrung wohl doch dazu. Ich sitze in meinem Schaukelstuhl, schaue dem «Tumbleweed» zu, den Sträuchern, die über den Wüstenboden rollen, und summe die Melodie von «Spiel mir das Lied vom Tod». Die Sonne verschwindet langsam hinter dem Geröll. Was bleibt, sind die Umrisse der Kakteen in der Dämmerung. MM Diese Reportage wurde von Kaus Media Services und dem Arizona Office of Tourism unterstützt.

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96 | MM38, 14.9.2015 | LEBEN

Gesundheit

Machen Sie ruhig mal Pause

Die Anzeichen für chronischen Stress: Migrosmagazin.ch

Wer eine anhaltende Stressbelastung

vermeiden will, braucht Bewältigungsstrategien.

Tipps

Vorbeugen und bewältigen von Stress Ein gutes Zeitmanage­ ment hilft, Terminstress vorzubeugen.

Text: Theresa Schwarz

Positive Freizeitge­ staltung und kreatives Handeln fördern die mentale Balance.

Haben Sie eine Frage zum Thema?

Bewusster Umgang mit Konflikten – Probleme ansprechen statt eska­ lieren lassen.

Kontaktieren Sie uns: gesundheit@ migrosmedien.ch

Ein Wechsel der Sicht­ weise oder die kritische Prüfung einer Situation kann helfen, diese neu zu bewerten.

D

Theresa Schwarz,

Sportwissen­ schaftlerin, Leis­ tungsdiagnostik, Medbase Zürich In Zusammenarbeit mit

er Begriff Stress leitet sich aus dem lateinischen Wort «strin­ gere» gleich «anspannen» ab. In Stresssituationen sind nicht nur unsere Gedanken, sondern oft auch unsere Muskulatur und Körperhaltung angespannt. Dabei gibt es zwei Arten von Stress. Unter negativem Stress (Distress) erleben wir Situationen, die als körperlich, seelisch oder geistig belastend empfunden werden. Dies kann z. B. durch Zeitmangel, Überforderung, Kritik, Streit, Ärger, aber auch durch schlimme Ereignisse wie Kün­ digung, Unfall oder Tod bedingt sein. Eine ganz andere Art von Stress kennen wir beispielsweise bei einer Hochzeit, einer Geburt, einem ersten Date oder einer Beförderung. Hier wirken Reize und Belas­ tungen auf uns, die anregend, belebend, leistungsfördernd oder sehr motivierend wirken – also positiver Stress (Eustress). Menschen reagieren oft ganz unterschiedlich auf Belastungen oder Anforderungen, die man als Stressoren bezeichnet. Ob ein Stressor als negativer oder positiver Stress empfunden wird, hängt von folgenden Faktoren ab: • Zugrunde liegendes positives oder nega­ tives Ereignis • Stärke, Anzahl und Dauer der Stressoren • Persönliche Einschätzung und Bewer­ tung der Situation

• Momentane körperliche und seelische Belastbarkeit Stress – was passiert mit unserem Körper?

In Stresssituationen wird im Körper die Ausschüttung von Stresshormonen wie Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol in Gang gesetzt. Der Körper reagiert mit einer Beschleunigung von Herzfrequenz und Atmung. Weiter kann es zu einem Anstieg des Blutdrucks, einer Erhöhung der Muskelanspannung und ­durchblu­ tung sowie einer mentalen Aktivierung kommen. Letztere steigert etwa Aufmerk­ samkeit und Reaktionsbereitschaft, aber es können auch innere Unruhe und Nervo­ sität entstehen. Geschehen diese Reaktio­ nen kurzfristig, können sie hilfreich sein, um akute Anforderungen zu bewältigen oder höhere Leistungen zu erbringen. Kommen sie dagegen sehr häufig vor oder bleiben langfristig, kann dies zu chroni­ schem Stress führen. Ständige Nervosität, Niedergeschlagenheit, permanentes Grübeln, ein geschwächtes Immunsystem bis hin zu Depression oder Burn­out kön­ nen die Folgen sein. In akuten Stresssituationen können ein paar tiefe Atemzüge helfen. Auch positive Gedanken, Gedankenumlenkungen oder positive Selbstgespräche können die Situ­ ation entschärfen oder auflösen. MM

