Ausgabe Luzern, AZA 1953 Sion Response Zentral
NR. 38 | 16. SEPTEMBER 2013
www.migrosmagazin.ch
MAUDE BARLOW I 30
Eine Frau, eine Mission: Sauberes Wasser für alle LUTZ JÄNCKE I 100
Kinder brauchen Liebe, keine Frühförderung MILENA MOSER I 126
Schauspielerin und Moderatorin Karin Lanz hat ihrer Familie zuliebe eine Patientenverfügung gemacht. Und sie ist nicht die einzige Prominente, die den Mut dazu hatte. I 18
Bild: Ornella Cacace
«Das wahre Leben» findet in Aarau statt
«Ich habe eine!»
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DIESE WOCHE 4 |
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INHALT
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EDITORIAL Andrej Abplanalp, Leiter Produktion
Rencontre im Badezimmer
NR. 38, 16. SEPTEMBER 2013 | MIGROS-MAGAZIN |
36 | MENSCHEN Claudia Bremser verbringt ihren Sommer auf einer Alp im Calancatal. Mit dabei hat sie 260 Ziegen.
Kürzlich um 6.30 Uhr im Badezimmer: «Das isch Vergüdig!» Vor Schreck fiel mir fast die Zahnbürste aus der Hand. Mein Sohn stand hinter mir und zeigte vorwurfsvoll aufs Lavabo. Dort lief das Wasser aus dem Hahn. «Das isch Vergüdig!», wetterte er noch einmal und trottete davon. Das Schliessen des Hahns überliess er mir. Ich gebe es zu, ein bisschen nervte es mich schon, dass mein Sechsjähriger mich auf eine Problematik aufmerksam machte, welche die Menschheit alles andere als auf die leichte Schulter nehmen sollte: die Wasserknappheit. Und dann erst noch in diesem Ich-zeige-dir-wiees-geht-aber-machen-musst-du-es-schon-selbst-Stil. Wir in der Schweiz gehören zu den Privilegierten. Unser Land hat unglaublich viele Wasserreserven. Für uns ist es normal, direkt ab Hahn zu trinken, täglich zu duschen und an heissen Sommertagen die Blumen zu tränken. In vielen Teilen der Welt sieht es anders aus. Immer mehr Gebiete werden von Trockenheit bedroht, und immer mehr Menschen sind ohne sauberes Trinkwasser. Es ist deshalb besonders wichtig, dass Menschen wie die kanadische Wasseraktivistin Maude Barlow sich dieser Problematik annehmen (Interview ab Seite 30). Wieso ich kein Wasser verschwenden darf, habe ich übrigens eine halbe Stunde später am Zmorgetisch erfahren: «Süsch hei doch d Fische kei Wasser meh.» Wenn das kein Grund ist!
MIGROS-WOCHE 6 | Aktuelles
GENERATION M andrej.abplanalp@migrosmedien.ch
M-Infoline: Tel. 0848 84 0848* oder Fax 0041 44 277 20 09 (Ausland). www.migros.ch/m-infoline; www.migros.ch Cumulus: Tel. 0848 85 0848* oder +41 44 444 88 44 (Ausland). cumulus@migros.ch; www.migros.ch/cumulus Redaktion Migros-Magazin: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Tel. 058 577 12 12, Fax 058 577 12 08 redaktion@migrosmagazin.ch; www.migrosmagazin.ch; * Normaltarif
8 | Robin Cornelius Der Switcher-Gründer über sein Lebensmotto: Weniger ist mehr!
MENSCHEN
18 | Patientenverfügung Wer eine hat und warum sie nötig ist 24 | Autoren-Duo Jacques Kuhn (94) hat mit Ehefrau Roswitha den ersten Krimi geschrieben 29 | Auf ein Wort
30 | Maude Barlow Die kanadische Wasseraktivistin über das weltweite Versiegen eines lebenswichtigen Guts 36 | Jobwechslerin Claudia Bremser lebt in zwei Welten: Sommer auf der Alp, Winter im Hotel 41 | Kolumne: Der Hausmann
AKTUELL
42 | Fabrice Zumbrunnen Der Neuenburger ist oberster Personalchef der Migros und Mr Kulturprozent 44 | Das Micarna-Goodwill-Team 47 | News
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diese woche
Migros-Magazin | Nr. 38, 16. September 2013 |
inhalt | 5
bilder: tanja Demarmels, Daniel rihs, mathieu rod
8| generation m Switcher-gründer robin Cornelius ist ein Befürworter des nachhaltigen Unternehmertums.
84 | SaiSonküChe in seiner Zeit als Preisüberwacher schaute rudolf Strahm den grosskonzernen auf die Finger, heute zur abwechslung der «Saisonküche»-köchin. es gibt thai-Curry.
schaufenster 50 | 55 | 57 | 59 | 60 | 71 | 73 | 75 | 77 |
Suppe und torte aus Äpfeln Früchtejoghurts von heidi glace mit güx von Crème d’or goldschinken aus der region Frühlingsblüher jetzt pflanzen minimania-Fotowettbewerb Spezielles Futter für kleine hunde Power-kick-maske von i am face Proteinzufuhr aus dem Sachet
saisonküche
84 | grünes thai-Curry ex-preisüberwacher rudolf Strahm mag exotische Gewürze
ihre region
109 | auto Gesundheitstests für ältere Fahrer
leben
Meine Welt
89 | neues aus ihrer genossenschaft
97 | mix 100 | Frühförderung brauchts nicht Hirnforscher Lutz Jäncke über den einfluss der eltern auf die entwicklung des kindlichen Hirns 104 | in Form Ursula Griner leidet an der seltenen Lungenkrankheit COpD. Sie ist rund um die Uhr auf Sauerstoff angewiesen 107 | Digital Wann kommt endlich das e-Voting?
126 | milena moser Die Schriftstellerin über Dinge, die sie liebt, und Herausforderungen, die ihr Angst machen
rubriken 13 | 112 | 114 | 119 | 124 |
Forum Leserbriefe/online Bitte melde dich Leseraktion rätsel & impressum Cumulus
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Die Schweizer Versandapotheke
MIGROS-WOCHE 6 |
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AKTUELLES
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REGION LUZERN
FRISCH IN DER MIGROS
Ab ins KinderCamp Cham
Zuckersüss
Die von der Migros unterstützten Kinder-Camps bieten Kindern im Kindergartenund Primarschulalter eine Woche Spass, Bewegung sowie gesunde und ausgewogene Ernährung. Akrobatik, Fussball oder Selbstverteidigung: Im Kinder-Camp in Cham vom 7. bis 11. Oktober, täglich zwischen 10 bis 16 Uhr (ohne Übernachtung), versuchen sich die Kids in acht verschiedenen Sportarten. Organisiert und betreut wird die Sportwoche von professionellen Fachpersonen.
NR. 38, 16. SEPTEMBER 2013 | MIGROS-MAGAZIN |
Die Wärme des Sommers hat den Birnen gutgetan. Zuckersüss präsentieren sich jetzt die Sorten Conférence und Gute Luise im Obstregal der Migros. Reife Birnen sind fest, aber nicht hart. Haben Sie harte Birnen gekauft, reifen diese bei Zimmertemperatur schnell nach. Einmal richtig reif, bleiben Birnen im Kühlschrank ein paar Tage frisch. Tipp: Raffeln Sie eine Birne statt eines Apfels ins Müesli.
Interesse geweckt? Mehr Infos und Anmeldung unter: www.kinder-camps.ch
Das schnellste Migros-Wägeli Mit diesem Vehikel könnte man extrem rasant einkaufen: Aus einem Migros-Wägeli und einem alten Rennkart hat Samuel Bolliger (23) aus Schmiedrued AG ein originelles Gefährt konstruiert. Der Landmaschinenmechaniker nahm damit an einem Plauschrennen teil, das jährlich in seinem Dorf im Rahmen eines Motocross stattfindet. Sein Fahrzeug taufte Bolliger auf den Namen Micross.
Wer in den Ferien nicht immer im Hotel übernachten möchte, kann bei Travelhouse Alternativen ausprobieren. Die Marke des Reiseveranstalters Hotelplan Suisse organisiert zum Beispiel Reisen auf die Insel Borneo mit ihren Regenwäldern und imposanten Bergen. In dieser unberührten Landschaft können Urlauber in einem traditionellen Langhaus beim Stamm der Iban übernachten. Wer kühleres Klima bevorzugt, kann an einer Travelhouse-Reise nach Schottland oder Kanada teilnehmen und dort abseits der Touristenströme in einem bodenständigen Bed and Breakfast nächtigen. Dort erlebt man herzerwärmende Gastfreundschaft nach dem Motto: My home is your castle. Weitere Infos unter www.travelhouse.ch
Bilder: photocuisine, Keystone, PD
Bei Einheimischen übernachten
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migros-woche
Migros-Magazin | Nr. 38, 16. September 2013 |
aktuelles | 7
Gemeinsam gegen Güsel
Am 21. september ist clean-Up-Day: Die ganze schweiz ist dann aufgerufen, etwas gegen herumliegenden Abfall zu tun. Die migros engagiert sich während des ganzen Jahres gegen Littering.
Z
erknülltes Papier, leere Pet-Flaschen, Aludosen oder Zigaretten — verstreuter Abfall in allen Varianten verschandelt heute viele öffentliche Plätze. Dagegen soll am 21. September ein Zeichen gesetzt werden. Am sogenannten Clean-UpDay engagieren sich in der ganzen Schweiz Firmen, Vereine, Schulen und ganze Gemeinden gegen Littering. So hat zum Beispiel das Zürcher Oberländer Dorf Maur seine Pfadi gebeten, unter Anleitung des Försters ein Waldstück von Abfall zu befreien.
Die Migros tut viel zur Vermeidung von abfall Die Migros engagiert sich nicht nur an diesem einen Tag, sondern während des ganzen Jahres gegen Abfall: So verfügt fast jede ihrer
Filialen über grosse Abfallbehälter, und punktuell bewirtschaften Mitarbeiter sogar öffentliche Mülleimer in der Nähe von Supermärkten. Zudem unterhält die Migros im Schweizer Detailhandel das grösste Rücknahmesystem für leere Verpackungen und ausgediente Produkte. Durch Lösungen wie Mehrwegverpackungen in den Take Aways reduziert die Migros ausserdem die Menge an Material, die später entsorgt werden muss. In den Restaurants und Take Aways der Genossenschaft Migros Aare gibts am 21. September gratis ein Heissgetränk für jeden Kunden, der einen Mehrwegbecher mitbringt. Text: Michael West
Weitere Infos unter www.clean-up-day.ch
Abfall gehört in den Eimer – daran erinnert der Clean-Up-Day.
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«Mit einigen guten Unternehmern kann man ein Land verändern» Die Migros und das Bekleidungsunternehmen Switcher vertiefen ihre Partnerschaft. Robin Cornelius hat die Marke vor über drei Jahrzehnten gegründet. Der Pionier für nachhaltige Textilien erklärt, was ihn antreibt und was fairer Handel konkret bedeutet.
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ines ist Robin Cornelius sicher nicht: ein typischer Manager. Der 56-jährige Gründer der Schweizer Kleidermarke Switcher war stets ungewöhnliche Wege gegangen, wenn es um die Verwirklichung seiner unternehmerischen Vision ging. Nun hat der Pionier für nachhaltige Textilien ein Buch geschrieben, in dem er seine Gedanken zu einer erfolgreichen Unternehmensführung erklärt. Das Migros-Magazin traf den in Schweden geborenen Unternehmer zum Gespräch. Robin Cornelius, Sie stehen seit mehr als 30 Jahren an der Spitze eines Unternehmens, das sich dem fairen Handel und der nachhaltigen Entwicklung verschrieben hat. Waren Sie schon 1981 bei der Gründung von Switcher ein Alternativer?
Das waren wir damals alle. Aber das hat nichts damit zu tun. Meine Eltern waren nach Schweden zurückgekehrt, und ich musste mich selber durchschlagen: Ich bekam ein Stipendium für Betriebswirtschaft und Politikwissenschaft, in der Nacht arbeitete ich als Taxichauffeur. Als ich den amerikanischen Präsidenten Jimmy Carter im Fernsehen beim Joggen sah, fand ich seine Kleider cool und bekam Lust, Switcher zu gründen. Wie entstand Ihr Engagement für den fairen Handel?
Man sagte mir, dass ich nach Indien ge-
Switcher in der Migros Seit August letzten Jahres bieten über 100 Migros-Filialen in der ganzen Schweiz ein basissortiment an Switcher-textilien an. Diese Zusammenarbeit wird nun ausgebaut: Ab September eröffnet Switcher in drei Migros-Filialen eigene Boutiquen. In Crissier (11. September), romanel (30. Oktober) und balexert (ende November) steht im rahmen eines pilotprojekts das ganze Sortiment der marke zur Auswahl.
hen müsse, wenn ich Kleider aus Baumwolle herstellen wolle, da es dort Baumwolle gäbe. Auf meinen Reisen dorthin habe ich viel beobachtet und habe die Kinder auf den Strassen gesehen, die nicht zur Schule gingen. Darauf habe ich zu meinem Partner vor Ort gesagt: «Wir eröffnen eine Schule.» Und das haben wir getan. Die erste Switcher-Schule
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wurde für 180 Kinder erbaut. Dann eröffneten wir Abgabestellen für Medikamente. Das war in den 90er-Jahren. Was bedeutet in den Fabriken, mit denen Sie arbeiten, «fairer Handel» ganz konkret?
Zuallererst, sich für einen Verhaltenskodex einzusetzen. Gottlieb Duttweiler, der Gründer der Migros, hatte in den 50er-Jahren schon davon gesprochen. Er war in meinen Augen ein wirklicher Pionier. Bei uns geht es um gleiche Rechte für Mann und Frau, Arbeitsverträge, Überstunden, die mit dem doppelten Tarif bezahlt werden. Keine Akkordarbeit, sondern eine Bezahlung pro Stunde. Wir arbeiten mit der gemeinnützigen Organisation Fairwear zusammen, die vor Ort unabhängig die Einhaltung der Arbeitsbedingungen, der Sicherheit, der Hygiene und Beleuchtung kontrolliert. Wie sind Sie zu diesen Werten gekommen?
Ganz einfach, weil ich da war: In einem grossen Unternehmen gibt es einen Finanzchef und Einkaufsleiter, die ihre Budgets einhalten müssen und deren Handlungsmöglichkeiten eingeschränkt sind. Ich habe alles selbst gemacht. Und wenn man die Dinge richtig macht, zu einem gerechten Preis, zu guten Bedingungen, dann kann man am Abend mit einem guten Gewissen einschlafen. Dieser Satz gleicht den Kapiteln in ihrem Buch, die wie gebote klingen. Warum haben Sie dieses Buch geschrieben?
In den 30 Jahren habe ich so viel gesehen und verstanden. Es ist nicht ein Buch über mein Leben, sondern über das, was ich denke.
Wenn wir uns auf einen Switcher-grundsatz beschränken müssten?
Weniger ist mehr! Weniger exzessiven Konsum: Wenn Sie ein Produkt kaufen, dann stellen Sie sich folgende Frage: «Brauche ich das wirklich?» aber damit schneidet man sich ja ins eigene Fleisch, kommerziell gesehen?
Nein, das ist einfach die Wahrheit. Switcher bietet nur Basisprodukte an. Basics, das ist nachhaltig: Das verwendet man wieder. Das sind Produkte voller Nachhaltigkeit, voller unsichtbarer Werte wie die Rückverfolgbarkeit. «Wir waren damals alle Alternative»: Switcher-Gründer Robin Cornelius.
Wie können Sie den ganzen Weg eines Kleidungsstücks ab seiner Herstellung garantieren?
Indem wir jedes Kleidungsstück mit einem Code, seiner «DNA», versehen
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(er hebt sein Hemd hoch und zeigt eine Etikette). Auf der Internetsite www. respect-code.org geben Sie diesen Code ein und können lesen, aus welcher Fabrik es kommt, wie es transportiert wurde, seine CO2-Bilanz usw. Sie erfahren alles über jeden Produktionsschritt.
in Europa ausgeführt werden, dann sind die Margen kleiner, aber die Transportkosten sind das auch, und die Reaktionsfähigkeit ist viel besser. In Europa kann sehr gut produziert werden. Welches war die grösste Herausforderung, die sich Ihnen in Ihrer beruflichen Laufbahn gestellt hat?
Weshalb ist diese Transparenz wichtig?
Jeder Akteur in der Kette ist dafür verantwortlich, die nötigen Informationen und Zertifikate zu liefern. Er ist nicht länger ein Akteur im Dunkeln. 90 Prozent des ökologischen Fussabdrucks bei der Produktion fallen beim Färben und beim Spinnen an, dort liegt die Gefahr für schlechte Sicherheitsbedingungen, Überstunden, die nicht bezahlt werden, Akkordarbeit. Wir müssen aufhören zu glauben, dass dies den Konsumentinnen und Konsumenten egal ist. Wir müssen sie informieren, ihnen die Wahl lassen. Ist das die Zukunft des fairen Handels?
Ich wette, dass Sie nichts über Ihre Schuhe oder Ihre Jacke wissen, mit Ausnahme des Preises und der Marke. Und das soll uns reichen? Sie haben das Recht auf sofortige Information. Ideal wäre eine Art umgekehrtes Verfallsdatum, ein Stempel, der empfiehlt, wie lange man ein bestimmtes Kleidungsstück tragen kann. Ganz im Sinn, je älter, desto eleganter.
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Unsere Werte der nachhaltigen Entwicklung zu kommunizieren. Es macht keinen Sinn, alles in einem Werbeblock zusammenzufassen mit einem Slogan in der Art von «Retten wir den Planeten». Man muss eine neue Kultur schaffen.
«Die Migros liegt unseren Werten am nächsten.»
Das ist eine Utopie, wenn man die Entwicklung der Mode ansieht.
In Ihrem Buch schreiben Sie, dass Innovationen selten von Managern stammen. Ist ein Unternehmer demnach kein Manager?
Wie kann man dieses Interesse fördern?
In Ihrem Buch gibt es eine merkwürdige Definition des Unternehmers: hyperaktiv, narzisstisch, einfühlsam, neugierig, unruhig und ungeduldig … Beschreiben Sie sich selber?
Wir gehen in Richtung fairer Handel, so viel ist klar: Die Bedingungen verbessern sich im Allgemeinen. Als wir vor 25 Jahren in unseren Verhaltenskodex die Abschaffung der Kinderarbeit aufgenommen hatten, war das etwas noch nie Dagewesenes. Heute sind drei Viertel der Fabriken verifizierbar. Die Konsumenten müssen sich für das interessieren, was hinter dem Produkt steckt. Man könnte je nach Ökobilanz kleine Etiketten auf die Produkte kleben: Zum Beispiel Grün für Erdbeeren, die im Juli gekauft wurden, aber Rot für Erdbeeren, die im Dezember gekauft werden. Und an der Kasse würden die Konsumentinnen und Konsumenten dann die Ökobilanz ihrer Einkäufe erfahren. Das wird kommen, davon bin ich überzeugt.
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Schon vor zehn Jahren habe ich von Fokussierung gesprochen: Eine Neuankurbelung von Berufen, die in einer bestimmten Region, wie Europa, verloren gingen. Portugal hat lange vom Export des Portweins und der Textilindustrie gelebt. Nach einer Phase des Rückgangs wird diese Industrie wieder in die Gänge kommen. Es wird ein bisschen weniger Umsatz erzielt werden, aber dieser wird fair sein. Heute stammen 60 Prozent unserer Produkte aus Europa: aus Portugal und Rumänien.
Nein. Er ist ein Künstler, der versucht, die Menschen mit sich zu reissen. Er flirtet mit der Utopie, dem Traum und der Realität. Wichtig ist nicht, was er macht, sondern wie er es macht. Mit einer Handvoll guter Unternehmer kann man ein Land verändern.
Ja, und ein bisschen neurotisch noch dazu. Aber es ist eine schöne Neurose.
Sie widmen ein Kapitel der Bedeutung der Zusammenarbeit, der Arbeit im Netzwerk, der Partnerschaft. Ist es das, was die Migros für Sie darstellt?
Eine strategische Partnerschaft, ja, absolut. Die Migros liegt unseren Werten am nächsten. Duttweiler war ein Visionär, ein Mentor, und der Unternehmer, der meiner Meinung nach die Schweiz am meisten geprägt hat. Aber die Zukunft gehört den Frauen, sagen Sie.
Das 21. Jahrhundert ist entweder weiblich oder gar nicht. Die Unternehmen, die aus Mut entstehen, die weibliche Werte haben wie Zuhören, Transparenz oder Solidarität, werden in unseren Gesellschaften immer mehr an Bedeutung gewinnen. Im Gegenzug zu den männlichen Unternehmen, die aus Angst entstehen, in denen Arroganz, Macht und Undurchsichtigkeit herrschen. Interview: Isabelle Kottelat Bilder: Mathieu Rod
Generation M steht für das nachhaltige Engagement der Migros. Dazu zählt, dass sie sich für fair produzierte Kleider einsetzt.
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Migros-Magazin | Nr. 38, 16. September 2013 |
leserbriefe | 13
mm 37: «Ich bin alles andere als ein Impffanatiker», Interview mit Gesundheitsminister Alain Berset über das neue Epidemiengesetz.
«Wir benötigen keine Gesundheits- und Impfvögte» Stimmen wir über die Aus sage von Bundesrat Berset ab, oder über das revidierte Epi demiengesetz (EpG) und die dazugehörende Botschaft? In dieser Botschaft vom 3.De zember 2010, gezeichnet von der damaligen Bundespräsi dentin Doris Leuthard, steht in Kapitel 3.3.1 auf Seite 434: «Die Sicherung der öffent lichen Gesundheit muss aus folgenden zwei Gründen beim Staat angesiedelt wer den: Bei der Verhütung und Bekämpfung von übertragba ren Krankheiten gibt es Situa tionen, in denen die ver fassungsmässig geschützten Grundrechte des Einzelnen beschränkt werden müssen. Hierbei kann die Anwendung von Zwangsgewalt erforder lich werden. Die Anwendung von Zwangsgewalt ist im Sin ne eines Gewaltmonopols in der Schweiz allein ausge wählten Organen des Staates vorbehalten.» Kein Richter wird zukünftig auf die Aus sagen von Bundesrat Berset zurückgreifen können, son dern auf das Gesetz mit der dazugehörenden Botschaft.
bilder: raffael Waldner
Peter Tschabold 3758 Latterbach
Bei der ersten Frage ver schweigt Herr Berset, dass das alte, aus dem Jahr 1970 stam mende EpG in den letzten 40 Jahren stets angepasst wurde. Es wird also bewusst uralt dargestellt. Wer sich mit dem revidierten EpG befasst hat, stösst auf schwammige Aussagen wie: «…in speziel len Lagen können gefährdete Personengruppen …». Was sind spezielle Lagen? Und wer gehört zur gefährdeten Per sonengruppe? Kann da nicht
plötzlich alles eine spezielle Lage sein und die ganze Bevöl kerung gefährdet sein? Ich weiss, warum ich gegen dieses revidierte EpG stimmen wer de. Jeder, der sich damit be fasst, wird es auch wissen und wird merken, dass Herr Berset keine praktischen Argumente für dieses Gesetz besitzt. Roger Schmutz 8489 Wildberg
Herr Berset sagt, dass es mit dem neuen Gesetz keinen Impfzwang geben werde. Im Abstimmungstext unter Arti kel 6 d heisst es aber wörtlich: «Der Bundesrat kann …Imp fungen …für obligatorisch er klären.» Dies heisst nichts anderes, als dass wir gezwun gen werden können. Bernadette Bürgler 6438 Ibach
Unsere Demokratie ist eine der besten Regierungsformen überhaupt, solange das Volk, das entscheiden kann, offen und ehrlich über die Vor und Nachteile einer Abstim mungsvorlage informiert wird. Bei der EpGAbstim mung ist nicht nur mir aufge fallen, dass der Informations fluss sehr einseitig gehalten wird. Ist es möglich, dass bewusst die verschiedensten Gegenargumente der Gegner seite ignoriert werden? Maya Länzlinger-Wittenwiler 9607 Mosnang
Haben Sie schon mal je manden mit Grippe oder an deren Viren angesteckt? Dann gehören Sie laut den Gesund heitsdiktatoren für 1 bis 5 Jah re ins Gefängnis (Art. 231 neu Strafgesetzbuch laut Vorlage Epidemiengesetz). Dabei be
Bundesrat Alain Berset ist überzeugt, dass ein neues Epidemiengesetz notwendig ist. Das sehen nicht alle so.
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haupten die Impffanatiker und Bundesrat Berset, es gebe keinen Zwang. Die Wahrheit sieht anders aus. Das Epidemiengesetz respektive dessen Protagonisten versuchen eine der grössten Irreführungen der Schweizer Geschichte. Jeder medizinische Eingriff müsste das Resultat einer individuellen freien Entscheidung sein. Wir benötigen keine Gesundheits- und Impfvögte, die uns Gefängnis androhen. Deshalb sollte das diktatorische Epidemiengesetz abgelehnt werden. Rudolf Hafner Solothurner Kantonsrat GLP 4143 Dornach
Themen wie Inhaltsstoffe kommen leider nie zur Sprache. Dabei ist das Zeug extrem giftig. Thomas Bühlmann per Mail
Ich möchte alle, die sich mit der Abstimmung zum Epidemiengesetz befassen, auf einen Zusammenhang hinweisen, der aus dem Gesetzestext nicht ersichtlich ist. Es geht um Artikel 19 im 4.Kapitel: Verhütung. Absatz 2 c: «Der Bundesrat kann Institutionen des Bildungs- und Gesundheitswesens verpflichten, Informationen über die Gefahren übertragbarer Krankheiten und Beratungen zu deren Verhütung und Bekämpfung anzubieten.» Das tönt harmlos. Dieser unscheinbare, einleuchtende Gesetzesartikel liefert aber auch die Grundlage für die neue Schulsexualerziehung, laut einem Standardbrief vom Dezember 2010 von Bundesrat Didier Burkhalter. Das neue Lehrprogramm ist stark beeinflusst von der Gendermain-
Nr. 38, 16. September 2013 | migros-magazin |
streamideologie, die unter anderem die grundlegende Zweigeschlechtlichkeit als überholt ansieht. Mir geht es überhaupt nicht um die Ablehnung anders orientierter Menschen. Aber die Wurzel unserer menschlichen Familie soll die Wurzel bleiben. Deshalb stimme ich Nein zum Epidemiengesetz. Ursi Nittnaus 8123 Ebmatingen
Auch ohne körperliche Gewalt werden der Druck und die Repressalien gegen ungeimpfte Personen markant zunehmen. Bei einem Masernausbruch im Kanton Schwyz dürfen die ungeimpften Kinder jetzt schon drei bis fünf Wochen nicht mehr in die Schule. Die WHO und die Pharmaindustrie gelangen zu mehr Macht. Das Risiko, also
Der Gesundheitsminister liess sich nicht gegen die Schweinegrippe impfen. «Ich gehörte nicht zur Risikogruppe.»
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Migros-Magazin | Nr. 38, 16. September 2013 |
die Haftpflicht, wird dem Staat übertragen (Art. 69– 64). Impfungen und die Behandlung der Nebenwirkungen sind nicht gratis und heizen die Kostenspirale an. Und gefährlich ist auch die Aufhebung der Bewilligungspflicht für die Freisetzung von gentechnisch veränderten Krankheitserregern (Art. 27). Ein Gesetz sollte dem Volk dienen und nicht der Pharmaindustrie. Adrian Forster 8840 Einsiedeln
MM 37: «Vom Bistro zum Shop», Artikel über die Liberalisierung der Öffnungszeiten von Tankstellenshops.
«Seldwyla-Wanderpokal an die Unia» Es trägt sich jede Nacht ein ganz spezielles Spektakel zu. In Shops, die eigentlich dazu da sind, dass Menschen etwas
einkaufen können, werden in der Nacht Regale abgedeckt und zugeschlossen. In ganz dreister Manier hat der Gesetzgeber beschlossen, diesen allnächtlichen Nonsens für sage und schreibe 24 Tankstellenshops in der ganzen Schweiz aufzuheben. Ein Shop, der in der Nacht sowieso geöffnet hat, dürfte plötzlich auch Produkte aus den Regalen verkaufen. Diesen Dammbruch konnte die Gewerkschaft Unia natürlich nicht zulassen, und so stimmt das ganze Schweizervolk am 22.September darüber ab, ob in 24 Shops auch während der Nacht das gesamte Sortiment verkauft werden darf. Bitte beachten Sie die Öffnungszeiten der Abstimmungsbüros, da diese während einer gewissen Zeit die Abstimmungsurnen verschliessen
werden. Der Seldwyla-Wanderpokal übrigens wird im Nachgang zur Abstimmung am 22.September an die Unia verliehen. Pascal Merz 6210 Sursee
Wenn ich auf meiner Ferienreise um 3 Uhr in der Früh zu Hause wegfahre und meine Zahnbürste vergessen habe, werde ich das frühestens am Abend im Hotel oder auf dem Campingplatz feststellen. Also wird es mir überhaupt nichts helfen, dass die Tankstellenshops in der Schweiz mir mitten in der Nacht eine Zahnbürste verkaufen könnten. Das Argument vom Helfer in der Not scheint mir da sehr übertrieben zu sein.
