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Migros-Magazin-37-2019-d-ZH

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Ausgabe Z체rich, AZA 1953 Sion Response Zentral

migrosmagazin.ch | MM37, 9.9.2019

Steampunk: Vorw채rts in die Vergangenheit Seite 16

Beda (7), Baumeister Seite 52

So bek채mpft die Migros Food-Waste Seite 29

Schweizer Film: Joel und Hans haben die B체ezer im Fokus

Bild: Michael Sieber

Seite 68

Wahlen: Warum wir politisch ticken, wie wir ticken Bitte Wohnungswechsel der Post melden oder dem regionalen Mitgliederdienst: Tel. 058 561 53 23 / mitgliederdienst@gmz.migros.ch

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?

4 | 9.9.2019 | MEINE MIGROS

Frage der Woche Muss ich ge­­frorene Beeren zuerst auftauen, wenn ich daraus Konfitüre machen will?

Ja, vor dem Einkochen sollte man die Beeren auftauen, um sie mit dem Gelierzucker vermischen zu können. Wenn sie noch gefroren sind, gelingt das nicht gut.

Bilder: Alexander Palacios, Anja Wurm, zVg

Haben Sie eine Frage? Kontaktieren Sie uns! M-Infoline, der Kundendienst der Migros, ist erreichbar ­unter Tel. 0800 84 0848 oder migros.ch/ kundendienst

Von Trendsettern umgarnt

PREISABSCHLAG Löffelbiskuits Savoiardi Classico kosten in der Migros neu Fr. 1.40 statt Fr. 1.90.

Die Mode Suisse ist das wichtigste Schaufenster für Schweizer Mode­schaffende. Bei den Shows in Zürich, Genf, Paris und ­ New York haben sie die Chance, Kontakte zu einem internationalen Publikum aus Einkäufern und Modejournalisten zu knüpfen. Die 16. Ausgabe des Events ist noch bis 9. November im Gang. Er wird vom Förderfonds Engagement Migros unterstützt. modesuisse.com


MEINE MIGROS | 9.9.2019 | 5

Es bleibt «ungewüzt» Kraftwerk der Ideen

57 Start-ups aus aller Welt nehmen diesen Herbst am Kickstart im Zürcher Kraftwerk teil, um 30 grossen ­Schweizer Unternehmen ihre Ideen zu präsentieren. Ein Team will beispielsweise Kosmetika aus Kaffeesatz ­herstellen, ein anderes sucht nach neuen Alternativen zu Fleisch. Die Migros ist Mitbegründerin der Veranstaltung.

8500

Auf dem 700-Gramm-Beutel M-Budget-Hackspinat fehlt beim Wort «ungewürzt» der Buchstabe «r». Die Migros hat beschlossen, die bereits bedruckten 10,5 Kilometer Folie der Umwelt zuliebe nicht zu vernichten. Ökologie kommt vor Orthografie.

kickstart-innovation.com

Personen haben im ersten Halbjahr 2019 eine Weiterbildung im Bereich «Informatik & Neue Medien» bei der Klubschule Migros begonnen. Das ist im Sinn der Kampagne #LifelongLearning, die Digital Switzerland initiiert hat und von der Migros unterstützt wird. lifelonglearning.ch

Mit Migros-Eistee auf Dutti-Tour Familie Hug aus Buchs SG hat beim «Tour de Dutti»-Foto­ wettbewerb gewonnen. Sie hat die fünf Migros-Freizeitpakrs besucht mit dem Kult-Ice-Tea im Gepäck – und vor der Linse: Hier «tränken» Vater Peter und Sohn Marc den Dino im Park im Grünen in Münchenstein BL. Die Hugs gewinnen für ihre ­o­riginellen Fotos einen Migros-Einkaufsgutschein im Wert von 3000 Franken. Weitere Gewinner: migmag.ch/tourdedutti

TIERISCHES DOPPEL

Alle Animal-Planet-Mania-Fans aufgepasst: Jetzt kommen die Doppelpack-Sticker-Tage. ­ Fehlt der Tukan, der Emu oder der Elefant? Am Mittwoch, 11. September, und am Mittwoch, 18. September, erhalten Tierfans pro 20-Franken-Einkauf zwei Sachets mit je 4 Bildern. Die «Mania» dauert noch bis 30. September.


Bild: Paolo Dutto

6 | 9.9.2019 | AUGENBLICK


AUGENBLICK | 9.9.2019 | 7

14:55 Uhr

Die Migros unterstützt lebenslanges Lernen. Ruben Berweger ist ein Paradebeispiel dafür: Mit 30 Jahren hat er diesen Sommer seine Lehre als Anlagenführer bei der Migros-Tochter Bischofszell Nahrungsmittel AG begonnen. Das Bild ist am 6. August 2019 entstanden und zeigt den Lernenden, wie er Gewürze in die Pommes-Chips-Maschine schaufelt. Migros-Moment in Bischofszell TG


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INHALT | 9.9.2019 | 9

INHALT

52

63  Neues aus Ihrer Region

10  Retter des Lächelns Ein Schweizer Team operiert und therapiert Kinder mit ­Gesichtsspalten in Kirgistan

68  Einsamer Bauarbeiter Schauspieler Joel Basman und ­Regisseur Hans Kaufmann über ihren Film «Büezer» 75  Cover Girls Tricks für Smokey Eyes

15  Bänz Friedli 16  Tüftler nach Feierabend Steampunk Daniel Tännler baut altertümliche Maschinen mit hochmodernen Gadgets 19  Schoggiglace-Charlotte 21 Wissensbissen 22  Serie: Wahlen 2019 Wir stellen gegensätzliche Kandidierende vor 29 Food-Waste So kämpft die Migros gegen ­Lebensmittelverschwendung

76 Milette-Windeln 79  Papeterie Agenden

Elternfreie Zone: Auf der Kinderbaustelle am ­Eisenplatz in ­Luzern können 5- bis 12-Jährige jeden Mittwoch­ nachmittag nach Lust und Laune handwerken.

81  Rätsel und Spiele 82 Cumulus 85 Glücksgriff Mexiko: Ferien in CancÚn 87  Meine Welt Eiskunstläufer Lukas Britschgi trainiert für Olympia 2022

33  Es werde Licht Beleuchtung im Supermarkt 35  Tipps für Musikfreunde 37  1, 2 oder 3? 38  20 Jahre WLAN 51  Stadt, Land, Stutz 52  Wo der Hammer hängt Für Eltern tabu: Auf der Kinderbaustelle in ­Luzern geht es rund

Bilder: Gabi Vogt, Cyrill Krähenbühl; Illustration: iStock

57  Offenheit im Ernstfall So erklärt man Kindern schwere Krankheitsfälle in der Familie 59  Touren zu Tieren Ausflugstipps für den Herbst

22

M-Infoline: Tel. 0800 84 0848 oder +41 800 84 0848 (Ausland) www.migros.ch/kundendienst; www.migros.ch

Pietro Vernazza (GLP) und Prisca Salzmann-Lochmatter (SVP) ­finden beim gemeinsamen Migros-Einkauf einen Konsens.

35

Ein paar «How-to»-Tipps für die neue Saison der Migros-­ Kulturprozent-Classics

Cumulus: Tel. 0848 85 0848 (Normaltarif) oder +41 44 444 88 44 (Ausland) cumulus@migros.ch; www.migros.ch/cumulus

Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des­Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch

Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 558 711 Ex. (WEMF 2018) Leserschaft: 2 348 000 (WEMF, MACH Basic 2019-1)

Adresse Redaktion und Business Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich Telefon: 0800 84 0848 Kontakt: www.migmag.ch/leser

Herausgeber Migros-Genossenschafts-Bund Chefredaktion Franz Ermel

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10 | 9.9.2019 | HILFSPROJEKT

Zuversicht trotz Fehlbildung In Kirgistan kommen jedes Jahr rund 500 Kinder mit einer Gesichtsspalte zur Welt. Eine Schweizer Stiftung hilft den Kleinen im mausarmen Land. Text: Monica Müller  Bilder: Thomas Buchwalder

S

arina Arnold trägt einen hellblauen Kittel, einen türkisfarbenen Mund­ schutz und eine weisse Haube. Sie steht in einem kargen Operationssaal in der südkirgi­ sischen Stadt Osch und schaut zu, wie sich die Decke über einem kleinen Körper rhythmisch wölbt. Drei Ärzte, zwei Kirgisen und ein Schweizer, operieren den Gaumen der eineinhalbjährigen Umutai. Die Spalte in ihren ­Lippen wurde bereits bei ­einem Eingriff vor einem Jahr korrigiert. Weil das Narkose­gerät defekt ist, versorgt eine Assis­ tentin die kleine Patientin per Handpumpe mit Sauerstoff. Schon bald hält es Sarina ­Arnold nicht mehr aus im Ope­ rationssaal. Sie fühlt sich an den Tag zurückversetzt, als ihre Tochter Felice mit vier Monaten unters Messer musste. Felice kam ebenfalls mit einer Lippen-­ Kiefer-Gaumenspalte zur Welt. Um 8 Uhr morgens wurde Felice damals in den OP gefahren, erst um 17.30 Uhr wachte sie wieder auf. Die Angst um ihre Tochter und das bange Warten flammen zehn Jahre nach der Operation


HILFSPROJEKT | 9.9.2019 | 11

Info Die Gesichtsspalte, ­früher umgangssprachlich auch als «Hasenscharte» bezeichnet, ist eine ­häufig ­angeborene Fehlbildung. Allein in der Schweiz ­kommen jährlich etwa 120 Kinder mit einer ­solchen ­Spalte zur Welt. Sie entsteht, wenn sich während der embryonalen Entwicklung Teile des ­Gesichts unvollständig verschliessen. Betroffene Babys können bis zur ­Verschliessung des Gaumens nicht saugen und ­Nahrung nur mit einer Spritze oder P ­ ipette aufnehmen. Auch nach ­Operationen können die Kinder noch Mühe ­haben mit der Zahnstellung, mit Essen, Atmen und deutlichem Artikulieren.

«Alle haben eine Chance auf ein normales Leben und ein schönes Lächeln verdient.» Sarina Arnold Model, Botschafterin der ­Stiftung und selbst Mutter ­eines Spaltkindes

Mal fällt der Strom aus, mal das Wasser: Klinik in Osch

«Bei jedem Einsatz sehe ich, was wir im Team bewirken können. Die Dankbarkeit rührt mich.» Marcel Frei Kieferorthopäde

und 6000 Kilometer weit weg von der Schweiz wieder auf. Weil das Model aus Uri so ­genau weiss, was es heisst, ein Spaltkind zu bekommen, setzt sie sich als Botschafterin für die Stiftung Zuversicht für Kinder ein. Diese operiert kostenlos ­kirgisische Kinder, die mit einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte zur Welt gekommen sind. Rund 500 sind es jährlich, etwa viermal mehr als in der Schweiz. ­Experten führen die Häufung des Defekts zurück auf Folsäureund Sauerstoffmangel, radio­ aktive Abfälle, die seit Sowjet­ zeiten unter der Erde liegen, und Heiraten innerhalb der Familie. Spaltkinder landen oft im Heim

In der Schweiz wird die Fehl­ bildung in der Regel bereits während der Schwangerschaft bei ­einem Ultraschall entdeckt, und die Eltern erfahren, was auf sie zukommt. In Kirgistan sehen die Eltern meist erst bei der Geburt, dass etwas mit ihren Babys nicht stimmt. Viele empfinden Scham und fürchten sich vor der Zukunft. Und so kommt es häufig vor, dass Eltern ihre Spalt­ kinder nach der Geburt in einem Kinderheim abgeben. Kirgistan belegt beim Ranking der WHO Rang 151 von 191, was die medi­ zinische Versorgung betrifft. Um den Spaltkindern ein ­besseres Leben zu ermöglichen, engagiert sich die Stiftung ­Zuversicht für Kinder seit 1997 besonders in Kirgistan. Nach dem erfolgreichen Aufbau eines Zentrums in der Hauptstadt Bischkek gibt seit 2013 ein Team von Expertinnen und Experten sein Wissen in Osch weiter: Kiefer­ortho­päde Marcel Frei, Kieferchirurg Beat Hammer, Sprachtherapeutin Marianne Campiche Weber und Dental­ hygienikerin Yvonne Frei. Gerade besprechen sie in den Katakomben des Stadtspitals, was die kleinen Patienten als Nächstes brauchen. Immer wenn die Schweizer Delegation in Osch ist, wird die Sprechstunde von Spaltkindern überrannt. Geduldig warten sie in ­einer Schlange vor der Praxis. Auch wenn Termine vereinbart wurden, trudelt hier jeder einfach ­irgendwann ein.


12 | 9.9.2019 | HILFSPROJEKT

«Die Menschen, die Hilfe brauchen und uns vertrauen, berühren mein Herz.» Yvonne Frei Dentalhygienikerin

Unter anderem sind an diesem Tag Abdullah (3), Madina (12) und Kanykei (19) in der Sprech­ stunde des Schweizer Teams. Abdullah wurde bereits mit sechs Monaten die doppelte ­Lippenspalte operiert. Nun ist es wichtig, dass ihm seine Mutter die Kaumuskeln massiert und ihn motiviert, Sprechübungen zu machen. Denn verständlich zu sprechen, bereitet ihm Mühe. Madina hat regelmässig eine Gesichtsmaske getragen, um die Fehlstellung ihres Kiefers zu korrigieren. Eine Spange wird ihre Zähne schliesslich in die richtige Position bringen. ­Kanykei wurde eine sogenannte Quadhelix eingesetzt, um ihren Oberkiefer zu verbreitern. Am folgenden Tag wird ihr Ober­ kiefer nun operativ nach vorne gesetzt. Sarina Arnold freut sich, ­Abdullah wiederzusehen. Sie war bei seiner ersten Operation dabei und hat schon damals sei­ ner Mutter Mut gemacht. Nun erzählt Arnold ihr, wie sehr ihre Tochter Felice von der Logopä­ die profitiert hat. Und Abdullah schenkt sie ein Puzzle. Erst ­versteckt er sich hinter seiner Mutter, dann beginnt er, Stück um Stück zusammenzufügen. Als das Team aus der Schweiz die Arbeit in Osch aufnahm,

fehlte es an allem: Es gab keine medizinischen Geräte, keine ­Patientenakten, kein WLAN. Mittlerweile sind eine kiefer­ orthopädische Zahnklinik und ein Operationssaal entstanden, die den europäischen Standards ­nahekommen. 250 Kinder und Jugendliche wurden bereits ­beraten, betreut, mit Spangen behandelt und operiert. 100 sind aktuell in Behandlung. Dennoch begegnen die Schweizer Ärzte ungewohnten Herausforderungen: «Mal gibt es tagelang kein Wasser in der ganzen Stadt, immer wieder kommt es zu Stromausfällen, das Narkosegerät ist seit einem Jahr defekt», erzählt Beat ­Hammer. Die Ersatzteile, die aus Zürich hätten eingeflogen werden sollen, seien diesmal ­irgendwo in Moskau am Flug­ hafen stecken geblieben. Aus Gästen werden Freunde

Auch die Behandlungen sind ­anspruchsvoller als zu Hause. Bei den Kindern und Jugend­ lichen ist meist die ungenügende Mundhygiene ein Problem, wie Marcel Frei erläutert. Aufgrund von Karies fehlen viele Zähne, auch Ankerzähne für Spangen. Also muss man mit den ver­ bleibenden, gesunden Zähnen das ­Bestmögliche herausholen. Zum chirurgischen Auffüllen der Kieferspalten muss oft Knochen aus der Hüfte des Patienten ent­ nommen werden. Der Chefchirurg der Klinik von Osch, Abdyrakhman Eshiev, sowie sein Sohn Danijar assistieren den Schweizer Kollegen bei den Operationen. Der Chef wird der Einfachheit halber von allen «Osch 1» genannt. Dank dieses Austauschs haben sie sich viel technisches Know-how angeeignet. Danijar hat seine Fertig­keiten als Operateur zudem in der Schweiz weiter verfeinert. «Beim ersten Treffen waren die Schweizer Gäste, beim zweiten Freunde. Jetzt gehören sie zur Familie», sagt Osch 1.

