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Migros magazin 36 2017 d lu

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Ausgabe Luzern, AZA 1953 Sion Response Zentral

Ärztemangel S. 8 | Androidphones S. 109 | Arosaferien S. 115

MM36, 4.9.2017 www.migrosmagazin.ch

Altersvorsorge: Pro und Contra zur Abstimmung über die Rentenreform

Bild: Bruno Augsburger

Seite 28

Sizilianisches Kleinod: Die Fischerinsel Favignana Seite 94

Design im Hochgebirge: Hütten werden aufgepeppt Seite 10

Inigo Gheyselinck, Bildhauer

Starkes Kunstwerk: Jetzt gibts Dutti auch in Eibe Seite 44

Bitte Wohnungswechsel der Post melden oder dem regionalen Mitgliederdienst: Tel. 041 - 455 70 38, E-mail: genossenschaftsregister@migrosluzern.ch


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MM36, 4.9.2017

Editorial

Da müssen Sie durch

W Was immer man Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, darüber erzählt hat: Es stimmt nicht. Nein, Saftkuren machen keinen Spass. Man kann Ihnen den Erfolg noch so «schmackhaft» machen – das Ganze bleibt eine Mühsal. Ich versuche mich zurzeit wieder einmal daran und quäle mich durch die sieben Tage, immer mit dem Verlangen, etwas zum Beissen zu haben. Aber ich weiss: Ich muss da durch (www.migrosmagazin.ch/Saftkur).

10

In zwei Wochen steht eine der wichtigsten Vor­ lagen der vergangenen Jahre zur Abstimmung an. Es geht um die Rentenreform. Und ja: Es ist mühselig, sich durch die ganzen Infos und Daten zu ackern. Bei den Details zu Pensionskassen und AHV den Überblick zu behalten, ist nicht einfach. Aber mit allem Respekt: Sie müssen da durch. Ich erlebe es immer wieder, auf der Redaktion, im Freundeskreis, bei Verwandten: Alle interessieren sich einen Deut für ihre soziale Absicherung. «Zu kompliziert», «langweilig», «Muss das sein?» sind nur einige der Ausflüchte.

Dabei ist es doch ganz einfach: Für einen Gross­ teil der Schweizerinnen und Schweizer, nämlich für die mit einem ganz normalen Einkommen, wird die Pensionskasse der grösste Posten an Geld sein, den sie je in ihrem Leben erhalten werden. Sich darüber zu informie­ ren, was damit passiert, sollte quasi Pflicht­ aufgabe sein. Wir können uns ereifern, wenn der Preis für Emmentaler oder fürs Trambillett um 50 Rappen aufschlägt. Dort, wo es aber um die wirklich grossen Summen geht, sind wir über­ raschend leidenschaftslos. Das Migros-Magazin hat zwei der wichtigsten Exponenten in der Diskussion um die Rentenreform zum Gespräch gebeten: Karin Keller­Sutter und Ruth Humbel haben die komplexe Materie nach bes­ tem Wissen und Gewissen diskutiert. Zusätzlich er­ klärt Migros­Finanzchef Jörg Zulauf, weshalb sich die Migros für die Reform aus­ gesprochen hat. Wie gesagt: Mit der Rentenre­ form verhält es sich wie mit meiner Saftkur: Da müssen wir durch. Hans Schneeberger, Chefredaktor hans.schneeberger@migrosmedien.ch

Hightech auf dem Berg: Anne-Lise Bourgeois führt eine SAC-Luxushütte

126

Jan Rutishauser mags müssig

57

So macht mans (f)ein

M-Infoline: Tel. 0800 84 0848 oder Fax +41 800 84 0848 (Ausland). www.migros.ch/kundendienst; www.migros.ch Cumulus: Tel. 0848 85 0848* oder +41 44 444 88 44 (Ausland). cumulus@migros.ch; www.migros.ch/cumulus Redaktion Migros-Magazin: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Tel. 058 577 12 12, Fax 058 577 12 08. redaktion@migrosmagazin.ch; www.migrosmagazin.ch * Normaltarif


MM36, 4.9.2017

Inhalt Menschen 8

Diese Woche Können mehr Studienplätze den Hausärztemangel stoppen?

94

10 Alphütten der Superlative Im Hochgebirge ist der Luxus eingezogen – zum Beispiel in der «Cabane de Tracuit» im Wallis

Ab auf die Fischerinsel Favignana!

Bilder: Dominic Steinmann, Giuseppe Gerbasi/Contrasto, Samuel Trümpy, Christine Benz, Paolo Dutto

28

Kolumne: Bänz Friedli

18

Wohnungslos glücklich

IT-Manager Cédric Waldburger reist mit leichtem Gepäck durchs Leben: Sein Hab und Gut findet in einem kleinen Koffer Platz

Schlagabtausch um die Rentenreform CVP-Nationalrätin Ruth Humbel (r.) und FDP-Ständerätin Karin Keller-Sutter erörtern Pro und Contra

17

21

Migrosmagazin.ch

22

Wild aufs Wirten

Im Bündner Val Lumnezia betreibt Wildhüterin Pirmina Caminada ein Jurtencafé

25

Leserforum

28

Altersvorsorge 2020

CVP-Nationalrätin Ruth Humbel (Pro) und FDP-Ständerätin Karin Keller-Sutter (Contra) im Streitgespräch zur Rentenreform

57

Migusto So werden Früchte und Gemüse richtig konserviert

75 77 79 84

Sojaprodukte ohne Milch Wäscheknötchen ade! Sommerfrische Textilien Kleine Dinge für den Alltag

87

Neues aus Ihrer Region Aktionen, Reportagen, News

Leben 93

Kolumne: «1, 2 oder 3?»

94 Reisen Ein Paradies auf Erden: die winzige Fischerinsel Favignana 101 Familie So macht man kleine Velofahrer fit für den Strassenverkehr 104 Gesundheit Wenn die Knie schmerzen 107

Kolumne: Brave New Girl

109

Digital Wechsel von iPhone auf Android

111 Migros Bank Altersvorsorge für Selbständige

Migros-Welt

112 Kinder Unbeliebte Schlaue: die Kakerlake

43 Eine Wespe namens Migrosi Biologin benennt australische Insektenart nach der Migros

115 Glücksgriff Kurzferien in Arosa zu gewinnen

44 48 51 52 54

Dutti in Holz verewigt Brot des Monats: Baguette Famigros neue Website Alles für die Wandertour Laktosefreie Leckereien

117 119 124

Leseraktion Rätsel/Impressum (S. 123) Cumulus

126

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Menschen MM36

Darauf freuen wir uns Fantoche Das internationale

Animationsfilmfestival in Baden AG präsentiert bis zum 10. 9. über 300 Kurzfilme mit vielen Premieren. Musical Anna Göldi wurde 1782 wegen Hexerei öffentlich

hingerichtet. Vom 7. 9. bis 22. 10. wird ihr in Neuhausen am Rheinfall ein Musical gewidmet.

Unnützes Wissen

Tierisches zum Staunen

Bilder: Doris Fanoni/Tages­Anzeiger, Marco Zanoni, Bloom, Interaktive Vase, Mélanie Courtina/Fantoche

ist der bekannteste Sportreporter der Schweiz. Auch nach seiner Pensio­ nierung berichtet er über die Spiele der Super League, schreibt Bücher und hält Vorträge.

«Das Foto meiner Wahl ist entweder das, was Sie sehen, oder das, was die Frau auf dem Bild sieht. Der Apparat, den sie vor ihrem Gesicht trägt, ermöglicht es ihr, in eine virtuelle Welt einzutauchen und sich darin wie in einem dreidimensionalen Raum zu fühlen. Mit dieser Technik kann man jede nur denkbare Fantasiewelt erschaffen, in der man sich bewegen kann, als wäre man wirklich dort. Die Frage ist, ob dadurch die menschliche Fantasie angeregt oder im Gegenteil abgetötet wird, weil der Mensch sich bald nichts mehr selber vorzustellen braucht. Ablehnen oder Verdrängen hilft aber nichts. Das Bild im ersten einfacheren Sinn sagt uns: Auch die virtuelle Realität ist eine Realität.» Mein Bild der Woche

Leseprobe

Entschuldigung, was lesen Sie gerade? Ruth Stauffer (59), Kundenberaterin, Schafis BE a) «Fidèle au poste» von Amélie Antoine b) «Le Pendu de la Treille» von Corinne Jaquet c) «Couleurs d’enfance» von Béatrice Janin Jacquat

Auflösung: c) Mein erstes französisches Buch, weil ich bei den Eltern der Autorin einen Sprachaufenthalt machte.

Bernard «Beni» Thurnheer (68)

Elefanten

bekommen so gut wie nie Krebs. Afrikanische Riesenhamster­ ratten können so

dressiert werden, dass sie Land­ minen erschnüf­ feln und Tuber­ kulose mit höherer Genauigkeit diagnostizieren können als Labor­ tests. Aus einer japa­ nischen Primaten­ forschungsanstalt sind 15 Affen ent­ flohen, indem sie einen Baum als Katapult nutzten. 90 Prozent aller tödlichen Hai­ angriffe treffen Männer. Quelle: Stern/Neon


MM36, 4.9.2017 | MENSCHEN

Bis 2025 soll die jährliche Zahl der Medizin­ absolventen von 900 auf 1350 steigen.

Diese Woche Zahlen und Fakten

720 000 Franken kostet die Grundausbildung eines Mediziners bis zum Staatsexamen.

4,2

Ärzte und Ärztinnen praktizieren in der Schweiz pro 1000 Einwohner. Damit liegt die Schweiz über dem OECD-Durchschnitt von 3,3.

59%

der berufstätigen Ärztinnen und Ärzte sind Männer, 41 Prozent sind Frauen.

Quellen: BAG, FMH-Ärztestatistik 2016

Mehr Medizinstudenten, mehr Hausärzte? In der ganzen Schweiz entstehen neue Medizinstudienplätze. Auch die ETH Zürich bildet nun ab dem kommenden Semester Ärztinnen und Ärzte aus. Obwohl der Bund dafür 100 Millionen Franken investiert, ist unklar, ob der Hausärztemangel damit behoben wird. Text: Monica Müller und Andrea Freiermuth

S

chweizer Universitäten bilden nicht genug medizinische Fachkräfte aus: Fast ein Drittel aller Ärztinnen und Ärzte in der Schweiz hat laut Statistik des Ärzteverbandes FMH ein ausländisches Diplom. Um mehr Studienplätze zu schaffen, hat der Bundesrat im vergangenen Jahr ein Sonderbudget von 100 Millionen Franken bis im Jahr 2020 gesprochen. Bereits seit einigen Jahren bauen die Universitäten ihre Kapazitäten stark aus. Der Zustupf des Bundes hat nun einen weiteren Schub

bewirkt. An mehreren Orten sollen neue Studienplätze entstehen. Die ETH Zürich bietet bereits ab Semesterbeginn in zwei Wochen 100 Studierenden einen neuen Bachelor-Lehrgang in Medizin an. Dabei arbeitet sie eng mit den Universitäten in Zürich, Basel und Lugano zuammen und bringt ihr naturwissenschaftliches und technisches Know-how ein. Im Jahr 2016 haben rund 900 Studierende ihr Medizinstudium abgeschlossen. Ziel ist es, bis im Jahr 2025 die Zahl der Absolventen auf 1350 zu erhöhen.

Thomas Rosemann (48), Direktor des Instituts für Hausarztmedizin am Universitätsspital Zürich, begrüsst die zusätzlichen Studienplätze, sagt aber auch: «Das heisst noch lange nicht, dass es dadurch in Zukunft mehr Hausärzte gibt. Der Beruf muss wieder attraktiver werden.» Dieser Meinung schliesst sich Daniel Scheidegger, Präsident der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW), an. Der ehemalige Chefanästhesist der Uniklinik Basel übt im Interview aber auch Kritik an seiner Zunft.

Bild: Jochen Zick /Keystone, zVg

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MENSCHEN | MM36, 4.9.2017

Strassenumfrage

Daniel Scheidegger

«Vielleicht müsste man Ärzte für die Anzahl der Patienten bezahlen, die gesund bleiben»

Die Zahl der Medizinabsolventen pro Jahr soll innerhalb von zehn Jahren von heute 900 auf 1350 erhöht werden. Hilft das gegen den Ärztemangel? Nur bedingt. Bei den Hausärzten, wo der Mangel am grössten ist, greift diese Massnahme nicht: Mehr Studienplätze bedeuten nicht automatisch mehr Hausärzte. Wie liesse sich der Mangel an Hausärzten beheben? Der Beruf müsste wieder attraktiver werden. Im Vergleich zu Spezialisten verdienen Hausärzte zu wenig, trotz langer Arbeitszeiten und ständiger Bereitschaft. Eine Möglichkeit, die Work-Life-Balance zu optimieren, sind Gemeinschaftspraxen – so verteilt sich die Last. Hausärzte gibt es zu wenig, Spezia­ listen zu viele. Letzteren wird unter anderem vorgeworfen, die Kosten hochzutreiben. Was läuft da falsch? Das Gesundheitswesen ist nicht ein Markt wie jeder andere. Wenn Sie in einer Strasse einen Bäcker mehr haben, werden die Geschäfte ins­ gesamt nicht mehr Brot verkaufen. Haben Sie hingegen einen Arzt mehr, wird jeder versuchen, da noch eine Untersuchung zu machen und dort noch etwas zu verrechnen. Das Anreizsystem ist falsch. Vielleicht müsste man Ärzte für die Anzahl der Patienten bezahlen, die gesund bleiben, und nicht für die Leistungen, die sie gegenüber Kranken erbringen. Aber auch die Patienten tragen Verantwortung: Man muss nicht immer gleich zum Arzt rennen – und schon gar nicht immer gleich zum Spezialisten. Was halten Sie von Zulassungs­ beschränkungen für Spezialisten? Die vor Kurzem erhöhten Anforderungen für ausländische Ärzte sind sicher ein Schritt in die richtige Richtung. Ich rate aber davon ab, in der Schweiz keine Spezialisten mehr auszubilden. Prognosen sind schwierig. Ich selbst habe vor Jahren geschrie-

Wie wichtig ist für Sie Ihr Hausarzt?

ben, dass wir zu viele Anästhesisten ausbilden. Es gab damals 80 neue Spezialisten pro Jahr, und wir dachten, wir bräuchten zehn davon. Heute gibt es dennoch einen Mangel, unter anderem wegen des Arbeitszeitgesetzes. Jeder fünfte Arzt steigt aus. Was ist nötig, damit Mediziner ihrem Beruf treu bleiben? Aktuell sind über die Hälfte der Studierenden Frauen. Wenn sie Kinder bekommen, arbeiten viele nur noch Teilzeit, und einige steigen komplett aus. Wir haben es bisher verpasst, den Müttern mit entsprechenden Programmen den Wiedereinstieg zu erleichtern. Sind wirklich nur die Frauen schuld? Es gibt doch auch viele Männer, die in die Pharmaindustrie wechseln, weil sie dort mehr verdienen. Natürlich ist das Problem komplexer. Es gibt auch Männer, die Teilzeit arbeiten. Aber die Pharmaindustrie gab es auch früher schon – und schon damals wechselten viele dahin. Was halten Sie davon, Studierende der Medizin zu verpflichten, eine Weile als Arzt zu arbeiten oder das teure Studium selbst zu bezahlen? Darüber hat man schon nachgedacht. Aber bei der Umsetzung würde man auf Probleme stossen. Vielleicht würde der Beruf an Attraktivität verlieren. Und man hätte Schwierigkeiten, gute Leute zu finden. Heute wollen viel zu viele Medizin studieren. Darum gibt es den Numerus clausus. Rund 70 Prozent fallen beim Test durch. Bestehen wirklich nur diejenigen, die sich für den Beruf eignen? Der Numerus clausus ist kein Eignungstest. Er selektiert nur die besten Maturanden. Das Problem ist, dass Eigenschaften wie Empathie oder andere soziale Kompetenzen viel schwieriger zu erfassen sind. Da bräuchte es Interviews und Praktika. Diese Idee hat man wieder verworfen, weil der Aufwand zu gross wäre. MM

Daniel Scheidegger (69) ist Präsident

der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften, die sich mit der Zukunft und den ethischen Fragen der Medizin beschäftigt.

Gertrud Soom (97), Hausfrau, Zürich «Ich bin zum Glück immer

gesund und kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal bei meinem Hausarzt war. Aber ich bin froh, dass es ihn gibt – für alle Fälle.»

Daniel Haido (18), IT-Lernender, Sargans SG «Ich habe eine gute

Beziehung zu meinem Hausarzt; er war schon mein Kinderarzt. Er kennt mich und meine Krankengeschichte. Das schätze ich sehr.»

Mirta Huber (58), Hortleiterin, Zürich «Ich habe seit 30 Jahren den-

selben Hausarzt und war mit meinen Kindern früher oft bei ihm. Heute brauche ich ihn kaum noch. Aber ich bin sehr froh, dass es ihn gibt.»

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MM36, 4.9.2017 | MENSCHEN

SAC-Hütten

Luxus im Hochgebirge

Konserven und Katzenwäsche waren gestern – heute trumpfen SAC-Hütten mit Komfort auf. Die Caban de Tracuit ist ein Paradebeispiel für die neue Bequemlichkeit im Alpinismus. Die einen freuts, den anderen missfällts. Text: Andrea Freiermuth

Bilder: Dominic Steinmann Bild: Thomas Jantscher/SAC

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MENSCHEN | MM36, 4.9.2017

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1 Die Cabane de Tracuit im Kanton Wallis: Hightech auf 3256 Metern über Meer 2 Alpinist Stéphane Vonié: «Duschen auf 3000 Metern ist eigentlich nicht normal.» 3 Rosemarie und Peter Nebel schätzen die Halbpension auf ihrer Hochtour. 4 Nach den Strapazen die Annehmlichkeiten: Hochtourengänger bei der Ankunft 5 Hüttenwartin Anne-Lise Bourgeois legt sich für die Gäste ins Zeug. Aber der Service in der Höhe hat auch Grenzen.

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ie sechs Männer aus Bayern haben es lustig. Sehr lustig. Nach eigenen Angaben haben sie alle schon einige Liter Bier intus – und das zuhinterst im Val d’Anniviers VS, auf 3256 Metern über Meer, rund vier Stunden Fussmarsch von der nächsten befestigten Strasse entfernt. Die Cabane de Tracuit gehört dem Schweizer Alpen-Club (SAC), Sektion Chaussy, und wurde 2013 für rund 5,5 Millionen Franken komplett neu errichtet. Der luxuriöse Neubau bietet eine Profiküche mit Kombisteamer und Spülmaschine; 116 Schlafplätze, alle mit Duvet, verteilt auf zwölf Räume, manche davon mit bloss vier Betten; geruchfreie Trocken-WCs und für zusätzliche zehn Franken sogar eine warme Dusche. Kein Vergleich zu früher, als man seine Notdurft abseits der Hütte auf einem übel riechenden Plumpsklo verrichten und zwischen kratzigen Wolldecken im Massenschlag nächtigen musste. Hüttenwartin Anne-Lise Bourgeois (56) kennt die steigenden Ansprüche ihrer Gäste: «Geblendet vom Design, vergessen manche, wo sie sich befinden.» Gewisse Gäste würden

5

sich etwa darüber beklagen, dass es nur Rhabarberkuchen gebe. «Ich nehme das mit Humor und sage ihnen dann, dass sie die Erdbeeren am Rande des Gletschers, rechterhand, selber pflücken können, falls sie gerne etwas anderes hätten.» Und was das Bier betrifft: Es gibt welches, solange der Vorrat reicht – und der ist, wie ein Blick in den Keller zeigt, nicht unendlich. Alpinist Stéphane Vonié (42) aus Strassburg ist für drei Nächte mit rund einem Dutzend anderer Gipfelstürmer unterwegs: «Dass es auf einem Felsen auf 3000 Metern eine Dusche gibt, ist eigentlich nicht normal. Ich brauche das nicht.» Auch in einem grossen Massenlager zu schlafen, störe ihn nicht: «Ich habe immer Ohropax dabei.» Rosemarie Nebel (56) aus Aesch BL, die sich gemeinsam mit ihrem Mann Peter (63) auf einer fünftägigen Hochtour befindet, schätzt den Komfort der Cabane: «Mit Katzenwäsche wird man auch sauber, aber es ist schon toll, dass die Toiletten nicht riechen, man Halbpension geniesst, Getränke kaufen kann – und nicht alles selber hochschleppen muss.»

Die Cabane de Tracuit besticht nicht nur mit Komfort, sondern auch mit Ästhetik: Von Weitem wirkt die Hütte, als ob sie ein Teil des Felsens wäre, auf dem sie erbaut wurde. Ihre Hülle besteht aus blitzblankem Edelstahl, im Innern beeindruckt ein grosszügiger Speisesaal mit imposanter Fensterfront, die einen direkten Blick auf diverse Walliser Viertausender und ihre Gletscherwelten bietet – und dort, wo einst die beiden WC-Häuschen standen, laden heute zwei hölzerne Liegen zum Verweilen unter freiem Himmel ein. Neue Zielgruppe, neue Ansprüche

Bis Ende der 90er-Jahre wiesen die Hütten stagnierende oder gar rückläufige Übernachtungszahlen aus, der Fortbestand war gefährdet: «Mit verstärkten Marketingmassnahmen und neuen Angeboten ist es gelungen, diesen Trend zu stoppen und die Übernachtungszahlen auf ein Niveau von über 300 000 pro Jahr zu bringen», schreibt der SAC in einer Medienmitteilung vom März. Die Ansprüche der Kunden seien gestiegen: «Attraktive Hütten verlangen kleine


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MENSCHEN | MM36, 4.9.2017

13 SAC-Unterkünfte

Hütten der Superlative

Wie aus dem Fels gemeisselt thront der 5,5 Millionen teure Edelstahlbau Cabane de Tracuit auf dem Gebirgskamm.

Dent Blanche: Die Cabane mit 45 Schlafplätzen liegt auf 3507 Meter über Meer und ist damit die höchstgelegene Hütte des SAC. Der Zustieg auf Ferpècle VS dauert fünf bis sechs Stunden und erfordert Erfahrung mit Pickel, Steigeisen und Seil. Im vergangenen Jahr verzeichnete sie 1268 Übernachtungen. Britannia: Die Hütte oberhalb von Saas Fee VS ver-

zeichnete im vergangenen Jahr 7319 Übernachtungen bei 133 Schlafplätzen. Sie ist damit die populärste Hütte des SAC. Das liegt mitunter am kurzen Zustieg. Ab Felskinn-Seilbahn dauert die Wanderung zur Hütte auf 3030 Metern über Meer bloss eineinhalb Stunden, allerdings über den Gletscher. www.britannia.ch

Alle zehn Tage ein Helikopter

Ein Dorn im Auge sind Mountain Wilderness die Helikopterflüge. Zwar verstehe man, dass abge­ legene Hütten ohne Heli kaum zu bewirtschaften seien, aber oberhalb der Baumgrenze könne man sich doch auch mit wenig

Refuge de Chalin: Das unbewirtete Häuschen in den Walliser Alpen ist die kleinste SAC-Hütte. Das Refugium auf 2595 Metern über Meer bietet bloss acht Schlafplätze. Im Jahr 2016 zählte es 155 Übernachtungen. www.cas-chaussy.ch

was bei seiner Reichweite und seinem Einfluss sehr schade ist.» Diese Kritik lässt der SAC nicht gelten: «Der Strom in den SAC­Hütten stammt fast aus­ schliesslich aus erneuerbaren Quellen vor Ort, vor allem Solar­ energie», sagt Bruno Lüthi, Be­ reichsleiter Hüttenbetrieb (55). «Wir nehmen auf diesem Gebiet sogar eine Pionierrolle ein: Für die Cabane des Dix beispielswei­ se wird ein Projekt mit Brenn­ stoffzellen erarbeitet.» Zudem sei es dem SAC ein besonders wichtiges Anliegen, den Leuten, die in die Berge gehen, die Schönheiten der Natur zu ver­ mitteln und ihnen aufzuzeigen, wie man sich als Gast in der Natur rücksichtsvoll verhalte.

