Ausgabe Basel, AZA 4002 Basel. Psdg DP AG Ent. bez. A 44631
MM36, 5.9.2016 | www.migrosmagazin.ch
Bild: Michael Sieber
Flaggenchef in Bundesbern
Daniel May kehrt und b체gelt f체r die grossen Empf채nge
Seite 16
Bitte Wohnungswechsel der Post melden oder dem regionalen Mitgliederdienst: Tel. 058 575 55 44, Mitglieder.reg@migrosbasel.ch
Wohl dem, der sein eigenes Seilb채hnli hat Seite 10
Wir geben alles für regio
4.30
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Eisbergsalat «Aus der Region.» pro Stück
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Doppelbürli «Aus der Region» 200 g
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E Editorial
Wie alt darf Olga werden?
Eine kleine Rechenaufgabe zum Einstieg: Eine ältere Frau, nennen wir sie Olga, hat mit ihrem Mann ein Leben lang gespart. Man hat sich nie die langen Ferien geleistet, nie mit grossen Autos geprotzt. Aber man hat auch nie substanziell in eine Pensionskasse eingezahlt (frühere Kassen hatten diesen Namen oft gar nicht verdient). Ein kleines Häuschen, das nach der Pensionierung verkauft wird. Danach reicht es für eine kleine Wohnung, der Rest geht ins Ersparte. Irgendwann stirbt der Ehemann, Olga hat noch etliche Jahre vor sich. Und wie das Leben spielt, kommt Olga ins Altersheim, wird langsam zum Pflegefall. Jetzt also die Rechenaufgabe: Wie lange kann es sich Olga noch leisten zu leben, wenn sich ihr Vermögen auf 330 000 Franken beläuft, die AHV monatlich 2400 Franken vorbeischickt und der Kapitalabfluss pro Monat 10 500 Franken (davon 7600 für Pflege und etwa 1500 für Krankenkasse und Steuern) beträgt? Ich schätze etwa drei Jahre …
Natürlich kann man einwenden, dass Ergänzungsleistungen, Zuschüsse und Beiträge die Situation entschärfen können. Und dass der Fall sicher nicht für die Mehrheit typisch ist. Doch Fakt ist: Die Pflege- und Alterskosten werden in den nächsten Jahren drastisch steigen. Gemäss einer Studie des Bundes werden sie sich bis 2045 auf fast 20 Milliarden Franken pro Jahr verdreifachen. Die Kosten sind das eine, der Wille zur Pflege das andere. Wer soll 2045 die 300 000 Demenzkranken betreuen (heute: 110 000)? Wer die 10,4 Prozent über 80-Jährigen umsorgen (heute 5 Prozent)? Vielleicht Menschen wie Gosia? Die ausgebildete 53-jährige Gerontologin stammt aus Polen, hat dort keine Arbeit mehr gefunden und betreut nun eine ihr von einer Familie anvertraute demenzkranke Frau im Kanton Aargau. Ihren langen Weg in die Pflegebetreuung, die innige Beziehung zwischen den beiden Frauen und die vielen kleinen Stolpersteine und Freuden im Alltag hat die Journalistin Ruth Stylianou-Oberli in einem Artikel für das Migros-Magazin zuammengetragen (Seite 20). Den Artikel begleitet ein Interview mit der Arbeitsmarktexpertin Karin Schwiter. Sie weist auf einige heikle Aspekte hin, die sich Interessierte überlegen müssen. Hans Schneeberger, Chefredaktor hans.schneeberger@migrosmedien.ch
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«Als Frau durfte ich weder laut lachen noch reden» Deborah Feldman, Schriftstellerin
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Menschen 8 Diese Woche Sie oder du: Ist Respekt eine Frage der Anrede? 10 Seilbähnli-Schweiz
Für manche Menschen ist die Seilbahn der einzige Draht zur Zivilisation. Drei Porträts 16 Herr der Fahnen
Daniel May sorgt bei offiziellen Anlässen in Bundesbern für die korrekte Beflaggung 20 Pflege rund um die Uhr
Gosia J. aus Polen betreut in einer Schweizer Familie die demenzkranke Mutter. Ein Modell mit Zukunft? 25 Bänz Friedli
Seine Wäsche gehört nur ihm 26 Plötzlich Stiefvater
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Matthias Güdel hat eine Mutter von drei Kindern geheiratet 30 Leserforum 32 Deborah Feldman Mit 23 kehrt die New Yorkerin
der ultraorthodoxen jüdischen Gemeinschaft, in der sie aufgewachsen ist, den Rücken
Migros-Welt 57
42 Vorzeige-Genossenschaft Was die Migros seit 75 Jahren
für das Gemeinwohl leistet
49 Neues aus der Region Aktionen, Reportagen und interessante News aus den Genossenschaften 54 Von uns. Von hier. Bilder: Daniel Winkler (2), Katja Hentschel, Paolo Dutto, Claudia Linsi
Der Migros-Toni blickt zurück 57 Saisonküche
Mariniert, geschmort, grilliert: Rezepte mit Schweinefleisch
72 Regionale Spezialitäten Wie wärs mit grünen Linsen oder Rheintaler Ribelmais? 78 Brot des Monats 81 Käse- und Fruchtwähen 83 Feine Frischbackbrötli 85 Süsse Konfi ohne Zucker 86 Vielfältiger Wildgenuss 88 Sammelspass Farmmania 91 Wohltat für die Gelenke 93 Bach-Blüten-Produkte 94 Frage der Woche 95 Zahnpasta richtig wählen 96 Bergwochenende
Leben 99 Knigge reloaded Wann und wo Mobiltelefone wirklich tabu sind 100 Familie
Warum Sprachaufenthalte für Jugendliche so wertvoll sind 107 Migros-Bank-Ratgeber
3. Säule: Das ideale Alter, um mit dem Einzahlen zu beginnen 109 Gesundheit
Schilddrüsenunterfunktion: Kein Grund zur Panik 111 Digital Rundum fotografieren: 360-Grad-Kameras im Test 114 Kinder
Ausgewandert: Wie es Elliot (11) in Australien gefällt 117 Glücksgriff
Im Glacier Express von St. Moritz nach Zermatt 119 Rätsel und Spiele 123 Impressum 124 Cumulus 126 Meine Welt
Kabarettistin Uta Köbernick: Zu Besuch bei der Gewinnerin des «Salzburger Stiers»
M-Infoline: Tel. 0800 84 0848 oder Fax 0041 44 277 20 09 (Ausland). www.migros.ch/kundendienst; www.migros.ch Cumulus: Tel. 0848 85 0848* oder +41 44 444 88 44 (Ausland). cumulus@migros.ch; www.migros.ch/cumulus Redaktion Migros-Magazin: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Tel. 058 577 12 12, Fax 058 577 12 08. redaktion@migrosmagazin.ch; www.migrosmagazin.ch * Normaltarif
t s n gü
ÜBER 4 MILLIONEN EINKÄUFE BEWEISEN, DASS DIE MIGROS GÜNSTIGER IST ALS COOP. Vom 16. bis 22. August 2016 haben wir zusammen mit dem unabhängigen Institut LP Marktforschung den grössten Preisvergleich im Schweizer Detailhandel mit über 5000 Artikeln wiederholt: Dabei wurden über 4 Millionen effektiv getätigte Einkäufe mit Coop verglichen. Das Ergebnis: In der Migros kauft man 11.4% günstiger ein. Somit ist belegt, was unsere Kunden schon immer wussten: IN DER MIGROS GIBT’S IMMER MEHR FÜRS GELD.
MGB www.migros.ch W
r e üb 1 1 %iger
Menschen MM36
Darauf freuen wir uns Fantoche Animationsstreifen
aus aller Welt sowie exklusive Making-of-Filme gibt es in Baden AG zu sehen. 6. bis 11. September. Oasen Parks, Klöster, Gärten
und Höfe der Schweiz öffnen anlässlich der Europäischen Tage des Denkmals ihre Pforten. 10. und 11. September.
Unnützes Wissen
Kinder, Kinder Neugeborene
Mein Bild der Woche «Man schimpft ja gern und oft darüber, wie teuer das Leben
Regula Bührer Fecker (38) ist
Mitinhaberin der Werbeagentur Rod Kommunikation und zweifache Mutter.
in der Schweiz ist. Das stimmt auch zweifelsohne. Aber hey! Es gibt so unglaublich viele Sachen, die in der Schweiz gratis und franko für alle da sind. Sie bereichern unser Leben von Lebensphase zu Lebensphase. Wir dürfen sie nutzen. Sie werden gepflegt. Wie dieser wunderbare Spielplatz des Wildnisparks Zürich in Sihlwald. Gross, abwechslungsreich, liebevoll gemacht und idyllisch gelegen. Wir besuchen ihn zu dritt, allein. Solche Privilegien sind möglich dank Euch, liebe Firmen, Stiftungen, Gönner. Ein grosses Dankeschön für diese schönen Dinge – an alle, die uns so viel schenken. Es wird geschätzt!»
Entschuldigung, was lesen Sie gerade? Regula Weber (65), Inhaberin Travel Book Shop Zürich, Fehraltorf ZH
a) «Der Trost des Nachthimmels» von Dzevad Karahasan b) «Endloser Sommer: Ein literarischer Surftrip» von Ralf Chudoba c) «Auf den Spuren der Indoeuropäer» von Harald Haarmann
Antwort c): Mich interessiert das Thema Migration. Menschen waren immer schon unterwegs.
Bilder: Osman Cerfon/Fantoche, zVg, Bruno Bolinger
Leseprobe
schreien landestypisch, das heisst, sie bevorzugen ein Melodienmuster, das für ihre Muttersprache typisch ist. Babys, die ihren Brei mit den Händen essen und nicht gefüttert werden, neigen später weniger zu Übergewicht.
Kinder wachsen schneller als Fingernägel.
Verlässt ein Vater seine Familie, kommen die Söhne später in den Stimmbruch. Bei Mädchen beginnt die Pubertät hingegen früher. Babys können in den ersten Lebensmonaten gleichzeitig schlucken und atmen. Quelle: Neon/Stern
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Sollten wir das Sie in der Schweiz ganz abschaffen? www.migmag.ch/ umfrage
Umfrage Letzte Woche fragten wir:
Diese Woche
Sag doch in Zukunft einfach Sie zu mir Sollen die Kleinen im Kinderhort das Betreuungspersonal siezen? Die Frage polarisiert, zumal sich immer mehr Erwachsene duzen, selbst wenn sie sich kaum kennen. Auf alle Fälle werden wir das Sie noch lange verwenden, sagt die Sprachexpertin. Text: Yvette Hettinger, Anne-Sophie Keller
Wie oft gehen Sie zum Arzt? 8% Ehrlich gesagt: häufig – wenn es irgendwo zwickt, lasse ich das abklären. 56% Erst wenn die Hausmittel und der Apotheker nicht mehr weiter wissen. 36% Fast nie, da muss mich schon fast jemand aus der Verwandtschaft nötigen.
Zahlen und Fakten
1
von 3700 Angestellten beim Medienhaus Tamedia hat per Mail Kritik geäussert, als die Unternehmensleitung allen das Du verordnete.
Jahre ungefähr sind vergangen, seit die Schweden das Du einführten. Seither siezen sie nur noch die Mitglieder der Königsfamilie.
100
Jahre etwa ist es her, dass man im deutschsprachigen Raum aufhörte, die eigenen Eltern zu siezen. Quelle: Tamedia/Angelika Linke
Teilweise wird es schon praktiziert, bald gilt es in weiteren Zürcher Horten: Die Kinder sollen das Hortpersonal siezen.
A
m Anfang ist das Du. Eltern, Nachbarn, fremde Menschen auf der Strasse oder im Bus: Schweizer Kleinkinder duzen alle, natürlich auch das Krippenpersonal. Danach wird es kompliziert. Im Kinder garten wird die Lehrperson mit Sie angesprochen, im Hort gilt weiter hin das Du. In einigen Schulkreisen der Stadt Zürich jedoch müssen die Kleinen neuerdings auch das Hortpersonal siezen. Das wiederum fürchtet nun um die Nähe zu den Kindern. Die Behörden versprechen sich von dieser Regelung jedoch
mehr Respekt, wie der «Tages Anzeiger» berichtet. Maureen Reinertsen (62), US SchweizDoppelbürgerin aus Basel, sieht das anders. Sie ist mit dem universellen «you» –aufgewachsen, hat auf fünf Kontinenten gelebt und weiss: Respekt ist keine Frage der Anrede. «Wer höflich behandelt wird, antwortet auch so.» Mit ihrem Unternehmen h.o.m.e.s gmbh hilft Maureen Reinertsen Expats, sich in der Schweiz einzu leben. Ihren Kunden rät sie, alle Menschen über 16 Jahren zu siezen. Genau in die entgegengesetzte
Richtung weist ein Trend in der Schweizer Geschäftswelt: Zuneh mend werden nicht nur Kollegen bis hinauf ins Kader geduzt, son dern auch gleich Kunden. In hippen Läden und Takeaways gilt das ohnehin schon länger. Vom Personal verlangt diese Form der Anrede Fingerspitzen gefühl. Kunden sind zum Teil irri tiert, denn das Sie ist in der Schweiz fest verankert. Und es wird auch nicht so schnell abgeschafft werden. Davon ist Angelika Linke, Profes sorin für Sprachwissenschaft, über zeugt (siehe Interview rechts). MM
Bilder: mauritius images/BSIP SA/Alamy
46
MENSCHEN | MM36, 5.9.2016 | 9
Strassenumfrage
Angelika Linke
«Respekt kann man nicht verordnen, und Siezen zeugt nicht immer von Respekt» Angelika Linke, Sie arbeiten zum Teil in Schweden, wo sich alle duzen. Funktioniert die schwedische Gesellschaft anders ohne das Sie? Nein, aber die Tatsache, dass sich das Du sehr schnell durchgesetzt hat, zeigt, dass es eine offene, egalitäre Gesellschaft ist. Der einzelne Mensch steht im Zentrum, Sozialdemokratie hat eine lange Tradition. Nur vor diesem Hintergrund war die Karriere des allgemeinen Du in den 70er-Jahren überhaupt möglich. Sie kam ja nicht als Gesetz, sondern von unten nach oben, aus dem Volk heraus. Auch in der Schweiz duzen sich Erwachsene immer öfter: Zum Beispiel innerhalb von Firmen, bis hinauf ins höchste Kader. Das ist etwas ganz anderes, denn es ist von der Geschäftsleitung verordnet worden. Duzen kann Verschiedenes signalisieren. Die Firma pflegt damit ein Image der Jugendlichkeit. Und an die Mitarbeiter ist es die Botschaft: Wir halten zusammen, alle. Siezen hingegen unterstreicht die hierarchische Ordnung. Was signalisiert Verkaufspersonal, das die Kunden duzt? Vermutlich, dass man den Kunden eher als Kollegen und Freund betrachtet und dieser dem Geschäft entsprechendes Vertrauen entgegenbringen darf. Solche verordnete sprachliche Nähe kann aber auch manche Kunden stören. Auch in den Sozialen Medien duzen sich alle. Steuern wir in der Schweiz auf eine Abschaffung des Sie zu? Kaum. Das Du in den Sozialen Medien hat auch damit zu tun, dass dort die Jungen dominieren, die sich schon immer eher geduzt haben. Ausserdem ist nicht jedes Du freundlich: Wenn zum Beispiel ein wütender Autofahrer einen anderen im Streit plötzlich duzt, ist das eine ganz gezielte Herabsetzung. In einigen Horten der Stadt Zürich sollen die Kinder nun auch die
Sollte man das Siezen abschaffen?
Betreuer und Betreuerinnen siezen und nicht wie bisher duzen. Das ist linguistisch interessant. Denn mit Du oder Sie definieren wir stets eine Beziehung. Einige Hortbetreuer und -betreuerinnen fürchten um die familiäre Atmosphäre. Zu Recht? Nicht unbedingt. Wenn die Kinder sie duzen, werden sie eher in die Rolle von Familienmitgliedern gerückt. Aber nur weil sie gesiezt werden, muss das nicht heissen, dass das Hortpersonal nicht mehr liebevoll mit den Kleinen umgehen kann. Die Behörden erhoffen sich von diesen aber mehr Respekt. Respekt kann man nicht verordnen, und Siezen zeugt nicht immer von Respekt. Wenn ich jemanden kalt und demonstrativ sieze, ist die Botschaft negativ. Hortkinder werden vielleicht Anweisungen ernster nehmen, wenn sie von Erwachsenen kommen, zu denen sie Sie sagen. Und wenn im Hort andere Anreden gelten als zu Hause, ist das ein Signal, dass dort auch sonst manches anders ist: Es werden Unterschiede markiert. In der englischen Sprache spricht man alle mit «you» an. Macht dies das Zusammenleben einfacher? Das täuscht. Es ist etwas anderes, ob ich sage «Hi Bob», «Hi Mr. Miller», oder «Hello Mr. President». Die Formen der Anrede sind im Englischen nicht gleich. Auch in Schweden signalisiert man Unterschiede im Umgang, obwohl man ausser den König alle duzt und mit Vornamen anspricht. Wo liegen da die Feinheiten? Der Rektorin an der Uni Linköping gegenüber wähle ich einen anderen Tonfall als einer Kollegin gegenüber und falle ihr wenn möglich nicht ins Wort. Ansonsten aber ist es hier wie an den meisten Arbeitsorten – wobei man in der Schweiz ja schnell Duzis macht, während Arbeitskollegen in Deutschland erst bei grosser Vertrautheit zueinander Du sagen. MM
Angelika Linke (62) ist Professorin für Linguistik an den Unis Zürich und Linköping (Schweden).
Elke Timonet (75), Pensionierte, Uetikon am See ZH: «Warum nicht?
Das Duzis ist doch schon gang und gäbe. Ich würde das Siezen nicht vermissen. Wenn man zu Jungen nett ist, bringen sie einem Respekt entgegen.»
Michi Bischof (33), Elektroingenieur, Zwillikon ZH: «Ich finde es gut, dass
es das Siezen gibt. In gewissen Situationen ist es hilfreich, zum Beispiel bei Konflikten. Andererseits schafft das Duzen Nähe.»
Chelsea Willi (18), Bühnentänzerin, Lupfig AG: «Oh nein, das wäre
schade. Ich finde das Siezen sehr respektvoll. Und es ist immer ein schöner Moment, wenn man sich zuerst siezt und dann zum Du wechselt.»
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Die Materialbahn bringt Feuerholz und Proviant auf die Alp Zingel – und die Alpmilch hinunter ins Tal.
Seilbahnen
Wer sein Bähnli liebt, der schwebt
Dort, wo keine Strasse mehr hinführt, sind Seilbahnen oft die einzige Verbindung zur Aussenwelt. Insbesondere in der Zentralschweiz dienen Dutzende kleine Bähnli als Lebensnerv für Menschen, die in der Abgeschiedenheit ein zufriedenes Dasein führen. Text: Andreas Bättig
Bilder: Daniel Winkler
MENSCHEN | MM36, 5.9.2016 | 11
Teamwork am Berg: Familie Imhof belädt ihr Bähnli mit Milchkannen.
D
ie Fahrt mit einer kleinen Seilbahn ist häufig ein Abenteuer. Zum Beispiel dann, wenn die Gondel eine Seilstütze passiert, die Rollen am Bügel heftig knattern und die Kabine in luftiger Höhe zu beben und zu schaukeln beginnt. Je kleiner das Bähnli ist, desto direkter, intensiver erlebt man die Fahrt. Doch es gibt Menschen, für die hat eine Seilbahnfahrt nichts mit Abenteuer zu tun, sie gehört zu ihrem ganz normalen Arbeitsalltag. Die eigene Anlage ist die schnellste und kostengünstigste Verbindung von der Alp oder dem Bauernhof zur Aussenwelt. Zu teuer wäre der Bau einer Strasse, zu aufwendig deren Unterhalt. Drei Familien, die hoch oben auf dem Berg zu Hause sind, erzählen, wie das Leben mit einer Seilbahn als Transportmittel funktioniert.
Alp Zingel, Urnerboden UR Die Materialbahn für den Alpkäse
Ohne ihr Seilbähnli könnte sich Familie Imhof das Älplern nicht vorstellen. Gut 1800 Meter über Meer liegt die Alp Zingel. Wer hierherkommen will, muss gute Wanderschuhe tragen und erst mal vom Urnerboden aus einen Aufstieg von rund einer Stunde bewältigen. Eine Strasse zur Alp gibt es nämlich nicht. «Hier oben ist man in einer anderen Welt», sagt Rita Imhof (44), die mit ihrem Mann Klaus (54) und den Kindern Thomas (16) und Sarah (14) jeweils den Sommer auf der Alp verbringt. In dieser anderen Welt grasen 21 Kühe und zwei Kälbli auf einer saftig grünen Wiese, die Alp selber liegt auf einem kleinen Zwischenboden, hinter ihr ragen Felswände 100 Meter hoch in den Himmel. Unten im
Tal schlängelt sich die Strasse des Klausenpasses. «Wir geniessen die Zeit auf dem Zingel sehr. Sie schweisst uns als Familie zusammen», sagt Rita Imhof. Viel Platz bietet die kleine Alphütte nicht. Die Imhofs schlafen in einem Massenlager alle nebeneinander, in der kleinen Stube vergnügen sie sich abends mit Brettspielen, klopfen einen Jass, lesen Zeitung oder ein Buch. Ihre Tage auf der Alp sind geprägt von viel Arbeit. An den 100 Alptagen stellen sie knapp eine Tonne Alpkäse her. Das wäre jedoch nicht möglich, hätten sie hinter dem Haus nicht ein Seilbähnli, das ihr kleines Reich mit dem Tal verknüpft. Damit transportiert die Familie hauptsächlich Feuerholz, Milch für die neue Alpkäserei Urnerboden, Lebensmittel aus dem Dorfladen, Medikamente und sonstigen Proviant. Die Seilbahn sei dafür ein sehr zuverlässiges
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Transportmittel. Die Imhofs dürfen jedoch nur Material und keine Personen auf der Seilbahn transportieren. Dafür fehlt die Bewilligung. «Nur im absoluten Notfall, bei schwerer Krankheit oder Unfall, wenn die Rega nicht fliegen kann, könnten wir jeman den aufs Bähnli binden», sagt Klaus Imhof. Damit die Seilbahn zuverlässig fährt, wird sie einmal im Jahr von der Familie gewartet. Dazu gehört unter anderem, das Stahlseil der einen Kilometer langen Bahn neu ein zufetten. «Mein Mann kann vieles selber flicken. So ist der Betrieb der Bahn günstig», sagt Rita Imhof. Gebaut hat die mit einem Benzinmotor betriebene Seilbahn Rita Imhofs Vater vor bald 50 Jahren. «Ohne sie wären wir auf Helikopterflüge angewiesen, um die Milch und den Käse ins Tal transportieren zu können. Das würde sich finanziell nicht lohnen», sagt Klaus Imhof. Auch sonst werde man mit Arbeit auf der Alp sicher nie reich. «Darum geht es ja auch nicht. Wir wollen zur Natur Sorge tragen und sie pflegen. Älplern ist ein Virus. Ist man mal mit ihm infiziert, will man nichts anderes mehr», sagt Rita Imhof. Witerschwanden–Eggenbergli, Spiringen UR Das Bähnli für Menschen und Kälber
Die Seilbahn Witerschwanden–Eggenbergli kennt Martin Gisler schon sein ganzes Leben. Sie ist die Verbindung seines Bauern hofs mit dem Tal. Als Bub kam er dank der Seilbahn zur Schule, als Jugendlicher in den Ausgang und heute, mit 54 Jahren, sorgt er als stellvertretender Betriebsleiter der Seilbahngenossenschaft Witerschwanden Eggenbergli in Spiringen im Kanton Uri für deren reibungsloses Funktionieren. Seit dem Jahr 1953 existiert die Seilbahn schon. Gebaut wurde sie von der ehemaligen Zentralschweizer Seilbahnbaufirma Remigi Niederberger und Söhne. Eine Strasse auf den Berg gibt es nicht. 30 bis 40 Personen sind auf die Seilbahn angewiesen. Damit fahren sie ins Tal, um zum Beispiel Einkäufe zu erledigen. «Da überlegt man sich vorher schon gut, was man die nächsten Tage so braucht», sagt Gisler, der mit seiner Frau Annagret (50) und den drei Kindern Paul (27), Franziska (25) und Sepp (21) auf dem Eggenbergli wohnt. Nicht nur die Einheimischen, sondern auch viele Wanderer benützen die Seilbahn regelmässig. Die Fahrt mit einer der beiden kleinen grünen Gondeln ist beschaulich und
1
romantisch. Langsam gleitet sie den Berg hinauf. Oben bietet sich eine fantastische Weitsicht: Unten im Tal liegt der dunkel blaue Urnersee, Bürglen und Altdorf wirken wie Dörfchen im Swissminiatur. Wegen des atemberaubenden Panoramas ist das Eggenbergli bei Touristen auch im Winter beliebt. «Dann kommen Varianten skifahrer auf den Berg. Auch wir fahren regelmässig im Pulverschnee ins Tal», sagt Gisler. Wenn Touristen die Seilbahn benutzen wollen, müssen sie in einem von fünf Restaurants im Tal für acht Franken einen Jeton lösen. Das Jetonsystem gibt es seit 1984. Vorher musste extra jemand die Bahn bedienen. Aber nicht nur Menschen fahren mit der Seilbahn, sondern auch Tiere. Martin Gisler betreibt auf seinem Hof auch eine Kälbermast. Im Frühling bringt er sie mit der Bahn ins Tal hinunter. 180 bis 200 Kilo gramm wiegt so ein kleines Rind – für die Seilbahn ist das kein Problem. «Wir binden das Tier an und schweben mit ihm zusam men die 1500 Meter lange Strecke runter», sagt Gisler. Gefährlich sei das nicht. «In der Regel bleibt das Kalb ruhig.»
Auch sonst sei die Fahrt mit dem Seilbähnli sicher. Nur wenn es stürmt sorgt ein Wind messer dafür, dass die Seilbahn automatisch abstellt. Einen Unfall habe es jedenfalls in all den Jahren noch nie gegeben. «Die Bahn wird ja auch jedes Jahr von den kantonalen Behörden kontrolliert», sagt Gisler. Und sie sei – für ihr Alter – ziemlich gut in Schuss. Martin Gisler hofft, dass das Seilbähnli aufs Eggenbergli noch lange weiterfahren kann. «Wir mögen die Abgeschiedenheit. Wir sind nicht so gestresst wie die im Tal unten. Eine Strasse würde uns diese Ruhe nehmen.» Wissifluh bei Vitznau LU Die Seilbahn zum Berggasthof
Die Fahrt auf die im Kanton Luzern oberhalb von Vitznau gelegene Wissifluh beginnt mit einem Anruf zur Bergstation. Ein nostal gisches, schwarzes Telefon mit schwerem Hörer hängt an der Wand im Tal. In der Gaststube des Berghotels Wissifluh nimmt der Seilbahnbetreiber, Gastronom und Bauer Jürg Trionfini den Anruf entgegen. Trionfini bittet zunächst um ein wenig Geduld, da nach einem Blitzschlag in der
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Hintergrund
Schweizer Firma baut die grösste Seilbahn
2
1 Nach dem Einwurf eines
Jetons muss die Taste gedrückt werden, bis ein Klingelzeichen ertönt. Dann startet die grüne Vierergondel von selbst.
2 Auch im Winter wird die
Bahn Witerschwanden– Eggenbergli rege benutzt: Variantenskifahrer starten hier zu einer grandiosen Abfahrt. 3 Martin Gisler ist froh,
3
dass sein Hof nur über die Seilbahn oder zu Fuss erreichbar ist «und der Stress unten im Tal bleibt».
Die Schweizer Seilbahnfirma Doppelmayr/Garaventa hat in Vietnam mit einer neuen Seilbahn gleich zwei Rekorde gebrochen. In den beiden Kabinen haben jeweils 230 Personen Platz, und mit 188,88 Metern steht in der Halong-Bucht im Norden Vietnams die höchste Seilbahnstütze der Welt. Die gesamte Anlage ist 2,165 Kilometer lang. Was momentan in Vietnam in Sachen Investitionen in touristische Infrastruktur vor sich geht, sei vergleichbar mit der Aufbruchstimmung Mitte des 20. Jahrhunderts im Alpenraum, heisst es in einer Medienmitteilung der Firma. Seit der Eröffnung am 25. Juni können nun die jährlich rund sieben Millionen Besucher die «Bucht des untertauchenden Drachens» mit der Pendelbahn überqueren.
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Jürg Trionfini schwärmt für sein historisches Bähnli: «Das ist für die Ewigkeit gebaut.»
vergangenen Nacht die Bahn nur manuell und nicht über die Fernsteuerung vom Hotel aus bedient werden könne. Die 930 Meter lange Fahrt auf die Wissifluh ist auch ohne Blitz und Donner abenteuerlich. Dichter Nebel ist aufgezogen, langsam entschwebt die kleine rote Gondel darin, bei den Masten schaukelt sie leicht, auf der Hälfte der Strecke kreuzen sich die beiden Kabinen. Oben wartet bereits Jürg Trionfini, der zusammen mit seiner Frau Sylvia (61) und seinem Sohn Sydney (21) seit 29 Jahren auf diesem Fleckchen Heimat lebt und arbeitet. «An diesem autofreien Ort ist die histo-
rische Seilbahn der Lebensnerv unseres Geschäfts», sagt Trionfini. Der 57-Jährige ist nicht nur Gastgeber des Berghotels, sondern auch Landwirt. In seinem biologisch geführten Kleinbetrieb leben GrauviehRinder, Wollschweine und Bienen. Die daraus erzeugten Nahrungsmittel werden im angegliederten Gastgewerbe angeboten. Weil die Ressourcen begrenzt sind, sollten sich die Gäste vorher bei Trionfini anmelden und reservieren. Dann steht der gemütlichen Fahrt mit der historischen Bahn nichts mehr im Weg. Seit 1908 existiert die PendelUmlaufbahn auf die Wissifluh schon.
Die anfangs mit Wasserballast betriebene Bahn wurde 1942 von Ingenieur Franz Hunziker elektrifiziert, der später in die USA auswanderte und in den Rocky Mountains einige weitere Anlagen baute. Mit dem Segen der zuständigen Behörde wurde die Anlage im Jahr 2000 durch Jürg Trionfini und seinen langjährigen Freund Peter Meyer mit einer Fernsteuerung ausgestattet. Trionfini ist davon überzeugt, dass die Wissifluh-Seilbahn dank dieser Massnahme noch viele Jahre vor sich hat. «Diese Bahn ist in ihrer Einfachheit einfach genial. Die ist für die Ewigkeit gebaut.» MM
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Reto Canale
Erst wurde das Wissifluh-Bähnli mit Wasserballast betrieben, seit 1942 fährt es elektrisch.