Ziel der Stiftung ist es, dass das Zentrum in Zukunft auch ohne Hilfe aus der Schweiz ­bestehen kann. Dank des guten Rufs der Praxis lassen sich auch vermögende Kirgisen hier gegen Bezahlung die Zähne ­richten. So soll die Arbeit für die Spalt­kinder je länger, je mehr quersubventioniert ­werden. In der Schweiz deckt die IV sämtliche Kosten, bis ein Betroffener 20 Jahre alt ist. In Kirgistan werden die Zahlun­ gen vom Staat bereits mit fünf Jahren eingestellt. Schwierig bleibt das Thema Prophylaxe: Diverse Projekte versuchen vor allem die länd­ liche Bevölkerung für die Ein­ nahme von Folsäure zu sensi­ bilisieren. Auch die Pflege der Zähne wird unterschätzt, wie Yvonne Frei erläutert. «Kirgisen gehen erst zum Zahnarzt, wenn sie Schmerzen haben.» Deshalb ­versucht sie mit lokalen jungen Zahnärztinnen und Zahnärzten

«Wir bilden die Kollegen vor Ort so aus, dass sie die Patienten selbständig versorgen können.» Beat Hammer Kieferchirurg

Info Das zentralasiatische Land Kirgistan zählt 6,2 Millionen Einwohner. Es wird durch das TianShan-­Gebirge zwei­ geteilt: Im Norden liegt die Hauptstadt B ­ ischkek, der südliche Teil grenzt an China. Nur ein Pass auf 3000 Metern über Meer verbindet die ­beiden Landesteile. Die gebirgige Landschaft ist eine Herausforderung für alle Infrastrukturen. Kirgistan ist arm, das Jahres­einkommen pro Kopf beträgt 1200 US-Dollar. 34 Prozent der Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze. Über eine Million Kirgisen arbeitet laut Economiesuisse in Russland. Seit einer R ­ evolution 2010 ist K ­ irgistan eine parlamentarische ­Demokratie.


HILFSPROJEKT | 9.9.2019 | 13

Raisha (2) merkt man nicht mehr an, dass sie mit einer Gesichtsspalte zur Welt gekommen ist. Ihre Mutter ­Iroda Baboeva ist überglücklich.

«Ich helfe gerne mit, Kindern mit Fehlbildungen ein besseres Leben zu ermöglichen.» Marianne Campiche Weber Sprachtherapeutin/Logopädin

die Kinder zum besseren Zähneputzen zu bewegen, wie beispielsweise in einem Waisenhaus am Stadtrand von Osch. Hier leben 24 Kinder, vier von ihnen haben eine Gesichtsspalte. Karies haben alle. Zusammen mit Sarina Arnold lässt die Dental­hygienikerin die Kinder aufzählen, welche Esswaren ­zuckerhaltig und entsprechend schlecht für die Zähne sind. ­«Sacher – niet!» rufen sie im Chor. Sie freuen sich über die neuen farbigen Zahnbürsten und lernen, diese richtig einzusetzen. Zum Dank singen und tanzen sie für den Besuch aus der Schweiz, dem ein Buffet voller Süssigkeiten aufgetischt wird.

Sarina Arnold macht in der Klinik von Osch Eltern Mut.

Alles kommt gut für Raisha

Der dreijährige ­Abdullah hat Mühe, verständlich zu sprechen .

In einem Vorort von Osch erzählen Iroda und Adyljan Baboeva, wie sie nach der Geburt ihrer Tochter Raisha (2) bei der Stiftung Hilfe fanden. «Als Raisha mit ­diesem Defekt auf die Welt kam, waren wir erst schockiert und enttäuscht.» Doch dann habe i­ hnen «Osch 1» Bilder von Spaltkindern vor und nach den Operationen gezeigt. «Das stimmte uns zuversichtlich.» Heute ist Raisha ein zufriedenes Kind, das gut spricht, viel isst und gerne herumtobt. MM Mehr Infos: stiftung-zuversicht.ch


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BÄNZ FRIEDLI | 9.9.2019 | 15

Heldin des Alltags

Bänz Friedli (54) ist beeindruckt.

«Was han ich jetz no welle?», fragt er Frau Terzi als Nächstes. Das müsse er schon selber wissen, erwidert sie lachend. Er wisse es aber nicht mehr, raunt er. Sie versucht ihm auf die Sprünge zu helfen: «Tee, Zahnpasta, Putzmittel …?» – «Ach, ja, Waschmittel», fällt es dem Alten wieder ein. Aber die Waschmaschine könne er eben nicht bedienen. Frau Terzi gibt ihm ein Handwaschmittel, erläutert anschaulich dessen Anwendung. «Und wenn Sie von Hand waschen, bräuchten Sie vermutlich noch eine Salbe, damit die Haut nicht spröde wird», rät sie. So geht das weiter. Ach ja, er habe Nagelpilz, fällt ihm noch ein.

«Ist mehr als die Hälfte befallen?», will die Verkäuferin wissen. «Mehr als die Hälfte des Lebens?», fragt er zurück. Nääi, nääi, erst seit einigen Jahren. «Ob mehr als die Hälfte des Nagels befallen ist, wollte ich wissen», erklärt Frau Terzi. Die Beratung zog sich hin, dauerte sicher schon über eine halbe Stunde. Für mich sind sie Heldinnen und Helden des Alltags: all jene, die am Bahn- oder Postschalter, in der Drogerie, in Warenhäusern und an der Migros-Kasse alte Menschen beraten – diese Alten, die überfordert sind vom modernen Alltag, die Rat suchen, vielleicht auch nur sozialen Kontakt … Heldinnen wie Frau Terzi, die dem Alten mit Engelsgeduld beisteht. Mit einem Lächeln. Nicht herablassend, nicht gönnerhaft, nicht in diesem Jargon, der den Kunden als Volltrottel hinstellt, einfach nur mit einem Lächeln. Das Duschgel? Als er die gewünschte Tube endlich vor sich auf der Verkaufstheke stehen hatte, sagte der Alte: «Wüssed Sii, warum ich das nöd chaufe?» Ja, sie wisse es, wegen des Deckels, antwortete Frau Terzi; weil es allzu grosser Kraft bedürfe, den zu öffnen. Schliesslich trottete er davon. Und sie verräumte das Duschgel wieder im Regal. Mit Engelsgeduld. MM Bänz Friedli live: 11.–14. 9. St. Gallen, 15. 9. Stans NW, 19. 9. Dübendorf ZH

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Bild: Vera Hartmann

Respekt vor Frau Terzi! Wie geduldig sie vorige Woche in der Drogerie den alten Mann bediente – es war, finde ich, mehr als nur kundenfreundlich. Denn er war umständlich, der Herr mit Brille und zerzaustem weissem Resthaar. Kundinnen kamen und gingen, doch Frau Terzi war noch immer mit ihm beschäftigt. «Gänds mer mal na sones Dusch für nüün Franke …!», forderte er die Verkäuferin irgendwann auf und entschuldigte sich sogleich dafür, dass sie es ihm bringen müsse, weil er mit seinen zittrigen Beinen den Treppenabsatz in den hinteren Teil des Ladens nicht mehr meistern könne. Mit hoher, brüchiger Stimme gab er Anweisungen: «Nääi, vo de andere Margge! Nöd s grüeni, s roti. Oder, nääi, doch ehner s orangschi …» So ging das über Minuten.

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16 | 9.9.2019 | HANDWERK

Nautilus-Bioreaktor: In dieser Stehlampe wächst Efeu, das den Stoff Saponin pro­duziert und die Luft reinigt.

«Star Wars» lässt grüssen: Der ferngesteuerte R2-D2 war schon an vielen Ausstellungen zu bewundern.

Er baut die Zukunft, wie sie einmal war


HANDWERK | 9.9.2019 | 17

«Ich produziere nicht für die Vitrine, es muss funktionieren.»

Erhellende Konstruktion: ein amerikanisches Seth-Thomas-Uhrwerk aus dem Jahr 1910, um­funktioniert zu einer Tischlampe Analog trifft digital: Auf dieser antiken Schreib­maschine ­ mit integriertem Computer lassen sich E-Mails verfassen und versenden.

Dan Aetherman Steampunk-Künstler

W

Tagsüber erfindet Daniel Tännler Glace für die Migros. Nach Feierabend konstruiert er Bilder Maschinen: Daniel Tännler

verrückte Maschinen,

die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft wundersam vereinen. Text: Kian Ramezani Bild: Roger Hofstetter

er Daniel Tännlers Werkstatt ­betritt, wähnt sich in ­einem Abenteuerroman von Jules Verne. Und wird sogleich vom kindlichen Verlangen erfasst, alles auszuprobieren, was hier herumsteht: eine mechanische Schreibmaschine, die E-Mails verschicken kann; einen alten Plattenspieler mit Bluetooth-­Anschluss; ein von drei Teelichtern betriebenes Radio. «Das ist keine Dekoration, das funktioniert alles», betont der 51-jäh­rige Künstler aus Winter­thur. Der dreifache Vater repariert in seiner Freizeit antike Appa­ rate und kombiniert sie mit ­moderner Technik. Tännler ist ein sogenannter Steampunker. Das gleichnamige Kunstgenre bezieht sich auf den in der viktorianischen Epoche erfundenen Dampfantrieb (von «steam», ­englisch für «Dampf») – damals der Inbegriff der unbegrenzten tech­nischen Möglichkeiten. Inspiration auf dem Flohmarkt

In der internationalen Steampunk-Szene ist Daniel Tännler unter dem Künstlernamen Dan ­Aetherman bekannt. Auch ­äusserlich gibt er sich viktorianisch und trägt über der ­weissen Mähne meist einen Zylinder. ­Sein Atelier ist gut gefüllt, aber noch nicht voll. Ideen habe er genug, um weitere 50 Jahre lang zu bauen, geleitet von Prinzipien

und einigen w ­ enigen Tabus. Mehr als einen einstelligen Frankenbetrag d ­ ürfen seine Bauteile zum Beispiel nicht kosten. ­«Kaufen kann man alles. Mich fasziniert es, ­aus nichts etwas zu machen.» Er sucht auch nicht gezielt nach Objekten. «Das wäre schlecht, man findet sie ­sowieso nicht», sagt er lachend. Vielmehr b ­ esucht er Flohmärkte und lässt sich inspirieren. Und was noch funktioniert, das zerstört er auch nicht. Das Prinzip der Einfachheit

Materialien wie Messing, edles Holz und Glas verleihen seinen retrofuturistischen Geräten aus der viktorianischen Epoche eine besondere Ästhetik. Ebenso wie die Optik fasziniert Tännler aber auch die Technik: «Früher war alles einfach. Man suchte simple Lösungen, damit die Dinge einfach zu reparieren waren.» Das beste Beispiel sei der Grammophonmotor, der sich immer gleich schnell dreht, egal, wie stark man ihn aufzieht. Diese Qualität sei auch heute noch gefragt: «Klar kann man Sensoren und Mikrochips verbauen, um ein Maschinenteil zu steuern. Aber warum sollte man, wenn auch mechanische Schwerkraft es tut?» Vom Einfallsreichtum der damaligen ­Erfinder könnten sich Fachleute heute denn auch eine Scheibe abschneiden, findet Tännler. «Ich unterhalte mich manchmal

mit jungen Ingenieuren; die staunen darüber, wie raffiniert einfach gewisse Dinge kon­ struiert wurden. Dann muss ich jeweils schmunzeln und ­ihnen darlegen, dass man das schon immer so gemacht habe.» Die Philosophie der Einfachheit beseelt Tännlers Kunst­ objekte, sie spielt aber auch in seinem Hauptberuf eine grosse ­Rolle: dann, wenn Tännler alias Aetherman bei der Migros-­ Tochter Midor in Meilen am ­Zürichsee an neuen Glacekrea­ tionen tüftelt. Er hat zum Beispiel den Squice-Beutel und die neue Bärentatzenglace ersonnen. Die Vorgesetzten schätzen seine Kreativität. «Ich suche und finde vielleicht eine andere ­Lösung als ein Maschinenbauer, oft auch eine ein­fachere, die mit vorhandenem Material umsetzbar ist.» Ganz so wie in seiner Werkstatt eben. Dabei bietet ihm sein ­Arbeit­geber viele Freiheiten und g­ elegentlich auch Unterstützung bei den Kunstprojekten. Der Bildschirm seiner mechanischen Schreibmaschine etwa ist ein ­altes Industriepanel von der ­Midor, das nach zig Jahren ausgewechselt werden musste, aber noch tadellos funktioniert hat. Steampunk ist eben auch ein bisschen Gegenentwurf zur Wegwerfmentalität und damit trotz viktorianischer Wurzeln topaktuell. MM Weitere Entwicklungen: www.migmag.ch/steampunk


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GENUSS | 9.9.2019 | 19

Coole Charlotte

Schokoladenspäne, Schokoladenglace, Schokoladensauce: Dieses gefrorene Gebäck wird alle begeistern. Rezept: Andrea Pistorius

Schokoladensauce macht jeden ­Hobby-Patissier zum Künstler. Mit ihr lassen sich Muster aufs ­Dessert «malen».

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Tipp Schokoladenglace nach Belieben durch Vanilleglace oder eine andere Sorte ersetzen.

Styling: Feride Dogum; Bild: MGB Fotostudio

Schokoladenglace-Charlotte Zutaten für 8 Personen 200 g Löffelbiskuits 1 kg Schokoladenglace 3 EL Mandelblättchen 3 EL Schokoladenspäne 3 EL Schokoladensauce

Zubereitung

1. Springformboden mit Back­ papier belegen. Die Hälfte der Biskuits auf ⅔ der Länge kürzen. Mit der gewölbten Form nach aussen dem Rand entlang in die Form stellen. Formboden mit weiteren Biskuits auslegen. 2. Aus der Schokoladenglace 6 Kugeln formen, diese einzeln auf einem kleinen Blech im Tiefkühler gefrieren lassen. R ­ estliche Löffelbiskuits zerbröseln und mit restlicher Glace mischen. Schokoladenglace auf den

Löffel­biskuit-Boden streichen. Glace-­Charlotte mindestens 1 Stunde im Tiefkühler fest ­werden lassen. 3. Mandelblättchen in einer ­beschichteten Pfanne ohne Fett rösten, auskühlen lassen. Charlotte aus der Form heben und auf einem Teller anrichten. Glace­kugeln auf der Charlotte verteilen. Mit Mandelblättchen und Schokoladenspänen bestreuen. Schokoladensauce darüber­ träufeln. Schokoladen­glace-­ Charlotte sofort servieren.

Zubereitung ca. 30 Minuten + mind. 1 Std. gefrieren lassen Preis:

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GENUSS | 9.9.2019 | 21

Pfannenhilfe

Illustration: Felice Bruno; Bilder: Nathalie Schiesser, iStock, zVg

Bei welchen Kürbissen kann ich die Schale ­mitessen? Die Schale aller Speise­kür­ bisse ist essbar. A ­ llerdings ist sie bei e ­ inigen Sorten so dick, dass sie deutlich länger garen müsste als das Fruchtfleisch. Deshalb schneidet man die Schale beim Muskatkürbis weg. Die Schale der Hokkaidound der Butternusskürbisse ist dünn und kann mit­ gegessen werden. Kann ich Kürbis roh essen? Ja. Hauchdünn gehobelt oder geschnitten ergibt er ein feines Carpaccio, in Stifte geschnitten oder ­geraffelt wird er zum Star auf dem Salat­teller. Mein Tipp: Verschiedene Kürbis­sorten roh verkos­ ten. Die Aromen können sich stark u ­ nterscheiden.

Wissensbissen

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Zentimeter lang war die bisher grösste ­Forelle, die ein Angler aus einem Schweizer See zog. Über die 31,5-Pfund-Forelle aus dem Silvaplanersee im Oberengadin hatte sich der Angler Yannick Durand gefreut.

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Claudia Schmidt Food-Redaktorin

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22 | 9.9.2019 | WAHLEN

POLITISCHE GEGENSÄTZE

Die Büezerin und der Akademiker Wir treffen Kandidierende, die am 20. Oktober ins Parlament gewählt werden wollen. Trotz Differenzen sollen sie sich auf einen Vorstoss einigen und für ein gemeinsames Essen einkaufen. Diese Woche: Damenschneiderin Prisca Salzmann-Lochmatter (SVP/VS) und Chefarzt Pietro Vernazza (GLP/SG). Text: Ralf Kaminski  Bilder: Juventino Mateo-Leon, Cyrill Krähenbühl

Die Schweiz wählt

Das eint sie Gemeinsames Znacht Beide kochen gern, und nach kurzen Verhandlungen ist das Menü bestimmt: gemischter Salat, Gemüsegratin und eine Apfelquarkcrème mit Himbeeren. Auch beim Einkaufen herrscht Harmonie: nur frische Produkte und keine Plastiksäckli für Früchte und Gemüse. Kosten: Fr. 49,85

S

ie sind beruflich und politisch unterschiedlich positioniert und haben sich zuvor noch nie gesehen – aber nach ihrem zweistündigen Treffen in Zürich könnten sie sich ein gemeinsames Znacht gut vorstellen. Auch auf das Menü, das sie zusammen kochen würden, einigen sich die selbständige Damenschneiderin aus dem Wallis und der Chefarzt und HIV-Forscher aus St. Gallen rasch (siehe Box rechts). «Ich esse wenig Fleisch», sagt Pietro Vernazza. «Ich auch», erwidert Prisca Salzmann-Lochmatter, «und wenn, dann aus der Region.» Beide befinden sich derzeit im Wahlkampf, und für beide ist es der erste Anlauf auf der nationalen Politbühne. Dass sich Prisca Salzmann-­ Lochmatter politisch engagiert, hat mit der Art der Umsetzung der Mas­sen­­einwanderungsinitiative zu tun. «Es hat mich wirklich geärgert, was das Parlament daraus gemacht hat.» ­Pietro Vernazza war im Frühling von der GLP angefragt worden, ob er für sie kandidieren würde, und bewirbt sich für den National- und den Ständerat. «Ich nähere mich langsam dem Pensionsalter und möchte mich nun auf einer anderen Ebene engagieren.