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leserbrieFe | 15
schreiben sie uns Wir freuen uns über briefe und e-mails zu Artikeln im migrosmagazin. Je kürzer Ihr brief, desto grösser die Chance, dass er veröffentlicht wird. Zuschriften können durch die redaktion gekürzt werden. per post an redaktion migros-magazin, Leserbriefe, Limmatstrasse 152, postfach 1766, 8031 Zürich, oder per e-mail an leserbriefe@migrosmagazin.ch Und vergessen Sie bitte nicht, Ihre Adresse und Ihre telefonnummer anzugeben.
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Invasion der Riesenmurmeln Die «Bohne, Bluescht & Berger»-Autorin sieht nicht rot, sondern orange: Wo immer sie hingeht, sie sind schon da — Kürbisse! Auf Ladewagen, in Schaufenstern, als Tischdeko, ja sogar an speziellen Ausstellungen. Doch die Inva-
Almut Berger, Journalistin, Familienfrau und Hobbygärtnerin, sucht zusammen mit Leserinnen und Lesern nach Antworten auf die grossen Gartenfragen.
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Als sie ein Kind war, war ihr Vater der Grösste für sie. Später interessierte sie sich kaum mehr für seine Arbeitswelt. Vielleicht auch, weil die Firmen mit Einblicken geizen.
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sion der orangen Riesenmurmeln ist bloss Vorbote eines weit grösseren Schreckens: Halloween! migrosmagazin.ch/garten
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Eva hat den nächsten Entwicklungsschritt gemeistert: Sie kann nun lügen, dass sich die Balken biegen. Unsere Kolumnistin fragt sich natürlich, woher das Kind das hat.
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Karin Lanz (36) Moderatorin, Schauspielerin und SRK-Botschafterin
«Am 6. September habe ich eine Patientenverfügung ausgefüllt, weil ich als bald zweifache Mutter meine Familie bei einem Notfall nicht mit schwierigen Entscheidungen allein lassen will. Ich werde diese Papiere beim Roten Kreuz hinterlegen und hoffe, dass ich sie niemals brauchen werde. Wir haben im Frühling schmerzlich erfahren, wie das Ende ohne Verfügung aussehen kann, als eine wunderbar lebenslustige Grosstante einen Schlaganfall erlitten hat. Wir waren ohne Patientenverfügung echt aufgeschmissen.»
Karin Lanz hat vor kurzem eine Patientenverfügung unterzeichnet — ihrer Familie zuliebe.
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MIGROS-MAGAZIN | NR. 38, 16. SEPTEMBER 2013 |
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«Ich habe eine Patientenverfügung!»
Bundesrätin Simonetta Sommaruga hat eine, Migros-Chef Herbert Bolliger und Eishockey-Star Mark Streit ebenfalls: eine Patientenverfügung. Sie erlaubt es, im medizinischen Notfall selbstbestimmt mit dem eigenen Leben umzugehen. Unfall kann alles verändern. Bundesrätin Simonetta Sommaruga sagt dazu: «Fragen zur Selbstbestimmung sollte man sich nicht erst stellen, wenn der Tod naht. Wir können auch eine Person bezeichnen, die für uns entscheiden soll und damit die Angehörigen in oft sehr schwierigen Situationen entlasten.» Die beste Verfügung nützt allerdings nichts, wenn bei Bedarf nicht auf sie zugegriffen werden kann. Am besten hat man deshalb die Patientenverfügung im Kreditkartenformat immer auf sich, beispielsweise im Portemonnaie, oder man hinterlegt sie (mehr Informationen siehe Seite 21). Im Notfall können die Ärzte dann die Daten elektronisch abrufen. Das Migros-Magazin hat 21 Schweizerinnen und Schweizer gefragt, weshalb sie sich für eine Patientenverfügung entschieden haben oder wie sie dazu stehen. Texte: Reto E. Wild
Massimo Rocchi (56) Schauspieler und Komiker «Ich bin für die Patientenverfügung. « S isch eso, u fertig.» fertig.
Bilder : Ornella Cacace, PD
D
ie Vorstellung, durch einen Unfall oder eine Krankheit nicht mehr selber entscheiden zu können, was mit einem passiert, löst bei vielen Menschen beängstigende Gefühle aus. Fragen tauchen auf, denen man sich nicht gerne stellt: Möchte ich im Ernstfall wiederbelebt und künstlich beatmet werden? Soll mein Durst natürlich gestillt werden oder mit einer Infusion? Die Antworten darauf kann jeder für sich in einer Patientenverfügung festlegen. Der Bundesrat hat per 1. Januar 2013 ein neues Erwachsenenschutzrecht in Kraft gesetzt, welches das Selbstbestimmungsrecht fördern will. Die Verfügung gab es zwar schon vorher.Aber neu sind die Spitäler verpflichtet abzuklären, ob ein Notfallpatient eine solche Verfügung ausgefüllt hat. Häufigster Irrglaube in der Bevölkerung: Ich bin jung, kerngesund und benötige keine solche Verfügung. Ein
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PATIENTENVERFÜGUNG
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NR. 38, 16. SEPTEMBER 2013 | MIGROS-MAGAZIN |
Bernhard Bosshart (69) Ehemaliger Kaufmann und Rentner aus Basel
«Vor 31
Susanne HugoLötscher (53) Geschichtenerzählerin aus Agarn VS
«Ich bin zum Glück gesund und munter und geniesse dies. Ich habe mich aber nach einer Zeit, als mehrere Bekannte, Verwandte und befreundete Personen verunfallt oder an Krankheit gestorben waren, für eine Patientenverfügung entschieden. Ich dachte mir im Zusammenhang mit dem eigenen Tod oder bei einer allfälligen schweren Erkrankung, dass es gut wäre, dieses Thema in der eigenen Familie anzusprechen und selber zu entscheiden, solange ich kann, damit nicht plötzlich Familienmitglieder schwerwiegende Entscheide für mich fällen müssen. Beim Roten Kreuz Oberwallis wurde ich gut beraten, und die gemeinsam erarbeitete Patientenverfügung haben wir zu Hause in der Familie besprochen, was sehr bereichernd war, weil alle über ihre Vorstellungen von Tod und Sterben gesprochen haben.»
Regula Rytz (51) Co-Präsidentin Grüne Schweiz
«Ich liebe das Leben, und
ich akzeptiere die Endlichkeit. Meine Angehörigen sollen wissen, dass ich mein Leben nicht um jeden Preis verlängern will.»
Jahren fiel meine Freundin nach einem Schlaganfall von einer Stunde auf die andere in die Urteilsunfähigkeit. Sie konnte nichts mehr selbst entscheiden und war elf Jahre im Spital. Nur ein Testament war vorhanden, aber keine Patientenverfügung, keine Erklärung über Bestattungsart, Organspende Ja oder Nein oder Obduktion. Aufgrund dieses Ereignisses mit nachfolgender Betreuung über ein Jahrzehnt lernte ich sehr vieles, durfte mit dem Beistand der Ärzte und der Oberschwes-
ter rechnen und konnte dank deren Hilfe als ‹Beistand> eingesetzt werden und all die notwendigen Entscheidungen fällen. Was ich damals über die Jahre lernte, habe ich in einer ‹Verfügung für den Todesfall> auf 32 Seiten festgehalten, inklusive dreier Versionen Patientenverfügungen. Denn ich möchte nicht in die Situation kommen, dass mein Wille nicht schriftlich erkennbar und eben auch nicht durchsetzbar wäre. Dies ist vor allem für all jene Leute wichtig, die nicht miteinander verwandt sind. Und ebenso muss schriftlich ersichtlich sein, wer über mich entscheiden darf oder soll.»
Marianne Lustenberger (50) Spitex-Mitarbeiterin und Hausfrau aus Hergiswil NW
«Vor neun
Jahren musste ich mich von meinem gesunden Bruder verabschieden. Er erlitt mit 44 Jahren eine ausgedehnte Hirnblutung und blieb danach für neun Jahre in einem Pflegeheim im Wachkoma. Er durfte dann am Heiligabend 2012 endlich sterben. Der Sterbeprozess und das Abschiednehmen dauerte eben diese neun langen Jahre. Mein Bruder hatte ein Testament ein Jahr vor seiner Krankheit verfasst, damit seine Lebenspartnerin finanziell abgesichert war. Dieses Schreiben wurde dann sehr wichtig. Leider hatte er keine Patientenverfügung aufgesetzt und musste somit den langen Leidensweg durchstehen.»
Eva-Maria MilliusImboden (52) Coach und Supervisorin aus Brig-Glis VS
«Ich habe
Seraina Rohrer (35) Direktorin der Solothurner Filmtage
«Im hektischen Alltag vergesse ich manchmal, dass mir plötzlich etwas zustossen könnte. Die Patientenverfügung schützt meine Familie und nimmt ihnen schwere Entscheidungen ab. Es ist mir wichtig, diese Verantwortung selbst zu tragen.»
eine Patientenverfügung, weil für mich einerseits die Auseinandersetzung mit Krankheit und Tod und was mir dann wichtig sein könnte, wertvoll ist. Denn ich möchte auch in gesundheitlich schwierigen Situationen achtsam und lebendig meinen Weg gehen, auch jenen des Loslassens. Andererseits hoffe ich, dass die Patientenverfügung meine Vertrauenspersonen unterstützt und entlastet.»
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MENSCHEN
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So kommen Sie zu einer Patientenverfügung Schweizweit gibt es rund 40 Institutionen und Organisationen wie die Caritas, die Pro Senectute, Patientenorganisationen oder die Ärztevereinigung FMH, wo man eine Patientenverfügung beziehen kann. Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) stellt unter www.patientenverfuegung-srk.ch das 24-seitige Dokument zur Verfügung. Dieses kann beim SRK deponiert werden, wo es vertraulich aufbewahrt wird und im Notfall die Ärzte rund um die Uhr auf die elektronischen Daten zugreifen können. Zudem kann auf der Krankenversicherungskarte vermerkt werden, ob eine Patientenverfügung existiert. Bei Fragen hilft zum Beispiel der Hausarzt weiter oder die kostenlose telefonische Auskunft des SRK unter der Nummer 0800 99 88 44 (jeweils Montag bis Freitag von 8 bis 12 Uhr). Eine Mehrfachberatung, die Hinterlegung und der Informationsaustausch im Notfall kosten beim SRK 212 Franken.
Mark Streit (35) Schweizer Eishockeyspieler Philadelphia Flyers und SRK-Botschafter
«Die Patientenverfügung ist nicht einfach
Grégoire Vuilleumier (35) «Greis», Rapper, SRK-Botschafter
Bilder : Keystone, EQ images, Janosch Abel, PD
Ich werde eine Patientenverfügung ausfüllen, weil ich bestimmen möchte, was mit «Ich mir nach einem Unfall oder bei Alzheimer geschieht. Damit nehme ich meinen Hinterbliebenen eine enorme Last weg. Das musste ich in der eigenen Familie bei einer Grossmutter und einer Tante schmerzlich erfahren: Aufgrund widersprüchlicher Annahmen haben wir nicht gewusst, ob die betagten Frauen wollten, dass man sie künstlich am Leben hält oder nicht, was letztlich zu einem grossen Streit führte.»
Evi Allemann (35) SP-Nationalrätin Bern
«Eine Patientenverfügung entlastet meine Angehörigen in einer sowieso schon schwierigen Situation und schafft Klarheit. Besser regelt man solch heikle Fragen bei vollem Bewusstsein, statt seine Nächsten im Ungewissen zu lassen.»
etwas für uralte Leute, die sich kurz vor dem Tod wähnen und letzte Vorkehrungen treffen wollen. Gerade junge, aktive Leute, die voll im Leben stehen und — so wie ich — gefährliche Sportarten ausüben, sollten vorsorgen, dass im Fall einer Urteilsunfähigkeit nicht die Angehörigen derart wichtige Entscheidungen über die gewünschte medizinische Behandlung treffen müssen. Kommt dazu, dass Angehörige gar nicht wissen können, was erwünscht oder nicht erwünscht ist, weil man ja nicht dauernd zusammen über dieses Thema spricht, sondern es lieber verdrängt.»
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PATIENTENVERFÜGUNG
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NR. 38, 16. SEPTEMBER 2013 | MIGROS-MAGAZIN |
Peter Reber (64)
Herbert Bolliger (59)
Sänger und Musiker
Präsident der Generaldirektion des Migros-Genossenschafts-Bundes
«Obwohl es viele Jahre
zurückliegt, vergesse ich die Situation nicht mehr: Mein Vater liegt im Spital, ein lebensverlängernder Eingriff steht zur Diskussion. Uns Kindern gegenüber hatte er zuvor gewisse Vorstellungen geäussert, nicht schriftlich, aber mündlich. Nun hatten wir das Glück, dass unser Vater im Spital ansprechbar war. Im Gespräch konnte er die richtige Entscheidung finden. Wie hätten wir entschieden, wenn Vater nicht selbst hätte entscheiden können? Viele Menschen möchten selbstbestimmt leben — auch in den vielleicht letzten Tagen.»
«Wenn immer möglich versuche ich, mein Schicksal selbst zu bestimmen und für mein Leben Verantwortung zu übernehmen. Das möchte ich bis zuletzt. Deshalb habe ich eine Patientenverfügung unterschrieben. Diese Willensbekundung ist auch eine Entlastung für die Angehörigen, Ärzte und das Pflegepersonal.»
Caroline Chevin (39) Soulsängerin
«Nach einem Todesfall in der Familie wurde mir bewusst, dass man Schicksalsschlägen ins Auge schauen muss, sprich sich mit den möglichen Folgen auseinandersetzen soll, egal in welchem Alter. Mit einer Patientenverfügung wird vieles geklärt. Sie erleichtert somit auch den Angehörigen die ohnehin schon schwierige Situation.»
Annemarie Huber-Hotz (65) Alexander Tschäppät (61) SP-Stadtpräsident Bern
«Die Erfahrung,über lebensverlängernde Massnahmen entscheiden zu müssen, war für mich traumatisch. Seither ist für mich eine Patientenverfügung zwingend, denn sie unterstützt die Angehörigen bei einem sehr schwierigen Entscheid.»
Präsidentin Schweizerisches Rotes Kreuz und ehemalige Bundeskanzlerin (FDP)
«Kürzlich ist eine mir
nahestehende Person aus dem Leben geschieden. Ich war beeindruckt von der weisen Voraussicht, mit der sie alles über Sterben und Tod geregelt und damit ihre Nächsten entlastet hat. Ich habe beschlossen, es ihr gleichzutun. Die Patientenverfü-
gung ist ein wichtiges Element, für den Ernstfall vorzusorgen und festzulegen, welche medizinische Behandlung bei Verlust meiner Urteilsfähigkeit angewendet werden soll. Ich möchte meine Angehörigen davor bewahren, eine schwierige Entscheidung für mich treffen zu müssen.»
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MIGROS-MAGAZIN | NR. 38, 16. SEPTEMBER 2013 |
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Barbara SchmidFederer (47) CVP-Nationalrätin Zürich und Präsidentin Schweizerisches Rotes Kreuz Kanton Zürich
«Das Rote Kreuz unterstützt seit
jeher Personen bei der Verfassung der Patientenverfügung und berät diese professionell. Die Patientenverfügung ist nicht nur eine Entlastung für die behandelnden Ärzte, sondern erleichtert auch Entscheidungen über Leben und Tod. Man trifft die Entscheidung, solange man noch über einen eigenen Willen verfügt.»
Chris von Rohr (61) Musiker und Autor
«Ehrlich gesagt, habe ich mir diese Frage bis anhin noch gar nicht gestellt. Ich werde nun aber in den nächsten Monaten einen Notar treffen, um nebst Erbschaftsfragen auch dieses Thema zu regeln».
Bilder: Keystone (2), Nik Hunger, Sandro Huber, Adrian Bretscher/ Hangar Ent. Group/Sonymusic, Bert Bulder, Paolo Dutto, PD
Patricia Zgraggen (34) Kaufmännische Angestellte aus Schattdorf UR
Patrick Rohr (45) Kommunikationsberater und ehemaliger Fernsehmoderator
«Ich habe in meinem
Umfeld schon erlebt, wie schwierig es für die Angehörigen ist, den Entscheid über Leben oder Tod eines geliebten Menschen zu fällen. Um meine Nächsten nicht in diese schwierige Situation zu bringen, möchte ich selber eine Patientenverfügung verfassen. Dass ich es noch
nicht getan habe, hat einzig damit zu tun, dass ich mich nicht so gerne mit meinem eigenen Tod befasse. Spätestens seit mich im Mai dieses Jahres ein Unfall für mehrere Monate ausser Gefecht gesetzt hat, weiss ich, dass es einen immer und überall treffen kann. Deshalb gibt es jetzt keine Ausrede mehr.»
«Ich habe eine Patientenverfügung, weil … … ich diese Entscheidung nicht meinen Eltern überlassen will. … ich sehe, was es heisst, plötzlich krank zu sein und anderen so zur Last zu fallen. … durch diese Entscheidung möglicherweise andere Leben gerettet werden können, da ich auch Organspenderin bin. … ich immer wieder mit Bedauern Todesanzeigen von jungen Menschen zur Kenntnis nehme.»
Bundesrätin Simonetta Sommaruga (53) Vorsteherin des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements (SP)
«Ich habe eine Patientenverfügung, weil sie eine Chance
ist zu bestimmen, welche medizinischen Massnahmen wir wollen und welche nicht, wenn wir selber nicht mehr dazu in der Lage sind. Wir können auch eine Person bezeichnen, die für uns entscheiden soll, und damit die Angehörigen in oft sehr schwierigen Situationen entlasten.»
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PORTRÄT
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NR. 38, 16. SEPTEMBER 2013 | MIGROS-MAGAZIN |
Liebes-Krimi
Der Erfinder des modernen Dampfkochtopfs debütiert mit über 90 Jahren als Krimiautor. Ohne Jacques Kuhns energische Frau wäre es nie so weit gekommen.
E
igentlich könnte sich Jacques Kuhn längst in seinem Sessel zurücklehnen und einfach nichts mehr tun. Der 94-Jährige hat in seinem langen Leben weiss Gott genug geleistet: Er gilt als Vater des modernen Dampfkochtopfs, und auch der Dalai Lama sass schon in seinem Garten. Während 35 Jahren hat der Maschineningenieur die Pfannenfabrik Kuhn Rikon AG geleitet und 1968 gemeinsam mit seinem Bruder das Tibet-Institut Rikon gegründet. Ein erfülltes Leben, auf das der rüstige Rentner stolz zurückblicken könnte. Doch das Schwelgen in der Vergangenheit entspricht Jacques Kuhn nicht. Lieber packt er etwas Neues an. Darum gibt er jetzt gemeinsam mit seiner Frau Roswitha (69) sein Debüt als Krimiautor. Der Titel des Werkes: «Nachsuche. Ein Tösstal-Krimi.» Die Geschichte beginnt, wie es sich für einen Kriminalroman gehört: Ein Hund und ein Jäger entdecken im idyllischen Tösstal eine nackte Leiche. Und schon bald hat Noldi, der Dorfpolizist, einen Fall am Hals, der eigentlich eine Nummer zu gross für ihn ist – mit zahlreichen Verdächtigen und überraschenden Wendungen, die die Leser über mehr als 400 Seiten treiben. «Als Ingenieur habe ich eigentlich keine Ahnung vom Schreiben. Ohne Roswitha wäre das Buch nie entstanden», meint Jacques Kuhn und drückt seine Frau liebevoll an sich. Roswitha Kuhn hat Germanistik studiert, amtete während 16 Jahren als Bibliothekarin des TibetInstituts und war früher schon literarisch tätig. www.migrosmagazin.ch
LESEN SIE ONLINE Exklusiv für unsere Leser! Lesen Sie einen spannenden Ausschnitt aus «Nachsuche. Ein Tösstal-Krimi».
Die Initialzündung geht auf Jacques Kuhn zurück, der die Idee für das erste Kapitel hatte. Seine Frau wollte eigentlich nie einen Krimi schreiben: «Zu viel Knochenarbeit. Da muss alles stimmen. Es muss verstrickt, verworren und letztlich doch alles logisch sein.» Weiterentwickelt haben die beiden die Geschichte auf ihren Spaziergängen von ihrem Haus in Rikon ZH zum 100 Meter höher gelegenen Tibet-Institut. Jacques Kuhns Stärken sind sein fundiertes Wissen über das Tösstal, seine Menschenkenntnis als ehemalige Führungskraft und seine Erfahrung als Jäger. Er besass einst einen Schweisshund, den er für die Suche nach verletztem Wild einsetzte, genauso wie der Jäger im Krimi. Roswitha Kuhn war zuständig für Sprache und Dramaturgie und setzte sich nach den Spaziergängen jeweils an den Computer – und anschliessend korrigierte ihr Mann.
Sie treiben sich gegenseitig an und inspirieren sich Er: «Ich musste sie immer bremsen. Sie ist ja so rabiat». Sie: «Ich habe halt gerne Action.» Er: «Du übertreibst!» Sie: «Es gab immer riesige Diskussionen — auch wegen der Grammatik, bei der ich als gebürtige Österreicherin oft eine andere Meinung habe.» Er: «Ich musste mich ständig wehren.» Sie: «Unser deutscher Verleger hat letztlich versucht, viele Helvetismen rauszustreichen.» Er: «Beim ersten Verlag sind wir abgeblitzt, mit der Begründung, die Geschichte sei zu brav. Beim zweiten hatten wir nach 14 Tagen einen Vertrag.» Hört man dem Ehepaar beim verbalen Schlagabtausch zu, kann man eins zu eins erleben, wie sich die beiden gegenseitig antreiben und inspirieren. Sie fallen sich ständig ins Wort, fahren einander zuweilen an, kichern immer mal wieder und herzen sich alsbald zur Versöhnung. Zwei, die sich nichts schenken und sich trotzdem extrem gern haben. Roswitha Kuhn wirkt mit ihren raspelkurzen Haaren, den frechen Pluderhosen
Roswitha und Jacques Kuhn haben vor sieben Jahren geheiratet.
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Nr. 38, 16. September 2013 | migros-magazin |
Das buddhistische Kloster Rikon spielt sowohl im Leben der Kuhns als auch in ihrem Roman eine wichtige Rolle.
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und ihrer schlanken Figur trotz ihrer 69 Jahre wie ein junges Mädchen. Jacques Kuhn ist der Besonnene, dem die Autorität des einstigen Patrons noch ins Gesicht geschrieben steht – auch wenn er seine Frau immer wieder verliebt anblickt, als ob er sie gerade vor den Altar geführt hätte. Wobei: So lange ist das tatsächlich noch nicht her. Die beiden haben erst vor sieben Jahren geheiratet. Und für Jacques Kuhn ist die Ehe mit Roswitha die erste: «Ich hatte einfach nie Zeit für eine richtige Beziehung. Die Verantwortung für die Firma. Die Verpflichtungen als Gemeinderat. Und dann das Engagement für die Tibeter.» Heute scheint er die Zweisamkeit umso mehr zu geniessen. Roswitha Kuhn war schon einmal verheiratet, meint aber, sie habe halt lange gebraucht, um den Richtigen zu finden: «Es war von Anfang an so, wie wenn ich ihn schon ewig gekannt hätte.» Ein Satz, der aus dem Mund einer Buddhistin, die an Wiedergeburt glaubt, eine besondere Bedeutung hat. Ihr Mann ist
beim christlichen Glauben geblieben und freundet sich erst jetzt mit dem Gedanken an eine Wiedergeburt an. So oder so: Ihr gemeinsames Interesse an Tibet hat die beiden zusammengeführt. Und so erstaunt es nicht, dass in ihrem Buch das Kloster in Rikon vorkommt und eine rätselhafte Buddhastatue mit Brüsten eine wichtige Rolle spielt. Der zweite Fall von Polizist Noldi ist bereits in Arbeit. Als Kulisse dient jedoch nicht die nähere Wohnumgebung der Kuhns, sondern der zu Turbenthal gehörende Weiler Seelmatten am Bichelsee: «Schon wieder ein Mord im beschaulichen Tösstal wäre einfach zu viel», sagt Jacques Kuhn. Seine Frau ergänzt: «Jetzt müssen wir uns für die Recherche halt hin und wieder ins Auto setzen und ins Nachbartal fahren. Alles muss stimmen – aber gerade das macht Spass.» Text: Andrea Freiermuth Bild: Sonja Ruckstuhl
Premierenlesung: Montag, 16. September, 20 Uhr im Theater Stok, Hirschengraben 42, Zürich
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Migros-Magazin | Nr. 38, 16. September 2013 |
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frau der woche
Schirmherrin Selbst bei anfänglichen Bedenken: Kinder sind anpassungsfähig, in der Regel bewältigen sie einen Umzug gut.
zügeln Mit Kindern
«Kinder haben Angst, ihre Freunde zu verlieren»
erklären, wie sich die alten Freundschaften pflegen lassen. Und zieht man nicht allzu weit weg, lassen sich gewisse Dinge auch beibehalten, wie etwa die Pfadigruppe oder der Fussballverein.
Weltweit sind laut der WHO 150 millionen Frauen von Genitalverstümmelung betroffen. Waris Dirie (48), ehemaliges model und Uno-Sonderbotschafterin, setzt sich schon seit Längerem gegen die beschneidung von Frauen ein. In der vergangenen Woche wurde in berlin eine Klinik für betroffene Frauen eröffnet. Dirie, die selber als Fünfjährige beschnitten wurde, übernimmt die Schirmherrschaft und beteiligt sich mit ihrer Stiftung «Desert Flower Foundation» an der Finanzierung.
Wie verhält man sich, wenn der Sohn oder die Tochter partout nicht will?
Mann der woche
Der Zügeltermin naht, der Nachwuchs schmollt. Kinder- und Jugendpsychologe Ralph Wettach erklärt, wie man einen Ortswechsel mit Kindern gut über die Bühne bringt. Ralph Wettach, kann ein Umzug Kindern schaden?
Es kann, muss aber nicht. Im Gegenteil: Zügeln kann auch eine Chance sein.
Sollte man Kinder in die Entscheidung «Zügeln – Ja oder Nein» einbeziehen?
Eltern sollten bei ihren Abwägungen, ob ein Umzug sinnvoll ist, das Bedürfnis ihrer Kinder nach Stabilität und ErVon welchen Faktoren ist halt des Freundeskreidas Gelingen abhängig? Entscheidend ist der Ralph Wettach ses berücksichtigen. Ein altersgerechte Einbezug (44) ist Fach Vetorecht kann man den des Kindes und der Um- bereichsleiter Kindern natürlich nicht gang mit dessen Sorgen. beim Schulpsycho einräumen. Man sollte sie aber frühzeitig inKleine Kinder haben logischen Dienst formieren, ihnen die weniger Bezugspersonen der Stadt Zürich ausserhalb der Familie. und hat selber zwei Gründe erklären oder allenfalls das Für und Für grössere bedeutet ein Kinder. Umzug aber oft auch den Wider des Zügelns in ihVerlust des sozialen Umfelds. rem Beisein diskutieren. So können sie den Entscheid nachvollziehen In welchen Fällen kann der Ortswechsel und im Idealfall auch mittragen.
bilder: bab.ch/Westend61, Keystone, zVg (2)
eine Chance darstellen?
Wenn ein Kind in der alten Klasse schlecht integriert ist oder es mit der Lehrperson nicht klarkommt, ermöglicht ein Umzug einen Neustart — allerdings kann man solche Probleme auch anders lösen. Schwierigkeiten in der Schule sollten kein Grund zum Zügeln sein.
Was fürchten Kinder am meisten?
Und welche Kinder nehmen beim Zügeln am ehesten Schaden?
Wie macht man Kindern das Umziehen schmackhaft?
Das lässt sich so nicht beantworten. Es ist immer abhängig von der Situation. Generell kann man sagen, dass ein Ortswechsel für schüchterne Kinder schwieriger ist als für solche, die kontaktfreudig sind.
Kinder haben Angst, ihre Freunde zu verlieren und am neuen Ort keinen Anschluss zu finden. Sie sind aber auch anpassungsfähig und bewältigen den Ortswechsel in der Regel gut — selbst bei anfänglichen Bedenken.
Indem man ihnen die Vorteile aufzeigt, etwa das grössere Zimmer, die nahe Badi oder Ähnliches. Wenn möglich besichtigt man die neue Umgebung vorgängig mit den Kindern. Auch kann man ihnen
Da ist gutes Zuhören gefragt. Es gilt herauszufinden, was genau dem Kind Angst macht — und wie man ihm bei der Bewältigung dieser Angst helfen kann.