Bilder: SAC (3), Martin Läng

Schlafräume, leistungsfähige Küchen und zeitgemässe sani­ täre Anlagen.» Dass die Ansprüche gestiegen sind, liegt aber nicht allein am Zeitgeist, auch die Zielgruppe hat sich verändert: War der SAC früher ein Klub für Alpinisten, versucht er heute neue Kund­ schaft zu gewinnen. Auf seiner Website heisst es derzeit: «Zahl­ reiche Hütten warten bis zum Saisonende mit attraktiven Angeboten auf, die weit über das ursprüngliche Hüttenerlebnis hinausgehen.» Die Silvretta­ Hütte etwa lockt mit einem 5­Gang­Menü mit Weinbeglei­ tung, die Etzlihütte präsentiert ein Bergtheater, und in der Brunnihütte schaut Globi bei einem Kinderfest vorbei. Nicht allen gefällt diese Ent­ wicklung. Die Alpenschutzorga­ nisation Mountain Wilderness übt harte Kritik: «Der SAC verändert sich immer mehr in Richtung Tourismusverband. Für Natur­ und Umweltschutz engagiert er sich immer weniger,

www.cas-jaman.ch

Konkordia: Die Konkordiahütte liegt inmitten des Unesco-Weltnaturerbes Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn und ist mit 150 Schlafplätzen das grösste Berghaus des SAC. Sie befindet sich auf 2850 Metern über Meer und rund 200 Meter oberhalb des Konkordiaplatzes, des Ursprungs des Aletschgletschers. Berühmt-berüchtigt ist sie, weil sie wegen der Gletscherschmelze heute nur noch über eine 130 Meter hohe Treppe mit 467 Stufen zugänglich ist, die jedes Jahr um drei Meter verlängert werden muss. www.konkordiahuette.ch

Monte Rosa: Die Kosten für den Bau der MonteRosa-Hütte betrugen 6,4 Millionen Franken. Sie ist damit das bisher teuerste SAC-Bauprojekt. Für zwei Drittel kamen Spender auf. Die Hütte bietet 120 Schlafplätze und zählte im vergangenen Jahr 5061 Übernachtungen. www.section-monte-rosa.ch


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selten als Regenwasser vom Dach – und manchmal wird es zusätzlich monatelang in Zisternen gelagert.» Wenn der Geologe selber zu Berg geht, trinkt er auch Wasser, das nicht als Trinkwasser deklariert ist: «Schmelzwasser ist eigentlich ziemlich unbedenklich. Bei Bachwasser bin ich vorsichtiger; hier muss man ausschliessen können, dass es aus einem Weidegebiet stammt. Länger gelagertes Zisternenwasser würde ich nur nach Abkochen trinken.» Getränkeverkauf sichert Existenz

1 Die Fensterfront im Speisesaal bietet eine grandiose Sicht auf die Walliser Berglandschaft. 2 Konserven sind passé: In der Cabane de Tracuit kredenzt man liebevoll garnierten Kartoffelstock. 3 Das Schmelzwasser vom Turtmanngletscher eignet sich nicht zum Trinken.

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begnügen und die Einfachheit geniessen – und damit die Flüge auf ein Minimum reduzieren. Rund zwei Drittel der 152 SAC-Hütten sind auf eine regelmässige Versorgung aus der Luft angewiesen. Wie viele Flüge es insgesamt sind, kann der SAC nicht beziffern. Die Tracuit-Hütte erhält in der Hauptsaison von Mitte Juli bis Mitte September alle zehn Tage Besuch vom Helikopter. Er fliegt dann jeweils sechs Mal mit je 600 Kilo Fracht in den Netzen. Die Frage nach dem Trinkwasser

Ins Gewicht fallen bei solchen Transporten unter anderem die Getränke. Tief ins Glas geschaut wird nicht nur bei Alkoholischem: Weil es in den Hütten oft kein Trinkwasser gibt, verlangen durstige Wanderer nach Mineralwasser. Da fragt man sich: Wie funk-

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tionierte das früher, als es noch keine Helikopter gab? Und warum investiert der SAC nicht in technische Lösungen, um Trinkwasser vor Ort bereitstellen zu können? «Früher war man bezüglich der Wasserqualität weniger sensibilisiert», erklärt Hans Rudolf Keusen (76), SAC-Wasserexperte und Co-Präsident Hütten und Infrastruktur. Man habe das Wasser einfach getrunken und auch kaum je Probleme damit gehabt. «Heute muss man das Wasser analysieren und die gesetzlichen Vorgaben erfüllen, damit man es als Trinkwasser deklarieren darf.» Technische Lösungen wie etwa Filtration oder UV-Bestrahlung würden von Fall zu Fall geprüft. Die Voraussetzungen seien aber in jeder Hütte anders: «Mal stammt das Wasser von sauberen Quellen – das ist der Idealfall. Meist aber kommt es aus Bächen, als Schmelzwasser vom Gletscher oder

Kritische Stimmen werfen dem SAC vor, dass er gar nicht daran interessiert sei, den Gästen Trinkwasser zur Verfügung zu stellen, weil sich durch den Verkauf von Getränken der Umsatz steigern lasse. Obwohl der SAC nicht weiss, wie viele Hütten über Trinkwasser verfügen, hält Keusen dagegen: «Die Hütten sind keine Goldgruben. Für die Existenz der Hüttenwarte ist der Verkauf von Getränken ein wichtiger Nebenverdienst.» Lediglich zehn der 152 Betriebe würden Gewinne erzielen – der grosse Rest sei auf Mitgliederbeiträge, Fronarbeit und Spenden angewiesen, sagt Bruno Lüthi. Wegen der Nähe zum Bishorn, das als relativ einfach zu bewältigender Viertausender gilt, rangiert die Cabane de Tracuit wiederholt in den Top Ten der beliebtesten Berghütten in der Schweiz. Im vergangenen Jahr belegte sie sogar Platz drei. Über die Bilanz gibt Hüttenwartin Anne-Lise Bourgeois keine Auskunft. Wie alle SAC-Hüttenwarte wirtschaftet sie auf eigene Rechnung. Während der Tarif für die Übernachtung von der Sektion definiert wird, kann sie die Preise in der Gastronomie selber festlegen. Am Liter gemessen, besteht das günstigste Getränk auf der Karte aus abgekochtem Wasser für fünf Franken; mit Teebeutel berappt man dafür sechs Franken. Cola, Sprite und Co. sind im Vergleich doppelt so teuer, Bier kostet sogar drei Mal so viel. Sie ermuntere ihre Gäste damit zu umweltfreundlichem Konsum, sagt Bourgeois. Unter den rund 60 Personen befindet sich an diesem Abend bloss eine einzige Gruppe, die konsequent auf Tee setzt: Schüler aus Rapperswil-Jona SG: «Wir sind schon fünf Tage unterwegs. Bisher hat noch keiner nach Softdrinks gefragt», sagt Lehrer David Beglinger (40). Die Schüler seien sehr motiviert und unkompliziert. «Sie wissen, dass man sich in den Bergen etwas einschränken muss, dafür aber mit dem Anblick gewaltiger Berglandschaften belohnt wird.» Alpinist Stéphane Vonié pafft im Windschatten der Hütte an einer Zigarre und blickt über den Turtmanngletscher. Für ihn steht fest: «Mein Luxus ist die Zigarre – und diese Aussicht hier.» MM


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Bänz Friedli

Richtig verfahren

Bild: Vera Hartmann

Dušica war eine hervorragende Fussballerin. Und Josip, ihr Vater, war der glühendste Fan unseres Teams. Meine Tochter spielte auch mit, und wenns zu Auswärtsspielen ging, fuhren einige Eltern samstags mit je einem Auto voller E-Juniorinnen los. Meist in aller Herrgottsfrühe. Zum Beispiel nach Affoltern. Wobei «Auswärtsspiel» in diesem Fall bedeutete: noch immer in derselben Stadt, bloss an deren anderem Ende, in Zürich Affoltern.

Bänz Friedli (51)

beschäftigt sich mit Ortskunde.

Wie stets fuhr Josip zügig als Erster los. Nur waren er und die vier Spielerinnen, die er chauffierte, dann nicht als Erste am vereinbarten Ort. Mehr noch: Sie blieben verschollen. Mitte der ersten Halbzeit rief Josip mich an: «Bin Affoltere, monn. Isch vill Grün hirr, vill Gras.» Und ich wusste: Er war im falschen Affoltern. Dem am Albis. Sein Navi hatte ihn fehlgeleitet. Als er dann doch noch eintraf, lagen unsere Mädchen schon 0:3 in Rückstand, denn nebst Dušica, der Goalgetterin, hatte Josip auch die Torhüterin mit an Bord. Bald darauf hatten unsere Töchter tatsächlich in Affoltern am Albis anzutreten. Und Sie ahnen es: Josip wollte es diesmal richtig machen und programmierte auf seinem Navigationsgerät auch wirklich die Ortschaft Affoltern – im Emmental. «Noch merr Gras, hier, monn! Noch merr Grün», meldete er sich, als er seines Irrtums gewahr wurde. Der Match war nicht mehr zu retten.

Man konnte den guten Josip nicht wirklich als Ortskundigen bezeichnen, er lebte erst seit wenigen Jahren in der Schweiz. «Du fährst mir einfach nach, okay?», raunte ich ihm vor dem nächsten Spiel zu und versuchte, möglichst beiläufig zu klingen. Er sollte nicht merken, dass es ein Misstrauensvotum war. Unsere Fussballerinnen hatten in Pfäffikon anzutreten, Kanton Schwyz, und wir wollten sichergehen, dass Josip nicht nach Pfäffikon im Zürcher Oberland fuhr. Der Zufall wollte es, dass ich in den vergan­ genen Tagen, freiwillig und ohne in die Irre geleitet worden zu sein, in allen drei Affoltern war. Sie könnten unterschiedlicher nicht sein. Schon faszinierend, wie vielgestaltig das Land ist. Hier das Grossstadtquartier zwischen Auto- und Landebahn, mit Wohnsilos wie weiland in der DDR; da das Dorf im schönen Emmental; dort der aufstrebende Ort im Säuliamt, immer noch mit Grün rundherum und doch schon Stadt. Eigentlich tat Josip genau das Richtige, um die Schweiz kennenzulernen: Er verfuhr sich. Den Match in Pfäffikon damals gewannen unsere Girls übrigens 6:2. Josip war mir brav hinterhergefahren. Und seine Dušica erzielte drei Tore. MM Bänz Friedli live: 4. 9. St. Gallen, 6. 9. Pfäffikon SZ, 7. 9. Ballwil LU, 8. 9. Wohlen AG, 9. 9. Bettlach SO

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Monwara Begum (40) flüchtete vor dem Klimawandel

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Cédric Waldburger

Der fliegende Manager

Cédric Waldburger ist für seine Onlinefirmen weltweit unterwegs. Seine Wohnung in Zürich hat er aufgegeben. Alles, was er besitzt, hat in einem Koffer Platz. Er hinterfragt immer wieder, was er braucht, um glücklich zu sein. Text: Erika Burri

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as macht Sinn im Leben? Was macht mich glücklich? Es sind Fragen, die sich nur jemand stellen kann, der ohne Geldsorgen aufgewachsen ist. Jemand wie Cédric Waldburger (28), der an der ETH Zürich, einer der renommiertesten Hochschulen, studierte, der nicht um einen Job bangen und schon gar nicht ums Über­ leben kämpfen muss. Glück, dieses grosse Wort, nimmt auch Cédric Waldburger in den Mund. Er sagt, er wolle bewusst leben und dabei immer möglichst glücklich sein. Diesen Entschluss hat er gefasst, als er nach Abschluss seines Elektrotechnik­Studiums bei einem Soft­ wareunternehmen in London arbeitete. Seine Kollegen kamen in kurzer Zeit zu Geld. Eine grössere Wohnung, ein poten­ teres Auto mussten her. Cédric Waldburger beobachtete, sah weder nachhaltige Zu­ friedenheit noch besonders grosses Glück und zog für sich den Schluss: so nicht. Besitz bedeutet ihm nicht viel. In London fragte er sich: «Welche waren die Momente, in denen ich wirklich glück­ lich war in meinem Leben?» Er musste nicht lange überlegen: Immer dann, wenn er etwas verstanden hatte. «Aha­Momente», sagt er, «machen mich glücklich.» Und die Freiheit, sich eigene Ziele zu stecken.

Tagsüber studieren, nachts programmieren

Cédric Waldburgers Leben ist gespickt mit Aha­Momenten. Er wächst in Rapperswil am Zürichsee in einem bürgerlichen Eltern­ haus auf. Sein Cousin, ein paar Jahre älter als er, kann Mitte der 90er­Jahre ein wenig programmieren und zeigt dem damals acht­ jährigen Cédric, wie das geht. Dieser ver­

Bild: Dan Cermak

sucht, scheitert – und dann ... ein «Aha!». Cédric bringt sich eine Programmiersprache nach der anderen bei, ist fasziniert davon, wie der Computer ausführt, was er ihm be­ fiehlt. Mit 14 Jahren baut er zusammen mit seinem Pfadileiter und heutigen Geschäfts­ partner Fabian Villiger die erste Website für die Pfadi Rapperswil. Es ist die Zeit, als jede noch so kleine Bude im Internet prä­ sent sein will. Die beiden verdienen sich ein gutes Taschengeld. Als Waldburger 18 ist, gründen sie ihre Werbeagentur, die Media­ sign AG. Während seiner Zeit an der ETH macht Waldburger Doppelschichten: von 8 bis 18 Uhr studieren, danach bis nach Mitternacht programmieren. Waldburger sitzt am Stadtrand von Rapperswil auf der Terrasse einer ehe­ maligen Orgelfabrik, die er und sein Geschäftspartner gekauft und umgebaut haben. Als die Agentur mit einem Dutzend Mitarbeitenden lief, hat sich Waldburger aus dem operativen Geschäft zurückge­ zogen und seine Wanderjahre angetreten: London, Hongkong, New York. Überall hat er in jungen Techfirmen mitgearbeitet. «Ich will immer etwas dazulernen», sagt er. Und er hat gründlich gelernt. Die Kombination von Managementerfahrung und IT­Kenntnissen ist gefragt. Das weiss Waldburger, und das gibt ihm dieses ent­ spannte Selbstbewusstsein eines Men­ schen, der weiss, dass er scheitern kann und trotzdem gewinnt. Waldburger hat sein Geld in 15 Online­ firmen investiert. In fünf von ihnen ist er in der Geschäftsleitung. Er will erschaffen, ermöglichen. Sein zeitintensivstes Baby ist zurzeit Sendtask, eine Software, die das Zusammenarbeiten erleichtern soll.

Er ist es gewohnt, mit Menschen zusam­ menzuarbeiten, die Tausende von Kilo­ meter entfernt sind. Seine acht Sendtask­ Angestellten wohnen in sieben verschie­ denen Ländern. Waldburger managt digital. Alle paar Monate trifft sich das Team irgendwo auf der Welt, diskutiert, arbeitet, hat Spass. Es ist die Generation, die Arbeit und Freizeit längst nicht mehr trennt. Im Schnitt vier Tage am gleichen Ort

Für seine Firmen ist er ständig unterwegs, trifft Investoren, Mitarbeiter, Geschäfts­ partner. Allein im Mai war er in Hongkong, Bali, Miami, San Francisco, New Orleans, Washington, Frankfurt, Berlin, Amsterdam, Bangkok und Jakarta. Und ein paar Tage in der Schweiz. Im Schnitt ist er vier Tage am Stück an einem Ort. Er weiss es genau, denn er führt Buch. Seit Jahren listet er auch auf, was er besitzt. Es war ihm schon länger klar, dass er das meiste davon nicht braucht. Letzten Sommer zog er die Kon­ sequenzen: Er kündigte seine Wohnung in Zürich und verschenkte seinen Hausrat. Seither lebt Cédric Waldburger aus 55 × 40 × 23 Zentimetern – einem Hand­ gepäckkoffer. Waldburger schläft in Hotels, mietet Wohnungen auf Zeit und kommt oft bei Freunden unter, für die er vorher kaum Zeit hatte. «Ich bin schon eine eher extreme Version», reflektiert Cédric Waldburger seine Lebens­ weise – ein extremer Vertreter der Genera­ tion Why (Warum), der Generation, die nicht einfach den Wohlstand ihrer Eltern verwalten will, sondern dieses Leben hinter­ fragt. Er will nicht Optionen haben, er will sie nutzen. «Das Leben geht so schnell vorbei.» MM


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Cédric Waldburger mit seinem Hab und Gut, das in einem Handgepäckkoffer Platz findet.

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Beiträge, Bilder und Meinungen unserer Leserinnen und Leser

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Die Umfrage

Migrosmagazin.ch Vergangene Woche wollten wir zum Bericht «Rat und Hilfe bei sexueller Belästigung» wissen via www.belästigt.ch: Wo beginnt für dich sexuelle Belästigung?

51%

49%

51 %: Schon bei anzüglichen Sprüchen, Witzen oder Anspielungen 49%: Erst bei unerwünschtem Körperkontakt

Leserbeitrag

Erster Schultag Was tun Lehrkräfte und Eltern, wenn das Kind nicht auf Anhieb alles kann? Daniela Schlegel erfährt von einer anderen Mutter, die Lehrerin finde,

ihr unruhiges und schwatzhaftes Kind sollte «abgeklärt» werden.

Migros-MagazinLeserin Daniela Schlegel

Der offene Brief auf www.migmag.ch//schulstart

Leserbeitrag

Leserreaktionen

Bitte melde dich!

Ein Leben mit Epilepsie Im Migros-Magazin vom 28. August stellten wir Christoph Bleuler (40) vor, der mit Epilepsie umzugehen gelernt hat: www.migmag.ch/epilepsie

Bilder: Pixbay.com, Daniela Schlegel, zVg

Marianne Jenni: Vielen Dank dem Paar, das sich dem

Migros-Magazin zur Verfügung gestellt hat. Wenn endlich auch über uns Betroffene geschrieben wird, ist wieder ein Stein mehr aus dem Weg geschafft. Mir ist es in den 36 Jahren als Betroffene ähnlich ergangen.

Für ein Treffen der 5. Klasse (bei Herrn Banholzer) suche ich noch folgende Klassenkameradinnen und -kameraden von 1962 aus dem Schulhaus Lägern in Wettingen: Fränzi Sidler, Barbara Oettiker, Iris

Nydegger (Mädchenname), Markus oder Marcel Schneider, Hansruedi Egloff, Thomas Vogel, Toni Meier. Kontakt: Christina Arnold, Buchseeweg 41a, 3098 Köniz; christina.arnold@bluewin.ch

Jennifer Richter: Ich finde den Beitrag nicht okay. Er verstärkt die Haltung, was für arme Menschen wir doch seien. Ich habe es so satt, mir in der Apotheke Mitleidsbekundungen anhören zu müssen, wenn ich auf dem Weg zur Arbeit nur kurz Medikamente abhole. Ga Ne: Mein Mann hat dasselbe, einfach etwas schlimmer – und erhält null IV!


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1 Pirmina Caminada

ist als Wildhüterin verantwortlich für das Val Lumnezia. Ihre Jurte (im Hintergrund unten links) befindet sich im selben Gebiet.

2 Blick in die Jurte: Das Angebot an frischen Speisen hat sich herum­ gesprochen. Dennoch lohnt sich der Betrieb finanziell (noch) nicht. 3 Motiviert bis in die

Fingerspitzen: das «Greina»­Team um Pirmina Caminada. Auch Tochter Angela (Zweite von rechts) packt mit an. 2

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Pirmina Caminada

Wild aufs Wirten Sie ist die erste Wildhüterin in Graubünden, gibt Kräuterkurse und schreibt Bücher: Jetzt ist Pirmina Caminada auch noch unter die Wirtinnen gegangen. Sie betreibt das Café Greina – eine Jurte zuhinterst im fast unberührten Val Lumnezia. Text: Reto E. Wild

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in rauschender Bach, saftiggrüne Bergketten, eine Quelle mit glasklarem Wasser, von fern Kuhglockenklänge: In dieser Umgebung beim Sommerweiler Puzzatsch oberhalb von Vrin GR steht seit Ende Juni eine Jurte, die sich Café Greina nennt. Pirmina Caminada (48) ist Initiantin, Wirtin und Chefin dieses Cafés am Anfang der Greinaebene. «Die Idee kam an einem Silvesterabend vor vielen Jahren», erzählt Caminada. «Zusammen mit meinem damaligen Lebenspartner und einem guten Freund verbrachte ich ein paar Tage im Maiensäss. Wir fanden, wir könnten doch im Sommer zuhinterst im Val Lumnezia eine Jurte betreiben, zur Verbesserung der touristischen Infrastruktur.» Als sie sich später zur Natur- und Umweltfachfrau weiterbildete, machte sie aus der Idee eine Projektarbeit. 2015 liessen sich erstmals Gäste auf der Terrasse der Jurte mit Käseplatten verwöhnen, mit luftgetrockneten Fleischspezialitäten, hausgemachten Suppen, Desserts oder Heidelbeeren, die in diesen Tagen direkt vor der Jurte wachsen. «Die Kunden schätzen die besondere Atmosphäre mitten in der Alpenlandschaft», sagt Caminada. «Aber finanziell lohnt sich unser Betrieb nicht. Wir haben ja auch nur von Ende Juni bis Mitte September geöffnet.» Die Projektleiterin ist auf Sponsoren angewiesen und hat deshalb ein Crowdfunding über 15 000 Franken gestartet. Sie möchte das Jurten-Café auch im nächsten Jahr wieder betreiben. «Für mich ist das ein schönes

Bilder: Samuel Trümpy

Hobby.» Tochter Angela (21), die die Häppchen zubereitet und serviert, hilft ihr zusammen mit rund einem halben Dutzend Angestellten, die entweder aus purer Freude mithelfen oder im Stundenlohn angestellt sind. Pirmina Caminada kann sich das leisten, weil sie seit Juni 2016 nebenbei als Wildhüterin für Graubünden arbeitet – als erste Frau im Kanton überhaupt. Ihre Jagdprüfung absolvierte sie schon vor gut 25 Jahren. Sie mag den vielseitigen Beruf: «Meine Aufgaben reichen von Wildtierbeobachtungen über die Kontrolle der Hochjagd im September bis zur Überwachung von Schutzzonen. Ich achte etwa darauf, dass Jäger, Pilzsammler und Fischer die Vorschriften einhalten.» Bartgeier im Tal des Lichts

Das Val Lumnezia sei auch wegen der Vogelarten interessant, schwärmt Caminada. «Bei uns leben Wachtelkönige, Wiedehopfe und Steinadler. Gestern konnte ich in der Greinahochebene sogar einen imposanten Bartgeier im Suchflug nach Knochen beobachten. Das sind Momente, in denen man alles rundum vergisst.» Tiere und Pflanzen begleiten sie seit ihrer Kindheit. Das Tal des Lichts – so die Übersetzung von Val Lumnezia – bewohnen auch Wölfe und Luchse. Die Bündnerin hat diesen Flecken Erde als Co-Autorin im Buch «Orte der Magie – Wanderungen zu kraftvollen Plätzen» thematisiert. Hier hatte sie viele unvergessliche Begegnungen. Einmal erlebte sie, wie Murmeltiere – gerade mal ein paar Wochen alt – erst aus dem Bau

und dann auf ihre Hand krochen. «Da spürt man die Verbundenheit mit der Natur besonders stark auf der Herzensebene.» Das Val Lumnezia ist Arbeits- und Wohnort der zweifachen Mutter. Sie lebt mit ihrem schwarzen Labrador, der jungen Jagdhündin Leila, in einem umgebauten Schulhaus im 100-Seelen-Dorf Surcasti, rund 25 Kilometer vom Jurten-Café entfernt. Im Winter gibt sie in einem grossen Saal im Parterre ihres Zuhauses Kurse, zuletzt ein Räucherseminar. Das Räuchern sei eine uralte Heilmethode, um Krankheiten zu heilen und das Wohlbefinden zu fördern. Dabei werden Häuser ausgeräuchert, «um sie vor schlechten Energien zu befreien». Caminada hat die Kräuterakademie in Salez SG absolviert. So lernen die Kursteilnehmer auch viel über einheimische Kräuter und Substanzen wie Baumharze, Meisterwurz oder die Alpenrose. Ursprünglich hat die Bündnerin wie schon ihre Grossmutter und ihre Tante Damenschneiderin gelernt, aber auch mal in der Metzgerei der Migros in Ilanz GR ausgeholfen. Sie habe in ihrem Leben immer das gemacht, was ihr Spass bereite. «Einer meiner Slogans lautet ‹Vielfalt statt Einfalt›.» Das Leben biete so viele Möglichkeiten, einzutauchen und die Kreativität auszuleben. In den Ferien reist sie meist ins Ausland und begegnet dort gerne anderen Kulturen. Das Wasser ist allerdings nicht Caminadas Element. «Dafür war ich in der Schule im Weitsprung die Beste», sagt sie, «weil ich als Kind oft Bäche überqueren musste.» MM


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Marco Grob hat in New York die ganz Grossen vor der Linse.

