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Migros-Magazin-37-2018-d-VS

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Ausgabe Wallis, AZA 1920 Martigny

Saas Almagell: Unterwegs im Kr채uterparadies Seite 94

Weltrekordhalter

MM37, 10.9.2018 www.migrosmagazin.ch

Nicht Mann, nicht Frau: Non-Bin채re erz채hlen

Keiner springt wie Laso Schaller Seite 20

Seite 28

Umweltfilme f체r Kinder

Bild: Michael Sieber

Seite 102

Schweizer Adelsfamilien S. 10 | Demokratie in Gefahr S. 38 | Selber wursten S. 53 Bitte Wohnungswechsel der Post melden oder dem regionalen Mitgliederdienst: Tel. 027 720 44 00 - mitglieder.register@migrosvs.ch


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MM37, 10.9.2018  5

I Editorial

Die von und zur Brücke In Spanien, Schweden und Grossbritannien etwa füllen sie die Klatschblätter. Prinzen, die Fernsehstars heiraten, Prinzessinnen, die für ausverkaufte Boutiquen sorgen, und Könige, die unterm goldenen Zaun durchfressen. Dagegen bleibt es um die Adligen in der Schweiz komplett still. Oder können Sie sich etwa an eine Homestory bei von Wattenwyls oder von Redings erinnern? Kollege Reto E. Wild hat bei drei adligen Schweizern an die massive Tür geklopft und ist mit so viel Geschichten zurückgekehrt, dass wir entschieden haben: Wir machen daraus gleich eine Herbst-­ serie. Den Anfang macht eine Baronin, die in der Bündner Herrschaft residiert. Eins sei schon verraten: Es geht um ein reiches Erbe, um Schloss­ gespenster und um die Frage, wie haust man in ­ 79 Zimmern? (S. 16) Persönlich war ich auch schon mal eine von und zu, zumindest ein paar Sekunden lang. Berufshalber in St. Moritz unterwegs, buchte ich mir für die Nacht per Telefon ein Zimmer. Als ich einchecken wollte, liess mich die Rezeptionistin jedoch wissen: «Ich finde keine Buchung. Und wir sind leider voll.» So rief ich in der Lobby ein anderes Hotel an. «Guten Abend, Yvonne Zurbrügg, haben Sie noch ein Zimmer frei ...» Weiter kam ich nicht, denn jetzt brach plötzlich Hektik aus. Die Rezeptionistin von vorhin winkte mich wieder zu sich: «Wir haben Ihre Buchung selbstverständlich gefunden Frau Von und Zur Brücke! Entschul­ digen Sie bitte sehr ...»

Bild: Jorma Müller, Anne Gabriel-Jürgens

Erst mit meiner ID klärte sich das Missverständnis. Dass sie aus einem klassischen Schweizer Findelkindnamen kurzerhand einen Blau­ blüter gemacht hatte, band ich ihr dann nicht auch noch auf die Nase. Aus Angst vor weiteren Verwechslungen und weil ich das Zimmer nicht ver­spielen wollte. Yvonne Zurbrügg, Redaktions­ leiterin Migros-Magazin yvonne.zurbruegg@mgb.ch

Inhalt Menschen 8  Diese Woche

Jeff Bridges’ Fotografien auf dem Festival Images Vevey

10  Schweizer Adel 1/3

Helene von Gugelberg ist die Herrin von Schloss Salenegg, dem ältesten Weingut Europas

16  Trickfilmerin Anja Kofmel In «Chris the Swiss» geht es um den Tod ihres Cousins, eines Journalisten, im Balkankrieg

19  Bänz Friedli 20 Risikosportler

Laso Schaller springt von hohen Klippen und klettert über ver­ eiste Wasserfälle. Warum nur?

28  Non-binäre Menschen Even Meier und Sascha Rijkeboer sehen sich weder als Mann noch als Frau

35 Leserforum 38  Interview Can Dündar

Der türkische Journalist im Exil hat mit seinem Buch «Tut was!» einen politischen Appell verfasst

Migros-Welt 46 Famigros-Lagernächte

2000 Teilnehmer waren in Altnau

48 Zeichenwettbewerb

Kinder zeichneten Mickey und seine Freunde. Eine Auswahl

28 80 Actilife-Aktion 85  DIM – Feines für die Beine  87  Neues aus Ihrer Region  Aktionen, Reportagen, News

Leben 93  «1, 2 oder 3?» 94 Reisen

Kräuterwanderung im Wallis

99  Reisen: Wilds Welt

Fünf Tipps: Ibiza für Geniesser

100 Gesundheit

Lungenkrankheit COPD

101  «Stadt, Land, Stutz 102 Kinder

Festival «Filme für die Erde» 105 Kinderfrage

107 Glücksgriff

Verlosung Playstation 4

109 Glücksgriff Adventsreise nach Riga 110  Rätsel und Spiele 115 Leseraktion

Septemberwoche auf Zypern

53 Migusto

Brühwurst mit Äpfeln und Birnen

70  aha! Salate und Snacks 76  Neuheiten von Aproz

116 Cumulus 118  Meine Welt

Schriftsteller Thomas Meyer

M-Infoline: Tel. 0800 84 0848 oder Fax +41 800 84 0848 (Ausland). www.migros.ch/kundendienst; www.migros.ch Cumulus: Tel. 0848 85 0848* oder +41 44 444 88 44 (Ausland). cumulus@migros.ch; www.migros.ch/cumulus Redaktion Migros-Magazin: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Tel. 058 577 12 12, Fax 058 577 12 08. redaktion@migrosmagazin.ch; www.migrosmagazin.ch * Normaltarif


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Menschen

Darauf freuen wir uns Games Vom 14. bis 16. 9. dreht sich in der Messe Zürich ­alles um Computerspiele, E-Sports und Brettspiele. www.zurichgameshow.ch

MM37

Junges Design Die Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW präsentiert ab 15. 9. in Basel die Abschlussarbeiten von rund 230 Studierenden.

Unnützes Wissen

Hinter den Kulissen Drehte ein Regisseur mit John Wayne, musste er bereits am Vormittag alle Szenen im Kasten haben. Nachmittags war Wayne schon zu betrunken.

Bernard Thurnheer (69) berichtet auch nach ­seiner Pensionierung ­weiter über Fussball, schreibt Bücher und hält Vorträge.

«Schauen die Leute nur deshalb Autorennen, weil sie sich heimlich wünschen, einen spektakulären Unfall zu sehen? Dann kamen sie ­vorletzten Freitag beim Training zum Grossen Preis in Monza voll auf ihre ­Rechnung. Das Bild zeigt den Alfa Romeo Sauber von Marcus Ericsson – respektive das, was davon übrig geblieben ist. Das Auto kam hier nach einem mehrere hundert Meter langen Flug mit vier Überschlägen endlich zum Stillstand. Und der Pilot blieb unverletzt!» Mein Bild der Woche

Bilder: Getty Images, Bruno Karl Stebler, zVg (2)

zweipunktnull

Entschuldigung, wie digital sind Sie? Sara Fonseca (35), Product Manager, Zürich So informiere ich mich «Über Websites wie ‹Sky News› oder ‹20 Minuten›» Dafür bin ich zu alt «Manchmal für Facebook» Da bin ich analog «Ich habe zwar einen Kindle, lese Bücher aber lieber gedruckt.»

Liebste App: Instagram

Auch in der DDR wurden Western gedreht. Allerdings waren dabei stets die Indianer die Guten. Bis und mit «A Quantum of ­So­lace» (2008) hat James Bond 352 Menschen getötet und 75-mal Sex ­gehabt. Johnny Depp schaut sich seine Filme nicht an.

J. R. R. Tolkien hat testamentarisch verfügt, dass «The Lord of the Rings» nicht von Disney verfilmt werden darf. Quelle: Kuhn: «Unnützes Wissen für alle Lebenslagen»


8  MM37, 10.9.2018 | MENSCHEN

Selfie mit Sam Elliott auf dem Set von «The Big Lebowski» (1998)

Diese Woche

Fotografien eines Filmstars

Die meisten kennen Jeff Bridges nur aus Filmen wie «The Big Lebowski» oder «True Grit». Doch er macht auch Musik, malt und fotografiert. Seine Bilder sind nun am Festival Images Vevey erstmals in der Schweiz zu sehen. Wir sprachen mit ihm über seine Kunst, Politik und seine Schweizer Wurzeln. Text: Ralf Kaminski

Julianne Moore im Walküren­ kostüm in «The Big Lebowski»

Bianca Jagger in «The American Success Company» (1980)

Z

ur Eröffnung seiner Fotoausstellung wäre Jeff Bridges gern selbst in die Schweiz gekommen, aber sein Terminplan liess es leider nicht zu. «Ich höre von allen Seiten viel Gutes über die Schweiz und hoffe, dass ich es mal noch hinschaffe», erzählt der 68-Jährige am Telefon aus Kalifornien. Umso mehr, als er sogar Schweizer Wurzeln ­besitzt. «Meine Mutter hat uns das immer erzählt, leider kenne ich keine weiteren Details.» «Lebowski and other Big Shots» heisst Bridges’ Bilderserie, die seit vergangenem Wochen­ ende in Vevey VD am Festival Images ausgestellt ist. Der Titel spielt auf Bridges’ wohl berühmteste Rolle in «The Big Lebowski»

Bilder: Courtesy Jeff Bridges Photography Archive (4), Dukas

Stuntman Gilbert B. Combs im Einsatz für «Fearless» (1993). Zur Sicherheit wird er an den Füssen festgehalten.


MENSCHEN | MM37, 10.9.2018  9

310_Legende_QS_x11 Um fugitibus apit elis et ea consequam abo. Et aped quis intotas

«Es ist heute gar nicht leicht, von mir eine Zusage für einen Film zu bekommen.» Jeff Bridges, Schauspieler

nach Trumps Sieg, man müsse nun darauf hoffen, dass dieser eine erfolgreiche Präsidentschaft habe. Legte ihm allerdings öffentlich auch nahe, sich dafür ein paar buddhis­tische Prinzipien zu Herzen zu nehmen. Wie sieht er das heute? Trumps positive Nebeneffekte

von 1998 an – ein Film, von dem er bis heute begeistert ist. «Auch wenn ich nicht mit­gespielt hätte, wäre er einer meiner Lieblinge.» Und stimmt das Gerücht, dass er im realen Leben ziemlich ähnlich tickt wie die Hauptfigur «The Dude», ein entspannter Alt-Hippie, dessen Alltag aus Bowling, White Russians und Joints in der Badewanne besteht? Bridges kichert. «Das hat schon was. Ich versuche eigentlich immer, in meine Rollen etwas von mir reinzubringen.» Fotos für die Nachwelt

Es waren die Scouts vom Festival Images Vevey, die die Fotos des Hollywood-Stars entdeckten und sich darum bemühten. Bridges sagte ohne zu zögern zu.

«Die Bilder werden in einem ungewöhnlichen Setting prä­ sentiert, gross aufgezogen und draussen, das finde ich eine spannende Sache.» Der Schauspieler fotografiert schon seit 1980 auf seinen Filmsets, mit einer Widelux F8, einem Geschenk seiner Frau, mit der er seit 1977 verheiratet ist. Zu Beginn wollte er lediglich «Erinnerungen schaffen, für mich selbst, aber auch für Cast und Crew». Inzwischen hat er höhere Ziele: «Spätere Gene­ra­tionen sollen sehen, wie im späten 20. und frühen 21. Jahrhundert Filme gedreht wurden. Das wird sich voraussichtlich in den kommenden Jahrzehnten sehr stark verändern.» Und Bridges ist nicht nur Schauspie-

ler und Fotograf, er ist eine Art Allroundkünstler: Mit dem Rocksänger T. Bone Burnett hat er Alben aufgenommen, ausserdem malt er. «Manchmal sitze ich mit einem Skript im Hotelzimmer, um eine Rolle zu lernen, und plötzlich inspiriert mich darin etwas, und ich fange an zu malen», erzählt er. «Am nächsten Morgen ärgere ich mich dann, weil ich meinen Text zu wenig beherrsche.» Alles in allem ist Jeff Bridges jedoch ein entspannter Mensch, wozu vermutlich der Buddhismus beiträgt, dem er sich stark verbunden fühlt. Zen hilft ihm auch bei der politischen Polarisierung in seiner Heimat. Bei den letzten Wahlen unterstützte er Hillary Clinton, fand jedoch

«Einiges, was Trump tut, ist ziemlich beängstigend. Aber sein Verhalten hat auch Positives ausgelöst. Er hat Menschen politisiert, die sich neu für Klimaschutz und Frauenrechte einsetzen.» Auch er selbst wurde zu einem Dokumentarfilm inspiriert: In «Living in the Future’s Past» setzt er sich mit Naturschutz und Klimawandel auseinander. Die kommenden Wahlen bieten laut Bridges eine Gelegenheit, die Spaltung zu überwinden. «Hoffnung geben mir Leute wie Steve Bullock, ein demokratischer Gouverneur, der den republikanisch dominierten Bundesstaat Montana regiert. Davon brauchen wir mehr.» Wer nach den Fotos in Vevey Lust hat, Jeff Bridges mal wieder im Kino zu sehen, darf sich freuen: Im Oktober startet «Bad Times at the El Royal», ein hochkarätig besetzter schräger Thriller. «Es ist heute gar nicht leicht, von mir eine Zusage für einen Film zu bekommen», sagt Bridges. «Weil ich weiss, wie viel Aufwand damit verbunden ist. Aber dann kommt doch wieder ein tolles Skript, dem ich einfach nicht widerstehen kann.» MM Festival Images Vevey: noch bis 30.9.; Infos: www.images.ch «Bad Times at the El Royal» läuft ab 11. Oktober im Kino


10  MM37, 10.9.2018 | MENSCHEN Helene von Gugelberg

Schlossherrin aus Leidenschaft

Schweizer Adelsfamilien haben die Geschicke unseres Landes 500 Jahre lang gelenkt. Wir haben ihre Nachkommen besucht und porträtieren sie in einer dreiteiligen Serie. Den Auftakt macht Helene von Gugelberg auf Schloss Salenegg in Maienfeld GR. Auf ihren Ländereien wird schon seit über tausend Jahren Wein angebaut. Text: Reto E. Wild  Bilder: Gerber Loesch

Herbstserie Adel in der Schweiz Teil 1


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Helene von Gugelberg kümmert sich seit 1997 um das Weingut Schloss Salenegg und setzt so die jahrhundertealte Familien­tradition fort.

Bild: Siffert/weinweltfoto.ch

S

ie ist Besitzerin des ältesten Weinguts von Europa – Schloss Salen­egg mit seinen beachtlichen 11,5 Hektaren Rebland, trotzdem bleibt Helene von Gugelberg lieber im Hintergrund. Getreu dem Motto, das schon ihr Vater hochgehalten hat, «wer im Verborgenen lebt, lebt gut». Ihr widerstrebt es ein wenig, dass sie im Buch «Adel in der Schweiz» als Baronin be­zeichnet wird. «Ich habe mit der Adelsgeschichte Mühe: Seit der Annahme der Bundes­ver­fassung 1848 sind unsere Privi­legien abgeschafft. Wir funktionieren heute wie jede andere Familie auch.» Doch ganz so wie jede andere Familie lebt die 59-Jährige nicht. Schloss Salenegg, dessen Grundstein Mönche aus Pfäfers SG um das Jahr 950 legten, verfügt über


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Ihr Reiseprogramm 1. Tag: Schweiz–Berlin. Busfahrt in die deutsche Hauptstadt Berlin. 2. Tag: Berlin. Stadtrundfahrt durch Berlin. Wir sehen u. a. das Brandenburger Tor, die faszinierende Architektur am Potsdamer Platz und Reste der Berliner Mauer. Am Abend erwartet uns mit der Oper «La Traviata» in der Staatsoper Unter den Linden der erste musikalische Leckerbissen. 3. Tag: Berlin. Besichtigung des Rokoko-Schlosses Charlottenburg, die grösste und prachtvollste Schlossanlage der einstigen bran-

denburgischen Kurfürsten, preussischen Könige und deutschen Kaiser in Berlin. Anschliessend bleibt uns freie Zeit in Berlin. 4. Tag: Berlin–Hamburg. Nach dem Frühstück fahren wir nach Hamburg. Wir werden am Abend in der Staatsoper Hamburg erwartet und geniessen die Oper «Nabucco» von Giuseppe Verdi. 5. Tag: Hamburg. Auf einer ausführlichen Stadtführung sehen wir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Hamburg. Anschliessend unternehmen wir eine Hafenrundfahrt. In den unzähligen Hafenbecken der Nord- und Südelbe können wir Seeluft schnuppern und die Ozeanriesen bestaunen. Freie Zeit in Hamburg am Nachmittag. 6. Tag: Hamburg. Besichtigung des Auswanderermuseums BallinStadt, das an der Stelle der früheren Auswandererhallen errichtet wurde. Zwischen 1850 und 1939 war Hamburg das «Tor zur Welt» für über fünf Millionen europäische Auswanderer. Heute steht der Höhepunkt unserer Reise auf dem Programm: das Konzert der Symphoniker Hamburg in der Elbphilharmonie. 7. Tag: Hamburg–Schweiz. Rückreise mit Bus in die Schweiz zu den Einsteigeorten. Programmänderungen vorbehalten Ihre Hotels Wir wohnen drei Nächte in Berlin und drei Nächte in Hamburg in ausgewählten Hotels: – mit dem Komfortklasse-Bus in guten Mittelklasshotels – mit dem Königsklasse-Luxusbus in Erstklasshotels Alle Hotels verfügen über modernen Komfort, Bad oder Dusche/WC, Sat-TV, Telefon.

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eine wuch­tige Weinpresse, einen Weinkeller und 79 Räume. «79 inklusive jeder Besenkammer», relativiert die Schlossherrin. Beim Betreten der museal wirkenden Räume knarren die Holz­böden. Nur acht Zimmer seien ganz­jährig bewohnbar, im Winter trage sie Thermounter­wäsche. Im ­Schloss wohnen auch die Haus­hälterin mit ihrem Partner und der Gärtner mit seiner Familie. Ausserdem gibt es einen Hauswart. Und selbstverständlich lebt hier neben dem Schlossgeist ein Schlosshund, eine brasilianische Dogge. Die Haushälterin ist ausser für das leibliche Wohl noch für die 79 Räumlichkeiten zuständig, dazu gehören 152 Fenster, die regelmässig geputzt werden müssen. Salenegg befindet sich oberhalb des Winzerdorfs Maienfeld in Graubünden. Seit über 360 Jahren besitzt

die Familie von Gugelberg das Anwesen. Hans Luzi Gugelberg von Moos, ein Urahne aus dem 16. Jahrhundert, war Bürgermeister von Chur und einer der Heerführer, als die Bündner 1512 das Veltlin eroberten. Der Urahn fiel in der Schlacht bei Marignano. Sie fühle sich verpflichtet, sagt Helene von Gugelberg, «das geschichts­ trächtige Erbe unverfälscht und wirtschaftlich vom Eigentümer unabhängig weiterzugeben». Als sie Salenegg 1997 nach dem Tod ihres Vaters übernahm, bestand das Sortiment aus traditionellem Blauburgunder und Marc. Dann kamen im Eichenfass gereifte Barriqueweine, ein Schaumwein, Chardonnay, eine weisse Cuvée sowie ein Rosé dazu. Helene von Gugelberg kann auf ihren Keller­ meister zählen, viel Wissen habe sie sich aber auch selbst angeeignet. Und Probleme beim Weinmachen seien immer am Fami­lientisch be­­sprochen worden. Ursprünglich hat Helene von Gugelberg eine Hotelfachausbildung in Lausanne absolviert, und gleich danach wollte sie die Welt kennen­ lernen und zog mit ihrer Familie ganz bewusst ans andere Ende, zuerst nach Sydney, dann nach Melbourne und schliesslich nach Canberra. Damals wechselten sie alle sechs Monate den Wohnort, zogen immer der Arbeit nach. Aber Adel verpflichtet irgendwie doch: Mitte der 1990er-Jahre kehrte

1 Die Schlossherrin in einem ihrer 79 Räume: Er muss im Winter mit ­einem Kachelofen geheizt werden. 2 Die Familie von Gugelberg besitzt das Anwesen seit über 360 Jahren. 3 Um die Pflege des Herrschaftssitzes kümmern sich drei Angestellte.

die Weitgereiste mit ihrer Familie in die Schweiz zurück und übernahm zusammen mit ihrem Mann die Direktion des Hotels Schweizerhof in St. Moritz. Das Vier-Sterne-Haus gehört neben Schloss Salenegg ebenfalls zum Familien­besitz. Nach dem Tod ihres Vaters kümmerte sie sich zusätzlich um das Weingut, als erste Frau in der langen Familiengeschichte, in der es bisher nur Winzer und keine Winzerinnen gab. Die Ausbildung im Hotel­fach habe ihr dabei geholfen, die Sicht der Konsumenten zu verstehen. «Heute produzieren wir aus der Traube neben dem Wein und Marc Essig, Trinkessig, Verjus und aus den Traubenkernen kaltgepresstes Öl», sagt die Schlossherrin. In vier Jahren sollen auch 150 Nuss­bäume Ertrag abwerfen, um daraus Walnussöl zu pressen. «Ich hoffe sehr, dass der Verkauf von Essig und Öl expandiert, sodass Salenegg den eigenen Unterhalt erwirtschaften kann. Wenn ich das schaffe, habe ich meine


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Auf­gabe erfüllt.» Mit einer weiteren Aufgabe, der Zucht von Seidenrau­ pen, die Helene von Gugelberg seit drei Jahren betreibt, möchte sie dazu beitragen, die Seidenproduktion in der Schweiz wiederzubeleben. Dem Erfolg ist zuträglich, dass Schloss Salenegg als Kulturgut von nationaler Bedeutung eingestuft ist und die Ahnen seit über 360 Jahren in Maienfeld lebten. «Sie sind immer für Qualität ein­gestanden. Jeder, der unseren Innenhof besucht, taucht in eine ­andere Welt ein, wo wir mit

unserer Geschichte ein aussergewöhn­ liches Erlebnis bieten.» Aber wie tradiert man eine solche Geschichte? Die Zukunft des Schlos­ ses und die Nachfolge sind jedenfalls bereits ein Thema am Familientisch. «Wir sprechen über alles, auch über die Übernahme durch unseren Sohn und unsere Tochter», sagt Helene von Gugelberg. Das habe allerdings noch Zeit. MM

Helene von Gugelberg schätzt das Motto «Wer im Verborgenen lebt, lebt gut».