Weltverbesserer
Welche Unterstützung dürfen Eltern von den Lehrkräften erwarten?
Denkbar ist ein vorgängiger Schulbesuch am neuen Ort. Viele Lehrpersonen greifen auf Rituale zurück, um Neuzugängen die Integration zu erleichtern. Und falls die Eltern das Einverständnis geben, darf sich die Lehrkraft am neuen mit jener am alten Wohnort absprechen — das empfiehlt sich vor allem bei Lernschwierigkeiten oder bei einem Kantonswechsel, wenn plötzlich ein anderer Lehrplan gilt. Wie kann man dem Kind helfen, wenn es den Anschluss nicht findet?
Eltern können ihre Kinder aktiv dabei unterstützen, neue Freundschaften zu knüpfen — auch indirekt, indem sie sich beispielsweise bemühen, die Eltern von Mitschülern kennenzulernen. Interview: Andrea Freiermuth
Schweizer Gemeinden profitieren von rohstoffkonzernen, die ihre Gewinne in der Schweiz versteuern. Bastian Nussbaumer (69) aus Hausen am Albis ZH fand, dass man dieses Geld nicht mit gutem Gewissen annehmen könne. er gründete eine bürgerinitiative, die inzwischen in fünf Gemeinden im Säuliamt aktiv ist. Am kommenden Wochenende wird in Hedingen ZH darüber abgestimmt, ob ein teil der GlencoreGelder an Hilfswerke gespendet werden soll.
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interview
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Nr. 38, 16. September 2013 | migros-magazin |
Maude Barlow kämpft seit den 80er-Jahren für das Recht auf sauberes Wasser.
Preisträgerin Maude Barlow in der Schweiz Die kanadische Wasseraktivistin maude barlow (66) ist auf einladung des right Livelihood Award, besser bekannt als Alternativer Nobelpreis, in der Schweiz. Sie selbst ist 2005 mit dem preis ausgezeichnet worden, der 1980 von Jakob von Uexküll ins Leben gerufen wurde, um «jene zu ehren und unterstützen, die praktische und beispielhafte Antworten zu den dringendsten Herausforderungen unserer Zeit finden und erfolgreich umsetzen». Die right-Livelihood-Award-Stiftung zählt 149 preisträger aus 62 Ländern und verkündet am 26. September die Gewinner für 2013. Maude Barlow tritt gleich zweimal in der Schweiz auf: ■ 18. 9.: 18.15–20 Uhr, Uni bern «recht auf Wasser – ein eckpfeiler für nachhaltige entwicklung» ■ 19. 9.: 18–19.15 Uhr, Uni Luzern «Die Zukunft ist blau» Veranstaltung Alternativer Nobelpreis mit Gründer Jakob von Uexküll und Wirtschaftsprofessor Ernst Fehr: ■ 26. 9.: 18.15–19.30 Uhr, Uni Zürich «braucht es gute menschen für eine Gesellschaft?» www.rightlivelihood.org
Maude Barlow, was kann jeder Einzelne tun, um etwas gegen die Wasserknappheit zu unternehmen? Kürzer duschen? Den Wasserhahn nur kurz aufdrehen?
All das hilft. Als Individuen können wir allerdings nur einen sehr kleinen Beitrag leisten. Die eigentlichen Wasserverschwender sind die globalen Landwirtschaftskonzerne. Das beste Gegenmittel ist die lokale Produktion von Lebensmitteln und die Unterstützung von regionalen Bauern. Auch unsere Energieproduktion benötigt sehr viel Wasser, wir sollten deshalb stärker auf Energieeffizienz und alternative Energien setzen. Und die Menschen soll-
ten sich politisch engagieren und Fragen stellen. In der Schweiz zum Beispiel, ob Konzerne wie Nestlé nicht zu viel Einfluss auf die Wasserpolitik des Landes haben. Können wir überhaupt etwas verbessern, ohne gewisse Bequemlichkeiten aufzugeben?
Ich verlange von niemandem, wieder in einer Höhle zu wohnen. Wir selbst leben in einem schönen Haus,haben ein Auto, fliegen regelmässig. Aber wir sollten neue Wege gehen, Energie zu produzieren und Nahrungsmittel anzubauen, das würde sehr vieles verbessern. Vielleicht bekämen wir dann keine Erdbeeren mehr
im Winter, sondern nur noch im Sommer. Und einige sehr reiche Menschen müssten sich wohl von gewissen Exzessen verabschieden.
«Ich verlange von niemandem, wieder in einer Höhle zu wohnen.» In Ihrem neuen Buch zeichnen Sie ein ziemlich düsteres Bild der Lage. So schätzen Sie etwa, dass im Jahr 2030 fast die Hälfte der Weltbevölkerung in Regionen mit Wassermangel leben wird.
2010 entstand auf unseren Druck hin eine Uno-Dekla-
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Migros-Magazin | Nr. 38, 16. September 2013 |
Ähnlich klein begann auch die Forderung nach dem Recht auf Wasser für alle — am Ende haben wir uns durchgesetzt. Dasselbe können Sie auch bei der Frauen- oder der Schwulenbewegung beobachten: Am Anfang klingen solche gesellschaftlichen Forderungen immer utopisch. Aber gute Ideen setzen sich durch.
«Das Wasser wird versiegen, Land für Land»
Längst nicht alle Länder haben dieses Problem des versiegenden Wassers.
bild: Wolfgang Schmidt
Der Welt wird das lebenswichtige Wasser ausgehen, wenn wir so weitermachen wie bisher, sagt Wasseraktivistin Maude Barlow. In ihrem neuen Buch präsentiert sie Lösungsvorschläge. Diese Woche besucht die Kanadierin die Schweiz.
ration für das Recht auf freien Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Anlagen. Das war ein grosser Schritt vorwärts, aber er allein ändert nichts am weltweit falschen Umgang mit Wasser. Mit der Inbetriebnahme des ersten Wasserhahns hat sich der moderne Mensch an die Vorstellung gewöhnt, dass das Wasser eine unerschöpfliche Ressource ist, die wir zum Vergnügen und mit wirtschaftlichem Gewinn bequem jederzeit nutzen können. Aber es ist nicht unerschöpflich, und es ist — anders als Öl — lebensnotwendig. Wir haben uns das Wasser wie die Natur untertan gemacht, um eine
bestimmte Form von Leben zu ermöglichen, und solange wir an der Idee des unbegrenzten Wachstums festhalten und immer mehr Dinge haben wollen, können wir unsere Wasserprobleme nicht lösen. Was schlagen Sie vor?
Die Entwicklung einer neuen Wasser-Ethik, die Priorität vor allem anderen hat. Bei jedem politischen oder wirtschaftlichen Strategieentscheid würde die Frage gestellt, wie sich das auf das Wasser auswirkt. Und wenn der Effekt negativ ist, muss der Entscheid angepasst oder rückgängig gemacht werden. Ein Beispiel: Viele Umwelt-
schützer sehen Biotreibstoffe als Lösung gegen Luftverschmutzung und Klimawandel. Würde man aber einkalkulieren, was die Produktion dieser Biotreibstoffe an Wasser verschlingt, wäre sofort klar, dass sie letztlich sogar schädlicher für die Welt sind als fossile Brennstoffe. Dieser Vorschlag klingt aber reichlich utopisch. Wie wollen Sie das durchsetzen?
Das ist tatsächlich eine enorme Aufgabe. Aber auch deshalb habe ich das neue Buch geschrieben. Damit bringe ich diese Idee unter die Leute, und sie kann diskutiert und weiterentwickelt werden.
Es betrifft mehr, als man gemeinhin denkt. Nicht zuletzt die USA. Nehmen Sie das Ogallala-Grundwassersystem im Mittleren Westen des Landes. Einst war es das grösste der Welt, aber seit Jahrzehnten wird es von 200 000 landwirtschaftlichen Bewässerungspumpen angezapft. Vor zwei Jahren hat das Landwirtschaftsministerium Alarm geschlagen und erklärt, das Grundwasserreservoir werde versiegen, wenn es so weitergehe, und zwar zu unseren Lebzeiten. Wie kann es noch eine Präsidentschaftswahl geben, bei der das nicht debattiert wird? In Europa gibts solche Diskussionen bereits. Ah ja?
Die Sparmassnahmen wegen der Eurokrise haben Debatten über die Privatisierung der Wasserversorgung ausgelöst. Der Widerstand von Bürgerinitiativen war jedoch so gross, dass die EU-Kommission diesen Vorschlag wieder zurückgezogen hat. Das ist ein grosser Erfolg. Wenn wir nicht global neue Prinzipien im Umgang mit Wasser anwenden, dann wird es versiegen, Land für Land. Aber doch wohl kaum in der Schweiz.
Die Schweiz ist ein bisschen wie Kanada: Beide Länder haben sehr viel Wasser. Aber in der Schweiz schmelzen die Gletscher, ein sehr wichtiges Wasserreservoir. Kein Teil der Welt wird von der Wasserkrise verschont werden, und wenn sich nur der Druck er-
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INTERVIEW
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NR. 38, 16. SEPTEMBER 2013 | MIGROS-MAGAZIN |
Jährlicher Pro-Kopf-Wasserverbrauch in ausgewählten Ländern im Jahr 2010 (in Kubikmetern) Chile
2200
USA
1630
Estland
1380
Neuseeland
1190
Kanada
1130
Italien
910
Griechenland
850
Mexiko
750
Spanien
710
Japan
650
Norwegen
640
Niederlande
640
Australien
640
Südkorea
610
Belgien
590
Türkei
560
Ungarn
540
Frankreich
530
Russland
490
Slowenien
470
China
440
Deutschland
390
Schweiz
360
Polen
300
Israel
220
Tschechische Republik
190
Grossbritannien
150
Slowakei
140
Dänemark
120
Luxemburg
90
Schweizerinnen und Schweizer verbrauchen im internationalen Vergleich relativ wenig Wasser pro Kopf und Jahr. Quelle: OECD
Vermutlich weniger Regen in Schweizer Sommern Der Wasserexperte und Geschäftsführer von solidarit’eau, Thomas Streiff, erwartet aufgrund aktueller Studien bis 2060 für die Schweiz einen Rückgang der Niederschlagsmenge in den Sommermonaten. Die Westschweiz wäre mit im Durchschnitt minus 20 Prozent stärker betroffen als die östlichen Landesteile mit minus 5 bis 10 Prozent. «Die Trockenperioden dürften im Sommer länger werden, in den übrigen Jahreszeiten ist aber kaum mit Änderungen zu rechnen.» Allerdings seien solche Prognosen wegen Unsicherheiten bei der globalen Klimaveränderung mit Vorsicht zu geniessen. Klar hingegen sei, dass mit der zunehmenden Vielfalt an Produkten aus Industrie und Gewerbe ständig mehr und komplexere Stoffe in den Wasserkreislauf gelangten. «Das macht die Trinkwasseraufbereitung und Abwasserreinigung aufwändiger und teurer», sagt Streiff. Entsprechend steige auch der Energieaufwand dafür. «Ziel muss sein,
Thomas Streiff ist Programmleiter von www.solidariteau suisse.ch möglichst zu verhindern, dass all diese Stoffe überhaupt in den Wasserkreislauf gelangen, etwa durch klare Instruktionen im Beipackzettel oder stringente Zulassungsbedingungen.» Positiv bewertet Streiff, dass der Wasserverbrauch in den letzten Jahrzehnten stark gesunken ist. 1981 verbrauchte die Schweizer Bevölkerung noch über 500 Liter Trinkwasser pro Einwohner und Tag. Seither sank der Wasserverbrauch auf 325 Liter. «Neue Produktionsverfahren in der Industrie, Wasser sparende Haushaltsgeräte und die Reduktion der Wasserverluste aus dem Verteilnetz haben zu diesem Rückgang beigetragen.»
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Migros-Magazin | Nr. 38, 16. September 2013 |
höht, Wasserflüchtlinge aufzunehmen oder Wasser in ausgetrocknete Teile der Welt abzugeben. In den USA wird debattiert, ob man nicht Wasser aus Kanada in die trockenen Gebiete Kaliforniens und Arizonas transportieren sollte. Der Mittelmeerraum in Europa kämpft mit ähnlich massiver Trockenheit. Sie schreiben, dass jährlich 3,6 Millionen Menschen sterben, weil sie keinen Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Anlagen haben. Aber auch, dass es nicht mehr kosten würde als die globalen Militärausgaben von fünf Tagen, um Minimumstandards einzurichten. Das müsste doch lösbar sein.
Fast alle reichen Länder haben wegen der Wirtschaftskrise ihre Hilfsgelder für die Entwicklungsländer reduziert.
Einige, auch Kanada, haben die Hilfsgelder mit den Interessen ihrer Unternehmen vor Ort gekoppelt: Länder, die unserer Rohstoffindustrie keine Steine in den Weg legen, bekommen Hilfsgelder, die anderen nicht. Und das Geld wird dann eingesetzt, um junge Menschen dazu auszubilden, in Minen zu arbeiten. Wir treffen zu oft die falschen Entscheidungen, wenn es um Geld und Wasser geht. Daran sind auch die Regierungen der Entwicklungsländer schuld, welche die Priorität nach dem Vorbild neoliberaler westlicher Länder beim Wirtschaftswachstum setzen und Wasser deshalb kostenpflichtig machen. Aber eigentlich wären sie doch an die UN-Resolution mit dem Recht auf freies Wasser gebunden.
Tja, aber wer setzt das durch? So wichtig eine solche UnoDeklaration auch ist, letztlich gibt es keine Sanktionsmöglichkeiten.
«Wasser sollte von einem öffentlichen Gemeinwesen kontrolliert werden.» Auch in reichen Ländern gibt es Menschen, die keinen Zugang zu sauberem Wasser haben, als Folge von Armut.
In der Innenstadt von Detroit, das sich kürzlich für bankrott erklärt hat, wurden rund 40 000 Menschen abgekoppelt, weil sie sich die Wasserversorgung nicht leisten konnten. Das ist eine Folge der
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wachsenden Ungleichheit in der nördlichen Welt. Und es illustriert, dass das Wasserproblem nicht einfach etwas ist, das weit weg von uns in armen Ländern stattfindet. Die Privatisierung von Wasser ist Ihnen ja generell ein Dorn im Auge. Welche Firmen finden Sie besonders problematisch?
Coca-Cola und Pepsi, aber auch Nestlé. Diese Unternehmen verkaufen Wasser in Plastikflaschen in Ländern, wo viele Menschen sonst kaum Zugang zu sauberem Wasser haben. Für sie ist es ein gutes Geschäft, wenn das lokale Wasser verschmutzt ist. Vollends absurd ist der Kauf von Wasserflaschen in Ländern, wo jederzeit sauberes Trinkwasser aus allen Hähnen fliesst. Schwer nachvollziehbar ist für mich auch,
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Nr. 38, 16. September 2013 | migros-magazin |
Die Gebiete der Welt, in denen Wasserknappheit droht
Quelle: World meteorological Organization
Die Grafik illustriert, wie stark sich die Wasserknappheit auf der Welt ausbreitet: 1995 waren deutlich weniger Länder betroffen, als es 2025 sein werden. Die Farben zeigen, wie viel prozent des im Land verfügbaren Süsswassers jährlich verbraucht wird.
Maude Barlow an einer Protestaktion gegen ein Pipelineprojekt in Alberta (Kanada) im Herbst 2012. Sie und ihre Mitstreiter wurden kurz darauf verhaftet.
mehr als 40% 40% bis 20%
dass ausgerechnet Nestlés VR-Präsident Peter Brabeck den Status eines globalen Wasserbotschafters geniesst. Er will das Recht auf freies Wasser nur sehr eingeschränkt anwenden und ist ein einflussreicher Anhänger der Wasserprivatisierung. Was ist das Argument der Privatisierer?
Sie sind der Meinung, dass Wasser wie Öl und andere Rohstoffe auf dem freien Markt gehandelt werden sollte. Dadurch pendelt sich ein Preis ein, und die Menschen werden sorgsamer mit Wasser umgehen, weil es viel Geld kostet. Ich habe grundsätzlich nichts dagegen, dass Wasser etwas kostet. Aber es sollte von einem öffentlichen Gemeinwesen kontrolliert werden, nicht von Privatunternehmen, die auf Profit aus
sind. Dadurch würden weitere Millionen den Zugang zu sauberem Wasser verlieren, weil sie ihn sich schlicht nicht leisten können. Deshalb kämpfen Bürgerinitiativen weltweit gegen diese Pläne. Bedauerlicherweise haben die Privatisierer grossen Einfluss bei den Vereinten Nationen und auf die Regierungen. Wann hat Ihr Kampf für das Wasser eigentlich begonnen?
Als Kanada und die USA in den 80er-Jahren anfingen, das erste Freihandelsabkommen der Welt zu diskutieren. Dort war unter den Handelswaren auch Wasser aufgelistet, was mich sehr wunderte. Das war der Auslöser. Meines Wissens war ich 1998 auch die Erste, die eine Analyse über die internationale Wasserpolitik verfasste. Seither gab es einige Fortschritte. Der Höhepunkt für mich war die Uno-Deklaration 2010. 2005 bekamen Sie den Alternativen Nobelpreis für Ihre Arbeit. Hat das neue Türen geöffnet?
Es war natürlich eine grosse Ehre. Und es hat den Zugang zu anderen Preisträgern ermöglicht, mit denen ich nun im World Future Council an
20% bis 10% weniger als 10%
politischen und gesellschaftlichen Strategien für eine bessere Zukunft arbeite. Sie bekommen ja vermutlich viele Einladungen für Vorträge. Weshalb haben Sie gerade in der Schweiz zugesagt?
Ich bekomme viel mehr, als ich wahrnehmen kann, aber diese kam von der Stiftung des Alternativen Nobelpreises, für die ich mich besonders gern einsetze. Waren Sie schon in der Schweiz?
Erst ein Mal, letzten Herbst, für etwa eine Woche und einige Vorträge. Ich komme aber gerne wieder und wollte eigentlich auch ein paar Tage Ferien in Ihrem wunderschönen Land machen, aber da kam mir ein spannender Termin in New York dazwischen, den ich nicht verpassen will. Sie wären ja eigentlich im Pensionsalter.Haben Sie Pläne, etwas weniger zu arbeiten?
Nein, ich liebe meine Arbeit und habe einen Ehemann, der mich vollumfänglich darin unterstützt. Wir reisen viel gemeinsam, und er hilft mir, so viel er kann. Das wird wohl nun zunehmen, denn er lässt sich gerade pensionieren. Wie entspannen Sie sich?
Wir haben ein Ferienhäuschen auf dem Land in Québec, wo wir im Winter gerne Schneeschuh wandern und Langlaufen. Ich fahre Velo, jogge, lese viel. Wir haben vier Enkelkinder und Freunde, mit denen wir Zeit verbringen. Und eigentlich würde ich ganz gerne ein bisschen weniger arbeiten, um mehr Zeit für diese Menschen und Dinge zu haben, aber es gelingt mir einfach nicht. Interview: Ralf Kaminski
Maude Barlow: «Die Wasser-Allmende. Eine gute Zukunft braucht gutes Wasser für alle», DrachenVerlag 2013, Fr. 11.20 bei Ex Libris.
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Nr. 38, 16. September 2013 | migros-magazin |
Vom Schreibtisch ans
Claudia Bremser verbringt jeden Sommer auf der Alp. Zusammen mit 260 Ziegen. Im Winter arbeitet die ehemalige Umweltwissenschafterin als Kellnerin in einem
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Migros-Magazin | Nr. 38, 16. September 2013 |
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Chäskessi
Claudia Bremser (rechts) am Käsen mit Zusennin Marina Grimmer.
Dort produziert die Sennin Käse und geniesst das Leben in den Bergen. Hotel. Dass sie heute viel weniger verdient als früher, kümmert sie nicht.
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porträt
D
as ist vielleicht mein letzter Alpsommer, denke ich jedes Mal», sagt die Älplerin Claudia Bremser (43), «und dann packt mich das Alpfieber doch wieder.» So auch dieses Jahr. Seit Anfang Juni bewirtschaftet sie zusammen mit ihrem Team die Alp Naucal. Es ist ihr achter Alpsommer und ihr sechster auf der Alp Naucal. Noch bis Mitte September ist sie Herrin über 260 Ziegen, die sie und ihr Team wie zur Zeit unserer Vorfahren von Hand melken. Auch die Milch verkäst sie über dem offenen Feuer im Kupferkessi. Eine Rarität in den heute fast durchgehend technisierten Alpbetrieben, wo Melkmaschinen und Rührwerk die Handarbeit vielerorts ersetzt haben. Doch Claudia Bremser und ihr Team pflegen lieber das gute alte Handwerk. Selbst wenn es mehr Arbeit gibt. Nur schon morgens mit den zwei Hirtenhunden alle Ziegen zur Hütte zu treiben, die flink in den Berghängen und auf den Alpwiesen herumturnen, dauert Stunden. Dazu das zweimalige Melken jeden Tag von je zweieinhalb Stunden. Eine Heidenbüez. Aber Claudia Bremser gefällt es. Zumal die Sennin mit ihrem Alpkäse an der Tessiner Alpkäseprämierung 2011 mit 19 Punkten und dem Spitzenrang glänzte, wie sie stolz berichtet. «Unser Käse läuft gut!» Auch an den Samstagen, wo sie mit ihren Käseschätzen jeweils ins Calancatal hinunterfährt,um einheimische Läden,
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Nr. 38, 16. September 2013 | migros-magazin |
Restaurants und Gourmet-Geschäfte mit den Qualitätsprodukten zu beliefern. Damit schliesst sich ein Kreislauf. «Die Geissen aus dem Tal kommen zur Sömmerung hoch auf die Alp. Und der Käse geht zurück zu den Leuten im Tal.»
wollte etwas beitragen zu einer grüneren und nachhaltigeren Umwelt. Während einer Exkursion auf Korsika verliebte sich die Flachländerin in die karge Schönheit der rauen Gebirgswelt. Von dieser archaisch-urtümlichen Bergpracht wollte sie mehr haben. Nach einer Reihe von Praktika in Umweltbüros, darunter bei der Liechtensteinischen Gesellschaft für Umweltschutz und dem Lufthygienebüro in Schaan FL, fühlte sie sich bald nur noch eingesperrt und als Schreibtischtäterin nutzlos. Der Wunsch, in die freie Natur hinauszukommen und dort Hand anzulegen, wuchs. Zeit für die Alp. Via die Homepage www.zalp.ch wurde sie fündig und landete im Sommer 2005 fünf Wochen auf der Tessiner Ziegenalp Cedullo. Nun war es um die Bürolistin definitiv geschehen. Die Alp war ihre neue Welt. Szenenwechsel. Es ist Winter. Im Hotel Capricorns in Wergenstein GR verströmt das frisch renovierte, stilvolle Arvenstübchen mit den weiss gedeckten Tischen eine gediegen festliche Atmosphäre. Kerzenlicht erhellt die Tische der gemütlichen Wirtsstube. Draussen ist es längst dunkel. Sterne funkeln am Himmelszelt. Die Gäste in der Gaststube sind in die Menükarte vertieft, derweil eine elegant gekleidete und geschminkte Claudia Bremser flink zwischen den Tischen zirkuliert, die Gäste herzlich begrüsst und deren Bestellungen entgegen-
in Korsika begann ihre liebe zu den Bergen, dann wollte sie mehr Kein Zweifel: Sie hat ihr Herz an die Alp, die Ziegen und an das Sennen verloren. Alles andere, inklusive der Arbeit während des Winters, organisiert sie um die Alp herum. Dabei hatte die gebürtige Deutsche einst gar nichts am Hut mit der Landwirtschaft, geschweige denn mit der Alp. Ist sie doch nahe bei Frankfurt aufgewachsen und studierte später im Ruhrgebiet Umweltwissenschaften. Sie www.migrosmagazin.ch
sehen sie online
Vom Melken bis zum Käse Die schönsten bilder von Claudia bremsers Sommerjob auf der Alp.
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Migros-Magazin | Nr. 38, 16. September 2013 |
nimmt. Die elegante Servicefachkraft mit ihrem offenen, vollen, langen Haar soll im Sommer zur Alp gehen? Claudia Bremser brilliert auch in ihrer Rolle als charmante Kellnerin.
Jubel und trubel im Winter, im sommer die stille der alp
Links: Ziegenkäse in Frauenhand – Hirtin Lena Ahrens melkt die Geissen, Claudia Bremser und Marina Grimmer käsen auf ihrer Alp im Calancatal. Unten: Im Winter arbeitet Claudia Bremser jeweils als Kellnerin.
«Materielles ist mir nicht wichtig. Was zählt, ist einzig und allein, dass ich glücklich bin.»
Sich fein herauszuputzen gehört ebenso zu ihr, wie die Lust am einfachen Älplerinnendasein, wo sie in Arbeitsgewand und ungeschminkt werkt und wirkt. Im Service geniesst sie den Kontakt zu Menschen. «Es macht Spass, im Hotel Capricorns zu arbeiten», sagt sie. «Wir haben viele Stammgäste. Und dass wir dank unseres inspirierten Küchenchefs so gutes Essen servieren, macht grosse Freude.» Aber neben dem Jubel, Trubel und der Heiterkeit in der Gaststube braucht sie die Abgeschiedenheit und Stille der Alp Naucal inmitten der schroffen Gebirgswelt des Calancatals. Dass die Umweltingenieurin mit ihrem heutigen Lebensstil als Älplerin und Servicefachkraft nur mehr einen
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Bruchteil ihres früheren Lohns verdient, nimmt sie in Kauf. «Materielles ist mir nicht wichtig», sagt sie, «was zählt, ist einzig und allein, dass ich glücklich bin.» Und das ist sie in ihren Bergen. Auch mit dem wenigen, das sie hat: dem WG-Zimmer in Wergenstein, den Gummistiefeln, Wanderschuhen und Bergkleidern sowie den wenigen, edleren Outfits für die Wintersaison im Restaurant. Auf teure Ferien und Luxusgüter verzichtet sie. Die Alp ist Ersatz genug. Hier atmet sie auf und tankt Energie für das ganze Jahr. Und doch wächst die Unruhe. Das ständige Pendeln zwischen Alp und Restaurant zehrt. Bis jetzt hat es zwar immer wieder reibungslos geklappt mit der Stelle im Service während des Winters. Doch die Ungewissheit auszuhalten, wie es nach dem Alpsommer weitergeht, das ständige Packen, das Aufbrechen von hier nach dort, dieses Nomadendasein ohne Wurzeln, macht müde. «Ich sehne mich nach mehr Beständigkeit», sagt sie, «nach einer Familie und einem Ort, wo ich hingehöre.» Wird die nomadische Älplerin also doch noch sesshaft?
es lockt eine feste anstellung in einer Käserei Da ist jedenfalls der Wunsch nach Veränderung. Vielleicht auch nach einer Zusatzausbildung im handwerklichkünstlerischen Bereich, etwa als Polstermacherin. Ausserdem lockt die Option, dereinst in der Käserei im Calancatal mitzuarbeiten, die zurzeit im Rahmen des Projekts «Wildes Calancatal» gebaut wird. Soll doch die Milch der Bauern künftig im Tal zentral verkäst und professioneller vermarktet werden, um die Region zu stärken und eine weitere Abwanderung der Bevölkerung zu verhindern. Claudia Bremser würde der Käsereijob jedenfalls sehr reizen. Und wenn sie sich etwas ganz stark wünsche, gingen ihre Wünsche meist in Erfüllung. Manchmal zwar mit zwei Jahren Verspätung. Aber bis dann dürfte die Käserei schon fertig gebaut sein. Also doch noch nicht ihr letzter Alpsommer dieses Jahr? «Gut möglich! Vielleicht stehe ich ja nächstes Jahr doch wieder hier oben», sagt sie. Sie beugt sich wieder über das Kupferkessi, um die Gallerte mit der Käseharfe zu feinen Körnern zu zerteilen, und versinkt wieder voll und ganz in ihrer geliebten Arbeit als Alpsennin. Text: Daniela Schwegler Bilder: Tanja Demarmels
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Menschen
Migros-Magazin | Nr. 38, 16. September 2013 |
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koluMne | 41
der hausMann
Bravo, Bichsel!!! Bänz Friedli hats manchmal gern altmodisch.