«Seilbähnli sind sicher, wirtschaftlich und umweltfreundlich» Reto Canale, wie steht es um die Seilbahnen in der Schweiz? Einigen Seilbahnen geht es sehr gut, andere kämpfen ums Überleben. Seilbahnen, die mit einem attraktiven Angebot den Wünschen ihrer Gäste entsprechen können, haben keine Probleme. So konnten sich auch reine Sommerbahnen gut positionieren. Schwieriger haben es Bahnen, die kein genügend interessantes Erlebnis an bieten können. Warum haben viele kleine Bahnen Mühe, den Betrieb aufrechtzu erhalten? Einerseits sind viele Kleinseilbahnen bereits älter, sodass teilweise grössere Unterhaltsarbeiten und Erneuerungen anstehen, für die keine entsprechend hohen Rückstellungen vorhanden sind. Die Anforderungen, die die Behörden stellen, damit die Seilbahn betrieben werden darf, sind für die einfachen Kleinseilbahnen oft kaum zu erfüllen oder mit sehr hohen Kosten verbunden. In solchen Situationen hofft man auf eine – kaum billigere – Strassener schliessung und betreibt die Bahnen dann teilweise offiziell nur noch für den Materialtransport, was meist ohne Auflagen möglich ist.
11 Bergbahnen bis zu 20 Franken günstiger
Entdecken Sie die Schweiz und profitieren Sie von den Bergbahnangeboten von Cumulus-Extra:
Bis Oktober reisen Sie bis zu 20 Franken günstiger auf einige der schönsten Ausflugsberge. Mit einem Cumulus-Bon von 5 Franken geht es zum Beispiel 20 Franken günstiger auf das Stanserhorn.
Sind diese kleinen Seilbahnen denn sicher? Sehr sicher – auch wenn gerade Klein seilbahnen teilweise einen abenteuer lichen Eindruck machen. Sie sind nachweislich ebenso sicher wie die grossen und gehören damit zu den sichersten Transportmitteln über haupt. Dies verdanken wir dem Umstand, dass auch bei den Kleinseil bahnen die sicherheitsrelevanten Aspekte wie beispielsweise der Zustand der Seile, Verankerungen und bewegte Teile regelmässig umfassend geprüft und überwacht werden. Gefährlich kann es werden, wenn auf Bahnen, die nur noch für Materialtransporte be stimmt sind, Personen befördert wer den. Leider ereignen sich unter solchen Umständen immer wieder Unfälle. Wo in der Schweiz gibt es die meisten Seilbahnen? Die meisten Seilbahnen sind im Alpen raum zu finden. Die Kantone Uri und Nidwalden verfügen dabei über die
Seilbahnexperte Reto Canale*
meisten Kleinseilbahnen. Seilbahnen sind speziell in unwegsamen, steilen Gebieten ideale, an die jeweiligen Verhältnisse und Bedürfnisse sehr gut anpassbare Transportmittel: sicher, wirtschaftlich, wintersicher, umwelt freundlich und gut mit dem Land schaftsschutz vereinbar. Was muss für den Erhalt der kleinen Seilbähnli getan werden? Auf der politischen Ebene könnte mit einem klareren Bekenntnis zum Kulturgut Kleinseilbahn und dessen grosser Bedeutung für den Erhalt unserer Berglandschaft und des Land schaftsschutzes einiges erreicht werden. Die Kompetenzen, die das Seilbahngesetz für die Kleinseilbahnen mit ihrer einfachen Bauweise an die Kantone delegiert, sollten konsequen ter genutzt und die Unterstützung der Betreiber noch weiter gefördert werden. Der Kanton Uri und neu auch der Kanton Nidwalden zeigen, dass der Zusammenschluss der Betreiber einer seits deren Position bei der Interessen vertretung stärkt und andererseits eine effiziente Zusammenarbeit bei der Instandhaltung ermöglicht. Der «Urner Seilbahnführer» und die «Nidwaldner BähnliSafari» haben gezeigt, dass die touristische Nutzung der Kleinseil bahnen auch wirtschaftlich erfolgreich möglich ist. * Reto Canale, dipl. Ing. ETH (61), arbeitete als Seilbahningenieur an der ETH Zürich in der Seilbahnforschung, dann in der Industrie und schliesslich in der Sicherheitsaufsicht, wo er sich auch bei der Erarbeitung des Seilbahngesetzes aktiv einbringen konnte. Heute wirkt er als selbständiger Berater für Seilbahnen und in Teilzeit in der Stabstelle Technik bei der Stanserhorn-Cabrio-Bahn, dessen geistiger Co-Vater er ist.
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Daniel May bereitet die Berner Kaserne fĂźr den Besuch eines polnischen Generals vor.
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Quiz: Wie gut kennen Sie die Flaggen der Erde? www.migmag.ch/ flaggen
Daniel May
Ein Mann zeigt Flagge Daniel May hisst für jeden Anlass die richtige Fahne. Als Verantwortlicher für die internationale Beflaggung beim Bund weiss er aber auch mit einem Bügeleisen umzugehen. Text: Claudia Langenegger
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unkelrot und feierlich liegen die sieben Meter Teppich vor dem Hauptportal der Berner Kaserne. Die Chromständer mit den dicken Kor deln und die Blumentöpfe sind an ihrem Platz. Daniel May (47) macht ein paar Schritte zurück, sein Kont rollblick ist scharf: Ja, Symmetrie und Abstände stimmen. Nun noch die Fah nen über dem Portal. «Zuerst hänge ich auf der rechten Seite die Schwei zer Fahne auf, danach die polnische», erklärt May. «Die Gastfahne kommt vom Betrachter aus gesehen immer links von der Nationalfahne hin.» Der polnische General Mieczyslaw Gocul ist auf Arbeitsbesuch. Keine grosse Sache, doch der Empfang muss würdig sein, jedes Detail stimmen. Für Daniel May kein Problem: Das Flaggeneinmaleins kennt der Fahnen manager aus dem Effeff, nur in sel tenen Fällen muss er das 80seitige Flaggenreglement der Schweizer Armee konsultieren. Daniel Mays Reich ist das Fahnen lager im Bundesamt für Bauten und Logistik in Bern (BBL). 2500 Fahnen
Bilder: Michael Sieber
plus 800 Tischfahnen werden dort aufewahrt, verteilt auf 357 Schub laden. China füllt drei davon, Portu gal braucht sechs. Für PazifikLänder wie Tuvalu wiederum ist eine einzige viel zu gross. Alle Fahnen haben eine eigene Nummer, geordnet sind sie weder nach Alphabet noch nach Geo grafie. «Es gibt kein System», sagt der Verantwortliche Bereich Infrastruk tur und Anlässe – so Mays offizieller Titel – mit einem verschmitzten Lächeln. «Diese Sammlung ist nach und nach entstanden.» Von jedem Land gibt es mindes tens eine Fahne, ein Meter auf einen Meter fünfzig; alle Exemplare passen auf die Stehmasten mit Füssen, die bei Anlässen jeweils beflaggt im Hintergrund aufgestellt werden. Das wird immer häufiger gewünscht, denn die schön drapierten Landes fahnen machen sich gut auf Fotos. Auch heute stehen mehrere Stück davon bereit, um am nächsten Tag ins Bundeshaus West gebracht zu werden. «Für die Beglaubigung von Botschaftern, die etwa sechsmal pro Jahr stattfindet», erklärt Daniel May.
So richtig interessant sind für den Fahnenmanager die unvorherseh baren Sondereinsätze. Wie im Juni, als der indische Premierminister Narendra Modi auf eine Stippvisite nach Genf kam: am späten Abend Landung mit dem Jumbojet, Fahrt ins Hotel, Arbeitsfrühstück, Sitzung, Pressekonferenz, am Mittag wieder Abflug. Überall mussten roter Teppich, Fahnen, Ständer mit Kordeln, Blumen und Tischfähnchen zur richtigen Zeit am richtigen Ort in richtiger Zahl platziert sein. Diesmal war der Vorlauf sehr knapp: «Wir hatten erst zwei Tage zuvor davon erfahren», sagt May. Gut, dass er genug indische Fahnen und Fähn chen hatte, und zum Glück war die Landesflagge auch nicht modifiziert worden. «Das ist meine grösste Sorge: dass eine Fahne sich verändert hat und unser Exemplar nicht mehr stimmt», so der Oberaargauer. Darum überprüft er die Richtigkeit doppelt und dreifach, vor allem bei eher unbe kannten und komplizierten Flaggen. Fortsetzung auf Seite 19
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1 Daniel May im Fahnenlager: Mehr als
3000 Flaggen werden hier aufbewahrt.
2 Richtig befestigt, weht die Fahne später doppelt so schön. 3 Rechts vom Portal kommt die Schweizer
Fahne hin, links die der Besucher.
4 Ein Mann für alles: May ist auch für rote Teppiche und Blumen zuständig.
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Als etwa im Mai der König von Bahrain zu Besuch kam, gab es ein langes Hin und Her zwischen Daniel May und den zuständigen Proto kollen, dem EDAProtokoll und dem Protokoll von Bahrain in Paris. «Wir mussten abklären, ob dem König die offizielle Landesfahne recht ist oder ob er seine persönliche Variante bevorzugt, auf der zudem eine Krone aufgedruckt ist.» Einen «betupften» König kann und will sich die Eidgenossenschaft nicht leisten.
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Der gelernte Schreiner arbeitet schon seit 17 Jahren beim BBL und ist Schritt für Schritt in seine Aufgabe hineingewachsen. Dank seiner Erfah rung wurde er erst zum Stellvertreter des Flaggenchefs befördert, dann bekam er den Topjob – der May die Möglichkeit gibt, kreativ zu sein. So hat er den Fahnenabstandhalter er funden, der dafür sorgt, dass die Stoffe an den Stehmasten in schöner Drei ecksform hängen. Und er hat einen Wagen konstruiert, auf dem sich die alltägliche Grundausrüstung leicht verstauen und transportieren lässt. Zurzeit liegen zwei der vier gröss ten Fahnen des Bundeshauses bei Daniel May im Lager. «Sie müssen repariert respektive ersetzt werden.» Die 13 Meter langen Stoffteile, die am 1. August, am Neujahrsempfang und bei Staatsempfängen an den Ecken der Bundeshauskuppel gehisst wer den, sind zerschlissen. Kein Wunder: «Dort oben wehen die Winde mit unglaublicher Kraft», erklärt May. Und immer wieder ist May ganz dicht dran an den hohen Gästen. Er hat sie in den vergangenen 17 Jahren alle aus wenigen Metern Entfernung gesehen: Merkel, Hollande, Geun hye, Napolitano, Juan Carlos I. In besonderer Erinnerung hat er den Besuch des russischen Präsidenten in Kehrsatz BE, wo sich das Landgut Lohn, das Gästehaus des Bundesrats, befindet. Helikopter schwirrten in der Luft, Dutzende von Security Leuten waren im Einsatz, der Konvoi bewegte sich im Schritttempo. «Medwedews Limousine hielt genau vor mir», erzählt Daniel May mit leuchtenden Augen. «Der russische Präsident winkte – ich winkte natür lich zurück.» Ein unvergesslicher Moment für May; er lacht. Der Alltag hat ihn wieder: Daniel May muss noch fünf Länderfahnen bügeln, damit er sie perfekt an den Masten drapieren kann. MM
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Zahlen und Fakten zur Demenz
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Gosia J., Pflegerin aus Polen
Ein Teil der Familie
In ihrer Heimat hat Gosia J. trotz guter Ausbildung keine Arbeit gefunden. Die Polin beschloss, ihr Glück im Ausland zu versuchen. Seit ein paar Monaten pflegt sie in der Schweiz eine demenzkranke Frau und lebt dafür im Haus der Familie. Ein Arrangement, das für beide Seiten ideal ist. Texte: Ruth Stylianou-Oberli
Bilder: Renate Wernli
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trag in der Tasche reiste sie an einem Sonntagabend im März 2015 als Touristin in die Schweiz ein und holte am nächsten Morgen auf der Gemeinde die auf ein Jahr beschränkte Arbeitsbewilligung. Gosia ist gelernte Röntgen-Assistentin, hat zudem Wirtschaft studiert. Sie hat in Polen Deutsch gelernt, das sie in Kursen immer wieder auffrischte. 13 Jahre arbeitete sie als HR-Managerin in einer Firma, die dann jedoch in finanzielle Schieflage geriet. Ihr wurde gekündigt. Weil sie keine Arbeit mehr fand, entschied sie sich, ein Aufbaustudium in Gerontologie und Geriatrie zu machen. Denn schon als junge Frau hatte sie ihre demenzkranke Grossmutter gepflegt und ihren Vater, der an Lungenkrebs litt. In jener Zeit dachte sie viel darüber nach, wie es weitergehen und was sie aus ihrem Leben machen sollte. Es gab intensive Gespräche mit ihrem Lebenspartner und den beiden Kindern. Ihr Sohn (30) hat Informatik und Management studiert, lebt heute in London und hat eine gute Stelle. Gosia ist sichtlich stolz auf ihn. Die 25-jährigeTochter lebt in Polen und macht ein Jurastudium. Ihr Partner, mit dem sie schon 20 Jahre zusammen ist, leitet eine in Polen sehr bekannte Non-Profit-Organisation.
fühle mich so wohl, dass sich das Heimweh in Grenzen hält. Die drei Töchter sind für mich wie Ersatzkinder, und ich freue mich über ihre Erfolge.» Sie zieht eine von Hand geschriebene Karte aus einem farbigen Couvert, ein Geschenk der Familie für die Sportbegeisterte: ein Gutschein für einen Spinningkurs als Wertschätzung für ihre Arbeit und als Dank dafür, dass sie so gut für die Kranke sorgt. Dieses Zeichen bedeutet ihr viel. Zusammen anziehen, spazieren, Glace essen
Gosia gibt auch viel zurück. Ihr Arbeitstag beginnt zwischen 5 und 6 Uhr morgens. Dann ist Claudia meistens schon wach. Oft kann sie ihr aber gut zureden, sodass sie nochmals etwas schläft. Später unterstützt sie sie bei der Körperpflege, der Auswahl der Kleider und schminkt die adrett aussehende Frau. Nach dem Frühstück geht es mit Hund Pipa raus. Am Nachmittag gehen sie öfters eine Glace essen oder treffen Claudias Schwester in Zürich. Sie waren sogar schon
Ein unglücklicher Start in Deutschland
Gosia J. hilft der demenzkranken Claudia bei der Körperpflege, unter anderem auch beim Schminken.
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uf dem Nachttisch in dem kleinen Dachzimmer liegen einige Nachhilfebücher für Deutsch sowie ein Foto von ihr und ihrer Tochter. Viel mehr Persönliches ist in dem praktisch eingerichteten Zimmer nicht auszumachen. Die meiste Zeit verbringt die 53-jährige Gosia J. (sprich «Goscha») sowieso mit der ihr anvertrauten demenzkranken Claudia S. (56, Name von der Redaktion geändert) und deren Familie. Sie lebt mit ihnen zusammen in einem ländlich gelegenen Einfamilienhaus im Kanton Aargau. Per Zufall hat Gosia in Polen online die Anzeige gelesen und sich sofort gemeldet. Dann ging es rasch. Die Familie fand die gebildete, gut Deutsch sprechende Frau auf Anhieb sympathisch und holte sie umgehend in die Schweiz für die Pflege der erkrankten Mutter von drei erwachsenen Töchtern. Mit einem offiziellen Arbeitsver-
Die ganze Familie habe sie in ihrem Plan unterstützt, als Pflegerin ins Ausland zu gehen. «Probiere es doch aus! Hier ist die Arbeitssituation schwierig. Du kannst nur gewinnen!», fanden sie. Natürlich hätte sie auch in Polen bleiben und den Haushalt führen können. Doch Gosia will arbeiten. Ein selbständiges Leben zu führen, bedeutet ihr alles. Über eine Agentur bot sich die Möglichkeit zu einem Pflegeeinsatz in Deutschland. Gosia nahm die Herausforderung an. Der Abschied war nicht einfach, die Beziehung aber durch die vielen gemeinsamen Jahre gefestigt. Und die Kinder brauchen sie nicht mehr so wie früher. Der Start in Deutschland war schwierig. Beim kranken Ehepaar, das sie betreute, fühlte sie sich oft einsam und traurig. Die alten Leute hatten Mühe, Vertrauen aufzubauen. Ihre Kinder kamen nur ein Mal pro Woche vorbei, um nach dem Rechten zu sehen. Da beide krank waren, konnte sie fast nichts mit ihnen unternehmen. Als die Frau nach zwei Monaten ins Krankenhaus musste, wusste Gosia, dass sie sich nach einer anderen Arbeit umschauen musste. Die neue Stelle in der Schweiz war ein Glücksfall. Hier fühlt sich Gosia wie daheim, erhält viel Wärme und Geborgenheit. Sie wird wie ein Familienmitglied behandelt, ist bei den Ausflügen dabei und sitzt beim Essen mit am Tisch. «Natürlich vermisse ich meine eigene Familie», sagt Gosia. «Aber ich wurde so herzlich aufgenommen und
Familienbande: In ihrem Zimmer hat Gosia J. ein Bild mit ihrer Tochter aufgestellt.
an der Street Parade, um sich die lustig gekleideten Menschen anzuschauen. Ein Mal pro Woche essen sie im Restaurant von Claudias Ehemann. Claudias Familie lebte früher einige Jahre in Hongkong und Südafrika. Damals hatten sie ein Kindermädchen und Hilfe im Haushalt. Deshalb war ihnen die Idee, dass eine Angestellte mit der Familie lebt, nicht fremd. Für die demenzkranke Frau ist die Pflege zu Hause die beste Lösung. So kann sie in ihrer gewohnten Umgebung bleiben. Fünf Jahre ist es her, dass die Diagnose Alzheimer das gewohnte Leben der Familie durcheinanderwirbelte. Damals war die jüngste Tochter gerade mal 14 Jahre alt. Der Vater der Familie ist in einer Selbsthilfegruppe für Angehörige von Alzheimerkranken. Viele Mitglieder seien gegenüber dem Pflegemodell in den eigenen vier Wänden sehr skeptisch eingestellt. Es sei ihnen
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Karin Schwiter
«Das Modell kann in einzelnen Fällen sinnvoll sein»
Tipps und Links
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Karin Schwiter, Sie haben die 24-StundenBetreuung erforscht, bei der pflegebedürftige Menschen zu Hause betreut werden, oft von Frauen aus dem Ausland. Zu welchen Ergebnissen sind Sie gekommen? Unsere Forschungsergebnisse relativieren das Bild der Win-win-Situation. So zeigt sich, dass die Frauen trotz anderslautender Arbeitsverträge oft über Wochen hinweg tatsächlich rund um die Uhr im Einsatz stehen. Das ist nicht nur gesundheitsschädlich, sondern verstösst auch gegen das Schweizer Arbeitsrecht und mindert die Betreuungsqualität.
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www.hauspflegeservice. ch, 044 500 46 50. Betreuung und Pflege zu Hause durch ausgebildete Seniorpairs und dipl. Pflegefachpersonal Demenz in jungen Jahren
Selbsthilfegruppe Labyrinth für Menschen mit Demenz, die das Pensionsalter noch nicht erreicht haben. Austausch von Betroffenen. treffpunkt@demenzkultur.ch Ausländische Haushalthilfe zur Pflege der Angehörigen: www.stadt-zuerich. ch/gleichstellung • Verzeichnis der Personalverleihagenturen mit Bewilligung • Liste mit europäischen Dienstleistungsunter-
nehmen, die wegen Umgehung gesetzlicher Pflichten nicht mehr auf dem Schweizer Markt zugelassen sind • Muster für Verleihvertrag mit ausführlichen Erklärungen für eine Anstellung im Stundenund Monatslohn vom Seco • Infos zum Meldeverfahren vom Amt für Wirtschaft und Arbeit
www.care-info.ch CareInfo ist ein Treffpunkt sowie eine Informationsplattform. Es vernetzt, bietet Antworten zu rechtlichen Fragen und verfolgt aktuelle Diskussionen.
Wie sieht es mit der Bezahlung aus? In der Schweiz gilt ein Mindestlohn von 18.55 Franken pro Stunde für Arbeitnehmende ohne Betreuungserfahrung. Dieser wird nach unserer Erfahrung meist eingehalten. Die Problematik ist jedoch, dass in den Verträgen oft nur fünf bis sechs Stunden pro Tag als Arbeitszeit definiert sind. Deshalb resultiert trotz 24-Stunden-Präsenz unter dem Strich oft ein Monatslohn unter 2000 Franken. Verschnaufpause: Jeweils am Sonntag hat Gosia J. frei.
nicht wohl dabei, fremden Menschen freien Zugang zu ihren privaten Räumen zu geben. Dann doch lieber die Spitex. Oder das teure Pflegeheim. Herzlichkeit ist wichtiger als ein Fachausweis
Die Bürokratie mache alles teurer, ereifert sich Claudias Ehemann. In den Heimen benötige heute jede Pflegerin einen Fachausweis. Um Übergriffen vorzubeugen, müsse sie jede noch so kleine Handlung aufschreiben und den Angehörigen rapportieren. «Patienten dürfen in den Pflegeheimen nicht einmal umarmt werden. Dabei brauchen wir eigentlich nur eine liebevolle Pflege, die von Menschen mit Herz ausgeführt wird.» Gosia liebt ihre Arbeit und pflegt ihren Schützling mit viel Herzblut. Beide mögen dieselbe Musik, halten sich gerne fit und haben einen ähnlichen Geschmack, wenn es um Mode geht. «Für mich ist Claudia wie eine Schwester, die ich nie hatte», sagt Gosia. Sie hat es gut getroffen mit «ihrer» Familie, die Arbeitsbedingungen sind fair. Nicht alle Frauen, die als Betreuerinnen aus dem Ausland in einen Schweizer Haushalt kommen, haben so viel Glück (siehe Interview rechts). Gosia aber schwärmt: «Ich bin glücklich, dass meine Arbeitsbewilligung um ein Jahr verlängert wurde. Denn es gefällt mir hier in der Schweiz und bei der Familie so gut, dass ich gar nicht daran denken mag, dass es einmal vorbei sein könnte.» MM
Die Betreuerinnen sind weit weg von ihren Familien und im Haushalt oft auf sich allein gestellt. Finden soziale Kontakte überhaupt statt? Die Betreuerinnen leben tatsächlich oft sehr isoliert. Von ihnen wird rund um die Uhr Präsenz erwartet, oft in ständiger Verantwortung für eine Person mit Demenz. Das ist für die Frauen vielfach belastend. Sie nutzen Skype und Facebook, um mit ihren Angehörigen im Kontakt zu bleiben. Inzwischen gibt es spezialisierte Personal-Verleihagenturen, die 24-Stunden-Betreuerinnen vermitteln. Die Agenturen übernehmen die Rekrutierung, organisieren Einreise, Anmeldung, und Anstellung, rechnen die Löhne und Sozialversicherungsbeiträge ab und sie organisieren oft Ersatz, falls die Betreuerin ausfällt. Wollen sich Angehörige nicht um diese Dinge kümmern, macht das die Agentur für sie. Es gilt jedoch, genau hinzuschauen. Man liest, dass seitens der Verleihagenturen viel Schindluderei betrieben wird. Wie weiss ich, ob ich mich auf eine Agentur verlassen kann? Grundsätzliche Skepsis ist bei Billigangeboten angebracht. Da stimmt oft etwas nicht.
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Ansonsten gibt es kein Patentrezept. Die Familie kann auf seco.ch prüfen, ob die Firma überhaupt eine Bewilligung als Personalverleihbetrieb hat. Zudem kann sie einfordern, dass die Firma im Detail offenlegt, wie viel sie wofür verrechnet, welche Versicherungsbeiträge sie bezahlt und wie viel die Betreuerin brutto und netto verdient. Fehlt diese Transparenz, ist dies kein gutes Zeichen. Es gibt in diesem Zusammenhang den Begriff «Prisoner of Love-Dilemma». Was versteht man darunter? Die Arbeit als Betreuerin ist neben Haushalt und Pflege zum grössten Teil Beziehungsarbeit. Die Betreuerin wird dabei oft zu einem Quasi-Familienmitglied. Dies wiederum macht es für sie schwierig, ihre vertraglich geschuldeten freien Tage und Ruhezeiten einzufordern. Sie kann schwer sagen, sie habe jetzt frei, wenn ihre demente «Freundin» Hilfe braucht. An wen können sich die Betreuerinnen wenden, wenn sie Hilfe benötigen? Es gibt bei der Gewerkschaft VPOD eine von Betreuerinnen selbst organisierte Gruppe «Respekt», in der sie sich gegenseitig unterstützen. Ausserdem bietet die Website www.care-info.ch wertvolle Informationen. Wie beurteilen die das Potenzial der 24-Stunden-Betreuung für Familien mit betreuungsbedürftigen Angehörigen? Das Modell kann in einzelnen Fällen durchaus sinnvoll sein. Sobald eine Person jedoch tatsächlich rund um die Uhr betreut werden muss, braucht dies drei Arbeitskräfte und nicht nur eine. Bezahlt die Familie die Arbeits- und Präsenzzeiten korrekt, wird sie in diesem Fall schnell feststellen, dass das Pflegeheim die günstigere Lösung ist. Inwiefern kann die 24-Stunden-Betreuung einen Beitrag zur Deckung des zunehmenden Betreuungsbedarfs leisten? Die Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen, dass sich in der 24-Stunden-Betreuung oft sehr prekäre Arbeitsverhältnisse etablieren, die nicht dem geltenden Recht entsprechen. Das ist nicht im Interesse der Schweiz. So hat der Bundesrat in einem kürzlich erschienenen Bericht festgehalten, dass in der 24-Stunden-Betreuung aus arbeitsrechtlicher Sicht Handlungsbedarf besteht. Er will bis Ende Jahr über nötige Interventionen entscheiden. MM
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K Bänz Friedli
Meine Wäsche gehört mir
Bänz Friedli (51)
macht mehr aus seinem Tag.
«Keine Lust zu waschen?», fragt mich ein Werbeplakat im Tram. «Holt, wäscht und bringt deine Wäsche innerhalb von zwei Tagen», lautet das Versprechen eines Waschservices. Kostenpunkt: 26 Franken pro Wäschesack, zuzüglich Bügelkosten. «Unserer Meinung nach ist das Leben zu kurz, um es mit Dingen zu verbringen, die wenig Spass machen», steht im Kleingedruckten. Waschen sei ein notwendiges Übel. «Geniesse deine Zeit in sauberer Kleidung – verschwende sie nicht mit schmutziger Wäsche.»
Freitag liegt in unserem mit «Bitte keine Werbung!» beschrifteten Briefkasten die Werbung einer Firma, die mir das Recyceln abnehmen will. Ich könnte alles in denselben Sack stecken, sie würden es abholen und gegen gutes Geld nach Karton, PET, Metall und Glas trennen. Schon tags darauf erneut ein Flugblatt: Ein «Butler-Service» verheisst, ich könne «mehr aus meinem Tag machen» und mir schlicht alles abnehmen lassen: Einkauf, Pflanzengiessen, Reinigung, Pakete-zur-Post-Bringen …
Das ist sauber getextet. Aber blanker Unsinn. Mir jedenfalls machen die notwendigen Alltäglichkeiten Spass, sie gehören zum Leben. Tippe ich nun diese Kolumne in den Laptop, hat dies für mich keinen grösseren Wert als das Schrubben der WC-Schüssel mittels Mikrofaserhandschuh. Was ich sogar … Moment! Bin gleich wieder da … während des Schreibens tue. (Keine Bange: Ich habe die Hände danach gewaschen.) Die Tätigkeiten bedingen einander, sie sind Teil eines grossen Ganzen. «Am kreativsten bin ich, wenn ich bügle», sagte der grosse Choreograf George Balanchine. Also delegierte er diese Arbeit nicht. Ihm wären sonst die besten Ideen für seine Ballette nicht eingefallen.
Gewiss bin ich froh, dass ein Waschtag nicht mehr so mühselig ist wie zu Grossmutters Zeiten. Und ja, ich putze die Fenster allzu selten. Dennoch befremdet mich die Idee, sich für die alltägliche «Büez» zu schade zu sein. Der Berufstätigkeit alles unterzuordnen und demnach die Hausarbeit geringzuschätzen, ist die Kankheit unserer Zeit. Mir würde etwas fehlen. Das Badezimmer polieren bedeutet Psychohygiene. Im Ernst! Das äussere Säubern reinigt auch innerlich. Der tägliche Gang zum Postschalter tut gut. Und warum sollte es vergeudete Zeit sein, einen Schwatz mit der Italienerin von der chemischen Reinigung zu halten? Noch ehe man mir auch noch das Zähneputzen, Schlafen und Pinkeln abnehmen will, weil das «notwendige Übel» seien, sage ich: Nein, danke! Kein Bedarf. MM
Der ausgelagerte Haushalt – offenbar ein neues Geschäftsmodell. Ich werde mit Saubermachangeboten zugemüllt. Am
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Wenn Armut ihr Gesicht zeigt Erfahren Sie mehr über Franka und ihren Sohn: www.dasrichtigetun.caritas.ch
Franka Alimocan (17), Berufslernende aus Uganda
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Matthias Güdel
Mit Herz und Verstand
Wer sich auf einen Partner einlässt, der schon Kinder hat, begibt sich auf eine emotional höchst anspruchsvolle Reise. Entschliesst man sich zu heiraten, gewinnen früher oder später zusätzlich rechtliche Aspekte an Bedeutung. Matthias Güdel war mutig und hat das Abenteuer gewagt – und bis heute nicht bereut. Text: Franziska Hidber
Bilder: Michael Sieber
Im Familienglück vereint: Matthias Güdel mit Frau Aniko Güdel-Bärtschi und seinen drei Stiefkindern Ramon, Emilia und Nicola (von links).