«Adel in der Schweiz», Andreas Z'Graggen, NZZ Libro, erhältlich auf Exlibris.ch für Fr. 44.80

Simon Teuscher

«Manche sind noch am Hebel der Macht»

Der Adel in unserem Land werde stark unterschätzt, findet der auf das Späte Mittelalter spezialisierte Historiker Simon Teuscher von der Uni Zürich. Ein Gespräch über die «von und zu» und ihr Erbe.

Simon Teuscher (51) ist Professor für Mittelalterliche Geschichte am Historischen Semi­ nar der Universität Zürich. Er ist auf das Späte Mittel­ alter spezialisiert und arbeitet über Verwandtschaft, bäuerliche Gesell­ schaft und ad­ ministrative Kultur dieser Zeit.

Simon Teuscher, in Deutschland sind Adlige Teil der High Society. Bei uns ist es still um diese Personen. Warum? Die Lieblinge der Regenbogenpresse, die Hohenzollern oder die Wittels­ bacher, waren echte Monarchen­fami­lien, mehr als nur Adlige. Und von ­denen gibt es sehr wenige. Aber eben: Wenn wir wollen, könnten wir die Habsburger als Monarchenfa­ milie aus der Schweiz beanspruchen. Die Schweiz ist auch ein beliebtes ­Auf­enthaltsland für Vertreter ab­gesetzter Monarchenfamilien aus ­Österreich oder Italien. Die kleinen Schweizer Monarchien des Mittel­ alters waren sogenannte geistliche Monarchien, Kirchenfürstentümer, die keine Dynastien kannten wie die erwähnten Familien. Wie viele Personen in der Schweiz kann man als adlig bezeichnen? Das ist schwierig zu beantworten. Es gibt sicher eher Hunderte als Dutzende von Personen. Was haben diese Adligen für ein Erbe zu bewältigen? Das ist von Familie zu Familie extrem

unterschiedlich, denn der Schweizer Adel reicht vom Besitzer eines Schlos­ ses über den eines Bauernhofs, Nach­ fahren der Könige von Italien bis zu solchen Schweizer Adligen, die von alldem weit entfernt sind. Genau die­ ses Thema des Schweizer Adels müsste aber mal genauer erforscht werden. Welchen Einfluss hat der Adel auf die Schweizer Gesellschaft von heute? Da staunt man: Manche Adlige sind noch immer am Hebel der Macht ( lacht). Klar, deutsche Adlige würden sagen, die patrizische Führungs­ schicht der Schweiz ist zu wenig adlig und mindestens 400 Jahre zu wenig alt. Andererseits konnten sich die führenden Familien in der Schweiz konstanter entwickeln als in anderen Ländern: Ausser dem Einmarsch der Franzosen 1798 gab es wenig grosse Brüche. Manche von Wattenwyl oder von Erlach aus Bern, Merian und Burckhardt aus Basel, Pestalozzi oder Meiss aus Zürich konnten so konti­ nuierlich Reichtum und Einfluss anhäufen. Der Adel gehört zum ver­ drängten Teil der Schweizer Ge­ schichte und war gerade auch in den eidgenössischen Orten wichtig.

Welche Rolle spielten die Herr­ schaftsfamilien in der alten Eid­ genossenschaft? Eigentlich die gleiche wie überall in Europa. Die Familien haben höhere Verwaltungspositionen besetzt, ­höhere Posten beim Militär und in der Diplomatie. Trotz des kommu­ nalen Systems in der Schweiz spiel­ ten also adlige Familien auch hier eine grosse Rolle. Gerade in dieser Frage ist der Sonderfall Schweiz oft ­überschätzt worden. In mancher ­Hinsicht war die Eidgenossenschaft ganz ähnlich organisiert wie etwa das Königreich Frankreich oder das Herzogtum Württemberg. Teile der heutigen Schweiz gehörten lange zur savoyischen Monarchie oder zum Herzogtum Mailand. Dem ­Fürst­bistum Basel stand der Bischof vor, der ein Monarch eines welt­ lichen Territoriums war und sogar einen eigenen Hofnarr hatte. Die Fürst­abtei St. Gallen war ebenfalls eine kleine schweizerische Mon­ archie. Zu allen diesen Schweizer Monar­chien ­ge­hörten Adlige, die bis zur F ­ ranzösischen Revolution den Alltag in der Schweiz mit­ bestimmten. MM

Bild: zVg

Text: Reto E. Wild


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Gluten ist ein Klebereiweiss, das in verschiedenen Getreiden vorkommt. Bei einer Gluten-Unverträglichkeit, der Zöliakie, kann der Darm wichtige Nährstoffe nicht mehr aufnehmen. Symptome wie Müdigkeit, Erschöpfung, Blutarmut, Eisen- und Vitaminmangel, Durchfall, Gewichtsverlust, Blähungen, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Bauch- und Knochenschmerzen können alle auf eine Zöliakie hinweisen. Die Krankheit kann in den meisten Fällen nicht geheilt werden, Patientinnen und Patienten müssen ein Leben lang ihre Ernährung umstellen, Getreide wie Weizen, Roggen, Gerste und Hafer bleiben verboten. Mit einem spezifischen Gluten-Test in Ihrer Rotpunkt Apotheke erhalten Sie Gewissheit, ob Ihre Beschwerden auf eine Zöliakie zurückzuführen sind.

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Animation

Trick und Tiefgang Anja Kofmel macht animierte Filme über Hintergründiges. Ihr aktueller Film

ist zugleich ihr persönlichster: «Chris the Swiss» kreist um das Schicksal ihres im Balkankrieg umgekommenen Cousins und um die Frage, was damals wirklich geschah. Text: Dinah Leuenberger  Bild: Michael Sieber

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nja Kofmel ist ein neugieriger Mensch. Sobald eine Geschichte Spannung und Kon­troverse verspricht, macht es bei der 36-jährigen Regisseurin klick! – dann sucht sie nach einem frischen Zugang, recherchiert, dringt in die Tiefe. «Wenn ich einen Film plane, wird er schnell zu meinem eigenen Ding», sagt sie. Ihr neuestes Werk verlangte einen speziellen Zugang: Kofmel erzählt darin ihre eigene Geschichte, genauer die ihres Cousins. Es ist eine dunkle Geschichte. Sie rekonstruiert, wie der Schweizer Journalist Christian Würtenberg alias «Chris the Swiss» mit gerade mal 27 Jahren im Balkankrieg ums Leben kam. Chris, das fremde Wesen

Schon als kleines Mädchen war die in Lugano geborene Zürcherin fasziniert vom abenteuerlichen Leben des grossen Cousins, auch wenn sie keinen engen Kontakt pflegten: Chris ging im Teenageralter nach Namibia, um sich von den Südwestafrikanischen Territo­rialstreitkräften, den SWATF, ausbilden zu lassen. Und später als Journalist wollte er keine gewöhnlichen Geschichten dokumentieren – es zog ihn immer dorthin, wo ein Konflikt wütete. Chris wurde für Kofmel eine Art Vorbild. Trotzdem lebte sie ein anderes Leben: Eigentlich wollte sie Tierärztin werden, aber nach der Matur begann sie, sich für Architektur zu interessieren. «Bloss fielen alle Modelle, die ich baute, in sich zusammen», sagt Kofmel mit einem Lachen. Dennoch absolvierte sie den gestalterischen Vorkurs an der Kunstgewerbeschule und erfuhr dort, dass man Trickfilmerin werden kann. Ihre Neugier war geweckt. Im Ani­ma­ tionsfilmstudium konnte sie verschie­ dene Interessengebiete kombinieren: Zeichnen, aber auch Elemente wie Rhythmus, Musik und Erzählerisches. Als Kofmel das Alter erreichte, in dem ihr Cousin ums Leben kam, wurde aus der

Faszination für ihn Unverständnis. «Was, wenn ich morgen umgebracht würde, und zwar in einem Krieg?», fragte sie sich. «Chris war für mich einfach ein Bursche, der mit dem Gewehr spielen wollte.» Immer wieder fragte sie sich, was damals genau passiert war. In ihrer Abschlussarbeit zeichnete sie deshalb einen Kurzfilm über Chris’ Geschichte. «Aber erst da merkte ich, dass diese Geschichte noch lange nicht zu Ende erzählt ist.» Sie entschied sich, weiter zu recherchieren und einen Film zu drehen. Nicht nur für das Publikum, sondern auch für sich selbst. Sie wollte verstehen. Fragen, die wehtun

Der Film «Chris the Swiss» vereint animierte Sequenzen über Kofmels Erinnerungen und dokumentarische Szenen, in denen sie nach Kroatien reist, um den Spuren des jungen Journalisten nachzugehen. Anhaltspunkte findet sie immer wieder in den Tagebüchern, die nach seinem Tod gefunden wurden. Die Beteiligten hätten ihr viel Vertrauen entgegengebracht, nur deshalb habe sie den Film realisieren können. Sie wollte nichts beschönigen. Trotz der Animation sei es ja kein Kinderfilm. Schwierig seien die Interviews mit der Familie gewesen. Denn bei «Chris the Swiss» war sie nicht nur professionelle Filmemacherin, sondern auch Angehörige. «Ich musste meiner Tante und Chris’ Bruder intime Fragen stellen, dort graben, wo es wehtut; da ging ich an meine Grenzen.» Nicht nur die Familie kommt zu Wort. Auch diverse Söldner, die während des Kriegs aktiv waren, liefern düstere Schilderungen und sind dabei erstaunlich offen. «Ich hatte Glück mit dem Zeitpunkt der Aufnahmen. Kroatien gehörte noch nicht zur EU, und die Söldner hatten quasi einen heroischen Status.» Sie schätzt deren Offenheit – «auch wenn ich ihre politische Haltung nicht teile». Ihre Statements seien wichtig. Sie machten aus den klischeebehafteten Mons-

tern Menschen mit – mehr oder minder nachvollziehbaren – Motiven. «Das Leben ist eben nicht nur schwarz-weiss.» Bewegendes Filmdokument

Zeitweise waren bis zu 35 Zeichner mit «Chris the Swiss» beschäftigt. Gleichzeitig mussten die dokumentarischen Teile des Films produziert werden. «Das war eine grosse Herausforderung, ich hatte bis dahin ja noch nie ein Projekt geleitet.» Auch die Finanzierung sei schwierig gewesen: «Niemand wollte Geld sprechen: Bei den Dokumentarfilmern hiess es, es sei ein Animationsfilm, und die Trickfilmbranche empfand ihn als Dokumentarfilm.» Kofmel hatte manchmal Zweifel, ob das Projekt funktionieren würde. «Irgendwann bist du so sehr am Funktionieren, dass die persönliche Ebene sowieso wegfällt.» Dann fehle auch die Distanz, um beurteilen zu können, ob das Projekt gelinge. Entstanden ist ein Film, der zeigt, in welch schwierige Situationen sich Journalisten oft begeben. Ein berührendes Dokument, das auf verschiedenen Festivals viel Zuspruch erhalten hat. «Mein Leben ist durch Chris’ Tod nicht kaputtgegangen. Für seinen Bruder war er viel einschneidender», sagt Kofmel. «Er bezeichnet ihn im Film als Arschloch und sagt damit alles: wie viel Trauer noch da ist, wie viel Wut, Liebe, Unverständnis.» Auch darum ist der Film für Kofmel ein persönlicher Erfolg: Sie hat ihren Cousin besser kennengelernt, konnte verarbeiten und verstehen. Inzwischen weiss sie, dass er 1992 in Kroatien erschossen wurde. Die ganze Wahrheit bleibt aber verborgen. Eigentlich sei anfangs vieles klarer gewesen. Trotzdem konnte, musste sie die Geschichte abschliessen. Auch um sich dem nächsten Projekt widmen zu können: Es handelt von einem blinden Mädchen, das plötzlich sehen kann und eine Welt erblickt, die allen anderen verborgen bleibt.­ MM «Chris the Swiss» läuft ab 13. September in den Deutschschweizer Kinos.


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Der Trailer zum Film:

«Ich merkte, dass diese Geschichte noch lange nicht zu Ende erzählt ist.»

www.migmag.ch/ chris

Anja Kofmel, Filmregisseurin

Bilder: Dschoint Ventschr Filmproduktion (2), Michael Würtenberg

1–3 «Chris the Swiss»: animierte Film­sequenzen und Protagonist Christian Würtenberg auf einem Bild aus dem Jahr 1991. 1

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Bänz Friedli

Der Wal im See

Bild: Vera Hartmann

«Minghia!» Es war durch die ganze Wohnung zu hören. Dem Monteur, der bei uns unlängst einen neuen Kühlschrank installiert hat, war es nach einem Missgeschick herausgerutscht: «Minghia!» Ich werde den Ausdruck hier nicht übersetzen, aber wenn Sie sich ein primäres männliches Geschlechtsmerkmal vorstellen, liegen Sie nicht falsch. «Sie kom­ men aus Sizilien?», fragte ich unvermittelt, weil der wüste Schimpf sizilianischen Ursprungs ist. Darauf er: «Ma come fa a sapere?» Wie ich das nun erraten hätte? – «Weil Sie, ähm, so braun gebrannt sind», log ich. (Unsinn, warum sollte ein Sizilianer, der in Regensdorf lebt, brauner als andere sein?) Immer noch besser, als ihm zu eröffnen, ich hätte seinen Fluch sehr wohl verstanden – wie auch all die anderen «Mannaggia!», «Porca Puttana», «Ma vai a cagare!» und «Rompicoglioni», die er im Verlauf des Nach­ mittags ausgestossen hatte.

Bänz Friedli (53) hat zu einer Lüge gegriffen.

Was uns zur Frage bringt, ob man denn im­ mer die Wahrheit sagen muss. Nehmen wir die Mutter, die sich diesen Sommer im Inter­ regio aus Richtung Chur so überaus pädago­ gisch gab: «Das isch de Walesee», dozierte sie ihren Kindern auf Höhe Quarten. Darauf die Tochter, im Glitzershirt, etwa siebenjährig: «Hätts dänn da Wale?» Das Mami, besser­ wisserisch und ein bisschen humorlos: «Näi, Chloé, wo läbed d Wale?» Chloé zuckt mit den Schultern. «Im Meer?» – «Ebä. Und das isch

käs Meer. Das isch en See.» Die Tochter, um eine Antwort nicht verlegen: «Aber am Schluss flüüsst er au is Meer.» Chloé hat ihren kleinen Triumph genossen, dünkt mich. Und ich – ganz angestrengt vor­ gebend, ich sei in ein Buch vertieft und höre den beiden üüüberhaupt nicht zu – fragte mich, weshalb Eltern immer so belehrend sein müssen. Warum hat die Mutter die Frage, ob im Walensee Wale lebten, nicht einfach mit einem «Ouuh, du! Da müssten wir mal mit der Taucherbrille nachschauen gehen» beantwortet? Weil sie nicht wollte, dass sich die Tochter etwas auf lange Frist falsch einprägt? Weil ihr in diesem Moment die Verspieltheit abging, die nötige Portion Albernheit, um sich auf die kleine Chloé einzulassen? Oder weil sie will, dass Tochter­ herzchen immer alles ganz genau weiss und in der Schule brilliert? Keine Ahnung. Aber ich fands halt etwas schade, dass sie einfach die banale Wahrheit sagte. Mir jedenfalls gefällt die Vorstellung, dass meine Mutter mal kantonalbernische Meisterin im Rettungsschwimmen war, noch immer. Ihre Lüge hat mich damals, als ich in einem Ruderboot weit vor der ligurischen Küste vor Angst sterben wollte, sehr getröstet. MM Bänz Friedli und Thomas C. Breuer live: 11. und 12.9. Bern, 13.9. Buchs SG, 19.9. Dübendorf ZH

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Bild: Samed Žužić

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Meeting auf der Kornhausbrücke in Zürich: Gleich wird sich Laso Schaller von der rund zehn Meter hohen Brüstung stürzen.

Bild: Michael Sieber

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rei Sekunden dauert die Freiheit. Ungefähr so lange ist Lazaro Schaller (29) in der Luft, wenn er über 30 Meter in die Tiefe springt. Der Wind pfeift ihm um die Ohren, es zieht ihn nach unten, und er fühlt sich schwerelos. Er denkt an nichts – bis er eintaucht. Während für die meisten Menschen mit dem Ausklang des Sommers auch der letzte Sprung ins Wasser naht, ist für Schaller die Saison nie zu Ende. Etwa 2000 Sprünge vollbringt er jedes Jahr. Weil er das braucht, um topfit zu bleiben – und glücklich zu sein. Ist es warm, überwindet er bei Wettbewerben und Shows Höhen von rund 30 Metern, ist es kälter, legt er seine Salti und Schrauben vom Zehn-Meter-Sprungturm im Hallenbad Oerlikon hin. Von Herbst bis Frühling widmet sich Laso vermehrt seiner zweiten Leidenschaft, dem Canyoning und Eisklettern. Dann klettert, rutscht, schwimmt oder seilt er sich in Schluchten ab. Gefrorene Wasserfälle

meistert er mit Steigeisen und Eis­ gerät. Wie im vergangenen Winter, als er die Gletscherschlucht Rosenlaui in einer Nacht erst erklomm und dann wieder hinunterstieg. Knapp acht Stunden dauerte die Expedition durch Eiswasser und Schnee. Er passierte 14 Wasserfälle, der höchste davon misst 30 Meter. «Nach einem solchen Projekt sagen meine Freunde, ich sei nicht ganz dicht», sagt Laso Schaller mit einem breiten Grinsen. Die Adoptiveltern waren Vorbild

Laso, wie Lazaro Schaller genannt wird, kam in Brasilien in Teófilo Otoni im Bundesstaat Minas Gerais zur Welt. Die ersten beiden Jahre verbrachte er in Brasilien – in schwierigen Verhältnissen, bei seiner Tante

«Meine Freunde sagen, ich sei nicht ganz dicht.» Lazaro Schaller, Extremsportler

oder mit der älteren Schwester auf der Strasse. Dann adoptierten ihn die Schallers aus Zürich. Bis er knapp drei Jahre alt war, machte er keinen Schritt. Als er dann aber endlich aufstand, rannte er los. Seither gibt es kein Halten mehr. Lasos Schweizer Eltern waren ein sehr sportliches Paar: Die Mutter Turnerin, der Vater Handballer und zugleich Schiedsrichter. Zudem waren beide aktive Rettungsschwimmer. Den kleinen Laso schleppten sie dabei immer mit. Bereits mit drei Jahren schwamm er beim «Schnellsten Zürifisch» um die Wette, mit vier Jahren tauchte er erstmals mit einer Sauerstoffflasche und begann, sich im Kunstturnen zu üben. Im Schwimmbad wollte er das dort Gelernte ausprobieren – der erste Salto vom Sprungbrett liess nicht lange auf sich warten. Im Jahr 2015, mit 26 Jahren, sicherte er sich einen Platz im Guinness-Buch der Rekorde. Er sprang im Maggiatal aus 58,8 Metern Höhe vom Wasserfall Cascata del Salto. Mit


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Der Welt­ rekordsprung im Video: www.migmag.ch/ laso

einem Tempo von über 120 Kilometern pro Stunde tauchte er ins grünblaue Wasser ein. Den Wasserfall hatte er bei einem Canyoning-Projekt entdeckt und gedacht: Da will ich hinunterspringen. So impulsiv der Entscheid, so akribisch war die Vorbereitung auf die Herausforderung: Vier Jahre dauerte es, bis Laso die Stelle bis ins letzte Detail analysiert hatte, fit genug war und sich an die Sprunghöhe herangetastet hatte. Sein Freund Thomas Eugster (42) begleitete ihn zum Rekordsprung. Laso ist für ihn der Einzige, dem er einen solchen Sprung zutraut. «Laso ist strukturiert, zielorientiert und hat ein aussergewöhnliches Körpergefühl», sagt er. Dennoch machte er sich damals Sorgen: «Das Verletzungs­risiko lag bei 50 Prozent.» Entsprechend erleichtert war Eugster, als sein Freund nach dem gewagten Sprung auftauchte – mit schmerzverzerrtem Gesicht, aber offenen Augen. Den plötzlichen Ruhm empfand Laso als eigenartig. Es sei ihm in erster Linie nicht um den Weltrekord gegangen, sondern um ein persönliches Ziel. Herausforderungen lauern überall, deshalb ist er immer mit einem 20 Kilogramm schweren Rucksack unterwegs: Er enthält eine Kamera­ ausrüstung mit vier verschiedenen Objektiven, einen Laptop, Ersatz­ kleider, eine Badehose und ein Tuch. Damit ist er auch gut gerüstet für spontane Kapriolen: Auf dem Heimweg von der Kornhausbrücke in die Limmat springen? Japs! Nachts nackt in den winterlichen Zürichsee hüpfen? Yep!

