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Migros magazin 36 2015 d bl

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Ausgabe Basel, AZA 4002 Basel. Psdg DP AG Ent. bez. A 44631

MM36, 31.8.2015 | www.migrosmagazin.ch

Beilage «Mehr vom Essen» Mit Kreativität Reste verwerten Schweizer Städte neu entdecken

Bild: Daniel Ammann

Stadtführungen einmal anders: Ruedi und Peter zeigen ihr Züri. Seite 12

Bitte Wohnungswechsel der Post melden oder dem regionalen Mitgliederdienst: Tel. 058 575 55 44, Mitglieder.reg@migrosbasel.ch


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4 | MM36, 31.8.2015

26

D Editorial

Resten sind am besten

Die Zahl ist erschreckend: Zwei Millionen Tonnen Lebensmittel werden in der Schweiz jedes Jahr verschwendet. Sie landen im Kehricht, in der Grünabfuhr, auf dem Kompost. Fast die Hälfte davon fallen nach einer Untersuchung des WWF in Haushalten an (rund 5 Prozent im Detailhandel). Und jeder Konsument, jede Konsumentin kann etwas dazu beitragen, dass es weniger ist. Foodwaste nennt sich die Verschwendung von Lebensmitteln, und sie ist eine Geissel hoch entwickelter Gesellschaften.

Zugegeben: Auch ich sündige. Oft. Da ist das harte Brötli, das nicht mehr gegessen wird, die Avocado, die plötzlich pfludrig geworden ist, oder der Salat, der zuhinterst im Gemüse­ fach vor sich hin welkt – und dann weggeschmissen wird. Ein Joghurt, das entsorgt wird, weil das Verfalldatum schon einige Tage zurückliegt, Rüebli, die so lange geschält werden müssen, bis fast nichts mehr dran ist … Aber es geht hier nicht darum, Schuldige zu fin­ den, sondern etwas zu tun. Wir müssen unser Verhalten nicht radikal ver­ ändern, sondern daran arbeiten. Sanft, aber konsequent. Es lohnt sich – auch finanziell: Gut 2000 Franken kann zum Beispiel eine Familie mit zwei Kindern pro Jahr sparen, wenn sie die eingekauften Lebensmittel wirklich ganz braucht. Und auch wenn dies nie hundertprozentig möglich sein sollte: Ein verantwortungsvollerer Umgang mit Lebensmitteln zahlt sich immer aus. Dieser Ausgabe des MigrosMagazins liegt in der Mitte ein Heft der Abteilung Nachhaltigkeit der Migros bei. Darin finden Sie auf 32 Seiten Tipps, wie man auch aus Resten etwas machen kann. Wähen mit übrig gebliebenem Teig oder Suppen mit Gemüse und Kartoffel­ resten. Es zeigt, wie man den Kühlschrank clever einräumt, um eine bessere Übersicht zu haben, auf dass Essensreste gar nicht erst entstehen. Und es listet auf, wie es die Migros schafft, 99 Prozent der Lebensmittel zu verkaufen, zu verwerten oder an gemein­ nützige Organisationen weiterzuvermitteln. Hans Schneeberger, Chefredaktor hans.schneeberger@migrosmedien.ch

18


MM36, 31.8.2015 | 5

106

Menschen 8 Diese Woche

Die höchste KrankenkassenFranchise wird teurer – eine gute Idee? 10 Zahlen & Fakten

Wissenswertes über den Schweizer Handel.

82 Klubschule Migros 85 Frage der Woche

12 Reportage Spezielle Stadtrundgänge.

89 Neues aus Ihrer Region Aktionen, Reportagen und interessante News aus den Genossenschaften.

18 Porträt

Seitwärtsreiten: Der Damensattel erlebt eine Renaissance. 23 Serie: Wahlen 2015

Teil 3: Wie macht man Jungen das Wählen schmackhaft?

Bilder: Daniel Winkler, ZVG, Christine Benz, Jorma Müller, Laurent Burst

«Wir brauchen mehr Vertrauen in unsere Fähigkeit, Probleme zu lösen.»

78

26 Porträt

96 Familie Was man gegen Stottern und Sprachhemmungen tun kann. 101 Gesundheit 103 Beauty 105 Ernährung

28 Interview Historiker Paul Nolte über die Folgen des Zweiten Weltkriegs, die bis heute nachwirken.

106 Kinder Der 12-jährige Gary zeigt uns seine neue Heimat Australien.

35 Bänz Friedli

108 Auto

42 Das Beste vom Alplamm 49 Jetzt sind die Trauben reif! 52 Schweizer Milchprodukte 55 Saisonküche

55

Leben

Jungfrau-Marathon: Leiden vor atemberaubender Kulisse.

Migros-Welt

28

67 Leichte Fruchtaufstriche 69 Für süsse Momente 71 Oh, wie feine Joghurts! 73 Knackiger Energiekick 74 So entsteht das aha!-Brot 78 Das muss auf Reisen mit! 81 Effiziente Wässerchen

Feine Rezepte mit Brombeeren.

Die fünfte Generation des Renault Espace im Test.

111 Leseraktion 112 Rätsel/Impressum 116 Cumulus 118 Meine Welt

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Menschen MM36

Darauf freuen wir uns Tag des Kaffees Schweizer

trinken im Schnitt drei Tassen Kaffee pro Tag. Diese Woche darf es ruhig eine mehr sein: Am 5. September ist Tag des Kaffees. Dok-Film zur Politik Im Herbst wird gewählt. Wer sich einstim­ men will, schaut «Die Demokratie ist los!», ab Donnerstag im Kino.

«Die Schriftzeichen und der Mann rechts unten zeigen: Es geht um den Fernen Osten, auch die Wappen Japans, Süd­ koreas und Taiwans sind auf der grossen Tafel sichtbar. Plus jede Menge Zahlen. Die Geste des Mannes und die nach unten gerichteten Pfeile zeigen: Es ist etwas Negatives im Gang. Die Börsenkurse in China sind stark gefallen, danach auch alle anderen. Warum? Keine Ahnung! In der Realität ist nichts vorgefallen, nur in den Köpfen der Anleger. Und wenn dann wieder etwas passiert, wieder nur in den Köpfen, werden diese Leute satte Gewinne ein­ streichen. Die Börse war mir schon immer suspekt – als grosser Roulettetisch, der die freie Marktwirtschaft zu pervertieren droht.» Mein Bild der Woche

Bilder: iStockphoto, Keystone/EPA/Kimimasa Mayama, Marco Zanoni

ist der bekann­ teste Schweizer Sportreporter und hat als Moderator von «Benissimo» und «Tell­Star» TV­Geschichte geschrieben.

Leseprobe

Entschuldigung, was lesen Sie gerade? Klara Zürcher (19), Schülerin aus Schüpfen BE

a) «The Hunger Games» von Suzanne Collins b) «Frankenstein» von Mary Shelley c) «Das Glasperlenspiel» von Hermann Hesse

Auflösung: b) Weil ich das Buch für die Schule lesen muss.

Bernard «Beni» Thurnheer (66)

Unnützes Wissen

Kino, Kino! Beim Anschauen des Horrorfilms «The Shining» verbraucht man im Durchschnitt 184 Kalorien. Tom Hanks wurde bei vielen Laufszenen in «Forrest Gump» von seinem jünge­ ren Bruder ge­ doubelt, weil der schneller rennen konnte. Im Film «Pulp Fiction» sagen die Charaktere insgesamt 265 Mal «Fuck». Die erste Szene des Films «The Social Network» wurde 99 Mal gedreht. Meryl Streep hat

ihren ersten Oscar bei einer Party auf dem WC liegen lassen. Quelle: Stern/Neon


8 | MM36, 31.8.2015 | MENSCHEN

Sind tiefere Rabatte bei höheren Franchisen unfair?

Migrosmagazin.ch

Umfrage Letzte Woche fragten wir:

Diese Woche

Werden die Falschen zur Kasse gebeten? Der Bundesrat will die Franchisen bei den Krankenkassen anpassen. Zwei sollen ganz verschwinden, und wer die höchste von 2500 Franken wählt, muss künftig mehr bezahlen. Die Reaktionen auf diese Pläne sind grösstenteils negativ. Texte: Ralf Kaminski

Wie senkt man den Alkoholkonsum bei Teenagern? 43% Durch striktere und häufigere Alterskontrollen im Verkauf. 31% Durch steigende Besteuerung und somit Preise. 14% Durch Anhebung der Altersgrenzen für Bier/Wein und Spiri­ tuosen. 12% Das ist nicht nötig.

Zahlen & Fakten

17,5%

der Versicherten hatten sich 2013 für die Fran­ chise von 2500 Franken entschieden.

haben laut Santésuisse Ende 2014 für ihre Grundversicherung die Krankenkasse gewechselt. Es seien vor allem die Jungen und Gesunden.

4,7%

ist die Krankenkassen­ prämie seit der Einfüh­ rung des Kranken­ versicherungsgesetzes 1996 im Schnitt jedes Jahr gestiegen. Quellen: Bundesamt für Statistik, Bundesamt für Gesundheit

Kostentreiber im Gesundheitssystem sind unter anderem neue Geräte, deren Anschaffung rentieren muss: Für eine MRI-Untersuchung (Magnetic Resonance Imaging) werden zwischen 450 und 730 Franken verrechnet.

J

edes Jahr das Gleiche: Der Herbst naht, und für das kommende Jahr wird eine Erhöhung der Kranken­ kassenprämien verkündet. Bald jedoch sollen viele Versicherte noch tiefer in die Tasche greifen müssen als üblich: Ab 2017 fallen die Franchisen von 1000 und 2000 Franken weg, und wer die höchste von 2500 Franken wählt, soll künf­ tig weniger Rabatt bekommen. Rund eine Million Versicherte müssten so jährlich bis zu 440 Franken mehr bezahlen. Erste Reaktionen zeigen: Der

Unmut darüber ist gross – jene, die wegen der hohen Franchise weni­ ger Kosten verursachen, fühlen sich unfair behandelt. Pascal Stru­ pler, Direktor des Bundesamts für Gesundheit, relativiert im «Tages­ Anzeiger»: «Versicherte können damit auch in Zukunft 1100 Fran­ ken pro Jahr einsparen.» Dies sei weiterhin ein schöner Anreiz, sich gesundheitsbewusst zu verhalten. Die Reform begründet Strupler damit, dass die Rabatte derzeit zu hoch seien – höher offenbar als die Einsparungen, die sich durch das Verhalten dieser Versicherten

im Gesundheitssystem ergeben. Mit der Folge, dass die Prämien für die anderen Versicherten entspre­ chend erhöht werden müssten. Dies widerspreche dem Gedanken der Solidarität, sagt Strupler. Die junge GLP hat bereits angekündigt, die Pläne mit einer Petition zu bekämpfen. Auch bei den Krankenkassen selbst kommt die Reform schlecht an. Laut Dachverband Santésuisse stärken gerade die hohen Franchisen die Selbstverantwortung der Versi­ cherten. Eine Reduktion der Aus­ wahl schwäche diesen Anreiz. MM

Bild: Monty Rakusen/ISTL/Cultura/Keystone

7–8%


MENSCHEN | MM36, 31.8.2015 | 9

Umfrage

Experteninterview

«Es besteht das Risiko, dass damit die Selbstverantwortung untergraben wird»

Sara Stalder, der Rabatt für die höchste Krankenkassen-Franchise soll sinken. Was halten Sie davon? Wir haben ein gewisses Verständnis dafür, denn das Bundesamt für Gesundheit hat die Reform ja mathe­ matisch plausibel begründet. Schliesslich soll eine gewisse Solida­ rität zwischen Gesunden und Kran­ ken bestehen. Mit zu tiefen Rabatten besteht allerdings das Risiko, dass die Selbstverantwortung der Versicher­ ten untergraben wird. Das sehen Sie als Gefahr? Ja. Es ist gut möglich, dass Leute mit der höchsten Franchise künftig eine tiefere wählen und so das Gesundheitssysstem mit unnötigen Abklärungen oder grösserem Medika­ mentenverbrauch finanziell stärker belasten. Das wäre kontraproduktiv. Sind Franchisen nicht generell unsozial, weil sich nur die Gutbetuchten eine höhere leisten können? Über Jahre betrachtet, kann man mit der höchsten Franchise durchaus besser wegkommen, weil man ja weniger Prämien bezahlt. Und es ist eine der wenigen Möglichkeiten, die Kosten selbst zu beeinflussen. Unsozial ist, dass ein Drittel der Bevölkerung die Prämien gar nicht bezahlen kann und Verbilligungen braucht. Dort müsste man ansetzen. Was müsste man denn tun? Unser Gesundheitssystem ist eine 70-Milliarden-Kuh, die man melken kann. Und jeder Akteur im System will möglichst viel «Milch» in den eigenen Kessel lenken: Ärzte, Apotheken, Spitäler, Pharmaindust­ rie und die Versicherten. Es gibt keine nationalen Kostenkontrollen, keine Bremsen. Es werden viele Dinge praktiziert, die unnötig sind: zu viele Abklärungen, zu viele Opera­ tionen, zu viele Medikamente. Wir haben eine Überversorgung, die zudem gesundheitlich schädlich ist. Wer sind die schwarzen Schafe? Ein Beispiel: Die Spitäler, auch die

Soll die höchste Franchise teurer werden?

in öffentlicher Hand, müssen wirt­ schaftlich erfolgreich sein. Wird ein neues Gerät angeschafft, soll sich diese Investition lohnen, also werden mehr Leute damit untersucht als eigentlich nötig. Abgerechnet wird über die Krankenkasse. Gibt es besonders schlimme schwarze Schafe? Mit Sicherheit. Die Versicherungen kennen die rabenschwarzen Schafe und intervenieren in den aller­ schlimmsten Fällen auch. Namen werden aber leider nicht genannt. Wie könnte man gegensteuern? Die Gesundheitsdaten müssten zentralisiert und anonymisiert erhoben werden, damit die Geldflüsse im Gesundheitswesen offengelegt werden. Zum Teil gibt es bereits elektronische Datenerhebungen, aber sie sind sehr verzettelt, und niemand hat die Übersicht. Jeder Kanton, teils sogar jedes Spital, hat ein anderes System. Es bräuchte ein einheitliches Verfahren wie in Dänemark. Aber da­ vor schreckt man hierzulande zurück. Erste Umfragen zeigen eine starke Ablehnung für die geplante Reform bei den Franchisen. Reagieren die Leute so allergisch, weil die Prämien eh schon jedes Jahr steigen? Ganz sicher, man fühlt sich im System gefangen. Und trotz stetiger Kosten­ zunahme werden die Leute nicht gesünder. Schaut man sich andere, gut funktionierende Gesundheits­ wesen an, etwa in Nordeuropa, sind die Kosten dort deutlich tiefer, und die Bevölkerung ist nicht weniger gesund als wir. Vielleicht könnte die Schweiz daraus etwas lernen. Lässt die Reform sich irgendwie noch aufhalten? Es ist wichtig, dass der Bundesrat im Gesundheitswesen Änderungen angeht, auch wenn diese nicht beliebt sind. Vorerst holt er die Meinungen zu dieser Änderung ein und wird dann erst über die weiteren Schritte entscheiden. MM

Sara Stalder (48),

Geschäftsleiterin der Stiftung für Konsumentenschutz

Eric Schreiner (31), Markenspezialist, Biel BE:

«Nein, das ist ein Skandal! Mit der höheren Franchise geht man weniger oft zum Arzt und verursacht weniger Kosten. Diese Leute sollen nun bestraft werden? Das ist nicht fair.»

Silvia Canova (28), Kommunikation, Freiburg:

«Falls diese Massnahme dazu beiträgt, längerfristig weitere Prämiensteigerungen zu vermeiden, finde ich es eine gute Sache.»

Marco Zanoni (45), Fotograf, Bern:

«Nein, das ist keine gute Idee. Ich will nicht mehr bezahlen und finde es bedauerlich, wenn jene Leute, die das Gesundheitssystem wenig belasten, nun weniger stark belohnt werden.»


10 | MM36, 31.8.2015 | MENSCHEN

Zahlen und Fakten

Hauptprodukte in die Schweiz

Importe aus den Nachbarregionen in die Schweiz, in Mrd. Franken

Hallo Nachbar!

1 Importe Importe in die Schweiz, Wert in Mrd. Franken, Jahr 2014

BadenWürttemberg: 15,83 Bayern: 6,39 Lombardei: 8,1

Deutschland: 51,27

Piemont*: 3,68

Elsass

Rhône-Alpes: 2,18

Italien: 17,63

Elsass: 2,01

FrancheComté

EU: 130,61

Frankreich: 14,41 Österreich: 8,6

Franche-Comté: 0,9 Tirol*: 2,04

RhôneAlpes Piemont

65,4

Vorarlberg*: 1,40

Unsere Nachbarn sind die wichtigsten Handelspartner 2 Was wir aus dem Ausland beziehen

USA: 10,91

Wert in Mrd. Franken, Jahr 2014

14,5

8,6

6,6

3 Gefälschte Handelswaren

4 Transportmittel

Anteile an allen gefälschten Handelswaren, die 2014 vom Schweizer Zoll sichergestellt worden sind

Warenimporte nach Transportmittel, Jahr 2014 60,79% (31,6 Mio. t) Strassenverkehr 7%

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2%

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5%

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62%

7%

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9%

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9,6

ld Arz nei wa ren Pe aut rsone om nobi le Juw Bijou t elie erie rwa / ren

China: 12,15

B Antlut**/ iser a

Nicht-EU: 47,99

Go

Mit Gütern im Wert von rund 16 Milliarden Franken importierten wir 2014 allein aus BadenWürttemberg mehr als aus China oder den USA. Zum selben Betrag konnte die Schweiz Waren in die süddeutsche Region exportieren. Nach China hingegen ging Exportware im Wert von bloss rund 9 Milliarden Franken. Gold ist sowohl beim Export wie auch beim Import die Nummer 1, gefolgt von Medikamenten.

* Werte von 2013 ** menschliches und tierisches *** Eigenantrieb = Fahrzeuge, die aus eigener Kraft über die Zollgrenze geführt werden

Quellen: Eidg. Zollverwaltung, Economiesuisse

15,9% (8,3 Mio. t) Pipeline 14,06% (7,3 Mio. t) Bahn

9,03% (4,7 Mio. t) Schiff 0,22% (0,11 Mio. t) Flugzeug und Eigenantrieb***


MENSCHEN | MM36, 31.8.2015 | 11

Die kleine Schweiz ist wirtschaftlich gesehen global tätig. Unsere wichtigsten Handelspartner aber sind gleich ennet der Grenze. Die Grafik zeigt, was und wie viel wir kaufen und verkaufen und mit wem wir die meisten Geschäfte abwickeln. Text: Andrea Freiermuth

1 Exporte Exporte aus der Schweiz, Wert in Mrd. Franken, Jahr 2014

Exporte aus der Schweiz in die Nachbarregionen, in Mrd. Franken BadenWürttemberg: 15,94

Deutschland: 38,61

Infografik: Daniel Röttele

Bayern: 4,29 Elsass: 4,46

Frankreich: 14,98

BadenWürttemberg

EU: 114,04

Bayern

Vorarlberg

Hauptprodukte aus der Schweiz

Rhône-Alpes: 2,27

Italien: 13,76

Franche-Comté: 1,42

Österreich: 6,21

Tirol

Lombardei: 5,22 Piemont*: 1,21 Lombardei

Tirol*: 1,97 67,9 Vorarlberg*: 1,02

21,0

23,7

ld Go

B Antlut**/ iser a Arz nei wa ren

Juw Bijou elie terie rwa / ren Arm ban Tas duh che ren nuh / ren

Kraftfahrzeuge Produkte für die Textilindustrie

2 Was wir ins Ausland verkaufen

9,9

Arzneiwaren

Metalle

Nicht-EU: 94,32

32,5

USA: 25,88

Wert in Mrd. Franken, Jahr 2014

Landwirtschaftliche Produkte Personenwagen Nutella

China: 8,81

4 Unerwartete Exporte

Anteile der Schweizer Exportbranchen am gesamten Export (Auswahl)

Exportwert ausgewählter Produkte, in Schweizer Franken, Kaffee/Tee/ Jahr 2014 Gewürze:

Chemie, Arzneiwaren

36%

Maschinen Textilien

2059 Mio.

Sonnenbrillen: 42,9 Mio.

32% 28% 24% Uhren, Präzisionsinstrumente, Bijouterie

20% 16%

Maschinen, Elektronik

12% 8% 4% 0%

Maschinenteile

Chemische Erzeugnisse

Kunststoffe und Kautschuk

3 Chemische Industrie an der Spitze

40%

Autoteile

2000

2007

2014

Computermäuse: 29,9 Mio. Feuerwehrwagen: 5,7 Mio. Safran: 0,6 Mio.


12 | MM36, 31.8.2015 | MENSCHEN

1

2

1 Peter und Ruedi (rechts) zeigen das Café Yucca

mitten in der Zürcher Altstadt. Ein Ort, wo Menschen am Rand der Gesellschaft willkommen sind. 2 Hilfsbereit in jeder Situation: Peter packt an. 3 Ruedi führt die Teilnehmer durch sein Zürich. Sein Markenzeichen: die wilden, weissen Haare. 4 Beim Amtshaus in Zürich erzählt Peter die Geschichte eines Obdachlosen, der hier nächtigte.

3

4

Reportage

Aussergewöhnliche Perspektiven Viele Schweizer Städte bieten Führungen an, die weit über das touristische Sightseeing hinausreichen. In Zürich etwa geben Peter und Ruedi Einblicke in ihren Alltag als sozial Randständige. Und Basel kann man als freiwilliger Rollstuhlfahrer ganz neu erfahren. Text: Claudia Langenegger

Bilder: Daniel Ammann


MENSCHEN | MM36, 31.8.2015 | 13

Stadtrundgänge

Aargau

Besucher im Aufschluss Meyerstollen. «Der Untergrund»

Private Führungen durch den Aufschluss Meyer­ stollen, den einstigen Grundwasserkanal unter dem Areal des Bahnhofs. Termine: Mo.–So., auf Anfrage. Vier verschiedene Führungen. Infos: Meyerstollen.ch/ fuehrungen

Bern

Bilder: PD

D

ie Stadtführung mit Peter (50) und Ruedi (56) geht rasant los. Schon nach wenigen Minuten ist man in das bewegte und wechselhafte Leben der beiden Verkäufer des Strassenmagazins «Surprise» eingetaucht. Zügigen Schrittes geht es vom Hechtplatz in der Zürcher Altstadt zur ersten Station, der Herberge zur Heimat. «Sie wurde einst für fahrende Handwerker eröffnet und bot Platz für 90 Bewohner», erzählt Peter. «Es gab genau eine Toilette.» Die ganze Gästegruppe staunt und lacht. Dann gibt Ruedi, dessen graue Haare wild und lustig unter seiner Kappe hervorgucken, eine erste Geschichte aus seinem Leben zum Besten, warum er als Glaceverkäufer ins Tessin ging. Er war in den südli-

Zürich und Basel

«Sozialer Stadtrundgang» Zürich: Mo.–Fr., sechs

verschiedene Führungen, Vereinsurprise.ch/zurich Basel: Mo.–Fr., drei verschiedene Führungen, Vereinsurprise.ch/basel Buch: «Standort

Strasse», Herausgeber: Verein Surprise, Christoph Merian Verlag, ab September für Fr. 24.– bei Ex Libris erhältlich.

chen Kanton verduftet, weil er Angst hatte, wegen seiner vielen unbezahlten Bussen «Staatsferien» antreten zu müssen. Ruedi Kälin und Peter Conrath, die sich mit Vornamen vorstellen und ihre Gäste duzen, führen weiter zum Haus des Blauen Kreuzes, zum Hotel Schäfli, zu einem Würstchenstand an der Niederdorfgasse, zum langjährigen Schlafplatz eines Obdachlosen unter den Lauben beim Amtshaus, zum Caritas-Laden und zu anderen sozialen Einrichtungen in Zürichs Altstadt. Geschichten mitten aus dem Leben

Sie erzählen, dass Alkoholiker Ende des 19. Jahrhunderts Armutstrinker genannt wurden. Und dass das Café Yucca und die Speak-Out-Gassen-

Blick von der Kleinen Schanze auf das Bundeshaus. «Bärn laferet»

Eine Führung durch Bern inklusive Glafer, eines der beliebtesten Dialekte der Schweiz mit kurligen Wörtern und gmögigem Tempo. Termine: 13. 9./14. 10./28. 11. Infos: Stattland.ch/ rundgange/ barn­laferet


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MENSCHEN | MM36, 31.8.2015 | 15

Biel BE

Auf dem Rundgang kommt man am Neuen Museum Biel vorbei. «Der andere Blick»

Der Rundgang führt durch die Stadt und das Wirken von Frauen, welche die Geschichte Biels geprägt haben – von der Hebamme des Mittelalters bis zur Frauenrechtlerin. Termine: 5. 9./3. 10. oder nach Absprache. Infos: Frauenplatz-biel.ch

1

1 Beim Basler

Biilder: PD

2

Stadtrundgang können sich Teilnehmer in den Rollstuhl setzen und sich so den Tücken des «Rolli-Alltags» aussetzen. 2 Am Rhein erzählen Chikha Benallal (im Rollstuhl) und Simona Hofmann über die Entwicklung behindertengerechter Anlagen. 3 Holprig: Die Gruppe auf dem Kopfsteinpflaster des Klingentalquartiers.

küche im Zuge der 1968er-Unruhen gegründet wurden. In Letzterer können Bedürftige vier Mal pro Woche gratis essen. Ruedi berichtet, wie er sich im «Yucca» schon mal den Znacht «ertöggelte», und wie er vor ein paar Jahren mit einem Kollegen im «Speak Out» das Kochen übernahm, als die Köchin – ebenfalls eine Randständige – wegen übermässigen Alkoholkonsums noch während des Vorbereitens eingeschlafen war. Vor fast 50 wartenden, hungrigen Leuten. Die beiden verweben die Geschichten der Institutionen mit denen ihres eigenen Lebens, geben mit viel Offenheit und Sinn für Situationswitz einiges aus ihrem Leben preis. Ein Leben, das bei Peter oft und bei Ruedi immer abseits üblicher Bahnen verlaufen ist und das ein gut verdienender Normalbürger keine zwei Tage aushalten würde.