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Stiefelternschaft
Das sagt das Gesetz
A
m Donnerstag, 2. August 2007, geht Matthias Güdel (36) in sein Lieblings lokal. Der Thuner ist Single, und alles stimmt in seinem Leben und macht ihm Freude: sein Loft, sein Masterstudium, sein Beruf (in dem er mächtig Gas gibt), seine Reisen in ferne Länder. Wenn er jetzt etwas ganz sicher nicht will, dann eine Beziehung. An diesem Abend sitzt er mit Freunden in geselliger Run de, als eine Frau in Begleitung eines Kollegen dazustösst. Matthias Güdel beobachtet faszi niert, wie die Unbekannte spricht, wie sie lacht und gestikuliert. Ihr Temperament und ihre Ausstrahlung ziehen ihn von Minute zu Minute stärker in den Bann. Sie heisst Aniko und hat sich vor knapp ei nem Jahr von ihrem Mann getrennt. Mehr er fährt Matthias Güdel zunächst nicht über sie. Es wird spät und später, die beiden tauschen Telefonnummern. Und der Mann, der sich nicht verlieben wollte, registriert erstaunt, dass der erste Schmetterling in seinem Bauch zum Flat tern ansetzt. Wie auf Wolken schwebt er durchs nächtliche Städtchen nach Hause. Und als er in seinem Loft ankommt, ist aus dem einen Schmet terling ein ganzer Schwarm geworden. Die Vernunft meldet sich im Flüsterton
Zwei Tage lang dreht und wendet er ungeduldig das Kärtchen mit Anikos Telefonnummer in den Händen. Wird sie anrufen? Oder wartet sie darauf, dass er es tut? Am Abend gibt er sich einen Ruck. «Ja, komm doch vorbei», sagt sie spontan, «ich sitze mit einer Kollegin auf der Terrasse.» Als er kurz darauf ihr Haus betritt, stellt er fest: Da stehen kleine Schuhe in der Garderobe. Da hängen Kinderjacken. Da gibt es Spielzeug. Sie bemerkt seinen Blick und sagt: «Meine drei Kinder schlafen schon.» Drei Kin der! Er schluckt leer. Denkt, das ist eine andere Welt. Zwar hat er immer Kinder gewollt, aber doch nicht schon jetzt! Später vielleicht, nach dem Studium ... «Du willst dich doch sowieso nicht binden», flüstert die Vernunft ihm zu. Doch die Schmet terlinge übertönen sie mit ihren heftigen Flügel schlägen. Seine Freunde fragen ihn: «Hast du dir das auch gut überlegt? Eine Frau mit drei Kindern?» Und sie mahnen: «Das wird schwierig und kompliziert!» Doch für Matthias Güdel gibt es nichts mehr zu überlegen. Zu stark ist sein Gefühl, zu gross seine Gewissheit: Er will Aniko, und Aniko gibt es nur im Paket mit Emilia, Ramon und Nicola, damals eins, sieben und zehn Jahre alt. Sie treffen sich, wenn die Kinder schlafen oder bei ihrem Vater sind. Beide sind sich einig: Sie wollen ihre junge Liebe langsam angehen,
die Kinder nicht überfordern. Es dauert, bis der Zeitpunkt für ein erstes gemeinsames Abendes sen ideal ist. Das Essen verläuft entspannt, aber ungewohnt lebhaft für Matthias Güdel. Nur Nicola, der Älteste, sagt kaum ein Wort, vermei det Blickkontakt. Der Zehnjährige beäugt den neuen Mann am Familientisch argwöhnisch: Was ist das für einer? Was will der hier? Ramon und Emilia sind unbeschwerter. Matthias Güdel erlebt Aniko erstmals als Mutter – und ist beein druckt, wie warmherzig sie mit den Kindern umgeht, wie sie ihre Söhne und ihre Tochter ins Zentrum stellt und wie gut sie das Leben mit ihnen meistert. Seine Bewunderung wächst, als er realisiert, dass die Beziehung zum Vater harmonisch ist, dass es einen respektvollen Um gang und Vereinbarungen ohne Reibereien gibt. Es sind die Kinder, die den Takt in der jungen Beziehung vorgeben. Erst wenn sie bereit sind, folgt jeweils der nächste Schritt in Richtung Familienleben. Ein vorsichtiges Herantasten ist es, bei dem Matthias Güdel eines von Anfang an wichtig ist: «Die Kinder haben schon einen Papi, das ist nicht meine Rolle.» Eher sieht er sich als väterlichen Freund. Ein Punkt ist sakrosankt: Er mischt sich nicht in grundlegende erzieherische Diskussionen der Eltern ein, hält sich zurück, obwohl Zurück haltung so gar nicht zu seinen Stärken zählt. Der Vater der Kinder soll spüren, dass da «keiner kommt, der ihm die Vaterrolle streitig macht». Güdel lässt Nicola, Ramon und Emilia Zeit, sich an die neue Situation zu gewöhnen, versucht, sich in sie hineinzuversetzen, indem er sich an seine eigene Kindheit erinnert, respektiert ihre Gefühle und die Eigenheiten des Familien systems. Schon bald verfliegen die Unsicherhei ten, und auch der vorerst skeptische Nicola kann offen auf den Freund seiner Mutter zugehen. Dennoch dauert es zwei Jahre, bis der über zeugte Stadtmensch seine eigene Wohnung mit einem mulmigen Gefühl aufgibt und mit Aniko und den Kindern in ein Haus in der ländlichen Idylle, Thierachern bei Thun, zieht. Dort haben die Kinder ihren Lebensmittelpunkt, ihren Vater, ihre Schulen. Matthias Güdel taucht mutig ein in das Abenteuer Familienleben auf dem Land – ohne fixe Vorstellung, wie dieses aussehen soll, aber mit einer grossen Portion Optimismus und Offenheit. Rasenmähen und Einkaufen statt Ausgehen
Güdels Leben dreht sich um 180 Grad. Statt nach Feierabend gemütlich zu entspannen, fährt er nun die Jungs ins Eishockey und Judo training. Statt Freunde zu treffen, mäht er den Rasen, statt in den Ausgang geht er jetzt zum Einkaufen.
Die Pflichten und Rechte einer Stiefelternschaft sind im Schweizer Zivilgesetzbuch (ZGB) in den beiden Artikeln 278 und 299 verankert. 1 Stiefkinder haben keinen direkten Unterhaltsanspruch gegenüber dem Stiefvater, der Stiefmutter. 2 Verheiratete Stiefmütter und -väter haben aber dem
Ehepartner bei der Erfüllung der Unterhaltspflicht gegen über vorehelichen Kindern beizustehen, durch einen ent sprechenden Beitrag (soweit zumutbar) an die Haushalts kosten. Stiefeltern müssen aber nicht die Alimente für das Stiefkind übernehmen. 3 Diese Unterstützungspflicht gilt faktisch auch für Konkubinatspartner, die im selben Haushalt mit dem Stiefkind leben – hier sind die kantonalen Gesetze ausschlaggebend. Entscheidend für einen staatli chen Unterstützungsanspruch ist in der Regel das gemein same Haushaltseinkommen. 4 Stiefeltern haben kein eige nes Erziehungs- respektive Sorgerecht, sie müssen aber den leiblichen Elternteil bei der Erziehung nach Möglichkeiten unterstützen oder, falls nötig, vertreten. 5 Eine Adoption der Stief
kinder ist frühestens nach drei Jahren des Zusammenlebens möglich. Adoptiveltern müssen mindestens 28 Jahre alt sein.
6 Neu sollen auch Homosexuelle die Kinder ihres
Partners, ihrer Partnerin adop tieren dürfen – wenn es nach Stände und Nationalrat geht. Falls es zu einem Referendum kommt, gehört das letzte Wort dem Volk. 7 Stiefkinder und Stiefeltern haben kein gesetzliches Erbrecht. Eine Begünstigung
ist nur via Testament oder Erbvertrag möglich.
28 | MM36, 5.9.2016 | MENSCHEN
Patchworkfamilie
Tipps für das Zusammenleben Ein Stiefelternteil ist kein Ersatz für leibliche Eltern. Kinder haben
nur einen Vater und eine Mutter. Das Kind will in seinem Bedürfnis nach Loyalität zu beiden Eltern nicht gestört oder behindert werden. Respektvoller Umgang zwischen den leiblichen Eltern. Wenn über
den abwesenden Elternteil abwertende Äusserungen gemacht werden, fühlt sich das Kind persönlich verunsichert. Es weiss nicht, zu welchem Elternteil es mit seinen Gefühlen stehen soll, und gerät in einen Loyalitätskonflikt. Die Erziehungsverantwortung liegt bei der Mutter respektive beim Vater. Stiefeltern
können in Abwesenheit der leiblichen Eltern erzieherisch handeln. Die Mutter oder der Vater teilt dem Kind mit, dass der Stiefelternteil das Sagen hat. Das setzt voraus, dass sich die Erwachsenen in grundsätzlichen Fragen der Erziehung einig sind. Stiefeltern sollen sich möglichst wenig einmischen. Eltern und
Kinder sind durch die gemeinsame Vergangenheit geprägt, sie haben die gleichen Verhaltensmuster im Alltag. Es ist hilfreich, Kritik an kindlichen Verhaltensweisen zuerst unter den Erwachsenen zu besprechen. Die Notwendigkeit, sich in Erziehungsfragen zu einigen, ist grösser als in Ursprungsfamilien. Scala, Beratungsstelle für Paare und Familien, Weissensteinstrasse 5, 4500 Solothurn, Tel. 032 624 11 99, www.beratungsstelle-scala.ch
Allein zurück in die leere Loftwohnung? «Um Himmels willen, nein!», sagt Matthias Güdel.
Die erholsame Stille seines Lofts ist dem Lärm pegel dreier Geschwister gewichen. In seltenen, hektischen Momenten sehnt er sich zurück nach seiner Ruhe, seinem Freiraum. Aber er merkt auch, wie gut er in der Familie von seinem an spruchsvollen Job im Management abschalten kann. Zu Hause sind ganz andere Dinge gefragt als im Beruf: Matthias Güdel verarztet ein auf geschürftes Knie, bringt Emilia das Schwimmen und Skifahren bei, hilft bei den Hausaufgaben, bewundert den herausgefallenen Milchzahn, steht den Kindern mit Rat und Tat zur Seite. Er gibt viel, und er bekommt viel zurück, spürt, wie die gegenseitige Zuneigung wächst. Der Alltag zu fünft spielt sich ein, die Familie zieht in der gleichen Gemeinde ins Eigenheim, nur 200 Meter vom Vater der Kinder entfernt, und 2013 heiraten Aniko Bärtschi und Matthias Güdel. 31. Mai 2016, später Nachmittag. Der Vorplatz des weissen Hauses in einer Wohnsiedlung ist bunt bemalt, ein paar Kreiden liegen auf dem Bo den, ein Skateboard steht da. Neben der Haustür hängt ein Schild aus Ton: «Willkommen bei Fa milie GüdelBärtschi». Am langen Holztisch im offenen Wohnbereich sitzt Matthias Güdel, heute 45, und fährt sich mit den Fingern über das neckische Kinnbärtchen. «Durch die Heirat bin ich erst richtig angekommen», sagt er. «Ich hätte nicht geglaubt, dass dieses äussere Bekenntnis sich so positiv auf das innere Befinden auswirkt.» Aniko GüdelBärtschi stellt den Wäschekorb auf den Tisch. Sie nickt: «Schon das Zusammen ziehen hat Ruhe in unsere Beziehung und die Familie gebracht. Aber durch die Hochzeit wurde das noch verstärkt.» Die Zeit der Eifersucht ist vorbei
Zu Beginn ihrer Beziehung habe die Eifersucht oft an ihr genagt, gesteht die 41Jährige: «Wenn ‹Mät tel› allein in die Tauchferien reiste, dachte ich: Jetzt passiert es. Jetzt lernt er eine Frau ohne Kin der kennen. Eine, die mit ihm durch die Welt reist. Eine, die am Freitagabend nicht ‹grännet›, weil sie in ein Loch fällt, wenn die Kinder für das Wochen
ende zum Vater gehen. Eine, die nicht ständig müde ist.» Heute kann die Tagesschulebetreuerin darüber lachen: «Ich fragte mich immer wieder: Wieso tut er sich das an? Irgendwann dämmerte es mir: Er liebt mich und die Kinder wirklich.» Die Haustür fliegt auf, die zehnjährige Emilia stürmt herein, zieht den Velohelm aus, setzt sich neben «Mättel», schmiegt sich an ihn. «Für mich ist er einfach mein zweiter Vater», sagt sie und fügt treuherzig an, dass sie ihn manchmal um etwas bitte, was ihr eigener Papi nicht erlaube. Matthias Güdel schmunzelt. «O ja, das kannst du gut.» Ihr Bruder Nicola kann sich kaum mehr vorstellen, wie skeptisch er «Mättel» einst gegen überstand. «Heute haben wir es extrem gut zu sammen», sagt der 19jährige Lehrling und knufft seinen Stiefvater in die Seite. «Er hat mich nie bedrängt, das hat geholfen.» Als das Thema Hochzeit auf den Tisch kam, war es Nicola, der seiner Mutter riet: «Heirate ihn, so einen Mann findest du nie mehr!» Auch Ramon, inzwischen 16, unterstützte die Heiratspläne: «Ich war stolz, dass sie heirateten. Es war ein logischer Schritt», meint der Gymnasiast. Sein Stiefvater sei für ihn «ein guter Kollege». Doch den Geschwistern fehlt gerade die Zeit für Gespräche über Vergangenes. Heute hat ihr leiblicher Vater Geburtstag, und da gibt es für sie einiges zu organisieren. Ehrensache, geht «Mät tel» mit ihnen in den Weinkeller und hilft bei der Auswahl eines guten Tropfens. Er ist sich sicher: «Dass ihr Vater die tiefe Beziehung zu ihnen stets gepflegt und seine Rolle wahrgenommen hat, ist ein entscheidender Faktor für unser har monisches Zusammenleben.» Als die drei im Laufschritt das Haus verlassen, schaut Matthias Güdel ihnen nach. «Ich liebe sie, als wären es meine eigenen Kinder.» Nach der Arbeit in eine leere Loftwohnung zurückkehren – nein, das kann sich der Spitalleiter wirklich nicht mehr vorstellen. «Um Himmels willen!», ruft er. «Die Stille würde mich erdrücken.» MM
Lexikon
Stiefeltern – der Begriff In den Märchen sind Stiefmütter immer böse – kein Wunder, sind die Assoziationen negativ. «Stief» leitet sich von «stjof» ab, was so viel heisst wie verwaist, hinterblieben. Es stammt aus einer Zeit, als es sich nur für Witwer und Witwen geziemte, eine neue Partnerschaft einzugehen, damit ihre Halbwaisen nicht ohne Mutter respektive Vater aufwachsen mussten. «Stiefeltern» ist kein juristischer Begriff, eher die Beschreibung eines Beziehungsverhältnisses. Die wohl häufigste Bezeichnung im Volksmund stammt ursprünglich aus den USA: «Patchworkfamilie». Der dänische Familientherapeut und Buchautor Jesper Juul hingegen spricht lieber von «Bonuseltern» und «Bonuskindern» und spielt damit auf die Chancen einer zusätzlichen Beziehung an.
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30 | MM36, 5.9.2016 | MENSCHEN
Leserforum MM35: Tattoos Ein ganzes Leben lang?
«Mir fehlt der Mut zum letzten Schritt»
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Viele Leserinnen und Leser haben auf www.facebook.com/migrosmagazin ihre Körperkunst gezeigt. Hier eine kleine Auswahl der schönsten Tattoos von Priska Schärer (1), Charlotte Menzi (2 ), Daniel Kauer (3), Reto Vogel (4), Nina Wenger-Kellerhals (5) und Mirjam Schenk (6).
Ich denke schon länger über ein Tattoo nach, auch das Motiv hätte ich bereits: die Namen meiner Kinder so geschrieben, dass sie zusammen ein Herz er geben. Bisher fehlte aber immer der Mut zum letzten Schritt. Thomas Weber, via Facebook
MM35: Familie «Von Lias lernen
Trage mit Stolz ein Tattoo. Habe es vor drei Jahren machen lassen und würde es jederzeit wieder tun. Beshir Müller, via www.migrosmagazin.ch
Dieser Bericht beschreibt alles genau so, wie wir es in unserer Familie auch empfinden. Unsere mittlere Tochter wurde mit dem DownSyndrom geboren – und auch sie ist unser Sonnenschein. Sandra Bürgi, via www.migrosmagazin.ch
Wenn ich dreissig Jahre jünger wäre, hätte ich auch das eine oder andere. Vreni Gramelsbacher, via Facebook Ich hätte auch gern ein Tattoo! Ich wollte chinesische Schrift zeichen stechen lassen, habe aber eine Allergie. Claudia Weber, via Facebook
wir, gelassen zu sein»
«Unsere Tochter ist unser Sonnenschein»
Vielen Dank für diesen wunderbaren Artikel! Was Sie schreiben, war mir schon als Zwölfjährige klar, als ich im Welschlandaustausch den ersten bewussten Kontakt mit einer Familie hatte, deren Sohn Trisomie hatte. Wie schrecklich sind dagegen die Bemühungen
von gewissen Kreisen, solches Leben in Zukunft nicht mehr zuzulassen! Ana Dega, via www.migrosmagazin.ch Wer mit dem Herzen sieht, erkennt das grossartige Ge schenk des Lias. Was für ein grosses Potenzial liegt im offenen Herzen des wunder baren Jungen. Der Kleine ist so süss, man möchte ihn am liebs ten umarmen und knuddeln. Eines ist gewiss, dieses Kind ist ein grosser Segen, und wer ihn treffen darf, wird bereichert. Lias lehrt uns, im Moment zu leben, ehrlich und authentisch zu sein. Lias lebt seine grosse Herzenskraft. Jeannette Kronauer, via www.migrosmagazin.ch 1993 hat der Schriftsteller Peter Bichsel ein Referat gehalten mit dem Titel «Die Erinnerung an meine Hilflosigkeit» und an
der Delegiertenversammlung der Behindertenorganisation insieme über seine persönliche Beziehung zu Behinderten gesprochen. Die Ausführungen von Bichsel zeichnen sich aus durch Entkrampfung sowie allgemein menschliches Fühlen und Denken, das geeignet ist, die Grenzen des Ghettos, in dem sich wohl alle immer wieder ein mal befinden, aufzuheben. Quintessenz seiner Aussagen ist: Alles, was man nicht kann, macht einen letztendlich menschlich. Eine Gesellschaft mit Behinderten ist eine menschliche Gesellschaft. Diesbezüglich kann man sehr viel von Menschen mit einer Behinderung lernen. Genau dieser Aspekt wird in Ihrem Artikel über Lias und seine Familie deutlich, und dafür gebührt Ihnen Dank. Léonie Kaiser, via www.migrosmagazin.ch
MENSCHEN | MM36, 5.9.2016 | 31
MM35: Diese Woche Was ist dran am Medizinermangel?
MM35: Mamma mia Mutterlügen
«Damit untergräbt «Endlich den sie das Vertrauen Numerus clausus ihrer Töchter» abschaffen» Die «Mutterlügen» zeugen von mangelndem Respekt Kindern gegenüber und fehlendem Mut, sie ernst zu nehmen, auch wenn nicht alle ihre Wünsche erfüllt werden können. Ausserdem untergräbt die Kolumnistin damit das Vertrauen ihrer Töchter. M.-L. Brütsch-Bloch, 8135 Langnau ZH MM35: Hochzeit Ja, ich will, aber
nicht in der Kirche!
«Die meisten haben keinen Bezug zu einem Pfarrer» Meiner Erfahrung zufolge meiden die meisten Kunden die Kirche nicht, weil sie aus getreten sind, sondern weil sie keinen Bezug zu einem Pfarrer haben. Mike Bucher, via www.migrosmagazin.ch
Einst waren es zu viele und nun wieder zu wenige … Nun importiert man Gehirne respektive Ärzte, die dann dort fehlen, wo eine meist ärmere Bevölkerung für deren Ausbildung bezahlte. Die Bundesrepublik Deutschland hat der ehemaligen DDR noch eine Abgeltung bezahlt, und das sollten wir auch tun. Über schüssige Studienplätze wegen Ausfällen und Studienab brechern kosten uns enorm viel Geld und sind für die Exstu denten eine Katastrophe, weil sie nichts fürs praktische Leben gelernt haben. Zudem haben diese vielleicht einem anderen mit etwas schlechteren Noten, aber mehr Willen und Berufung den Platz gestohlen. Also sollte man endlich den Numerus clausus abschaffen und statt dessen eine dreijährige Lehre als Krankenpfleger oder schwester machen lassen. Wer dann noch studieren will, kann das, bringt
aber schon viel praktisches Wissen und Können mit und kann nicht mehr so leicht vollgequatscht werden von den PharmaVertretern inklusive Professoren in deren Sold. Man hätte dann wieder mehr Ärzte und nicht nur zum Doktor skelettierte Pseudowissen schafter. Rudolf N. Strässle, via www.migrosmagazin.ch MM33/34: Interview und Leserreaktionen zum Thema Energiezukunft der Schweiz
«Unsachlich und aus der Zeit gefallen» Die Replik von Frau Aegerter auf den EnergieZukunfts Artikel von ETH Professor Gunzinger ist unsachlich und aus der Zeit gefallen. Deshalb einige ausgewählte Richtig stellungen: 1. Unsere AKW sind defizitär. Dies sogar ohne die vollen Atommüll und Rückbau kosten überhaupt angespart zu haben. Diese 50 Milliarden werden unsere Kinder bezahlen müssen. Günstige Atomenergie war gestern. Heute ist Wasser,
Wind und Sonne billiger. 2. Unregelmässig anfallender Strom aus Wind und Sonne ist das Beste, was unserer flexiblen Wasserkraft passieren kann. Das sind Geschwister. AKW Bandenergie, die 24 Stunden durchläuft und auch dann Strom in die Netze pumpt, wenn keiner ihn braucht, ist von gestern. 3. PhotovoltaikModule werden nicht als Sondermüll entsorgt. 98 Prozent der in der Schweiz verkauften PVModule ent halten rein gar keine Giftstoffe und werden rezykliert. 4. Die Schweiz hat das dichteste und beste Stromnetz der Welt. Unser Stromnetz kann heute schon die Strommenge von sechs AKW Gösgen importieren oder exportieren. Sogar der Totalausfall aller Schweizer AKW im letzten Sommer wurde gemeistert. 5. Die Schweiz bietet im europäischen Vergleich seit Jahren die beste Stromqualität und Versorgungssicherheit. Diese beiden Faktoren werden sich dank der Energiewende sogar noch verbessern. Denn viele tausend Kleinkraftwerke sind viel krisenfester als fünf grosse altersschwache AKW Blöcke. Jürg Buri, Schweizerische Energie-Stiftung (SES)
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32 | MM36, 5.9.2016 | MENSCHEN
Deborah Feldman
«Für mich ist Freiheit wichtiger als Sicherheit»
MENSCHEN | MM36, 5.9.2016 | 33
Die Jüdin Deborah Feldman (30) lebt heute nicht mehr religiös, sondern als «die Person, die ich immer sein wollte».
Sie führte ein streng kontrolliertes Leben in einer ultraorthodoxen jüdischen Gemeinde, wurde mit 17 verheiratet. Dann holte sie zum Befreiungsschlag aus und flüchtete. Deborah Feldman hat mit 30 Jahren bereits eine bewegte Biografie hinter sich – die sie im Bestseller «Unorthodox» in schonungsloser Offenheit schildert. Ein Gespräch über den Ausstieg und ihren Neuanfang in Berlin. Interview: Reto E. Wild Bilder: Katja Hentschel
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MENSCHEN | MM36, 5.9.2016 | 35
Sie sind vor allem Gebärmaschinen. Als ich die Beziehung mit meinem Mann beendete, konnte ich endlich die Rolle als starke und aktive Frau übernehmen. Heute reflektiere ich alles und treffe Entscheidungen sehr sorgfältig. Ich freue mich, dass ich die Per son geworden bin, die ich immer sein wollte. Apropos Gebärmaschinen: Sie hatten erstmals in Ihrer Hochzeitsnacht Sex ... Ja. Davor war das Thema ein absolutes Tabu gewesen. Als es dann mit dem Sex nicht klappte, erfuhr mein Schwiegervater durch meinen Mann davon und erzählte es der gesamten Familie. Das war sehr belastend.
Bereut ihre Flucht nicht: Deborah Feldman ist in Berlin «angekommen».
Deborah Feldman, was war das für ein Gefühl, als Sie im Alter von 17 Jahren mit einem Fremden verheiratet wurden? Ich war auf dieses Ereignis vorbereitet. Ich wusste, was kommen würde, und konnte es mir vorstellen. Und ich war hoffnungsvoll. Ich hatte auch nie ein Problem mit meinem Exmann, sondern mit der Gemeinschaft. Inwiefern? Sie untersagte jede weltliche Ausbildung, es gab rigide Verbote im Hinblick auf Bücher, Fernsehen, Musik, Sport. Meine Lektüre holte ich heimlich in der Bibliothek; die Bücher versteckte ich unter der Matratze. Ich lebte total von der Aussenwelt abge schottet – von den Terroranschlägen am 11. September erfuhr ich nur, weil mein Grossvater erstmals eine Zeitung kaufte. Als Frau durfte ich keine farbigen Kleider tragen und weder laut lachen noch reden. Das führte zu einer schweren Depression. Schliesslich beschloss ich auszusteigen.
müssen vieles ja neu lernen – wie man eine Wohnung sucht, zum Beispiel. In Israel und in den USA gibt es solche Stellen. Aber sie können eine Falle sein: Man umgibt sich mit Leuten, die viel Mitleid haben. So wird man nicht frei, sondern er innert sich daran, wie hoffnungslos alles ist. Wie viele sind wie Sie ausgestiegen? In Brooklyn waren es vor acht Jahren 30 Personen, inzwischen sind es 600 bis 700. Durch den Druck der Gemeinschaft ist die Zahl ebenso angestiegen wie die der Suizide. Für mich war es leichter, weil ich wegzog. 700 sind allerdings noch immer relativ wenig, denn in Brooklyn leben gegen 300 000 ultraorthodoxe Juden.
Wie schwierig war das? Es war überhaupt nicht schwierig. Ich folgte meiner Intuition. Eigentlich wusste ich schon, was ich tun musste, als mein Sohn 2006 zur Welt kam. Ich verliess die Gemeinschaft drei Jahre später, an meinem 23. Geburtstag.
Wissen Sie, wie häufig Austritte aus den orthodoxen Gemeinschaften in Zürich oder Basel vorkommen? Nein, aber ich kenne jemanden aus Zürich, der offiziell orthodox lebt, eigentlich aber ungläubig ist. Das kann er aber nicht zeigen, weil er sonst Frau, Familie und Beruf verlie ren würde. Es gibt eine hohe Dunkelziffer: Diese Menschen leben unter einem enor men Druck und können ihr wahres Gesicht nicht zeigen. Sich derart verleugnen zu müssen, ist sehr schwierig.
Welche Rolle spielte das Internet? Einige Orthodoxe haben zwei Handys, ein «koscheres» und eins zum Surfen. Gemäss «NZZ» soll es in Israel dank Internet zehn Prozent mehr Aussteiger geben. Das ist so. Auch ich habe es im Geheimen verwendet. Dank Internet konnte ich letztlich die Gemeinschaft verlassen.
Ist der Ausstieg für Frauen einfacher als für Männer? Im Gegenteil. Ich weiss von Frauen, die sich umgebracht haben, weil sie so jung verheira tet und Mutter wurden. Sie haben Ängste, die Männer nicht erleben. Männer steigen meist wegen einer Glaubenskrise aus – Frauen gehen, weil sie keine Luft zum Atmen haben.
Gibt es so etwas wie ein Auffangnetz für Aussteiger? Die einstigen Orthodoxen
Welchen Stellenwert haben die Frauen im ultraorthodoxen Judentum?
Bei den religiösen Moslems müssen die Frauen sich verschleiern – Frauen ortho doxer Juden tragen Perücken und lange Kleider. Gibt es weitere Parallelen? Arabische Frauen, die mein Buch gelesen haben, sagen mir, sie hätten die gleiche Kindheit erlebt wie ich – mit dem Gefühl, immer und überall kontrolliert zu werden, wie das in unserer Gemeinde der Fall war. Ich habe auch viele syrische Flüchtlinge in Berlin getroffen, die das ähnlich sehen. Worin unterscheidet sich der religiöse Islam vom ultraorthodoxen Judentum? Die Traditionen sind unterschiedlich, die Idee dahinter ist die gleiche. Die in dieser Form ausgelegte Religion bestimmt das gesamte Leben. Haben Sie je bereut, aus der Gemeinde der SatmarJuden ausgetreten zu sein? Nein. Es gab traurige und verängstigende Momente. Doch zuvor, innerhalb der Ge meinschaft, war alles noch schlimmer. Ich hatte auch keine Schuldgefühle, weil ich schon als Kind das Gefühl hatte, dass ich Gott besser kenne als andere, dass er nicht so ist, wie ihn die Gemeinschaft beschreibt. Kann man die Satmarer Juden, diese strengste aller jüdischorthodoxen Ge meinschaften, als Sekte bezeichnen? Ja. Sie sind nicht anders als etwa die Zeugen Jehovas. Was vermissen Sie aus jener Zeit im New Yorker Stadtteil Brooklyn? Meine Grossmutter, bei der ich aufwuchs. Sie war dement, als ich abreiste. Ich koche noch ihre Rezepte und fühle mich ihr näher denn je. Und ich vermisse, was ich nie hatte. Nämlich? Eine Familie mit einem Vater und einer Mutter. Aber es gibt viel Schlimmeres in der Welt als das. Ich bin dankbar für alles, was ich erreicht habe. Ich beschwere mich nicht. Eigentlich hatte ich sehr viel Glück in meinem Leben.
36 | MM36, 5.9.2016 | MENSCHEN
Gab es denn etwas in der Gemeinschaft, das Sie gut fanden? Das Sicherheitsnetz: Du kannst nicht ob dachlos werden und musst nicht hungern. Es ist wie bei einer kommunistischen Ge meinschaft. Sie nimmt dir die Angst vor dem Scheitern. Als Preis dafür muss man die Freiheit aufgeben. Für mich ist sie aber wichtiger als die Sicherheit. Ihr Buch «Unorthodox» hat Furore gemacht. Was hat es unter den Ortho doxen ausgelöst? Eine grosse Empörung, weil ich über Priva tes in der Gemeinschaft geschrieben habe: Das hat bis dahin niemand getan. Ich thema tisiere in dem Buch die Sexualität und die Mechanismen der Frauenunterdrückung. Darüber sprechen wir auch in einem ge planten Dokumentarfilm – übrigens eine Schweizer Produktion mit Schweizer Geld. Wir analysieren darin, was Frauen in ver schiedenen Kulturen erleben müssen. Es geht um Männer und Gemeinschaften, die Angst vor Frauen haben und sie deshalb zu kontrollieren versuchen. Für mich ist das Thema traurig und faszinierend zugleich. Wann passen sich die Ultraorthodoxen der Gegenwart an? Ich glaube nicht, dass die Satmarer Juden ewig so weiterleben können. Als Reaktion auf die Einflüsse von aussen werden sie aber wohl noch radikaler werden. Mit ihrer Ideo logie können sie die Jungen jedoch immer weniger überzeugen. Die ständige Angst vor
Was weiss er von Ihrem Leben? Alles, was er wissen wollte. Er weiss, dass ich in der Gemeinschaft der Satmarer Juden in Brooklyn aufgewachsen bin, mit 17 Jahren verheiratet wurde und die Gemeinschaft an meinem 23. Geburtstag verlassen habe. In zwischen ist das Thema für ihn langweilig geworden – wir leben in der Gegenwart. Übrigens hat mein in den USA wohnhafter Exmann wieder geheiratet und ebenfalls ein neues Leben ausserhalb der orthodoxen Ge meinschaft angefangen. Mein Sohn weiss, dass es ihm gut geht. Und ich freue mich, dass mein Exmann sein Glück gefunden hat.
Deborah Feldman: «Ich brauche auch heute noch viel Raum für mich.»
Gott, der sie angeblich mit dem Holocaust dafür bestraft hat, dass sie als Juden nicht fromm genug waren, nimmt ab. Seit bald zwei Jahren leben Sie nun in Berlin. Fühlen Sie sich dort wohl? Sehr wohl. Früher dachte ich, ich sei ein Mensch, der immer reisen muss. Dieses Gefühl ist inzwischen verschwunden. Ich will in Berlin bleiben – zusammen mit mei nem Sohn Isaac, der jetzt zehn Jahre alt ist.
Haben Sie auch einen Partner? Nach mehreren Beziehungen bin ich jetzt mit einem Pfälzer zusammen, der ebenfalls in Berlin wohnt. Neu ist dabei für mich, dass wir nicht weit entfernt voneinander wohnen; bisher brauchte ich Distanz. Ich war immer ein einsamer Mensch – in der Gemeinschaft und draussen in der Welt. Ich brauche auch heute noch viel Raum für mich. Doch da mein Freund genauso unabhängig ist, klappt es bestens – seit über einem Jahr. Warum ausgerechnet Berlin? Ihnen wurde eingetrichtert, dass in Deutschland nur Nazis leben ... Das war keine Entscheidung über Nacht, das hat sich langsam entwickelt. Nachdem ich aus meiner Gemeinschaft ausgestiegen war, ver suchte ich, mich in New York der amerikani schen Gesellschaft anzupassen. Irgendwann habe ich festgestellt, dass das nicht geht.