Bilder: Lukas Pilz (2), Detlev Danner

Zwischen Familie und Extremsport

Laso hätte nach der Schule eine Lehre als IT-Fachmann absolvieren können. Doch die Vorstellung, tagaus, tagein an einen Bürostuhl gefesselt zu sein, schreckte ihn ab. Er entschied sich für eine Lehre, die ihn auch körperlich herausforderte, und wurde Schreiner. Weil er mit 21 Jahren Vater wurde, suchte er sich eine neue Stelle, um seine kleine Familie besser über die Runden bringen zu können. Seit sieben Jahren arbeitet er nun in der Stadtzürcher Sportmaterialverwaltung. Er inspiziert Turnhallen, ent­ wickelt neue Sportgeräte, testet sie

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«Laso ist strukturiert, zielorientiert und hat ein aussergewöhnliches Körpergefühl.» Thomas Eugster, Lasos Freund

und gibt Kindern Kurse in Akrobatik und Trampolinspringen. «Kindern neue Bewegungen beizubringen, ist etwas vom Schönsten überhaupt», sagt er. Seine Tochter Yanira (7) kommt ein Mal pro Woche mit ins Training. «Sie ist vorsichtig wie ihre Mutter Nadine. Wenn sie sich aber etwas in den Kopf gesetzt hat, ist sie ein Dickschädel wie ich.» Für Lazaro Schaller war stets klar, dass er früh Vater werden wollte. In seinen Augen fehlt es älteren Eltern oft an Nerven und Energie. Obwohl

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er oft unterwegs ist, nimmt er sich viel Zeit für seine Tochter. Sie sind draussen mit Velo und Trottinett, machen Ausflüge, gehen ins Schwimmbad. Den Tag auf dem Sofa verbringen und TV-Serien schauen? «Damit kannst du mich jagen.» Viele seiner Freunde verstehen nicht, dass er als Vater weiterhin von Klippen springt. Würde seine Partnerin ihn vor die Wahl stellen – Extremsport oder Familie: «Ich würde irgendwann ausbrechen.» Seine Frau nimmt ihn so, wie er ist, und sagt dazu: «Er weiss, was er macht, und er ist gut darin.» Das nächste Projekt steht schon fest. Im Frühjahr 2019 will Lazaro Schaller gemeinsam mit zwei Freunden die Insel Mallorca innerhalb von zehn Tagen zu Fuss von Andratx nach Cap de Formentor durchqueren: 133 Kilometer weit durch Berge, Täler und Schluchten wandern, klettern, abseilen, springen und schwimmen. Laso kann es kaum erwarten. MM

1+2 Szenen eines Weltrekords: Laso Schaller beim Sprung von der 60-Meter-Klippe im Maggiatal – und beim Auftauchen 3 Showsprung mit Schweizer Flagge: Schaller am diesjährigen Event «Lugano Cliff Diving»


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Non-binär

Weder Frau noch Mann

Heinz-Jürgen Voss über Geschlecht und Identität: www.migmag.ch/ geschlecht

Even Meier und Sascha Rijkeboer sind non-binär, stehen also zwischen oder ausserhalb der klassischen Geschlechtsrollen. Tatsächlich sind wir Menschen auch biologisch weniger eindeutig Mann oder Frau, als man lange glaubte. Text: Ralf Kaminski  Bilder: Anne Gabriel-Jürgens

Heinz-Jürgen Voss (38) ist Professor für Sexualwissenschaft und Sexuelle Bildung an der Hochschule Merseburg in SachsenAnhalt (D).

dies als Säugling und Kind dennoch, teils gar mit operativen Eingriffen, führt das für die ­Betroffenen fast immer zu grossem Leid. «Dass sich in der Öffentlichkeit die Vorstellung der Eindeutigkeit von Frau und Mann noch immer hält, hat auch damit zu tun, dass sich Biologen, Medizinerinnen und weitere Forschende lange dazu verpflichtet fühlten, die Dinge simpel und verständlich darzustellen.» Voss verweist auch darauf, dass die Gesellschaft in früheren Zeiten offener war. «Bis Ende des 19. Jahrhunderts ­finden sich etwa im preussischen allgemeinen Landrecht Regelungen, die ein drittes Ge­ schlecht berücksichtigen.» Im Mittelalter grössere Offenheit als heute

Laut Christof Rolker, Historiker an der Univer­ sität Bamberg (D), berief sich die mittelalter­ liche Rechtssprechung im gesamten deutsch­ sprachigen Raum auf das römische Recht. «Dort war zwar das juristische Geschlecht binär, doch dass menschliche Körper geschlechtlich viel­ fältiger waren, galt den vormodernen Juristen als selbstverständlich.» Im Kirchenrecht gab es gar Passagen wie diese: «Ob ein Hermaphrodit ein Testament bezeugen kann, hängt davon ab, ­welches Geschlecht in ihm überwiegt.» Die Reduktion auf eindeutig Mann oder Frau kam laut Heinz-Jürgen Voss erst später mit dem Wahrheitsanspruch und den Klassifika­ tionsbedürfnissen der modernen Wissenschaft und Medizin. «Sie waren überzeugt, dass sich aufgrund einzelner Merkmale das Geschlecht ganz eindeutig bestimmen lässt.» Die gesellschaftliche Öffnung rund um ­Geschlechterfragen und sexuelle Orientierung in den letzten Jahren hat nun auch non-binäre Menschen ermutigt, vermehrt für sich und ihre Rechte einzustehen. Even Meier und ­Sascha Rijkeboer erzählen, wie sie das erleben.

Bild: zVg

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in Mensch ist entweder Frau oder Mann – so zumindest war es bis vor Kurzem in Stein gemeisselt. Doch dann kam Facebook und bot neben diesen beiden noch etwa 60 weitere Optionen für Geschlechts­identität an, darunter «androgyn», «genderqueer», «Two Spirit» oder «weder noch». Noch mehr Begriffe gibts bei den Roma­ nescos – ­einer Zürcher Gruppe für Menschen jenseits des etablierten Geschlechtersystems. Ihre ­Mitglieder bezeichnen sich als «gender­ blender», «inbetween» oder «zwischenmensch». «Die vielen Begriffe sind entstanden, weil ­diverse Leute an unterschiedlichen Orten ver­ sucht haben, ihr inneres Gefühl über sich mög­ lichst genau in Worte zu fassen», sagt der Bio­ loge und Sexualwissenschaftler Heinz-Jürgen Voss. «Dies ist ein wichtiger Teil der Selbst­­ findung.» Im deutschsprachigen und angelsäch­ sischen Raum hat sich «non-binär» als Ober­ begriff etabliert. Er bedeutet, dass man sich nicht auf eines der klassischen Geschlech­ter­ modelle Mann oder Frau festlegen möchte, ­sondern sich dazwischen oder ausserhalb sieht. Wie viele Menschen sich in der Schweiz als non-binär definieren, ist unklar. Aber laut dem Transgender-Netzwerk Schweiz (TGNS) iden­ tifizieren sich rund 40 000 Menschen nicht mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht. Für dieses innere Empfinden gibt es konkrete Grundlagen. «Die klare Zuordnung in Mann und Frau entspricht nicht der biologischen ­Realität», sagt Voss. Jeder Embryo habe das ­Potenzial, sich in jede geschlechtliche Richtung zu entwickeln. «So ergeben sich diverse bio­ logische Zwischenmodelle, die weder typisch Mann noch typisch Frau sind.» Laut Voss lassen sich etwa 20 bis 30 Prozent der Menschen biologisch nicht eindeutig einem der beiden Geschlechter zuordnen. Geschieht


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Even Meier

Mit Bart und Schminke «Ich habe schon von klein auf nicht verstanden, was es mit den beiden Geschlechtern auf sich haben soll: Für mich war es wie ein Theater, in dem ich mitspielte – und bei dem ich weder die Rollen, noch den Inhalt und die Pointen verstand. Die Leute lachten oft dann, wenn ich es nicht lustig fand und umgekehrt. Mit ungefähr sechs Jahren ver­ kündete ich meinen Eltern, dass ich in den Blauring möchte, nicht reali­ sierend, dass der nur für Mädchen ist. Und als ich mir gegen Ende der ­Primarschule erstmals selbst Winter­ schuhe kaufen durfte, kam ich in ­spitzigen Stiefeln mit hohen Absät­ zen nach Hause, einfach weil ich die so schön fand. Zu Hause warf das ­verständlicherweise Fragen auf. Tra­ gen durfte ich die Schuhe trotzdem. Die lange Suche nach sich selbst Anfang 20 wurde mir klar, dass ich

bezüglich ‹Geschlecht› nicht in das gesellschaftlich vorherrschende

«Ich habe mich wirklich bemüht, einen Weg zu finden, ein ‹Mann› zu sein.» Even Meier

Even Meier (45) berät Versicherungsgesell­ schaften in mathe­ matischen Belangen. Even lebt in Zug und hat drei Kinder im Teenageralter.

Schema passte. Ich besuchte Männer­ seminare und las viele Bücher zum Thema ‹Mannsein›. Ich habe mich wirklich bemüht, einen Weg zu fin­ den, ein ‹Mann› zu sein und die gesellschaft­lichen Rollenerwartun­ gen zu verstehen und zu erfüllen – ohne Erfolg. In meinen 30ern habe ich angefan­ gen, das binäre Konzept Frau/Mann grundsätzlich zu hinterfragen. Ein von mir konsultierter, auf Transmen­ schen spezialisierter Psychologe war erst mal ratlos und wollte wissen, wie ich mich denn bezeichnen würde. Ich


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kam spontan auf den Begriff ‹Mann+›. Inzwischen kenne ich treffendere Bezeichnungen: Ich identifiziere und bezeichne mich heute als non-binär oder präziser als genderfree, also frei von jeglichem Geschlecht. Mehrheitlich positive Reaktionen

Wirklich angekommen bin ich in meiner Geschlechtsidentität vor etwa fünf, sechs Jahren – und seither gehe ich auch offen damit um. Ein klares Zeichen dafür ist mein Namenswechsel zu Even: Ich habe mich für diesen Namen wegen des Klangs entschieden und weil er nicht binär ist wie Sandra oder Ferdinand. Äusserlich zeigt sich meine Geschlechtsidentität vor allem durch meine Kleidung: Ich mag es, einen schönen, feinen Stoff zu tragen; und bei heissem Wetter ist ein luftiges Kleid unvergleichlich. Manchmal schminke ich mich, weil ich es schön finde. Mein Bart gefällt mir sehr, auch in Kombination mit Lippenstift, was andere Menschen schon irritieren mag. Oft werde ich gefragt, ob ich homosexuell sei: Dabei sind Identität und Orientierung doch ganz verschiedene Themen ohne direkten Zusammenhang. Und viel wichtiger als das Geschlecht ist für mich die Persönlichkeit meines Gegenübers. Bestimmt ein Mal pro Woche werde ich auf der Strasse wegen meines Looks angesprochen – und das grossmehrheitlich positiv. Ich sehe natürlich nicht, welche Blicke mir die Menschen hinter meinem Rücken zuwerfen. Meine Erfahrung ist, dass gerade junge und ältere Leute dem Thema offen gegenüberstehen. Mein 76-jähriger Götti nahm mein Coming-out jedenfalls nicht nur locker, sondern meinte, er habe darüber schon früher gehört und sich im Internet über ­‹Weder-noch-Menschen› informiert. Das Ringen mit der Sprache

Lange führte ich ein klassisches Familienleben, mit einer Frau und drei Kindern. Und obwohl die Ehe inzwischen geschieden ist, ist das Verhältnis zu allen noch immer eng. Die Kinder leben teilweise bei mir. Sie gehen sehr positiv mit meiner Geschlechts­ identität um. Dass es dafür Zeit gebraucht hat, ist natürlich und nachvollziehbar. Und wie in jeder Familie gibt es immer wieder neue, uns alle herausfordernde Situationen. Mir ist wichtig, dass für mich keine Geschlechtspronomen wie ‹er› oder ‹sie› verwendet werden. Einige

non-binäre Menschen verwenden ‹es›, das mag ich aber auch nicht. Bis sich in der deutschen Sprache ein entsprechendes Pronomen etabliert haben wird, ist mein Pronomen ‹Even› oder ‹Even Meier›. Also nicht ‹er freut sich an der Sprache›, sondern ‹Even freut sich an der Sprache›. Ich weiss, dass das im Alltag zunächst schwerfallen mag. Aber Sprache beeinflusst das Denken, und je schneller wir uns gewöhnen, geschlechtsneutral zu formulieren, ­ desto besser. Genauso begrüsse ich geschlechtsneutrale öffentliche WCs, wie wir alle das von zu Hause kennen. 2014 habe ich die Romanescos mitgegründet, eine Gruppe für Menschen mit non-binärer, queerer, fluider oder keiner Geschlechtsidentität: ein Ort,

«Ich gehe schon mal mit lackierten Nägeln zu meinen Kunden – das hat mich noch nie auch nur einen Auftrag gekostet.» Even Meier

wo wir uns austauschen und vernetzen, gemeinsam lachen und weinen können. Der Name leitet sich vom ­Gemüse ab: Es ist weder Blumen­kohl noch Broccoli, weder Fisch noch V ­ ogel. Entsprechend sind bei uns alle Menschen willkommen, wenn sie eine Regel beachten: Unser Raum ist frei von jeglicher Diskriminierung. Im Moment haben wir rund 140 Leute auf dem Mailverteiler, an unseren monatlichen Treffen in Zürich nehmen jeweils 10 bis 20 Menschen teil. In Basel und Bern finden ebenfalls Anlässe zum Thema statt, was mich freut. Auch beruflich gibt es bei mir keine Probleme: Ich habe meine eigene ­Firma und berate Versicherungs­ gesellschaften in mathematischen Belangen. Dabei gehe ich offen mit meiner Geschlechtsidentität um: Meine Dokumente sind geschlechtsneutral formuliert, und ich gehe schon mal mit lackierten Nägeln zu meinen Kunden – das hat mich noch nie auch nur einen Auftrag gekostet. Grossartig, genauso muss es sein! Wir sind auf einem guten Weg.» Infos: www.romanescos.ch, www.nonbinary.ch

Sascha Rijkeboer

Frau? Mann? Non-binär! «Eigentlich kann man gar kein non-binäres Leben führen in dieser binären Welt – aber man kann sie hinterfragen und herausfordern. Denn wir alle wachsen damit auf, ­reflexartig jede Person, in ‹männlich› oder ‹weiblich› einzuteilen. Wir lernen von klein auf, was ‹Männer› und ‹Frauen› sind, wie sie aussehen, wie


MENSCHEN | MM37, 10.9.2018  31

Sascha Rijkeboer mit Tjuv (6) im Stadtpark Olten: «Solange keine Hunde auftauchen, bleibt Tjuv problemlos in ­meiner Nähe.»

Glossar

Was bedeutet … Heterosexuell Personen, die sich zum anderen Geschlecht hingezogen fühlen Homosexuell Personen, die sich zum gleichen Geschlecht hingezogen fühlen Bisexuell Personen, die sich zu mehr als einem Geschlecht hingezogen fühlen

eher mit den schillernden wie etwa Atréju, dem Indianerjungen aus ‹Die unendliche Geschichte›, der auch ei­ nige weiblich konnotierte Züge hatte. Als Teenager hatte ich inten­sive Mädchenfreundschaften. Aber erst als eine Freundin mir von einem ­lesbischen Erlebnis erzählte, rea­ lisierte ich, dass das eine Option sein könnte. Mit 18 hatte ich mein Coming-­out als lesbische Frau, was sich jedoch nie richtig anfühlte. ­Frauen zu begehren schon, aber als Frau Frauen zu begehren? Ich habe mich oft gefragt, ob ich mich einfach nicht als Frau identifiziere oder ob es eine verinnerlichte Form von Homo­ phobie war, dass ich es seltsam fand, als Frau Frauen zu begehren.

Sascha Rijkeboer (26) studiert Psy­ chologie und Gen­ der Studies an der Uni Basel. Sascha lebt in einer WG in Olten SO.

sie sich zu verhalten haben. Auch ich teile Menschen so ein, weil diese ­Kategorisierung so tief sitzt. Dabei ist Geschlecht ein soziales Konstrukt, biologisch sind wir viel vielfältiger. Ich tat mich schon als Kind schwer damit, ein Mädchen sein zu sollen. Ganz einfach, weil ich vieles nicht durfte, was mir Spass machte und was die Buben um mich herum alle ­taten. So wünschte ich mir damals, ein Junge zu sein, weil ich dachte, dass ich nur dann mit Actionfiguren und Wasserpistolen spielen durfte. Wenn ich Geschichten las oder ­Filme sah, identifizierte ich mich meist mit männlichen Figuren. Aber

Herantasten an die passende Identität

Vielleicht war ich ja trans? Aber auch damit tat ich mich schwer, weil es für mich damals negativ besetzt war. Bis ein Transmann an der Kanti Olten sein offizielles Coming-out hatte, je­ mand in meiner direkten Umgebung. Wieder dachte ich: Oh, das geht? Seine Sichtbarkeit als Trans­ mensch und eine positivere Bericht­ erstattung in den Medien ermutigten mich: So sah ich mich für eine Weile innerlich als Transmann, merkte aber erneut, dass dies nicht ganz auf mich zutraf. Ich konnte mich mit der Vor­ stellung, die ich von Männlichkeit habe, nicht identifizieren. Irgendwie passte ich nirgends richtig rein. Dann jedoch stiess ich auf den Begriff ‹non-binär›, der sich nun endlich richtig anfühlt: Ich kann mich mit keiner der klassischen Ge­ schlechtsrollen identifizieren, son­ dern befinde mich irgendwo ausser­ halb von ‹Mann› und ‹Frau›. Aller­ dings werde ich in der Regel als Frau gelesen, womit ich für den Moment leben muss. Umso wichtiger ist mir deshalb, dass mein Umfeld meine

Pansexuell Menschen, die sich zu Personen aller Geschlechtsidentitäten hingezogen fühlen Asexuell Personen, die weder eine sexuelle Anziehungskraft noch sexuelles Interesse gegenüber anderen verspüren Cisgender Menschen, bei denen die Geschlechtsidentität dem Geschlecht entspricht, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde Transgender (trans, Transfrau, Transmann): Personen, die sich nicht oder nicht ausschliesslich mit dem Geschlecht identifizieren können, das ihnen bei der Geburt zu­ gewiesen wurde Pangender Personen, die alle Geschlechts­ identitäten in sich vereinen Intergeschlechtlich (inter, intersexuell) Menschen, die genetisch, anato­ misch und/oder hormonell nicht eindeutig dem männlichen oder weiblichen Geschlecht zugeordnet werden können Non-binär Menschen, die sich weder als Mann noch als Frau identifizieren, sondern als ein Geschlecht ­ausserhalb des binären Ge­ schlechtssystems Queer Überbegriff für Personen, die von gesellschaftlichen Normen abweichen oder sie bewusst durchbrechen


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MENSCHEN | MM37, 10.9.2018  33

Geschlechtsidentität sprachlich be­ rücksichtigt, also nicht ‹er› oder ‹sie› sagt, sondern einfach ‹Sascha›. Ich weiss natürlich, wie schwierig das ist, aber Sprache formt unser ­Bewusstsein, deshalb ist diese Um­ gewöhnung zentral. Es geben sich auch alle Mühe, und wenn doch mal ein falscher Begriff rausrutscht, ­korrigiere ich freundlich. Hoffnung auf mehr Vorbilder

Mein Coming-out ist rundum positiv aufgenommen worden. Meine Mutter hat sich sogar zu einer richtigen Akti­ vistin entwickelt und ist schon mehr­ mals mit der Angehörigengruppe des Transgender-Netzwerk (TGNS) bei der Pride mitmarschiert. TGNS ist ­sowieso eine sehr wichtige Anlauf­ stelle für mich. Ich bin sehr dankbar für die Arbeit dieser Organisation. Im Alltag können viele Menschen mit ‹non-binär› zunächst nichts an­

«Ich hoffe sehr, dass man zumindest beim Neubau von öffentlichen Gebäuden geschlechtsneutrale WCs einplant.» Sascha Rijkeboer

fangen. Aber wenn man ihnen erklärt, was es bedeutet, sind sie in der Regel offen und positiv eingestellt. Grosse Hürden hingegen sind die Bürokratie und öffentliche WCs. An der Uni Basel habe ich nach einigen Debatten einen Schlüssel zum Behinderten-WC be­ kommen – nicht ideal, aber besser, als mich jedesmal erneut zwischen zwei falschen Geschlechtskategorien entscheiden zu müssen. Ich hoffe sehr, dass man zumindest beim Neubau von öffentlichen Ge­ bäuden künftig geschlechtsneutrale WCs einplant. Ebenfalls mühsam ist,

dass man auf praktisch allen Formu­ laren ‹Mann› oder ‹Frau› ankreuzen muss, sogar an meiner Uni, die sich für so offen und progressiv hält. Traurig ist auch, dass meine ­Geschlechtsidentität in Büchern, ­Filmen und Serien praktisch nicht existiert. Die einzige mir bekannte Serie mit einem offen non-binären Charakter ist ‹Billions›, das wars. ­Dieser Mangel an Sichtbarkeit und an Vorbildern ist ein echtes Problem. Wären mir schon früher non-binäre Menschen in meinem Umfeld oder sonst in den Medien begegnet, hätte das enorm geholfen. Das ist mit ein Grund, dass ich ­bereit bin, meine Geschichte zu er­zählen. Umso mehr, als für mein ­eigenes Coming-out die Sichtbarkeit anderer so zentral war. Vielleicht kann ich so dazu beitragen, dass andere Non-Binäre es künftig ein bisschen leichter haben, zu sich zu finden.» MM

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MENSCHEN | MM37, 10.9.2018  35

Leserforum MM36 Interview: «Das Schlimmste sind Männer um die 50, die am Meer kitesurfen.»

«Spass zu haben ist nicht unvereinbar mit Altern in Würde!» Wenn die Herren Leo und Gutsch Männer über 50, die am Meer kitesurfen, schlimm finden, so zeigen sie eine In­toleranz gegenüber Menschen, die an der frischen Luft einen Sport betreiben, der ihnen Spass macht. Autoren wie sie fordern ansonsten unablässig Offenheit für Minderheiten und Andersdenkende. Ich würde mir wünschen, dass auch Ü-50-Männer diese Toleranz erwarten dürfen. Spass zu haben ist meiner Meinung nach nicht unvereinbar mit Altern in Würde!

Die Autoren Maxim Leo (links) und Jochen Gutsch finden kitesurfende Männer über 50 schlimm.