Laufenburg AG 3

Sie können aus dem Vollen schöpfen, an Erlebnissen, Geschichten und Anekdoten fehlt es ihnen nicht. Vor dem Hotel Schäfli erzählt Peter, wie er einst, als er keine Wohnung hatte, ein Zimmer für wenig Geld im obersten Stock mieten konnte. Die Dusche war im Keller. Als er sich eingeseift hatte, kam kein Wasser mehr – der Jeton reichte nicht aus. 2.70 Franken pro verkauftes Heft

Ein besonderer Halt ist die Würstlibar an der Niederdorfstrasse. Hier lernten sich Peter und Ruedi vor fast zehn Jahren kennen. Ruedi war schon damals begeisterter «Surprise»-Verkäufer, Peter stand ab 17.30 Uhr bis spät in die Nacht am Bratwurststand. «Verkauf doch auch das Strassenmagazin, hast ja tagsüber nichts zu tun», hatte ihn Ruedi aufgefordert. Seit 2007 ist auch Peter als

selbständiger Verkäufer des Hefts unterwegs. «Ruedi ist ein Tüpflischiisser», sagt Peter während des Rundgangs mit einem Augenzwinkern. «Warum, hört ihr später.» Was er damit meint, löst Ruedi bei der zweitletzten Station auf: Er zeigt sein Buch, in dem er all seine Verkäufe fein säuberlich festhält. Er notiert jeden Tag genaue Anzahl Hefte, Zeit, Ort, Trinkgeld, Kafi- und WC-Pausen – und das Wetter. Ruedi berichtet mit Schalk in den Augen, dass er im ersten Video des Schweizer Reggae-Sängers Dodo mitgemacht hat, wo er das «Surprise» verkauft. Das macht er oft 14 Stunden am Tag und verdient sich so sein Leben. An einem guten Tag verkauft er 25 Hefte, pro Heft verdient er 2.70 Franken. Sieben Jahre hat er als Obdachloser gelebt. «Ich habe immer alles zu einfach genommen», sagt er. «Das hat schon meine Mutter

Geologe Peter Heitzmann (Mitte) im Stollen in Laufenburg. «Durch Granit und Gneis»

Die geologische Exkursion durch einen unterirdischen Stollen in die Tiefen Laufenburgs mit 360 Millionen Jahre alten Gesteinsschichten endet in den Höhen des Schlossbergs. Termin: 7. 11. Infos: Laufenburg.ch/ de/tourismus/tour


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Der Rundgang zeigt die Innenstadt aus Sicht von Jugendlichen, mit Plätzen, ihrer Kultur und einem Einblick in die Jugendarbeit. Termine: 1.10./21.10. Infos: Js.stadt.sg.ch

geärgert.» Er lebt also von Tag zu Tag? «Nein, von zwei Stunden zu zwei Stunden.» Peter hingegen hatte immer eine Wohnung, vor mehreren Jahren aber das Pech, dass er einem Freund zu sehr vertraute und sich wegen ihm verschuldete. Und doch ging es immer: Vom Sozialamt oder von der Arbeitslosenkasse haben die beiden nie Geld bezogen. Zurzeit hat Peter Glück: Er arbeitet 80 Prozent in der Produktion eines Migros-TakeAways; der Verkauf des «Surprise» ist nur noch ein 20-Prozent-Job. Dazu kommen die Stadtführungen, die er liebt: «Ich bin gern unter Menschen. Je mehr, desto besser.» Unterwegs mit dem Rollstuhl in Basel

Auch Chikha Benallal (49) kennt ihre Stadt Basel ganz anders als die meisten Menschen. Als Rollstuhlfahrerin weiss sie nämlich, wie es ist, wenn das Tram zu hohe Stufen hat, ein Café zu eng, die Toilette im Untergeschoss unerreichbar ist. «Man muss seine Plätzchen suchen und finden», sagt sie. Seit drei Jahren arbeitet sie bei «Stolpersteine – Streifzug Behinderung». «Unsere Führungen werden immer von einer Person mit Beeinträchtigung und einer Begleitperson durchgeführt», erklärt Chikha Benallal. Ihre Begleiterin ist Simona Hofmann (24). Insgesamt gibt es vier Stadtführungsteams. Bei der Tramstation Kaserne geht es los. Eine Teilnehmerin setzt sich mutig in den Rollstuhl: Eine Rampe fühlt sich steiler an, als sie aussieht, und bald bremsen abrupt in den Boden eingelassene Schienen das Gefährt auf dem Kasernenplatz. Etwas später muss sie sich an Geholper gewöhnen: Unter ihren Rädern liegt das Kopfsteinpflaster des mittelalterlichen Klingentalquartiers. «Im Mittelalter wurden Menschen mit Behinderung in der Familie integriert und von ihren Verwandten getragen», erzählt Simona Hofmann. Die Besucher des Stadtrundgangs diskutieren: Ist unser Bild, dass Behinderung eine Last ist, etwa eine Idee der Neuzeit? Höchstwahrscheinlich schon. Dank Behinderten und Bettlern konnten Menschen einst gute Taten «ansammeln». «Gab man ihnen Almosen, kam man dem Himmel ein Stück näher.» Chikha Benallal kennt das: Als Kind erhielt sie in Liestal BL von einem alten Mann immer einen Fünfliber, wenn er sie sah. «Ich wollte das


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MENSCHEN | MM36, 31.8.2015 | 17

alles für ihre Gesundheit. eigentlich nicht. Doch dann verstand ich, dass es dem Mann danach besser ging, also akzeptierte ich es.» So richtig lästig sei etwas anderes: wenn man sie als «es» anspreche, auch heute noch, mit bald 50 Jahren. Danach wird es auf dem Rundgang richtig gefährlich: Auf dem Weg Richtung Rheinufer ist das Trottoir streckenweise viel zu schmal für einen Rollstuhl; Fahren auf der Strasse ist angesagt. Am sicheren Rheinquai flanieren Spaziergänger, Leute genies­ sen in den Cafés die wärmende Sonne. Am anderen Ufer breitet sich das Altstadtpanorama mit seinen herzi­ gen Häusern aus. Wie ist es aber, wenn man als Sehbehinderter von der Umgebung nichts oder nur wenig sieht? Die «Stolperstein»­Teilnehmer erhalten Spezialbrillen, durch die man verschwommen, mit Tunnelblick oder gar nichts sieht. Die Randsteine werden zu Hindernissen, die Men­ schen zu einer bedrohlichen Masse.

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Am Rheinufer steht ein Relief – ein Stadtpanorama für Sehbehinderte. So gut es gemeint ist, so wenig wurde dabei an andere Beeinträchtigungen gedacht. Das Relief ist zu hoch und für Chikha Benallal unerreichbar. Doch sie quittiert wie so vieles mit einem Lachen. Sowieso liess sie sich von Hindernissen noch nie unterkriegen. Als Kind erkrankte sie an Kinder­ lähmung, ihr halbes Leben lang bewegte sie sich mühsam an Stöcken, mit Schienen und Korsett fort. Seit einer Rückenoperation vor 14 Jahren sitzt sie ganz im Rollstuhl. Und sagt dazu: «Der Rolli war eine gute Entscheidung.» Mit den Stöcken sei sie in ihrer Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt gewesen. Chikha Benallal arbeitet als Sach­ bearbeiterin beim Kanton Basel­ Stadt, fährt ein speziell eingerichtetes Auto, trainiert ein Mal pro Woche Rollstuhltennis und ist seit über zehn Jahren Kampfrichterin im Rollstuhl­ sport. Immer wieder erlebt sie Stolpersteine am eigenen Leib, merkt aber auch, wie sehr sich die Gesell­ schaft gegenüber Menschen mit Behinderung geöffnet hat, jene ebenfalls mutiger geworden sind und sich viel bewusster in der Öffentlich­ keit bewegen. Die Teilnehmer können alles fragen, was sie übers Rollstuhl­ fahren und Blindsein wissen wollen; die beiden Frauen beantworten jede Frage. Eine bereichernde Erfah­ rung – für beide Seiten. MM

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18 | MM36, 31.8.2015 | MENSCHEN

Rückblende

Porträt

Reiten wie Kaiserin Sissi

Berühmte Frauen im Damensattel

Das Dirigieren eines Pferdes aus dem Damensattel erfordert spezielle Kenntnisse. Für Barbara Tschuor war es Liebe auf dem ersten Ritt. Neben der Technik liebt sie das Zusammenstellen der historischen Kostüme. Sissi (1863), Kaiserin von

Text: Claudia Weiss

Österreich, gilt als Vorzeigefrau für das Reiten im Damensattel.

K Elizabeth II. mit 60 im Damensattel. Erst mit 80 hörte die

englische Königin auf zu reiten.

Schiesswütig, aber ladylike: Angelina Jolie als Lara Croft im Film «Tomb Raider» (2003).

Bilder: Keystone, PD

Immer mehr Engländerinnen wollen lernen, wie Lady Mary in der populären TV-Serie «Downton Abbey» (2010) über Wiesen zu galoppieren.

erzengerade sitzt Barbara Tschuor (47) auf ihrem Spanischen Schimmel Llevant und trabt durch den weichen Sand der Reithalle in Gettnau LU. Die barocke Langjacke mit den goldenen Stickereien wippt im Takt, auf dem Kopf thront ein Dreispitz, und der schwarze Rock überdeckt ladylike beide Stiefel: Die Reiterin sitzt im Damensattel, beide Beine links vom Pferderücken, leicht an­ gewinkelt und in zwei spezielle Lederhörner eingehängt. In der rechten Hand hält sie locker eine schmale Reitgerte. Die braucht sie, um dem Pferd auch auf dieser Seite sanfte Kom­ mandos zu erteilen. Barbara Tschuor sieht aus wie aus einer anderen Zeit in ihrem Kostüm und mit dem gefüllten Haarnetz, unter dem sie ihre moderne Kurzhaarfrisur ver­ steckt. Sie würde hervorragend in eine noble Jagdgesellschaft passen. Llevant oder Levi, wie sie den 22­jährigen Wallach nennt, trabt unbekümmert vor sich hin, ihn stört weder das Kostüm noch der Sattel, der mit einem zusätzlichen Balance­ riemen festgezurrt wird. «Das A und O des Damensattels», er­ klärt Tschuor. «Ohne zusätzlichen Riemen würde der Sattel beim schnellen Galopp ins Rutschen geraten.» Sie zeigt ihren aufknöpfbaren Rock und den Steigbügel mit dem Schloss, das sich bei einem Sturz sofort löst: «Beides wurde vor rund 100 Jahren erfunden

Bilder: Laurent Burst

und dient der Sicherheit», sagt sie. Früher verfingen sich die Frauen bei einem Sturz mit dem Rock in den Hörnern oder blieben mit dem linken Fuss im Steigbügel hängen und wurden hinter dem Pferd hergeschleift. Rund 10 000 Franken kostet ein Damensattel

Zum Gehen knöpft sich Barbara Tschuor den Sicherheitsjupe hinten wieder hoch. Solche Details liebt sie: «Mit Fantasie nostalgische Kostüme zusam­ menstellen. Das ist doch der Mädchentraum, wie Aschen­ brödel im Film durch die Land­ schaft zu galoppieren.» Ein Traum, der allerdings viel Kön­ nen voraussetzt. «Die Befehle sind viel feiner als beim Reiten im Herrensattel», sagt sie. Und anstrengender: «Das rechte Bein und die Bauchmuskeln spüre ich jedesmal ordentlich.» Als die gelernte Primar­ lehrerin vor fast zehn Jahren erstmals an einem Schnuppertag in einem Damensattel sass, war sie vom ersten Moment an fasziniert. Sofort machte sich Barbara Tschuor auf die Suche nach einem eigenen, handge­ nähten Stück. Ein Jahr dauerte die Suche, bis sie einen qualita­ tiv guten Sattel gefunden hatte. «Aus dem Osten werden viele schlechte Billigsättel angebo­ ten», sagt sie. Ein Qualitäts­ damensattel hingegen kostet rasch einmal gegen 10 000 Fran­ ken, ein gebrauchter immerhin noch 3000 bis 4000 Franken. Um Erfahrungen und wichtige

Barbara Tschuor zeigt, wie die Beine im Damensattel fixiert sind (oben). Mit der Gerte gibt sie dem Pferd auf der beinfreien Seite Kommandos.


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Barbara Tschuor auf ihrem Reithof in Gettnau: Die historischen Kostüme machen das Reiten im Damensattel zum königlichen Vergnügen.


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MENSCHEN | MM36, 31.8.2015 | 21

Tipps auszutauschen, gründete Tschuor 2007 mit anderen begeisterten Frauen den Damensattel-Verein Schweiz. Die rund 50 Mitglieder sind alle mittleren Alters. Tschuor vermutet, dass das nicht zuletzt mit den exorbitanten Kosten zusammenhängt: «Für junge Reiterinnen ist das ganz einfach unerschwinglich.» Zudem wirkt das Reiten im Damensattel auf den ersten Blick nicht modern: Lange genug kämpften Frauen dafür, im Herrensitz reiten zu dürfen. Selbstbewusst lehnt Barbara Tschuor leicht nach vorne und galoppiert davon. Genau diese «neue weibliche Rolle», erklärt sie, gefalle ihr: «Graziös und im eleganten Kostüm auf dem Pferd sitzen und zugleich völlig selbständig leben.» Sie füttert, striegelt Levi und ihre fünf anderen Pferde und Ponys und schneidet ihnen sogar regelmässig selber die unbeschlagenen Hufe. Sie schmun-

zelt. «Und zum Aufsteigen brauche ich auch nicht mehr zwei Diener.» Klar, ganz ohne die Hilfe ihres Mannes, der vor allem beim Entwerfen der Anlage tatkräftig mit anpackte, hätte sie es nicht geschafft. Wenn sie nicht gerade ihre Vierbeiner versorgt oder reitet, macht sie auf ihrem Hof in Gettnau Reittherapie für Menschen mit geistiger oder psychischer Behinderung. Momentan übt Barbara Tschuor die Schritte für den bevorstehenden Damensattel-Reittag, an dem sie mit ihrer Kollegin Conny Erni eine selber zusammengestellte Kür vorführen will: In weisser Bluse, englischem Rock und Zylinder wird sie mit Levi zu Johann Strauss’ «Annen-Polka» auftreten. Darauf freut sie sich, Reittage des Vereins oder historische Paraden seien Höhepunkte. «Das ist Harmonie mit dem Pferd.» MM

Kurze Geschichte des Damensattels

Queen Elizabeth II. als Wegbereiterin Prinzessin Anna von Böhmen ritt als erste Frau

auf einem Damensattel quer durch Europa, um König Richard II. zu heiraten: Der Seitwärtssattel sollte ihre Jungfräulichkeit bewahren. Ab sofort galten Herrensättel für Damen als unsittlich. Für die wilde Reiterin Katharina de Medici montierten findige Sattelbauer 1580 ein Horn, in das sie das linke Bein einhängen konnte und das einen sichereren Sitz ermöglichte. Als eigentliche Revolution wurde das zweite Horn in den 1830er-Jahren eingeführt: Damit konnte man auch galoppieren und sprin-

gen. In den 1920er-Jahren war es akzeptiert, dass Frauen in Hosenröcken im Herrensitz ritten, zugleich war der Damensattel bei den Suffragetten (Frauenrechtlerinnen) als Symbol männlicher Dominanz verpönt. Er geriet in Vergessenheit. Erst Queen Elizabeth II. und Lady Mary aus der TV-Serie «Downton Abbey» machten ihn wieder populär. 2007 wurde der Damensattel-Verein gegründet. Er zählt rund 50 Mitglieder. Der Damensattel-Reittag findet am Sonntag, 6.September, 10 Uhr, in Kleindöttingen AG statt. Infos: Damensattel-schweiz.ch

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MENSCHEN | MM36, 31.8.2015 | 23

Serie (3/5)

Fabian Gürtler (20), Geomatiker, Ormalingen BL «Ich will die Zukunft unseres Landes nicht nur der älteren Generation überlassen. Damit, was heute beschlossen wird, muss meine Generation in Zukunft leben. Zudem haben wir andere Interessen: Für uns sind zum Beispiel Bildung und öffentlicher Verkehr wichtiger als vielleicht für eine ältere Generation.»

Wahlen 2015 Am 18. Oktober wählt die Schweiz 200 National- und 46 Ständeräte. Das Migros-Magazin begleitet den Wahlkampf.

Laura Sarro (18), Serviceangestellte, Goldach SG «Wir haben die Wahlen in der Schule durchgenommen. Das hat mich interessiert. Es geht um die Schweiz. Hier wohne ich, und hier will ich mitreden. Zudem denke ich: Wenn wir dieses Recht schon haben, dann sollten wir es auch nutzen.»

Teil 1: Die Neulinge 2011 Teil 2: Wahlkampf via Social Media Diese Woche: Jungwähler – was bringt sie an die Urne? Teil 4: Wahlkampfhelfer

– was motiviert sie?

Teil 5: Chancenlose –

warum treten sie an?

Melanie Köchli (18), Architekturzeichnerin, Sarmenstorf AG «In Bern wird die Zukunft gemacht, meine Zukunft. Ich möchte zum Beispiel nicht, dass bei der Bildung gespart wird. Auch die Umwelt ist mir wichtig. Darum wähle ich Leute, die sich für erneuerbare Energie und ein gutes Bildungssystem einsetzen.»

Wahlen 2015

Der Jugend eine Stimme geben

Bilder: ZVG

Die Interessen der Jugendlichen sind in Bern schlecht vertreten. Damit sich das ändert, gibt es Easyvote, ein Projekt, bei dem junge Erwachsene ihresgleichen mobilisieren. Fünf Neuwähler über ihre Motivation, im Herbst erstmals an die Urne zu gehen. Text: Andrea Freiermuth

E

ines vorweg: Es stimmt nicht, dass die Jugend immer unpolitischer wird. Die Wahlbeteiligung der 18- bis 24-Jährigen ist zwischen 1995 und 2011 von 21 auf 32 Prozent gestiegen. Das zeigt die Schweizer Wahlstudie Selects, welche die Beteiligung an den National- und

Ständeratswahlen seit 20 Jahren verfolgt. Was hingegen stimmt: Die Interessen der jüngeren Generation sind in Bern schlecht vertreten. Denn während nur jeder dritte junge Erwachsene wählt, geben bei den über 65-Jährigen zwei von drei ihre Stimme ab. Das fällt umso stärker ins

Gewicht, als es mehr als doppelt so viele Rentner wie 18- bis 24-Jährige gibt. Das heisst, 250 000 Jungwähler treten gegen rund 1 Million Altwähler an. Ein Grund, warum Jugendliche ihr Wahlrecht nicht wahrnehmen, ist Überforderung. Junge Erwachsene scheitern an politischen


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Erstmals an die Wahlurne? Die besten Argumente. Migrosmagazin.ch

Wahlhilfen im Netz

Mit ein paar Klicks zum Politprofi werden

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Null Ahnung von Politik? Zu viele nichtssagende Namen? Kein Problem. Im Netz gibt es diverse Wahlhilfen, die Jungwählern helfen, sich zurechtzufinden – mit Funfaktor.

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Smartvote.ch: Anhand

Easyvote.ch: Die Site

richtet sich explizit an die junge Generation und hat auf Facebook über 5000 Likes. Wer nicht weiss, wie man abstimmt, wird mit neun Fotos durch das Prozedere geführt. Zudem zeigt eine interaktive Karte, wo sich der nächste Briefkasten befindet, um das Wahlcouvert einzuwerfen. Jungwähler, die sich politisch engagieren möchten, können für Freunde einen Vote-Wecker stellen und politfaule Kollegen per E-Mail auffordern abzustimmen. Die Website gibts auch als App. Politbox: Die App ist

das Quizduell unter den Wahlhilfen. Damit können Jungwähler und andere ihr Wissen zur Schweiz und ihrem politischen System testen und sich mit ihren Freunden messen.

25–34

35–44

45–54

55–64

65–74

75+

Nur jeder dritte Jugendliche ging bei den Parlamentswahlen 2011 an die Urne. Von den über 65-Jährigen warens zwei Drittel. Quelle: Selects, Swiss Foundation for Research in Social Sciences (FORS)

Vuong Truong (22), Sanitärinstallateur, Wil SG «Meine Eltern sind vor dem Kommunismus in Vietnam geflüchtet. Darum bin ich sehr froh, in einer Demokratie zu leben und ein Mitspracherecht zu haben. Am politischen System der Schweiz gefällt mir, dass es eine grosse Auswahl an Kandidierenden gibt – darunter sind auch Leute, die wie ich ursprünglich aus einem anderen Land stammen.»

Begriffen, kennen die Positionen der Kandidie­ renden nicht, oder der Wahlakt ist ihnen generell zu schwierig. Das zeigt eine Studie des For­ schungsinstituts GFS, die 2014 vom Dachverband Schweizer Jugendparlamente in Auftrag gegeben wurde. In diesen Parlamenten sind Jugendliche organisiert, die bereits politisch engagiert sind. Sie haben 2012 das Projekt Easyvote lanciert, mit dem sie junge Erwachsene für Politik begeistern wollen – unter anderem mit jugend­ gerecht aufereiteten Abstimmungs­ und Wahl­ unterlagen. Im Hinblick auf die nationalen Wahlen haben sich die Schweizer Jugendparlamente zum Ziel gesetzt, 20 000 zusätzliche Jungwähler zu mobilisieren. Langfristig soll die Wahlbetei­ ligung der Jungen auf 40 Prozent gesteigert werden. Easyvote setzt den Fokus auf Neuwähler zwischen 18 und 23 Jahren, die das erste Mal an der Wahl der National­ und Ständeräte teilneh­

Leonard Flach (19), Student Internationale Beziehungen, Rotkreuz ZG «Die Politik beeinflusst unser ganzes Leben. Sie bestimmt, wie viel Ferien wir haben, wie viel wir verdienen und wie viel nach allen Abgaben Ende Monat noch im Portemonnaie bleibt. Da wäre ich blöd, wenn ich nicht wählen gehen würde.»

men können. Die Wahlkampagne ruft sie auf, sich als Wahlhelfer zu beteiligen und ihre Kolleginnen und Kollegen zu informieren, motivieren und mobilisieren. Und der Spassfaktor kommt dabei auch nicht zu kurz: Wahlhelfer können Punkte sammeln und einen Wettbewerb gewinnen. Abgerechnet wird am 8. Oktober, dem nationalen Jugend­ wahltag: Wer an diesem Tag am meisten Freunde mit dem Wahlcouvert an den Briefkasten bringt, macht das Rennen. Inzwischen sollen sich bereits 300 Jungwähler und Jungwählerinnen als Helfer registriert haben. Und das, obwohl die Kampagne offiziell erst am 8. September startet. Zu diesem Zeitpunkt werden auf der Easyvote­Homepage weitere nützliche Funktionen aufgeschaltet, wie etwa ein Tool, mit dem junge Erwachsene jene Kandi­ dierenden finden können, die ihre Interessen am besten vertreten. MM

Bilder: ZVG

eines Fragebogens zu verschiedenen Themen können Wähler ihre Positionen mit denjenigen von Kandidierenden vergleichen und sich eine Wahlempfehlung erstellen lassen. Smartvote existiert seit 2003 und wird vom politisch neutralen Verein Politools entwickelt und betrieben. Bei den Nationalrats- und Ständeratswahlen 2011 hatte das Tool 1,2 Millionen Nutzer.