Nie wurde mir charmanter kundgetan, ich hätte eine Scheisskolumne geschrieben: Das entsprechende «Migros-Magazin» liege bei ihm daheim nun auf dem Gäste-WC, beschied mir einer der Werber, über deren Kampagne zur Mülltrennung ich mich hier lustig gemacht hatte. Heute aber möchte ich einen Slogan preisen, der es mir angetan hat: «Das Leben ist offline.» Nicht, dass ich aufs Mal alles Digitale verteufeln und befürchten würde, das böse Internet mache unsere Jugend kaputt. Dennoch freute es mich, als beide Kinder uns — ganz von sich aus — vor den letzten Ferien eröffneten, sie würden ihre Handys zu Hause lassen. «Das Leben ist offline. Alles sieht besser aus in einem Brief», wirbt unsere Post. Weil offenbar kein Mensch mehr Briefe schreibt. Ich schon. Täglich und im Wissen, wie démodé dies ist. «Snail mail», sagen die Jungen: Schneckenpost. Als ich mich letzten Sommer bei einer Frau, Mitte zwanzig, die mich im Tessin ein Stück weit mit dem Auto mitgenommen hatte, mittels eines Briefleins bedankte, fiel sie aus allen Wolken. Es sei ihr erster von Hand adressierter Umschlag seit Jahren gewesen, «come si faceva una volta», wie vor Urzeiten, beschied sie mir per E-Mail. Liegen am Morgen nur Rechnungen und Flugblätter im Briefkasten, die mich überzeugen wollen, für ein neues Zür-
«Ich ‹plange› lieber auf den nächsten Brief.» cher Stadion zu stimmen, bin ich enttäuscht. Ist aber ein Couvert mit leicht zittriger Schrift dabei, frohlocke ich. Denn eine liebe Bekannte vom Bucheggberg reisst mir regelmässig Peter Bichsels Kolumnen aus der «Schweizer Illustrierten», versieht sie mit Randnotizen und schickt sie mir zu. Ich lese besagte Illustrierte nicht, weil es mich nicht so interessiert, mit wem Florian Ast gerade wieder nicht mehr zusammen ist. Entgingen mir aber Bichsels Texte, es wäre ein Jammer. Er macht sich die grosse Arbeit, zu einer einfachen Sprache zu finden, er schlägt mich Mal für Mal in den Bann mit seinen klugen, zeitlosen Sentenzen. Seit einigen Monaten sind sie von einer Wehmut durchweht, als machte sich hier einer abschliessende Gedan-
ken über das Leben. Und als er unlängst darlegte, erst die Erinnerung, erst das Erzählen mache ein Erlebnis aus, wurde mir bewusst, was mich an der digitalen Hurtigkeit zuweilen stört: dass alles immer grad gefilmt und verbreitet wird, dass ich gar nie mehr bangen, nie mehr sehnsüchtig warten muss, sondern jederzeit über jedes Zwischenresultat im Bilde bin. Bichsels Kolumnen — ob es sie auch online gibt? Ich hab nie nachgeschaut, ich «plange» lieber auf den nächsten Brief mit einer zerknitterten Seite und kugelschreibergeschriebenen Notizen. «Bravo, Bichsel!!!», stand letzte Woche darunter. Autor Bichsel hatte gestanden, der Sempach und der Stucki hätten ihn im Schlussgang des «Eidgenössischen» zu Tränen gerührt. Dann darf ich es ja zugeben: Auch meine Augen wurden feucht, als der unterlegene Koloss dem neuen König ein Müntschi auf die Stirn drückte. Wie das in den Ferien lief? Unvergesslich. Wir stiegen in entlegene Buchten hinab, flanierten über Märkte, tranken Citron pressé unter Platanen — und nie, nie starrte eines der Kinder auf sein Handydisplay. Derjenige, der sich jeweils im Gestrüpp verbarg, um rasch nachzuschauen, ob die Young Boys ihren Rückstand aufgeholt hätten, war dann, ehrlich gesagt, ich. Bänz Friedli live: 25. 9. Untersiggenthal AG, 26. 9. Buchs SG, 27. 9. Buchrain LU.
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Nr. 38, 16. September 2013 | Migros-MAgAzin |
Ökonom und Soziologe Fabrice Zumbrunnen wurde 1969 in La Chaux-de-Fonds Ne geboren. er studierte betriebswirtschaft und Soziologie an der Universität Neuenburg und arbeitete anschliessend als Sales manager in einem Unternehmen der medizinaltechnik in Zug. 1996 trat er in die Genossenschaft migros Neuenburg-Freiburg ein — zuerst als Verkaufschef und ab 2005 als deren Geschäftsführer. Am 1. September 2012 übernahm er als neues mitglied der Generaldirektion des migros-Genossenschafts-bundes (mGb) die Leitung des Departements Human resources, Kulturelles und Soziales, Freizeit. Fabrice Zumbrunnen ist mit einer musikerin verheiratet und Vater von zwei Kindern. In seiner Freizeit beschäftigt er sich gern mit musik, Kunst und Literatur.
Fabrice Zumbrunnen in seinem Büro: «Bei uns hat die gesellschaftliche Verantwortung Vorrang vor simpler Gewinnmaximierung.»
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aktuell
migros-magazin | Nr. 38, 16. September 2013 |
neues aus der migros | 43
Werte, die unserem Handeln Sinn geben
Seit einem Jahr ist Fabrice Zumbrunnen Mitglied der MGB-Generaldirektion und oberster Personalchef der Migros-Gruppe. Gleichzeitig leitet der Neuenburger eine weltweit einzigartige Institution: das Migros-kulturprozent. Werte, die unser Handeln definieren und ihm Sinn geben. Deshalb ist die MigrosGruppe auch nicht eine Ansammlung von Unternehmen, sondern eine Wertegemeinschaft. Und wie bei jedem Haus gibt es unterschiedliche Wohnungen für unterschiedliche Bedürfnisse.
Fabrice Zumbrunnen, die Migros feiert den 125. Geburtstag von Gottlieb Duttweiler. Für die Romands ist der Migros-Gründer nicht unbedingt eine Identifikationsfigur.
Da bin ich anderer Meinung. Duttweiler ist auch für uns Westschweizer eine symbolträchtige Figur. Und das ist auch nicht verwunderlich, schliesslich hat der Migros-Gründer die Wirtschaft und Gesellschaft des ganzen Landes geprägt. Vielleicht ist sein politisches Engagement in der Romandie weniger bekannt.
Da gibt es auch mal Streit unter Nachbarn.
Wer verkörpert heute den Migros-Gedanken in der Westschweiz?
Die Migros-Idee ist wichtiger als einzelne Personen, die sie vertreten. Es ist gar nicht nötig, die Migros partout auf Personen zu reduzieren, wir brauchen diesen Hang zum Personenkult nicht. Trotzdem sind meine Kollegen in der Generaldirektion und ich natürlich jederzeit bereit, die Rolle des MigrosBotschafters zu übernehmen. Seit einem Jahr sind Sie oberster Personalchef der Migros-Gruppe. Was ist Ihre wichtigste erkenntnis?
Die Migros-Gemeinschaft umfasst heute eine grosse Bandbreite an Unternehmen — von traditionellen Läden und Filialen über Online-Shops und Industriebetriebe bis hin zu Dienstleistungsunternehmen wie Hotelplan oder die Migros Bank. Für diese unterschiedlichen Herausforderungen kann es nur differenzierte, auf die einzelnen Bedürfnisse zugeschnittene Lösungen geben. Impliziert das nicht die ungleiche Behandlung einzelner unternehmen?
Nein. Die Migros bildet das Haus mit dem gemeinsamen Fundament. Dazu gehören etwa die hervorragenden Arbeitsbedingungen oder die zahlreichen Möglichkeiten zur Weiterbildung. Und das Haus hat ein gemeinsames Dach, nämlich die Migros-Philosophie und die
«unsere dezentrale Struktur hat sich als überaus modern erwiesen.»
Wenn dem so ist, dann ist es an uns Vorgesetzten, die Angelegenheit zu regeln. Einerseits sehe ich Unternehmen, die kürzlich zu uns gestossen sind und mit ganzem Herzblut sofort zur Migros-Gemeinschaft gehören wollen. Gleichzeitig staune ich immer wieder, wie die Migros andere Unternehmenskulturen wie etwa LeShop.ch oder Denner reibungslos in ihre eigene Kultur integrieren kann. Das ist eine grosse Stärke. Wo liegt der Schlüssel zu dieser Stärke?
Migros. Das angebot reicht da vom astrologiekurs bis zur eidgenössisch anerkannten ausbildung – ein enorm breites Profil.
Astrologiekurse sind Freizeitangebote. Die meisten Kunden kommen zu uns, um eine Sprache oder neue Fähigkeiten zu erlernen. Manche kommen, um sich auf ein Englischzertifikat vorzubereiten, andere wollen durch eine Ausbildung mit anerkanntem Diplom ihrem Berufsleben neuen Schwung verleihen. Wiederum andere nutzen unsere Freizeitangebote, um Sport zu treiben oder sich zu entspannen. Hinter jeder Person steckt eine Geschichte. Die Klubschulen besitzen einen ausgeprägt identitätsstiftenden Charakter. Die Bereiche kultur und Soziales des Migroskulturprozents erscheinen mitunter elitär. Sollten klassische konzerte nicht auch dazu beitragen, kultur einem breiteren Publikum zugänglich und verständlich zu machen?
Das ist unsere dezentrale Struktur. Sie hat sich, genauso wie unsere traditionellen Kernwerte, als überaus modern erwiesen. Ich denke zum Beispiel an den Begriff des sozialen Kapitals, bei dem die gesellschaftliche Verantwortung und der einzelne Mensch Vorrang haben vor einer simplen Gewinnmaximierung. Das macht uns attraktiv.
Wir fördern ja auch populären Rock oder alternative Musik. Unser einziges verbindliches Kriterium ist, dass die Projekte hochwertig sind. Im Bereich der klassischen Musik weisen wir übrigens eine hervorragende Auslastung der Säle aus, was beweist, dass die Konzerte ein breites Publikum finden.
trotzdem hat die Migros nach den Sommerferien noch rund 70 offene lehrstellen.
Wie stehen Sie zum Migros-Museum für Gegenwartskunst?
Hier gilt es zu relativieren. Die Migros ist die grösste Ausbildnerin des Landes, wir erhalten mehr Bewerbungen, als wir Stellen anbieten können. Wenn gewisse Berufe im Moment weniger gefragt sind, hat das nicht mit der Migros, sondern mit dem entsprechenden Berufsbild zu tun. Also arbeiten wir zusammen mit den Berufsverbänden neue Ideen aus, um diese Lehrstellen für junge Menschen wieder attraktiver zu machen. Sie sind auch für das Migros-kulturprozent zuständig und damit für die klubschulen der
Unser Museum präsentiert nicht einfach die Sammlung eines Kunstmäzens, sondern die grossen Künstlerinnen und Künstler unserer Zeit. Das Museum organisiert international angesehene Ausstellungen und ist ein weltweit einzigartiges Projekt. Die zeitgenössische Kunst ist eine der letzten Ausdrucksformen, die noch für kontroverse Diskussionen sorgt. Ich freue mich immer über Reaktionen, egal ob positive oder negative. Interview: Pierre Wuthrich und Daniel Sidler Bild: Lea Meienberg
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neues aus der migros
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Nr. 38, 16. September 2013 | migros-magazin |
Teamspirit
Die Micarna unterstützt diverse Schweizer Einzelsportler. Diese wiederum engagieren sich im Goodwill-Team für gute Zwecke. www.migrosmagazin.ch
lesen sie online
«Das Kämpfen hat linda züblin, siebenkampf
Das Micarna-Goodwill-Team Lesen Sie, was Schwinger Nöldi Forrer sich in seiner trainingspause gönnt, wie Handbikefahrerin Sandra Graf im Winter trainiert und wieso Snowboarderin tania besancet in der Notaufnahme eines Spitals arbeiten möchte. Und wer sonst noch alles zum Goodwill-team gehört.
G bilder: Severin Nowacki (2), Jorma müller (1)
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äbe es eine polysportive Weltmeisterschaft, das Goodwill-Team der Micarna AG würde regelmässig Pokale abräumen. Schliesslich zählen zahlreiche Olympiahelden dazu, darunter Kunstturnerin Giulia Steingruber oder Bobfahrer Beat Hefti. Unzählige Disziplinen sind im Team vertreten, vom Kajak über Snowboard, Schwingen und Siebenkampf bis zum Mountainbike. Wie der Name Goodwill verrät, dient der Zusammenschluss der Spitzensportler einem guten Zweck.
Das Team fungiert unter anderem als Botschafter für die Schweizer Stiftung «Green Ethiopia», die sich für eine Verbesserung der Lebensbedingungen in Äthiopien einsetzt. Regelmässig nehmen die Sportler ausserdem an Sportanlässen und Mitarbeiterentwicklungsprogrammen der Micarna teil. Das Unternehmen der Migros-Industrie ist für Fleisch und Seafood zuständig. «Der Sport und die Unternehmenswelt haben viele Gemeinsamkeiten. Beide Seiten basieren auf Engagement,
Ehrgeiz und dem Glauben an sich selbst», erklärt Albert Baumann (Bild oben, 3. von links), Unternehmensleiter der Micarna-Gruppe und Vater der Goodwill-Idee. Das Team gibt den Einzelsportlern auch die Möglichkeit, sich auszutauschen und zusammen Sport zu treiben. So geschehen am Gigathlon 2013 oder am TeamWochenende in Wildhaus SG, wo sich die Sportler an ungewohnte Sportarten wie Curling heranwagten. Das MigrosMagazin stellt vier der Goodwill-Sportler vor. Texte: Silja Kornacher
An der Leichtathletik-Wm in moskau hatte Siebenkämpferin Linda Züblin (27) allen Grund zum Jubeln: Die sympathische Ostschweizerin erreichte in mehreren Disziplinen ihre persönliche bestleistung. Und das, obwohl sie vor einem Jahr noch nicht einmal sicher wusste, ob sie je wieder als Siebenkämpferin starten würde. Drei Knieoperationen musste sich Linda Züblin unterziehen, immer wieder wurde sie zurückgeworfen. «Ich musste genug untendurch, doch das Kämpfen hat sich gelohnt!» Die diesjährige Wm in moskau bezeichnet die Schweizer rekordhalterin im Speerwurf als «megamässigen Höhepunkt». einzig das Oberstübchen bereite ihr noch etwas probleme: Die gelernte Kauffrau hat mit engel und teufel in ihrem Kopf zu kämpfen. «Ich mache mir zu viel mentalen Druck.» Ihre grösste Angst ist, beim Hürdenlauf zu stürzen. Das Kopfzerbrechen stellte sich als unbegründet heraus: Souverän meisterte Linda Züblin die erste Siebenkampfdisziplin. Am leichtesten fällt ihr aber der Speerkampf. Dafür muss sie kaum trainieren: «Der Speer und ich sind einfach eins. Wenn ich den in die Hand nehme, weiss ich, dass es gut kommt.» Hochmotiviert ging Linda Züblin vor Kurzem auch ihre neue Arbeitsstelle als Kauffrau in einer Kreuzlinger Firma an. 60 prozent arbeitet sie dort zukünftig, spätestens ab Frühling wird wieder fleissig trainiert. Ihr nächstes Ziel ist die Leichtathletik-EM 2014 in Zürich. «Das Heimpublikum spornt mich noch stärker zu bestleistungen an», verrät Linda Züblin, die in ihrer Freizeit am liebsten «gruusige bücher» mit viel blutvergiessen liest.
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aktuell
Migros-Magazin | Nr. 38, 16. September 2013 |
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neues aus der Migros | 45
«Ich weiss immer, wo Norden ist» daniel Hubmann, orientierungslauf Daniel Hubmann (30) verfügt über einen hervorragenden Orientierungssinn. «Ich weiss immer, wo Norden ist, auch, wenn die Sonne nicht scheint.» Das Geheimnis dahinter heisst hartes training: Seit über 20 Jahren läuft Hubmann mit Kompass und Karte über Stock und Stein. Den tiefpunkt seiner Sportlerlaufbahn erreichte der dreifache OrientierungslaufWeltmeister und 13-fache Wmmedaillengewinner an der em in Schweden 2012: Dort riss er sich kurz vor dem Zieleinlauf die Achillessehne. «etwas vom Schlimmsten, was einem Sportler passieren
sich gelohnt»
kann», findet Hubmann. er verpasste die Wm im eigenen Land. Noch heute, über ein Jahr danach, verspürt der in bern wohnhafte thurgauer Schmerzen nach einem intensiven training. Doch er tut alles, um wieder zur Höchstform aufzulaufen: Zweimal pro tag absolviert er ein Lauftraining. Für etwas Abwechslung setzt sich der Orientierungslauf-profi hin und wieder aufs Velo. Auch die erholung gehört dazu. «Da ich so viel reise, geniesse ich es, einfach mal daheim zu sein und fernzusehen.» Im August war der Sportler für eine Woche in Kolumbien. Dort nahm er
an den World Games teil, einem Grossanlass für nicht-olympische Disziplinen. Dass er mehrere medaillen mit nach Hause brachte, war ehrensache. trotzdem, der Orientierungslauf durch den Dschungel war nicht sein Ding. «Die vielen Dornen, bambus und anderes Gestrüpp zwangen mich, auf dem Weg zu bleiben.» er möge es lieber querfeldein. Dafür begegnete er im Dschungel keinen wilden tieren, im Gegensatz zu seinen Ausflügen nach Skandinavien: Dort traf er einmal auf einen bären. Auch Wildschweine, elche und Hirsche sind ihm schon über den Weg gelaufen.
«Gewinnen macht ein bisschen süchtig» nicola spirig und reto Hug, triathlon sport und ist nun Sportchef bei Swiss triathlon. mit dem Umbau des Hauses hielt sich der gelernte Stromer in Form. «Ich habe tonnenweise bauschutt geschleppt», verrät Hug. Seit Kurzem jogge er auch wieder. Seinen Sohn hat er manchmal auch mit dabei. «Je mehr es ruckelt, desto besser. Yannis schläft meistens schon nach den ersten metern ein», sagt der stolze Vater schmunzelnd. Für Nicola Spirig steht die Familie nun an erster Stelle. Doch auf den Spitzensport verzichten will sie nicht. «Gewinnen ist ein tolles Gefühl. es macht ein bisschen süchtig», sagt sie, angesprochen auf ihre olympische Goldmedaille letztes Jahr. Ihr nächstes Ziel ist die Leichtathletik-em in Zürich 2014. Welche Strecke sie dort läuft, ist noch nicht entschieden. bis dahin wird fleissig trainiert: «Ich entscheide, was. Yannis entscheidet, wann», sagt Spirig, die ihren sechs monate alten Sohn noch stillt. Die Zürcher Unterländerin ist froh über Das letzte Jahr hielt für Nicola Spi- momentan so viele Facetten!», die Unterstützung ihres manns und schwärmt die triathletin. Sie rig (31) ein Highlight nach dem der Familie: «Ohne sie würde ich anderen bereit: erst ihre Olympia- trainiert zurzeit wieder auf das nicht schaffen!» Yannis hohem Niveau: Zweimal täglich Goldmedaille in London, dann die erleichtert seiner mutter das schnürt sie ihre Laufschuhe, Hochzeit mit reto Hug (38), der Umzug in ein neues Haus in bachen- schwimmt oder schwingt sich aufs training, indem er gut schläft. Velo. Ihr mann reto verzichtet seit «So komme ich ab und zu auf acht bülach ZH und die Geburt ihres einem halben Jahr auf den Spitzen- Stunden Schlaf, ein wahrer Luxus.» Sohns Yannis. «mein Leben hat
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MIGROS-MAGAZIN | NR. 38, 16. SEPTEMBER 2013 |
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NEUES AUS DER MIGROS | 47
Gemeinsam in Fahrt kommen
Die Mobiliar beteiligt sich am Migros-Start-up Sharoo, einer Plattform zur gemeinsamen Nutzung von privaten und geschäftlichen Fahrzeugen. Entwickelt wurde Sharoo von der Migros-Tochter M-way.
D
ie Schweizerische Mobiliar Holding AG in Bern übernimmt im Rahmen einer Kapitalerhöhung beim Start-up Sharoo AG 37,5 Prozent des Aktienkapitals. Die Migros-Tochter M-way,Spezialistin für Elektrofahrzeuge und nachhaltige Mobilität, bleibt Mehrheitsaktionärin von Sharoo. Motorfahrzeuge stehen im Schnitt täglich 23 von 24 Stunden ungenutzt auf einem Parkplatz. Die Internet-Plattform Sharoo soll es privaten Besitzern und Flottenbetreibern via Smartphone ermöglichen, ihre Fahrzeuge während diesen Standzeiten gegen eine Entschädigung anderen zur Verfügung zu stellen. Die Mobiliar hat für Sharoo spezielle Versicherungslösungen entwickelt, die ein sorgenfreies Teilen und Nutzen der Fahrzeuge ermöglichen sollen. «Teilen als Geschäftsmodell ist überzeugend, weil es den sparsamen Umgang mit Ressourcen fördert», sagt Mobiliar-CEO Markus Hongler.
Dieter Berninghaus, Mitglied der MGBGeneraldirektion und Leiter des Departements Handel sowie Verwaltungsratsmitglied von M-way, hält fest: «Die Mobiliar ist der ideale Partner, um unserem gesellschaftlichen Auftrag nachzukommen, die nachhaltige Mobilität unternehmerisch umzusetzen. Die Migros handelt eng am Puls der Zeit, indem sie mit M-way das Thema Elektromobilität angeht und mit Sharoo neu das Thema Fahrzeug-Sharing.» Car-Sharing ist ein Teil des weltweiten Trends zur sogenannten Sharing Economy. Gerade bei teuren Anschaffungen wie Ferienwohnungen oder eben Fahrzeugen sind besonders jüngere Eigentümer zunehmend bereit, diese in der ungenutzten Zeit mit anderen zu teilen — erfahrungsgemäss besonders in urbanen Regionen. Erste öffentlich zugängliche SharooFahrzeuge sind für Ende Oktober 2013 geplant. Text: Christoph Petermann
Effizientere Nutzung: Sharoo macht es möglich, via Smartphone sein Fahrzeug anderen Leuten zur Verfügung zu stellen.
DREI FRAGEN
«Migration ist eine alltägliche Realität» Kinder und Jugendliche sollen in der Schule erfahren, wie Migration mit der Schweizer Geschichte verknüpft ist. Professor Gianni D’Amato und sein Team haben die inhaltlichen Grundlagen des Lehrmittels «conTAKT-spuren.ch» des Migros-Kulturprozents erarbeitet.
Kinder. Sicher, Binnenwanderung gilt hierzulande nicht als Migration. Dennoch ist auch für eine Bündner Familie der Umzug nach Zürich mit Umstellungen verbunden. Diese Dimension zu thematisieren, finde ich sehr wertvoll. Welcher Aspekt zum Thema Migration ist in der Schweiz zu wenig bekannt?
Gianni D’Amato, welche persönlichen Erfahrungen verbinden Sie mit der Migration?
Meine Eltern sind Ende der 50er-Jahre aus Italien in die Schweiz eingewandert. Als Kind und Jugendlicher habe ich die verschiedenen Debatten, die uns betrafen, mit Staunen und teilweise auch Verstörung verfolgt. Um meine Dissertation zu schreiben, ging ich später nach Berlin und wurde selbst zum Migranten. Ich habe dann erlebt, wie es ist, sich in einer neuen Umgebung neu zu finden, selbst wenn die Sprache die gleiche ist. Warum ist es wichtig, dass Migration in den Schulen ein Thema ist?
Professor Gianni D’Amato (50) leitet das Schweizerische Forum für Migrations- und Bevölkerungsstudien an der Universität Neuenburg.
Die Kinder sollen erfahren, dass Migration eine alltägliche Realität ist. Fast alle sind einmal gewandert, auch Schweizer
Die Hintergründe zur Migration sind noch wenig bekannt, aber auch, wie lange Migration und Schweizer Geschichte schon miteinander verhängt sind. Kinder sollen erfahren, warum Menschen wegziehen und dass es auch die Schweizerinnen und Schweizer betrifft. Migration ist eine Normalität, und Kenntnisse darüber sind umso wichtiger. Interview: Andreas Dürrenberger
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Nr. 38, 16. September 2013 | MigRoS-MAgAziN |
1,2 Kilo Äpfel stecken in der Streuseltorte.
Delikates aus frischen
Was wir im Herbst ernten können, strotzt so richtig vor Energie und Geschmack. Zum Beispiel die und saftig sind sie ein Genuss frisch ab Baum oder lassen sich zu süssen Kuchen verbacken oder
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MIGROS-MAGAZIN | NR. 38, 16. SEPTEMBER 2013 |
HERBST | 51
H
Äpfeln
ersten Schweizer Äpfel. Knackig zu einer pikanten Suppe verkochen.