Recht hat er, der Fotograf und Künstler Grob. Träu­ men und riskieren ist un­ gern gesehen in der so bis ins Detail versicherten Schweiz. Wer weiterkommen und Neues riskieren will, muss weg! Die Welt ist gross ge­ nug, einem kleinen Schwei­ zer Bürger die Möglichkeit zu geben, Grosses zu schaf­ fen. Herr Grob hat es ge­ schafft. Aber wie viele von uns möchten dasselbe tun und müssen klein beigeben? Vielleicht müsste man unse­ ren Kindern das Abenteuer­ virus in den Schulfächern einprogrammieren, damit sie der Enge unseres Landes zwischendurch entkommen. Susann Geser, Biel, via E-Mail MM 35: Gesundheit

Bild: Celeste Sloman

Ein Leben mit Epilepsie

Dieser Artikel hat mich tief beeindruckt. Ich bewundere Christoph Bleuler, wie er sein Leben in die Selbständigkeit gemeistert und nun sogar eine Familie gegründet hat, war doch sein Leidensweg lang. Die besten Wünsche für ihn und seine Familie. Nelly Markovitis, Wetzikon, via E-Mail

Herr Scherrer hat mit dem Alter seines Radios um etwa zehn Jahre danebengegrif­ fen. Die Firma Nordmende wurde 1947 gegründet. UKW wurde in Deutschland ab 1949 eingeführt. Über diesen Wellenbereich muss sein Ge­ rät verfügen. Die Zeiten des Mittelwellensenders Bero­ münster sind lange vorbei. Kurt P. Neidhart, Adliswil, via E-Mail

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Der kundige Konsument wird Herrn Bötsch nicht zu­ stimmen, weil die angebote­ nen Früchte einfach nach nichts schmecken. Egal, ob Pfirsiche, Aprikosen, Pflau­ men und Beeren, alle würden wahrscheinlich bei einer Blinddegustation glatt durch­ fallen. Ursachen dafür sind m.E. die angebauten Sorten, der ungenügende Reifegrad bei der Ernte, Transport und Lagerung bei tiefen Tempe­ raturen. Wenn noch Aroma übrig sein sollte, wird es durch nervende Kunststoff­ schalen «konserviert». Es gab Zeiten, wo man Saisonfrüch­ te beim Betreten der Läden riechen konnte. Herr Bötsch ist dafür vermutlich zu jung. René Geiser, via E-Mail Schicken Sie Ihre Leserbriefe an: Redaktion Migros-Magazin, Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, oder per Mail an: redaktion@migrosmagazin.ch Die Redaktion behält sich Kürzungen vor und übernimmt keine Verantwortung für Inhalt und Richtigkeit der Aussagen. Über Erscheinen resp. Nichterscheinen der Leserbriefe wird keine zusätzliche Korrespondenz geführt.

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MM36, 4.9.2017 | MENSCHEN

Altersvorsorge 2020

Der grosse Streit um 70 Franken

Am 24. September steht mit der Rentenreform eine der wichtigsten Abstimmungen seit Langem an. Befürworterin Ruth Humbel und Gegnerin Karin Keller-Sutter kreuzen die Klingen. Interview: Ralf Kaminski, Hans Schneeberger Bilder: Samuel Trümpy

Karin Keller-Sutter, eine der grössten und besten Pensionskassen der Schweiz, die der Migros, ist für die Reform. Weshalb sind Sie dagegen? Karin Keller-Sutter: Auch diverse Versicherer und der Pensionskassenverband sind wegen des Umwandlungssatzes dafür. Die Branchenperspektive reicht hier aber nicht, es braucht eine gesamtwirtschaftliche Sicht. Die Ziele dieser Reform waren laut Bundesrat der Erhalt des Rentenniveaus sowie die erste und zweite Säule auf eine stabile finanzielle Grundlage zu stellen. Letzteres ist nicht erfüllt, der AHV-Zuschlag von 70 Franken pro Monat ist ein Rentenausbau zulasten der jungen Generation. Zudem erhalten die heutigen Rentner und Rentnerinnen nichts, das verletzt das Prinzip der Solidarität in der AHV. Weshalb stört Sie das nicht, Frau Humbel? Ruth Humbel: Die Solidarität wird nicht verletzt. Und ginge es darum, müssten wir eh die Einheitsrente einführen. Schon heute bekommen einige nur die Minimal-AHV von 1175 Franken, andere die Maximalrente von 2350 Franken. Der Verfassungsauftrag an die AHV ist, die Existenz zu sichern – was offensichtlich nicht der Fall ist. Die zusätzlichen 70 Franken für Neurentner sind kein Ausbau, sondern

eine Kompensation, und sie werden finanziert über 0,3 Prozent höhere Lohnabzüge. Ich bin gerade aus gesamtwirtschaftlicher Sicht für die Reform. Selbst eine Studie der UBS, die gegen die Vorlage ist, zeigt, dass die Reform die Nachhaltigkeit der Altersvorsorge so verbessert. Zudem haben wir seit fast 20 Jahren Reformstau in diesem Bereich – die Kritik von ganz links und von bürgerlicher Seite illustriert, dass wir einen guten Kompromiss gefunden haben. Mit ihm hat die Altersvorsorge bis 2030 eine solide Finanzierungsgrundlage. Umfragen zeigen, dass es knapp werden könnte. Macht Ihnen das keine Sorgen? Humbel: Doch, natürlich. Und es scheint viele zu geben, denen die Erhöhung des Frauenrentenalters auf 65 zu weit geht. Allerdings gibt es auch einige Verbesserungen für die Frauen, insbesondere in der zweiten Säule für diejenigen, die Teilzeit arbeiten. Auch die 70 Franken waren letztlich ein Versuch, die linken Gegner an Bord zu holen. War das nicht ein notwendiger Kompromiss, um überhaupt eine Chance zu haben, die Reform durchzubringen, Frau Keller-Sutter?

Contra Karin Keller-Sutter FDP-Ständerätin


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Haben unterschiedliche Ideen für die Rente: Karin Keller-Sutter (links) und Ruth Humbel Darum gehts in der Abstimmungsvorlage

Renten sichern oder von vorn anfangen? Text: Dinah Leuenberger In den letzten Jahrzehnten sind mehrere Versuche einer Rentenreform bereits im Parlament oder vor dem Volk gescheitert. Am 24. September gibt es einen neuen Anlauf, mit dem zeitgleich Anpassungen in der ersten und der zweiten Säule beschlossen werden sollen. Dafür: Bundesrat und eine Mehrheit des Parlaments aus SP, CVP, BDP, Grünen und GLP, alle nationalen Gewerkschaften und Arbeitnehmerorganisationen sowie Rentnerorganisationen wie der Seniorenrat und Pro Senectute Dagegen: FDP, SVP, die grossen Wirtschaftsverbände wie Arbeitgeber- und Gewerbeverband sowie die Westschweizer Gewerkschaften Weshalb die Abstimmung? Unsere Altersvorsorge besteht aus drei Säulen, die erste und zweite sind obligatorisch, die dritte freiwillig. Die demografische Entwicklung und die tiefen Zinsen machen Anpassungen bei den ersten beiden Säulen nötig, weil das System ansonsten in finanzielle Schieflage gerät. Worüber wird abgestimmt? Mit der Vorlage am 24. September soll die Altersvorsorge reformiert werden, damit sie bis 2030 gesichert ist.

Pro Ruth Humbel CVP-Nationalrätin

Über folgende zwei separate Vorlagen stimmen wir ab: • die Erhöhung der Mehrwertsteuer als Zusatzfinanzierung der AHV (hier braucht es das doppelte Mehr von Volk und Ständen) • die Reform der Altersvorsorge (hier ist das einfache Mehr des Volks ausreichend) Damit die Reform zustande kommt, müssen beide Vorlagen angenommen werden. Mit folgenden Massnahmen soll die Altersvorsorge angepasst werden: • flexibles Pensionierungsalter zwischen 62 und 70 Jahren • Das Referenzalter, in dem die Leistungen ohne Zuschläge und Abzüge bezahlt werden, liegt künftig auch für Frauen bei 65 Jahren (wie bei den Männern schon jetzt). • Für jede Einzelperson wird die AHV pro Monat um 70 Franken erhöht, jedes Ehepaar erhält monatlich 226 Franken mehr. • Durch die Erhöhung der Mehrwertsteuer um 0,6 Prozent erhält die AHV eine Zusatzfinanzierung. • Der Mindestumwandlungssatz der Pensionskasse wird von 6,8 auf 6,0 Prozent gesenkt. Heutige Rentnerinnen und Rentner sind vom tieferen Umwandlungssatz nicht betroffen. • Ausgleichsmassnahmen in der ersten und zweiten Säule erhalten die Höhe der Altersrenten. • Mit diesen Massnahmen wird die Altersvorsorge von Menschen mit kleinem Einkommen und Teilzeitbeschäftigung verbessert. Wie wirkt sich das konkret aus? Seiten 30–37


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Keller-Sutter: Für mich nicht. Bei der Debatte im Ständerat haben SP und CVP einfach Teile von zuvor gescheiterten Volksinitiativen in die Vorlage eingearbeitet. Alle Vorschläge, die wir gemacht haben, wurden abgelehnt, da war kein bisschen Kompromissbereitschaft festzustellen. Ich habe zum Beispiel vorgeschlagen, gezielte soziale Abfederungen bei früherem Rentenantritt zu ermöglichen. So hätten diejenigen profitiert, die es nötig haben – statt nach dem Giesskannenprinzip 70 Franken an alle zu verteilen. Aber der Antrag hatte keine Chance. Die Linke wollte einfach unbedingt den AHV-Ausbau. Ich verstehe das, es ist ihr lang gehegtes Ziel. Aus Sicht vieler Linker sind die 70 Fran­ ken das Element, das die Reform goutier­ bar macht. Warum sind die so schlimm? Keller-Sutter: Die Reform führt zwar zu Mehreinnahmen für die Altersvorsorge, wegen dieses Ausbaus werden wir aber bereits 2027 wieder ein Milliardendefizit haben. Auch weil in den kommenden zehn Jahren rund eine Million Menschen in Rente gehen. Die AHV ausgerechnet in einer Zeit auszubauen, wo die Babyboomer pensioniert werden, ist schlicht unverantwortlich. Humbel: Dass die durch die Reform teils sinkenden Renten kompensiert werden, war eine Vorgabe des Bundesrats und wurde von allen Parteien unterstützt. Konzepte dafür gab es einige, keines war mehrheitsfähig. Auch ich war zu Beginn skeptisch gegenüber den 70 Franken, aber die Kosten der ernsthaft diskutierten Konzepte waren jeweils etwa gleich hoch. Und für die Bevölkerung macht es keinen Unterschied, wo die Kompensation erfolgt und wie sie finanziert wird, sie wollen einfach am Ende eine gleich hohe Rente wie bisher. Ist es denn nun ein Ausbau oder eine Kompensation? Humbel: Für die vielen Wenigverdiener, die keine zweite Säule haben, sind die 70 Fran-

Zu den Personen

Pro: Ruth Humbel Die CVP-Nationalrätin (60) ist frühere

Regionenleiterin von Santésuisse. Sie lebt in Birmenstorf AG, ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Contra: Karin Keller-Sutter Die FDP-Ständerätin (53) sitzt

im Verwaltungsrat der Bâloise und im Vorstand der Swiss Retail Federation. Sie ist verheiratet und wohnt in Wil SG.

Karin Keller-Sutter befürchtet, dass die 70 Franken mehr Rente künftige Reformen erschweren.

ken ein Rentenausbau. Aber auch 2420 Franken AHV pro Monat sind keine Luxuslösung. Zudem wurde bei den Pensionskassen in den letzten Jahren der Umwandlungssatz im überobligatorischen Bereich teils stark gesenkt, sodass bei einigen die Rente nicht mal mehr 50 Prozent des letzten Lohns beträgt. Die 70 Franken mehr pro Monat gleichen also höchstens einen Teil der Einbussen aus. Und sie kosten im Jahr 2030 eine Milliarde Franken. Aktuell aber haben wir eine Umlagerung im Obligatorium der zweiten Säule, bei der die Jungen die Rente mit 1,3 Milliarden quersubventionieren. Das ist doch das eigentliche Problem: Die Umlagerung sollte in der AHV stattfinden, bei der Pensionskasse sollte jeder nur für sich selbst sparen. Keller-Sutter: Für die meisten ist es ein Ausbau – bei der Debatte im Ständerat hiess es ganz offen, dies sei ein «Zückerchen», damit das Volk Ja sagt. Sich auf diese Weise eine Zustimmung quasi zu erkaufen, halte ich für sehr problematisch. In einer alternden Gesellschaft geht das einfach nicht. Das Volk hat das vor einem Jahr genauso gesehen, als es die AHVplus-Initiative abgelehnt hat. Die Zahlen sind eindeutig: Mit den 70 Franken haben wir 2027 ein Defizit von einer Milliarde, 2030 sind es drei Milliarden, 2035 sieben Milliarden. Was heisst das für die nächste Reform? Entweder kürzt man die Leistungen, was nicht möglich sein wird. Oder man erhöht das Rentenalter, aber 2035 wäre das Defizit schon so hoch, dass auch 67 nicht mehr reichen würde, um das auszugleichen. Bleibt nur noch, die Mehrwertsteuer und die Lohnabzüge zu erhöhen, was besonders die Jungen und die Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen spüren würden. Wer sich mit der Vorlage befasst, dem schwirrt rasch der Kopf vor lauter Zahlen und Fachbegriffen. In solchen Situationen sagt das Volk oft Nein, weil es von der Komplexität überfordert ist. Wollte man hier einfach zu viel auf einmal?

Humbel: Alle einfacheren Vorlagen, die sich in den letzten 20 Jahren auf einen Aspekt der Altersvorsorge konzentrierten, wurden abgelehnt, entweder vom Volk oder schon im Parlament. Klar ist: Eine simple Verschlechterung, sei es nun Renten­ kürzung, Erhöhung des Rentenalters oder mehr bezahlen, wird separat nicht durch­ kommen. Deshalb finde ich den Ansatz gut, beide Säulen gemeinsam zu reformieren und dabei für einen gewissen Ausgleich zu sorgen. Die Gegner haben mit den 70 Franken ein gut vermittelbares Argument – gibts so was auch auf Seiten der Befürworter? Humbel: Nach jahrelangem Reformstau besteht dringender Handlungsbedarf. Wir müssen alles daran setzen, die Finanzierung der Altersvorsorge zu sichern, Defizite in der AHV zu verhindern und die Umverteilung in der zweiten Säule zu stoppen. Genau das erreichen wir mit dieser Reform. Warum fällt es Ihnen so schwer, die Vor­ lage als ersten Schritt zu sehen, auf den man aufbauen kann, Frau Keller­Sutter? Keller-Sutter: Weil sie die Situation der AHV verschlechtert und die nächste Reform erschwert. Aus meiner Sicht müsste ein guter erster Schritt so aussehen: Wir erhöhen das Frauenrentenalter auf 65, dazu gibts eine gewisse soziale Abfederung für die Übergangsphase und eine moderate Erhöhung der Mehrwertsteuer. Das würde man durchbringen, es wäre überschaubar und würde die Willensbildung vereinfachen. Humbel: Diese Lösung halte ich nicht für mehrheitsfähig. Wir haben schon einzeln über das Frauenrentenalter und über die Senkung des Umwandlungssatzes abgestimmt, beides ist gescheitert. Zudem ist es nun mal eine Tatsache, dass man gegen die geschlossene Linke noch nie eine Sozialversicherungsreform durchgebracht hat. Gelingt es auch diesmal nicht, haben wir in der AHV schon 2025 ein Defizit von drei Milliarden, 2030 eines von sieben Milliarden.


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Auswirkungen eines Ja an der Urne Beispiele

Einpersonenhaushalt So lesen Sie die Rechenbeispiele:

Keller-Sutter: Wenn es ein Nein gibt, haben Bundesrat und Parlament den Auftrag, eine neue Vorlage zu entwickeln. Bei der Unternehmenssteuerreform III war es genauso. Da gab es im Februar ein Nein, jetzt ist bereits ein neues Konzept in der Vernehmlassung. Das wäre auch in diesem Fall möglich. Die zentrale Frage ist: Kann man ein Sozialwerk wie die AHV sanieren, indem man es ausbaut – ja oder nein? Sagt das Volk Nein, muss die nächste Vorlage ohne diesen Ausbau auskommen. Bei allen anderen Punkten könnte man sich einigen, denke ich. Humbel: So leicht wird es nicht sein, einfach eine neue mehrheitsfähige Lösung zu finden. Die Säulen separat zu behandeln, haben wir schon versucht, es ist immer gescheitert. Und Rentenalter 65 für Frauen ist für viele noch immer ein rotes Tuch, solange es keine Lohngleichheit gibt. Das dürfen wir nicht unterschätzen. Keller-Sutter: Trotzdem: Alternativen gibt es immer. Man findet vielleicht nicht alles gut und muss auch mal Abstriche machen, aber es gibt nie nur eine Lösung. Letztlich ist es in der Politik immer eine Güterabwägung: Was gewichtet man höher, was weniger? Da kann man in guten Treuen zu unterschiedlichen Bewertungen kommen. Bei einem Nein müssten sich dann vielleicht erst mal die Sozialpartner auf Eckwerte verständigen, das würde sicherlich helfen.

Jede Rente wird individuell berechnet

und ist abhängig von der Höhe des Lohns, der Anzahl Beitragsjahre und dem Haushaltsmodell einer Person. Die Beispiele sind somit Modellrechnungen, die nicht für alle Personen gelten, sondern nur die Kostenverteilung in der Bevölkerung darstellen sollen.

Das erste Beispiel liest sich folgendermassen: Eine 24-jährige Person,

die nicht verheiratet ist und einen Monatslohn von 3500 Franken verdient, hat künftig monatliche Mehrausgaben von 40 Franken. Diese setzen sich zusammen aus der höheren Mehrwertsteuer (12 Franken) und höheren Abgaben (28 Franken). Dafür erhält die Person mit der Reform dereinst eine höhere Rente als ohne Reform. Und zwar 255 Franken pro Monat bei den Frauen und 237 Franken bei den Männern.

Für alle über 45 bietet die Vorlage Besitzstandswahrung. Weshalb eine derart grosszügige Frist? Humbel: Ich war eigentlich für eine Frist von zehn Jahren, weil eine Übergangslösung nur so lange gewährt werden soll, wie die Reform hält. Dennoch profitieren nicht einfach alle 45- bis 65-Jährigen, sondern nur die im BVG-Obligatorium bis zu einem Einkommen von rund 85 000 Franken. Keller-Sutter: Auch ich finde das sehr lang, aber damit könnte ich leben, wenn das der Sache dient.

Quelle: Bundesamt für Sozialversicherungen BSV

Jahre

Einkommen pro Monat: 3500 Franken

Die Reform kostet sie jetzt 40 Franken monatlich (28.– AHV- und BVGAbgaben, 12.– MwSt.) Ihre Rente erhöht sich um 255 Franken pro Monat Seine Rente erhöht sich um 237 Franken pro Monat

Einkommen pro Monat: 5200 Franken Die Reform kostet sie jetzt 32 Franken monatlich (18.– AHV- und BVG-Abgaben, 14.– MwSt.) Ihre Rente erhöht sich um 111 Franken pro Monat

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34 Jahre

Seine Rente erhöht sich um 21 Franken pro Monat

Einkommen pro Monat: 3500 Franken

Die Reform kostet sie jetzt 60 Franken monatlich (48.– AHV- und BVGAbgaben, 12.– MwSt.) Ihre Rente erhöht sich um 227 Franken pro Monat Seine Rente erhöht sich um 209 Franken pro Monat

Frau Keller-Sutter, verstehen wir das richtig: Wären diese 70 Franken nicht, könnten Sie der Vorlage zustimmen? Keller-Sutter: Es gibt schon noch ein paar andere Kröten zu schlucken, etwa eine stärkere Bürokratisierung bei den Pensionskassen und der weggefallene AHV-Freibetrag für erwerbstätige Rentner. Aber ja, das wäre kein Grund für eine Ablehnung der Reform.

Einkommen pro Monat: 5200 Franken Die Reform kostet sie jetzt 54 Franken monatlich (40.– AHV- und BVG-Abgaben, 14.– MwSt.) Ihre Rente erhöht sich um 99 Franken pro Monat

Seine Rente erhöht sich um 61 Franken pro Monat

Einkommen pro Monat: 7000 Franken Die Reform kostet sie jetzt 70 Franken monatlich (52.– AHV- und BVG-Abgaben, 18.– MwSt.) Illustration: VectorStock

In Deutschland gilt für Jahrgänge ab 1964 Rentenalter 67, in Island und Norwegen gilt es generell. Auch in der Schweiz wird man länger arbeiten müssen, wenn man das Rentenniveau halten will. Weshalb fällt es uns so schwer, das zu akzeptieren? Humbel: Die Menschen müssen vertrauen können, dass Ältere überhaupt Arbeit be-

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Ihre Rente erhöht sich um 69 Franken pro Monat

Seine Rente erhöht sich um 9 Franken pro Monat weitere Beispiele auf Seite 33


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MENSCHEN | MM36, 4.9.2017

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Beispiele

Einpersonenhaushalt

44 Jahre

Einkommen pro Monat: 3500 Franken

Die Reform kostet sie jetzt 77 Franken monatlich (65.– AHV- und BVGAbgaben, 12.– MwSt.) Ihre Rente erhöht sich um 175 Franken pro Monat Seine Rente erhöht sich um 157 Franken pro Monat

Ruth Humbel glaubt, dass eine andere, mehrheitsfähige Vorlage schwierig wird.

Ist die Jobsituation ab 50 wirklich der Hauptgrund, dass man sich bei dieser Reform nicht getraut hat, dem Volk zu sagen, dass das Rentenalter 67 unvermeidlich sein wird? Keller-Sutter: Viele haben halt einfach Angst, dass ihnen im letzten Lebens­ abschnitt nicht genügend Geld zum Leben bleibt, das ist ja auch verständ­ lich. In Deutschland und Skandina­ vien wurde die Erhöhung des Renten­ alters von der Regierung entschieden, das war leicht. Bei uns entscheidet das Volk. Es liegt an uns, die Zusam­ menhänge aufzuzeigen, bis das Volk einsieht, dass daran kein Weg vor­ beiführt: Entweder müssen wir län­ ger arbeiten oder mehr Steuern und Abgaben bezahlen. Humbel: Deshalb braucht es diese Reform, weil sie die Renten bis 2030 stabilisiert – dann kann man auch über das Rentenalter reden, zum Beispiel über eine schrittweise Erhöhung von ein, zwei Monaten pro Jahr. Bei einem Nein hingegen haben wir einen Scherbenhaufen, die AHV rast ins Defizit und die Milliardenumverteilung im BVG geht weiter. Wir müssen dann wieder von vorn anfangen, was die Debatte ums

Rentenalter umso schwieriger macht. Viele verstehen rein rational, dass es wohl nicht anders gehen wird, aber am Ende entscheidet oft das Bauchgefühl.