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26 | MM36, 31.8.2015 | MENSCHEN

Vergisst ob dem «wunderbaren Panorama» die ganzen Strapazen des Jungfrau-Marathons: Christina Wassmer in der Nähe des Ziels bei der Kleinen Scheidegg BE.


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Porträt

Schöner leiden am Berg

Der Jungfrau-Marathon gilt als einer der strengsten, aber auch schönsten Langstreckenläufe der Welt. Am 12. September quälen sich wieder Tausende von Läufern die 42,195 Kilometer von Interlaken auf die Kleine Scheidegg hoch. Bereits zum 20. Mal am Start steht Christina Wassmer. Ihr Antrieb: das Panorama und eine grosse Portion Glücksgefühle. Text: Reto E. Wild

M

itte September ist es wieder so weit: Christina Wassmer (49) startet zu ihrem 20. Jungfrau-Marathon. Er gilt unter anderem dank der drei imposanten Berge als weltweit schönster Lauf über 42,195 Kilometer. Sieht die Arztgehilfin aus Dottikon AG die schneebedeckten Gipfel von Eiger, Mönch und Jungfrau, bekommt sie Gänsehaut. «Das wunderbare Panorama, die abwechslungsreiche Strecke und die Volksfeststimmung mit den vielen Zuschauern, die mich mit ihrem Applaus ins Ziel tragen, begeistern mich.» Am liebsten mag die Hobbymarathonläuferin ausgerechnet den strengsten Streckenteil des Marathons: von Lauterbrunnen im Zickzackkurs nach Wengen hoch und weiter zur Wengernalp. Ein Jahr lang bereitet sie sich jeweils auf ihren Saisonhöhepunkt vor, trainiert jeden Montagabend in der Läuferriege Wohlen AG, rennt über die Hügel des Aargauer Freiamts, umrundet ab und zu den Hallwilersee und kommt so auf wöchentlich rund 50 Trainingskilometer. Zusätzlich ist die sportliche Singlefrau auch auf dem Rennvelo und dem Mountainbike unterwegs. Sie befürchte jedes Mal, sich im letzten Moment noch zu

In Zahlen

Zum

23.

Mal wird am 12. September der Jungfrau-Marathon ausgetragen. Es werden

4000

Läuferinnen und Läufer aus

56

Nationen erwartet. Start ist in Interlaken BE, das Ziel nach

42,195

Kilometern fast 1800 Meter höher auf der Kleinen Scheidegg.

1700 5500

Helfer stehen im Einsatz, die

Bananen und 14 000 Liter Sportdrinks, Bouillon und Cola verteilen. Den Streckenrekord hält der Neuseeländer Jonathan Wyatt, der 2003 das Ziel nach 2:49:02 erreichte.

Bilder: Daniel Winkler

erkälten oder zu verletzen. Die Tage vor ihrem grossen Jahresziel laufen immer gleich ab: Zwei Tage vor dem Start gönne sie sich eine Massage. Am Wettkampftag selbst fährt sie mit ihrem Schwager frühmorgens Richtung Interlaken los. «Jeder erzählt von seinen Ängsten und was alles wehtut.» Doch sobald der Startschuss gefallen ist, sei die ganze Nervosität weg. Die Strecke von Interlaken via Lauterbrunnen zur 1800Meter höher gelegenen Kleinen Scheidegg möchte sie dieses Jahr in weniger als 5 Stunden schaffen. Ihre Bestzeit von 4 Stunden und 34 Minuten stammt aus dem Jahr 1999. Sport sei für sie Ausgleich zur Arbeit, gebe ihr viel Befriedigung, Erholung und Ruhe. «Während des Wettkampfs», gibt Wassmer zu, «frage ich mich schon manchmal, weshalb ich mir das antue. Doch in solchen Momenten lenke ich mich mit der Aussicht ab oder erhalte ein paar aufmunternde Worte von anderen Läufern. Auch im Wettkampf nehme ich meine Umgebung stark wahr.» Ein Mal begleitete sie ihr Bruder Wolfgang Wassmer (57), der sie überhaupt auf die Idee gebracht hatte. Er ist selbst ein ambitionierter Läufer und gibt ihr Trainingstipps. Zwei Mal verhinderte eine überreizte Achillessehne den Start. Und ein

Mal musste sie aufgeben, weil ein Wechsel der Arbeitsstelle zu viel Energie gekostet hatte. Erstmals überhaupt an einem Lauf startete Wassmer im Oktober 1992 am Hallwilersee über 11 Kilometer. Ein knappes Jahr später wagte sie den grossen Schritt und stand vor ihrer Jungfrau-Marathon-Premiere. Wassmer hatte keine Ahnung, was sie erwarten würde. Sie kämpfte sich im Berner Oberland bei Regen und Schnee ins Ziel. «Die Entschädigung mit dem Glücksgefühl auf der Kleinen Scheidegg war jedoch unbeschreiblich.» Seither startete Wassmer zusätzlich rund ein Dutzend Mal über 50 Kilometer in Burgdorf BE, zehn Mal am Frauenfelder Waffenlauf, vier Mal am Zermatt-Marathon sowie an den Stadtmarathons von Zürich, Barcelona und New York. In ihrer Läuferkarriere haben sich rund 50 Marathons angesammelt – für jedes Lebensjahr einer. «Viel mehr als auch noch Rennvelofahren und Biken hat in meiner Freizeit nicht mehr Platz», sagt sie. Was allerdings nicht ganz stimmt: Ab und zu hilft Christina Wassmer als Sopran in einem Chor aus. Das Requiem von Johannes Brahms, vor zwei Jahren in der Stadtkirche von Lenzburg AG aufgeführt, sei ihr unter die Haut gegangen – fast wie ein Marathon. MM


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Interview

«Wir erleben derzeit eine Periode des historischen Durchwurstelns» Am 2. September vor 70 Jahren ging der Zweite Weltkrieg auch in Asien zu Ende. Doch die grosse globale Katastrophe wirkt bis heute überall noch nach, sagt der Berliner Historiker Paul Nolte. Er plädiert dafür, mit etwas mehr Optimismus in die Zukunft zu schauen. Text: Ralf Kaminski

Bilder: Edgar Rodtmann, Jens Neumann


MENSCHEN | MM36, 31.8.2015 | 29

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MENSCHEN | MM36, 31.8.2015 | 31

Paul Nolte, es ist kein «Ende der Geschichte» in Sicht, weltpolitische Spannungen, wohin man blickt. Für einen Historiker der Zeitgeschichte sind es aufregende Zeiten im Moment, oder? Das ist schon spannend, aber man hat auch nicht das Gefühl, einem Zäsur- oder Kippmoment der Geschichte beizuwohnen. Alles zieht sich langsam dahin, und man sieht noch nicht richtig, wo es hinführen könnte. Wir erleben quasi eine Periode des historischen Durchwurstelns. Immerhin: Ein dramatischer Kollaps ist auch nirgends in Sicht. Eine solche Zäsur war der Zweite Weltkrieg, der vor 70 Jahren auch in Asien endete. Angesichts der vielen aktuellen Spannungen: Hat die Menschheit die Lektionen von damals schon vergessen? Ich denke, wir haben seither einiges gelernt, sicher über Konfliktlösungen und das Vermeiden ganz grosser Katastrophen. Das Krisenmanagement in der Ukraine illustriert die Fortschritte sehr schön. Schade, dass man es den europäischen Staatsmännern der 30er-Jahre nicht mehr als Vorbild vorführen kann. Es wurden seither auch viele neue Institutionen und Organisationen geschaffen, die sich gut bewähren und die Welt zusammenhalten, sei es nun die Uno oder die Weltgesundheitsorganisation. Gibt es ein Risiko, dass aus den aktuellen Krisen wieder Kriege entstehen? Es ist derzeit wenig wahrscheinlich, dass es zu einem klassischen Krieg zwischen zwei Nationen oder Staatenbündnissen kommt. Hingegen werden uns Terrorismus, Bürgerkriege und Cyberwar sicher auch in Zukunft beschäftigen. Und natürlich kann man nicht ausschliessen, dass sich daraus eine Dynamik entwickelt, die auch einen konventionellen Krieg wieder möglich macht. Wer weiss, ob Spannungen zwischen den Grossmächten USA und China nicht doch mal zu einem bewaffneten Konflikt führen. Zum Beispiel, wenn ein Selbstdarsteller wie Donald Trump US-Präsident würde? Dann gäbs wohl erst mal einen Krieg gegen Mexiko. (lacht) Nein, unmittelbar sehe ich keine grosse Gefahr bezüglich der USA und China. Russland ist für solche Kriegsszenarien ohnehin zu schwach, auch wenn sich die Spannungen deutlich verstärkt haben. Aber manchmal kann schon entscheidend sein, welche Art Mensch an den Hebeln der Macht sitzt, oder? Im Extremfall kann das viel ausmachen. Natürlich sind solche Leute auch immer in Strukturen eingebettet, aber ohne Hitler wären die Dinge in Deutschland damals fraglos anders gelaufen. Der US-Präsident ist allerdings sehr stark vom System

abhängig, das ihn umgibt. Auch der Kalte Krieger Ronald Reagan hat die Welt nicht in den Dritten Weltkrieg gestürzt, im Gegenteil. Unter ihm begann das Tauwetter mit der Sowjetunion. Worin sehen Sie aktuell die stärkste Bedrohung für Europa? Die geht von Europa selbst aus, den Desintegrationskräften, die derzeit herrschen. Ich bin zwar nicht so pessimistisch, aber an den Rändern tut sich einiges: Wird Grossbritannien 2020 noch zur EU gehören? Können wir den Süden zusammenhalten? Gibt es noch einen Konsens über das Ziel des europäischen Gemeinschaftsprojekts? Die Lage ist sicher fragiler als auch schon. Ein Bröckeln der EU wäre auf jeden Fall eine Schwächung Europas auf der Weltbühne. Die aktuellen Ängste vor einer Islamisierung Europas oder vor einer Überflutung durch Flüchtlinge sind unbegründet? Ich denke, man muss sich mehr Sorgen darüber machen, dass es wieder so leicht geworden ist, das Fremde zu dämonisieren. Natürlich haben wir es derzeit mit einer grossen Zuwanderungswelle zu tun. Das ist eine Herausforderung, die uns auch die kommenden Jahre begleiten wird. Nur hat es solche Wanderbewegungen in Europa immer wieder gegeben, und insgesamt haben wir damit gute Erfahrungen gemacht. Wirtschaft und Gesellschaft haben sich dynamisiert und geöffnet, beide Seiten haben profitiert, das lässt sich bis ins 19. Jahrhundert zurückverfolgen. Europa hat die moralischen und materiellen Ressourcen, um mit der aktuellen Zuwanderung klarzukommen. Aber natürlich müssen wir daran arbeiten – ebenso wie an den Ängsten jenes Teils der Bevölkerung, der Mühe hat, sich auf eine veränderte, offenere, vielfältigere Gesellschaft einzustellen. Wie stark dominieren die Ergebnisse des Zweiten Weltkriegs noch heute die Welt? Stark. Die sogenannte westliche Welt ist damals entstanden, die transatlantische Allianz zwischen Europa und den USA. Zuvor war die Welt multipolar geordnet, und in Europa dominierten die Kolonialmächte England und Frankreich. Seit dem Kollaps der Sowjetunion ist die Lage zwar etwas unübersichtlicher geworden, aber das Bündnis USA-Europa ist weiterhin überraschend stabil und Ankerpunkt der aktuellen Weltordnung. Man findet sich in der Regel weiterhin vereint, sei es gegen die Islamisten oder ein widerspenstiges Russland. Und das, obwohl sich die USA schon länger vermehrt dem Pazifik zuwenden. Gibt es weitere zentrale Erbschaften aus dem Zweiten Weltkrieg? Die Entkolonialisierung und ihre Folgen.

Sie begann nach Kriegsende und dauerte Jahrzehnte. So war zum Beispiel Portugal noch bis 1999 eine Kolonialmacht, damals gab es Macao an China zurück. Die meisten Kolonien wurden aber bis in die 60er-Jahre unabhängig, jedoch längst nicht alle friedlich. Man denke an Indochina oder Algerien. Statt wie erhofft eine Menge prosperierender, gleichberechtigter Staaten zu kreieren, die auf Augenhöhe miteinander kooperieren, entstanden neue Spannungen. Und Abhängigkeit und Unterentwicklung bestehen teils in krasser Weise fort. Sind alle grösseren politischen Entwicklungen der letzten 70 Jahre mehr oder weniger eine Folge des Zweiten Weltkriegs? Es gibt schon Gegenden, in denen 1945 keine so grosse Rolle spielt. Für Russland zum Beispiel ist bis heute die Revolution von 1917 zentraler, auch wenn der Zweite Weltkrieg das Land stark beeinflusst hat. In Lateinamerika spielt seit dem 19. Jahrhundert das konfliktreiche Verhältnis zu den USA die wichtigste Rolle. Und natürlich ist längst nicht alles, was unsere Welt bestimmt, aus macht- und staatspolitischen Konstellationen entstanden. Die Jugendrevolte von 1968 und andere gesellschaftliche Wandlungen haben eine grosse Rolle gespielt. Welche früheren Zäsuren wurden vom Zweiten Weltkrieg quasi überlagert? Dass ein Grossereignis kommt und mit allem Schluss macht, was vorher galt, das gibt es kaum. Man muss sich historischen Wandel eher als eine Art Sedimentierung vorstellen, Ereignisse, die aufeinander aufbauen und bis heute nachhallen. Christi Geburt oder die Reformation wirken auch heute noch. Das letzte grosse Schlüsselereignis vor dem Zweiten Weltkrieg war wohl die Französische Revolution von 1789. Sie beeinflusst noch immer unser politisches Leben: In Europa herrscht Demokratie; Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit sind wichtige Werte. War der Mauerfall 1989 ein solcher Schlüsselmoment? Für alle, die nach 1945 geboren sind, hat es wohl keinen markanteren historischen Moment gegeben. Wenn Mauern und Herrscher stürzen, sind das faszinierende Ereignisse. Ich erinnere mich noch gut an die Bilder vom erschossenen rumänischen Herrscherpaar Ceaușescu, das war durchaus vergleichbar mit der Hinrichtung von Louis XVI. Dennoch zögern Historiker mit der Bewertung von 1989 – für Europa war es sehr wichtig, global weniger. Da waren die Terroranschläge in den USA 2001 möglicherweise bedeutender. Vielleicht hängen die Daten auch zusammen. Gemeinsam verweisen sie auf die neue Zeit, in der wir jetzt leben: Eine unipolare Welt, domi-


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MENSCHEN | MM36, 31.8.2015 | 33

Zur Person

Experte für Zeitgeschichte Paul Nolte (52)

Paul Nolte plädiert für mehr Vertrauen in unsere Fähigkeit, Probleme zu lösen.

niert von den USA, mit vielen kleinen Aus­ einandersetzungen zwischen ungleichen Ak­ teuren. Es ist noch zu früh für eine abschlies­ sende Einschätzung dieser Daten. Aber 1945 ist eine Weltordnung gekippt, das gilt im selben Mass weder für 1989 noch für 2001. Für eine echte Zäsur müssten also die USA stürzen? Genau. Aber ihr Untergang ist nicht in Sicht, obwohl über ihren Abstieg ja schon länger orakelt wird. Ich glaube, in Europa neigt man dazu, die Dynamik der USA zu unter­ schätzen, nur schon die demografische. Geschichte wirkt, im Nachhinein betrachtet, oft wie ein zwingender, fast schon logischer Ablauf, aber es könnte immer alles auch ganz anders passiert sein, oder? Das ist so. Wie jeder Mensch in seiner Lebensgeschichte rückblickend einen Ab­ lauf und einen Sinn sucht, tun wir das auch mit der Welthistorie. Zwingende Logik darin zu sehen, ist sicherlich eine Illusion. Aber es gab doch seit Ende des 18. Jahrhunderts weitherum die Überzeugung, dass die Ge­ schichte eine Richtung hat, nämlich hin zu Fortschritt und Entwicklung, Befreiung und Aufstieg. Und das war auch so, besonders nach 1945. Der Glaube an eine solche Fort­ schrittsgeschichte ist jedoch weitgehend verloren gegangen. Heute sieht man eher die Brüche und Inkonsistenzen; das verändert auch den Blick zurück und macht die Geschichte weniger klar und hoffnungsvoll. Trägt das auch bei zur aktuellen Verunsicherung und Zukunftsangst der Menschen in Europa? Obwohl es ihnen historisch gesehen besser geht als je zuvor?

Auf jeden Fall. Eindrücklich ist der Kontrast mit der Stimmung am Vorabend des Ersten Weltkriegs, als die Menschen voller Optimis­ mus in die Zukunft sahen. Auch ihr Technik­ glaube war enorm: Eisenbahn und Autos waren erst vor Kurzem entwickelt worden, die ersten Fluggeräte entstanden, und selbst das All schien bald zum Greifen nah. Aus heutiger Sicht ein massloser Glaube an Uto­ pien. Dass diese Form von Fortschrittsglau­ be verschwunden ist, hat aber auch damit zu tun, dass sich die Vorstellungen über ein gutes Leben verändert haben. Wachstum und materieller Fortschritt haben nicht mehr die gleiche Bedeutung wie früher. Wir haben realisiert, dass ein weiteres Auto in der Garage oder ein weiterer Computer im Heim unser Glück nicht mehr entscheidend steigert. Sehen Sie denn eine Berechtigung für den verlorenen Zukunftsoptimismus? Wird es der nächsten oder übernächsten Generation weniger gut gehen als uns? Ich kann verstehen, dass es solche Sorgen gibt, sehe aber wenig Berechtigung dafür. Bedenkt man die Kreativität und den Erfindungsreichtum der Menschheit, sind die Chancen intakt, dass viele Dinge gelöst werden, die jetzt als grosse Probleme erscheinen. Wenn wir schon den Fort­ schrittsoptimismus verloren haben, sollten wir wenigstens ein gewisses Selbstvertrauen in unsere Lösungsfähigkeiten entwickeln. Ich denke, die Apokalyptiker neigen dazu, sich zu wichtig zu nehmen. Sie können es nicht ertragen, dass sie halt auch nur eine Generation unter vielen sind, welche die Erde zwischendurch mal bewohnt haben. Vermutlich wird es auch im Jahr

ist Historiker, Publizist und Professor für Neue Geschichte am FriedrichMeinecke-Institut der Freien Universität Berlin. Er ist mit einer Historikerin verheiratet, hat zwei erwachsene Kinder und lebt in Berlin.

2700 noch Menschen auf der Welt geben, die sich für die letzten halten, die gerade noch ein gutes Leben haben, bevor dann alles in den Abgrund stürzt.

Haben Sie eigentlich irgendeine Beziehung zur Schweiz? Ich kenne sie seit Familienurlauben aus der Kindheit, vom Wandern im Berner Ober­ land, wo ich auch heute ab und zu noch unterwegs bin. Und da ich mich stark mit dem Thema Demokratie auseinandersetze, komme ich an der Schweiz natürlich auch fachlich nicht vorbei. Sie ist dafür ein wichtiges Referenzmodell. Auch Deutsch­ land wagt ja inzwischen kommunal mehr direkte Demokratie; sie ist zwar auch kein Allheilmittel, aber ich finde es eine durchaus erfreuliche Entwicklung, Sie sind mit einer Historikerin verheiratet und leben in Berlin, einer Stadt, in der man an jeder Ecke über Geschichte stolpert. Schaffen Sie es überhaupt, sich mal nicht mit Ihrem Fachgebiet zu beschäftigen? Es ist tatsächlich nicht immer leicht, be­ sonders, weil sich die Geschichte so stark in unserer Gegenwart spiegeln lässt. Aber zwischendurch kann ich mich schon davon lösen, etwa beim Kochen oder bei einem Sudoku. Das erfordert eine ganz andere Art von Konzentration. Lesen zur Entspannung ist hingegen schwierig, weil sich da zu rasch wieder historische Bezüge einstellen. ( lacht) Was kochen Sie denn so? Sehr gerne Fisch oder Pasta. Meine Frau überlässt das Kochen lieber mir. Sie geht auch nicht gerne einkaufen, das mache meist ich. MM


E

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Bänz Friedli

Jugo, na und?

Er nannte sich Tschingg. «Tschingg is beautiful», schrieb er mit Kugelschreiber auf das Etui, in dem er Schreibstifte, Lineal und Taschenrechner aufbewahrte. Und hat er sich die Losung nicht sogar mal für einen Schul­ sporttag auf ein Shirt gemalt? «Tschinggen» wurden italienische Einwanderer zu meiner Schulzeit abschätzig genannt, ein Nationalrat namens Schwarzenbach startete ihretwegen gar sogenannte Überfremdungsinitiativen – nur schon das Wort mutet heute absurd an, «Überfremdung». Etwa so absurd, wie sich in dreissig, vierzig Jahren die Parole von der angeblichen «Masseneinwanderung» anhören wird.

Bänz Friedli (50) über die Silbe -ić.

Unser Tschingg, der Fabrizio, machte sich den Schimpf zu eigen und deutete ihn um: Seht her, ich bin stolz, italienischer Herkunft zu sein! Bald war er für uns alle «der Tschingg», dabei hätte eigentlich nur er das Wort gebrauchen dürfen, denn nur Betroffene sollten solcherlei Trotzwörter verwenden: Pirat, Gangster, Nigger, Tschingg. Von Geusen­ wörtern reden Sprachforscher, wenn Betrof­ fene eine ursprüngliche Beschimpfung positiv ummünzen. US­Präsident Barack Obama sprach das berühmteste Geusenwort unlängst aus: Nigger. «Wir sind nicht geheilt vom Ras­ sismus», sagte er in einem Radiointerview, «es geht nicht nur darum, dass es nicht anständig ist, öffentlich ‹Nigger› zu sagen. Das ist kein Gradmesser dafür, ob Rassismus noch immer

existiere oder nicht.» Obama durfte das, ein blasshäutiger Präsident hätte ob der ein­ maligen Verwendung des N­Worts womöglich seinen Sessel räumen müssen. So heikel ist das in Amerika. Aber unser Tschingg blieb der Tschingg. Als er Jahrzehnte später mal anrief, um mir zu eröffnen, er sei Vater geworden, und ich beim Abendessen beiläufig zu meiner Frau sagte: «Der Tschingg hat angerufen …», entfuhr es beiden Kindern im Chor: «Vati! ‹Tschingg› sagt man nicht!» Unser Tschingg fiel mir ein, als der Bündner Rapper Milchmaa vor einiger Zeit ein Shirt mit nichts als «­ić» bedruckte, der Silbe, die schon ausreicht, damit einer keine Lehrstelle findet, weil sie ihn zum «Jugo» stempelt. Milchmaa ist serbischer Abstammung und trägt das ­ić­Shirt, wenn er nicht gerade eines von Roter Stern Belgrad trägt, gern an seinen Auftritten. Die ­ićs, bedeutet er uns cool, sind hier aufgewachsen, sie gehören dazu – da kann der Fussballnationalspieler Stephan Lichtsteiner noch lang von «richtigen» und «anderen Schweizern» reden. Und weil einer, der «straight outta Rhiquartier» kommt, mitten aus dem Churer Arbeiterviertel, hier­ zulande mit seinen Reimen nicht zum Millio­ när wird, geht Milchmaa einem bürgerlichen Beruf nach. Er ist Gymnasiallehrer. Ob er schon mal im -ić-Shirt im Schulzimmer erschienen ist, weiss ich nicht. MM

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Migros-Welt MM36

Zitat der Woche

«Wir brauchen alle Zeit, um Gewohnheiten zu ändern.» Frédéric Favre, Personalchef der Migros Wallis, über die Präventionskampagne «Gesundheit im Unternehmen» im Suva-Kundenmagazin «benefit» vom August.