Bild: Jens Koch

Viele Kitesurfer über 50 sehen übrigens auf dem Wasser super aus. Es ist schön zu sehen, was sie können, wie sie sich freuen und wie sinnvoll sie ihre Freizeit nutzen. Ich bin ein begeisterter Kiter – noch lange nicht 50 – und habe Leute, die ihr in die­ sem Interview belächelt, ken­ nengelernt. Die hatten Spass am Meer, am Wind, am ganzen Drumherum, was bedeutet, inte­ ressante Menschen aller Alters­ klassen und Berufsgruppen ken­ nenzulernen und tolle Kontakte zu knüpfen. Und sie waren alle bereit, etwas Neues zu lernen. Jungs, ihr müsst doch keine schlechte Energie verbreiten. Lernt Kitesurfen! Am Anfang werdet ihr wie unfähige Robben aussehen. Mit Geduld werdet auch ihr es schaffen. Macht ein­ fach, und ihr werdet sehen, wie einfach es ist, positiv zu denken. Kitesurfer 50 via www.migrosmagazin.ch Bei aller Wehmut beim Abschied vom Jungsein sollte man immer beachten: «Das Alter, das man haben möchte, verdirbt das Alter, das man hat.» Heinz Studer via E-Mail

Christian Frey via E-Mail

Selten habe ich so einen Blödsinn gelesen wie die Zeilen dieser altersgefrusteten Möchte­ gernwortakrobaten ohne Humor. Soll doch jeder mit 50 oder irgendwann Kitesurfen, Hula tanzen oder was auch immer. Mein Schwiegeropi tanzt mit 101 Jahren Sirtaki in Griechen­ land. Menschen wie die zwei sollen doch im Keller auf ihren Tod warten und allen anderen die Lebensfreude und ihre Hobbys gönnen. Leute lebt jetzt! Morgen kann es vorbei sein. Nica Steimer via www.migrosmagazin.ch MM36 Auto: Opel Grandland X

Warum bewerben Sie schon wieder einen unnötigen ressourcenfressenden SUV als Familienauto? Nicht nur der hohe Verbrauch ist unökono­ misch und mit seinen schädli­ chen Abgasen unökologisch. Er ist zudem ein Platzfresser, der grössere Parkflächen und brei­ tere Strassen verlangt. Wofür? Um dem Fahrer einen individuel­ len Spass zu vermitteln? Einem Magazin und einem Unterneh­ men, das sich der Allgemeinheit

und dem Allgemeinwohl ver­ pflichtet fühlt, stünde es besser an, für Mobilität in nachhaltiger und umweltgerechterer Form zu werben. Auch damit können wir Migros-Besitzer Spass haben. W. Leinen via E-Mail MM35 Streitgespräch: Klingen gekreuzt um Fair-Food

«Wir schätzen die heutige Wahl­ freiheit sehr» Die Agrarinitiativen «FairFood» und «Ernährungs­sicherheit» bevormunden die Konsumenten. Heute schon gibt es eine grosse Auswahl an fair und nachhaltig produzierten Lebensmitteln. Die Auswahl wird auch auf Druck der Konsumenten immer grösser. Wir schätzen die heutige Wahl­ freiheit sehr und möchten uns nicht vom Staat vorschreiben lassen, was auf unseren Tellern landen soll. Viele Konsumenten kaufen bereits bewusst ein. Sie inte­ressieren sich frei­willig für die Produktionsbedingungen und die Herkunft der Produkte und

richten ihre Einkäufe zugunsten der Nachhaltigkeit aus. Die Initiativen sind daher unnötig. Babette Sigg, Präsidentin Schweizerisches Konsumenten‑ forum, via E-Mail MM35 Pflege bis weit hinten im Tal

Allerherzlichsten Dank für die Reportage über die öffentliche Spitex, der Beitrag hat mich riesig gefreut. Ich arbeite selbst seit neun Jahren als Pflegefach­ frau bei der Spitex Region Köniz. Die Arbeit macht mir Freude, kein Tag ist wie der andere, und die positiven Reak­tionen der Kundinnen und Kunden bestäti­ gen immer wieder, dass unsere Besuche sehr geschätzt werden. Beatrice Stampfli via E-Mail

Schicken Sie Ihre Leserbriefe an: Redaktion Migros-Magazin, Limmat­strasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, oder per Mail an: redaktion@migrosmagazin.ch Die Redaktion behält sich Kürzungen vor und übernimmt keine Verantwortung für Inhalt und Richtigkeit der Aussagen. Über Erscheinen resp. Nichterscheinen der Leserbriefe wird keine zusätzliche Korrespondenz geführt.


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38  MM37, 10.9.2018 | MESNCHEN

«Wir müssen die Demokratie verteidigen, sonst werden wir sie verlieren» Can Dündar

Can Dündar, der Ex-Chefredaktor der türkischen Zeitung «Cumhuriyet», hat im Berliner Exil einen politischen Appell verfasst: Sein Buch «Tut was!» ruft dazu auf, global gegen antidemokratische Tendenzen und ­Autokraten wie Erdogan, Trump und Co. anzukämpfen. Text: Ralf Kaminski Bilder: Jens Koch


MENSCHEN | MM37, 10.9.2018  39


40  MM37, 10.9.2018 | MENSCHEN

Zur Person

Journalist und Autor Can Dündar, Sie hatten sich Hoffnungen gemacht, dass Erdogan die letzten Wahlen in der Türkei verliert. Wie schwer hat Sie sein erneuter Sieg getroffen? Es war schon hart. Aber immerhin haben wir den Sieg diesmal nur um wenige Prozentpunkte verpasst. Die optimistische Inter­pretation lautet: Fast die Hälfte des Landes ist gegen Erdogan. Aber de facto kann er die Türkei als Diktator regieren. Weshalb haben ihn trotzdem so viele Menschen erneut gewählt? Der wichtigste Grund sind mangelnde Alternativen. Aber es gibt auch viele, die mit Erdogans Politik zufrieden sind. Er hat die Wirtschaft in Schwung gebracht und vielen Leuten in die Mittelklasse verholfen. Und er setzt die Religion sehr clever für seine politischen Ziele ein. Für die Religiösen und die Konservativen ist Erdogan ein Held: Er bietet Europa die Stirn. Wer sich nicht um Menschenrechte, Demokratie und Rechtsstaat schert, ist zufrieden und betrachtet Erdogan als starken Führer, der die Türkei wieder gross macht. Aber ab jetzt wird es schwieriger. Weshalb? Weil die Wirtschaft nicht mehr gut läuft und die westlichen Investoren sich mehr und mehr zurückziehen. Und weil Diktatoren gar nicht so allmächtig sind. Denn wenn Fehler passieren, ist klar, wer verantwortlich ist. Bereits im nächsten Jahr gibt es lokale Wahlen. Mal sehen, wie sich die Opposition dort schlägt. Ich hoffe weiter.

«Es ist eine globale Krankheit, dass die Völker sich unter die Fittiche starker Anführer flüchten.» Can Dündar, Journalist

Anders als in der Schweiz hat eine Mehr­ heit der Türken in Deutschland Erdogan gewählt, eine grössere sogar als in der Türkei. Wie ist das möglich? In Deutschland spielt die klassische Psychologie der Diaspora. Viele fühlen sich als Bürger zweiter Klasse – dann zieht es, wenn die alte Heimat ruft und an patriotische Gefühle appelliert. Hinzu kommt, dass viele Türken nicht gut in die deutsche Gesellschaft integriert sind; sie fühlen sich isoliert. Und Erdogans Polarisierungspolitik wirkt bis nach Deutschland, es gibt regelmässig

Konflikte zwischen Anhängern und Gegnern. Das habe ich übrigens auch in Zürich erlebt ... Erzählen Sie, bitte. Ich war an der Universität Zürich zu einer Konferenz eingeladen – es lief alles gut, bis gegen Schluss ein paar Erdogan-Anhänger in den Saal zu schreien begannen. Am Ende gab es eine wilde Prügelei zwischen beiden Seiten, und die Polizei musste eingreifen. Später stellte sich heraus, dass diese Aktion durch Erdogan-Anhänger geplant worden war. Doch die Türkei ist nicht allein mit diesen Entwicklungen – man schaue sich Trump, Putin oder Orban an. Es ist eine globale Krankheit, dass die Völker sich unter die Fittiche starker Anführer flüchten.

Can Dündar (57) war in der Türkei zuletzt Chefredaktor der Tageszeitung «Cumhuriyet», bevor er 2016 wegen an­ geblicher Spionage und Verrats von ­Staatsgeheimnissen zu einer Haftstrafe von über fünf Jahren verurteilt wurde. Dündar legte Revision ein; als das Gericht sein Ausreiseverbot aufhob, reiste er im Juli 2016 nach Berlin, wo er heute lebt und arbeitet. Seiner Frau in Istanbul wird die Ausreise verweigert. Der gemeinsame Sohn lebt in London. Buch Can Dündar: «Tut was! Plädoyer für eine aktive Demokratie», Verlag Hoffmann und Campe, 2018; Fr. 10.30 bei www.exlibris.ch

Ihr neues Buch «Tut was!» ist eine Art Manifest, das zum Widerstand gegen diese Entwicklung aufruft. Ganz zentral scheint mir, dass wir aufhören, in Nationen zu denken. Hier stehen nicht Deutsche oder Schweizer den Türken gegenüber, die entscheidende Differenz ist die zwischen Demokraten und Autokraten, und beide Lager finden sich in allen Nationen. Mein Buch ist ein Solidaritätsaufruf an die Demokraten dieser Welt, sich gemeinsam zu engagieren. Denken Sie, dass Sie so tatsächlich etwas bewirken können? Ich hoffe es. Alles, was ich in meiner Position tun kann, ist schreiben und reden – und ­hoffen, dass mein Aufschrei wahrgenommen wird. Ich bin von einem Journalisten zu einem Aktivisten mutiert, aber ich habe ­keine andere Wahl. Wenn das eigene Haus brennt, sollte man nicht nur beobachten und rapportieren, man muss etwas tun. Sie diagnostizieren, dass der Aufstieg der Autokraten mit diversen Ängsten zu tun hat, die nach dem Mauerfall 1989 ent­ standen sind. War es nicht unvermeidlich, dass alles Neue nach dem Kalten Krieg Unsicherheit auslösen würde? Ein Stück weit war es das wohl. Besonders die Menschen im ehemaligen Ostblock verspüren eine gewisse nostalgische Sehnsucht nach der Stabilität, die sie während des Kalten Kriegs trotz allem hatten. Die Un­sicherheit der neuen Welt hat sie erst verängstigt, dann verärgert – und nun unterstützen sie Parteien und Personen, von denen sie den Eindruck haben, sie könnten helfen. Gesellschaftliche Entwicklungen wie die Globalisierung, Terroranschläge oder Flüchtlingsbewegungen haben nun auch den Westen damit angesteckt. Es liegt an uns – den Demokraten und ihren Parteien –, diesen Menschen ein Gefühl der Sicherheit und Zuversicht zurückzugeben. Damit sie

sich nicht autokratischen Führern zu­ wenden müssen. Ist die politische Mitte mitschuldig an der Sehnsucht nach starken Männern? Ganz klar. Das Versagen Europas in den vergangenen zehn Jahren hat dabei eine wichtige Rolle gespielt. Die Entscheidungsprozesse waren derart langsam, chaotisch und kompliziert, dass die Autokraten nun


MENSCHEN | MM37, 10.9.2018  41

reichlich Munition haben, um zu behaupten, Demokratien funktionierten «schlecht». Erdogan und Co. können leicht argumen­ tieren, mit einem mächtigen Anführer ­brauche es keine endlosen Debatten, ­stattdessen könne man sofort tun, was getan werden müsse; Demokratie hingegen bedeute Chaos und keine Garantien. Sie fürchten das Ende der freiheitlichen Demokratie, wenn das so weitergeht. Ist die Lage wirklich so ernst? Ja. Noch vor fünf Jahren war es unvorstell­ bar, dass eine Partei wie die AfD eine derart starke Unterstützung haben könnte. Oder dass ein US-Präsident derart verächtlich über die Medien, Richter oder verbündete Staaten sprechen würde. Es ist beängs­ tigend. Wenn wir uns nicht mit aller Kraft ­dagegen wehren, werden diese Leute in wenigen Jahren noch viel mächtiger sein als heute. Und im Hintergrund lauert China und wartet auf seine Chance. Hinzu kommen weitere Trends: Viele Menschen sind schlechter informiert als Generationen vor ihnen. Oder sie bewegen sich in ihrer Blase und glauben nur, was ihrem Weltbild entspricht. Vielen ist es auch einfach egal, und sie beteiligen sich politisch gar nicht mehr. Das hängt alles zusammen – und in der Kombination ergibt sich daraus eine politische und gesellschaftliche Ent­ wicklung, die uns zutiefst beunruhigen ­sollte. Je weiter sie sich ausbreitet, desto schwieriger wird es, sie zu bekämpfen. Wir müssen die Demokratie verteidigen, sonst werden wir sie verlieren. Aber was, wenn die Mehrheit die Auto­ kraten demokratisch absegnet? Demokratie bedeutet nicht Diktatur der Mehrheit. Sie ist dazu da, die Rechte der Minderheiten zu schützen. Das ist ihre wichtigste Aufgabe. Doch in immer mehr Ländern werden die Demokraten nun selbst zu einer Minderheit. Wir müssen also anfangen, uns selbst zu schützen – und möglichst viele andere überzeugen, damit wir wieder zur Mehrheit werden. Im Buch plädieren Sie für einen ­welt­weiten Bund der Aufklärer, quasi eine Internationale der Demokraten. Wie muss man sich das vorstellen? Journalisten und Aktivisten können vor allem eins tun: die Öffentlichkeit informie­ ren, Kanäle suchen, auf denen wir möglichst viele mit unserer Botschaft erreichen. Die Türkei gehört zu den korruptesten Ländern der Welt, doch in den türkischen Medien ist das kein Thema. Also weichen wir auf andere Kanäle aus, vielleicht mit der Hilfe

unserer westlichen Kollegen. So kann sich jede Gruppe auf ihre Weise engagieren. Alle stehen in der Verantwortung, etwas zu tun. Lassen sich so auch Wahlen beeinflussen? Das ist meine Hoffnung. Und die Chancen dafür sind gar nicht so schlecht. Viele Menschen wählen die Autokraten nicht aus ideologischer Überzeugung, sondern aus Verzweiflung. Oder aus Experimentier­ freude. Letztlich wählt man die, von denen man sich die optimale Wahrung der eigenen Interessen verspricht. Wenn es uns gelingt zu zeigen, dass die demokratische Mitte die

«Ab und zu ruft meine Frau an und fragt, ob ich nicht doch die Scheidung wolle, wenn ich mich wieder weit aus dem Fenster gelehnt habe.» Can Dündar, Journalist

Interessen einer Mehrheit der Menschen besser vertritt, gewinnen wir auch wieder Wahlen. Ein guter Anfang wäre zum Bei­ spiel, ihnen das Gefühl zu geben, dass sie vor den negativen Auswirkungen der Glo­ balisierung besser geschützt werden. Was kann der einzelne Bürger tun? Als Tourist zum Beispiel hat jeder in Europa einen gewissen Einfluss auf die Türkei. Nicht hinzureisen, um damit ein Zeichen zu setzen, wäre allerdings ein Fehler. Dann sind am Ende nur noch Araber und Russen dort und beeinflussen das Land in ihrem Sinn. Stattdessen: in die Türkei reisen, mit den Menschen, den Hotelbetreibern, den Touris­ tenverbänden sprechen, ihnen erklären, dass man gern kommt – aber nur, wenn Menschenrechte, Pressefreiheit und Rechts­ staat gewahrt bleiben. Noch mehr Einfluss in dieser Richtung haben Investoren. Was kann man tun, wenn man nicht reist und nicht viel Geld hat? Die entsprechenden demokratischen Kräfte unterstützen. Und diskutieren: mit Freun­ den, Kolleginnen. Gerade auch mit denen, die vielleicht ganz andere Ansichten haben. Nicht aufgeben, die Türen nicht verschliessen, sondern mit guten Argumenten dran­ bleiben, immer und immer wieder, auch wenn die Diskussionen hitzig werden. Nichts ist so wertvoll wie persönliche Be­ ziehungen, nirgends kann man so viel errei­ chen. Gerade Europa trägt eine besondere Verantwortung im Kampf gegen die autori­ tären Tendenzen. Es ist der Geburtsort der

Demokratie – und heute so etwas wie ihre letzte Festung. Aber hat der Kontinent inzwischen nicht viel Glaubwürdigkeit verspielt? (seufzt) Ja, die Flüchtlingskrise war ein grosser Test für Europa. Und wie immer zeigt sich das wahre Gesicht von Menschen und von Nationen in der Krise. Europa hat den Test zwar nicht bestanden, aber dabei immerhin einiges über sich gelernt. Das könnte ein Auslöser dafür sein, dass man erneut darüber nachdenkt, was Europa bedeutet, welche Werte man teilt und wo man eher getrennte Wege gehen sollte. Solange Erdogan die Türkei regiert, können Sie nicht zurück, richtig? Nein, ich würde umgehend verhaftet. Und inzwischen hat er angefangen, Leute durch Interpol suchen und im Ausland verhaften zu lassen. Andere werden gleich direkt gekidnappt, mittlerweile sind es über 100 in Europa. Man ist also nirgends wirklich sicher. Und Ihre Frau ist weiterhin in Istanbul und darf nicht ausreisen? Sie ist de facto eine Geisel des Regimes. Ist sie in Gefahr, wenn Sie sich politisch deutlich äussern? Ich denke immer zweimal darüber nach, was ich schreibe und sage. Und tue es dann trotzdem. Das geht dank der Tapferkeit meiner Frau. Ab und zu ruft sie an und fragt, ob ich nicht doch lieber die Scheidung wolle, wenn ich mich wieder weit aus dem Fenster gelehnt habe ( lacht). Aber ja, es ist eine sehr schwierige Situation. Warum sind Sie eigentlich in Berlin gelandet? Die Organisation «Reporter ohne Grenzen» hat mich nach Deutschland eingeladen. Die haben ein Programm für Autoren im Exil. Zu Beginn war es eine Art Stipendium, dann begannen deutsche Medien, mich für Beiträge zu engagieren. Sie standen und stehen aber auch in Berlin unter Polizeischutz. Ja, zu Beginn rund um die Uhr, das war hart. Heute vor allem noch bei öffentlichen Auftritten. Ironischerweise habe ich lange davon geträumt, mal im Ausland zu leben und für westliche Medien zu arbeiten. Erdogan hat mir diesen Traum erfüllt, aller­ dings hätte ich mir dafür andere Umstände gewünscht. Immerhin kann ich mit meinem Beruf im deutschsprachigen Raum ein grosses Publikum erreichen. Und so zeigen: Die Türkei ist nicht nur Erdogan, es gibt auch andere Stimmen. MM


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Migros-Welt MM37

60 Zahl der Woche

Seit 60 Jahren gibt es die Micarna, den Fleischverarbeitungsbetrieb der Migros. Rund 3000 Mitarbeitende arbeiten an über 25 Standorten für das Traditionsunternehmen.

Migros-Besitzerin

«Es gibt fast schon zu viele Produkte» Was schätzen Sie an der Migros? Hier in Frauenfeld im Einkaufszentrum Passage finde ich die Migros-Filiale sehr schön. Es gibt gute Produkte, und man findet alles an einem Ort. Gibt es etwas an der Migros, das Sie stört? Ich finde manchmal, dass es fast schon zu viele Produkte gibt. Weniger wäre mehr. Aber das ist halt heutzutage einfach so.

Bilder: René Ruis

Wie lange sind Sie schon Migros-­ Genossenschafterin? Sicher seit 2006. Oder war es 2008? Auf jeden Fall bin ich Mitglied, seit ich von zu Hause aus­ gezogen bin und meinen eigenen Haushalt gegründet habe.

Name: Sonja Wegmann (38) mit Ronja (2) Wohnort: Frauenfeld Beruf: Hausfrau Lieblingsprodukt: St. Gallerbrot

Weshalb sind Sie denn Migros-Besitzerin geworden? Ich finde die Migros einfach eine gute Sache. Wenn man will, kann man abstimmen und so mitentscheiden. Welches ist Ihr Lieblingsprodukt? Das St. Gallerbrot mögen wir alle sehr. Das haben wir eigentlich fast immer zu Hause. MM


44  MM37, 10.9.2018 | MIGROS-WELT

Frage der Woche

Stimmt es, dass die Migros den Strichcode auf Produkten erfunden hat? Tatsächlich testete die Migros bereits 1972 einen Strichcode auf Waren, den die Mitar­­bei­ ter an den Kassen ein­scannen konnten. Mit diesem Versuch war das Schweizer Unternehmen dem gesamten europäischen Detailhandel voraus.

Das Juskila bietet Jugendlichen eine Woche Schneespass für nur 120 Franken. Wintersport

Gemeinsam losbrettern Nicht alle Jugendlichen können sich ein Wintersportlager leisten. Darum organisiert Swiss Ski jeweils in der Neujahrswoche das Juskila. An diesem Lager an der Lenk im Simmental können 600 ­Jugendliche im Alter von 13 bis 14 Jahren teilnehmen. Dank Sponsoren- und Gön-

Doch in der Schweiz und in ganz Europa setzte sich schliesslich ein anderer Strichcode durch, den IBM entwickelt hatte.  MM

Haben Sie eine Frage?

Kontaktieren Sie uns! M-Infoline, der Kundendienst der Migros, erreichbar ­unter 0800 84 0848, oder www.migros.ch/ kundendienst

Telefonisch erreichbar Montag bis Freitag: 8.00–18.00 Uhr, Samstag: 8.30–16.30 Uhr Anrufe auf die oben ­genannte Nummer sind gratis.

nerbeiträgen müssen sie für die erlebnisreiche Schneesportwoche nur eine bescheidene Gebühr von 120 Franken bezahlen. Die Migros unterstützt den beliebten Anlass seit mehr als 15 Jahren. Das nächste Mal findet das Juskila vom 2. bis 8. Januar statt. Infos: www.juskila.ch

Preisbarometer

Aktuelle Preisänderungen Die Migros muss die Preise verschiedener Küchenprodukte von Tangan erhöhen.