Ihre Rente erhöht sich um 61 Franken pro Monat

Viele Junge glauben nicht, dass sie überhaupt noch eine Rente erhalten. Halten Sie das für möglich? Keller-Sutter: Nein, es wird immer eine Rente geben – die Frage ist zu welchen Bedingungen. Wer zahlt wie viel für welche Leistung? Aber solange uns der Wohlstand erhalten bleibt, wird immer die Bereitschaft da sein, die Rente auch für kommen­ de Generationen zu finanzieren. Humbel: Das sehe ich genauso – mit diesen Untergangsfantasien kann ich gar nichts anfangen. Wie und wann planen Sie selbst Ihren Abschied vom Arbeitsleben? Und denken Sie, Sie müssen sich dann finanziell einschränken? Humbel: Bei mir ist es ja schon relativ nah, und wenn die Vorlage durch­ kommt, bin ich der erste Jahrgang mit Rentenalter 65. Ich plane einen sanf­ ten Abschied, werde wohl noch ein paar ehrenamtliche Funktionen ausüben, die mir mehr Freizeit erlau­ ben als heute. Gewisse finanzielle Einschränkungen wird es geben, aber genug zum Leben wird da sein. Keller-Sutter: Bei mir dauert es noch etwas länger, und ich erwarte schon, dass das Einkommen nicht mehr gleich sein wird wie jetzt. Bis dahin liegt das Rentenalter ja vielleicht wirklich bei 67 Jahren. Mit meinem Mann diskutiere ich jedenfalls schon heute regelmässig über die Pensionierung, wir beobachten in unserem Umfeld, wer es gut macht und wer weniger. Wenn es die Ge­ sundheit erlaubt, werde ich auf jeden Fall noch in irgendeiner Form tätig bleiben, das hält fit. MM

Seine Rente erhöht sich um 22 Franken pro Monat

Einkommen pro Monat: 7000 Franken Die Reform kostet sie jetzt 77 Franken monatlich (59.– AHV- und BVG-Abgaben, 18.– MwSt.) Ihre Rente erhöht sich um 20 Franken pro Monat

54 Jahre

Seine Rente senkt sich um 40 Franken pro Monat

Einkommen pro Monat: 3500 Franken

Die Reform kostet sie jetzt 76 Franken monatlich (64.– AHV- und BVGAbgaben, 12.– MwSt.) Ihre Rente erhöht sich um 103 Franken pro Monat Seine Rente erhöht sich um 86 Franken pro Monat

Einkommen pro Monat: 5200 Franken Die Reform kostet sie jetzt 48 Franken monatlich (34.– AHV- und BVG-Abgaben, 14.– MwSt.) Ihre Rente erhöht sich um 108 Franken pro Monat

Seine Rente erhöht sich um 70 Franken pro Monat

Einkommen pro Monat: 7000 Franken Die Reform kostet sie jetzt 55 Franken monatlich (37.– AHV- und BVG-Abgaben, 18.– MwSt.) Illustration: VectorStock

kommen. Viele jedoch haben heute schon in ihren 50ern Mühe, einen Job zu finden. Es liegt an der Wirtschaft und den Arbeitgebern, dies zu ändern und Vertrauen zu schaffen. Keller-Sutter: Das sehe ich genauso. Es bedingt aber auch, dass sich die Arbeitnehmer fit halten für den Arbeitsmarkt und sich weiterbilden. Ich denke dennoch, dass sich dieses Problem entspannen wird – es wer­ den so viele gut qualifizierte Leute in den nächsten zehn Jahren pensio­ niert, dass es gar nicht anders gehen wird. Insbesondere weil ja auch die Zuwanderung begrenzt werden soll.

Einkommen pro Monat: 5200 Franken Die Reform kostet sie jetzt 61 Franken monatlich (47.– AHV- und BVG-Abgaben, 14.– MwSt.)

Ihre Rente erhöht sich um 131 Franken pro Monat

Seine Rente erhöht sich um 70 Franken pro Monat

Migros-Pensionskasse sagt Ja: Seite 35


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MENSCHEN | MM36, 4.9.2017

35

Beispiele

Ehepaar mit zwei Kindern Stellungnahme der Migros-Pensionskasse

24

Ja zur Reform

Jahre

Reformen benötigen Kompromisse. Aus Sicht von Jörg Zulauf, Präsident der Migros-Pensionskasse, ist der Kompromiss zur Sicherung der Altersvorsorge ein vernünftiger. Es brauche möglichst rasch sinnvolle Massnahmen zur finanziellen Stabilisierung der Rente. Text: Jörg Zulauf

In unserem System ist eine Sozialreform immer von Kompromissen begleitet. Es ist wichtig, dass sich alle Sozialpartner über den Reformbedarf einig sind und Hand bieten für vernünftige Lösungen. Den Glauben an den grossen Wurf, der die drei Säulen über Jahrzehnte hinaus sichert und bei einer Volksabstimmung eine Mehrheit findet, halte ich für ebenso naiv wie die Meinung, es gebe eine Patentlösung. Die Schweiz (wie übrigens auch die Migros) verändert sich evolutionär, Schritt für Schritt. Deshalb befürworte ich diese Abstimmungsvorlage, auch wenn sie Elemente enthält, bei denen man sich fragen kann, ob sie notwendig und sinnvoll sind – etwa die Erhöhung der AHV-Rente um einheitlich 70 Fran-

Einkommen pro Monat: 11 000 Franken (7400.–/3600.–) Die Reform kostet sie jetzt 79 Franken monatlich (49.– AHV- und BVG-Abgaben, 30.– MwSt.) Ihre Rente erhöht sich um 346 Franken pro Monat Einkommen pro Monat: 14 000 Franken (9400.–/4600.–) Die Reform kostet sie jetzt 78 Franken monatlich (42.– AHV- und BVG-Abgaben, 36.– MwSt.) Ihre Rente erhöht sich um 227 Franken pro Monat

Jörg Zulauf (59), Finanzchef der Migros und Präsident der Migros-Pensionskasse

34 Jahre

ken für Neurentner oder die sehr lange Frist von 20 Jahren für die Übergangsgeneration. Entscheidend sind jedoch die guten und notwendigen Massnahmen, darunter das gleiche Rentenalter für Mann und Frau, flexibilisierte Pensionierungsmöglichkeiten in der AHV oder die Verbesserung des Vorsorgeschutzes für tiefere Einkommen im BVG. Auch die leichte Erhöhung in zwei Schritten von je 0,3 Prozent Mehrwertsteuer zugunsten der AHV und die Senkung des BVG-Mindestumwandlungssatzes von 6,8 auf 6,0 Prozent unter Beibehaltung des heutigen Leistungsniveaus sind für mich sinnvolle und notwendige Massnahmen. Wir müssen uns natürlich bewusst sein, dass wir wohl in zehn Jahren weitere Anpassungen diskutieren müssen, da die vorliegende Reform die finanzielle Stabilität der Altersvorsorge nur bis 2030 sichert. Aber schon heute besteht Handlungsbedarf. Nutzen wir also die Gelegenheit, diese ersten, sinnvollen Massnahmen nun umzusetzen. MM

Einkommen pro Monat: 8700 Franken (5800.–/2900.–)

Die Reform kostet sie jetzt 125 Franken monatlich (101.– AHV- und BVGAbgaben, 24.– MwSt.)

Ihre Rente erhöht sich um 428 Franken pro Monat

Einkommen pro Monat: 11 000 Franken (7400.–/3600.–) Die Reform kostet sie jetzt 130 Franken monatlich (100.– AHV- und BVG-Abgaben, 30.– MwSt.) Ihre Rente erhöht sich um 308 Franken pro Monat

Illustration: VectorStock

Ein vernünftiger Mittelweg

Die Reform kostet sie jetzt 78 Franken monatlich (54.– AHV- und BVGAbgaben, 24.– MwSt.)

Ihre Rente erhöht sich um 478 Franken pro Monat

D

ie Schweiz mit ihrem 3-Säulen-Ansatz hat meiner Ansicht nach das beste Rentensystem in Europa: AHV/IV (finanziert im Umlageverfahren) plus unternehmerische Pensionskasse (Finanzierung durch Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Kapitaldeckungsverfahren) plus steuerbegünstigtes Privatsparen. Dieses System gilt es zu bewahren, auch wenn gewisse Protagonisten immer wieder versuchen, die Aufgaben und Gewichte dieser drei Bereiche zu vermischen. Eine Trennung der Teilaufgaben, die den drei Säulen zugedacht sind, ist jedoch der einzig Erfolg versprechende Ansatz. Ausserdem müssen alle drei Systeme in sich sicherstellen, dass sie vernünftig finanziert sind. Demografische Veränderungen, längere Lebenserwartung und anhaltende Tiefzinsaussichten führen dazu, dass wir unsere heutige Altersvorsorge anpassen müssen, damit sie auch in Zukunft solide dasteht.

Einkommen pro Monat: 8700 Franken (5800.–/2900.–)

Einkommen pro Monat: 14 000 Franken (9400.–/4600.–) Die Reform kostet sie jetzt 127 Franken monatlich (91.– AHV- und BVG-Abgaben, 36.– MwSt.) Ihre Rente erhöht sich um 202 Franken pro Monat weitere Beispiele auf Seite 37


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Einkommen pro Monat: 11 000 Franken (7400.–/3600.–) Die Reform kostet sie jetzt 152 Franken monatlich (122.– AHV- und BVG-Abgaben, 30.– MwSt.) Ihre Rente erhöht sich um 208 Franken pro Monat Einkommen pro Monat: 14 000 Franken (9400.–/4600.–) Die Reform kostet sie jetzt 142 Franken monatlich (106.– AHV- und BVG-Abgaben, 36.– MwSt.) Ihre Rente erhöht sich um 118 Franken pro Monat

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Migros-Welt MM36

Zahl der Woche

7 200 000

7,2 Millionen Liter Sirup stellte der M-Industriebetrieb Aproz letztes Jahr her. Das sind fast zwei olympische Schwimmbecken voller Sirup.

Migros-Lehrberufe

Cleverer Netzwerker Nicola Greub (17) ist im zweiten Lehrjahr zum Informatiker Fachrichtung Systemtechnik bei den Migros-Verteilbetrieben Suhr.

«Wir unterhalten die IT-Infrastruktur. Dazu gehören Netzwerke, Server und die Reparatur von Computer-Hardware.»

Migros-Kulturprozent

Bild: Paolo Dutto

Jugendliches Kammerorchester auf dem Land Nicht im KKL, sondern im ländlichen Raum will die Sinfonietta Lucerne, bestehend aus 17 jungen Musikstudenten und Profimusikerinnen, aufspielen. Ihr Ziel ist es, das Kulturtreiben klassischer Orchester auf dem Land zu beleben. Mit Unterstützung des Kulturprozents der Migros Luzern gibt die Sinfonietta Lucerne unter dem Motto «Czech folklore» Konzerte in Beromüns-

ter (4.10.), Schüpfheim (8.10.) sowie im Kloster Baldegg (11.10.). Marius Brunner (im Bild links) leitet das Kammerorchester. Der Zürcher Bariton Serafin Heusser wirkt als Solist mit. Es gibt 2 × 2 Tickets pro Konzert zu gewinnen. Teilnahme auf www.migrosluzern.ch

Mehr von der Migros Luzern ab Seite 87


40

MM36, 4.9.2017 | MIGROS-WELT

Kickstart Accelerator

Förderung für Start-ups Das Start­up­Förder­ programm Kickstart Accelerator unterstützt in diesem Jahr 30 neu gegründete Unternehmen. Sie stammen aus 15 verschiedenen Län­ dern und kommen nun nach Zürich, um hier ihre Ideen zu entwickeln und voranzutreiben. Ziel von Kickstart Accele­ rator ist es, die Schweiz im Bereich der neuen Technologien an die Spitze zu bringen. Die Jungunternehmer erhal­ ten finanzielle Förderung und können mit etablier­ ten Unternehmen zu­ sammenarbeiten. Die Migros ist mit ihrem Förderfonds Engagement Partner der ersten Stunde des Programms und hat dessen Lancie­ rung massgeblich mit­ gestaltet. Jowa

Toastbrot ohne Konservierungsstoffe

Wettbewerb

Reise ins Silicon Valley zu gewinnen

Auf der Site «Zoom» können Kinder Kunstwerke spielerisch kennenlernen. Hinduismus

In Mythen eintauchen Das Museum Rietberg in Zürich bietet neu die interaktive Website «Zoom» an, die schon für Kinder ab acht Jahren geeignet ist. Sie macht hinduistische Gemälde und Skulptu­ ren aus der indischen Sammlung des Museums auf ganz neue Art erlebbar: Nutzer der Site können Kunstwerke in allen drei Dimensionen betrachten und in die Mythen des Hinduismus

Alle Toastbrote der Migros­Bäckerei Jowa werden neu ohne Konservierungsstoffe hergestellt. Auf der Ver­ packung ist dies ab sofort vermerkt. Um die Produkte gemäss der neuen Rezeptur her­ zustellen, waren ein Umbau der regionalen Bäckerei Volketswill und Investitionen in der Höhe von zehn Millionen Franken nötig. Die Toastbrote, die zur Hauptsache aus Mehl, Wasser, Hefe und Salz bestehen, entsprechen einem Kundenwunsch: Die Konsumentinnen und Konsumenten schätzen heute einfach zusammengesetzte Lebensmittel ohne Konservierungsstoffe.

eintauchen. «Zoom» soll den Museumsbesuch nicht ersetzen, sondern ergänzen und vorbereiten. Die Website ist im Rahmen des Projekts «Kunst sehen – Religion verstehen» entstanden, das vom Förderfonds Engagement Migros unterstützt wird. Mehr Infos: www.rietberg.ch/zoom

Am 5. September schreibt das Migros­Kulturprozent den Wettbewerb bugnplay.ch aus. Kinder und Jugendliche sind zum Basteln, Tüfteln und Pro­ grammieren aufgerufen. Es geht darum, etwas Originelles zu erschaffen, sei es nun einen Roboter, einen digitalen Trick­ film oder ein Computergame. Zu gewinnen gibt es Geld­ preise im Gesamtwert von 10 000 Franken und eine Reise ins Silicon Valley. Seit dem Start von bugnplay im Schuljahr 2005/2006 haben rund 1300 Kinder und Jugend­ liche bei dem Wettbewerb mitgemacht. Alle Infos zum Wettbewerb: www.bugnplay.ch

Neue SRF-Sendung

Golf spielend quer durch die Schweiz

Vom Genfer- bis zum Bodensee: Julian Thorner und Anic Lautenschlager golfen sich durchs Land.

«Ready, Steady, Golf!» heisst die neue Sendung von SRF 3 und SRF zwei. Die Moderato­ ren Anic Lautenschlager und Julian Thorner treten mit ihren Teams in einem Golfwett­ kampf gegeneinander an. Sie spielen sich an fünf Tagen über Stock und Stein durch die Schweiz. Am 11. September geht es am Genfersee los. Wer seinen Golfball zuerst im Bodensee versenkt, hat ge­ wonnen. Lanciert wird die Sen­ dung mit den Moderatoren am 10. September im Migros Golfpark Moossee in Mün­ chenbuchsee BE. Dort gibts ein «Ready, Steady, Golf» zum Mit­ spielen. Die Migros Golfparks sind Partner der Sendung. 11.–15. September: SRF3, 6–19 Uhr; www.srf3.ch; SRF zwei 19–19.55 Uhr


MIGROS-WELT | MM36, 4.9.2017

41 Klipp und klar

«Angebot massiv ausbauen»

Lukas Sramek, neuer CEO der Migros-

Tochter M-way

Die Klubschule Migros entspannt die Schweiz. Zusammen mit der Migros-Gesundheitsinitiative «iMpuls» lädt die Weiterbildungsinstitution am 30. September zum Tag der Entspannung ein. An 38 Standorten in der ganzen Schweiz können Entspannungstechniken gratis kennengelernt und ausprobiert werden. Angeboten werden Tai-Chi, Yoga, Qigong oder auch die Mindfulness-Based Stress Reduction (MBSR), auf Deutsch «Stressbewältigung durch Achtsamkeit». Klubschule Migros

Angebote und Anmeldung: www.klubschule.ch/entspannungstag

Schicken Sie uns Ihr Migros-Bild und gewinnen Sie einen Einkaufsgutschein im Wert von 50 Franken. Wenn auf Ihrem Foto ein Migros-Zusammenhang zu erkennen ist, sind Sie dabei. Hochladen: www. migmag.ch/blickfang

Bilder: Keystone; gpointstudio; zVg

Blickfang

Turm aus Joghurtbechern «Als meine Enkel noch klein waren, hiessen die Léger-Joghurts noch Slimline. Das war damals mein Frühstücksjoghurt. Die Kleinen bauten mit den gesammelten leeren Bechern herrliche Objekte. Und zum Schluss brachte ein Tennisball mit lautem Getöse die Kunstwerke zum Einsturz.» Gaby Kirschbaum, Killwangen AG

1

M-way startete 2011 als Pionier der E-Mobilität. Welche Relevanz hat M-way heute noch? Mit 28 Shops sind wir schweizweit präsent. Unseren Kunden bieten wir in einem stark wachsenden Markt die grösste E-Bike-Auswahl des Landes. Hinzu kommt unser riesiges Zubehörsortiment und eine spezialisierte Beratung. Damit untermauern wir auch zukünftig unsere Kernbotschaft «für E-Bikes zu M-way».

2

Mit welchen persönlichen Zielen übernehmen Sie die Leitung von M-way? M-way soll sich auf der eingeschlagenen Erfolgsspur weiterentwickeln. Wir wollen unsere Position als Marktführer im E-Bike-Fachhandel weiter stärken und ausbauen.

3

Wie soll sich das Angebot von M-way weiterentwickeln? Die technischen Entwicklungen in unserer Branche sind rasant. Daran richten wir unser Fahrzeug- und Zubehörsortiment weiterhin aus. Und wir werden unsere Dienstleistungsangebote massiv erweitern. MM


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MIGROS-WELT | MM36, 4.9.2017

Dimophora migrosi: Seraina Klopfstein hat die Wespenart in einer Museums­ sammlung entdeckt.

43

Forschung

Eine Wespe namens Migrosi Seraina Klopfstein hat in Australien eine bislang unbekannte Wespenart entdeckt und sie nach der Migros benannt – als Hommage an deren Engagement für die Artenvielfalt. Text: Andreas Dürrenberger

Bilder: Lisa Schäublin, NMBE; Seraina Klopfstein

W

espen sind nicht gerade Sympathieträger. Vor allem dann nicht, wenn sie einem beim Essen draussen im Spätsommer um den Kopf schwirren. Und doch: «Wespen übernehmen in der Regulation eines Ökosystems eine wichtige Rolle, etwa als Gegenspieler von Schädlingen», erklärt Seraina Klopfstein (36). Die Biologin forscht am Naturhistorischen Museum Bern und war als Postdoktorandin in Australien tätig. Dort hat sie im Rahmen ihrer Forschungen eine neue Wespenart entdeckt. Als Entdeckerin kam ihr die Ehre zu, der neuen Art einen Namen zu geben: Dimophora migrosi heissen die knapp ein Zentimeter langen, orange gefärbten Insekten nun. Benannt sind sie tatsächlich nach der Migros, wie Klopfstein lachend bestätigt. «Beim Namen schwingt

durch meine Zeit in Australien natürlich ein bisschen Heimweh mit, und die orange Färbung passt auch sehr gut. Vor allem aber habe ich bei der Namensgebung an das Engagement der Migros für die Natur und die Biodiversität gedacht.» Viele Arten noch unentdeckt

Down Under eine neue Tierart zu entdecken, sei allerdings gar nicht so ungewöhnlich. «In Australien sind im Gegensatz zu Europa erst etwa zehn Prozent der Insektenarten wissenschaftlich erfasst und beschrieben», sagt Klopfstein. «Das macht es natürlich schwierig, invasive Arten zu erkennen, die ins Land eingeschleppt werden und das Ökosystem schädigen können.» Deshalb sei die Erforschung der Biodiversität besonders wichtig. In Museen und Universitäten lagern grosse Sammlungen von Tieren, die

noch nicht ausgewertet sind. In einer solchen Sammlung hat Klopfstein auch die Migros-Wespe entdeckt und sie anschliessend wissenschaftlich beschrieben. «Dimophora migrosi ist eine parasitäre Art, steht also ökologisch zwischen Räuber und Parasit. Sie legt ihre Eier in Mottenlarven ab. Die Wespenlarven fressen das Wirtstier und schlüpfen nach deren Verpuppung.» Insekten, die sich so fortpflanzen, kommen beispielsweise als natürliche Schädlingsbekämpfer zum Einsatz. Ob auch die Migros-Wespe für solche Zwecke geeignet ist, lässt sich gemäss Klopfstein noch nicht sagen. «Dazu muss die Art noch besser untersucht werden. Bei meiner Forschung geht es zuerst einmal um das Festhalten der Artenvielfalt.» MM Infos zum Einsatz der Migros für die Biodiversität: generation-m.ch/natur


44

MM36, 4.9.2017 | MIGROS-WELT

Woodvetia

Dutti aus Eibe

Das Bundesamt für Umwelt lässt 20 berühmte Schweizer in Holz nachbilden. Nun ist die Statue von Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler enthüllt worden. Aus zäher Eibe, direkt vom Üetliberg.

D

ie wichtigste Eigenschaft einer gelungenen Statue ist die Wiedererkennbarkeit für den Betrachter. Als sich der Zürcher Bildhauer Inigo Gheyselinck anschickte, Gottlieb Duttweiler zu verewigen, griff er deshalb auf ein weithin bekanntes Foto des Migros-Gründers zurück. Hut und Stumpen helfen beim Wiedererkennen, bergen aber auch Gefahren: Wegen der Zigarre zeigen die Mundwinkel nach unten, was dem Gesicht einen ziemlich grimmigen Ausdruck verleiht. «Eine kleine Ungenauigkeit – und plötzlich sieht Dutti wie ein böser Gangster aus», sagt Gheyselinck lachend. Das ist jedoch nicht geschehen: Der 36-jährige Künstler ist zufrieden mit seiner Figur, die am 22. August im Park im Grüene in Rüschlikon ZH enthüllt wurde. Duttweiler ist eine von insgesamt 20 Holzfiguren berühmter Schweizer Persönlichkeiten, die Gheyselinck im Rahmen der Kampagne «Woodvetia» im Auftrag des Bundesamts für Umwelt schnitzt. Ziel ist es, die Öffentlichkeit für die Bedeutung der heimischen Holzbranche zu sensibilisieren. Schweizer Holz hat es aus Preisgründen schwer gegen die ausländische Konkurrenz. Eine funktionierende Waldbewirtschaftung ist aber wichtig für das Land: Einerseits hängen an der Wertschöpfungskette viele Arbeitsplätze, vom Forstbetrieb und der Sägerei bis zur Zimmerei und Schreinerei. Andererseits bindet ein junger und gepflegter Wald mehr CO2, säubert und speichert

mehr Wasser, was wiederum vor Erdrutschen schützt. Alle 20 «Woodvetia»-Figuren werden deshalb aus Schweizer Holz gefertigt. Darunter befindet sich etwa die Schriftstellerin Johanna Spyri (Maienfelder Waldföhre), Skispringer Simon Ammann (Toggenburger Fichte) und Eisenbahnpionier Alfred Escher (Zürcher Eiche). Der jeweilige Baum soll aus dem Raum stammen, wo die Persönlichkeit lebte, und seine Art etwas über sie aussagen. Das Holz für die Figur Duttweilers stammt vom Zürcher Uetliberg, und zwar von einer Eibe. «Duttweiler war eine sehr spezielle Persönlichkeit, und die Eibe ist auch eine sehr spezielle Holzart», sagt Holzfachmann Christian Bider von Aecherli-Holz Regensdorf ZH. «Sehr dauerhaft, sehr zäh.» Eigenschaften, die auch Publizist und DuttweilerBiograf Karl Lüönd im MigrosGründer erkennt: «Er war hartnäckig, listenreich, manchmal sogar ziemlich angriffig. Und gleichzeitig jemand, der es sehr gut mit Menschen konnte, weil er die Menschen mochte.» Jeder Baumstamm ein Unikat

Mit diesen Informationen und anhand von Fotos erstellt Gheyselinck zunächst eine Tonvorlage vom Kopf Duttweilers. In dieser frühen Phase hat Ton gegenüber Holz einen entscheidenden Vorteil: «Man kann hinzufügen, man kann abtragen, was Holz eben nicht erlaubt. Das ist ein langes Spiel, eine Annäherung und letztlich eine Verstärkung jener

charakterlichen Elemente, die eine Person wirklich ausmachen.» Die fertige Tonvorlage wird anschliessend mit einem 3-D-Scanner erfasst und digital weiter verfeinert. Für den Rumpf posiert ein Mann mit ähnlicher Postur und Kleidung und wird ebenfalls eingescannt. Nun kommt erstmals Holz ins Spiel: Die Daten aus dem 3-DScanner werden in eine CNC-Fräse eingespeist, die in Hunderten von Durchläufen Stück um Stück aus den Holzblöcken abträgt. Allein der Kopf Duttweilers brauchte zwölf Stunden. Das Holz für den Kopf ist aus mehreren Stücken zusammengeleimt, um Risse zu verhindern. Anders beim Rumpf – hier sind Verwerfungen durchaus erwünscht: «Holz hat eine Struktur, Maserungen und Verästelungen, die ihm Leben einhauchen», sagt Gheyselinck. «Jeder Baumstamm ist ein Unikat mit einer eigenen Geschichte, ohne die eine Figur austauschbar wird.» Nach der CNCFräse ist wieder Handarbeit angesagt. In seinem Atelier im aargauischen Turgi verleiht Gheyselinck der Figur den Feinschliff. Anschliessend werden Kopf und Rumpf zusammengefügt, verleimt und die ganze Figur zum Schutz mit Öl behandelt. Auch Migros-Chef Herbert Bolliger ist von der Dutti-Figur angetan: «Er hat immer sehr langfristig gedacht. Neben dem unternehmerischen Erfolg auch Verantwortung für die Gesamtgesellschaft wahrzunehmen, das machte ihn speziell.» MM Mehr Bilder und Making-of-Film: www.migrosmagazin.ch/duttweiler-in-holz

Bilder: Bruno Augsburger (3), Roger Hofstetter, Thomas Egli, zVg

Text: Kian Ramezani


MIGROS­WELT | MM36, 4.9.2017

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1

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5

1 Inigo Gheyselinck (r.)

Forest Stewardship Council

bei der Holzauswahl

Schweizer Holz in der Migros

2 Holzfachmann

Christian Bider bereitet das Eibenholz vor. 3

Die Migros verkauft auch Produkte aus Schweizer Holz, das zusätzlich FSC-zertifiziert ist. Aus Sicht der Migros ergänzen sich das Herkunftszeichen Schweizer Holz (HSH) und das Label FSC (Forest Stewardship Council) optimal, da hiesiges Holz aus ausgewiesen nachhal­ tiger Waldwirtschaft stammt, wofür sich FSC in der Schweiz und auf der ganzen Welt verbürgt. Schweizer Holz verkauft die Migros vor allem bei Bauholz, Brennholz und Holzharassen.