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MENSCHEN | MM36, 5.9.2016 | 37
Weshalb nicht? Überall um mich herum herrschte Kapita lismus und der Fokus auf Geld und Status. Ich hingegen wuchs in Williamsburg im Stadtteil Brooklyn mit spirituellen Werten auf. Amerika war so gesehen ein fremdes Land für mich. Als meine Erzählung in den USA publiziert wurde, lebte ich abgeschie den in den Bergen nördlich von New York und kümmerte mich um meinen Sohn. Dort dachte ich viel über meine Vergangenheit und meine Wurzeln nach. Nach und nach wagte ich deshalb Reisen nach Europa, um auf Spurensuche zu gehen. Weshalb haben Sie in Ihrem Stammbaum geforscht? Wie wichtig er ist, erlebte ich erstmals so richtig, als ich 14 Jahre alt war und ihn in der Schule präsentieren musste. Die damals zusammengestellten Dokumente nahm ich nach Europa mit, um meine Familien geschichte zu erforschen. Ich wuchs bei meinen Grosseltern auf, weil mein Vater geistig behindert ist. Meine Mutter war wie ein fremder Mensch für mich. Deshalb war meine Grossmutter meine wichtigste Bezugs person. In einem Archiv in Stockholm habe ich herausgefunden, dass sie mehrere Jahre in Arbeitslagern in Deutschland verbracht hatte und Deutsch sprach. Das hat sie mir verheimlicht. Ihre letzte Station war das Kon zentrationslager BergenBelsen gewesen. Wie hat sie überlebt? Sie wurde am Kriegsende von schwedischen Helfern gerettet. Als man sie entdeckte, war sie so schwach, dass man zuerst dachte, sie sei tot. Nach eineinhalb Jahren versuchte sie, von Schweden nach Kuba oder in das damals britische Mandatsgebiet Palästina auszuwandern. Niemand wollte eine Staa tenlose, wie sie es als ungarische Jüdin war. Die Schweden fanden für sie einen Sponsor in den USA. So emigrierte sie nach New York. Eine jüdische Ehestifterin suchte für sie einen Mann aus – meinen Grossvater, ebenfalls ein ungarischer Jude. Als sie heirateten, lebten sie noch säkular. Nach zwei Jahren wurde er orthodox und wollte, dass sich meine Grossmutter die Haare abrasierte. Sie willigte ein. Ihre Spurensuche führte sie also nach Deutschland. Wie erging es Ihnen da? Anfangs war ich überfordert, fühlte mich von Deutschland angezogen und angeekelt zugleich. Ich habe in Berlin viele Menschen kennengelernt, die nicht mehr in ihre ursprüngliche Heimat zurückkehren konn ten, etwa eine Feministin aus Russland oder eine Frau aus ExJugoslawien, aber auch Orthodoxe aus Israel. Nachdem ich im August 2014 einige Wochen dort verbracht hatte, flog ich wieder in die USA – und hatte
das Gefühl, in die falsche Richtung zu reisen. Deshalb entschied ich mich, nach Deutsch land auszuwandern. Wie immer in meinem Leben folgte ich meiner inneren Stimme.
ich viel mehr Abstand als damals, eine ande re Perspektive: Ich sehe die Zeit, in der ich in der Gemeinschaft der Ultraorthodoxen lebte, nun als Aussenstehende.
Heute leben Sie von Ihren Büchern? Ja und vom Copywriting, etwa für Werbung. Die Einnahmen versuche ich zur Seite zu legen, damit wir eine Reserve haben. Denn wenn es mir mal schlecht gehen sollte, kann ich niemanden anrufen. Ich habe zwar einen Freund, aber er ist kein Familienersatz.
«Unorthodox» wird nun verfilmt. Wie weit sind Sie mit dem Drehbuch? Ich arbeite daran, gemeinsam mit einer Israelin. Doch bis zur Fertigstellung des Films wird es noch Jahre dauern.
Wollen Sie Ihr Geld auch in Zukunft mit Bücherschreiben verdienen? Eigentlich schon. Ich mag das Schreiben sehr. Es ist ein wichtiger Teil meines Lebens, genauso wie Lesen. Immer wenn ich nach dem Arbeiten eine Pause brauche, lese ich. Die Sprache anderer beruhigt mich. Bereiten Sie nach «Unorthodox» und «Exodus» Ihr drittes Buch vor? Ich bin mit vielen Projekten beschäftigt. Dazu zählen zwei grosse Romane, der er wähnte Dokumentarfilm und ein Kochbuch mit den Rezepten meiner Grossmutter – sie kochte unglaublich gut. Ausserdem bereite ich ein Manuskript für den Verlag vor, die Fortsetzung meines ersten Buchs, in dem ich über meine Immigration nach Deutschland erzähle und über das Leben hier. Heute habe
Zur Person
Unorthodox: Eine Frau sagt sich los Deborah Feldman (30) wuchs in der
chassidischen Satmar-Gemeinde im Brooklyner Stadtteil Williamsburg, New York, auf. Chassidismus ist eine Bewegung innerhalb des Judentums, die strenge religiöse Regeln einhält. Die Satmarer sind besonders strikt und legen den Holocaust als Strafe Gottes aus. Als Ultraorthodoxe lehnen sie auch den Staat Israel ab: Die Juden würden gegen Gottes Willen verstossen und müssten bis zum Erscheinen des Messias in der Diaspora leben.
Feldman, die strikt Jiddisch sprechen musste, wurde mit 17 verheiratet und trat an ihrem 23. Geburtstag aus der Satmar-Gemeinde aus. Erst danach genoss sie eine weltliche Ausbildung. Seit 2014 lebt sie mit ihrem Sohn in Berlin. In ihrer autobiografischen Erzählung «Unorthodox» (2012) beschreibt Deborah Feldman den Alltag der Satmarer in einer schonungslosen, noch nie dagewesenen Offenheit. Das Buch, dieses Jahr in Deutsch erschienen, avancierte schnell zu einem Bestseller.
Fühlen Sie sich nach wie vor als Jüdin? Ja, aber vor allem deshalb, weil in Deutsch land einige geradezu besessen von diesem Thema sind. Ich kann ihm nicht ausweichen. Was macht das Jüdischsein für Sie aus? Es ist Teil meiner Herkunft, meines kul turellen Erbes. Die Identität bleibt wichtig, gerade in Deutschland oder in der Schweiz: Hier zählt die Herkunft der Menschen viel mehr als etwa in Nordamerika. Wir leben in einer Zeit der Entmaskung, in der es keine Tabuthemen mehr gibt. Jüdischsein heisst deshalb auch, wieder vermehrt mit Antisemitismus konfrontiert zu sein. Erleben Sie denn Antisemitismus? Immer wieder. Neulich war ich wegen Band scheibenschmerzen beim Chiropraktiker. Als ich auf dem Behandlungstisch lag, holte er zu einer Tirade aus, wonach die Juden in Amerika die Welt beherrschten. Danach rief ich eine jüdische Freundin an, die mir er klärte, dass ich in meinen eineinhalb Jahren in Berlin mehr Antisemitismus erlebt hätte als sie in ihren 30 Jahren in Deutschland. Wie soll das Judentum weiterbestehen? Wir leben in einem Zustand der Bedrohung. Das muss sich ändern, denn eine bedrohte Identität ist eine beschädigte. Im 18. Jahr hundert trat der deutsche Philosoph Moses Mendelssohn für Toleranz und eine gleich berechtigte Stellung der Juden in Europa ein. Wir wurden aber immer wieder ausge grenzt. Das schmerzt. Es wäre schön, wenn die Deutschen realisieren und anerkennen würden, dass das Judentum ein wichtiger Teil ihrer eigenen Identität ist, dass wir ein gemeinsames Schicksal haben. Wie religiös leben Sie heute noch? Gar nicht. Manchmal gehe ich in die Syna goge, aber eher, um Freunde zu treffen. Ich mag auch Schweinefleisch, geniesse mal ein Glas Prosecco oder einen Armagnac. Ich habe aber noch nie mehr als zwei Gläser Wein an einem Abend getrunken. Was von den einst verbotenen Dingen machen Sie heute am liebsten? Fahrradfahren. MM Deborah Feldman: «Unorthodox»; Secession-Verlag, bei Ex Libris, Fr. 24.70
Silvester in guter Gesellschaft
So reisen Sie in der Königsklasse
Kapstadt – Südafrika FESTTAGSREISEN ✔ Direktflug mit Edelweiss Air ✔ Kapstadt – die Tafelbergmetropole ✔ Fak. Ausflug in ein privates Wildreservat
Ihr Reiseprogramm 1. Tag: Hinflug Zürich–Kapstadt. Am Abend direkter Flug nach Kapstadt. 2. Tag: Kapstadt. Stadtrundfahrt und Mittagessen. 3. Tag: Town-Ship-Tour und Stadtbesichtigung. Eindrücklicher Besuch in einem Township mit Mittagessen in einem lebendigen Lokal. Als Kontrast sehen wir danach den «Company´s Garden» und fahren auf den Tafelberg (wetterabhängig). 4. Tag: Weinregion. Ausflug ins pittoreske Weinland mit seinen weltberühmten Weingütern. Degustation mit Informationen zum Weinbau und Mittagessen. 5. Tag: Aquila Wildreservat (fak.). Freier Tag oder Ausflug (inkl. Mittagessen) ins 4´500 Hektar grosse Aquila Wildtierreservat im Karoo-Hochland. Hier sind die «Big Five» sowie Giraffen, Zebras, Antilopen u.v.m. beheimatet. Pirschfahrt im Geländewagen (fakultativ, Vorausbuchung notwendig). 6. Tag: Constantia–Kirstenbosch und Silvester an der V&A Waterfront. In Constantia besuchen wir das Weingut Groot Constantia, eines der schönsten Anwesen der Kap-Provinz. Weinkeller-Tour mit Degustation. Picknick im botanischen Garten Kirstenbosch. Im schönen Restaurant an der V&A Waterfront geniessen wir das Silvester-Abendessen, das nahe Konzert sowie das Silvester-Feuerwerk. 7. Tag: Tag zur freien Verfügung. 8. Tag: Kap der Guten Hoffnung. Panoramafahrt entlang der Atlantikküste und über den Chapman´s Peak Drive. Bei Simon´s Town sehen wir eine Kolonie Brillenpinguine und geniessen ein Mittagessen. 9. Tag: Rückflug Kapstadt–Zürich. Am Vormittag direkter Flug nach Zürich. Einreisebestimmungen Schweizer Bürger benötigen einen Reisepass, welcher noch mindestens 30 Tage über das Rückreisedatum hinaus gültig ist und noch über mindestens eine leere Seiten verfügt. Minderjährige benötigen zusätzlich eine ungekürzte bzw. vollständige Geburtsurkunde im Original, aus der beide Eltern hervorgehen.
9 Tage ab Fr.
4295.–
Pro Person in Fr.
Katalog- SofortPreis Preis*
9 Tage gem. Programm
4520.–
4295.–
Reisedatum 2016/2017 (Mo – Di) 26.12.–03.01. Unsere Leistungen ■
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Flug mit Edelweiss Air in Economy-Klasse Alle Flugnebenkosten (Wert Fr. 540) Sitzplatzreservation Ausflüge und Transfers mit komfortablem Reisebus 7 Übernachtungen im Erstklasshotel The Cullinan Mahlzeiten: – 7 x Frühstückbuffet – 4 x Mittagessen (2. – 4. und 8. Tag) und 1 x Picknick (6. Tag) – 2 x Abendessen (6. und 8. Tag), wovon 1 x Silvester-Essen an der V&A Waterfront Ausflüge und Besichtigungen gemäss Programm (ausg. fakultativer Ausflug, 5. Tag) Deutschsprechende Lokalreiseleitung Informationsabend vor der Reise Erfahrene Twerenbold-Reiseleitung ab/bis Schweiz
Nicht inbegriffen ■
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Doppelzimmer zur Alleinbenutzung 895.– 4400.– Business-Klasse Sitzplatzreservation Economy Max (pro Weg, vorbehältlich Verfügbarkeit)250.– Fak. Ausflug ins Wildtierreservat inkl. Mittagessen (Vorausbuchung notwendig) 185.– Annullierungskosten- und 98.– Assistance-Versicherung Auftragspauschale (entfällt bei Online20.– Buchung) Persönliche Auslagen und Trinkgelder
So fliegen Sie ■
Flug mit Edelweiss Air Zürich–Kapstadt– Zürich in Economy-Klasse. Reisedauer pro Weg 11 h 25 min.
1001 Nacht in Oman FESTTAGSREISEN ✔ Wohnen im Luxushotel Grand Hyatt ✔ Landschaftliche und kulturelle Schätze ✔ Fakultativ: Ausflug in die Wahiba Wüste
Ihr Reiseprogramm 1. Tag: Hinflug Zürich–Muscat. Am Abend direkter Flug nach Muscat. 2. Tag: Muscat. Ankunft in Muscat und Zeit zum Ausruhen. Am Nachmittag Stadtrundfahrt und Spaziergang durch den Muttrah-Souk. 3. Tag: Batinah-Ebene und Wadi Bani Awf. Fahrt im 4x4-Geländewagen nordwärts. Wir besuchen einen traditionellen Fischmarkt, die mächtige Festung von Nakhl, die heissen Quellen von Ain Thowarra und das Wadi Bani Awf inkl. Barbeque-Mittagessen. 4. Tag: Grosse Moschee und Royal Opera House. Besuch der beeindruckenden Grossen Moschee. Im Anschluss Führung durch die prachtvolle Oper. Mittagessen in einem lokalen Restaurant. 5. Tag: Fak. Ausflug Wahiba Wüste. Freier Tag oder Ausflug im 4x4-Geländewagen ins wohl schönste Wadi des Omans, das Wadi Bani Khalid. Weiterfahrt in die Wahiba Wüste. Mittagessen in einem Wüstencamp (fakultativ, Vorausbuchung notwendig). 6. Tag: Bootsfahrt–Silvestergala im Hotel. Fahrt mit dem Motorboot entlang der Küste zur Delfinbeobachtung. Am Abend Silvester-Galadinner im Hotel mit Unterhaltung. 7. Tag: Tag zur freien Verfügung. 8. Tag: Rückflug Muscat–Zürich. Am Nachmittag direkter Flug nach Zürich. Einreisebestimmungen Schweizer BürgerInnen benötigen einen Reisepass, welcher noch mind. 6 Monate über das Rückreisedatum hinaus gültig ist sowie ein Visum für Oman. Das Visa wird vor Ort ausgestellt.
8 Tage ab Fr.
3995.–
Pro Person in Fr.
Katalog- SofortPreis Preis*
8 Tage gem. Programm
4205.–
3995.–
Reisedatum 2016/2017 (Mo – Mo) 26.12.–02.01. Unsere Leistungen ■
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Flug mit Oman Air in Economy-Klasse Alle Flugnebenkosten (Wert Fr. 322) Ausflüge und Transfers mit komfortablem Reisebus oder im 4x4-Geländewagen 6 Übernachtungen im Luxushotel Grand Hyatt, Tageszimmer am Ankunftstag Mahlzeiten: 7 x Frühstücksbuffet, 2 x Mittagessen, 2 x Abendessen, 1 x Silvester-Galadinner Ausflüge, Besichtigungen, Visagebühr gem. Programm (ausg. fakultativer Ausflug 5. Tag) Fast-Track-Service bei Einreise in Muscat Deutschsprechende Lokalreiseleitung Informationsabend vor der Reise Erfahrene Twerenbold-Reiseleitung ab/bis Schweiz
Nicht inbegriffen ■
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Doppelzimmer zur Alleinbenutzung 1195.– Doppelzimmer mit 220.– seitlicher Meersicht ab 3370.– Business-Klasse Fak. Ausflug Wahiba Wüste inkl. Mittagessen (Vorausbuchung 155.– notwendig) Annullierungskosten- & Assistance98.– Versicherung Auftragspauschale 20.– (entfällt bei Online-Buchung) Persönliche Auslagen und Trinkgelder
So fliegen Sie ■
Flug mit Oman Air Zürich–Muscat–Zürich in Economy-Klasse. Reisedauer pro Weg zirka 7 h.
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*SOFORT-PREISE ca. 50 % der Plätze buchbar bis max. 1 Monat vor Abreise. Bei starker Nachfrage: Verkauf zum KATALOG-PREIS.
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Migros-Welt MM36
Zahl der Woche
100 000 000
100 Millionen Kilo Biobananen mit FairtradeGütesiegel hat die Migros bisher verkauft. Sie nahm diese Bananen im September 1999 als erste Schweizer Detailhändlerin ins Sortiment auf. Mode Suisse
Topmodels teilen sich den Laufsteg mit Bewohnern eines Behinder tenheims: Das ist Fashion for every one, die etwas andere Moden schau. Zum 10. Geburtstag der Mode Suisse, der wichtigsten Plattform für Schweizer Mode design, die das Engagement Migros unter stützt, laden die Macher zum fotografischen Rückblick auf frühere Editionen ein. Gezeigt wer den auch Aufnah men des Projekts, das in Zusammen arbeit mit dem Werkheim Uster entstanden ist.
Bewohner des Werkheims in Uster präsentieren die bunten Kreationen des Schweizer Designers Julian Zigerli.
Bis 25. September in der Photobastei Zürich. Infos: www.modesuisse.com
Aus der Region
Bild: Jonas Hegi
Grosses Bauernfest beim MParc Dreispitz Bald sind die Produzenten und Lieferanten von «Aus der Region. Für die Region.»-Spezialitäten wieder beim MParc Dreispitz zu Gast; am 9. und 10. September steigt das grosse Bauernfest. Die Produzenten haben eine Fülle von Köstlichkeiten zum Degustieren im Gepäck. An zwei Tagen können die Besucher Hühner, Ziegen, Esel, Minipigs, ein Pony mit Fohlen und eine Kuh mit Kalb
an der Tierschau aus nächster Nähe erleben. Ein Holzriesenrad, Ländlermusikformationen, eine Hüpfburg, Spielkuhmelken und Jodelund Alphornclub bilden das attraktive Rahmenprogramm. Infos auf www.ausderregion.ch/bauernfest
Mehr von der Migros Basel ab Seite 49
Zauberhafte Wintertage NEU: Tromsö NEU: Zagreb Erleben Sie den besten Adventsmarkt Europas
Zagreb Markuskirche
e 4 Reisetag .– ab Fr. 635
Prämierter Weihnachtsmarkt in Zagreb
Das ist alles inbegriffen
Stadt der Lichter
Linienflüge mit Croatia Airlines in
Erleben Sie in der kroatischen Hauptstadt eine besinnliche Vorweihnachtszeit. Neben dem zauberhaften Lichterglanz und festlich geschmückten Häuschen bietet Zagreb in der Adventszeit noch vieles mehr. 1. Tag: Zürich – Zagreb Direktflug nach Zagreb. Transfer zu Ihrem Hotel. Bei einem Stadtrundgang sehen Sie u. a. die Kathedrale von Zagreb, die Kirche des heiligen Franz, die Marienkirche und weitere Sehenswürdigkeiten. Am Abend lassen Sie bei einem gemeinsamen Abendessen Ihren ersten Reisetag in gemütlicher Runde ausklingen. 2. Tag: Freier Tag Sie haben einen ganzen Tag Zeit, individuell weitere Sehenswürdigkeiten zu bestaunen, durch die Strassen der historischen Altstadt zu schlendern oder über den Weihnachtsmarkt zu bummeln. Rund um die Eislaufbahn warten Musik, leckere Speisen und Getränke auf Sie. 3. Tag: Freier Tag oder fakultativer Ausflug Diesen Tag können Sie ganz nach Belieben gestalten oder am fakultativen Ausflug Weihnachtsmärchen Salaj - Kezele teilnehmen. Die Familie Salaj erzählt ihre Weihnachtsgeschichte. Das Weihnachtsdorf umfasst mehr als 1.5 Millionen Kerzen, leuchtende Rentiere mit Schlitten, Schneemänner und vieles mehr. Anschliessend geht es weiter zur Familie Kezele, die sich mit der Tierzucht, der Wein-, Schnaps- sowie Likörherstellung beschäftigt. Probieren Sie von den regionalen Produkten. 4. Tag: Zagreb – Zürich Freizeit bis der Transfer zum Flughafen erfolgt. Direktflug zurück nach Zürich.
Economy-Klasse
Alle Flugnebenkosten Transfers bei An- und Abreise 3 bzw. 4 Nächte im 5-Sterne Sheraton Zagreb Hotel
Besichtigungen gemäss Programm
Beste Betreuung durch Deutsch sprechende Reiseleitung vor Ort während den Transfers und Ausflügen
Reiseunterlagen inklusive Reiseführer
UNSERE TOP-PREISE Pro Person im Doppelzimmer in Fr. Sofort-Preis gültig für mindestens 50% der verfügbaren Plätze, danach Katalog-Preis. Ihre Reisedaten
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30.11.16–03.12.16
635.–
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07.12.16–10.12.16
635.–
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08.12.16–12.12.16*
665.–
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*An diesem Datum beträgt die Dauer 5 Reisetage. Es steht Ihnen ein weiterer freier Tag in Zagreb zur Verfügung.
Nicht inbegriffen 145.– bis 195.– • Einzelzimmer • Tagesausflug Weihnachtsmärchen Salaj - Kezele (Mindestteilnehmerzahl 15 Personen) 80.– auf Anfrage • Versicherungen • Kleingruppenzuschlag unter 20 Personen möglich
Jetzt buchen: 0800 835 800 oder www.voegele-reisen.ch
Rentiere
Rentierausflug Nordlicht Dinnercruise An kaum einem anderen Ort der Welt können Sie das Naturspektakel Aurora Borealis besser bewundern. Erleben Sie neben den Nordlichtern auch Tromsös reichliche Geschichte.
Täglich Frühstück und 1x Abendessen
Internet-Buchungscode: vrzag01
Eindrückliches Winterwunderland
1. Tag: Zürich – Tromsö Direktflug von Zürich nach Tromsö. Anschliessend erleben Sie eine Stadtrundfahrt, bei welcher Sie die aufregende Metropole erstmals erkunden. 2. Tag: Freier Tag Sie haben den Tag zur freien Verfügung. 3. Tag: Schneeschuhtour Heute ziehen Sie die Schneeschuhe an. Atmen Sie die frische Luft des Nordens ein und fühlen Sie die Freiheit. Unterwegs stärken Sie sich mit norwegischen Leckereien. 4. Tag: Freier Tag oder Walsafari Gestalten Sie Ihren freien Tag nach Belieben. Sie haben auch die Möglichkeit an einer Walsafari teilzunehmen. Sie fahren auf das offene Meer und halten Ausschau nach Orkas und Buckelwalen. 5. Tag: Rentiersafari Der Ausflug führt Sie in ein Rentiercamp. Sie schlüpfen in warme Thermokleidung und können sich bei einer entspannten und unglaublichen Rentierfahrt zurücklehnen. 6. Tag: Freier Tag Geniessen Sie den Tag für sich. 7. Tag: Nordlicht Dinnercruise Tag zur freien Verfügung, bis Sie sich am Abend auf den Weg zu einem komfortablen Katamaran aufmachen. Auf der Fahrt können Sie neben dem köstlichen Abendessen, das Farbenspiel am Himmel bestaunen. 8. Tag: Tromsö – Zürich Am frühen Nachmittag Transfer zum Flughafen. Direktflug nach Zürich.
e 8 Reisetag 5 ab Fr. 209
.–
Das ist alles inbegriffen Flüge mit Edelweiss Air in Economy-Klasse
Alle Flugnebenkosten Transfers bei An- und Abreise 7 Nächte im 4-Sterne Hotel Radisson Blu
Täglich Frühstück und 1x Dinnercruise
Umfangreiches Ausflugspaket Beste Betreuung durch Deutsch sprechende Reiseleitung vor Ort während den Transfers und Ausflügen
Reiseunterlagen inklusive Reiseführer
UNSERE TOP-PREISE Pro Person im Doppelzimmer in Fr. Sofort-Preis gültig für mindestens 50% der verfügbaren Plätze, danach Katalog-Preis. Ihre Reisedaten
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04.02.17–11.02.17
2245.–
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11.02.17–18.02.17
2245.–
2145.–
25.02.17–04.03.17
2195.–
2095.–
Nicht inbegriffen
375.– • Einzelzimmer 195.– • Walsafari auf Anfrage • Versicherungen • Kleingruppenzuschlag unter 15 Personen möglich
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MIGROSWELT | MM36, 5.9.2016 | 41
Warenrückruf
Gorgonzola Bei Stichprobenkon trollen von Gorgon zolaKäse des Liefe ranten Cetra wurden
krankheitserregende Listerien nachgewiesen. Aus Sicherheitsgründen ruft die Migros vorsorglich folgende vier Gorgonzola-Produkte des Lieferanten zurück: • Gorgonzola Selezione Reale, 200 g (2125.872.000.00) • Gorgonzola Selezione Reale, 200 g (2125.823.240.00) • Gorgonzola Piccante Reale, 200 g (2125.845.000.00) • Gorgonzola Gran Riserva (2125.849.000.00)
MigrosKulturprozent Lötkolben und Digitalkamera bereithalten! Bugnplay geht in die nächste Runde. Für die 11. Ausgabe des Roboter- und Medienwettbewerbs können sich Kinder und Jugendliche ab sofort anmelden. Gefragt sind Ideen, die entweder mit digitalen Medien oder mit neuen Technologien umgesetzt werden. Der Erfindungsreichtum der jungen Daniel Düsentriebs reichte im vergangenen Jahr von selbstprogrammierten Videospielen über eine in Eigenregie gebaute Holzfräse bis zur automatisierten LegoAutowerkstatt. Bugnplay ist ein Projekt des Migros-Kulturprozents. Infos und Anmeldung: www.bugnplay.ch
Die Migros-Filiale in Amriswil TG erfüllte schon vor zehn Jahren den MinergieStandard.
Diese Produkte sollten nicht mehr konsumiert werden. Kunden kön-
Bilder: Alessandro della Bella, zVg
nen sie in die MigrosFiliale zurückbringen. Der Kaufpreis wird ihnen zurückerstattet. Listerien können grippertige Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen und Übelkeit auslösen. Schwangeren Frauen, bei denen die beschriebenen Symptome auftreten, wird empfohlen, einen Arzt aufzusuchen.
Minergie
Clever gebauter Supermarkt Vor zehn Jahren eröffnete die Migros in Amriswil TG den ersten Schweizer Supermarkt mit MinergieZertifikat. Dieses Gütesiegel verlangt unter anderem, dass ein Gebäude optimal isoliert ist. Die Beleuchtung und
auch die Technik der Kühlmöbel sollten möglichst wenig Energie verbrauchen. Das bedeutet beispielsweise, dass LED-Leuchten zum Einsatz kommen, Abwärme zurückgewonnen wird und Tiefkühlmöbel
über Abdeckungen verfügen. Inzwischen sind bereits rund 50 MigrosFilialen in der ganzen Schweiz minergiezertifiziert. Alles in allem genügen 125 MigrosGebäude dem Standard.
42 | MM36, 5.9.2016 | MIGROS-WELT
Genossenschaften
Eine Idee mit grosser Wirkung
Vor 75 Jahren machte Gottlieb Duttweiler aus der Migros eine Genossenschaft. Das Beispiel der Migros zeigt, wie genossenschaftliche Unternehmen dem Gemeinwohl nützen. Text: Michael West
D
er Krieg tobte jenseits der Grenzen. In dieser harten Zeit riskierten die meisten Schweizer Patrons keine Experimente. Sie wollten vor allem das Erreichte bewahren. Nicht so der Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler: Er wagte 1941 einen radikalen Schritt und verwandelte seine Firma in eine Genossenschaft. Damit verschenkte er sein Lebenswerk sozusagen ans Schweizer Volk. Die Tat war umstritten – viele glaubten, die Erfolgsgeschichte der aufstrebenden Migros sei nun zu Ende. In einer Broschüre beschrieb Dutti damals, welche Widerstände er zu überwinden hatte: «Man muss schon ordentlich von der Genossenschaftssache überzeugt sein, bis man – trotz aller Schwierigkeiten, trotz mangelnden Verständnisses – mit seinem Eigentum hinauszieht, um es loszuwerden.» Der visionäre Wirtschaftskapitän wollte die Migros dem Gemeinwohl verpflichten: Die Firma müsse mit ihrem Kapital «dem Volksganzen dienen». Die Umwandlung in eine Genossenschaft sollte sicherstellen, dass das Unternehmen diesem Ziel auch in Zukunft treu blieb. 75 Jahre später engagiert sich die Migros auf vielfältige Art für Gesellschaft, Kultur und Umwelt. Die Beispiele auf dieser Doppelseite zeigen, dass Duttis Tat in der Schweiz der Gegenwart noch immer Früchte trägt. MM
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1 Eingelöste Versprechen Mit dem Nachhaltigkeitsprogramm Generation M setzt sich die Migros ehrgeizige Ziele. Seit 2012
hat sie in den Bereichen Umwelt, Konsum, Gesundheit, Mitarbeitende und Gesellschaft 65 verbindliche Versprechen gemacht. So hat sich die Migros etwa darauf verpflichtet, Waren möglichst auf dem Schienenweg zu befördern und im Schweizer Detailhandel die wichtigste Kundin von SBB Cargo zu bleiben. Sie liegt mit diesem Vorhaben auf Kurs. Die Migros überprüft regelmässig den Stand aller Versprechen und legt offen, ob Ziele erreicht oder verfehlt wurden.
MIGROSWELT | MM36, 5.9.2016 | 43
2 Kultur in allen Facetten Das MigrosKulturprozent steht für Vielfalt. Es macht beim
Festival Steps Darbietungen von Spitzentänzern aus der ganzen Welt für ein breites Publikum erschwinglich. Es ermöglicht aber auch einen Wettbewerb wie «bugnplay.ch», bei dem Kinder Roboter bauen und Videogames programmieren. Seit 1957 ist das Kulturprozent in den Migros-Statuten verankert. Der Migros-Genossenschafts-Bund und die regionalen Genossenschaften verpflichten sich zu einem jährlichen Beitrag. Dieser wird auf Basis des Umsatzes berechnet und auch in weniger guten Geschäftsjahren geleistet. Das Modell ist weltweit einmalig. Allein 2015 flossen 120,2 Millionen Franken in Projekte aus den Bereichen Kultur, Gesellschaft, Bildung, Freizeit und Wirtschaft.
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3 Migros als Jobmaschine Die Migros ist die grösste private Arbeitgeberin der Schweiz. So beschäftigt die Detailhändlerin im Inland über 86 000 Personen in vielen verschiedenen Berufen. Sie ist
auch die wichtigste Anbieterin von Lehrstellen. Konsequent setzt sich die Migros für den Werkplatz Schweiz ein. Ein Paradebeispiel dafür ist die M-Industrie: Von Appenzeller Käse über Schokolade bis zu Waschmittel stellt die Migros einen Grossteil ihres Sortiments in ihren eigenen Produktionsbetrieben her. Mit rund 13 000 Mitarbeitenden ist die M-Industrie allein schon eine bedeutende einheimische Arbeitgeberin. Die Migros ist zudem die wichtigste Abnehmerin von Schweizer Landwirtschaftsprodukten und sichert so die Existenz von bäuerlichen Familienbetrieben.