Der Grund sind deutlich gestiegene Rohstoffpreise für die Herstellung. Ausgewählte Produkte

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Alnatura Chia Samen, 500 g

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–7,2

Alnatura Zitronenverbenen Tee, 30 g

1.95

2.20

12,8

«La Pizza» Pizza Margherita, 330 g

6.60

6.70

1,5

«La Pizza» Pizza 4 Stagioni, 420 g

7.60

7.70

1,3

Tangan Nr. 27 Easy Covers, 10 Stück

3.50

3.70

5,7

Tangan Nr. 43 Alu Box 0,5 l, 10 Stück

3.60

3.95

10,0

Tangan Nr. 44 Alu Box 1 l, 10 Stück

4.60

4.95

7,6

Tangan Nr. 48 Chäschüechli Alu-Schalen, 25 Stück

2.40

2.60

8,3

Tangan Nr. 47 Alu-Teller 20 cm, 10 Stück

2.80

2.95

5,3

* in Franken


MIGROS-WELT | MM37, 10.9.2018  45

Bugnplay Der digitale Jugendwettbewerb des Migros-Kulturprozents findet im kommenden Jahr zum 13. Mal statt. Nachwuchs­ programmierer oder Jung­ ingenieure im Alter von 8 bis 25 Jahren können ihre Projekte bis am 31. Januar 2019 einreichen. Gefragt ist Kreatives aus den Bereichen Robotik, Games, Computerprogramme oder Animationsfilm. Erstmals sind bei «Bugnplay» auch Abschluss­ arbeiten von Hochschul­ab­ solventen zugelassen. «Es gibt hier ein grosses Potenzial an ­kreativen Projekten», erklärt Dominik Landwehr, Projektleiter Pop und Neue Medien beim Migros-Genossenschafts-Bund. Zugelassen sind Einzelpersonen, Gruppen und Schulklassen in vier Alterskategorien. Anmeldung und Info: www.bugnplay.ch

Kassensturz

Holzkohle aus der Migros enthält kein Tropenholz

Bilder: Aladin Klieber, zVg (2)

Der WWF hat im Schweizer Detailhandel erhältliche Holzkohle getestet und in 9 von 21 Säcken Kohle aus Tropenholz gefunden. Konsumenten erfahren davon meist nichts, da die Hersteller die Herkunft nicht sauber deklarieren. Das Risiko, dass die verwendeten Hölzer aus Raubbau stammen, ist gross. «In den Ländern, wo diese Kohle herkommt, ist eine nachhaltige Holzbewirtschaftung oft gar nicht möglich», wird Damian Oettli vom WWF zitiert. Elf Produkte im Test enthielten keine Tropenkohle, darunter auch alle Giardino-Produkte der Migros, die zudem FSC-zertifiziert sind. Mehr Infos: www.kassensturz.ch

Blickfang

Der Alpsommer ist vorbei «Alpabzug aufgenommen im Kreisel vor der Migros in Appenzell.» Jürg Maurer, Kölliken AG

Schicken Sie uns Ihr Migros-Bild und gewinnen Sie einen Einkaufsgutschein im Wert von 50 Franken. Wenn auf Ihrem Foto ein Migros-Zusammenhang zu erkennen ist, sind Sie dabei. Hochladen: www. migmag.ch/blickfang


46  MM37, 10.9.2018 | MIGROS-WELT

Freizeitspass

Im Wald daheim

Bei den Lagerfeuernächten von Famigros erleben Familien abenteuerliche Stunden im Freien. Allein in Altnau TG spielten, sangen und zelteten fast 2000 Kinder und Erwachsene. Text: Beat Matter  Bilder: Paolo Dutto

E

s ist einer von unzähligen brütend heissen Tagen dieses Sommers, als eine lange Karawane mit Sack und Pack den Feierlenhof in Altnau am Bodensee erreicht. Die vielen Kinder und Erwachsenen sind unüberhörbar in fröhlicher Stimmung. Überall wird das Lied «La la la la Lagerfüür» geträllert. Am hölzernen Tor zum Hof stehen die Fabel­wesen Simselifei und Chraxel und begrüssen die Gäste mit offenen Armen. Gemeinsam mit Sänger Marius Tschirky von der Jagd­kapelle führen die Fee und der Waldzwerg durch die Veranstaltung. «So viele Kinder!», jauchzt Chraxel. Alle machen mit

«Die Lagerfeuernacht soll den Gästen ein einzigartiges Abenteuer bieten, zu dem alle etwas beitragen», sagt Urs Engler, Projektleiter Sponsoring und Events beim Migros-Genossenschafts-Bund (MGB). Und die Idee zündet: Die Rückmeldungen nach den Veranstaltungen seien jeweils sehr zahlreich und fast immer begeistert, sagt Engler. In Altnau bauen die Kinder und Erwachsenen zuerst eine kunterbunte Zeltstadt auf und machen dann bei den verschiedenen Spielen und Workshops mit. Sie basteln zum Beispiel Feenschmuck und Waldinstru­mente. Grossandrang herrscht beim Bogenschies­ sen und Seilziehen. Hier hat es Diego Lenggenhager aus Bazenheid bei seinem ersten Versuch gleich mit drei Konkurrenten aufgenommen – und prompt gewonnen. «Mann, ich kann es selbst nicht glauben!»,

ruft der Siebenjährige. Mutter Martina erzählt, dass dies bereits die zweite Lagerfeuernacht sei, die sie mit ihrer Familie besuche. «Es war vergangenes Jahr so toll, dass schnell klar war: Wir kommen wieder.» Für Familie Kristiansen aus Männedorf ist es eine Premiere. Während der achtjäh­ rige Sohn Linus beim Tannenzapfen- und Weidenringwerfen brilliert, schwärmt Mutter Barbara von den bisherigen Erlebnissen. «Die Ver­anstaltung ist einfach top organisiert und macht uns allen grossen Spass.» Nacht ohne Feuer

Nach viel Spiel- und Bastelzeit versammeln sich die Kinder und Erwachsenen um die Bühne in der Mitte der Waldwiese. Hier sollte nun eigentlich das Lagerfeuer entzündet werden. Was der trockene Sommer und das allgemeine Feuerverbot dieses Mal ver­ unmöglichen, kaschieren Chraxel, Simselifei und Marius mit viel Humor, einer roten Lampe und einer kleinen Rauchmaschine. Der guten Stimmung tut dies keinen Abbruch – und dem Appetit auch nicht. Statt selbst zu braten, geniessen die Abenteurer diesmal Würste vom Gasgrill und Älpler­ magronen aus der Lagerküche. Auf den üppigen Znacht folgt ein Konzert von Marius. Gross und Klein singen und schunkeln mit. Und als sich die Dunkelheit über die Waldwiese legt, gibt es noch eine Gutenachtgeschichte – wahlweise eine harm­ lose Fabel von Waldfee Simselifei oder für die älteren Kinder eine etwas schaurige ­Geschichte von Zwerg Chraxel. MM


MIGROS-WELT | MM37, 10.9.2018  47

Famigros Ski Day

Schneespass für Familien

Gross und Klein haben Spass beim Konzert mit Marius Tschirky und der Waldfee (oben), beim Herumtollen im Heu und beim Bogenschiessen.

Der Migros-Familienclub Famigros bietet seinen Mitgliedern neben den Lagerfeuernächten viele weitere Vorteile – so auch die Famigros Ski Days: Im Preis von nur 85 Franken pro Familie inbegriffen sind die Tages­ karten für alle Startenden, die Mittagsverpflegung, die Teilnahme am Plauschrennen und vieles mehr. Da die günstigen Schneeplauschtage so beliebt sind, finden sie von Dezember bis März neu sogar 18-mal inverschiedenen Schweizer Ski­ gebieten statt. Infos: www.famigros-ski-day.ch


48  MM37, 10.9.2018 | MIGROS-WELT 1 2

3 4

Wettbewerb

Mini-Meister malen Mickey

Kinder aus der ganzen Schweiz folgten dem Aufruf des ­ Migros-Magazins: Sie zeichneten mit viel Liebe Mickey Mouse und seine besten Freunde. Wir zeigen eine Auswahl der Bilder. Text: Michael West

5

U

nter den Trickfilmhelden ist er der absolute Senior: Vor 90 Jahren erschuf Walt Disney den liebenswerten Mäuserich mit den runden Ohren und den roten Shorts. Mickey ist als Hollywood-Star längst im Ruhestand. Die Kinoleinwand überlässt er heute anderen Disney-Figuren – etwa den lebenden Autos aus «Cars» oder der eleganten Eiskönigin aus «Frozen». Mickey bleibt beliebt

Und doch begeistert der Mäuserich auch heute noch Kinder. Das zeigt unser Wettbewerb, für den Mädchen und Buben bis 13 Jahre die Disney-Urhelden Mickey,

Minnie, Donald, Daisy und Pluto zeichnen sollten. Aus der ganzen Schweiz trafen liebevoll gestaltete Bilder ein – per Los wurde Jan Hartmann (13) aus Nesslau SG zum Sieger gekürt. Auf seiner Farbstiftzeich-­ nung überreicht Mickey seiner Verlobten Minnie vier Ballone. «Sie sollten ganz besonders aussehen», erklärt Jan, «darum habe ich die Ballone nicht ausgemalt, sondern mit Glitzerfolie aus der Papeterie beklebt. Mickey kenne ich aus dem Fernsehen; ich fand ihn schon als kleiner Bub cool.» Jan gewinnt vier Tickets für die Show «Disney on Ice», die am 20. Oktober im Hallenstadion Zürich berühmte DisneyFiguren auf die Eisfläche bringt. MM


MIGROS-WELT | MM37, 10.9.2018  49

Sammelaktion

Mitmachen bringts: «DisneyMickeyMania» Jetzt können Sie beim E ­ inkaufen in der Migros Sticker sammeln und so gratis zu Plüschfiguren von Mickey, Minnie, Donald, Daisy und Pluto kommen.

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So zeichnen Kinder Mickey und andere berühmte DisneyFiguren. Die hier abgedruckten Bilder stammen von den folgenden Mädchen und Buben: 1 Jan Hartmann 2 Lukas Marty 3 Noah Schmidiger

4 Emma Rista 5 Sarah Ritz 6 Silia Bloch 7 Augustin Dupasquier 8 David Sager

So einfach gehts: Bis zum 8. Oktober gibt es pro Einkauf à 20 Franken an jeder Migros-Supermarktkasse oder bei LeShop.ch einen Sticker (maximal 15 Sticker pro Einkauf, ­solange Vorrat, Käufe von ­Gutscheinen und Geschenkkarten ausgeschlossen). Sobald Sie das Sam­melheft ­ mit 20 Stickern gefüllt haben, können Sie Ihr Heft bis zum 8. Oktober gegen einen GratisPlüschfreund eintauschen. ­(Angebot nur solange Vorrat, nicht käuflich erwerbbar) Mehr Infos: www.migros.ch/mickeymania


50  MM37, 10.9.2018 | MIGROS-WELT

Wettbewerb

Jede Stunde eine Flasche Die «Rivella Unlimited Bott­ le» kann ausschliesslich ge­ wonnen und nicht käuflich erworben werden. Bis ­Mitte Oktober wird auf der Website von Rivella jede Stunde eine der attraktiven Trinkflaschen vergeben. Insgesamt kommen so rund 2000 Gewinner zu ­einer «Unlimited Bottle». Gewinncodes für die Teil­ nahme am Wettbewerb ­befinden sich im Deckel von ­Rivella-Rot- und Rivella-­Blau-­Flaschen mit Spezialetikett.

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Trinkgenuss zum Nulltarif à discrétion Ohne zu bezahlen die Gondelbahn besteigen und im Bergrestaurant gratis ein Rivella trinken: Was wie der Traum eines durstigen Wandervogels klingt, macht die «Rivella Unlimited Bottle» möglich.

Weitere Infos und Teilnahme: www.rivella.ch/win Promotionszeitraum: 18. 8. bis 22. 10. 2018

Zu gewinnen

Zehn TrevolutionWanderrucksäcke Seit einigen Wochen stehen die ­Rivella-Flaschen in ­spezieller ­Verpackung im Migros-­Regal: ­Exemplare mit einer goldenen Trinkflasche und dem Schriftzug «unlimi­ ted» (deutsch: unlimitiert) auf dem Etikett. Die Etiketten machen auf das aktuelle ­Gewinnspiel des Herstellers aufmerksam. Zu gewinnen gibt es die «Rivella ­Unlimited Bottle», eine goldene Spe­ zialausgabe der bekannten Aluminium-Trink­flasche des Schweizer Unternehmens Sigg. Das Besondere daran: Diese Flasche kann man bis Ende Herbst 2018 in über 20 Wanderdestinationen in

der ganzen Schweiz beliebig oft gratis mit R ­ ivella auffüllen lassen. Gleich­zeitig funktio­ niert die Flasche in den teil­ nehmenden Gebieten auch als ­Billett für Bergbahnen. Stets Willkommen

Die Marke ist in den Bergen zu Hause: Egal ob beim Skifahren oder Wandern: Ein Rivella ist als Erfrischungsgetränk stets willkommen. Der ideale Part­ ner für die Spezialflasche war schnell gefunden: Wie Rivella ist auch Sigg eine urschwei­ zerische Marke. Beide Brands stehen für einen aktiven Le­ bensstil und sind vor allem bei Wanderern sehr beliebt. MM

Tipp

Wenn Sie die Wahl haben, nehmen Sie lieber das kleinere Modell. Denn mit Rucksäcken verhält es sich wie mit Autogaragen: Sie sind ­immer voll. Denn: Ein kleinerer ­Rucksack diszipliniert zum effizienten Packen. Manuel Fritz, Buchs

Bild: zVg

Machen Sie am Freitag, ­ 14. September, mit beim Wettbewerb auf der Face­ book-­Seite von ­Rivella ­(siehe unten) und g­ ewinnen Sie einen von insgesamt zehn Trevolution-Wander­ rucksäcken von SportXX. Einfach angeben, welches der beiden Modelle Ihr ­Favorit ist, und mit e ­ twas Glück wandern Sie schon bald mit einem neuen Ruck­ sack durch die Natur. www.facebook.com/ rivella


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Trekkingrucksack

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Die Zeit der Herbstgerichte naht, und man serviert wieder Brühwürste. Wir zeigen Schritt für Schritt, wie man eine feine Brühwurst auch ohne Wurstfüller daheim zubereitet – zur Abwechslung mit fruchtiger Begleitung. Text: Andrea Pistorius, Claudia Schmidt Bilder: Daniel Aeschlimann Rezept: Andrea Pistorius

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Die Zutaten für eine währschafte Brühwurst: Hackfleisch, Schalotten, Speck und Gewürze

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54  MM37, 10.9.2018 | MIGROS-WELT Step-by-step

​Brühwurst auf Apfel-Zwiebel-Gemüse    1

Für die Würste Knoblauch und Speck im Cutter fein zerkleinern. KnoblauchSpeck-Masse mit Hackfleisch in eine Schüssel geben. Bouillon, Zucker, Salz und alle Gewürze dazugeben. Mit einem Rührgerät zuerst langsam, dann kurz auf höchster Stufe zu einem geschmeidigen Brät verarbeiten.

5

Backofen auf 200 °C vorheizen. Würste auswickeln und in ca. 7 mm dicke Scheiben schneiden. Im Öl beidseitig scharf anbraten. Wurstscheiben auf die Apfelmischung legen, mit Käse bestreuen. Käse in der Ofenmitte 4–5 Minuten schmelzen lassen. Schnittlauch fein schneiden und darüberstreuen. Dazu passen Kartoffeln.

2

Je ¼ der Wurstmasse auf ein grosses Stück Klarsichtfolie geben. Zu einer ca. 5 cm dicken Wurst formen. In die Folie wickeln, die Luft herausdrücken. Die Enden eindrehen. Würste zusätzlich mit Alufolie umwickeln.

3

Wasser in einer weiten Pfanne aufkochen, Würste hineinlegen und ca. 15 Minuten lang sieden, zwischendurch wenden. Würste herausheben und etwas abkühlen lassen.


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Profitipp

Einfach gewurstet    4

Äpfel und Birnen ungeschält vierteln, entkernen und in feine Schnitze schneiden. Schalotten in feine Ringe schneiden. Butter in einer Bratpfanne erhitzen. Äpfel, Birnen und Schalotten darin anbraten. Mit Apfelwein ablöschen und 3 Minuten lang dünsten. Mit Salz und Pfeffer würzen. In ofenfeste Formen verteilen.

Zutaten für 4 Personen: 2 süss-säuerliche Äpfel, z.B. Braeburn 2 Birnen, z.B. Forelle 1 grosse Schalotte 1 EL Butter 1 dl Apfelwein 2 EL Rapsöl 100 g geriebener Emmentaler Schnittlauch zum Bestreuen Brühwürste: 2 Knoblauchzehen 150 g Speckwürfelchen 400 g gemischtes Hackfleisch 0,5 dl Geflügelbouillon, eiskalt 1 TL Zucker 1 TL Salz ½ TL schwarzer Pfeffer aus der Mühle 1 TL getrockneter Thymian 1 TL edelsüsser Paprika 1 Prise Chilipulver

Andrea Pistorius Rezeptautorin

Zu währschafter Brühwurst wie Berner Zungenwurst oder Saucisson Vaudois serviere ich am liebsten eine pikant-­ süsse Beilage aus Apfel, Birne und Zwiebeln (siehe Rezept). Wer keine dieser Würste vor­ rätig hat, kann sie innert kürzester Zeit selbst zubereiten. Dazu braucht es nicht mehr als Hackfleisch, Speckwürfel und einige Gewürze, die wohl jeder zu Hause hat. Die Wurstmasse lässt sich nach Belieben mit weiteren Gewürzen aufpeppen, zum Beispiel mediterran mit Cayennepfeffer und Fenchelsamen oder eher nordisch mit Kümmel. Ein einfaches Stück Haushaltsfolie ersetzt den Darm, für ­zu­sätz­liche Stabilität sorgt Alu­miniumfolie, in die man die Wurstmasse vor dem Garen einwickelt. Übrigens passt auch eine Bratensauce mit Zwiebeln oder eine fruch­tige Currysauce zu den Würsten. MM

Viele weitere kochtipps zu apfel- und birnengerichten jetzt auf migusto.ch

TIPP Die fruchtige Kombination aus Birnen, Äpfeln und Zwiebeln eignet sich auch als Begleiter zu vegetarischen Gerichten – beispielsweise, indem man die Wurst durch ein Getreidetätschli ersetzt.

Gratiniertes Kalbskotelett: www.migusto.ch/gratiniertes-kalbskotelett Selleriesalat mit Nüssen: www.migusto.ch/selleriesalat-nuesse Brie-Blüte mit Birne und Linsensalat: www.migusto.ch/briebluete


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mittag Ihre Reise entlang der herrlichen Küste nach Kusadasi weiterführt. 4. Tag / Ephesus: Mit Ephesus besuchen Sie eine der grössten griechisch-römischen Ausgrabungsstätten der Welt. Nur wenige Orte gestatten einen so lebendigen Einblick in die Lebensweise der Antike wie Ephesus. Luxuriöse Bäder und eine Bibliothek zeugen vom Wohlstand, den die Siedlung über 1000 Jahre lang genoss. 5. Tag / Kusadasi – Pamukkale: Sie verlassen die Küste und gelangen durch das fruchtbare Mäandertal nach Pamukkale in Hochanatolien. Die Kalksinterterrassen von Pamukkale sind von weit her sichtbar und durch das Herabfliessen des warmen Thermalwassers entstanden. Das bekannteste Naturwunder der Türkei und Weltkulturerbe der UNESCO wird Sie begeistern. Übernachtung in einem Thermalhotel mit Möglichkeit im herrlichen Thermalwasser zu baden. 6. Tag / Pamukkale – Hierapolis – Antalya: Am Vormittag besuchen Sie Hierapolis. Diese antike, römische Stadt entstand vor über 2000 Jahren gleich neben den Thermalquellen. Anschliessend Fahrt nach Antalya. Unterwegs erhalten Sie, bei einem Besuch im Teppichgeschäft, einen Einblick in das Kunsthandwerk. 7. Tag / Antalya & Karpuzkaldran Wasserfall: Heute besuchen Sie Antalya, eine der schönsten Städte der türkischen Riviera. Zeit für einen Einkaufsbummel mit Möglichkeit landestypische Souvenirs wie Schmuck und Leder einzukaufen. Zum Abschluss Besuch des Karpuzkaldran Wasserfalls.

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Lykische Küste

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MIGROS-WELT | MM37, 10.9.2018  73

Anna’s Best

Noch mehr Genuss, viel weniger Plastik Knackige Salate, kombiniert mit Thon, Cherrytomaten, Schinken, Poulet oder Käse und vielen weiteren feinen ­Zutaten, ­ ergänzen neu die Saladbowl-Linie von Anna’s Best. Zudem wurden die Verpackungen dieses Sortiments umweltfreundlicher gestaltet und kommen nun mit fast 50 Prozent weniger Plastik aus. Diese Optimierung wird ­erreicht, weil die Zutaten, abgesehen von der Sauce, nicht mehr separat verpackt sind.

Aktion 20-fache Cumulus-Punkte für alle Saladbowls von Anna’s Best

Bild und Styling: Ruth Küng

vom 11. bis 24. 9.

Anna’s Best Saladbowl Ham & Gruyère AOP, 240 g Fr. 5.20

Anna’s Best ­ Saladbowl Tuna, 240 g Fr. 4.90

Anna’s Best Saladbowl Chicken Caprese, 260 g Fr. 5.90

Anna’s Best Saladbowl Grecque, vegetarisch, 280 g Fr. 5.20

denn der milchige Saft in seinen Blättern enthält Lactucopikrin. Dabei handelt es sich um einen Bitterstoff, dem aufmunternde Wirkung nachgesagt wird. Zudem soll er die Fettverbrennung an­ kurbeln und Gallenbeschwerden lindern. Da Bitterstoffe auch den Appetit anregen, eignet sich die Endivie prima als Vorspeisesalat.


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MIGROS-WELT | MM37, 10.9.2018  75

Schweizer Röstifestival

Kartoffel mit Schweizer Charakter Cervelat, Speck, Knöpfli, Käse und Bündnerfleisch: Gluschtiges, das wir Schweizer gerne und oft ­geniessen. Warum die Zutaten nicht in den nationalen ­Klassiker schlechthin, die Rösti, mischen? Gedacht, getan. Die Genussexperten der Migros gingen in sich, und heraus kamen drei Varianten – so markant wie die Schweizer Alpen: Rösti mit Cervelat, Käse und Speck, mit Knöpfli und Käse sowie mit Bündnerfleisch. Aber Obacht: Zugreifen, nicht zögern! Die Charakterrösti sind nur kurze Zeit erhältlich.