Entspannung kann trainiert werden, etwa mit Entspannungs­ techniken wie progres­ siver Muskelentspan­ nung (PMR) oder Yoga. Körperliche Fitness, gesunde Ernährung und regelmässiges sport­ liches Training helfen, eine bessere Stress­ toleranz zu entwickeln. Versuchen Sie, sich ein möglichst breites Repertoire an kurz­ und langfristigen Stress­ bewältigungsstrategien anzueignen. So können Sie flexibel und an­ gepasst an Situationen mit Stress herangehen. Stress ist nur das, was einen stresst – der wesentliche Faktor ist und bleibt die eigene Bewertung. Weiterführende Links: Stressnostress.ch Klubschule.ch Fitnesspark.ch

Bild: Paul Bradbury/Caiaimage/Getty Images

Auch Entspannen kann man lernen – zum Beispiel mit Yoga, progressiver Muskelentspannung oder positivem Denken.


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Der grösste deutsche Christkindlmarkt am Schiller- und am Marktplatz. Übernachtung mit Frühstücksbuffet im Erstklasshotel Maritim im Zentrum von Stuttgart. Reisedaten 2015: 27. – 28. November, 28. – 29. November, 30. November – 01. Dezember, 03. – 04. Dezember, 04. – 05. Dezember, 05. – 06. Dezember, 10. – 11. Dezember, 11. – 12. Dezember, 12. – 13. Dezember

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Der märchenhafte Reiterlesmarkt von Rothenburg ob der Tauber, der älteste und berühmteste deutsche Weihnachtsmarkt in Nürnberg und der barocke Weihnachtsmarkt von Ludwigsburg. Übernachtung mit Frühstücksbuffet im Mercure Hotel im Zentrum von Würzburg. Reisedaten 2015: 07. – 09. Dezember

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Der traditionelle Weihnachtsmarkt inmitten kultureller Highlights. Übernachtung mit Frühstücksbuffet im Holiday Inn Express in Dresden. Reisedaten 2015: 06. – 09. Dezember

Vorausdenken bei den Wahlen lohnt sich: Wer richtig wählt, kommt in Zukunft besser vorwärts.

Abfahrtsorte: Bern, Olten, Aarau, Zürich, Winterthur

Mehr dazu unter www.stimmabgabe.ch


98 | MM38, 14.9.2015 | LEBEN

Kinder

Ziemlich raffiniert Himmlisch süss schmecken sie, die Früchte des Feigenbaums. Damit Feigen überhaupt wachsen können, brauchen sie die Dienste einer winzigen Wespe. Um diese anzulocken, greifen sie schon mal tief in die Trickkiste. Text: Patricia Brambilla,

Jean-Luc Pasquier

Illustrationen: bunterhund.ch

Der Saft des Feigenbaums heisst Latex. Weil er Fleisch weich macht, hat man dieses in der Antike in Feigenblätter gewickelt.

Der Feigenbaum symbolisiert Grossmut und Reichtum der Natur und wird deshalb mehrmals in der Bibel erwähnt.

Fast alle Kinder kennen die feinen, etwas klebrigen getrockneten Feigen, die man oft im Samichlaussäckli findet. Feigen kann man aber auch frisch essen. Jetzt werden die ersten in den Läden angeboten, und wenn man Glück hat, erwischt man süsse, schmackhafte Früchte. Von einem einzigen ausgewachsenen Feigenbaum kann man bis zu 100 Kilogramm Früchte pflücken!

Die Blüten sind winzig und fast unsichtbar in den Früchten versteckt.

Es gibt männliche und weibliche Pflanzen. Die Früchte wachsen nur an den weiblichen. Dafür müssen sie aber bestäubt werden, und das übernimmt die Feigengallenwespe. Sie ist nur etwa drei Milimeter gross. Der Baum braucht diese Wespe also – und umgekehrt: Das Tierchen lebt auf dem Feigenbaum und pflanzt sich auch dort fort. Dieses Zusammenleben, von dem beide profitieren, nennt man Symbiose.

Die Früchte sind sehr gesund und vitaminreich und waren für die olympischen Athleten in der Antike ein Grundnahrungsmittel.

