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Migros magazin 36 2014 d lu

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Ausgabe Luzern, AZA 1953 Sion Response Zentral

NR. 36, 1. SEPTEMBER 2014

www.migrosmagazin.ch

Grenzhänger

Profialpinist Stephan Siegrist geht immer wieder an seine Grenzen. Nun will der Berner als Erster zwei unberührte Gipfel in Kaschmir bezwingen. I 110

KINDER-POPBANDS I 18

Das sind die grossen Stars der Kleinen FÜR PENSIONÄRE I 22

Mit Helferzeit fürs Alter vorsorgen

Bild: visualimpact.ch/Thomas Senf

AUSGEZEICHNETE FIRMEN I 84

Wenn das Kind mit zur Arbeit darf

Bitte Wohnungswechsel der Post melden oder dem regionalen Mitgliederdienst: Tel. 041 - 455 70 38 E-mail: genossenschaftsregister@migrosluzern.ch


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DIESE WOCHE | INHALT 4 |

| NR. 36, 1. SEPTEMBER 2014 | MIGROS-MAGAZIN |

EDITORIAL

22 | MENSCHEN Trudy Manzoni (links) kann allein keine grösseren Einkäufe mehr machen. Gret Rohrer steht ihr bei – und hat dadurch später selbst Anrecht auf Hilfe.

Hans Schneeberger, Chefredaktor

Zeit als neue Währung? Die Idee hat etwas Bestechendes: Rüstige Pensionierte leisten in ihren besten Rentenjahren Sozialarbeit an Betagten. Dafür können sie Jahre später, wenn sie selber betagt sind, Leistungen beziehen. Sprich: Mit 65 Jahren Einkäufe besorgen, Betten machen, Betagte zum Arzt fahren – und 20 Jahre später jemanden haben, der das Gleiche für einen erledigt. Diese Idee, die vor Jahren Bundesrat Pascal Couchepin in die politische Diskussion getragen hat, wird zurzeit in St. Gallen getestet. So betreut zum Beispiel Ruth Messerli, 73 Jahre, den an Multipler Sklerose leidenden Jakob Brassel. Sie erhält dafür von der Stadt Zeitgutschriften, die sie später einlösen kann. «Zeitvorsorge» nennt sich das. Zeit statt Geld als neue Währung?

So oder so: Das Modell Zeitvorsorge geht einige der grossen demografischen und ökonomischen Probleme an: Immer mehr alte Menschen brauchen Pflege, weshalb diese zwangsläufig teurer wird. So teuer, dass sie sich viele nicht mehr werden leisten können. Da ist es gut, wenn man mit eigener Hände Arbeit quasi Leistungen vorwegnehmen kann. Aber wir dürfen uns nichts vormachen: Die Lücke zwischen Ansprüchen und Möglichkeiten der Altenpflege werden sich nicht mit freiwilligen Leistungen schliessen lassen. Das ständig steigende Durchschnittsalter wird seinen Tribut fordern. In Form von längerer Arbeitszeit, sinkenden Renten und steigender steuerlicher Belastung.

38 | AKTUELL Trendsetterin : Schon in den 50er-Jahren lockte die Klubschule Männer an den Herd. Nun feiert sie das 70-jährige Jubiläum.

MIGROS-WOCHE 6 | Aktuelles

GENERATION M

8 | Auszeichnung für die Migros Das Engagement der Detailhändlerin beim Recycling wird honoriert.

MENSCHEN hans.schneeberger@migrosmedien.ch

M-Infoline: Tel. 0848 84 0848* oder Fax 0041 44 277 20 09 (Ausland). www.migros.ch/kundendienst; www.migros.ch Cumulus: Tel. 0848 85 0848* oder +41 44 444 88 44 (Ausland). cumulus@migros.ch; www.migros.ch/cumulus Redaktion Migros-Magazin: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Tel. 058 577 12 12, Fax 058 577 12 08. redaktion@migrosmagazin.ch; www.migrosmagazin.ch * Normaltarif

10 | Porträt John Wilhelm setzt seine Kinder mit Photoshop gekonnt-absurd in Szene. 14 | Interview Schriftsteller Thomas Meyer über Antisemitismus und den Gaza-Konflikt. 17 | Auf ein Wort 18 | Porträt Erfolgreich mit Kinderpop: Tischbombe, Silberbüx und Billy & Benno. 22 | Porträt Rüstige Rentner helfen anderen Betagten – und haben dadurch später selbst Hilfe zugute, falls sie diese benötigen.

28 | Interview Was der deutsche Kabarettist Dieter Nuhr an der «Ganztagsheulerei» und der Anonymität so schlimm findet. 33 | Kolumne: Der Hausmann.

AKTUELL

38 | 70 Jahre Klubschule Migros Die Detailhändlerin macht Weiterbildung für alle erschwinglich. 41 | Kulturprozent

SCHAUFENSTER

44 | Die Siegerfotos stehen fest Die Fotografen, die Regionen und die besten Rezepte. 51 | Apéro mit Wildspezialitäten 52 | Freudiger frühstücken mit Lilibiggs 63 | Fettarmer Snack: Fleischchips 65 | Knusprige Branches mit Cornflakes 67 | Neues Total für Kurzprogramme 69 | Nährende Körperlotionen von Zoé 70 | Allerlei Neuheiten

Bilder: MGB Archiv, Daniel Ammann, John Wilhelm, Zvg

Natürlich hat das System noch einige Schwächen: Was zum Beispiel, wenn Frau Messerli wegzieht? Bei wem soll sie die Gutschriften eintreiben? Was, wenn in 15 Jahren zu wenige Betreuungswillige da sind? Immerhin: Hier hat die Stadt St. Gallen eine patente Lösung parat (siehe Artikel Seite 22). Und wären die Gutschriften halt nicht doch besser handelbar, wenn sie in Form von Geldguthaben zur Verfügung gestellt würden?


DIESE WOCHE

| MIGROS-MAGAZIN | NR. 36, 1. SEPTEMBER 2014

INHALT | 5

.ch ■ Extrawurst gefällig? Vor der nächsten Hotelbuchung im Tessin wählen Sie im Voraus Zimmertemperatur, Minibarinhalt, das Kopfkissen und sogar die Farbe des WC-Papiers.

■ Walross in der Wanne Zehn Bearbeitungstipps von Photoshop-Künstler John Wilhelm, wie Sie Ihre Kinder wie im Bild links mit einem Walross in die Badewanne setzen.

■ Ga-ga-Gacker Jetzt wirds eklig! Die Hühner im «Bohne, Bluescht und Berger»Garten verrichten ihre Notdurft nicht dort, wo sie sollen.

■ Arbeit für Eltern Warum ist es so schwierig, als Eltern gleichberechtigt Teilzeit zu arbeiten? Wir suchen Paare, die ihre positiven und negativen Erfahrungen teilen.

■ Der Supermann Väter sind genauso wichtig wie Mütter. Kein Wunder, hängen viele Kinder sehr an ihren Papas. «Mamma Mia!»-Kolumnistin Bettina Leinenbach weiss das.

10 | MENSCHEN Wie kommt das Walross in die Wanne? John Wilhelm nutzt Photoshop, um verrückte Bilder zu schaffen.

14 | MENSCHEN Wie lebt es sich als Jude in der Schweiz? Schriftsteller Thomas Meyer erzählt.

SAISONKÜCHE

72 | Lagerfeuerbrot und Schüblig Stahlberger mögen bodenständige Kost.

IHRE REGION

77 | Neues aus Ihrer Genossenschaft

LEBEN

84 | Familie: Familienfreundliche Firmen. 91 | Garten: Arbeiten im Frühherbst. 92 | In Form: Lästige Harnwegsinfekte. 97 | Digital: Microsofts Surface Pro 3.

MEINE WELT

110 | Stephan Siegrist Der Profialpinist verrät, was er an sich nicht mag und wo er gern abtaucht.

■ Musikalische Kindsköpfe im Video Sie haben sich unseren Kleinen verschrieben und singen vom «Pi Pa Pinguin», «Schuemächerli» oder dem «Trimpel Trumpel Trampeltier». Hören Sie auf Migrosmagazin.ch die Lieder dreier berühmter Kinderbands wie Silberbüx (Bild oben).

RUBRIKEN

35 | Forum 98 | Bitte melde dich 101 | Glücksgriff 102 | Rätsel & Spiele 107 | Impressum 108 | Cumulus

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MIGROS-WOCHE | AKTUELLES 6 |

| NR. 36, 1. SEPTEMBER 2014 | MIGROS-MAGAZIN |

Die Mitarbeitenden scheuen keine Mühen, um die Produkte aus der Region in die Regale zu bringen.

Total regional

REGION LUZERN

«Service inbegriffe»

Weitere Infos zur Migros Luzern ab Seite 77

Eine witzige Werbekampagne zeigt, dass MigrosMitarbeitende für regionale Produkte alles geben.

D Gibt ein Comeback: Das Migros-Huhn Chocolate.

as Huhn Chocolate war einst der Star der Migros-Werbung. Nun gibt das sympathische Federvieh ein Comeback: In zwei neuen Werbespots für das Label «Aus der Region. Für die Region.» (AdR) hat es einen kurzen Gastauftritt. Die eigentlichen Stars der neuen AdR-Kampagne sind aber regionale Produzenten wie Bauern und Fischer – und die Migros-Mitarbeiter. Sie scheuen keine Mühen, um die regionalen Produkte in die Migros-Filialen zu bringen: Sie balancieren einander bei der

Ausgezeichnete Charcuterie-Verpackungen Die Migros und der M-Industriebetrieb Micarna gewinnen den Swiss Packaging Award in der Kategorie Nachhaltigkeit. Ausgezeichnet wurden sie von einer Fachjury für ihre innovative Verpackung von ungekühlten Bio-Charcuterie-Produkten. Deren Plastikschalen wurden durch solche aus beschichtetem Karton ersetzt. Pro Verpackung spart man so rund 60 Prozent an Kunststoff ein. Die neue Verpackung wird aus nachwachsendem

Rohstoff hergestellt und ist ökologischer als die bisherige aus Kunststoff. Die neuen Kartonschalen tragen zudem das Gütesiegel der Waldschutzorganisation Forest Stewardship Council (FSC). Mit dem Award zeichnet das Schweizerische Verpackungsinstitut (SVI), die Dachorganisation der Schweizerischen Verpackungsindustrie, herausragende Leistungen im Verpackungswesen aus. Der Preis wurde bereits zum 45. Mal verliehen.

Apfelernte waghalsig auf den Schultern oder transportieren Tomaten auf einem überladenen Velo. Was die Werbung auf witzige Art auf den Punkt bringt: Mit ihrem AdR-Label ist die Migros seit 15 Jahren ganz nah bei ihren Produzenten und Kunden. Die regionalen Migros-Genossenschaften führen total über 8000 Produkte, die in ihrem jeweiligen Gebiet hergestellt worden sind. So ermöglichen sie 7500 kleinen und mittelgrossen Betrieben eine sichere Existenz und fördern die örtliche Wirtschaft. Bilder: Kurt Reichenbach, Foodcollection/Keystone

Der bekannte Schweizer Dokumentarfilmer Eric Bergkraut war der Preisträger des Migros-Kulturprozent CH-Dokfilm-Wettbewerbs 2010 zum Thema Freiheit. Dank des Migros-Kulturprozents realisierte er einen Film über die letzten Urkneipen der Schweiz. Wirtinnen, Stammgäste, Passanten: Ein Tag in fünf Kneipen im Tessin, der Romandie und der deutschen Schweiz. «Service inbegriffe» ist eine Reise ins Landesinnere, die an lauter Plätze führt, die den Zwängen der Globalisierung widerstehen. Die Migros Luzern verlost Tickets für die Premiere im Stattkino Luzern vom 11. September auf www.migrosluzern.ch.


MIGROS-WOCHE

| MIGROS-MAGAZIN | NR. 36, 1. SEPTEMBER 2014

AKTUELLES | 7

FRISCH IN DER MIGROS

Wie beim Italiener

Vom Teig her ähnelt die Focaccia zwar der Pizza, sie wird jedoch anders belegt und gegessen. Der Hefeteigfladen ist in Italien ursprünglich ein traditioneller Teil des Frühstücks. Herrlich ist eine Focaccia mit Kräutern gebacken und mit Rohschinken und Ruccola belegt. Als Snack mit Parmesan oder zu einem Kräuterdip passt sie auf jedes Apérobuffet.

Blick zurück ins Jahr 1970: Gruyère-Laibe werden in der Mifroma für die Portionierung vorbereitet.

Reife Leistung Seit ihrer Gründung vor 50 Jahren ist die Mifroma die wichtigste Käselieferantin derMigros.DerM-Industriebetrieb mit 243 Mitarbeitenden stellt im freiburgischen Ursy selber keinen Käse her, sondern kümmert sich um

die Reifung und Verpackung. Prunkstück des Betriebs sind denn auch die riesigen Sandsteinhöhlen, die für die Reifung das optimale Klima bieten. Über 400 Käsesorten lagern hier, darunter auch 100 000 Laibe Gruyère.

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GENERATION M | RECYCLING 8 |

| NR. 36, 1. SEPTEMBER 2014 | MIGROS-MAGAZIN |

Grüne Pioniertat

Die Migros war hierzulande die erste Detailhändlerin, die Plastikflaschen zurücknahm. Für dieses Engagement wurde sie nun ausgezeichnet.

D

ie Zahl ist eindrücklich: Um satte 35 Prozent stieg die Menge an Plastikflaschen an, die von Migros-Kunden in den ersten Monaten dieses Jahres zurückgebracht wurden. Die Konsumenten nutzen damit ein relativ neues Angebot: Neben PETGetränkeflaschen nimmt die Migros seit 2013 flächendeckend auch Plastikflaschen aus dem Haushaltsbereich zurück. Insgesamt betreibt die Migros das grösste Rücknahmesystem im Schweizer Detailhandel Für die Plastikflaschensammlung erhielt die Detailhändlerin Ende August den Swiss-Recycling-Award. Verliehen

wird dieser von Swiss Recycling, der Dachorganisation der Schweizer Recyclingorganisationen. «Die Migros hat mit der freiwilligen Einführung der Plastikflaschensammlung ihre Innovationskraft unter Beweis gestellt», sagt Swiss-Recycling-Geschäftsführer Patrik Geisselhardt. «Es ist eine Pionierleistung, da die Migros etwas Neues wagt und so aufzeigt, dass die Plastikflaschensammlung aus Haushalten in der Schweiz funktioniert.» Die Plastikflaschen werden nach der Rücknahme zu Ballen gepresst und dem Recycling zugeführt. Das begehrte Endprodukt ist ein Granulat, aus dem Kabelummantelungen oder Kunststoffrohre für die Bauindustrie entstehen. Für die erweiterte Plastikflaschensammlung wurden die Recycling-Rücknahmestellen von rund 600 Filialen angepasst, diese erhielten ein neues Erscheinungsbild im Look von Generation M. Neben Plastikflaschen kann man hier natürlich auch PET-Getränkeflaschen und anderes Material zurückbringen. Welche Verpackungen und ausgedienten Produkte in welches Loch der Recycling-Rücknahmestelle gehören, zeigt die Grafik auf der gegenüberliegenden Seite. Zudem geben wir Antworten auf die wichtigsten Kundenfragen. Text: Christoph Petermann Bilder: Jorma Müller, Christian Grau

Freudiger Moment: Swiss-RecyclingGeschäftsführer Patrik Geisselhardt übergibt den Recycling-Award an Christine Wiederkehr, Leiterin Abteilung Umwelt, und Heidi Oswald, Projektleiterin Umwelt, beide vom MigrosGenossenschaftsBund (MGB).

Die RecyclingRücknahmestellen der Migros machen das Entsorgen einfacher.

Der RücknahmestellenKnigge: Wir beantworten die häufigsten Fragen Welche Plastikflaschen kann ich an der Recycling-Rücknahmestelle entsorgen? ■ Wasch- und Reinigungsmittel ■ Milchprodukte ■ Shampoo, Duschgels, Seifen, Lotionen, Cremes, Babyprodukte ■ Essig, Öl, Saucen Worauf gilt es beim Einwurf von Plastikflaschen zu achten? Bitte nur leere Plastikflaschen mit Deckel einwerfen. Zusätzlich gilt: Luft raus, Deckel drauf! Das spart Platz und hilft, unnötige Transporte zu vermeiden. In welches Loch gehören die Plastikflaschen? Die Plastikflaschen gehören in das Loch, in das auch die weissen Milchflaschen eingeworfen werden. Das gilt sogar für Öl- und Essigflaschen aus PET. Nur die PET-Getränkeflaschen gehören weiterhin in ihre eigene Öffnung. Der Grund: Aus alten PET-Getränkeflaschen werden wieder neue Flaschen hergestellt. Rückstände wie etwa Öl und Milch würden das Rezyklat verunreinigen. Kann ich auch Joghurtbecher, Tetra Paks, Beutel und Schalen aus Kunststoff zurückbringen? Wiederverschliessbare Verpackungen wie Tuben, Nachfüllbeutel oder Tetra Paks werden nicht zurückgenommen. Diese bestehen meist aus verschiedenen Kunststoffarten, die das Recycling erschweren. Offene Behälter wie Joghurtbecher nimmt die Migros aus hygienischen Gründen nicht zurück: Speisereste riechen schlecht und ziehen Ungeziefer an. Kann ich nebst meinen CDs auch die CD-Hüllen zurückgeben? Nein, nur die CD selbst besteht aus dem wertvollen Rohstoff Polycarbonat. Dieser wird beispielsweise in der Medizinaltechnik verwendet.


GENERATION M

| MIGROS-MAGAZIN | NR. 36, 1. SEPTEMBER 2014

RECYCLING | 9

Richtig entsorgen Die Migros sammelt zahlreiche leere Verpackungen und ausgediente Produkte. An der RecyclingRücknahmestelle sind sie mit nebenstehenden Bildern gekennzeichnet.

Generation M steht für das nachhaltige Engagement der Migros. Dazu zählt auch, dass sie flächendeckend Plastikflaschen zurücknimmt.

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MENSCHEN | PORTRÄT 10 |

| NR. 36, 1. SEPTEMBER 2014 | MIGROS-MAGAZIN |

Mamiiii, Papa ist da drin!

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Die Krokodile hat John Wilhelm im Naturmuseum Bern fotografiert. Die Ideen zu diesem Bild kamen ihm erst während der Bearbeitung. Erst stellte er die Krokodile frei und fügte einen schönen Meereshintergrund ein. Danach fand er im Photoshop-Lightroom eine passende Pose für Lou. Der Gag mit der Kamera fiel ihm erst kurz vor Fertigstellung ein.

John Wilhelms älteste Tochter Lou beherrscht das Posieren vor der Kamera schon wie eine Grosse.

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MENSCHEN

| MIGROS-MAGAZIN | NR. 36, 1. SEPTEMBER 2014

PORTRÄT | 11

Liebling, ich habe die Kinder geshoppt

John Wilhelm nennt sich «Photoholic». Am liebsten fotografiert er seine Kinder und schickt sie mit Photoshop in fremde Welten. Zum Beispiel neben wilde Tiere oder auf hohe Gipfel.

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in Leben ohne Photoshop kann sich John Wilhelm (44) aus Winterthur ZH gar nicht mehr vorstellen. Vor drei Jahren hat er das Bildbearbeitungsprogramm für sich entdeckt, mittlerweile ist es sein grösstes Hobby – und seine Sucht. Der gelernte Elektrotechniker arbeitet tagsüber als IT-Leiter an der Pädagogischen Hochschule Zürich, abends drückt er auf den Auslöser der Kamera und bastelt dann am Computer virtuelle Welten. Seine liebsten Motive: Töchter Lou (6), Mila (3) und Yuna (1). Die drei sind vor der Kamera echte Naturtalente. Ob sie für die Bilder ihre Kletterfähigkeit unter Beweis stellen, in der Badewanne sitzen oder im Batman-Kostüm posieren: kein Problem für John Wilhelms Töchter. «Besonders gern sind sie dabei, wenn sie sich verkleiden dürfen.» Länger als drei Minuten kann John Wilhelm seine Kinder aber in der Regel nicht fürs Shooting begeistern. An Ideen mangelt es John Wilhelm nicht, nur an der Zeit. «Mit einem Vollzeitjob, drei kleinen Kindern, Frau,

Haushalt und ab und zu Sport als Ausgleich ist es gar nicht so einfach, all meine Ideen zu realisieren.» Ein Bild beansprucht von der Idee bis zur fertigen Bearbeitung schon mal 20 Stunden. Trotzdem versucht John Wilhelm, jede Woche ein neues Bild auf seine Facebook-Seite zu laden. Diese hat schon über 30 000 Fans – und das überall auf der Welt: Menschen aus Dubai, China oder Algerien sind begeistert von seinen Fotos, er bekommt Anfragen für Workshops, Gastreden oder Projekte aus Österreich, Belgien oder Estland. Bis jetzt hat John Wilhelm aber noch keinen Auftrag angenommen: Photoshop soll ein Hobby bleiben. «Sonst verliere ich die Freude daran.» Wilhelm hat sich seine PhotoshopFähigkeiten durch Videoanleitungen oder Ausprobieren beigebracht. Die Inspiration für die brenzligen Situationen auf seinen Bildern holt er sich in Filmen, auf Fotos oder Computerspielen. Auch seine Partnerin Judith (36), Kostümbildnerin und Modedesignerin, hat immer wieder gute Ideen. Eine richtige Photoholic-Familie eben! Text: Silja Kornacher

Die «Photoholic-Family»: John Wilhelm mit seiner Partnerin Judith und den drei Töchtern Yuna, Mila und Lou (von links).


MENSCHEN | PORTRÄT 12 |

| NR. 36, 1. SEPTEMBER 2014 | MIGROS-MAGAZIN |

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Die wohl jüngste Uni-Rektorin Das Modell der Universität Zü­ rich hat John Wilhelm auf einem seiner «Photowalks» geschossen. Dann machte er sich im Photoshop ans «Auf­ räumen», integrierte das Mo­ dell in die Landschaft auf Bild 2, kombinierte verschiedene Fokusebenen und entfernte Reflexe und Glasscheiben. Die Idee, seine Tochter Mila in das Bild zu setzen, kam ihm, als er seine Töchter beim Spielen mit dem Puppenhaus be­ obachtete.

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MENSCHEN | PORTRÄT | 13

| MIGROS-MAGAZIN | NR. 36, 1. SEPTEMBER 2014 |

Waschtag in den Alpen Dieses Bild war die Idee von John Wilhelms Partnerin Judith. Die Steinböcke sind ein Diorama des Naturmuseums Bern, die Wäscheleine einfach eine Linie mit Ebenen­ effekten und der Photoshop­Technik «Dodge and Burn», zu Deutsch Abwedeln und Nach­ belichten. Tochter Mila hat hier einen grossen Auftritt.

www.migrosmagazin.ch

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Tipps vom Photoshop-Profi Sie wollen mit Photoshop anfangen? John Wilhelm hat die wichtigsten Tipps dazu.

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MENSCHEN | INTERVIEW 14 |

| NR. 36, 1. SEPTEMBER 2014 | MIGROS-MAGAZIN |

«Antisemitismus ist ein Evergreen»

Der 40­jährige Zürcher Schriftsteller Thomas Meyer hat ein neues Buch geschrieben. Ein Gespräch über alte deutsche Formulierungen, antisemitische Klischees und den aktuellen Gaza­Konflikt.

Wieso?

Thomas Meyer, wie sind Sie auf die Idee gekommen, einen Roman im Preussen des 18. Jahrhunderts anzusiedeln?

Weil es offenbar kein epochales, sondern ein menschliches Urbedürfnis befrie­ digt, eine Gruppe von Leuten negativ zu attribuieren. Man sagt uns Juden beispielsweise schlechte Charakter­ eigenschaften wie Raffgier nach, in der Überzeugung, dass diese vererbbar sind.

Im Buch «Lexikon der Exzentriker» las ich ein Porträt über den Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. und fand es lustig und interessant. Danach habe ich ein paar Kapitel verfasst, das Manuskript wieder weggelegt und meinen ersten Roman «Wolkenbruch» geschrieben. Was war an diesem Porträt so lustig?

Amüsiert hat mich die Skurrilität des Königs. Er war richtig vernarrt in Riesen, hat sie gesammelt, wofür er Unsummen ausgab, und sie sogar malen lassen.

Thomas Meyers neuer Roman erscheint am 8. September.

In den Dialogen haben Sie teilweise sehr alte Formulierungen und Schreibweisen ver­ wendet. Wie sind Sie vorgegangen?

Ich las viele alte Texte und schöne For­ mulierungen wie «einen strengen Sinn gegen jemanden tragen». Im 18. Jahr­ hundert sprachen die Menschen ein anderes Deutsch als heute. Das fasziniert mich grundsätzlich. Und viele Begriffe habe ich im deutschen Wörterbuch der Brüder Grimm gefunden. Es war eine harte Arbeit, das gesammelte Material zu prüfen, weil es damals keine verbind­ liche Rechtschreibung gab.

«Ich war in der Schule ein Aussen­ seiter. Nicht weil ich jüdisch, Friedrich Wilhelm I. war ein Antisemit. Wie sondern verbreitet war diese Haltung im 18. Jahr­ weil ich hundert? Er war sogar ein furchtbarer Antisemit. der Kleins­ Die Haltung ist aber immer etwa gleich verbreitet – seit fast 3000 Jahren. te war.» Antisemitismus ist ein Evergreen der schlechten Geisteshaltungen. Als ich ein Kind war, gab es Rassismus gegen Tami­ len und dann bald nicht mehr. Antisemi­ tismus funktioniert hingegen immer.

Ihr Vater ist reformiert, Ihre Mutter jüdisch. Wie religiös war Ihr Elternhaus? Sind Sie als Jude mit Antisemitismus konfrontiert worden?

Religion war nie ein Thema. Wenn ich Nächstenliebe geben möchte, brauche ich dazu kein System zu bemühen. Judenwitze musste ich mir zwar schon anhören. Ich habe nicht reagiert, weil ich als Kind schlicht nicht wusste, wie. Ich war in der Schule ein Aussenseiter. Sie waren ein Aussenseiter?

Ja. Nicht, weil ich jüdisch bin, sondern weil ich der Kleinste und Schwächste war. Auch in Schulklassen gibt es ein kollektives Bedürfnis, auf jemandem he­ rumzuhacken. Das war halt ich. Dabei war das Judentum aber nie ein Thema. Der Schweizer Antisemitismus ist in der Regel nicht aggressiv oder physisch. Er ist hintersinnig, fast schon politisch. Die Menschen hier tragen Klischees im Kopf und sind überzeugt, dass sie der Wahr­ heit entsprechen. Was für Klischees?