Die Migros verkauft nicht nur Produkte, sondern sie engagiert sich auch für den Werkplatz Schweiz, Kultur, Bildung und 3 Volksgesundheit.
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4 Bildung und Fitness für alle Die Klubschule Migros ist hierzulande die wichtigste private Weiterbildnerin. 2015 nahmen rund 376 300 Personen an
ihren Kursen und Lehrgängen teil. Mittel aus dem Migros-Kulturprozent ermöglichen es, dass die Angebote erschwinglich sind und dennoch hohen Ansprüchen gerecht werden. Begonnen hatte dieses Engagement mit preisgünstigen Sprachkursen im Jahr 1944. Bis heute gilt Gottlieb Duttweilers Auftrag, Bildung möglichst 1 allen zugänglich zu machen.
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Bilder: Marvin Zilm, Candoco Dance Company/Christian Altorfer, Salvatore Vinci, Daniel Kellenberger, Christian Schnur, Nik Hunger, Simon Iannelli, Alex Wydler
Tagung
Genossenschaften im Fokus Wo liegen die Stärken genossenschaftlicher Unternehmen? Welche Rolle spielen sie in der Wirtschaft, und wie können sie in Zukunft wachsen? Um solche Fragen geht es bei der 18. Internationalen Genossenschafts wissenschaftlichen Tagung, die vom 14. bis 16. September in Luzern stattfindet. Forscher, Unternehmer und Politiker aus der ganzen Welt werden dabei zu Wort kommen. Alle Infos zur Tagung auf iccs2016.ch
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Thomas Dyllick
«Firmen mit Bodenhaftung» Sind Genossenschaften noch zeitgmäss? Der Forscher Thomas Dyllick* erklärt, warum sie sich in der globalisierten Wirtschaft behaupten. Interview: Michael West
Thomas Dyllick, genossenschaftliche Firmen haben in der Schweiz eine stolze Tradition. Aber sind sie fit genug für den zunehmend harten Konkurrenzkampf? Das Beispiel der Migros zeigt, dass Unter nehmen mit genossenschaftlicher Struktur erfolgreich sein können. Ganz allgemein haben Genossenschaften Stärken, die sich heute auszahlen. Sie sind nicht dem Kapital markt ausgesetzt und müssen nicht ständig darum kämpfen, eine möglichst hohe Divi dende auszuschütten. Genossenschaften hetzen nicht bloss von Bilanz zu Bilanz, sondern haben einen längeren Atem. Wie wirkt sich das im Alltag aus? Genossenschaften können über längere Zeit etwas aufbauen, das nicht sofort Gewinn abwerfen muss. Das zeigt etwa das engmaschige Logistiknetzwerk der Migros,
das über viele Jahre gewachsen ist und heute einen Konkurrenzvorteil darstellt. Ist die langfristige Perspektive der wichtigste Unterschied zwischen Aktiengesellschaften und Genossenschaften? Den Hauptunterschied sehe ich darin, dass Genossenschaften nicht nur Besitzerinte ressen dienen, sondern Mitarbeitern, Kunden und überhaupt einer grösseren Gemein schaft nützen. Genau das ist zeitgemäss. Selbst in den USA, wo traditionell Aktien gesellschaften dominieren, werden inzwi schen neue Firmenmodelle erprobt: Soge nannte «B Corporations» werden zwar an der Börse gehandelt, sind aber durch ihre Statuten ethischen Standards verpflichtet. Das Gemeinwohl hat also mittlerweile wieder einen höheren Stellenwert. Doch
«Für Konsumenten sind genossenschaftliche Unternehmen ein Stück Heimat.» (Thomas Dyllick)
was versteht man eigentlich heute unter diesem Begriff? Die Vorstellung von Gemeinwohl hat sich im Lauf der Jahrzehnte stark verändert. Früher ging es einem Unternehmen wie der Migros darum, den Konsum zu demokratisieren. Produkte und Dienstleistungen sollten für
Umfrage
Das sagen Lernende der Migros Was halten junge Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter davon, dass die Migros eine Genossenschaft ist? Sechs Lernende in verschiedenen Berufen sagen ihre Meinung.
«Bei der Suche nach einer Lehr stelle war es mir nicht wichtig, ob ich zu einer Genossenschaft gehe. Inzwischen weiss ich mehr über die Migros und bin stolz, dass sie sich für die Allgemeinheit einsetzt.» Tess Décaillet (18), in der Lehre als Polydesignerin 3D bei der Genossenschaft Migros Wallis
«Ich fühle mich in meinem Betrieb gut aufgehoben. Das hat vielleicht auch damit zu tun, dass die Migros eine Genossenschaft ist. Jedenfalls bietet die Migros viele Lehrstellen an. Das ist für meine Generation wichtig.» Flurin Kuratli (16), in der Lehre als Laborant beim MIndustriebetrieb Midor
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Manchmal schon, doch die regionale Gliede rung kann auch ein Vorteil sein. Die genossenschaftliche Firma hat Bodenhaftung, sie ist nahe an ihren Kunden. Die Konsumen ten empfinden das Unternehmen als einen Teil der Region und als ein Stück Heimat. Bei globalen Konzernen ist der Standort der Firmenzentrale oft völlig austauschbar. Die Zentrale ist wie ein Ufo, das jederzeit abhe ben und anderswo landen kann. So entsteht eine ganze Klasse heimatloser Business nomaden. Andererseits sind solch interna tionale Unternehmen sicher besser geeignet, grosse technische Innovationen zu leisten und sie rund um die Welt zu vermarkten. Sind Genossenschaften also weniger innovativ? Wenn es um technologische Neuerungen geht, sind sie kaum an der vordersten Front. Doch sie können soziale Innovationen leisten und so Lösungen für drängende Probleme der Gegenwart finden. Ich denke hier zum Beispiel an die Integration von Flüchtlingen. Sie muss auf regionaler und lokaler Ebene geschehen, und genau hier sind die Genossenschaften stark.
Bilder: Isabelle Favre , Hannes Thalmann, Guillaume Megevand, Gabi Vogt
alle erschwinglich werden – von der Banane über den Kühlschrank bis zur Ferienreise. Heute ist das Wohl der Gemeinschaft stark ökologisch definiert. Wer sich für die Allgemeinheit einsetzt, muss sich für die Gesellschaft und auch für die Umwelt engagieren. Ein Nachhaltigkeitsprogramm
«Mir ist es nicht egal, dass ich für eine Genossenschaft arbeite. Die Migros will etwas für die ganze Gesellschaft tun. Das ist wichtig.»
Evelin Alic (23), in der Lehre als Detailhandelsfachfrau bei der Genossenschaft Migros Genf
wie Generation M zeigt diese neue Orien tierung. Genossenschaftliche Firmen sind oft weniger zentralisiert und dafür stärker regional gegliedert. Macht sie das nicht schwerfällig?
Wie sehen Sie die Zukunft genossenschaftlicher Firmen? Sie haben weiterhin einen festen Platz in bestimmten Branchen, zum Beispiel im Detailhandel. Sie sind heute eher am Puls der Zeit als noch vor einigen Jahren. Denn inzwischen wenden sich viele Menschen von den Exzessen des Kapitalmarkts ab. MM * Thomas Dyllick ist Professor für Nachhaltigkeitsmanagement. Er leitet das Institut für Wirtschaft und Ökologie der Universität St. Gallen.
«Ich habe von Gottlieb Duttweiler in der Schule gehört. Es ist gut, dass in der Migros die Mitarbeiter und Kunden im Zentrum stehen und nicht nur der Profit zählt. Dank dieser Idee gibt es ja auch die günstigen Kurse der Klubschule.»
«Ich finde es schön, dass die Migros ein demokratische Unternehmen ist, und dass die Genossenschafter mitreden können. Mehr Demokratie würde der Wirtschaft allgemein guttun. Eine tolle Idee ist auch das Migros-Kulturprozent.»
Céline Willi (17), KV-Lernende beim M-Industriebetrieb Mibelle
Niko Vitale (19), KV-Lernender bei der Genossenschaft Migros Basel
«Die Migros empfinde ich als grosse Familie. Man spürt, dass es in diesem Unternehmen nicht nur ums Geld, sondern auch um andere Werte geht.» Nadine Hängärtner (18), in der Lehre als Lebensmitteltechnologin beim M-Industriebetrieb Chocolat Frey
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MIGROS-WELT | MM36, 5.9.2016 | 47
Familien, Künstler, Paare und Pensionierte: Die Wohnsiedlung Fabrikgässli der Bieler Genossenschaft FAB-A ist ein lebendiger Ort. Links (stehend): Philipp Blum mit seinen Töchtern und seiner Frau Rosalia (am Tisch sitzend).
Anders wohnen
Anonym war gestern Baugenossenschaften machen Wohnraum erschwinglich und erlauben neuartige Wohnformen. So auch die junge Siedlung Fabrikgässli im Plänkequartier von Biel. Text: Nicole Ochsenbein
A
Bild: Thomas Wüthrich
n einem heissen Spätsom mernachmittag im Hof der Wohngenossenschaft Fabrikgässli in der Bieler Innenstadt: Eine junge Frau mit Pferdeschwanz ist auf der Suche nach Jasspartnern, andere Bewohner gönnen sich vor der Haustür ein kühles Bier. Kinder tollen über den Kies, während eine Frau mittleren Alters den Lattich wässert, der in Hochbeeten beim Trampolin gedeiht. Hier, zwischen roh belassenem Beton, Gussglas und Welleternit – Baumaterialien, die an den ehema ligen Gewerbestandort des Areals erinnern – wohnt auch Familie Blum. Zuvor lebte Philipp (41) mit seiner Frau Rosalia (32) und ihrer erstgebo renen Tochter in einer kleinen Zwei einhalbzimmerwohnung in Genf. Als sich weiterer Nachwuchs ankün digte, musste eine neue Bleibe her. «Eine grössere Wohnung hätten wir uns in Genf schlicht nicht leisten kön nen», erzählt Philipp. In der Siedlung Fabrikgässli, einer der jüngsten Wohn
genossenschaften Biels, verzichtet man zwar auf Luxusküche und Designerarmaturen, lebt dafür aber gemäss der Idee der 2000Watt Gesellschaft, mit bezahlbaren Mieten und Umschwung: Gemeinschaftliche Einrichtungen wie Garten mit Spiel platz, Dachterrasse, Gästezimmer, Mittagstisch und idyllische Hofatmo sphäre gibt es inklusive. Bakfiets statt BMW
Besonders schätzt Rosalia den Gross familiencharakter des Fabrikgässli: «In anonymen Siedlungen ist man als Mutter oftmals sehr isoliert. Früher musste ich mich ständig selber organi sieren.» Hier auf dem mit zwanzig Wohnungen überschaubaren Areal, unterstützt man sich gegenseitig. Ein Austausch, der entlastet. «Die Kinder können allein im Hof spielen. Und dort, wo der attraktivste Znacht auf dem Tisch steht, bleiben sie einfach zum Essen.» Trotzdem, das Fabrikgässli ist keine Kommune wie zu Hippiezeiten. Auf knapp 1600 Qua
dratmetern wohnt man zwar im Sinne des verdichteten Bauens auf relativ engem Raum, kann sich aber jederzeit zurückziehen. «Jeder darf mitmachen, niemand muss», so Rosalia. «Man hat hier das ‹Füfi und das Weggli›.» Wir geniessen alle Vorteile als Mieter, haben aber auch ein Mitspracherecht wie ein Hauseigentümer», betont Philipp. Bei der Gestaltung des Innen ausbaus und der gemeinschaftlichen Flächen durften die Genossenschafter mitbestimmen. So wurde erst kürzlich die Dachterrasse mit Pergola, Beamer und Leinwand ausgestattet, und für die vielen Kinder hat man ein Tram polin angeschafft. Doch kein Wohnidyll ohne Kom promissbereitschaft: Wer im Fabrik gässli leben will, muss auf ein Auto verzichten. Ihren alten BMW haben die Blums kurzerhand verkauft. Heute nehmen sie den Zug, um von A nach B zu gelangen − oder den Bakfiets, ein holländisches Transportvelo, in dem die ganze Familie Platz findet. Wenn es denn sein muss. MM
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MIGROS-WELT | MM36, 5.9.2016 | 49
Konzert
Ein Schlagerstar in Basel
Ihre Region Neues aus der Genossenschaft Migros Basel
Beatrice Egli, Siegerin von «Deutschland sucht den Superstar» 2013,
singt am 29. Oktober im Musical Theater Basel. Text: Moritz Weisskopf
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M
it neun Jahren hat Beatrice Egli, die aus einer musikalischen Familie stammt, an gefangen zu singen. Mit 14 nahm sie Gesangsunterricht und war bereits bei verschiedenen Volks festen zu hören. Ihre Leiden schaft und Authentizität hat sie seither nicht verloren. Vor drei Jahren, am 11. Mai 2013, ging für Beatrice Egli mit ihrem sensationellen Sieg bei «Deutschland sucht den Superstar» ein Traum in Erfüllung. Ihr im An schluss veröffentlichtes Debüt album «Glücksgefühle» eroberte die Schlagerwelt im Sturm und wurde mit Platin ausgezeichnet. Die gelernte Friseurin sprengte die Charts in Deutschland, Österreich und der Schweiz und zog mit zwei Tourneen durch ausverkaufte Hallen. Parallel dazu veröffentlichte Beatrice Egli mit «Pure Lebensfreude» und «Bis hierher und viel weiter» zwei weitere Erfolgsalben.
Bild: zVg
Kult-Hits und neue Songs
Für Beatrice Egli ging ein Traum in Erfüllung, sie ist heute ein Star.
Nachdem sie auf schon fast allen Bühnen im deutschsprachigen Raum gesungen hat, macht die 28Jährige im Rahmen ihrer grossen Europatournee auch in verschiedenen Schweizer Städten halt. Alle ihre Hits und neue Songs von ihrem vierten Album «Kick im Augenblick» sind am 29. Oktober im Musical Theater Basel live zu hören. «Ich möchte meinem Publikum zeigen, dass Träume wahr werden können. Ich freue mich unfassbar drauf!», sagt sie. Egli Fans können sich auf eine dyna mische Bühnenshow freuen, die mit Liveband und Tänzern alles bietet, was Schlagerfan herzen höherschlagen lässt. MM
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Interview
«Ich lege grossen Wert auf Ehrlichkeit» Ein Gespräch mit SportXX-Leiterin Sandra Fernezir und ihrem ehemaligen Lernenden Sascha Bernasconi, der heute selber Berufsbildner ist. Text und Bild: Moritz Weisskopf
Sandra Fernezir, Leiterin SportXX Migros Paradies, mit
V
or vier Jahren hat Sascha Bernasconi seine Lehre bei der Migros Paradies in Allschwil abgeschlossen. Seit letztem Jahr ist er Stellvertretender Leiter des SportXX Claramarkt und – als einer der jüngsten Berufsbildner – für drei Lernende zuständig. An seinem alten Arbeitsplatz trifft er seine Ex-Chefin, Sandra Fernezir, Leiterin SportXX Migros Paradies, blickt mit ihr auf seine Lehrzeit zurück und diskutiert über aktuelle Herausforderungen. Sandra Fernezir, wie war Sascha als Lernender? Seine offene Art und wie er mit der Kundschaft umgegangen ist, hat uns sehr beeindruckt. Er hat von Anfang an perfekt ins Team gepasst. Wir pflegten ein sehr freundschaftliches Verhältnis. Er hat mich immer informiert, wenn einmal etwas nicht in Ordnung war in der Schule oder im Privaten. Man konnte immer sehr direkt und ehrlich miteinander kommunizieren. Im Betrieb lief also alles gut. Wie war es in der Schule, Sascha Bernasconi? Notentechnisch war es meistens gut. Natür-
lich hatte ich auch mal einen Hänger – wie viele andere auch im zweiten Lehrjahr –, aber ich wurde immer gut unterstützt. Das hat wesentlich dazu beigetragen, dass am Ende alles so gut herausgekommen ist. Warum haben Sie sich für eine Lehre bei der Migros entschieden? In der Schule wusste ich schon, dass ich später im Verkauf tätig sein will. Nach meinem Abschluss erhielt ich den Zuschlag für eine Verkaufslehre in einer Bäckerei, die dann aber kurz vor Beginn aufgrund eines Krankheitsfalls wieder annulliert wurde. Danach hatte ich drei mögliche Lehrstellen im Sportbereich zur Auswahl. Ich musste mich also entscheiden. Und Ihre Wahl fiel natürlich umgehend auf die Migros? Genau. Schon während der Schnupperlehre dort konnte ich mich für vieles begeistern und habe schnell gemerkt, dass ich gut ins Team passe. Man hat mir während dieser Schnupperzeit auch schon viel Vertrauen entgegengebracht und Verantwortung übergeben.
Zuerst wollten Sie in einer Bäckerei arbeiten. Wie konnten Sie sich so schnell für den Bereich Sport begeistern? Bernasconi: Sport war bei mir immer ein Thema. Von Ski bis Cricket interessiert mich praktisch jede Sportart. Ich habe 16 Jahre lang intensiv Fussball gespielt und hatte Angst, dass das aufgrund der Arbeitszeiten nicht mehr möglich sein wird. Dieses Problem besteht in einer Bäckerei nicht. Doch mir wurde bei der Migros gesagt, dass man den Arbeitsplan, soweit es geht, nach dem Training ausrichten kann, und so war die Lehre im Sportverkauf plötzlich wieder attraktiver. Fernezir: Wir versuchen die Schichten so zu legen, dass die Mitarbeitenden auch ihrem Sport nachgehen können. Das muss auch möglich sein, schliesslich arbeiten sie ja in einer Sportabteilung. Was haben Sie von Ihrer ehemaligen Chefin für Ihre aktuelle Führungsposition mitgenommen, Sascha Bernasconi? Ich lege grossen Wert auf Ehrlichkeit. Man muss über alles reden können – zumal man
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Ausbildung
Jährlich rund 70 spannende Lehrstellen Ob Bäcker, Köchin, Logistiker, Kauffrau oder Polydesigner 3D:
In zehn Berufen bietet die Migros Basel jährlich rund 70 jungen Menschen einen Start in die Berufswelt. Für August 2017 suchen wir junge Talente für folgende Lehrberufe:
Sascha Bernasconi, ihrem ehemaligen Lernenden und heute stellvertretenden Leiter SportXX in der Migros Claramarkt.
die Leute bei der Arbeit öfters und länger sieht als die eigene Familie. Trotz eines kollegialen Umgangs habe auch ich aber eine sehr klare Linie. Das und noch viel mehr habe ich von ihr gelernt. Welche Tipps können Sie den aktuellen Lernenden geben? Bernasconi: Hört nie auf zu lernen. Das Arbeitsumfeld entwickelt sich ständig, und da darf man nicht hinterherhinken. Ver sucht die Motivation hochzuhalten und lasst euch nicht von der schlechten Laune anderer anstecken. Schliesslich macht ihr diese Ausbildung für euch selbst und nicht für jemand anderen. Fernezir: Durchhaltewillen ist auch sehr wichtig und zahlt sich aus, wie man bei Sascha gesehen hat. Nach seinem Lehr abschluss war keine Stelle für ihn frei. So hat er übergangsweise für ein halbes Jahr beim Dreispitz an der Kasse gearbeitet, ohne zu wissen, wann eine Stelle frei wird. Es hat mich sehr beeindruckt, dass er nicht aufgegeben hat. Viele andere wären schon vorher gegangen.
Sie sind mit 24 Jahren bereits stellver tretender Filialleiter geworden. Wie geht es weiter, Sascha Bernasconi? Diese Frage wird mir oft gestellt. Da es bis jetzt so schnell gegangen ist, gehen alle da von aus, dass es in dem Tempo weitergeht. Ich bin sehr stolz auf das Erreichte und freue mich auf den nächsten Schritt, der irgendwann kommen wird. Und der wäre? Filialleiter und Prüfungsexperte. Seit vier Jahren sind Sie nicht mehr im gleichen Team. Haben Sie trotzdem noch Kontakt? Fernezir: Wir sind immer noch gut vernetzt. Wenn in einer SportXXFiliale mal ein paar Leute ausfallen, hilft man sich gegenseitig aus. So sehen wir uns immer wieder einmal. Bernasconi: Als ich nach drei Jahren Aus bildung und vielen tollen dadurch entstan denen Freundschaften von hier weg bin, war es mein bislang schwerster und emotional ster Abschied. Umso schöner ist es, wenn ich ab und zu wieder hierherkomme. MM
• Bäcker/in-Konditor/ in-Confiseur/in • Detailhandelsassistent/in (Branchen: Bäckerei-KonditoreiConfiserie, Fleischwirtschaft, Flower, Haushalt, Nahrungs- und Genussmittel, Textil) • Detailhandelsfachfrau/-fachmann (Branchen: BäckereiKonditorei-Confiserie, Consumer Electronics, Do-it-yourself, Fleischwirtschaft, Flower, Garden, Haushalt, Nahrungs- und Genussmittel, Sportartikel, Textil) • Fachfrau/-mann Bewegungs- und Gesundheitsförderung • Kauffrau/Kaufmann (E-/M-Profil) • Koch/Köchin • Logistiker/in • Polydesigner/in 3D • Restaurationsfachfrau/-mann • Strassentransportfachfrau/-mann • Systemgastronomiefachfrau/-mann Weitere Informationen: www.new-talents.ch oder www.facebook.com/migros. newtalents
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Wieder vereint: Chauffeur Anton Imhof im restaurierten Migros-Verkaufswagen. Mehr als 34 Jahre lang belieferte er damit seine Kunden.
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Von uns. Von hier.
Schau, da kommt der Migros-Toni!
Anton Imhof sass am Steuer des letzten Migros-Verkaufswagens. Für den Walliser war die Filiale auf Rädern stets eine Herzensangelegenheit, für seine Kunden ein Ort der Begegnung. Text: Thomas Tobler
F
ast andächtig steht Anton Imhof im restaurierten Verkaufswagen der Migros. Zwei alte Wagen hat das Unternehmen aus der Versenkung geholt und originalgetreu instand setzen lassen. Nun stehen sie auf einem Parkplatz nahe des Migros-Verteilbetriebs in Neuendorf, bereit für ihre Tour de Suisse, auf der sie vom 13. bis zum 24. September alle Gewinner des Migros-Postkarten-Wettbewerbs besuchen. Noch einmal setzt sich Anton Imhof hinter das Steuer, an seinen früheren Arbeitsplatz. Mehr als 30 Jahre lang fuhr er den Migros-Verkaufswagen als Chauffeur durch die Täler des Oberwallis: Gomsertal, Lötschental oder Eggerberg, über 100 Kilometer am Tag. 2007 wurde er zusammen mit dem Migros-Verkaufswagen in den Ruhestand geschickt, als letzter Migros-Bus-Chauffeur des Landes. Sein Bus wurde in die Garage gestellt, und Anton Imhof ging in den Ruhestand. Ein Spitzname für die Ewigkeit
82 Jahre lang belieferten die Migros-Verkaufswagen Kunden in der ganzen Schweiz mit Produkten. Bis zu 144 Fahrzeuge umfasste die gesamte Flotte in den 60er-Jahren. Nicht immer ernteten die fahrenden Filialen und ihre Chauffeure Zuspruch von der lokalen Bevölkerung. Vor allem die regionalen Ladenbesitzer wehrten sich gegen die Konkurrenz auf Rädern. Anton Imhof erinnert sich an seine Anfänge: «Der Verwandtschaft der Ladenbesitzer war es teilweise verboten, im Migros-Camion einzukaufen. Viele kamen aber heimlich oder schickten ihre Kinder.» Der Groll gegen die Verkaufswagen legte sich allerdings zusehends. Zu umfassend war das Warenangebot, und zu gut die Preise. Und aus Anton Imhof wurde im Lauf der Zeit der «Migros-Toni». Ein Spitzname, den er bis heute trägt. «Wenn ich zum Beispiel nach Goms wandere, dann sprechen mich die Leute dort noch immer mit ‹Migros-Toni› an. Meinen richtigen Namen kennen sie gar nicht.» Anton Imhof pflegte ein sehr freundschaftliches Verhältnis zu seiner Kundschaft. Er kannte alle ihre Namen. 80 bis 130 Personen erledigten pro Woche ihre Einkäufe bei ihm. Die Zahl variierte je nach Saison. Auch Ferien-
Bild: Paolo Dutto
gäste kauften regelmässig beim «Migros-Toni» ein. «Einige schickten mir nach den Ferien im Wallis sogar Dankeskarten. Für sie war der Einkauf im Migros-Camion eine besondere Ferienerinnerung.» Der Bus als Dorfplatz
Auf seiner Route über die Alpenpässe und durch die kleinen Dörfer des Wallis, wo viele Einwohner das Pensionsalter längst überschritten hatten, entstanden auch Freundschaften, die bis heute Bestand haben. «Als ich an meinem Geburtstag in einem kleinen Dorf haltmachte, hing dort ein grosses Plakat. Darauf stand: ‹Toni hat Geburtstag.›» Das ganze Dorf hat mir damals gratuliert. An solche Erlebnisse erinnert man sich gern zurück.» Der Migros-Verkaufswagen wurde einmal pro Woche zum Dorfplatz, auf dem die Menschen sich zum Einkaufen und auf einen Schwatz trafen. «Mit der Zeit kannte ich die Sorgen und auch die Namen der Enkel meiner Kundschaft.» Anton Imhof packte ihnen die Waren in die Einkaufstaschen und trug sie schon mal bis zur Haustür. «Diese Leute mussten ja meistens Lebensmittel für eine ganze Woche einkaufen, und manchmal war dann die Tasche für eine ältere Frau einfach zu schwer.» Besonders beliebt waren Waschmittel und Süssigkeiten. «Aber am besten lief das Katzenfutter. Davon mussten wir immer genügend mitnehmen», erinnert sich Imhof. Insgesamt 1300 verschiedene Artikel standen den Kunden in seinem Verkaufswagen zur Verfügung. Tränen zum Abschluss
An seinem letzten Arbeitstag, Ende November 2007, wurde Anton Imhof vom Fernsehen begleitet. Oberwald, am Ende des Gomsertals, war die letzte Station, sowieso ein Lieblingsort auf seiner Route. Dort hat er Verwandte und über die Jahre viele treue Kunden gewonnen. Tränen flossen, als er dort in seinen Migros-Verkaufswagen stieg und für immer und ewig davonfuhr. «Ich denke schon, dass einige Leute den Einkaufswagen vermissen: aus praktischen Gründen, aber bestimmt auch aus gesellschaftlichen. Diesen täglichen Kontakt mit den Kunden, den vermisse auch ich», sagt er zum Schluss. MM
Mitmachen
Migros-Momente als Musik Die Geschichten von Migros-Kunden wurden schon als Comic gezeichnet, als Porträt gemalt und als animiertes Video nacherzählt. Jetzt macht sich der Musiker «Dä Strolch» daran, aus Lieblingsmomenten und Erzählungen, die bisher auf www. migros-momente.ch geteilt wurden, ein Lied zu texten und dazu ein Musikvideo zu drehen. Wer seinen MigrosMoment auch gern in einem Song hören möchte, kann seine
Geschichte noch bis zum 7. September auf www. migros-momente.ch hochladen und mit jemandem per Postkarte teilen. Welche Geschichten für das Lied ausgewählt werden, entscheidet dann der Künstler. Via Social Media:
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Saumässig vielseitig Auf der Beliebtheitsskala für Fleischsorten liegt das Schweinefleisch in der Schweiz klar auf Platz eins. Ein Grund dafür ist seine Vielseitigkeit, bietet es doch eine Fülle verschiedener Zubereitungsarten und Rezepte .
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Noch mehr Rezepte Der Schweinsbraten vom Hals ist auch kalt aufgeschnitten und in ein Bürli geklemmt einfach köstlich.
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Spareribs mit Curry-Bier-Marinade
Zutaten für 6–7 Personen 1,4 kg Schweinshalsbraten
Zutaten für 4 Personen je 2 Zweige Thymian und Rosmarin 1 Chilischote 2 dl Bier, z. B. alkoholfreies 1 EL Senf 1 EL Madras-Curry 2 EL Ketchup 1 TL Rohrzucker 1,2 kg Spareribs
Zutaten für 4 Personen 1 Schweinsfilet à ca. 500 g 6 Tranchen Rohschinken, Küchengarn 2 Zwiebeln 2 Äpfel 1 rote Peperoni 2 EL Olivenöl
Kräuterbutter: 80 g Butter, weich ½ Bund Petersilie 2 Zweige Estragon 1 Zweig Zitronenmelisse ½ TL Salz, Pfeffer 1 TL Zitronensaft, frisch gepresst Zubereitung
1. Für die Kräuterbutter die Butter mit einem Handrührgerät ca. 5 Minuten schaumig schlagen. Kräuter fein hacken, zur Butter mischen. Mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft abschmecken. Kräuterbutter kühl stellen. 2. Filet in 12 Medaillons schneiden. Schinken längs halbieren. Je 1 Streifen Schinken um die Medaillons wickeln. Mit Garn festbinden. Je 3 Fleischstücke flach auf Spiesschen stecken. 3. Grill auf ca. 200 °C vorheizen. Zwiebeln, Äpfel und Peperoni in grobe Stücke schneiden, mit Öl mischen und in Alu-Grillschalen geben. Bei mittlerer Hitze 15–20 Minuten grillieren. Spiesse leicht salzen, gut pfeffern. Beidseitig je ca. 5 Minuten grillieren, auf Gemüse anrichten. Kräuterbutter daraufgeben. Zubereitungszeit ca. 25 Minuten + 25–30 Minuten grillieren
Pro Person ca. 33 g Eiweiss, 24 g Fett, 12 g Kohlenhydrate, 1650 kJ/400 kcal
Marinade: 5 grosse Knoblauchzehen 2 EL Erdnussöl 400 g gehackte Tomaten aus der Dose 0,5 dl Apfelessig 2 EL Sojasauce 2 EL Honig 1 TL Salz ½ TL Chiliflocken ½ TL Ingwerpulver nach Belieben Zubereitung
1. Für die Marinade Knoblauchzehen im Öl goldgelb andünsten. Restliche Zutaten beigeben. Sauce 20–30 Minuten einkochen lassen, bis sie etwas dicker wird. Mit einem Stabmixer pürieren und auskühlen lassen.
Zubereitung
1. Thymian und Rosmarin hacken. Chili nach Belieben entkernen und fein schneiden. Mit Bier, Senf, Curry, Ketchup und Zucker verrühren. Spareribs damit bestreichen und 15 Minuten marinieren. 2. Grill auf ca. 180 °C vorheizen. Ribs bei kleiner Hitze zugedeckt ca. 45 Minuten rundum grillieren. Dazu passt Kartoffelsalat.
2. Braten auf eine Platte legen und dick mit Marinade bestreichen. Im Kühlschrank zugedeckt mindestens 12 Stunden marinieren.
Zubereitungszeit ca. 15 Minuten + ca. 15 Minuten ziehen lassen + ca. 45 Minuten grillieren
3. Grill auf ca. 250 °C vorheizen. Marinade vom Braten abstreifen, Marinade aufheben. Braten auf dem Grill rundum ca. 20 Minuten anbraten. Grilltemperatur auf ca. 170 °C abfallen lassen. Fleisch wieder mit Marinade bestreichen. Zugedeckt ca. 60 Minuten grillieren, bis es eine Kerntemperatur von ca. 70 °C erreicht hat. Dabei ab und zu mit Marinade bestreichen. Fleisch vor dem Tranchieren auf dem ausgeschalteten Grill ca. 10 Minuten ziehen lassen.