Normalerweise fühlt sich die Wespe nur vom Duft des männlichen Feigenbaums angezogen. Deshalb hat der einen Trick auf Lager: Er ändert seinen Geruch, sobald es Zeit ist, die weib­ lichen Bäume zu bestäuben. Also fliegen die fleissigen Insekten auch zu den weiblichen Pflanzen und befruchten sie. Das gilt aber nur für die Echte Feige (Ficus carica). Kulturfeigen sind selbstbefruchtend. MM


LEBEN | MM38, 14.9.2015 | 99

Das ist ein Badeanzug für mus­ limische Frauen und Mädchen. Er bedeckt den ganzen Körper und den Kopf. Streng gläubige Musliminnen dürfen keine freizügigen Badekleider tragen. Es gilt für sie als unanständig, nackte Haut zu zeigen. Mit einem Burkini dürfen sie baden, da er sie angeblich vor anzüglichen Blicken schützt. Darüber regen sich viele auf: Die einen finden, das Kleidungsstück sei ein Zwang und schränke die Frauen ein. Die Nächsten finden es

unhygienisch. Oder lächerlich. Andere freuts, weil dank Burkinis auch streng gläubige muslimische Mädchen in den Schwimmunterricht dürfen. Dazu fällt mir eine Begebenheit ein: Auf Bali haben wir gläubige Hinduistinnen gesehen, die sich oben ohne in den Kanälen der Reisfelder gewaschen haben. In aller Seelenruhe. In der balinesischen Kultur galt, früher noch mehr als heute, dass ein Vorübergehender ihr öffentliches Bad als unsichtbar

einzustufen hatte: Man sah einfach an ihnen vorbei. Ist das nicht praktisch? Sie mussten sich nicht vor fremden Blicken schützen. Es liegt am Blick des Betrachters, was er wahrnimmt. Schaut er als diskreter, ängstlicher, geiler oder liebender Mensch auf eine Frau? Unsere Sichtweise verrät, wer wir sind. Auch beim Anblick einer Burkini-Trägerin. Soll, will, muss sie das tragen? Zu fairen Regeln findet man am ehesten mit einer wohlwollenden Betrachtungsweise. MM

Gabriela Bonin (48) beantwortet

die Fragen ihrer Töchter (14, 10, 7).

LABYRINTH

Rät selsp ass

Hilf Hugo, seinen Regenschirm wiederzufinden!

VERRÜCKTES SCHILDERCHAOS Nina hat mit ihrem Kickboard ein ganz schönes Tempo drauf. Da verkleidet sich Hugo gleich als Verkehrspolizist und sorgt für Ordnung. Nina ist sich aber gar nicht sicher, ob es alle Verkehrsschilder, die Hugo gezeichnet hat, in der Schweiz auch wirklich gibt. Kannst du ihr helfen und die falschen ankreuzen?

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100 | MM38, 14.9.2015 | AUTO

Auto

Stromern zu siebt Elektroautos müssen nicht zwingend kleine Cityflitzer sein: Wer mit bis zu sieben Personen stromern will, kann das im Nissan e-NV200 Evalia viel günstiger als im teuren Tesla.

Die Vorurteile Die Bedenken gegen Elektroautos sind übertrieben. Der Strombedarf steigt kaum (führe ein Drittel der Autos elektrisch, um die sechs Prozent), die Ökobilanz liegt laut Empa trotz Akkus wie bei einem Auto mit unter 4 Liter Benzinverbrauch, und im hiesigen Strommix sind E-Autos fraglos CO2-ärmer.

Text: Timothy Pfannkuchen

Niemals schwitzen oder frieren

Insgesamt jedoch sind Ambiente und Komfort gut und alltagstauglich. Dazu bietet der Japaner, wozu man solche Autos kauft: Platz. In Reihe zwei sitzt man sehr bequem, in Reihe drei ordentlich, und bei Bedarf packt man als Zügelhelfer bis zu 2,80 Meter lange Gegenstände ein. Kein aufregendes, aber ein gutes Auto. Sicher: Trotz Stromkosten von unter drei Franken pro 100 Kilometer muss man lange fahren, um fast 40 000 Franken (mit Mietakku günstiger) gegenüber einem «normalen» Evalia (ab 21 720 Franken) zu amortisieren. Dafür schont man mangels Gestank das Grün, mangels Lärm die Nachbarn und mangels Rühren im Getriebe die eigenen Nerven. Auch bei Frost oder Hitze: Hier heizt oder kühlt man via Smartphone-App aus der Ferne elektrisch vor. E-Pioniere müssen nie frieren oder schwitzen. MM

Grenzwert 2015: 130 g/km

Emissionsfrei: Der Nissan e-NV200 Evalia nutzt den gleichen E-Antrieb wie der Nissan Leaf.