3 Gheyselinck arbeitet an der Tonvorlage. 4 Mit den Daten aus

dem 3D-Scanner kann eine CNC-Fräse den Kopf Duttweilers aus dem Holzblock herausarbeiten. 5 Gheyselinck verleiht

Duttweiler den letzten Schliff. 6 Migros-Chef Herbert

Bolliger und Ursula Nold, Präsidentin der Migros-Delegiertenversammlung, bei der 4 Enthüllung der Statue

Ein Teil von

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MM36, 4.9.2017 | MIGROS-WELT

Freude am Geschmack

Knuspriger Franzose Wer ein rustikales Stangenbrot sucht, entdeckt jetzt im Sortiment der Migros-Hausbäckereien einen echten Klassiker: das Baguette Traditionelle. Sein mildes Aroma mit süssen Röstnoten resultiert aus einer langen Teigruhe. Text: Jacqueline Vinzelberg

Bei unseren westlichen Nachbarn ist das Baguette der Brotklassiker schlechthin. Dabei sei die Weizenbrotstange ursprüng­ lich in Wien erfunden worden, heisst es. Sauerteig und eine lange Teigführung, also eine lange Teigruhe, geben dem Weizen­ brot sein luftiges Inneres, seine knusprige Kruste und seinen charakteristischen Geschmack. Dieser ist mild, leicht säuer­ lich und zeichnet sich durch dezente, süssliche Röstnoten aus, die an Zwieback oder Holzofenpizza erinnern. Auffallend ist ausserdem ein leichtes Maisaroma. Es bringt die herzhaften Noten von Trocken­ fleisch wie etwa Bresaola gut zur Geltung.

Serviertipp

Unsere Geschmacksexperten von Migusto haben das Baguette Traditionelle in «TerraSuisse»Qualität degustiert. Sie empfehlen als Traumpartner Trockenfleisch mit Meerrettich-Mousse.

3 EL Meerrettich-Creme aus der Tube mit 6 EL steif geschlagenem Rahm mischen und ca. 1 Stunde kühl stellen. Nocken abstechen und zum Trockenfleisch, z. B. Bresaola, mit Baguette servieren. Nach Belieben mit frischem Pfeffer würzen und mit Essiggurken garnieren.


MIGROS-WELT | MM36, 4.9.2017

Aktuell im September: Baguette Traditionelle

Mehr zu Geschmack: www.freude-amgeschmack.ch

Sylvain Cogne ist Bäcker in der Migros-Filiale Servette in Genf. Er ist einer von den rund 900 Backprofis, die in den 130 Hausbäckereien mehrmals täglich backen. So ist das Brot bis Ladenschluss stets frisch und warm erhältlich.

Sylvain Cogne (29)

«Brot soll eine luftige Krume und eine schöne Kruste haben» Was schätzen Sie an Ihrem Beruf? Ich habe grossen Spass an meiner Arbeit. Denn ich kann den Kunden mit feinem Brot aus hochwertigen Zutaten eine Freude machen. Was ist für Sie das Wichtigste am Brot? Ein Brot soll für meinen Geschmack eine luftige Krume – so heisst das Brotinnere – und eine schöne Kruste haben, die durchs Backen richtig goldbraun geworden ist. Backen Sie auch zu Hause? Oh ja, daheim backe ich sehr gern und oft. Zum Beispiel am Wochenende Croissants oder Zopf. Manchmal kommen auch Freunde vorbei, die sehen wollen, wie man frische Croissants oder ein feines Brot macht. Dann backen wir zusammen und essen danach auch gemeinsam. Welches Brot würden Sie noch erfinden? Ein Marronibrot mit Honig. MM TerraSuisse-Getreide stammt aus nachhaltiger Schweizer Landwirtschaft, die Lebensräume für seltene Wildtiere und -pflanzen schafft. Auf die Verwendung verschiedener chemischer Hilfsmittel wird verzichtet. Ein Teil von

Die Migros ist mit ihrem Engagement für Nachhaltigkeit seit Generationen der Zeit voraus.

Bild und Styling: Veronika Studer, Gaëtan Bally

Serie So schmeckt das Brot des Monats

Baguette Traditionelle, 280 g Fr. 2.70 Erhältlich in allen Migros-Filialen mit Hausbäckerei

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Grönland-Expedition

Eismeer und Diskobucht erleben mit der legendären MS Fram

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Diskobucht Kommen Sie mit uns auf eine eindrückliche Reise entlang der Westküste Grönlands. Entdecken Sie unter anderem die bekannte Diskobucht und farbige Dörfer auf Ihrer Expedition. 1. Tag: Zürich – Kangerlussuaq Flug von Zürich nach Kangerlussuaq. Am Abend erwartet Sie Ihr Schiff, die MS Fram. Bald heisst es „Leinen los“. Halten Sie unterwegs Ausschau nach gigantischen Eisbergen, Fjorden und spektakulären Landschaften. 2. Tag: Sisimiut Im Laufe des Tages erreichen Sie Sisimiut, die zweitgrösste Stadt Grönlands. Wie überall auf Grönland wahrt man auch in diesem modernen Ort die alten Traditionen. Überzeugen Sie sich auf einem optionalen Ausflug selbst davon und besuchen Sie z.B. Kunsthandwerker bei der Arbeit. 3. Tag: Qeqertarsuaq Weiter geht die Fahrt zur Vulkaninsel Disko. Begeben Sie sich in der Stadt Qeqertarsuaq zum Beispiel im örtlichen Museum auf die Spuren der Geschichte der Insel. 4. Tag: Uummannaq Am Fusse des herzförmigen Bergs liegt die Stadt Uummannaq. Lassen Sie sich

Mächtige Eisberge von dieser malerischen Stadt bezaubern und tauchen Sie ein in die Inuitkultur, die hier bis heute gelebt wird. 5. Tag: Ukkusissat Wenn Sie in Ukkusissat an Land gehen, werden Sie mit Tanz und Gesang am Pier empfangen und von den Einheimischen stolz in ihr Dorf geführt. 6. Tag: Illorsuit Gerade mal 90 Personen leben in Illorsuit, wo Sie an Häusern vorbeikommen, vor denen die Wäsche und Walfleisch nebeneinander getrocknet werden. 7. Tag: Camp Frieda Sie besuchen «Camp Frieda». Erfahren Sie auf dem Schiff, welch lustige Geschichte hinter dem Namen steckt. Der Eqip Sermia Gletscher in der Nähe bietet Ihnen ein unglaublich besonderes Naturschauspiel. 8. – 10. Tag: Ilulissat – Itilleq Ilulissat ist die drittgrösste Stadt Grön-

Kleines, wendiges Schiff lands. Die gigantischen Eisberge, die vor der Stadt auf Grund gelaufen sind, verursachen eine eindrückliche Geräuschkulisse. Das Echo des Knackens und Grollens ist über den ganzen Fjord zu hören. Itilleq ist umgeben von majestätischen Bergen und wird auch als «Dorf am Polarkreis» bezeichnet, denn nur rund 200 m südlich des Dorfkerns verläuft der Polarkreis. Die örtliche Kirche hat eine besondere Geschichte: Sie wurde 1930 in Thule erbaut und über 30 Jahre später nach Itilleq transportiert. 11. Tag: Kangerlussuaq – Kopenhagen Nach der Ausschiffung unternehmen Sie eine letzte Exkursion zu Grönlands Eisdecke. Ein gemeinsames Abendessen auf der Eiskappe rundet Ihre Reise ab. Abflug am Abend. 12. Tag: Kopenhagen – Zürich Umsteigen in Kopenhagen und Weiterflug nach Zürich.

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MIGROS-WELT | MM36, 4.9.2017

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Monika Liechti ist Projekt­ leiterin Club­Management bei Famigros und Mutter eines siebenjährigen Jungen.

Monika Liechti

«Mit Flexibilität läuft der Ausflug entspannt ab»

«In der Schweiz gibt es unzählige Ausflugsziele, die der ganzen Familie Spass machen.» Monika Liechti, Projektleiterin Famigros

Famigros

Ideenwelt für Eltern Sie planen einen Kurztrip mit den Kindern und sind noch unschlüssig, wohin die Reise gehen soll? Auf seiner neuen Website bietet der Familienclub Famigros über 300 Ausflugsideen mit wertvollen Tipps für die Organisation. Text: Angela Obrist

Bilder: Getty Images; zVg

I

n der Freizeit als Familie etwas zu erleben, fördert den Zusammenhalt im Alltag. Manchmal kann der schöne Traum von einem spannenden Ausflug mit glück­ lichen Kindern aber auch zum Albtraum werden. Da reicht es oft schon, wenn plötzlich das Wetter umschlägt. Oder ganz schlimm: Man ist bereits unterwegs, und es stellt sich heraus, dass die unterschied­ lichen Wünsche aller Beteilig­ ten überhaupt nicht unter einen Hut zu bringen sind. Es geht jedoch auch anders. Wenn Eltern einige Aspekte berücksichtigen, steigen die Aktien für ein harmonisches

Gemeinschaftserlebnis. Ein Beispiel: Ist der Altersunter­ schied bei den Kindern so gross, dass die Interessen nicht über­ einstimmen, lohnt es sich, den Ausflug in Etappen zu planen. Etwa so: Nach dem Kasperli­ theater für den Kleinen gibts gleich anschliessend den Aben­ teuerspielplatz für den Grossen. Famigros, der Familienclub der Migros, hält eine Fülle von Ausflugsangeboten bereit. Wer die neugestaltete Website www.famigros.ch besucht, findet dort unter dem Stichwort «Ausflüge» eine Übersicht attraktiver Destinationen in der ganzen Schweiz, die sich nach Region, Themenbereich,

Infrastruktur, Lebensphase der Kinder und Saison filtern lässt. Mit nur wenigen Klicks kann man sich über Details informieren – zum Beispiel, ob es vor Ort eine Wickelmöglichkeit gibt. Je nach Lust und Laune ist unterwegs per Smartphone rasch eine pas­ sende Alternative gefunden. Neben Ausflugsideen bietet die Plattform praktische Tipps und Inspiration für den Fami­ lienalltag. Das Spektrum reicht von Schwangerschaft und Baby über gesunde Ernährung und kreatives Kochen bis zur Orga­ nisation und Ausgestaltung eines Kindergeburtstags. www.famigros.ch

Wie lautet Ihr Erfolgsrezept für einen Familienausflug? Ich achte darauf, dass der Ausflug für jedes Familien­ mitglied etwas Schönes bereit­ hält. So sind alle motiviert. Neben Verpflegung für unter­ wegs sollte auch für Unter­ haltung gesorgt sein. Also un­ bedingt das Lieblingskuschel­ tier und ein Gesellschaftsspiel mitnehmen! Und was ist noch zu beachten? Damit der Ausflug für alle ent­ spannt abläuft, ist Flexibilität wichtig. Ich plane nicht alles straff durch, sondern lasse etwas Luft, falls beispielsweise der Kleine früher müde wird. Ich schaue, wo es hingeht und was es dort alles gibt, das den Familienmitgliedern gefällt. So bin ich flexibel und kann je nach Situation vor Ort ent­ scheiden, wie es weitergeht. Wie beziehen Sie Ihr Kind in die Planung ein? Wir setzen uns zusammen und teilen unsere Wünsche mit. Meist lassen sich unterschied­ liche Ideen erstaunlich gut miteinander kombinieren. MM


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MM36, 4.9.2017 | MIGROS-WELT

Wandern

Alles für die Tour

Neben einer guten Vorbereitung gehören zu einer Wanderung auch die richtige Ausrüstung, Snacks, Schutz und Pflege. Text: Jacqueline Vinzelberg Styling: Mirjam Käser Bilder: Yves Roth

Der Riegel mit Nüssen, Soja und Trockenfrüchten ist eine zuverlässige Protein- und Ballaststoffquelle. Er ist ausserdem vegan, gluten- und laktosefrei. Farmer Plus Cranberry-Protein, 6 Stück, 150 g Aktion Fr. 3.40 statt 4.90 30% auf alle Farmer-Produkte vom 5. bis 18. September

Der kleine kompakte Tagesbegleiter bietet ausreichend Platz für das Nötigste. Trevolution Rucksack Fr. 23.90 In grösseren Filialen, im SportXX sowie auf www.sportxx.ch

Eine weitere Gemüsesorte ergänzt jetzt das Blévita-Sortiment. Das neue Blévita ist ballaststoffreich, laktosefrei und enthält weder Konservierungsstoffe noch künstliche Aromen. aha! Blévita Rüebli-Kürbis, laktosefrei, 6 × 8 Stück, 228 g Fr. 3.60 In grösseren Filialen

Äpfel einmal anders: Getrocknete Apfelringe mit Himbeerpulver bestreut sind besonders fruchtig. Sun Queen Chips Apfel-Himbeer, 70 g Fr. 2.50 In grösseren Filialen

Der Sport- und Schutzbalsam mit Bienenwachs beugt Blasenbildung vor. Pedic Sport Schutzbalsam, 75 ml Fr. 4.80

Die Trevolution-Softshell-Jacke hat ein Innenfutter aus Fleece, ist winddicht und wasserabweisend. Sie ist auch als Herrenmodell erhältlich. Damen Softshell-Jacke, Gr. 36–42 Aktion Fr. 49.90 statt 79.90 vom 5. bis 25. September


MIGROS-WELT | MM36, 4.9.2017

Die Datteltomaten schmecken süsslich und sind kalorienarm. Datteltomaten, Herkunft Schweiz, 250 g Aktueller Tagespreis

Gibt Sicherheit: Dreiteiliger, Wanderstock mit Foamgriff, ausziehbar von 105 bis 140 cm. Komperdell Wanderstock Aktion Fr. 49.90 statt 89.90

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Wissenswertes

vom 5. bis 25. September

Gut vorbereitet auf Wanderschaft

In grösseren Filialen, im SportXX sowie auf www.sportxx.ch

Die Ausrüstung ist das A und O beim Wandern. Grundsätzlich gilt: So viel wie nötig, so wenig wie möglich. Immer dabei sein sollte genügend zu trinken, mindestens ein Liter pro Person. Getreide- oder Energieriegel empfehlen sich auch dann, wenn man unterwegs einkehren will. Das Restaurant könnte geschlossen sein! Ausserdem gehören ein Wetterschutz, ein Erste-Hilfe-Set und ein Sackmesser in den Rucksack.

Mit ihrem bewegungsfreundlichen Schnitt ist die Trevolution-Hose für das Wandern gemacht. Zwei seitliche Taschen mit Reissverschluss bieten Platz für kleine Utensilien. Die Hose ist auch als Damenmodell erhältlich. Herren Wanderhose, Gr. S–XL Aktion Fr. 39.90 statt 69.90 vom 5. bis 25. September In grösseren Filialen

Ebenfalls unverzichtbar: eine Schatten spendende Kopfbedeckung, Sonnenschutz mit Faktor 50 und eine Sonnenbrille. Versierte Wanderer bevorzugen Unterwäsche aus atmungsaktivem Material und tragen die Kleider darüber in Schichten, um flexibel auf die Witterung reagieren zu können. Nützliche Apps

Die Rega-App gehört für den Notfall auf jedes Handy. Die Wetter-App von Meteo-Schweiz informiert aktuell über die Wetterentwicklung. MM

«iMpuls»-Lesetipp

Fit und stark am Berg Die richtige Ausrüstung haben Sie – fehlt nur noch das passende Training. Übungen für fitte Wandervögel zeigt Fitnesscoach Goran auf www.migros-impuls.ch

iMpuls ist die neue Gesundheitsinitiative der Migros.


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MM36, 4.9.2017 | MIGROS-WELT

aha!

Unbeschwert geniessen Wer sich laktosefrei ernähren möchte oder muss, braucht nicht auf Leckereien zu verzichten: Das «aha!»-Sortiment umfasst verschiedene laktosefreie Cracker und Biskuits. Sie eignen sich als Snack für zwischendurch oder lassen sich zu feinen Desserts verarbeiten. Text: Melanie Michael

Bilder: Claudia Linsi

Rezept: Andrea Pistorius

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aha! Blévita mit Kürbiskernen, laktosefrei, 6×8 Stück, 228 g Fr. 3.70


MIGROS-WELT | MM36, 4.9.2017

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Laktosefrei

Cheesecake mit Brombeertopping Zutaten für 1 Springform (22 cm Ø) 250 g gemischte Blévita-Biskuits*,

Choco und Noisette, laktosefrei 4 EL laktosefreier Vollrahm* 600 g laktosefreier Frischkäse* 100 g Zucker 60 g Mehl 2 TL Vanillepaste 1 TL Zitronenschale 4 Eier 100 g laktosefreie Crème fraîche* Brombeertopping 800 g Brombeeren 60 g Zucker ca. 3 TL Wasser * in «aha!»-Qualität erhältlich

Zubereitung

1. Springformboden mit Backpapier auslegen. Biskuits in Gefrierbeutel geben. Mit dem Wallholz zerbröseln. Vollrahm mit den Biskuitbröseln mischen. Biskuitmasse in die Springform geben, gleichmässig verteilen, am Rand der Springform etwas hochziehen und mithilfe eines Glases festdrücken.

Masha Madani (14), Schülerin aus Zürich, leidet seit ihrer Geburt an einer Laktose­ intoleranz.

3. Frischkäse, Zucker, Mehl, Vanillepaste und Zitronenschale mit einem Handrühr­ gerät verrühren. Eier in einer Schüssel schaumig schlagen. In die Frischkäsemasse rühren. Zuletzt Crème fraîche darunter­ heben. Masse in die Form giessen und in der Ofenmitte während ca. 45 Minuten backen. 4. Kuchen auf einem Gitter etwas abkühlen lassen und aus der Form nehmen. Restliche Toppingzutaten gleich kochen wie in Schritt 2. Beeren auf dem Kuchen verteilen und mit dem etwas abgekühlten, reduzierten Saft übergiessen. Zubereitungszeit ca. 20 Minuten und ca. 45 Minuten backen

Pro Stück ca. 9 g Eiweiss, 12 g Fett, 36 g Kohlenhydrate, 390 kcal/1600 kJ

Masha Madani

«Manche denken, dass Eier Milch enthalten» Auf welche Nahrungsmittel verzichtest Du nur ungern? Auf Glace und Schokolade. Ab und zu mache ich aber trotz der Beschwerden Ausnahmen: Auf meine Lieblingsschokolade Riso­ letto könnte ich nicht verzichten. Schmecken laktosefreie Produkte anders? Mittlerweile gibt es viele laktosefreie Produkte, die sich geschmacklich kaum oder gar nicht von den herkömmlichen Milchprodukten unterscheiden.

2. Backofen auf 180 °C vorheizen. Jeweils ⅓ der Toppingzutaten ca. 4 Minuten in einer Pfanne köcheln. Beeren herausnehmen und auf dem Kuchenboden verteilen. Den Saft auf etwa die Hälfte einkochen und ebenfalls auf dem Kuchenboden verteilen.

Wie reagiert Dein Umfeld auf Deine Laktoseintoleranz? Eigentlich ganz gut. Aussen­ stehende wissen aber oft wenig darüber. Was ich nicht ganz verstehe: Manche denken, dass Eier Milch enthalten. Das ist natürlich Unsinn. MM

durch p Empfohlen Recommandé par Raccomandato da Service Allergie

Migusto ist die Kochplattform der Migros. www.migusto.ch

Das Label «aha!» kennzeichnet Produkte, die bei einer Allergie oder Intoleranz besonders verträglich sind.

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Gluten, Laktose, Fruktose Viele Inhaltsstoffe von Lebensmitteln können Unwohlsein bereiten. Woran liegt das? Was kann man dagegen tun? «iMpuls» hat Antworten auf die wichtigsten Fragen: www.migros-impuls.ch

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MIGROS-WELT | MM36, 4.9.2017

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Viele Früchte und Gemüsesorten sind jetzt reif. Gut konserviert, erfreut uns Eingemachtes bis zur nächsten Ernte. Ein Überblick über das Haltbarmachen der Sommergenüsse. Text: Claudia Schmidt Bilder: Christine Benz Rezept: Andrea Pistorius

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MM36, 4.9.2017 | MIGROS-WELT

Topfgeschichten

Die Ernteschwemme clever nutzen Fermentieren

Schon in der griechischen Antike wurde Kabis durch Milchsäuregärung haltbar gemacht. Auch koreanisches Kimchi, für das Chinakohl und anderes Gemüse eingelegt werden, wird so zubereitet. Das Prinzip ist einfach: Das Gemüse wird zerkleinert, gesalzen, luftdicht verschlos­ sen und vier bis sechs Wochen lang in Ruhe gelassen. Erreger, die das Gemüse verderben liessen, werden dabei abgetötet.

Einkochen

Für Früchte eignet sich die Herstellung von Konfitüre. Dazu werden zerkleinerte Früchte mit der gleichen Menge Zucker aufgekocht, bis die Masse geliert. Fertige Gelierzucker beinhalten zudem ein Geliermittel. Abgefüllt wird in sterilisierte Gläser. Wer einen höheren Fruchtanteil wünscht, nimmt Gelierzucker mit dem Zusatz «2:1». Diese Zucker enthalten zusätzlich einen Konservierungsstoff. Auch Gemüse lässt sich sehr gut einkochen. Je nach Sorte wird Gemüse im Ganzen, etwa Bohnen, oder als Sugo (Tomaten) eingekocht.

In Essig einlegen

Für diese Konservierungs­ methode empfehlen sich vor allem Gurke und Kürbis. Dazu wird das Gemüse entweder gekocht oder roh mit gekochtem Essig ein­ gelegt. Es reift während einiger Wochen und erhält so den gewünschten Geschmack. Als Beigaben eignen sich Zucker und Honig sowie Kräuter und zahlreiche Gewürze wie Senfkörner, Nelken und Zimt.

Trocknen Tiefgefrieren

Bevor man Beeren in den Gefrierbeutel gibt und im Tiefkühler verstaut, sollte man sie erst auf einem Tablett ausbreiten und vor­ frosten. So lassen sie sich später leichter entnehmen und auftauen.

Am einfachsten ist das Entziehen des Wassers mit einem Dörrapparat. Schonendes Trocknen im Backofen oder an einem trockenen Ort erfüllt ebenfalls seinen Zweck. Dies dauert allerdings etwas länger, weil der Dörr­ apparat auch gleichzeitig für Ventilation sorgt. Apfelringe sollte man vor dem Trocknen in Wasser mit Zitronensaft tauchen, damit sie nicht braun werden.


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MIGROS-WELT | MM36, 4.9.2017

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Kleine Einmachtricks

Claudia Schmidt,

Foodjournalistin

Ganz einfach

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5 dl 100 g

Aceto balsamico bianco Zucker

Zubereitung

Brombeeren verlesen und kurz abspülen. Zusammen mit dem Balsamico und Zucker in eine Pfanne geben, mit einem Kartoffel­ stampfer etwas zerdrücken. Alles aufkochen und ca. 15 Minuten offen köcheln lassen. Die Flüssigkeit durch ein feines Sieb oder Tuch passieren. Saft auffangen, nochmals erhitzen. Sofort in ausgekochte Flaschen füllen und verschliessen. Der Brombeer­ Balsamico kann sofort verwendet werden. Tipps

Brombeer­Balsamico passt als Würzessig zu Salaten. Ein paar Tropfen als Topping auf Glace wie zum Beispiel Frozen­Joghurt bieten ein besonderes Geschmackserlebnis. Kühl und dunkel aufbewahrt, hält sich der Brombeer­Balsamico ca. 3 Monate lang.