Pro Person ca. 40 g Eiweiss, 25 g Fett, 8 g Kohlenhydrate, 1700 kJ/400 kcal
Zubereitungszeit ca. 20 Minuten + ca. 12 Stunden marinieren + ca. 80 Minuten grillieren
Pro Person bei 7 Personen ca. 35 g Eiweiss, 18 g Fett, 7 g Kohlenhydrate, 1400 kJ/330 kcal
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Duo-Pack
40%
11.80 statt 19.80
ASC Atlantik Rauchlachs Zucht aus Norwegen, 330 g
30%
7.70 statt 11.10
M-Classic ASC Forellenfilet im 3er-Pack Zucht aus Dänemark, 3 x 125 g
* Erhältlich in grösseren Migros-Filialen. Genossenschaft Migros Basel ANGEBOTE GELTEN NUR VOM 6.9. BIS 12.9.2016, SOLANGE VORRAT
30%
4.90 statt 7.–
M-Classic Trutenbrust hauchdünn geschnitten im Duo-Pack Frankreich/Brasilien, 2 x 144 g
ufen. 3er-Pack
33%
33%
1.30 statt 1.95
15.– statt 22.60
M-Classic Schweinsragout Schweiz, per 100 g
Duo-Pack
20%
Cornatur im Duo-Pack z.B. Vegetable Burger, 2 x 240 g, 7.20 statt 9.–
30%
8.20 statt 11.85
M-Classic Schweinswürstli im 3er-Pack Schweiz, 3 x 2 Paar, 600 g
Optigal Pouletgeschnetzeltes im 3er-Pack Schweiz, 3 x 222 g
20%
2.70 statt 3.40
M-Classic Kaninchenschenkel Ungarn, per 100 g
20%
1.85 statt 2.35
Fleischkäse-Cordon-bleu paniert Schweiz, per 100 g
20%
7.50 statt 9.50
Optigal Poulethackfleisch Schweiz, 500 g
25%
4.30 statt 5.80
Broccoli Schweiz, per kg
20%
13.50 statt 16.90
Fairtrade Hochlandrosen, Bund, 9 Stück erhältlich in verschiedenen Farben, Stiellänge 50 cm, z.B. pink
25%
2.80 statt 3.80
Lauch grün «Aus der Region.» per kg
25%
2.80 statt 3.80
Äpfel Gravensteiner Schweiz, per kg
20%
7.90 statt 9.90
Chrysanthemen Garden Mums im 19-cm-Topf erhältlich in verschiedenen Farben, z.B. orange
33%
9.90 statt 14.90
25%
2.80 statt 3.80
Papayas M-Classic Strauss Surprise Midi in verschiedenen Zusammensetzungen, pro Strauss Brasilien/Jamaika, pro Stück
Genossenschaft Migros Basel ANGEBOTE GELTEN NUR VOM 6.9. BIS 12.9.2016, SOLANGE VORRAT
Hit
25%
6.40 statt 8.80
4.20
Bohnen Schweiz, per kg
Anna’s Best Herbstsalat 250 g + 20% mehr Inhalt, 300 g
3er-Pack
30%
1.95 statt 2.80
Kiwis Neuseeland, Schale, 500 g
25%
5.60 statt 7.50
Extra Himbeeren Portugal, Schale, 250 g
20%
4.30 statt 5.40
Galbani Mozzarella im 3er-Pack 3 x 150 g
20%
2.05 statt 2.60
Berner Alpkäse per 100 g
20%
1.75 statt 2.20
Le Jura «Aus der Region.» per 100 g
Sparen leicht gem 20%
Alle Crèmeschnitten z.B. M-Classic, 2 Stück, 2 x 110 g, 2.30 statt 2.90
M-Tipp SÜSSES TRAUMPAAR Was schmeckt noch besser, als Läckerli zwischendurch zu knabbern? Diese zum Kaffee mit Vanilleglace und caramelisierten Nüssen zu geniessen. Das Traumduo krönt Kaffeekränzchen und Mehrgangmenüs. Die Zutaten finden Sie in Ihrer Migros, das Rezept unter www.saison.ch/de/m-tipp
Hit
12.70
Feinste Leckerli 1.5 kg
20%
Gesamtes Starbucks Sortiment z.B. Cappuccino, 220 ml, 1.65 statt 2.10
Duo-Pack 3er-Pack
30%
M-Classic Tortelloni im 3er-Pack z.B. mit Fleisch, 3 x 250 g, 8.10 statt 11.70
40%
16.80 statt 28.–
Swiss-Style Fondue Moitié-Moitié im Duo-Pack 2 x 800 g
ANGEBOTE GELTEN NUR VOM 6.9. BIS 12.9.2016, SOLANGE VORRAT
–.20
günstiger Die Butter 250 g, 2.75 statt 2.95
macht. 3er-Pack
33%
–.40
günstiger
5.70 statt 8.55
M-Classic-Mini-Sandwiches, -Weggli oder -Mini-Butterweggli, TerraSuisse abgepackt, z.B. Mini-Sandwiches, 300 g, 1.90 statt 2.30
ChocMidor Konfektwaffeln im 3er-Pack Classico, Noir und Diplomat, z.B. Classico, 3 x 165 g
Duo-Pack
20%
3.35 statt 4.20
M-Classic Magdalenas im Duo-Pack Citron und Marmor, z.B. Marmor, 2 x 225 g
Duo-Pack
25%
Alle Favorit Konfitüren im Duo-Pack Erdbeere/Aprikose, Erdbeere/Himbeere und Kirschen/Aprikosen, z.B. Erdbeere/Aprikosen, 2 x 350 g, 5.40 statt 7.20
20%
Alle Midor Biscuits im Beutel (ohne Tradition), z.B. Choco-Schümli, 175 g, 1.80 statt 2.30
ab 2 Stück
20%
Gesamtes Yogi Tea Sortiment, Bio ab 2 Stück, 20% günstiger
20%
Alle Feinkristallzucker 1 kg z.B. Cristal, –.80 statt 1.–
Duo-Pack
30%
Pelican Filets Gourmet à la Provençale, MSC, im Duo-Pack tiefgekühlt, 2 x 400 g, 10.05 statt 14.40
30%
Alle Kult Ice Teas PET im 6er-Pack, 6 x 1 Liter* z.B. Zitrone, 5.45 statt 7.80
40%
14.55 statt 24.30
Pelican Crevetten Tail-on, ASC tiefgekühlt, 750 g
Hit
7.45
M-Classic Eierteigwaren, Tragtasche assortiert 3.5 kg
20%
Gesamtes Pancho Villa Sortiment z.B. Soft Tortillas, 326 g, 3.65 statt 4.60
*Erhältlich in grösseren Migros-Filialen. ANGEBOTE GELTEN NUR VOM 6.9. BIS 12.9.2016, SOLANGE VORRAT
20%
Alle Oliven in Beuteln, Gläsern und Dosen (ohne Alnatura), z.B. Spanische Hojiblanca, 150 g, 1.85 statt 2.35
Duo-Pack
30%
J. Bank’s Frühlingsrollen im Duo-Pack tiefgekühlt, mit Gemüse oder Poulet, z.B. mit Poulet, 2 x 6 Stück, 740 g, 9.80 statt 14.–
20%
Alle Party Nüsse z.B. Nussmischung geröstet und gesalzen, 200 g, 2.15 statt 2.70
50%
Alle Cucina & Tavola Trinkglas-Serien z.B. Classico Rosso, 3 x 32 cl, 4.90 statt 9.80, gültig bis 19.9.2016
50%
Alle Cucina & Tavola Küchen- und Tischtextilien z.B. Küchentücher Karo und Streifen grün im 2er-Set, 4.90 statt 9.80, gültig bis 19.9.2016
20%
Gesamtes M-Plast Sortiment z.B. wasserabweisende Pflaster, assortiert, Packung, 24 Stück, 1.90 statt 2.40, gültig bis 19.9.2016
5er-Pack
20%
Zweifel-Chips im XXL BigPack und -Joujoux im Duo-Pack z.B. Chips Paprika im XXL BigPack, 380 g, 5.95 statt 7.75
20x PUNKTE
Alle Hipp- und Milupa-Babynahrungs-Produkte (ohne Aptamil und Anfangsmilchen), z.B. Hipp Apfel-Pfirsich-Mango, Bio, 4 x 100 g, 2.95, gültig bis 19.9.2016
Hit
9.90
Kindersocken im 5er-Pack erhältlich in diversen Farbset-Varianten und Grössen, z.B. lila, Gr. 27–30, gültig bis 19.9.2016
20x PUNKTE
Gesamtes Candida Sortiment (ohne Mehrfachpackungen), z.B. Fresh-Gel Zahnpasta, 125 ml, 2.75, gültig bis 19.9.2016
20%
Kneipp Mandelblüten-Pflege, -Reinigung und -Shampoo (ohne Mehrfachpackungen), z.B. Handcreme, 75 ml, 5.50 statt 6.90, gültig bis 19.9.2016
5er-Pack Duo-Pack
20%
Listerine Mundspülungen im Duo-Pack z.B. Zahn- und Zahnfleischschutz, 2 x 500 ml, 8.30 statt 10.40, gültig bis 19.9.2016
Duo-Pack
15%
Elseve-Shampoo und -Spülung im Duo-Pack z.B. Color-Vive Shampoo, 2 x 250 ml, 6.– statt 7.10, gültig bis 19.9.2016
Hit
12.90
Ellen Amber Damensocken, Bio Cotton, im 5er-Pack erhältlich in Anthrazit, Beige oder Schwarz und diversen Grössen, z.B. anthrazit, Gr. 35–38, gültig bis 19.9.2016
3er-Pack
ab 2 Stück
50%
Gesamtes Elan Waschmittel-Sortiment ab 2 Stück, 50% günstiger
ANGEBOTE GELTEN NUR VOM 6.9. BIS 12.9.2016, SOLANGE VORRAT
Hit
9.90
John Adams Herren-Socken im 3er-Pack oder -Sneaker im 5er-Pack, Bio Cotton erhältlich in diversen Farben und Grössen, z.B. Socken im 3er-Pack, anthrazit, Gr. 43–46, gültig bis 19.9.2016
Weitere Angebote. Vacherin Fribourgeois mild, per 100 g, 1.50 statt 1.90 20%
Früchte und Gemüse
Anna’s Best Trutenpiccata Milanese, 400 g, 7.50 statt 9.40 20%
Blumen und Pflanzen Migros-Bio Karotten-Mix, Schweiz, per kg, 4.30 statt 5.80 25% Rucola «Aus der Region.», Schale, 100 g, 1.40 statt 1.90 25% Migros-Bio Eisbergsalat, Schweiz, pro Stück, 2.40 statt 3.20 25%
Fisch, Fleisch und Geflügel
Phalaenopsis, 3 Trieber, im 12-cmTopf, pro Pflanze, 14.70 statt 24.50 40%
Weitere Lebensmittel
Frey Tafelschokoladen, 100 g im 6er-Pack, UTZ, Milch-Nuss und Noir Special 72%, z.B. Milch-Nuss, 6 x 100 g, 7.75 statt 11.10 30%
Le petit Marseillais-Körperpflege, -Reinigung und -Deo im Duo-Pack, z.B. Sens.-Duschen Mandel, 2 x 400 ml, 8.40 statt 11.20 25%
Red Bull Standard im 24er-Pack, 24 x 250 ml, 27.70 statt 39.60 30%
Exelcat in Mehrfachpackungen, Nassbeutel, 24 x 100 g und 24 x 85 g sowie Snackies assortiert, 3 x 60 g, z.B. Nassbeutel SaucenSchmaus Fleisch, 24 x 100 g, 14.15 statt 17.70 20%
M-Classic Hülsenfrüchte in Dosen im 3er-Pack, Kichererbsen, Kidneyund Borlottibohnen, z.B. Kichererbsen, 3 x 250 g, 2.60 statt 3.30 20% Alle Finizza-Pizzen und -Baguettes, tiefgekühlt, z.B. Baguette Margherita, 220 g, 2.70 statt 3.40 20%
Basler Klöpfer «Aus der Region.», 1 Paar, 2 x 100 g, 2.20 statt 2.75 20% Kastanien mit Caramelsauce, 250 g, 4.50 statt 5.20 10%
Brot und Milchprodukte
Alle Energy Drink im 3er-Pack, 3 x 330 ml, z.B. Vanille, 2.60 statt 3.90 33%
Frey Schokolade-Kugeln im 750-gBeutel, UTZ, Milch extra, Giandor und assortiert, z.B. assortiert, 11.– statt 18.60 40% Mini Mentos Fruit, 525 g, 7.50 Hit Holi-Passionfruit, -Peach und -Green Apple, z.B. Passionfruit, 250 ml, 1.– 20x Punkte
20x PUNKTE
Gesamtes Wasa Sortiment, z.B. Original, 205 g, 1.35 statt 1.70 20% Alle Crunchy Clouds, UTZ, Haselnüsse, Mandelsplitter und Pistazien, z.B. Haselnüsse, 150 g, 4.70 statt 5.90 20% Eimalzin und Banago im Duo-Pack, z.B. Banago, Fairtrade, 2 x 600 g, 12.60 statt 15.80 20%
M-Classic Hackbraten zum Selberbacken, Schweiz, per kg, 9.50 statt 19.50 50%
Neuheiten
Honig im 550-g-Glas oder 500-gSqueezer, jedes –.60 günstiger, z.B. Blütenhonig feincremig, 550 g, 4.70 statt 5.30 Toffifee, 375 g, 5.60 statt 6.30 10% Cold Brew Coffee, 330 ml, Classic und Caramel, ab 2 Stück 50%
Near-/Non-Food
Skiny, Schiesser Women und Wonderbra Damenwäsche, z.B. Skiny Slip im Duo-Pack, weiss, Gr. 40, 17.90 Neu ** Migros-Bio, Fairtrade Joghurt, 180 g, –.80 Neu ** Anna’s Best Milchreis, 180 g, 3.20 Neu ** Anna’s Best Vegi Birchermüesli Erdbeere, vegan, 180 g, 3.40 Neu ** Migros-Bio Sternanis ganz, 34 g, 2.70 Neu ** Optigal Poulet-Piccata, tiefgekühlt, 280 g, 6.– Neu *,**
Alle M-Classic Salatsaucen fixfertig, ab 2 Stück 30%
Frey Truffes Vanilla Whisky, UTZ, Edition Limitée, 170 g, 10.80 Neu **
Subito Pasta im 3er-Pack, all’Arrabbiata, Funghi und Carbonara, z.B. all’Arrabbiata, 3 x160 g, 5.40 statt 8.10 33%
Frey Pralinen Rêves d’or Création d’hiver, UTZ, 113 g, 9.80 Neu **
Rot- und Weinsauerkraut im 3er-Pack, z.B. Rotkraut, 3 x 500 g, 3.90 statt 5.85 33%
Leonardo Farbwechseltasse You & Me, pro Stück, 16.80 Hit **
*Erhältlich in grösseren Migros-Filialen. **Gültig bis 19.9. Genossenschaft Migros Basel ANGEBOTE GELTEN NUR VOM 6.9. BIS 12.9.2016, SOLANGE VORRAT
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Mini-Cordon-bleu mit Raclettekäse* Schweiz, per 100 g
Mit Maroni-Crème und -Stücken.
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Anna’s Best Vegi Hummus-Curry 175 g
Laktosefreies Sais Birchermüesli für unterwegs.
on-
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Anna’s Best Birchermüesli 180 g
Aus Bio-Zutaten und GruyèreGeschmack.
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Anna’s Best Käsewähe Gruyère, Migros-Bio 200 g
Veganes Müesli mit frischen Himbeeren.
2.90
Anna’s Best Vegi Fruits’n’Oats Himbeere 180 g
Tischset und Küchenrolle in einem. Mehr Feuchtigkeit dank Avocado-Öl.
2.20
I am face Feuchtigkeitsmaske 2 x 7.5 ml
Hohe Saugkraft und Reissfestigkeit.
4.40
Twist Haushaltpapier Recycling Deluxe 4 Rollen
* Erhältlich in grösseren Migros-Filialen. Bei allen Angeboten sind M-Budget und bereits reduzierte Artikel ausgenommen. ANGEBOTE GELTEN NUR VOM 6.9. BIS 19.9.2016, SOLANGE VORRAT
2.95
Twist Dine & Clean 1 Rolle, 80 Tischsets/Blatt
MIGROS-WELT | MM36, 5.9.2016 | 71
Wissenswertes Hintergrund
Die beste Wahl ist Schweizer Fleisch aus nachhaltiger Produktion, zum Beispiel von TerraSuisse. Eine tiergerechte Zucht und Haltung, gesunde Tiere und hochwertiges Futter sind wichtige Voraussetzungen. Generell gehören alle Fleischarten in der Schweiz zu den meist kontrollierten Lebensmitteln und sind von bester Qualität.
Mehr Rezepte auf www.saison.ch
Säulifleisch einiges zu bieten. Es enthält hochwertiges Protein, das von unserem Körper besonders gut verwertet werden kann. Zudem ist Schweinefleisch ein wichtiger Lieferant von Vitamin B1, B6 und B12, Zink, Selen und dem Spurenelement Eisen. Dieses braucht der Körper für die Aufnahme und den Transport von Sauerstoff. Durch Vitamin-C-haltige Beilagen wird die Eisenaufnahme unterstützt. In Zusammenarbeit mit www.saison.ch
Contra Schwein: Forscher der Loma Linda University in Kalifornien fanden heraus, dass übermässiger Fleischund Wurstkonsum das Risiko erhöht, an Darmkrebs zu erkranken. Bereits Paracelsus betonte: «Allein die Dosis macht das Gift.»
5
4
1
6 8
2 * Branchenorganisation der Schweizer Fleischwirtschaft
Gesundheitlich hat
Mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von rund 25 Kilo pro Jahr ist Schweinefleisch gemäss Proviande* nach wie vor der erklärte Liebling der Nation. Die Auswahl an verschiedenen Fleischsorten ist gross.
Pro Schwein: Entgegen der allgemeinen Meinung ist aus ernährungswissenschaftlicher Sicht das Verhältnis von Fleisch und Fett optimal. Fast zwei Drittel des Fetts bestehen aus einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren.
Dem Schwein zu Ehren
findet im Herbst praktisch in allen Kantonen und in diversen Beizen die Metzgete statt. Auf grossen Platten gibt es alles, was das Schwein zu bieten hat: Blut- und Leberwürste, Schnörrli, Gnagis oder gekochte Öhrli, Koteletts, Leberli oder Säuligeschnetzeltes. Das Sankt-MartinsFest im Jura startet traditionellerweise mit einer klaren Bouillon vom Schwein und endet mit einem saftigen Braten. Dazwischen gibt es Schwartenmagen, Würste und Innereien.
Liebling der Nation
7 9
3
Stücke vom Hals sind saftig und eignen sich für Schmorgerichte und zum Grillieren. Aus dem Schulterstück 2 macht man Braten, Voressen oder auch geräucherten Vorderschinken. Wädli werden längs 3 geschnitten, gepökelt und gekocht. 1
4
Koteletts bindet man zur
Krone, sie werden als Rippli geräuchert oder einzeln gebraten. Das Nierstück liefert zartes 5 Fleisch für Saltimbocca oder Rahmschnitzel. Die Huft befindet sich im 6 hinteren Teil des Rückens Das zarte Fleisch wird gern als Huftdeckel am Stück gebraten.
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Code 80061246
Rund um Schweinefleisch
Das Brustfleisch ist stark
7
durchzogen und eignet sich wunderbar als Füllung und zum Grillieren. Aus dem Stotzen sind Bein8 schinken, Saftplätzli, Braten und Geschnetzeltes beliebt. Haxen schmecken ähnlich 9 fein wie Ossobuco, wenn man sie lange schmoren lässt.
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Rechnungsadresse
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72 | MM36, 5.9.2016 | MIGROS-WELT
Aus der Region. Für die Region.
Regional produziert, genüsslich verspeist Die Köstlichkeiten, die unter dem Label «Aus der Region. Für die Region.» produziert werden, passen zur modernen Ernährung genauso wie zur guten alten Tradition. Regionale Produkte einkaufen und nach internationalen Rezepten geniessen – ein Konzept, das immer mehr Anhänger findet. Text: Claudia Schmidt
Gefüllte Zucchetti mit Linsen Hauptgericht für 4 Personen 160 g grüne Linsen 4 Zucchetti à ca. 250 g ½ Zwiebel 2 EL Olivenöl ½ Bund gemischte Kräuter, z.B. Petersilie und Oregano Salz, Cayennepfeffer 300 g Frischkäse 4 EL Paniermehl 2 dl Gemüsebouillon
1. Linsen ca. 20 Minuten in reichlich Wasser bissfest garen, abgiessen und abtropfen lassen. Zucchetti längs halbieren, mit einem Kugelausstecher das Innere der Zucchetti herausschneiden, fein hacken. Zwiebel fein hacken. Öl erhitzen, gehackte Zucchetti und Zwiebeln im Öl anbraten. Kräuter hacken, mit den Linsen beigeben. Pfanne vom Herd nehmen. Masse mit Salz und Cayennepfeffer abschmecken. 2. Backofen auf 220 °C vorheizen. Frischkäse in die Zucchettihälften streichen. Linsenmasse darauf verteilen. Paniermehl darüberstreuen. Zucchettihälften auf ein Blech oder in eine Form geben und mit Bouillon umgiessen. In der Ofenmitte ca. 30 Minuten backen. Zubereitungszeit ca. 20 Minuten + ca. 20 Minuten garen + ca. 30 Minuten backen
Pro Person ca. 24 g Eiweiss, 30 g Fett, 34 g Kohlenhydrate, 2100 kJ/500 kcal
Bilder: Claudia Linsi (Food), Marvin Zilm (Porträts) Illustrationen: Flavia Travaglini Rezepte: Annina Ciocco
Zubereitung
MIGROS-WELT | MM36, 5.9.2016 | 73
Migros-Genossenschaft Genf
Linsenliebe So mancher ist erstaunt, wenn er auf der Verpackung der grünen Linsen von Hansruedi Roder (Bild) das Label «Aus der Region. Für die Region.» entdeckt: Linsen aus der Gegend um Genf? Aber ja! Der Landwirt baut die besonders bei Vegetariern und Veganern beliebten Hülsenfrüchte schon seit vielen Jahren an. Aufgrund ihres hohen Eiweissgehalts sind die grünen Linsen besonders bei fleischloser Ernährung sehr wertvoll. Punkten können sie auch mit ihrem nussigen Geschmack. Hansruedi Roder findet, dass seine Produkte sich perfekt ergänzen, denn mit Leinöl und Kichererbsen stellt er auf seinem Hof weitere Produkte für ernährungsbewusste Geniesser her. Die Linsen wachsen auf Roders Feldern bei Versoix. In einem aufwendigen Verfahren werden sie getrocknet und gesiebt. Nach dem Abfüllen gelangen sie vom Hof direkt zur Migros Genf. Da die Hülsenfrüchte in der Region angebaut und verpackt werden, gibt es für die unabhängigen Kontrolleure der interkantonalen Zertifizierungsstelle OIC gar nicht so viel zu tun – ein «Aus der Region. Für die Region.»-Produkt, wie es im Buche steht. Hansruedi Roder freut sich, dass seine Linsen auch bei jungen Leuten begehrt sind: «Die Linse ist nicht nur ein guter Fleischersatz, sie passt auch gut zu Fisch und Fleisch. MM
Grüne Linsen, 500 g, Fr. 4.90 Erhältlich in den Filialen der MigrosGenossen schaft Genf
Zahlen & Fakten
Hätten Sie gewusst ... … dass die Migros Genf rund 3400 Mitarbei tende beschäftigt? … dass 111 Produzenten für die Migros Genf Lebensmittel herstel len, die das Label «Aus der Region. Für die Region.» tragen? Mehr Infos auf www.ausderregion.ch
Dank jahrzehntelangem Engagement finden Sie heute rund 8000 Produkte von regionalen Produzenten in Ihrer Migros. In Zusammenarbeit mit www.saison.ch
74 | MM36, 5.9.2016 | MIGROS-WELT
Forellenfilets mit Nuss-Apfel-Relish Hauptgericht für 4 Personen 1 kg Karotten 40 g Butter 1 TL Vanillezucker Salz, Pfeffer 6 EL gemischte Nüsse, z.B. Baum- und Haselnüsse 1 Zwiebel 2 säuerliche Äpfel, z.B. Braeburn 4 EL Zitronensaft 2 EL Sonnenblumenöl 6 geräucherte Forellenfilets à ca. 80 g ½ Bund glattblättrige Petersilie Zubereitung
1. Karotten schälen, schräg in Scheiben schneiden. In wenig Wasser bissfest garen, dabei das Wasser fast verdampfen lassen. Karotten mit Butter, Vanillezucker, Salz und Pfeffer abschmecken. 2. Nüsse grob hacken, in einer Bratpfanne ohne Fett leicht rösten. Zwiebel fein hacken. Äpfel unge schält dazureiben. Mit Zitronensaft beträufeln. Mit Nüssen und Öl mischen. Petersilienblätter hacken und dazugeben. 3. Relish mit Salz und Pfeffer abschmecken. Mit den Forellen filets und den Karotten anrichten. Zubereitungszeit ca. 25 Minuten
Pro Person ca. 31 g Eiweiss, 28 g Fett, 28 g Kohlenhydrate, 2050 kJ/490 kcal
MIGROS-WELT | MM36, 5.9.2016 | 75
Forellenfilet, per 100 g, aktueller Tagespreis Erhältlich in den Filialen der Migros-Genossenschaft Neuenburg-Freiburg
Zahlen & Fakten
Hätten Sie gewusst ... … dass die Migros Neuenburg-Freiburg von über 150 Produzenten beliefert wird, die Produkte für das Label «Aus der Region. Für die Region.» herstellen? Migros-Genossenschaft Neuenburg-Freiburg
Eine Passion für Fisch Die Wolfs sind eine echte Fischer familie. Alle ihre Mitglieder sind gern mit dem Schiff auf dem Neuenburger see unterwegs, vor allem aber müssen die Forellen aus der Zucht in Neirivue FR verarbeitet werden: Paloma und Philippe Wolf (Bild) kümmern sich um die Fische, die jeden Morgen früh und frisch aus den Teichen im Gruyère ankommen. Die Forellen werden in Chevroux am Neuenburgersee zunächst filetiert, danach ganz klassisch im Buchen rauch geräuchert: «Wir räuchern die Forellenfilets hier nach traditio nellem Rezept», erklärt Paloma Wolf. So verwendet sie zum Würzen nur Salz. Selbst das Holz dafür stammt teilweise aus der Region Neuenburg Freiburg. Für die unabhängige interkanto nale Zertifizierungsstelle OIC ein klarer Fall: Die Forellenzucht ist regional, und die Fische werden auch in der Region weiterverarbeitet. Die geräucherten Forellenfilets dür fen also das Label «Aus der Region. Für die Region.» tragen. MM
… dass viele Produzenten der Migros Neuenburg-Freiburg ihre Produkte tagesfrisch an die Migros liefern? Mehr Infos auf www.ausderregion.ch
Dank jahrzehntelangem Engagement finden Sie heute rund 8000 Produkte von regionalen Produzenten in Ihrer Migros.
76 | MM36, 5.9.2016 | MIGROS-WELT
Ribelmais mit Spinat und Gorgonzola Hauptgericht für 4 Personen 2 EL Olivenöl
2 7 dl 7 dl 250 g 200 g
400 g
Knoblauchzehen Gemüsebouillon Milch Ribelmais Gorgonzola Salz, Pfeffer Spinat
Zubereitung
1. Öl in einer grossen Pfanne erhit zen. Knoblauch dazupressen, kurz dünsten. Bouillon und Milch dazu geben und aufkochen. Ribelmais beigeben. Unter häufigem Rühren bei kleiner Hitze ca. 30 Minuten köcheln lassen. 2. Gorgonzola in Stücke schneiden. Gut die Hälfte des Gorgonzolas zum Ribelmais mischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Ca. 10 Minuten ziehen lassen. Einige Spinatblätter beiseite stellen. Restlichen Spinat zum Ribelmais mischen. 3. Mit den beiseitegestellten Spinatblättern und dem restlichen Gorgonzola servieren. Zubereitungszeit ca. 15 Minuten + ca. 30 Minuten köcheln lassen + ca. 10 Minuten ziehen lassen
Pro Person ca. 24 g Eiweiss, 28 g Fett, 56 g Kohlenhydrate, 2400 kJ/570 kcal
MIGROS-WELT | MM36, 5.9.2016 | 77
Rheintaler Ribelmais, 500 g, Fr. 2.30 Erhältlich in den Filialen der Migros-Genossenschaft Ostschweiz
Zahlen & Fakten
Hätten Sie gewusst ... Migros-Genossenschaft Ostschweiz
Bewahrte Tradition Der Rheintaler Ribel wurde schon im 17. Jahrhundert angebaut und war lange Zeit ein Grundnahrungsmittel. Viele Familien bauten den Mais an und trockneten die reifen Kolben selbst. Nach dem Zweiten Weltkrieg und mit steigendem Wohlstand verzehrte man immer weniger von dem einst allgegenwärtigen Mais. Erst Ende der 90er-Jahre besann man sich auf die alte Tradition, denn Ribelmais ist so vielfältig wie Polenta: Damit lassen sich sowohl währschafte als auch süsse Gerichte zubereiten. «Wir geniessen den Ribelmais in vielen Varianten: als Chips, Guetsli, Wähe und traditionell als Ribel,» sagen Ramona und Bruno Sonder egger (Bild) unisono. Die beiden bauen die traditionelle Maissorte bei St. Margrethen SG an. Im Vergleich zu den modernen Sorten wächst der Ribelmais uneinheitlicher, die Pflanzen erreichen beispielsweise nicht alle die gleiche Höhe. Die unabhängige Zertifizierungsstelle ProCert braucht keinen allzu grossen Aufwand zu betreiben: Der Mais wird nicht nur in der Region angebaut, sondern auch in einer regionalen Mühle zu Ribel verarbeitet. Und da die Menschen den Ribel wieder fleissig verwenden, entwickelt sich die Sorte weiter. MM
… dass es in der Migros Ostschweiz sogar Lammfleisch mit dem regionalen Label gibt? … dass die Migros Ostschweiz auch verschiedene Sirupspezialitäten mit dem Label «Aus der Region. Für die Region.» anbietet? Mehr Infos auf www.ausderregion.ch
Dank jahrzehntelangem Engagement finden Sie heute rund 8000 Produkte von regionalen Produzenten in Ihrer Migros.