Der Strom Im Alltagstest verbraucht man knapp 20 kWh je 100 Kilometer. Mit Mixstrom im Niedertarif kosten 100 Kilometer nicht mal drei Franken! Das Laden dauert je nach Anschluss mal 30 Minuten (bis 80 Prozent an Schnellladesäulen), mal 4 bis 6 (Heimladestation), mal 10 Stunden (Haushaltssteckdose).

Bilder: zVg

L

angsam geht es voran: Noch immer fristen E-Autos ein Schattendasein. Schade. Längst gibts attraktive Modelle und immer mehr Ladesäulen – und weil Elektro- gegenüber Verbrennungsmotoren viel bessere Energieverwerter sind, gehört ihnen die Zukunft. Jetzt sogar als Kleinbus: Mit dem e-NV200 Evalia (Evalia ist die Personenwagenversion) bietet Nissan das seit Ende 2014 – und seit Kurzem gar als Siebenplätzer. Zugegeben, auf den «Kick», der neuere E-Autos mit ihrer spontanen Kraft zu Spassmobilen stempelt, warten wir vergebens. Zwar kommen wir elektrotypisch mühelos auf Tempo und sind viel flotter, als dies die Daten suggerieren. Doch ist der vom Leaf bekannte Antrieb hier auf Gleichmässigkeit getrimmt. Klasse finden wir die gute Übersichtlichkeit und tolle Wendigkeit des 4,56-Meter-Vans. Nur: Der Charakter bleibt, wie beim VW-Bus auch, eher «büezerhaft». Schon das flach stehende Lenkrad sagt «Laster», genau wie das mässige Licht und die auf Lasten geeichte Hinterachse, die auch mal herzhaft durchschlägt.

0 g/km CO2


AUTO | MM38, 14.9.2015 | 101

Das Cockpit Nicht aufregend und ziemlich grau, aber gut verarbeitet, praxisgerecht und bequem: So ist der Platz des Fahrers hinter den coolen Digitalanzeigen. Punkto Ausstattung trumpft der Stromer auf. So sind etwa Keylesszugang und ein Navi, das auf der Karte Ladesäulen und die Restreichweite anzeigt, inklusive.

Die Reichweite Wie bei jedem Verbrenner liegt der Verbrauch des Elektromotors höher als laut Norm – in der bergigen Schweiz ohnehin. Im Test kommen wir zwar nie auf die versprochenen 170 Kilometer, aber mindestens 110, maximal 150 und im Schnitt 125 Kilometer weit. Für das tägliche Pendeln oder in der City reicht das.

Steckbrief

Nissan e-NV200 Evalia «Tekna» Antrieb: Elektromotor, 80 kW/109 PS, 254 Nm ab 1/min; 1-StufenAutomat, Frontantrieb; Akku 24 kWh. Fahrwerte: 0–100 km/h in ca. 14 s, Spitze 123 km/h; Normreichweite 170 km. Gewicht: 1641 kg. Verbrauch: 16,5 kWh/100 km = 0 g/km CO2-Ausstoss (Normwerte), Energieeffizienz A. Preis: mit Kaufakku ab 39 831 Franken; mit Mietakku ab 33 131 Franken plus Akkumiete ab 95 Franken/Monat.

Der Platz Als Fünf- oder Siebensitzer (gegen 850 Franken Aufpreis) bietet der ungeheuer geräumige Evalia Laderaum (fast) ohne Ende, der über die seitlichen Schiebetüren und die Heckklappe vorbildlich erreichbar ist: je nach Sitzkonfiguration 900 (Siebenplätzer) bis 3100 (als Zweisitzer) Liter Volumen.


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Res Strehle Chefredaktor Tages-Anzeiger

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LEBEN | MM38, 14.9.2015 | 103

Allein in Deutschland verkaufte Krimiautorin Charlotte Link bisher 24 Millionen Bücher. Ihr jüngster Thriller heisst «Die Betrogene».

Wettbewerb

Mitmachen und gewinnen Erleben Sie die Landschaft aus dem neuen Roman von Charlotte Link hautnah: das britische Yorkshire. Das Migros-Magazin und Melectronics verlosen einen Reisegutschein der British Travel Company, des Reisespezialisten für Individual- und Busreisen in Grossbritannien, im Wert von Fr. 2000.– sowie 50 Bücher «Die Betrogene» von Charlotte Link im Wert von je 16.90 Franken.

Wettbewerb

Wettbewerbsfrage:

1 Reisegutschein (Wert: Fr. 2000.–) und 50 Krimis zu gewinnen

In welchem Land spielt der neue Roman von Charlotte Link?