Bündner Rösti mit Bündnerfleisch, 500 g* Fr. 2.90

Bild und Styling: Veronika Studer

Älpler Rösti mit Knöpfli und Käse, 500 g* Fr. 2.90

Für kurze Zeit ­erhältlich: drei R ­ östi-Varianten mit Schweizer Zutaten

Schweizer Rösti mit Cervelat, Käse und Speck, 500 g* Fr. 2.90 * in ausgewählten Filialen


76  MM37, 10.9.2018 | MIGROS-WELT Aproz

Erfrischend neu

Nur in grösseren Filialen erhältlich

Nur in grösseren Filialen erhältlich

In Aproz in den Walliser Alpen wird eine Vielfalt an prickelnden ­Getränken produziert, darunter fruchtige und aromatisierte Wässer­chen mit und ohne Kohlensäure. Für die neue Fruity-Linie zum Beispiel werden dem Mineralwasser purer Fruchtsaft und ­natürliche ­Aromen zugefügt. So haben Sie es noch einfacher, sich, Ihrer Familie und Ihren Gästen genau das zu servieren, was am besten schmeckt.

Für Frucht-Fans Die neuen Fruitys von Aproz sind, wie der Name sagt, ganz schön fruchtig. Rund zehn Prozent Fruchtsaft­anteil sorgen für natürlichen Fruchtgeschmack. Es stehen drei ­Sorten zur Auswahl: Exotic, A ­ pfel-Birne und Himbeer-Brombeer. Aproz Fruity, 0,5 l Fr. 1.55


MIGROS-WELT | MM37, 10.9.2018  77

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Nur in grösseren Filialen erhältlich

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vom 11. bis 24. 9.

Für Sportliche Den Klassiker ohne ­Kohlensäure gibt es neu mit Sportverschluss. So ist das ­Wasser beim Training ­jederzeit griffbereit. Aproz Cristal, mit Sportverschluss, 0,75 l Fr. –.95

Für Spritzige Kokosnuss trifft auf ­Ananas und Orange. Die Erfrischung mit 30 Prozent Fruchtsaftanteil und mit ­praktischem Verschluss packen wir doppelt gern in die Badetasche. Aproz Schorle Ananas­Kokoswasser-Orange, 0,5 l Fr. 1.50

Für Aktive Das kalorienarme Aproz O2 mit natürlichem Cranberry-­Aroma enthält zehn Mal mehr Sauerstoff als normales Mineralwasser. Aproz O2 Cranberry, 0,5 l Fr. 1.50

Die M-Industrie stellt viele MigrosProdukte her. Dazu gehören auch die Getränke von Aproz.


78  MM37, 10.9.2018 | MIGROS-WELT Oh!

Das gibt Schub In den neuen laktosefreien ­ ilchprodukten der «Oh!»-Linie M «High Protein» steckt kein raffinierter Zucker, dafür aber eine ordent­ liche Portion Proteine: Im Quark 10 Gramm, in der Milch 7 pro 100 Gramm. Proteine liefern dem Körper Energie und sind für Aufbau und ­Erhalt der Muskeln n ­ otwendig. ­ Mit i­ hrem geringen Fettanteil passen alle Produkte in den Ernährungsplan figur­bewusster Geniesser. Der Quark ist in den Geschmacks­ richtungen Erdbeere, Banane und Schokolade erhältlich.

Oh! High Protein Milk, 1 l Fr. 2.40

Aktion 20-fache Cumulus-Punkte für alle Neuheiten von Oh! bis 17. September

Oh! High Protein ­Erdbeere, 150 g Fr. 1.35

Für einen Start voller Power am Morgen: ­Erdbeerquark mit Müesli, ­Nüssen und einer Portion Früchte

Oh! High Protein Choco, 150 g Fr. 1.35

Bild: Christine Benz; Styling: Esther Egli

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80  MM37, 10.9.2018 | MIGROS-WELT Actilife

Vitamine für alle Fälle Wer sich ausgewogen ernährt und eine gesunde Lebensweise pflegt, tut sich viel Gutes. Manchmal reicht das jedoch nicht. Dann können zusätzliche Vitamine und Mineralstoffe aus Nahrungsergänzungsmitteln helfen. Vitamine für das Immunsystem Die Spuren­elemente Selen und E ­ isen tragen mit den Vitaminen C, A und B6 zur normalen Funktion des Immun­ systems bei. Zehn Vitamine und sieben Mineralstoffe gibts als Ampullen.

Bilder: Yves Rohti, Paolo Dutto  Styling: Miriam Vieli-Goll

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Von A bis Z Die Kapseln enthalten 21 Vitalstoffe für ein aktives Leben – von­ Vitamin A über M ­ ineralstoffe bis zu Zink. Die Vitamine A, C und D unter­stützen das Immun­system. Actilife All in one ­Depot, 40 Kapseln (2 Kapseln pro Tag) Fr. 4.20

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Mobil im Alter Die Inhaltsstoffe von Actilife Senior Mobile – wertvolles Protein, Vitamin D und der ­Mineralstoff K ­ alzium – können einen Beitrag zur Erhaltung der ­Mobilität im Alter leisten. Actilife Senior Mobile*, 300 g (1 Portion pro Tag) Fr. 17.90

Bei Laktoseintoleranz Laktase übernimmt die Funktion des körper­eigenen Enzyms und unter­ stützt die Laktase-Ver­dauung. Ideal für Pesonen mit Laktoseintoleranz. Neu Actilife Lactase 6000*, 100 Mini-Tabletten (1 bis 3 Tabletten vor oder während des Verzehrs e ­ iner laktosehaltigen Mahlzeit) Fr. 11.50


MIGROS-WELT | MM37, 10.9.2018  81

Aktion 20% auf alle Actilife-Produkte nach Wahl ab 2 Stück Für Vegetarier Vitamin B12 unterstützt das Immun­ system und trägt unter anderem dazu bei, die Müdigkeit zu verringern. Ideal für Veganer, Vegetarier und ­ältere Personen. Neu Actilife Vitamin B12 Ampullen*, 10 Stück à 7 ml Fr. 9.90

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Verena Egger ist Drogistin und Category Manager ­Selfcare beim Migros-­ Genossenschafts-Bund. Verena Egger

«Gesundheit auf einen Blick» Für Muskeln und Nerven Magnesium trägt zu einer normalen Funktion der Muskeln und Nerven bei. ­Trotzdem ist die ­Tablette kein Ersatz für ausgewo­gene ­Küchenkost.

Actilife Magnesium Zitrone Brause, 20 Tabletten (1 Tablette täglich) Fr. 5.90

Sonnenvitamin Vor allem im Winter ist eine ausreichende ­Versorgung mit Vitaminen wichtig. Vitamin D ist h ­ ilfreich, weil es zur ­Erhaltung der Knochen beiträgt und das Immun­ system sowie die Auf­ nahme und Verwertung von Kalzium unterstützt.

Actilife Vitamin D3*, 30 Tabletten (1 Tablette täglich) Fr. 3.90 Augenpower Vitamin A wird auch «Balsam für die Augen» genannt, weil es zur ­Erhaltung normaler Sehkraft beiträgt. Die Kapseln enthalten den ­pflanzlichen, gelb-­orangenen Farbstoff Lutein. Actilife Vision Plus, 30 Kapseln (1 Kapsel pro Tag) Fr. 8.90

Verena Egger, neu stehen die Actilife-­Produkte im ­Gesundheitsregal der Kos­ metik­abteilung. Warum? Das Gesundheitssortiment, speziell die Nahrungsergänzungsmittel, wurden zusammengeführt. Wer ­einkauft, kann vergleichen. Sucht man zum Beispiel ein Magnesiumpräparat, findet man nun die Produkte von Actilife, Kneipp, Axamine und Doppel­herz beieinander und kann rasch das passende Produkt auswählen. Das komplette Angebot rund um die Gesundheit ist also auf einen Blick sichtbar. In grösseren Filialen befinden sich im Gesundheitsregal auch Sportund Mahlzeitenersatzprodukte. Was ist neu im Bereich der Nahrungsergänzung? Neu gibt es Vitamine auch als Gummies. Vor a­ llem Kinder schätzen die Gummibärchen von Health-­iX. Eine Innova­ tion ist das «Senior Mobile» von Actilife, ein protein­reiches Getränkepulver mit Vita­min D und Calcium, für den Erhalt normaler Muskelfunktion und Muskelmasse. Für wen sind Nahrungs­­ ergänzungsmittel sinnvoll? Für Personen, die sich sehr einseitig ernähren oder in ­einer speziellen Lebenssituation befinden, zum Beispiel bei einer Schwangerschaft oder einer hohen Stressbelastung. Auch für Personen, die aussergewöhnlich viel Sport treiben. Ergänzungsmittel sind aber kein Ersatz für eine gesunde Ernährung. MM


82  MM37, 10.9.2018 | MIGROS-WELT

Potz

Für mehr als nur Katzenwäsche

Süss, wenn die Katze oder der Hund sich auf dem Fussboden wälzt und sich vom Herrchen strei­ cheln lässt. Da sich die Tiere viel im Freien aufhalten und auch mal schmutzig nach Hause kommen, ist die Reinigung der Räume wich­ tig. Der neue Allzweckreiniger für ein sauberes Zu­hause für Mensch

und Tier garantiert die Hygiene des Bodens. Bei der Entwicklung der Rezeptur w ­ urde ein besonde­ res Augenmerk darauf gelegt, dass der R ­ einiger geruchsneutra­ lisierend wirkt und selbst ­einen angenehmen, tierfreundlichen Duft ver­breitet. Verwendet wird ein allergenreduziertes Parfüm.

Das Putzmittel enthält keine Farbstoffe und ist biologisch gut abbaubar. Die Migros verfügt über eine breite Auswahl an Allzweckreinigern, die sich für alle ­abwaschbaren Ober­flächen e ­ ignen. Entscheiden Sie, was zu Ihnen (und Ihrem Haustier) passt. MM

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In Haushalten mit Haustieren sind regelmässig gründliche Reinigungen besonders wichtig. Die Migros hat ein breites Angebot an Allzweckreinigern – mit einem neuen Produkt, das sich speziell für Tierhalter eignet.


MIGROS-WELT | MM37, 10.9.2018  83

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Was uns am ­Herzen liegt, das machen wir selber. Die Migros-­ Industrie stellt rund 10 000 ­Produkte her.


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MIGROS-WELT | MM37, 10.9.2018  85

DIM

Dem Alltag schöne Beine machen Feinstrumpfhosen bei hohen Temperaturen? Diese Frage stellt sich nicht nur bei berufsbedingter Pflicht zum Strümpfetragen, sondern auch bei unebenen oder blassen Beinen. DIM hat die ideale Lösung: BB Cream, eine feine Strumpfhose, die unsichtbar wirkt, aber wie ein leichtes Make-up Unregelmässigkeiten abdeckt. Und Teint de Soleil: Mit dieser Strumpfhose wirken die Beine wie kurz nach der Rückkehr aus den Strandferien.

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Ferienbraune und eben­mässige Beine: Unsichtbare Sommerstrumpfhosen sind die perfekte Wahl.

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Genossenschaft Migros Wallis


MIGROS-WELT | MM37, 10.9.2018  87

Ihre Region

Feine Wildspe­zia­litäten: Bei der Migros Wallis gibt es Hirsch- und Reh­pfeffer sowie einen saftigen Wildburger.

Neues aus der Genossenschaft Migros Wallis

Gastronomie

Wild auf der Speisekarte In den nächsten Wochen feiern die Restaurants der Migros Wallis die Wildsaison. Text: Mélanie Zuber

Bilder: zVg

E

inige Gerichte und Nahrungsmittel werden besonders geschätzt, da sie nur ein paar Wochen im Jahr Saison haben, wie Spargeln im Frühling, Aprikosen im Sommer und Sauerkraut im Winter. Im Herbst steht Wild auf der Karte, und Gourmets freuen sich schon auf das Fleisch mit dem ausgeprägten Geschmack. Bis Ende Oktober servieren die Migros-Restaurants im Kanton

Wallis verschiedene Wildgerichte, darunter Hirschmedaillon, Hirsch­ pfeffer und Rehpfeffer. Ab kommender Woche wird das Angebot durch einen Wild-Burger ergänzt. Das Maisbrötchen dazu wird von der Bäckerei Jowa in Martigny hergestellt, der Burger selbst besteht aus saftigem Hirsch- und Rindshackfleisch und ist mit einem Preiselbeer- und Zwetschgen-Chutney, Zwiebelconfit und grünem Salat

belegt. Und in der letzten Septemberwoche können sich Geniesser auf einen Premium-Teller mit einem Filet Mignon vom Wildschwein mit einer in Preiselbeeren gebundenen Sauce freuen. Dazu werden Marroni, Rosenkohl und Spätzli serviert. Die Take-aways hingegen bieten verschiedene Terrinen sowie traditionelle Beilagen der Wildsaison an, also Spätzli, Rotkohl, Marroni und Apfelhälften mit Preiselbeeren. MM


88  MM37, 10.9.2018 | MIGROS-WELT

Zum dritten Mal findet in Grimisuat der beliebte Volkslauf statt.

15. September Volkslauf «La Foulée Bleck» Sport

Ein Lauf für alle Kleine und grosse Läufer können am 15. September am Volkslauf «La Foulée Bleck» in Grimisuat teilnehmen. Unterschiedliche Strecken für Läufer, Dreierstaffeln und Nordic Walker machen es möglich. Text: Mélanie Zuber

A

m Samstag, 15. September, findet in Grimisuat die dritte Ausgabe der «Foulée Bleck» statt. Der Volkslauf richtet sich an Gross und Klein und bietet drei verschiedene Strecken an. Kinder können eine 650 Meter lange Schleife im alten Dorfteil absolvieren. Erwach­sene haben die Möglichkeit, auf einer 2,8 Kilometer langen Runde auf

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Landstrassen und Waldwegen zu starten. Sie können sie allein oder in der Dreierstaffel absolvieren und bewältigen dabei den anstrengenden Anstieg auf der Route de la Coua. Wer lieber geht als rennt, kann sich für die sechs Kilometer lange Nordic-­Walking-Strecke an­ melden, die Grimisuat über Feld und Wald mit Champlan verbindet. MM www.lafouleebleck.ch

Ausstellung

Magische Ausstellung Jeder weiss, dass dahinter ein Trick steckt. Doch Zauberei beeindruckt alle, ob Gross oder Klein. Vom Dienstag, 11. September, bis Samstag, 22. September, findet im Einkaufszentrum Simplon Center in Glis eine grosse interaktive Ausstellung statt, die auf amüsante und pädagogische Art die verschiedenen Illusionen präsentiert.


MIGROS-WELT | MM37, 10.9.2018  89

Bei der Migros Wallis ist die Ausbildung des Nachwuchses eine Investition in die Zukunft. 70 Prozent der Filialleiter waren Lernende bei der Genossenschaft.

Berufsbildung

Bilder: Jose Manuel Gelpi Diaz | 123rf.com; maridav | 123rf.com; zVg

Ausbildung bei der Migros Vom Mittwoch, 12. September, bis Sonntag, 16. September, empfängt die Berufsmesse SwissSkills junge Menschen, um sie bei der Berufswahl zu unterstützen. Jugendliche, die ihre berufliche Zukunft planen, sollten sich die Daten merken. Text: Mélanie Zuber

E

nde Sommer findet in der Bernexpo die Messe Swiss­ Skills statt, eine Veranstal­ tung, die nur alle vier Jahre durchgeführt wird. Ein grosser Stand der Migros, die auch Presenting Part­ ner der SwissSkills ist, stellt alle Be­ rufsbildungen der Gruppe, also fünf­ zig verschiedene Berufe, auf interak­

tive und spielerische Art vor. Ob die jungen Besucherinnen und Besu­ cher sich nun für das Kreative, für Analytik, Kommunikation oder eher für körperliche Arbeit interessieren: Sie werden mit Sicherheit die Aus­ bildung finden, in der sie ihre Kompe­ tenzen zur Geltung bringen und einen Beruf erlernen können, der

ihnen gefällt. Mitarbeitende des Berufsbildungsdiensts der Migros Wallis und Lernende werden vor Ort sein, um das Angebot der Gruppe für jede Region vorzustellen. Übri­ gens ist die Genossenschaft mit ihren 140 Lernenden und Vorlernenden der grösste private Arbeitgeber des Kantons. MM


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Leben MM37

Umfrage

Wer ist bei Ihnen fürs Wickeln zuständig? Beide. Wer gerade Zeit hat.

72 %

1, 2 oder 3?

Monica Müller (44) hat zwei B ­ uben, einen Mann, einen Job, einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.

Der Kleine (3) liebt Verbotstafeln. Sieht er eine, stellt er sich davor und fragt: «Was alles darf man nicht?» So weiss er, dass man im Tram nicht musizieren, nicht ohne Billett fahren und nichts ­kaputt-­ machen darf. Oder dass man auf einer Baustelle Helm und Schutzbrille tragen muss. Gleichzeitig mit der Faszination für Verbote und Gebote ist seine Liebe für die Polizei entfacht. Diese hilft uns im Alltag, unsere Regeln durchzusetzen. Sagen wir «Das ist ver­ boten!», dann ergänzt er: «Ich muss ins Gefängnis, wenn das die ­Polizei sieht.» Lange hat das gut geklappt. Doch dann, eines Tages, denkt er die Sache durch. Als ich ermahne, zu duschen, bevor er in den Pool hüpft, kontert er: «Warum? Ich sehe keinen Polizisten» und springt ungeduscht ins Wasser. Und jetzt?

Die liebe Mama, natürlich.

27 %

Mehrheitlich der Papi.

1 % Meistens unsere Nanny.

0 % 1   «Der Bademeister macht in der Badi den Job des Polizisten», sage ich. 2   Ich versuche, meine eigene Autorität wieder unabhängig von

der Polizei ­aufzubauen. 3   Ich erkläre ihm, weshalb die Regel mit dem Duschen für alle eine gute Sache ist.

2530 Abstimmende

Eine Umfrage von

Antwort 1: Für die letzten Sommertage scheint mir dieser Erklärungsansatz noch am wirksamsten. Und bis zur nächsten Badesaison arbeite ich an meiner Autorität in Sachen Regeln durchsetzen.

Illustration: Lisa Rock, Bild: René Ruis

Verbote


94  MM37, 10.9.2018 | LEBEN

1 Das Schmalblättrige ­Weidenröschen ziert die Ufer des Mattmarksees. 2 Es gibt ­Rosenwurz zu entdecken, in der Naturheilkunde bekannt als ­«Anti­stresspflanze». 3 Der Bach-Steinbrech ­wiederum wird von ­Ameisen und Fliegen als Nektarquelle geschätzt.

Wandern

Im Wallis auf Kräuterpirsch Unterwegs im grössten Paradies für seltene Pflanzen: Auf der Kräuterwanderung hoch über Saas Almagell VS ist zu erfahren, was gut riecht, toll schmeckt und wovon man lieber die Finger lässt. Text: Yvette Hettinger  Bilder: Dominic Steinmann

1

Ausstellung und Buch

Kräuterfreunde «Von Alpenblumen und Menschen» basiert auf der Herbariensammlung von Alfred Keller und Otto Naegeli, die vor 100 Jahren im Saastal auf Pflanzenpirsch gingen. Ergänzt wird die Bilderschau durch Geschichten, in denen die Historikerin Margrit W ­ yder auch von Wahnsinn, selbständigen Frauen, Emigration und der ­Seidenindustrie erzählt. Bis 3­ 0. September; ­herbarium-saastal.ch

W

arum duftet diese Blume, stinkt dieses Kraut? Darf ich die Pflanze pflücken, ohne ihren Bestand zu gefährden? Und schmeckt sie sogar? Oder wird sie mich umbringen, wenn ich sie zu Salat verarbeite? Fragen über ­Fragen begleiten den Wanderer, wenn er die Augen offen und die Nase auf Empfang hat. Auch die Gruppe, die sich an ­einem kühlen Spätsommertag am Mattmarksee hoch über Saas Almagell VS auf den Weg macht, hat Fragen zu den Blumen, Kräutern und Gräsern am Wegesrand. Als privater Guide dabei: Reto ­Nyffeler (52), Botaniker an der Uni­versität Zürich, die mit vier Mil­lionen Objekten eins der grössten Herbarien der Welt beher-

bergt. Nyffeler hat an dem soeben erschienenen Buch «Von Alpenblumen und Menschen» mitgearbeitet (siehe Box links) und kann zu jedem Kraut Auskunft geben, das im Saastal wächst. Die hübschen pinkfarbenen Blüemli etwa, die sich apart vom Silbergrün des Bergsees abheben. Bestimmt eine absolute Rarität, vermutet die Wandergruppe, etwas, das es nur

«Sie naschte – im festen Glauben, es handle sich um Preiselbeeren.» Gudrun Turner, Wanderleiterin im Prättigau GR

auf dieser Höhe über 2000 Metern gibt, oder? Nach ausgiebigem kollektivem Bewundern der Blumen klärt der Botaniker auf: Es ist ein Weidenröschen. Wächst auch im Unterland und breitet sich sehr ­effizient aus. Erkennen kann lebensrettend sein

Etwas ernüchtert bewegen sich die Wanderer zum nächsten Gewächs, immerhin diesmal eine echte ­Seltenheit, nämlich ein Purpur-­ Enzian. Dieses Exemplar ist ­bereits verblüht, aber es verströmt immer noch einen zarten Duft. Im Schneckentempo und mit ­geschärftem Blick gehts weiter auf dem schmalen Pfad zwischen See und Felswand, mit Halt beim ­töd­lichen Germer, dem leuchtend gelben Steinbrech, der grünen


LEBEN | MM37, 10.9.2018  95

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96  MM37, 10.9.2018 | LEBEN

Kräuterwanderungen

Wanderungen und Spaziergänge, die bis Oktober möglich sind:

Saas, Prättigau GR Was: Kräuterexkursionen und Herstellung von Tink­ turen, Ölauszügen und ­Salben. Für Familien und Schulklassen: zusammen­ stellen einer KräuterNotfallapotheke Dauer: halbe oder ganze Tage, Daten auf Anfrage Kosten: Fr. 250.– pro Grup­ pe für einen halben Tag Infos: naturerlebnisse.ch