Bei der Arbeit

Erika Schellenberg (54), Marktleiterin der Migros-Filiale am Limmatplatz in Zürich Gesang

Bilder: Barbara Sorg, Christian Schnur

10 Jahre Vocal Night Die Vocal Night ist eine jährliche Musikveranstaltung des Ateliers für Ge-

sang mit dem Ziel, junge Gesangstalente zu fördern. Am 19. September geht im Zic Zac die Talentschau in die 10. Runde. Im Rahmen eines öffentlichen Konzerts werden Lieblingssongs von rund 30 kleinen und grossen Gesangstalenten mit

Liveband vorgetragen. Das diesjährige Motto «Back to the 60s» lässt den Twist, den Folk, die Beatles und Woodstock auferstehen. Lassen Sie sich überraschen, wie viel Talent in der Region Basel steckt. Informationen auf www.vocal-night.ch Mehr von der Migros Basel ab Seite 89

«Seit vier Jah­ ren bin ich für die Filiale am Limmatplatz verantwortlich. Das tönt nach einer langen Zeit, aber die Stunden ver­ gehen wie im Flug. Täglich bin ich mehr­ mals im Laden unterwegs und kontrolliere die Abläufe und die Waren und spreche mit meinen Mit­ arbeitern. Am liebsten mag ich die Rund­ gänge am frü­ hen Morgen, wenn noch nicht so viele Kunden da sind. Später ist es schnell vorbei mit der Ruhe, und ich bin dann zusammen mit meinem Team damit beschäf­ tigt, den Men­ schen­ und Warenfluss im Gleichgewicht zu halten.»


40 | MM36, 31.8.2015 | MIGROS-WELT

Zahl der Woche

27 Filialen betreibt die Migros-Tochter M-way in der ganzen Schweiz bereits. Allein 2015 hat M-way 9 neue Filialen eröffnet, bis Spätherbst dieses Jahres wird der Schweizer Marktleader im E-Zweirad-Handel total 29 Shops betreiben. Toni Brunner, Präsident IG Schweizer Bergprodukte, Preisträger Alwin Meichtry, Präsident Schweizerischer Schafzuchtverband, Martin Schläpfer, Migros-Genossenschafts-Bund (von rechts).

Auszeichnung Der Schweizerische Schafzuchtverband erhält für sein Engagement in Sachen Rückverfolgbarkeit von Schweizer Lammfleisch den mit 10 000 Franken dotierten Preis für innovative Berglandwirtschaft. Vergeben wird der Preis jährlich von der IG Schweizer Bergprodukte, in der auch die Migros vertreten ist. Dank des Engagements konnte die Migros in Kooperation mit IP-Suisse die Marke Alplamm lancieren. Davon profitieren die Schafhalter, die mit der Migros einen Abnehmer ihrer Produkte haben. Gleichzeitig verhindern Schafweiden, dass die Alpen verbuschen. Und die tiergerechte Haltung auf Alpwiesen macht das Alplamm zu einem besonders geschmackvollen, natürlichen und nachhaltigen Produkt. Erhältlich ist Alplamm in der Migros ab Ende August bis Ende September.

Testsieger

1. Platz für Kult Ice Tea Den kennt man auch ohne Verpackung. Anders ist nicht zu erklären, warum beim Blindtest des Konsumentenmagazins «Kassensturz» mit über 300 Personen der Migros-KultIce-Tea Zitrone zum besten Eistee gekürt wurde. Insgesamt 130 Liter Eistee hat die Redaktion beim Teststand im Zoo Zürich den Besuchern zur Erfrischung angeboten, je 3 verschiedene Marken aus 9 der meistverkauften Produkte aus dem Detailhandel gab es in neutralen Trinkbechern zu kosten. Die Probanden verteilten dabei Schulnoten von 1 bis 6. Testsieger war der Kult Ice Tea Zitrone: «Er schmeckt nach Tee, ist nicht zu süss und hat den richtigen Geschmack», urteilte eine Testperson. Das beliebte Getränk mit der herben Note von frisch aufgebrühtem Tee führt die Migros übrigens seit mehr als 30 Jahren im Sortiment.

Mehr zum Alplamm lesen Sie ab Seite 42.

Kindersendung «Zambo»

Nachts in der Migros Das Kinderprogramm «Zambo» von Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) war zu Gast im MigrosSupermarkt Säntispark. «Rosanna checkt’s» heisst die Sendung, in der Moderatorin Rosanna Grüter Orte besucht, die man so noch nicht gesehen hat. Gefilmt wurde deshalb erst, nachdem alle Kunden den «Säntispark» verlassen hatten.

Was aber passiert zwischen Ladenschluss und Türöffnung

in einem Migros-Supermarkt? Obschon die Gänge leer und die Lichter erloschen sind, wird dort auch nachts gearbeitet. «Zambo» wirft einen Blick hinter die Kulissen, während die meisten von uns schlafen. Die Sendung aus dem «Säntispark» läuft am 1. September um 16.55 Uhr auf SRF 1.

Die SRF-Filmcrew im «Säntispark»: Auch gereinigt wird erst nach Ladenschluss.


Bis in den Herbst hinein ist Brombeerzeit. Durch stacheliges Gestrüpp muss sich heutzutage aber keiner mehr kämpfen, um an die prallen Beeren zu kommen. Diese schmecken toll in Quark- und Joghurtspeisen, im Müesli oder einfach so.

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MIGROS-WELT | MM36, 31.8.2015 | 41

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42 | MM36, 31.8.2015 | MIGROS-WELT

Alpweiden

Ein Leben an der frischen Luft

Unter dem Label TerraSuisse hat die Migros Alplamm im Angebot. Das Fleisch stammt von Tieren, die im Sommer auf verschiedenen Alpen in der Schweiz weiden. Text: Pierre Wuthrich

W

Bilder: Mathieu Rod

ährend sich in der Region Portes du Soleil im Winter die Skifans tummeln, gehört die Gegend oberhalb von Morgins VS im Sommer den Schafen. Hier auf der Alpe de Conches finden sie frische Kräuter und Gräser in Hülle und Fülle, die sie Tag für Tag genüsslich abgrasen können. «Mit meinen 700 Schafen und 550 Lämmern habe ich im Mai meinen Schafstall in CollombeyMuraz verlassen und werde erst im Oktober wieder zurückkehren», berichtet Schafzüchter Jérôme Vannay (33) und betont, wie glücklich er sei mit der Arbeit im Einklang mit der Natur.

«Die Stadt Collombey-Muraz verpachtet mir vier Alpweiden in 1600 bis 2000 Meter Höhe. Während des Sommers richten wir es so ein, dass wir zwei Mal auf jede Weide kommen. So kann sich die Natur in der Zwischenzeit erholen.» Ein Hund, eine Aufgabe

Auf der Alp nimmt das Leben friedlich seinen Lauf, auch wenn nichts dem Zufall überlassen wird. Nachts, wenn Jérôme Vannay, seine Frau und seine Tochter in einer Hütte in der Nähe schlafen, wacht Belle, eine prächtige Pyrenäen-Berghündin, über die Herde. «2006 hat ein Wolf mehr als 30 meiner Tiere

gerissen. Seither bleiben meine Schafe und Lämmer nachts in einem Gehege, wo Belle auf sie aufpasst. Bis heute habe ich kein einziges Tier mehr verloren.» Ab 6 Uhr morgens können die Tiere sich frei bewegen und grasen, wo sie möchten. Dabei werden sie von Cannelle und Zora, zwei ebenso heissblütigen wie wachsamen Mischlingshündinnen aus Border Collie und Australian Shepherd, nicht aus den Augen gelassen. «Par devant!» (nach vorne!); «Restez derrière!» (hinten bleiben!); «Allez sur les côtés!» (zu den Seiten!) – sobald die Kommandos von Jérôme Vannay durchs Tal hallen, gehorchen die beiden

Aufpasser sofort und lenken die Herde in die gewünschte Richtung. So kommen allzu neugierige Schafe erst gar nicht in die Versuchung, sich in unzugängliche Gebiete vorzuwagen. Wenn die Sonne am höchsten steht, lässt der Schäfer seine Tiere im schattigen Gehege ruhen. Am späten Nachmittag geht es dann wieder hinaus zu einer zweiten Grasmahlzeit. «Ich führe sie dann an einen kleinen See in der Nähe, damit sie saufen können. Normalerweise reicht der morgendliche Tau auf dem Gras für die Tiere aus, doch dieses Jahr sind die Pflanzen wegen der Hitze schon am Morgen trocken.»


MIGROS-WELT | MM36, 31.8.2015 | 43

Im Wallis hütet Jérôme Vannay (im Bild unten mit «Assistentin» Cannelle) mehrere Hundert Schafe und Lämmer.

Remo Ackermann ist Fachspezialist Nachhaltigkeit Tierwohl bei der Migros. Drei Fragen zum Alplamm

«Eine Schweizer Exklusivität» Remo Ackermann, warum führt die Migros Alplamm? Die Produktion von Lammfleisch generell und im Speziellen auf der Alp ist etwas sehr Naturnahes und Nachhaltiges. Der Migros ist Nachhaltigkeit wichtig. Daher sind wir bestrebt, solche Produktionsformen weiter zu fördern. Dies versuchen wir mit einer engen Partnerschaft zwischen Landwirtschaft und Detailhandel zu erreichen.

Die Schafe von Jérôme Vannay sind eine Kreuzung aus den Rassen Weisses Alpenschaf, Charollais Suisse und Suffolk. Sie kommen zwischen Januar und März im Tal bei CollombeyMuraz auf die Welt. Der Betrieb wird regelmässig durch eine unabhängige Kontrollstelle überprüft. Er wirtschaftet für das Label IP-Suisse, das eine artgerechte Haltung garantiert. Die zusätzliche Qualitätsbezeichnung «Alplamm» erhalten die jungen Schafe nur, wenn gewährleistet ist, dass sie darüber hinaus mindestens 60 Sommertage auf der Alp verbringen. So lautet die Vorschrift des gleichnamigen Labels, das die Migros zusam-

men mit dem Schweizerischen Schafzuchtverband, IP-Suisse und Micarna lanciert hat. Am Ende der Sömmerung sind die Alplämmer in der Regel sechs bis sieben Monate alt. «Da alle Schafe einen elektronischen Chip im Ohr tragen, weiss man auf dem Schlachthof, wer ihre Mutter war und aus welcher Herde sie stammen», erklärt Jérôme Vannay. Wichtiger Lawinenschutz

Die traditionelle Tierhaltung in den Bergen ist nicht nur artgerecht, sondern sie dient auch der Landschaftspflege. Denn indem die Schafe und Lämmer eifrig die Weiden abgrasen,

verhindern sie den Wildwuchs von Gehölz und tragen so zur Erhaltung der Weiden bei. Das ist nicht nur schön fürs Auge, sondern hat auch eine wichtige Funktion, wie Jérôme Vannay betont: «Der Schnee hält besser auf einer abgegrasten Weide als auf platt gedrücktem Gras. Das Risiko von Lawinen wird dadurch deutlich verringert.» Somit profitieren auch die Bergwanderer, die sich im Sommer an dieser Postkartenlandschaft erfreuen, von den Vorzügen der Sömmerung. Und, wenn auch unbewusst, sogar die Skifahrer der Portes du Soleil, wenn sie im Winter die Piste hinuntersausen. MM

Müssen die Schafzüchter weitere Kriterien erfüllen? Ja. Die 50 Betriebe, die dieses Jahr etwa 5000 Alplämmer liefern, müssen bestimmte Bedingungen für die Erhaltung der Biodiversität auf ihren Nutzflächen erfüllen. Auch tragen die Schafe zur besseren Rückverfolgbarkeit ihrer Herkunft neuerdings einen elektronischen Chip. Dafür zahlt die Migros den Produzenten einen Mehrpreis. Wie gut verkauft sich Alplamm? Im Vergleich zum Vorjahr produzieren die Landwirte rund zehn Prozent mehr Alplämmer für die Migros. Letztlich entscheidet aber der Konsument über Erfolg oder Misserfolg eines Produkts. Wir hoffen natürlich, dass sich viele Kunden dem einzigartigen Mehrwert von Alplammfleisch bewusst werden. Rezepte für Gerichte mit Alplammfleisch finden Sie auf

den folgenden Seiten.


44 | MM36, 31.8.2015 | MIGROS-WELT

Alplamm

Saftig und butterzart

Das hochwertige Fleisch vom Alplamm gilt als Delikatesse, sein unvergleichliches Aroma ist nicht nur bei Feinschmeckern beliebt. In diesen Wochen bietet die Migros das Beste vom Lamm an. Und wir empfehlen drei passende Rezepte dazu. Text: Sonja Leissing

Bilder und Styling: Veronika Studer

Rezepte: Katrin Klaus

Lammpasteten mit Heidelbeeren Zutaten für 4 Personen

Für 4 ofenfeste Formen à 4 dl 900 g

Lammvoressen Salz, Pfeffer 4 EL HOLL-Rapsöl 1 Zwiebel 2 Knoblauchzehen 2 EL Tomatenpüree ca. 5 dl Gemüsebouillon 1 Bund Kräuter (z. B. Rosmarin, Thymian) 1 rechteckig ausgewallter Blätterteig à 320 g 150 g Heidelbeeren Zubereitung

1. Fleisch salzen und pfeffern. In einer Pfanne portionenweise in wenig Öl ca. 6 Minuten anbraten. Zwiebel und Knoblauch fein hacken. Beides mit Tomatenpüree beigeben. Rühren, bis das Püree bräunlich ist. Mit Bouillon ablöschen. Kräuter dazuzupfen und ca. 70 Minuten bei kleiner bis mittlerer Hitze zugedeckt schmoren. Abschmecken und auskühlen lassen. 2. Backofen auf 200 °C vorheizen. Blätterteig ausrollen, vierteln. Fleisch mit den Heidelbeeren mischen. In die Förmchen verteilen. Rand der Formen mit wenig Wasser befeuchten. Je 1 Teigstück über die Form legen und am Rand andrücken. Pastetchen in der Ofenmitte 20–25 Minuten backen. Herausnehmen und servieren. Dazu passt Salat. Zubereitungszeit ca. 35 Minuten + ca. 70 Minuten schmoren lassen

Pro Person ca. 57 g Eiweiss, 38 g Fett, 37 g Kohlenhydrate, 2300 kJ/710 kcal


MIGROS-WELT | MM36, 31.8.2015 | 45

Wissenswertes rund ums Lamm

Kräuter-Lammkoteletts auf Bohnen-Nuss-Salat Zutaten für 4 Personen 100 g Haselnüsse 800 g grüne Bohnen

1 2 6 EL 2 EL

1 Bund einige 16

grosse Zwiebel Knoblauchzehen Sonnenblumenöl Kräuteressig Salz, Pfeffer gemischte Kräuter Lavendelblüten Lammkoteletts

Zubereitung

1. Haselnüsse ohne Fett in einer Bratpfanne rösten. Herausnehmen und grob hacken. Bohnen in siedendem Wasser ca. 15 Minuten garen. Abgiessen, in Eiswasser abschrecken und abtropfen lassen. Zwiebel und Knoblauch fein hacken. In 2/3 des Öls andünsten.

Essig beigeben und über die Bohnen giessen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Haselnüsse darüberstreuen. 2. Kräuter fein schneiden. Mit den Lavendelblüten auf einem flachen Teller mischen. Fleisch mit Salz und Pfeffer würzen. Mit restlichem Öl portio-

nenweise beidseitig je ca. 3 Minuten braten. Herausnehmen und in den Kräutern wenden. Lamm mit dem Bohnensalat anrichten. Zubereitungszeit ca. 45 Minuten

Pro Person ca. 47 g Eiweiss, 63 g Fett, 11 g Kohlenhydrate, 3350 kJ/800 kcal

Im Sommer auf der Alp

Alplämmer werden sechs bis sieben Monate alt und verbringen den Sommer mit ihren Müttern auf der Alp. Fleisch von Tieren, die älter sind, wird nicht mehr als Lamm-, sondern als Schaffleisch deklariert. Skepsis unnötig

Früher bevorzugte man das Fleisch von älteren Tieren – aus finanziellen Gründen, denn Lammfleisch war den meisten zu teuer. Weil aber das Schaffleisch einen ausgeprägten Geschmack hat (es böckelt), der nicht jedermanns Sache ist, herrscht bei manchen Konsumenten Skepsis auch dem Lammfleisch gegenüber. Was unbegründet ist, denn das Böckeln entwickelt sich erst bei sehr alten, vorwiegend männlichen Tieren. Empfehlenswert

Lammfleisch enthält viel hochwertiges Eiweiss, Vitamine und Spurenelemente. Es lässt sich auf vielfältige Art zubereiten und passt gut in eine ausgewogene Ernährung.

TerraSuisse-Alplämmer stammen von IP-SuisseBetrieben und verbringen den Sommer auf einer Schweizer Alp. Ein Teil von


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MIGROS-WELT | MM36, 31.8.2015 | 47

Gigot in der Honigkruste Zutaten für 4 Personen

4 1

2 EL 1 3 1 2 dl 4 EL 1 EL

Knoblauchzehen Lammgigot à ca. 900 g Salz, Pfeffer Olivenöl Zwiebel Rüebli Stangensellerie, ca. 450 g Gemüsebouillon Honig, z. B. Rosmarinhonig Sojasauce

Zubereitung

1. Knoblauchzehen vier­ teln. Gigot rundherum mit einem Messer ein­ stechen und mit Knob­ lauch spicken, mit Salz und Pfeffer würzen. Im Öl rundum ca. 10 Mi­ nuten anbraten. Fleisch in eine ofenfeste Form legen. Ofen auf 180 °C vorheizen. Zwiebel, Rüebli und Stangen­ sellerie in Stücke schnei­ den und ca. 5 Minuten andünsten. Mit wenig

Bouillon ablöschen. Zum Fleisch geben. Gigot im Ofen ca. 40 Minuten garen. Dabei regelmässig mit Bouillon und Braten­ jus übergiessen. 2. Honig und Sojasauce verrühren. Ofentempe­ ratur auf 220 °C erhöhen. Gigot mehrmals mit Honig­Soja­Mischung bepinseln. Ca. 15–20 Minuten weiterbraten. Gigot herausnehmen, ca. 5 Minuten ziehen

lassen. Fleisch tranchie­ ren, mit Gemüse und dem Fleischjus servieren. Zubereitungszeit ca. 35 Minuten + ca. 40 Minuten braten

Pro Person ca. 47 g Eiweiss, 29 g Fett, 19 g Kohlenhydrate, 2200 kJ/520 kcal

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MIGROS-WELT | MM36, 31.8.2015 | 49

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Die Sommersonne hat sie prall und saftig reifen lassen. Nun haben die süssen Beeren wieder Saison. Frisch gepflückt schmecken Trauben am besten. Text: Jacqueline Vinzelberg

Bild und Styling: Ruth Küng

Rezepte: Lina Projer

Bild: Getty Images

Die Ernte der Tafeltrauben erfolgt per Hand, damit der wachsartige Duftfilm nicht beschädigt wird.

D

ie Weintraube ist neben Zitrus­ früchten die am häufigsten angebaute Obstsorte. Als reines Naturprodukt hängt ihre Qualität von verschiedenen Faktoren wie den klima­ tischen Bedingungen und der Bodenbeschaf­ fenheit ab. Die Beeren der Tafeltrauben sind grösser und süsser als die reinen Keller­

trauben, die zu Wein verarbeitet werden. Frische Trauben haben ein grünes Stiel­ gerüst und leuchtend gefärbte, pralle Beeren. Ihre Haut ist mit einer natürlichen Wachsschicht, dem «Duftfilm», überzogen. Der weissliche stumpfe Überzug resultiert aus dem Wechsel von feuchter, kühler Nacht­ luft zu trockener, warmer Luft am Tag.

Wenn dieser unbeschädigt bleibt, deutet dies auf eine schonende Ernte und sorg­ fältige Aufbereitung hin. Die Migros führt verschiedene Bio­Trauben im Sortiment. Die Sorte Uva Italia und die kernlose Sorte in Bio­Qualität stammen aus der Provinz Apulien. Regional werden noch weitere Bio­Sorten angeboten.


50 | MM36, 31.8.2015 | MIGROS-WELT

Süss, knackig und seit ewigen Zeiten beliebt Trauben sind sehr alte Früchte. Forschungen

belegen, dass vor rund 130 Millionen Jahren frühe Formen des Reb­ stocks bis nach Grön­ land verbreitet waren.

Schon vor über 5000 Jahren haben unsere

Vorfahren in Ägypten Trauben angebaut. Sie zählen damit zu den ältesten Kulturpflanzen überhaupt. Bis zu 60 Millionen Tonnen Trauben

werden jährlich weltweit geerntet. 10 Prozent davon entfallen auf Tafeltrauben, 5 Prozent gehen in die Rosinen­ produktion und 85 Pro­ zent werden zu wein­ haltigen Getränken verarbeitet.

Jetzt frisch in der Migros

Trauben sind süsse Energiespender,

Bio-Trauben in diversen Sorten

denn sie enthalten wert­ volle Mineralstoffe und Vitamine. Trauben reifen nicht nach, daher müssen sie

Migros Bio steht für eine Land­ wirtschaft im Einklang mit der Natur. Das Bio­Sortiment umfasst rund 1600 Produkte.

Uva Italia ist die häufigste Sorte

Beeren als ihre Schwestern mit Kernen. Sie enthalten weniger Bitterstoffe, sind sehr süss im Geschmack und haben ausserdem eine dünne Haut. Die italienische Saison dauert von August bis Oktober.

Bio Trauben Uva Italia, Schale à 500 g

Bio Trauben weiss, kernlos, Schale à 500 g

Tagespreis

Ein Teil von

Kernlose Trauben haben kleinere

im italienischen Tafeltrauben­ anbau. Typisch für die grossen, festen Beeren, die grün bis gold­gelb sind, ist ihr leichter Muskatgeschmack. In Italien werden sie von September bis Oktober geernet.

Tagespreis

Bilder: Getty Images (2)

reif geerntet werden. Dann sind sie besonders aromatisch und süss. Säuerliche Exemplare sind nicht ganz reif.


MIGROS-WELT | MM36, 31.8.2015 | 51

Trauben-Vanille-Tarte Dessert für 8 Personen Zutaten für 1 Kuchenform à ca. 24 cm Ø

Butter und Mehl für die Form und zum Auswallen* 1 Blätterteig à 250 g* 1 Vanilleschote 1 dl Milch* 120 g Crème fraîche* 2 EL Vanillepuddingpulver zum Kochen 2 kleine Eier* 60 g Zucker* 350 g kernlose Trauben* 1 EL Mandelscheiben Zubereitung:

1. Form mit Butter auspinseln und mit Mehl bestäuben. Teig auf wenig Mehl etwas grösser als die Form auswallen. In die Form legen. Boden mit einer Gabel dicht ein­ stechen. Kühl stellen. 2. Backofen auf 200 °C vorheizen. Vanille­ schote längs aufschneiden, Mark heraus­ kratzen. Mit Milch, Crème fraîche, Pudding­ pulver, Eiern und Zucker verquirlen. Trauben auf den Teigboden verteilen. Guss darübergiessen. Tarte auf der untersten Rille 35–45 Minuten backen. Heraus­ nehmen und auskühlen lassen. Mandel­ scheiben ohne Fett goldbraun rösten. Tarte damit bestreuen. Zur Trauben­Vanille­Tarte passt geschlagener Vanillerahm. Zubereitungszeit ca. 15 Minuten + 35–45 Minuten backen

+ auskühlen lassen

Pro Stück ca. 5 g Eiweiss, 16 g Fett, 29 g Kohlenhydrate, 1200 kJ/280 kcal * in Bio-Qualität erhältlich Rezept www.saison.ch


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Milchprodukte

Beste Schweizer Milch 420 000

1

Liter Milch kommen täglich in den Verkauf.

9

3

2

4 6 5

7

8

Als grösste Detailhändlerin der Schweiz hat

die Migros auch das breiteste Sortiment an Schweizer Milch- und Käseprodukten: von M-Budget und M-Classic über regionale Sortimente unter AdR bis hin zur Premiummarke Sélection.

Bild: Daniel Aeschlimann; Styling: Esther Egli

Die Migros stützt den Schweizer Milchmarkt


MIGROS-WELT | MM36, 31.8.2015 | 53

Eine Kuh gibt pro Tag etwa 25 Liter Milch.

Die Milch und die Migros gehören zur Schweiz wie die Glocke zur Kuh. Klar, dass die Migros die Schweizer Bauern unterstützt und ihre Molkereiprodukte zu über 99 Prozent aus Schweizer Milch herstellt – zumal deren Qualität und Geschmack kaum zu toppen sind. Das Alpenland Schweiz ist eben das perfekte Milchland. Weil ein Grossteil der landwirtschaftlich nutzbaren Fläche aus Wiesen und Weiden besteht, die wiederum ideale Futterquellen sind. So erhalten Schweizer Kühe weniger Kraftfutter als ihre ausländischen Artgenossen. Das wirkt sich positiv auf den Geschmack und die Zusammensetzung der Milch aus.