Glücksgriff

Auf den Spuren einer Bestsellerautorin Das Migros-Magazin und Melectronics verlosen einen Reisegutschein der British Travel Company im Wert von 2000 Franken sowie 50 Bücher «Die Betrogene» von Krimiautorin Charlotte Link.

D

ie in Frankfurt am Main geborene Charlotte Link ist die erfolgreichste deutsche Autorin der Gegenwart. Ihre psychologischen Kriminalromane sind internatio­ nale Bestseller. Allein in Deutschland wurden bisher über 24 Millionen Bücher von Charlotte Link verkauft. Ihre Romane sind in zahlreiche Spra­ chen übersetzt worden. Die Ver­ filmungen der Sturmzeit­Trilogie, der «Rosenzüchterin» oder vor drei Jahren «Das andere Kind» locken regelmässig ein Millionen­ publikum vor den Fernseher. Nun veröffentlicht Charlotte Link ihren jüngsten Thriller «Die Betrogene»: Hinters Licht geführt fühlt sich Kate Linville, Polizistin

bei Scotland Yard. Kontaktscheu und einsam, gibt es nur einen Men­ schen, den sie liebt: ihren Vater. Als dieser in seinem Haus grausam ermordet wird, verliert Kate ihren letzten Halt. Da sie dem alkohol­ kranken Ermittler vor Ort nicht traut, macht sie sich selbst auf die Spur dieses mysteriösen Verbre­ chens und entlarvt die Vergangen­ heit ihres Vaters als Trugbild – er war nicht der, für den sie ihn hielt. Die Grafschaft Yorkshire erkunden

Zugleich bricht eine Familie aus London in die Ferien auf. In den Hochmooren von Yorkshire möch­ te der Drehbuchautor Jonas Crane in Begleitung von Frau und Sohn einem drohenden Burn­out entge­ hen. Die drei ahnen nicht, dass die

Geschichte um Kates ermordeten Vater auch sie in Lebensgefahr bringen wird: Ein flüchtiger Ver­ brecher ist auf der Suche nach einem abgeschiedenen Versteck … Für Fans von Charlotte Link und England verlosen das Migros­ Magazin und Melectronics einen Reisegutschein der British Travel Company, des Reisespezialisten für Individual­ und Busreisen in Grossbritannien im Wert von 2000 Franken. So können die Leserin­ nen und Leser die faszinierende Landschaft der Grafschaft York­ shire auf eigene Faust durchstrei­ fen und die Handlungsorte des neusten Romans «Die Betrogene», von dem es 50 Ausgaben im Wert von je 16.90 Franken zu gewinnen gibt, erkunden. MM

So machen Sie mit: Per Telefon: Wählen Sie 0901 560 039 (1 Fr./Anruf ab Festnetz) und nennen Sie Lösung, Ihren Namen und Ihre Adresse. Per SMS: Senden Sie ein SMS mit dem Text GEWINNEN, der

Lösung, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die Nummer 920 (1 Fr./SMS). Per Postkarte: Senden Sie eine Postkarte (A-Post) mit der Lösung und Ihrer Adresse an Migros-Magazin, «Die Betrogene», Postfach, 8099 Zürich Online: Gratis unter www.migrosmagazin.ch/ gluecksgriff Einsendeschluss: 20. 9. 2015 Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Keine Barauszahlung, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Mitarbeitende der der Migros-Medien sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Mehrfachteilnahmen sind nicht erlaubt und werden vom Wettbewerb ausgeschlossen. Preise, die nicht bis spätestens drei Monate nach Ziehung durch den Gewinner bezogen werden, verfallen ersatzlos. Mehr Infos: Melectronics.ch, Btco.de


104 | MM38, 14.9.2015 | LEBEN

Kreuzworträtsel

Gewinnen Sie eine von 5 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken!

Gesamtwert 750 Franken!

oder eine von 5 MigrosGeschenkkarten im Wert von je 50 Franken für das grün eingefärbte Feld! Tel. Wählen Sie die 0901 560 065 (Fr. 1.–/Anruf ab Festnetz) SMS Senden Sie MMD5, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS) Chancengleiche WAP-Teilnahme ohne Zusatzkosten http://m.vpch.ch/MMD12315 (gratis übers Handynetz) Teilnahmeschluss: Sonntag, 20.9.2015, 24 Uhr

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CH-9620 Lichtensteig Tel. 071 987 66 80

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So nehmen Sie teil Tel. Wählen Sie die 0901 560 041 (Fr. 1.–/Anruf ab Festnetz) SMS Senden Sie MMD1, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD1 SOMMER. Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Kreuzworträtsel, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 20.9.2015, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Keine Barauszahlung. Computergesteuerte Massenteilnahmen sind nicht gewinnberechtigt. Die Mitarbeiter der Migros-Medien sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Gewinner werden schriftlich benachrichtigt und mit Namen und Wohnort veröffentlicht.