erbstzeit ist Apfelzeit. Endlich bil bleibt. So ist ein Apfel ein schlauer sind sie in den Regalen, die ersten Snack, der nur 60 Kalorien enthält. frischen, hiesigen Äpfel. Klar, im Äpfel zu Hause separat lagern – Sommer hat man sich an den Beeren erfreut, doch der Apfel ist zweifelsohne die fern von anderen Früchten beliebteste Frucht der Schweiz. 16 Kilo- Die diesjährige Apfelernte findet rund gramm verzehrt jeder im Jahr, das macht zwei Wochen später statt als in den letzzwei bis drei pro Woche. Das ist schon ten Jahren. Der etwas zu kalte Frühling mal nicht schlecht, doch noch besser und Sommerbeginn hat auch eine Auswärs, einen Apfel täglich zu essen. Denn wirkung auf die Erntemenge. Zwar wie heisst es so schön: An apple a day erwartet der Schweizer Obstverband keeps the doctor away — ein Apfel am gleich viele Äpfel wie in einem durchschnittlichen Jahr, doch sind es geTag, Arzt gespart. Das Sprichwort kommt nicht von un- wichtsmässig etwa sechs Prozent wenigefähr: Obwohl Äpfel aus 85 Prozent ger. Das heisst, dass der einzelne Apfel Wasser bestehen, stecken in ihnen mehr im Durchschnitt etwas kleiner ausfällt als 30 verschiedene Vitamine, Mineral- als in anderen Jahren. Der meistangebaute Apfel in stoffe und Spurenelemente. Besonder Schweiz ist der ders vorteilhaft Gala, gefolgt von Golden Delicious wirken die Pektine, robuste Faserund Braeburn. stoffe. Sie quellen Zu Hause bewahren Sie Äpfel im Magen und am besten sepamachen deshalb riert von anderen gut satt und unFrüchten und Geterstützen die Vermüsen auf. Äpfel dauung. Zudem scheiden ein Reisaugt das Pektin Giftstoffe, die in fungshormon aus, unserem Magendas andere Früchte Darm-Trakt vorund Gemüse überhanden sind, in schnell reifen lässt. sich auf und Am besten lassen Nadja Anderes (21) ist die abtretende Sie die Äpfel gar schleust sie hinaus. Thurgauer Apfelkönigin. nicht erst lange Äpfel mit herumliegen, sonSchale essen dern lassen sich Noch zwei Wochen kann Nadja Anderes ihr Krönchen tragen. Dann wird eine von unseren ReZwei Drittel von andere sympathische junge Thurgauerin zepten auf den diesen wundergewählt, die für ein Jahr den Kanton nächsten Seiten samen Stoffen beThurgau und seine Äpfel an offiziellen finden sich in der inspirieren. Anlässen vertritt. Nadja Anderes ist auf Schale oder direkt Text: Annadem Bauernhof aufgewachsen und hat Katharina Ris darunter. Essen schon als Mädchen bei der Apfelernte Styling: Esther Egli Sie Äpfel also imgeholfen. Heute arbeitet sie im Büro, Bilder: Mirjam Graf mer mit Schale. und zu Hause bereitet sie sich gerne ihre Am besten, Sie Lieblingswähe aus Äpfeln zu: «Ich verProbieren Sie! waschen sie mit wende dafür saure Äpfel wie Boskop und Während der HerbstWasser und reiben unterlege sie mit einer Schicht geschnitwochen in der Migros Sie kurz mit einem tener Bananen, das habe ich meiner finden Sie viele Köstweichen Lappen Mutter abgeschaut.» Einer ihrer letzten lichkeiten zum Proab. Ein Apfel als Apfeltage wird dieser Freitag, der bieren. Eine Liste der Zwischenmahlzeit 20. September, sein, der Tag des Apfels, Migros-Filialen, die verhindert zudem an dem auf circa 30 öffentlichen Plätzen Degustationen anHeisshungerattaund Bahnhöfen Äpfel verteilt werden. bieten, finden Sie auf: cken, da der Blutwww.migros.ch/herbst zuckerspiegel sta-
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HERBST
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NR. 38, 16. SEPTEMBER 2013 | MIGROS-MAGAZIN |
Apfel-Streusel-Torte Ergibt ca. 9 Stück Für 1 Springform à ca. 24 × 24 cm Butter und Mehl für die Form 200 g Butter, weich 200 g Zucker 3 Eier 250 g Weissmehl 150 g gemahlene Haselnüsse 2 TL Backpulver Streusel: je 50 g feine Haferflocken, Zucker, Butter, kalt Füllung: 1,2 kg süssliche Äpfel, z. B. Gala 80 g Zucker 1 Ei 100 g Crème fraîche 1½ TL Zimt
ZUBEREITUNG 1. Backofen auf 190 °C vorheizen. Formboden mit Backpapier auslegen. Ränder buttern und mehlen. Für die Streusel Flocken und Zucker mischen. Mit der Butter zu einer bröseligen Masse verreiben. Für die Füllung 2 Äpfel beiseitelegen. Restliche Äpfel ungeschält an der Bircherraffel reiben. In ein Sieb geben, gut ausdrücken. Saft auffangen. Äpfel mit Zucker, Ei, Crème fraîche und Zimt mischen. 2. Butter und Zucker mit einem Handrührgerät zu einer hellen Masse rühren. Eier nacheinander dazumischen. Mehl, Nüsse, Backpulver und aufgefangenen Apfelsaft darunterrühren. Teig gleichmässig in die Form verteilen. Apfelmasse darauf verteilen. Beiseitegestellte Äpfel ungeschält halbieren, Kerngehäuse entfernen. Äpfel in ca. 5 mm dicke Scheiben schneiden. Auf dem Kuchen verteilen. Streusel darübergeben. Kuchen in der Ofenmitte ca. 55 Minuten backen. Herausnehmen, in der Form auskühlen lassen. Mit geschlagenem Rahm servieren und mit Pfefferminze garnieren. Zubereitungszeit: ca. 35 Minuten + ca. 55 Minuten backen + auskühlen lassen Pro Stück ca. 10 g Eiweiss, 39 g Fett, 79 g Kohlenhydrate, 2900 kJ/700 kcal
Patissier Backpulver, 60 g, Fr. 1.–
Weissmehl TerraSuisse, 500 g, Fr. 1.10
M-Classic Haselnüsse, gemahlen, 200 g, Fr. 2.85
Bio VollkornHaferflöckli, 500 g, Fr. 1.20
Schweizer Eier, Bio, 6 Stück à 53 g+, Fr. 4.75
Valflora Vorzugsbutter, 200 g, Fr. 2.60
Äpfel Gala, süsslich, Schweiz, per kg, Tagespreis
Cucina & Tavola Springform*, 24 cm, Fr. 19.80 * in grösseren Filialen erhältlich
Valflora Crème fraîche nature, 200 g, Fr. 2.65
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MIGROS-MAGAZIN | NR. 38, 16. SEPTEMBER 2013 |
Apfel-SellerieSuppe Vorspeise für 4 Personen
Valflora Sauer-Halbrahm, 180 g, Fr. 1.20
Curry mild, gemahlen, 33 g, Fr. 1.15
Cucina & Tavola Teller Ballerina*, 24 cm, Fr. 12.80
400 g säuerliche Äpfel, z. B. Braeburn 300 g Knollensellerie 1 Zwiebel 1 EL Rapsöl 3 dl Apfelsaft 3 dl Gemüsebouillon 1 TL milder Curry Salz, Pfeffer 2 Scheiben Toastbrot 2 EL Butter 40 g Hirschtrockenfleisch 100 g Sauer-Halbrahm Kerbel für die Garnitur ZUBEREITUNG 1. Äpfel vierteln, Kerngehäuse entfernen. Äpfel, Sellerie und Zwiebel in Stücke schneiden. Im Öl ca. 5 Minuten andünsten. Apfelsaft und Bouillon beigeben, ca. 20 Minuten köcheln. Suppe mit dem Stabmixer fein pürieren. Mit Curry, Salz und Pfeffer abschmecken. 2. Brot in Würfelchen schneiden. In Butter goldgelb rösten. Trockenfleisch in sehr feine Streifen schneiden. Suppe anrichten. Sauerrahm, Brotwürfelchen und Trockenfleisch darauf verteilen, mit Kerbel garnieren. Zubereitungszeit: ca. 30 Minuten. Pro Person 9 g Eiweiss, 9 g Fett, 30 g Kohlenhydrate, 1000 kJ/240 kcal Rezepte
Hirschtrockenfleisch, per 100 g, Fr. 9.20
Emma’s Gemüsebouillon, 350 g, Fr. 8.60
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6.45
statt 8.10
Agnesi Tomaten-Basilikum Sauce 3x400g
sCHaUFEnsTEr
Migros-Magazin | Nr. 38, 16. September 2013 |
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HEidi | 55
bild: Jorma müller, Styling: Uschi Stähli
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Da sind sie wieder
Heidi Joghurt Himbeere, Aprikose* und Beeren*, 150 g, je Fr. –.80 * in grösseren Filialen
Die drei neuen schmackhaften Joghurts von Heidi sind mit Fruchtstückchen angereichert. Die Himbeeren, Aprikosen und gemischten Beeren kommen aus der Schweiz, die Bergmilch sowieso.
E
ine Zeit lang waren die HeidiJoghurts aus den Migros-Regalen verschwunden. Die Fans haben sie vermisst und auf der Online-Plattform Migipedia nach ihnen gefragt. Jetzt sind die drei beliebtesten Sorten, Himbeere, Aprikose und Beeren, wieder erhältlich. Die Früchte stammen aus der Schweiz, die Milch aus heimischem Berggebiet.
Generell enthalten die Heidi-Produkte Rohstoffe, die zu 90 Prozent aus Bergund Alpenregionen kommen. Geschmacklich lassen sich HeidiJoghurts als intensiv fruchtig, mild und cremig beschreiben. Sie sind mit Fruchtstückchen angereichert. Mit 9 Prozent Fruchtanteil schwingen sie im Vergleich zu traditionellen Joghurts obenaus. Der
etwas höhere Milchfettanteil (4%) als bei herkömmlichen Joghurts (3,5%) gibt den Heidi-Produkten eine rahmige Konsistenz und einen vollmundigen Geschmack. Auch die neue kleinere Bechergrösse von 150 Gramm entspricht einem Kundenbedürfnis. Nicht zu gross und nicht zu klein — gerade richtig für zwischendurch. Text: Dora Horvath
Die m-Industrie stellt viele beliebte migros-produkte her. Dazu gehören auch die Joghurts von Heidi.
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MIGROS-MAGAZIN | NR. 38, 16. SEPTEMBER 2013 |
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CRÈME D’OR | 57
Baileys auf Eis
Crème d’or Irish Cream, 1000 ml, Fr. 11.50
Die Schnittmenge zwischen Irland und der Schweiz? Die Limited Edition Irish Cream von Crème d’or. Die delikate Glace vereint Schweizer Rahm mit irischem Whiskey.
Crème d’or Feige, 1000 ml, Fr. 11.50
Bild: Max De Vree, Styling: Carla Camiolo
Die M-Industrie stellt viele beliebte Migros-Produkte her. Dazu gehört auch die Marke Crème d’or, die von der Midor produziert wird.
Schmeckt nicht nur irischen Pub-Ladys: Crème d’or Irish Cream.
J
etzt noch eine kleine GlacePause einlegen, bevor die hektische Abendschicht im Pub beginnt: Entspannt den Löffel in das Irish-Cream-Glace von Crème d’or eintauchen und die wunderbare Cremigkeit und den besonderen Geschmack geniessen. Am liebsten teilt man diese süsse Pause mit einer netten Arbeitskollegin, mit der man gerne tratscht und dieselben Vorlieben teilt. Die Lieblingsglace der Stunde heisst Irish Cream. Die limitierte Edition von Crème d’or
ist eine gelungene Sinfonie zwischen dem grünen Inselstaat und der Schweiz: feinste Glace aus Schweizer Rahm, verfeinert mit einer Irish-Cream-Sauce aus echtem irischem Whiskey — dem Wasser des Lebens, wie die Iren ihren Exportschlager nennen. Bei der Entwicklung der neuen Winter-Editions liessen sich die Crème-d’or-Tüftler nicht bloss vom rauen Norden inspirieren, sondern sahen sich auch im mediterranen Süden um. Die zweite limitierte Sorte, Feige,
kombiniert Rahmglace mit Feigenstücken und einmarmorierter, fruchtiger Feigensauce. Wie bei allen Kreationen von Crème d’or werden bei der Herstellung nur natürliche Aromen verwendet. Die beiden limited Editions sind nur für rund sechs Monate im Handel und ergänzen das beliebte Standardsortiment. Wer einen grossen Tiefkühler besitzt, kann sich glücklich schätzen — fröhliches Hamstern! Text: Nicole Ochsenbein
Rezept und Foto: www.saison.ch
HERBSTGENUSS DER WOCHE.
–––––––––––––––––––––––––––––––––––– Poulet mit Herbstgemüse Für 4 Personen
––––––––––––––––––––––––––––––––––––
3.35
Rapsöl, TerraSuisse 50 cl
9.50
Optigal Poulet ganz Schweiz, per kg Genossenschaft Migros Luzern
–.80
Knoblauch Spanien, pro Stück
Zutaten: ½ Bund gemischte Kräuter, z.B. Thymian, Rosmarin, 1 Poulet à ca. 1,2 kg, Salz, Pfeffer, 1 TL Paprika, 2 EL Rapsöl, 1 Bratbeutel mit Klemme, 300 g Wirz, 400 g Karotten, 4 Knoblauchzehen Zubereitung: 1. Backofen auf 180 °C vorheizen. Kräuter hacken. Poulet innen und aussen kalt abspülen. Trocken tupfen. Salz, Pfeffer, Paprika und Kräuter mit dem Öl mischen. Poulet mit Würzöl bestreichen. In den Bratbeutel legen. Wirz halbieren. Strunk keilförmig herausschneiden. Wirz in mundgerechte Stücke schneiden. Karotten längs vierteln. Gemüse und ganze Knoblauchzehen zum Poulet in den Bratbeutel geben. Bratbeutel mit der beigelegten Klemme verschliessen. 5 Löcher in den Beutel stechen. 2. Bratbeutel auf ein Blech legen. Blech in die unterste Ofenrille schieben und das Poulet ca. 70 Minuten garen. Vorsicht: Der Bratbeutel darf die Ofenwände nicht berühren. 3. Poulet vor dem Tranchieren im ausgeschalteten und geöffneten Ofen 5 Minuten ruhen lassen. Bratbeutel aufschneiden. Poulet herausheben, Schnur entfernen und Poulet tranchieren. Mit dem Gemüse aus dem Beutel anrichten. Mit dem entstandenen Bratenjus begiessen.
Zubereitungszeit 20 Minuten + ca. 70 Minuten garen
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AUS DER REGION. FÜR DIE REGION. | 59
Bild: Jorma Müller
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Die Lötterles prüfen ihren Goldschinken. Bis zu 45% an Gewicht verliert der Schinken bei der Reifung.
REGIONENWETTBEWERB: ZÜRICH
Die gute Luft machts
Bis die Lötterles im Tösstal die richtige Rezeptur für ihren Goldschinken gefunden hatten, mussten sie viel experimentieren. Ausser Salz, Zucker und Gewürzen kommen keine Zusatzstoffe zum Einsatz.
D
er Blick in die Räucherkammer macht Appetit: Hier hängen Hunderte Schinken. Die Geschwister Cornelia und Adrian Lötterle leiten zusammen mit zwei weiteren Geschwistern den Betrieb, den ihr Vater gegründet hat. Sie haben mit ihrer Tösstaler Schinkenräucherei in Saland ZH den «Aus der Region. Für die Region.»Wettbewerb von Migros und MigrosMagazin in der Region Zürich gewonnen. Das Feuer für den speziellen Rauch zündet Adrian Lötterle im Keller an. Der Rauch von Buchen-, Wacholder- und Tannenholz zieht dann durch zwei Stockwerke, in denen sich die Räucher-
kammern befinden. «In der Stadt wäre der Geschmack des Schinkens nicht so fein. Wir brauchen die frische Berg- und Waldluft hier», sagt Adrian Lötterle. Stolz sind die Lötterles, dass ihr Räucherschinken komplett ohne Nitrat, Nitrit oder Ascorbinsäure auskommt. Dafür hat Adrian Lötterle viele Rezepte ausprobiert, bis der Schinken das richtige Aroma hatte. «Wir verwenden nur Salz, Gewürze und Zucker», sagt er stolz. Text: Claudia Schmidt
Mehr im Video So wird der Goldschinken gemacht: www.migrosmagazin.ch/ausderregion
Heimat In einer immer stärker globalisierten Welt gewinnt für den Einzelnen das Regionale an Bedeutung. Denn das ist es, was immer noch Identität, Zugehörigkeit und Heimat ausmacht. Das Label «Aus der Region. Für die Region.» bringt dies auf eine einfache Formel. Mit über 8000 lokalen Produkten präsentieren Produzenten den regionalen Reichtum und die Vielfalt der Schweiz. Das stiftet Identität und vermittelt ein Gefühl von Heimat.
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BLUMENZWIEBELN
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NR. 38, 16. SEPTEMBER 2013 | MIGROS-MAGAZIN |
Jetzt ist Pflanzzeit für W
enn sich mit dem Herbst die ersten kälteren Tage ankündigen, sollten Sie bereits an den Frühling denken. Zumindest was den Garten anbelangt. Wer sich im Frühjahr an einem farbigen Blütenmeer erfreuen möchte, kann jetzt reichlich Blumenzwiebeln in die Erde setzen. Mit ihrem Farben- und Formenreichtum überbrücken Frühlingsblüher blütenarme Zeiten. Denn viele Sorten wie Tulpen, Krokusse und Narzissen blühen bereits von März bis zum Frühsommer, noch bevor Sträucher und Stauden ihre Blütezeit erreichen. Von September bis November werden die winterharten Blumenzwiebeln gepflanzt, noch bevor der erste Frost kommt. So können die Frühblüher noch im Herbst Wurzeln schlagen und richtig anwachsen, um im Frühjahr kräftig auszuschlagen. Viele Blumenzwiebeln wie Narzissen haben die Eigenschaft, sich durch Tochterzwiebeln zu vermehren. Sie wirken gerade in grossen Gruppen umwerfend. Beim Kauf von Blumenzwiebeln sollte man grosszügig mit der Menge sein, denn je mehr Zwiebeln man in die Erde bringt, desto beeindruckender das Ergebnis.
Die meisten Zwiebelgewächse sind anspruchslos. Trotzdem ist eine gründliche Vorbereitung der Pflanzflächen wichtig. Feste Böden müssen gelockert werden, ausgelaugte werden durch Komposterde oder Zugabe von Hornmehl nährstoffreicher. Zu schwere Erde kann mit Sand gelockert werden. Die Spitze der Zwiebel sollte nach oben zeigen und doppelt so tief gesetzt werden, wie sie dick ist. Sobald die Zwiebeln mit Erde locker bedeckt sind, werden sie gut angegossen. Um die Zwiebeln gegen Kälte zu schützen, kann man das Beet zusätzlich mit Rindenmulch bedecken. Selbst ohne Garten muss man nicht auf Narzissen oder Hyazinthen verzichten. Auch Balkonkisten und Kübel können damit bestückt werden, müssen aber bei grosser Winterkälte geschützt stehen. Den ultimativen Frühlingsduft bringen die Hyazinthen. Die aus Asien stammende Zwiebelblume eignet sich auch als Topfpflanze für die Wohnung. Tipp: Vor dem Setzen der Zwiebeln empfiehlt es sich, einen Bepflanzungsplan anzufertigen. Man skizziert die Anordnung der Sorten und stimmt sie farblich aufeinander ab. Text: Anette Wolffram Eugster
Blumenzwiebeln im Topf Im Frühling gibt es zwar vorgetriebene Zwiebelblumen zu kaufen. Spannender ist es jedoch, selbst gepflanzten Krokussen, Tulpen oder Hyazinthen beim Wachsen zuzuschauen.
Bild: Friedrich Strauss (4), Fotolia, iStockphoto
Damit man sich im Frühjahr an farbenfrohen Blumen im Garten erfreuen kann, sollten
1. Wasserabzugslöcher mit Tonscherben abdecken, damit später keine Erde durchrieselt.
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FRÜCHTE & GEMÜSE
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FISCH, FLEISCH & GEFLÜGEL Cervelas, TerraSuisse, 3 x 2 Stück, 600 g 4.20 statt 7.05 40% Bündnerfleisch hauchdünn, Schweiz, 97 g 5.90 statt 7.65 20% Hirsch-Entrecôte, Neuseeland, per 100 g 5.35 statt 7.70 30% Optigal Pouletschnitzel, Schweiz, per 100 g 2.70 statt 3.30 Burewurst, Schweizer Fleisch, 2 Stück, 270 g 4.30 statt 5.45 Schweinsbratwurst, «Aus der Region.», aus der Zentralschweiz, 2 Stück, 300 g 4.30 statt 5.30 Schweinsbratwurst, «Aus der Region.», aus der Zentralschweiz, 3 Stück, 360 g 4.90 statt 6.– Schweinsbratwurst, «Aus der Region.», aus der Zentralschweiz, 1 Stück à 150 g 2.15 statt 2.65 Puccini Hinterschinken, Schweizer Fleisch, Schale, per 100 g 2.90 statt 3.70 Bauernschüblig, Schweizer Fleisch, 1 Paar, 160 g 3.70 statt 4.70 Salametti Milano, Schweizer Fleisch, Netz à 3 Stück, 210 g 5.– statt 7.70 33%
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Siedfleisch mager, TerraSuisse, Schweizer Fleisch, per 100 g 1.80 statt 2.30 Schweinsplätzli vom Stotzen, TerraSuisse, «Aus der Region.», aus der Zentralschweiz, per 100 g 2.10 statt 2.90 25% Schweinefleisch geschnetzelt, TerraSuisse, «Aus der Region.», aus der Zentralschweiz, per 100 g 2.10 statt 2.80 25% Coquelet, aus der Schweiz, per kg 10.80 statt 13.50 erhältlich in der Selbstbedienung Coquelet gewürzt, aus der Schweiz, 2 Stück, per kg 11.60 statt 14.50 erhältlich in der Selbstbedienung Lachsfilet, ohne Haut, Zucht aus Norwegen, per 100 g 2.70 statt 3.90 30%
Rindsvoressen, TerraSuisse, Schweizer Fleisch, per 100 g 1.80 statt 2.30 Pizaijolaschnitzel (Schweinefleisch), Schweizer Fleisch, per 100 g 2.15 statt 2.95 25% erhältlich an der Bedienung
Saltimbocca (Schweinefleisch), TerraSuisse, «Aus der Region.», aus der Zentralschweiz, per 100 g 2.90 statt 4.30 30% erhältlich an der Bedienung Schweinsbraten vom Hals, Schweizer Fleisch, per kg 13.– statt 22.– 40% erhältlich in der Selbstbedienung
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Magenbrot, Beutel à 250 g 3.60 statt 4.50
Generoso Cake, 380 g 4.40 statt 5.– Léger Halbfettbutter und Margarine, z.B. Léger Halbfettmargarine, 200 g 1.60 statt 2.– 20%
NEAR-/NON-FOOD Sheba Katzennahrung im 12er-Pack, 10 Stück + 2 gratis (Beutel oder Schalen), z.B. Sheba Découvertes, 12 x 100 g 10.25 statt 12.30 +2 Nivea Hair Diamond Volume Linie, z.B. Diamond Volume Shampoo, 250 ml 3.95 NEU **
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SCHAUFENSTER
MIGROS-MAGAZIN | NR. 38, 16. SEPTEMBER 2013 |
Frühlingsblüher
im Herbst reichlich Blumenzwiebeln gesetzt werden.
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Beim Zwiebelsetzen sollte man auf die Farbkombination achten. Lila Garten Mix*, 50 Stück, Fr. 19.80
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2. Frische Balkonblumenerde so hoch einfüllen, wie Zwiebeln liegen sollen. Die Zwiebeln mit etwas Abstand auslegen.
3. Erde leicht andrücken, bei Bedarf nochmals Erde zugeben. Das bepflanzte Gefäss an einen geschützten Platz stellen.
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MIGROS-MAGAZIN | NR. 38, 16. SEPTEMBER 2013 |
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Fototipps vom Profi Tipps &Tricks von Roberto Carbone, Dozent M-Art Fotografie an der Klubschule Migros.
Was können deine Minis? Alle Infos zum Wettbewerb findest du unter www.minimania.ch
Der erste Joker ist da!
Am Mittwoch, 18. September, kann man bei einem Einkauf ab 60 Franken in allen Migros-Filialen, -Fachmärkten und bei Le Shop diese coole Migros-Sammelkarte ergattern. Beim nächsten Besuch der Migros bekommt man gegen Vorweisen der Karte an der Kasse ein zusätzliches MinimaniaSachet. Ausserdem erhält man einen Spezialsticker für das Sammelalbum und eine Münze für den Mini-Supermarkt mit Online-Code. Es hät, solangs hät!
Verrückte Welt
Mit ein bisschen Witz und Kreativität kannst du jetzt ganz gross rauskommen: Mach mit beim MinimaniaFotowettbewerb «Ganz klein, ganz gross»!
F Bild: PD
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allen da wirklich Zwerge aus der Streuwürze? Und seit wann gibt es derart gigantische Milchbeutel und Wolken-Soft-Ice? «Gibts nicht» gibt es nicht beim grossen MinimaniaFotowettbewerb: Hier geht es um absurde Grössenverhältnisse, ungewöhnliche Perspektiven und merkwürdige Situationen. Inszenier deine Lieblingsminis so, dass aus grossen Objekten kleine wer-
den und kleine Dinge ganz gross wirken. Bist du mit deinem Resultat zufrieden, kannst du das Bild auf die Minimania-Website hochladen und am Wettbewerb teilnehmen. Zu gewinnen sind Migros-Gutscheine im Gesamtwert von Fr.25 400.–. Der 1. Preis ist ein Einkaufsgutschein, mit dem man ein Jahr lang für rund Fr. 100.– pro Woche einkaufen kann. Text: Nicole Ochsenbein
Wird der Mini im Vordergrund des Bilds platziert, wirkt das kleine Produkt ganz gross und alles im Hintergrund ganz klein. Fotografiert man aus der Froschperspektive, also von unten nach oben, sieht dein Mini grösser und lang gezogen aus. Fotografierst du aus der Adlerperspektive, wirken die Minis noch kleiner. Am besten eignet sich die Normalperspektive, so sehen die Minis am natürlichsten aus. Zusätzlich Spannung erzeugt man, wenn das Hauptmotiv nicht in der Mitte des Bilds liegt, sondern im sogenannten goldenen Schnitt, z. B. unten rechts oder oben links im Bild. Willst du ganz nah am Objekt fotografieren und die Kompaktkamera stellt nicht mehr scharf, verwendest du am besten den Makromodus. Falls sich deine Kamera manuell einstellen lässt und dein Foto mal zu dunkel oder unscharf werden sollte, erhöhe einfach den ISO-Wert. Je dunkler es ist, desto höher kannst du den ISO-Wert einstellen. Falls alle Stricke reissen kann man zusätzlich den eingebauten Blitz verwenden.
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11.01.–20.01.14 , 01.03.–10.03.14 29.11.–08.12.13 10.01.–19.01.14 07.02.–16.02.14 07.03.–16.03.14 04.04.–13.04.14
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1. Tag: Zßrich–Miami (USA). Direktflug von Zßrich nach Miami mit Swiss und Transfer in Ihr Hotel. Hotelßbernachtung. 2. Tag: Miami (USA). Am Nachmittag Transfer zum Hafen. Anschliessend Einschiffung auf Ihr Kreuzfahrtschiff Carnival Liberty. Um 16 Uhr heisst es das erste Mal Leinen los. 3. Tag: Erholung auf See. 4. Tag: Cozumel (Mexiko). Ihre ausgedehnten weissen Sandstrände, das glasklare Wasser, sowie die fantastischen TauchmÜglichkeiten
machen Cozumel zu einem begehrten Urlaubsziel. Aufgrund ihrer charakteristischen Form wird Cozumel gerne mit einem Edelstein verglichen. Aufenthalt von 8 bis 18 Uhr. 5. Tag: Belize (Guatemala). UnberĂźhrter Regenwald, antike Ruinen, das Belize Barrier Reef und seine wunderschĂśnen Atolle machen Belize zu einer einzigartigen und aussergewĂśhnlichen Destination. Aufenthalt von 9 bis 18 Uhr. 6. Tag: Roatan (Honduras). RoatĂĄn ist ein Paradies, insbesondere fĂźr alle, die schnorchelnd oder tauchend die Unterwasserwelt erkunden wollen. Die Insel ist umgeben von einem der grĂśssten Riffe der Welt. Aufenthalt von 8 bis 15 Uhr. 7. Tag: Grand Cayman (Britisches Ăœberseegebiet des Vereinigten KĂśnigreichs). An der westlichen Bucht liegt der Seven Mile Beach, ein langer Strand mit Korallensand. Im Westen der Insel liegt die Hauptstadt George Town und in der frĂźheren Hauptstadt, Bodden Town, liegen die Pirate‘s Caves, ein unterirdisches HĂśhlensystem, in dem im 18. Jh. Piraten Zuflucht fanden. Aufenthalt von 10 bis 18 Uhr. 8. Tag: Erholung auf See. 9. Tag: Miami (USA)–Schweiz. Am frĂźhen Morgen Ankunft in Miami. Transfer zum Flughafen und RĂźckflug in die Schweiz. 10. Tag: Ankunft in der Schweiz. Am Morgen Ankunft in der Schweiz.
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Ihre Kreuzfahrtschiffe
Ihre Reiseroute 2
Bergkette, der Verchilds-Bergkette und der Olivees-Bergkette. Aufenthalt von 8 bis 18 Uhr. 8. Tag: Phillipsburg (Saint Martin). Nur hier in der Karibik gibt es einen Grenzßbergang zwischen Frankreich und den Niederlanden. Während der Norden der Insel St-Martin zum franzÜsichen Departement Guadeloupe gehÜrt, ist das sßdliche Saint Maarten, Teil der Niederländischen Antillen. Aufenthalt von 7 bis 17 Uhr. 9. Tag: San Juan (Puerto Rico)–Schweiz. Am frßhen Morgen Ankunft in San Juan. Nach dem Frßhstßck Ausschiffung und Transfer zum Flughafen. Rßckflug in die Schweiz ßber New York. 10. Tag: Ankunft in der Schweiz. Am Morgen Ankunft in der Schweiz.
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Reise 24.01., 07.02., 21.02., 21.03., 04.04. 95.– Reise 07.03, 18.04. 195.– Unsere Leistungen â–
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Route 1: Carnival Valor 4B/E 2-Bett-Kabine innen 6B 2-Bett-Kabine aussen 8B 2-Bett-Kabine aussen, Balkon Route 2: Carnival Liberty 4B 2-Bett-Kabine innen 6B 2-Bett-Kabine aussen 8B 2-Bett-Kabine aussen, Balkon
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MIGROS-MAGAZIN | NR. 38, 16. SEPTEMBER 2013 |
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Vorspeise für 4 Personen ■ Ofen auf 180 °C vorheizen. Aus Backpapier 4 Quadrate à 25 cm schneiden. Circa Fr. –.25 ■ Einen Camembert à 240 g vierteln und jeweils ein Viertel auf ein Stück Backpapier setzen. Circa Fr. 2.10 ■ 100 g Weintrauben halbieren, entkernen und um die Käsestücke verteilen. 8 halbe Baumnüsse und 4 getrocknete Aprikosen ebenfalls auf die Käseviertel verteilen. Circa Fr. 2.10 ■ Je 1 TL Honig darüber verteilen. Mit Pfeffer würzen. Zu kleinen Päckchen, ähnlich einem Bonbon, falten bzw. drehen und ca. 5 Minuten im Ofen backen. Circa Fr. –.30 TIPP Dazu passt Baguette oder Vollkornbrot.
Raffiniert: Camembert wird in kleine Päckchen gepackt und mit Trauben und Honig verfeinert.
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NONFOOD | 81
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Fussballprofi Marco Wölfli (30) hütet das Tor der Berner Young Boys und der Schweizer Nati. Er ist verheiratet und hat einen neun Monate alten Sohn.
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Meinen Ehering. Die vielen schönen Erlebnisse als Sportler sind glücklicherweise nicht käuflich.
In der Hochbauzeichnerlehre. In der Schulzeit reichte das Taschengeld gut aus. Was geben Sie auch für viel Geld nicht her?
Wofür geben Sie gern viel Geld aus?
Am ehesten für Ferien.
Welche waren Ihre teuersten Ferien?
Unsere zweigeteilten Flitterwochen. Den ersten Teil verbrachten wir auf den Seychellen,denzweitenaufSafariinTansania. Haben Sie einen Spartipp für unsere Leser?
Gehen Sie einkaufen, wenn Sie satt sind. So landen keine überflüssigen Lebensmittel im Einkaufswagen. Wofür würden Sie die letzten 100 Franken ausgeben?
Ich hoffe, dass es nie so weit kommt, dass ich nur noch 100 Franken besitze. Welche Sportart oder Kultursparte sollte mit mehr Geld unterstützt werden?
Wenn Schweizer Musiker finanzielle Unterstützung erhalten, befürworte ich das. Damit sie so erfolgreich wie meine Freunde von Züri West werden. Was kann man für Geld nicht kaufen?