«Ich habe mir schon gedacht, dass du jüdisch bist. Du hast so eine typische Nase». Oder: «Du bist jüdisch, also kannst du super mit Geld umgehen.» Das ist doch alles Bullshit. Ich fühle mich berufen, das richtigzustellen, zu erklä­ ren, dass das antisemitische Klischees

Thomas Meyer: «Mir wäre lieber, weniger über Antisemitismus reden zu müssen.»

sind. Überraschend ist dann die Re­ aktion der Gesprächspartner: Niemand will ein Antisemit sein, darum lässt sich niemand von meinen Argumenten über­ zeugen. Man will an den Klischees fest­ halten. Was haben Sie für eine Erklärung dafür?

Man will nicht einer rassistischen Denk­ weise überführt werden. Wenn ich nach Beweisen frage, folgen absurde Argu­ mente wie: «Es ist so.» Oder die Be­ hauptung wird einfach wiederholt. Hat sich das Verhalten der Mitmenschen mit dem erneuten Ausbruch des Gaza­Kriegs verschärft?

Nein. Eine Feindseligkeit habe ich nie erlebt. Mir sagte niemand «verdammter Saujude». Aber man sagt mir: «Was ihr da mit den Palästinensern macht, ist


MENSCHEN | INTERVIEW | 15

| MIGROS-MAGAZIN | NR. 36, 1. SEPTEMBER 2014 |

Zürcher «Single Dad» Thomas Meyer (40) lebt und arbeitet in Zürich als Schrift­ steller. Er nennt sich «Single Dad», weil er Vater von Levi Max (2) ist, aber nicht mit dessen Mutter zusammenlebt. Nach einem abgebroche­ nen Jurastudium war er Texter in Werbe­ agenturen und als Reporter auf Redak­ tionen. 2007 machte er sich selbständig. «Wolkenbruchs wun­ derliche Reise in die Arme einer Schickse» (Salis, 2012) war sein erster Roman und wurde zum Über­ raschungserfolg. Er wird im Sommer 2015 verfilmt.

nicht in Ordnung.» Das ist die Schweizer Ausprägung. Man glaubt, man sei kein Antisemit, nur weil man niemandem ins Gesicht schlägt. Man spricht Antisemitismus den Nazis zu. Doch Antisemitismus ist auch eine Geisteshaltung. Seit 3000 Jahren werden die gleichen Klischees erzählt. Jeder übernimmt sie und erzählt sie weiter. Beim Nahostkonflikt kommt dazu, dass man immer von Juden redet, wenn es um Israel geht, als ob man einen weiteren Beweis für den schlechten Charakter der Juden gefunden hätte. Und dann kommt es zu hirnrissigen Vergleichen wie: «Was die Juden mit den Palästinensern machen, ist das Gleiche, wie was die Nazis mit den Juden gemacht haben.» Welche Rolle spielt Gaza für Sie im Schweizer Alltag?

Mich macht der Konflikt betroffen wie jeder andere Konflikt auch, bei dem Menschen leiden. Nur stört es mich, dass ich die ganze Zeit Auskunft geben muss, obwohl ich die israelische Regierung nicht gewählt habe und nicht dort wohne. Klar, Israel ist auch für mich ein bisschen wie ein Zuhause, das mir in die Wiege gelegt wurde wie mein Name oder meine Haarfarbe. Auch wenn ich areligiös lebe, hat mich die Klagemauer in Jerusalem nicht völlig kalt gelassen. Ich vergleiche das mit der Fussball-WM: Auch wer gar nichts mit Fussball anfangen kann, interessiert sich trotzdem dafür, welche Teams in den Final kommen. Aus Frankreich wandern immer mehr Juden nach Israel aus. Haben Sie je aufgrund negativer Erfahrungen je an eine Alija, eine Auswanderung, gedacht?

Nein. Wir haben in der Schweiz nicht so einen aggressiven Islamismus wie in Frankreich. Wenn man der Jugend Hoffnungen und Perspektiven gewährt, entsteht meiner Meinung nach auch nicht dieser unbändige Hass. Mir wäre es viel lieber, es wäre gar nicht nötig, so viel über Antisemitismus reden zu müssen. Interview: Reto E. Wild Bilder: Florian Kalotay

Thomas Meyers neuester Roman «Rechnung über meine Dukaten» ist eine Zeitreise zurück ins Jahr 1716. Der preussische König Friedrich Wilhelm I. ist sehr sparsam – und gibt das ganze Geld für die Armee aus – namentlich für seine Leibgarde aus lauter Riesen, die er schliesslich sogar züchten möchte. Erhältlich bei Ex Libris für 23.90 Franken, www.salisverlag.com

migrosmagazin.ch

LESEN SIE ONLINE Wo schreibt Thomas Meyer? Der Schriftsteller verrät, wie er arbeitet, was er von der Affäre um Nationalrat Geri Müller hält und wann Kritik an der israelischen Regierung anti­ semitisch wird.


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MENSCHEN | AUF EIN WORT | 17

| MIGROS-MAGAZIN | NR. 36, 1. SEPTEMBER 2014 |

FRAU DER WOCHE

Ab auf die Alp Alain Brügger (31), wissenschaftlicher Mitarbeiter der Mobilitätsakademie, benützt das Cargo-Velo, um seine Einkäufe zu transportieren.

CARGO-VELO

«Eine nachhaltige Alternative zum Auto»

Einkäufe zum Auto schleppen, quengelnde Kinder im Tram: Alles kein Thema mehr mit dem Cargo-Velo. Alain Brügger von der Mobilitätsakademie über das Velo mit Frachtraum.

Bilder: Urs Baumann/BZ, Walter Wehner / Zodiac Pictures, Markus Bertschi/Flughafen Zürich

Alain Brügger, ist das Cargo-Velo das Fortbewegungsmittel der Zukunft?

Jein, es wird sicher nie das einzige sein. Aber es ist eine nachhaltige Alternative zum Auto. Wir sehen besonders im Stadtverkehr grosses Potenzial: Velokuriere könnten in Zukunft von A nach B liefern, ein Handwerker kann per Velo statt mit dem Lieferwagen zum Kunden fahren. Und Privatpersonen können ihre Einkäufe oder ihre Kinder damit transportieren. Ist das nicht gefährlich?

es ist je nach Verkehrslage sogar schneller und verursacht keinen Lärm oder Schadstoffe. Woher kommt der Trend?

In Dänemark und Holland gibt es Cargo-Velos schon lange, auch in der Schweiz werden sie in letzter Zeit immer mehr gesehen. Bei uns ist ein Elektromotor von Vorteil, weil die Schweiz viel hügeliger ist als Holland. Wenn man zwei Kinder herumfährt, ist man bergauf froh um ein E-Bike.

Für den Kindertransport mit dem Cargo-Velo braucht es sicher gesunden Menschenverstand, riskante Manöver sind ein No-Go. Wichtig ist, dass die Kinder einen Helm anhaben, angeschnallt sind und ihre Arme nicht aus dem Velo strecken. Die Eltern sollten nicht zu nah an die Autos fahren, schliesslich sitzen die Kinder auf Höhe des Auspuffs. Vorteil ist: Die Eltern können mit ihren Kindern reden, ohne sich wie beim herkömmlichen Veloanhänger umzudrehen. Und die Kinder kriegen alles mit.

Sind die Schweizer Städte gerüstet, wenn sich der Verkehr auf den Velostreifen verlagert?

Welche Vorteile hat ein Cargo-Velo sonst noch?

Was kostet denn so ein Cargo-Velo?

Im Vergleich zum Auto muss man nicht lange einen Parkplatz suchen,

Darüber müsste man noch diskutieren. Unsere Velostreifen sind momentan noch nicht breit genug angelegt. Elektro-Velos sind schneller, das Cargo-Bike ist auch länger und breiter als ein normales Velo. Zukünftig braucht es sicher zweispurige Velostreifen mit einer Überholspur. Die Autofahrer müssen sich langsam an das Velo als ernst zu nehmenden Verkehrsteilnehmer gewöhnen. Die Anschaffungskosten sind höher als bei einem normalen Velo. Ein elektrisches Cargo-Bike kostet

rund 6500 Franken. Die nicht elektrischen gibt es ab 2500 Franken. Im Rahmen eines Projekts der Mobilitätsakademie dürfen Berner Familien jeweils drei Monate lang Cargo-Bikes mit einer Ladefläche für zwei Kinder testen. Wie sind die Reaktionen bisher?

Sie hat sich gegen 400 Bewerberinnen durchgesetzt und verkörpert nun die wohl bekannteste Figur der Schweiz: Anuk Steffen (9) aus Chur spielt das neue Heidi. Und dieser Job ist nicht ganz ohne, denn auch bei eisigen Temperaturen ist Heidi barfuss unterwegs. Die Dreharbeiten zur Neuverfilmung des Kinderbuch-Klassikers sind im Bündnerland bereits angelaufen und dauern noch bis Ende Oktober. Bruno Ganz spielt den Alpöhi, Regie führt Alain Gsponer.

MANN DER WOCHE

Ab an die Spitze

Die Leute geben das Velo ungern zurück. Es braucht zwar eine Eingewöhnung, aber besonders die Kinder finden es danach toll. Und die Eltern fühlen sich sicherer, wenn sie die Kinder vor sich im Blick haben und sich auf den Verkehr konzentrieren können. Eignen sich die Velos für lange Touren?

Ja, eine unserer Testfamilien ist zum Beispiel in Etappen von Bern bis Luzern gefahren. Der Akku unserer Elektro-Bikes reicht für 50 bis 70 Kilometer. Benutzen Sie selber das Cargo-Bike?

Ich habe zwar noch keine Kinder, transportiere aber meine Einkäufe gern so. Ich kann direkt vor den Laden fahren, schwere Getränke ein- und dann vor meinem Keller ausladen. Interview: Silja Kornacher caki-bike.ch / mobilitaetsakademie.ch Engagement, der Förderfonds der Migros, unterstützt die Mobilitätsakademie.

Er sorgt künftig dafür, dass am grössten Flughafen der Schweiz alles rund läuft: Stephan Widrig (42) ist der neue CEO am Flughafen Zürich, der diesen Sommer erneut mit einem Passagierrekord glänzte. Er folgt auf Thomas Kern, der auf Ende Jahr zurücktritt. Stephan Widrig ist seit sechs Jahren in der Geschäftsleitung und leitet das Projekt «The Circle», ein Dienstleistungskomplex auf 180 000 Quadratmetern, der voraussichtlich 2018 eröffnet wird.


MENSCHEN | PORTRÄT 18 |

«Wo ist Benno?», fragt Billy am Lilibiggs-Festival in Windisch. «Er ist eingeschlafen!», rufen die Kinder.

| NR. 36, 1. SEPTEMBER 2014 | MIGROS-MAGAZIN |


MENSCHEN | PORTRÄT | 19

| MIGROS-MAGAZIN | NR. 36, 1. SEPTEMBER 2014 |

Woodstock für Knirpse

Sie singen von Indianern, Geheimbanden und Stinkesocken und nennen sich Silberbüx, Tischbombe und Billy & Benno: Das sind die Senkrechtstarter der Kindermusikszene.

H

eicho, heicho, heichoheicho grad jetzt. Heicho, eis a d Ohre und dänn ohni Znacht is Bett», dröhnt es 1995 durch die Kinderzimmer der Schweiz. Der Hit der Band Schtärneföifi schuf ein Genre, das es bis dahin noch nicht gab: den rockigen Kinderpop. Die CD «Ohrewürm 1» wurde bis heute 115 000 Mal verkauft und revolutionierte den Schweizer Musikmarkt. Vier Jahre später erkannte Veranstalter Michael Furler, dass sich Musik für die Kleinsten nicht nur gut verkauft, sondern auch live ankommt: Zum neunten Geburtstag seiner Zwillinge organisierte er auf dem Dorfplatz von Grüningen ZH ein Konzert mit Linard Bardill. Als Bühne dienten Bretter auf dem Dorfbrunnen, die Kinder sassen auf Pflastersteinen, tranken Sirup. Dieser Kleinanlass legte den Grundstein für eine Art Woodstock für Kinder: Die von Furler gegründeten LilibiggsFestivals der Migros werden heute jährlich von 40 000 Kindern und Erwachsenen besucht.

Billy & Benno Philippe Stuker (34, links) alias Billy und Samuel Schäfer (26) alias Benno bezeichnen sich selbst als «Kindsköpfe». billyundbenno.ch

Der Kindermusikmarkt in der Deutschschweiz boomt So etwas wie den Schweizer Kindermusikmarkt gibt es sonst nirgends: «Die Deutschschweiz hat die reichhaltigste, qualitativ hochstehendste Familienmusikszene überhaupt», sagt Michael Furler. Die grossen Namen in der Kindermusik wie Schtärneföifi, Linard Bardill oder Andrew Bond leben seit Jahren vom Kinderpop und geben bis zu 100 Konzerte im Jahr. Doch auch die neue Generation ist erfolgreich unterwegs: So zum Beispiel die Newcomer Billy & Benno. Die beiden Musiker treten seit zwei Jahren mit ihrem Programm «Mir fahred use id Wält» und «Wendelland mir chömed» auf. Philippe Stuker alias Billy, Texter und Gründer der Band, merkte beim Musizieren mit seinem Göttimeitli,

wie fasziniert Kinder von Instrumenten sind. Billy & Benno singen von Regenbogen und Elefanten und bekommen Fanpost à la «Es war so kuhl, mit euch zu tanzen und zu singen!». Die kindliche Brille aufzusetzen, ist für die beiden leicht: «Wir haben Freude an Kindern und am Musikmachen und sind selber Kindsköpfe.» Philippe Stuker arbeitet als Marketingfachmann, Samuel Schäfer («Benno») als Sekundarlehrer. Dass die Kindermusik momentan noch ein Hobby ist, finden sie praktisch: «Dadurch gehen wir ganz unbeschwert an die Sache heran und haben einfach den Plausch am Geschichtenerfinden.»

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| MIGROS-MAGAZIN | NR. 36, 1. SEPTEMBER 2014 |

Scannen Sie den QR-Code und schauen Sie sich die lustigsten Musikvideos der drei Kinderbands an.

Eine besondere Geschichte hat sich auch die Band Silberbüx ausgedacht: Als Geheimbande ist sie in ihrem neuen Programm auf Räuberjagd. Die vier haben sich bei ihrem Studium an der Zürcher Hochschule der Künste kennengelernt und sind damals als Jazzquartett aufgetreten. Als akuter Liedermangel herrschte, versteckten sie kurzerhand ein paar im Studium geschriebene Kindersongs im Programm. Die gefielen dem erwachsenen Publikum so gut, dass die vier Musiker die Band Silberbüx gründeten, benannt nach dem Gewehr von Indianer Winnetou. Mittlerweile haben Silberbüx über 350 Konzerte gespielt und kriegen von ihren kleinen Fans Zuschriften wie «Ihr seid superfantastischgeheimnisvollspannendlustigtollräuberischsuperduper» oder «Ihr seid die coolste Kinderband, auf mich könnt ihr bei der Räuberjagd immer zählen!». Das Schönste für die vier: «Wenn wir uns in die Herzen der Kinder spielen und unsere Lieder zu ihren werden», sagt Benno Muheim, der neben der Kindermusik als Theaterregisseur tätig ist. Am Konzert von Silberbüx merkt man, dass hier Dramaturgieprofis am Werk sind: Jeder spielt mal jedes Instrument, zwischen peppigen Songs wird es auch wieder still und alle schwören gemeinsam den geheimen Silberbüx-Schwur. Am Ende ist dann der Stadträuber gefasst. Ein Abenteuer, das auch den Eltern gefällt. Letztere würden sogar noch ungeduldiger als die Kinder auf musikalischen Nachschub warten, sagt Severin Graf von der Band Tischbombe: «Meistens bestürmen uns Eltern mit der Frage, wann endlich eine neue CD komme. Die haben

Silberbüx v.l: Brigitt Zuberbühler, (31, «di Schnellscht»), Benno Muheim (34, «de Gschidscht»), Stefanie Hess (32, «di Sterchscht») und Maurice Berthele (36, «de Gheimscht») gehen gemeinsam «Uf Räuberjagd». silberbüx.ch

unsere Lieder im Auto schon rauf und runter gehört.» Die Mitglieder von Tischbombe sind seit vier Jahren als Kindermusiker unterwegs, derzeit mit dem Programm «Uf grosser Fahrt». Die Idee, Lieder für Kinder zu schreiben, kam von Nelly Gyimesi. Aus ihrer Feder stammen die meisten Lieder, inspiriert wird sie von ihrem neunjährigen Sohn.

Ein Mal im Jahr treffen sich alle Kindermusiker zum Fondue Wenn Tischbombe auf der Bühne stehen, wird viel getanzt: Die Kinder formen zu «Mamma mia, Pizza Prosciutto, warum fahred mir mit em Auto? Io voglio mitem Flüger ga …» ihre Arme zu einem Flugzeug oder zeigen typisch italienische Gesten. Dass die Kinder mitmachen, ist den Mitgliedern von Tischbombe wichtig und eine schöne

Bestätigung. Oft bekommen sie auch Videos, Briefe, Zeichnungen oder selbst gebastelte Armbänder zugeschickt. All diese Bands sind sich einig: Kinder sind das beste Publikum, begeisterungsfähig und direkt. «Man sieht ihnen sofort an, ob sie es grossartig oder grottenschlecht finden», sagt Benno Muheim. Konkurrenz kennt man in der Kindermusikbranche nicht: Die rund 30 Musiker teilen ihre Tops und Flops gern miteinander. Ein Mal im Jahr treffen sich dazu alle bei Andrew Bond zum Fondueplausch. «Scho chli vill Musiker uf eim Huufe», meinte Bond beim letzten Mal. Text: Silja Kornacher Bilder: Mirko Ries

Die nächsten Lilibiggs-Festivals finden in Arbon, Olten und Winterthur statt. Tickets und Daten unter: www.lilibiggs-kinder-festivals.ch

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Tischbombe Wenn Nelly Gyimesi (34, links), Severin Graf (32) und Carola Wirth (31) alias Nelly, Purpur und Lila aufspielen, wird viel getanzt.

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MENSCHEN | PORTRÄT 22 |

| NR. 36, 1. SEPTEMBER 2014 | MIGROS-MAGAZIN |

Zeit statt Geld fürs Alter sparen

Rüstige Rentner betreuen bedürftige Senioren und sollen dafür später selbst Hilfe erhalten. Ein Pilot­ versuch in St. Gallen gilt als Testlauf für die Schweiz.

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ährend andere eine Jacke in zwei Sekunden anziehen, dauert das bei Jakob Brassel eine gefühlte Ewigkeit. Der 70-Jährige leidet seit 14 Jahren an Multipler Sklerose. Und bei all den kleinen Alltagsdingen, für die man keine Pflegeausbildung braucht, hilft ihm nicht nur seine Ehefrau Ruth, sondern auch seine Betreuerin von der Zeitvorsorge, Elsbeth Messerli. Sie hält ihm die Jacke hin, kämmt ihn, macht Kaffee oder schiebt ihn im Rollstuhl über die Schwelle auf seinen geliebten Balkon.

Einmal in der Woche kommt Elsbeth Messerli vorbei und hilft Jakob Brassel.

Messerli selbst ist 73 Jahre alt, aber noch rüstig. «Ich bin fast jede Woche einen Tag da», sagt sie. Ohne ihren Einsatz wäre Jakob Brassel im Pflegeheim. Denn seine Frau könnte ohne Freiwilligenhilfe die Betreuung nicht allein leisten. Die Spitex kommt morgens und abends, aber tagsüber ist sie die Einzige, die da ist. «Ich kann meinen Mann nicht länger als zwei Stunden allein lassen», sagt Ruth Brassel. Der Grund ist offensichtlich: Er kann sich ohne Hilfe kaum bewegen.

Je mehr Senioren es gibt, umso mehr wird auch nach neuen Modellen in der Altenpflege gesucht. Vor allem geht es darum, neben der professionellen Hilfe von Pflegeheimen oder Spitex und der Hilfe durch Angehörige ein zusätzliches Angebot zu schaffen. Für Menschen, die noch zu Hause leben wollen, aber denen die Spitex bei kleinen Dingen wie Kaffeekochen, Spazieren oder Einkaufen nicht helfen kann. Und deren Partner oder Kinder allein damit überfordert sind. Auch das Ehepaar Brassel hat drei Söhne und fünf Grosskinder. Aber die leben nicht alle in der Nähe und sind berufstätig. Zeit dagegen hat Messerli, die das Ehepaar Brassel aus der Evangelischen Kirchgemeinde Straubenzell kennt. «Die ersten beiden Jahre nach der Pensionierung habe ich das Leben genossen, dann habe ich wieder ein Ziel gebraucht», sagt die Witwe. Auch sie hat Kinder und Grosskinder, für die sie da ist. Aber sie will auch anderen helfen.

Rüstige Senioren helfen denen, die Unterstützung brauchen Das frisch gestartete Pilotprojekt Zeitvorsorge in St. Gallen schafft für diese Hilfe eine neue Grundlage. Denn alte Menschen verdienen Zeit: Senioren, die Betreuung brauchen, bekommen sie von noch rüstigen Pensionären. Jede Helferstunde wird dabei auf einem Zeitkonto gutgeschrieben. Das bedeutet, wer heute hilft, bekommt die Stunden dann zurück, wenn er oder sie selbst Betreuung braucht. Statt Geld ist Zeit die neue Art der Vorsorge. «Ich gebe heute und nehme morgen, wenn ich es brauchen soll-

te», sagt Messerli. Der springende Punkt dabei ist, dass in 10 oder 20 Jahren, wenn Messerli selbst vielleicht Hilfe braucht, wiederum Menschen bereit sein müssen, sie gegen eine Zeitgutschrift zu betreuen. Das Projekt setzt Vertrauen in die Menschen der Zukunft voraus. Anders als bei Geld oder bei einem direkten Tausch von Dienstleistungen – wie zum


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| MIGROS-MAGAZIN | NR. 36, 1. SEPTEMBER 2014 |

Beispiel Waschmaschine reparieren ge­ gen Pulli stricken – ist die Zeitvorsorge nämlich nicht nur von den Menschen von heute, sondern auch von den Men­ schen von morgen abhängig: Elsbeth Messerli setzt darauf, dass es in Zukunft Menschen geben wird, die sie betreuen werden. Und zwar wieder gegen eine Zeitgutschrift.

Die Idee der Zeitvorsorge setzt so eine Solidarität über die Zeit hinweg voraus und schafft eine neue Art von Genera­ tionenvertrag. «Geld würde ich nicht nehmen, ich habe lange genug für Geld gearbeitet», sagt Messerli. Sie bekommt stattdessen für jede Stunde, die sie Jakob Brassel betreut, eine Gutschrift auf ihrem Zeitvorsorgekonto.

Die Stadt St. Gallen garantiert allen, dass sie für ihre so angesparte Zeit bis zu 750 Stunden Betreuung zurückerhalten – auch wenn sich keine oder nicht genü­ gend neue Zeitvorsorgende engagieren wollen. Dann werden die Leistungen bei der Spitex oder anderen Institutionen eingekauft (siehe Seite 27). Dabei ist der Clou der Zeitvorsorge, dass sie ohne

Trudy Manzoni (links) hat ihr Autobillett ab­ gegeben und ist deshalb froh um die Ausflüge mit Gret Rohrer (hier in die St.­Lauren­ zen­Kirche in St. Gallen).


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| MIGROS-MAGAZIN | NR. 36, 1. SEPTEMBER 2014 |

Japan ist ein Vorreiter In Japan sind rund 30 Millionen Menschen, fast ein Viertel der Bevölkerung, 65 Jahre oder älter. Kein Wunder, dass das Land das weltgrösste Pflegesystem auf Zeitbasis etabliert hat. Das Zeitsparmodell mit dem Namen Fureai Kippu («Pflege-Beziehungs-Ticket») hat rund drei Millionen Mitglieder in knapp 400 Regionalgruppen. Auch in Japan basiert das System auf Vertrauen: Wer freiwillig alte Menschen betreut, erhält ein Stundenguthaben, das zu einem späteren Zeitpunkt eingelöst werden kann. Im Unterschied zur Zeitvorsorge in St. Gallen können die Betreuer ihre Zeitgutschriften nicht nur für sich selbst verwenden, sondern auch für Dritte. Dies wird genutzt, um etwa die entfernt wohnenden Eltern betreuen zu lassen. Die Gutscheine können auch gekauft werden. In St. Gallen dagegen soll die Zeitvorsorge ganz ohne Geld funktionieren.

Jakob Brassel freuts, wenn Elsbeth Messerli mit ihm eine Partie Qwirkle spielt.

Eine Vergleichsstudie zu Zeitvorsorgemodellen weltweit: www.migrosmagazin.ch/zeitvorsorge

Geld auskommt. Sie basiert auf Vertrauen, das heisst auf Beziehungen. Deshalb würden die Gutscheine verfallen, wenn Elsbeth Messerli in eine Region zieht, wo es keine Zeitvorsorge gibt. Das Projekt in St. Gallen will das generelle Gemeinschaftsgefühl aufwerten. Als die Stadt sich vor zwei Jahren auf den Pilotversuch einliess und die Stiftung hierfür gründete, hiess es in der Parlamentsvorlage: Das Modell einer Zeitvorsorge basiert auf zentralen Werten unserer Gesellschaft, insbesondere jenem der Solidarität: Eltern sorgen für ihre Kinder, Gesunde helfen Kranken, Starke unterstützen Schwache. Diese Solidarität ist der Grund, warum sich Elsbeth Messerli wie auch Gret Rohrer bei der Zeitvorsorge als Betreuerinnen engagieren. «Ich komme aus einem Dorf im Rheintal, wo es normal war, dass man sich gegenseitig hilft», sagt die 65-jährige Gret Rohrer. Die alte Dorfgemeinschaft soll im St. Gallen von heute wieder aufleben. Für Rohrer ist klar, dass das kaum ohne ein Zeitvorsorgeprojekt geht. «Wir müssen lernen, dass man etwas machen kann, ohne Geld dafür zu nehmen, aber dennoch etwas dafür bekommt», sagt sie. Gret Rohrer war Zeit ihrer Lebens sozial engagiert und betreut nun neben gelegentlichen Arztfahrten für ältere Menschen regelmässig ihre Nachbarin Trudy Manzoni. Die 82-Jährige ist zwar noch sehr agil und unternehmungslustig, aber sie kann grössere Einkäufe und Ausflüge nicht mehr allein machen.