Auflösung Nr. 37: VOKABULAR Gewinner Nr. 36: Marie-Theres Camenzind, Küssnacht SZ; Fabio Rugoletti, Galmiz FR; Alois Hofer, Möhlin AG; Pia Gisin, Beinwil AG; Ariana Meisser-Quitt, Masein GR; Erika Johner, Uettligen BE; Konrad Müller, Zürich; Ueli Bösiger, Grenchen SO; Irene Lässer, Volketswil ZH; Hans Bur, Bettlach SO Gewinner «Zusatz» Nr. 36: Jutta Keller, Zürich; Urs Schilli, Bern; Elisabeth Ackermann, Buch am Irchel ZH; Margrit Stoffel-Alig, Hinterrhein GR; Rolf Luchsinger, Wetzikon ZH


LEBEN | MM38, 14.9.2015 | 105

Quiz

Gewinnen Sie eine von 3 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die acht Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. 1. Welches Instrument steht für etwas, das sich immer wiederholt? N Leier

E

Harfe

S

Trompete

2. In welchem Land findet die Expo 2015 statt? I

Portugal

R Spanien

U Italien

3. Welche Ortschaft liegt im Domleschg? T

Felsberg

S

Feldis

N Pany

So nehmen Sie teil

4. Wie wird ein schwarzer Schwan auch noch genannt? I

Black Beauty

R Albino

S

Tel. Wählen Sie die 0901 560 042 (Fr. 1.–/Anruf ab Festnetz) SMS Senden Sie MMD2, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD2 TASTSINN Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Quiz, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 20.9.2015, 24 Uhr

Trauerschwan

5. Wie viele Knochen hat ein Erwachsener ungefähr? B ca. 210

A ca. 250

G ca. 300

6. Welcher Wissenschaftler fand heraus, dass Energie nicht gleichmässig fliesst? O R. Bunsen

A N. Bohr

E

M. Curie

7. Wie nennt man in der Astrologie die Tag-Nacht-Grenze? L

Ironman

U Terminator

O Batman

8. Wie gross ist die Kante eines Würfels bei einem Volumen von 216 m3? M 6m

N 8m

F

Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

12 m

Lösungswort: 1

2

3

Gewinner Nr. 35:

4

5

6

7

8

Martin von Ballmoos, Thun BE; Marianne Elmer, Matt GL; Michele Tschanz, Derendingen SO

Auflösung Nr. 37: OZEANIEN

Paroli

Gewinnen Sie eine von 3 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Füllen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Das Lösungswort ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1 bis 5. 5

E

3

2 4

Auflösung Nr. 37: PALME Gewinner Nr. 36:

Susi Zollinger, Kloten ZH; Monika Hug, St. Urban LU; Anita Lottaz, Posieux FR

1

E I GENLOB ER I TREER LEGENEST RE I N I GEN R I TTER I N SYNERGET TEESTUBE TRETER I N VERE I NTE ZERRERE I

So nehmen Sie teil Tel. Wählen Sie die 0901 560 043 (Fr. 1.–/Anruf ab Festnetz) SMS Senden Sie MMD3, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD3 OSTEN Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Paroli, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 20.9.2015, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

Lösungswort: 1

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LEBEN | MM38, 14.9.2015 | 107

Sudoku

Gewinnen Sie eine von 5 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3x3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den gelben Feldern von links nach rechts.