50

Franken darf der gemeinsame Einkauf in der Migros kosten.

Gemeinsamer Vorstoss Vereinfachte Registrierung von Generika zur Senkung der Gesundheitskosten: Krankenkassenprämien steigen jährlich um 3 bis 4 Prozent. Medikamente verursachen einen Achtel der Gesundheitskosten. Kostengünstige Generika werden in der Schweiz selten eingesetzt (23 %, Vergleich GB, D: über 80 %), auch weil die Zulassung von Generika aufwendig ist. Der Bundesrat wird ersucht, ein vereinfachtes Zulassungsverfahren für Generika zu prüfen.

Akade­miker

Pietro Vernazza Alter 63 Partei GLP/SG Beruf Chefarzt Kantonsspital Wohnort St. Gallen Zivilstand verheiratet, 3 Kinder Themen Gesundheitspolitik, Wissenschaft, Umwelt


WAHLEN | 9.9.2019 | 23

Das trennt sie

Quelle: Smartvote.ch

Bildung/Berufsprestige Damenschneiderin Prisca Salzmann-Lochmatter arbeitet mit i­ hren Händen, während der Arzt Pietro Vernazza auch wissenschaftlich tätig ist. Das gibt beiden eine teils ganz unterschiedliche Per­spektive auf die Schweiz und ihre politischen Herausforderungen.

Etwas jedoch eint sie auch hier: Büezer, Ärztinnen und Ärzte sind im a­ ktuellen Parlament unter­vertreten. Unternehmer, Juristen und Gewerkschafter eher übervertreten.

Berufe im aktuellen National- und Ständerat 65 60 48 29 14

6

Unternehmer/innen   (26,5%)

Juristen/innen   (24,5%)

Wissenschaftler/innen   (19,6%)

Diverse (kfm. Angestellte, Medien, PR, Pädagogik)   (11,8%)

Landwirte/innen   (5,7%)

12

Leitende Angestellte in Verbänden, Gewerkschaften   (4,9%)

11

Angestellte in Bau, Technik, Gastgewerbe   (4,5%)

Mediziner/innen   (2,4%)

Total   245  Parlamentarier/innen

Büezerin

Prisca SalzmannLochmatter Alter 51 Partei SVP/VS Beruf Damen­ schneiderin Wohnort Raron Zivilstand ver­ heiratet, 2 Kinder Themen Tradi­ tionen, Zuwan­ derung, EU-Rah­ menabkommen


24 | 9.9.2019 | WAHLEN

Und mir scheint, ärztliche Kompetenz würde den Gesundheitsdebatten im Parlament guttun.» Bei der GLP fühlt er sich wohl wegen deren Umweltengagements und der oft pragmatischen, liberalen Lösungsansätze. Seiner SVP-Kollegin ist dagegen wichtig, das EU-Rahmenabkommen zu verhindern und die Zuwanderung zu reduzieren. Prägt der Beruf die Politik?

Gefragt, was sie an der jeweils anderen Partei gut finden, müssen beide nicht lange nachdenken. «Die SVP verpackt ihre Politik in eine einfache, gut verständliche Sprache, davon könnten die anderen Parteien lernen», sagt Vernazza. Und Prisca Salzmann-­ Lochmatter mag an der GLP, dass sie sich für Schwule und Lesben einsetzt. «Bei mir im Schneideratelier arbeitete ein Transmensch als Praktikant, das hat meine Haltung zu den Anliegen dieser Menschen verändert.» Was ­wiederum Vernazza sehr sympathisch ist, der als HIV-Arzt viele schwule ­Patienten behandelt und die HIV-Prävention in der Schweiz massgeblich mitgeprägt hat. Einig sind sie sich auch, dass ihre Berufsgruppen im Parlament besser vertreten sein sollten. Der Chefarzt ist überzeugt, dass die wissenschaft­ liche Arbeit für ihn den Zugang zur Politik und zu Problemlösung massgeblich ebnet. «Ich glaube auch, dass der Beruf einen Einfluss hat», sagt die Damenschneiderin, «aber ich kann mir nicht vorstellen, dass ich als ­Ärztin andere Positionen vertreten würde.» Vernazza lächelt. «Ich glaube, wenn wir ein Wochenende lang Zeit hätten zu diskutieren, könnte ich Sie von einigen Positionen der SVP abbringen.» Salzmann-Lochmatter quittiert: «Ich glaube, ich hätte da genügend gute Gegenargumente.»

Rechts oder links von Geburt an?

Persönlichkeitsmerkmale und Erziehung beeinflussen die politische Gesinnung, behaupten zwei Wissenschaftler. Wir haben uns mit drei Menschen unterhalten, deren Positionen sich im Lauf des Lebens verändert haben. Sie erzählten uns, wie es dazu kam. Text: Michael West Bilder: Christian Schnur

Erfolgreiche Kompromisssuche

Gibt es trotzdem Themen, zu denen sie einen gemeinsamen Vorstoss formulieren könnten? Salzmann-Lochmatter lotet die Bereiche Zuwanderung und Rahmenabkommen aus, aber die Positionen sind zu unterschiedlich. Vernazza schlägt eine «bessere Kostenkontrolle im Gesundheitswesen» vor. Rasch einigen sie sich, dass mehr Generika dafür ein guter Ansatz wären, ein Vorstoss, der auch bestens ins ­Parlament passen würde. MM Die Auswahl der Kandidierenden erfolgte in Zusammenarbeit mit smartvote.ch. Dort lassen sich die eigenen politischen Positionen mit denen aller Kandidierenden vergleichen.

Entsetzt über ­ergebnislose Klima­ debatten im National­ rat: ­Studentin Jelena ­Filipovic


WAHLEN | 9.9.2019 | 25

W

ir fühlen uns frei, wenn wir unseren Wahlzettel in die Urne werfen. Aber ist das viel­ leicht nur eine Illusion? Wo­ möglich hängt alles von einzelnen Charakter­ zügen ab, die unsere politischen Vorlieben diktieren. So lässt sich eine Studie des Politik­ wissenschaftlers Markus Freitag (50) ver­ stehen: «Die Psyche des Politischen». Entscheidend sind demnach fünf Per­ sönlichkeitsmerkmale: Wer offen für neue ­Erfahrungen ist, hat eine Tendenz zu den Sozialdemokraten oder den Grünen. Gewis­ senhafte Menschen haben eine Neigung zur FDP oder SVP. Das gilt auch für extro­ vertierte Personen. Wer Wert auf ­Harmonie legt, schätzt die Grünen, die CVP oder die SP. Emotional Unstabile wählen ebenfalls eher CVP oder SP. Markus Freitag leitet das Institut für ­Politikwissenschaft der Universität Bern. Für seine Studie hat er rund 14 000 Interviews de­ tailliert ausgewertet. Können da noch Zweifel bestehen, dass unser politisches Weltbild so festgefügt ist wie die Persönlichkeit? Der renommierte deutsche Kinderarzt und Erziehungsforscher Herbert Renz-­ Polster (59) schreibt in seinem Buch «Erzie­ hung prägt Gesinnung», dass Menschen schon in den frühen Lebens­jahren politisch beeinflusst werden. Wer übertrieben strenge Eltern hat, glaube später eher den Parolen rechtspopulistischer Politiker. Auch ein ­einseitig leistungsorientiertes Schulsystem könne dazu beitragen. So weit die Statistik und die Theorie: Doch es gibt auch Leute, deren politische Präfe­ renzen sich mit der Zeit verändern, schlei­ chend oder durch ein Schock­moment. Wir stellen drei Menschen vor, d ­ enen das Partei­ buch nicht in die Wiege g­ elegt wurde.

Entfremdete sich von den Sozialdemokraten: ­Publizist Beat Kappeler

Von der Beobachterin zur Klimaschützerin Jelena Filipovic (27) ist in Basel als Kind e ­ ines

Kranführers und einer Altenpflegerin aufge­ wachsen, die beide aus Serbien eingewandert waren. Sie selbst fühlte sich schon früh als Schweizerin. Im Gymnasium erwachte ihr Interesse für das Polit­­sy­stem des Landes. Von anderen Jugendlichen musste sie sich deswegen spöttische Sprüche anhören: «Es ist ja nett, dass du Staatskunde so spannend findest, aber mitreden kannst du hier als ­Ausländerin trotzdem nicht.» Als sie 18 wurde, begann Jelena Filipovic mit Leidenschaft die E ­ inbürgerung ihrer ganzen ­Familie v­ oranzutreiben. Das Projekt war ­erfolgreich: Am Ende besassen sie und auch ihre Eltern und Geschwister die Schweizer Staatsbürgerschaft. An der Universität Bern wählte sie Polito­ logie als Hauptfach, weil sie verstehen woll­ te, wie das Zusammenspiel der Institutionen in unserem Land funktioniert. Ihre Bachelor­

arbeit schrieb Jelena Filipovic über den ­Aufstieg der SVP – demnächst folgt ihre Masterarbeit. Stets jedoch behielt sie den ­distanzierten Blick einer Forscherin. Zwar lag ihr die Umwelt am H ­ erzen, aber sie konnte sich nicht vorstellen, deswegen einer Partei beizutreten. «Im Herbst 2018 wurde schlagartig alles anders», erinnert sie sich. Zuerst erstaunt und dann entsetzt verfolgte sie, wie der ­Nationalrat die Revision des CO2-Gesetzes debattierte: «Die FDP und die SVP zerrede­ ten die Vorlage immer mehr. Am Ende kam ein Gebilde heraus, das sogar schlechter war als das alte Gesetz. Man musste froh sein, dass die Ratsmehrheit es ablehnte.» Das sei für sie ein Schock gewesen, er­ innert sich die Studentin. «Ich musste jetzt einfach etwas tun. Darum trat ich dem ­Grünen Bündnis der Stadt Bern bei. Im

­ ezember nahm ich an der ersten grossen D Klimademo der Schweiz teil.» Bei den ­Grünen will sie sich nun mit aller Kraft für das Klima einsetzen: «Die Lösungen ­wären da – etwa Abgaben auf Flugtickets oder mehr Unterstützung für Fussgänger, Velo­ fahrer und den öffentlichen Verkehr – dafür müssen wir Mehrheiten finden.» Vom Gewerkschafter zum Liberalen Beat Kappeler (73) sah stets zu seinem Vater

auf, der ein geschäftstüchtiger Schreiner­ meister in Herisau war: «Von ihm habe ich schon früh g­ elernt, wie man unternehme­ risch denkt», sagt der bekannte ­Publizist. Sonst aber hielt er in seiner Jugend eher ­wenig von der älteren Generation. Sie wirkte auf ihn oft «grau und fantasielos». Vor allem als Student des Völkerrechts und der Welt­


26 | 9.9.2019 | WAHLEN

und Eigenverantwortung der Arbeitnehmer», erklärt er. Kappeler wendete sich enttäuscht ab und konzentriert sich seither auf seine ­Arbeit als Kolumnist mit spitzer Feder und entschieden liberalen Thesen. Heute wundert er sich, wenn ihm frühere Weggefährten vorhalten, er sei mit den ­Jahren nach rechts gerückt: «Ich habe immer an meinen Überzeugungen festgehalten, es ist der Zeitgeist, der sich gewandelt hat.» Von der Parteilosen zur CVP-Frau Sabrina Egger-Liechti (38) fühlt sich auf dem

Schärfte in der Dorf­ politik ihr politisches Profil: Gemeinde­rätin Sabrina ­Egger-Liechti

wirtschaft rebellierte er gegen die herrschen­ den Verhältnisse. Die wirtschaftliche Situa­ tion in der Schweiz kam ihm erstarrt vor: «Überall in unserem Land gab es damals ­Kartelle und Preisabsprachen. Er fehlte an Dynamik und Konkurrenzkampf.» Der Bruch kam in den 90er-Jahren

Kappeler empörte sich auch über den Viet­ namkrieg, nahm jedoch nicht an Demonstra­ tionen teil, sondern schrieb stattdessen mit dem späteren «Kassensturz»-Moderator Urs Paul Gasche einen Artikel in der «National­ zeitung». Die beiden wiesen nach, dass Radio Beromünster bei der Berichterstattung über den Krieg einfach die Bulletins des amerika­ nischen Generalstabs übernommen hatte.

Beat Kappelers politische Heimat war die SP, seine berufliche die Gewerkschaft. Von 1977 bis 1992 amtete er als Sekretär des Schweize­ rischen Gewerkschaftsbundes und betreute die Liberalisierungsdossiers. Viel Zeit wen­ dete er damals für die Schulung von Gewerk­ schaftsmitgliedern auf: «Es ging mir ­darum, dass Arbeitnehmer die Bilanzen ihrer Firmen verstehen und analysieren können.» Die Idee dahinter: ­Arbeiter sollten notfalls lieber auf Lohn­erhöhungen verzichten, dafür aber günstig Anteile an ihrem Unternehmen erwerben und so Vermögen aufbauen. Doch in den 90er-Jahren kam es zum Bruch mit der SP und den Gewerkschaften. «Beide setzten immer stärker auf staatliche Konjunkturprogramme, statt auf die Initiative

Land daheim. Sie hat fast immer in Muolen gewohnt, einem St. Galler Dorf mit nur gerade 1200 Einwohnern. Ihr Vater ist Käser, ihre Mutter Krankenpflegerin. «Aber in meiner Kindheit war der Bauernhof meiner Gross­ eltern manchmal wichtiger als mein Eltern­ haus», erinnert sie sich. «Dort verbrachte ich als Kind viel Zeit und half auch ­immer bei der Apfel­ernte.» Wie viel ihr das Dorf bedeutete, bemerkte Egger-Liechti als junge Frau: Damals zog sie in den St. Galler Vorort Wittenbach. «Plötzlich lebte ich in einem anonymen Block und hatte statt eines Gartens nur noch einen kleinen Balkon. Ich hielt das nicht aus und kehrte schon nach vier Monaten aufs Land zurück.» Heute führt sie ein Leben, das randvoll mit Verpflichtungen ist. Sie hat ­einen zweieinhalb­ jährigen Sohn und arbeitet in der Pflegelei­ tung der Klinik Stephanshorn bei St. Gallen. Ausserdem ist sie schon in der dritten Amts­ zeit Gemeinderätin in ihrem alten und neuen Wohnort Muolen: «Als ich angefragt wurde, konnte ich nicht Nein sagen. Ich bin so stark in dieser Gemeinde verwurzelt.» Vom ersten Tag an trug sie im Gemeinde­ rat tatkräftig dazu bei, dass ihr Dorf funktio­ nierte. Sie übernahm das Ressort Gesundheit und Jugend und erreichte, dass sich in der neuen Mehrzweckhalle des Dorfs eine ­betreute Spielgruppe treffen kann: «Das ist wichtig für die Integration von fremdsprachi­ gen Kindern.» Ausserdem ist sie im Vorstand der lokalen Spitex. Nur wie ihr politisches Weltbild genau aussieht, konnte sie lange nicht sagen: «Noch als 30-Jährige war ich mir nicht sicher, ob ich eher links oder rechts dachte.» So gehörte sie während der ersten beiden Amtszeiten keiner Partei an. Doch an der Front der Dorf­ politik wurde ihr mit der Zeit klar, was ihre Hauptanliegen sind: «Ich will, dass Frauen ­Arbeit und Beruf verbinden können. Ich bin für die Umwelt, aber gegen radikale Mass­ nahmen: Auf dem Land sind die Leute oft auf ein Auto angewiesen. Und unsere ­Spitex könnte ohne Wagen mit Vierrad­antrieb im Winter nicht zu abgelegenen ­Bauernhöfen fahren.» So hat Egger ihre p ­ olitische Heimat schliesslich in einer Mittepartei gefunden: Sie gehört nun der CVP an. MM


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1. Tag Basel Individuelle Anreise nach Basel. Einschiffung ab 15.00 Uhr. Der Basler Weihnachtsmarkt inmitten der vorweihnachtlich geschmückten, historischen Altstadt lädt zum Besuch ein. Er gilt als einer der grössten und schönsten Weihnachtsmärkte der Schweiz. Abendessen an Bord. Über Nacht bleibt das Schiff in Basel. (A) 2. Tag Basel–Breisach/Colmar Fahrt auf dem Rhein nach Breisach. Busfahrt zum Weihnachtsmarkt nach Colmar. Zauberhafte Dekorationen und das Flair der Altstadt tragen zum Charme der elsässischen Weihnacht bei. Nach dem Abendessen Möglichkeit für einen Bummel durch Breisach. (F, M, A) 3. Tag Strasbourg Brunch bis zur Ankunft in Strasbourg gegen 11.30 Uhr. Schlendern Sie durch den «Christkindelsmärik», einen der ältesten Weihnachtsmärkte Frankreichs mit festlicher Atmosphäre. Stimmen Sie sich auf die Festtage ein. (B, A) 4. Tag Basel Check-out bis 08.00 Uhr. Frühstücksbuffet bis zur Ausschiffung um ca. 10.00 Uhr. Individuelle Heimreise. (F) Reisedaten 2019 Es het solangs het Rabatt 02.12.–05.12. 250 14.12.–17.12. 250 05.12.–08.12. 150 17.12.–20.12. 250 08.12.–11.12. 200 20.12.–23.12. 300 11.12.–14.12. 200 23.12.–26.12. 200 (8)

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NACHHALTIGKEIT | 9.9.2019 | 29 Was übrig bleibt, wird nicht einfach entsorgt. ­Bedürftige erhalten die Lebensmittel zu ­symbolischen Preisen.