Warum eigentlich noch selbst konservieren? Weil Einmachen Spass macht und viele kreative Möglichkeiten bietet! Wenn im Sommer die Ernteschwemme kommt, meldet sich in mir das Einmach­Gen: Tomaten verar­ beite ich zu Chutney, und mit Zwetschgen muss ich unbedingt ein feines Kompott herstellen. Darüber freue nicht nur ich mich im Winter, sondern auch alle diejenigen, die eins der Gläser geschenkt bekommen. Die Gläser für meine Konserven sterilisiere ich bei 100 Grad im Ofen. So entfällt das lästige Han­ tieren mit kochendem Wasser. Für Konfitüre von Früchten wie Quitten oder Johannisbeeren verzichte ich auf Gelierzucker und verwende klassisch Kristall­ zucker im Verhältnis 1:1 und etwas Zitronensaft. Den Zucker erhitze ich im Backofen in einer feuerfesten Form auf 100 Grad. So verkürze ich die Kochdauer um ein paar Minuten. MM

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PUNKTE


MIGROS-WELT | MM36, 4.9.2017

M-Classic

Für die Wanderung

Bild: Christine Benz

Styling: Vera Guala

Wandern macht hungrig. Wohl dem, der ein feines Sandwich im Rucksack hat. Wie heisst es im Gedächtnisspiel so schön: «Ich packe meinen Rucksack und nehme mit ...». Das Wichtigste ist natürlich der Proviant. Die Sandwichbrote, Butterweggli und Silserbrötli von M-Classic sind dafür ideal. Am besten schmecken sie klassisch belegt mit Salami, Schinken oder Käse. Die Brote sind mit Mehl in «TerraSuisse»-Qualität gebacken und in verschiedenen Varianten erhältlich. Gut verstauen lässt sich auch der Fruit Fun Apfel im Beutel mit integriertem Röhrli.

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73


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Zürich

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MIGROS-WELT | MM36, 4.9.2017

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MIGROS-WELT | MM36, 4.9.2017

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optischen Aufheller oder Bleichmittel. Die neue Rezeptur bringt Farben zum Leuchten, schont die Fasern, entfernt und beugt der Bildung von Knötchen vor (Repair-andProtect-Technologie). Yvette Color, 2 l Fr. 8.95* statt 11.20

Cellulase, das neue Anti-Pilling-Enzym Enzyme wirken in modernen Waschmitteln wie eine Putzequipe: Die Aufgabe der Eiweisskörper besteht unter anderem darin, Flecken verschiedenster Art in Moleküle zu spalten, damit sie ausgespült werden. Die faserschonenden Feinwaschmittel Yvette Color, Black und White enthalten das neuartige Enzym Cellulase. Es beugt der Bildung unerwünschter Knötchen vor, die sich durch die Verklumpung von Fasern bei Baumwolle bilden. Nach mehrmaligem Waschen reduziert es sogar bereits vorhandene Knötchen um 80 Prozent.

Yvette Black wurde eigens

für dunkle Textilien entwickelt, die gern vergrauen oder ausbleichen. Es enthält weder Bleichmittel noch optische Aufheller. Die verbesserten Inhaltsstoffe sorgen für ein strahlendes Schwarz und wirken effektiv gegen Knötchen. Yvette Black, 2 l Fr. 8.95* statt 11.20

Yvette White mit über-

arbeiteter Rezeptur bringt weisse Wäsche dank optischer Aufheller zum Strahlen. Das Enzym Cellulase löst bestehende Knötchen auf und verhindert deren Neubildung. Yvette White, 1,5 l Fr. 6.80* statt 8.50 Die M-Industrie stellt viele Migros-Produkte her. Dazu gehören auch die Waschmittel von Yvette.

Hinweis: Aufgrund von Preiserhöhungen für Rohstoffe wurde der Preis für Yvette Color und Yvette Black per 1. 9. von Fr. 9.80 auf 11.20 angehoben.

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MIGROS-WELT | MM36, 4.9.2017

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Tierwelt

Kastrierte Katzen brauchen mehr Bewegung

Eine Kastration beeinflusst das Verhalten von Katzen. Annette Liesegang vom Institut für Tierernährung der Uni Zürich erklärt, wieso kastrierte Katzen zunehmen, und gibt Tipps, wie mit ihnen nach der OP umzugehen ist. Text: Melanie Michael

Katzenhaltern wird empfohlen, ihr Tier kastrieren zu lassen, um die unkontrol­ lierte Katzenpopu­ lation einzudämmen. Unterstützen Sie diese Empfehlung? Ja, sofern es sich nicht um ein Zucht­ tier handelt. Und zwar ab einem Alter von sechs Monaten.

Kater sind ruhiger und wegen des tie­ feren Testosteron­ spiegels nicht mehr so territorial wie vor der Kastration.

Annette Liesegang ist Institutsdirek­ torin an der Uni Zürich.

Bild: Istockphoto, zVg

Was passiert bei einer Kastration? Die Geschlechtsorgane werden operativ entfernt, das sind beim Kater die Hoden, bei der Kätzin die Eierstöcke plus allenfalls die Gebärmutter. Geschlechtshor­ mone werden ausgeschaltet und die Katzen dadurch unfruchtbar gemacht.

Gibt es Nachteile? Hormone, die die Futteraufnahme, den Energiebedarf und den Appetit beein­ flussen, sind nach der Kastration kaum noch vorhanden.

Wie wirkt sich dies auf das Gewicht der Katzen aus? Sie fressen in der Regel mehr und nehmen zu.

Was ist der Unterschied zur Sterilisation? Umgangssprachlich werden die Begriffe synonym verwendet, aber das ist falsch. Bei der Ste­ rilisation werden Samen­ oder Eileiter abgebunden. Sie wird bei Menschen vorgenommen, eigentlich nicht bei Katzen.

Worauf sollten Tierhalter bei der Katzennahrung nach dem Eingriff achten? Tierhalter sollten eine Woche nach der Kastration auf kalo­ rienarmes Futter umsteigen, bei gleichbleibender Zufuhr aller anderen Nährstoffe wie Mineralstoffe, Vitamine und insbesondere Proteine. Dies bedeutet, dass man spezielles Futter beziehungsweise spezielle Rationen verfüttern sollte.

Wie wirkt sich die Kastration auf das Verhalten der Katzen aus? Kätzinnen sind in der Regel an­ hänglicher, da sie keine Hormon­ schwankungen mehr haben.

Sind kastrierte Katzen weniger anfällig für Gesundheitspro­ bleme? Die Kastration kann verschiede­ nen Krankheiten vorbeugen, die die Lebenserwartung der Katzen

verringert. Katzen zeigen im Alter ähnliche Gesundheits­ probleme wie Menschen. Welche Krankheiten meinen Sie damit? Bei Kätzinnen kommen häufig Brusttumore oder Krebs vor, davon sind rund 90 Prozent bös­ artig. Erfolgt die Kastration, bevor die Kätzin zum ersten Mal rollig wird, reduziert sich das Risiko für Brusttumore um etwa 14 Prozent. Auch Krankheiten, die mit den Eierstöcken oder der Gebärmutter zusammenhängen, werden minimiert. Und bei Katern? Sie bekommen keine Hoden­ tumore, Prostataprobleme oder Hernien mehr. Aufgrund des veränderten Territorialverhal­ tens kämpfen Kater weniger, was ebenfalls der Gesundheit zugute kommt. MM

Tipps

Worauf man nach der Kastration bei Katzen achten sollte Sorgfältiges Beobachten

Nach dem Eingriff sollten die Katzen ein paar Tage lang nicht aus dem Haus, sich in ruhiger Umgebung auf­ halten und von sprunghaften Bewegungen abgehalten werden. Beobachten Sie die Tiere aufmerksam und ver­ hindern Sie, dass sie an der Naht beissen und knabbern.

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Kalorienarmes Futter Nach ein bis zwei Wochen, wenn die Naht verheilt ist, stellen Sie die Ernährung auf kalorienarmes Futter um – bei gleichbleibendem Gehalt an Nährstoffen wie Proteinen, Mineralstoffen und Vitaminen.

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Mehr Bewegung

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Da kastrierte Katzen nach dem Eingriff mehr fressen und somit etwas zunehmen, sollten sich die Tiere mehr bewegen. Wecken Sie den Spieltrieb und animieren Sie Ihren Stubentiger, indem Sie beispielsweise kleine Hürden aufstellen.

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MIGROS-WELT | MM36, 4.9.2017

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Haben Sie eine Frage?

Kontaktieren Sie uns! M-Infoline, der Kundendienst der Migros, erreichbar unter 0800 84 0848 oder www.migros.ch/ kundendienst

Telefonisch erreichbar Montag bis Freitag: 8.00–18.00 Uhr Samstag: 8.30–16.30 Uhr Anrufe auf die oben genannte Nummer sind gratis.

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MM36, 4.9.2017 | MIGROS-WELT

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MIGROS-WELT | MM36, 4.9.2017

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Die Chrysantheme, auch Winteraster genannt, entzückt mit ihrer leuchtenden Blütenpracht. Sie ist in vielen Farben erhältlich und blüht von September bis November durch­ gehend. Sie eignet sich entweder für die Auspflanzung im Garten oder für das Schmücken von Balkonkästen, Töpfen und Kübeln. Zurzeit sind «Aus der Region. Für die Region.»­ Chrysanthemen in den Do it und Garden sowie grossen Supermarktfilialen der Migros Luzern erhältlich.

Ihre Region Neues aus der Genossenschaft Migros Luzern

Klubschultipp

Kaufmännische Grundbildung in vier Monaten

Sauwohl ist es den Alpschweinen auf Gerschnialp bei Engelberg.

Aus der Region

Schmackhaftes von der Alp Neu verkauft die Migros Luzern Alp-Schweinefleisch aus der Innerschweiz. Eine absolute Spezialität, die es nur für kurze Zeit gibt. Text: Christoph Riebli

A

lpschweine? Kein Witz, die gibt es wirklich. Vor allem Alpkäsereien setzen auf die Borstentiere, um die anfallende Molke (Schotte) sinnvoll zu verwerten. Gegen zehn Liter Molke verzehrt so ein Schwein am Tag. Zur Ergänzung erhält es einen GerstenWeizen-Mix. So legen die Tiere bis Ende August ordentlich an Gewicht zu. Ihr Fleisch wird zudem kräftiger in der Farbe und im Geschmack als das ihrer Artgenossen im Flachland. «Es ist eine absolute Spezialität, die nur saisonal und sehr kurz-

fristig erhältlich ist», sagt Anton Hurschler, der für die Migros Luzern den Fleischeinkauf tätigt. Die Alpschweine der «Aus der Region. Für die Region.»-Produzenten werden natur- und artgerecht auf den Obwaldner Alpen Jänzimatt und Gerschnialp gehalten – mit grosszügigem Auslauf von 40 Quadratmetern pro Tier. Zu kaufen gibt es das spezielle Schweinefleisch in allen grösseren Migros-Filialen der Zentralschweiz vom 4. bis 16. September – in der Selbstbedienung solange Vorrat. MM

Die Handelsschule macht aus Maurern Sachbearbeiter und aus Zimmerleuten Zahlenexperten. Der Lehrgang richtet sich an Personen, die über eine Erstausbildung verfügen und sich zu­ künftig mit kaufmän­ nischen Aufgaben be­ schäftigen möchten. Neben Betriebswirt­ schaft, Informatik, Rechnungswesen und Recht gehören zahlrei­ che weitere Bereiche zu den Lerninhalten. Die Ausbildung kann in vier Monaten oder berufsbegleitend in einem Jahr mit den in­ ternational anerkann­ ten Zertifikaten «ECDL Base» sowie «ECDL Typing Skills» abge­ schlossen werden. Handelsschule mit DIPLOMA / ECDL Base Dauer: 16. Oktober 2017 bis 24. September 2018 21. Oktober 2017 bis 3. November 2018 Orte: Luzern oder Zug Handelsschule mit DIPLOMA / ECDL Base Kompakt Dauer: 17. Oktober 2017 bis 31. Januar 2018 Ort: Luzern Infos und Anmeldung: www.klubschule.ch/ handelsschule


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MM36, 4.9.2017 | MIGROS-WELT

Alnatura

Biosortiment wächst ständig Neben eigenen Bioprodukten setzt die

Migros Luzern seit Län­ gerem auf die Marke Alnatura. Von Kürbis­ kernen über Gemüse­ risotto bis neu auch Kokos­Kakao­Müesli: die hochwertigen Alna­ tura­Bioprodukte gibt es mittlerweile in fast allen der 52 Migros­Su­ permärkte der Zentral­ schweiz. Notabene über 400 Artikel umfasst das aktuelle Sortiment. «Das Spektrum reicht dabei von Food- bis zu ungekühlten Milchprodukten und wird laufend ergänzt», sagt

Stephan Weber, der für die Migros Luzern Kolonial­ und Molke­ reiprodukte einkauft. Er stellt besonders im Bereich von Milcher­ satzprodukten wie zum Beispiel dem Hafer­ Drink Calcium eine stei­ gende Nachfrage fest. Bei frischen Nahrungs­ mitteln wie Gemüse, Fleisch oder Milchpro­ dukten setzt die Migros weiterhin auf Migros­ Bioartikel, die mehrheit­ lich aus Schweizer Land­ wirtschaftsbetrieben stammen.

Mit einem Rundholz wird dem Luzerner Sauerteigbrot in der Bäckerei Hug der charakteristische «Scheitel» verpasst.

Aus der Region

«Rüüdig gueti» Spezialbrote

Mit dem Luzerner Sauerteigbrot und dem Bürlibrot stärkt die Migros Luzern die regionalen Geschmäcker im Brotregal – ganz im Sinne von «Aus der Region. Für die Region.». Text und Bilder: Christoph Riebli

G

etüftelt und gebacken wird im luzernischen Littau mit allem, was die Zentralschweiz an Zutaten hergibt. So enstand vor einem Jahr das Urdinkelbrot, das mittlerweile «eines der beliebtesten Brote im Sortiment ist», wie Daniel Müller von der Migros Luzern erklärt. Jetzt legen die Bäckerei Hug und die Migros gemeinsam nach: Ab sofort gibt es in allen Zentralschweizer Filialen das Luzerner Sauerteigbrot und das Bürlibrot (helles Weizenbrot). Die Machart ist die gleiche: Die Zutaten sind strikt aus der Region, produziert wird bei der Bäckerei Hug in Littau. Diese geballte Ladung Regionalität wird auch mit dem Slogan «Rüüdig guet» unterstrichen, der auf dem Beutel zu finden ist. «Die Brote sollen Charakter haben und zur Region passen», sagt Müller, der für die Migros

Luzern die Backwaren einkauft. Der «Weggen» (Sauerteigbrot) sei quasi das Paradebeispiel für eine solche Spezialität: mit natürlichem Sauerteig, luftiger Beschaffenheit und ausgeprägter Kruste. Herausfordernde Produktion

Bis Ende Jahr soll das «Rüüdig guet»-Sortiment weitere Verstärkung erhalten. Etwa mit einem Joghurtbrot, einem Weizenbrot mit Joghurtanteil, der nicht nur gut schmeckt, sondern auch die Haltbarkeit verlängert. Eine Herausforderung, wie Müller sagt. Es sei nämlich anspruchsvoll, nur regionale Zutaten für ein neues Brot zu verwenden. «Da steckt der Produzent eine Menge Tüftelei hinein.» Dieser Aufgabe hat sich wiederum der 140-jährige Traditionsbetrieb Hug als Experte für regionale Spezialitäten gestellt – einmal mehr mit Erfolg MM


MIGROS-WELT | MM36, 4.9.2017

1 Bereits 12 Stunden vor

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der Produktion wird der Sauerteig angerührt und gemischt. Und zwar jeweils mit der Hälfte des Teiges vom Vortag. 2 Von Hand erhalten die

Brote ihre Form.

3 Vor dem Backen müssen

die Brote noch in den Gärschrank.

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Marlies Lötscher lässt in der Küche (meistens) nichts anbrennen. Mein Abenteuer

Leidenschaft entflammt, Kalbsfilet verbrannt

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Marlies Lötscher setzte einst beinahe ihre Küche in Brand und erzählt, wie aus ihr dennoch eine passionierte Köchin und Kursleiterin an der Klubschule Luzern geworden ist. «Wusch!», machte es, und tausend schwarze Schnipsel flatterten durch die weisse Küche. Die Abzugshaube fing Feuer, obwohl dies eigentlich das flambierte Kalbsfilet hätte tun sollen. Ich wollte meine Schwiegermutter mit einem besonderen Stück Fleisch beeindrucken. Doch in besonderer Erinnerung blieb einzig die zerfledderte Haube, die mir um die Ohren flog. Das war einer meiner ersten Kochversuche, der kläglich scheiterte. Meine Gross- und Urgrossmutter waren Chefköchinnen in namhaften Häusern. Auch meine Mutter kochte hervorragend. Das hat mich geprägt, lange Zeit aber vom Selberkochen abgehalten. Erst als ich meinen Mann kennenlernte, entfachte die Leidenschaft fürs Kochen. Heute kann ich sagen: Kochen ist mein Lebenselixier. Für mich gibt es nichts Schöneres, als diese Freude in den Kursen der Klubschule Migros Luzern weiterzugeben. Bloss keine Fertigsaucen

Das Resultat: ein knusprigfeines Luzerner Sauerteigbrot

Die Produkte für meine Gerichte finde ich oft auf dem Markt. Mir ist wichtig, woher die Lebensmittel kommen und dass man mit ihnen so umgeht, wie sie es verdient haben. Ich mag gute, ehrliche und frische Küche. Convenience Food kommt mir nicht ins Haus. Auch halte ich mich selten an Rezepte. Ich versuche stets, eine persönliche Note reinzubringen, sei es am heimischen Herd oder in den zahlreichen Kochkursen.

Früher sagte ich immer: Ich heirate einmal einen Mann, der sich eine Köchin leisten kann. Heute bin ich froh, dass ich selber eine geworden bin. Die zufriedenen Gesichter nach einem unkomplizierten und gemütlichen Kochabend in der Klubschule sind für mich das grösste Kompliment. Es braucht nicht viel Kocherfahrung, um ein feines Menü hinzuzaubern. Was es braucht, ist eine grosse Prise Leidenschaft – und je nachdem eine neue Abzugshaube. MM

Steckbrief

Die Autorin Name: Marlies Lötscher Wohnort: Luzern Unterrichtet: Kochkurse Wo: Klubschule Luzern Weitere Abenteuer:

www.klubschule.ch/abenteuer

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Ran an den Topf In den Kochkursen der Klubschule Migros Luzern bringt man seinen Mann zum Kochen, die Töpfe zum Dampfen und die Gäste zum Jubeln. • Rezepte aus 1001 Nacht • Brot frisch aus der Backstube • Vegetarischer Genuss • Geniessen trotz Diabetes • Naked cake – eine Sünde wert Alle Angebote: www.klubschule.ch, Tel. 041 418 66 66


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Leben MM36

Familienumfrage Hätten Sie gern zu einer anderen Zeit gelebt?

1 Nein. Aber eine Zeitreise wäre schon mal toll. 55%

2 Manchmal denke ich, eine andere Epoche wäre für mich besser gewesen. 20% 3 Bloss nicht! Ich fühle mich wohl in der Gegenwart. 15% 4 Oh ja! Im antiken Rom, im Mittelalter oder im alten Ägypten! 10%

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Richtig oder falsch?

Himbeeren haben nur im Frühsommer Saison. Falsch! Himbeeren

1, 2 oder 3?

Bitte lächeln!

hat zwei Buben, einen Mann, einen Job, einen Haushalt. Mal wäre sie gern mehr Leitwölfin, mal mehr Gandhi.

1 2 3

Wir ziehen das durch. Vielleicht wird «Gaggi» das neue «Cheese»? Ich rufe neu «Patatas!». Kartoffeln sind zwar weniger lustig, dafür unverfänglicher. Ich verabschiede mich von der Idee, dass Kinder auf Bildern lächeln sollten.

Antwort 3: Der Zwang zu lächeln, ist doof. Ich glaube, mir gefallen die Bilder mit lächelnden Kindern so gut, weil sie eine Idylle einfrieren, die selten lange hält. Rückblickend werden die ehrlichen Bilder aber bestimmt lustiger sein.

Illustration: Lisa Rock, Alice Kolb; Bild: René Ruis

Monica Müller (43)

«Patatas» rufen die Spanier, «Cheese» wir Schweizer, um den zu Fotografierenden ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Kindern ein freundliches Lächeln zu entlocken, ist besonders schwierig. Sind sie im Element, ist eine Bewegungsunschärfe im Bild. Stört man sie, schneiden sie Grimassen oder wenden sich ab. Auf der Suche nach einem Wort, das für Aufmerksamkeit und natürliche Heiterkeit sorgt, bin ich auf der untersten Humorstufe fündig geworden. «Gaggi!», rufe ich, wenn ich Kinder fotografiere. Das klappt erstaunlich gut. Blöderweise hat der Kleine (2) das nun verinnerlicht. Immer wenn jemand das Handy zückt, schreit er: «Gaggi!» Und jetzt?

gehören zum Sommer wie Glace und Flip­ flops. Doch es gibt auch Herbsthimbeeren. Diese kann man noch bis Ende September geniessen. Und sie sind wahre Wunder­ beeren – nicht nur köstlich, sondern auch in gesundheitlicher Hinsicht wertvoll: In den Beeren stecken Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Sie können die Leber bei der Entgiftung unterstützen und die Körperzellen vor schädlichen Einflüssen schützen. Frisch sind Himbeeren am wert­ vollsten. Ausserhalb der Saison sind aber gefrorene Beeren eine gute Alternative: Ein­ zeln auf einer mit Folie belegten Unterlage verteilt, lassen sie sich einfach einfrieren und behalten ihre Form. Darum gilt: Wer jetzt

Schweizer Himbeeren kauft, geniesst eine Powerbeere und schont mit dem saiso­ nalen Konsum die Umwelt.

In Zusammenarbeit mit Pusch – Praktischer Umweltschutz www.pusch.ch


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MM36, 4.9.2017 | LEBEN

Reisen

Gente di Mare

Die Fischerinsel Favignana vor der Westküste Siziliens ist ein Paradies für alle, die Sonne, türkisblaues Meer und ganz viel Ruhe lieben. Hier verbringen fast nur Italiener ihre Ferien. Die Menschen sind ungekünstelt und geradlinig. Das Meer hat alle Schnörkel weggewaschen. Text: Barbara Siegrist

Bilder: Giuseppe Gerbasi/Contrasto

Italien Favignana

Favignana

Palermo

Trapani Sizilien Catania

E

s ist heiss. Der Scirocco bläst. Ungerührt schlendern zwei Polizistinnen in Uniform, adrett mit weissem Käppi, Ledergürtel und Täschchen, durch die Gasse zum Dorfplatz. «Aiuto, aiuto», ruft da ein Sizilianer um Hilfe und fuchtelt mit den Armen. «Der Dieb hat meinen Schinken gestohlen.» Die Polizistinnen schauen ernst. Wohin der Spitzbub denn geflohen sei, wollen sie wissen. «Da, da», der Mann zeigt Richtung Meer. Alle gucken aufs Meer. Und dann prusten sie los. «Scherzo», erklärt das «Opfer» den verdutzten Touristen, die die Szene verfolgt haben. Die Geschichte mit dem Schinken stammt aus Siziliens erfolgreichster Fernsehserie aller Zeiten, «Commissario Montalbano». Und die Sizilianer lieben es, ihre Ord­

nungshüter auf den Arm zu nehmen. Die beiden Polizistinnen sind an die nächste Strassenecke weitergezogen und längst wieder am Plaudern. Dann umrunden sie ein Velo, betrachten es von allen Seiten, rütteln am Schloss. Einer war so frech, den Drahtesel ins Halteverbot zu stellen. Che crimine! Pöstler Carmelo braust auf der Vespa heran, zieht ein paar Briefe aus der Umhängetasche und drückt sie einer Dorfbewohnerin in die Hand. «Per il papà», sagt er und zwinkert. Carmelo ist der einzige Pöstler hier. Ist er in den Ferien, gibt es keine Post. Das ist Favignana, der wohl fried­ lichste Ort Siziliens. Die Insel ist klein und bei stürmischer See schwer zu erreichen. Das hält zwar Verbrechen, Hektik, Fortschritt, aber auch den Wohlstand fern. «Un po’ indietro»

nennen die Favignanesi ihre Insel, «ein bisschen zurück». Eine fixe Idee und ein Happy End

Von Leuchtturm zu Leuchtturm misst Favignana ganze neun Kilometer. Das Krächzen der fetten Möwen am Porticciolo di Punta Lunga, dem kleinen Hafen auf der Inselseite, die dem Dorf gegenüberliegt, klingt wie Kindergeschrei. In der Tauch­ schule Posidonia Blu bereitet die Schweizerin Silvana De Biasio (53) eine Tauchtaufe vor – ein Mailänder will das erste Mal mit einer Druckluft­ flasche tauchen. Das Meer um die Ägadischen Inseln ist ein geschütztes Unterwasserreservat, ein Paradies für Tiere und Taucher. Hier ist es bun­ ter als an manch exotischem Tauch­ spot in Sansibar oder in der Karibik.