10

Daraus lassen sich entweder 1,4 Kilogramm Butter, 2 Liter Rahm, 2,1 Kilogramm GruyèreKäse, 5,5 Kilogramm Quark oder 25 Kilogramm Joghurt herstellen.

Milch 1 aha! Milch, 1 l Fr. 1.90 2 Bio Vollmilch UHT, 1 l Fr. 1.80 3 M-Budget halbentrahmte Milch, UHT, 2 l Fr. 1.95

1 Million

Quark/Cottage Cheese 4 M-Budget Magerquark, 500 g Fr. 1.25

Joghurts werden täglich produziert.

5 M-Classic Cottage Cheese Nature, 200 g Fr. 1.35

11

Desserts 6 M-Classic Quark Himbeere, 125 g Fr. –.60 7 Farmer Joghurt Schokolade, 225 g Fr. 2.– 8 Griesscrème classic, 150 g Fr. 1.10

14

45 000 Liter Rahm werden jeden Tag hergestellt.

13

12

Eine kleine Auswahl der insgesamt 667 Milch- und Molkereiprodukte, die der Migros-eigene Industriebetrieb Elsa aus Schweizer Milch herstellt.

Joghurts 9 M-Classic Joghurt Mokka, 180 g Fr. –.55 10 Léger Joghurt Heidelbeere, 180 g Fr. –.60 11 Passion Joghurt Stracciatella, 180 g Fr. –.90 Drinks 12 Grande Caffè Macchiato, 210 ml Fr. 1.50 13 Heidi Drink

Schokolade, 330 ml Fr. 1.65

Rahm 14 Valflora Vollrahm UHT, 500 ml Fr. 3.25


Erhältlich in grösseren Migros-Filialen.

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MIGROS-WELT | MM36, 31.8.2015 | 55

Saisonküche

Köstliche Magie

Auf Englisch heissen Brombeeren Blackberries. Dabei schimmern sie eher blauschwarz, und ihr Saft ist rot. Noch interessanter als die Farbe ist aber ihr spezieller Geschmack und das, was man in der Küche alles mit ihr zaubern kann. Text: Claudia Schmidt Bilder und Styling: Christine Benz Rezepte: Annina Ciocco

Ideal für ein süsses Nachtessen

Herausnehmen und sammeln!

Für 4 Personen

Jetzt neu am Kiosk Hauchdünne Crêpes mit fruchtig-saftigen Brombeeren: Da wird das Nachtessen fast zum Bettmümpfeli.

Die Saisonküche gibt es auch im Jahresabonnement, 12 Ausgaben für nur Fr. 39.– www.saison.ch/abo


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Brombeer-Smoothie

Blattsalat mit Ziegenkäse und Brombeeren

Crêpe mit Brombeerkompott

Ideal zum Frühstück Für 4 Personen

Ideal zum Mittagessen Für 4 Personen

Für 4 Gläser à ca. 2 dl 600 g Brombeeren

1 2 EL 2 EL 2 dl 80 g 100 g

Banane Limettensaft flüssiger Honig Wasser Sesam Zucker

Zubereitung

Brombeeren, Banane, Limettensaft, Honig und Wasser mit einem Stabmixer fein pürieren. Durch ein Sieb streichen. Kühl stellen. Inzwischen Sesamsamen in einer Bratpfanne ohne Fett rösten, bis sie leicht Farbe annehmen. Zucker beigeben und caramelisieren lassen. Auf einem mit Back­ papier belegten Blech dünn ausstreichen und auskühlen lassen. In Stücke brechen und zum Brombeer­Smoothie servieren. Zubereitungszeit ca. 20 Minuten

+ kühl stellen

Pro Person ca. 7 g Eiweiss, 14 g Fett, 43 g Kohlenhydrate, 1400 kJ/340 kcal

Zutaten 6 EL Mandelscheiben

½ 1 EL 2 EL 6 EL 1 dl

Zwiebel flüssiger Honig grobkörniger Senf Weissweinessig Sonnenblumenöl Salz, Pfeffer 300 g Blattsalat, z. B. Baby Leaf 250 g Brombeeren 2 Ziegenfrischkäse à 80 g Zubereitung

Mandelscheiben in einer Bratpfanne ohne Fett rösten, bis sie Farbe annehmen. Zwiebel fein hacken. Mit Mandelscheiben, Honig, Senf, Essig und Öl mischen. Salat­ sauce mit Salz und Pfeffer würzen. Blattsalat und Brombeeren mit der Salatsauce mischen. Ziegenkäse in mundgerechten Stücken darüber bröckeln. Zubereitungszeit ca. 15 Minuten

Pro Person ca. 11 g Eiweiss, 40 g Fett, 8 g Kohlenhydrate, 1850 kJ/450 kcal

Zutaten 200 g Mehl 2 EL Zucker

3 dl 1 dl 4 500 g ½ 4 EL 50 g ½ Bund

Ideal zum Nachtessen Für 4 Personen

Milch Vollrahm Eier Brombeeren Vanilleschote Holunderblütensirup Butter Pfefferminze

Zubereitung

1. Für den Crêpeteig Mehl, Zucker, Milch und Rahm in eine Schüssel geben und gut mischen. Eier dazugeben und alles zu einem glatten, dünnflüssigen Teig verrühren. Ca. 30 Minuten ruhen lassen. Brombeeren halbieren und in eine Pfanne geben. Vanille­ schote längs aufschneiden und Mark aus­ kratzen. Brombeeren mit Vanilleschote, ­mark und Holunderblütensirup aufkochen, vom Herd nehmen, ca. 10 Minuten ziehen lassen. Vanilleschote nach Belieben entfernen. 2. Eine beschichtete Bratpanne leicht erhitzen und etwas Butter darin schmelzen. Etwas Teigmasse hineingeben. Unter Schwenken der Pfanne Teig dünn auslaufen lassen. Bei mittlerer Hitze Crêpe goldbraun backen, wenden und fertig backen. Crêpe warm halten. Auf diese Weise die ganze Masse zu Crêpes verarbeiten. Mit dem Brombeerkompott und Pfefferminz­ blättchen servieren. Zubereitungszeit ca. 40 Minuten + ca. 30 Minuten ruhen lassen

Pro Person ca.17 g Eiweiss, 29 g Fett, 58 g Kohlenhydrate, 2400 kJ/570 kcal


AKTION 40%

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2.50 statt 4.20

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Trauben Uva Italia Italien, per kg

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Bündnerfleisch hauchdünn geschnitten Schweiz, 97 g

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Alle Kaffeebohnen 1 kg, UTZ z.B. Boncampo

Cherrytomaten am Zweig Schweiz/Niederlande, Schale à 500 g

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Bei allen Angeboten sind M-Budget und bereits reduzierte Artikel ausgenommen. ANGEBOTE GELTEN NUR VOM 1.9. BIS 7.9.2015, SOLANGE VORRAT

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Weissmehl 1 kg oder 4 x 1 kg, TerraSuisse z.B. Weissmehl, 1 kg

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Alle Crème d’or Dosen 750 ml oder 1000 ml z.B. Vanille Bourbon, 1000 ml


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Optigal Pouletflügel Schweiz, per kg, z.B. nature

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Papayas Brasilien, pro Stück, 25% günstiger

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Anna’s Best oder Bio Randen gedämpft ganz 20% günstiger, z.B. Bio Randen, per kg

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Phalaenopsis, 2-Trieber im 12-cm-Topf, 25% günstiger


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Bio Butter oder Bio Joghurtbutter Schale oder Mödeli à 200 g, –.50 günstiger, z.B. Butter, Mödeli, 200 g

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M-Classic Prosciutto cotto hauchdünn geschnitten im Duo-Pack Schweiz, 2 x 172 g

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Frischbiscuits Haselnuss-Vogelnestli, Haselnussmakronen oder Spitzbuben im Duo-Pack z.B. Haselnuss-Vogelnestli, 2 x 216 g

Schweinsplätzli vom Stotzen, TerraSuisse in Selbstbedienung, per 100 g, 20% günstiger

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Schweizer Eier Fleischkäse-Cordon-bleu aus Freilandhaltung, 6 Stück à 70 g+, 20% günstiger Schweiz, per 100 g, 20% günstiger

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Optigal Pouletgeschnetzeltes im 3er-Pack Schweiz, 3 x 222 g

4.30 statt 5.40

Lachsrückenfilet Zucht aus Norwegen, per 100 g, 20% günstiger


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Cantadou Frischkäse im Duo Pack 2 x 125 g, –.90 günstiger, z.B. Kräuter

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M-Classic Apfelsaft im 10er-Pack 10 x 1 Liter

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Bio Plätzli oder Okara-Bällchen im Duo-Pack 20% günstiger, z.B. Okara-Bällchen, 2 x 180 g

Frey Tafelschokolade à 100 g im 6er-Pack, UTZ Giandor, Crémant 55% oder Milch extra, z.B. Crémant 55%, 6 x 100 g

7.90 statt 9.90

13.50 statt 16.90

Chrysanthemen Garden Mums im 19-cm-Topf, pro Pflanze, 20% günstiger

Rosen, Fairtrade erhältlich in diversen Farben, Bund à 9 Stück, 20% günstiger

ANGEBOTE GELTEN NUR VOM 1.9. BIS 7.9.2015, SOLANGE VORRAT

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Alle Midor Biscuits im Beutel (ohne Tradition), 20% günstiger, z.B. Bärentatzen, 380 g

3.65 statt 4.60

Gesamtes Pancho Villa Sortiment 20% günstiger, z.B. Soft Tortillas, 326 g


ÖGLICHKEITEN. 1.85 statt 2.20

Alle Migros-Bio Tafelschokoladen, Pralinen, Choco Snacks, Bonbons oder Gummibärli, 15% günstiger, z.B. Milch Nuss, Fairtrade, 100 g

1.85 statt 2.35

Alle Migros-Bio Oliven 20% günstiger, z.B. Kalamata, 150 g

8.45 statt 10.60

Alle Nescafé Produkte 20% günstiger, z.B. Gold de Luxe, Beutel, 180 g

3.65 statt 4.60

Jumpy’s, Flips, Soletti oder Popcorn Chips im Duo-Pack 20% günstiger, z.B. Jumpy’s Paprika, 2 x 100 g

30%

2.85 statt 4.10

Alle Finizza Pizzen oder Baguettes, tiefgekühlt z.B. Prosciutto & Funghi, 330 g

30%

3.35 statt 4.20

7.60 statt 10.90

3.85 statt 4.85

1.80 statt 2.30

M-Classic Magdalenas Citron oder Marmor im Duo-Pack 20% günstiger, z.B. Marmor, 2 x 225 g

Alle alkoholfreien Biere z.B. Feldschlösschen, 10 x 33 cl

Alle Sheba Schalen oder Beutel, ab 2 Packungen Alle Migros-Bio Essiggemüse Packungen à 4, 6 oder 12 Stück, jede 1.– günstiger, 20% günstiger, z.B. Gewürzgurken, 270 g z.B. Duett Geflügel im Beutel, 4 x 85 g


DAS GROSSE . N E G Ü N G R E V SPAR 50%

9.90 statt 19.80

Alle Backbleche oder Backformen z.B. Springform Quadra, 24 cm, pro Stück, gültig bis 14.9.2015

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2.45 statt 2.95

Alle Brita oder Cucina & Tavola Wasserfiltersysteme sowie SodaStream Produkte z.B. Brita Maxtra Filterkartuschen, 3 Stück, gültig bis 14.9.2015

Milette Windeln Newborn XS bis Large oder Pants, FSC z.B. Maxi 4 Windeln, 50 Stück, gültig bis 14.9.2015

Hakle Toilettenpapier in Mehrfachpackungen, FSC z.B. Arctic White, 30 Rollen, gültig bis 14.9.2015

Gesamtes Milette Babypflege-Sortiment, ab 2 Stück jedes –.50 günstiger, z.B. Baby Shampoo, 300 ml, gültig bis 14.9.2015

Alle Rexona oder Axe Produkte, ab 2 Stück (ohne Mehrfachpackungen), jedes –.50 günstiger, z.B. Rexona Cotton Deo Roll-on, 50 ml, gültig bis 14.9.2015

15.90 statt 19.90

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369.– statt 439.–

Alle L’Oréal Paris Mascaras, Liners oder Eyeshadows 20% günstiger, z.B. Superliner Superstar Black, pro Stück, gültig bis 14.9.2015 * Erhältlich in grösseren Migros-Filialen. SOLANGE VORRAT

Baby- oder Kinderstrumpfwaren in Mehrfachpackungen erhältlich in diversen Farben und Grössen, z.B. Babysocken im 5er-Pack, blau, Gr. 23–26, gültig bis 14.9.2015

Dyson DC37c advanced allergy Staubsauger pro Stück, 70.– günstiger, gültig bis 14.9.2015


Alle Finizza Pizzen oder Baguettes, tiefgekühlt, z.B. Prosciutto & Funghi, 330 g 2.85 statt 4.10 30%

WEITERE ANGEBOTE.

Alle Migros-Bio Tiefkühl-Produkte, z.B. Crevetten gekocht, geschält, 400 g 12.40 statt 15.50 20% * Alle Crème d’or Dosen 750 ml oder 1000 ml, z.B. Vanille Bourbon, 1000 ml 7.80 statt 9.80 20%

FRÜCHTE & GEMÜSE Trauben Uva Italia, Italien, per kg 2.50 statt 4.20 40% Cherrytomaten am Zweig, Schweiz/Niederlande, Schale à 500 g 3.20 statt 5.40 40%

BLUMEN & PFLANZEN Rosen, Fairtrade, erhältlich in diversen Farben, Bund à 9 Stück 13.50 statt 16.90 20%

Zuckermais, Schweiz, per kg 3.90 statt 5.40 25% Papayas, Brasilien, pro Stück 2.60 statt 3.50 25% Karotten, Bio, Schweiz, Beutel à 1 kg 2.90 statt 4.30 30% Birnen Williams, Schweiz, per kg 2.60 statt 3.80 30%

Bio Rindshackfleisch, Schweiz, per 100 g 1.80 statt 2.30 20% M-Classic Prosciutto cotto hauchdünn geschnitten im Duo-Pack, Schweiz, 2 x 172 g 5.70 statt 9.50 40% Bündnerfleisch hauchdünn geschnitten, Schweiz, 97 g 7.20 statt 9.– 20% Wienerli oder Salami Maxi-Schale, Bio, z.B. Salami Maxi-Schale, Italien, per 100 g 4.– statt 5.– 20% * Optigal Pouletflügel, Schweiz, per kg, z.B. nature 9.– statt 13.50 33% Fleischkäse-Cordon-bleu, Schweiz, per 100 g 1.80 statt 2.25 20% Schweinsplätzli vom Stotzen, TerraSuisse, in Selbstbedienung, per 100 g 2.05 statt 2.60 20% Optigal Pouletgeschnetzeltes im 3er-Pack, Schweiz, 3 x 222 g 15.– statt 22.60 33% Lachsrückenfilet, Zucht aus Norwegen, per 100 g 4.30 statt 5.40 20% Crevetten Tail-on gekocht, Bio, Ecuador, per 100 g 3.85 statt 5.50 30%

BROT UND MILCHPRODUKTE Alle Bio Frischbrote, –.40 günstiger, z.B. Sonnenkranz, 360 g 2.50 statt 2.90

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Bio Butter oder Bio Joghurtbutter, Schale oder Mödeli à 200 g, –.50 günstiger, z.B. Butter, Mödeli, 200 g 3.20 statt 3.70 Oh! Yogurt Greek Style, Pfirsich-Maracuja, 170 g 1.85 NEU *,**

Chrysanthemen Garden Mums, im 19-cm-Topf, pro Pflanze 7.90 statt 9.90 20% Phalaenopsis, 2-Trieber, im 12-cm-Topf 12.60 statt 16.90 25%

WEITERE LEBENSMITTEL M&M’s Peanuts, 400 g 4.95

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Alle langhaltbaren Bio Brote, z.B. Roggenvollkornbrot, rund, 500 g 3.40 20x PUNKTE

Cantadou Frischkäse im DuoPack, –.90 günstiger, 2 x 125 g, z.B. Kräuter 3.90 statt 4.80

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Tradition Dessert Cremen im 4er-Pack, 4 x 175 g, z.B. Caramel 4.15 statt 5.20 20% Gruyère rezent, ca. 450 g, per 100 g 1.25 statt 1.85 30% Mozzarella im Duo-Pack, Bio, 2 x 150 g 3.35 statt 4.20 20%

Frey Freylini Classic oder Special in Box, UTZ, z. B. Classic, 20x 180 g 5.50 NEU *,** Frey Truffes Cappuccino Edition Limitée, UTZ, 150 g 10.80 20x NEU *,** Frey Tafelschokolade à 100 g im 6er-Pack, UTZ, Giandor, Crémant 55% oder Milch extra, z.B. Crémant 55%, 6 x 100 g 8.60 statt 12.30 30% Frey Suprême Tafelschokolade Vermicelles Edition Limitée, 20x UTZ, 100 g 2.90 NEU *,** Sélection Tafelschokolade Caramel salé, 80 g 4.20 NEU *,**

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Alle Migros-Bio Tafelschokoladen, Pralinen, Choco Snacks, Bonbons oder Gummibärli, z.B. Milch Nuss, Fairtrade, 100 g 1.85 statt 2.20 15% Alle Midor Biscuits im Beutel (ohne Tradition), z.B. Bärentatzen, 380 g 2.40 statt 3.– 20%

Red Bull Standard oder Sugarfree im 12er-Pack, z.B. Standard, 12 x 250 ml 14.85 statt 18.60 20% Alle alkoholfreien Biere, z.B. Feldschlösschen, 10 x 33 cl 7.60 statt 10.90 30% M-Classic Apfelsaft im 10er-Pack, 10 x 1 Liter 7.20 statt 12.– 40% Garofalo Rigatoni im Duo-Pack, 2 x 500 g 3.50 statt 5.– 30% Alle Bio Olivenöle oder Essige (ohne Alnatura), z.B. Apfelessig, 500 ml 1.75 statt 2.20 20% Alle Bio-Gewürze (ohne Alnatura), z.B. Herbamare Original, 250 g 3.25 statt 4.10 20% Alle Migros-Bio Essiggemüse, z.B. Gewürzgurken, 270 g 1.80 statt 2.30 20% Alle Migros-Bio Oliven, z.B. Kalamata, 150 g 1.85 statt 2.35 20% Alle Migros-Bio Suppen oder Bouillons, z.B. Gemüsebouillon, 180 g 2.80 statt 3.55 20% Masshard Rotkraut oder Weinsauerkraut im 3er-Pack, z.B. Rotkraut, 3 x 500 g 3.90 statt 5.85 33% Subito Pasta im 3er-Pack, z.B. ai funghi, 3 x 160 g 5.20 statt 7.80 33% Gesamtes Pancho Villa Sortiment, z.B. Soft Tortillas, 326 g 3.65 statt 4.60 20% Migros-Bio Erdnüsse oder Migros-Bio Nussmischungen, gesalzen, z.B. Erdnüsse, 250 g 1.35 statt 1.70 20% Jumpy’s, Flips, Soletti oder Popcorn Chips im Duo-Pack, z.B. Jumpy’s Paprika, 2 x 100 g 3.65 statt 4.60 20%

Tradition Cremisso oder Cerealino im 3er-Pack (sortenrein), z.B. Cremisso, 3 x 175 g 8.40 statt 10.50 20%

Frischbiscuits Haselnuss-Vogelnestli, Haselnussmakronen oder Spitzbuben im Duo-Pack, z.B. Haselnuss-Vogelnestli, 2 x 216 g 4.10 statt 6.20 33%

M-Classic Magdalenas Citron oder Marmor im Duo-Pack, z.B. Marmor, 2 x 225 g 3.35 statt 4.20 20%

Alle Schwarzwälder-Patisserie oder -Torten, z.B. SchwarzwälderTorte, 440 g 8.30 statt 10.40 20%

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MIGROS-WELT | MM36, 31.8.2015 | 65

Wissenswertes

Rund um die Brombeere Jetzt ist Erntezeit Die ersten wild wach­ senden Brombeeren sind meist im August reif, geerntet wird bis in den Oktober hinein. Zuchtbrombeeren gibt es häufig schon ab Juli.

Mehr Rezepte unter Saison.ch

Dornbeerchen Die alten Römer schätzten ihre Heilkräfte, doch bei uns wird die Brombeere erst seit 200 Jahren kultiviert. Zuvor diente die Heckenpflanze vor allem als grüner «Stacheldraht» ums Haus.

Einzeln einfrieren

Frische Brombeeren sollte man nicht lange lagern. Kleinste Verlet­ zungen lassen sie rasch schimmeln. Dafür eignen sich Brombeeren gut zum Einfrieren. Dazu legt man die Beeren am besten einzeln auf ein Tablett, friert sie ein und füllt sie dann in einen Gefrierbeutel.

Brombeerblätter

Nicht nur die Früchte, auch die Blätter der Heckenpflanze haben das markante Brombeeraroma. Das macht sie zu einer beliebten Zutat in Kräutertees. Dabei werden nur die jungen Blätter an den Triebspitzen verwendet. Ein Tee lässt sich sowohl mit getrockneten als auch frischen Blättern zubereiten.

Zu Wild oder als Dessert Frische Brombeeren empfehlen sich zum Naschen sowie für Des­ serts, Müesli und Kon­ fitüren. Sie passen aber auch ausgezeichnet zu Wildgerichten. Gefro­ rene Beeren lassen sich gut pürieren und in Quarkcremes, Joghurt oder Milchshakes verar­ beiten. Auch für die Her­ stellung von Konfitüre kann man tiefgekühlte Beeren verwenden. Die Kerne sind lästig

Ob in Quarkspeisen, Joghurt oder Konfitüre: Die kleinen Kerne hat niemand wirklich gern. Um sie zu eliminieren, streicht man pürierte oder gekochte Beeren durch ein Sieb.

Bild: Stockfood

So geht der Fleck weg Wenn der stark färbende Brombeersaft auf weisse Textilien tropft, lohnt es sich, den Fleck vor der Maschinen­ wäsche mit Putzessig zu behandeln. In Zusammenarbeit mit www.saison.ch

Sammelsteinfrüchte Botanisch betrachtet, besteht die Brombeere aus vielen kleinen Steinfrüchten. Deshalb wird sie auch als Sammelsteinfrucht bezeichnet. Die Früchte enthalten viele gesundheitsfördernde Polyphenole, vor allem Anthozyane (Farbstoffe) und Gerbstoffe. Letztere können positiv auf die Verdauung wirken. Anthozyane wirken als Antioxidantien und können freie Radikale unschädlich machen.


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MIGROS-WELT | MM36, 31.8.2015 | 67

Extra Fit & Well

Fruchtaufstrich für den leichten Genuss Wer sich zum Zmorge oder Brunch gern ein frisches Brot mit Fruchtaufstrich gönnt und dafür die kalorienreduzierte Variante bevorzugt, entdeckt in der Migros die neue Marke Extra Fit & Well. Sie umfasst jene Produkte, die bisher unter der Linie Léger angeboten wurden. Während die Rezeptur unverändert und damit auch die Qualität gewahrt bleibt, freuen sich die Fruchtaufstrichfans über den «Easy open»-Verschluss. Denn damit lässt sich das neu gestaltete Glas mit minimalem Kraftaufwand öffnen.

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Bild und Styling: Christine Benz

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MIGROS-WELT | MM36, 31.8.2015 | 69

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Für süsse Momente in Gesellschaft Manche saisonalen Naschereien wie die gepunkteten Eili und Sternenkugeln möchte

man nicht nur an Ostern oder Weihnachten gemeinsam geniessen. Beide Frey-Klassiker gibt es jetzt in einem neuen Format unter der Linie Freylini. Die Sorten Hazelnut Crunch, Mocca, Praline & Nuts sowie Hazelnut Cream sind in

denselben knalligen Farben verpackt wie ihre Vorbilder. Ergänzt wird die Linie durch die Variante Special Mix mit den neuen Sorten Brownie, Milk & Crunchy Nuts, Nougat Crisp und Vanilla Crunchy Almond. Und weil einem die guten Dinge noch besser schmecken, wenn man sie teilt, gibt es Freylini in der praktischen Sharing-Box.

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MIGROS-WELT | MM36, 31.8.2015 | 71

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Pfirsich-Maracuja ist die neue Sorte, die ab sofort die Joghurt-Linie Oh! Yogurt Greek Style komplettiert. Obwohl der Fettanteil in allen Joghurts dieses Sortiments nur 0,1 Prozent beträgt, sind sie im Geschmack überraschend cremig. Ihr hoher Eiweissgehalt macht sie zu einer wertvollen Proteinquelle. Dieser liegt in den Fruchtsorten bei 8, im Nature sogar bei 10 Prozent und ist damit etwa doppelt so hoch wie bei herkömmlichen Joghurts. Die Sorte Nature ist ungesüsst. Für die Sorten Heidelbeere-Vanille, Erdbeere und Pfirsich-Maracuja wird ein leicht gesüsstes Nature-Joghurt mit einer erfrischenden Fruchtmasse unterlegt, die vor dem Genuss nach Belieben eingerührt wird.