1

6 5 4 6

9 7

3 7 2 8

2 7 3 5 9

3 2 4 1 8 9 5 7 6

6 5 9 7 2 3 4 8 1

7 1 8 5 4 6 2 9 3

1 9 7 2 3 8 6 5 4

8 3 6 4 7 5 9 1 2

5 4 2 9 6 1 8 3 7

9 7 1 6 5 2 3 4 8

2 8 5 3 1 4 7 6 9

4 6 3 8 9 7 1 2 5

So nehmen Sie teil

Tel. Wählen Sie die 0901 560 044 (Fr. 1.–/Anruf ab Festnetz) SMS Senden Sie MMD4, gefolgt von der Lösungszahl, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD4 123 Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Sudoku, Postfach, 8074 Zürich Gewinner Nr. 36: Irène Clematide, Wiezikon b. Sirnach TG; Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 20.9.2015, 24 Uhr Gladys Dufey, Prilly VD;

8

8 2

4 1 9 5

1

4

Auflösung Nr. 37: 376

3 8 2

Réjeanne Barbieri, La Chaux-de-Fonds NE; Teilnahmebedingungen: Doris Schweizer, Sumiswald BE; Auf der ersten Rätselseite Iris Steiger, Villmergen AG

Bimaru

Brücken

Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

Jeder Kreis stellt eine Insel dar. Die Zahl darin gibt an, wie viele Brücken dort enden. Brücken sind nur zu horizontal oder vertikal benachbarten Inseln erlaubt. Diese dürfen mit einfachen oder doppelten Brücken verbunden werden. Am Schluss sollen alle Inseln 2 4 3 2 miteinander verbunden 2 1 2 3 1 sein. Verboten: Kreuzungen, diagonale Brücken 2 und mehr als zwei Linien.

1 0 1 1 4 2

5

Auflösung Nr. 37:

3 1

4

5 2 4

0

2

1

2

2

2

0

4

4

2

3

3

6

2

2 2 3

5 4

1

3

3 3

4 2 2

3 2 1

3 3 3

Auflösung Nr. 37: 3

2

3 2

3 5

3

2

2 3

2 1

3

3 3 4

2

3

3

3

3

3

2

1 4

3

1

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4 2 3

3 2 3

2 6 3 3

Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer Wochenblatt des sozialen Kapitals Organ des MigrosGenossenschafts-Bundes www.migrosmagazin.ch Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 569 115 Ex. (WEMF 2014) Leserschaft: 2 391 000 (WEMF, MACH Basic 2015-1) Adresse Redaktion und Verlag: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich Telefon: 058 577 12 12 Fax: 058 577 12 08 redaktion@migrosmagazin.ch Herausgeber: Migros-Genossenschafts-Bund Leiter Migros-Medien: Lorenz Bruegger

Publizistische Leitung: Monica Glisenti Chefredaktor: Hans Schneeberger Produktion/Ressort Leben: Philipp Jordan (Leitung a. i.), Susi Zihler (Produzentin a. i.), Gerda Portner (Produzentin), Daniel Schifferle (Verantwortlicher Leben), Heinz Stocker (Korrektor) Ressort Menschen: Sabine Lüthi (Leitung), Andrea Freiermuth, Yvette Hettinger, Ralf Kaminski, Anne-Sophie Keller (Volontärin), Monica Müller, Reto E. Wild

Ressort Shopping & Food: Eveline Zollinger (Leitung a. i.), Robert Rossmanith (Produktion), Heidi Bacchilega, Dora Horvath, Sonja Leissing, Fatima Nezirevic, Nicole Ochsenbein, Anna-Katharina Ris, Claudia Schmidt, Jacqueline Vinzelberg, Anette Wolffram Bildredaktion: Olivier Paky (Leitung), Benjamin Böttcher, Franziska Ming, Susanne Oberli, Helen van Pernis

Layout: Bruno Boll (Creative Director), Doris Oberneder (Art Director), Migros-Welt: Werner Gämperli, Nicole Gut, Ressort M-Aktuell: Gabriela Masciadri, Pablo Tys, Daniel Sidler (Leitung), Jean-Sébastien Tatiana Vergara Clément, Anna Meister, Sabine Müller, Christoph Petermann, Thomas Tobler, Prepress: Liliane Bolliger, Marcel Gerber Michael West

Lithografie: Reto Mainetti (Leitung), Manuela Seelhofer, Max Sommer

Anzeigen: Thomas Brügger (Leitung), Gian Berger, Yves Golaz, Andreas Hess, Hans Reusser, Angela Online: Scasascia Almut Berger, Reto Meisser, Reto Vogt anzeigen@migrosmagazin.ch Telefon: 058 577 13 73 Sekretariat: Fax: 058 577 13 72 Stefanie Zweifel (Leitung), Imelda Catovic Simone, Nicolette Trindler Innendienst: Nicole Thalmann Honorarwesen: Verena Hochstrasser Kommunikation & Medien-Koordination: Eveline Zollinger (Leitung), Rea Tschumi Verlag: Rolf Hauser (Leitung), Nathalie Deutsch, Laila Müller Boonya, Margrit von Holzen verlag@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 70, Fax: 058 577 13 71