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| MIGROS-MAGAZIN | NR. 36, 1. SEPTEMBER 2014 |

Nun unternimmt sie die Fahrten an den Bodensee zusammen mit Gret Rohrer, und die beiden haben Spass gemeinsam. Dennoch lässt sich Rohrer die Stun­ den für die Betreuung bei der Zeit­ vorsorge gutschreiben. Denn: «Dadurch kommt kein schlechtes Gewissen bei Trudy oder bei anderen auf, und allge­ mein trauen sich die Leute so eher, um Hilfe zu bitten», sagt sie. Prinzipiell gebe es mehr Menschen, die helfen wollen, als solche, die Hilfe annehmen können, sagt François Höpf­ linger, der zusammen mit einem Team das Zentrum für Gerontologie an der Universität Zürich leitet. Wichtig sei, dass die Zeitgutscheine auch tatsächlich eingelöst werden und nicht zu lange gewartet werde. Er ist jedoch zuver­ sichtlich, dass es gelingen kann, den alten Gemeinschaftsgeist in den Dörfern und Städten wieder zu etablieren. «Das entspricht unserem Zeitgeist und auch einem Bedürfnis», sagt er.

«Die Zeitvorsorge ersetzt keine professionelle Pflege.»

Es trauen sich nun viel mehr Menschen, um Hilfe zu fragen «Das Besondere an der Zeitvorsorge ist, dass man jemandem helfen kann, den man vorher gar nicht gekannt hat», er­ läutert Höpflinger. Die Grenze zwischen Betreuung durch Zeitvorsorger und Pflege durch bezahlte Pflegefachperso­ nen müsse allerdings klar sein. «Die Zeitvorsorge ersetzt keine professionelle Pflege.» Im Zentrum steht die Idee, die Kosten in der Altenpflege einzudämmen, mit dem Mangel an professionellen Pflege­ kräften umzugehen und trotzdem mehr Lebensqualität zu schaffen. So kann etwa Jakob Brassel dank der Zeitvorsorge immer noch zu Hause leben und auf eine teure Rundumbetreuung in einem Pflegeheim verzichten. Entscheidend für das Zeitvorsorge­ projekt ist letztlich, ob es auch Men­ schen anspricht, die sich bisher nicht freiwillig engagiert oder diese Hilfe nicht in Anspruch genommen haben. Das scheint der Fall zu sein: «Es trauen sich nun viel mehr Menschen, um Hilfe zu fragen, weil sie wegen der Zeitgut­ schriften kein schlechtes Gewissen mehr haben», sagt Rachel Diem­Rohrer, Tochter von Gret Rohrer und Stiftungs­ rätin der Stiftung Zeitvorsorge in St. Gallen. Ausserdem interessieren sich nun mehr Menschen für einen frei­ willigen Einsatz. Für sie ist der Sinn des Helfens durch die Zeitgutschrift plau­ sibler geworden. Texte: Isabel Strassheim Bilder: Daniel Ammann

Pilotprojekt für die Schweiz Der Anstoss kam von alt Bundesrat Pascal Couchepin: Er wollte wissen, ob ein Zeitvorsorgesystem für die Betreuung älterer Menschen in der Schweiz funktioniert und gab eine Machbarkeitsstudie in Auftrag. Die kam 2008 nach Analysen und Gesprächen mit Projektleitern ähnlicher Modelle im Ausland zum Schluss, dies müsse aus­ probiert werden. Mit St. Gallen fand sich eine Stadt, die nun den Pilotversuch in der Schweiz macht. Der offizielle Start war die­ sen Juni. Menschen ab 65 Jahren können sich bei der Stiftung Zeitvorsorge registrieren lassen und andere Betagte im häuslichen Umfeld unterstützen, sie zum Arzt fahren oder Ausflüge machen. Ziel ist, dass die Betreuten so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden leben können. Dafür erhalten die Helfer kein Geld, sondern eine Zeitgutschrift für jede geleistete Stunde. Das Guthaben lässt sich nicht verkaufen oder verschenken. Es kann erst dann eingelöst

werden, wenn diejenigen, die heute helfen, selbst Hilfe brauchen. Dazu muss es aller­ dings auch in Zukunft Helfer geben. Ist das nicht der Fall, garantiert die Stadt St. Gallen Hilfeleistungen von bis zu 750 Stunden, das sind immerhin rund elf Arbeitswochen. Eine Stunde bleibt dabei eine Stunde, im Ge­ gensatz zu Geldanlagen bringen die Zeitgut­ haben keinen Zins, sie sind aber auch keiner Inflation ausgesetzt. Die Zeitvorsorge soll weder der Freiwilligenarbeit noch der professionellen Pflege Konkurrenz machen, sondern sie ergänzen. Deshalb arbei­ tet sie mit erfahrenen Organisationen in der Altersarbeit auf dem Platz St. Gallen zusam­ men. Im Stiftungsrat engagieren sich unter anderem die kantonale Pro Senectute, der Spitex Verband, aber auch die Frauenzentra­ le St. Gallen sowie die evangelisch­reformier­ ten und die katholischen Kirchgemeinden. Weitere Infos: www.zeitvorsorge.ch

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MENSCHEN | INTERVIEW 28 |

| NR. 36, 1. SEPTEMBER 2014 | MIGROS-MAGAZIN |

«Ich lüge, weil ich höflich bin» Nächste Woche tourt Dieter Nuhr mit seinem Programm «Nuhr ein Traum» durch die Schweiz. Der deutsche Kabarettist über Tee aus Yak-Butter, kleine und grosse Lügen und das langsame Schweizer Publikum.

Dieter Nuhr, Sie haben Kunst und Geschichte studiert und wollten Lehrer werden.Jetzt sind Sie Kabarettist. Hätten Sie vor den Schülern bestanden?

Keine Ahnung, ich konnte es nie ausprobieren. Ich habe damals schon Theater gespielt, dachte mir, das machst du mal zwei Jahre, das wird eine lustige und wilde Zeit. Dabei ist es geblieben. Ich habe das als Berufung empfunden. Lehrer zu sein, hätte mir auch Spass gemacht, denn ich kann ganz gut mit Kindern und jungen Erwachsenen umgehen. Was erwartet das Schweizer Publikum bei «Nuhr ein Traum»?

Ein zweistündiger Therapieabend. Die Leute sind ziemlich entrüstet über das, was in der Welt vor sich geht, sie sind zutiefst deprimiert. Ich habe eher das Gefühl, ein bisschen Demut und Dankbarkeit täte nicht schlecht. Deshalb überzeuge ich die Leute davon, dass die Ganztagesheulerei, die bei uns in Deutschland so üblich und der Schweiz auch nicht ganz unbekannt ist, nicht wirklich einen Zweck hat.

als weisser Mann in Mitteleuropa geboren worden. Das hat mir von Anfang an ein privilegiertes Leben beschert. Ich hatte eine anständige Schulbildung und wurde in eine gut situierte Familie geboren, die mich unterstützt hat, mir Freiheiten gelassen hat. Dann habe ich auch noch diesen Beruf gefunden, in dem ich das tue, was mir Spass macht, und dafür kriege ich noch richtig Geld. Sie sagen: «Die Welt ist schön, nur leider oft ausgebucht, überteuert und laut.» Wie entziehen Sie sich dem?

Ich habe einen Wohnsitz, der sehr weit ausserhalb der Stadt liegt. Es ist nicht direkt der Arsch der Welt, aber ich fürchte, man kann ihn von da aus schon sehen. Ich versuche, mich dem ganzen Rummel zu entziehen. Aber nicht ständig. Die Welt ist zwar so ’ne Art Rummelplatz, aber das ist ja auch schön. Da ist was los. Sonst könnte man ja gleich sterben.

«Offenbar gibt es Körperbereiche, die etwas lustiger sind als andere.» Sie behaupten, das menschliche Denken bestehe zu 90 Prozent aus Lügen. Ertappen Sie sich auch manchmal beim Lügen?

Ständig! Ich glaube, dass ich schon deswegen lüge, weil ich ein höflicher Mensch bin. Lügen kann auch sein, wenn man was nicht sagt, was einem durch den Kopf geht. Ab und an zu lügen, ist ein wichtiger Reflex des Menschen. Sonst würden wir uns wahrscheinlich alle den ganzen Tag gegenseitig auf die Fresse hauen. Da habe ich kein Interesse daran. Ich bin sehr friedlich. In Ihrem neuen Programm geht es auch um Glück. Haben Sie das Glück gefunden?

Ja, ich glaube, dass es nur wenige Menschen gibt, die glücklicher sind als ich. Das ist auch dadurch bedingt, dass ich im Leben viel Glück gehabt habe: Ich bin

Sie sind viel gereist. Können Sie uns den tollsten Ort der Welt verraten?

Am allerliebsten bin ich in Indien. Obwohl Indien eigentlich kein toller Ort ist. Dort gibt es viel Leid und viel Übel. Die allerschönste Natur hat für mich Ladakh, der Grenzbereich zwischen Pakistan, China und Indien. Da kann man von Kloster zu Kloster fahren und den tibetischen Mönchen beim Meditieren zuschauen. Allerdings muss man dann auch schauerlichen Buttertee trinken. Irgendeinen Makel gibt es immer. Das habe ich auch mal getrunken. Das scheusslichste Getränk überhaupt.

Ja, absolut. Der Tee wird aus Yak-Butter gemacht. Entsprechend riecht er dann

auch: wie ein mieses Yak, aber mehr so hintenrum. Können Sie nach über 25 Jahren Bühnenerfahrung sagen, auf welche Themen das Publikum besonders anspringt?

Auch da, wo die Leute etwas Anspruchsvolles erwarten, springen sie am meisten auf die platten Themen an. Alles, was mit Männern, Frauen und Paarung zu tun hat, ist für die Leute ein grosser Lacher. Offenbar gibt es Körperbereiche, die etwas lustiger sind als andere. Ich kenne zum Beispiel keinen einzigen Witz über Achselhöhlen. Es ist mir auch nicht gelungen, selbst einen zu schreiben. Werden Sie für solche seichten Themen auch kritisiert?

Da ich ja kein Kabarettist bin, der politisch und ideologisch leicht zu verorten ist, kriege ich viel Gegenwind à la «Der hat ja keine Ahnung». Ich glaube, die Kunst ist es, die Inhalte einzuordnen. Ich möchte Leuten das Gefühl geben, dass ich über das ganze Leben rede, dazu gehört Politik, Physik, alles. Und eben auch das Paarungsverhalten der Hominiden. Politik an sich ist ja eher unlustig, sie wird erst lustig, wenn sie in den Zusammenhang der menschlichen Unzulänglichkeiten eingeordnet wird. Jürgen Kessler, der Leiter des Deutschen Kabarettarchivs, bezeichnete Sie im «Spiegel» als «Moderationswichtigtuer».

Dazu muss man eins wissen. Jürgen Kessler war bis 2000 mein Agent. Ich habe seine Agentur aus guten Gründen mit allen anderen Künstlern und Mitarbeitern aus Protest gegen sein Verhalten verlassen. Dass er jetzt, nach 14 Jahren, mit so was kommt, darüber haben alle Beteiligten sehr gelacht. Da spricht der beleidigte Agent. Wer nach so langer Zeit noch eine solche Wut im Bauch hat, hat nicht reflektiert, warum ihm das passiert ist. Der «Spiegel» hätte ja mal bei


| MIGROS-MAGAZIN | NR. 36, 1. SEPTEMBER 2014 |

MENSCHEN | INTERVIEW | 29

Comedian mit Tiefe Dieter Nuhr (53) studierte in Essen Kunst und Ge­ schichte und wollte ursprünglich Lehrer werden. Seit über 20 Jahren ist er als Kabarettist auf der Bühne und im Fern­ sehen unterwegs und gilt als der Philosoph unter den Come­ dians. Er wurde mehrfach aus­ gezeichnet, unter anderem mit dem Deutschen Klein­ kunstpreis und dem Deutschen Comedy­ preis. Seit 2005 ist Dieter Nuhr auch als Moderator unter­ wegs. So präsentiert er einen humorvollen Jahresrückblick und moderiert in der ARD die Sendung «Satire Gipfel». Dieter Nuhr ist Autor mehrerer Bücher, darunter «Gibt es intelligentes Leben?» oder «Der ultimative Ratgeber für alles». Er wohnt mit seiner Frau und seiner Tochter in Ratingen bei Düssel­ dorf (D). www.nuhr.de

Dieter Nuhr reist am liebsten nach Indien. In Deutschland wohnt er «fast am Arsch der Welt».


MENSCHEN | INTERVIEW 30 |

| NR. 36, 1. SEPTEMBER 2014 | MIGROS-MAGAZIN |

Von ganz vielen Bereichen. Italienische Oper. Literatur des Mittelalters, da bin ich auch unterbelichtet. Und Schweizer Geschichte. Die Schweiz ist doch entstanden, als Wilhelm Tell den Apfel runtergeschossen hat und dann aus dem Paradies vertrieben wurde. Und Kain und Abel, das ist doch diese Geschichte, oder? Genau, so in etwa. Woher nehmen Sie eigentlich Ihre Ideen?

Das werde ich oft gefragt und weiss nie eine Antwort. Ich sitze einfach nur da und schreibe meine Radiobeiträge, Bücher und Programme. Vieles davon sehe ich in Schaufenstern, in der Zeitung oder im Internet. Ich weiss gar nicht, was ich ohne Google wäre. Früher musste man sich alles selbst erarbeiten. Sie haben dieses Jahr den «Kulturpreis Deutscher Sprache» erhalten. Was bedeuten Ihnen solche Auszeichnungen?

Da ich mit der Sprache arbeite, bedeutet mir das viel. Wenn ich jetzt den Preis der deutschen Schuhindustrie bekommen hätte, hätte ich mich auch gefreut. Das wäre aber eher unwahrscheinlich, da ich oft in Turnschuhen rumlaufe. Mit diesem Preis wird anerkannt, dass ich Sprache differenziert benutze, das freut mich sehr. Ich lege Wert darauf, dass die Welt nicht so primitiv ist, wie sie uns immer weisgemacht wird.

sind viel differenzierter und offener. Und auch illusionsloser. Wir dachten noch, dass wir die Welt verbessern könnten. Diese Blödheit haben die heute nicht mehr. In der Schweiz gab es einige Fälle von Anzeigen gegen Humoristen. Meist wegen rassistischer Äusserungen. Was darf Satire?

Satire darf all das, was andere Menschen auch dürfen. Sie hat keinerlei Sonderrecht. Warum sollten Künstler mehr dürfen als andere? Ich finde Rassismus unerträglich. Ob das auf der Kabarettbühne oder in der Strassenbahn stattfindet, interessiert mich nicht. Ich mute meinem Publikum immer nur das zu, was ich auch dem Einzelnen ins Gesicht sagen würde. Was halten Sie vom Humor der Schweizer?

Kann ich nicht sagen. Nur so viel: Mein Programm dauert in der Schweiz zehn Minuten länger als in Deutschland, obwohl ich dasselbe sage. Dass alles in der Schweiz etwas langsamer ist, ist, glaube ich, kein Klischee. Sie bemühen sich also drum, für die Schweizer langsamer zu sprechen?

Das passiert automatisch! Ich weiss nicht, warum. Ich glaube aber, dass man dem Publikum in der Schweiz mehr zumuten kann. Die sind geduldiger, hören besser zu. Sie sind sehr offen für unterschiedliche Formen. Nehmen wir mal Ursus und Nadeschkin, die haben eine schöne Form von Humor. In Deutschland haben viele Leute gar nicht die Geduld, sich auf so ein Format einzulassen.

«Ich mute mir nachfragen können. Aber ihn intermeinem essiert nur die Stimmungsmache. Publikum Stimmungsmache kritisierten Sie auch Wie steht es denn um die deutsche Sprache? nur das zu, Als die Onlinepetition «Raus mit Moderator Gut, danke der Nachfrage. Viele regen Markus Lanz». Sie forderten das Ende von sich auf über Anglizismen, ich finde, das was ich digitalem Mobbing. ist normal: In einer international auch einem Mir hat Markus Lanz leidgetan. Auch er werdenden Welt wird auch die Sprache hat ein Recht darauf, menschlich behan- internationaler. Aber ich verstehe nicht Gibt es auch andere Schweizer Kabarettisten, Einzelnen delt zu werden. Die Anonymität des In- immer alles, wenn ich mit Jugendlichen die Ihnen gefallen? ins Gesicht ternets halte ich für schlimm. Denn seit zu tun habe. Im Bus wurde ich zum Bei- Wenn ich anfange, die aufzuzählen, sind der Steinzeit werden Menschen haftbar spiel mal von einem Jugendlichen ge- die beleidigt, die ich nicht erwähne. Ich sagen gemacht für das, was sie tun. Im Inter- fragt: «Ist deine Mutter schwul, oder moderiere ja meine eigene Sendung «Sawürde.» net verhalten sich die Leute wie Auto- was?» Ich glaube, der meinte das als tire Gipfel». Da habe ich eh schon das fahrer, die sich im Auto sicher wähnen und andere beschimpfen. In dem Moment, in dem man an die Scheibe klopft, schlägt das Verhalten komplett um. Wir brauchen dringend eine Diskussion, dass Anonymität keine Errungenschaft ist, sondern das Ende der Zivilisation. Früher musste man für Proteste noch auf die Strasse gehen. Heute kann ich mich als Revolutionär fühlen, indem ich ein paar Worte eintrage und auf die Returntaste drücke. Schon bin ich der Karl Marx des 21. Jahrhunderts. Ihr Kultspruch lautet: «Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten.» Wovon hat Dieter Nuhr keine Ahnung?

Beleidigung. Ich konnte ihm nur antworten, dass meine Mutter nicht schwul sei. Aber das Sachliche hat ihn nicht interessiert. Es gibt schon Differenzen zwischen den Generationen, was Sprache angeht. Sie sind Vater einer 17-jährigen Tochter. Sie haben also eine Ahnung von der Jugend von heute. Wie ist die denn so drauf?

(lacht) Ich finde die super. In den 70er-Jahren, als ich so alt war wie meine Tochter, war alles muffig-spiessig. Zwischen den politischen Lagern gab es richtige Feindschaften. Die anderen waren alle doof, Faschisten, Umweltzerstörer. Die Jugendlichen von heute

Gefühl, wie ein Oberlehrer begründen zu müssen, wer in der Sendung ist und wer nicht. Einer der Gründe, warum ich kein Lehrer geworden bin, ist, dass ich keine Lust habe, Zensuren zu verteilen. Interview: Silja Kornacher Bilder: Simon Koy

Scannen Sie den QR-Code und hören Sie Dieter Nuhrs Einladung zu seinem neuen Programm «Nuhr ein Traum».


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MENSCHEN | KOLUMNE | 33

| MIGROS-MAGAZIN | NR. 36, 1. SEPTEMBER 2014 |

DER HAUSMANN

Mann lernt nie aus Und Bänz Friedli dachte, ihn könne nichts mehr erschüttern …

Alle Jahre wieder möchte ich den Meertrübeli ein Kränzchen winden. Nichts lässt sich so leicht vom Stiel streifen wie sie, die Johannisbeeren. Bereite ich eine Mürbeteigwähe mit Meertrübeli vor, erfüllt mich jeweils eine doppelte Freude: darüber, dass ich damit bei den Kindern punkten kann, denn sie ist beiden etwas vom Allerliebsten; und darüber, wie mühelos sie sich zubereiten lässt. Mit einer Handbewegung sind, schwupps, alle Beeren von einem Zweiglein gelöst. Kein Vergleich zur kniffligen Klauberei, wenn es gilt, Thymianblättchen vom Stängel zu trennen. Was ich meist so hastig und ungeduldig mache, dass viel brauchbarer Thymian im Kompost landet – dafür viel unnützes Gesträuch in der Pfanne … (Und kommen Sie mir nicht mit dem Tipp, den Thymian vorher in den Tiefkühler zu stecken, weil sich im gefrorenen Zustand die Blättchen wie von selbst vom Zweig lösten. Hat mir Magda auch schon vorgeschlagen. Aber tiefgekühlt ist der Thymian ja nicht mehr frisch!) Wo war ich? Bei den Dingen, die immer wiederkehren. Alle Jahre wieder erhofft man sich zu Beginn der Saison Wunderdinge für den eigenen Verein – und am Ende wird doch der FC Basel Meister. Alle Jahre gibt Polo Hofer mal wieder seinen Rücktritt von der Bühne bekannt. Wir nehmen ihm die x-te Abschiedstournee schon lang nicht mehr ab, und

«Nichts lässt sich so leicht vom Stiel streifen.»

halten. Weil ja in 99,4 Prozent der Haushalte – Sie! Das ist nicht so dahergeschrieben, es ist ein wissenschaftlich erhärteter Wert – die Frau das WC putzt und also ich, der ich es zur Belustigung meiner Familie daheim täglich mehrmals tue und auch auf öffentlichen Toiletten nicht lassen kann, zu einer verschwindend kleinen Minderheit gehöre. Ich hatte also angenommen, sanitäre Anlagen für Mädchen und Frauen seien nicht so furchtbar wie die unseren. Nun bin ich verunsichert: Muss ich die feminine Sudelei als Zeichen der Emanzipation werten? Ändern sich die Zeiten?

sollte es doch mal so weit sein, sind wir dann vermutlich verblüfft. Alle Jahre w… Nein, es gibt Dinge, die sind neu! Die erfährt man, wenn man ein Mann ist, erst mit bald 50! Unlängst verschlug es mich in ein Frauen-WC. Weiss nicht mal mehr, obs ein Versehen war oder gerade keine Herrentoilette in Sicht. Ich also mit Harndrang rein und … Meine Güte, wie das aussah! Verschmiert, verdreckt, der Boden mit Müll und zerknüllten Taschentüchern übersät, es stank, und in der Schüssel waren Kackspuren noch das mindeste Übel. «Was hesch de gmeint?», fragte meine Tochter nur zurück, als ich wissen wollte, ob FrauenWCs immer so saumässig aussähen. Was ich gemeint hatte? Nur Männer seien Schweine, die Frauen würden Ordnung

Ja! Gestern kam Anna Luna mit «Die Erschiessung des Landesverräters Ernst S.» zu Hause an. Schullektüre. Der Autor, Niklaus Meienberg, galt einst als linker Fötzel und Nestbeschmutzer, weil er die Frage aufwarf, weshalb die Schweiz im Zweiten Weltkrieg den kleinen, sichtlich verwirrten Soldaten Ernst S. hinrichtete – die Waffenhändler aber, die gross mit Nazideutschland geschäfteten, gewähren liess. Der Lehrer, der das – damals druckfrische – Buch mit unserer Schulklasse las, war als Revoluzzer verschrien, er trug John-Lennon-Gläser und langes Haar. 30 Jahre später steht das einst verpönte Buch im Schulhaus meiner Tochter neben Klassikern wie «Wilhelm Tell» und Goethes «Faust» in der Serienbibliothek, bereit zur Ausleihe für ganze Klassen. Alle Jahre wieder, offenbar.

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FORUM

| MIGROS-MAGAZIN | NR. 36, 1. SEPTEMBER 2014

LESERBRIEFE | 35

MM 34: «Mein Leben mit Ritalin». Der Bericht stiess auf grosses Leserecho. Deshalb noch einmal eine Auswahl von Leserstimmen:

«Wir sind es einfach leid, als Rabeneltern dazustehen»  Mit Tränen in den Augen habe ich diesen Artikel gelesen, bestehen doch viele Ähnlichkeiten mit der Geschichte unseres Sohns. Endlich wird auch einmal darüber berichtet, dass diese Medikamente auch ein Segen sein können. Diese Kinder gehen durch die Hölle, weil sie nicht können, wie sie gerne wollen. Auch unser Sohn sah mit zwölf (!) keinen Sinn mehr im Dasein. Stundenlang musste ich ihn aufbauen. Wir sind fast draufgegangen. Beatrix Scherrer, 8472 Seuzach  Für Kinder mit AD(H)S, die kein Medikament bekommen, besteht erhöhtes Risiko, später Drogen zu konsumieren, weil diese das Leben endlich erleichtern. G. Peterhans, 5452 Oberrohrdorf

 Mit Aussagen wie «Ritalin sollte verboten werden» ist niemandem geholfen. Als betroffene Mutter habe ich mich über die ausgewogene Berichterstattung zu diesem Thema im Migros-Magazin gefreut. AD(H)S ist eine Spektrumsdiagnose. Ich habe jeweils einen Sohn an beiden Enden des Spektrums. Der eine lebt glücklich mit klaren Strukturen und viel Liebe – ohne Ritalin, der andere wollte trotz gleicher Gegebenheiten mit fünf Jahren nicht mehr leben. Ina Weinrich, 7122 Valendas

 Wir sind es einfach leid, als Rabeneltern dazustehen, die ihrem Sohn mit Diagnose ADS keine Freiräume liessen und ihn mit Ritalin vollpumpten, um un-

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Der Bericht über Lionels ADHS-Erkrankung beschäftigte die MM-Leser stark.


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FORUM | LESERBRIEFE | 37

| MIGROS-MAGAZIN | NR. 36, 1. SEPTEMBER 2014 |

sere Ruhe zu haben. Fakt ist: Erst als das Zusammenleben mit unserem Sohn fast nicht mehr möglich war (körperliche und psychische Gewalt gegen uns Eltern und seine zwei Geschwister sowie fast totale Schulverweigerung), haben wir ihm unter ärztlicher Aufsicht Ritalin verabreicht. Es war ein Versuch, denn wir Eltern waren mit unserer Kraft am Ende. Die einzige Alternative wäre die Einweisung in ein Heim gewesen.

«Die einzige Alternative Urs Blickensdorfer, 9223 Schweizersholz wäre die  Alle Ritalingegner lade ich herzlich ein, Einweisung uns zu unterstützen bei der Erziehung unserer vier Kinder. Zwei mit leichtem in ein Heim ADS, eines mit ADHS und eines mit POS! gewesen.»

Zusammen mit diversen Fachleuten (heilpädagogische Früherziehung, Psychomotorik- und Ergotherapie etc.) versuchen wir, den Kindern mit ihren persönlichen Fähigkeiten und Talenten gerecht zu werden. Für zwei Kinder war Ritalin eine Hilfe und Unterstützung.