Oh! Yogurt Greek Style Erdbeere, 170 g Fr. 1.85

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MIGROS-WELT | MM36, 31.8.2015 | 73

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74 | MM36, 31.8.2015 | MIGROS-WELT

aha!

Sicher glutenfrei Glutenfreie Produkte stellen hohe Anforderungen an die Herstellung. Das Beispiel aha!-Brot zeigt, warum. Text: Claudia Schmidt

Illustrationen: Larissa Bertonasco

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Auf dem Feld Mais und Reis, Hauptzutaten in vielen glutenfreien Produkten, werden isoliert ausgesät und angebaut. Sie dürfen nicht mit glutenhaltigem Getreide in Kontakt kommen. Gleiches gilt für die Maschinen, die für die Ernte zum Einsatz kommen. Der Trans­ port zur Mühle erfolgt in Spezialbehältern. 1

In der Mühle Mais und Reis werden in Spezialmühlen gemahlen, um auch hier eine Kontamination mit glutenhal­ tigem Korn auszuschliessen. 2

Im glutenfreien Zentrum Die Rezeptur für glutenfreie Brote ist eine knifflige Aufgabe. Schliesslich muss das Gluten, das bei kon­ ventioneller Herstellung für die typische Brotstruktur sorgt, durch alternative Zutaten ersetzt werden. 3

4 In der glutenfreien Bäckerei Die Brotblume wird nun in der glutenfreien Bäckerei in Huttwil BE gebacken und tiefgefroren. Die Rück­ verfolgung sämtlicher Zutaten ist lückenlos möglich. Die Brotblume ist aha!­zertifiziert und wird vom aha!­Allergiezentrum Schweiz empfohlen. 5 Zu Hause Damit das Brot zu keiner Zeit mit Gluten in Kontakt kommt, wird es daheim in der Folie aufgebacken. Es wird luftig und knusprig wie ein herkömmliches Brot.


MIGROS-WELT | MM36, 31.8.2015 | 75

aha! Spaghetti, 500g Fr. 3.90

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4 5

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Ein Teil von

Ein Interview zum Thema aha!-Produkte in der Migros finden Sie auf der folgenden Seite.


76 | MM36, 31.8.2015 | MIGROS-WELT

Produkte für Allergiker

«Ein Segen für Betroffene» Die Migros baut ihr Sortiment für Allergiker stetig aus. Georg Schäppi von aha! Allergiezentrum Schweiz erklärt, weshalb das nötig ist und warum übertriebene Körperhygiene für uns eher schädlich als nützlich ist. Text: Thomas Tobler Bild: Annette Boutellier

Georg Schäppi, Nahrungsmittelallergien und -intoleranzen sind heute in der Schweizer Bevölkerung allgegenwärtig. Oder täuscht dieser Eindruck? Der täuscht nicht, nein. Die Zahl der Menschen mit Allergien ist von unter 1 Prozent vor 100 Jah­ ren auf heute gegen 30 Prozent gestiegen. An einer Nahrungs­ mittelallergie leiden heute 4 Prozent der Erwachsenen und 8 Prozent der Kinder. Zudem sind etwa 20 Prozent der Bevölkerung von einer Intole­ ranz betroffen.

Für aha!-Geschäftsleiter Georg Schäppi ist das wachsende Angebot der Migros für Allergiker ein Fortschritt.

Wir sollten uns also vermehrt im Dreck wälzen? Genau. ( lacht) Es ist wirklich wichtig, dass unser Immun­ system gefordert wird. Bei Kindern kann das Allergierisiko zum Beispiel durch Spielen im Wald und in der freien Natur verringert werden. In früheren Jahrzehnten fand man bei der Bevölkerung übrigens auch häu­ figer Würmer im Darm. Unter

Noch mehr Produkte für Allergiker Bis Ende 2016 will die

Migros ihr Sortiment für Allergiker um 30 Prozent erhöhen. Aktuell stehen 97 verschiedene Lebensmittel für Personen, die von Allergien oder Intoleranzen betroffen sind, im Angebot. Schon im laufenden Jahr kamen 15 neue Artikel dazu, zum Beispiel die glutenfreien Hörnli oder die TerraSuisse-Bratwurst ohne Milch.

Warum treten Allergien immer häufiger auf? Ein Faktor ist die Umweltbelas­ tung. Zum Beispiel atmen wir heute viel mehr Stickoxide und Ozon ein als noch vor 100 Jahren. Diese reizen die Schleimhäute und machen sie empfindlicher für Allergene. Und auch die Ernährung hat sich verändert. Mit welchen Folgen für die Allergieentwicklung? Wir essen exotischer, nehmen vermehrt Inhaltsstoffe zu uns, an die unser Organismus nicht gewöhnt ist, was das Risiko einer Allergie ebenfalls erhöht. Hinzu kommt unser reinlicher Lebens­ stil, der kaum mehr echte Her­ ausforderungen für das Immun­ system bietet. So kann sich eine Allergie leichter entwickeln.

Migros-Sortiment

An 40 ausgewählten Standorten bietet die

den strengen hygienischen Bedingungen von heute hat die Zahl dieser Parasiten stark abgenommen. Dieser Teil des Immunsystems, der Würmer ursprünglich bekämpft hatte, ist praktisch beschäftigungslos geworden und verantwortlich für Fehlleistungen wie Allergien. Die Migros führt momentan 97 zertifizierte Lebensmittel für Allergiker im Sortiment. Gemessen am gesamten Lebensmittelangebot eine eher niedrige Zahl. Es ist noch eine kleine, aber feine Zahl. Es ist ein Segen für die Betroffenen, dass im Vergleich zu früher zahlreiche Lebens­ mittel für den täglichen Bedarf in guter Qualität und vor allem günstig zu haben sind. Noch vor wenigen Jahren bezahlten Betroffene für 250 Gramm

Spaghetti ohne Gluten in Spezial­ geschäften rund zehn Franken. Das wachsende Angebot in der Migros für Allergiker ist daher ein deutlicher Fortschritt. Bis Ende 2016 will die Migros ihr Lebensmittelangebot für Allergiker um 30 Prozent ausbauen. Das sollte bloss ein Zwischenziel sein, oder? Das deklarierte Ziel ist schon ganz grossartig. Aber ich hoffe natürlich, dass das Sortiment für Allergiker auch nach 2016 weiter wächst. Der Bedarf an Produkten mit erhöhter Sicherheit und optimierter Information ist nach wie vor sehr hoch. MM Georg Schäppi (47) ist Geschäfts-

leiter der Stiftung aha! Allergiezentrum Schweiz. Die Migros führt unter dem aha!-Label Produkte für Kunden mit Allergien und Intoleranzen.

Migros in ihren Restaurants und Take-Aways zudem verschiedenste Allergikerprodukte an. Im Herbst wird dieses Sortiment mit weiteren glutenfreien Produkten wie Weggli sowie Tomaten-Käse-Baguettes ergänzt. Die Migros steht ihren Kunden auch beratend

zur Seite. Denn das Thema ist und bleibt aktuell: Allein im ersten Halbjahr 2015 hat die Kundenberatung M-Infoline mehr als 325 Anfragen bezüglich Allergien und Intoleranzen beantwortet. Mehr Infos: www.migros.ch/aha


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78 | MM36, 31.8.2015 | MIGROS-WELT

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MIGROS-WELT | MM36, 31.8.2015 | 79

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MIGROS-WELT | MM36, 31.8.2015 | 81

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Wirksame Wässerchen «Putze, siidele, schpüele» – so lautet das Credo der täglichen Zahn- und Mundhygiene. Dabei ist das regelmässige Spülen mit einer effizienten Mundspülung gerade für diejenigen wichtig, die sich mit Zahnseide schwertun. Die Dental-Fluids von Candida leisten einen wichtigen Beitrag zur Mund- und Zahnhygiene. Alle Produkte enthalten unter anderem Fluoride, die den Zahnschmelz stärken und die Neubildung von Zahnbelägen hemmen.

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82 | MM36, 31.8.2015 | MIGROS-WELT

Interview

«Die Klubschule gehört zu den Besten» Jedes Jahr bilden sich einige Tausend Menschen an der Klubschule Migros beruflich weiter. Deren hohes Bildungsniveau würdigen Kursabsolventen ebenso wie Matthias Aebischer, Präsident des Verbands für Weiterbildung. Text: Marc Bodmer

Bilder: Christian Schnur

auch ein Computerbasiswissen. Letzteres muss laufend vertieft werden. In den 90er­Jahren, als E­Mail und Internet in den Büros Einzug hielten, haben sich manche Leute geweigert, dies zu nutzen. Das geht heute nicht mehr.

Matthias Aebischer, wie hat sich die Bildungslandschaft in den letzten 5 Jahren verändert? Da würde ich eher 30 Jahre zurückgehen. Damals hat man einen Beruf gewählt und ist bis zur Pensionierung dabeigeblieben. Ich selber habe alle paar Jahre den Arbeitgeber gewechselt, so wie es heute viele machen. Zuerst als Lehrer, dann als Journalist. Ein Quereinsteiger also? Ja, das kann man so sagen. Quer­ einsteiger können bereichernd für ein Unternehmen sein. Sie bringen oft andere Perspektiven in den beruflichen Alltag und sind wohl auch etwas risikofreudiger. Diese Menschen betrachten den Job nicht als Lebensversicherung. Gewandelt haben sich auch die Anforderungen. Welche Form der Weiterbildung ist heute nötig? Die Weiterbildung hat verschie­ dene Funktionen. Man wählt eine Weiterbildung, weil man un­ zufrieden ist mit dem Beruf oder sich verbessern will. Aber auch, weil man ohne Weiterbildung seine Arbeit nicht mehr machen kann. In jedem Fall ist Weiterbil­ dung ein Gewinn. Im Zusammenhang mit Bildung ist in jüngster Zeit oft von Kompetenzen die Rede. Was verstehen Sie darunter? Das ist einfacher, als es tönt. In den 80er­Jahren hat man sich von der

Quereinsteiger und Verbands­ präsident: Matthias Aebischer.

Paukerschule, vom sturen Aus­ wendiglernen, verabschiedet. Die Ausbildung wurde anwendungs­ orientierter. Heute bezeichnet man dies als kompetenzorientiert. Das ist besonders für die Aus­ bildung von Kindern wichtig. Sie sollen lernen, was sie später anwenden können: zum Beispiel, sich selber zu organisieren. Es scheint, als werde das Weiter­ bildungsangebot immer vielfäl­ tiger und auch unübersichtlicher. Das stimmt wohl. Deshalb werden persönliche Beratungen und Lauf­ bahnplanungen immer wichtiger. Zudem erhalten die Grundkompe­ tenzen immer mehr Gewicht. Wie meinen Sie das? Zu den Grundkompetenzen ge­ hören Lesen, Schreiben oder heute

Die Klubschule Migros ist die grösste Bildungsanbieterin der Schweiz. Haben Sie schon mal persönlich davon profitiert? Ja, ich habe in einem Sprachkurs der Klubschule Portugiesisch ge­ lernt. Die Idee der Klubschule war der Zeit voraus. Heute ist sie schweizweit präsent. Wo immer man in der Schweiz ist, kann man einer Weiterbildung in der Nähe seines Wohnorts nachgehen. Wo steht die Klubschule in der Bildungslandschaft heute? Die Klubschule Migros gehört zu den Besten. Sie bietet Bildung für alle auf einem professionellen und qualitativ hohen Niveau an. Bildung für alle kann auch abschreckend wirken. Auf manche Leute vielleicht schon. Wer Exklusivität über Qualität und Professionalität stellt, ist bei der Klubschule an der falschen Adresse – und bei mir auch. MM Matthias Aebischer (47) ist Präsident des Schweizerischen Verbands für Weiterbildung und Nationalrat. Alle Angebote der Klubschule Migros: www.klubschule.ch


MIGROS-WELT | MM36, 31.8.2015 | 83

Alex Hess (42), Leiter Ausbildung bei der Luzerner Kantonalbank

«Die Luzerner Kantonalbank arbeitet seit mehr als 20 Jahren mit der Klubschule Migros zusammen. Wertvoll sind für uns speziell die Firmenkurse. Sie haben den Vorteil, dass wir die Kursinhalte nach unseren Wünschen mitgestalten können. Vor Kurzem führten wir beispielsweise einen IT-Kurs durch, angepasst an das Vorwissen unserer Mitarbeiter. Statt der üblichen 18 dauerte der Kurs so bloss 5 Tage. Und alle haben ihn am Ende erfolgreich absolviert. Diese Effizienz kommt uns als Unternehmen natürlich sehr entgegen.» Priska Manser (46), Büroangestellte

Sabine Zaugg (50), Selbständige im Web- und Printbereich

«Als Mutter mit zwei schulpflichtigen Kindern ist eine lange Ausbildung mit viel Präsenzzeit momentan nicht möglich. Auf der anderen Seite kann ich als selbständig Arbeitende im Web- und Printbereich auf Weiterbildung nur schlecht verzichten. Zwar hatten wir in der Desktop-PublisherAusbildung der Klubschule Migros durchaus Präsenzzeiten, konnten uns den neuen Stoff aber dazwischen immer zu Hause aneignen. Heute nutze ich das erlernte Wissen täglich bei meiner Arbeit und kann meinen Kunden so noch mehr Dienstleistungen anbieten.»

«Mein letzter Schulbesuch ist 20 Jahre her. Jetzt drücke ich in der Klubschule Migros wieder die Schulbank. Ich lerne fürs Handelsdiplom. Eineinhalb Jahre dauert diese Ausbildung. Sie wurde nötig, weil ich seit meiner Lehrzeit im Verkauf ohne KV-Ausbildung im Büro arbeite. Ursprünglich wollte ich einen PC-Kurs in Angriff nehmen, habe in der Beratung bei der Klubschule aber gemerkt, dass mir dieser Abschluss mehr Vorteile verschafft – und bald arbeite ich im Büro auch mit einem entsprechenden Diplom.»


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18 Reisetage vom 2. bis 19. April 2016 1. Tag / Zürich – Fort de France (Martinique): Flug ab Zürich am Morgen mit Air France, via Paris, nach Fort de France auf der Karibikinsel Martinique. 1502 von Kolumbus entdeckt erwartet Sie „die Insel der Blumen“ mit allen Zutaten eines wahren Karibiktraums. Eine bezaubernde Mischung von karibischem Ambiente und französischem savoir-vivre. Nach Ankunft am Nachmittag Transfer zum Hafen und um 23h heisst es „Leinen los“! 2. Tag / Guadeloupe (Kleine Antillen) Die franko-karibische Antillenschönheit Guadeloupe sprüht vor Lebenslust. Verschlungene Flüsse, haushohe Farne und donnernde Wasserfälle zieren grüne Berge. Und von „la Soufrière“ – dem höchsten Vulkan der Kleinen Antillen – war schon Christoph Kolumbus entzückt. 3. Tag / St. Lucia (Kleine Antillen): Das Antillen-Idyll St. Lucia ist eine der vielseitigsten Inseln der Karibik. Zwei wie von Meisterhand geformte, sattgrüne Vulkankegel ragen in den Karibikhimmel. Die „Zuckerhut-Zwillinge“ sind die Postkartenstars der Karibik. 4. Tag / Barbados (Kleine Antillen): Kein Wunder gehört Barbados zu den beliebtesten Karibik-Inseln – sie ist nicht nur atemberaubend schön, sondern bietet ihren Besuchern alles, was das Herz begehrt. Die britische Herrschaft verlieh der Insel die Leidenschaft für den traditionellen Nachmittagstee sowie die bezaubernden viktorianischen Häuser – „Little England“ auf Barbados. 5. Tag – 10. Tag / Atlantiküberquerung: Lassen Sie die Seele baumeln und geniessen Sie gepflegtes Speisen sowie exzellente Unterhaltung an Bord.

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11. Tag / Teneriffa (Kanarische Inseln): Teneriffa, die grösste Insel der Gruppe – überragt vom mächtigen Vulkan-Krater Cañadas del Teide –, erwartet Sie mit spanischem Temperament, tropischem Lebensgefühl und ganzjährig frühlingshaften Temperaturen . 12. Tag / Madeira (Portugal): Zwei Drittel der Insel stehen unter Schutz des UNESCO Weltnaturerbes. Die Vulkaninsel berauscht mit einer verschwenderischen Natur mit einer unglaublichen Vielfalt an Pflanzen und Blumen. Sie ist nicht nur der „schwimmende Garten des Atlantiks“ sondern auch die „Insel des ewigen Frühlings“. 13. Tag / auf See: Erholung an Bord. 14. Tag / Malaga (Spanien): Nirgends ist Spanien spanischer als in Andalusien – der Heimat des feurigen Flamenco und der noblen Andalusischen Pferde! 15. Tag / auf See: Erholung an Bord. 16. Tag / Barcelona (Spanien): In Barcelona, einer der aufregendsten Städte Europas, erwarten Sie grandiose Highlights wie das weltberühmte Picasso Museum und die einzigartige Sagrada Familia – die unvollendete, gigantische Basilika, die seit 1882 in Bau ist! 17. Tag / Marseille (Frankreich): Nicht nur die herrliche Lage Marseilles, sondern auch ihre über 2600 Jahre alte Geschichte und erst noch 300 Sonnentage im Jahr, machen die charmante „Kulturhauptstadt Europas“ so einzigartig. 18. Tag / Genua (Italien) – Schweiz: Nach der Ausschiffung Fahrt mit modernem Reisecar von Genua an den von Ihnen gewählten Aussteigeort in der Schweiz. Ankunft am Abend.

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MIGROS-WELT | MM36, 31.8.2015 | 85

Preisbarometer

Frage der Woche

«Ich habe in der Migros Sélection-Königslachs gekauft. Auf der Verpackung heisst es, er stamme aus nachhaltigen Quellen. Was heisst das?» Bei Zuchtfischen wie dem SélectionKönigslachs ist unter anderem eine artgerechte Haltung mit genügend Platz für die Tiere garantiert. Ausserdem darf der Zuchtbetrieb keine negativen Auswirkungen auf die Umwelt haben. Bei Fischen aus Wildfang dürfen beispielsweise die Bestände nicht überfischt werden. Die Fangmethoden müssen schonend sein, und es sollten ihnen möglichst keine anderen Meeresbewohner zum Opfer fallen. Die Einhaltung dieser Anforderungen wird vom WWF überprüft.

Olivenöl wird deutlich günstiger Die Migros senkt die Preise diverser Olivenöle.

Aufgrund der schlechten Ernte mussten die Preise verschiedener Olivenöle im Januar noch erhöht werden. Durch die Weitergabe von Währungsvorteilen profitieren MigrosKunden beim Bio-Olivenöl und bei diversen Artikeln der Marken M-Classic, Sélection, Monini, Don Pablo und Alexis nun wieder von günstigeren Preisen. Im Durchschnitt beläuft sich der Preisabschlag auf 11 Prozent.

Haben Sie eine Frage?

Kontaktieren Sie uns! M-Infoline, der Kundendienst der Migros, erreichbar unter 0800 84 0848 oder www.migros.ch/ kundendienst

Telefonisch erreichbar Montag bis Freitag: 8.00–18.00 Uhr, Samstag: 8.30–16.30 Uhr. Anrufe auf die oben genannte Nummer sind gratis.

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MIGROS-WELT | MM36, 31.8.2015 | 89

Ihre Region Neues aus der Genossenschaft Migros Basel

Früh übt sich, wer mal Schwingerkönig werden will. Schwingen

Auch grosse Schwinger haben klein angefangen Die Migros macht sich gemeinsam mit dem Eidgenössischen Schwingerverband (ESV) für den Schwingnachwuchs stark und führt am 5. September den nationalen Schwinger Schnuppertag durch. Text: Moritz Weisskopf

Bild: zVg

S

chwingen ist DER Schweizer Nationalsport. Er verbindet Wettkampf und Bewegung mit Schweizer Kultur. Nur wer über die richtige Mischung aus Technik, Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit und Beweglichkeit verfügt, schafft es, ein ganz Böser zu werden. Seit vielen hundert Jahren ist das Schwingen ein fröhliches Volksfest, bei dem sich Alt und Jung treffen, um ihren Sport zu feiern. Im Rahmen ihres Nachhaltigkeitspro-

gramms Generation M hat die Migros versprochen, 5000 Kindern bis Ende 2015 den Zugang zum Schwingsport zu ermöglichen und so dafür zu sorgen, dass es auch in Zukunft neue Schwingerkönige gibt. Dies tut sie mit verschiedenen Aktivitäten: So findet zum Beispiel am Samstag, 5. September, der jährliche nationale Schwinger-Schnuppertag statt, an dem in über 100 verschiedenen Schwingklubs in der ganzen Schweiz Kindern ein Einblick in die

packende Welt der «Bösen» gewährt wird. In der Region Basel kann in Muttenz, Pratteln, Liestal, Sissach, Waldenburg, Binningen und Baselstadt Sägemehl-Luft geschnuppert werden. Alle können Schwinger werden – Mädchen oder Jungen, Schweizer oder Ausländer. Wer den Schwingsport noch nicht kennt, ist herzlich zum Schnuppertag eingeladen. MM Alle Austragungsorte sowie weitere Informationen finden Sie auf www.esv.ch/jugend


90 | MM36, 31.8.2015 | MIGROS-WELT

Berufsbildung

Gemeinsam für die Natur

Aufgeräumt – in der Micasa MParc Dreispitz lässt man sich inspirieren.

Raus aus dem Schulzimmer und rein in die Natur: Die neuen Lernenden der Migros Basel unterstützen für einen Tag den WWF bei einem Natureinsatz. Text und Bilder: Moritz Weisskopf

Möbel

Begehbarer Kleiderschrank Das Problem kennen die meisten: Man hat viele

schöne Kleider für verschiedene Gelegenheiten und weiss nicht wo man sie unterbringen soll. Beim Kleiderständer biegt sich die Stange durch und der Stuhl, der unter den T-Shirts und Hosen begraben ist, lässt sich nur erahnen. Und hat man dann mal alle seine Kleider untergebracht, findet man sie bestimmt nicht mehr. Als kleine Inspirationshilfe dient jetzt der begehbare Kleiderschrank in der Micasa MParc Dreispitz. Der rund 10 Quadratmeter grosse Raum bietet jegliche Möglichkeiten, um Kleider, Socken, Schuhe und dergleichen übersichtlich unterzubringen. Wer gerade ein freies Gästeoder Bürozimmer hat, kann sich diesen natürlich en bloc kaufen. Die verschiedenen Module sind aber auch einzeln erhältlich und nach Wunsch kombinierbar.

Einsatzfreudig: Die neuen Lernenden der Migros Basel.


MIGROS-WELT | MM36, 31.8.2015 | 91

Das sagen Lernende

Lisa Schneider, Lernende Detailhandelsassistentin Flower, Migros Schönthal

Jessica Richterich, Lernende Detailhandelsfachfrau Nahrungsund Genussmittel, Migros Aesch:

Yannick Zen Ruffinen, Lernender

Die Arbeit ist mir nicht fremd, da ich auch sonst viel mit Pflanzen zu tun habe und WWF-Mitglied bin. Ich freue mich immer wieder, der Natur Gutes zu tun.

Ich finde es super. Ein bisschen körperliche Anstrengung schadet schliesslich nicht. Zudem lernt man so die anderen neuen Lernenden besser kennen.

Körperliche Arbeit tut mir gut, ich sitze nicht gerne rum. Ich brauche Bewegung, sonst werde ich nervös.