Sportlichen Erfolg zum Beispiel.
Mit wem gingen Sie gern auf Shoppingtour?
Am liebsten mit meiner Frau.
Interview: Jeannine Villiger
NEU 2014 auch auf der Donau!
Eisernes Tor
Unser populärstes Luxus-Schiff MS Antonio Belluccibbbbb mit hervorragendem Preis-/Leistungsverhältnis
15 Tage Passau–Donaudelta–Passau 8 Tage Passau–Puszta–Budapest–Passau Liebe Lesererinnen und Leser des Migros Magazins Nach zwei äusserst erfolgreichen Saisons auf dem Rhein entsenden wir unser beliebtes Luxusschiff nun zusätzlich auf die Donau. Auf keinem Fluss in Europa erlebt man das multikulturelle Leben so hautnah wie auf der Donau. Neu bieten wir eine 15-tägige Reise ins Naturparadies des Donaudeltas an. Auf ihrem Weg bis ans Schwarze Meer durchquert der zweitlängste Fluss Europas 10 Länder in West und Ost. Die Walachei, das «Eiserne Tor», der Balkan und die Karpaten, das Donaudelta und das Schwarze Meer – Ziele, die es lohnt zu entdecken und die eine Kreuzfahrt auf der Donau zu einem besonderen Erlebnis machen. Gäste, die sich für eine kürzere Reise auf der Donau entscheiden, haben die Möglichkeit, den ausserordentlich beliebten Klassiker zwischen Passau und Budapest mit Südungarn und Puszta zu erleben. Auf der siebentägigen Fahrt erleben Sie die kulturelle Vielfalt der vier Städte Passau, Wien, Bratislava und Budapest und die zum Weltkulturerbe erhobene Wachau mit dem malerischen Krems und dem imposanten Stift Melk. Verpassen Sie die einmalige Gelegenheit nicht und kommen Sie an Bord unserer luxuriösen MS Antonio Bellucci.
Stift Melk
Restaurant
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15 Tage Passau–Donaudelta–Passau Reisedaten 2014 23.05.–06.06. 13.06.–27.06.
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Tag Destinationen Programm/Ausflüge 1 Schweiz–Passau Komfortable Busanreise ab Zürich (ca. 9.00 Uhr), St.Margrethen (ca. 10.30 Uhr) nach Passau. «Leinen los!» um 17.00 Uhr. 2 Wien Bewundern Sie während der Fahrt nach Wien die Schönheiten der Wachau. Ankunft am Mittag. Kennenlernen der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Wiens während einer Stadtrundfahrt*. 3 Ordas Ankunft im ungarischen Dorf Ordas und Puszta-Rundfahrt* u.a. mit einer artistischen Reitvorführung. 4 Belgrad Nachmittags Ankunft und Stadtrundfahrt* mit Besuch der Festung Kalemegdan, dem Nationalmuseum. 5 Eisernes Tor/ Entspannende und genussvolle Fahrt durch das «Eiserne Tor». Die Donau fliesst auf einer Länge von Kataraktenstrecke 130 km durch den spektakulären Taldurchbruch der Karpaten und Ausläufer des Balkangebirges. 6 Bukarest Morgens kurzer Halt in Giurgiu für den Ausflug nach Bukarest mit Stadtrundfahrt*. Im «Paris des Ostens» sind zahlreiche imposante Bauwerke wie der Parlamentspalast, oder der Triumphbogen zu bestaunen. Rückfahrt zum Schiff in Oltenita. 7 Meile 35 Von der Anlegestelle Meile 35 aus legen Ausflugsboote zur Rundfahrt* durch das Donaudelta ab. Im Flusslabyrinth des Deltas entdeckt man die ausserordentlich vielfältige Flora und Fauna. 8 Rousse Ankunft in Bulgariens grösstem Donauhafen. Stadtrundgang/-fahrt* mit Sehenswürdigkeiten wie das «Pantheon, der Kämpfer der Wiedergeburt», die Dreifaltigkeitskirche sowie das Ethnologische Museum. 9 Eisernes Tor Geniessen Sie die Fahrt durch die beeindruckende Passage des «Eisernen Tores». 10 Novi Sad Nachmittags Ankunft und Stadtrundgang/-fahrt* mit Besuch der Wehranlage Petrovaradin. 11 Mohács Ab Mohács Ausflug* nach Pécs, eine der schönsten Städte Ungarns (UNESCO-Weltkulturerbe). 12 Budapest Morgens beeindruckende Einfahrt in die Donaumetropole. Stadtrundfahrt* u.a. mit dem Burgviertel, der Matthiaskirche und der Fischerbastei. Wunderbare Aussicht vom Gellertberg aus auf die Donau. 13 Bratislava Fahrt im Stadtzug zum Burgareal mit dem St. Martins-Dom, bekannt als Krönungskirche für ungarische Könige. Rundgang* durch die wunderschöne Altstadt Bratislavas. 14 Weissenkirchen/ Busfahrt durch die Wachau zum barocken Benediktinerkloster in Melk (UNESCO-Weltkulturerbe) mit Wachau geführten Rundgang und einer Weinverkostung im Stiftskeller.* 15 Passau–Schweiz Nach dem Frühstück Ausschiffung und Busrückfahrt nach St. Margrethen/Zürich. Individuelle Heimreise. * Ausflug im Ausflugspaket enthalten, vorab buchbar. | Programmänderungen vorbehalten.
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MS Antonio Belluccibbbbb Dieses 2012 erbaute Luxusschiff bietet in 69 komfortablen Kabinen und einer Suite (28 m²) bis zu 141 Gästen Platz. Alle Kabinen sind mit Bad, DU/WC, Telefon, Safe, Haartrockner und individueller Klimaanlage ausgestattet. Die Kabinen auf dem Ober-/ Mitteldeck (15 m²) haben zusätzlich einen Tisch und zwei Sessel sowie einen französischen Balkon. Auf dem Hauptdeck (13 m²) hat es kleinere, nicht zu öffnende Fenster. Zur Bordausstattung gehören ein Foyer mit Rezeption, ein Shop, ein grosszügiges Restaurant, eine grosse Panorama-Lounge mit Tanzfläche und Bar sowie ein Sauna- und Fitnessbereich, Sonnendeck mit Whirlpool, Liegestühle und Sonnenschirme. WLAN vorhanden. Lift Oberdeck bis Restaurant (exkl. Hauptdeck). Nichtraucherschiff (Rauchen auf dem Sonnendeck erlaubt). Unsere Leistungen • Kreuzfahrt mit Vollpension an Bord • Bustransfer Zürich oder St.Margrethen–Passau und zurück • Alle Schifffahrtsgebühren • Thurgau Travel-Bordreiseleitung Nicht inbegriffen An-/Rückreise zum/vom gewählten Busein-/aussteigeort, Verpflegung während der Busfahrt, Versicherungen, Getränke, Trinkgelder (Empfehlung EUR 5–7 p.P./Tag), Ausflüge, Auftragspauschale Fr. 35.– pro Auftrag (entfällt bei Buchung über www.thurgautravel.ch), allfällige Treibstoffzuschläge vorbehalten.
Captain‘s Corner/Bibliothek
Budapest
8 Tage Passau–Puszta–Budapest–Passau Reisedaten 2014 16.05.–23.05. 04.07.–11.07. 06.06.–13.06. 11.07.–18.07. 27.06.–04.07. 18.07.–25.07.
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Ausflug Busanreise ab Zürich (09.00 Uhr) und St. Margrethen (10.30 Uhr). «Leinen los!» um 18.00 Uhr. Fahrt durch die schöne Wachau. Nachmittags Stadtrundfahrt* in Wien. Fahrt zum ungarischen Dorf Ordas. Puszta-Rundfahrt* mit traditioneller Reitvorführung. Morgens ausführliche Stadtrundfahrt.* Ausflug «Budapest bei Nacht» (fak.). Vormittags Besuch der Staatsoper und Markthalle (fak.). Busausflug «Donauknie»* nach Esztergom mit Dom. Weiterfahrt nach Visegrad. Eindrücklicher Panoramablick auf das Donauknie. 6 Bratislava Morgens Stadtrundgang* mit Fahrt zur imposanten Burg mit St. Martins-Dom und Altstadt. Weiterfahrt und Ankunft in Wien. Ausflug «zum Heurigen» (fak.). 7 Weissenkirchen/Wachau Busfahrt zum barocken Benediktinerkloster in Melk (UNESCO-Welterbe). Geführter Rundgang mit Weindegustation im Stiftskeller.* 8 Passau - Schweiz Frühstück und Ausschiffung. Busrückfahrt nach St.Margrethen/Zürich. Individuelle Heimreise. * Ausflug im Ausflugspaket enthalten, vorab buchbar. | Programmänderungen vorbehalten. 1 2 3 4 5
Schweiz – Passau Wien Ordas / Südungarn Budapest Budapest / Donauknie
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RUDOLF STRAHM
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NR. 38, 16. SEPTEMBER 2013 | MIGROS-MAGAZIN |
Als Preisüberwacher legte er sich mit vielen Grosskonzernen an.
AUFGETISCHT
Rudolf Strahm, Wirtschaftsexperte, Ex-Preisüberwacher Rudolf Strahm (70) studierte Chemie, später auch Volkswirtschaft. Von 1991 bis 2004 war der Wirtschaftswissenschafter Nationalrat. Besonders bekannt wurde er als engagierter Preisüberwacher (2004–08). Strahm hatte eine Beratungsfirma, nimmt heute Lehraufträge wahr und schreibt über Politik- und Wirtschaftsthemen. Was haben Sie auf Vorrat? Müesli, Knäckebrot, Milch, Salat, Äpfel und mehr. Feine Überlebensnahrung. Wie oft kochen Sie pro Woche? Einfaches täglich, wenn ich zu Hause bin, vielfältiger, wenn Gäste da sind. Kochen ist für Sie … … kein Ritual, vielmehr eine Routinearbeit wie andere Hausarbeiten. Was würden Sie nie essen? Gurken. Und aus Prinzip verzichte ich auf Schweinefleisch und Butter. Mit wem würden Sie gern mal essen gehen? Mit Eveline Hasler, Melanie Winiger oder sonst einer intelligenten, interessanten Frau, die ich heimlich verehre.
Alles unter Kontrolle in der Als Preisüberwacher kontrollierte Rudolf Strahm die Preisgestaltung der mächtigen Konzerne und Mittagsmenüs am heimischen Herd für ihn ein Kinderspiel, wie er dem Migros-Magazin bravourös
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SaiSonküche
Migros-Magazin | Nr. 38, 16. September 2013 |
rudolf strahM | 85
Rüebli, Zucchetti, Peperoni und Fenchel sorgen im Thai-Curry für sommerliches Flair.
Die Pouletstückchen werden mit Galgant, Chili und Zitronengras mariniert, anschliessend im Wok angebraten.
Zwei Experten unter sich: Rudolf Strahm und «Saisonküche»-Köchin Margareta Junker.
Küche
kartelle. Dagegen ist die Planung eines demonstrierte.
D
er Preis für frische Kräuter? Rudolf Strahm zögert nicht lange und sagt: «Circa zwei Franken.» Man merkt, dass er in seinem Einpersonenhaushalt die Einkäufe selbst erledigt. Und auch Gästebewirtung ist für den ehemaligen Politiker und Preisüberwacher kein Fremdwort. Den Gästen vom Migros-Magazin wird gleich etwas zu trinken angeboten, der runde Esstisch im Wohnzimmer des Reihenhauses in Herrenschwanden BE ist bereits für das gemeinsame Mittagessen gedeckt. «Saisonküche»-Köchin Margareta Junker packt die eingekauften Waren in der kleinen, aber funktionalen Küche aus. Rudolf Strahm schaut neugierig zu, denn für einmal hat er die Zutaten für sein Thai-Curry nicht selbst besorgt. Er
Vorsicht, scharf! Die Currypaste nach Belieben dazugeben. Erst wenig, dann abschmecken, dann nachwürzen.
holt ein Büchlein mit Küchennotizen — gesammelt über viele Jahre, inspiriert von seinen Reisen. «Mein Privatkochbuch», wie Strahm seine Notizen nennt.
für ihn sind die asiaten und nordafrikaner Künstler im Würzen «Sein» Thai-Curry, auch akribisch notiert, kann Strahm jedoch auswendig. Einen Vorschlag aber hat die Köchin für den routinierten Heimkoch: «Wie wäre es, wenn wir das Pouletfleisch in Galgant, einer ingwerähnlichen Wurzel, und Zitronengras marinierten?» Neuen Gerichten gegenüber ist Rudolf Strahm immer aufgeschlossen. Und wenn es exotische Gewürze und Zutaten enthält, umso besser. «Für mich sind die Asiaten und Nordafrikaner Künstler im Wür-
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SAISONKÜCHE
MIGROS-MAGAZIN | NR. 38, 16. SEPTEMBER 2013
zen.» Was ihn gleich auf die Idee bringt, eine Frischhaltedose mit seinen Gewürzschätzen hervorzukramen. Gewürze kauft er ohnehin am liebsten dort, wo sie viel verwendet werden. Ras el-Hanout, eine marokkanische Gewürzmischung, Kurkuma und Kreuzkümmel befinden sich unter anderen in dem Behälter. Das Interesse fürs Kochen war anfangs für ihn Notwendigkeit. «Als ich in eine WG zog, musste ich kochen. Später habe ich für meinen Sohn gekocht, bis er es auch konnte. Dann haben wir uns abgewechselt», so Strahm. Wer das Haus des 70-Jährigen betritt, dem fallen sofort die vielen Bücher auf. Auf der Treppe stapeln sich Neuerscheinungen, hauptsächlich Sachbücher zu wirtschaftlichen und sozialpolitischen Themen. «Ich komme mit dem Lesen gar nicht nach», gesteht Strahm, denn neben Vorträgen, die er hält, und Kolumnen, die er schreibt, nimmt er sich viel Zeit für seine Enkelin Sophie. Wenn er auf sie aufpasse, interessierten ihn die Themen des globalen Wirtschaftsparketts für ein paar Stunden nicht mehr.
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RUDOLF STRAHM | 87
Grünes Thai-Gemüse-Curry mit Poulet
Am Esstisch im Wohnzimmer sass schon so mancher Politiker Der frühere Preisüberwacher, der stets den grossen Konzernen auf die Finger schaute, guckt jetzt der Köchin über die Schulter. Das Fleisch köchelt im Wok. Rudolf Strahm gibt die Currypaste hinzu: «Damit muss man vorsichtig sein, sonst wird das Curry zu scharf.» Der Reis ist fast fertig. «Nur nicht umrühren, sonst klumpt er!», warnt Strahm. Schnell bereitet er noch einen Salat zu. Auch frische Früchte für den Nachtisch stehen bereit. Die Gäste nehmen am Esstisch Platz und atmen gleich noch ein wenig Politikgeschichte. Als er Nationalrat war, erzählt Rudolf Strahm, habe er ab und zu Politikerkollegen eingeladen — und sie am selben Tisch bewirtet. Ein unkomplizierter Gastgeber eben. Text: Claudia Schmidt Bilder: Daniel Ris
www.rudolfstrahm.ch
400 g Pouletschnitzel 2 cm Galgant 1–2 Chilischoten 1 Stängel Zitronengras 2 EL Fischsauce 300 g Karotten 1 Zwiebel 300 g Fenchel 8 Mini-Maiskolben 2 Peperoni 300 g Zucchetti 200 g Auberginen 2 EL Sonnenblumenöl 5 dl Kokosmilch 2–3 EL grüne Currypaste 100 g Cashewkerne Salz ½ Bund Koriander
ZUBEREITUNG 1. Poulet kalt abspülen und trocken tupfen. In 1 cm grosse Würfel schneiden. In eine Schüssel geben. Galgant schälen, an der Bircherraffel reiben. Chilis nach Belieben mit oder ohne Kerne sehr fein hacken. Vom Zitronengras harte Blätter entfernen, Rest fein schneiden. Alles mit der Fischsauce zum Poulet geben und mischen. 15 Minuten marinieren. 2. Karotten, Zwiebel und Fenchel in 1 cm grosse Stücke schneiden und in eine Schüssel geben. Maiskolben halbieren. Peperoni, Zucchetti und Aubergine in circa 1 cm grosse Würfel schneiden. In eine zweite Schüssel geben. 3. Fleisch in einer beschichteten Bratpfanne im Öl bei mittlerer Hitze circa 5 Minuten anbraten. In einen grossen Wok geben. Kokosmilch dazugiessen. Currypaste beigeben. Zu Beginn erst 2⁄3 der Paste beigeben, den Rest später nach gewünschter Schärfe daruntermischen. Alles aufkochen. Karotten, Zwiebel und Fenchel daruntermischen. Curry zugedeckt leise köchelnd 10 Minuten garen. Dann Cashewkerne, Mais, Peperoni und Zucchetti dazugeben. 5 Minuten garen. Auberginen zum Schluss 5 Minuten mitkochen. Mit Salz und Currypaste abschmecken. Koriander grob dazuschneiden. Mit Basmatireis servieren. TIPP Curry je nach Saison mit anderen Gemüsen zubereiten.
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Produkt der Woche Die beliebten Herbstchüechli gibt es während der Chilbizeit in allen Filialen der Migros Luzern zu kaufen. Der feine Geschmack des knusprigen Teigs und das Puderzuckerhäubchen sind gleich wie beim Fasnachtschüechli. Die einzigen Unterschiede: Die Herbstchüechli sind kleiner und bestens für einen Snack geeignet. Und neu sind sie mit Apfel-Zimt-Geschmack erhältlich. En Guete!
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Florentin Röthlin produziert HaferBeta-Glucan-Spiralen im Obwaldner Familienbetrieb.
Herzhaft gut
Produzenten der Migros Luzern sind innovativ: Die Kernser Pasta Röthlin AG verbindet mit den BetaGlucan-Spiralen Gesundheit mit Genuss.
N
icht nur fein, sondern auch gesund sind die neuen Beta-Glucan-Spiralen der Pasta Röthlin AG aus Kerns. Der Obwaldner Teigwarenspezialist verwendet für die Spiralen ausschliesslich UrDinkelmehl aus der Zentralschweiz. «Wir machen vieles in Handarbeit», erklärt Florentin Röthlin von der Pasta Röthlin AG. Angereichert mit natürlichem Hafer-Beta-Glucan so-
wie reinem Bergquellwasser, entsteht ein Produkt, das sowohl schmeckt als auch eine positive Wirkung auf den Cholesterinspiegel hat.
Hafer-Beta-Glucan: Natürlich und gut fürs Herz Hafer-Beta-Glucan reduziert nachweislich den Cholesterinspiegel im Blut. Ein hoher Cholesterinwert gehört zu den
Risikofaktoren für koronare Herzerkrankungen. Die positive Wirkung von Hafer-Beta-Glucan stellt sich bei einem Konsum von 3 g Hafer-Beta-Glucan ein. Eine Portion à 80 g der Beta-GlucanSpiralen der Pasta Röthlin AG enthält bereits 1,5 g. Produkte mit dem FriendOatwell-Signet weisen einen besonders hohen Anteil auf an Hafer-Beta-Glucan, das eine natürliche Pflanzenfaser des Hafers ist. Durch ein spezielles Mahlverfahren wird dem Haferkorn für die Hafer-BetaGlucan-Spiralen Stärke entzogen. Dadurch steigt der Gehalt an Beta-Glucan in der Haferkleie von fünf auf achtundzwanzig Prozent. Text und Bild: Marisa Michlig
Weitere Informationen zu Hafer-Beta-Glucan auf: www.friendoatwell.ch
ihre region 90 |
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migros luzern
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Nr. 38, 16. September 2013 | migros-magazin |
Expressive Farbenpracht
Ein Werk von Franz Stadelmann.
Urs Sager: «Der Denker».
Der Zugang zur malerei könnte bei den beiden Zentralschweizer Künstlern, die im monat Oktober im Forum Zugerland ausstellen, nicht gegensätzlicher sein: Während Urs Sager bereits als kleiner Junge dank seines Vaters eine enge beziehung zur Kunst hatte, hat Franz Stadelmann erst vor ein paar Jahren zu malen begonnen. Gemeinsam ist ihnen jedoch der
hohe Stellenwert der Farben als Ausdrucksmittel in ihren bildern. Urs Sager – mit Künstlernamen Sage – lässt seine Werke aus dem moment heraus entstehen. So ergeben sich bilder in unterschiedlichen techniken und Farben mit abwechslungsreichen Motiven. Der betrachter soll die bilder individuell auf sich wirken lassen
Neue Talente sind willkommen Anfang August hat die Migros Luzern die Lehrstellen fürs kommende Jahr ausgeschrieben: Rund 85 Stellen verteilen sich auf 12 verschiedene Berufe in diversen Branchen.
D
ie Migros ist nicht nur eine attraktive Arbeitgeberin, sondern bietet auch Lernenden optimale Bedingungen. Seit Anfang August ist der grösste Lehrstellenanbieter der Schweiz auch in der Zentralschweiz wieder auf der Suche nach jungen und motivierten Talenten. «Lernende sind der Grundstein unserer Zukunft», erklärt Isabel Weber, Leiterin Berufsbildung bei der Migros Luzern. «Wir wollen selber Lernende ausbilden, und zwar in einer Art und Weise, dass wir den Grossteil von ihnen nachher auch weiterbeschäftigen können.» Wer sich eine Lehrstelle bei der Migros sichert, hat also auch mit Blick auf eine mögliche Weiterbeschäftigung nach Lehrabschluss gute Karten.
neue Berufsfelder mit zukunft im Bereich systemgastronomie
sich Berufsgattungen, in denen jährlich gerade einmal zwei Jugendliche ihre Ausbildung abschliessen – etwa im Strassentransport, wo die Lernenden ab dem zweiten Grundbildungsjahr für den Transport von Gütern wie auch für das Fahrzeug verantwortlich sind. Gesellschaftliche Entwicklungen widerspiegeln sich in der Vielfalt der angebotenen Lehrstellen. Das zeigt sich etwa, wenn aufgrund veränderter Bedürfnisse neue Bildungsgänge geschaffen werden. Isabel Weber erklärt: «Eines der jüngsten Beispiele ist die neue Ausbildung zum Systemgastronomiefachmann/zur Systemgastronomiefachfrau EFZ. Wer diese dreijährige Lehre durchlaufen hat, verfügt über umfassendes Know-how in Bezug auf die gesamten Tätigkeiten, die in einer Grossküche anfallen.»
mit wenigen Klicks zum start ins Durchschnittlich schliessen 99 Prozent arbeitsleben
der Lernenden der Migros Luzern ihre Grundbildung mit Erfolg ab. Die grösste Zahl der Abgängerinnen und Abgänger kommt aus dem weiten, branchenüberspannenden Feld des Detailhandels. Am anderen Ende des Spektrums finden
Wer sich für das Lehrstellenangebot der Migros Luzern interessiert, kann sich bei der Zentralschweizer Bildungsmesse zebi (www.zebi.ch) im November informieren. Auch im Internet finden sich vielfältige Informationen rund um Be-
Systemgastronomiefachmänner und -frauen haben den Überblick: das Zubereiten bis zum Verkauf liegt alles in ihrem Aufgabenbereich.
Adressänderungen: nur noch der Post melden. Die Zeitung wird dann automatisch an die neue Adresse geliefert. Abonnentenservice: MIGROS LUZERN, 6031 Ebikon, Tel. 041 455 70 38,
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ihre region
Migros-Magazin | Nr. 38, 16. September 2013 |
und so seine eigene beziehung dazu aufbauen.
ren in seinen bildern zu erzeugen.
Franz Stadelmann malt vorwiegend abstrakt mit Acryl auf Leinwand. er spielt gerne mit den Farben und Kontrasten. Häufig verwendet er zusätzliche materialien wie Strukturpaste, Sand, Seidenpapier usw., um kleinere und grössere Struktu-
Die farbenfrohe Ausstellung kann vom 27. September bis 2. November während der Ladenöffnungszeiten des einkaufscenters Zugerland, Steinhausen, in der oberen Verkaufsebene – hinter World of Jeans – besichtigt werden.
Lehrstellen ab Sommer 2014 bei der Migros Luzern
- Detailhandelsassistent/-in ebA - Detailhandelsfachfrau/-mann eFZ - Fleischfachassistent/-in ebA - Informatiker/-in eFZ - Kauffrau/-mann (e-/m-profil) - Kältesystem-monteur/-in eFZ - Koch/Köchin eFZ - Logistiker/-in eFZ oder ebA - Strassentransportfachmann/-frau eFZ - polydesigner/-in 3D eFZ - Systemgastronomiefachmann/-frau eFZ
Von der Planung über
rufsbildung und Lehrstellen bei der Migros. Auf www.migros.ch/lehrstellen besteht beispielsweise die Möglichkeit, sich ein Lehrstellenabo einzurichten, das einen per E-Mail laufend über offene Lehrstellen orientiert. Zudem geben Berufsvideos einen anschaulichen Eindruck über verschiedene Aufgabenfelder. Text: Thomas Steccanella/ Marisa Michlig
E-Mail: genossenschaftsregister@migrosluzern.ch
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Migros luzern | 91
Wortakrobatinnen und Satzjongleure
Anlässlich des Europäischen Tages der Sprachen organisiert die Klubschule Migros Luzern vier Veranstaltungen zum Thema «Sprachkunst – Kunstsprache».
Spritziger Abend garantiert: Satz & Pfeffer sausen am 24. September mit geballter Wortladung über die Bühne.
M
an nehme eine Handvoll Vokale, mische sie mit ein paar würzigen Konsonanten – und fertig ist der Buchstabensalat. Angerichtet wird er nicht selten auf der wohl kleinsten Literaturbühne der Welt: in der Loge Luzern. Die Klubschule Migros Luzern präsentiert nächste Woche ein vielversprechendes Programm, das in Zusammenarbeit mit der Loge entstanden ist und vom Kulturprozent unterstützt wird.
Um die sprachliche Vielfalt in Europa zu fördern, hat der Europarat den 26. September zum Europäischen Tag der Sprachen erklärt. Überall in ganz Europa finden verschiedene Veranstaltungen statt, die Menschen ermutigen sollen, eine neue Sprache zu lernen oder vorhandene Sprachkenntnisse zu verbessern. Text: Jacqueline Achermann
Kulturinputs für alle zum europäischen Tag der sprachen
Kulturinputs
Warum die Klubschule Migros plötzlich in der Spoken-Word-Szene mitmischt, hat mehrere Gründe: Zum einen liegt ihr die Sprache am Herzen, zum anderen engagiert sie sich für den Europäischen Tag der Sprachen. Anlässlich dieses Tages präsentiert sie an vier Abenden sprachliche Leckerbissen. Wer vor dem Apéro oder nach dem Znacht eine halbe Stunde Sprache geniessen möchte, ist an diesen Kulturinputs vom 23. bis 26. September herzlich willkommen.
n bänz Friedli, Lesung: montag, 23. September n Satz & pfeffer, Szenische Lesung: Dienstag, 24. September n Hazel brugger, Slam poetry: mittwoch, 25. September n André Schürmann/Christoph erb, Words’n’Winds: Donnerstag, 26. September Die kostenlosen Veranstaltungen finden jeweils von 17.30 bis 18.00 Uhr und 19.30 bis 20.00 Uhr an der Hertensteinstrasse 9, 2. Stock, in Luzern statt.
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LEBEN
MIGROS-MAGAZIN | NR. 38, 16. SEPTEMBER 2013 |
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WILDS WELT
Im Südtirol heisst der Herbstgenuss Törggelen
So überzeugt Mann
Tourismusprofi und Redaktor Reto E. Wild
Der Gemüseteller holt gegen «Schnipo» auf. Männer essen mittags mehr und mehr fleischlos, aber nur, wenn nicht «Vegi» drauf steht. Gemüse kommt mittlerweile auch bei Männern an. Bloss als Vegetarier wollen sie nicht abgestempelt werden.
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as beliebteste Mittagsmenü in Kantinen ist «Schnipo», dicht gefolgt von Spaghetti Bolognese und Lasagne. Das sagen neuste Zahlen der SV Group, die schweizweit 300 Betriebe mit frischen Mittagsmenüs beliefert. Vor allem Männer mögen etwas Währschaftes zwischen den Zähnen. Allerdings essen auch sie immer öfter vegetarisch: 2013 wuchs die Vegi-Nachfrage sprunghaft von 15 auf über 20 Prozent an, über 20 000 der täglich gelieferten 100 000 Hauptmahlzeiten waren fleischlos.