Urs Blickensdorfer

 Auch ich habe ADHS, und zwar ist es bis heute mit 57 Jahren bei mir nicht ausgewachsen. Ich habe nie Ritalin erhalten, weil es zu dieser Zeit das Medikament nicht gab und der Schulplan viel menschlicher und kindgerechter gestaltet war. Bevor man Ritalin verbietet, muss man solche Schulpläne verbieten, mit denen sich ADHS-Kinder nicht wohlfühlen. Catherine Nüesch, per E-Mail

 Weil das Gehirn anders funktioniert als bei «normalen» Menschen, erhalten ADS-Kinder Ritalin. Dieses Medikament stellt nicht nur ruhig, sondern gibt solchen Kindern auch Power. Man kann sagen, dass dadurch ein normales Familienleben wieder möglich ist und das betroffene Kind ein normales, tatsächlich wahrnehmbares Leben führen kann. Yvonne Bosio, 4562 Biberist

 Es war sehr mutig von Mike und Lionel, öffentlich zur Einnahme von Ritalin/Concerta zu stehen. Sie haben erfahren, wie hilfreich diese Medikamente für

Patricia und Peter Gämperli-Meile, 9243 Jonschwil

sie sind, und gehen offensichtlich verantwortungsbewusst damit um. Weshalb ist das für andere ein Problem? Dies ist nicht fair! Betroffene nehmen Medikamente nicht in erster Linie, weil sie nicht «anders» sein wollen, sondern weil sie an sich selbst und ihren Symptomen leiden. Ich plädiere deshalb für mehr Verständnis, Respekt und Ermutigung Betroffenen gegenüber. Ann Zindel, 7205 Zizers

Lesen Sie mehr Stimmen zur grossen Ritalin-Diskussion auf www.migrosmagazin.ch/Ritalin Schreiben Sie uns: Wir freuen uns über Briefe und Mails zu Artikeln im Migros-Magazin. Je kürzer Ihr Brief, desto grösser die Chance, dass er veröffentlicht wird. Zuschriften können durch die Redaktion gekürzt werden. Per Post an Redaktion Migros-Magazin, Leserbriefe, Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, oder per Mail an leserbriefe@migrosmagazin.ch. Und vergessen Sie bitte nicht, Ihre Adresse und Ihre Telefonnummer anzugeben.

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AKTUELL | KLUBSCHULE 38 |

| NR. 36, 1. SEPTEMBER 2014 | MIGROS-MAGAZIN |

1944

1953

Bescheidener Anfang: Ein kleines Inserat im «Brückenbauer» wies auf günstige Sprachkurse in Zürich hin. Die Idee der Klubschule Migros war geboren.

Männer an den Herd: Schon früh bot die Klubschule sogenannte JunggesellenKochkurse an.

Wissen für alle

Die Klubschule Migros ist 70 Jahre alt. Oft hat sie mit ihren Kursen Trends gesetzt. Heute ist sie die grösste Schweizer Institution für Weiterbildung. In den 70-Jahren seit ihren Anfängen hat die Klubschule oft Trends vorweggenommen: Schon 1953 versuchte sie Männer mit Junggesellen-Kochkursen an den Herd zu bringen. In den 60erJahren schulte sie die Reaktionsfähigkeit von Autolenkern mit damals topmodernen Fahrsimulatoren. Und 1984 bot die Klubschule als erste Institution Computerkurse an, die sich an eine breite Öffentlichkeit richteten. Die verwendeten PCs waren graue Plastikungetüme mit winzigen Bildschirmen; jedes der unförmigen IBM-Geräte kostete 9000 Franken. Die Klubschule hat sich seit ihren Anfängen enorm entwickelt, doch etwas ist gleich geblieben: Sprachkurse sind noch immer der grosse Renner. Mit rund 43 000 Teilnehmern war letztes Jahr Deutsch das mit Abstand beliebteste Fach. Text: Michael West Mehr Infos zum aktuellen Angebot an Kursen und Lehrgängen: www.klubschule.ch

2014 Fit und schlagkräftig: Zwei Frauen nehmen in einem Kursraum am Zürcher Limmatplatz an einem Fight-PowerTraining teil.

Bilder: MGB Archiv, Oranger Garten

A

lles begann mit einer unscheinbaren Anzeige im «Brückenbauer»: Im August 1944 schrieb die Migros-Zeitung günstige Sprachkurse in Zürich aus. Für nur fünf Franken konnten Interessierte Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch oder Russisch lernen. Das Echo war gewaltig: Statt der erwarteten 200 gingen 1400 Anmeldungen ein. So wurde vor 70 Jahren die Klubschule Migros geboren. Dahinter stand Gottlieb Duttweilers Überzeugung, Wissen müsse für alle zugänglich sein. Heute besuchen jährlich rund 400 000 Menschen einen Kurs oder Lehrgang an einem der 50 Standorte der Klubschule. Sie ist die grösste Schweizer Institution für Weiterbildung. Ihre 600 verschiedenen Angebote umfassen die Bereiche Sprachen, Kreativität, Sport, Management und Informatik. Das vielfältige Programm und die vielen Standorte sind dank der Unterstützung des Migros-Kulturprozents möglich.


AKTUELL

| MIGROS-MAGAZIN | NR. 36, 1. SEPTEMBER 2014

KLUBSCHULE | 39

1965 Damals topmodern: Mit Fahrsimulatoren wurde die Reaktionsfähigkeit von Autolenkern geschult. Das Bild zeigt eine der «Drivotrainer-Anlagen» in einem Klubschul-Kursraum in Luzern.

1984 Pionierleistung: Als erste Schweizer Institution bot die Klubschule Informatikkurse an, die sich an eine breite Öffentlichkeit richteten. Jeder der verwendeten IBM-Computer kostete damals 9000 Franken.

1967 Lernen macht weltoffen: Ein Werbeplakat der Klubschule Migros zeigt Kursteilnehmer mit einem Globus.

1980 Modisches Training: In den ersten Aerobic-Kursen trieben die Teilnehmer Sport zu Discorhythmen.


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Reise 30.01., 06.02., 13.02.

gangspunkt für Jeeptouren in die Wüste oder in die Berge. Aufenthalt von 8 bis 18 Uhr. 6. Tag: Muscat (Oman). Im Oman werden die Mythen und Legenden des alten Arabiens lebendig. Lernen Sie die alte Hafenstadt mit dem Muttrah Souk kennen oder besuchen Sie die faszinierende Oasenstadt Nizwa – die Heimat von «Sindbad dem Seefahrer». Aufenthalt von 8 bis 17 Uhr. 7. Tag: Khasab (Oman). An der Strasse von Hormuz liegt die Halbinsel Musandam. Fjordartig eingeschnittene, einsame Bergregionen und abgelegene Dörfer machen den besonderen Reiz dieser Gegend aus. Der Hauptort Khasab war einst für Händler und Schmuggler das Tor zum nahen Iran. Eine Kreuzfahrt und Touren in die atemberaubende Bergwelt machen den Besuch dieses noch sehr ursprünglichen Landstriches zu einem spannenden Erlebnis. Unbedingt einen Besuch wert sind die prähistorischen Höhlenmalereien im Wadi Tawi sowie das Naturschutz-

gebiet Khalidiya und das Fort Khasab. Aufenthalt von 9 bis 18 Uhr. 8. Tag: Dubai (V.A.E). Ankunft in Dubai gegen 8 Uhr. Der heutige Tag steht Ihnen zur freien Verfügung. Die Metropole Dubai ist bekannt als Standort der Erdölförderung. In den letzten Jahren ist Dubai als Touristenstadt immer beliebter geworden, da es die Atmosphäre aus 1001 Nacht mit Modernität und abstrakter Architektur zu verknüpfen weiss. Neben den traditionellen Wallfahrtsorten steht in der westlich orientierten Stadt das einzige 7-Sterne-Hotel der Welt: Das «Burj al Arab». Aufgrund des Reichtums der Stadt gibt es hier auch praktisch keine Kriminalität. Die quirlige, internationale Hafenstadt ist auch ein erstklassiger Einkaufstipp. Ihr Schiff bleibt über Nacht im Hafen. Übernachtung an Bord. 9. Tag: Dubai (V.A.E.)–Zürich. Früh morgens Ausschiffung. Transfer zum Flughafen. Rückflug nach Zürich. Ankunft in Zürich.

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Reisebüro Mittelthurgau Fluss- und Kreuzfahrten AG Oberfeldstrasse 19, 8570 Weinfelden Tel. 071 626 85 85, Fax 071 626 85 95 www.mittelthurgau.ch, info@mittelthurgau.ch

Bordguthaben Kat. B1 & B2 Fr. 200.– p. P. / Kat. B3 Fr. 300.– p. P. (Basis Doppelbelegung) Flug in Economy Class Zürich-DubaiZürich mit Emirates Flughafentaxen Transfers in Dubai Kreuzfahrt in der gebuchten Kategorie Vollpension an Bord Kapitänsempfang, Galadinner Sicherheitsgebühren, Hafentaxen Freie Teilnahme an vielen Bordveranstaltungen Deutschsprechende Bordreiseleitung

Nicht inbegriffen

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Top MSC Kreuzfahrten Aktionen

90.– bis 100.–

Unsere Leistungen

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Auftragspauschale von Fr. 20.– pro Person, bei Buchung über www. mittelthurgau.ch Reduktion von Fr. 20.– Persönliche Auslagen und Getränke Trinkgelder (ca. EUR 8.50 p.P./Nacht) Ausflüge All-Inclusive-Getränkepaket «Allegrissimo» (CHF 32.– p.P./Nacht) Kombinierte Annullationskosten- und Extrarückreiseversicherung auf Anfrage

Reiseformalitäten, Wissenswertes Schweizer Bürger benötigen einen Reisepass, der mindestens 6 Monate über das Rückreisedatum gültig sein muss, sowie ein Visum, welches Sie bei Einreise erhalten. Programmänderungen bleiben vorbehalten.

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Ihr Reiseprogramm


| MIGROS-MAGAZIN | NR. 36, 1. SEPTEMBER 2014 |

AKTUELL | KULTURPROZENT | 41

IM BILD

Nackt, dominant, in knalligen Farben mit harten Kontrasten – und in der rechten Hand ein phallischer Gegenstand. Oder ist es doch die berühmte Fackel? Die Freiheitsstatue in der Version der amerikanischen Künstlerin Dorothy Iannone widerspricht dem traditionellen Bild der erhabenen, ehernen Riesenstatue. Das verfremdete Wahrzeichen von New York ist aktuell im Rahmen der hierzulande ersten grossen Einzelausstellung Iannones im MigrosMuseum für Gegenwartskunst zu sehen. Die Ausstellung dauert vom 30. August bis 9. November 2014. Mehr Infos zur Ausstellung unter www.migrosmuseum.ch

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Bild: Dorothy Iannone, The Statue Of Liberty, 1977, 83,5 x 60 cm, Published by Studio Galerie, Mike Steiner, Berlin, Courtesy the artist, Air de Paris, Paris and Peres Projects, Berlin, © All rights reserved

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SCHAUFENSTER | AUS DER REGION. FÜR DIE REGION. 44 |

| NR. 36, 1. SEPTEMBER 2014 | MIGROS-MAGAZIN |

Mit dem E-Bike durch die Region

Migros und Migros-Magazin prämieren die schönsten Regionenbilder. Wir zeigen die von den Lesern gewählten Sieger mit ihren «Aus der Region. Für die Region.»-E-Bikes und stellen regionale Produzenten vor.

G In unserer Region fühlen wir uns zu Hause. Fest verbunden mit der Region sind die Produkte, die hier hergestellt werden. Mit inzwischen rund 8000 «Aus der Region. Für die Region.»-Produkten unterstützt die Migros Ihre Gebiete und Produzenten. Und vermittelt so ein kleines Stück Heimat.

rosse Freude herrschte bei den Gewinnern des «Aus der Region. Für die Region.»-Fotowettbewerbs: Anlässlich eines Apéros bei einem Produzenten ihrer Region durften sie nun ihre Siegprämie, ein blaues E-Bike mit dem bekannten Sonne-und-BergeLogo, in Empfang nehmen. Ostschweiz-Sieger Urs Gähler aus Herisau hatte sich extra mit dem Auto zur Gewinnübergabe nach Flawil chauffieren lassen, um anschliessend den Heimweg von zehn Kilometern gleich mit dem neuen Gefährt anzutreten. Den beiden andern Preisträgern, Jean-Claude Falcy aus Jongny VD und Gerd Stam aus Steinerberg SZ, war die Strecke nach Hause aber doch zu weit, um die Jungfernfahrt sofort zu starten. Eines haben die siegreichen Teilnehmer am Wettbewerb jedoch gemeinsam: Sie fotografieren nicht nur gern, sondern sind auch oft mit dem Velo in der Natur unterwegs.

Videos Das Migros-Magazin hat die in dieser Ausgabe vorgestellten Produzenten einen Tag lang mit der Kamera bei Ihrer Arbeit begleitet. Schauen Sie den «Aus der Region. Für die Region.»-Produzenten über die Schulter: www.ausderregion.ch

Ostschweiz Für Urs Gähler (59) ging mit dem ersten Preis ein kleiner Traum in Erfüllung, hatte er doch schon länger über den Kauf eines E-Bikes nachgedacht. «Da hat der Richtige gewonnen», bemerkt «Aus der Region. Für die Region.»-Produzent Region.»-Produzent Christoph Gämperli. Gähler lebt in Herisau und hat erst im August den Schritt in die Selbständigkeit gewagt. Sein Business: Er hilft Rauchern bei der Entwöhnung.

Urs Gähler gewann in der Ostschweiz mit einem Bild der Alpabfahrt auf der Dürrenstrasse in Urnäsch.


SCHAUFENSTER

| MIGROS-MAGAZIN | NR. 36, 1. SEPTEMBER 2014

AUS DER REGION. FÜR DIE REGION. | 45

«Der Geschmack ist unglaublich viel besser» Christoph Gämperli, Sie pressen hier vom Mohnöl über Sonnenblumen- und Rapsöl viele verschiedene Öle. Wie viel Raps benötigt man für einen Viertelliter Rapsöl?

Ein Kilo Rapssamen. Von einem Hektar Raps bekommen wir circa 1000 Liter Rapsöl.

Kalt gepresstes Rapsöl aus Flawil Rund um die Uhr laufen die Ölpressen der St. Gallischen Saatzucht, denn ein gutes Öl braucht Zeit. Je höher der Druck, desto heisser geht es in der Ölmühle zu. In Flawil darf das Öl aber auf keinen Fall bei Temperaturen über 40 °C gepresst werden. Also werden die Samen schonend und langsam gepresst. Neben Rapsöl produziert man in Flawil Sonnenblumen-, Lein-, Mohn- und Walnuss- sowie Trauben- und Kürbiskernöl. Das Rapsöl wurde heuer mit der DGF-Medaille für ausgezeichneten Geschmack prämiert – zum achten Mal in Folge.

Dressing mit Apfel und Rapsöl

Was heisst eigentlich kalt gepresst?

Unsere Öle werden seit acht Jahren ausschliesslich durch mechanisches Pressen der Samen gewonnen. Die Öle werden dabei nicht über 40 °C erhitzt. Diese Temperatur entsteht allein durch den Druck. Die Ausbeute ist deshalb geringer als bei raffinierten Ölen. Bei der Raffination werden auch Chemikalien eingesetzt, um noch mehr Öl aus den Samen herauszulösen und um es zu neutralisieren.

2 rotschalige Äpfel, 1 dl Apfelessig, 2 dl Gemüsebouillon, 1 dl Rapsöl, 2 TL milder Senf, Salz, Chiliflocken, getrockneter Majoran Äpfel halbieren, entkernen und samt Schale würfeln. Essig mit Bouillon aufkochen. Apfelstücke darin weich kochen. In der Flüssigkeit pürieren. Rapsöl und Senf in die Sauce rühren. Mit Salz, Chiliflocken und Majoran abschmecken. Sauce auskühlen lassen und in verschliessbare Flaschen füllen. Das Dressing bleibt im Kühlschrank zwei Wochen haltbar. TIPP Dressing z. B. für die Zubereitung von Wurst-KäseSalat oder Käsesalat mit Apfelwürfelchen verwenden. Zubereitungszeit: ca. 20 Minuten + auskühlen lassen. Pro dl ca. 1 g Eiweiss, 19 g Fett, 6 g Kohlenhydrate, 800 kJ/200 kcal

Welche Vorteile hat die Kaltpressung?

Durch das schonende Pressen bleiben alle Inhaltsstoffe der Samen erhalten. Im Grunde noch wichtiger: Der Geschmack kalt gepresster Öle ist unglaublich viel besser als bei raffinierten Ölen. Öle werden leicht ranzig. Geerntet wird ein Mal pro Jahr. Wie bleibt das Öl frisch?

Wir lagern die Samen bei 10 °C und relativ trocken, damit sie ihre Keimfähigkeit behalten. Richtig gelagert bleiben Samen über vier Jahre frisch. Wir pressen das ganze Jahr über mit den gekühlten Samen. So gibt es das ganze Jahr frisches Öl, das bei kühler und dunkler Lagerung mindestens ein Jahr haltbar ist.

Christoph Gämperli mit Rapssamen – und kurze Zeit später mit frisch gepresstem Öl.

Rezepte

Rapsöl, kalt gepresst, 250 ml, Fr. 7.50

In grösseren Filialen


SCHAUFENSTER | AUS DER REGION. FÜR DIE REGION. 46 |

| NR. 36, 1. SEPTEMBER 2014 | MIGROS-MAGAZIN |

«Es ist so inspirierend, mit Kräutern zu arbeiten» Manuel Artho, hier hat fast jedes der Kräuter, die Sie anbauen, ein eigenes Gewächshaus. Gedeihen die Kräuter nicht zusammen?

Es ist natürlich für die Ernte einfacher, wenn die Kräuter separat angebaut werden. Aber davon abgesehen haben die verschiedenen Kräuter ganz unterschiedliche Ansprüche. Zum Beispiel?

Das Basilikum ist sehr empfindlich und reagiert auf Temperaturschwankungen extrem. Deshalb haben wir an den Rändern des Gewächshauses, wo auch kühlere Luft ins Gewächshaus kommt, Kerbel statt Basilikum. Am Rand gedeiht das Basilikum einfach nicht. Der Schnittlauch blüht sehr hübsch. Warum sind nie Stängel mit Blüten dabei, wenn ich ihn kaufe?

Die meisten Leute wollen die Blüten gar nicht verwenden, obwohl sie sich hübsch auf Salaten machen. Die ärgern sich dann, dass die Stängel mit Blüten nicht gegessen werden können, weil sie zu hart und fast holzig sind.

Wer Kräuter in Töpfen kauft, ist oft enttäuscht, dass die Pflanzen nicht den ganzen Sommer über halten. Haben Sie Tipps?

Waadt Jean-Claude Falcy liebt das Velofahren. Der Mechaniker fährt täglich 23 Kilometer zur Arbeit. Das E-Bike wird ihm dabei so manche Steigung erleichtern. Zudem besitzt seine Frau bereits ein E-Bike. «Eine ideale Ergänzung», sagt auch Kräutergärtner Manuel Artho in Oronla-Ville.

Am besten topft man diese Kräuter um: Petersilie benötigt tiefe Töpfe zum Wurzeln. Bei Rosmarin und Thymian beziehungsweise bei den Mittelmeerkräutern ist es wichtig, dass keine Staunässe entsteht.

Was für eine Überraschung für Jean-Claude Falcy: Auf dem Dent de Jumant wird sogar gezeltet.

Schnittlauch aus Oron-la-Ville Kräuter, so weit das Auge reicht, findet man in den Gewächshäusern der Jardins d’Oron. Produktionschef Manuel Artho wacht hier nicht nur über den Schnittlauch, sondern über fast 30 verschiedene Kräuter. Jedes Kraut hat seine eigenen Ansprüche und will gehegt und gepflegt werden. Auch wenn die Gärtnerei nicht Bio-zertifiziert ist, wird grösstenteils nach Bio-Standards produziert. Im hofeigenen Laden finden Gartenbesitzer neben allerlei Kräutern auch Grünpflanzen und Blumen aller Art – kompetente Beratung inklusive.

Manuel Artho bei der Schnittlauchernte.


| MIGROS-MAGAZIN | NR. 36, 1. SEPTEMBER 2014 |

SCHAUFENSTER | AUS DER REGION. FÜR DIE REGION.

Kartoffelgratin mit Schnittlauch-Eierschwämmli 1,2 kg festkochende Kartoffeln, 250 g Lauch, 7 dl Gemüsebouillon, 50 g geriebener Greyerzer, 300 g Eierschwämmli, 1 Schalotte, 2 EL Rapsöl, 1 TL Butter, 2 Bund Schnittlauch, Salz, Pfeffer 1. Backofen auf 180 °C vorheizen. Kartoffeln in Scheiben à 2–3 mm schneiden. In eine ofenfeste Form schichten. Lauch in feine Ringe schneiden und unter die Kartoffeln mischen. Bouillon darübergiessen. Kartoffeln sollten mit Flüssigkeit bedeckt sein, wenn nötig etwas Bouillon nachgiessen. In der Ofenmitte ca. 45 Minuten backen.

2. Nach 30 Minuten der Garzeit Kartoffeln mit Käse bestreuen und noch 15 Minuten gratinieren. Inzwischen Eierschwämmli rüsten und erlesen. Schalotte hacken. In Öl und Butter andünsten. Pilze bei mittlerer Hitze mitdünsten, austretende Flüssigkeit einkochen lassen. Schnittlauch fein darüberschneiden. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Auf dem Kartoffelgratin anrichten. Zubereitungszeit: ca. 20 Minuten + ca. 45 Minuten backen Pro Person ca. 13 g Eiweiss, 11 g Fett, 48 g Kohlenhydrate, 1500 kJ/350 kcal

Schnittlauch, Bund, aktueller Tagespreis


SCHAUFENSTER | AUS DER REGION. FÜR DIE REGION. 48 |

| NR. 36, 1. SEPTEMBER 2014 | MIGROS-MAGAZIN |

«Wir haben 1502 das Fischrecht bekommen» Hans-Ueli Zwimpfer, wie lange sind Sie schon Fischer auf dem Sempachersee?

Ich bin seit 1996 Fischer. Meine Familie bekam das Fischrecht bereits gegen Ende des Mittelalters. Seit elf Jahren beliefere ich die Migros. Was mögen Sie am Beruf des Fischers?

Dass ich viel in der Natur bin. Welche Fische fangen Sie hier?

Von Ende Juli bis Oktober Egli, das ganze Jahr über Felchen – wobei Februar und März keine guten Felchenmonate sind. Sie fischen mit Netzen. Aus der Meeresfischerei kennt man Bilder mit viel Beifang. Ist das hier genauso?

Mit Hilfe der Fangtechnik und der Maschengrösse haben wir fast keinen Beifang, den wir nicht verwenden können. Welche Zubereitungsart der Felchen mögen Sie am liebsten?

Ich mag sie ganz einfach in Butter gebraten und mit Salz und Pfeffer gewürzt.

Luzern

Liebt die Natur: Hans-Ueli Zwimpfer.

Das Siegerfoto von Gerd Stam ist eine atmosphärisch starke Aufnahme vom Vierwaldstättersee in der Region Luzern.

Felchen aus dem Sempachersee In der 13. Generation fischt die Familie Zwimpfer im Sempachersee. Das Recht dazu war ihr bereits zu Beginn des 16. Jahrhunderts verliehen worden. Nur wenige Fischer haben eine solche Genehmigung. Seit den 90er-Jahren wirft Hans-Ueli Zwimpfer auf dem See in der Region Luzern seine Netze aus. Er fischt hauptsächlich Egli und Felchen. Diese liefert er nicht nur an die Migros, sondern verkauft sie auch in seinem kleinen Laden in Sempach. Eine seiner Spezialitäten: Felchenfilets, die er direkt beim Bootshaus räuchert.

Bilder: Daniel Ammann, Laurent de Senarclens, Salvatore Vinci, Saisonküche

BowlingbahnBetreiber Gerd Stam verdankt den Gewinn des E-Bikes seiner Frau Petra. Sie musste ihn regelrecht überreden, sein Foto einzuschicken. «Wir wohnen auf 600 Metern Höhe, da ist ein E-Bike natürlich tipptopp», freut sich der gebürtige Holländer. Fischer Hans-Ueli Zwimpfer aus Sempach freut sich mit.


SCHAUFENSTER | AUS DER REGION. FÜR DIE REGION.

| MIGROS-MAGAZIN | NR. 36, 1. SEPTEMBER 2014 |

Felchen-Knusperli mit Gurkensauce 2 Eier, 150 g Mehl, 1 TL Backpulver, 1 TL Salz, 1,5 dl Apfelwein, 800 g Felchenfilets, Mehl zum Bestäuben, 1 l Öl zum Frittieren, 2 TL Knoblauchsalz, 1 TL zerstossener schwarzer Pfeffer Sauce: 150 g Salatgurke, Salz, ½ Bund Dill, 2 dl Joghurt nature, 50 g Crème fraîche 1. Für die Sauce Gurke an der Röstiraffel reiben. In ein Sieb geben, mit etwas Salz bestreuen und 10 Minuten ziehen lassen. Gurken etwas auspressen. Dill hacken. Mit Joghurt, Gurke und Crème fraîche verrühren. Sauce mit Salz abschmecken. Kühl stellen. 2. Für den Backteig Eier trennen. Eiweiss kühl stellen. Mehl, Backpulver und Salz in

eine Schüssel geben. Eigelb und Apfelwein verquirlen. Mit dem Mehl zu einem glatten Teig rühren. Eiweiss steif schlagen und darunterheben. Fisch in Streifen à ca. 1,5 cm schneiden. Mit Mehl bestäuben. Öl auf 170 °C erhitzen. Fischstreifen portionenweise durch den Teig ziehen, gut abtropfen lassen. Im Öl 2–3 Minuten goldbraun frittieren. Herausheben und auf Haushaltspapier abtropfen lassen. Im Ofen warm halten. Knoblauchsalz und Pfeffer mischen. Fischknusperli damit bestreuen. Gurkensauce dazuservieren, nach Belieben auch 1 Zitronenschnitz. Zubereitungszeit: ca. 50 Minuten Pro Person ca. 47 g Eiweiss, 39 g Fett, 35 g Kohlenhydrate, 2900 kJ/700 kcal

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SCHAUFENSTER | WILD-APÉRO | 51

| MIGROS-MAGAZIN | NR. 36, 1. SEPTEMBER 2014 |

KürbisChutney

Zum herbstlichen Apéro passen Wildspezialitäten.