E

s ist kurz vor 8 Uhr und der Parkplatz der Mi­ gros Betriebszentrale in Münchenstein ist voll mit orangen Rucksäcken – und den dazugehörigen Lernenden. Die einen noch etwas müde, andere bereits hellwach. Insge­ samt 66 Lernende aus neun Lehrberufen warten auf die Ab­ fahrt nach Herzberg im Jura­ park im Aargau. Alle befinden sich noch in den Einführungs­ tagen ihrer Lehre. Was machen sie also so weit weg von einer Migros­Filiale? «Bei unserem Natureinsatz handelt es sich um ein Generation­M­Versprechen, welches wir einlösen. Dazu kommt, dass es ein guter Anlass ist um die Lernenden in einem anderen Umfeld kennenzuler­

nen», so Diana Furler, Leiterin Berufsbildung der Migros Basel. Möglich ist dieser Tag nur dank der guten Zusammenar­ beit mit den lokalen Bauern und Vertretern des WWF. Einer die­ ser Vertreter ist Beat Uttiger, seines Zeichens Umweltinge­ nieur. Von Beginn weg hat er das Projekt im Jurapark Aargau betreut. Heute erklärt er den Lernenden warum die Hecken­ pflege, welche sie hauptsächlich betreiben werden, wichtig für die ökologische Vielfalt ist. «Würden wir die Kulturland­ schaft nicht pflegen, gäbe es nur noch Büsche und Wälder und das wäre schlecht für die Pflan­ zen­ und Tiervielfalt», sagt Utti­ ger. Da das sorgfältige Pflegen dieser Landschaft viel Zeit

Detailhandelsfachmann Sportartikel, Migros Dreispitz

beansprucht, sind die Bauern und der WWF auf Hilfe von Freiwilligen angewiesen. Ein voller Erfolg

Ohne diese Hilfe wäre man gezwungen, die Hecken maschi­ nell zu schneiden und so stärker in den Lebensraum der Tiere einzugreifen. Das Ziel ist es, Landwirtschaft und Arten­ schutz unter einen Hut zu brin­ gen. Da kommen die Lernenden der Migros Basel gerade recht. Obwohl die Arbeit schweisstrei­ bend ist, sind alle motiviert und schneiden was das Zeugs hält. Diana Furler zieht eine positive Bilanz: «Es war ein voller Erfolg. Ich hoffe, dass wir diesen Tag auch nächstes Jahr wieder durchführen können.» MM

Mehr Wissen Über fünf Millionen Menschen unterstützen den WWF

weltweit.

Leonardo Pinto, Lernender

Detailhandelsfachmann Nahrungs- und Genussmittel, Juniors Market Es macht mir Spass die Natur und die anderen Lernenden ein bisschen besser kennenzulernen. Ich freue mich, diese Erfahrung gemacht zu haben.

Offene Lehrstellen

Hier beginnt deine Zukunft Ob Detailhandelsfachmann, Bäcker, Köchin, Logistiker, Kauffrau oder Polydesigner 3D: In insgesamt zehn Berufen bietet die Migros Basel jährlich rund 70 jungen Menschen einen Start in die Berufswelt. Für August 2016 suchen wir junge Talente für die folgenden Lehrberufe: • Bäcker/in-Konditor/in-Confiseur/in • Detailhandelsassistent/in (Branchen: Bäckerei-KonditoreiConfiserie, Fleischwirtschaft, Flower, Haushalt, Nahrungs- und Genussmittel, Textil) • Detailhandelsfachfrau/-fachmann (Branchen: Bäckerei-Konditorei- Confiserie, Consumer Electronics, Do-it-yourself, Fleischwirtschaft, Flower, Garden, Haushalt, Nahrungs- und Genussmittel, Sportartikel, Textil) • Kauffrau/Kaufmann (E-/M-Profil) • Koch/Köchin • Logistiker/in • Polydesigner/in 3D • Restaurationsfachfrau/-mann • Strassentransportfachfrau/-mann Weitere Informationen unter: www.new-talents.ch oder www.facebook.com/migros.newtalents


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und RENZO BLUMENTHAL begleiten Sie auf drei attraktiven Wanderungen.

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Mehr zum Wandertag und Programm erfahren Sie unter www.schweizerfamilie.ch/wandertag

Der 8. Nationale Wandertag der «Schweizer Familie» wird unterstützt von: Veranstalter

Veranstaltungsort

Hauptsponsor

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Co-Sponsor

Patronat

Produktion


Leben MM36

Familienumfrage Ab wann kann man ein Kind allein zu Hause lassen? 1. Wenn es genügend selbständig und von sich aus bereit dazu ist. (62%) 2. Ab 10 bis 12 Jahren. (19%) 3. Ich würde ein Kind unter 14 Jahren nie allein zu Hause lassen. (13%) 4. Wenn es nicht anders geht, kann man ein Kind schon unter 10 Jahren

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In Zusammenarbeit mit

daran gewöhnen. (5%)

Richtig oder falsch

Wann ärgern Sie sich über den mangelnden Anstand von Autofahrern?

Knigge reloaded

Gibt es eine Etikette fürs Parkieren?

Bunte PET-Flaschen können nicht rezykliert werden. Falsch! Auch buntes PET kann

rezykliert werden. Jedoch können im Recycling-Prozess die Farbstoffe nicht entfernt werden. Buntes PET kann daher nur noch als Rohstoff in der Textilindustrie verwendet werden, etwa für Fleecejacken. Der geschlossene Flaschenkreislauf, bei dem aus alten PET-Flaschen neue PET-Flaschen produziert werden, kann nur für farbloses PET aufrechterhalten werden. Deshalb wird das PET in den Recyclinganlagen farblich sortiert.

Migrosmagazin.ch

Illustration: Andreas Klammt, Bild: Stefan Sulzer

Es gilt: Auch bunte PET-

Philipp Tingler (44) ist Autor

und Philosoph und schreibt hier jede Woche über Phänomene des modernen Benehmens.

«Meine Heimatstadt Zürich ist schön – nur nicht, wenn man parkieren will. Hier sind alle Automobilisten gefordert. In der Ökonomie spricht man von einem negativen externen Effekt, wenn das Handeln eines Akteurs die Handlungsfreiheit eines anderen beeinträchtigt, ohne dass der Verursacher dafür zur Kasse gebeten wird; regelmässig leidet darunter die gesamtgesellschaftliche Wohlfahrt. So kann die Gesellschaft nicht funktionieren. Zum Beispiel wenn jemand ohne Not, etwa im Parkhaus, ausserhalb der Parkfeldmarkierung steht, womit er den nächsten zwingt, ebenfalls ausserhalb der Markierung zu parkieren, und so weiter. Oder wenn jemand innerhalb von blauen Zonen sich nicht um die Abstände zu anderen Fahrzeugen kümmert, wodurch Parkraum verschwendet wird. Wenig zeigt wie das Parkieren: begrenzter Raum als Testfall für Manieren. Das reimt sich sogar.»

Flaschen gehören in die PET-Sammlung. Um den geschlossenen Flaschenkreislauf zu fördern, sind farblose Flaschen zu bevorzugen.

In Zusammenarbeit mit Pusch – Stiftung praktischer Umweltschutz Schweiz www.pusch.ch


96 | MM36, 31.8.2015 | LEBEN

Was der Experte zum Thema Stottern sagt. Migrosmagazin.ch

Interview

«Zuwarten kann fatal sein» Wenn Kinder stottern, ist eine schnelle Intervention wichtig, sagt Alexander Zimmermann (60). Der leitende Logo­ päde am Inselspital in Bern therapiert Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Im Interview auf Migrosmagazin.ch erzählt der Fach­ arzt von einer hohen Zahl von Spontanerholungen bei stotternden Kindern, die Gefahr von Ver­ festigung sei aber ebenfalls gross. Erstaunliches weiss der Logopäde aus seiner therapeu­ tischen Erfahrung: Bereits ein zwei­ jähriges Kind merke, wenn es stottere. Auch zur medikamentösen Behandlung von Stotternden in den USA hat Alexander Zimmermann eine dezidierte Meinung. Lesen Sie das Gespräch auf Migrosmagazin.ch.

Alexander Zimmermann (60) ist Logopäde am Inselspital Bern.

Familie

Wenn die Worte steckenbleiben

Wer das Stottern und Sprechhemmungen als Kind nicht wegbringt, hat es schwer. Über die Gründe dieses Phänomens ist man sich bis heute nicht einig. Immerhin: Mit einigen Therapieformen lassen sich gute Erfolge erzielen. Text: Claudia Langenegger

V

on klein auf habe ich ge­ stottert», erzählt Kay (19). Er stottert, wenn er sich unter Druck fühlt, auf­ geregt oder nervös ist. Das passiert relativ schnell. Zum Beispiel, wenn er seinen eigenen Namen nennen muss. Oder bei Präsentationen in der Schule. Oder wenn man in einer Gruppe reihum etwas sagen oder vorlesen muss: Dann läuft in Kay ein Countdown, die Anspannung steigt von Sekunde zu Sekunde. «Und dann stottere ich ganz bestimmt, wenn ich an der Reihe bin», sagt der junge Amriswiler. Kay hatte Glück, er wurde als Bub nicht gehänselt

Wenigstens läuft die Sprache flüssig, wenn er mit Freunden und Kollegen redet und telefoniert. Kay hatte auch von klein auf Glück mit seinem Umfeld. Er wurde als Bub weder ausgegrenzt noch von Mitschülern gehänselt. Und seine um ein Jahr ältere Schwester war ein guter Schutzschild. «Sie redete immer so viel, dass es nicht auffiel, wenn ich nicht so oft sprach», sagt Kay mit einem Lachen im Gesicht. Natürlich hat er sich aber immer gewünscht, dass das mit dem Stottern aufhört. In der Schule streckte er oft die Hand nicht auf, obwohl er die richti­ ge Antwort wusste. Vorlesen war ein

Bild: Vera Hartmann

Gräuel. Nur Vorträge brachte er gut hinter sich: «Da konnte ich zu Hause üben.» Warum Kinder stottern, weiss man nicht. «Es sind meist die Eltern, die nach einem Grund suchen. Sie leiden oft stark, sogar noch mehr als die Kinder», weiss Beat Meichtry (61), Geschäftsführer der Vereini­ gung für Stotternde und ihre An­ gehörigen (Versta). «Ohne dass sie wollen, projizieren Eltern oft ihren Druck auf das Kind.» Und dieses stottert umso mehr, wenn es die Anspannung der Eltern spürt. Die Wissenschaft kennt verschie­ dene Theorien zu den Ursachen der sogenannten Sprechunflüssigkeit. Keine erklärt jedoch das Phänomen ausreichend: Beim psychodynami­ schen Ansatz etwa geht man davon aus, dass unbewusste Konflikte zum Stottern führen; die genetische Theo­ rie besagt, dass Stottern vererbbar ist; der neuropsychologische Ansatz be­ sagt, dass bestimmte Gehirnregionen anders reagieren. Meist wird das Stottern – verein­ fachend gesagt – als Durcheinander des Sprachflusses gedeutet, wenn die Wörter zu schnell und durchein­ ander aus dem Mund herauspurzeln wollen. Stottern beginnt oft im Alter von zweieinhalb bis fünf Jahren, wenn der Wortschatz wächst und die Sätze komplexer werden. Dies ist

aber ebenfalls die Phase wichtiger emotionaler Entwicklungsschritte bei jungen Kindern: Es ist die Zeit von Autonomie und des Ich­Sagens sowie von Trotz und des Nein­ Sagens. Beim Stottern kommen zwei widersprüchliche Dinge zusammen: sich ausdrücken zu wollen und sich zurückhalten zu müssen. Dieses Aufbegehren und die Reaktionen der Eltern können sich auf den Sprechfluss der Kinder auswirken. «Je früher man ein Kind therapeu­ tisch begleiten kann, umso besser», sagt Alexander Zimmermann (60), leitender Logopäde an der Stimm­ und Sprachabteilung des Berner Inselspitals. Seit über 20 Jahren arbeitet er mit stotternden Kindern und Erwachsenen. Auch wenn die Meinung verbrei­ tet ist: Stottern verwächst sich in der Regel nicht. Es ist auch keine normale Phase der Sprachentwick­ lung, wie man dies immer wieder liest. Bei jungen Kindern hilft oft eine Therapiephase von drei bis sechs Monaten. Manchmal auch nur eine einzige Sitzung. Das Wichtige dabei: «Ich beziehe die Eltern in die Therapie mit ein. Klärt man die Beziehung zwischen Eltern und Kind, verflüssigt sich auch die Sprache.» Mit ihrem psychosomatischen Ansatz, der Stottern als Symptom


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Bald erscheint ihre 150 . Kolumne. Haben Sie eine Frage an Bettina Leinenbach? Schicken Sie sie an: onlineredaktion@ migrosmedien.ch

Mamma Mia

E Nachts am Strand

Es ist stockdunkel. Um diese Zeit liegen Zweijährige meist im Bett. Doch das Mäd­ chen auf dem Foto schläft nicht. Es ist gerade am Strand von Kos angekommen. Seine Mutter scheint sanft auf es einzu­ reden, während sie ihm die orangefarbene Kinderschwimmweste auszieht. Der Vater durchwühlt einen Plastiksack und greift nach einer kleinen Winterjacke. Die Eltern streifen dem Kind trockene Kleider über. Dann steht es da, nachts und mitten im August am Strand von Kos – im Anorak.

Kay stottert, wenn er unter Druck steht. Flüssig spricht er mit Freunden oder am Telefon.

Ein Fotojournalist hat die Szene eingefangen. Meine Töchter starren gebannt auf die Auf­ nahmen auf meinem Computerbildschirm. Dann kommen die Fragen. Es sind viele. Ich nehme mir Zeit und antworte. Es wird ein gutes Gespräch. «Hoffentlich hat das Kind nun wieder ein Bettchen», sagt Eva mitfühlend. «Und gell, Mami, jetzt muss es auch keine Angst mehr haben», hofft Ida. Ich nicke, obwohl ich mir nicht so sicher bin. Bettina Leinenbach (38)

ist Journalistin und zweifache Mutter.


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LEBEN | MM36, 31.8.2015 | 99

einer Störung sieht, stellen sich die Fach­ leute des Berner Inselspitals gegen den gängigen Trend. «Es ist nie einfach, wenn man die Beziehung zwischen Eltern und Kindern hinterfragt, nach Ungeklärtheiten und Schwierigkeiten fragt», erklärt Alexan­ der Zimmermann. «Bei den Eltern kommen Schuldgefühle auf.» Kay bestellt immer Fanta statt Coca-Cola – da er bei Fanta nicht stottert

Doch der Berner Logopäde reitet nicht auf Problemen herum. Er therapiert die Kinder auf spielerische Weise und weiss, dass für Eltern oft einfach das Gespräch mit einer Fachperson wichtig ist, um unbewusste Blockaden zu lösen. «Für Eltern ist es eine enorme Erleichterung, wenn sie ihre Schuld­ gefühle äussern und endlich auch abladen können», weiss er. Prinzipiell anders ist der Umgang mit stotternden Erwachsenen. «Da geht es hauptsächlich darum, das Sprechen zu ver­ flüssigen.» Kay stottert bei harten Konso­

nanten wie etwa Pa, Ka, Te, Ti, Go. Unzählige Silben erweisen sich als Stolpersteine. Er greift zur Vermeidungstaktik : «Ich stelle die Sätze um, brauche Synonyme oder lasse Wörter weg.» So sagt er immer «laufen» statt gehen und bestellt immer Fanta, obwohl er lieber Coca­Cola hat. «Bei Fanta stottere ich nicht, bei Coca­Cola ist die Gefahr zu gross, dass ich es nicht flüssig sagen kann.» Kay hat mittlerweile zwei Intensiv­ seminare von Versta besucht und weiss nun, wie er seinen Vornamen auch in Aufregung problemlos sagen kann: «Wenn ich mit der Hand dazu eine Acht forme.» Während seine Hand wellenförmig durch die Luft gleitet, kommt das Wort «Kay» fliessend aus seinem Mund. Beat Meichtry, der diese Kurse leitet, hat selbst sein halbes Leben lang gestottert. Auch er stolperte früher über seinen Vornamen. Das ist typisch: «Dem eigenen Namen kann man nicht ausweichen. Da ist der Druck besonders gross, nicht zu stottern.» MM

Tipps

Das können Eltern für ihre Kinder tun • Kinder ausreden lassen. Auf Inhalt und Gefühlsausdruck achten, nicht auf die Art des Redens. • Beim Zuhören das Kind anschauen, nicht drängen. • Auf mögliche Drucksituationen und Belastungen schauen. • Möglichst rasch das Gespräch mit Fachpersonen suchen: Vereinigung für Stotternde und Angehörige (Versta), www.versta.ch, info@versta.ch, Telefon 033 733 07 31 Inselspital Bern, Abteilung für Phoniatrie, sekr.phoniatrie@insel.ch, 031 632 33 49 Austausch- und Informationsveranstaltung für Betroffene: Die Vereinigung Versta lädt am 6. September in Brugg AG Familien mit Bezug zum Stottern zu einem Treffen ein. Infos und Anmeldung: www.versta.ch

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LEBEN | MM36, 31.8.2015 | 101

Tipps

Fit auf den Berg Ausdauertraining

im Flachland ist eine gute Vorbereitung für lange Hochtouren.

Tasten Sie sich langsam an die grossen Höhen heran, so hat der Körper Zeit zur Akklimatisation.

Ab 2500 m ü. M. sollte man gemächlicher aufsteigen. Sonst drohen Übelkeit, Kopfschmerzen und Ödeme.

Überschätzen Sie sich nicht. Planen Sie die Route ihren Fähigkeiten entsprechend.

Gesundheit

Böse Überraschung in der Höhe

Verfolgen Sie im Vorfeld lokale und überregionale Wetterprog­ nosen.

Hochsommer ist die Zeit der Bergtouren. Wer sich unakklimatisiert in grossen Höhen bewegt, riskiert, vom Sauerstoffmangel krank zu werden. Die akute Bergkrankheit ist dabei am häufigsten.

Kopfschmerz­ tabletten und

Tropfen gegen Übelkeit können hilfreich sein. Weitere Infos: Schweizerische Gesellschaft für Gebirgsmedizin, Mountainmedicine.ch International Society of Mountain Medicine, ismm.org (Public Infos)

Bild: Thomas Senf/visualimpact.ch

PD Dr. Christoph Dehnert, Facharzt

für Allgemeine Innere Medizin, Kardiologie und Sportmedizin, Medbase Zürich In Zusammenarbeit mit

Text: Christoph Dehnert

U

nangenehm, aber nicht lebensbedrohlich: Die akute Bergkrankheit tritt ab etwa 2500 m ü. M. auf und äussert sich durch Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit und schlechten Schlaf. Zudem können Schwindel und Schwellungen (Ödeme) an Händen, Füssen und im Gesicht auftreten. Die Symptome zeigen sich nicht sofort nach Erreichen der Höhe, sondern erst nach vier bis acht Stunden. Man sollte damit nicht weiter aufsteigen. Kopfschmerztabletten oder Tropfen gegen Übelkeit helfen. Im Normalfall verschwinden die Beschwerden nach ein bis drei Tagen. Falls nicht, muss abgestiegen werden. Wenn Kopfschmerzen nicht mehr auf die Therapie ansprechen, wiederholtes Erbrechen auftritt und der Bergsteiger langsam wesensverändert, schläfrig oder gar bewusstlos wird, liegt höchstwahrscheinlich ein Höhenhirnödem vor, das oberhalb von 4000 m auftreten kann. Auch

ein Höhenlungenödem ist ab einer Höhe von 3000 bis 3500 m ü. M. möglich: Übermässige Leistungsminderung und Atembeschwerden treten auf, später können Husten, Rasselgeräusche beim Atmen oder blutig-schaumiger Auswurf dazukommen. Hirn- oder Lungenödem brauchen ein bis zwei Tage Zeit, bis sie sich entwickeln. Bei entsprechendem Verdacht muss sofort medizinische Hilfe organisiert und der Betroffene in tiefere Lagen gebracht werden, sonst droht Lebensgefahr. Tests in der Höhe sind unumgänglich, um seine Grenzen auszuloten

Während die akute Bergkrankheit in den Alpen recht häufig ist, treten Höhenhirn- oder Höhenlungenödem hierzulande nur selten auf. Sie kommen vermehrt dort vor, wo man sich auch längere Zeit auf grösseren Höhen aufhält wie in Südamerika oder Nepal. Vorbeugen kann man allen drei Erkrankungen, indem man sich gut akklimatisiert und nicht zu

schnell aufsteigt. Wer oberhalb von 2500 m seine Schlafhöhe um durchschnittlich nicht mehr als 400 m pro Tag steigert, wird selten krank. In Ausnahmefällen ist auch eine medikamentöse Prophylaxe möglich. Die individuellen Unterschiede bei der Höhentoleranz sind aber beträchtlich. Leider gibt es trotz intensiver Forschung auf diesem Gebiet noch keine Tests, die dies im Flachland zuverlässig messen können. Der beste Test ist immer noch die Höhe selbst. Was bei früheren Höhenaufenthalten zu Problemen führte, wird mit grosser Wahrscheinlichkeit auch künftig Probleme machen. Was unter gleichen Voraussetzungen funktionierte, wird sich auch ein zweites Mal als gut erweisen. Wer regelmässig höhenbedingte Probleme hat, sollte sich von einem Spezialisten beraten lassen. In den meisten Fällen gibt es Möglichkeiten, Beschwerden zu vermeiden, so dass das Bergerlebnis wieder zum Genuss wird. MM


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LEBEN | MM36, 31.8.2015 | 103

Beauty

«Ich entspreche nicht dem Klischee von Dr. Schönheit» Cornelia Schürch entwickelt Beauty- und Gesundheitsprodukte bei Mibelle. Die Forscherin über ihren Alltag, ihre erfolgreichste Entwicklung und aktuelle Trends bei der Jagd nach der ewigen Jugend. Text: Martina Bortolani

Bild: Nik Hunger

Cornelia Schürch, Sie haben einen Traumjob: Sie entwickeln kosmetische Wirkstoffe für einen Konzern mit Kunden auf der ganzen Welt. Ist Ihre Arbeit so glamourös? Das liegt sicher in der Optik des Betrachters. (lacht) Ganz sicher entspreche ich aber nicht dem Klischee von «Dr. Schönheit». Meine Arbeit umfasst in erster Linie die Ent­ wicklung und das Protokollieren von Wirk­ stoffen, die in Kosmetikprodukten eingesetzt werden.

Dr. Cornelia Schürch (42) ist Leiterin

Entwicklung und Compliance bei der Mibelle AG in Buchs AG. Die Firma ist Entwicklerin und Herstellerin unzähliger Beautyund Pflegeprodukte, die es in der Migros zu kaufen gibt: von der Zoé-Nachtcreme, der Sun-LookSonnencreme bis zum Baby-Schaumbad von Milette.

Wie muss man sich Ihren Alltag konkret vorstellen? Stehen Sie im Kittel im Labor, oder sitzen Sie vor allem am Computer? Ich sitze tatsächlich die meiste Zeit vor meinem Bildschirm. Heute sind die Anforderungen an eine umfassende Doku­ mentation bei der Entwicklung von neuen Produkten stetig steigend. Weltweit wollen die Behörden immer ganz genau wissen, woraus sie bestehen und wie sie hergestellt werden. Welcher ist der grösste Trend auf der Suche nach der ewigen Jugend? Das lässt sich nicht eindeutig beantworten, denn die Forschung sucht immer nach den «eigentlichen» Faktoren, welche die Alte­ rung der Haut bestimmen. Bisher wurde viel auf der Ebene der Genetik geforscht. Im Fachidiom heisst das Genomics. Wir legen den Fokus unserer Forschung derzeit auf die Proteine (Proteomics). Wir untersuchen intensiv, wie die Übersetzung der Gene in funktionelle Substanzen und Stoffe funktio­ niert und wie eine positive Wirkung im Körper erzeugt werden kann. Die Gene sind bei der Hautalterung nicht zu unterschätzen. Sie sind nur der Anfang der Geschichte. Wie aber letzten Endes die individuellen Gene in Proteine übersetzt und damit tatsächlich aktiv werden, ist eine andere. Wir nennen dieses Forschungsgebiet Epi­ genetik. Nebst Hautalterung und Herkunft spielen dabei andere, wichtige Lifestyle­ und Umwelteinflüsse eine entscheidende Rolle. Etwa genügend Schlaf, der Verzicht

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auf das Rauchen, eine gesunde Ernährung sowie die Vermeidung von UV­Strahlen. Welches ist Ihr Lieblingsprodukt, das Sie für die Mibelle Group entwickelt haben? Für mich ist der ApfelstammzellenWirkstoff aus dem Uttwiler Spätlauber eine tolle Entwicklung. Hier haben wir 2008 wirklich einen neuartigen Ansatzpunkt gefunden, um die Zeichen der Hautalterung zu verbessern. Mit diesem Wirkstoff konnte auch eine sehr nachhaltige Lösung gefunden werden. Sogar die amerikanische First Lady Michelle Obama schwört auf diesen Wirkstoff. Nützen Anti-Aging-Produkte wirklich so viel, wie sie versprechen?