Bilder: Tor/Alimdi.net, Stefano Scatà/Südtirol Marketing
Männer schreckt die Bezeichnung «Vegi-Teller» ab «Unsere Gäste sind für das Thema Ernährung sensibler geworden», erklärt Kornell Otto (35) von der SV Group. Er ist Verantwortlicher des Projekts «One Two We», das klimafreundliche Produkte auf die Tische bringen will. Konkret heisst das: Mehr regionale und saisonale Produkte und ein grösseres vegetarisches Angebot. Nur zeigte sich, dass längst nicht alle einen Vegi-Teller besonders attraktiv finden. Speziell Männer scheint die Bezeichnung «Vegi» abzuschrecken. Dieser Stolperstein ist jedoch rasch überwunden: Wurde ein Vegimenü unter «Hausmannskost», «Traditional» oder «Gartenküche» an-
geboten, gewann es schlagartig an Attraktivität. Solche Namen tönen offensichtlich auch für Männer ansprechender. Viele hätten sich erstaunt gezeigt, wie fein vegetarisches Essen schmecken könne, sagt Kornell Otto. Vegetarische Favoriten sind momentan Currys, Bami Goreng und Pasta, und sie werden kaum an Beliebtheit einbüssen. Immerhin wählen schon die Kleinen oft lieber die fleischlose Variante: «Bei einer Analyse im Juni 2013 zeigte sich, dass in den von uns belieferten Kitas durchschnittlich 43 Prozent Menüs mit Fleisch und 57 Prozent fleischlose Mittagessen serviert werden», sagt Urs Meier (51), Leiter des Geschäftsbereichs Meal Services bei der SV Group. In den nächsten Jahren stehen vielleicht auch vegane Gerichte auf der Karte. Erhalten sie einen klingenden Namen, werden bestimmt auch Männer sie verzehren. Text: Claudia Weiss
www.migrosmagazin.ch
ONLINE ABSTIMMEN Vegetarier schonen die Umwelt Sollten wir künftig alle mindestens einen Vegi-Tag pro Woche einlegen?
Mit dem Herbstanfang beginnt im Südtirol das Törggelen — das Verkosten des jungen Weins bei den Winzern. Dazu werden oft geröstete Kastanien, Nüsse und süsse Krapfen gegessen. Der Brauch stammt ursprünglich aus dem Eisacktal, das von Brenner bis nach Bozen reicht. Namensgebend war die Torggel, die Traubenpresse im Kelterraum, hier fand ursprünglich das Törggelen statt. Heute geniesst man unter den Reben oder in den Winzerstuben. Für Südtiroler ist das Törggelen die fünfte Jahreszeit. ■ Meine Adressen zum Törggelen: Der Traditionsbetrieb Oberpartegger im Eisacktal war Schankbetrieb des Jahres 2012 und hat viele Hofprodukte wie Bauernspeck, Käse, Kastanien, Säfte, Quark, www.beimpartegger.com Der 400 Jahre alte Glangerhof bei Feldthurns gilt sogar bei Einheimischen als Geheimtipp (alte Stube, exzellente Produkte, herzliche Atmosphäre, Ausblick auf Dolomiten, Tel. 0039 0472 855 317). ■ Der beste Weg zum Törggelen führt vom Bischofssitz in Neustift über den Keschtnweg zum Schloss Runkelstein in Bozen. Am Ritten sind der Rielingerhof oder der Partschoner und Kinighof empfehlenswert. ■ Und mein liebster Tipp: Vom Schnalshuberhof in Algund blickt man bei Knödel, Speck, Käse und lokalen Weinen über den Meraner Talkessel. Eine Törggelen-Wellnessadresse und die besten Veranstaltungen unter www. migrosmagazin.ch/wildswelt
ONLINE MAGAZIN
IMMER AKTUELL – WWW.MIGROSMAGAZIN.CH Willkommen auf www.migrosmagazin.ch. Die interaktive und multimediale Plattform bietet Ihnen Woche für Woche spannende Inhalte aus dem Migros-Magazin – und lädt zum offenen Dialog mit der Online-Redaktion ein. Schauen Sie vorbei und lassen Sie sich inspirieren auf www.migrosmagazin.ch, wo Sie übrigens auch gleich die gedruckte Ausgabe gratis abonnieren können: www.migrosmagazin.ch/abo.
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LEBEN
MIGROS-MAGAZIN | NR. 38, 16. SEPTEMBER 2013 |
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Bruchlandung im Zolli
GEFÄLLT MIR
«Kein Handy beim Grillieren»
Einer flog aus dem Kuckucksnest: Im Basler Zoo wird ein junger Kuckuck abgegeben. Nachdem feststeht, dass der Vogel fit ist, übergibt Tierarzt Christian Wenker ihn an eine Pflegestation.
Christoph Egger (42), Bereichsleiter Verkauf/ Fleischhandel, Micarna SA, Bazenheid SG u. Courtepin FR
Zolli-Tierarzt Christian Wenker (45) berichtet regelmässig aus dem Zoo Basel.
Durstiger kleiner Kuckuck: Behutsam flösst Zoo-Tierarzt Christian Wenker dem Findelkind Wasser ein.
Bilder: Zoo Basel
«
Vorsichtig öffne ich den Deckel der Kartonschachtel, die am Abend an der Zookasse abgegeben worden ist. Ein verängstigter, grau-braun gestreifter Vogel sitzt drin: ein junger Kuckuck! Sorgfältig ergreife ich ihn mit einem Tuch, kontrolliere alle Körperöffnungen und die Flügel. Das Tier scheint unverletzt zu sein. Zur Sicherheit machen wir noch ein Röntgenbild. Es zeigt, dass das Skelett intakt ist und die Organe in der Körperhöhle normal erscheinen. Behutsam flössen wir dem durstigen Kuckuck etwas Wasser ein und füttern ihn mit einigen Insekten, die wir mit einer Pinzette in den Schnabel einführen. Zum Glück schluckt der Kuckuck gut. Kein Wunder, ist er doch Fremdbetreuung gewohnt! Kuckucksweibchen legen bekanntlich ihre Eier in das Nest einer anderen Vogelart, der Jungkuckuck stösst die anderen Eier oder Jungen aus dem Nest und wird von den Stiefeltern aufgezogen. Da der Zoo 365 Tage im Jahr geöffnet ist, werden immer wieder Wildvögel — vom Spatz bis zum Schwan — an der
Zookasse abgegeben. Bei verletzten oder kranken Tieren macht dies Sinn. Die erste Anlaufstelle wäre in der Stadt Basel allerdings der Tierpark Lange Erlen. Immer wieder werden junge Vögel gebracht, die zwar das Nest verlassen, aber von den Eltern immer noch gefüttert werden. Solche sogenannte Ästlinge setzt man am besten auf einen vor Hauskatzen geschützten, erhöhten Ast und lässt sie in Ruhe. Ihr Flug ist noch unsicher, und so kann es vorkommen, dass sie in der urbanen Umgebung irgendwo auf dem Boden sitzen und sprichwörtlich unter die Räder kommen. Oft prallen sie bei ihren ersten Flugversuchen auch in eine Glasscheibe und bleiben benommen liegen. Nachdem ich festgestellt habe, dass es dem Kuckuck gut geht, vermitteln wir ihn an eine Vogelpflegestation in der Umgebung. Diese wird ihn an einem Ort auswildern, wo seine Lieblingsnahrung — behaarte Raupen — vorkommt. Ich freue mich, nächsten Frühling sein bekanntes ‹Gugguu› von einer Baumspitze zu hören.
»
Welches Radio ist Ihr Favorit? FM1 — früh am Morgen im Auto das Wachmacherteam mit Moderator «Chäller» — ein Muss für mich. Welches Musikstück holt Sie aus der Krise? «Dieser Weg» von Xavier Naidoo motiviert mich, im Leben immer wieder einen Schritt weiterzugehen. Der Song meines Lebens ist … … «When You Say Nothing At All» von Ronan Keating. Dazu tanzte ich mit meiner Frau an unserer Hochzeit. Ihre Lieblingsfernsehserie? «Der letzte Bulle» — ein liebenswerter Macho. Henning Baum spielt die Rolle super. Meine Lieblings-App ist … … «NHL GameCenter», mich interessiert, wie Schweizer Hockeyspieler in der NHL spielen. Wo möchten Sie keinesfall vom Handy gestört werden? Wenn ich am Grill stehe. Multitasking geht bei mir leider nicht. Welches ist Ihr Lieblingsbuch? Ich bin Hörbuchfan. Sehr gefallen hat mir «Sakrileg» von Dan Brown. Was machen Sie am liebsten in Ihrer Freizeit? Jegliche Aktivitäten, die ich mit meiner Familie machen kann. Aber auch Zusammensein mit Freunden bei einem guten Glas Wein. Wenn ich 15 Minuten nur für mich habe … … sitze ich im Garten und geniesse die Stille. Wo holen Sie sich Ihre News? Bei www.tagblatt.ch oder bei www. swiss-icehockey.ch. Aus dem Magazin «Beef» hole ich mir Ideen für neue Produkte.
Aufgezeichnet von: Daniel Schifferle
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Nr. 38, 16. September 2013 | migros-magazin |
«Frühförderung halte ich für überflüssig»
Eltern haben viele Möglichkeiten, um auf die Gehirnentwicklung ihrer Kinder positiv Einfluss zu nehmen, sagt der international renommierte Hirnforscher Lutz Jäncke. Ein ausgeklügeltes Frühförderprogramm muss aber nicht sein. Spielerische Aktivitäten und eine anregende Umwelt fördern das kindliche Gehirn zur Genüge.
Die wichtigste Erkenntnis der letzten 10, 20 Jahre ist diejenige, dass das Gehirn enorm plastisch ist und durch Erfahrungen laufend verändert werden kann. Durch diese Gehirnplastizität erhält auch die menschliche Lernfähigkeit ein viel grösseres Gewicht, und zwar lebenslang. Wahrscheinlich ist das Gehirn sogar schon im Mutterbauch modulierbar — das ist, abgesehen von den schädlichen Einflüssen von Alkohol und Drogen, noch wenig untersucht —, aber zumindest von Geburt an ist es klar messbar: Äussere Stimulation regt die Entwicklung an, und zwar bis ans Lebensende. Dann sollten Eltern ihre Kinder am besten von Anfang an stimulieren?
Ja, ein Babyhirn reagiert sehr stark auf die Umwelt: Eine reichhaltige Umgebung fördert es ausgiebig, während Vernachlässigung — man spricht von Deprivation — die Gehirnentwicklung hemmt. Die verschiedenen Hirnteile reifen im Lauf der Kindheit unterschiedlich schnell, man kann sich das wie ein Netzwerk vorstellen. Je häufiger ein Kleinkinderhirn stimuliert wird, desto stärker vernetzen sich die Hirnstrukturen, auf der anderen Seite gehen vernachlässigte Vernetzungen verloren. Das bedeutet, Eltern sind eigentlich für die Hirnentwicklung ihrer Kinder zuständig – eine ziemlich grosse Verantwortung.
In gewisser Weise: ja. Man kann das als Belastung betrachten. Ich sehe das lieber als Chance. Eltern haben viele Möglichkeiten, die Entwicklung des Kindes
positiv zu beeinflussen, und sie müssen keineswegs Akademiker sein, um ihre Kinder gut zu fördern. Das Allerwichtigste, was Eltern ihren Kindern bieten können, sind Sicherheit, Liebe, Aufmerksamkeit und Zuwendung. So können sich die innewohnenden biologischen Mechanismen entfalten. Stressbeladene Tagespläne für die Kleinen oder Frühförderung wie Chinesisch im Kindergarten halte ich für überflüssig, eine Schweizer Durchschnittsfamilie kann ihren Kindern genügend Stimulation bieten. Aber dazu ist es schon nötig, dass Eltern mit ihren Kindern etwas unternehmen, beispielsweise mit ihren Kindern lesen oder ihnen klassische Kultur näherbringen. Ausserdem haben wir hier ja so viele Möglichkeiten, von Musikschulen über Sportvereine bis Pfadi: Das ist ein reiches Angebot an Stimulation.
«Eltern müssen keine Akademiker sein, um ihre Kinder gut zu fördern. Das Wichtigste, was sie ihnen bieten können, sind Sicherheit, Liebe und Zuwendung.» Aber gleichzeitig können Eltern enorm viel falsch machen …
Was Eltern stets bewusst sein muss: Kinder imitieren sie dauernd. Das heisst, ob Eltern das wollen oder nicht: Sie sind die Vorbilder ihrer Kinder. Das hängt mit den Spiegelneuronen zusammen, bestimmten Nervenzellkomplexen, die auf
das Verhalten anderer Menschen reagieren, und zwar bereits, wenn wir bei diesen eine Handlung beobachten. Wir vermuten, dass diese Hirnaktivität einen mehr oder weniger automatischen Imitationsprozess anregt, mit dem wir Verhaltensweisen anderer Menschen lernen. Daher müssten die Eltern ihre Verantwortung wahrnehmen, den Kindern ein angemessenes Vorbild sein und auf die Einhaltung der Rahmenbedingungen achten. Hierzu gehört vor allem eine liebevolle Begleitung, bei der die Eltern ihren Kindern Werte beibringen. Diese Werte prägen sich ins Gehirn ein und begleiten die Kinder ein Leben lang. Was Eltern tun, ist aber nur die eine Seite: Heute lassen sich Einflüsse aus TV oder Internet kaum mehr aus den Kinderzimmern verbannen. Was sagen Sie zu diesem Thema?
Kinder müssen lernen, mit der modernen Welt zurechtzukommen. Diese Entwicklung sollen sie aber nie allein machen müssen. Vielmehr müssen die Eltern — später auch die Schule — sie unterweisen, richtig damit umzugehen. Neue Medien an sich sind nicht gut oder schlecht. Es kommt nur darauf an, wie man sie einsetzt. Ich bin kein Befürworter der Theorie, dass elektronische Medien unsere Kinder per se verblöden. Eine allgemeine «digitale Demenz» befürchte ich nicht. Es gibt jedoch Fachleute, die sagen, Fernsehen wirke sich bei Kleinkindern schädlich aus. Wie beurteilen Sie das?
Da sage ich auch klar «so wenig wie möglich»: Babys unter zwei Jahren gehören nicht vor das Fernsehgerät. Für ihre Hirnentwicklung brauchen sie die
bilder: Keystone (4), Getty Images
Lutz Jäncke, was ist das Wichtigste, was wir über das menschliche Gehirn wissen sollten?
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Migros-Magazin | Nr. 38, 16. September 2013 |
Spielen, musizieren oder sich sportlich bet채tigen: Lauter Aktivit채ten, die Hirnforscher Lutz J채ncke (oben rechts) f체r eine gesunde Entwicklung des Gehirns empfiehlt.
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Nr. 38, 16. September 2013 | migros-magazin |
«Babys unter zwei Jahren gehören nicht vor das Fernsehgerät. Kleine Kinder brauchen ein Gegenüber, das sie aktiv fördert.» soziale Interaktion und müssen ihre motorischen Fähigkeiten trainieren können. Beides ist vor dem TV-Gerät mehr oder weniger unmöglich, hier werden sie bloss mit einer wilden Bilderflut überschwappt, die sie überfordert, weil sie diese überhaupt nicht einordnen können. Auch die Sprache lernen sie übrigens durch Fernsehen nicht im Geringsten besser, das ist erwiesen. Kleine Kinder brauchen ein Gegenüber, das sie aktiv fördert. Ändert das bei den grösseren Kindern, schadet ihnen Fernsehen weniger?
Ich umschreibe das gerne mit «Zurück in die Zukunft». Damit meine ich, Kinder und Jugendliche müssten wieder mehr lernen, sich mit dem Wesentlichen auseinanderzusetzen, statt sich vom Unwesentlichen überfluten zu lassen. Diese Fähigkeit müssen ihnen jedoch die Eltern beibringen, und dafür müssen sie den Kindern auch manchmal Grenzen zeigen. Besser als Verbote von Fernseher und anderen Medien finde ich jedoch, den Kindern Alternativen aufzuzeigen und in ihnen die Freude zu wecken an anderen Tätigkeiten wie Lesen und Musizieren. Sie sind ja vor allem bekannt geworden durch Ihre Entdeckung, dass Musizieren die Entwicklung von Kinderhirnen kräftig unterstützt.
Ja, wenn ein Kind den Musikunterricht besucht, werden seine Hirnverknüpfungen messbar gestärkt, was wahrscheinlich sogar Auswirkungen auf die Schulleistungen hat. Beim Musizieren werden Kinderhirne vielfältig gefördert: Die Kinder schulen ihr Gehör — was für das Erlernen von Fremdsprachen förderlich ist —, sie trainieren ihre allgemeine Aufmerksamkeit und lernen, ihre Zeit zu organisieren. Und weil sie Zeit für die Musikstunden, das Üben und danach die Hausaufgaben brauchen, verbringen sie erst noch weniger Zeit vor dem Fernseher, was sich auch wieder vorteilhaft auswirkt. Ähnlich funktioniert übrigens auch die sportliche und künstlerische Betätigung. Musizieren und Sport hin oder her: Spätestens ab der Mittelstufe sind Handy, Internet
und Fernsehen eine fast unvermeidliche Verlockung. Was bewirkt das in Jugendhirnen?
Heute sind bei Jugendlichen Handys und Internetfilme angesagt. Fernsehen, das haben amerikanische Studien gezeigt, spielt eine immer weniger wichtige Rolle. Das ist auf der einen Seite positiv. Denn der Gebrauch von Internet setzt Basisfähigkeiten wie Lesen, Schreiben und Verarbeiten von Informationen voraus und kann diese sogar fördern. Das Hauptproblem liegt jedoch darin, dass die Jugendlichen auf dem Netz mit viel Spannendem, aber auch mit ungeheuer viel Schrott überlastet werden. Sie sind völlig überfordert damit, diese Masse zu filtern, und verlieren diese Fähigkeit noch zunehmend. Gleichzeitig werden sie immer mehr berieselt. Das bereitet mir ein wenig Sorge. Müssten die Eltern also einschreiten?
Ich rate nicht, Medien generell zu verbieten. Aber empfehlenswert wäre es, wenn Eltern mit ihren Kindern schon klare Abmachungen treffen und bewusst Zeit für Handy und Computer einräumen. Computerspielzeiten empfehle ich zu begrenzen. Man könnte beispielsweise abmachen: am Wochenende zwei Stunden gamen, unter der Woche jedoch erst erlaubt als Belohnung nach einer weniger verlockenden, aber wichtigen Aufgabe — umgekehrt schaffen es Jugendliche nämlich praktisch nicht, vom Lustgewinn, den Youtube und Chats bringen, umzuschalten und sich für Hausaufgaben zu motivieren, die ja einen wenig lustbetonten Aufwand bedeuten. Anderseits gibt es heute auch ganz sinnvolle Spiele, die beispielsweise die Fähigkeit zu planen und zu organisieren fördern. Auch hier gilt jedoch: Wenn Jugendliche zu viel spielen, verlieren sie die Stimuluskontrolle und geraten in eine Abhängigkeit. Im Vordergrund sollte jedoch immer die Kontrolle des Spielenden über das Spiel erhalten bleiben. Und nie sollte umgekehrt der Spielende durch das Spiel kontrolliert werden. Wo liegt denn da die Grenze?
Das ist individuell verschieden und hängt auch immer davon ab, was man mit dem Spiel und Computer wirklich
Renommierter Hirnforscher Lutz Jäncke (56) ist Inhaber des Lehrstuhls für Neuropsychologie am psychologischen Institut der Universität Zürich. Sein Forschungsschwerpunkt ist die funktionelle plastizität des menschlichen Gehirns. plastizität bedeutet, dass das Gehirn die Fähigkeit besitzt, sich ein Leben lang weiterzuentwickeln. Jäncke gehört zu den produktivsten und angesehensten Hirnforschern der Welt und bekam mehrere Auszeichnungen für seinen Unterricht. er hat 300 wissenschaftliche Arbeiten und mehrere bücher veröffentlicht, darunter auch das buch «macht musik schlau?».
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Migros-Magazin | Nr. 38, 16. September 2013 |
macht. Wenn man ein bestimmtes Spiel sehr häufig, also mehr als 30 Stunden pro Woche, spielt, dann ist man schon sehr stark davon abhängig. Das Spielen führt dann zu starken Aktivierungen des «Lustzentrums» im Gehirn. Als Folge davon vergrössert sich dieses Zentrum und ändert auch die Umstände, unter denen es aktiviert wird. Bei Vielspielern ist das «Lustzentrum» auch bei Verlusten aktiviert. Wahrscheinlich deswegen, weil bei einem Verlust das System im nächsten Durchgang einen Gewinn vorhersagt. Mit der Zeit kommt es dann zu einer Sucht mit allen Anzeichen wie verändertem Sozialverhalten und verändertem Essverhalten. Das passiert nicht allzu häufig, ungefähr bei zehn Prozent der männlichen Jugendlichen, wirkt sich aber gerade auf jugendliche Gehirne fatal aus. Jugendliche Gehirne sind ja ohnehin ein wenig speziell.
Ja, in dieser Zeit befindet sich jener Teil, der Stirnhirn oder Frontalcortex genannt wird, in einem Totalumbau: Da ist nichts mehr so, wie es mal war oder mal sein wird. Ich bezeichne diesen Zustand jeweils als «Denn sie können nichts dafür»: Das Stirnhirn ist jener Teil, der für Fähigkeiten wie Verantwortung, Voraussicht, Aufmerksamkeit, Motivation und Disziplin zuständig ist. Vom 11. bis zum 15. Lebensjahr herrscht dort quasi ein Ausnahmezustand, denn dieser Hirnbereich wird umgebaut. Dann funktionieren die von diesem Hirngebiet kontrollierten Prozesse anders. Die Jugendlichen haben mehr Mühe mit ihrer Aufmerksamkeit, ihrer Selbstkontrolle, beim Umgang mit Störreizen und beim Planen für die Zukunft. In dieser Zeit sind sie auf die Hilfe ihrer Eltern ganz besonders angewiesen: Denn diese sollten ihnen helfen, die Defizite auszugleichen und mit ihnen zu üben. Dabei ist das auch genau die Zeit, in der Jugendliche nichts annehmen wollen und die Freunde viel wichtiger werden als die Eltern.
Ja, je älter ein Kind, desto stärker wird die Aussenorientierung, und desto mehr nimmt die Elternbindung ab. Gerade darum ist es umso wichtiger, dass die
Jugendlichen in dieser Zeit einen sicheren Rückzugsraum haben, denn in der Pubertät brauchen sie genau genommen besonders viel Sicherheit. Dann zeigt sich auch, ob eine Bindung stabil ist. Man kann das am Beispiel der Schimpansen schön sehen: Die Schimpansenjugendlichen bewegen sich zwar in einem immer grösser werdenden Revier um die Mutter herum. Droht jedoch eine Gefahr, flitzen sie blitzschnell zu ihr. Das ist bei jugendlichen Menschen gar nicht so anders.
«Wir können auch im Alter eine Menge lernen — das ist doch eine optimistische Botschaft.» Was also könnte Jugendlichen in dieser Zeit helfen?
Eltern und Lehrpersonen sollten diesem Ausnahmezustand des jugendlichen Gehirns mehr Rechnung tragen. Auch unser System funktioniert da nicht ideal, die schwierige Zeit zwischen 11 und 15 Jahren ist zum Beispiel ein sehr ungünstiger Moment für wichtige Prüfungen und Entscheide. Ich hätte da eine andere Idee: Statt zu selektionieren, sollten Jugendliche — ja, eigentlich Menschen jeden Alters — schon ganz früh optimal gefördert werden. Dabei sind ganz unterschiedliche Lebenswege möglich. Es muss nicht immer direkt via Gymnasium und Universität laufen. Man sollte Kindern und Jugendlichen viele Möglichkeiten zur Entfaltung bieten, sie dabei aber gut leiten und ihnen helfen, Motivation für bestimmte Tätigkeiten zu entwickeln. Das heisst, wiederum sind die Eltern gefragt.
Ja, die Entwicklung der Kinder passiert nicht von allein. Eltern sind die wichtigsten Partner und müssen ihren Kindern aktiv beim Wachsen helfen. Aber zur Beruhigung: Internet und Handy bewirken zwar dramatische kulturelle Veränderungen. Das führt dann auch dazu, dass unsere Welt sich ständig verändert und anders funktioniert. Dies zwingt uns dazu, dass wir uns ständig
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mit uns selber und unseren Kindern auseinandersetzen müssen. Zugleich eröffnet uns das auch immer wieder neue, tolle Möglichkeiten, die Welt zu ergründen und neu zu erfahren. Diese Veränderungen muss und wird unser Gehirn meistern, indem es sich laufend anpasst — und dies sogar bis ins hohe Alter. Einschränkungen im Alter sind nicht nur genetisch bedingt, sondern hängen auch davon ab, wie wir uns mit unserer Umwelt auseinandersetzen. Wir können auch im Alter eine Menge neu lernen — das ist doch eine optimistische Botschaft. Interview: Claudia Weiss www.migrosmagazin.ch
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Nr. 38, 16. September 2013 | migros-magazin |
«Die Sauerstoffflasche ist ständiger Begleiter» Die 62-jährige Ursula Griner leidet seit rund 15 Jahren an Atemnot namens COPD, einer verbreiteten, aber noch wenig bekannten Lungenkrankheit. Je früher dieses Leiden erkannt wird, desto besser sind die Aussichten für den weiteren Verlauf.
E
s hätte ein lockeres Geschäftsessen werden sollen für Ursula Griner, damals am 13. März 1998. Doch es kam anders. Im Verlauf des Abends bekam sie plötzlich eine beklemmende Atemnot. Als Ursache vermutete sie die Meeresfrüchte, die sie gerade verzehrt hatte. Die Atemnot verschlimmerte sich aber immer mehr, sodass sie noch in derselben Nacht mit dem Krankenwagen ins Spital gebracht werden musste. «Die Luft hat mir absolut nicht mehr gereicht», erinnert sich die heute 62-Jährige an diesen schrecklichen Moment. «Weil ich rauchte, hatten sie mir im Spital ‹wüescht gseit›», erinnert sich Ursula
Griner noch genau. Sie hatte mit 17 Jahren zu rauchen begonnen. Zudem teilte man ihr im Spital mit, dass sie an Asthmoider Bronchitis mit Lungenemphysem (Lungenaufblähung) leide. Obschon sie seit jenem Abend das Rauchen konsequent bleiben liess, besserte sich ihr Zustand nicht erheblich, und sie suchte auf Drängen des Lungenarztes ein Jahr später wenig begeistert die Lungenklinik Barmelweid im Kanton Aargau auf. Es folgten drei Wochen intensive Untersuchungen und Behandlungen — erstmals fiel die Diagnose COPD (Chronic Obstructive Pulmonary Disease), eine Lungenkrankheit, die bei Rauchern verbreitet
Was ist COPD? COpD (Chronic Obstructive pulmonary Disease) ist weltweit die vierthäufigste todesursache. In der Schweiz sind rund 400 000 personen betroffen – dennoch kennt kaum jemand diese Lungenkrankheit. Sie entsteht in der regel als Folge einer fortschreitenden Schädigung der Atemwege durch eingeatmete Schadstoffe, meist durch rauchen. Neun von zehn erkrankten rauchen oder haben geraucht. COpD ist nicht heilbar, doch lässt sich das Fortschreiten der Krankheit durch geeignete massnahmen verlangsamen. Mehr Informationen unter: Lungenliga Schweiz, Chutzenstrasse 10, 3007 bern, telefon 031 378 20 50, www.lungenliga.ch (mit risikotest) Selbsthilfegruppen: Verein Lungenkranke/Sauerstoffpatienten (VLSp), www.lungenkrank.ch Selbsthilfezentrum Zürcher Oberland, www.selbsthilfezentrum-zo.ch Selbsthilfezentrum region Winterthur, www.selbst-hilfe.ch Selbsthilfegruppe Sauerstoff-Langzeittherapie St. Gallen, www.lungenliga-sg.ch
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Migros-Magazin | Nr. 38, 16. September 2013 |
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Das sagT Der eXPerTe
«Viele Betroffene gelangen erst zum Arzt, wenn sie schon unter Atemnot leiden» Roland Keller, COPD wird häufig als «Raucherlunge» abgetan. Ist das zu vereinfacht?
«Die Luft hat absolut nicht mehr gereicht.» Ursula Griner ist rund um die Uhr auf den Sauerstoff angewiesen, damit ihre kranken Lungen entlastet werden.
ist (siehe Box). «Diese drei Wochen waren genial», findet die Baselbieterin im Nachhinein. Sie konnte nach Hause zurückkehren und ihre Tätigkeit als Sachbearbeiterin im Zahlungsverkehr eines Dienstleistungscenters wieder aufnehmen — ohne ständig nach Luft schnappen zu müssen.
Viele wussten nicht, wie schlecht es ihr geht Doch 2006 wurde ihr die Luft abermals knapp. «Ich bin kaum die Treppen hochgekommen. Meine Lippen wurden blau», entsinnt sich Ursula Griner. Ein weiterer Aufenthalt in der Klinik Barmelweid wurde nötig. Sie lernte, richtig zu atmen und Treppen zu gehen. Zum Klinikprogramm gehörten regelmässige Spaziergänge und Strampeln auf dem Hometrainer. Hinzu kam neu: der Sauerstoff.