Ergibt 1 Glas à ca. 5 dl 2 rote Zwiebeln 20 g Ingwer 2 EL Olivenöl 400 g gekochter Kürbis in Würfeln 2 EL milder Curry 1,5 dl Aceto balsamico bianco 3 EL flüssiger Honig Salz ½ TL grob gemahlener Cayennepfeffer 1. Zwiebeln und Ingwer hacken. Im Öl bei mittlerer Hitze ca. 10 Minuten dünsten. Kürbis und Curry beigeben. Kurz mitdünsten, bis es gut riecht. Mit Balsamico ablöschen. Honig beigeben. Ca. 15 Minuten köcheln lassen, bis die Flüssigkeit zu ¾ verdampft ist. Mit Salz und Cayennepfeffer abschmecken. 2. Chutney randvoll ins ausgekochte Glas füllen. Sofort verschliessen. Glas für einige Minuten auf den Kopf stellen. Chutney langsam auskühlen lassen. TIPPS Passt zu Wildfleisch. Dunkel und kühl gelagert, ist das KürbisChutney einige Monate haltbar.

Bild und Styling: Veronika Studer

Zubereitungszeit: ca. 30 Minuten Pro dl ca. 2 g Eiweiss 4 g Fett 23 g Kohlenhydrate 600 kJ/140 kcal

Willkommen im Herbst

Kaum verabschiedet sich der Sommer, wächst die Vorfreude auf die Wildsaison. Wie wäre es mit einem Wild-Apéro und saisonalen Leckereien?

E

ntlang der Gemüsefelder leuchten Kürbisse in schönsten Gelb- und Orangetönen und verkünden: Es wird Herbst! Die Jahreszeit des Erntereichtums steht vor der Tür. Wer in diesen Tagen zu einem herbstlichen Apéro lädt, bietet Trockenfleisch, Salami und Schinken vom Wild an. Damit es ein gelungener Abend wird, hier ein paar Tipps:  Das kulinarische Angebot eines kleinen Apérobuffets sollte idealerweise so arrangiert sein, dass die Speisen mühelos in kleinen Portionen auf den Teller gebracht oder direkt konsumiert werden können.

 Es empfiehlt sich, mehrere Sorten Charcuterie zu verwenden – z. B. Wildschweinsalami, Hirschtrockenfleisch und Rohschinken. Pro Person rechnet man je nach Anlass 60 bis 90 Gramm.  Mixed Pickles sind ein Must auf der herbstlichen Apéroplatte, denn Eingelegtes wie Silberzwiebeln, Cornichons oder Maiskölbchen passt einfach hervorragend zu Fleischwaren. Gleiches gilt für süsse Früchte wie Birnen und Trauben sowie für würzige Chutneys (siehe Rezept links).  Rezepttipp: Gegarte Marroni mit einem Salbeiblatt in Bratspeck wickeln und in der Bratpfanne rundum knusprig braten. CS

Urdinkel Farmerbrot, 500 g, Fr. 4.50

Anna’s Best Kürbis Butter Nut, gekocht, 400 g, Fr. 3.30

HirschtrockenWildplatte*, Neufleisch*, Neuseeland, seeland/Schweiz/ Fr. 9.60 per 100 g Österreich, Fr. 8.40 per 100 g * in grösseren Filialen


SCHAUFENSTER | LILIBIGGS 52 |

| NR. 36, 1. SEPTEMBER 2014 | MIGROS-MAGAZIN |

Quark: Ein Lächeln kann motivieren Eine Portion Quark lässt sich mit frischen, saisonalen Früchten aufwerten. So ein lachendes Gesicht ist schnell gelegt und macht Lust, den fruchtigen Quark auch zu essen. Bei einem kleinen Verweigerer können Sie den Quark auch in einen Glacestängelbehälter füllen, einfrieren und so dem Kind als Zvieri servieren. Gut gemogelt ist halb gewonnen. Lilibiggs-Fruchtquark mit Himbeer-, Bananenund Aprikosengeschmack, 6 Stück, Fr. 2.40

Aufsteller zum Frühstück

Ein vollwertiges Zmorge mit Milch, Vollkornprodukten und Früchten sorgt für einen guten Start in den Tag. Mit ein paar einfachen Tricks greifen auch kleine Morgenmuffel zu.

F

orscher der ETH Zürich haben herausgefunden, dass Kinder, die regelmässig frühstücken, leistungsfähiger, konzentrierter und zudem auch schlanker sind. Ein weiteres Resultat war, dass Kinder bei drei von fünf Motoriktests bessere Resultate erzielten als solche, die das Frühstück ausliessen. Das klingt logisch, denn nach dem Schlafen müssen die Energiespeicher wieder aufgefüllt werden, um den Körper mit wichtigen Nährstoffen zu versorgen. Aus diesem Grund gilt das Frühstück für Heranwachsende und Jugendliche als die wichtigste Mahlzeit.


H C S I R F T K R A M M-TIPP Rehschnitzel mit Eierschwämmli-Birnen-Konfit sorgt für einen besonders leckeren Start in die bunte Jahreszeit. Das Rezept finden Sie auf www.saison.ch/de/m-tipp und alle Zutaten frisch in Ihrer Migros.

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Zentralschweizer Picknick-Eier, «Aus der Region.» Freilandhaltung, 6 Stück à 53 g+, 10% günstiger

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Zuger Wildspitz, «Aus der Region.» mittelreif, per 100 g, 20% günstiger


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Schweinskoteletts vom Hals, TerraSuisse, «Aus der Region.» aus der Zentralschweiz, per 100 g

1.65 statt 2.20

Schweinskoteletts, TerraSuisse, «Aus der Region.» aus der Zentralschweiz, per 100 g, 25% günstiger

4.05 statt 5.10

Alle Frifrench Salatsaucen 25 cl, 50 cl und 1 Liter 20% günstiger, z.B. Frifrench French, 5 dl

30%

3.95 statt 5.70

Crevetten Tail-on* Zucht aus Thailand/Vietnam/ Ecuador, per 100 g

30%

7.90 statt 11.30

Bündner Rohschinken geschnitten im Duo-Pack Schweiz, 2 x 107 g

3.10 statt 3.95

Kalbsbrust gefüllt, gebraten Schweizer Fleisch, Schale, per 100 g

40%

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Schweins-Rippli Nierstück geräuchert, TerraSuisse per 100 g

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M-Classic Wienerli Schweiz, 3 x 4 Stück, 600 g


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3.90 statt 5.85 Berliner 6 Stück, 390 g

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Starbucks Discoveries Seattle Latte und Caramel Macchiato im 3er-Pack 20% günstiger, z.B. Seattle Latte im 3er-Pack, 3 x 220 ml

30%

7.70 statt 11.10

M-Classic Tortelloni im 3er-Pack, 3 x 250 g z.B. Ricotta und Spinat, 3 x 250 g

7.20 statt 9.–

Malbuner Schinken-, Truten- oder DelikatessFleischkäse im 6er-Pack 6 x 115 g, 20% günstiger, z.B. DelikatessFleischkäse

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Alle Bon Chef Beutel- und Instantsuppen beim Kauf ab 2 Packungen, jede –.40 günstiger, z.B. Fleischkügeli mit Fideli, 74 g, Beutel

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Alle Crème d’or Dosen 750 ml und 1000 ml 20% günstiger, z.B. Vanille Bourbon, 1000 ml

4.05 statt 5.10

Alle Instantkaffees im Beutel, UTZ 20% günstiger, z.B. Noblesse Oro, 100 g

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10.05 statt 14.40

Pelican Filets Gourmet à la Provençale, MSC tiefgekühlt, 800 g


ÖGLICHKEITEN. 2.30 statt 2.90

Alle Midor Biscuits im Beutel (ohne Tradition), 20% günstiger, z.B. Bärentatzen, 380 g

1.– statt 1.25

Alle Feinkristallzucker (ohne Aarberg Zucker), 20% günstiger, z.B. Cristal Feinkristallzucker, 1 kg

9.70 statt 12.70

Monini Classico oder Delicato, 1 Liter beim Kauf ab 2 Stück, jedes 3.– günstiger, z.B. Monini Olio Extra Vergine

2.20 statt 2.70

Alle Frey Suprême Tafelschokoladen, Kugeln und Friletti, UTZ beim Kauf ab 2 Produkten, jedes –.50 günstiger, z.B. Suprême Noir Authentique, 100 g

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5.85 statt 11.70

Alle 7UP und 7UP H2OH! im 6er-Pack z.B. 7UP Regular, 6 x 1,5 Liter

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M-Classic Apfelsaft im 12er-Pack 12 x 1 Liter

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10.30 statt 20.75

Frey Branches Classic im 50er-Pack, UTZ 50 x 27 g

4.70 statt 5.30

Diverse Honige im 550-g-Glas und 500-g-Squeezer –.60 günstiger, z.B. Blütenhonig feincremig, 550 g

2.20 statt 2.70

Alle Konfitüren und Gelées in Gläsern oder Beuteln 185–500 g beim Kauf ab 2 Produkten, jedes –.50 günstiger, z.B. Extra Aprikosenkonfitüre, 500 g


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Baby und Kinder Strumpfwaren z.B. Kinder Socken, 5 Paar, gültig bis 15.9.

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Gesamtes Damen Tag- und NachtwäscheSortiment (ohne Sloggi und Mey) z.B. Ellen Amber Lifestyle Slip Maxi, gültig bis 15.9.


WEITERE ANGEBOTE. Anna’s Best Herbstsalat, 250 g 3.35 statt 4.20 20%

Rindsjägerschnitzel, TerraSuisse, «Aus der Region.», aus der Zentralschweiz, per 100 g 3.20 statt 4.60 30%

Champignons weiss, Schweiz/Niederlande, Schale à 500 g 3.– statt 6.– 50%

Alle Fleischfonds im Becher 1.– günstiger, z.B. Kalbsfond, Becher à 150 g 4.90 statt 5.90

Trauben Uva Italia, Italien, per kg 2.90 statt 4.90 40%

Poulet-Ailerons gewürzt, aus der Schweiz, per 100 g 1.50 statt 1.90 Erhältlich in der Selbstbedienung

FRÜCHTE & GEMÜSE

Extra Lauch, «Aus der Region.», per kg 3.95 statt 5.80 30% Zuckermais, «Aus der Region.», per kg 3.70 statt 5.30 30% Eichblattsalat rot, aus der Schweiz, pro Stück 1.70 statt 2.30 25% Patatli, Bio, aus der Schweiz, Schale à 500 g 1.80 statt 2.80 33% Suppengemüse, Bio, aus der Schweiz, per kg 4.90 statt 7.40 33% Birnen Williams, «Aus der Region.», per kg 2.70 statt 3.90 30% Mango, aus Israel und Spanien, pro Stück 2.20 statt 2.70 Feigen frisch, aus der Türkei, pro Stück –.80 statt 1.20 33%

FISCH, FLEISCH & GEFLÜGEL Rehschnitzel, Österreich, per 100 g 4.10 statt 5.90 30%

Echte Rotzungenfilets, Wildfang, aus dem Nordostatlantik, per 100 g 5.– statt 6.30

BROT UND MILCHPRODUKTE Starbucks Discoveries Seattle Latte und Caramel Macchiato im 3er-Pack, z.B. Seattle Latte, 3 x 220 ml 5.20 statt 6.60 20% Valflora Halbrahm im Duo-Pack, UHT, 2 x 500 ml 4.– statt 5.– 20% Asiago, per 100 g 1.25 statt 1.60 20% Vierwaldstätterseebrot, «Aus der Region.», 430 g 2.45 statt 3.10

M-Classic Wienerli, Schweiz, 3 x 4 Stück, 600 g 5.50 statt 9.30 40%

Früchtequark Quattro, z.B. Erdbeer, 4 x 125 g 1.90 statt 2.40 20%

Schweins-Rippli Nierstück geräuchert, TerraSuisse, per 100 g 1.95 statt 3.30 40%

Zuger Wildspitz, «Aus der Region.», mittelreif, per 100 g 1.75 statt 2.20 20%

Bündner Rohschinken geschnitten im Duo-Pack, Schweiz, 2 x 107 g 7.90 statt 11.30 30%

Alle Quark Nature, z.B. Magerquark Nature, 250 g –.60 statt –.75 20%

Optigal Poulet ganz, 2 Stück, Schweiz, per kg 6.60 statt 9.50 30%

Sbrinz Bröckli, «Aus der Region.» extrareif, Schale à 120 g 3.40 statt 4.25

Crevetten Tail-on, Zucht aus Thailand/Vietnam/Ecuador, per 100 g 3.95 statt 5.70 30% * Kalbsbrust gefüllt, gebraten, Schweizer Fleisch, Schale, per 100 g 3.10 statt 3.95 Appenzeller-Pantli, Schweizer Fleisch, Stück à 140 g 4.– statt 5.– Für Ihren Einkauf hier ausschneiden.

Schweinskoteletts, TerraSuisse, «Aus der Region.», aus der Zentralschweiz, per 100 g 1.65 statt 2.20 25%

Gourmet-Pantli, Schweizer Fleisch, Schale, per 100 g 3.40 statt 4.30 Schweinskoteletts vom Hals, TerraSuisse, «Aus der Region.», aus der Zentralschweiz, per 100 g 1.40 statt 2.– 30% Zitronenschnitzel (Schweinsnierstück paniert), Schweizer Fleisch, per 100 g 2.30 statt 3.90 40% Erhältlich in der Selbstbedienung Schweinshalssteak gewürzt, Schweizer Fleisch, per 100 g 1.50 statt 2.20 30% Erhältlich in der Selbstbedienung

M-Classic Frischback ungekühlt Kaiserbrötchen, 4 Stück, 20x 200 g 1.50 NEU *,**

Alle Frey Suprême Tafelschokoladen, Kugeln und Friletti, UTZ, beim Kauf ab 2 Produkten, jedes –.50 günstiger, z.B. Suprême Noir Authentique, 100 g 2.20 statt 2.70

Anna’s Best Wähen, z.B. Aprikosenwähe, 215 g 2.90 NEU *,**

Sélection Tafelschokolade Rêve Noir Orange/Cacao, 80 g 4.20 NEU *,**

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Alle Skai The Bigger Gum, z.B. Crunchy Mint, 31 g 1.95 NEU *,**

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Ice Tea Gum Pfirsich, 80 g 3.90 NEU *,**

20x

Alle Midor Biscuits im Beutel (ohne Tradition), z.B. Bärentatzen, 380 g 2.30 statt 2.90 20%

Rosenzauber, Fairtrade, Stiellänge 40 cm, Bund à 30 Stück 13.40 statt 19.20 30% Chrysanthemen Garden Mums, im 19-cm-Topf, pro Pflanze 7.80 statt 9.80 Strauss Surprise, Midi, pro Bund 9.80 statt 14.80 33% Phalaenopsis, im Topf, pro Stück 16.90 statt 19.80 Calluna Twins, pro Topf 3.90 statt 4.90

WEITERE LEBENSMITTEL

Anna’s Best Focacciateig, 380 g 4.30 NEU **

20x

Alle Frifrench Salatsaucen 25 cl, 50 cl und 1 Liter, z.B. Frifrench French, 5 dl 4.05 statt 5.10 20% M-Classic Tortelloni im 3er-Pack, 3 x 250 g, z.B. Ricotta und Spinat, 3 x 250 g 7.70 statt 11.10 30% Anna’s Best Hirschgulasch mit Spätzli, 1050 g 9.90 Alle Rouladen ungekühlt, z.B. Erdbeer, 355 g 3.60 statt 4.50 20%

Alle Instantkaffees im Beutel, UTZ, z.B. Noblesse Oro, 100 g 4.05 statt 5.10 20%

Alle Anna’s Best aha! Frischteigwaren 1.– günstiger, z.B. Fiori Ricotta/Spinat, 200 g 3.90 statt 4.90

Alle Konfitüren und Gelées in Gläsern oder Beuteln 185–500 g, beim Kauf ab 2 Produkten, jedes –.50 günstiger, z.B. Extra Aprikosenkonfitüre, 500 g 2.20 statt 2.70

Anna’s Best Risotto im Duo-Pack, z.B. Funghi, 2 x 365 g 7.50 statt 9.40 20%

Diverse Honige im 550-g-Glas und 500-g-Squeezer –.60 günstiger, z.B. Blütenhonig feincremig, 550 g 4.70 statt 5.30

Zentralschweizer Picknick-Eier, «Aus der Region.», Freilandhaltung, 6 Stück à 53 g+ 4.10 statt 4.60 10%

NEAR-/NON-FOOD

Alle Feinkristallzucker (ohne Aarberg Zucker), z.B. Cristal Feinkristallzucker, 1 kg 1.– statt 1.25 20%

I am Professional 10 in 1 Beauty Balm Spray, 100 ml 8.80 NEU *,**

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M-Classic Pizza Margherita in Packung à 3 Stück, tiefgekühlt, 3 x 380 g 4.65 statt 9.30 50%

Nivea for Men Sensitive Feuchtigkeitscreme, LSF 15, 75 ml 12.20 NEU **

20x

Pelican Filets Gourmet à la Provençale, MSC, tiefgekühlt, 800 g 10.05 statt 14.40 30%

Elmex Zahnpflegeprodukte in Mehrfachpackungen, z.B. Kariesschutz Zahnpasta im Duo-Pack, 2 x 75 ml 7.50 statt 7.90 **

M-Classic Apfelsaft im 12er-Pack, 12 x 1 Liter 7.20 statt 14.40 50% Alle 7UP und 7UP H2OH! im 6er-Pack, z.B. 7UP Regular, 6 x 1,5 Liter 5.85 statt 11.70 50% Rösti XL im Trio-Pack, 3 x 750 g 4.55 statt 9.15 50% Monini Classico oder Delicato, 1 Liter, beim Kauf ab 2 Stück, jedes 3.– günstiger, z.B. Monini Olio Extra Vergine 9.70 statt 12.70 Heinz Ketchup Normal oder Hot im Duo-Pack, z.B. Normal, 2 x 700 g 5.40 statt 6.80 20% Alle Bon Chef Beutel- und Instantsuppen, beim Kauf ab 2 Packungen, jede –.40 günstiger, z.B. Fleischkügeli mit Fideli, 74 g, Beutel 1.– statt 1.40 Malbuner Schinken-, Trutenoder Delikatess-Fleischkäse im 6er-Pack, 6 x 115 g, z.B. Delikatess-Fleischkäse 7.20 statt 9.– 20%

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Berliner, 6 Stück, 390 g 3.90 statt 5.85 6 für 4

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Frey Branches Classic im 50er-Pack, UTZ, 50 x 27 g 10.30 statt 20.75 50%

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BLUMEN & PFLANZEN

Frey Branches Cornflakes, UTZ, 135 g 2.60 NEU *,**

Alle Frey Pralinés in Schachteln und Adoro, UTZ, z.B. Pralinés Prestige, 250 g 12.40 statt 15.50 20%

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Gesamtes M-Plast Sortiment, z.B. Sensitive Pflaster, 20x 10 Stück 2.70 20x PUNKTE ** Diverse Damen Socken in Mehrfachpackungen, z.B. Damen Socken ohne einschneidenden Bund im 4er-Pack 9.90 ** Milette Baby Pflegelinie (ohne Naturals), z.B. BabyShampoo, 300 ml 2.70 NEU *,** 20x Potz Xpert BadreinigerSchaum, 500 ml 4.90 NEU *,** 20x Alle Pial Reinigungsmittel, beim Kauf ab 2 Produkten, jedes 1.– günstiger, z.B. Laminat-Pflege, 1 Liter 4.60 statt 5.60 ** M-Classic Haushaltpapier 2.40 statt 3.– 20% **


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SCHAUFENSTER | LILIBIGGS | 61

| MIGROS-MAGAZIN | NR. 36, 1. SEPTEMBER 2014 |

EXPERTIN

Honig: So geht die Sonne am Morgen gleich zwei Mal auf

Steffi Schlüchter (37) ist dipl. Ernährungsberaterin HF bei der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung (SGE) und Leiterin Nutrinfo.

Bestimmt bekommt Ihr Mädchen oder Ihr Bub strahlende Augen, wenn aus Honig eine Sonne auf das Butterbrot gemalt ist. So bringen Sie kleine Frühstücksverachter spielerisch dazu, doch etwas zu essen. Den Kleinen macht es sicher auch Spass, wenn sie selbst mit dem Honig malen dürfen. Lilibiggs Honey, 250 g, Fr. 3.70

Wie wichtig ist das Frühstück für Kinder? Als erste Mahlzeit nimmt es eine wichtige Rolle als Energielieferant ein. Die über Nacht geleerten Energiespeicher des Körpers müssen am Morgen wieder aufgefüllt werden, um für den Tag gerüstet zu sein. Gerade Kinder im Wachstum brauchen viel Energie. Woraus sollte ein Zmorge bestehen? Idealerweise aus einem Getränk, einer Frucht, einem stärkehaltigen Lebensmittel und einem Milchprodukt. Milch ist wichtig als Kalziumund Eiweisslieferant und zur Bildung von Knochen und Zähnen nötig. Früchte braucht es wegen der lebenswichtigen Nährstoffe, wie Vitamine, Mineralstoffe, und der sekundären Pflanzenstoffe und Nahrungsfasern. Vollkornprodukte sind reich an Kohlenhydraten und versorgen den Körper mit Energie. Natürlich sind Konfitüre oder Honig erlaubt, aber bitte nur massvoll.

Milch: Aber bitte mit ganz viel Schaum Für Kinder, die nichts essen wollen, ist ein Glas Milch immer noch besser als nichts. Mit ganz viel aufgequirltem Schaum, einem Löffel Chocomalt Crunchy und einem bunten Röhrli wird die Morgenmilch, kalt oder warm angerührt, zur täglichen Freude. Lilibiggs Chocomalt Crunchy, Beutel à 600 g, Fr. 5.90

und – wenn immer möglich – die Kids beim Vorbereiten, Tischdecken und Einkaufen miteinbeziehen», so Schlüchter. Zudem kann man ein Müesli mit Früchten verzieren, die Milch mit etwas Schoggipulver versüssen oder aus einem Apfel eine lustige Figur schnitzen. Untersuchungen zeigen ausserdem, dass Kinder die Aussage «iss, das ist gesund» nicht verstehen und nicht hören wollen. Darum das essen, was der Familie und den kleinen Helden Freude macht, gut schmeckt. Und das Wort «gesund» am besten vermeiden. Text: Sonja Leissing

Bringt es etwas, Kinder zum Frühstück zu zwingen? Bekanntlich erreicht man mit Zwang wenig bis gar nichts. Die Eltern sollten einfach als gutes Beispiel vorangehen. Bilder & Styling: Simone Vogel

Steffi Schlüchter (37), diplomierte Ernährungsberaterin bei der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung in Bern, bestätigt: «Ein Frühstück sollte grundsätzlich aus einem Vollkornprodukt, Milch sowie Joghurt oder Quark und frischem Obst bestehen. Honig, Konfitüre oder auch eine Schoggimilch sind in Massen erlaubt.» Doch was machen Eltern, wenn ihre Kinder Morgenmuffel sind und herumtrödeln, sodass am Schluss die Zeit fehlt, um sich gemeinsam an den Frühstückstisch zu setzen? «Wichtig ist, dass Eltern Vorbilder sind, ebenfalls frühstücken

Wie kann man Morgenmuffel dazu bringen, sich an den Frühstückstisch zu setzen? Gemeinsame Mahlzeiten stehen im Zentrum der Ernährungserziehung. Kinder lernen am besten durch Vorbilder. Die Eltern oder wenigstens die Mutter oder der Vater sollten sich genügend Zeit nehmen. Ein Zmorge mit der Familie ist der beste Weg, um Kindern die Bedeutung des Frühstücks bewusst zu machen. Wer nicht so viel essen mag, kann später eine Frucht, ein geschältes Rüebli oder ein Joghurt mit Früchten zu sich nehmen. Früchte und Vollkorncracker eignen sich auch sehr gut für die Pause im Kindergarten oder in der Schule.

Quelle: «Ernährung im Vorschulalter», Schweizerische Gesellschaft für Ernährung, 2010 Weitere Informationen zum Thema: www.sge-ssn.ch


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SCHAUFENSTER | FLEISCHCHIPS | 63

| MIGROS-MAGAZIN | NR. 36, 1. SEPTEMBER 2014 |

Glücklich am Ziel und noch voller Energie.

 Beef Chips (Rindfleisch), 80 g, Fr. 5.10  Chicken Chips, (Pouletfleisch), 72 g, Fr. 4.90

Snack für Wanderfreunde

Trockenfleisch spendet Eiweiss und damit Kraft und Energie. Die fettarmen Fleischhäppchen sind deshalb auch ein idealer Snack für Naturliebhaber, die sich gern und viel bewegen.

Bild: Getty Images

J Die M-Industrie stellt viele beliebte Migros-Produkte her. Dazu gehören auch die Fleischchips.

eder Wanderer liebt das Glücksgefühl der Zielankunft. Es muss ja nicht gleich ein Viertausender sein, manchmal reicht schon der nächstgelegene Hügel vor der Haustür, den man «erobert». Jedoch – ob Bergwanderung, Klettertour oder Familienausflug: Es braucht eine Stärkung unterwegs, eine Zwischenmahlzeit ist unerlässlich. Getrocknetes Fleisch eignet sich dafür optimal. Es hat als Grundnahrungsmittel

in kargen Regionen sowie auf hoher See eine jahrhundertealte Tradition, weil es ungekühlt lang haltbar ist. Vor allem aber trägt Trockenfleisch als Eiweisslieferant dazu bei, dass für körperliche Aktivitäten genügend Energie verfügbar ist.

Nach traditionellen Rezepten in der Schweiz hergestellt Der Fettanteil beim Trockenfleisch ist gering, er liegt je nach Sorte bei 1,5 bis

3,5 Prozent. Das Fleischchip-Sortiment der Migros offeriert jeweils in der Schweiz hergestellte Beef Chips vom Schweizer Rind sowie Chicken Chips vom Schweizer Poulet. Sie werden nach traditionellen Rezepten verarbeitet, sind nur mild gesalzen, luftgetrocknet oder geräuchert. Alle Produkte gibt es im Doppelpack, wobei die Zweikammerpackung leicht trennbar ist und somit in jeden Rucksack passt. AW


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Nicht inbegriffen: Annullierungskosten- und Reisezwischenfallversicherung CHF 39.– Reservationsgebühr CHF 15.– p. P. Einzelzimmerzuschlag Rundreise CHF 149.– (Nov.), 199.– (Sep.+Okt.), Verl. Wo. CHF 199.– (Nov.), 249.– (Sept.+Okt.)