LEBEN | MM36, 4.9.2017

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Favignana

Wissenswertes Reisezeit:

Mai bis Oktober. Der September ist ideal für die Sommerverlängerung und heiss genug zum Baden und Tauchen. Anreise:

Mit Swiss nach Palermo. Von dort nach Trapani mit Siciltransfert. Den Shuttle online buchen: www.siciltransfert.it (30 Euro). Direkt nach Favignana inklusive Tragflügelboot und Taxi (45 Euro, nur Barzahlung)

3

Internet: selten W-Lan;

Internetpoint an der Via Giuseppe Mazzini 1 Unterkünfte: • Hotel Il Portico, Via Meucci 3, www.hotelilportico.it • Hotel Aegusa, Via Garibaldi 11, www.aegusahotel.it

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Essen im Dorf:

• La Bettola, Via Nicotera 47 • Quello che c’è...c’è!, Via Garibaldi 38 • Panificio Costanza, Via Roma 31

1 Blau wie in der

Tauchlehrer Manuel Piazza (29), ein echter Popeye, und sein Cousin Emi­ liano Radice (28) bereiten die Taufe vor. Emiliano ist überall mit bunten Meeresmotiven tätowiert und trägt eine Badehose mit Seesternchen­ motiv von seiner Tante. Silvanas Gatte Salvatore Campo (56) kümmert sich liebevoll um den Täufling. «Die Männer hier sind sensibel und warmherzig», erklärt Silvana De Biasio. «Auf der Insel muss man nicht so taff sein.» Vor 16 Jahren hat sich die Schweizerin zuerst in die Insel und dann in Salvatore verliebt. Damals, noch in der Schweiz, war ihr ein Reiseheft in die Hände gefallen. Darin war ein Mann zu sehen, der einen Kopfsprung in ein leuchtend türkisfarbenes Meer machte. «Es war nur ein Bildchen. Aber ich wusste, ich

musste diese Farbe sehen.» Sie suchte und fragte herum, bis sie wusste: Das Bild zeigte die Cala Rossa, die schönste Badebucht auf der Insel Favignana im tiefsten Mittelmeer. «Danach hatte ich nur noch Favignana im Kopf. Es ist mein Seelenort, das ist etwas, das man spürt und nicht erklären kann.» Silvana lernte Salvatore Campo beim Tauchen kennen. Am Anfang war sie sich nicht sicher, ob auch sie ihm gefiel. An einem heissen Tag – sie lag mit ihrer Schwester im warmen Wasser der Cala Rossa – schaute sie hoch zu den Felsen. Dort stand er und suchte das Meer nach ihr ab. L’amore hatte ins Türkisblaue getroffen. Aber auch auf Favignana ist nicht alles nur süsses Leben. Im Winter, wenn das Wetter schlecht ist, kann es Tage dauern, bis die Fähre anlegt.

Karibik: die Cala Rossa, hinten die Insel Levanzo 2 Silvana De Biasio und ihr Mann Salva­ tore Campo (ganz rechts) leben mit den Kollegen Manuel Piazza (links) und Emiliano Radice in einer Art Wohn­ gemeinschaft. 3 Fisch ist das Grundnahrungs­ mittel der Insulaner. 4 Polizisten sind immer Freund, Nachbar, Tochter oder Sohn.

Essen auf der Insel: • Giardino delle Aloe ilgiardinodellealoe.it • Kiosko Punta Sottile Badestrände:

• Stadtstrand von Favignana • Lido Burrone • Cala Rossa • Bue Marino • Cala Azzurra Tauchen: Die Schweizerin Silvana De Biasio führt die Tauchschule Posidonia Blu. Porticciolo di Punta Lunga www.posidoniablu.com Tourismusbüro:

Palazzo Florio am Hafen www.isoleegadi.it www.egadi.com www.welcometoegadi.it


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LEBEN | MM36, 4.9.2017

Tipps zum Entdecken der Insel: www.migmag.ch/ favignana

Die Lehrer bleiben weg, die Schule bleibt zu. In den Läden leeren sich die Regale. Touristen reisen gar nicht erst an. Das Geld reicht nicht fürs ganze Jahr. «Wir leben im Paradies, aber von der Hand in den Mund», sagt Silvana De Biasio. 1000 Franken sind für sie ein Vermögen. Die Saison ist kurz, 120 Tage lang ist es in der Tauchschule ein Krampf. Dann klap­ pen die Favignanesi das Trottoir hoch und machen Winter. Die Schweizerin kann das nur schwer verstehen. Auch nach der Hochsaison ist es hier noch heiss und sonnig, man könnte so viel aus der Insel machen. Weg von hier will keiner. Alle lieben den Ort. «Wir sind an die Felsen gefesselt», sagen die Inselbewohner über sich selbst. Es sind starke Fesseln. Auf Favignana ist alles rot,

gelb, lebendig, die Boote sind bunt, die Calas, die Badebuchten aus Sandstein, pudrig weiss, und bei der Farbe des Meers wähnt man sich in der Karibik. Man riecht die Kräuter, Thymian, Rosmarin, die ganze Insel duftet. Das Essen schmeckt gut, die Früchte sind reif, die sizilianischen Orangen süss. Kein Schnipo, dafür Fisch à discretion

Die Spezialität schlechthin ist der Thunfisch. Man isst ihn pur, ohne Butter oder Sauce und vorzugsweise bleu. Wie zartes Rindsfilet. Die Insel­ restaurants machen keinen Bückling vor dem Tourismus. Auf den Speise­ karten findet man kein Schnipo und kaum Fleisch, nur frischen Fisch und wunderbare sizilianische Kost, wie Caponata aus Auberginen, Tomaten, 1

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3

1 Dorf Favignana:

die Verbindungs­ gasse zwischen Piazza Europa und Piazza Matrice. Mit dem Velo ist alles gut zu erreichen. 2 Carmelo ist der einzige Pöstler auf der Insel. Er über­ gibt die Post auch unterwegs, wenn er zufällig den Empfänger trifft. 3 La Casa del Tonno an der Via Roma hat alles, was Sizi­ liens Boden und Meer hergeben. 4 Blick über das Dorf Favignana

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Zucchetti und frischen Kapern von den hier üppig wachsenden Sträu­ chern. Oder Arancini, frittierte Reis­ bällchen gefüllt mit Mozzarella, Erb­ sen und Sugo. Und viel Weisswein. Oder Couscous, ein Erbe der ara­ bischen Nachbarn, das die siziliani­ schen Mammas verfeinert haben. Jede hüte ihr eigenes Couscous­ Geheimrezept, verrät Salvo Campo nicht ohne Stolz. «Quello che c’è...c’è!» – es hat, was es hat – heisst denn auch ein Restau­ rant im Dorf. Es bietet, was das Meer und der sizilianische Boden herzu­ geben bereit sind. Etwa Carpaccio aus rotem Thunfisch mit Pistazien, Insalata siciliana mit reifen Orangen, Oliven, Fenchel, Kapern und Toma­ ten oder auch Busiate al pesto trapa­ nese, eine sizilianische Pasta an


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Zypern – wildromantische Küsten und historische Leckerbissen ern Kantaras. Ein atemberaubender Ausblick eröffnet sich hier auf die Nord- und Südküste der Halbinsel. Sie unternehmen eine kleine Wanderung und besuchen den bedeutendsten christlichen Wallfahrtsort Zyperns: das orthodoxe Kloster Agios Andreas. 4. Tag / Famagusta: Heute werden Ihnen so einige spannende „Steine in den Weg gelegt“. Erst mit dem Besuch des Barnabas Klosters mit der Grabkapelle des Apostels Barnabas und anschliessend mit der Altstadt von Famagusta, dessen Reichtum im Mittelalter legendär war. Um Famagustas Altstadt liegt noch immer der 3½km lange Mauerring aus dem 16. Jh.. Weitere historische Besonderheiten Famagustas sind die Ruinen des Franziskaner-Klosters, die Krönungskathedrale sowie die Überreste der Villen und Paläste reicher Kaufleute und Adliger. Unterwegs haben Sie die Möglichkeit landestypische Souvenirs zu kaufen. 5. Tag / Freier Tag: Tag zu Ihrer freien Verfügung. Geniessen Sie einen entspannten Tag im Hotel oder unternehmen Sie weitere fak. Ausflüge. 6. Tag / Ausflug nach Nikosia: Ganztagesausflug nach Nikosia. Dabei schlendern Sie durch

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die verwinkelten Altstadtgassen der letzten geteilten Hauptstadt der Welt. Zahlreiche Sehenswürdigkeiten u.a. die Arabahmet Moschee, die venezianische Befestigungsanlagen, die Selimiye Moschee und der Besuch von zwei alten Karawansereien aus dem 17Jh. erfüllen einen spannenden Ausflugstag. 7. Tag / Fakultativer Ausflug Paphos (Südzypern): Der heutige fak. Ausflug (€ 79.–, vor Ort buchbar) führt Sie in den Süden der Insel. In Paphos – der Geburtsort der Aphrodite – beeindrucken kulturhistorische Höhepunkte. In römischer Zeit war Paphos die Hauptstadt von Zypern. Aus dieser Zeit stammen die Ruinen der Palastanlagen mit seinen Königsgräbern und wunderbaren Mosaiken – Zeugen des einstigen Reichtums. Der Distrikt von Paphos hat so viele geschichtsträchtige Orte, dass UNESCO den Ort und seine gesamte Umgebung auf die Liste der Weltkulturerben setzte. Nach den Besichtigungen geniessen Sie freie Zeit am malerischen Hafen. 8.Tag / Nikosia – Zürich: Transfer zum Flughafen von Nikosia und Rückflug nach Zürich (kurze Zwischenlandung ohne Umsteigen).

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Sizilien

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Die grösste Insel Italiens ist nur durch die schmale Strasse von Messina vom Festland getrennt. Charakteristisch sind die fruchtbaren Ebenen, die malerische Küste und die idyllischen Berglandschaften, die ein eindrückliches Gegenstück zum pulsierenden Leben Palermos, den antiken Tempeln oder der fesselnden Naturgewalt des Ätnas bilden. Die Lebensfreude der Sizilianer ist äusserst ansteckend – bestimmt wird diese von der Sonne verwöhnte Insel auch bei Ihnen freudige Emotionen wecken.

Unsere Empfehlung

Mandelsauce, die richtig glücklich macht. Bis vor wenigen Jahren haben die Insulaner vom Thunfischfang, der Mattanza, gelebt. Wenn im Mai der Nordwind die Thunfische zu den Inseln trieb, wurde ein kilometer­ langes Netz zwischen die Boote ge­ spannt. Die Fischer hievten die Fische mit Stangen aus dem Wasser, jeder rund 400 Kilogramm schwer. Es waren zwei, drei Monate harter und gefähr­ licher Arbeit, es war aber auch ein grosses Fest: Draussen schwammen die Thunfische, an Land schlemmten die Einheimischen und Touristen Thunfischbrötli vom Grill. Die Fischer wurden gefeiert wie die Helden. Heute wird ein Grossteil des Thunfisch­ bestands bereits auf See von indust­ riellen Flotten abgefischt und zum Beispiel nach Japan exportiert.

Gioacchino Cataldo, mit 191 Zentime­ tern Körperlänge der Inselriese, räumt seine Barke auf. Der 76­Jährige ist der letzte Capo della Tonnara, der Chef der Thunfischjäger. Über ihn wurden viele Filme gedreht, die Journalisten kamen aus aller Welt. «Meine zweite Berufe ware Latin Lover», sagt er in einem deutschen Singsang, das manche Touristin um den Verstand gebracht haben soll. Und: «Was haben wir mehre wie euch? Ein bisschen Salz mehre und viel Temperament mehre.» Gioacchino lacht und schlurft in Adiletten zum Aperitivo auf die Piazza. Dort sitzen alte Männer, schweigen und schauen. Aus den Fenstern palavern die Frauen. Es duftet nach Pasta und Pesce. Geld ist immer knapp, aber den Genuss lässt sich keiner nehmen. Zum Glück ist Dolcefarniente gratis. MM

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LEBEN | MM36, 4.9.2017

Familie

Achtung, fertig, Velo

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Wie macht man kleine Fahrradfahrer fit für den Strassenverkehr? Bea Fehr von Pro Velo Schweiz zeigt den Weg zur Veloreife von Kindern auf.

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Bild: iStockphoto

Juristisch ist das richtig, praktisch aber schwierig, denn: «Das Alter ist kein Massstab für die Verkehrssicherheit», sagt Bea Fehr (51), Co-Programmleiterin und Instruktorin der Velofahrkurse bei Pro Velo Schweiz. Ob ein Kind auf dem Velo sicher im Strassenverkehr unterwegs ist, sei abhängig vom individuellen

Ist Ihr Dorf oder Ihre Stadt velofreundlich?

Pro Velo Schweiz führt zwischen Anfang September und Ende November eine Online-

Text: Andrea Freiermuth

m Gesetz steht: «Kinder dürfen vor dem vollendeten sechsten Altersjahr auf Hauptstrassen nur unter Aufsicht einer mindestens 16 Jahre alten Person Rad fahren.» Daraus könnte man schliessen, dass man Kinder nach ihrem sechsten Geburtstag allein mit dem Velo auf die Strasse lassen darf.

Umfrage

Verlosung

Umfrage zur Velofreundlichkeit von Schweizer Städten und Dörfern durch. Alle ausgefüllten Fragebogen nehmen an einer Verlosung teil. Als Belohnung für das Mitmachen locken ein E-Bike der Marke «Tour de Suisse» im Wert von rund 4500 Franken sowie 50 weitere Preise.

Entwicklungsstand und vor allem von der Erfahrung: «Je früher und öfter die Kinder üben können, desto sicherer verhalten sie sich.» Darum sei es von Vorteil, Kinder schon früh, dafür schrittweise, ans Velofahren heranzuführen. MM Weitere Infos: www.migmag.ch/radschlaege www.migmag.ch/velokids

Die Velofallen

Die Vorbilder

Eltern sollten die Herausforderungen für Fahrradfahrer im Strassenverkehr selber kennen und wissen, wie man sich etwa in der Nähe von Lastwagen, im Kreisverkehr oder neben Parkfeldern richtig verhält. Wer unsicher ist, nimmt am besten gemeinsam mit dem Kind an einem der Velofahrkurse von Pro Velo Schweiz teil und/oder informiert sich in den Broschüren «Radschläge – Tipps für sicheres Velofahren» und «Der tote Winkel: erkennen – meiden».

Kinder lernen durch Nachahmen. Die Strecken, die das Kind später selbständig bewältigen soll, fährt man zunächst gemeinsam wiederholt ab – selbstverständlich unter Einhaltung der Regeln und nach den Tipps für sicheres Velofahren.

Die Grundlagen

Bevor man mit dem Kind auf die Strasse geht, lässt man es die wichtigsten Manöver auf Spielplätzen oder auf anderen geschützten Flächen üben – zum Beispiel das Bremsen, das Ausweichen, das Folgen einer Spur oder das Lenken mit einer Hand. Im Spiel erlernen Kinder diese Fähigkeiten ganz automatisch – und sind in der Regel mit Begeisterung dabei.

Der Einstieg

Das Fahrrad

Velofahren beginnt nicht erst mit dem ersten Tritt in die Pedale, sondern bereits auf dem Laufrad oder mit dem Trottinett. Damit trainieren Kinder im Vorschulalter den Gleichgewichtssinn und lernen, Tempo und Bremsweg einzuschätzen.

Kinder sollten nicht in ihr Velo hineinwachsen müssen. Gerade für ungeübte Fahrer darf ein Zweirad nicht zu gross sein: Das Kind sollte im Stand im Sattel sitzen bleiben und einen Fuss auf den Boden stellen können. Funktionierende Bremsen und Lichter sind obligatorisch, Reflektoren an den beweglichen Teilen wie den Rädern empfehlenswert.


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Die Onlineberichterstattung macht

zwar alles schneller, oft aber auf Kosten der Qualität. Gerade deshalb

»

begrüsse ich die Investitionen der Pressehäuser in die Ausbildung.

Matthias Aebischer, Nationalrat, SP Bern

Fake News?

Nicht in der Schweizer Presse. Unsere Redaktorinnen und Redaktoren analysieren das Zeitgeschehen, überprüfen Quellen, interpretieren Ereignisse, liefern Hintergründe und helfen Ihnen damit, Ihre eigene Meinung zu bilden. Glaubwürdigkeit steht bei uns an erster Stelle – ohne Alternativen: Damit Sie Lügen von Fakten unterscheiden können.


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MM36, 4.9.2017 | LEBEN

Gesundheit

Kraft für die Knie

Herbstzeit ist Wanderzeit. Leider machen schmerzende Kniegelenke oft einen Strich durch die Rechnung. Dabei ist selten das Gelenk allein schuld an der Misere, sondern Übergewicht, eine ungewohnte Belastung oder schwächelnde Muskulatur.

Text: Patric Gross

D

as Knie ist das grösste Gelenk des menschlichen Körpers. Es fängt Schläge beim Gehen auf, stabi­ lisiert den Gang und sorgt als Ver­ bindung zwischen dem Ober­ und Unterschenkel dafür, dass wir Dreh­ und Beugebewegungen ausführen können. Eine gut ausgebildete Fuss­, Bein­ und Beckenmuskula­ tur unterstützen es. Ein Lebensstil, der von wenig Bewegung und Übergewicht geprägt ist, ist oft die Ursache von Knieschmerzen. Wenn dann – bei allen guten Vor­ sätzen – die Belastung plötzlich

«iMpuls»-Lesetipp

Zu Fuss gehen hält gesund Nicht nur den Knien zuliebe, ganz allgemein gilt: Wer täg­

lich zu Fuss geht, tut seinem Körper Gutes. Wie Sie mehr Bewegung in Ihren Alltag bringen, er­ fahren Sie auf www.migros­impuls.ch

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ansteigt, kommt es meistens zu Beschwerden. Wer die Symptome dann einfach mit Schmerzmitteln betäubt, löst das Problem nicht. Die Reizung kann sogar zunehmen. Es lohnt sich darum langfristig, möglichst viel Bewegung in den Alltag einzubauen, um die Muskulatur zu stärken und die Knie zu entlasten. Ideal sind: Treppensteigen (anstatt Lift fah­ ren), zu Fuss gehen (anstatt den Bus nehmen), Schwimmen und Velofahren. Sollte das Knie auf einmal an­ schwellen oder warm werden, gilt

es, aufmerksam zu sein. Neben den mechanischen Ursachen wie Überlastung, Arthrose, Meniskus­ problemen und Bandverletzungen kommen auch entzündlich rheu­ matische Erkrankungen vor. So können beispielsweise Borrelien einer Zecke oder Kristallablage­ rungen eine Entzündung auslösen. Schwellungen ernst nehmen

Das Knie reagiert sehr sensibel auf Belastung und zeigt an, wenn et­ was nicht in Ordnung ist. Darum sollte bei Schwellungen und Bewe­ gungseinschränkungen ein Arzt


LEBEN | MM36, 4.9.2017

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Tipps

Das stärkt die Knie Übergewicht reduzieren: Jedes Kilo,

dass die Knie weniger tragen müssen, ent­ lastet sie.

um Rat gefragt werden. Längst nicht jedes schmerzhafte Knie muss operiert werden, meistens führen auch konservative Thera­ pien zu einer Besserung. Wer sich aber regelmässig be­ wegt und die Belastung langsam steigert, der tut seinen Knie Gutes. Beim Wandern helfen zudem ge­ eignete Schuhe und Trekkingstöcke, die Schläge abzufangen. Und wer den langen Abstieg anderen über­ lässt und die Gondelbahn wählt, handelt clever. Dann kann es näm­ lich schon bald wieder losgehen – über Stock und Stein. MM

Bewegung im Alltag:

Treppensteigen, Velo­ fahren und Schwim­ men eignen sich sehr gut, um für Bewegung im Alltag zu sorgen.

Kräftigung zu Hause:

Einfache Übungen mit dem eigenen Körper­ gewicht wie Kniebeu­ gen (auch einbeinig) sind Gold wert, um die Beinmuskulatur zu stärken. Dehnen: Regelmäs­

siges Dehnen der Beinmuskulatur beugt Verkürzungen und damit verbundenen Fehlbelastungen vor.

Damit die Kleinen genug Schlaf erhalten, müssen Eltern die Zeiten festlegen.

Gesundheits-News

Schlafregeln für Kinder Soll man seine Kinder ermuntern, abends zu einer bestimmten Zeit ins Bett zu gehen, oder soll man es ein­ fordern? Laut einer kanadischen Studie helfen – zumindest an Werktagen – klare Regeln besser, damit die Kinder zu genügend Schlaf kommen. Fünf­ bis Dreizehnjährige schlafen idealerweise neun bis elf Stunden durch. Quelle: «BMC Public Health» 2017 Link zur Studie: www.migmag.ch/kinderschlaf

Bilder: iStockphoto, Getty Images

Dr. med. Patric Gross, FMH

Rheumatologie, Physikalische Medizin und Rehabilitation, Allg. Innere Medi­ zin, Leiter Medizin Medbase Winter­ thur Brunngasse

Eine kräftige Beinmuskulatur entlastet beim Wandern das Kniegelenk .

Mehr Unfälle nach Medis Fussgängern passieren mehr Unfälle, wenn sie unter dem Einfluss bestimmter Medikamente stehen. Dazu zählen zum Beispiel Mittel gegen Allergien sowie Schlaf­ und Hustenmittel. Das Risiko ist vor allem beim Überqueren von Stras­ sen erhöht, ergab eine Studie mit über 16 000 Probanden. Quelle: «PLoS Med» 2017 Link zur Studie: www.migmag.ch/ fussgänger

Aspirin vor Operation absetzen In Zusammenarbeit mit

Vor bestimmten Operationen sollte Aspirin abgesetzt werden. Fast die Hälfte der Patienten stoppte den Blutverdünner aber zu früh oder zu spät. Zu frühes Absetzen kann das Herzinfarktrisiko steigern, zu spätes

Absetzen die Blutungsgefahr bei der Operation. Empfohlen wird der Stopp fünf bis zehn Tage vor sol­ chen Eingriffen nach Rücksprache mit dem Arzt. Quelle: «Deutsches Ärzteblatt» Link zur Studie: www.migmag.ch/aspirin

Zink bei Erkältungen Lutschtabletten oder Pastillen, die Zink enthalten, können eine Erkältung schneller zum Abklingen bringen, besagt die Auswertung von sieben Studien zu diesem Thema. Zink verkürzte die Dauer der Erkältung um ein Drittel. Die optimale Dosis betrug 75 bis 100 Milligramm pro Tag. Quelle: «JRSM Open» 2017 Link zur Studie: www.migmag.ch/zink


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LEBEN | MM36, 4.9.2017

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Als ich im Sommer von Vietnam in die Schweiz zurückreiste, war ich stolze 27 Stunden lang unterwegs. Zwei Zwischenlandungen (Nonstop-Flüge sind etwas für Bonzen), unzählige Wartestunden, Augenringe so schwarz wie die Nacht. In Zürich angekommen, wollte ich direkt eine Kollegin besuchen: Ich rannte, um das Tram zu erwischen.

Bild: Andrea Monica Hug

Anne-Sophie Keller (27) glaubt

an Popkultur und den Sinn eines unvernünftigen Lebenswandels.

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Lassen Sie diesen Satz mal auf sich wirken. Ich war 27 Stunden lang gereist – und rannte zum Tram, weil ich fand, dass drei wertvolle Minuten mehr jetzt noch ins Gewicht fallen würden. Da wusste ich: Mein Schweiz-Modus ist wieder aktiviert. Ein Arbeitskollege brach sich beim Sprint zur Tramhaltestelle fast einmal den Arm, weil er dabei stürzte. Andere lassen sich jeden Morgen schier überfahren, damit sie

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es rechtzeitig ins Büro schaffen. Und ich schimpfe wie eine kleine Nachwuchswutbürgerin, wenn mir ein Tram vor der Nase abfährt. Kürzlich war ich gezwungen, sieben Minuten lang auf das nächste Tram zu warten. Ich setzte mich beim Bahnhof Stadelhofen auf ein Bänkli und schaute mich um. Das Licht war weiss, die Luft roch nach dem ersten Laub, die Menschen waren gelassen. Sieben Minuten Zwangsauszeit reichten für die Entdeckung der Langsamkeit. Ich will nicht mehr zum Tram rennen, als ginge es um das nackte Überleben. Ich will langsamer laufen, essen, reden, lieben, leben. In einer Welt, in der immer alles noch schneller gehen soll, scheint mir das geradezu ein rebellischer Akt zu sein. MM

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Sandra

Heldenhafter Sprung in den erfrischenden Walensee, dies als Zwischenstopp auf einer fantastischen Wanderung von Quinten nach Weesen.