Von nun an rund um die Uhr auf den Sauerstoff angewiesen zu sein, war für die kontaktfreudige Ursula Griner nicht einfach: «Jetzt musste ich erstmals mit etwas umgehen, das man sieht!», sagt die Lausnerin, die seit 2001 mit ihrem Mann im kleinen von Industrie geprägten Dorf wohnt und dort gut verankert ist. Die meisten Leute hätten bis dahin gar nicht gewusst, wie schlecht es ihr gehe, schiebt die lebensfrohe Mutter von zwei erwachsenen Kindern nach. Beherzt und bestärkt durch die Lungenliga fügte sie sich in ihr Schicksal: Sie nahm ihre mobile Sauerstoffflasche und begab sich kurzum auf den Dorfmarkt unter die Leute. «Der erste Schritt war gemacht», stellt Ursula Griner entschieden fest. Seither ist die Sauerstoffflasche ihr ständiger Begleiter. Zusammen mit ihrem Ehemann, der vor Kurzem ebenfalls wie sie in Frühpension gegangen ist, geniesst sie die wieder gewonnene Mobilität. So macht das Ehepaar täglich längere Spaziergänge und fliegt in die Ferien. Geblieben ist ein jährlicher Check beim Lungenarzt — und nach wie vor ein Haufen Medikamente. Und die Hoffnung, dass die Krankheit weiterhin stabil bleibt. Text: Stefan Müller Bild: Tomas Wüthrich
Der Ausdruck Raucherlunge ist für den Volksmund gut verständlich, zumal Rauchen zu über 90 Prozent für die Entstehung von COPD verantwortlich ist. Die Bezeichnung Raucherlunge verharmlost aber den krankhaften Zustand und suggeriert, dass die Krankheit durch Rauchabstinenz sofort zu beseitigen sei. Der chronische Husten mit Auswurf bei COPD zeigt indessen an, dass die Lunge und die Atemwege bereits unwiderruflich beschädigt sind und eine Heilung nicht mehr möglich ist. Welche sind neben dem Rauchen die Hauptursachen für diese Krankheit?
Neben dem Rauchen sind es alle möglichen Ursachen, bei denen langzeitlich eingeatmete Schadstoffe einwirken — so in Betrieben mit organischem Staub (Landwirtschaft) oder anorganischem Staub (Chemie), im Gastgewerbe mit Passivrauch oder bei ungenügend belüfteten Feuerstellen und Kochnischen. COPD kann zum Teil auch genetisch veranlagt sein. Viele Betroffene kommen zu spät zum Lungenarzt …
Ja, leider. Bei den meisten Patientinnen und Patienten wird die Diagnose COPD zu spät gestellt, da die Symptome gerade im Anfangsstadium nicht
Roland Keller ist Facharzt für Lungenkrankheiten und Innere Medizin in Aarau und beratender Arzt der Lungenliga Schweiz.
beunruhigen. Husten und Auswurf sind Symptome, die genauso zu einer Erkältung, Grippe oder Nasennebenhöhlenentzündung gehören könnten. Viele Betroffene mit COPD gelangen meist erst zum Arzt, wenn die Atemnot dazukommt. Doch: Je früher COPD erkannt wird, desto besser sind die Aussichten für den weiteren Verlauf. Wie kann COPD behandelt werden?
Bestehende krankhafte Veränderungen können therapeutisch nicht mehr rückgängig gemacht werden. Die Behandlung konzentriert sich somit auf die Linderung der Bronchitis (Husten, Auswurf, Atemnot) mittels Inhalationen von bronchialerweiternden Substanzen und Entzündungshemmern. Bei schwer geschädigter Lunge mit Sauerstoffmangel verbessert eine Sauerstoffheimtherapie die Symptome und die Überlebenszeit. Chirurgische Massnahmen
kommen nur in ausgewählten Fällen infrage, vor allem bei stark überblähter Lunge. Was können Betroffene präventiv tun?
Die wichtigste Prävention ist der Rauchstopp. Immerhin erreicht man dadurch,dass die Defekte an Lunge und Atemwegen nicht mehr weiter fortschreiten, ein gewichtiges Argument bei der Motivation zur Raucherentwöhnung. Fühlen Sie sich als Arzt manchmal ohnmächtig, wenn Sie feststellen, dass die Behandlung der Krankheit vorab mit dem Willen des Patienten zusammenhängt, das Rauchen aufzugeben?
Für mich als Arzt ist es vielmehr die Herausforderung und nicht die Ohnmacht, die mich bei einer Raucherentwöhnung antreibt. In ganz hartnäckigen Fällen empfiehlt sich neben der professionellen Beratung der zusätzliche Einsatz von Medikamenten (Nikotinersatz,Psychopharmaka).
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MIGROS-MAGAZIN | NR. 38, 16. SEPTEMBER 2013 |
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NERD’S WORDS mit Reto Vogt
Tschüss, Facebook, ciao Google!
E-Voting, jetzt!
Viele Webdienste tun alles dafür, dass Nutzer sich nicht mehr abmelden können. Die Funktion «Konto löschen» ist besser versteckt als jedes Osternestli. Eine Internetsite löst das Problem.
W
er nicht mindestens seine E-Mail-Adresse deponiert, steht bei vielen Internetdiensten vor verschlossener Tür, die sich erst durch eine kostenlose Registrierung öffnen lässt. So weit, so gut. Aber wer sich später wieder aus der Liste austragen will, stutzt: Diese Möglichkeit ist oft so gut versteckt, dass sie sich partout nicht finden lässt. So häufen sich im Lauf der Zeit eine Unmenge an Websites an, bei denen Nutzer ein inaktives oder unerwünschtes Konto besitzen und pausenlos mit lästigen E-Mails bombardiert werden.
Sich einfach verabschieden
Illustration: Nicolas Bischof, Bild: Jorma Müller
Das muss nicht sein: Die praktische Homepage www.justdelete.me hilft Nutzern, sich von über 240 Internetsites zu verabschieden. So gehts: Öffnen Sie die Site und ändern Sie als
Erstes per Mausklick am oberen Bildschirmrand die Sprache von Englisch auf Deutsch. Jeder Link führt direkt zur Abmeldseite von Google, Twitter und Co. Die farbliche Codierung verrät, wie einfach sich der Tschüssprozess gestaltet: Grün bedeutet, ein Mausklick genügt. Gelb eingefärbte Seiten erfordern zusätzliche Schritte oder verhindern, wie zum Beispiel Facebook, das Löschen einiger Daten. Rote Dienste verlangen einen persönlichen Kontakt des Kunden-Supports. Bei Diensten mit schwarzem Balken ist das Löschen gar nicht vorgesehen. Dort verrät ein Klick auf die Schaltfläche «Zeige Info …», was sich tun lässt. Alle anderen Links klicken Sie an und folgen den Anweisungen auf dem Bildschirm, um das Konto in wenigen Schritten zu entfernen. Texte: Reto Vogt
Abmelden, vorwärts marsch! Lassen Sie sich beim Abmelden von einer Internetsite helfen.
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Am Wochenende ist Abstimmungssonntag.Aber nur noch wenige Bürgerinnen und Bürger nutzen die Möglichkeit, ihren Stimmzettel persönlich in die Urne zu werfen. Viele stimmen heute brieflich ab und die meisten gar nicht. Warum ist das so? Desinteresse? Vielleicht, aber sicher nicht nur. Bestünde die Möglichkeit, im Internet abzustimmen und zu wählen, würde das insbesondere die jungen Menschen animieren mitzumachen. Doch diese Möglichkeit ist in weite Ferne gerückt. E-VotingPilotversuche wurden allesamt abgeblasen . Es sei zu gefährlich und zu unsicher. Zwar stimmt es, dass mögliche Datenpannen Wahlresultate nicht infrage stellen dürfen. Das schadet einer Demokratie. Aber machen wir uns nichts vor: Die herkömmliche Stimmabgabe lässt sich wesentlich einfacher manipulieren als E-Voting. Das bewies kürzlich der Ständerat selbst, indem er nach wiederholten Zählpannen ein elektronisches System beschloss, um Fehler auszuschliessen. Es ist höchste Zeit, dass Politikerinnen und Politiker das Internet nicht mehr verteufeln, sondern seine Vorteile sehen. Insgeheim fürchten sie nur, von den jungen «Internetwählern» nicht mehr im Amt bestätigt zu werden. Das Internet ist trotz weniger Zwischenfälle sicher genug für Bankgeschäfte, Steuererklärungen und Kreditkartenzahlungen. Und es ist auch sicher genug für E-Voting.
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Migros-Magazin | Nr. 38, 16. September 2013 |
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Autofahren im Alter: Ehrlich mit sich sein
Sind regelmässige Gesundheitstests für ältere Lenker wirklich sinnvoll? Ein Blick auf die neuesten Statistiken gibt eine klare Antwort: Ja!
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bilder: iStockphoto, pD
ür viele ist klar: Junglenker sind die grösste Risikogruppe im Strassenverkehr. Sie rasen, wollen Freunden imponieren und haben wenig Erfahrung am Steuer. Dies stimmt auch, wie Statistiken des Bundesamts für Strassen (Astra) zeigen. 18- bis 19-Jährige sind bei 77 Prozent der Fälle mitschuldig, wenn sie in einen Unfall verwickelt sind. Doch während die Mitschuld bei den 30bis 69-jährigen Fahrzeuglenkern fast gleich bleibt, steigt sie bei älteren Personen wieder sprunghaft an. «Über 70-jährige Lenker sind bei 75 Prozent der Unfälle, in die sie verwickelt sind, mitverantwortlich», weiss Bettina Zahnd, Leiterin Unfallforschung und Prävention der Versicherung AXA Winterthur. Dies, obwohl vor einigen Jahren Gesundheitschecks für Senioren am Steuer eingeführt worden sind. Wie kann das Risiko gesenkt werden? Bettina Zahnd appelliert an die Eigenverantwortung der älteren Lenker. «Man muss ehrlich zu sich selbst sein. Fühlt man sich körperlich oder geistig nicht mehr fit für die Strasse, sollte man den Führerausweis abgeben.» Dabei kommt es aber grundsätzlich nicht aufs Alter an. Ein 84-Jähriger fährt nicht zwangs-
Noch alles im Griff? Senioren sollten ihre Fahrtüchtigkeit in regelmässigen Abständen ab klären lassen.
läufig unsicherer als ein 70-Jähriger. Um die Fahrtüchtigkeit zu kontrollieren, sind regelmässige Checks vonnöten, insbesondere Sehtests. Aber auch die Wahl des Autos und die Ausstattung sind entscheidend. «Wichtig ist ein dem Alter angepasstes Fahrzeug. Besonders Wagen mit erhöhter Sitzposition sind zu empfehlen, weil sie
eine bessere Rundumsicht bieten. Auch Assistenzsysteme wie Tempomat mit Abstandsregelung, Totwinkelwarner oder Bremsassistent sind sinnvoll», sagt Bettina Zahnd. Damit könne insbesondere die Zahl der Unfälle aufgrund von Vortrittsmissachtung gesenkt werden — die häufigste Unfallursache bei Senioren. Text: Andreas Engel
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Anzeichen einer beginnenden Parodontitis erkennen.
Wie erkennt man, dass man an einer gefährlichen Zahnfleischentzündung (Gingivitis) leidet? Da das Zahnfleisch an sich bereits rötlich ist und eine Entzündung das Zahnfleisch einfach anders rot einfärbt, ist es nicht ganz einfach zu erkennen, wann nun eine ernsthafte Entzündung besteht. Wenn es irgendwo anfängt zu bluten, ist es jedoch ein klares Alarmzeichen. Der Zahnarzt oder die Dentalhygienikerin kann mit einfachen Massnahmen bereits erste
Was kann man tun bei der Diagnose Gingivitis bzw. welche Mittel gibt es dagegen auf dem Markt? Mit Hilfe der Dentalhygieniker und allenfalls eines Zahnarztes bekommt man das Problem wieder gut unter Kontrolle. Wichtig ist dabei jedoch, auch schon vorher den Einsatz der gängigen Hygienemittel (Zahnbürste, Zahnpasta) zu verbessern. Die richtige Wahl der Zahnbürste und vor allem auch der Zahnpasta spielt bereits eine wichtige Rolle.
Was sind die Folgen, wenn man diese Entzündung unbehandelt lässt? Die Folge ist zuerst einmal ein langsamer, verdeckter Abbau vom Knochen. Da das Zahnfleisch entzündet und geschwollen ist, ist der Knochenabbau kaum sichtbar. Wenn sich das Zahnfleisch dann anfängt zurückzuziehen, ist schon sehr viel passiert.
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Welche Faktoren sind bei der Wahl der richtigen Zahnpasta wichtig? Eine Zahnpasta muss in erster Linie einen guten Reinigungseffekt haben. Dann gibt es Möglichkeiten, eine Zahnpasta zu wählen, die Substanzen enthält, welche Bakterien in ihrer Funktion hemmen. Was sind das für Wirkstoffe? Neben verschiedenen Salzen gibt es bestimmte ätherische Öle, die eine gewisse positive Wirkung für das Zahnfleisch gezeigt haben. Curcuma Xanthorrhiza Root Extract hat jedoch bewiesenermassen einen hohen Wirkungsgrad. Die positive Wirkung auf die Entzündung ist vor allem aus einem Grund sehr wichtig: Entzündet sich das Zahnfleisch, so wird es zu einer schmerzhaften Angelegenheit, genau diese Stelle gründlich zu putzen, weshalb diese Bereiche oft gemieden werden. Leider verstärkt dieses Verhalten die Probleme nur noch mehr. Info: Curcuma ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Ingwergewächse und hat eine vielseitige Wirkung und wird in vielen Nahrungsmitteln verwendet. Das mittels der schonenden CO2-Extraktion gewonnene Extrakt enthält ca. 75–90% ätherische Öle mit den Hauptkomponenten ar-Curcumen, ß-Curcumen und Xanthorrhizol. Was meinen Sie zu Chlorhexidin, was sonst üblicherweise bei diesem Problem eingesetzt wird? Chlorhexidin ist ein Mittel, das man zur Bakterienhemmung und -zerstörung einsetzt. Die Nebenwirkungen dieses Wirkstoffes sind jedoch erheblich. Medizinisch gesehen sind diese zwar nicht gravierend, jedoch ästhetisch gesehen schon. Neben einer Geschmacksbeeinträchtigung kann es bei Verwendung von Chlorhexidin zu Verfärbung der Zähne kommen.
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MIGROS-MAGAZIN | NR. 38, 16. SEPTEMBER 2013 |
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Gesucht werden: Mitrailleure des Zuges Sommer RS 206, Zürich, 1968. Rekrutenschule Sommer, Inf. RS 206, 1968 in Zürich: Wir organisieren am 7. Mai 2014 einen Treff des Mitrailleur-Zuges der Sommer RS 206 in Zürich. Wir suchen für diesen Anlass folgende Kameraden: Peter Rubli,war wohnhaft in Dachsen Alfred Vogelsanger, Schaffhausen Hans Bertschi, Eglisau Beat Stettler, Zürich Victor Hediger, Ennetbaden
Johann Kollmar, Zürich Ernst Brönnimann, Bergdietikon Peter Herrmann, Neunkirch Kurt Itin, Fischenthal Rudolf Egli, Aathal Hans Näf, Zürich Hanspeter Roos, Uster Peter Fiechter, Hegnau Es würde uns freuen, möglichst viele von euch zu erreichen. Bitte meldet euch bei: Werner Huber, Telefon: 079 433 91 92 oder per E-Mail: wh954@bluewin.ch
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Nr. 38, 16. September 2013 | Migros-Magazin |
114 | center parcs
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Black Jack gespielt werden kann — auch hier sind die Angebote vielseitig. Im Wasserpark Aqua Mundo kann man sich bei vielseitigen Aktivitäten enfalten: Rutschen,Lagunen,Tauchkurse,ein Wellenbad — mitten in einer Naturlandschaft mit Wasserfällen, Felsen und Palmen. Auch Sportfans kommen auf ihre Kosten: Im Angebot stehen unter anderem Tennis, Bogenschiessen, Billard, ein Veloverleih oder Klettern. Regelmässig finden Turniere statt, die dazu animieren, gegen andere Parkbesucher anzutreten. Kinder können die Disco, Märchenstunden und die Kidsparade besuchen, einen Umzug durch den ganzen Park. Und welches Kind möchte nicht gerne Detektiv spielen? Bei der CoolFactor-Mission müssen sie Aufträge erfüllen und zum Schluss den Geheimcode knacken. Wer Spass, Unterhaltung, Abenteuer und Ruhe gleichzeitig sucht, ist bei Center Parcs richtig.
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Migros-Magazin | Nr. 38, 16. September 2013 |
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rätsel & spiele 120 |
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UnterhaltUng
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Nr. 38, 16. September 2013 | Migros-Magazin |
QUIZ: GESAMTWERT 300 FRANKEN
Gewinnen Sie eine von 3 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die acht Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. 1. Wie viel ergibt ½ : ½ ? N 0.25
G ½
R 1
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2. Wie heisst eine regelmässige rätoromanische Nachrichtensendung auf SRF? E
Radiotelevisiun
O Telesguard
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U Capuns
3. Welches Land gilt als der grösste Zementproduzent? W Schweiz
T
China
F
USA
4. Wo gibt es seit dem 1. Juni einen Schwingerweg? I
Lötschental
L
Safiental
B Diemtigtal
5. Das schnelle Anheben beider Augenbrauen wird als ... bezeichnet A Blickfang
T
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6. Welches Instrument spielt in der Regel der Konzertmeister eines Orchesters? T
Fagott
S Querflöte
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7. Wo kommen die Napoleon-Punkte vor? H Geometrie
E
Landesvermessung
S Akupunktur
8. In welcher Sportart gibt es einen Steller? T
Bowling
E
Volleyball
Auflösung Nr. 37: BROTKORB
R Cricket
Gewinner Nr. 35: Katja Nusser, Frick AG; Rudolf Rykart, Aarburg AG; Heidi Cottier-Aegerter, Ostermundigen BE
Lösungswort: 1
2
3
4
5
6
7
8
PAROLI: GESAMTWERT 300 FRANKEN
Gewinnen Sie eine von 3 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Füllen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Das Lösungswort ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1 bis 5.
1 3 2 4
E
5
AM I S CH E R EHELEUTE E I SCHALE ETHN I SCH GARAN T I E J EN I SCHE M I SCHUNG SCHEL LEN TRE I CHEL T SCHADOR
1
2
3
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Auflösung Nr. 37: MITTE Gewinner Nr. 36: Patrick Guthauser, Zeiningen AG; Hansjörg Leuenberger, Grenchen SO; Simone Borgulya, Basel
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rätsel & spiele
Migros-Magazin | Nr. 38, 16. September 2013 |
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UnterhaltUng | 121
BIMARU
BRÜCKEN
Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen. www.bimaru.ch
Jeder Kreis stellt eine Insel dar. Die Zahl darin gibt an, wie viele Linien (Brücken) dort enden. Brücken sind nur zu horizontal oder vertikal benachbarten Inseln erlaubt. Diese dürfen mit einfachen oder doppelten Brücken verbunden werden. Am Schluss sollen alle Inseln miteinander verbunden sein. Kreuzungen, diagonale Brü2 cken und Verbindungen mit mehr 3 2 4 5 als 2 Linien sind nicht erlaubt. 2 2 2 www.raetsel.ch/bruecken
4 1 1
4
0 3 2
Auflösung Nr. 37:
3
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1 3
2
2 7
0
4
1
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2 2 5 5
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HUGOS AUFRÄUMSPIEL?
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RÄTSELSPASS
«Herrje!», ruft Nina, als sie einen Blick durch die Türspalte in Hugos Zimmer wirft. «Hier war ja wieder mal Eugen Unordnung zu Besuch!», rollt sie die Augen. Hilfst du Hugo, sein Zimmer aufzuräumen? Es hat 10 Sachen, die nicht in sein Zimmer gehören. Findest du sie?
VERRÜCKTES SCHILDERCHAOS
Nina hat mit ihrem Scooter ein ganz schönes Tempo drauf. Da verkleidet sich Hugo gleich als Verkehrspolizist und sorgt für Ordnung. Nina ist sich aber gar nicht sicher, ob es alle Verkehrsschilder, die Hugo gezeichnet hat, in der Schweiz auch wirklich gibt. Kannst du ihr helfen und die falschen ankreuzen?
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Migros-Magazin | Nr. 38, 16. September 2013 |
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Publizistische Leitung: monica Glisenti
MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir brückenbauer Wochenblatt des sozialen Kapitals Organ des migrosGenossenschafts-bundes www.migrosmagazin.ch
Leiter Migros-Medien: Lorenz bruegger
Beglaubigte Auflage: 1 556 546 exemplare (WemF 2012) Leser: 2 384 000 (WemF, mACH basic 2012-2) Adresse Redaktion und Verlag: Limmatstrasse 152, postfach 1766, 8031 Zürich telefon: 058 577 12 12 Fax: 058 577 12 08 redaktion@migrosmagazin.ch
Kommunikation & Medien-Koordination: eveline Zollinger (Leitung), rea tschumi Chefredaktor: Hans Schneeberger Produktion: Andrej Abplanalp (Leitung), bettina bucher (Chefin vom Dienst), Gerda portner (produzentin), Heinz Stocker (Korrektor) Ressort Reportagen: Sabine Lüthi (Leitung),
Almut berger, Silja Kornacher (Volontärin), Yvette Hettinger, ralf Kaminski, Daniel Schifferle (Verantwortlicher Leben), reto e. Wild Ressort Migros Aktuell: Daniel Sidler (Leitung), Jean-Sébastien Clément, béatrice eigenmann, Andreas Dürrenberger, Christoph petermann, Anna meister, michael West Ressort Shopping & Food: eveline Zollinger (Leitung), Stefan Kummer (produktionsleiter) Frank Dittersdorf (produktion), Heidi bacchilega, Dora Horvath, Sonja Leissing, Fatima Nezirevic, Nicole Ochsenbein, Anna-Katharina ris, Claudia Schmidt, Jacqueline Vinzelberg, Anette Wolffram
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MEINE WELT 126 |
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MILENA MOSER
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NR. 38, 16. SEPTEMBER 2013 | MIGROS-MAGAZIN |
«Ich will Dinge anpacken, vor denen ich panische Angst habe»
«Das wahre Leben» heisst der neuste Roman der Schweizer Erfolgsautorin Milena Moser. Sie lebt in der Altstadt von Aarau, tankt Kraft beim Meditieren sowie beim Spazieren entlang der Aare und träumt vom weiten Himmel in Santa Fe.
Wieso leben Sie in Aarau? Was ich nicht mag: Lügen, Weil mein Sohn hier in die Fassaden aufrecht halten müssen, Nörgler, Vorurteile. Schule geht. Vorher lebte ich Dass alle im Kanton Aargau auf dem Land, in MörikenWildegg AG. weisse Socken tragen, stimmt Wo würden Sie gerne zum Beispiel nicht! Was ich an mir mag: Ich bin leben? In Santa Fe im US-Bundeseine gute Freundin. Ich kann staat Neumexiko, weil dort nicht lügen. Mein Lachen und der Himmel so weit ist und ich meine Schuhe, die mir den es mir im Gegensatz zu San Name: Milena Tag versüssen können. Was ich an mir nicht mag: Francisco leisten könnte, dort Moser (50) Sternzeichen: Krebs Manchmal bin ich überempzu leben. Lebenslauf: Nach der Dip- Wohnort: Aarau findlich und launisch. lommittelschule absolvierte Mein Lieblingsbuch: Ich ich eine Buchhändlerlehre und wohnte lese immer viele Bücher gleichzeitig. danach zwei Jahre lang in Paris. Dann Mein Lieblingsbuch aller Zeiten ist heiratete ich zum ersten Mal und wurde «Mein Name ist Eugen». Mutter. Im von Freunden eigens gegrün- Meine Lieblingsschriftstellerin: deten Krösus Verlag publizierte ich den Katharina Faber. Sie ist eine gute Freunfürs Kino verfilmten Roman «Die Putz- din von mir. Ich bewundere sie dafür, wie fraueninsel». 1998 zog ich mit meinem ernst sie ihren Beruf nimmt. Sie hat zweiten Ehemann und den beiden Söh- etwas vollkommen Unbestechliches. nen Lino (25) und Cyril (18) für acht Jah- Mein bester Entscheid: re ins Zentrum von San Francisco. Zurück In die USA auszuwandern. Ich hatte mich in der Schweiz, schreibe ich neben mei- dazu entschlossen, ohne viel zu übernen Büchern eine wöchentliche Kolum- legen. Text: Reto E. Wild Bilder: Gerry Nitsch ne für die «Schweizer Familie». Mit meiner Bühnenpartnerin Sibylle Aeberli gestalte ich das Programm «Die Unvoll- Lesungen: www.milenamoser.com endeten», bei dem ich singe und tanze. In meinem Schreibatelier in Aarau gebe ich Kurse für Laien. Mein Ziel: Ich will mich immer wieder herausfordern und Dinge anpacken, vor denen ich panische Angst habe – wie vor dem Singen. Sonst komme ich künstlerisch nicht weiter. Was ich mag: Menschen, Pasta, auf alMEIN LIEBLINGSPRODUKT les Käse streuen, Rotwein, mit einem an«Mein Sohn hat gerne Lasagne und findet die M-Budget-Tiefkühllasagne gefangenen Buch einschlafen, kleine die beste. Kaufe ich mal eine andere, Kinder, die freche Fragen stellen, Vollwill er wieder diese.» mond, San Francisco.
MEIN ARBEITSORT
«Mein Schreibatelier, wo ich meine Kurse gebe, gehörte früher zu einer Confiserie. Hier wurden Pralinen eingepackt. Deshalb gefällt es mir sehr. Bei mir steht immer Schokolade auf dem Tisch. Im hinteren Raum schreibe ich, im ersten Stock habe ich einen Inspirationsparcours für die Kursteilnehmer eingerichtet, den ich bei Schreibstau ebenfalls benütze.»
MEINE SAMMLUNG
«Ich habe so viele Bücher, die ich noch nicht gelesen habe und kaufe immer wieder neue deutschsprachige, englische, alte und aktuelle Romane und Sachbücher. Ich habe sie in meiner Schreibstube, im Keller und in der Wohnung gestapelt.»
MEIN FLUCHTORT
«Ein Vorteil meiner Wohnlage ist, dass ich nur fünf Minuten vom Aareufer entfernt lebe. Im Sommer gehe ich baden und lasse mich treiben, ansonsten spaziere ich dem Fluss entlang und lüfte den Kopf, Sport für Faule sozusagen.»
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MIGROS-MAGAZIN | NR. 38, 16. SEPTEMBER 2013 |
MEINE WELT MILENA MOSER | 127
MEIN DING
«Meine Freundin und Bühnenpartnerin Sibylle Aeberli stickte an dieser Zierdecke drei Monate lang und hat sie mir auf den 50. Geburtstag geschenkt, den ich in San Francisco feierte. Als ich ‹Die chönd mir doch all am Bürzi chnüble> zum ersten Mal hörte, musste ich lachen. Nun nenne ich die Decke das ‹Bürzi> und nehme sie auf meine Lesereisen mit.»
MEIN ZUHAUSE
MEINE LEBENSHILFE
«Möglichst zweimal pro Woche gehe ich zu Sarva, der Schule für Yoga und Zen, bei Sara Kokyo Wildi. Mir hat die Meditation in Krisensituationen geholfen. Und da ich neu in Aarau bin, ist der Kurs extrem wertvoll, um Leute kennenzulernen. Ich fragte schon Kursteilnehmer, ob sie mir während meiner Abwesenheit die Pflanzen meiner Wohnung giessen würden.»
«Zusammen mit meinem Sohn Cyril lebe ich seit zwei Jahren in einer mehrstöckigen Altstadtwohnung in Aarau, die ich wahnsinnig gerne habe. Wenn ich das Fenster öffne, höre ich die Leute auf der Strasse, bin Teil des Lebens. Als ich hierher zog, musste ich meinen Garten zurücklassen. Die Terrasse ist jedoch wie ein Garten, der einen nicht bestraft.»
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–––––––––––––––––––––––––––––––––––– Noch mehr kleine Joker für grosse Überraschungen: Am 25. September 2013 gibt’s das leuchtende Migros «M», am 2. Oktober 2013 die Miggy für den Schlüsselbund und am 9. Oktober 2013 den streng geheimen Überraschungsjoker. Die Joker gibt es ab einem Einkauf von Fr. 60.– in allen MigrosFilialen, Do it + Garden Migros, melectronics, Micasa, SportXX inkl. Outdoor, OBI oder auf LeShop.ch. Jeden Joker gibt es nur solange Vorrat; max. 3 Joker pro Einkauf.
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