Kosmetikprodukte sind ganz klar keine Arzneimittel. Der grosse Unterschied liegt in den eingesetzten Wirkstoffkonzentra­ tionen. Während in den Arzneimitteln eine Wirkung auf Kosten von potenziellen Nebenwirkungen in Kauf genommen wird, ist das in der Kosmetik nicht erlaubt. Das heisst? Alle Kosmetikhersteller müssen die aus­ gelobten Wirkversprechungen stets in Stu­ dien beweisen. Gelingt dies denn immer? Natürlich nicht ganz. Für uns bedeutet das dann, dass ein Produkt neu formuliert oder die Wirkversprechungen angepasst werden müssen. Das ist unser Job. MM


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Vom Auto angefahren, plötzlich arbeitsunfähig, mit dem Familienunternehmen in Schieflage oder eine böse Überraschung im geerbten Haus – Jürg Keim und das Beratungsteam des Beobachters helfen Menschen, die vor grossen Herausforderungen stehen. Die neue Staffel von Beobachter TV, Experten im Einsatz: jeden Sonntag um 18.15 Uhr auf SRF 1. www.beobachtertv.ch

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LEBEN | MM36, 31.8.2015 | 105

So is(s)t die Jugend

D Essen statt wegwerfen

Tipps

Richtig essen und sich bewegen

Dreissig Schokoriegel stapelten sich auf ihrem Pult. Dreissig Schokoriegel, die ohne die Rettung durch meine Kollegin in der Kehrichtverbrennungsanlage gelandet wären. Der Nahrungskette entrissen, obwohl das Ablaufdatum noch nicht überschritten war.

Ideal ist eine vielseitige Ernährung mit viel Gemüse, Früchten, Nüssen, Samen und Hülsenfrüchten, ausreichend Eiweiss, aber einem massvollen Umgang mit rotem Fleisch, Fleischprodukten und Süssgetränken.

Die Empörung über den Fund im Mülleimer auf dem Schulkorridor war riesig. Klar, dass vor den fünf Wochen Sommerferien das Schulhaus von Altlasten befreit wird. Aber den Inhalt eines Snackautomaten in den Abfall zu werfen, weil die Schokoriegel während der Ferien das Ablaufdatum überschreiten würden, geht zu weit.

Vitamin D kann

vorbeugend und unterstützend wirken. Vor allem

ältere Menschen

sollten das Risiko zu stürzen minimieren. Wertvolle Tipps auf Rheumaliga.ch Astronauten verlieren rasant an Knochenmasse, da Knochen und Muskulatur im schwerelosen Zustand nicht belastet werden. Ausreichend körperliche Aktivität beugt Stürzen und Brüchen vor. Egal, ob als Alltagsbewegung oder als Sport.

Hier schreiben die Vivai-Experten über Ernährungsfragen. Dieses Mal der Ernährungswissenschaftler David Fäh.

Bild: iStockhoto

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Das Nachhaltigkeitsmagazin der Migros.

Kalziumreiche Lebensmittel wie Milchprodukte, Sardinen, Spinat oder Sojabohnen stärken die Knochen.

Ernährung

Für starke Knochen Das Skelett besteht hauptsächlich aus Kalzium. Eine Ernährung mit kalziumreichen Lebensmitteln unterstützt den Aufbau unserer Knochen. Aber auch körperliche Aktivität ist wichtig. Text: David Fäh

U

nser Skelett schafft das scheinbar Unmögliche: Es ist leicht und trotzdem stabil, hart und doch flexibel, unnachgiebig und dennoch anpassungs- und regenerationsfähig. Einmal aufgebaut, muss es ein Leben lang halten. Die Weichen für gesunde Knochen werden früh gestellt. Etwa 25 Jahre haben wir Zeit, um unser Skelett dicht und robust zu machen. Ab 30 verlieren wir Knochenmasse,

auch wenn sich unsere Knochen ein Leben lang ständig erneuern. Deshalb ist es wichtig, bereits in der Kindheit und Jugend die Knochen stark zu machen und den Abbau im Alter zu vermeiden. Besonders für Mädchen, weil Frauen ein höheres Risiko für Knochenschwund (Osteoporose) haben als Männer. Eine ausgewogene und kalziumreiche Ernährung ist ein wichtiger Teil von Aufbau und Prävention. Kalziumtabletten allein

bringen dabei keine Vorteile. Gute Kalziumquellen sind Milch und Milchprodukte, kalziumreiches Mineralwasser, dunkelgrünes Gemüse und Stärkequellen wie Amaranth. Ein weiterer entscheidender Faktor ist ausreichend körperliche Aktivität. Dies beugt Stürzen und Brüchen vor. Denn im Alter und besonders bei Osteoporosepatienten können Knochenbrüche grosse Probleme bereiten. MM

Die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter hat nur den Job gemacht und sich wohl an Vorschriften gehalten, darf deshalb nicht an den Pranger gestellt werden. Allerdings finde ich es wichtig, darüber nachzudenken, wer die Verantwortung für diese Lebensmittelverschwendung trägt. Wie soll man das Problem der Vergeudung angehen, wenn es schon auf dieser Stufe scheitert?

Flavia von Gunten (17),

Gymnasiastin aus Steffisburg BE.


106 | MM36, 31.8.2015 | LEBEN

Ausgewandert

Genf–Perth retour und dann nach Melbourne Seit zweieinhalb Jahren lebt Gary an der Südküste Australiens.

Es ist nicht sein erster längerer Aufenthalt dort. Gary wurde 2003 in Genf geboren und lebte später mit seiner Schweizer Mutter und seinem australischen Vater drei Jahre lang in Perth im Südwesten des Landes. 2011 kam die Familie an den Genfersee zurück. Heute sind Garys Eltern zwar getrennt, aber er ist mit seiner Mutter nach Melbourne gezogen, um näher bei seinem Vater zu sein, der in der gleichen Stadt lebt. Gary vermisst das Fondue aus der Schweiz. Aber er liebt

es auch, mit seiner Mutter in einem der vielen asiatischen Restaurants Sushi zu essen. Wenn er ein Australian-FootballSpiel schaut, nascht er auch gern einen «Meat Pie», eine Art Fleischkuchen, der typisch ist für Australiens Küche.

In Australien sieht Gary oft Kängurus, Schlangen und Opossums.

Kinder

«Ich habe supergefährliche Schlangen gesehen»

Der 12-jährige Gary ist in Genf geboren. Seine Mutter ist Schweizerin, sein Vater Australier. Gary ist am Genfersee, aber auch im Land der Kängurus aufgewachsen. Heute lebt er im australischen Melbourne. Text: Tania Araman Illustration: Olaf Hajek

«Der grösste Unterschied zwischen der Schweiz und Australien ist die Grösse. Hier ist alles so riesig, vor allem im flachen Outback, dem Hinterland. Da hat man eine 360-Grad-Sicht. Es sieht so aus, als ob die Landschaft unendlich wäre. Oft fahren mein Vater und ich im Geländewagen stundenlang in die Wildnis hinaus. Wenn wir einen Platz zum Campen gefunden haben, bauen wir das Zelt auf. Das letzte Mal waren wir

in Tasmanien. Mein Vater hat mir gezeigt, wo er gelebt hat, als er klein war. Das war einfach toll. Ein Mal habe ich eine der ge­ fährlichsten Schlangen der Welt gesehen. Doch sie hatte Angst vor uns und hat sich aus dem Staub gemacht. Ich bin auch Kängurus

begegnet, und im Sommer kann man Schwärme mit Tausenden von Fledermäusen sehen. In der Stadt gibt es sogar Opossums. Die Schule ist hier weniger anspruchsvoll als in der Schweiz. Aber die Uniform, die ich tragen muss, mag ich nicht besonders. Ich liebe beide Länder, die Schweiz und Australien. Wo ich später leben möchte, weiss ich noch nicht.» MM


LEBEN | MM36, 31.8.2015 | 107

(Elena, 14)

Dank ihr wird dein Taschengeld wertvoller. Wegen der Franken­ stärke ist für uns im Ausland alles günstiger geworden: Wenn man heute Franken in Euro wechselt, bekommt man dafür mehr als früher. Noch vor einigen Jahren gabs für 100 Franken 70 bis 80 Euro – heute sind es 92. Ein Vorteil für dich? Nur kurz­ fristig. Es mag ja toll sein, wenn du mit Billig­Euros in Konstanz shoppen gehen kannst. Dumm nur, dass alles, was du dort kaufst, in

unseren Läden liegen bleibt. Das schadet den Schweizer Geschäften. Dumm auch, dass die Schweiz dadurch noch teurer geworden ist: Wegen der Frankenstärke kommen weniger Touristen zu uns. In Hotels und Restaurants gehen so Arbeitsplätze verloren. Das Ausland kauft auch weniger Schweizer Maschinen und Uhren. Auch das bedroht Arbeitsplätze. Arbeitslosigkeit schadet dem Volk, also auch dir. Wäre ich arbeitslos,

würde ich dein Sackgeld kürzen. Und wenn du mal selbst auf Job­ suche gehst, wird es für dich enger. Wir haben aber noch einige Trümpfe in der Hand: Innova­ tionskraft, Qualitätsbewusstsein, Querdenken. Wo wir besser und origineller sind als die anderen, wird sich die Schweiz trotz Fran­ kenstärke durchsetzen. Setz also auf die Kraft der Jugend: Bildung, frische Ideen und den Mut, die Dinge anders anzupacken. MM

Gabriela Bonin (48) beantwortet

die Fragen ihrer Töchter (14, 10, 7).

FINDEST DU DIE OASE?

In einem heftigen Sandsturm kann es vorkommen, dass irgendwo in der Wüste eine uralte Stadt auftaucht, die vor langer Zeit belebt war und dann vom Sand verschluckt wurde. Unter den Nomaden erzählt man sich von einem geheimnisvollen Labyrinth mitten in der Wüste, das wie die alten Städte von einem Sturm freigelegt worden ist. Dieses Labyrinth soll eine reiche Oase verbergen. Es geht das Gerücht um, dass schon viele Menschen versucht haben, diese Oase zu erreichen, und dabei im Labyrinth verschollen sind. Der Weg zur Oase ist nämlich gefährlich: wilde Tiere, Fallen und Geister sollen hinter den hohen Steinwänden lauern. Nur die mutigsten Männer und Frauen wagen es, das Labyrinth zu betreten. Traust du dich, die Oase zu suchen?

Rä tsels pass VERDRIBBELT!

Nina dribbelt ihre Gegner wieder mal schwindlig. Findest du heraus, wie der Ball seinen Weg ins Goal gefunden hat?

1 2 3 4 5

Lösungen: Nr. 2

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108 | MM36, 31.8.2015 | LEBEN

Auto

Weniger Raum, mehr Design Selten hat eine Marke ein etabliertes Modell derart umgekrempelt wie Renault den neuen Espace. Ob die fünfte Generation des französischen Van-Pioniers im Alltag besteht, testet Familie Manser. Text: Timothy Pfannkuchen

Bilder: Holger Salach

S

ogar nachts geht Familie Manser aus Felben-Wellhausen TG auf Testfahrt. «Die Voll-LED-Scheinwerfer machen die Nacht zum Tag», schwärmt Roland Manser (38), «und die Innenbeleuchtung ist der Hammer!» Nicht nur lichttechnisch hat Renault die fünfte Generation des Espace umgekrempelt. Grosse Vans finden im SUV-Boom immer weniger Käufer. Die Antwort von Renault: Hightech und Wellnessflair statt nur Platz. «Unterwegs darf man viel Komfort, nicht aber Sportlichkeit erwarten», beginnt Andrea Manser (34) den Urteilsreigen: «Er ist schon sehr weich gefedert: Über Temposchwellen schaukelt er wie ein Schiff. Überrascht hat uns die – auch dank Vierradlenkung – für 4,86 Meter Länge erstaunliche Wendigkeit.»

Das Display «Die unzähligen, teils frei kon­ figurierbaren Menüs im zentralen Touchscreen faszinieren, sind aber letztlich des Guten zu viel: Im Alltag wäre weniger Schnickschnack da mehr.» Andrea Manser

120 g/km CO2 Grenzwert 2015: 130 g/km

Ruhig, aber eher behäbig

Nicht so gut kommt der 160-PS-Diesel (alternativ 130-PS-Diesel oder 200-PSBenziner) weg. «Er läuft so ruhig, dass man Windgeräusche fast zu gut hört. Der Automat ist fein, und im Alltag genügt die Kraft», sagt Roland Manser, RCP-Spezialist bei SBB Cargo: «Aber er kämpft spürbar mit dem Gewicht. Im Sport-Modus läuft er gut, aber im Eco-Modus spricht er zu lahm an.» Der Testverbrauch: knapp sieben Liter. Als faszinierend empfinden die Mansers und ihre Kinder Lia (11), Laurin (10), Leana (8) und Lou (4) die Assistenzsysteme des Testautos wie Radartempomat und Headup-Display. Lob gibt es für die Massagesitze und den Einparkautomaten («perfekte Familiengaudi»), Kritik für die Sprachsteuerung («versteht uns nie»). «Tolles Auto», resümiert Spielgruppenleiterin Andrea Manser. «Aber anstelle unseres Peugeot 807 käme er nicht in Frage; dazu bietet er in Reihe drei zu wenig Raum. Schade, dass der Espace sich so verändert hat. Mit drei Kindern würde er passen.» MM

Das Design «Das Design finden wir super! Wuchtig, aber elegant und einmal etwas anderes. Wir sind jedoch verwundert, dass er seitlich keine Schiebetüren hat. Wir fänden das praktischer.» Andrea Manser


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Das Cockpit «Das Nachtdesign des Cockpits mit wählbaren Farben ist fantastisch, das Design schön und die Qualität exzellent. Auch das Panoramadach trägt zum edlen Raumgefühl bei.» Roland Manser

Familie Manser aus Felben-Wellhausen TG hat den neuen Espace getestet. Von links: Roland (38), Leana (8), Lia (11), Laurin (10), Lou (4) und Andrea (34).

Die Auto-Testfamilie

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Der Platz «Vorn ist das Raumangebot super, hinten sehr gut. Aber er dürfte mehr Innenhöhe bieten, und der Zustieg in die dritte Reihe sowie das dortige Platzangebot sind leider zu knapp.» Roland Manser

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LEBEN | MM36, 31.8.2015 | 111

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desto heisser verbrennt sie. Funkenflug oder Herausfallen der Glut ist dabei ausgeschlossen. Die seitlich montierten Schnallen der Aussenschale verbinden Rost, Kohlebehälter sowie Innenschale zu einer geschlossenen und sicheren Einheit. Kurzum: Auch wenn es einmal schnell gehen soll, muss nicht aufs Grillieren mit Holzkohle verzichtet werden. Geringe Rauchentwicklung und einfache Reinigung

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dem Fett. Dadurch können Rauch und gesundheitsschädigende Stoffe gar nicht erst entstehen. Praktisch ist zudem die Aussenschale aus pulverbeschichtetem Stahl. Dank ihrer doppelwandi­ gen Bauweise und den Lüftungs­ schlitzen wird die Aussenhülle nicht heiss – und kann jederzeit mit blossen Händen berührt werden. So ist das Bewegen und Versetzen des Lotusgrills auch während des Betriebs möglich. Nach dem Grillieren kann der Grill zudem komplett zerlegt und einfach gereinigt werden. Der Grillrost und die Innenschale aus Edelstahl sind spülmaschinenfest. MM

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112 | MM36, 31.8.2015 | LEBEN

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LEBEN | MM36, 31.8.2015 | 113

So nehmen Sie am Kreuzworträtsel links teil Tel. Wählen Sie die 0901 560 041 (Fr. 1.–/Anruf ab Festnetz) SMS Senden Sie MMD1, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD1 SOMMER. Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Kreuzworträtsel, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 6.9.2015, 24 Uhr

Teilnahmebedingungen: Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Keine Barauszahlung. Computergesteuerte Massenteilnahmen sind nicht gewinnberechtigt. Die Mitarbeiter der Migros-Medien sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Gewinner werden schriftlich benachrichtigt und mit Namen und Wohnort veröffentlicht.

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LEBEN | MM36, 31.8.2015 | 115

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3 1 5

4 1 3 7 5 4 8 4 2 8 9 5 2 6 8 7 3 7 3 2 5 3 8 1 6 5 9

4 9 1 8 6 7 2 3 5

7 5 6 4 3 2 1 9 8

9 3 8 6 4 5 7 2 1

8 2 3 5 1 9 6 7 4

2 4 5 3 7 1 9 8 6

1 6 7 2 9 8 5 4 3

3 8 9 7 5 6 4 1 2

6 7 2 1 8 4 3 5 9

5 1 4 9 2 3 8 6 7

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E

1 4

Auflösung Nr. 35: RUSSI

3

Gewinner Nr. 34: Margrit Seemann, Windisch AG; Oskar Demarchi, Kloten ZH; Kurt Troller, Winznau SO

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Lösungswort: 1

2

3

4

5

Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer Wochenblatt des sozialen Kapitals Organ des MigrosGenossenschafts-Bundes www.migrosmagazin.ch Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 569 115 Ex. (WEMF 2014) Leserschaft: 2 391 000 (WEMF, MACH Basic 2015-1) Adresse Redaktion und Verlag: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich Telefon: 058 577 12 12 Fax: 058 577 12 08 redaktion@migrosmagazin.ch Herausgeber: Migros-Genossenschafts-Bund Leiter Migros-Medien: Lorenz Bruegger

Publizistische Leitung: Monica Glisenti Chefredaktor: Hans Schneeberger Produktion/Ressort Leben: Philipp Jordan (Leitung a. i.), Susi Zihler (Produzentin a. i.), Gerda Portner (Produzentin), Daniel Schifferle (Verantwortlicher Leben), Heinz Stocker (Korrektor) Ressort Menschen: Sabine Lüthi (Leitung), Andrea Freiermuth, Yvette Hettinger, Ralf Kaminski, Anne-Sophie Keller (Volontärin), Monica Müller, Reto E. Wild

Ressort Shopping & Food: Eveline Zollinger (Leitung a. i.), Robert Rossmanith (Produktion), Heidi Bacchilega, Dora Horvath, Sonja Leissing, Fatima Nezirevic, Nicole Ochsenbein, Anna-Katharina Ris, Claudia Schmidt, Jacqueline Vinzelberg, Anette Wolffram Bildredaktion: Olivier Paky (Leitung), Benjamin Böttcher, Franziska Ming, Susanne Oberli, Helen van Pernis

Layout: Bruno Boll (Creative Director), Doris Oberneder (Art Director), Migros-Welt: Werner Gämperli, Nicole Gut, Ressort M-Aktuell: Gabriela Masciadri, Pablo Tys, Daniel Sidler (Leitung), Jean-Sébastien Tatiana Vergara Clément, Anna Meister, Sabine Müller, Christoph Petermann, Thomas Tobler, Prepress: Michael West Liliane Bolliger, Marcel Gerber

Lithografie: Reto Mainetti (Leitung), Manuela Seelhofer, Max Sommer

Anzeigen: Thomas Brügger (Leitung), Gian Berger, Yves Golaz, Andreas Hess, Hans Reusser, Angela Online: Scasascia Almut Berger, Reto Meisser, Reto Vogt anzeigen@migrosmagazin.ch Telefon: 058 577 13 73 Sekretariat: Fax: 058 577 13 72 Stefanie Zweifel (Leitung), Imelda Catovic Simone, Nicolette Trindler Innendienst: Nicole Thalmann Honorarwesen: Verena Hochstrasser Kommunikation & Medien-Koordination: Eveline Zollinger (Leitung), Rea Tschumi Verlag: Rolf Hauser (Leitung), Nathalie Deutsch, Laila Müller Boonya, Margrit von Holzen verlag@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 70, Fax: 058 577 13 71

(Leitung), Verena De Franco, Michael Glarner, Christine Kummer, Janine Meyer, Jasmine Steinmann Lesermarkt: Carina Schmidt (Leitung), Marianne Hermann, Nadine Voss Media-Services: Patrick Rohner (Leitung), Tabea Burri, Aisha Kaufmann, Theresa Wuitz

Abonnemente: Sonja Frick (Leitung), Sibylle Cecere abo@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 00, Fax: 058 577 13 01

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Aktionsdauer: 31. August bis zum 30. September 2015 mit Abreise bis 30. April 2016 Profitieren: Klicken Sie unter www.travel.ch/cumulus auf das entsprechende Angebot und geben Sie beim Buchungsprozess den Vorteilcode 6905-5bdc-7183 ein. Die 50 Franken werden automatisch von Ihrer Buchung abgezogen. Hinweis: Dieses Angebot gilt für Städtereisen (Flug und Hotel) und Hotelbuchungen ab 300 Franken. Es ist nicht mit anderen Aktionen kumulierbar. Kein Vorteil auf Nur-Flug-, Badeferien-, Last Minute- oder MietwagenBuchungen. Pro Cumulus-Karte kann nur ein Vorteilcode eingelöst werden. Weitere Informationen: www.travel.ch/cumulus

50.-

VORTEIL

BEI FRAGEN RUND UM CUMULUS: CUMULUS-INFOLINE 0848 85 0848


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Meine Welt

«Wir schauen kein Fernsehen»

Er ist «Werber des Jahres 2015» und Chef von Publicis, einer der grössten Werbeagenturen der Schweiz. Privat sucht Curdin Janett das Gegenteil von Glamour und Hektik: Er wohnt mit seiner Familie am Waldrand – ohne Fernsehempfang. Text: Reto E. Wild

Bilder: Jorma Müller


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1 Mein Restaurant «Das ‹Zum Weissen Kreuz› befindet sich an der Rössligasse im Zürcher Niederdorf in der Nähe meines Arbeitsplatzes. In dieser stimmigen Beiz mit vielen alten Bildern und dem seit Jahren gleichen Personal fühlt sich sowohl ein Assistent wie ein CEO wohl. ‹S Chrüzli› ist wie eine gute Marke, die hält, was sie verspricht.»

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2 Meine Lektüre «Ich lese mehrere Bücher parallel, vor allem Romane und weniger Fachbücher. Immer wieder sind darunter T. C. Boyle, Fernando Pessoa mit ‹Das Buch der Unruhe› und lokale Highlights wie die Texte von Pedro Lenz. Zeit zum Lesen habe ich, weil wir kein TV schauen und auch keinen Fernseher haben.»

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Steckbrief Name: Curdin Janett (45) Sternzeichen: Stier Wohnort: Rickenbach SO Beruf und Lebenslauf: Seit dem 1. Januar 2008 bin ich Managing

Partner der Werbeagentur Publicis in Zürich, seit 2010 CEO. Zu den grössten Projekten gehört die Neulancierung von Orange zu Salt. Vorher war ich Geschäftsführer von McCann Schweiz in Genf und Zürich. Meine Muttersprache ist Rätoromanisch. Aufgewachsen bin ich aber in Buchs SG, wo ich das KV gemacht habe. Weil ich in die Werbung wechseln wollte, habe ich mich in Biel zum Werbeassistenten weitergebildet und absolvierte danach ein Praktikum bei Wirz in Zürich, wo ich es bis zum Berater brachte.

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3 Meine Familie «Corinne Gehrer (45) habe ich vor 20 Jahren am Schweizeri-

schen Ausbildungszentrum für Marketing, Werbung und Kommunikation in Biel BE kennengelernt. Heute leitet sie mit einer Kollegin die Kita Lilly&Lars in Olten SO. Mit unseren Kindern Jon (5½) und Fadri (3½) spreche ich Romanisch. » 4 Mein Fluchtort «Fürs Musizieren bin

Mein Lieblingsprodukt

«Ich mag den Blumenpfeffer der SélectionLinie, den ich zu Teigwaren mit einer nicht zu kräftigen Sauce und zu Fisch einsetze.»

ich weitgehend talentfrei. Trotzdem ist Musik für mich das Einzige, bei dem ich richtig abschalten kann. Dazu gehe ich in unseren Dachstock und spiele und improvisiere auf meinen Gitarren.» 5 Mein Zuhause «Früher pendelte ich

oft zwischen Zürich und Genf und suchte deshalb mit meiner Frau nach einem Standort dazwischen. Seit bald zehn Jahren wohnen wir in einem 300-jährigen Bauernhaus am Waldrand, wo sofort Ferienstimmung aufkommt.»


oekom Rating 2015: Die Migros ist die nachhaltigste Detailh채ndlerin der Welt.

Versprochen ist versprochen: Die Migros Restaurants und Migros Take Aways bieten nur noch Schweizer Rinds-, Kalbs-, Schweine- und Pouletfleisch an. Da freut sich Joshua: Wie wir ihm versprochen haben, bieten wir seit 1. Januar in allen Migros Restaurants und Migros Take Aways nur noch Rinds-, Kalbs-, Schweine- und Pouletfleisch aus der Schweiz an. Mit dieser Massnahme und zahlreichen weiteren verbindlichen Versprechen engagieren wir uns f체r die Generation von morgen.


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Migros magazin 36 2015 d bl by Migros-Genossenschafts-Bund - Issuu