Die Partner der Migros Die Genossenschaften arbeiten mit folgenden Partnern zusammen: Aare: Schweizer Tafel, Tischlein deck dich, Caritas, weitere soziale Organisationen Basel: Schweizer Tafel, Carton du Coeur, Gassechuchi, Laufe Chuchi, Caritas Jura, Pantographe, weitere soziale Organisationen, Too Good To Go

So kämpft die Migros gegen Food-Waste Nicht verkaufte Nahrungsmittel gibt die Migros weiter an karitative Organisationen. Damit leistet sie einen Beitrag zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung und zur Unterstützung hungernder Menschen in der Schweiz. Text: Benita Vogel

Bild: Matthias Käser/Tischlein deck dich

S

ommer oder Winter, ­schönes oder schlechtes Wetter, Mitte oder Ende Monat? Diese Fragen ­stellen sich die Leiterinnen und Leiter von Migros-Filialen, wenn sie Brot, Gemüse und Früchte ­bestellen. Sie wollen sicherstellen, nicht zu viel Ware im Laden zu ­haben, um Food-Waste zu ver­ meiden. Das gelingt nicht immer: 1,4 Prozent der angebotenen Esswaren können nicht als ­solche ­weitergegeben werden. «Es ist uns aber wichtig, dass noch geniess­ bare ­Lebensmittel, die nicht mehr

v­ erkauft werden dürfen, sinnvoll ­genutzt werden», sagt J ­ ulia Schaad, Spezialistin Ökologie Food beim Migros-Genossenschafts-Bund. Produkte, deren Haltbarkeit in Kürze abläuft, werden vergünstigt oder gehen gratis an karitative ­Organisationen. So kommen jährlich über eine Million Mahl­zeiten zusammen, über 40 000 Menschen können mit Lebens­mitteln versorgt werden (siehe ­auch Seite 29). Die Migros arbeitet mit verschiedenen Partnern, um ­Food-Waste zu vermeiden, unter anderem mit der ­Universität Lausanne, wo jüngst

der ­Klimagipfel «Smile for Future» stattfand. Die Genossenschaft Waadt l­ ieferte Gemüse und Obst, das nicht verkauft werden konnte. ­Bereits seit mehr als zehn Jahren hat die Migros Kooperationsverträge mit den karitativen Organi­ sationen «Tischlein deck dich» und «Schweizer T ­ afel». Gemeinsam ­beziehen diese bei 248 Migros-­ Filialen Gemüse, Früchte, Brot und Kühlprodukte. Sie b ­ eziehen teilweise auch Produkte der Migros-I­ndustrie und tauschen die ­gesammelten Nahrungsmittel ­untereinander aus.

Genf: Fondation Partage Luzern: Schweizer Tafel, weitere karitative Organisationen, Too Good To Go Neuenburg-Freiburg: Schweizer Tafel Ostschweiz: Tischlein deck dich, Schweizer Tafel, Food Care Tessin: Tavolino Magico Waadt: Schweizer Tafel, Disco Soupe, Repas du Noël Wallis: Tables du Rhône, Rottu Tisch, Terre des hommes, les caisses vertes, Sierre Partage, weitere. Zürich: Schweizer Tafel, Tischlein deck dich, Too Good To Go Zudem werden einige Lebensmittel in Migros-­ Outlets verkauft oder in den Restaurants weiterverwertet. Sind die ­Lebensmittel nicht mehr geniessbar, werden sie als Tierfutter verwendet oder in Biogasanlagen zu Strom vearbeitet.


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NACHHALTIGKEIT | 9.9.2019 | 31

Gemeinsam Lebensmittel retten Das sind die ­Food-Waste-Partner der ­Migros. Tischlein deck dich … … betreibt 132 Abgabestellen und

bietet dort von Armut betroffenen Menschen gegen den symbo­lischen Beitrag von einem Franken Lebensmittel an. 2018 reichten die Produkte von Migros-Filialen für knapp 44 500 Menschen. Wer Lebensmittel beziehen will, benötigt eine Karte, die bei einer Sozialfachstelle erhältlich ist. Tischlein deck dich beschäftigt wenige Festangestellte und 3000 Freiwillige, Personen in Beschäftigungs­ programmen und Zivildienst.

Schweizer Tafel …

… beliefert schweizweit 500 Institutionen wie Obdachlosen­ heime, Gassenküchen oder Not­ unterkünfte mit überschüssigen Lebensmitteln. Auch Tischlein deck dich ist Abnehmerin. Die gesammelten Lebensmittel reichen gemäss Schweizer Tafel für etwa 4 Millionen Mahlzeiten pro Jahr. Der Anteil der Migros daran beträgt rund ein Viertel. Schweizer Tafel beschäftigt 14 Mit­ arbeitende und 80 Freiwillige. Tables du Rhône …

… ist mit Schweizer Tafel und Tischlein deck dich verbunden und vor allem im Unter- und Oberwallis tätig. Fondation Partage …

… ist der lokale Partner der ­Genossenschaft Migros Genf.

Die Organisation beliefert 50 Institutionen und 80 Abgabe­ stellen mit Lebensmitteln und erreicht wöchentlich 11 600 Personen. 37 Prozent der gesammelten Produkte stammen von der Migros Genf. Disco Soupe …

… Seit drei Jahren liefern Filialen der Migros Waadt Obst und Gemüse, das nicht verkauft werden konnte, an Studenten der ETH Lausanne. Diese bereiten für Mitstudenten rund ein halbes Dutzend Mal pro Jahr kosten­ lose Mahlzeiten zu. Too Good To Go …

… heisst die Food-Waste-App, auf der 67 Filialen, Restaurants und Take-aways der Migros mit 153 Angeboten zu finden sind. Hier kann beispielsweise eine

Tüte mit Gemüse und Früchten bestellt und bezahlt werden. Eine halbe Stunde vor Ladenschluss steht sie in der ange­ gebenen Filiale zum Abholen ­bereit. Die Tüte enthält jeweils Produkte im Wert von 15 bis 24 Franken und kostet zwischen 5 und 8 Franken. Auch Sandwiches, Backwaren, Milchprodukte oder Charcuterie sind im Angebot. Seit Beginn der Kooperation im Oktober 2018 wurden 18 262 Mahlzeiten bei der Migros über Too Good To Go gerettet. Schweiz­ weit haben über 470 503 Nutzer 489 523 Mahlzeiten gerettet. Der App-­Betreiber arbeitet auch mit Non-Profit-Organisationen ­zusammen, Nutzer können ­beispielsweise 5 Franken an Tischlein deck dich spenden, ­indem sie für ebendiesen Betrag eine virtuelle Tüte kaufen. MM

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BELEUCHTUNG 9.9.2019 | 33

Wie die Supermärkte Strom sparen Trotz ihrer aufwendigen Beleuchtung verbrauchen M ­ igros-Filialen heute viel weniger Strom als früher: Das liegt vor allem daran, dass Leuchtstoffröhren und Halogen-­Spot­­ lampen fast völlig durch LEDs, also ­Leuchtdioden, ersetzt worden sind. «Sie verbrauchen über 50 Prozent weniger Strom», sagt Andreas Moser, ­Migros-Spezialist für Klimaschutz. LEDs sind auch viel langlebiger: Sie brennen rund 50 000 Stunden lang, Leuchtstoff­röhren und Halogen-­ Spots halten nur etwa 20 000 Stunden lang durch. Die Migros in Eschenbach SG war im Jahr 2006 der erste Supermarkt in Europa, der ausschliesslich von LEDs erhellt wurde.

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Warum Migros-Filialen so hell sind In einer Migros-Filiale mangelt es nie an Licht. Schon die Deckenbeleuchtung sorgt für H ­ elligkeit; hinzu kommen viele Spotlampen, die ­ausgewählte ­Produkte anstrahlen. Ver­glichen mit einem Supermarkt herrscht in einer Wohnung t­ rübes Dämmerlicht. Doch die Helligkeit im Laden ist nötig: «Die Kundinnen und Kunden sollen die Waren be­ gut­achten und auch kleingedruckte ­Produktinformationen problemlos ­lesen können», sagt Markus Meier, Bereichsleiter Visual Merchandising beim Migros-Genossenschafts-Bund.

2

Lichtshow im Laden In Migros-Supermärkten erscheint jedes Produkt im besten Licht. Trotzdem spart die Detailhändlerin so viel Strom wie nur möglich. Text: Michael West  Bild: Simon Iannelli

Wie Produkte ins rechte Licht gerückt werden Jedes Produkt soll im Laden ideal zur G ­ eltung kommen. Das Licht über der Fleisch­theke hat ­darum ­einen höheren ­Rotanteil; ­Fische ­werden in einem kühleren Farbton ­beleuchtet. Ein Sonderfall sind Verkaufsregale mit Kosmetikartikeln: Zu­sätzliche LED-Streifen zwischen den ­Tablaren e ­ liminieren hier fast alle Schatten. Die ­Produkte funkeln regelrecht und wirken so besonders hochwertig.

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Wann die Beleuchtung ­reduziert wird Um den Stromverbrauch zusätzlich einzudämmen, reduziert die Migros das Licht je nach ­Tageszeit. Erwacht eine Filiale frühmorgens zum Leben, sind zuerst nur bestimmte Pfade im ­Supermarkt erhellt. Etwas später fällt auch auf ­ Verkaufsregale, die ­gerade befüllt werden, Licht. Erst wenn die ersten Kundinnen und Kunden ein­treffen, startet die volle Lichtshow.  MM

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1 Michelin-Stern 16 Punkte Gault Millau seeds Restaurant & Lounge, Yangon / Myanmar

2 Michelin-Sterne 18 Punkte Gault Millau Rico’s, Küsnacht

1 Michelin-Stern 17 Punkte Gault Millau Glow by Armin Amrein, Davos

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Adrian Bürki, Dave Wälti, Florian Bettschen Casino Bern

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Route 1 Basel–Strassburg Tag 1 Basel. Busreise nach Basel. Die Crew heisst Sie an Bord von Excellence willkommen. Um 15 Uhr nimmt Ihr Flussschiff Kurs auf Strassburg. Bei Kaffee, Kuchen und einem Willkommensdrink geniessen Sie den Blick auf die vorbeiziehende Flusslandschaft. Im Anschluss folgt der Höhepunkt Ihrer Reise mit dem grossen Gala-Menü im Excellence Restaurant. Sie erfahren Interessantes zur Philosophie der Küche, den Zutaten und der Idee hinter den einzelnen Gängen. Sie können sich für eine harmonisch abgestimmte Weinbegleitung entscheiden oder Weine aus der eigens für den Abend zusammengestellten Weinkarte wählen. Lassen Sie den Abend an der Bar oder bei entspannter Pianomusik in der Lounge ausklingen. Tag 2 Strassburg. Frühmorgens erreichen Sie die elsässische Hauptstadt Strassburg. An Bord geniessen Sie das Frühstücksbuffet à la Excellence. Strassburg ist bekannt für sein Münster «Notre Dame», beeindruckende Kunstgalerien und sympathi-

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sche elsässische Gaststuben. Mittelalterliche Fachwerkhäuser prägen das Stadtbild. Sie haben Zeit durch die romantischen Gassen zu schlendern. Am Nachmittag erfolgt die Rückreise mit dem Komfort-Reisebus in die Schweiz. Route 2 Strassburg–Basel Reise in umgekehrter Richtung.

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KLASSISCHE MUSIK | 9.9.2019 | 35

Darf ich in Jeans in die Oper?

Die Saison der Migros-Kulturprozent-Classics beginnt. Für einige Musikfreunde ist es die erste. Speziell für sie haben wir dieses kleine How-to zusammengestellt. Texte: Pierre Wuthrich

Wann klatscht man? Wenn die Musiker die Bühne betreten und wenn der Dirigent auf­ tritt. Danach wird nur noch am Ende des Stücks geklatscht, also nach dem letzten Satz, der im ­Programmheft steht. In der Oper ist es erlaubt, nach einer besonders gut gesungenen Arie zu ­klatschen.

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Was passiert, wenn der Dirigent aufhört, den Takt zu schlagen? Die Musiker zählen den Takt im Kopf. Der Diri­ gent gibt Impulse, führt bestimmte Musiker­ gruppen in die Partitur hinein, moderiert die Lautstärke.

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Ist der Musiker, der mit dem Tri­ angel eine einzige Note spielt, wirklich wichtig? Ja, da die besagte Note vom Komponisten so ­gewollt ist. Übrigens: Dieser Musiker steht

Illustrationen: iStock

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Ist ein Konzert­ besuch teuer? Ein Symphonieorchester kann aus über hundert Berufsmusikern beste­ hen, die bezahlt werden müssen. Dank der ­Unterstützung durch die Migros bleibt der Preis für eine Karte ­Kulturprozent-Classics im Vergleich zu Konzer­ ten von vergleich­barer Qualität verhältnismäs­ sig niedrig. Die ­Kulturlegi der ­Caritas wird an der Abendkasse akzeptiert. In Bern, L ­ uzern und ­Zürich gibt es 30 Minu­ ten vor Konzertbeginn Last-Minute-­Tickets für Studierende und ­Auszubildende für 5 Franken. Sind für einen    7 Konzertbesuch Vorkenntnisse ­notwendig? Nicht unbedingt. Aber es kann den Musikgenuss durchaus erhöhen, sich vorab über den Kompo­ nisten und die Stücke zu informieren.

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enorm unter Druck, denn wenn er nicht präzise einsetzt, kann das jeder hören. Es ist jedoch mög­ lich, ein Stück mit zehn statt zwölf Violinen zu spielen, ohne dass das Werk entstellt wird. Darf ich mit dem Smartphone Fotos machen oder Auszüge des Konzerts filmen? Auf keinen Fall! Die Künstler auf der Bühne wollen das genauso wenig wie Ihr Sitznachbar.

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Warum stimmen die Musiker ihre Instrumente auf der Bühne? Tatsächlich stimmen die Musiker ihre Instrumen­ te hinter der Bühne. Auf der Bühne erfolgt nur noch die letzte Fein­ einstellung.

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Fragen Sie nach dem Programm

Kann ich mit der Familie hingehen? Kinder sind willkommen, sofern sie in einem Alter sind, in dem sie sich ­angemessen verhalten und die anderen Zuhörer nicht stören.

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Darf ich bei einem Konzert Jeans tragen? Ja, sicher! Einige Zu­ schauer kleiden sich aller­dings gern elegant, um zur Festlichkeit des Abends beizutragen. MM

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Das Ziel der Konzerte der Migros-Kulturprozent-Classics ist es, die Musik möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen. Diese Konzertreihen, die bereits im Jahr 1948 von Gottlieb Duttweiler höchstpersönlich unter dem Namen Klubhaus-­ Konzerte ins Leben ­gerufen wurden, stellen das älteste Engagement des Migros-Kulturprozents dar. Die Saison 2019/2020 verspricht mit hochkarätigen Orchestern, Dirigenten und Solisten wirklich erstklassig zu werden. Ausführliches ­Programm: migros-­ kulturprozent-classics.ch


Stimmungsvolle Festtagsreisen mit kulturellen und musikalischen Höhepunkten

Silvesterschiff auf der Donau

Silvesterschiff auf dem Rhein

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Unser Musikprogramm Neue Oper Bratislava, 19.00 Uhr «Don Giovanni» Erkel Theater Budapest, 19.00 Uhr «La Bohème» (fakultativ, Vorausbuchung notwendig) Wiener Konzerthaus, 20.00 Uhr «Beethovens 9. Symphonie» Wiener Staatsoper, 19.00 Uhr «Die Fledermaus»

1. Tag: Schweiz–Passau. 2. Tag: Passau–Bratislava. Flussreise bis nach Bratislava. Am Abend besuchen wir die Oper «Don Giovanni». 3. Tag: Bratislava–Budapest. Stadtführung in der malerischen Hauptstadt Ungarns, Budapest. Am Abend Möglichkeit, «La Bohème» im Erkel Theater zu sehen. 4. Tag: Budapest–Wien. Freizeit in Budapest, bevor wir gegen Mittag unsere Reise fortsetzen Richtung Wien. 5. Tag: Wien. Österreichs Hauptstadt ist lebendig, vielseitig, traditionsbewusst und elegant zugleich. Am Abend hören wir Beethovens 9. Symphonie. 6. Tag: Wien. Stadtrundfahrt. Wir sehen u.a. das Museumsquartier, die Hofburg und Schloss Schönbrunn (Aussenbesichtigung). 7. Tag: Wien–Melk. Altststadtrundgang durch Wien. Musikalischer Höhepunkt der Reise ist «Die Fledermaus» in der Wiener Staatsoper. 8. Tag: Melk–Schweiz.