Rigi-Kräutergarten LU Was: öffentlicher, biologi­ scher Garten. Gourmet­ restaurant mit Menüs aus und mit lokalen Zutaten Dauer: individuell Kosten: Gartenbegehung gratis. Führungen (bis ­September) und Menüs auf Anfrage Infos: rigi-kraeuter.ch

Wolfsmilch, der zierlichen Glo­ ckenblume – mal ausgeschnit­ ten, mal bärtig – und bei vielen weissen Blümchen, die auf den ersten Blick alle gleich aussehen und sich dann als komplett ver­ schiedene Arten entpuppen: als Augentrost etwa, Sumpfherz­ blatt, Labkraut oder als Mo­ schus-­Schafgarbe, dem Kraut, aus dem der Enga­diner Kräuter­ likör Iva hergestellt wird. Das richtige Bestimmen der Funde ist zuweilen lebensret­ tend. Gudrun Turner (63), Wan­

Rösselerhof, Mandach AG Was: Kräuterspaziergang und anschliessender Apéro. Herstellung von ­Sirups, Pasten, Schnäpsen und Salben Dauer: ca. 2,5 Stunden Kosten: Fr. 30.– pro Person Infos: fryberger-­roesselerhof.ch

derführerin im Prättigau GR (siehe Box oben) erinnert sich lebhaft an die afrikanische Touristin, die auf einer Kräuter­ tour bei den Preiselbeeren nicht genau zuhörte und tags darauf auf einer unbegleiteten Berg­ wanderung von den giftigen Früchten des Seidelbastes naschte – im festen Glauben, es handle sich um Preiselbeeren. Sie konnte in letzter Minute vor einer schweren Vergiftung bewahrt werden. Unvergessen auch ein Freund Turners, der ein

Kräuterdorf Hergiswil LU Was: Kräuterwanderung, Kräuterhof, Themenweg «Chrüterhäxli Lilli Gwon­ derwäg» für Kinder, Milch-Kräuter-Käseweg Dauer: auf Anfrage Kosten: auf Anfrage Infos: napf-kraeuter.ch, kraeuterdorf.ch/lilligwonder.html, kraeuterdorf.ch

Sedrun GR Was: gemütliche Wild­ kräuterwanderung und als ­Geschenk eine Kräuterfibel Dauer: 2 Stunden Kosten: Erwachsene ­ Fr. 25.–, Kinder ab 6 Jahre Fr. 15.–, bis 6 Jahre gratis Infos: disentis­sedrun.graubuenden.ch

Meer von Pflanzen in den Gar­ ten setzte und dabei Maiglöggli mit Bärlauch verwechselte. «Der Kollege lebt nicht mehr», sagt Turner. Fügt dann aber lachend hinzu: nicht wegen der Pflanzen! Er hatte zum Glück Bärlauch für Maiglöggli gehalten und nicht umgekehrt. Kräuter für Bonbonhersteller

Maiglöggli sind am Mattmarksee nicht zu sichten. Dafür gibt es nirgends in der Schweiz so viele seltene Pflanzen wie hier und im

Diemtigtal BE Was: Führung durch den Kräutergarten und Kräuter­ wanderung. Herstellung von Kräutersalbe, Essig, Ölauszug und Tinktur Dauer: ca. 2,5 Stunden Kosten: Erwachsene ­­ Fr. 78.–, Kinder Fr. 38.– Infos: diemtigtal.ch/­ naturpark

Selbständig unterwegs

Nach ausgeschilderten Wegen und Kräuterwan­ derkarten fragt man am besten in Tourismusbüros und bei Bergbahnen. Mit Apps, wie etwa ­ «Pl@ntnet», lassen sich Funde identifizieren. Im Netz kann man seine ­Entdeckungen teilen (infoflora.ch) oder sich an einem W ­ alliser Pflanzen­zähl­programm­ beteiligen (floravs.ch).

Mattertal. Ausserdem kommen 80 Prozent aller heimischen Wildkräuter im Wallis vor. Darum baut auch Bonbonpro­duzent Ricola seine Kräuter hier an. Als die Wanderer sich auf den Heimweg machen, steckt in der einen oder anderen Hand ein Blümlein. Das ist erlaubt, erklärt Botaniker RetoNyffeler: Ausser von geschützten Pflanzen darf man von jeder ein wenig pflücken. Die Faustregel: nur ¹⁄₂₅ nehmen. Den Rest bitte stehen lassen. MM

Bilder: PD (7)

Schynige Platte BE Was: öffentlicher Alpen­ garten, mit oder ohne Führung Dauer: individuell, auf ­Anfrage Kosten: Kollekte Infos: alpengarten.ch


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1 Ein Blick nach oben lohnt manchmal: Der Rosenwurz etwa siedelt sich gern in Felsspalten an. 2 Schon wenige Früchte des Echten Seidelbastes können tödlich sein. 3 Durch Pressen und Trocknen können Pflanzen konserviert werden. Mit Zeitungsblättern geht das leicht. Ein Notizblatt hält Fundort und ­Beschreibung fest.

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Bezaubernde Buchten mit zum Teil bizarren Felsformationen wie diese in der Cala Bassa entdeckt man an Ibizas Küste zuhauf.

Wilds Welt

Ibiza für stilvolle Geniesser Nicht nur für Partygänger ist Ibiza ein Eldorado: Wer es komfortabel und beschaulich mag, kann auf der Baleareninsel zwischen 70 Buchten und Stränden auswählen – und zig neuen Hotels.

1

Nobu Hotel Ibiza Bay: Die Party­insel hat eine neue Spitzenadresse mit 152 Zimmern und Suiten (ab 296 Franken) sowie einem separaten Spa-Gebäude. Das Hotel befindet sich zehn Fahrminuten von der Altstadt entfernt, eingebettet zwischen dem öffentlichen Strand von Talamanca und einem Naturschutzgebiet. Drei Restaurants stehen zur Auswahl: Im trendigen «Nobu» legt ein DJ Musik zu einer Fusionküche auf, in der japanische Gerichte dominieren, während das «Peyote» Köstliches der modernen mexikanischen Küche anzubieten hat. Das «Chambao» wartet mit frisch grilliertem Fisch, Paella, Salaten und Cocktails auf.

Bilder: Reto E. Wild, zVg

2

Die schönsten Strände und Buchten: Lohnende Ziele an der Nordküste der Insel sind die Felsformationen von Portinatx sowie der nur wenige ­Kilometer westlich davon gelegene, von mächtigen Felsen abgeschirmte Strand von Xarraca. Im Westen breitet sich die Cala Bassa aus, die sich dank des flach abfallenden Strands für Familien eignet.

Am Strand von Platges Comte tummelt sich das junge Partyvolk. Wunderschön ist die Bucht von Cala Vedella, die in der Nähe der Cala d’Hort im Südwesten der Insel liegt. Cala d’Hort indessen bietet die perfekte Kulisse für Sonnenuntergänge hinter imposanten Felsformationen.

3

Das Inselinnere: Ibiza glänzt auch mit inneren Werten. Dazu gehören Dörfer wie das griechisch anmutende Sant Joan de Labritja im Norden oder Santa Gertrudis de Fruitera mit seinen Läden und Restaurants. Für alle, die nicht zwingend am Meer wohnen wollen, ist das Cas Gasi eine gute Empfehlung. Das Boutiquehotel, das biologisches Gemüse sowie Olivenöl aus eigenem Anbau anbietet, steht fernab vom Partylärm, kostet allerdings ab 475 Euro pro Nacht. Preiswerter sind die Rebsäfte des nah gelegenen Weinguts «Ibizkus»: Der Blanco 2016 (ab 15 Euro pro Flasche) ist besonders fruchtig und aromatisch, der Tinto 2014 aus 100 Prozent Monastrell-Trauben schmeckt kräftig.

4

Die Altstadt: Unbedingt sollte man die Altstadt von Ibiza besuchen, die völlig zu Recht auf der Liste des Unesco-Weltkultur­erbes steht. Für die Erkundung der v­ ielen Gassen mit all ­ihren Boutiquen und Restaurants braucht es mindestens einen halben Tag. Ein ­sicherer Tipp für einen Zwischenstopp zwecks Verpflegung ist «La Bodega»: Hier gibt es zwar keine grosse Küche, ­jedoch verlässlich gute Kost in Form von Tapas und Weinen zu fairen P ­ reisen, was auf Ibiza nicht überall der Fall ist.

5

Im äussersten Süden: Wer kuli­ narisch etwas Besonderes möchte, kann sich im «El Chiringuito» verwöhnen lassen. Das Beach House befindet sich südlich des Flughafens und etwa fünf Fahr­minuten hinter den bekannten Salz­ feldern. Das Ambiente wird bestimmt von chilliger Musik und Meeresblick. Anreise: Ibiza wird von Edelweiss Air und Germania nonstop ab Zürich und von EasyJet ab Genf angeflogen.  MM

Reto E. Wild (50) ist Tourismus­ experte und ­Redaktor beim Migros-­Magazin.


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Wann zum Arzt?

Das sind die Alarmzeichen • Sie husten viel, insbesondere am Morgen und mit Auswurf. • Ihr Husten hält bereits seit über acht Wochen an. • Bereits kleine Erledigungen im Alltag bringen Sie ausser Atem. • Sie haben das Gefühl, keine Luft zu bekommen, so, als würden Sie durch einen Halm atmen. • Sie erkranken häufig an Bronchitis oder Lungenentzündung.

Gesundheit

Wenn der Lunge die Luft ausgeht Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), auch Raucherhusten genannt, raubt Betroffenen zunehmend den Atem. Heilbar ist die Krankheit nicht, doch die Symptome lassen sich lindern. Text: Angelo Juliano

H

eftige Hustenanfälle mit Auswurf, Atemnot bei körperlicher ­Anstrengung: Die chronisch obstruktive Lungen­ erkrankung (COPD) schädigt die Atem­wege. Je nach Stufe kann die Krankheit die Betrof­ fenen stark beeinträchtigen und in ­bestimmten Fällen sogar zum Tod führen. COPD ist nicht v­ ollständig heilbar. Eine Ver­änderung der Gewohnheiten und eine medikamentöse ­Behandlung können die Symptome jedoch lindern. Hauptursache: Rauchen COPD wird umgangssprachlich

auch Raucherhusten genannt, da die Hauptursache im ­Tabakkonsum liegt. 80 Prozent der ­erkrankten Personen sind Raucher, in der Regel älter als

40 Jahre. Die toxischen Stoffe, die beim Rauchen inhaliert werden, sind giftig für die Lungen. Die Gifte ­führen zur Verstopfung der ­Bron­chien und zur Zer­störung der Lungenbläschen (Emphysem). Nach und nach funktionieren die ­Lungen i­ mmer schlechter, und der S ­ auerstoff kann nicht mehr richtig ­zirkulieren. Bei ­jeder fünften Erkrankung sind Luftverschmutzung (Feinstaub oder Brennstoffe und berufsbedingte Exposition (chemische Substanzen und sich zersetzendes Material) die Ursachen. Fortschreiten stoppen Nach einer COPD-Diagnose

müssen die Betroffenen ihre Lebens­gewohnheiten ändern. Ist das Rauchen der Auslöser,

rät der Arzt in erster Linie, mit dem Rauchen aufzuhören. Nur so kann man das Fortschreiten der Krankheit stoppen und die Symptome lindern. Daneben wird emp­fohlen, ­regelmässig Sport zu treiben. Dazu gehören Übungen, die Herz und Kreislauf stärken und die Atemkapazität wieder­ herstellen. Ferner sollten die Betroffenen Wert legen auf eine ­gesunde und a­ usgewogene ­Ernährung. Um den Husten ein­zuschränken und eine bessere Atmung zu gewährleisten, ­können ­Medikamente zum Inhalieren verschrieben werden. In einem sehr fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung empfiehlt es sich, eine Atemhilfe oder eine Lungentransplantation in B ­ etracht ­zu ziehen. MM

Treffen diese Symp­tome auf Sie zu, sollten Sie einen Pneumologen oder Ihren Hausarzt ­aufsuchen. Die Mediziner werden Ihr Lungen­ volumen mittels Spirometrie messen und gegebenenfalls COPD diagnostizieren.

Gut zu wissen

Info und Test Der Welt-COPD-Tag findet am 15. November 2018 statt. Zu diesem Anlass werden in zahlreichen medizinischen Zentren Informationsveranstaltungen mit Gratistests organisiert. Informationen: www.liguepulmonaire.ch

Dr. Angelo Juliano, Allgemeinmediziner, Medbase Genf, Gare Cornavin In Zusammenarbeit mit

Bilder: iStockphoto, zVg

Lässt der Husten nach acht Wochen nicht nach und wird er von Auswurf begleitet, sollte man den Arzt aufsuchen.


I

LEBEN | MM37, 10.9.2018  101

Stadt, Land, Stutz

Lisa Stutz (24) sucht die Balance zwischen urban und ländlich. Und pickt von beidem das Beste heraus.

Rädern zu begeistern. In einem Anfall von Motivation willigte ich eines Abends ein. Wir vereinbarten Datum und Uhrzeit, er machte mir Outfit und Mountainbike bereit. Seither unternehmen wir jede Woche eine Biketour. Er würde es unter seinen Velo­ freunden wohl eher als «nettes Aus­fährtli» ­bezeichnen – ich für meinen Teil komme ziemlich ins Schwitzen. Während wir treten und treten und bremsen und schalten, ­reden wir über alles Mögliche. Manchmal schimpfe ich auch mit ihm, weil er wieder mal eine zu steile Route ausgesucht hat oder eine, bei der mich alle drei Meter eine Brennnessel streift. Trotzdem ist es cool. Felder und Bäche ziehen an uns vorbei, wir ­geniessen die frische Luft und die Dorfbeizpause ist immer wohlverdient. Das Beste ist aber die Zeit, die ich dank des Bikens mit meinem Vater verbringe. Sie ist unvergesslich schön. MM

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Ich bin jetzt eine Bikerin. Nicht dass wir uns falsch verstehen: Keine mit Lederjacke, Nieten und Harley Davidson. Sondern eine mit gepolsterten Shorts, aerodynamischem Helm und Handschuhen, bei denen die ­Finger ­vorn rausgucken. Lange habe ich das ­Hobby meines Vaters belächelt. Wenn er mir von ­seinen Touren, Höhenmetern und der grandiosen Federgabel seines neuen Mountainbikes erzählte, hörte ich nur mit halbem Ohr hin. Velofahren fand ich schon zu Schulzeiten eher anstrengend – dass man freiwillig über Wurzeln, Brücken und sogar die Alpen strampelt, konnte ich nie nachvollziehen. Irgendwann merkte ich aber: Mein Vater ist ziemlich fit. Und ausgeglichen. Und wenn er in den Familien-Chat Landschaftsbilder von unterwegs schickte, sah das oft ganz schön toll aus. Ich wusste, dass er schon lange den Wunsch hegte, mich für den Sport auf zwei

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Beeindruckende Bilder: Szenen aus «The Human ­Element» (links) und «Blue Heart»

Kinder

«Nach solchen Filmen kauft man anders ein»

Wunderschöne Bilder zu unschönen Fakten: Das Festival «Filme für die Erde» thematisiert in sieben Dokumentationen Trockenheit, Überschwemmungen und Vogelsterben. Helferin Miriam Rizi (17) erklärt, warum die Reihe auch Kinder und Jugendliche anspricht. Text: Olivia Grubenmann

Warum hilfst du mit bei «Filme für die Erde»? Ich war schon drei Mal als Besucherin am Festival. Jetzt bin ich alt genug, um Verantwortung zu übernehmen. Ich finde es cool, was «Filme für die Erde» macht. Filme sind etwas Bewegendes.

Filme berühren. Sie können durch die Bilder und den Ton viel Wissen vermitteln. Ausserdem bringt das Festival Menschen zusammen. Man wird zwar noch nicht richtig aktiv, sondern diskutiert und lernt erst, aber es ist ein guter Anfang.

Was sind deine Aufgaben? Ich bereite einen Apéro vor, ­beantworte Fragen, betreue die ­Kollekte, stelle Stühle auf, ­sorge für Ordnung und mache Werbung für das Festival.

Hast du durch «Filme für die Erde» etwas gelernt? Echt vieles! Etwa, dass Technik krebserregend sein kann. Meine Mutter hat mir das immer wieder gesagt, aber es war gut, das mal von einer anderen Seite zu hören. In «More than Honey» habe ich erfahren, dass in China Arbeiter

Warum würdest du das Festival empfehlen?

die Blumen und Bäume von Hand polli­nieren müssen, weil es fast keine Bienen mehr gibt. Nach solchen Filmen geht man nicht mehr ­einfach in einen Laden und kauft ein, sondern man denkt darüber nach, welche Wirkung das ­eigene Konsum­verhalten auf die Umwelt hat. Wie kann man mit diesen ­Botschaften jüngere Gene­rationen erreichen? Ich glaube, wenn Kinder keinen Bezug zur Natur haben, muss man die Tiere zu ihnen bringen. Filme sind hier eine Möglichkeit. Und in der Schule sollte der

­ iologieunterricht nicht nur B theo­retisch, sondern auch praktisch sein. Es gibt ausserdem Camps, in d ­ enen die Jungen in den Wald gehen und etwas über die Natur lernen, das sollte man der Mehrheit der Kinder er­möglichen. Welches Umweltthema findest du besonders wichtig? Die Klimaerwärmung, die Oze­ane und das Problem des Plastiks. Jede und jeder kann sich bewusster mit dem eigenen Konsumverhalten auseinandersetzen und auch da, wo es möglich ist, auf Plastik verzichten.


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Filmfestival

Umweltfilme für Junge

Bilder: James Balog/Earth Vision Institute/www.FILMEfuerdieERDE.org , www.FILMEfuerdieERDE.org (7), zVg

Am 21. September findet das Festival «Filme für die Erde» statt. In 15 Städten der Schweiz laufen vier Umwelt­doku­ mentarfilme gratis in öffentlichen Lokalen und Kinos. Drei Filme werden Schulklassen vor­geführt. Das Festival ist eine Nachhaltigkeitsinitiative, die von der Unesco ausgezeichnet wurde.

Auf welchen Festivalfilm freust du dich ­besonders? Auf «The Empire of Red Gold» und «Blue Heart». Ich glaube, dass Letzterer ­gerade in ­Städten mit einem g­ rossen Ausländer­anteil auf I­ nteresse stösst, weil er auf dem Balkan spielt. Die Protagonisten des Films wollen dort die letzten w ­ ilden Flüsse Europas retten. ​ Wofür möchtest du dich in ­Zukunft einsetzen? Privat möchte ich auf einen nachhaltigen Lebensstil achten, wichtige Themen immer wieder zur Diskussion bringen und ­Fakten in Ge­spräche einfliessen lassen. Ich möchte auch die ­Leute auf ihr Ver­halten ansprechen: Wenn ich zum ­Beispiel im Alltag jemanden sehe, der Abfall auf den Boden schmeisst, erinnere ich ihn an seine Verantwortung. Was ist dein Berufswunsch? Seit ich 13 Jahre alt bin, will ich Inves­tigativ­journalistin in einem ­fremden Land ­werden. MM

«Blue Heart»* Auf dem Balkan sollen über 3000 Staudämme gebaut werden. Flüsse und Wildtiere müssen ihnen weichen. Eine Gruppe besorgter Einhei-­ mischer setzt alles daran, das zu ver­ hindern. Auch für Schulklassen.

«The Empire of Red Gold» Die Tomate ist die meistkonsumierte Frucht der Welt. Der Film zeigt, wie Tomatenmark um die ganze Welt reist, und erklärt, warum rund um den Globus alle die gleichen ­Tomaten essen.

«The Human Element» 20-mal grösser und 20-mal häufiger als noch vor Jahren sind die Waldbrände in Kalifornien. Bildgewaltig erklärt der US-Fotograf James Balog die Zusammenhänge und führt uns den Klimawandel vor Augen.

«The Messenger» Wenn wir sehen, was mit den Singvögeln passiert, sehen wir gleichzeitig unser eigenes Schicksal: Davon ist die kana­ dische Filmerin Su Rynard überzeugt. Sie nimmt uns mit auf eine Reise mit Schreckensnachrichten über die Vogelwelt, aber auch über neue Hoffnung.

«The Clean Bin ­Project»*, für Oberstufenschulen, ab 12 Jahre Bloggerin Jen Rustemeyer und Regisseur Grant Baldwin treten gegeneinander an: Wer schafft es, in ­einem Jahr weniger ­Abfall zu produzieren? Ein mehrfach preisgekrönter Film voller Humor und Optimismus.

«Weideländer» und «Urwälder»*, ab 6 Jahre Zwei Episoden aus «Planet Erde II» zeigen überraschende Aufnahmen von akro­batischen Affen, ­fliegenden Drachen­ eidechsen und wandernden Karibus.

«Wenn jemand Abfall auf den Boden schmeisst, erinnere ich ­ ihn an seine Verantwortung.» Miriam Rizi (17), Festivalhelferin und Gymischülerin aus St. Gallen

* Schulvorführungen (müssen im Vorfeld gebucht werden) Infos für Zuschauer und potenzielle Helfer: filmefürdieerde.org/festival


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Hast du auch eine Frage?

Generation M über Palmöl:

Schreib uns: kinderfragen@­ migrosmedien.ch

www.migmag.ch/ palmoel

Juri (10) aus Arbon TG

Palmöl wird aus Ölpalmen ­gewonnen, den effizientesten ­Ölpflanzen der Welt. Es ist ­ein ­Alleskönner. Denn es ist geschmacksneutral, hitzebeständig, lange haltbar, gut streichbar (­ und macht das Nutella so cremig). ­Darum steckt es fast überall drin: in Guetsli und Tiefkühlpizzas, in Kosmetika und Waschmitteln. Die Industrie benötigt sehr viel ­davon. Das gefährdet die Regenwälder. ­Davon hast du bestimmt gehört, denn deine Mutter schrieb mir, dass du Palmöl einsparen willst.