1. Tag / Zürich – Antalya: Flug nach Antalya, wo Sie von der Reiseleitung empfangen werden. Transfer zum Hotel. 2. Tag / Antalya – Myra – Mugla: Herrliche Fahrt entlang der Türkischen Riviera. Dieser wilde Küstenabschnitt besteht aus dichten Pinienwäldern, verträumten Buchten, hübschen Dörfern und im Hintergrund erhebt sich das mächtige Taurusgebirge. Im antiken Myra sehen Sie die aus dem 4. Jh. v. Chr. stammenden Felsgräber und das römische Theater. Besuch der Nikolauskirche, wo der heilige Nikolaus begraben ist. 3. Tag / Mugla – Kusadasi: Am Vormittag laden wir Sie zu einer Schifffahrt zum Iztuzu Strand ein, denn nur über das Wasser ist diese traumhafte Bucht erreichbar. Geniessen Sie eine Badepause, bevor am Nachmittag die Reise mit dem Bus entlang der Küste nach Kusadasi weiterführt, wo Sie die nächsten zwei Nächte in einem Erstklasshotel verbringen. 4. Tag / Ephesus: Mit Ephesus besuchen Sie heute eine der grössten griechisch-römischen Ausgrabungsstätten der Welt. Nur wenige Orte gestatten einen so lebendigen Einblick in die Lebensweise der Antike wie Ephesus. Theater, luxuriöse Badeanlagen und eine Bibliothek zeugen vom Wohlstand, den die Siedlung 1000 Jahre lang genoss. 5. Tag / Kusadasi – Pamukkale: Sie verlassen die Küste und gelangen durch das fruchtbare Mäandertal nach Pamukkale in Hochanatolien. Die schneeweissen Kalksinterterrassen von Pamukkale sind von weit her sichtbar und durch das Herabfliessen des warmen Thermalwassers entstanden. Das bekannteste Naturwunder der Türkei und Weltkulturerbe der UNESCO begeistert. Übernachtung in einem Thermalhotel mit Möglichkeit für ein Bad im herrlichen Thermalwasser. 6. Tag / Pamukkale – Hierapolis – Antalya: Am Vormittag besuchen Sie Hierapolis. Diese antike, römische Stadt entstand vor über 2000 Jahren gleich neben den Thermalquellen, die schon

zu dieser Zeit viele Menschen anzogen. Am Nachmittag Fahrt durch die abwechslungsreiche Landschaft an die Küste. 7. Tag / Antalya & Karpuzkaldran Wasserfall: Heute besuchen Sie Antalya, eine der schönsten Städte der türkischen Riviera, mit ihrem malerischen Hafen, dem imposanten Festungstor sowie dem bunten Basar. Zeit für einen Einkaufsbummel und Besuch des wunderschönen Karpuzkaldran Wasserfalls. 8. Tag / Antalya – Zürich: Transfer zum Flughafen für Ihren Rückflug nach Zürich oder Transfer in Ihr Verlängerungshotel in Belek.

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www.crystalparaisobelek.com Grosszügig konzipiertes Erstklasshotel in der Ferienregion Belek. Zwischen Hotel und Strand befindet sich eine Süsswasser-Seenlandschaft, die als Nistplatz zahlreicher Vogelarten bekannt ist. Zum Strand ca. 500m, nach Belek ca. 9 km. 2 Lobbybars, Buffetrestaurant, Bars, Geschäfte, Wellness, Hallenbad, grosse Poollandschaft. Gratis: Liegen/ Badetücher am Pool, Tennisplätze und Fitness. 670 komfortable Zimmer mit Bad oder Dusche/WC, Klimaanlage, Fön, Minibar, Sat.-TV und Balkon oder Terrasse.

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SCHAUFENSTER | FREY | 65

| MIGROS-MAGAZIN | NR. 36, 1. SEPTEMBER 2014 |

Knusprige Liaison

Schoggistängeli sind bei Gross und Klein beliebt. Neu im Sortiment sind die Branches Cornflakes.

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b man es nun Schoggistängeli oder Branchli nennt: Der süsse Seelenaufheller ist eine typische Schweizer Schokoladenspezialität. Die neuen Branches Cornflakes von Frey vereinen Milchschoggi und Cornflakes. Sowohl die Schoggihülle als auch die Füllung aus Haselnusscreme ist mit knusprigen Cornflakes-Stückchen durchsetzt. Eine Kombination, die für einen echten Genussmoment sorgt.

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| MIGROS-MAGAZIN | NR. 36, 1. SEPTEMBER 2014 |

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Ruck, zuck sauber Bild: Yves Roth, Styling: Karin Aregger

Das neue Total Express für Kurzprogramme spart nicht nur Zeit, sondern auch Geld.

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ie meisten Kleider werden in einem normalen Alltag nicht wirklich schmutzig. Dennoch hat man das Bedürfnis, sie nach einem Tag zu wechseln und wieder aufzufrischen. Genau hierfür sind die Kurzwaschprogramme konzipiert, die nicht länger als 30 Minuten dauern und deshalb das Gewebe schonen. Die mechanische Beanspruchung bei einem Kurzpro-

gramm ist geringer als bei einem Normalprogramm und somit schonender für die Textilien.

Geringere Dosiermenge dank hoher Konzentration Alle drei Total-Express-Rezepturen haben eine spezielle Formulierung, bei der sich die waschaktiven Substanzen bereits nach kurzer Zeit und schon ab 15 °C entfalten. Da sie konzent-

riert sind, reicht eine geringere Dosiermenge aus. Total Express White verhindert den Grauschleier und lässt Weisses strahlen. Das Buntwaschmittel Color erhält die Leuchtkraft der Farben und schützt sie vor dem Ausbleichen. Total Express Black ist speziell für schwarze und dunkle Wäsche geeignet und erhält die Brillanz Ihrer dunklen Textilien. DH


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SCHAUFENSTER | ZOÉ | 69

| MIGROS-MAGAZIN | NR. 36, 1. SEPTEMBER 2014 |

Von Kopf bis Fuss: Zoé-Bodylotions nähren und pflegen die Haut am ganzen Körper.

Zoé All-in-1 Beauty Oil, 125 ml, Fr. 11.–

Zoé Sensitive Body Balsam, 250 ml, Fr. 11.50

Zoé Cream & Oil Body Milk, 250 ml, Fr. 11.50

Trockener Haut Gutes tun

Die Körperlotionen von Zoé sind speziell auf die unterschiedlichen Hautbedürfnisse abgestimmt.

Bild: Getty Images

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it zunehmendem Alter stellt die Haut höhere Pflegeansprüche. Genau darauf hat sich Zoé mit seinem Rundumpflegeprogramm spezialisiert, und das seit mehr als 30 Jahren. Wie alle Zoé-Produkte sind auch die Körperlotionen auf die spezifischen Hautbedürfnisse abgestimmt. Die hohe Qualität und Wirksamkeit basieren auf innovativen Wirkstoffen

und bewährten Rezepturen. Die BodyLinie bietet sieben Produkte, drei davon sind auf trockene und sensible Haut zugeschnitten. Sensitive Body Balsam ohne Parfüm, Farbstoffe und Konservierungsstoffe trägt das Allergikerlabel aha! und ist empfohlen durch Service Allergie Suisse. Es pflegt, beruhigt und schützt empfindliche, zu Irritationen neigende Haut.

Cream & Oil Body Milk mit 20 Prozent Ölanteil spendet bis zu 48 Stunden intensive Feuchtigkeit und reguliert den hauteigenen Feuchtigkeitshaushalt. All-in-1 Beauty Oil strafft und festigt die Haut und fördert ihre Elastizität und Spannkraft. Es beugt zudem Dehnungsstreifen vor und optimiert das Erscheinungsbild von Hautunregelmässigkeiten. JV


SCHAUFENSTER | FOOD 70 |

| NR. 36, 1. SEPTEMBER 2014 | MIGROS-MAGAZIN |

GUT & GÜNSTIG

Kürbis-Quiche Für eine Kuchenform von 26 bis 28 cm ∅ und circa Fr. 11.– ■ Ofen auf 175 °C vorheizen. Kuchenblech mit einem achteckig ausgewallten Kuchenteig auslegen. Überstehende Teigreste wegschneiden. Teig 5 Minuten vorbacken. Form aus dem Ofen nehmen. ■ Ca. 500 g Kürbis (z. B. Kleiner Knirps) in 2 cm grosse Würfel schneiden. 1 Zwiebel fein hacken. ■ 3 Tranchen Bratspeck in einer beschichteten Bratpfanne knusprig braten. Aus der Pfanne nehmen und beiseitestellen. Kürbis und Zwiebel im Bratfett ca. 8 Minuten dünsten. 1 Knoblauchzehe dazupressen und 1 Minute mitdünsten lassen. Mit geriebener Muskatnuss würzen. ■ 1,5 dl Milch, ½ TL Salz, etwas Pfeffer, 2 EL Mehl, ½ TL Backpulver und 5 Eier verquirlen. Guss mit dem Gemüse und dem Speck mischen. Auf dem Teigboden verteilen. 40–45 Minuten backen.

Kuchenteig, Kürbis und Zwiebeln ergeben eine währschafte Quiche.

Effektvolles Kauvergnügen Die neuen Kaugummis der Skai-Linie «The Bigger Gum» bieten aussergewöhnliche Geschmackserlebnisse. Bei allen Sorten ist das Dragée quadratisch und grösser als herkömmliche Kaugummis. Der knallig-blaue «Crunchy Mint» erzeugt den erfrischenden Crunch bereits beim ersten Biss. Skai The Bigger Gum Crunchy Mint, 31 g, Fr. 1.95 Erhältlich in ausgewählten Filialen in der Kassenzone 20-fach Cumulus-Punkte vom 2. bis 15. 9.

Eins, zwei, drei Pizzas Drei vollkommen neu belegte Pizzas sorgen für Abwechslung auf dem Speiseplan: Verdure Grigliate, Pomodorini e Ruccola und Salsiccia. Die Tiefkühlprodukte sind im Steinofen vorgebacken und schmecken wie frisch zubereitet. Praktisch: Dank ihrer länglichen Form haben gleich drei Pizzas im Backofen Platz. Deliziosa Pizza alla Pala Verdure Grigliate, 235 g, tiefgekühlt, Fr. 4.20 In grösseren Filialen

Couscous in fünf Minuten

Hilfe für die Blase

Mit Subito wird Kochen zur Minutensache, denn in nur fünf Minuten ist das Couscous essbereit. Es ist mit Tomaten und Peperoni verfeinert und eignet sich als Beilage zu Fisch, Fleisch oder Salat. Sein würziges Aroma mit einer orientalischen Note verdankt das Couscous einer speziellen Rezeptur mit Koriander, Kümmel, Piment, Kardamom, Kurkuma und Ingwer. Subito Couscous, 2 Beutel à 130 g, Fr. 3.10

Der Name Medisana kennzeichnet verschiedene Medizinprodukte von Actilife. Cranberry MED ist eines davon. Es verringert die Infektanfälligkeit der Blase und der Harnwege. Der in den Kapseln enthaltene Cranberry-Spezialextrakt wirkt zudem lindernd bei schmerzhaftem Harnbrennen und häufigem Wasserlassen. Actilife Medisana Cranberry MED, 30 Kapseln, Fr. 10.80

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SCHAUFENSTER | NONFOOD | 71

| MIGROS-MAGAZIN | NR. 36, 1. SEPTEMBER 2014 |

Gegen ewige Triefnasen Ein allergischer Schnupfen kann extrem lästig sein. Der antiallergische Nasenspray von Sanactiv lindert die Symptome mit dem natürlichen Wirkstoff Ectoin. Zusammen mit Meerwasser sorgt er für einen nachhaltigen Feuchtigkeitsaufbau der Schleimhäute. Je nach Bedarf gibt man mehrmals täglich ein bis zwei Sprühstösse in jedes Nasenloch. Der Spray enthält weder Konservierungsmittel noch Treibgase und ist auch für Kinder geeignet. Sanactiv Antiallergischer Nasenspray, 20 ml, Fr. 7.80

RAPPENSPALTE

Kindergärtner Lorenz Pauli (47) schreibt regelmässig Kinderbücher. Soeben ist «Da bist du ja!» erschienen. Wie verdienten Sie Ihr erstes Geld?

Ich holte beim Automaten Zigaretten für meinen älteren Bruder. Die Zigis kosteten 1.80 Franken, er zahlte mir 2.

Flexibler Halt für die Frisur

Hautpflege mit Verwöhneffekt

Ein Haarspray soll die Frisur den ganzen Tag in Form halten, ohne sie zu verkleben. Diesem Anspruch wird Perfect Flex dank der bewährten Drei-Wetter-Taft-Rezeptur gerecht. Seine Formel enthält flüssiges Elastin, das sich wie eine Spirale um die einzelne Haarfaser legt. So bleibt sie weich und flexibel und garantiert einen natürlichen Look. Taft Perfect Flex Hairspray, 250 ml, Fr. 4.50

Die pflegende Massagemilch «Sinnliche Verführung» von Kneipp lässt sich sanft einmassieren und zieht schnell ein, sodass kein lästiger Ölfilm zurückbleibt. Hochwertiger Feigenmilchextrakt und natürliches Arganöl tragen dazu bei, dass sich die Haut nach der Massage entspannt und geschmeidig anfühlt. Kneipp Massagemilch Sinnliche Verführung, 150 ml, Fr. 12.50 In grösseren Filialen

Was geben Sie auch für viel Geld nicht her?

Ich hänge an vielem – zu vielem. Aber an nichts absolut. Wofür geben Sie gern viel Geld aus?

Für die «Miete» von Einkaufswagen: Ich lasse den Franken oft stecken. So mache ich Freude. Welche waren Ihre teuersten Ferien?

Ein Ausflug in der Region: Wir verliebten uns in ein kleines Haus – und kauften es sofort. Was ausser Geld ist in Ihrem Portemonnaie?

Meine drei Lieblingsgedichte und der Organspenderausweis. Haben Sie einen Spartipp für unsere Leser?

Es wäre vermessen, jemandem, der weniger Geld oder mehr Bedürfnisse hat, Tipps zu geben. Wofür gäben Sie die letzten 100 Franken aus?

Für einen Apfelbaum.

Welche Sportart oder Kultursparte sollte mit mehr Geld unterstützt werden?

Für einen schönen Augenaufschlag Volle, ausdrucksstarke Wimpern – wer sie von Natur aus nicht hat, hilft nach mit der Mega-Lash-Mascara von Manhattan. Den gewünschten Effekt erzielt man mit der dreifach geschwungenen «Triple Plump»-Bürste, ohne dass die Wimpern verklumpen. Die neue Mascara ist auch für sensible Augen und Kontaktlinsenträgerinnen geeignet. Manhattan Mega Lash Mascara, 8 ml, Fr. 7.90 In grösseren Filialen

Der Hochsprung über die Mauern des eigenen Denkens. Was kann man für Geld nicht kaufen?

Lösungen. Die müssen im Kopf reifen. Mit wem gingen Sie gern auf Shoppingtour?

Mit meiner zweiten Hälfte. Beim Shopping bin ich immer nur halb bei der Sache. Interview: Lea Simeon


SAISONKÜCHE | STAHLBERGER 72 |

| NR. 36, 1. SEPTEMBER 2014 | MIGROS-MAGAZIN |

Nur kein Schickimicki-Food

So tiefgründig ihre Songs auch sein mögen: Geht es um das leibliche Wohl, bevorzugen Stahlberger

D

er Aufstieg zu den «Drü Weiheren» ist schon ein wenig beschwerlich. Bepackt mit zwölf Paar Würsten und Getränken, zwei Stahltöpfen, Mehl und Hefe für das Brot schleppen wir uns den schmalen, rutschigen Pfad hoch. Wie bequem es dagegen unsere fünf Begleiter haben: So leichtfüssig, wie Manuel Stahlberger und seine Kollegen von der gleichnamigen Mundartpop-Gruppe die Steigung meistern, scheinen sie doch tatsächlich das Bergwandern zu geniessen (was sie sonst nie tun gemäss Text zum Lied «Wanderwätter»). Oder ist es die Vorfreude auf Lagerfeuerbrot und Schüblig, die sie derart beflügelt? Endlich am lauschigen Grillplatz mit Blick über das St. Galler Rheintal angekommen, schwärmen sie gemeinsam mit «Saisonküche»-Koch Daniel Tinembart aus, um Holz fürs Lagerfeuer zu sammeln. Und – man staune – keiner kehrt ohne Brennbares zurück. So dauert es nicht mal eine Viertelstunde, bis die Flammen züngeln. «Ich bin froh, dass wir Würste bräteln und Brot backen und nicht so einen Schickimicki-Food kochen», bemerkt Manuel Stahlberger, während er gekonnt die Spiesse für die Schüblige zuspitzt. Und dass er währschaftes Essen allem anderen vorziehe: «Hackbraten oder Züri-Gschnätzlets sind für mich einfach unschlagbar.» So unschlagbar wie die Band, die zwar seinen Namen trage und fünf Mitglieder zähle, aber nur «als homogenes Ganzes» so erfolgreich sein könne.

Fünf Stahlbergers machen Mundartpop vom Feinsten Stahlberger – das sind Michael Gallusser, Dominik und Christian Kesseli, Marcel Gschwend sowie Manuel Stahlberger selbst. Letzteren kennt man schon eine Weile in der Schweiz und ahnt daher, was da wohl drin sein könnte, wo Stahlberger draufsteht: trendige Popmusik im Ostschweizer Outfit, lyrisch wie instrumental abwechslungsreich, eingängig und anspruchsvoll, volkstümlich und progressiv zugleich. Das künstlerische Produkt einer Band, die sich nicht als kommerzielle Zweckgemeinschaft versteht, sondern als Clique. «Sie und ich, wir zusammen sind Stahlberger.

Männer-Meeting am Lagerfeuer (von links): «Saisonküche»-Koch Daniel Tinembart, Marcel Gschwend, Christian Kesseli, Michael Gallusser, Dominik Kesseli und Manuel Stahlberger. Für das Lagerfeuerbrot braucht es Hefe, Mehl, Salz, Honig und Bier. Dazu passt ein grillierter St. Galler Schüblig mit Senf.


| MIGROS-MAGAZIN | NR. 36, 1. SEPTEMBER 2014

SAISONKÜCHE STAHLBERGER | 73

bodenständige Kost. Zum Beispiel Lagerfeuerbrot und Schüblig.

Mit ihrem aktuellen Album «Die Gschicht isch besser» haben Manuel Stahlberger und seine Bandkollegen den Sprung in die nationalen Charts geschafft.

AUFGETISCHT

Manuel Stahlberger, Musiker, Kabarettist und Comiczeichner Was Manuel Stahlberger bis heute schon alles auf die Beine gestellt hat, um seine Talente auszuleben, überblickt vermutlich nur er selbst. Schweizweit bekannt wurde der 1974 in St. Gallen geborene Kreativkünstler als Liedermacher, Kabarettist und Comiczeichner sowie als Songwriter und Sänger der Mundartpop-Gruppe Stahlberger. Unter anderem gründete er mit Moritz Wittensöldner das Duo Mölä & Stahli, das 2002 in der Sparte Kleinkunst und Comedy mit dem Prix Walo ausgezeichnet wurde. Von 1998 bis 2005 zeichnete Stahlberger für das Kulturmagazin «Saiten» den Comic «Herr Mäder». Ein Höhepunkt seiner Karriere war der Auftritt mit dem Klangtüftler Stefan Heuss am Arosa Humor Festival 2009.

Was haben Sie auf Vorrat? Winzerkäse, Oliven, Blévita, Gemüseaufstrich und Schnupftabak.  Wie oft kochen Sie pro Woche? Drei Mal. Ein mit dem Brotteig gefüllter Stahltopf wird in eine Form mit Kieselsteinen gestellt und anschliessend in der Glut deponiert. So geht das Brot schön auf.

 Kochen ist für Sie … … Vorläufer zum Essen. Und ich kann in Ruhe Radio hören. Bild: Adrian Elsener

Für den Teig mischt man das Mehl mit der Hefe, dem Wasser und dem Bier und knetet das Ganze kräftig durch.

 Was würden Sie nie essen? Alle Arten von Pilzen. Diese Konsistenz erinnert mich an schlüpfrige Schnecken.  Mit wem würden Sie gern mal essen gehen? Bob Dylan.


Alles Gute zum «In-fünf-Tagen-ist-wiederWochenende»-Tag. Jeder Tag ist ein guter Tag, um Frey zu schenken.

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| MIGROS-MAGAZIN | NR. 36, 1. SEPTEMBER 2014 |

SAISONKÜCHE | STAHLBERGER | 75

Nicht einfach nur der Solokünstler mit Band», sagt Manuel, das Fünftel. Es sind die kleinen, oft unscheinbaren Begebenheiten im Leben, die Stahlberger in ihren Songs in allen möglichen Stilrichtungen und selbstverständlich im St.Galler Dialekt vertonen. Auch auf dem Album «Die Gschicht isch besser», das Anfang April erschienen ist, bleiben sie dieser Linie treu und bringen 13 Lieder zu Gehör, von denen jedes für sich anders tönt und die doch eines gemeinsam haben: Ihre Geschichten sind eindeutig zweideutig.

Zehn Minuten über Vor- und Nachteile der Zahnseide referieren Auch wenn es die fünf Musiker mit dieser CD in die nationalen Charts geschafft haben, können sie von ihrem Bandprojekt (noch) nicht leben. Selbst Manuel Stahlberger nicht, der sein Geld unter anderem auch als Comiczeichner und Kabarettist verdient. Wer den 40-Jährigen schon einmal auf der Kleinkunstbühne erlebt hat, weiss: Dieser Mann schafft es, zehn Minuten und länger über die Vor- und Nachteile von Zahnseide inklusive Verpackung zu referieren. Einfach so zur Unterhaltung des Publikums völlig Belangloses darzustellen, als gäbe es nichts Wichtigeres im Universum. Im Moment, hier oben am Feuer über dem Rheintal, dreht sich in Stahlbergers Kosmos alles um das, was Daniel Tinembart gerade mit seinen Händen anstellt. Stumm und mit wachen Augen verfolgt er jeden Schritt, den es für die Zubereitung des Lagerfeuerbrots braucht und wie der «Saisonküche»-Koch die Teigmasse elegant in den Stahltopf drückt. Als der Topf samt Inhalt schliesslich in der Glut verstaut ist, bricht der stille Beobachter sein Schweigen und bemerkt entzückt: «Da kunt aber guet, ich liabe Überraschige, i de Chuchi und uf em Teller.» Gut möglich, dass eben die Idee für den nächsten Song geboren worden ist. Er handelt von der Genesis des Teigs, der als Lagerfeuerbrot verspeist werden will. Typisch Stahlberger, oder nicht? Text: Sonja Leissing Bilder: Daniel Ammann

Lagerfeuerbrot und Schüblig mit Senf ZUBEREITUNG ZUTATEN 1. Am Vortag Hefe mit Wasser verquirlen, bis sich die Hefe Für 2 Stahltöpfe mit Deckel à ca. 23 cm ∅ und ca. 20 cm ∅ aufgelöst hat. Beide Mehlsorten mit Hefeflüssigkeit, Bier, Honig und Salz vermengen. Teig mit einem Tuch abdecken und über Nacht im Kühlschrank aufgehen lassen. ¼ Hefewürfel oder ½ TL Trockenhefe 2. Am Zubereitungstag Brotteig nochmals kurz kneten. 2 dl Wasser Kleinen Topf mit reichlich Mehl ausstreuen. Brot auf das 250 g Weissmehl Mehl legen und mit Mehl bestäuben. Topf verschliessen. 250 g helles Urdinkelmehl Im grossen Topf den Boden mit kleinen Steinen auslegen. 1,5 dl helles Bier Kleinen Topf daraufstellen. Zwischenräume rundum mit 1 EL flüssiger Honig Steinen auskleiden. Deckel auf den grossen Topf setzen. 1,5 TL Salz Töpfe in die Glut stellen. Mehl zum Ausstreuen und Bestäuben 3. Brot ca. 45 Minuten backen. Nach 20 Minuten Brot 4 St. Galler Schüblige kontrollieren, damit es nicht zu dunkel wird. Brot aus 4 EL Senf dem Topf nehmen, abkühlen lassen. Schüblige über der Glut braten. Brot mit den Würsten und Senf servieren. TIPP Den Teig direkt am Feuer aufgehen lassen.

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IHRE REGION

| MIGROS-MAGAZIN | NR. 36, 1. SEPTEMBER 2014

MIGROS LUZERN | 77

LUZERN

Produkt der Woche

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Wie gut sprechen Sie Deutsch? Die Klubschule Migros Luzern bietet Deutschkurse für Anfängerinnen und Anfänger, die sich im deutschsprachigen Alltag schnell zurechtfinden wollen, sowie für Muttersprachige, die mit abwechslungsreichem Wortschatz und korrekter Grammatik einen bleibenden Eindruck hinterlassen möchten. Die Kurse finden in Luzern, Zug und Sursee statt. Mehr Infos auf www.klubschule.ch, Suchwort: Deutsch, Telefon: 041 418 66 66

Einblick in einen Schweizer Traditionssport: Über 120 Schwingklubs laden Mädchen und Knaben am 13. und 20. September zum nationalen SchwingerSchnuppertag ein.

Ab in die Schwinghosen

Der Eidgenössische Schwingerverband und der Eidgenössische FrauenSchwingverband machen sich mit der Migros für den Nachwuchs stark.

A

m 13. September findet mit Unterstützung der Migros der jährliche nationale Schwinger-Schnuppertag des Eidgenössischen Schwingerverbands (ESV) statt. In 114 Schwingklubs in der ganzen Schweiz kann Sägemehlluft geschnuppert werden. Ebenso engagiert sich die Migros zusammen mit dem Eidgenössischen Frauen-Schwingverband (EFSV) für den Schwinger-Schnuppertag für Mädchen, der am 20. September in

der Zentralschweiz in den Schwingklubs FSC Steinhuserberg in Wolhusen, Hergiswil NW und Goldau Kerns stattfindet. Im Rahmen des Nachhaltigkeitsprogramms Generation M hat die Migros versprochen, bis 2015 5000 Kindern den Einstieg in den Schwingsport zu ermöglichen, damit es auch in Zukunft Schwingerkönige und -königinnen gibt. Weiter unterstützt die Migros das Jung-

schwinger-Königscamp. Dieses fand Anfang August bereits zum zweiten Mal im Toggenburg mit Schwinggrössen wie Jörg Abderhalden oder Kilian Wenger statt. Text: Claudius Bachmann

Sponsoring by Infos zu den Schwinger-Schnuppertagen 2014: 13. September: www.esv/jugend.ch, 20. September: www.frauenschwingen.ch


IHRE REGION | MIGROS LUZERN 78 |

| NR. 36, 1. SEPTEMBER 2014 | MIGROS-MAGAZIN |

Ausschreibung Förderpreis Herbst 2014 Die Ausschreibung für die Vergabe des Zentralschweizer Förderpreises Herbst 2014 des Migros-Kulturprozents läuft bis zum 30. September. Gefragt sind aufwendige und aussergewöhnliche Projekte Zentralschweizer Kulturschaffender und Kulturinstitutionen. Die Projekte sollen die Zentralschweizer Kulturszene bereichern und das Potenzial haben, eine breite Bevölkerung anzusprechen. Bewerbungsdossiers müssen via Webformular eingereicht werden (siehe Fussnote unten rechts).