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8 Tage ab Fr.

Unser Musikprogramm Alte Oper Frankfurt, 19.30 Uhr «Bodyguard - Das Musical» (fakultativ, Vorausbuchung notwendig) Nationaltheater Amsterdam, 14.00 Uhr «Der Nussknacker und der Mausekönig» Tonhalle Düsseldorf, 19.00 Uhr «Silvesterkonzert» Hess. Staatstheater Wiesbaden, 17.00 Uhr «Neujahrskonzert»

1. Tag: Schweiz–Frankfurt. Anreise nach Plittersdorf und Einschiffung. Fahrt Richtung Frankfurt. 2. Tag: Frankfurt–Amsterdam. Am Morgen Ankunft in Frankfurt und ausgiebige Stadtrundfahrt. Abends besuchen wir das Musical «Bodyguard» (fak.) 3. Tag: Flusstag. 4. Tag: Amsterdam. Ankunft in Amsterdam. Am Nachmittag erwartet uns im Nationaltheater «Der Nussknacker und der Mausekönig». 5. Tag: Amsterdam–Düsseldorf. Grachtenfahrt in Amsterdam und anschliessende Weiterreise nach Düsseldorf. 6. Tag: Düsseldorf–Kaub. Stadtrundfahrt. Abends besuchen wir das «Silvesterkonzert» und feiern anschliessend den Jahreswechsel an Bord. 7. Tag: Kaub–Wiesbaden. Gegen Mittag erreichen wir Kaub. Von hier fahren wir mit dem Bus nach Wiesbaden, wo uns das «Neujahrskonzert» erwartet. 8. Tag: Wiesbaden–Karlsruhe. Ausschiffung in Karlsruhe und Rückreise in die Schweiz.

2160.–

Reisedatum 2019/2020 (Do – Do) 26.12.–02.01. Unsere Leistungen · · · ·

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Mitteldeck 2-Bett-Kabine, frz. Balkon 2400 2160 Oberdeck 2-Bett-Kabine, frz. Balkon 2730 2460 Ju-Suite, frz. Balkon 2990 2690 Reduktion Kabine hinten –100 2-Bett-Kabine zur Alleinbenutzung: – Hauptdeck 445 – Mittel- & Oberdeck 885 Nicht inbegriffen Fahrt mit Königsklasse-Luxusbus 240 Kartenzuschläge Kat. 2/1 55/110 Musical Bodyguard – Kategorie 3/2/1 120/130/145 Annullierungskosten- & Assistance-Versicherung 79 Eintrittsgebühr Amstedam Euro 8.00 pro Pers./Tag.

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KOLUMNE | 9.9.2019 | 37

Im Ausgang 1, 2 oder 3? Ich war früher auch schon die Kleine. Vielleicht fühle ich deshalb mit dem Kleinen (3), wenn er nicht mitdarf. Kürzlich hat der Grosse (8) ein Ticket fürs «Lo & Leduc»-Konzert geschenkt bekommen. Beim Kleinen hiess es wie so oft, er sei zu klein. Obwohl er bei «079» und dem «Chileli vo Wasse» mitsingt. Um ihn zu trösten, sage ich: «Wir zwei gehen auch in den Ausgang.»

Und so ziehen wir los, ich im besten Sommerkleid, er im coolsten Hai-Shirt. Es ist Samstagabend, und im Restaurant am See treffen sich gestylte Paare zum gepflegten Znacht. Wir stellen uns in die Reihe der Wartenden, werden jedoch immer wieder von Stammgästen abgedrängt. Nun aber hat der Kellner den besten Tisch direkt am See zu vergeben und ruft: «Ein Plätzchen für das schönste Paar!» – Und jetzt? MM 1   Wir fühlen uns nicht angesprochen und warten weiter. 2   Wir suchen uns ein weniger hippes Lokal, wo wir schnell

Monica Müller (45) hat zwei ­Buben, einen Mann, einen Job, einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.

Antwort 3: Der Kellner beäugt uns erst skeptisch, dann lächelt er warm. Es scheint ihn auch nicht zu stören, als der Kleine nach dem ersten Schluck Gazosa unter dem Tisch mit Autos zu spielen beginnt.

Illustration: Lisa Rock; Bild: René Ruis

etwas zu essen bekommen. 3   Wir schreien «Hier! Wir!» und angeln uns so den Tisch, mit dem alle vor ihrem Date bluffen wollen.

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Das Richtige tun

Wenn Armut ihr Gesicht zeigt Erfahren Sie mehr über Lilian: dasrichtigetun.caritas.ch

Lilian Ariokot (24), Bäuerin in Uganda, überwindet den Hunger


38 | 9.9.2019 | DIGITAL

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Die originellsten WLAN-Namen

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e – Wissenswertes

Tex t : Lisa Stutz

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Bei WLAN-Namen gibt es drei Sorten von Menschen auf der Welt:

WLAN ist ein örtlich begrenztes Funknetzwerk, das verschiedene WLAN-fähige Geräte miteinander ­verbindet.

Bereits um 1998 führte die ETH Zürich im Labor erste Experimente mit WLAN durch. Ende 1999 gab es erste kleine Installationen in den Büros der Informatikdienste. Ab 2000 erfolgten dann die ersten Access Points in einigen Hörsälen sowie in der grossen Mensa des Hauptgebäudes an der Rämistrasse. Da die Laptops zu dieser Zeit noch keine eingebauten WLAN-Module hatten, brachten die Informatikdienste rund 1000 sogenannte PCCards unter die Studierenden, und zwar zu einem stark subventionierten Preis von je 100 Franken.

Was heisst WLAN ausgeschrieben? a)  Weather Land Answer Now b)  Wifi Low Anti Nuclear c)  Wireless Local Area Network Lösung: c

Die Anfänge des WLAN liegen in den 40er-Jahren, vorangetrieben wurde und wird die Weiterentwicklung von der Organisation Wi-Fi Alliance, die 1999 gegründet wurde. Ihre Aufgabe ist es, die Produkte verschiedener Hersteller zu zertifizieren.

Offline-Zone Vor 20 Jahren war das Kaffeehaus «Unternehmen Mitte» in Basel einer der ersten Gastronomiebetriebe, die kosten­los WLAN zur Verfügung stellten. Seit Ende 2018 setzt das Kaffeehaus nun mit einer Offline-­ Zone einen neuen Trend: Ein Teil des Cafès ist ­offline. Wer sich dort aufhält, klappt den Bildschirm zu und stellt das Smartphone auf Flug­ modus. Eine Linie am Boden trennt die Bereiche on- und offline. Dadurch will man die Aufmerksamkeit der Gäste ins Hier und Jetzt holen, fern von ständiger Erreichbarkeit. Illustration: Vectorstock

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STADT, LAND, STUTZ | 9.9.2019 | 51

Gopf!

Illustration: Rinah Lang

«Gottfried Stutz!», ruft der Mann ins Handy, er steht im Tram, gleich bei der Tür. Worüber er sich aufregt, finde ich nicht mehr heraus; er steigt aus, und ich erzähle meiner Kollegin: «Mein Urgrossvater hiess Gottfried Stutz». Sie lacht ungläubig. «Doch, doch», erkläre ich, «der hiess so, true story.» Der Name meines Vorfahren hat sich schon häufig als tolle Partyanekdote bewährt. Ich habe sie so oft erzählt, dass ich irgendwann doch noch mal bei meiner Grossmutter nachfragte, ob sie wirklich stimme – ich selber hatte besagten Urgrossvater ja nie kennengelernt. «Jo, dänk scho», antwortete sie unaufgeregt. Es ist also Tatsache: Mein Urgrossvater hiess Gottfried Stutz. «Bini Gottfried Stutz e Kiosk?», hat schon Polo Hofer gesungen. Wikipedia wiederum weiss: «Gottfried Stutz, gesprochen Gopfrid Stutz, auch unterdrückt Gopf, ist eine weitverbrei­ tete schweizerdeutsche Interjektion,

die als mildes Fluchwort oder Ausruf der Verblüffung gebraucht wird.» Stellen Sie sich vor, Ihr Name ist ein Fluchwort und Sie sind ein unterdrückter Gopf! «War das nicht schlimm, so zu heissen?», löcherte ich meine Grossmutter. «Nein, nein», wimmelte sie mich ab. Der Name ­meines Urgrossvaters sei damals noch kein Schimpfwort gewesen. Ich stelle mir vor, dass mein Urgrossvater dafür verantwortlich ist, dass heute Männer in Trams «Gottfried Stutz!» ins Handy rufen. Vielleicht war er ein Bub, der immer Seich gemacht hat. Die Brille des Vaters versteckt, die Hühner der Nachbarin entführt, dem Lehrer Leim in die Tasche geleert – irgendwann rief das ganze Dorf seinen Namen, wenn irgendwer mal wieder einem seiner Streiche zum Opfer ge­ fallen war. So laut, dass man es über die Dorfgrenze hinaus hörte und sich der Ausruf im ganzen Land etablierte. Was für eine Story, gopf! MM

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52 | 9.9.2019 | KINDER

Kinder an die Bau-Macht Schrauben, sägen, nageln, malen – auf der Kinderbaustelle in Luzern handwerken die Kleinen. Hier dürfen sie tun, was zu Hause oft verboten ist. Das Ergebnis: ein buntes Traumschloss, das sie jede Woche wieder umbauen. Text: Rahel Schmucki  Bilder: Gabi Vogt

M

it einem Akkuschrauber in der Hand steigt Claudia Berg (39) aus dem grünen Wohnwagen. Blaue ­Latzhose, oranger Bauarbeiterhelm. Es ist Mittwochnachmittag, und mittwochnachmittags wird auf der ­Kinderbaustelle auf dem Eisenplatz in Luzern gebaut. Zwischen 14 und 18 Uhr sind die 5- bis 12-jährigen Kinder am Werk. «Habt ihr Energie mit­ gebracht?», ruft Claudia Berg den ersten zwei Kindern entgegen und wirft sich mit ihrem Schrauber in eine James-Bond-Pose. Noch etwas schüchtern nehmen Tim (11) und This (11) einen gelben Bauarbeiterhelm vom Haken und ­gehen zu den vier bunt bemalten Türmen. Die beiden waren aber schon oft hier und wissen, wies läuft. «Komm, wir schauen, was sich seit letztem Mal verändert hat», sagt Tim zu This und klettert an einem Turm hoch. Sie ­haben sich bereits entschieden: Heute wollen sie bohren und

schrauben – Hauptsache, der Akku-­ schrauber surrt. «Die Kinder dürfen hier machen, worauf sie Lust haben», erklärt Berg das Konzept. Zusammen mit Patrick Walpen hat sie vor einem Jahr die Kinderbaustelle gegründet. In ihrem Beruf als Gestaltungslehrerin stört sie sich oft am Schulsystem. «Es stresst mich, dass ich die Werke der Kinder bewerten muss», sagt sie. Als dann für die Zwischennutzung auf dem Eisenplatz Projekte gesucht wurden, kam ihr und ein paar Freunden die Idee mit der Kinderbaustelle. Auf der ehemaligen Brache stehen heute ein naturnaher Garten für einheimische P ­ flanzen und Tiere, ein Hühnergehege, ein rundes Jurten-­ Zelt, ein Bistro-Wagen, ein Plumpsklo und die Kinderbaustelle. Das bunte, zweistöckige Traumschloss ist aus verschiedenen Hölzern zusammengenagelt und -geschraubt. Vier Brücken verbinden die vier Türme, drei improvisierte Rutschbahnen führen von


KINDER | 9.9.2019 | 53

Fleissiges Werkeln auf der ­Kinderbaustelle: Beda kürzt ein Brett (links), Flurin und Isaac bemalen einen der ­Türme (oben) und This und Tim rüsten sich für das ­Ausbessern einer Brücke.

ihnen auf den Boden. «Das haben ­alles die Kinder dieses Jahr gebaut», sagt Berg sichtlich stolz. Natürlich habe das sechsköpfige Team ein bisschen mitgeholfen. Alle Bauten werden Claudia-geprüft

Tim und This sind noch etwas ratlos. Nachdem sie alle Wege einmal abgelaufen sind, setzen sie sich auf einen Turm und suchen nach einer Stelle zum Bauen. «Hier könntet ihr die ­Brücke ausbessern», ruft Berg von ­unten und zeigt auf eine noch wacklige Konstruktion zwischen zwei Türmen. Die beiden Freunde klettern runter, holen Akkuschrauber, Bretter und ­lange Schrauben und klettern wieder hoch. Eine halbe Stunde lang werkeln, schrauben und bauen sie, dann ist die Brücke stabil. Ob etwas Gebautes sicher und ­begehbar ist, entscheidet Berg. Sie klettert auf die Brücke, stampft mit dem Fuss und hüpft über die Bretter. «Hier wird nicht Suva-, sondern

­ laudia-geprüft», sagt sie und lacht. C Wenn die Bretter ihr Gewicht halten, dürfen die Kinder den Weg benutzen. Trotzdem betont Berg immer wieder: «Das ist eine Baustelle, kein Spielplatz.» Aus dem Holz steht schon mal ein Nagel hervor, und die Bretter sind nicht abgeschliffen. Deshalb gibt es auf der Baustelle eine Helmpflicht. Nach einer Stunde treffen weitere Kinder ein. Marion (10) und Sophie (9) fragen nach einem «Meter». Sie wollen eine Bank bauen, die unter den grössten Turm passt. «Dafür müssen wir die Länge der Hölzer abmessen», erklärt Marion fachmännisch. Gemeinsam ­sägen sie mit einer grossen roten Säge, auf jeder Seite ein Mädchen. Berg gibt ihnen Tipps und hält das Holz fest. Inzwischen sind auch Isaac (5), Charlie (8), Ruben (7) und Flurin (5) gekommen. Sie haben sich für Pinsel und Farbe entschieden und bemalen die Wände der Türme mit brauner Farbe. Beda (7) hat eine Säge entdeckt und wartet auf Claudia Bergs Hilfe. Er will


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KINDER | 9.9.2019 | 55

ein Brett kürzen, das den Weg auf der Brücke versperrt.

Berg. Eltern hingegen dürfen die ­Baustelle nicht betreten. «Elternfreie Zone», nennt Claudia Berg das. Jeweils zwei Erwachsene sind vor Ort, um die Kinder zu unterstützen. Heute ist Melinda Giger, eine langjährige Freundin von Berg, da. «Die Kinder sollen selber Ideen haben dürfen. Es gibt keine Anleitungen.» Das sei nicht immer einfach. Es gebe viele Eltern, die ihren Kindern etwas beibringen und jeden Schritt überprüfen wollen. «Da müssen wir freundlich darauf hinweisen, wie wichtig es ist, dass die Kinder selbst ihre Erfahrungen machen.» Nach zwei Stunden Arbeit sind die Kinder langsam müde. Melinda Giger hat ein Feuer gemacht, über das sie ­einen Kessel mit Popcorn hängt. Die Kinder holen sich in farbigen Bechern Wasser aus dem Kanister, ziehen die Helme aus und setzen sich ums Feuer. Zeit für den Bauarbeiter-Zvieri. MM

Die Baustelle ist eine elternfreie Zone

Das Baumaterial sammelt Berg selber, «alles Abfallmaterial». Sie bekommt es von Schreinereien, Baumärkten und Privatpersonen. Gekauft sind nur die Helme, das Werkzeug hat sie von Sponsoren bekommen. «Am meisten Geld haben wir für eine grosse Apotheke ausgegeben.» Diese haben sie bis jetzt nur für Schürfwunden gebraucht. «Meistens waren die nicht von der Baustelle, sondern vom Herumtollen auf dem Kiesplatz», sagt Berg. Finanziert wird das Projekt über ihren Verein und von Gönnern. Seit Dezember gehören auch die Stadt und der Kanton Luzern zu den Unterstützern. Für die Kinder ist das Angebot gratis. Auf die Baustelle dürfen Kinder, sobald sie in der Schule sind – eigentlich. «Wenn jüngere, selbstständige Kinder kommen, weisen wir sie nicht ab», sagt

Mehr Infos: kinderbaustelleluzern.ch

Voller Körpereinsatz: Betreuerin Claudia Berg (Mitte) hält das Holz fest, während Sophie (links) und Marion es zersägen.