78 | MM36, 5.9.2016 | MIGROS-WELT
Brot des Monats
Aus drei mach eins Wer im Sortiment der Migros-Hausbäckereien nach einem ballaststoffreichen Weizenbrot Ausschau hält, entdeckt in diesen Tagen mit dem Wellnessbrot eine besondere Spezialität. Text: Jacqueline Vinzelberg
Schon sein Aussehen macht das Wellnessbrot zu etwas Aussergewöhnlichem, denn es wird in drei Teilen geformt und vor dem Backen zusammen gefügt. Natürlich von Hand, denn in den Haus bäckereien der MigrosFilialen ist traditionelles Handwerk das Tagesgeschäft der Bäcker. Mehr mals am Tag kommen die Brote frisch gebacken aus dem Ofen noch warm ins Regal und sind so bis zum Ladenschluss duftend und knusprig erhältlich. Das luftige Wellnessbrot passt ausgezeichnet zur leichten und unkomplizierten Küche. Mit einem fruchtigen SpinatMangoSalat wird daraus im Handumdrehen eine kleine Mahlzeit. www.migros.ch/brot
Spinat-Mango-Salat mit Asiadressing Zutaten für 4 Personen 1 Bund Frühlingszwiebeln 1 Mango à ca. 450 g 150 g gelbe Cherrytomaten 120 g Jungspinat 1 Bund Koriander Dressing 1 Chilischote 1 cm Ingwer 1 EL Sojasauce 2 EL Limettensaft 4 EL Sonnenblumenöl 1 TL Zucker 1 TL Sesamöl
Zubereitung
1. Für das Dressing Chilischote halbieren, entkernen und fein hacken. Ingwer fein reiben. Beides mit restlichen Zutaten verrühren. 2. Frühlingszwiebeln schräg in feine Streifen schneiden. Mango schälen, in Würfel schneiden. Tomaten halbieren. Alles mit dem Spinat anrichten. Mit Dressing beträufeln. Koriander darüberzupfen. Dazu passt Wellnessbrot. Zubereitungszeit ca. 15 Minuten
Pro Person ca. 3 g Eiweiss, 13 g Fett, 18 g Kohlenhydrate, 850 kJ/210 kcal
MIGROS-WELT | MM36, 5.9.2016 | 79
Serie Warm und knusprig aus der Hausbäckerei Aktuell im September: Wellnessbrot
Der Hausbäcker empfiehlt
«Ich mag das Wellnessbrot gern mit einem feinen Aufstrich oder zum Salat» Reto Strebel (30), Bäcker in der Hausbäckerei der Migros-Filiale Tivoli, Spreitenbach AG
Bilder: Veronika Studer (Food); Gäetan Bally (Porträt) Rezept: Regula Brodbeck
Mit nussigem Aroma Das Wellnessbrot ist ein Weizenbrot mit Soja. Den besonderen Pfiff erhält es durch die Bestreuung mit Sojasamen und Sesam. Die Zugabe von Haferkleie macht es besonders reich an Ballaststoffen. Daraus resultiert auch sein herber Kleiegeschmack und sein nussiges Aroma. Charakteristisch für das Wellnessbrot ist sein leichtes und luftiges Inneres. Es eignet sich als knuspriger Begleiter zu Salat oder Käse und schmeckt auch als Sandwich belegt.
Vorzugsweise geniesst man das Wellnessbrot frisch. Für die Aufbewahrung empfiehlt sich ein Baumwoll- oder Papiersack.
Die M-Industrie stellt viele beliebte Migros-Produkte her. Dazu gehört auch das Brot. Rezept www.saison.ch
Wellnessbrot, 400 g Fr. 3.30 Erhältlich in allen grösseren Migros-Filialen mit Hausbäckerei, ausser im Tessin
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MIGROS-WELT | MM36, 5.9.2016 | 81
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Apfel- und Käsewähen zählen zu den beliebtesten Sorten.
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Mit verschiedenen süssen und salzigen Sorten bietet Anna’s Best eine reiche Auswahl an Wähen. Je nach Region heisst das Traditionsgebäck Wäye, Dünne oder Flade. Als Neuheit ergänzt die Käsewähe mit Gruyère in Migros-Bio-Qualität das Sortiment. Mit Ausnahme der Kirschen stammen jetzt übrigens alle Früchte für die Anna’s-Best-Wähen aus der Schweiz. Die Wähen werden von Hand belegt, gebacken, verpackt und noch am Tag der Herstellung in die Filialen geliefert.
...Freitag
Bild und Styling: Claudia Linsi
In Schweizer Haushalten war
Freitag der traditionelle Brot backtag. Der übriggebliebene Teig wurde für die Wähen flach ausgewallt und mit dem belegt, was an Süssem oder Salzigem gerade zur Hand war. In den Obstanbaugebieten des Mittellands waren dies Früchte, in den alpinen Regionen mit Milchwirtschaft vornehmlich Käse und «Nidel» (dicker Rahm).
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MIGROS-WELT | MM36, 5.9.2016 | 83
M-Classic
Sonntagsglück
Bild: Christine Benz; Styling: Vera Guala
Gut gewappnet für einen spontanen Brunch: Die Frischbackbrote lassen sich auch tiefkühlen.
Nichts geht über ein ausgie biges Sonntagsfrühstück mit ofenwarmen Broten. Die Frischbackbrote von MClassic lassen an Vielfalt kaum Wün sche offen. Sie sind einige Tage lang im Kühlschrank haltbar und in kürzester Zeit knusprig aufgebacken. Viele Backwaren wie Zopf und Weggli werden aus Schweizer Mehl in Terra SuisseQualität hergestellt.
MClassic TerraSuisse Butterweggli, 300 g Fr. 2.85 In grösseren Filialen
MClassic Buttergipfel, 210 g Fr. 3.–
MClassic Brötchen mit Vollkornmehl, 270 g Fr. 2.50 In grösseren Filialen
MClassic TerraSuisse Butterzopf, 400 g Fr. 3.15
Die MIndustrie stellt viele MigrosProdukte her. Dazu gehören auch die gekühlten Frischbackwaren von MClassic.
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Wichtiger Hinweis: Stillen ist ideal für Ihr Kind. Die WHO empfiehlt ausschliessliches Stillen während der ersten 6 Monate. Informieren Sie sich beim Fachpersonal des Gesundheitswesens, falls Ihr Kind eine Zusatznahrung benötigt oder wenn Sie nicht stillen.
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Seit mehr als 90 Jahren kümmert sich Milupa um die Ernährung von kleinen BabyBäuchlein. Basierend auf dieser Erfahrung stellt Milupa die neue Generation Milumil Nutrimix Folgemilch vor. Dies ist die erste und einzige Folgemilch, die mit einem bewährten Milchfermentationsprozess hergestellt wurde und unsere patentierte Ballaststoffmischung (GOS/ FOS*) enthält.
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MIGROS-WELT | MM36, 5.9.2016 | 85
Favorit
Anders gesüsst, mehr Geschmack Die neuen Favorit-Fruchtaufstriche der Linie «les intenses» sind statt mit Kristallzucker mit Agavendicksaft oder Akazienhonig gesüsst. Diese verleihen den Brotaufstrichen eine angenehme Süsse und unterstreichen den natürlichen Geschmack der Früchte.
Favorit les intenses Himbeere (mit Agavendicksaft), 185 g Fr. 2.35
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Aktion 20-fache Cumulus-Punkte für die Fruchtaufstriche Favorit les intenses bis 12. 9.
Bild und Styling: Claudia Linsi
Schon gewusst? Die Fruchtaufstriche von Favorit sind mit alternativen Süssungsmitteln gesüsst und somit keine Konfitüren. Gemäss offizieller Definition bestehen Konfitüren aus Früchten, die mit Zucker beziehungsweise Zuckerarten eingekocht werden.
Favorit les intenses Erdbeere (mit Akazienhonig), 230 g* Fr. 3.30
Favorit les intenses Aprikose-Pfirsich (mit Akazienhonig), 230 g* Fr. 3.30 * in grösseren Filialen
Die M-Industrie stellt viele Migros-Produkte her. Dazu gehören auch die Fruchtaufstriche von Favorit.
86 | MM36, 5.9.2016 | MIGROS-WELT
Wildspezialitäten
Jetzt wirds wild Wer Wildfleisch nur aus dem Comic «Asterix» kennt, tut gut daran, das schmackhafte und fettarme Fleisch selbst einmal auszuprobieren. Die Migros führt eine grosse Auswahl verschiedener Spezialitäten. Text: Sonja Leissing
Bilder: Studio Kiba
Marroni in Caramelsauce, 250 g Aktueller Tagespreis
Rehpfeffer, 350 g/600 g Aktueller Tagespreis
Hirschpfeffer mit Pilzen, 350 g/600 g Aktueller Tagespreis
MIGROS-WELT | MM36, 5.9.2016 | 87
Tipps
Rund um Wildfleisch Pfeffer vom Wild:
Schulter-, Hals- und Schenkelfleisch sind eine gute Empfehlung für Reh-, Wildschwein- und Hirschpfeffer. Dazu legt man es mit Gemüse und Gewürzen drei bis zehn Tage lang in eine Rotweinbeize ein und lässt es dann schön weich schmoren. Für eilige Köche gibt es Hirsch- und Rehpfeffer fixfertig zu kaufen.
Die Platte mit Rohschinken, Salsiz und Trockenfleisch vom Wild passt gut zum Zvieri oder zum Café complet.
Hirsch und Reh: Schnitzel, Entrecôtes, Hüftli und Geschnetzeltes von Hirsch und Reh sind die beste Wahl zum Kurzbraten. Tipp: Das Fleisch mit zerstossenen Wacholderbeeren, Sternanis und Nelken bestreuen, dann mit etwas Olivenöl beträufeln und 30 Minuten kühl stellen.
Beilagen: Für Wildgerichte sind Marroni, Spätzli, Rotkabis, Eierschwämmli sowie gedämpfter Rosenkohl ideale Begleiter, die allesamt fixfertig in der Migros erhältlich sind. Charcuterie: Rohschinken vom Wildschwein, Hirschsalsiz, Hirschtrockenfleisch und Salami vom Wild empfehlen sich zum Rohessen. Sie eignen sich aber auch für warme Gerichte, und zwar fein geschnitten in Füllungen oder als Suppeneinlage.
Hirschtrockenfleisch, Neuseeland, per 100 g* Aktion Fr. 7.75 statt 9.70**
Wildschwein Rohschinken, Österreich, per 100 g* Aktion Fr. 7.80 statt 9.80** * in grösseren Filialen
Wild-Hirsch Salsiz, Schweiz/Neuseeland, per 100 g* Aktion Fr. 4.15 statt 5.20** ** vom 6. bis 12. 9.
Wildplatte, Schweiz, Neuseeland, Österreich, per 100 g* Aktion Fr. 6.60 statt 8.30**
Gut zu wissen: Wildfleisch ist generell fettarm und wird daher gern in der Diätküche verwendet. Es zählt zudem zu den wertvollsten Eisenquellen. Für Frauen also, die an Eisenmangel leiden, wäre hin und wieder etwas «Wildes» auf dem Teller eine gute Abwechslung.
88 | MM36, 5.9.2016 | MIGROS-WELT
S
Die Sennhausers vom Birkenhof repräsentieren die moderne Bauernfamilie: (v.l.) Lara (13), Julia (9), Franz senior (69), Helen (64), Franco (8), Franz junior (40), Aline (11) und Petra (39) mit Hund Amira (5).
Farmmania
Keine Zeit für Langeweile
Kinder sammeln mit Begeisterung die Farmmania-Elemente und entdecken dabei auf spielerische Weise das Leben auf einem Bauernhof. Wie sich dieses in der Realität gestaltet, zeigt ein Besuch bei der Landwirtsfamilie Sennhauser auf dem Birkenhof in Bazenheid SG. Text: Claudia Schmidt
Bilder: Daniel Ammann, Heiko Hoffmann
tolze 33 Hektar Nutzfläche und 30 Hektar Wald – das sind gut 88 Fussballfelder – halten die Familie auf dem Birkenhof auf Trab. Das Melken der Kühe erlaubt keinen Aufschub, und die Hühner wollen versorgt sein. Die Familie Sennhauser hat einen arbeits intensiven Betrieb, sodass es nicht leicht ist, alle für ein Foto zusammenzutrommeln: Ackerbau mit Gerste und Raps, Obstbäume für die Mostherstellung, Milchwirtschaft, Hühner für die Pouletfleischproduktion. Zudem gibt es noch Pferde, die auf dem Hof in Pension stehen. Franz Sennhauser (40) erledigt ausserdem externe Aufträge mit landwirtschaftlichen Maschinen. «Ein Hof bedeutet heute mehr als nur Heuen und Melken», sagt Sennhauser, der sich selbst weniger als Bauer im traditio nellen Sinn, sondern eher als «HofManager» bezeichnet. Seine Frau Petra kümmert sich nicht nur um die Kinder, sondern arbeitet in einem 30ProzentPensum als Lehrerin. Angesichts vier Kindern war sie froh, dass Grossmutter Helen (64) ebenfalls auf dem Hof lebte: «Sie war und ist unentbehrlich bei der Kinderbetreuung.» Auch Franz Senn hauser Senior (69) hilft dem Sohn ab und zu auf dem Hof, aber immer öfter geniesst er die gemeinsamen Ausflüge mit seiner Frau. Wenn die beiden zurückblicken, dann hat sich für sie durch den Einsatz moderner Maschinen viel verändert: «Das Heuen zum Beispiel geht heute viel schneller», erklärt Helen Sennhauser. Aber dafür müsse sich der Betrieb auch breiter aufstellen. Vielfältigkeit ermöglicht der grossen Familie das Leben auf dem Hof
«Nur mit 30 bis 40 Milchkühen und etwas Ackerbau ernährt man heute keine Familie mehr», sagt Franz Sennhauser. Auch sein Bruder Reto hat nach einer Maurerlehre Landwirt gelernt und wollte mit seiner Familie auf dem Hof arbeiten. «So kamen 2010 die Hühner für das MigrosLabel ‹Aus der Region. Für die Region.› hinzu. Um die kümmert sich Reto, denn er kennt sich am besten aus», betont Franz Sennhau ser. Reto lebt mit seiner Familie allerdings nicht im Birkenhof, sondern im Dorf, wo vor über 100 Jahren das alte Bauernhaus der Familie stand. «Zu viel Nähe ist nicht gut, denn wenn der eine sieht, dass der andere viel arbeitet, hat er gleich ein schlechtes Gewissen», sagt Franz schmunzelnd. Und die Kinder? Müssen die wie früher nach der Schule mit anpacken? Petra Senn hauser lacht: «Die Kinder ‹müssen› nicht mitarbeiten. Aber wenn sie gebraucht werden wie bei der Apfelernte oder für die Tiere, helfen sie freiwillig.» Da funktioniert die Grossfamilie einwandfrei. Und das gibt jedem das Gefühl, Teil eines grossen Ganzen zu sein. Teil einer echten Bauernfamilie. MM
MIGROS-WELT | MM36, 5.9.2016 | 89
Farmmania
Der Bauernhof zum Selbstentdecken Kartoffeln und Äpfel* vom Bauern kennt jedes Kind. Holzkiste und Milchkanne* sind unverzichtbare Utensilien auf einem Bauernhof.
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Freiberger Pferd* Die Pferde dieser Rasse stammen aus dem Hochplateau Freiberge im Jura. Sie werden zwischen 450 und 600 Kilogramm schwer.
* Ein Sachet erhalten Sie pro 20 Franken Einkauf in allen Migros-Filialen, Fachmärkten (nicht in den E-Shops), bei Obi, in den MigrosRestaurants, Take Aways sowie pro LilibiggsKindermenü und bei Le-Shop.ch. Pro Einkauf werden maximal zehn Sachets abgegeben, das entspricht einem Einkauf von 200 Franken. ** Der Bauernhof ist in allen Migros-Filialen für Fr. 9.80 erhältlich.
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MIGROS-WELT | MM36, 5.9.2016 | 91
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Stefan Brunner, welche sind die häufigsten Gelenkprobleme und was sind die Ursachen? Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen handelt es sich meist um überlastungsbedingte muskuläre Probleme. Ältere Patienten haben oft schon eine Abnutzung des Knorpels, also eine Arthrose. Ist es sinnvoll, bei Arthrose Grünlippmuschel-Extrakte einzunehmen? Schon in den 80er-Jahren wurden die ersten Erfolge in der konservativen Arthrosetherapie der Grünlippmuschel zugeschrieben. Seither ist sie Bestandteil dieser Therapie. Ihr werden entzündungshemmende und gelenkschmierende Eigenschaften nachgesagt.
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«Abnehmen kann auf die Gelenke schmerzlindernd wirken»
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Wie kann man Gelenkproblemen vorbeugen? Moderate Bewegung mit leichter Belastung hält die Gelenke beweglich. Zyklische Sportarten wie Schwimmen, Velofahren oder Langlauf eignen sich dazu gut. Ein weiterer Faktor ist das Gewicht. Gerade bei den Gelenken der unteren Extremitäten hat es einen direkten Einfluss auf die Beschwerden. Eine Gewichtsreduktion kann eine entscheidende schmerzlindernde Massnahme sein.
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MIGROS-WELT | MM36, 5.9.2016 | 93
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94 | MM36, 5.9.2016 | MIGROS-WELT
Haben Sie eine Frage?
Frage der Woche
Als Veganer stört es mich, dass Backwaren der Migros so oft Milch in irgendeiner Form enthalten. Warum ist das so?
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MIGROS-WELT | MM36, 5.9.2016 | 95
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96 | MM36, 5.9.2016 | MIGROS-WELT
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MIGROS-WELT | MM36, 5.9.2016 | 97
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Knigge reloaded
«Wo und wann ist das Mobiltelefon tabu?»
Richtig oder falsch?
In Schweizer Haus halten verbraucht eine Person täglich 142 Liter reines Trinkwasser.
Illustrationen: Andreas Klammt, Corina Vögele; Bild: Stefan Sulzer
Richtig! Der grösste Teil des verbrauchten Trinkwassers, nämlich rund ein Drittel, kommt für die Toilettenspülung zum Einsatz (42 Liter), gut ein Viertel für Duschen und Baden (37 Liter) und ein weiteres Viertel in Küche und Bad für Abwasch, Kochen, Putzen und Körperpflege (36 Liter). Rechnet man den Wasserverbrauch am Arbeitsplatz, in der Freizeit und in den Ferien dazu, steigt der tägliche Wasserverbrauch auf gut 163 Liter pro Person.
Philipp Tingler (44)
ist Autor und Philosoph und schreibt hier jede Woche über Phänomene des modernen Benehmens.
«Wenn Sie in einer konkreten Situation unsicher sind, ob es unmanierlich sei, das Mobiltelefon zu zücken, fragen Sie sich einfach: Wäre es unhöflich, wenn ich jetzt begänne, eine Zeitung zu lesen? Tabu für Mobiltelefone sind selbstverständlich Beerdigungen, private gesetzte Gesellschaften und das romantische Stelldichein (einzige Ausnahme: wenn man eine Fluchthilfe braucht) sowie kommerzielle Passagierflugzeuge. Auch wenn die Telefonbenutzung an Bord nun bei einigen Airlines erlaubt ist, so bleibt sie doch störend und ist höflicherweise auf ein absolutes Minimum zu reduzieren, was idealerweise bei null liegt. Und noch etwas: Ihr Mobiltelefon gehört im Restaurant nicht auf den Tisch. Und zwar aus demselben Grund, aus dem man keine Armbanduhr zur Abendgarderobe trägt: Weil man sich in Gesellschaft höflicherweise auf das Hier und Jetzt konzentriert.»
Darum gilt: Durchflussbegrenzer, sogenannte Wassersparer, an der Dusche und am Wasserhahn sowie wassersparende WC-Spülungen verwenden. Mit einem Durchflussbegrenzer lässt sich der Verbrauch um gut 50 Prozent senken, ohne den gewohnten Komfort einzuschränken.
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100 | MM36, 5.9.2016 | LEBEN
«Mein Ticket für die Pädagogische Hochschule.» Sandro Areggers kostbarstes Souvenir ist das Diplom der Sprachschule.
LEBEN | MM36, 5.9.2016 | 101
Familie
Sprachen lernen als Lebensschule Drei Wochen in einem Sprachgebiet bringen Jugendlichen nicht nur wichtige Sprachkenntnisse, sondern auch wertvolle Lebenserfahrung. Zwei Jugendliche erzählen, wie sie ihren Aufenthalt in Frankreich und Irland erlebt haben. Text: Claudia Weiss
S
andro Aregger überlegt kurz, dann legt er, ohne zu stocken, los: «J’ai fait mon stage à Montpellier.» Er lächelt und parliert entspannt auf Französisch weiter: «J’ai été chez une vieille femme d’accueil qui s’appelle Marie Charlaud. Elle cui sinait très bien.» Der Schüler der Fachmittelschule Kanton Zug (FMS Zug) genoss es, dass seine Gastmutter, eine ältere Dame, sehr gut kochen konnte. Sie servierte ihm und seinen drei Mitstudenten schmackhafte Crêpes mit Schinken und Käse oder knusprige franzö sische Croissants und vermittelte ihnen damit ein Stück französi scher Esskultur. «Vor allem wollte ich zu jeman dem, der viel mit mir spricht», sagt Sandro Aregger, «denn das ist der grösste Vorteil bei einem Sprach aufenthalt.» Und es hat offen sichtlich funktioniert: Der 19Jäh rige kann spontan ins Französische wechseln und von seinen Erlebnis sen erzählen, hie und da noch mit etwas eigenwilliger Grammatik, aber immer sicher und flüssig. Vor allem die «mots familiers» haben es ihm angetan, die Worte, die man nicht aus Schulbüchern lernt, sondern mit Gleichaltrigen im Ausgang. «So merkt man, dass eine Sprache auch wirklich Spass machen kann.» Für Frankreich hatte sich Sandro Aregger entschieden, weil
Bilder: Basil Stücheli
ihm Französisch – anfänglich ungeliebt – nach einem früheren Aufenthalt in Lausanne zu gefallen begann. Und weil er fand, Englisch könne er auch sonst viel einfacher üben. Er schmunzelt. «Ausserdem hat Montpellier 300 Sonnentage im Jahr und liegt in Meeresnähe, und ein Viertel aller Stadtbewoh ner sind Studenten.» Intensivkurse und Ferienfeeling
Das tönt fast mehr nach fröhlichen Ferien als nach intensivem Lernen. Sandro nickt. Aber nebst Ferien kleidern und Strandsachen hatte er Hefte und Schreibzeug in seinem Koffer dabei: Wochentags stand Französischunterricht auf dem Programm – ein Intensivkurs mit bis zu 28 Lektionen wöchent lich. Und weil in den Jugendkursen viele 13Jährige sitzen, hatte die Schule ihn in den Erwachsenen kurs gebucht. «Leute aus 70 Län dern kamen da zusammen», erzählt er. Geschäftsleute aller Nationen sassen mit ihm im Klassenzimmer, und seine älteste Mitstudentin war eine 84jährige Australierin, die endlich Franzö sisch lernen wollte. Faule Ferien waren das nicht. Aber die Erlebnisse ausserhalb der Schule gaben dem Schüler einen anderen Bezug: «Ich verbinde die Sprache jetzt auch mit Gerüchen, Bildern und Erlebnissen.» Sein kostbarstes Souvenir ist denn auch
Sprachaufenthalt
Das sollte man bedenken Planung
Grundsätzliche Überlegungen: • Aufenthalt bei Verwandten oder Pauschalangebot mit einheimischer Gastfamilie? • Lebhafte Grossstadt oder überschaubarer Ort? • Orte wählen mit wenigen Deutsch Sprechenden Reise
das Diplom seiner Sprachschule. «Monsieur Sandro Aregger, Niveau B2», steht darauf, und er wird es zu Hause bei seinen wichtigen Dokumenten ablegen: An der Pädagogischen Hochschule, wo er später sein Lehrerstudium aufneh men will, sind solide Fremdspra chenkenntnisse ein Eintrittsticket. Zur gleichen Zeit vor den Herbstferien verreisten auch die meisten Schülerinnen und Schüler seiner Parallelklassen an der FMS Zug: Der Sprachaufenthalt ist im zweiten Schuljahr obligatorisch, eine Woche geht auf Schulzeit, zwei auf Ferien. Je nach Vorliebe reisen die Jugendlichen auf die Britischen Inseln, nach Frankreich oder Italien. «Das machen wir seit elf Jahren so, und es hat sich bewährt», sagt Susanne Köhler (51), Englisch lehrerin und Verantwortliche für Sprachaufenthalte an der FMS. «Ich achte darauf, dass nicht mehr als sechs aus unserer Schule zusammen reisen, damit sie auch die Chance haben, viel in der Fremdsprache zu reden.» Wer mag, kann die Reise selber planen oder bei einem der diversen Anbieter von Sprachreisen buchen. An der FMS Zug organisiert Susan ne Köhler ein komplettes Paket für alle, die das wünschen, und das sind meistens vier von fünf Schüle rinnen und Schülern. Darin sind Reise, ein Einzelzimmer bei einer
Wer kein Pauschal angebot bucht, muss an etliches denken: • Flugbuchung, Flughafentransfer • Gültiger Pass, gültiges Visum auch für Eng land und Irland für alle, die keinen CH oder EUPass besitzen • Bei minderjährigen Reisenden: Bestäti gung der Eltern, dass sie allein reisen dürfen • Gastfamilie organisie ren • Sprachkurs buchen Tipps für den Aufenthalt
• Sich an die Bräuche der Gastfamilie anpassen, offen sein für Neues • Aufenthalt mithilfe von Tagebuch, Fotos und Souvenirs dokumentieren – das sind unvergessliche Erinnerungen • Wichtig: Frei drauflos reden, Fehler spielen keine Rolle Organisierte Sprachaufenthalte
• eurocentres.com • castles.ch • linguista.ch • inlingua.ch • esl.ch • efswiss.ch • sprachaufenthalte.ch • boalingua.ch
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Gastfamilie mit Halbpension und der Intensivunterricht an der Schule enthalten. Ein dreiwöchiger Aufenthalt kostet im Schnitt 2200 Franken. Familien, die das nicht bezahlen können, erhalten vom Kanton Unterstützung. Diese ist laut Susanne Köhler enorm wichtig, weil sie es einzelnen Jugendlichen überhaupt erst ermöglicht, einen Sprachaufenthalt zu machen. «Es geht um Chancengleichheit in der Ausbildung», meint sie. Und der Effekt des Aufenthalts sei offensichtlich: «Die jungen Frauen und Männer kommen viel selbständiger aus dem Ausland zurück, und sehr viel selbstbewusster im Gebrauch der Fremdsprache.» Schritt in die Selbständigkeit
Einen grossen Schritt in die Selbständigkeit bedeutete der Aufenthalt für Michelle Abegg. Die 17-Jährige war drei Wochen zuvor an die FMS Zug gewechselt, kannte noch kaum jemanden und musste sich sogleich für ein Land entscheiden. Ihre Antwort kam spontan: «Irland, dorthin wollte ich schon immer!» So reiste sie mit zwei Mitschülerinnen und einem Mitschüler Richtung Dublin und von dort mit dem Bus nach Cork, einer Stadt in Südirland. Ein eindrückliches Erlebnis: «Ich war vorher mit meiner Familie in Österreich in den Wanderferien – und jetzt mein allererster Flug, ganz allein, in ein fremdsprachiges Land – ich war riesig aufgeregt!» Beim Busbahnhof und im kleinen, gemütlichen Haus lernte sie nach und nach ihre Gastfamilie kennen: vier Kinder und die beiden berufstätigen Eltern. Irgendwann standen in der Küche noch die beiden Studentinnen aus dem Dachstock. «Eine richtige irische Grossfamilie», erzählt Michelle Abegg. «Dank der Kinder fühlte ich mich sofort zu Hause, und es war immer etwas los: Die Älteste spielte Fussball, der Zweite ging in die Pfadi und die Dritte lernte gerade in der Schule Schreiben. Da gab es immer etwas zu schwatzen.»
Bild: ZvG
«Irland, dorthin wollte ich schon immer!» So reiste Michelle Abegg kurzerhand mit zwei Mitschülerinnen und einem Mitschüler Richtung Dublin.
Die Schüler im Sprachtest. Sehen Sie das Resultat
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Im Intensivkurs vormittags lernte sie Grammatik und Hörverstehen, am Nachmittag konnte sie sich in Diskussionsgruppen mit anderen Studierenden und mit 30- und 40-jährigen Geschäftsleuten messen. Die übrige Zeit staunte sie über das Leben auf der Insel: die Busfahrten zur Schule auf der linken Strassenseite, die je nach Verkehr mal eine Viertelstunde dauerten, mal eine Stunde. Das irische Essen mit den vielen, vielen Kartoffeln jeden Tag. Und zwischendurch genoss sie die Treffen mit ihren Klassenkollegen. An den Wochenenden machten die vier Ausflüge zu den Cliffs of Moher und nach Cobh, wo Michelle Abegg zum
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ersten Mal das Meer sah. «Schade war, dass wir noch nicht volljährig waren und abends nicht in die Pubs durften. Die Livekonzerte dort hätte ich gern miterlebt.» Ein guter Grund, später wieder einmal nach Irland zu reisen. Michelle Abegg spricht tadelloses Englisch – ohne irischen Akzent – und ihren Schlusssatz könnte man unverändert in die Broschüre ihrer Sprachschule aufnehmen: «I have learnt a lot and I would recommend it to everyone – ich habe viel gelernt und würde das allen empfehlen!» MM Rat der Expertin Seite 105
Ausflug zu den Cliffs of Moher: Michelle Abegg (rechts) und ihre Kollegen.
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Das sagt die Expertin
«Deutschsprachige Kollegen meiden» Sprache enorm. Wohnen die Jugendlichen bei einer Gastfamilie, haben sie diesen Einfluss nicht nur während der Schule, sondern auch in Alltagssituationen und abends.
Susanne Köhler*
Susanne Köhler, bringt ein Sprachaufenthalt von zwei, drei Wochen etwas – nebst schönen Erlebnissen in einem anderen Land? Ja, der Kontakt zu den «native speakers» verändert das Verhältnis zur
Sind denn drei Wochen genug? Das bringt sehr viel: Der Aufenthalt hilft, Blockaden, Hemmungen und die Angst vor Fehlern abzubauen. Im täglichen Umgang lernen die jungen Leute zudem, dass die Sprache nicht nur im Schulzimmer existiert, und reden einfach mal frisch von der Leber weg. Ausserdem bietet der Aufenthalt eine wichtige
Lebenserfahrung: allein in einem fremden Land zu sein, bei einer fremden Familie zu wohnen und eine andere Kultur kennenzulernen.
Gefahr gross, dass die Jugendlichen sprachlich nicht viel profitieren. Auch die Auswahl einer Sprachschule vor Ort ist dann eher Glückssache.
Empfehlen Sie einen organisierten Aufent halt mit Sprachschule und Gastfamilie, oder bringt ein Aufenthalt bei Verwandten in Kanada oder Australien ebenso viel? Punkto Lebenserfahrung bringt beides enorm viel. Was die Sprache anbelangt, kommt es sehr drauf an, ob die Verwandten auch Schweizerdeutsch sprechen. In diesem Fall ist natürlich die
Worauf achten Sie bei der Auswahl der Sprach schulen? Ich versuche, Schulen mit wenigen deutsch sprachigen Studieren den zu finden. So können unsere Schüler viel mehr profitieren. In England und Irland ist das viel einfacher als in Frankreich oder Italien: Englisch wollen Menschen aller Nationen lernen, Französisch und Italienisch fast nur Schweizer.