Gedichte in luftigen Höhen

Das Literatur-mobil-Projekt «Mit Poesie auf Berg- und Talfahrt» stammt von Niklaus Lenherr. Das MigrosKulturprozent gab mit seinem Förderpreis finanzielle Starthilfe.

S

chweizer Lyrik in Urner Bergbahnen: Fast zufällig stossen die Fahrgäste in über 70 Seilbahnkabinen im Kanton Uri auf Texte zeitgenössischer Schweizer Autorinnen und Autoren in allen Landessprachen. Die Gedichte und lyrischen Kurztexte sind auf hochwertige transparente Folien von aussen auf die Kabinenfenster aufgezogen. Über 80 Poetinnen und Poeten stellen ihre Werke zur Verfügung, darunter bekannte Namen wie Peter Bichsel, Lisa Elsässer, Franz Hohler, Max Huwyler, Pedro Lenz, Arno Camenisch oder Blanca Imboden. «Die Auszeichnung mit dem Förderpreis des Migros-Kulturprozents im Herbst 2013 war die notwendige Initialzündung für das Projekt. Ohne die finanzielle Anschubhilfe wäre es schwierig geworden, eine so ausserge-

wöhnliche Idee umzusetzen», sagt Niklaus Lenherr, Initiant dieses Projekts namens Literatur mobil. In enger Kooperation mit dem Verband Urner Seilbahnen und der Uri Tourismus AG sind nun den ganzen Sommer hindurch bis in den Herbst 2015 Gedichte und Texte in den Urner Seilbahnen präsent. So wird die Seilbahnfahrt nicht nur zum Panoramaerlebnis, sondern sie schafft auch einen Berührungspunkt zur aktuellen Schweizer Poesie. Text: Antonia Reinhard

Mehr Infos auf www.literatur-mobil.ch

Infos zum Förderpreis und Link zum Webformular auf: www.migrosluzern.ch


IHRE REGION | MIGROS LUZERN | 79

| MIGROS-MAGAZIN | NR. 36, 1. SEPTEMBER 2014 |

Ein Highlight der letztjährigen Saison: Das Musical «Kiss me Kate» von Cole Porter.

Das Migros-Kulturprozent ermöglicht Genossenschafterinnen und Genossenschaftern der Migros Luzern ein vergünstigtes Theaterabonnement für acht ausgewählte Vorstellungen im Luzerner Theater.

A Bilder: Niklaus Lenherr, Ingo Höhn, Theater Luzern

Das Gedicht «Nach dem Regen» von Franziska Greising aus Luzern ist nur einer von vielen Texten von Schweizer Autorinnen und Autoren, die in über 70 Urner Seilbahnkabinen zu lesen sind.

So ein Theater! ls einziges professionelles Dreispartenhaus der Zentralschweiz bietet das Luzerner Theater auch in der Spielzeit 2014/15 ein abwechslungsreiches Programm. Genossenschafterinnen und Genossenschafter der Migros Luzern profitieren dank des Migros-Kulturprozents von günstigen Konditionen: Mit dem Migros-Theaterabonnement ermöglicht es eine Reduktion von rund 40 Prozent gegenüber den regulären Einzelpreisen. Das Abonnement umfasst acht Aufführungen in den Spar-

ten Oper, Tanz, Tragödie, Komödie, Drama und Operette. Mit dabei sind Klassiker wie Franz Lehars «Die lustige Witwe» oder Sophokles’ «Antigone». Text: Marisa Michlig

Abonnements können per E-Mail bestellt werden: migros-kulturprozent@ migrosluzern.ch oder telefonisch unter 041 455 73 58 (jeweils Montag bis Mittwoch morgens). Infos zu den Aufführungen auf www.luzernertheater.ch

Was ist inklusive? Im Abonnement enthaltene Vorstellungen: 14.11.2014: Franz Lehar – «Die lustige Witwe» 27.11.2014: Tom Waits/William S. Burroughs/ Robert Wilson – «The Black Rider» 14.12.2014: Musik von Christoph Willibald Gluck – «Tanz 16: Don Juan» 6.1.2015: Sophokles – «Antigone» 6.2.2015: Eugène Labiche – «Die Affäre Rue de Lourcine» 29.3.2015: Peter Weiss – «Die Verfolgung und Ermordung Jean Paul Marats» 28.4.2015: Giacomo Puccini – «La Bohème» 16.5.2015: Richard Strauss – «Ariadne auf Naxos» Infos zum Migros-Theaterabonnement: www.migrosluzern.ch, Rubrik Migros-Kulturprozent

Adressänderungen: nur noch der Post melden. Die Zeitung wird dann automatisch an die neue Adresse geliefert. Abonnentenservice: MIGROS LUZERN, 6031 Ebikon, Tel. 041 455 70 38, E-Mail: genossenschaftsregister@migrosluzern.ch


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LEBEN

| MIGROS-MAGAZIN | NR. 36, 1. SEPTEMBER 2014

MIX | 83

GEFÄLLT MIR

«Bei ‹Angels› habe ich laut mitgesungen» Gabriela Grüter (44), Leiterin Marketingbereich Molkereiprodukte/Eier, Leiterin Marketing Dienste, Genossenschaft Migros Aare, Schönbühl BE

Geburtenkontrolle mit Implantat: Stefan Hoby pflanzt Weisskopfsaki Estrella (7) ein Hormonstäbchen ein.

Wenn Verhütung angesagt ist

Weisskopfsaki Estrella hat ein Baby geboren. Jetzt muss der Zoodoktor die Fortpflanzung unterbrechen.

«

Bilder: Zoo Basel

Zolli-Tierarzt Stefan Hoby (38) berichtet regelmässig aus dem Zoo Basel.

Wir staunten nicht schlecht, als Weisskopfsaki Estrella, ihrerseits Tochter des erfolgreichen Basler Zuchtpaars, ein putzmunteres Baby zur Welt brachte. Weisskopfsakis gehören zu den Neuweltaffen und leben in den tieferen Baumetagen des Amazonas in kleinen Familiengruppen. Üblicherweise pflanzt sich nur das Elternpaar fort. Sofort informierte unser Kurator den für das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) zuständigen Kollegen über Amors ungewöhnliches Wirken. Die Empfehlung lautete, Estrella von der weiteren Zucht auszuschliessen, solange sie in unserer achtköpfigen Weisskopfsaki-Gruppe lebt. Deshalb ist es heute meine Aufgabe, Estrella ein kleines Implantat in Form eines Hormonstäbchens unter die Haut zu setzen. Damit steigt der Sexualzyklus vorübergehend aus. Falls wir für Estrella einen Platz in einem anderen Zoo finden, kann das Implantat wieder entfernt oder die nachlassende Wirkung abgewartet

werden, sodass einem späteren Kindersegen nichts im Wege steht. Ich nutze die Gelegenheit, um Estrella von Kopf bis Zehennagel zu untersuchen. Zur Stressminimierung gebe ich ihr nach dem Fang im Netz eine Beruhigungsspritze, anschliessend betäuben wir sie kurzzeitig mit Narkosegas. Estrella ist gut zwäg. Vor dem Aufwecken mit dem Gegenmittel fertige ich Röntgenbilder an und entnehme eine Blutprobe. Diese können uns in Zukunft sowohl als Basisdaten für diese seltene Tierart als auch für spätere wissenschaftliche Fragestellungen von Nutzen sein. Die Anwendung von Verhütungsmitteln geschieht im Zoo Basel stets mit grosser Zurückhaltung. Denn die Fortpflanzung mit Partnersuche, Paarung, Trächtigkeit und der Jungenaufzucht ist ein wichtiger Bestandteil tierischen Verhaltens. Für jeden Einzelfall wägen wir deshalb das ganze Spektrum bestandesregulierender Massnahmen sorgfältig ab.

»

 Welcher Radiosender ist Ihr Favorit? Ab Zürich Radio 24 bis in den Aargau nach Kölliken (dann ist Sendepause) und ab dort bis Bern SRF 3.  Welches Musikstück holt Sie aus der Krise? «Dancing Queen» von Abba, da kommt gleich wieder positive Stimmung auf und lädt ein zum Tanzen und Singen.  Der Song meines Lebens ist … … «Angels» von Robbie Williams, ich war am Konzert im Stade de Suisse und habe laut mitgesungen.  Mein Lieblingsbuch heisst … … «Der Alchimist» von Paulo Coelho.  Welcher Film rührt Sie zu Tränen? Mein Lieblingsfilm ist «Out of Africa» mit Meryl Streep und Robert Redford. Ich habe ihn sicher schon 20 Mal gesehen und kann ihn immer wieder anschauen und weinen.  Meine Lieblingsserie am Fernsehen ist … … «CSI Miami». Ideal zum Abschalten.  Meine Lieblings-App ist … … WhatsApp; ideal, um täglich mit Freunden zu kommunizieren. Tipp: Wetterböcke ist auch ganz lustig!  Wenn ich 15 Minuten nur für mich habe … … mache ich Yoga oder trinke einen feinen Latte macchiato.  Welches ist Ihre Lieblingswebsite? Search.ch «Wetter», so weiss ich, ob ich am Feierabend in- oder outdoor Sport mache oder shoppen gehe.

Aufgezeichnet von: Daniel Schifferle


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Familie und Job unter einem

Teilzeitarbeit, Home Office, Firmenkrippen – mit dem Label «familienfreundlich» schmücken sich Aber nicht alle verdienen es, sagt Daniel Huber von der Fachstelle UND. Das Migros-Magazin stellt denen das anders ist. Dafür wurden sie von ihrem Kanton sogar ausgezeichnet.

Am Arbeitsplatz der Mutter gern gesehen: Jo-Ann Coronel beim Mittagessen mit ihrer Tochter Natascha im Gemeindealtersheim Chräg in Urnäsch AR.


LEBEN | FAMILIE

| MIGROS-MAGAZIN | NR. 36, 1. SEPTEMBER 2014 |

Hut

Unternehmen heute gern. vier Arbeitgeber vor, bei

«Mein Arbeitgeber änderte die Einsatzpläne.» Jo-Ann Coronel (44) ist Leiterin Pflege und Betreuung im Gemeindealtersheim Chräg, Urnäsch AR. Branche: Pflege Mitarbeiter: 32 Ausgezeichnet: Vom Kanton Appenzell Ausserrhoden mit dem PlusPlusAR Preis für familienfreundliche Unternehmens­ führung. Das macht die Firma: Familienpolitik auf kleinem Dienstweg: In Absprache mit den Kollegen werden die Dienstpläne an die fami­ liären Bedürfnisse angepasst. Junge Mütter müssen, wenn gewünscht, nicht in den Nacht­ dienst. Auch Väter haben die Möglichkeit, zur Geburt eines Kindes mehrwöchige Babyferien zu nehmen. Jo-Ann Coronel: «Als ich im Februar 2010 im Gemeindealtersheim Chräg angefangen habe, hat mir mein Chef zugestanden, erst um 8 Uhr anstatt um 7 Uhr mit dem Dienst zu beginnen. Damals war meine Tochter noch zu jung, um sich allein für die Schule fertig zu machen. Dafür wurden extra die Arbeitspläne geändert. Nach der Schule ist sie oft ins Pflegeheim gekommen, hat hier gegessen und Haus­ aufgaben gemacht. Das hat niemanden gestört. Heute ist Natascha zehn Jahre alt und kann nachmittags von der Schule direkt nach Hause gehen und auf mich warten. Aber in den Schulferien ist sie mittags immer noch oft hier. Für unsere Familie ist das eine grosse Erleich­ terung.»

Einen Tag unter der Woche ganz für die Kinder Theo, Emma und Vincent (von links) da sein: Michael Pfäffli hat sein Pensum in einer Führungsposition auf 80 Prozent reduziert.

«Der Chef hat mir meine Bedenken genommen.» Michael Pfäffli (38) aus Winterthur ist Head of Market Research & Quality of Service bei der AXA Winterthur. Branche: Versicherungen Mitarbeiter: über 4000 schweizweit Ausgezeichnet: Vom Kanton Zürich mit dem Prix BalanceZH für eine besonders gute Vereinbarkeit von Berufs­ und Privatleben. Das macht die Firma: Von Teilzeit über Tele­ arbeit bis Jobsharing sind zahlreiche flexible Arbeits(zeit)modelle möglich. So arbeiten von den über 4000 Mitarbeitenden 44 Prozent der Frauen sowie 15 Prozent der Männer Teilzeit. 250 Mitarbeitende nutzen das Angebot, regel­ mässig von zu Hause aus zu arbeiten, Tendenz steigend. Michael Pfäffli: «Als meine Frau vor fünf Jah­ ren schwanger wurde, entschieden wir, dass ich auf 80 Prozent reduziere und sie nach ihrer Babypause wieder 80 Prozent arbeitet. Beden­ ken, diese Entscheidung könnte mir in der Firma als mangelndes Engagement ausgelegt werden, hatte ich wohl. Aber die hat mir mein Chef schnell genommen. Mittlerweile bin ich Mitglied des Senior Managements – und arbeite immer noch 80 Prozent. Vor zwei Jah­ ren kamen unsere Zwillinge zur Welt. Montags schaue ich zu unseren drei Kindern, dienstags meine Frau, drei weitere Tage sind sie in der Krippe. Zugegeben: Das Modell ist streng, alle Termine müssen genau geplant werden. Aber wir sind glücklich, weil wir es beide so wollen: Karriere und Familie gleichermassen.»


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«Von Anfang an war klar: Ich will auf keinen Fall nur Hausfrau sein.» Anja Schlegel (33), Diplom Kartografin, arbeitet bei Geoinfo in Herisau AR. Branche: IT-Services, Ingenieurwesen Mitarbeiter: 110 an vier Standorten Ausgezeichnet: Vom Kanton Appenzell Ausserrhoden mit dem PlusPlusAR-Preis für familienfreundliche Unternehmensführung. Das macht die Firma: Teilzeitarbeit in allen Bereichen und Hierarchiestufen, flexible Jahresarbeitszeiten und Elternurlaub für alle:

Neben dem verlängerten Mutterschaftsurlaub von 16 Wochen gibts für frischgebackene Väter zehn Tage Vaterschaftsurlaub. Je nach Aufgabenbereich sollen auch Telearbeitsplätze die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erhöhen. «Eine Teilzeitstelle anzubieten bringt uns im Verhältnis nicht viel Mehrkosten, einen hochqualifizierten Mitarbeitenden zu verlieren, weil seine Work-Life-Balance nicht stimmt, schon», betont Martin Frischknecht, Leiter Dienste und Geschäftsleitungsmitglied bei Geoinfo.

Anja Schlegel: «Als ich mit meiner Tochter schwanger war, wusste ich, dass ich auf keinen Fall nur Hausfrau sein möchte. Mit meinem Arbeitgeber habe ich vereinbart, dass ich nach sechseinhalb Monaten Elternzeit zu 60 Prozent wiederkomme. Das klappt prima. Vier Tage pro Woche bin ich im Büro, komme etwas später und gehe ein bisschen früher als die Kollegen, die Vollzeit arbeiten. Auf dem beruflichen Abstellgleis fühle ich mich durch die Teilzeitarbeit nicht. Da ich an vier Tagen präsent bin, konnte ich meine interessanten Aufgaben behalten.»

Dank seines 50-ProzentPensums können sich Michael Seger und Partnerin Angelika Feller gleichermassen um ihren Sohn Matti kümmern.

Interessante Aufgaben behalten: Trotz Reduktion auf 60 Prozent macht Kartografin Anja Schlegel ihren bisherigen Job.


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Gütesiegel für familienfreundliche Unternehmen Die Fachstelle UND berät unter anderem Firmen in der Umsetzung von Massnahmen, die ihren Mitarbeitenden die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern sollen. An besonders familienfreundliche Unternehmen verleiht UND das Gütesiegel «Familie UND Beruf».

«Die Balance zwischen Familie und Beruf tut auch meiner Arbeit gut.» Michael Seger (40) aus Zürich arbeitet bei der Transa Backpacking in Zürich. Branche: Outdoor-Bekleidung Mitarbeiter: 245 schweizweit Ausgezeichnet: Vom Kanton Zürich mit dem Prix BalanceZH für eine besonders gute Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben. Das macht die Firma: Was sich in anderen Unternehmen gerade entwickelt, gehört bei Transa seit der Firmengründung zur Unternehmenskultur: Bei dem Outdoor-Unterneh-

mer arbeiten über zwei Drittel der insgesamt 250 Mitarbeiter, Frauen wie Männer, Teilzeit, durchschnittlich in einem 70-Prozent-Pensum. Flexible Arbeitszeiten sowie längere (unbezahlte) Ferienabwesenheiten sind nicht nur möglich, sondern vom Unternehmen ausdrücklich erwünscht. «Transa steht für Freizeit und Ferien, für den Ausgleich», sagt Geschäftsführer Daniel Humbel. «Wir verkaufen die Botschaft, dass die Arbeit nicht das Zentrum des Lebens darstellt, deshalb müssen wir dieser Überzeugung auch im Unternehmen nachleben.»

Michael Seger: «Ich arbeite in einem 50-Prozent-Pensum als Verkaufsberater in einer Zürcher Transa-Filiale. So können meine Partnerin und ich uns gleichermassen um unseren einjährigen Buben kümmern. Natürlich verdiene ich weniger als in einer Vollzeitanstellung, aber Zeit mit meinem Sohn verbringen zu können, ist mir wichtiger als ein hohes Gehalt. Diese ausgewogene Balance zwischen Beruf und Privatleben tut auch meiner Arbeit gut. Ich freue mich jedes Mal auf meine Aufgaben im Verkauf und bin voll bei der Sache.» Texte: Evelin Hartmann, Bilder: Vera Hartmann

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| MIGROS-MAGAZIN | NR. 36, 1. SEPTEMBER 2014 |

DAS SAGT DER EXPERTE

«Arbeitgeber müssen auf neue Lebensmodelle reagieren» Die Vielfalt an Familienmodellen nimmt weiter zu, Firmen müssten sich der Herausforderung stellen, sagt Daniel Huber. Daniel Huber, «familienfreundlich» ist ein La­ bel, mit dem sich immer mehr Firmen schmü­ cken. Ist das nur ein Trick im Kampf um gute Arbeitskräfte oder gelebtes Credo?

Wie sieht das ideale Unternehmen der Zu­ kunft aus, und was müssen Firmen noch tun, um diesen Idealzustand zu erreichen?

Teils, teils. Ich kenne einige Firmen, die viele familienfreundliche Massnahmen umgesetzt haben, aber (zu) wenig dar­ über reden. Und andere, die sagen: «Seht her, bei uns arbeiten viele Frauen, also sind wir familienfreundlich.» Doch das sagt wenig. Was wäre aussagekräftiger?

Werden Mitarbeitende mit Betreuungs­ pflichten – Kinder oder Angehörige – unterstützt? Gibt es flexible Arbeitszeit­ modelle? Wie ist das Thema in den Leitlinien des Unternehmens verankert? Werden Teilzeitkräfte gleichermassen wie Vollzeitbeschäftigte gefördert, etwa durch Fortbildungen? Es gibt sie also, die positiven Beispiele. War­ um machen sie so wenig Schule?

Die Fachstelle UND ist seit 20 Jahren in diesem Bereich tätig, seither hat sich einiges getan. Die entscheidende Frage ist, ob die Geschäftsleitung eines Unter­ nehmens von der Notwendigkeit einer familienfreundlichen Firmenpolitik überzeugt ist. Dann werden entspre­ chende Massnahmen auch umgesetzt. Wenn nicht, passiert meist wenig.

Daniel Huber (50) ist Geschäftsführer der Fachstelle UND – Familien- und Erwerbsarbeit für Männer und Frauen. Dabei haben Firmen doch grundsätzlich einen wirtschaftlichen Nutzen von einer familien­ freundlichen Firmenpolitik.

Auf jeden Fall. Der finanzielle Schaden kann gross sein, wenn eingearbeitete, hochqualifizierte Kräfte kündigen, weil sie Familie und Beruf nicht unter einen Hut bringen können. Wie viele Kadermitglieder arbeiten in der Schweiz in Teilzeit?

Wenige. Im Durchschnitt sechs bis acht Prozent. Meist sind es 80 bis 90 Pro­ zentstellen. Einen Teilzeitjob oder ein Jobsharing mit 50 bis 60 Prozent hat kaum eine Führungskraft.

Arbeitgeber müssen künftig mit einer noch grösseren Vielfalt an Familienmo­ dellen rechnen. Um die besten Mitarbei­ terinnen und Mitarbeiter zu bekommen und mit ihnen die bestmöglichen Ergeb­ nisse zu erzielen, müssen sie reagieren. Zum Beispiel mit einer attraktiven Bandbreite flexibler Arbeits(zeit)model­ le. Und auch in Unternehmensbereichen wie Personalentwicklung oder Lohn­ politik muss es vorwärtsgehen. Nur wenn sich Männer und Frauen beruflich entwickeln können und gleichen Lohn für gleiche Arbeit erhalten, haben Fami­ lien eine echte Wahlfreiheit, wie sie Be­ rufs­ und Familienzeit untereinander aufteilen. Was müsste die Politik tun, damit sich man­ che Arbeitgeber schneller in Richtung fami­ lienfreundliches Unternehmen «bewegen»? Gesetzliche Vorgaben schaffen?

Grundsätzlich ist es sicher gut, wenn Massnahmen beziehungsweise Ände­ rungen auf freiwilliger Basis eingeführt werden. Passiert jedoch über längere Zeit nichts, können unterstützende Rahmenbedingungen oder klare Vor­ gaben von aussen notwendige Prozesse beschleunigen.

MEHR ZEIT FÜR DIE FAMILIE

Viel Elternurlaub bei der Migros Die Migros setzt sich für die Vereinbar­ keit von Berufs­ und Familienleben ein. Bisher schon garantierte sie ihren Mit­ arbeiterinnen 16 Wochen zu 100 Prozent bezahlten Mutterschaftsurlaub. Ab 2015 wird dieser Urlaub auf 18 Wochen bei vollem Lohn ausgebaut. Im Gesetz verankert sind lediglich 14 Wochen bei 80 Prozent Lohn. Zudem bietet die Migros ihren Mitar­ beitern zurzeit zwei Wochen bezahlten und zusätzlich auf Wunsch zwei weitere Wochen unbezahlten Vaterschafts­ urlaub. Ab 2015 verlängert sich dieser Urlaub auf insgesamt fünf Wochen – drei davon bezahlt und zwei unbezahlt.

Vätern und Müttern gewährt die Migros bei der Erkrankung eines Kindes zudem je nach Situation bis zu drei Tage Pflegeurlaub bei vollem Lohn. Speziell in ihren Supermärkten bietet die Migros viele Teilzeitstellen an. Rund zwei Drittel aller Mitarbeitenden im genossenschaftlichen Detailhandel sind Frauen, die oftmals dank eines Teil­ zeitpensums Arbeits­ und Familien­ leben besser miteinander vereinbaren können. Die Migros unterstützt Fami­ lien, indem sie die staatlichen Kinder­ zulagen durch zusätzliche Zahlungen ergänzt. Die Höhe dieser Zahlungen schwankt je nach Migros­Genossen­

schaft. Zahlreiche Migros­Unter­ nehmen bieten Familien­ und Sozial­ beratung an. Wo es die Arbeitssituation zulässt, ermöglichen Migros­Betriebe auch Home­Office­Tage. Die Migros leistet zudem einen Bei­ trag zur Gleichberechtigung verschie­ dener Familienformen. Das ist im neuen Migros­Landes­Gesamtarbeitsvertrag verankert, der 2015 in Kraft tritt. Darin werden neu Stief­ und Pflegeeltern den leiblichen Eltern, eingetragene gleich­ geschlechtliche Partnerschaften und Konkubinate den Ehepartnern gleichge­ stellt. Zudem sollen leibliche und adop­ tierte Kinder gleich behandelt werden.


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LEBEN | GARTEN

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BLICK ÜBER DEN GARTENZAUN

Nach dem Sonnenbrand ist vor der Frosttrocknis Haben Ihre fussballbegeisterten Kinder dem Rasen den Rest gegeben? Der Frühherbst ist ideal, um nachzusäen oder eine neue Rasenfläche anzulegen. Für vermooste Flächen empfiehlt sich der Vertikutierer. Überlaufende Kompostbehälter? Legen Sie mit dem anfallenden Rasen- und Baumschnitt doch ein Hochoder Hügelbeet an. Laufend Unkräuter vor der Samenreife sowie Schneckeneier entfernen – der Return on Investment erfolgt spätestens im Frühling! Im Ziergarten Düngung einstellen, da sonst die Frosthärte reduziert wird. Leer werdende Beete und Rabatte gründüngen.

Bäume und Sträucher Was jetzt noch an Gehölzen (Ballen wie Container) in den Boden kommt, hat ge-

nügend Zeit, um sich winter- respektive frostfit zu machen. Wer seine Hecken noch nicht geschnitten hat, kann das nachholen: Die Sonnenbrandgefahr ist definitiv vorbei und Frosttrocknis noch kein Thema. Auch der Buchs darf jetzt noch einmal (mässig) gestutzt werden, damit er in Form bleibt.

Blumen Im Blumenbeet verlängern Winterastern, Heidegewächse, Chrysanthemen und Purpurglöckchen die Blühsaison. Wer vorausdenkt, steckt frühjahrsblühende Zwiebelblumen wie Tulpen, Hyazinthen oder auch Krokusse – momentan ist die Auswahl in den Gartencentern besonders gross. Und wer jetzt Clematis pflanzt, kann sich nächstes Jahr bereits über die ausdrucksstarken Blüten freuen. Aber Achtung: Die Wald-

rebe liebt einen kühlen Fuss bei sonnigem Kopf. Bei Grossstauden wie Rittersporn, Aster, Phlox oder Dahlie empfiehlt sich, eine Stütze anzubringen: Sie verhindert ein Abknicken. Pfingstrosen gibt es nun in wurzelnacktem Zustand zu kaufen. Es empfieht sich, das alte Laub im Abfall zu entsorgen, um einem Pilzbefall im Frühling vorzubeugen.