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FAMILIE | 9.9.2019 | 57

Krank: Wie sag ichs dem Kind? Wenn ein Familienmitglied schwer krank wird, ist es wichtig, mit den Kindern darüber zu sprechen, offen und ihrem Alter angepasst. Ihre Ängste sind nämlich andere als die von uns Erwachsenen. Text: Véronique Kipfer

E

rkrankt in der Familie eine Person, ist das für alle ein grosser Schock. Wie bringt man das seinen Kindern bei? «Am besten spricht man sofort mit ihnen darüber, sie merken schnell und deutlich, dass etwas nicht stimmt», sagt Amélie Giafferi, Psychologin der Stiftung As’trame. Sie unterstützt Fami­ lien bei schwerer Krankheit und Todesfällen. «Man muss Kindern nicht alles sagen. Aber das, was man ihnen sagt, sollte ehrlich, verständlich und altersgerecht sein», sagt Giafferi.

Bild: Andrea Obzerova / iStock

Zeit und Ort fürs Gespräch

Die Psychologin empfiehlt, sich für das Gespräch genügend Zeit zu nehmen und dafür einen ver­ trauten Ort zu wählen. Auf diese Weise können sich Kinder da­ nach wenn nötig zurückziehen. «Sprechen Sie wenn möglich ­zunächst mit der ganzen Familie darüber. Anschliessend können Sie mit ­jedem Kind einzeln spre­ chen und sich seinem Alter und seiner Reaktion anpassen.» Auch im Gespräch mit dem einzelnen Kind sei es wichtig sich Zeit zu nehmen: die Fragen des Kindes abwarten, ehrlich ant­ worten, die Antworten sacken lassen und ihm die Möglichkeit geben, bei Bedarf weitere Fragen zu stellen. Und wenn es nicht möglich ist, sofort auf die Fragen des Kindes zu antworten? ­«Geben Sie es offen zu und erklä­ ren Sie, dass Sie sich erkundigen.» Giafferi ist überzeugt, dass es für das Kind besser ist, wenn man die Dinge direkt beim Namen nennt. Eine «Krankheit» kann ­alles Mögliche sein, von einer ­Erkältung bis zu einer Krebs­ erkrankung – das Kind soll ­wissen, was es wirklich ist. Wenn Erwachsene über ihre eigenen Gefühle sprechen, helfe das dem Kind, seine Emotionen in Worte zu fassen.

Für schwierige Gespräche mit den Kindern sollte man einen vertrauten Ort wählen.

«Was Kindern am meisten Sorge bereitet, sind die Auswirkungen, die sich aus der Krankheit für sie selbst ergeben. Gehen Sie des­ halb auf die Folgen für die Fami­ lie ein», rät Giafferi. Darüber ­hinaus sei es wichtig, den Kindern die Schuldgefühle zu nehmen. Vor allem, wenn sie jünger als sechs Jahre alt sind, denn in die­ sem Alter denken sie, dass sie ­alles a­ llein ändern können. Keine falschen Versprechungen

«Erklären Sie Ihrem Kind, dass sich Ärzte um die kranke Person kümmern und alles tun, damit es ihr besser geht. Machen Sie ­jedoch keine Versprechen, die Sie nicht halten können.» Zum Schluss der Gespräche sei es wichtig nachzufragen, ob das Kind alles gut verstanden habe,

um Missverständnisse zu ver­ meiden. Damit Kinder sich mit der ­Situation konkret auseinander­ setzen, hilft es, wenn sie in den Alltag der kranken Person ein­ bezogen werden. Dafür reichen schon kleine, altersgerechte ­Aufgaben, zum Beispiel die des Wasserwächters: Die Kinder ­sorgen d ­ afür, dass immer eine volle Flasche Wasser auf dem Nachttisch steht. Oder die Kin­ der malen und basteln, um das Spitalzimmer zu verschönern. Was, wenn das Kind nicht mit ins Spital kommen will? «Beste­ hen Sie nicht darauf, aber wie­ derholen Sie den Vorschlag regel­ mässig», sagt Giafferi. Vor dem Besuch sei es wichtig, darüber zu sprechen, was das Kind sehen werde. Wenn das Kind so weit ist

mitzukommen: wahrnehmen, was das Kind beobachtet und die Situation und die Geräte im ­Spital erklären. Neugierde im Spital

«Krankheiten und Spitäler sind für ein Kind emotional deutlich weniger belastend», so die Psycho­ login. «Es ist normal, dass es eher neugierig als eingeschüchtert ist.» Deutlich schwieriger als die Krankheit selbst seien für die Kinder die sehr starken Gefühls­ äusserungen der Erwachsenen. Giafferi: «Versuchen Sie, so weit dies möglich ist, den f­ amiliären Alltag für die Kinder möglichst un­verändert zu lassen. Denn ­diese gleichbleibende, beruhi­ gende Struktur gebe den Kindern trotz allem ein wenig Sicherheit und Mut.» MM


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Tipps für Entdecker Vom kleinen Nager über den schlauen Waldbewohner bis zum Grosswild: Diese Ausflüge zu Tieren machen jeden Herbsttag zum Familienerlebnis.

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Tierpark Biel

Es gibt keine Zäune um den Park und auch keine Kasse: Der Tierpark am Bözingerberg in Biel ist immer geöffnet, der Zutritt gratis. Kleine und grosse Besucher entdecken hier zum Beispiel Luchs, Wildschwein, Fuchs und Murmeltier. Aber auch Hirsch und sogar Waschbär! In den ehemaligen Steinbrüchen am Weg hinunter zur Stadt, der schöne Aussichtspunkte bietet, klettern Gämsen und Steinböcke. Verstreut im Parkgelände gibt es zudem Volieren mit Uhus, Schnee- und Schleiereulen zu entdecken. Die Tiere im Park dürfen übrigens auch gefüttert werden, aber nur mit Futter, das vor Ort erhältlich ist.

Bilder: Leo Bösinger (2), PD (2), Christian Kutschenreiter

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Naturmuseum St. Gallen

Schon beim Kafi wird es einem ein wenig unheimlich: Im Museums-Café liegt ein vier ­Meter langes Nilkrokodil. Die Stadt St. Gallen hatte es im 17. Jahrhundert geschenkt bekommen. Weiter gehts zum nacheiszeitlichen Elch, der einst in Gossau ausgegraben wurde. Auf Kinder ab acht Jahren warten zwei Kinderpfade – aus­ gerüstet mit Schatzkarte, Werkzeug, Forscherheft und einem eigenen Schlüssel, können sie Dinge entdecken, die anderen Besuchern verborgen bleiben. Verpassen darf man nicht den Publikumsliebling des ­Hauses: Das Originalskelett ­eines ­riesigen Entenschnabel-­ sauriers.

Diese und viele weitere Ausflugsziele finden Sie auf famigros.ch/ausflug

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Biberlehrpfad Pfyn: Ein Viertel der Biber in der Schweiz leben im Thurgau. Gefällte Bäume, ausgeklügelte Dammsysteme, Höhlenbauten und Wasserrutschen – da war ein Biber am Werk. Auf dem vier Kilometer langen ­Biberlehrpfad in Pfyn TG lernt man fast alles über den scheuen Nager. Wer ihn sehen möchte, bleibt am besten bis zur ­Dämmerung und hat Geduld im Gepäck. MM


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MEINE MIGROS | 9.9.2019 | 61

Durch und durch Schweizer Qualität Wer die jungen Hühner im Stall von Lina und P ­ eter Kramer in Galmiz FR betrachtet, sieht ­gesunde ­Tiere, die genügend Platz haben, um zu scharren, zu picken, herumzulaufen oder zu ruhen. In den ­Wintergarten dürfen die Tiere ab dem 21. Lebenstag. So sieht es die Regelung der «Besonders tierfreund­ lichen Stallhaltung» (BTS) vor. Zwischen 8000 und 12 000 Küken aus der Schweiz ziehen die Kramers für die Marke Optigal auf. «Die Aufzucht nach den ­Optigal-Regeln geht über die strengen Richtlinien der BTS hinaus. Zum Beispiel haben wir zusätzliche ­Wasserspender im Wintergarten», sagt Lina Kramer.

Qualität seit über 50 Jahren Besonders tier­ freundliche Haltung Wer Optigal-Poulets kauft, bekommt Poulet­ fleisch, das ausschliesslich von b ­ äuerlichen Familien­betrieben stammt.

Bild: Guy Jost

Vorbildliche Aufzucht der Küken Optigal ist ein Pionier in der Aufzucht mit besonders tierfreundlichen Bedingungen für Elterntiere und Küken. Mit ­einem Elterntierpark im Wallis und einer neuen Brüterei in Avenches VD wird das Tierwohl auf ein neues Niveau gehoben. Die Küken erhalten rein pflanzliches Futter aus Getreide, Sonnen­ blumenschrot, Erbsen, Soja, Mineralstoffen und Vitaminen. Die hoch­ wertigen Rohstoffe stammen zur Hälfte aus dem nahen Ausland – wie das Soja aus Nord­ italien – und enthalten keine genveränderten Organismen.

Die beliebte Geflügelmarke der Migros steht für eine besonders tierfreundliche Haltung.

Zu 100 Prozent ­rückverfolgbar Von der Brut über die Aufzucht bis zum Verkauf erfolgt die gesamte Wertschöpfung in der Schweiz. Bei den meisten Optigal-Produkten, zum Beispiel der Poulet­ brust, ist auf dem E ­ tikett vermerkt, von welchem Bauernhof das Huhn stammt.  MM


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VERANSTALTUNG

Underwägs «vo Puur zu Puur»

Über Stock und Stein Perfekt ausgerüstet in die Wandersaison starten – mit dem grossen Angebot von SportXX kein Problem. Die neuesten Ausrüstungstrends überzeugen mit modernsten Technologien und klassischem Design. Text: Julia Koller

Bilder: zVg

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er regelmässig in den Bergen unterwegs ist, weiss: Das Wetter kann sich innert weniger Minuten komplett verändern. Umso wichtiger ist es, dass man beim Wandern, Trailrunning oder Bergsteigen für alle Fälle passend ausgerüstet ist. Wer sich im Angebotsdschungel von Trekkingbekleidung, -schuhen oder -zubehör nicht auskennt, kann sich in den SportXX-Filialen der Migros Zürich auf fachkun­dige Beratung verlassen. Jill Keller, Mitarbeiterin SportXX BülachSüd, kennt die Vorteile des Sport-

fachgeschäfts der Migros: «Kundinnen und Kunden finden bei uns ein sehr breites Angebot an verschiedenen Marken und ­Produkten zu fairen Preisen. Ob ­Kinder, Einsteiger oder Profis – bei uns werden alle Wanderfreunde fündig.» Leicht und modern

Die diesjährige Wanderkollektion überzeugt mit einem schlichten Design und modernen Funktionen. «Die Kleidung und Schuhe werden immer leichter und sind dadurch sehr angenehm zu tragen. Ideal, um die Ausrüstung in

mehreren Schichten aufzuteilen», erklärt Jill Keller. So könne man sich sehr praktisch für die wechselnden Wetterbedingungen ­einkleiden. Auch bei Wander­ utensilien wie Stöcken, Ruck­ säcken oder Trinkflaschen setzen die Ausrüster vermehrt auf hoch­ technologische Herstellungsweisen sowie leichte und moderne Materialien. Wer sich mit den Wandertrends 2019 vertraut machen möchte, findet alle Neuheiten in den acht SportXX-Filialen der Migros Zürich. MM Weitere Infos: sportxx.ch

Eindrücklich und zugleich ein grosser Spass für Gross und Klein: Die Veranstaltung «Vo Puur zu Puur» ermöglicht am 15. September von 10 bis 17 Uhr einen erlebnisreichen Tag an den ­Ursprungsorten ­regionaler Lieblingsprodukte. Der Gemüseproduzent Beerstecher AG ist einer von acht ­Betrieben, der ein kunterbuntes Programm für neugierige Besucher ­anbietet. Ob Gemüseernten und -schnitzen, Maschinenvorführungen, GPS-Fahren oder Traktorrennen für die Kinder – die Veranstaltung beim Dübendorfer Gemüseproduzenten eignet sich perfekt für ­einen Ausflug mit der ganzen Familie. Für die Verpflegung sorgt Micarna mit einer grossflächigen Grillwand, auf der knusprig feine Poulets aus der Region brutzeln, die die Besucherinnen und Besucher selbstverständlich mit frischem Gemüse und Brot – ausnahmslos aus der Region – verzehren können. Mehr Info: vopuurzupuur.ch


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Merci, dass wir Sie seit 10 Jahren zu unseren Kunden zählen dürfen! Unser Jubiläum möchten wir mit Ihnen feiern und laden Sie am Samstag, 14. September herzlich ein. Es erwartet Sie unser historischer Verkaufswagen FordTT, Gratis-Glacé, Wurst vom Grill, ein kleines Dankeschön und vieles vieles mehr. Für Ihre Treue bedanken wir uns pro Fr. 80.– Einkauf mit Fr. 10.–

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«ZURICH GAME SHOW» 2019 Profi-Gamer «Erné» zeigt an der ­Game Show sein Können.

Sie ist längst ein Muss für alle Game-­Fans der Schweiz: Vom 13. bis 15. September gibt es in der Messe Zürich alles rund um die Themen eSports, Virtual Reality oder Game Design zu ent­decken. 22 Gaming-­ Stationen mit der neuesten Hard- und Software stehen am Gaming-Power-­

Stand von Melectronics in Halle 3 Stand 307 bereit sowie dessen aktuelle Gaming Gear. Ausserdem fordert Game-Profi «Erné» am Samstag, 14. September, interessierte Messebesucher bei der ­Fifa-Challenge heraus. Infos: gamingpower.ch

Die beliebte Zierpflanze wächst auf den Feldern in der typischen Kugelform.

Bunte Spätblüher Mit ihrer farbenfrohen Erscheinung bringen die Chrysanthemen nochmals Schwung in den Herbstgarten. Die aus Ostasien stammende Blume wächst für die Migros Zürich in der Region heran. Text: Gabriel Zwicky

Bilder: zVg

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s ist kein Geheimnis: Chry­ santhemen sind der absolute Renner im Herbstblumen­ sortiment. Der Volksmund nennt die bunten Spätblüher vermut­ lich auch deshalb Winterastern, weil sie sich mit dem Entfalten ihrer Blütenpracht so lange Zeit lassen. In grosser Auswahl an Farben und in diversen Grössen kommt ein guter Teil der Chrysanthemen aus der ­Gärtnerei Lamprecht im Zürcher

Oberland – genauer in Illnau-Effreti­ kon. Auf einer riesigen Fläche werden die bunten Kugeln unter dem Label «Aus der Region. Für die Region.» für die Migros Zürich kultiviert, ge­ hegt und gepflegt, bis sie die richtige Grösse haben. Genügsam und pflegeleicht

Als äusserst robuste und pflegeleichte Pflanzen gedeihen Chrysanthemen am besten, wenn die Erde im Topf im­

mer feucht ist. Die kugelförmigen Pflanzenstöcke mögen sonnige und halbschattige Standorte. Mit ihren leuchtenden Blüten in verschiedenen ­Farben und ihrer buschigen Form ­bereichern sie den Herbst. Auch ­kühle Nachttemperaturen ertragen sie ­problemlos. Ab dem 18. September gibt es die Chrysanthemen in den Blumenabteilungen der Migros ­Zürich im Topf in zwei verschiedenen Grössen mit 20 Prozent Rabatt.  MM

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VERANSTALTUNG

Austausch auf Augenhöhe

Der erste Schritt zum selbstgemachten Gel: Stephanie Rhyner demonstriert das Filetieren der Aloe-Vera-Blätter.