(Leitung), Verena De Franco, Michael Glarner, Christine Kummer, Janine Meyer, Jasmine Steinmann Lesermarkt: Carina Schmidt (Leitung), Marianne Hermann, Nadine Voss Media-Services: Patrick Rohner (Leitung), Tabea Burri, Aisha Kaufmann, Theresa Wuitz

Abonnemente: Sonja Frick (Leitung), Sibylle Cecere abo@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 00, Fax: 058 577 13 01

Druck: Ringier Print Adligenswil AG


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Meine Welt

«Ich bin keine Muse»

Seit über 40 Jahren zelebriert die Zürcherin Manon mit ihrer Kunst die Weiblichkeit. Aus der «dame fatale» ist eine «grande dame» geworden. Ab kommendem Donnerstag zeigt sie im Centre de la Photographie in Genf neue Werke sowie einige ihrer frühen Bilder. Text: Laila Schläfli Bilder: Paolo Dutto


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1 Mein Ausgleich «Sikander von Bhick­

napahari ist als Jurist das komplette Gegenteil von mir. Er unterstützt mich in technischen sowie organisatorischen Fragen. In 33 Jahren hat er mich nicht ein einziges Mal im Stich gelassen – und ich bin kein einfacher Mensch.» 2 Mein Modell «Ich kann nur auftreten, wenn von Inszenierung über Choreo­ grafie bis zu den Kostümen alles von mir stammt. Ich bin nicht teamfähig. Deshalb bin ich mein eigenes Modell. Seither ha­ ben sich meine Themen verändert: Heute widme ich mich der Vergänglichkeit.»

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3 Mein Tagebuch «Diese Canon­ Kamera habe ich immer dabei für meine laufenden Tagebuchbilder. Ich fotogra­ fiere jeden Tag etwas, das mich beson­ ders freut, mir Angst macht, mich beein­ druckt – einfach das, was mich berührt.» 4 Meine Goldfrau «Vor vier Jahren hatte ich eine Schulteroperation und war ausser Gefecht. Dieser Stuhl bewegte meine Schulter passiv zwecks Therapie. Als ich ihn zurückgeben musste, inszenierte ich dieses Bild: Ich wollte wenigstens etwas daraus machen.» 5 Meine Tiere «Ich habe drei Katzen und einen Chihuahua: Er heisst Maxi, weil er so mini ist. Ein Leben ohne diese Tiere ist für mich unvorstellbar. Es ist so schön, abends heimzukommen, wenn es lebt in der Wohnung. Kunst und Kinder schlos­ sen sich in meinem Fall aus.»

3

6 Meine Bücher «Jeden Samstag führt

mich mein Weg in die Bibliothek, von wo ich dann mit einem Riesenstapel Bücher heimkomme. Hätte ich über die Jahre all diese Bücher gekauft, wäre kein Platz mehr zum Wohnen.» 4

6

Künstlername: Manon (69), der echte bleibt geheim. Beruf und Lebenslauf: Ich besuchte die Kunstakade­

Mein Lieblingsprodukt: «Babybels. Wenn ich mitten in der Nacht aufwache und an den Kühlschrank gehe, nehme ich mir vor, nur eins zu essen. Doch es werden immer mindestens zwei.»

mie in St. Gallen und die Schauspielakademie in Zürich. Es folgte früh eine erste Ehe und bald darauf eine zweite in den 70er­Jahren mit dem Künstler Urs Lüthi. In den Zeitungen hiess es damals: Ich sei seine Muse. Ich bin aber keine Muse! Damals wollten Künstlerinnen Kunst herstellen, so, wie Männer das tun. Ich fragte mich: Ist Weiblichkeit denn minderwertig? Also schuf ich 1974 eine Installation, die weiblicher nicht hätte sein können: Mein Schlafzimmer. Ich nannte es das «lachsfarbene Boudoir». Ende der 70er­Jahre ging ich für einige Jahre nach Paris und verbrachte die 80er mehrheitlich dort und in Zürich. Es folgte eine siebenjährige Schaffens­ pause bis 1990. Seither widme ich mich wieder der Foto­ grafie, der Performance und der Installationskunst.


, H C O W T IT M N E S IE D R U N

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Migros magazin 38 2015 d lu by Migros-Genossenschafts-Bund - Issuu