Und nach den Herbst ferien kehren alle als Sprachkanonen an die Schule zurück? Und wie! Sogar die sonst stilleren Schüler erzählen angeregt von ihren Erlebnissen. Und die internationalen Sprachdiplome, First oder Advanced in English oder Delf B2 in Französisch bestehen danach immerhin neun von zehn. Ein Erfolg, auf den ich stolz bin. MM * Susanne Köhler (51) ist Englischlehrerin an der Fachmittelschule Kanton Zug und verantwortlich für den Sprachaufenthalt, den alle Schülerinnen und Schüler im Herbst des zweiten Schuljahres absolvieren.
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LEBEN | MM36, 5.9.2016 | 107
Migros-Bank-Ratgeber
Junge Leute müssen heutzutage früher mit dem Sparen anfangen. Doch wer es klug anpackt, benötigt dazu nicht mehr Geld. Ab welchem Alter sollte man mit 30 000 Franken mehr Kapital dank frühen Sparbeginns den Einzahlungen in die dritte Säule Der kumulierte Sparbetrag beträgt 100 000 Franken, die Rendite 2 Prozent: Bei Sparbeginnen? Noch vor Kurzem hätte ich geantwortet, dass es für die meisten beginn mit 25 erreicht das Kapital 154 000 Franken, mit 45 aber nur 124 000 Franken. Leute ab etwa 40 Jahren ausreicht. Doch mit der extremen Zinsflaute ist 160000 diese Einschätzung überholt. Heute 154000 erachte ich einen Beginn zwischen 140000 25 und 30 Jahren als empfehlenswert. 124000 120000 Denn diese Generation muss sich Kumulierte Einzahlung: 100000 Franken darauf einstellen, länger als bis 100000 65 zu arbeiten. Zudem stagnieren 80000 ihre Renten in der Pensionskasse.
Albert Steck ist verwantwortlich für Markt- und Produktanalyse bei der Migros Bank.
Wer sein Geld in der Säule 3a langfristig anlegt, sollte einen Vorsorge fonds nutzen. So hat der MiFonds
M
60000 40000
Später Sparbeginn
Früher Sparbeginn
20000
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55
50
45
40
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30
0 25
Immerhin, die gute Nachricht lautet: Mit einem geschickten Vorgehen können junge Leute ihr Vorsorgekapi tal massiv steigern, ohne mehr Geld einzahlen zu müssen. Angenommen, Sie möchten insgesamt 100 000 Fran ken in die dritte Säule einzahlen: Wenn Sie ab 45 pro Jahr 5000 Franken sparen, erreicht Ihr Kapital mit einer Rendite von 2 Prozent 124 000 Fran ken bis zur Pensionierung. Starten Sie stattdessen bereits mit 25, halbiert sich Ihre jährliche Einzahlung auf 2500 Franken, weil sie doppelt so lang sparen. Obwohl Sie in beiden Fällen gleich viel Kapital benötigen, steigt Ihr Vermögen beim früheren Spar beginn um ganze 30 000 Franken auf 154 000 Franken – dem Zinseszins sei Dank (vgl. Grafik).
Quelle: Migros Bank
(CH) 40 V mit einem Aktienanteil von 40 Prozent in den letzten zehn Jahren eine Durchschnittsrendite von 2,6 Prozent erzielt, über fünf Jahre sogar 4,6 Prozent.
Folglich steigt das Vorsorgekapital inklusive Steuerersparnis sogar auf 177 000 Franken – ein beachtlicher Erfolg, gemessen an den eingezahlten 100 000 Franken!
Zusätzlich trägt in der dritten Säule der Steuerrabatt massgeblich zum Vermögensanstieg bei. Im Beispiel mit der jährlichen Einzahlung von 2500 Franken kann eine ledige Per son, wohnhaft in Bern, mit einem Nettoeinkommen von 80 000 Franken die Steuerbelastung jedes Jahr um stattliche 575 Franken reduzieren.
Gerade in jungen Jahren ist die Versuchung gross, die Vorsorge auf später aufzuschieben. Wer dem aller dings widersteht und frühzeitig in die Säule 3a einzahlt, wird mit einem deutlich grösseren Sparerfolg belohnt – ohne dafür mehr Geld einzusetzen. Aktuell auf blog.migrosbank.ch: Die Vorsorge muss heute früher beginnen.
Mamma mia
Dünen im Wohnzimmer, Tsunami im Bad Mehrmals hatte ich es angeordnet. Doch meine Botschaft kam bei den Kindern nicht an. Statt die Sandkastenklamotten auf dem Sitzplatz auszuziehen, stapften die zwei munter in voller Montur durch die Wohnung.
Während sie Stube und Küche panierten, stand ich draussen und schwatzte. Als ich wenig später kam und mein rechter Fuss das geölte (!) Par kett betrat, wähnte ich mich
beim Beachvolleyball. Knirsch! Wo waren die Klamotten, und wo waren die Kinder? Just in dem Moment hörte ich Ida jauchzen. «In meinem Hosenumschlag ist noch mehr», liess sie ihre Schwester wissen und schlug ein Rad vom Kinderzimmer gen Flur. Nachdem ich einen Beduinen schrei ausgestossen hatte, packte ich die Kinder an den Ohren und stellte sie in die Badewanne.
Abziehen, zwei Kubikmeter Wasser verschwenden, bis der Dreck den Abfluss hinunter gegurgelt war, baden. Während die Sandflöhe planschten, begann das grosse Wischen. Immer wenn ich glaubte, es geschafft zu haben, rutschte ich erneut auf Rollsplit aus. Nach einer Ewigkeit gab ich den Kampf auf. Da rief es aus dem Bad: «Upsi, Mami, bei uns gabs leider eine kleine Riesenwelle.»
Bettina Leinenbach (39)
ist Journalistin und zweifache Mutter.
MAX
ellen aus: Mit Blaskap , Italien, eutschland England, D reich! and & Öster chweiz, Holl S , h ic re k Fran
Internationales Blasmusik-Festival am Wilden Kaiser im schönen Tirol MIT FOLGENDEN BLASKAPPELLEN: Band of the Cheshire Constabulary, England Harmoniemusik Buchs, Schweiz Bundesmusikkapelle Ellmau, Österreich Bundesmusikkapelle Unterlangkampfen, Österreich Blasmusik Going, Österreich Koninklijk Harmoniegezelschap OBK Zeist, Niederlande Muijga de Badia, Italien Rhinwagges, Frankreich Musikverein Wessum/Wüllen, Deutschland
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Gesundheit
Drüse mit starker Wirkung
Tipps
Selber abtasten Die erwähnten Symptome
Eine Schilddrüsenunterfunktion führt zu ganz unterschiedlichen, unspezifischen Beschwerden. Diese können jedoch einfach behoben werden.
können auf eine Schilddrüsen unterfunktion hin weisen. Bei einer Blutuntersuchung sollten diese Parameter neben anderen mitunter sucht werden.
Text: André Dietschi
Wenn Sie einen Knoten links oder
V
or allem die leichte Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) ist bei der erwachsenen Bevölkerung relativ häufig. Laut Stu dien sind 8 Prozent der Frauen und 3 Prozent der Männer davon betroffen. Mit steigendem Alter nimmt die Krankheit zu und kann bei über 65-Jährigen bis zu 18 Prozent betragen. Schwere, manifeste Schilddrüsenunterfunktionen finden sich bei rund 1 Prozent der Bevölkerung.
Bild: Getty Images, Illustration: Fotolia
Ursprung: fehlendes Jod
Das Spurenelement Jod ist der Baustein der zwei Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3). Da in Mitteleuropa der grösste Teil des Ackerlands jodarm ist, führte das Fehlen von Jod in der Nahrung früher zu einer Vergrösserung der Schilddrüse; es
entstand der Kropf – ein «Markenzeichen» der alpenländischen Bevölkerung. Fehlt das Jod in der frühkindlichen Entwicklung, kommt es zu einer geistigen Mangelentwicklung, genannt Kretinismus. Deshalb besteht seit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in der Schweiz die gesetzliche Pflicht, auf dem Markt jodiertes Salz anzubieten, um diesen Mangel und dessen Folgen auszumerzen. Vielseitige Funktion
Wie ein Schmetterling mit seinen zwei Flügeln liegt die Schilddrüse links und rechts der Luftröhre. Sie produziert die zwei Schilddrüsenhormone T3 und T4, die sehr viele Vorgänge (vor allem Stoffwechsel) reguliert. Die Steuerung der Produktion von T3 und T4 erfolgt über ein Hormon der Hirnanhangsdrüse, das TSH. Dieses
Die Schilddrüse legt sich wie ein Schmetterling mit seinen beiden Flügeln um die Halswirbelsäule.
rechts der Luftröhre spüren, lassen Sie dies abklären. Die Methode der Wahl ist heute der Ultra schall mit Hoch frequenzsonde, natürlich neben der Blutuntersuchung. Verwenden Sie
gewährleistet, dass für den Körper immer die bedarfsgerechte Menge an Schilddrüsenhormonen produziert wird. Ein Abfall der Produktion von T3 und T4 kann zustande kommen, wenn ungenügend Steuerungshormon TSH gebildet wird oder wenn die Schilddrüse selber nicht mehr genügend produzieren kann (zum Beispiel wegen Entzündungen oder Alterungsprozessen). Gewichtszunahme
Insbesondere bei leichter Schilddrüsenunterfunktion sind die Symptome nicht sehr spektakulär, werden jedoch allgemein als Verschlechterung der Lebensqualität erfahren. Man ist beispielsweise mehr müde, körperlich
und geistig nicht mehr so leistungsfähig, die Stimmung kann bedrückt sein, Kälte wird als unangenehmer empfunden, und das Körpergewicht steigt unerklärlicherweise. Diskutiert werden auch negative Effekte auf den Knochenstoffwechsel und auf Herz und Kreislauf. Einfache Behandlung
Eine Fehlfunktion der Schilddrüse kann mithilfe einer Blutuntersuchung (Bestimmung von TSH, T3 und T4) erfasst werden. Die Behandlung ist einfach: Schilddrüsenhormone können in Tablettenform zugeführt werden. Die benötigte Dosis ist meist innerhalb weniger Blutkontrollen gefunden. MM
kein nichtjodiertes
Salz.
Dr. med. André Dietschi, Facharzt
für Allgemein und Sportmedizin, Santémed Ge sundheitszentrum Diepoldsau/ Heerbrugg SG
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360-Grad-Kameras eröffnen neue Perspektiven: Sie halten nicht nur einen Bildausschnitt fest, sondern liefern einen Rundumblick. Die Alltagstauglichkeit der Geräte im Test. Text: Reto Vogt
Die 360-Grad-Kameras lassen sich mit dem Smartphone fernsteuern.
Bild: iStockphoto
W
er mit einer 360-GradKamera ein Foto schiesst oder ein Video aufzeichnet, muss darauf gefasst sein, auf der Aufnahme aufzutauchen. Es gibt nämlich kein «hinter der Kamera» mehr. Gut: Die Geräte lassen sich per Smartphone fernsteuern. 360-Grad-Fotos und -Videos darstellen können Facebook und YouTube. Sollen die Aufnahmen nicht veröffentlicht werden, muss eine VirtualReality-Brille her, um sie anzuzeigen. Im Test klappte die Fotografie gut, mit Videos tun sich die Geräte (noch) schwer. 360-GradKameras sind darum Spielzeuge für Menschen, die gerne beim Fotografieren und Filmen experimentieren. MM
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Die kugelrunde Kamera von Samsung ist nur mit Smartphones dieses Herstellers kompatibel – schade. Ansonsten ist sie einfach zu bedienen, und dank mitgeliefertem Standfuss lässt sie sich praktisch überall nutzen. Gute Videoqualität.
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Trojaner ja oder nein?
Mein PC startet langsam. Der Task «Svchost.exe» beansprucht 99 Prozent der CPU-Leistung für sich. Ein Trojaner? D. Brommund
Den Prozess «Svchost. exe» gibt es wirklich. Darin sind unter anderem wichtige Windows-Funktionen wie Sicherheitsupdates oder die Firewall enthalten. Es kann also sein, dass dieser tatsächlich 99 Prozent der Leistung nutzt – zum Beispiel wenn neue Updates heruntergeladen werden. Ist die Belastung aber über längere Zeit so hoch, kann tatsächlich ein Trojaner oder ein anderer Schädling dahinterstecken. Weil das je nachdem spezialisierte «Chäfer» sind, wird nicht jedes Antivirenprogramm fündig. Deshalb empfiehlt es sich, den «Svchost Process Analyzer» zu nutzen, um vermeintliche Malware zu identifizieren. Infos und Download: www.migmag.ch/svchost
Reto Vogt (31),
Ressortleiter Online Migros-Magazin @revogt
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114 | MM36, 5.9.2016 | LEBEN
Ausgewandert
Von Genf nach Melbourne in Australien Der Vater von Elliot (11) kommt aus Adelaide in Australien, die Mutter
aus der Romandie. Die Eltern lebten 20 Jahre lang in der Schweiz, wo auch Elliot und sein Bruder Winston (6) geboren sind. Die Gross eltern in Adelaide hatten sie vier oder fünfmal besucht, bevor sie aus wanderten. Ein Grund für den Weg zug aus der Schweiz war: Die Eltern wollten, dass die Kinder zweisprachig aufwachsen und auch etwas von der Kultur der Heimat ihres Vaters mitbekommen. Sie zogen nach Melbour ne, wo es bessere beruf liche Möglichkeiten gibt und das Wetter schöner ist als im gut 700 Kilome ter entfernten Adelaide.
Es war sehr heiss, als Elliot und seine Familie im letzten Dezember in Australien ankamen. Anfangs gefiel es ihm nicht so. Melbourne ist sehr viel grösser als Genf, und es gibt immer und überall viele Menschen. Jetzt fühlt sich Elliot wohl, aber seine Schweizer Freun de und Grosseltern ver misst er noch immer.
Elliot fühlt sich wohl, vermisst aber seine Schweizer Grosseltern.
Kinder
«Am Anfang hatte ich nicht viele Freunde – jetzt etwa 20»
Im letzten Dezember zogen Elliot und seine Familie nach Melbourne in Australien. In der neuen Schule arbeitet er viel mit dem iPad und lernt Koreanisch.
Text: Gabriela Bonin Illustration: Olaf Hajek
«In der Schule tragen wir Uniform, und im Sommer müssen wir einen Hut auf setzen. Jeder hat auch eine Lunchbox, weil wir in der Mittagspause immer pick nicken. Vor sechs Jahren habe ich mit dem Reiten angefan gen. Wenn man hier reiten will, muss man 33 Minuten Auto fahren, davon 7 Kilome ter auf einer Schotterpiste!
Am Wochenende gehe ich gern mit meinem Bruder und meinem Hund Yuki, den wir aus der Schweiz mitgebracht haben, an den Strand. Na ja, vielleicht nicht im Moment, denn hier ist gerade Winter, und es sind nur 10 Grad. Bei warmem Wetter ist es aber genial. Wir gehen an fünf Tagen in der Woche zur Schule, am Frei tagmorgen steht Sport auf dem Programm.
Jeden Tag arbeiten wir mit dem iPad, um Nach richten zu lesen, wissen schaftliche Versuche durch zuführen und verschie dene Aufgaben zu lösen. Und wir lernen Koreanisch. Am Anfang hatte ich nicht viele Freunde, aber jetzt habe ich ungefähr 20.» MM
LEBEN | MM36, 5.9.2016 | 115
Eliane (11), Pfäffikon ZH
Findest du die 10 Unterschiede? Kreis
Bleib so ruhig wie möglich, wenn sie anschwirren – sie wollen ja nicht dich, sondern deine Lecke reien. Fuchtelt man herum, fühlen sie sich angegriffen und stechen eher zu. Lenke sie ab: Wespen lieben überreife Weintrauben. Stell diese fünf bis zehn Meter vom Essen entfernt auf. Dann halten die Früchte die Wespen bei Laune. Und alle kommen auf ihre Kosten. MM
Sie heissen «Deutsche Wespe» und «Gemeine Wespe»: Sie haben Hunger. Bis August ernähren sie sich hauptsächlich von Eiweiss, darum essen sie Insekten oder Fleisch. Ab September finden sie
Rätse lspas s FEHLER SUCHEN
diese Art von Nahrung immer weniger. Jetzt brauchen sie Zucker.
Gabriela Bonin (48) beantwortet Kinder fragen zu aktuellen Themen.
LUSTIGE SCHAUMFIGUREN Wenn Nina in der Badewanne sitzt, baut sie sich gerne Figuren aus dem Badeschaum. Findest du heraus, was sie geformt hat? Schreibe es unter Schaumfigur. die jeweilige Schaumfigur.
e sie mit einem Stift ein.
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Entdecke die fantastische Welt der Lilibiggs
Lösung:
Sie selbst dienen Vögeln als Nah rung: Schwalben und Mauersegler fressen Wespen. Für die Natur sind sie wichtig und schützenswert.
Dennoch ärgern sich viele Menschen über sie, weil sie uns derzeit öfter mal belästigen. Dabei sind Schlupf, Pflanzen oder Gallwespen völlig harmlos. Es sind nur zwei Arten, die unsere Desserttische oder Grilladen umschwirren.
Lösung: 1. Huhn, 2. Hase, 3. Gitarre, 4. Bett, 5. Giesskanne
Wespen gelten als «Gesundheits polizei», weil sie Aas fressen und so mithelfen, tote Tiere zu ver werten. Sie verschlingen auch jede Menge Insekten, zum Beispiel Fliegen, Mücken und Bremsen. Zudem vertilgen sie Schädlinge, wie etwa Blattläuse. Nebenbei bestäuben sie auch Blüten.
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Wettbewerb
Mitmachen und gewinnen Das Migros-Magazin und der Glacier Express verlosen zwei dreitägige Bahnreisen für je zwei Personen im Wert von je rund 1500 Franken. 1. Tag: Anreise mit dem öffentlichen Verkehr ab Wohnort nach St. Moritz (2. Klasse); Übernachtung im Doppelzimmer in St. Moritz (inklusive Frühstück) 2. Tag: Frühstück in St. Moritz; Fahrt im Glacier Express ab St. Moritz nach Zermatt (1. Klasse, inklusive Bordmenü); Übernachtung in Zermatt im Doppelzimmer 3. Tag: Frühstück in Zermatt; Rückreise mit öffentlichem Verkehr zum Wohnort (2. Klasse)
Auf seiner Fahrt von St. Moritz nach Zermatt rollt der Glacier Express über 291 Brücken.
Zu gewinnen 2 × dreitägiges Bahnerlebnis für 2 Personen Gesamtwert: ca. 3000 Franken
Glücksgriff
Willkommen im Glacier Express Atemberaubendes Panorama und Gaumenfreuden der besonderen Art: Das Migros-Magazin und der Glacier Express verlosen zwei Genussreisen im langsamsten Schnellzug der Welt.
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er Glacier Express fährt auf einer Route, die zu den spektakulärsten Bahnstrecken der Welt gehört. Der luxuriöse Panoramazug durch die Alpen verbindet das glamouröse St. Moritz mit dem nicht minder mondänen Zermatt. Auf der knapp achtstündigen Fahrt durch die Kantone Graubünden, Uri und Wallis passiert er insgesamt 91 Tunnel und nicht weniger als 291 Brücken. Als Glücksgriff-Gewinner lehnt man sich im komfortablen Waggon
entspannt zurück und tut gut daran, die Augen offen zu halten. Denn die dachhohen Panoramafenster gewähren eine spektakuläre Sicht auf unberührte Landschaften, traditionsreiche Kurorte, tiefe Schluchten und malerische Täler. Zur Mittagszeit erfüllt der Duft feiner Speisen die Luft im Zug: Das Gewinnpaket beinhaltet ein Dreigangmenü, das – wie üblich im Glacier Express – an Bord frisch zubereitet und am Platz serviert wird. Ein spezielles kulinarisches Highlight steht vom 19. September
bis 23. Oktober auf dem Programm: Die Spitzenköche des Grand Hotels Zermatterhof haben eigens für die Walliser Wochen ein Menü aus typischen regionalen Produkten zusammengestellt. Aufgetischt wird unter anderem geschmorte Kalbsschulter an Bergkräutersauce mit Gomser Bramata-Polenta. Zum Dessert gibts Walliser Zwetschgenkompott mit Syrah-Joghurtschaum und Haselnusscrumble. Weine aus fünf regionalen Kellereien komplettieren den Gaumenschmaus zum Ausklang der Reise. MM
Beantworten Sie folgende Frage:
Wie heissen die Themenwochen im Glacier Express im Herbst? So machen Sie mit Per Telefon: Wählen Sie 0901 560 039 (1 Fr./Anruf) und nennen Sie Ihre Lösung, Ihren Namen und Ihre Adresse. Per SMS: Senden Sie ein SMS mit dem Text GEWINNEN, dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die Nummer 920 (1 Fr./SMS). Beispiel: GEWINNEN, Lösungswort, Beat Beispiel, Beispielstrasse 1, 9999 Exempelstadt Per Postkarte: Senden Sie eine Postkarte (A-Post) mit Ihrem Lösungswort und Ihrer Adresse an Migros-Magazin, «Rhätische Bahn», Postfach, 8099 Zürich Online: Gratis auf www. migrosmagazin.ch/gluecksgriff Einsendeschluss: 11. 9. 2016 Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Es erfolgt keine Barauszahlung, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Mitarbeitende der Migros-Medien sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Mehrfachteilnahmen sind nicht erlaubt und werden vom Wettbewerb ausgeschlossen. Preise, die nicht bis drei Monate nach Ziehung durch den Gewinner bezogen werden, verfallen ersatzlos.
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Quiz
Gewinnen Sie eine von 3 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Ermitteln Sie für jede Quizfrage den richtigen Lösungsbuchstaben. Der Reihe nach in die acht Lösungsfelder eingetragen, ergibt sich das Lösungswort. 1. Welches Familienmitglied kümmert sich um Schrauben? W Tante
F
Mutter
I
Schwester
2. Was pfeift der Schiedsrichter beim Fussball als Foul? N Alarmknopf
E
Warnblinker
O Notbremse
3. Welcher See ist mit Lac de Morat gemeint? L
Greyerzersee
T
Murtensee
S
Lac de Joux
So nehmen Sie teil
4. Welcher Schriftsteller starb vor vierhundert Jahren? A Klopstock
E
Molière
Tel. Wählen Sie die 0901 560 042 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD2, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD2 TASTSINN Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Quiz, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 11.9.2016, 24 Uhr
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5. Woher stammt der Schweizer Mundartpopsänger Trauffer? G Berner Oberland
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Seeland
N Sense-Oberland
6. Wo kann eine Überfalle vorkommen? R Türschloss
O Schuhe
U Steissbein
7. Möglichst wenig Sprit beim Autofahren zu verbrauchen, nennt sich …? E
Spirit
A Hypermiling
S
Slowdriving
8. Wie nennt sich die Einheit, die die Stammwürze beim Bier angibt? F
Grad Plato
T
Grad Thales
Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite
M Grad Plutarch
Lösungswort: 1
2
3
4
5
6
7
8
Gewinner Nr. 33: Ulrich Flückiger, Thayngen SH; Erika Gerteis, Ittigen BE; Therese Wiesner, Einsiedeln SZ
Auflösung Nr. 34: EWIGKEIT
Paroli
Gewinnen Sie eine von 3 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Füllen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Das Lösungswort ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1 bis 5. 3 5 4 2
Auflösung Nr. 35: STEGE Gewinner Nr. 34: Franz Krebs, Steffisburg BE; Romy Britschgi, Sachseln OW; Martin Leu, Bern
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2
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Sudoku
Gewinnen Sie eine von 5 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3x3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den gelben Feldern von links nach rechts.
4 9 5 6 2 8 7
9 4
1
Auflösung Nr. 35: 415
8 9
1
4 2 6
6
4
3
3
7
9 6 2 4 1
7
1 5 9 7 2 8 3 4 6
3 8 6 9 1 4 5 7 2
7 2 4 3 6 5 1 9 8
5 7 1 8 4 9 2 6 3
4 6 2 1 7 3 9 8 5
9 3 8 2 5 6 7 1 4
6 1 5 4 9 2 8 3 7
8 4 7 5 3 1 6 2 9
2 9 3 6 8 7 4 5 1
So nehmen Sie teil Tel. Wählen Sie die 0901 560 044 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD4, gefolgt von der Lösungszahl, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD4 123 Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Sudoku, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 11.9.2016, 24 Uhr
Gewinner Nr. 34: Marcelle Esseiva, Lausanne; Felix Gysi, Siebnen SZ; Kathrin Bögli, Bern; Ida Siegenthaler, Unterägeri ZG; Brigitte Waldvogel, Büttenhardt SH
Teilnahmebedingungen: Auf der ersten Rätselseite
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Brücken
Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.
Jeder Kreis stellt eine Insel dar. Die Zahl darin gibt an, wie viele Brücken dort enden. Brücken sind nur zu horizontal oder vertikal benachbarten Inseln erlaubt. Diese dürfen mit einfachen oder doppelten Brücken verbunden werden. Am Schluss sollen alle Inseln 2 5 3 1 miteinander verbunden 2 3 2 sein. Verboten: Kreuzungen, diagonale Brücken 3 2 1 und mehr als zwei Linien.
5 0 1 1 1 1
4
Auflösung Nr. 34
3 6 1 1 3
0
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Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 567 892 Ex. (WEMF 2015) Leserschaft: 2 386 000 (WEMF, MACH Basic 2016-1) Adresse Redaktion und Verlag: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Telefon: 058 577 12 12 Fax: 058 577 12 08 redaktion@migrosmagazin.ch Herausgeber: Migros-Genossenschafts-Bund Leiter Migros-Medien: Lorenz Bruegger
Publizistische Leitung: Monica Glisenti
Ressort Migros-Welt: Daniel Sidler (Leitung / stv. Chefredaktor), Chefredaktor: Sandra Jermann (Leiterin ProjektHans Schneeberger management), Heidi Bacchilega, Produktion/Ressort Leben: Jean-Sébastien Clément, Remo Leupin (Leitung), Dora Horvath, Andreas Dürrenberger, Robert Rossmanith (Chef von Dienst), Sonja, Leissing, Anna Meister, Sabine Müller (Produzentin), Fatima Nezirevic, Nicole Ochsenbein, Gerda Portner (Produzentin), Anna-Katharina Ris, Ursula Trümpy (Produzentin), Claudia Schmidt, Thomas Tobler, Daniel Schifferle (Verantwortlicher Jacqueline Vinzelberg, Leben), Karin Keller-Jabbie (Korrektorin), Michael West, Anette Wolffram Heinz Stocker (Korrektor) Bildredaktion: Ressort Menschen: Olivier Paky (Leitung), Sabine Lüthi (Leitung), Benjamin Böttcher, Franziska Ming, Andrea Freiermuth, Yvette Hettinger, Susanne Oberli, Helen van Pernis Ralf Kaminski, Anne-Sophie Keller Layout: (Volontärin), Monica Müller, Reto E. Wild Doris Oberneder (Creative Director), Online: Laetitia Buntschu Signer (Art Director), Reto Vogt (Leitung), Almut Berger, Werner Gämperli, Nicole Gut, Gabriela Masciadri, Pablo Tys Reto Meisser
Prepress: Liliane Bolliger, Ruedi Bolliger Lithografie: Reto Mainetti (Leitung), Manuela Seelhofer, Max Sommer Sekretariat: Stefanie Zweifel (Leitung), Imelda Catovic Simone, Nicolette Trindler Honorarwesen: Verena Hochstrasser Kommunikation & Medien-Koordination: Eveline Zollinger (Leitung), Rea Tschumi Verlag: Rolf Hauser (Leitung), Margrit von Holzen verlag@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 70, Fax: 058 577 13 71
Werbemarkt: Thomas Brügger (Leitung) Anzeigen: Gian Berger, Yves Golaz, Andreas Hess, Hans Reusser, Angela Scasascia anzeigen@migrosmagazin.ch Telefon: 058 577 13 73 Fax: 058 577 13 72 Innendienst: Verena De Franco, Michael Glarner, Christine Kummer, Janine Meyer, Jasmine Steinmann Lesermarkt: Nicole Thalmann (Leitung), Marianne Hermann, Nadine Voss Media-Services: Patrick Rohner (Leitung), Tabea Burri, Aisha Kaufmann, Theresa Wuitz Abonnemente: Sonja Frick (Leitung), Sibylle Cecere abo@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 00, Fax: 058 577 13 01
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Meine Welt
«Schach ist eine wunderbare Zeitverschwendung»
Erst wollte Uta Köbernick Opernsängerin werden. Doch dann entdeckte die Wahl-Zürcherin ihr Faible fürs Theater, wurde Kabarettistin und gewann den «Salzburger Stier». Auch wenn sie viel auf Tournee ist: Zeit für Tischtennis oder Schach mit ihren Liebsten findet sich immer. Text: Laila Schläfli Bilder: Daniel Winkler
LEBEN | MM36, 5.9.2016 | 127
1 Mein Zuhause «Schach ist eine wunder
bare Zeitverschwendung. Am liebsten spiele ich mit meinem Freund und Kolle gen Stefan Waghubinger. Er ist besser als ich, aber ich lege nach.» 2 Mein Hobby «Als Kind spielte ich gern
und viel Tischtennis. Nun habe ich diesen Sommer Pingpong wiederentdeckt. Die Schläger habe ich immer dabei. Wenn mein Sohn und ich eine Platte sehen, nutzen wir den Moment für ein Spiel.» 3 Mein Alltag «Ich bin entweder zu viel
unterwegs oder zu wenig zu Hause. Da wird das Zugrestaurant zum Stammcafé und der Koffer zur Handtasche.»
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4 Meine Geige «Sie gehörte meiner Urgrossmutter. Ursprünglich wollte ich Klavier lernen, aber wir hatten keins. Also wurde es die Geige. Mit sechs fing ich an. Klavier kam später dazu.» Name: Uta Köbernick (40) Sternzeichen: Steinbock Biografie und Lebenslauf:
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Aufgewachsen bin ich in Ostberlin. Nachdem ich das Gymnasium abge brochen hatte, begann ich, Gesang zu studieren. Dann entdeckte ich die Liebe zum Theater und sprach an verschiedenen Schulen vor. In Zürich klappte es. Nach der Ausbildung hatte ich ein festes Engagement in Berlin, kam aber bald zurück. Neben dem Theaterspielen schrieb ich meinen eigenen Kram. Daraus wurde mein erstes Programm, mit dem ich 2007, gleich nach der Geburt meines Sohnes, auf Tournee ging. Ich habe ein paar schicke Preise erhalten, im Mai etwa den Salzburger Stier. Aktuell toure ich mit meinem Programm «Grund für Liebe – politisch, zärtlich, schön».
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5 Mein Buchladen «Ich mag kleine
Läden wie den Buchladen Duplikat in ZürichWiedikon. Suche ich ein bestimm tes Buch, frage ich immer erst dort.» 6 Meine Leidenschaft «Mit 15 Jahren
Mein Lieblingsprodukt
«VanilleStängeliGlace. Die haben wir im Sommer fast immer auf Vorrat im Eisfach. Das ist so ein ‹Mamaisst heimlichmehrdavonDing›.» 7
fing ich an, Texte und Lieder zu schreiben. Da griff ich ganz pragmatisch zur Gitarre und brachte mir halt das bei, was ich brauchte.» 7 Mein analoger Laptop «Ich arbeite
sehr oft handschriftlich, ich sehe die Vorgänge gern: die Randnotizen, das Durchgestrichene. Am Compi ist etwas einfach gelöscht, ausserdem sieht ein Text zu schnell schon fertig aus.»
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