Obst und Gemüse Haben Sie einen Apfel- oder Zwetschgenbaum gepflanzt? Um die Verbreitung von Krankheiten und Schädlingen zu verhindern, das Fallobst fleissig aufsammeln. Speisezwiebeln sind reif, wenn das Kraut vergilbt und sich von selber umlegt. Flach ausgebreitet, trocknen sie an einem luftigen Ort nach. Noch können winterharte Gemüsesorten ausgesät werden, die schnell erntereif

sind: Radieschen, Schnitt- und Nüsslisalat, Spinat, Winterpostelein. Gepflanzt werden Wintersalate, Zuckerhut, Chinakohl und Lauch. Knoblauch stecken! Kräuter sind nun besonders reich an Würzkraft und Heilstoffen, getrocknet werden sie in licht- und luftdichten Gefässen gelagert. Die abgeernteten Ruten der Herbsthimbeeren bodennah zurückschneiden. Text: Almut Berger

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Bilder: Fotolia, Istockphoto

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LEBEN | IN FORM 92 |

| NR. 36, 1. SEPTEMBER 2014 | MIGROS-MAGAZIN |

Wenns pressiert

Harnwegsinfekte sind schmerzhaft, lästig und eigentlich vermeidbar. Trotzdem erwischt es die Hälfte aller Frauen immer wieder.

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s kommt ganz plötzlich. Dringend, sehr dringend, muss das WC auf­ gesucht werden. Mit einem Gefühl grosser Erleichterung wird die Blase entleert. Es brennt währenddessen, hef­ tig sogar. Und kaum hat Frau das stille Örtchen verlassen, verspürt sie das Be­ dürfnis, sofort wieder dorthin zurück­ zukehren. Sie muss schon wieder, aber es kommt nur wenig, der Schmerz ist höllisch, der Unterleib verkrampft. Eine Vielzahl von Frauen, laut Statis­ tik sind es 50 bis 70 Prozent, gerät ein Mal im Leben in eine Situation wie diese. Die Diagnose: Cystitis. So nennt es der Fachmann, als Harnwegsinfekt oder Blasenentzündung bezeichnet es die Allgemeinheit. Das Gewebe, das Harn­ wege und Blase auskleidet, ist entzündet und schmerzt. Bis zu drei Mal im Jahr «darf» eine ansonsten gesunde Frau einen solchen Infekt haben. Wer unter den beschriebe­ nen Symptomen leidet, sollte zum Arzt. «In der Schweiz haben 1200 von 100 000 Frauen jährlich eine symptomatische Blasenentzündung und sind weit häu­ figer davon betroffen als Männer, bei ihnen sind es nur 30 von 100 000», er­ fährt man von Marko Kozomara­Hocke, Urologe am Unispital Zürich.

Unterschiedliche Ursachen je nach Geschlecht Dafür gibt es einleuchtende anato­ mische Gründe: Bei Frauen ist die Harn­ röhre und damit der Weg zur Blase kürzer als bei Männern, und sie liegt dicht neben Scheide und Darmausgang. Bakterien aus diesen Regionen gelangen leichter in die Harnblase. Zu 80 Prozent sind E.­coli­Bakterien (Darmbakterien)

Ist die Entzündung akut, will jeder Geplagte sofort Hilfe, egal, wie.

die Erreger, zu 10 bis 15 Prozent Strepto­ kokken (Hautbakterien). Der Urologe erklärt es genauer: «Bei Frauen bis zum 40. Lebensjahr sind statistisch gesehen der Geschlechtsverkehr, der Gebrauch von Spermiziden und Diaphragmen die häufigste Ursache für eine Blasenent­ zündung. Bei Frauen ab dem 40. Lebens­ jahr beziehungsweise in der Menopause verändert sich der Hormonhaushalt, das heisst, die schützende Schleimhaut im Genitalbereich baut sich ab und die zunehmende Urininkontinenz be­ günstigt eine Entzündung.» Bei Männern gibt es andere Risikofak­ toren: Hier kommt es vor allem in der Gruppe der Über­65­Jährigen wegen zunehmender Prostatabeschwerden zu Restharnbildung und dadurch zu Bla­ senentzündungen. Bei jüngeren Männer sind sie sehr selten.

Antibiotika sind meist unumgänglich Die Behandlung ist in der Regel bei Män­ nern und Frauen gleich: eine Antibioti­ kumtherapie während drei oder fünf Tagen. Wenn bei Männern zusätzlich eine Nebenhoden­ oder Prostata­ entzündung vorliegt, kann die Therapie auch länger dauern. Im Übrigen ist im höheren Alter die Häufigkeit für Blasen­ entzündungen bei Männern und Frauen annähernd gleich. Ist die Entzündung akut, möchte der Geplagte so schnell wie möglich Hilfe, egal, wie. «Grundsätzlich kann man bei einer gewöhnlichen Blasenentzündung blind eine Antibiotikumtherapie durch­ führen», beruhigt Kozomara­Hocke. «Man gibt jenes Antibiotikum, das bei den häufigsten Bakterien wirksam sein


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Bild: Sarah Illenberger

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Preiselbeersaft verhindert, dass sich Bakterien in den Schleimhäuten des Genitalbereichs ansiedeln.


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dürfte. Wenn die Beschwerden nicht verschwinden, sollte ein Arzt eine Urinkultur durchführen, wo geprüft wird, ob noch Bakterien vorhanden sind und auf welches Antibiotikum sie ansprechen.» Dennoch sieht Urologe Kozomara-Hocke den Einsatz von Antibiotika kritisch. «Der häufige und teils unüberlegte oder zu kurze Gebrauch von Antibiotika kann unter anderem zu Resistenzen führen», gibt er zu bedenken. «Das sieht man oft bei ungenügender oder unspezifischer Behandlung der Blasenentzündungen.» Eine Möglichkeit der Therapie der akuten Schmerzen, die mit einem unkomplizierten Harnwegsinfekt einhergehen, ist, diese mit einem Schmerzmittel zu lindern, abzuwarten und auf das Immunsystem zu vertrauen, dass

LEBEN | IN FORM | 95 Schon als sie ein erstes schwaches Brennen beim Wasserlassen spürte und sich schlapp fühlte, erhöhte sie ihre Flüssigkeitszufuhr erheblich, auf drei Liter täglich. «An dem Tag, als ich das Gefühl hatte, es würde wieder ein Infekt anrollen, hatte ich auch zu wenig getrunken», erinnert sie sich. Sie nahm konsequent viel Flüssigkeit, darunter täglich ein Glas Preiselbeersaft, zu sich und gab ihrem erhöhten Schlafbedürfnis nach. «Die Wirkung von Preiselbeersaft ist im Labor bewiesen», bestätigt Kozomara-Hocke. Die Moleküle im Saft verhindern, dass E.-coli-Bakterien sich an den Schleimhäuten anhaften und deshalb auch keine Entzündung auslösen können. Annina Z. war froh: «Wenn man sensibilisert ist, kann man es tatsächlich abwenden.»

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«Die Wirkung von Preiselbeersaft ist im Labor bewiesen.» Marko Kozomara-Hocke, Urologe

es die Bakterien erfolgreich abwehren kann. Dazu sollte man wirklich viel trinken, sich eine Bettflasche auf den Bauch legen und ausruhen. «Leider gibt es hier nur wenig Forschung darüber, weil die meisten symptomatischen Blasenentzündungen sofort mittels Antibiotikum behandelt werden», bedauert der Urologe. Er hält einen Versuch mit Hausmitteln für unbedenklich, aber die Resultate seien eben nicht eindeutig. Sehr oft könne eine Antibiotikatherapie dennoch nicht umgangen werden. Wichtig ist, bei einer Verschlechterung rechtzeitig den Arzt aufzusuchen. Annina Z.* hat es mit Hausmitteln versucht, als sich zuletzt ein Harnwegsinfekt ankündigte. Sie hat es geschafft, ihn abzuwenden. Wiederholt war die 41-jährige Architektin aus Solothurn von Blasenentzündungen regelrecht überrumpelt worden. «Die Attacken waren so schmerzhaft, dass ich einmal sogar ohnmächtig wurde», erzählt sie. Weil ihr die gehäufte Einnahme von Antibiotika widerstrebte, begann sie, genauer auf Symptome zu achten und reagierte frühzeitig.

Was aber, wenn bei einer Routineuntersuchung Bakterien im Urin gefunden werden? «Nur Symptome müssen behandelt werden», klärt Urologe Kozomara-Hocke auf. Man nenne das asymptomatische Bakteriurie, und das sei keine verschleppte Infektion, sondern komme je nach Alter bei 1 bis 20 Prozent aller Frauen vor. Häufig würden auch trüber oder stark riechender Urin als falsche Infektzeichen interpretiert. Umgekehrt gäbe es selbst bei bakterienfreiem Urin manchmal Beschwerden, die Ursachen dafür sind teilweise unklar und immer noch Gegenstand der aktuellen Forschung. Kann man einem Harnwegsinfekt überhaupt vorbeugen? Tatsächlich gibt es Massnahmen: ausreichend trinken, mindestens zwei, besser drei Liter am Tag. Vor und nach dem Geschlechtsverkehr die Blase entleeren, auf Hygiene achten und einen altmodischen Rat beherzigen: sich passend anziehen und kalte Füsse vermeiden, denn Kälte schwächt die Abwehr. Text: Sabine Müller

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LEBEN | DIGITAL | 97

| MIGROS-MAGAZIN | NR. 36, 1. SEPTEMBER 2014 |

NERD’S WORDS

Mit dem mitgelieferten Stift lässt sich das Surface Pro 3 fernsteuern.

Cooles Chamäleon Microsofts Surface Pro 3 verwandelt sich je nach Einsatzzweck vom Tablet zum Notebook. Der Kauf lohnt sich aber nicht in jedem Fall.

E

s ist fast wie beim Spiel mit der Blume, bei dem man ein Blatt nach dem anderen von der Blüte zupft: «Tablet, Notebook, Tablet, Notebook, …»: Das Surface Pro 3 verwandelt sich in knapp einer Sekunde ins gewünschte Gerät, indem man eine magnetische Tastatur mit dem 12 Zoll grossen Touchscreen verbindet. Der Mechanismus ist stabil. Praktisch: Der frei einstellbare Ständer ermöglicht in jeder Situation den optimalen Blickwinkel aufs Display. Optisch macht das DIN-A4-grosse und fingerbreit dünne Gerät einen starken Eindruck und lässt keine Wünsche offen. Auch wenn es mit seinem Design ans iPad erinnert, bietet es vor allem bei den Anschlüssen mehr: Zum Beispiel lässt sich der Speicher erweitern oder eine USB-Maus anschliessen. Auch punkto Leistungsfähigkeit muss sich das neue Surface nicht verstecken: Selbst in der günstigsten Ausführung für 1150 Franken mit Tastatur ist es für E-Mails, Surfen und Alltagsspiele gerüstet. Im Unterschied zum Tablet von

Apple ermöglicht das Surface Pro 3 dank Windows-8.1-Betriebssystem ausserdem die Installation von PC-Software, etwa zur Bild- und Textverarbeitung.

Die Arbeit steht vor dem Spassfakfor Die Bedienung des Geräts erfolgt einerseits via Berührung am Bildschirm, andererseits per Tastatur und Maus. Alternativ dazu steht ein Eingabestift zur Verfügung: Dieser startet auf Knopfdruck das Notizprogramm, das Handschrift erstaunlich genau digitalisiert. Wer ein Tablet sucht, ist beim Surface Pro 3 falsch: Dafür ist es zu teuer und mit 1,1 Kilogramm zu schwer. Um unterwegs zu arbeiten, eignet sich das coole Chamäleon dagegen gut. Texte: Reto Vogt www.migrosmagazin.ch

LESEN SIE ONLINE Mehr Power für das Surface Pro 3 Diese fünf Apps müssen Sie haben!

APP DER WOCHE

Wie Golf, nur anders Flappy Bird war kurzzeitig eine der beliebtesten Apps weltweit. Sie überzeugte Millionen von Nutzern durch ihr simples Spielprinzip, wurde aber nach kurzer Zeit aus den App-Stores entfernt. Jetzt steht ein Nachfolger des Hits zum Download bereit: Die kostenlose App Flappy Golf für Android und iPhone. Auf minigolfähnlichen Kursen gehts darum, den Ball mit möglichst wenigen Flaps (Fingertipps auf dem Bildschirm) zu versenken. Zu Beginn stehen sechs Kurse à neun Löcher zur Verfügung. Wer diese erfolgreich bewältigt, schaltet über 350 weitere Strecken frei. Für weitere Motivation sorgt die Möglichkeit, online oder lokal gegen Freunde und Fremde zu spielen.

mit Reto Vogt

#Eiswürfel Bier auf Ex trinken. Bei Minusgraden in einen kalten See springen. Oder ganz neu: sich einen Kübel eiskaltes Wasser über die Rübe schütten. Auf Facebook passiert dieses Jahr ganz Sonderbares: Menschen tun unangenehme Dinge völlig freiwillig. Sie filmen sich dabei und stellen das Video anschliessend ins Internet. Warum eigentlich? Vordergründig geht es darum, auf weitgehend unbekannte Krankheiten aufmerksam zu machen und Spenden zu sammeln. Das gelingt: Jeder, der mitmacht, fordert drei weitere Personen auf, dasselbe zu tun. So verbreitet sich das Spiel rasend schnell, und es ist eigentlich unmöglich, die aktuelle #IceBucketChallenge auf Facebook zu übersehen. Da sich in diesem Fall zahlreiche Prominente wie Bill Gates, George W. Bush, Justin Bieber oder Manuel Neuer beteiligen, erhält sie besonderes Gewicht. Für die Nervenkrankheit ALS wurden seit der Veröffentlichung des ersten Videos über 15 Millionen Dollar gespendet. Alles im Lot also? Jein. Es spricht überhaupt nichts dagegen, wenn Politiker, Sportler, Musiker oder Wirtschaftsführer einer Spendenaktion ihr Gesicht leihen. Das wirkt! Für alle anderen ist das Mitmachen bei Facebook-Herausforderungen nicht nur peinlich, sondern je nachdem auch gefährlich. Bei vergangenen Aktionen ist es insbesondere bei jugendlichen Teilnehmern zu teils schweren Unfällen gekommen. Besser stillschweigend spenden, als sich öffentlich zum Affen zu machen.

Diskutieren Sie mit Wurden Sie auch schon nominiert? www.migrosmagazin.ch/nerdswords


BITTE MELDE DICH 98 |  Gesucht wird Elisabeth Pfluger, geboren 21.10.1919, eventuell Region Solothurn. Von den derzeit 49 bekannten Schweizer Jodelliederkomponistinnen fehlen mir in der «Galerie» die Fotos und die Lebensläufe von sieben Frauen. Gezieltes Suchen hilft meistens – vielleicht auch hier! Weitere gesuchte Komponistinnen: Linely Bühler, Lydia Morf-Hyger, Munzinger, Nelly Rohner, Erna Sägesser (1931?), Flora Steiger-Tschiemer (14.11.1887 bis 27.4.1957). Kontakt per E-Mail: porgy@sunrise.ch Paul Bürgi-Herzig  Ich suche Kameraden aus der Kp. I der Uem RS 213 im Sommer 1956 in Fribourg. Bitte meldet euch! Kameraden, die mit ehemaligen Kameraden Kontakt aufnehmen möchten, bitte ich, die eigene E-Mail-Adresse zu senden an: jaehrler@gmail.com Alois Ehrler

| NR. 36, 1. SEPTEMBER 2014 | MIGROS-MAGAZIN |

Auf zum 50-Jahr-Jubiläum, Mädels!  Gesucht werden Mitschülerinnen Wildstrubel Lenk, aus der ganzen Schweiz, 5. Mai 1965. Ich suche für das 50-Jahr-Jubiläum am 5. Mai 2015 noch folgende «Mädels»: Ursula Althof-Benz, Regula BättigÜbersax, Margrith Benichon-Züger, Lina Birch-Lüssi, Silvia Huber-Fellmann, Margrit Klahre-Ziegler, Marlies

Meiry-Biber, Angela Mittelstatt-Schöll, Hedwig Rohner-Schmied, Lina Roos-Brunner, Susanne WeigandMosimann (alle mit Jahrgängen 1944 bis 1949). Wer erkennt sie auf diesem alten Bild? Kontakt per E-Mail: jlosguenther@quickline.ch Jlse Günther

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sig, Nancy Rehmann, Jacqueline Roth, Tamara Sonderegger, Alfred Speck und Herbert Urben. Kontakt per E-Mail: bergers5@bluewin.ch oder Telefon: 071 493 22 28 (G) Silvia Kellenberger-Himmelberger

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| MIGROS-MAGAZIN | NR. 36, 1. SEPTEMBER 2014

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Das Migros-Magazin verlost 50 Polaroid Suncovers. Diese Sonnenbrille können Brillenträger problemlos über ihrer eigenen Brille tragen.

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rillenträger brauchten bis anhin eine teure Sonnenbrille mit Korrekturgläsern oder Filterclips, die sich auf die Brille montieren lassen. Neu gibt es Polaroid Suncovers: leicht, modisch und kaum grösser als eine normale Sonnenbrille. Sie lassen sich über die Brille aufsetzen und bieten sicheren Halt. Die Suncovers erfüllen höchste Anforderungen: Sie decken die Augen auch von oben und seitlich optimal ab, ohne die Sicht am Rand des Blickfelds einzuschränken. Hochwertige polarisierende Gläser ermöglichen eine perfekte und angenehme visuelle Wahrnehmung: ohne zu blenden, kontrastreich, farbgetreu und verzerrungsfrei. Selbstverständlich ist auch der UV-Schutz bis 400 nm zu 100 Prozent garantiert.

Die Suncovers sind ideal beim Autofahren Der Sonnen- und Blendschutz ist gerade im Verkehr sehr wichtig. Autofahrer sind zum Beispiel im Tunnel oft gezwungen, ihren Sonnenschutz schnell auf- und wieder abzusetzen. Mit den Suncovers ist dies für Brillenträger eine einfache Sache. Im Unterschied zu einer korrigierten Sonnenbrille erfolgt der Wechsel ohne kurzzeitigen Verlust der Sehschärfe.

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UNTERHALTUNG | 1033

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Herausgeber: Migros-Genossenschafts-Bund Leiter Migros-Medien: Lorenz Bruegger Publizistische Leitung: Monica Glisenti Chefredaktor: Hans Schneeberger Produktion: Andrej Abplanalp (Leitung), Bettina Langenbach (Chefin vom Dienst), Gerda Portner (Produzentin), Heinz Stocker (Korrektor) Ressort Reportagen: Sabine Lüthi (Leitung), Almut Berger, Andrea Freiermuth, Yvette Hettinger, Ralf Kaminski, Silja Kornacher (Volontärin), Monica Müller, Daniel Schifferle (Verantwortlicher Leben), Reto E. Wild

Ressort Migros Aktuell: Daniel Sidler (Leitung), Jean-Sébastien Clément, Andreas Dürrenberger, Béatrice Eigenmann, Anna Meister, Christoph Petermann, Michael West

Lithografie: Reto Mainetti (Leitung), René Feller, Max Sommer

Ressort Shopping & Food: Eveline Zollinger (Leitung), Stefan Kummer (Produktionsleiter), Robert Rossmanith (Produktion), Heidi Bacchilega, Dora Horvath, Sonja Leissing, Fatima Nezirevic, Nicole Ochsenbein, Anna-Katharina Ris, Claudia Schmidt, Jacqueline Vinzelberg, Anette Wolffram

Bildredaktion: Olivier Paky (Leitung), Benjamin Krüger, Franziska Ming, Susanne Oberli, Helen van Pernis

Layout: Bruno Boll (Creative Director), Doris Oberneder (Art Director), Werner Gämperli, Nicole Gut, Gabriela Masciadri, Pablo Tys, Tatiana Vergara

Prepress: Liliane Bolliger, Marcel Gerber

Online: Reto Meisser, Reto Vogt

Kommunikation & Medien-Koordination: Eveline Zollinger (Leitung), Larisa Matkovic-Kilibarda, Rea Tschumi Verlag: Rolf Hauser (Leitung), Alexa Julier, Laila Müller, Margrit von Holzen verlag@migrosmagazin.ch Tel: 058 577 13 70, Fax: 058 577 13 71

Sekretariat: Stefanie Zweifel (Leitung), Imelda Catovic Simone, Nicolette Trindler

Anzeigen: Thomas Brügger (Leitung), Gian Berger, Yves Golaz, Andreas Hess, Hans Reusser, Angela Scasascia anzeigen@migrosmagazin.ch Telefon: 058 577 13 73 Fax: 058 577 13 72

Honorarwesen: Verena Hochstrasser

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MEINE WELT | STEPHAN SIEGRIST 110 |

| NR. 36, 1. SEPTEMBER 2014 | MIGROS-MAGAZIN |

«AC/DC gibt Energie zum Trainieren»

In diesen Tagen bricht Stephan Siegrist zu seiner nächsten Expedition auf: Der Berner Oberländer Profialpinist will auf zwei noch unbenannte Berge in Kaschmir klettern. In der Trainingsphase treibt sich der Familienvater mit hartem Rock an.

Wo würden Sie gern leben?

Name: Stephan Siegrist (41) Sternzeichen: Schütze Wohnort: Ringgenberg BE

Generell muss es für mich ländlich sein. Mit einer Ausnahme: Von Vancouver, wo meine Frau herkommt, bin ich begeistert. Die Menschen sind sehr bewegungsfreudig und naturliebend, die Stadt und die Umgebung bieten viele Grünflächen und super Möglichkeiten zum Klettern. Beruf und Lebenslauf:

Im Alter von 14 Jahren sammelte ich erste alpine Erfahrungen auf einer Skitour zur Grossen Scheidegg. Zwei Jahre später begann ich in Arolla VS in einem Bergsteigerlager zu klettern. Mit 18 Jahren war ich definitiv vom Sport infiziert. Nach meiner Ausbildung zum Zimmermann wurde ich 1995 Bergführer. Heute verdiene ich mein Geld als Profialpinist, Bergführer und mit Vorträgen. Mein neuestes Projekt:

MEIN LIEBLINGSPRODUKT

«Für meine Gelenke nehme ich jeden Tag eine Fischölkapsel. In den Knien und im Sprunggelenk habe ich diverse ‹Bräschte›. Deshalb versuche ich es jetzt mit diesem Hausmittel.»

Ende August reisen wir nach Kaschmir im Himalaya. Das indisch-pakistanische Grenzgebiet war wegen politischer Unruhen 20 Jahre lang für Touristen gesperrt. Es ist eine unerschlossene Bergwelt mit ästhetisch superschönen Bergen. Wir werden zwei Berge besteigen, auf denen noch nie Bergsteiger waren. Man kennt weder die Höhe noch die Namen der Gipfel. Auf der sechswöchigen Expedition begleiten mich Fotograf und Bergsteiger Thomas Senf sowie Bergsteiger Dres Abegglen. Meine Ziele:

Gesund zu bleiben, um meine Philosophie zu verfolgen: ästhetisch schöne

und abgelegene Berge über anspruchsvolle Routen zu begehen. Und: genügend Zeiträume für unsere Familie zu schaffen. Mein Lebensmotto:

Freude haben an dem, was man macht. In meinem Beruf ist das ein Glücksfall. Was ich mag:

Mit guten Freunden zusammen sein.

Was ich nicht mag:

Wenn man sich mit Kollegen wegen einer Kleinigkeit überwirft. Wir Bergsteiger ziehen uns zurück, wenn uns etwas belastet. Was ich an mir mag:

Zuverlässigkeit.

Was ich an mir nicht mag:

Dass ich unzufrieden werde, wenn ich zu lang im Büro sitzen muss. Ich leiste mir kein Management und unterzeichne Verträge mit Sponsoren selbst, ich organisiere auch Vorträge allein und liefere die Inhalte für meine Homepage. Mein Lieblingsessen:

Indisches Curry und Palak Paneer, das aus Spinat und weissem Weichkäse besteht. Meine Lieblingsmusik:

Ich höre noch heute gern AC/DC. Ich mag harte Musik. Sie gibt zum Trainieren Energie. Mein bester Entscheid:

Kinder zu haben. Früher sagte ich immer: «Nie im Leben. Das schränkt zu stark ein.» Mein peinlichster Moment:

Ein Mal habe ich ein Datum für einen Vortrag falsch eingetragen. Eine Stunde vor dem Anlass rief mich der Veranstalter an. Ich schaffte es nicht mehr. Der Vortrag wurde wegen kurzfristiger Erkrankung des Redners abgesagt. Text: Reto E. Wild Bilder: Marco Zanoni

Bilder: visualimpact.ch/Rainer Eder, visualimpact.ch/Thomas Ulrich

Wieso leben Sie in Ringgenberg?

Hier leben wir nahe an der Natur, dem Gebirge mit seinen guten Trainingsmöglichkeiten, und trotzdem weg vom Tourismus.


| MIGROS-MAGAZIN | NR. 36, 1. SEPTEMBER 2014

MEINE WELT STEPHAN SIEGRIST | 111

MEIN FLUCHTORT

MEIN VORBILD

«Das Burgseeli in Ringgenberg ist im Sommer über 20 Grad warm. Ich erreiche es in fünf Minuten mit dem Velo. Nach dem Klettern und Trainieren treffe ich dort oft auf meine Familie, um gemeinsam zu baden.»

«Der Freiburger Xavier Bongard verunglückte vor 20 Jahren bei einem Basejump. Als ich ein junger Bergsteiger war, hat mich ‹Toto› beeindruckt, wie er seine Linie verfolgte und humorvoll war. Er hat mir das Eisund Sportklettern nähergebracht.»

MEIN LIEBLINGSBERG

«Der Gipfel Holtanna im Queen Maud Land in der Antarktis ist mit seinem steilen Grat und der Form, die wie ein hohler Zahn aussieht, ästhetisch der schönste Berg. Ich war der Erste, der ihn bestiegen hat, und taufte die Route Himmelsleiter.»

MEINE FAMILIE

«Meine kanadische Frau Niki (37) und meine Söhne Reef (11½) und Xavier (3½) sind ein wichtiger Teil in meinem Leben. Es ist nicht immer einfach, die Balance zwischen Projekten und der Familie zu finden. Das ist eine organisatorische Herausforderung.»

MEINE AUSRÜSTUNG

«Beim Sportklettern ist das Ziel, eine möglichst schwierige Route zu klettern, wie hier am Kessiturm Oberaar an der Grimsel. Dabei sorgt gute Ausrüstung für Sicherheit. Über die Jahre haben sich viele Utensilien angesammelt. Sie kosten, die Schlafsäcke mitgerechnet, schnell einmal 10 000 Franken.»

MEINE SAMMLUNG

«Von all den Gebirgszügen der Welt habe ich Steine mitgenommen: vom Eiger, aus Nepal, Indien, von den Rockies, aus Patagonien und diesen hier aus der Antarktis.»


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