Darum möchtest du statt Nutella lieber geschmolzene Schokolade auf dein Brot streichen. Aus demselben Grund haben wir zu Hause kürzlich eine Nuss-Nougat-Creme selbst gemixt, mit Schokolade, Kondensmilch und Butter. Der Aufstrich schmeckte ganz okay, aber nie so fein wie das Original-­ Nutella. Er war auch nicht so ­cremig. Und er hielt sich nicht ­lange. Unser Experiment führte uns im Kleinen ernüchternd vor Augen, warum die Industrie im Grossen auf Palmöl setzt. Dennoch

finde ich, sie sollte Palmöl, wenn schon, nur aus nachhaltiger ­Produktion verwenden. Meine Chefs lassen dir aus­ richten: Die Migros bezieht ihr Palmöl von nachhaltigen ­Plantagen, und sie verwendet vier bis fünf Prozent weniger ­Palmöl als noch vor ­drei Jahren. Willst du auch weniger verbrauchen? Am meisten schonen wir die Umwelt, wenn wir selbst kochen, mixen, backen und brutzeln – mit Bioware aus der Region. MM

Eine Mutter erklärt die Welt: Journalistin ­Gabriela Bonin (51) beantwortet ­Kinderfragen.

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Glücksgriff

Der stärkste Spider-Man aller Zeiten

Bilder: 2018 Marvel / 2018 Sony Interactive Entertainment Inc.

Diesen Spider-Man haben Sie noch nie gesehen: Marvel und Insomniac Games liefern mit dem Spiel «Marvel’s Spider-Man» ein ganz neues Abenteuer: Nach acht Jahren hinter der Maske ist Peter Parker zum Experten für Verbrechensbekämpfung geworden. Sie schlüpfen in die Rolle eines erfahrenen Kämpfers und dynamischen Akrobaten. Dieser SpiderMan bekämpft das Verbrechen in New York City auf meisterliche Weise. Gleichzeitig versucht er, sein chaotisches Privatleben und seine Karriere unter einen Hut zu bringen, während das Schicksal von neun Millionen New Yorkern auf seinen Schultern lastet. Doch keine Angst: Dieser Spider-Man ist kein Anfänger, sondern der stärkste, den Sie je gespielt haben.

Das Paket umfasst eine Playstation 4 mit einem TerabiteSpeicher in Amazing Red und dem kultigen Spider-Man-Logo. Dazu erhalten Sie einen passenden Dualshock-4-WirelessController, das Spiel Marvel’s Spider-Man auf Blu-ray Disc und einen Gutschein für den Download des DLC «Die Stadt, die niemals schläft» im PlayStation Store. PlayStation 4 die meistverkaufte Konsole der Welt. Durch eine umfassende Überarbeitung der internen Designarchitektur ist die neue Version noch leichter und schlanker als die bisherige. Ausserdem ist die neue PS4 noch energieeffizienter. Der Stromverbrauch wurde im Vergleich zum aktuellen Modell um mehr als 28 Prozent gesenkt.  MM

• Per Telefon Wählen Sie 0901 591 912 (1 Fr./ Anruf) und nennen Sie die Lösung, Ihren Namen und Ihre Adresse. • Per SMS Senden Sie eine SMS mit dem Text GLÜCK, dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die Nummer 920 (1 Fr./SMS). Beispiel: GLÜCK, Lösungswort, Beat Beispiel, Beispielstrasse 1, 9999 Exempelstadt • Per Postkarte Senden Sie eine Postkarte (A-Post) mit Ihrem Lösungswort und Ihrer Adresse an MigrosMagazin, «Spider-Man», Postfach, 8099 Zürich • Online Gratis unter www.migrosmagazin.ch/ wettbewerbe Einsendeschluss: 16. September 2018 Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Es erfolgt keine Barauszahlung, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Mitarbeitende des Migros-Genossenschafts-Bundes sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Mehrfachteilnahmen sind nicht erlaubt und werden vom Wettbewerb ausgeschlossen. Preise, die nicht bis spätestens drei Monate nach Ziehung durch den Gewinner bezogen werden, verfallen ersatzlos.


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Verlosung

Mitmachen und gewinnen Mittelalterliche Giebelhäuser und prächtige Jugendstilbauten machten Riga 2014 zur Kulturhauptstadt Europas.

Abreisedaten • 1. 12. bis 4. 12. 2018 • 8. 12. bis 11. 12. 2018 • 15. 12. bis 18. 12. 2018

Im Preis inbegriffen • sind Hin- und Rückflug • 3 Übernachtungen im Vier-Sterne-Hotel ­Wellton Centrum • Frühstück und Abendessen • Betreuung durch deutschsprachige ­Reiseleitung während der Transfers und Stadtbesichtigungen

Preisfrage Riga ist die Hauptstadt von welchem Land?

Teilnahme

Das Migros-Magazin und Vögele Reisen verlosen 2 Advents­ reisen nach Riga für je zwei Personen im Gesamtwert von 2500 Franken.

Glücksgriff

Glücksgriff

Weihnachtszauber in der Jugendstil-Hauptstadt

Bilder: Girts Ragelis, PD

Egal, woher sie kommen, etwas haben Erstbesucher von Riga meist gemeinsam: Sie sind überrascht, wie schön die lettische Hauptstadt ist, und fragen sich wohl auch, warum sie das architektonische Kleinod nicht schon früher als Städtereiseziel in Betracht gezogen haben. Besonders weil die Kulturhauptstadt Europas von 2014 nur zweieinhalb Flugstunden entfernt liegt.

voegele-reisen.ch

Riga gilt als Perle des Baltikums und Welthauptstadt des Jugendstils. Die Altstadt mit den ver-­ winkelten, kopfsteingepflasterten Gässchen und mittelalterlichen Giebelhäusern zählt denn auch

zum Unesco-Weltkulturerbe. Besonders reizvoll ist Riga im Advent, wenn Abertausende von Lichtern um die Wette funkeln, Schneeflocken zu weihnachtlichen Klängen vom Himmel tanzen und die Luft von Glühwein- und Pfefferkuchenduft erfüllt ist. Vögele Reisen bietet im Dezember erneut die beliebten «Adventstage» in Riga an, eine viertägige Erlebnisreise aus der Rubrik «Erleben und Erholen». Die Reise vereint Kultur, Kulinarik und weihnachtliche ­Aktivitäten inklusive Direktflug ab Zürich, Unterkunft im Erstklass-­ hotel mit Spa und deutschsprachiger Reiseleitung.  MM

• Per Telefon Wählen Sie 0901 560 039 (1 Fr. /  Anruf) und nennen Sie die Lösung, Ihren Namen und Ihre Adresse. • Per SMS Senden Sie eine SMS mit dem Text GEWINNEN, dem ­Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die Nummer 920 (1 Fr. / SMS). Beispiel: GEWINNEN, Lösungswort, Beat Beispiel, Beispielstrasse 1, 9999 Exempelstadt • Per Postkarte Senden Sie eine Post­karte (A-Post) mit Ihrem Lösungswort und Ihrer Adresse an MigrosMagazin, «Riga», ­Postfach, 8099 Zürich • Online Gratis unter www.migrosmagazin.ch/ wettbewerbe Einsendeschluss: 16. September Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Es erfolgt keine Barauszahlung, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Die Mitarbeitenden des MigrosGenossenschafts-Bundes sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Mehrfachteilnahmen sind nicht erlaubt und werden vom Wettbewerb ausgeschlossen.


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Migros-Geschenkkarten zu gewinnen! Lösen Sie das Kreuzworträtsel und gewinnen Sie eine von 5 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken. Für die grüne Zusatzlösung winken Ihnen 5 MigrosGeschenkkarten im Wert von je 50 Franken.

Rätsel

Was koche ich heute?

migusto.ch

So nehmen Sie teil: Hauptpreis (blaues Lösungswort) Tel.: 0901 560 041 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD1, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD1 SOMMER. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Internet: www.migrosmagazin.ch/wettbewerbe Postkarte (A-Post): Migros-Magazin, Kreuzworträtsel, Postfach, 8074 Zürich Zusatzpreis (grünes Wort) Tel.: 0901 560 065 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD5, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS) Bsp.: MMD5 WINTER. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Chancengleiche WAP -Teilnahme ohne Zusatzkosten: http://m.vpch.ch/MMD12315 (gratis übers Handynetz) Teilnahmeschluss: Sonntag, 16.9.2018, 24 Uhr

Auflösung Nr. 36

TreppenlifTe

9620 Lichtensteig teL. 071 987 66 80

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GAZELLE

Gewinner Nr. 35 Hauptpreis: Margrith Strim, Bern; Ursula Kern, Bülach ZH; Rosmarie Furer, Dotzigen BE; Marianne Schneider-Regenass, Niederdorf BL; Felix Schneider, Wetzikon ZH Zusatzpreis: Pia Mark, Davos Platz GR; Paula Eicher, Kriens LU; Corinne König, Büren an der Aare BE; Regina Bregy, Zuchwil SO; Matthias Regli, Zürich

Teilnahmebedingungen: Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Keine Barauszahlung. Computergesteuerte Massenteilnahmen sind nicht gewinnberechtigt. Die Mitarbeiter der Migros-Medien sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Gewinner werden schriftlich benachrichtigt und mit Namen und Wohnort veröffentlicht.


LEBEN | MM37, 10.9.2018  111

Gewinnen Sie eine von 6 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken!

Quiz & Paroli

Quiz Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die acht Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. 1. Wenn man im Verborgenen zusammenarbeitet, dann steckt man unter … O einer Plane

P einem Dach

D einer Decke

2. Welches Instrument kommt nicht in einem Orchester vor? A Kontrabass

S

Flügelhorn

I

Standpauke

3. Jemandem Widerstand entgegensetzen, heisst auch … bieten. C Paroli

T

Parole

M Parodie

4. Welcher Strassenpass liegt im Kanton Schwyz? A Sitz

K Sattel

S

Stuhl

E

Apfelbaum

5. Welche Baumart gilt als eine der ältesten in der Schweiz? I

B Birken

Eiben

6. Welche Nationalität hatte Mary Anne MacLeod, die Mutter von Donald Trump? S

V Neuseeländerin

Irin

3 × 100 Franken zu gewinnen

So nehmen Sie teil:

Tel.: 0901 560 042 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD2, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD2 TASTSINN. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte (A-Post): Migros-Magazin, Quiz, Postfach, 8074 Zürich Internet: www.migrosmagazin.ch/ wettbewerbe Teilnahmeschluss: Sonntag, 16.9.2018, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

C Schottin

7. Wie wird das laute Stöhnen bei Tennisspielern während eines Spiels bezeichnet? L

H Grunting

Sighing

E

Yelping

8. Wie nannte man die 1848 eingeführte einheitliche Zeit in der Schweiz? T

N Zeitschweiz

Berner Zeit

D Baseler Uhr

Lösungswort: 1

2

3

4

5

6

7

8

Paroli

So nehmen Sie teil: Tel.: 0901 560 043 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD3, gefolgt vom Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD3 OSTEN. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte (A-Post): Migros-Magazin, Paroli, Postfach, 8074 Zürich Internet: www.migrosmagazin.ch/ wettbewerbe

Lösungswort: 2

3

Gewinner Nr. 35: Monika Rutschmann, Bülach ZH; Vreni Ruf, Hinwil ZH; Ruth Suter, Baar ZG

3 × 100 Franken zu gewinnen

Füllen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Das Lösungswort ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1 bis 5: 1

Auflösung Nr. 36: NACHWEIS

4

Auflösung Nr. 36: NADEL

Teilnahmeschluss: Sonntag, 16.9.2018, 24 Uhr

5

Gewinner Nr. 35: Katharina Tanner, Brülisau AI; Walter Gasser, Löhningen SH; Ruth Favre, Fällanden ZH

Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite


2 Tage

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139.– 139 .– CHF

Eschmattenweg 9 • 3952 Susten • Tel. 027 473 64 40 • E-Mail: info@gbs.reisen

Festival der Farben und Klänge

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inkl. Frühstück im Car auf der Hinfahrt

Chrysanthema in Lahr 23. Ihr Reisetermin:

Sonnenplatz Lahr

Das einzigartige, herbstliche Blumenfestival von LAHR im Schwarzwald Jedes Jahr im Herbst schmückt sich die Stadt Lahr im Schwarzwald mit über 10.000 Chrysanthemen. Leuchtendes Orange, sonniges Gelb, feuriges Rot und frisches Weiss – die Chrysantheme hat viele Farben und Formen, doch an keinem anderen Ort wird die Pflanze so beeindruckend in Szene gesetzt, wie in Lahr. Die Strahlkraft der Veranstaltung reicht weit bis nach Japan, dessen kaiserliche Insignie die Chrysantheme ist. In der gesamten historischen Innenstadt erblühen faszinierende Blumenarrangements und kunstvolle Figuren aus Blütenköpfchen. Die Gäste erwartet ein Open-Air-Kultur- und Musikprogramm vom Feinsten. Reiseablauf: Dienstag, 23.10.2018 • Abfahrt von unseren verschiedenen Einsteigeorten • Ankunft in Lahr gegen 11:00h • 14:00h: Wir Sie laden herzlich ein zu unserem Stadtrundgang in LAHR • 18:00h: Check-In im gemütlichen Mittelklassehotel in Lahr • Abend zur freien Verfügung Mittwoch, 24.10.2018 • ab 07:30h: Frühstück • 09:00h: Fahrt nach Freiburg im Breisgau. Freizeit & Shopping. Freies Mittagessen. • 15:00h: Rückreise ins 13 Sterne Land

Ihre Einsteigeorte:

Auf Anfrage:

❏ 05:50h Brig ❏ 06:10h Visp ❏ 06:40h Susten Bahnhof

Steg Bahnhof SBB, Raron Rest. Bergheim, Turtmann , Agarn Bus Stop, Sion/Sierre gare CFF, Bex VD, Montreux-Chally, Freiburg, Bern A1 Grauholz

– 24.10.2018

DIES ALLES ist bereits INBEGRIFFEN: ➽ Fahrt im komfortablen GBS Reisecar mit Hostess ➽ Frühstück im Car auf der Hinfahrt ➽ 1x Frühstück vom Buffet ➽ Übernachtung im gemütlichen und gastfreundlichen Mittelklassehotel in Lahr ➽ Alle Zimmer mit Bad oder Dusche/WC ➽ Besuch der Chrysanthema in Lahr ➽ Stadtrundgang in Lahr ➽ Ausflug nach Freiburg im Breisgau ➽ EU-Strassensteuer NICHT INBEGRIFFEN: ➽ Einzelzimmerzuschlag CHF 30.- p. P./Nacht ➽ Annullationsschutz CHF 20.- p.P. (sofern kein Eigener) BITTE BEACHTEN: ➽ Programm- und Hoteländerungen sind nicht beabsichtigt, bleiben aber vorbehalten. ➽ Schweizer Bürger benötigen einen gültigen Reisepass oder eine gültige ID.

Buchungen und mehr Infos:  027 473 64 40 oder info@gbs.reisen


LEBEN | MM37, 10.9.2018  113

Gewinnen Sie eine von 5 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Sudoku

Auflösung Nr. 36: 457

Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3 × 3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den blauen Feldern von links nach rechts.

Gewinner Nr. 35: Doris Haefeli, Uettligen BE; Dominique BilandJuillerat, Vaumarcus NE; Martha Altherr, Lausen BL; Walter Marti, Baar ZG; Susane Bues, Gelterkinden BL

Sudoku

So nehmen Sie teil: Tel.: 0901 560 044 (Fr. 1.–/Anruf) SMS: Senden Sie MMD4, gefolgt von der Lösungszahl, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Bsp.: MMD4 123. Hans Muster, Musterweg 22, 8000 Musterdorf Postkarte (A-Post): Migros-Magazin, Sudoku, Postfach, 8074 Zürich Internet: www.migrosmagazin.ch/ wettbewerbe Teilnahmeschluss: Sonntag, 16.9.2018, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: auf der ersten Rätselseite

Bimaru

Brücken

Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

Jeder Kreis stellt eine Insel dar. Die Zahl darin gibt an, wie viele Brücken dort enden. Brücken sind nur zu horizontal oder vertikal benachbarten Inseln erlaubt. Diese dürfen mit einfachen oder doppelten Brücken verbunden werden. Am Schluss sollen alle Inseln 2 3 5 6 2 miteinander verbunden sein. Verboten: Kreuzungen, diagonale Brücken und 2 1 5 6 4 mehr als zwei Linien.

Auflösung Nr. 36:

4 3 2

1 1 2

2 2

3 2 4

2 1 1

2

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Auflösung Nr. 36:

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4 3

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2

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5

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6 3

3

2 1 2

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4 3

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2 5 3 2

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© raetsel.ch 1309

© raetsel.ch 1310

Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des­Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 554 258 Ex. (WEMF 2017) Leserschaft: 2 358 000 (WEMF, MACH Basic 2017-2)

Adresse Redaktion und Business Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich Telefon: 058 577 12 12 Fax: 058 577 12 08 redaktion@migrosmagazin.ch Herausgeber Migros-Genossenschafts-Bund

Publizistische Gesamtleitung Sarah Kreienbühl

Leitung Ressort Gesellschaft & Familie Yvonne Zurbrügg Leitung Ressort Health & Beauty Susanne Schmid Lopardo

Leitung Redaktionen Migros-Medien Franz Ermel

Leitung Ressort Food Roberto Zimmermann Leitung Produktion Remo Leupin

Leitung Business Thomas Brügger Druck: NZZ Media Services AG, Tagblatt Print Abonnemente: Sonja Frick abo@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 00 Fax: 058 577 13 01

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Zypern, das heisst feinsandige, weisse Strände und türkisblaues Meer: Was will man mehr?

Leserangebot Angebot

Buchen und profitieren

Bilder: PD (2)

Hotelplan offeriert den Leserinnen und Lesern des MigrosMagazins 100 Franken Reduktion pro Person auf Ferien auf Zypern.

Zypern

Auf Zypern den Sommer verlängern Mit kilometerlangen herrlichen Sandstränden, spektakulären Klippen, aufregend türkisblauem Meer und strahlendem Sonnenschein ist Zypern ein besonders reizvolles Ziel für Badeferien. Abseits des Meeres bietet die Insel mit ihren Kiefernwäldern, eindrucksvollen Tälern und Weinbergen für Wanderer und Radfahrer ein einzigartiges Kontrastprogramm. Der wohl bekannteste Ferienort der Insel, Ayia Napa, ist vor allem beliebt wegen seines Nachtlebens. Er ist jedoch auch Familien und Badefans zu empfehlen, befinden sich in dieser Region doch die schönsten Buchten mit hellen und

feinsandigen Stränden. Von hier aus lassen sich zahlreiche Ausflüge unternehmen. Das preisgekrönte Napa Mermaid Hotel & Suites liegt in Strandnähe und verwöhnt durch sein modernes Redesign anspruchsvolle Gäste, die Wert auf Ruhe und Erholung legen, aber auch gern ausgehen. Erhalten Sie 100 Franken auf das folgende Angebot: eine Woche im Napa Mermaid Hotel & Suites****(*) inkl. Frühstück, z. B. am 11.11.18 ab Fr. 499.– statt 599.– pro Person Hotel, Transfer und Flug ab Zürich am Mo., Mi., Fr., Sa., So. Weitere Infos zum Hotel: hotelplan.ch/z-5028  MM

Leserinnen und Leser des Migros-Magazins erhalten 100 Franken Reduktion pro Person bei der Buchung einer Ferienwoche im Napa Mermaid Hotel & Suites****(*) inklusive Flug nach Zypern.

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Meine Welt

«Wenn ich Ruhe suche, gehe ich auf den Friedhof» Mit seinem Roman über einen Juden in Liebesnöten wurde Thomas Meyer vom Werbetexter zum Bestsellerautor. Nun kommt die Geschichte ins Kino. Text: Lisa Stutz Bilder: Daniel Winkler

Bild: Oliver Betke

Mein Lieblingsprodukt «Wenn ich in die Migros gehe, ist dieser Saft etwas vom Ersten, was ich mir ins Körbchen lege.»


LEBEN | MM37, 10.9.2018  119 3

1 Mein Zufluchtsort «Wenn ich Ruhe ­suche, besuche ich den Friedhof. Viele Leute finden das makaber, aber es ist buchstäblich friedlich. Vielleicht, weil die Menschen, die hier liegen, alles ­Unfriedliche hinter sich gelassen haben.» 2 Meine Drohne «Die DJI Mavic Air habe ich oft im Rucksack dabei. Drohnen­ fliegen ist mein neuestes Hobby. Jetzt kann ich alles sehen, was bisher nur die Vögel beobachten konnten.»

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3 Mein Café «Wenn ich zu Hause arbeite, bin ich abgelenkt. Dann will ich alle paar Minuten etwas aufräumen, putzen oder Name Thomas Meyer (44) Sternzeichen Steinbock Lebenslauf «Ich wurde in Zürich als Sohn einer jüdischen Mutter und eines christlichen Vaters geboren. Sie schlugen die Hände über dem Kopf zusammen, als ich ihnen vor 20 Jahren stolz berichtete, das Jura­ studium hingeschmissen zu haben. Ich wollte lieber Werbetexter werden. Fanden sie doof, wurde ich trotzdem. 14 Jahre später hatte ich die Idee, über einen Juden in Liebesnöten zu schreiben. So entstand mein Buch ‹Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse›, das bis jetzt über 100 000-mal verkauft wurde. Seither lebe ich von der Schriftstelle­ rei. Nun wird das Buch sogar verfilmt. Am 29. September ist die Weltpre­ miere am Zürich Film Festival. Ab 25. Oktober läuft der Film im Kino.»

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essen und komme kaum voran mit dem Schreiben. Darum setze ich mich mit dem Laptop ins Café Plüsch in Zürich.» 4 Meine Könner «Als Coiffeur kommt nur ‹Mad Lux› im Stadtteil Wiedikon in­ frage. Es gibt viele untalentierte Friseure, aber hier arbeiten nur Könnerinnen und Könner – und sie sind immer nett.» 5 Mein Regal «Wenn ich mit meinem Sohn Levi (6) einkaufe, sagt er: ‹Ich bin bei den Spielsachen›, und ist schon weg. Später zeigt er mir, ‹was wir noch brau­ chen›. Meist überzeugen mich seine Vor­ schläge sofort. Keine Ahnung, warum ‹6–12› auf den Lego-Schachteln steht.» 6 Meine Gedanken «Im Notizbuch sammle ich meine Ideen. Das Stiftetui stammt aus meiner Vor-vegan-Zeit; ich kaufe keine Ledersachen mehr. Aber schön finde ich sie immer noch.»  MM


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