Grüner Allrounder Die Aloe Vera gilt als Multitalent in der Schönheitspflege und Naturheilkunde: Die Wüstenpflanze, deren Blätter im «Alnatura Bio Super Markt» erhältlich sind, lässt sich sehr einfach und rasch zu Hause frisch zubereiten. Text und Bild: Nina Cassal

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chon Kleopatra schwor auf Aloe Vera: Das feuchtigkeitsspendende Gel wird bei der Behandlung von Wunden oder Akne verwendet. Eingenommen w ­ irkt es leicht abführend. Trotz der vielen positiven ­Eigenschaften scheuen sich viele, die Blätter der Pflanze direkt zu ­bearbeiten. Stephanie Rhyner, Mitarbeiterin der Alnatura-Filiale im Einkaufscenter Illuster in Uster und diplomierte Naturheilpraktikerin, zeigt, wie einfach es ist: Zuerst das breite Ende des Blatts abschneiden und mit dem Anschnitt nach unten in ein Gefäss stellen, damit ein gelber Saft, der Aloin enthält,

herausfliessen kann. Aber Vorsicht, der Saft kann Hautreizungen hervorrufen. Nach Entfernung der Dornen, müssen die Ober- und ­Unterseite des ­Blattes getrennt werden, um anschliessend das ­Gelfilet ablösen zu können. Dabei mindestens 2 mm Abstand zur Schale einhalten. Eine detaillierte Anleitung l­ iegt in den Filialen als Flyer auf, findet sich aber auch auf der Alnatura-­Website: alnatura.ch. In Eiswürfeln gut haltbar

Einmal aus den Blättern filetiert, hält sich das Gel circa zwei bis drei Wochen lang gut im Kühlschrank. «Eingefroren in einem Eiswürfel-

former hat es in einer guten Portionierung einen kühlenden und lindernden Effekt bei Sonnenbrand oder Insektenstichen», so Rhyner. Ein weiterer Tipp: Das Gel ist ein guter Ersatz für eine Bodylotion oder kann zusammen mit Honig, Meersalz oder Zucker für einen peelenden und zugleich pflegenden Effekt vermischt werden. Wer seine Filetierkünste jedoch lieber nicht zu Hause unter Beweis stellen möchte, der kann beispiels­ weise auf den schon fertigen AloeVera-Saft von Alnavit zurück­ greifen. Dieser eignet sich optimal für die Beimischung in Speisen, Smoothies und Säften.  MM

Was gefällt Ihnen an der Migros Zürich? Wo kann sie sich noch verbessern? Ihre ­Meinung zählt. Der Genossenschaftsrat und die Verwaltung der Migros Zürich ­stehen am Samstag, 14. September, von 10 bis 14 Uhr, in der ­Migros Limmatplatz Rede und Antwort. Treten Sie mit uns in einen Dialog: Das Thema bestimmen Sie. Wir wollen Ihnen nichts verkaufen, nicht einmal ein Ge­ tränk. Zur Erfrischung laden wir Sie nämlich gerne ein. Wir freuen uns auf spannende Begegnungen und ­einen regen Meinungs­ austausch. Ihre Genossenschaft Migros Zürich


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«Der Büezer» Der junge Bauarbeiter Sigi (Joel Basman) macht jeden Tag zuverlässig seinen Job, fühlt sich aber ein wenig ­einsam. Der Versuch, über Tinder eine Freundin zu fin­ den, scheitert schnell. Und als er all seinen Mut zusammen­ nimmt, eine Frau auf der ­Strasse anspricht und sich als Werber ausgibt, bringt ihn das schon bald in Schwierigkeiten. Nur bei W ­ alter (Andrea Zogg), für den er ab und zu im Zür­ cher Milieu schwarz Klein­ reparaturen ­erledigt, findet er ein offenes Ohr. «Der Büezer» startet am 12. 9. in den Kinos.

«Bauarbeitern laufen beim Date die Frauen weg» Der Werbefilmer Hans Kaufmann hat den Jungstar Joel Basman schon mehrfach für Filmcastings erfolgreich in Szene gesetzt. Nun haben die beiden alten Freunde mit «Der Büezer» erstmals einen gemeinsamen Film gedreht – weitere sollen folgen. Text: Ralf Kaminski Bilder: Michael Sieber


FILM | 9.9.2019 | 69

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ei Ihrem Film geht es um Bauarbeiter, Freikirchen und erste Dates – deshalb erst mal ein paar Fragen dazu. Wenn Sie wählen müssten zwischen einem Job auf dem Bau oder in der Werbung, was wäre es? Joel Basman: Klarer Fall: Bau. Hans Kaufmann: ( lacht) Was soll ich da sagen, ich bin ja in der Werbe­ branche tätig. Auf dem Bau würde ich nicht lange durchhalten. Wie haben Sie es persönlich mit dem Glauben? Kaufmann: Ich bin Atheist. Basman: Ich auch. Zweimal unterstrichen. Haben Sie die Onlinedatingplattform Tinder auch schon ausprobiert? Basman: Ja. Kaufmann: Noch nie, ich bin in einer langjährigen Beziehung. Wie haben Sie Ihre Freundinnen kennengelernt? Kaufmann: Auf dem Flohmarkt 2009. Wir haben dort beide gestöbert, und ich habe sie einfach angesprochen und nach ihrer Nummer gefragt. Wir sind noch immer zusammen. Basman: Ich bin Single. Anders als Sigi im Film, aber ganz entspannt. Alles ist gut. Und Sie sind Jugendfreunde, richtig? Basman: Wir sind beide in Zürich auf­ gewachsen, haben uns mit 12, 13 Jah­ ren beim Skaten kennengelernt und sind uns in der Zeit an allen möglichen ­Orten über den Weg gelaufen. Vor sechs, sieben Jahren haben wir uns in der Filmszene wiedergetroffen und sind dann Freunde geworden.

Joel Basman (Bild unten, links) und Hans Kaufmann sind ein gut eingespieltes Team.

«Der Büezer» war also ein ­gemein­sames Projekt? Kaufmann: Ich habe das Drehbuch 2017 explizit für Joel geschrieben. Er war von Anfang an mit an Bord, hat mich unterstützt und auch bei der Suche nach Geldgebern geholfen. Basman: Wir haben aber schon zuvor zusammengearbeitet, weil wir ähnlich ticken und die gleiche Ästhetik mögen. Wenn ich Szenen für Castings ein­

schicken muss, drehe ich mit Hans – mehrfach mit Erfolg. So habe ich die Rollen in «Papillon», «Kursk» und «A Hidden Life» bekommen. Hans weiss genau, was welche Regisseure mögen. So hat er es geschafft, für seinen ­ersten Spielfilm einen der wenigen Schweizer Filmstars zu bekommen ... Kaufmann: Genau. Das war für den Film cool, aber auch für unsere Beziehung. Und es hat Türen geöffnet. Basman: Finanziell war es trotzdem nicht leicht, aber es hat zum Beispiel bei Drehgenehmigungen geholfen. Und ich konnte Hans die Burger ­Collection vermitteln, die einen Teil der Finanzierung gesichert hat. Aber wir haben schon vorher zu drehen ­begonnen. Es gibt so viele Leute, die Filmprojekte jahrelang mit sich her­ umschleppen und sie nie realisieren, das wollten wir nicht. Kaufmann: Wir hatten das Glück, viele gute Leute zu kennen, die sofort bereit waren mitzumachen, weil sie das P ­ rojekt mochten – teils für wenig oder gar kein Geld. Wie wichtig war der Beitrag des Migros-Kulturprozents? Basman: Verdammt wichtig. Ohne diese 42 000 Franken wäre aus dem Material kein Film geworden. Kaufmann: Wir hatten das Geld der Burger Collection schon für den Dreh ausgegeben. Den Rohschnitt reichten wir beim Kulturprozent ein – und am Ende hat uns die Migros die ganze Postproduktion finanziert. Basman: Wir sind richtige MigrosKinder! ( lacht) Wie kamen Sie auf die Geschichte dieses einsamen Bauarbeiters? Kaufmann: Einige unserer Freunde arbeiten auf dem Bau – von ihnen ­hören wir immer wieder solche ­Geschichten. Kaum erzählen sie bei einem Date, was sie arbeiten, laufen die Frauen weg. Woher kennen Sie Bauarbeiter? Kaufmann: Zum Teil sind es Kollegen noch aus der Primarschulzeit. Basman: Das hat sich so ergeben, in meinem Freundeskreis sind mehr Leu­ te vom Bau als aus der Filmwelt. Echt.


70 | 9.9.2019 | FILM Der Star und sein Erstlingsregisseur Sigi ist ein netter, sensibler, gutaussehender Typ. Ist es realistisch, dass einer wie er es so schwer hat bei den Frauen, nur weil er ein Büezer ist? Basman: Es kommen noch andere Aspekte hinzu: Sigi ist allein – das schon länger. Damit ringt er, und das strahlt er aus. Da ist eine ­gewisse Frustration, Impulsivität und Un­ berechenbarkeit, die auch gefährlich werden kann, wenn Erwartungen enttäuscht werden. Kaufmann: Bei einem Date entscheidet sich schnell, ob es funkt oder nicht. Es spielt ge­ nau solch Unterschwelliges rein. Ausserdem ist das Daten durch Tinder nicht leichter ge­ worden. Man muss erst mit seinem Aussehen und ­seiner Schreibe überzeugen und dann beim Treffen selbstbewusst und überzeugt auftreten. Wer das nicht schafft … Basman: Achtung, der Experte spricht! (lacht) Der mit der jahrelangen Be­ziehung und ohne Tinder-Erfahrung. Kaufmann: (lacht) Okay, okay, aber ich ­beobachte das ja trotzdem. Basman: Du hast ja auch recht, wobei die meisten auf Tinder vermutlich nicht auf der Suche nach der Frau fürs Lebens sind. Sie ­erwarten sie dort auch nicht. Wer das tut, wie Sigi im Film, hats schwer.

Joel Basman (29) stand schon als 14-Jähriger erstmals für «Mein Name ist Eugen» und «Lüthi & Blanc» vor der Kamera. Mittlerweile spielt er auch in internationalen Grossproduktionen mit wie «Papillon» (2017), «Kursk» (2018) oder «Kingsmen: The Great Game» (2020). Zweimal pro Jahr entwirft er zudem Männermode im Zürcher Modegeschäft seiner Eltern. Der Sohn einer Schweizer Mutter und eines israelischen Vaters lebt in Zürich. Hans Kaufmann (28) ist ein erfolg­ reicher Werbe- und Auftragsfilmer. «Der Büezer» ist sein erster Spielfilm, weitere sollen folgen. Er lebt mit seiner Freundin in Zürich.

Aber im Film ist es vordergründig Sigis Job, der das Problem ist, nicht? Basman: Ja, ich habe das während der Dreh­ arbeiten selbst erlebt. Ich fuhr in der Bauar­ beiterkleidung zum Set, die immer dreckiger wurde. Die Leute im Tram starrten auf die ­Flecken, fragten sich, woher die wohl stam­ men. Das war schon eindrücklich. Was soll das Publikum aus dem Film mitnehmen? Kaufmann: Am meisten könnte er bei Schü­ lern und Berufsschülern auslösen. Ansonsten hoffe ich, dass die Leute sich gut unterhalten und angeregt werden, über gewisse Entwick­ lungen nachzudenken. Über die starken Ver­ änderungen in unserer ­Arbeitswelt, die viel­ leicht dazu führen, dass es bald keine Büezer mehr braucht. Auch das Rotlichtmilieu ver­ schwindet langsam aus dem Stadtbild – als Folge einer zunehmend ­prüderen Gesell­ schaft. Wir tun heute Dinge nicht mehr, die vor fünf Jahren noch okay gewesen wären. Zum Beispiel? Kaufmann: Die #MeToo-Debatte hat viel Positives bewirkt, aber auch zu Übertreibun­ gen geführt. Zu Männern, die es vermeiden, mit weiblichen Angestellten allein Lift zu ­fahren, zum Beispiel. Es ist auch schwieriger geworden, Sexualität im Film darzustellen. Basman: Das fängt schon beim Drehen von körperlichen Szenen an. Als Mann hast du schlicht Angst, dass irgendwer etwas Verfäng­ liches in dein Spiel hinein­interpretieren könnte. Aber du hast keine Wahl, laut Dreh­

«Es ist schwieriger geworden, Sexualität im Film darzustellen.» Hans Kaufmann Regisseur

buch musst du jetzt diese Frau vergewaltigen, und natürlich fühlst du dich bei einer s­ ol­chen Szene nie wohl, aber heute ist es noch schwie­ riger. Mit Glück spielst du die Szene mit einer tollen Kollegin, die sich der Problematik be­ wusst ist und sagt, «schon okay, du musst meine Brust anfassen, geht nicht anders, ist alles okay», und das auch beim 20. Mal. Kaufmann: Es ist halt schwierig. Die Debatte und diese neue Sensibilität ist wichtig, es darf einfach nicht zu radikal werden, weil das nur wieder neue P ­ robleme und ­Ungerechtigkeiten schaffen würde.

Sie planen ein weiteres gemeinsames Projekt, können Sie dazu schon mehr sagen? Kaufmann: Es ist noch etwas zu früh, im Moment bin ich mit dem «Büezer» sehr be­ schäftigt. Einen Film ins Kino zu bringen, ist sehr aufwendig, das habe ich unterschätzt. Joel Basmans «Wolkenbruch» ist nicht nur der erste Schweizer Film, der es auf Netflix geschafft hat, er wird nun auch bei den Academy Awards eingereicht. Basman: Das ist natürlich eine Riesenfreude. Der Erfolg bei Netflix hilft auch dem Film­ land Schweiz insgesamt. Und die Oscars, mal sehen. Es ist sicher die gesündere Einstel­ lung, nicht zu sehr damit zu rechnen, im ­Februar dann wirklich in Los Angeles zu sein. Kaufmann: Es ist ja auch nicht dein erster Film, der tatsächlich nominiert wurde. Basman: Genau, für das dänische Nachkriegs­ drama «Land of Mine» war ich 2017 bei der Oscar-Verleihung dabei. In der Schweiz hat er es leider nicht mal ins Kino geschafft. Weshalb tut sich die Schweiz so schwer, Filme zu drehen, die auch international eine Chance haben? Andere ähnlich kleine Länder schaffen das regelmässig. Basman: Ich glaube, dass es mit unserem Filmfördersystem zu tun hat. Das müsste man mal überdenken. In Dänemark werden seit vergangenem Jahr auch englisch­ sprachige Filme gefördert. Damit gefährdet man nicht die eigene Kultur, sondern erhöht die Chance, international anzukommen. Und man pusht damit nicht nur die Filme, sondern auch alle Beteiligten. Kaufmann: Hätten wir in der Filmwelt einen Star, wie wir ihn mit Roger Federer im Tennis haben, könnten junge Filmemacher s­ agen, okay, ich mache jetzt auch solche Projekte wie der. Die Skandinavier haben seit ­Jahrzehnten Starregisseure und können sich ­davon inspirieren lassen, das hilft sehr. Joel Basman, Sie gehören heute zu den wenigen Schweizern, die auch regelmässig in grossen internationalen Produktionen zu sehen sind, im kommenden Jahr etwa imdritten Teil von «Kingsmen» – was braucht es, dass man das schafft? Basman: Ein Rezept gibt es nicht. Sicher ge­ holfen hat, dass ich mit 18 ohne Ausbildung nach Berlin gegangen bin – das würde ich heute vermutlich nicht mehr wagen. Damals hätte ich eine Lehrstelle als Buchhändler anfangen können, aber ich habe abgelehnt. Meine Eltern akzeptierten es, obwohl es sie nervös machte. Wichtig sind auch die richtige Agentur, die Freude am Spiel, Begabung und Glück, viel Glück. Kaufmann: Wenn man Joel in einem leeren Raum für ein Castingvideo filmt, merkt man aber auch schnell, dass er einfach ein sehr ­guter Schauspieler ist.