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LEBEN | MM36, 4.9.2017

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Und so gehts von Android aufs iPhone: www.migmag.ch/ handywechsel

App-Tipps

Facebook Messenger Lite

Der kleine Bruder des Facebook Messengers

Digital

Umzug leicht gemacht Viele Nutzer scheuen den Wechsel von einem iPhone auf ein Android-Handy. Dabei ist der Umstieg gar nicht so kompliziert. Tipps für eine problemlose Züglete Text: Philipp Rüegg

verbraucht weniger Da­ ten und ist bei schlechter Netzabdeckung zuver­ lässiger. Die Grösse ist mit 10 statt 60 MB an­ sprechender. Funktionen wie Bilder und Links sind vorhanden. Migmag.ch/messengerlite

Socratic

Illustration: Supertotto/2 Agenten

A

ndroidgeräte sind vielseitiger als die Smartphones von Apple. Es braucht zwar etwas Eingewöhnungszeit, um mit einem Android-Phone klarzukommen – die beiden Betriebssysteme haben sich aber stark angeglichen. iMessage abstellen: Auf dem Android gibt es kein iMessage. Der Dienst muss vor dem Wechsel auf dem iPhone deaktiviert werden. Denn für die Freunde, die weiterhin iMessages versenden, ist nicht ersichtlich, dass diese auf dem Android-Phone nicht mehr ankommen. Synchronisieren: Wer seine Daten auf dem iPhone oder in der iCloud abgespeichert hat, muss diese manuell transferieren. Für das neue Gerät braucht es einen Google-Account, denn AndroidPhones nutzen Google-Dienste wie Google-Play für die Apps.

Apps: Fast alle iOS-Apps sind auch auf Android verfügbar. Ausnahmen sind die eigenen von Apple. Kostenpflichtige Apps muss man teilweise nochmals kaufen. Oft sind die Android-Versionen jedoch gratis. Kontakte: Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Kontakte zu synchronisieren. Man kann sie beispielsweise auf der iCloudWebseite oder auf dem iPhone als vCard exportieren und in Gmail wieder importieren. Bilder und Videos: Auf AndroidSmartphones ist oft Google-Photos vorinstalliert. Man installiert diese App auf dem iPhone und synchronisiert die Daten. Nun sind sie auch auf dem neuen Gerät zugänglich. Musik: Auf Apple-Music, Spotify oder Google-Music kann man auch bei Android zugreifen. Musik, die man schon gekauft hat, lädt man am einfachsten vom Compu-

ter via Google-Music aufs neue Smartphone hoch. Kalender: Im iPhone in den Einstellungen bei Kalender •Accounts den Gmail-Account hinzufügen und synchronisieren. Die Einträge sind nun auch auf dem AndroidSmartphone verfügbar. Dokumente: Diese kopiert man am einfachsten am Computer. Man installiert iCloud und GoogleDrive, beide Programme erstellen je einen Ordner. Per Drag-anddrop kann man die Dateien aus der einen App in die andere kopieren. Software von Samsung, Google und anderen Herstellern erleichtern den Umstieg. Bestimmte Programme wandeln die iPhoneDaten für die Benutzung mit Android um. Google-Pixel liefert sogar einen Adapter, der den Transfer direkt vom iPhone möglich macht. MM

Bei den Hausaufgaben hilft Socratic. Die Gratis­

App durchforstet mit einem Foto der Hausauf­ gaben das Internet und liefert Links zu passenden Videos, Artikeln und an­ deren Beiträgen. Sie funk­ tioniert zurzeit primär für Mathematik, Chemie und Geschichte. Migmag.ch/socratic­and Migmag.ch/socratic­ios

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LEBEN | MM36, 4.9.2017

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Optimale Altersvorsorge für Selbständigerwerbende

Angesichts dieser Auflagen entscheiden sich viele Selbständigerwerbende für eine natürliche RechtsperJeannette son – die Einzelfirma oder die PersoSchaller (53) nengesellschaft. Diese bieten grösseist Leiterin Finanz- re Gestaltungsmöglichkeiten bei der planung bei der Vorsorge: Die Firmeninhaber können Migros Bank. auf den Pensionskassenanschluss

In der Schweiz ist ungefähr jeder achte Arbeitsmarktteilnehmer selbständigerwerbend. In Griechenland sind es mehr als doppelt so viele (in Prozent). 35 30 25 20 12,3%

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Einen entscheidenden Einfluss auf die Vorsorgemöglichkeiten hat die Rechtsform der Firma. Wer die AG oder die GmbH wählt, gilt als Angestellter und muss sich einer Pensionskasse anschliessen. Daneben darf man pro Jahr bis zu 6768 Franken in die Säule 3a einbezahlen und in der Steuererklärung geltend machen. AG- und GmbH-Inhaber müssen auch Prämien für Arbeitslosen- und Berufsunfallversicherung bezahlen; hinzu kommen umfangreiche Verpflichtungen zur Buchhaltungsführung.

Anteil Selbständigerwerbender am Arbeitsmarkt

No

«Mein Betrieb ist meine Altersvorsorge.» So tönt es von vielen Selbständigerwerbenden. Sie hoffen, ihr Unternehmen dereinst gewinnbringend veräussern und mit dem Erlös den Ruhestand finanzieren zu können. Diese Rechnung geht längst nicht immer auf. Es ist deshalb besser, man investiert nicht nur in die Firma, sondern auch in die Vorsorge.

Quelle: BFS/Eurostat 2016

verzichten und dürfen stattdessen jährlich bis zu 33 840 Franken steuerwirksam in die Säule 3a einzahlen. Aber es besteht auch bei der Einzelfirma und der Personengesellschaft die Möglichkeit für einen Pensionskassenanschluss, verbunden mit der Einzahlung von bis zu 6768 Franken pro Jahr in die Säule 3a. Hat man kei-

ne Angestellten, steht die Stiftung Auffangeinrichtung BVG oder eine allfällige Verbandsvorsorge der Branche offen. Wer Mitarbeitende beschäftigt, muss diese beim Überschreiten des BVG-Mindestlohns von 21 150 Franken bei einer Pensionskasse versichern. Dieser Vorsorgeeinrichtung des Personals kann sich auch der Firmenchef anschliessen. MM

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MM36, 4.9.2017 | LEBEN

Kinder

Schnell, schlau und schrecklich unbeliebt Kakerlaken? Igitt! Die meisten Menschen ekeln sich vor den Krabbeltierchen. Trotzdem schauen wir genauer hin. Denn die Küchenschabe oder die Deutsche Schabe ist ein spannendes Insekt. Text: Andrea Fischer

Illustration: bunterhund.ch

Feinde

Säugetiere Weil sie so schnell sind und im Verborgenen leben, sind Kakerlaken sehr schwer zu erwischen. Aber einige Vögel und Säugetiere fressen sie gern, wenn sie sie finden.

Menschen

Der grösste Feind ist der Mensch: Da Kakerlaken als sogenannte Schädlinge gelten, werden sie vergiftet. Da sie sich aber so gut verstecken und man sie mit den käuflichen Mitteln nicht erreicht, erledigen das spezialisierte Firmen.

Was im Dunkeln in Ecken und Winkeln herumkrabbelt, das

finden wir eklig und unheimlich. Im Fall der Kakerlake aus gutem Grund: Wo eine Kakerlake ist, sind weitere 200 nicht fern! Sie kommen in Küchen, Restaurants, Einkaufszentren und Spitälern vor und können dort Krankheiten verbreiten. Gern halten sich die

In Lüftungs- und Kabelschächten fühlen sich Kakerlaken wohl. Tierchen auch in Lüftungs- und Kabelschächten auf. Vielleicht bist du gerade von den Ferien in einem heissen Land zurückgekehrt, wo dir das eine oder andere Exemplar begegnet ist? In unseren Breitengraden sind sie kein so grosses Problem. Eine heimische Art, die sogenannte Deutsche Schabe, ist braun und

etwa so lang wie der vordere Teil deines Daumens. Sie kann nicht fliegen, dafür aber schnell laufen: Innerhalb einer Sekunde huscht sie von einem Ende eines Schulmassstabs zum anderen. Die Tiere leben nur ein paar Monate. In dieser Zeit tragen die Weibchen bis zu 400 Eier aus. Die kleinen Schaben wachsen schnell und ver-

mehren sich bald. Um sich gegen­ seitig zu fnden, verbreiten sie einen speziellen Duft – für uns Menschen stinkt das fürchterlich. Kakerlaken fressen am liebsten Weiches, Reifes und Süsses. Sie passen in kleinste Ritzen und können über einen Monat lang hungern. Um sie wieder loszuwerden, braucht es Profis. MM


LEBEN | MM36, 4.9.2017

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Die Aushebung: So bereitest du dich vor. www.migmag.ch/ rekrutin

Shanina (16), Arlesheim BL

Viele deiner männlichen Kollegen werden in zwei, drei Jahren in die Rekrutenschule einrücken. Falls du Schweizerin bist, wirst du auch bald einen Brief der Schweizer Armee erhalten, der dich zu einem Orientierungstag einlädt. Für Män­ ner ist dieser Tag obligatorisch, für Frauen freiwillig – genau so ist das mit dem Wehrdienst. Das hat historische Gründe: Früher war die Wehrpflicht an das Wahlrecht gebunden, und wählen durften hierzulande bis 1971 nur

die Männer. Das Militär hat sich der Gleichberechtigung von Mann und Frau nur langsam angenähert. Weil der Wehrdienst oder ein Kampfeinsatz grosse körperliche Strapazen bedeuten kann, mutete man ihn den Frauen lange Zeit nicht zu. Heute können Frauen – auf frei­ williger Basis – alle Dienstgrade und Funktionen in der Schweizer Armee erreichen. Die höchste Frau ist derzeit eine «Frau Brigadier». Demnächst wird auch die erste

Schweizer Jetpilotin ihre Aus­ bildung abschliessen. Fändest du es fairer, wenn Info­ tag und Wehrdienst für alle obligatorisch wären? Oder für alle freiwillig? Darüber wird gern hitzig diskutiert. Könnte es viel­ leicht der Friedenssicherung und dem Zusammenhalt im Land dienen, wenn alle jungen Menschen einen Dienst an der Gesellschaft leisten – wahlweise in der Armee, in Spitälern, Schulen, Alters­, Behin­ derten­ oder Asylheimen? MM

Eine Mutter erklärt die Welt:

Journalistin Gabriela Bonin (50) beantwortet Kinderfragen.

SO EIN KÄSE!

R ätse lspas s

Was riecht hier denn so? Ach ja, der Käse. Du siehst unten vier Käsestücke mit unterschiedlich vielen Löchern. Darauf soll nun noch ein fünftes Käsestück folgen. Kannst du anhand der ganzen Löcher erkennen, welches Käsestück folgen muss und warum? Kreise es ein!

Tobi möchte mit Laub aus dem Wald etwas Schönes basteln. Er hat aus jedem Blatt ein Stück herausgeschnitten. Unten auf dem Tisch siehst du die Ausschnitte. Welche Form passt in welches Blatt? Verbinde! A

B

a D C

b

? c

Lösung: Käse b muss folgen, denn b hat 10 Löcher. Die Anzahl der Löcher zum jeweils nächsten Stück wird wie folgt berechnet: -1, +2, -1, +2.

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Lösung: A1, B4, C3, D2.

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Nicht inbegriffen: • Weitere Getränke und persönliche Auslagen • Landausflüge • oblig. Serviceentgelt (€ 10,- p.P. Nacht), Annullationskostenversicherung • Reservationsgebühr Fr. 15.- pro Person.

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In welchem Kanton liegt das Waldhotel National Arosa? Per Telefon Wählen Sie 0901 560 039

(1 Fr./Anruf) und nennen Sie Ihre Lösung, Ihren Namen und Ihre Adresse. Per SMS

Senden Sie eine SMS mit dem Text GEWINNEN, dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die Nummer 920 (1 Fr./SMS). Glücksgriff

Den Alltag zurücklassen Geniessen Sie erholsame Tage im Waldhotel National Arosa. Das Migros-Magazin und das Hotel verlosen Kurzferien im Spätsommer oder Winter in dem berühmten Ferienort.

Bild: zVg

A

ttraktiver kann ein Spät­ sommertag kaum be­ ginnen: Im Waldhotel National Arosa geniessen die Gäste bei schönem Wetter ihr Frühstück mit regionalen Köstlich­ keiten auf einer grossen Terrasse und haben dabei Ausblick auf eine grandiose Berglandschaft, die wie eine dreidimensionale Postkarte wirkt. Aromatisiert wird die frische Bergluft durch den Duft des dichten Tannenwalds in der Umgebung. Das Hotel liegt an ruhiger und doch zentraler Lage im berühmten Ferienort Arosa. Es ist ein idealer Ausgangspunkt für Spaziergänge

oder Wanderungen in der Bündner Region Plessur. Kleine und grosse Gäste werden entzückt sein, wenn sie in der Umgebung des Hotels Eichhörnchen und Murmeltiere entdecken. Denn die Natur bietet hier nicht nur Imposantes, sondern bisweilen auch richtig Herziges. Damit die Gäste bei ihren Ausflügen bei Kräften bleiben, gibt ihnen das Hotelpersonal Lunchpakete mit auf den Weg. Auch darin finden sich regionale Spezialitäten. Durchstarten, relaxen – oder beides

Wer statt Beschaulichkeit lieber Action wünscht, kann vom Hotel

aus auch durchstarten: Zahlreiche Biketrails laden zu rasanten Berg­ und­Tal­Fahrten ein. An kühlen Regentagen werden im Hotel Kaminfeuer entzündet. So lässt es sich in gemütlicher Atmosphäre vortrefflich entspan­ nen. Dazu dient auch der Wellness­ und Spa­Bereich, der auf einer Fläche von 1100 Quadratmetern alle Annehmlichkeiten bietet, die man sich zum Relaxen wünscht. Wer also dieses Glücksgriff­ Angebot nutzt und an der Verlosung teilnimmt, darf sich auf abwechs­ lungsreiche Ferientage im Bündner­ land freuen. MM

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www.migrosmagazin.ch/ gluecksgriff Einsendeschluss: 10. 9. 2017 Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Es erfolgt keine Barauszahlung, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Die Mitarbeitenden der Migros-Medien sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Mehrfachteilnahmen sind nicht erlaubt und werden vom Wettbewerb ausgeschlossen. Preise, die nicht bis spätestens drei Monate nach Ziehung durch den Gewinner bezogen werden, verfallen ersatzlos.


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LEBEN | MM36, 4.9.2017

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LEBEN | MM36, 4.9.2017

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Quiz

Gewinnen Sie eine von 3 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die acht Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. 1. Wenn jemand unkonzentriert und verwirrt ist, steht er neben den …? L

Schuhen

D Stiefeln

K Finken

O Baumwurzel

E

2. Was wächst nicht im Wald? I

Hungerast

Laubbaum

3. Wie nennt man eine Geschäftsbeziehung zwischen zwei Unternehmen? U B&B

S

Go2

M B2B

So nehmen Sie teil

4. Welcher See liegt auf der Luftlinie Winterthur–Einsiedeln? G Hallwilersee

E

Zürichsee

I

Zugersee

S

Briefe

T

Flughunde

Tel. Wählen Sie die 0901 560 042 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD2, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD2 TASTSINN Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Quiz, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/wettbewerbe Teilnahmeschluss: Sonntag, 10.9.2017, 24 Uhr

5. Was steht bei Aussagen der postfaktischen Politik im Zentrum? T

Emotionen

H Fakten

6. Welches sind fliegende Säugetiere? E

Mauersegler

N Gleithörnchen

7. Wie viele Exponate sind im Louvre vorhanden? I

ca. 40 000

E

ca. 300 000

A ca. 1 Million

8. Was beschäftigte man in englischen Küchen des 17. und 18. Jahrhunderts? R Putzratten

T

Waschkatzen

N Küchenhunde

Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

Auflösung Nr. 35: APRIKOSE

Gewinner Nr. 34: Hedy Emmenegger, Escholzmatt LU; Margaret Gallinucci, Zürich; Therese Hostettmann, Ipsach BE

Lösungswort: 1

2

3

4

5

6

7

8

Paroli

Gewinnen Sie eine von 3 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Füllen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Das Lösungswort ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1 bis 5. 5

E

2 3 4

Auflösung Nr. 35: MORAL Gewinner Nr. 34: Marianne Rüd, Weisslingen ZH; Rita Guldimann-Giger, Olten SO; Rita Amgwerd, Neuheim ZG

1

AMA T E U R E EDELRE I S FLUEELEN GESALBTE K L AMO T T E ME S O D E RM S C H A E UME TESTLAUF TR I ENTER USBST I CK

So nehmen Sie teil Tel. Wählen Sie die 0901 560 043 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD3, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD3 OSTEN Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Paroli, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/wettbewerbe Teilnahmeschluss: Sonntag, 10.9.2017, 24 Uhr Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite

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LEBEN | MM36, 4.9.2017

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Sudoku

Gewinnen Sie eine von 5 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3x3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den gelben Feldern von links nach rechts. Auflösung Nr. 35: 624

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Bimaru

Brücken

Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

Jeder Kreis stellt eine Insel dar. Die Zahl darin gibt an, wie viele Brücken dort enden. Brücken sind nur zu horizontal oder vertikal benachbarten Inseln erlaubt. Diese dürfen mit einfachen oder doppelten Brücken verbunden werden. Am Schluss sollen alle Inseln 3 3 3 2 miteinander verbunden 1 2 sein. Verboten: Kreuzun1 3 gen, diagonale Brücken 2 4 und mehr als zwei Linien.

3

2

4

Auflösung Nr. 35:

2 1

2 3

5 3

2 3

2

2

3 1 3

3

3 3

2

1

3 4

Auflösung Nr. 35: 3 2 3

2

2

2 1 3

4

3 3 3 2

3 2 3

3 3 2

4

2 2

3 3 3

2

1

2 4 2 2 1

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Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 557 900 Ex. (WEMF 2016) Leserschaft: 2 335 000 (WEMF, MACH Basic 2016-2) Adresse Redaktion und Verlag: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Telefon: 058 577 12 12 Fax: 058 577 12 08 redaktion@migrosmagazin.ch Herausgeber: Migros-Genossenschafts-Bund Leiter Migros-Medien: Lorenz Bruegger

Publizistische Leitung: Monica Glisenti Chefredaktor: Hans Schneeberger Produktion/Ressort Leben: Remo Leupin (Leitung), Robert Rossmanith (Chef von Dienst), Yvette Hettinger (Koordinatorin Leben), Sabine Müller (Produzentin), Gerda Portner (Produzentin), Ursula Trümpy (Produzentin), Karin Keller-Jabbie (Korrektorin), Heinz Stocker (Korrektor) Ressort Menschen: Sabine Lüthi (Leitung), Andrea Freiermuth, Ralf Kaminski, Dinah Leuenberger (Volontärin), Monica Müller, Lisa Stutz, Reto E. Wild Online: Reto Vogt (Leitung), Almut Berger, Elena Bernasconi, Reto Meisser

Ressort Migros-Welt: Daniel Sidler (Leitung / stv. Chefredaktor), Sandra Jermann (Leiterin Projektmanagement), Heidi Bacchilega, Jean-Sébastien Clément, Andreas Dürrenberger, Dora Horvath, Melanie Michael, Fatima Nezirevic, Angela Obrist, Kian Ramezani, Anna-Katharina Ris, Claudia Schmidt, Thomas Tobler, Jacqueline Vinzelberg, Michael West

Prepress: Liliane Bolliger, Ruedi Bolliger

Bildredaktion: Olivier Paky (Leitung), Benjamin Böttcher, Franziska Ming, Susanne Oberli, Helen van Pernis

Kommunikation & Medien-Koordination: Eveline Zollinger (Leitung), Alina Bühler, Rea Tschumi

Layout: Laetitia Buntschu Signer (Art Director), Werner Gämperli, Saskia Goslings, Nicole Gut, Gabriela Masciadri, Pablo Tys

Verlag: Rolf Hauser (Leitung), Margrit von Holzen verlag@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 70, Fax: 058 577 13 71

Lithografie: Reto Mainetti (Leitung), Manuela Seelhofer, Max Sommer Sekretariat: Stefanie Zweifel (Leitung), Imelda Catovic Simone, Nicolette Trindler Honorarwesen: Verena Hochstrasser

Werbemarkt: Thomas Brügger (Leitung) Anzeigen: Gian Berger, Simon Djoni, Yves Golaz, Andreas Hess anzeigen@migrosmagazin.ch Telefon: 058 577 13 80 Fax: 058 577 13 72 Innendienst: Tom Ballaman (Leitung), Dominique Brunner, Michael Glarner, Janine Meyer, Jasmine Steinmann Lesermarkt: Nicole Thalmann (Leitung), Marianne Hermann, Stefania Nicolini Media-Services: Patrick Rohner (Leitung), Tabea Burri, Laetitia Dürst, Aisha Kaufmann Abonnemente: Sonja Frick (Leitung), Sibylle Cecere abo@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 00, Fax: 058 577 13 01

Druck: Ringier Print Adligenswil AG


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MM36, 4.9.2017 | LEBEN

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Mein Lieblingsprodukt «Mit dem Peach-Eistee im Tetrapak sind viele Kindheitserinnerungen verbunden: Mein Vater arbeitete in Bischofszell, wo der Tee abgefüllt wird.»

Meine Welt

«Ich streichle jeden Tag meinen Basilikum» Kabarettist Jan Rutishauser feiert diese Woche Premiere mit seinem zweiten Soloprogramm «Gepflegte Langeweile». Auch privat frönt er dem Müssiggang – bei Zärtlichkeiten im Garten oder beim «Schnuufe» am Bodensee. Text: Silja Kornacher Bilder: Paolo Dutto


LEBEN | MM36, 4.9.2017

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1 Mein Lieblingspreis «Die Krone habe ich an einem Kleinkunstwettbewerb in Burgdorf BE gewonnen. Sie ist ein Publikumspreis: die schönste Bestätigung, auf dem richtigen Weg zu sein.» 2 Mein Kraftort «Während meines

Studiums in den Tessiner Tälern fehlte mir die Weite. Nun wohne ich wieder ein paar Fahrradminuten vom Bodensee entfernt, in Güttingen TG. An den See fahre ich zum Lesen, Spazieren, Baden oder einfach zum ‹Schnuufe›.» 3 Mein Lieblingsessen «Ich liebe Pizza in allen Variationen. Am allerliebsten

3

Name Jan Rutishauser (30) Sternzeichen Löwe Lebenslauf «Ich bin stolzer Thurgauer.

Nach der Kantonsschule studierte ich ein halbes Semester lang British and American Studies in Konstanz. Nach erfolgreichem Abbruch arbeitete ich als Matratzenverkäufer und beschloss dann, meinen Plan, Schauspieler zu werden, doch noch weiterzuverfolgen. An der Dimitri-Schule machte ich meinen Bachelor. Danach absolvierte ich einen Clownworkshop in Frankreich und studierte sechs Monate lang Pantomime in London. Mittlerweile lebe ich von meinen Bühnenauftritten als Kabarettist: Am kommenden Freitag feiert mein zweites Soloprogramm ‹Gepflegte Langeweile› Premiere. Ich erzähle darin etwa vom Dasein als Morgenmuffel und verarbeite mein Blockflötentrauma.» 4

selbstgemachte. Mein Tipp: Auf dem Pizzastein wird sie noch knuspriger.» 4 Mein Tick «Ich liebe den Geruch von

frischen Kräutern an den Händen. Jeden Tag streichle ich meinen Basilikum und die marokkanische Minze im Garten, damit sie sich richtig wohlfühlen.»

Bild: Dieter Graf

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5 Meine Zaubertricks «Nach der

Dimitri-Schule war ich eine Zeit lang als Strassenzauberkünstler unterwegs. Kartentricks, Münzen verschwinden lassen … Irgendwann merkte ich, dass das nicht mein Ding ist.» 6 Meine Lieblingsbücher «Mit den ‹Harry Potter›-Büchern bin ich aufgewachsen. Schon vor dem grossen Hype habe ich sie regelrecht verschlungen. Mir gefällt diese eigene Welt, in die man voll eintauchen kann. Das ist mir auch auf der Bühne wichtig.» MM


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Migros magazin 36 2017 d lu by Migros-Genossenschafts-Bund - Issuu