FILM | 9.9.2019 | 71

Und je interessanter die Rollen und prominenter die Filme, desto besser die Chancen, noch interessantere Rollen in noch prominenteren Filmen zu kriegen? Basman: Schon, aber man kommt dann auch in einen grösseren Pool mit mehr Konkur­ renz. In Deutschland gibts 50 andere, die so aussehen wie ich und gut sind. Und auf die treffe ich natürlich regelmässig an Castings und weiss dann, dass es wieder eng wird und ich Gas geben muss. Sie sind noch nicht mal 30 – was erhoffen Sie sich für die nächsten zehn Jahre? Basman: Der englischsprachige Raum inte­ ressiert mich schon sehr. Mittlerweile habe ich dort auch Agenturen und bin gespannt, was sich daraus so ergibt. «Kingsmen» ist nun ein erstes Ergebnis, es läuft also so weit nicht schlecht. Und wenn Sie einfach so auswählen könnten? Basman: Dann würde ich mit denjenigen drehen, mit denen alle drehen wollen. Aber

«In Dänemark werden auch englischsprachige Filme gefördert. Damit gefährdet man die eigene Kultur nicht.» Joel Basman Schauspieler

mittlerweile habe ich schon so viel gemacht, dass ich eigentlich nur noch das drehen will, was mir guttut. Kaufmann: Du hättest jetzt einfach «alles mit Hans Kaufmann» sagen können... Basman: ( lacht schallend) Was tut Ihnen denn gut? Basman: Man muss rausfinden, was man machen will und was nicht. Für mich war Rudolf Höss, den ich 2018 für die Miniserie «Clash of Futures» gespielt habe, ein pas­ sender Abschluss für die Nazi-Rollen. Es gab jedes Mal einen guten Grund, sie zu

übernehmen, aber das war es jetzt. Ich will in keinen Lagern mehr drehen und keine Swastikas mehr sehen müssen. Ich will nicht mehr daran denken müssen, was die mit meinem Grossvater gemacht haben. Obwohl ich mich für Höss bewusst ent­ schieden habe. Ich wollte zeigen, wie der Mann, der Auschwitz geleitet hat, in jungen Jahren gewesen ist. Parallel dazu drehte ich «Kursk» und «Wolkenbruch», war also bei den Russen im U-Boot und ein orthodoxer Jude in Zürich. Da ist man ziemlich durch den Wind, wenn man abends nach Hause kommt. Und wenn künftig ein Drehbuch mit «Deutschland, 1942» anfängt, dann lese ich gar nicht erst weiter. Klar, sag niemals nie, wenn mich plötzlich Christopher Nolan anfragen würde ... Für den würden Sie alles machen? Basman: Niemals so viel wie für Hans … Kaufmann: ( lacht schallend) Basman: Ha! Die Kurve doch noch gekriegt. MM

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Der Plüschbär ist ein Blickfang für jedes K ­ inderzimmer. Der Korb darunter eignet sich ­genauso gut als ­Wäsche- wie als Spiel­ zeugbehälter. Baby Bear Korb, rund Fr. 39.95

Der Sauger des ­Babyfläschchens ist der mütterlichen Brust nachempfunden. Er ist breit und weich und erleichtert so das Trinken. Avent Natural Flasche, 260 ml * Fr. 14.90

Die Sauger passen auf die Avent Babyfläschchen und sind für Kinder ab 6 Monaten geeignet. Die Form des Saugers sorgt für ein ­natürliches Trinkgefühl. Avent Natural Sauger 4, 2 Stück * Fr. 9.90   ­

Die Nestchenschlange schützt Babys davor, sich im Bettchen an den harten Gitterstäben zu stossen. Milette Nestchenschlange *  Fr. 39.90

Tipp Liegt viel Spielzeug ­herum, bricht im Kinderzimmer schnell das Chaos aus. ­Abhilfe schaffen diverse Behälter wie Körbe und Boxen. So lernen schon die Kleinsten spielerisch, Ordnung zu halten. * in grösseren Filialen

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BEAUTY | 9.9.2019 | 75

Smokey Eyes für Jasmine

Ausdrucksstark und faszinierend: Beim dritten Styling der Covergirls 2019 des Migros Magazins stehen die Augen von Jasmine im Zentrum. Text: Susanne Schmid Lopardo

Tipp des Make-Up-Stylisten Emmanuel Florias

Bilder: Micha Freutel/Tina Aich Fotografen; Styling: Caroline Ziegler/ Style Council; Hair and Make-up: Emmanuel Florias/Style Council

So bringen Sie grade Wimpern in Schwung: Die Wimpern mit einer Wimpernzange in Form biegen, danach mit wasserfester Tusche fixieren.

Jasmine (20), Valérie (49) und Suzanne (82) sind die Covergirls 2019. Die Familie aus Neuenburg hat die ­Ausschreibung des Migros Magazins zum Jubiläum «50 Jahre Covergirl in der ­Migros» gewonnen.

Das Augen-Make-up von Jasmine orientiert sich an Smokey Eyes: Der Lidschatten der Covergirl Palette «Trunaked Shadow, Nudes» ist gegen aus­ sen hin verblendet, unterhalb der Brauen und zum Wimpernrand hin hell gehalten. Die äusseren Augenwinkel sind mit «Intensify Me Liquid ­Eye-Liner, 305 Smoked Amber» betont, die Wimpern mit «Lash Blast Fusion Mascara, 860 Very Black» zwei Mal getuscht. Damit sie nicht zusammenkleben: Zwischen dem Auf­ tragen mit einem ­speziellen Wimpernkamm trennen. Dazu kommen eine transparente Grundierung, eine dunklere Nuance für die Wangen, wenig Blush und Lipgloss: Und fertig.


76 | 9.9.2019 | MEINE MIGROS

Windeln dauerhaft günstiger Frischgebackene Eltern kennen das: Am A ­ nfang verbraucht ein Baby viele Windeln. Sehr viele: «Unser Tagesrekord lag wohl bei zwölf Mal w ­ ickeln», sagt Adrian Leemann (39). Er und seine Frau Heidy Suter (39) wurden im Mai Eltern. Am liebsten wickeln sie Söhnchen Max mit Milette-­Windeln. «Wir haben auch andere Windeln aus­probiert. Aber bei Milette stimmt der Preis, und das Vlies ­darin ist sehr fein. Max verträgt sie sehr gut.»

Milette Mini 2, 3–6 kg, 56 Stück Fr. 9.25 bisher Fr. 11.80

Milette Junior 5, 11–25 kg, 41 Stück Fr. 8.55 bisher Fr. 11.80

Milette Large 6, 16–30 kg, 33 Stück Fr. 7.95 bisher Fr. 11.80

Milette Pants 5+, 16+ kg, 27 Stück Fr. 10.40 bisher Fr. 11.80


MEINE MIGROS | 9.9.2019 | 77

Dauerhafte Preissenkungen ­Lieblingsprodukte günstiger Seit Kurzem werden viele Lieblingsprodukte der Migros-­Kundinnen und -Kunden, also die meistgekauften Pro­ dukte, günstiger. Dazu zählen auch die Windeln der Marke Milette. ­Wöchentlich ­kommen weitere dazu. Das Beste: Es handelt sich nicht ­­ um Aktionen, s­ ondern um ­dauerhafte Preissenkungen.

Bilder: Katharina Lütscher, zVg (4)

Gut gekennzeichnet Anhand des unten ­abgebildeten Symbols ­werden Sie in den nächsten Monaten immer mehr Lieblingsprodukte mit dauer­haften Preis­ senkungen erkennen.

«Ich bin ein MigrosKind. Da war es klar, dass wir auch die Windeln für Max in der Migros kaufen.» Heidy Suter

In der Migros gibt es künftig noch mehr fürs Geld: Für unsere Kundinnen und Kunden senken wir in den kommenden Monaten Woche für ­Woche die Preise ihrer Lieblingsprodukte dauerhaft und investieren weiterhin in die ­vertraute Migros-Qualität.


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MEINE MIGROS | 9.9.2019 | 79

Die Agenden für 2020 sind da Im digitalen Zeitalter hat eine Papieragenda ­viele Vorteile: Im Gegensatz zum Smartphone geht ihr nie der Strom aus, und man kann ­Einträge individuell und stilvoll gestalten. Im Sortiment von P ­ apeteria gibt es für jedes ­Bedürfnis die passende Agenda: Hoch- oder ­Querformat, unterschiedliche Grössen und ­Designs in trendigen Farben. Alle Kalender und Agenden sind FSC-zertifiziert: Das Papier stammt aus nachhaltiger Waldwirtschaft. Papeteria Agenda A6, diverse Farben Fr. 7.95

Papeteria Agenda A5, diverse Farben Fr. 11.95

Bild: MGB Fotostudio; Styling: Esther Egli

Papeteria Agenda A5+, diverse Farben Fr. 13.95

Papeteria Tischkalender Fr. 6.95


PET-Recycling in Nepal Umweltschutz, Sozialgerechtigkeit und berufliche Ausbildung für ehemalige Strassenkinder in der PET-Recycling-Anlage von Himalayan Life Plastics. Das Projekt von Himalayan Life hat die allererste PETRecycling-Anlage in ganz Nepal aufgebaut und bietet Jugendlichen eine schulische und berufliche Grundausbildung. Auf der Crowdfunding-Plattform I care for you können Sie mithelfen 8'000 CHF zu sammeln. Damit können wir vier Jugendlichen in Nepal diese Ausbildung während eines Jahres ermöglichen. Unterstützen Sie dieses Projekt direkt über den QR-Code oder icfy.ch/PET-recycling Die Crowdfunding-Aktion läuft vom: 23. Juli bis 11. Oktober 2019. Herzlichen Dank für Ihren Beitrag.

I care for you

Diese Aktion wird im Rahmen einer Maturitätsarbeit von Belinda Sulser an der Kantonsschule Zürcher Oberland durchgeführt.

Mehr Informationen über das Projekt finden Sie unter https://www.himalayanlife.net/pet-recycling


RÄTSEL | 9.9.2019 | 81

Sudoku

Migros-Geschenkkarten zu gewinnen! Lösen Sie das Kreuzworträtsel und gewinnen Sie eine von 2 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken. Für die grüne Zusatzlösung winken 2 Migros×2 Geschenkkarten im Wert von je 50 Franken.

Zurück im Heft ab 16. September

×2

Was koche ich heute?

migusto.ch

So nehmen Sie teil: Hauptpreis (blaues Lösungswort) Tel.: 0901 560 041 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD1, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 530 (Fr. 1.–/SMS), Bsp.: MMD1 SOMMER. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: migrosmagazin.ch/ wettbewerbe Postkarte (A-Post): Migros-Magazin, Kreuzworträtsel, Postfach, 8074 Zürich Zusatzpreis (grünes Wort) Tel.: 0901 560 065 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD5, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 530 (Fr. 1.–/SMS), Bsp.: MMD5 WINTER. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Chancengleiche WAP-Teilnahme ohne Zusatzkosten: http://m.vpch.ch/ MMD12315 (gratis übers Handynetz) Teilnahmeschluss: Sonntag, 15.9.2019, 24 Uhr

Gewinner Nr. 35: Hauptpreis: Christopher Math, Bern; Beatrice Wagner, Aarau Zusatzpreis: Erwin Imboden, Unterseen BE; Erland Lampert, Rorschacherberg SG

Auflösung Nr. 36:

PARKETT

TreppenlifTe

9620 Lichtensteig teL. 071 987 66 80

w w w. h o e g g l i f t . c h

Teilnahmebedingungen: Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Keine Barauszahlung. Computergesteuerte Massenteilnahmen sind nicht gewinnberechtigt. Die Mitarbeitenden der Migros-Medien sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Gewinner werden schriftlich benachrichtigt und mit Namen und Wohnort veröffentlicht.


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RÄTSEL | 9.9.2019 | 83

Gewinnen Sie eine von 4 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken!

×4

Quiz

2 × 100 Franken zu gewinnen

Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die acht Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort.

So nehmen Sie teil: Tel.: 0901 560 042 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD2, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 530 (Fr. 1.–/SMS), Bsp.: MMD2 TASTSINN. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte (A-Post): Migros-Magazin, Quiz, Postfach, 8074 Zürich Internet: migrosmagazin.ch/ wettbewerbe

1. Wenn etwas missglückt, geht der Schuss nach … los. W vorne

G hinten

L

unten

A Rauchfang

I

Walfang

S

L

Greifensee

2. Ein sehr lebhaftes Kind wird oft als … bezeichnet. E

Wildfang

3. An welchem See liegt Uster? N Pfäffikersee

Zürichsee

Teilnahmeschluss: Sonntag, 15.9.2019, 24 Uhr

4. Wie nennt sich ein mehr oder weniger poröser Kalkstein? I

A Travertin

Valentin

Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

U Camartin

5. Die Olympischen Winterspiele 2026 finden in … und Cortina d’Ampezzo statt. N Turin

S

T

Bozen

Mailand

6. Wo verkehren die Schiffe der sogenannten «Weissen Flotte»? A Vierwaldstättersee

I

O Zürichsee

Bodensee

Auflösung Nr. 36:

7. Wo kommt der «Schwall- und Sunk-Betrieb» vor? L

R Liftanlage

Kläranlage

BERGWELT Gewinner Nr. 35: Gisela Hofmann, Beromünster LU; Susanne Meuter, Lyss BE

N Wasserkraftwerk

8. Wie heisst das angeblich leichteste Metall der Welt? E

S

Microlattice

T

Microlight

Alulight

Lösungswort : 1

2

3

4

5

6

7

8

Füllen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Die Lösung ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1-5.

Füllen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Die Lösung ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1-5.

Paroli

E I N S T ROM SCH I M I Sie HE Tragen die R N A Lin F EWörter I N zehn MAK I US MA das Rätselgitter NT I N GE RE ein. Das LESS T S RE Lösungswort T I E Raus I S K sich R ergibt den ER I N G LBuchstaben SE in den GEN S I L I NFeldern 1 bis E R5:E S I A TH

5 2 3 1 4

N

Lösung: 1

2

3

4

2

3

4

So nehmen Sie teil: Tel.: 0901 560 043 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD3, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 530 (Fr. 1.–/SMS), Bsp.: MMD3 OSTEN. Hans Muster,2 Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte (A-Post): Migros-Magazin, Paroli, Postfach, 8074 Zürich3 Internet: migrosmagazin.ch/ wettbewerbe 1 Teilnahmeschluss: Sonntag, 15.9.2019, 424 Uhr Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

Lösung:

5

Lösungswort : 1

2 × 100 Franken zu gewinnen

E I N S T ROM HE I M I SCH I NFERNAL MAU SMAK I REGENT I N RESTLESS R I SK I ERT SEGLER I N S I L I NGEN THERES I A

5

Auflösung Nr. 36: SAUCE

1

2

3

4

5

Gewinner Nr. 35: Erika Eichenberger, Kaltenbach TG; Verena Bigler, Oberhofen am Thunersee BE

5

N


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LESERANGEBOT | 9.9.2019 | 85

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Lernen Sie die Schönheit Cancúns kennen Die mexikanische Karibikküste entlang der Halbinsel Yucatán lockt mit Traumstränden, verwunschenen Mayatempeln und warmer Gastfreundschaft. Zwischen Cancún und Tulúm, der sogenannten Riviera Maya, befinden sich zahlreiche Hotels, die alles für entspannte Badeferien bieten.

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Einer von vielen Traumstränden an der mexikanischen Karibikk­üste ­zwischen Cancún und Tulúm

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86 | 9.9.2019 | MEINE WELT

2

4

5

1

«Eishockey war nie eine Option»

Er ist amtierender Schweizermeister in Eiskunstlauf, sein grösstes Ziel die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2022 in Peking. Nun zieht Lukas Britschgi für den Sport nach Deutschland. Text: Anna Bürgin Bilder: Cyrill Krähenbühl


MEINE WELT | 9.9.2019 | 87

1 Meine Leidenschaft «Nichts reizt mich mehr als fremde Länder, Gerichte und Menschen. Herrlich, dass ich durch meinen Sport so viel reisen darf und deshalb immer wieder die Koffer packen kann.» 2 Meine Förderer «Meine Eltern Gaby (49) und Bruno (52) haben nie aufgehört an mich zu glauben und mich zu fördern. Bis vor kurzen waren sie meine einzigen Geldgeber. Nun werde ich von privaten Sponsoren mitfinanziert.» 3 Meine Trophäen «Ich sammle alle Akkreditierungen der internationalen

3

Name Lukas Britschgi (21) Wohnort Schaffhausen und Oberstdorf D Das läuft bei mir «Ich liebe es zu tanzen – nicht nur auf dem Eis, auch wenn das im Moment Priorität hat. Seit ich im Juli die Fachmittelschule mit Schwerpunkt Gesundheit abgeschlossen habe, konzentriere ich mich ausschliesslich aufs Training – neuerdings im Eissportzentrum in Oberstdorf D, dem internationalen Leistungszentrum für Eiskunstlauf und andere Wintersportarten. Im Oktober beziehe ich da auch meine erste eigene Wohnung. Zur Zeit bereite ich mich auf diverse nationale und internationale Meisterschaften vor. Die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2022 ist mein grösstes Ziel. Ich liebe es, auf internationalen Bühnen vor viel Publikum zu laufen.» 6

Wettkämpfe, an denen ich teilgenommen habe, an einem Haken an der Schlafzimmerdecke im Haus meiner Eltern. Hier hängen auch meine gewonnene Medaillen.»

Bild: zVg

4 Meine Arbeitsschuhe «Seit ich sieben Jahre alt war, gehören Eiskunstlauf-Schlittschuhe zu meinem Leben. Eishockeyspielen hingegen war für mich nie eine Option.»

Mein liebstes Migrosprodukt «Der Bio Ice Tea Alpen­ kräuter ist immer mit dabei. Sein Geschmack ist genial.»

5 Mein Erholungsort «Es gibt nichts Schöneres, als mit meinen Freunden am Lindli in Schaffhausen zu chillen. Dieses Jahr sind wir bereits im April in den Rhein gesprungen, als das Wasser noch kalte 13 Grad hatte.» 6 Mein Glace «Das beste Eis der Welt gibt es definitiv in der Schaffhauser Unterstadt bei ‹El Bertin›. Mein Favorit? Joghurt Waldbeere.»  MM


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