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Migros-Magazin-35-2026-d-BL

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Ausgabe Basel, Post CH AG, AZA 1953 Response Zentral

Migros-Magazin #35 | migros.ch/magazin | 26. August 2026

Grosis Spartipps bringens auch heute! → Seite 20

Bäuerin am Steuer

Foto: Guillaume Perret

Wie Frauen auf Schweizer Höfen ihren Platz erobern → Seite 14 Wenns pressiert: Gerichte, die in 15 Minuten fertig sind

Lehrstellensuche: Wie Eltern dabei helfen können

Thomas Bucheli: Der SRF-Wetterfrosch sagt Tschüss

→ Seite 24

→ Seite 40

→ Seite 10

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Teilen oder doch alleine snacken?


27. 8. – 2.

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9. 2026

SPAREN

D’ÉCONOMIES DI RISPARMIO

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Editorial

Aktuell

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Kurz und gut

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26. August 2026

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Chefin auf dem Hof

14 Drei Bäuerinnen und wie sie ihren Platz eroberten

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Aktionen in der Heftmitte

Mer hei e Verein …

18 Wie man heute ­Freiwillige ­findet und bei der Stange hält

Ratgeber

Leben

Grosis Spartricks

Ü-60 erobern die Disco

20 Das zweite Leben von Fruchtnetzli oder Butterpapier

36 Wie sich Corinne und ­Gérard (beide 67) beim Tanzen lieben lernten Das nahe Ausland lockt

38 Fünf tolle Ausflüge e­ nnet der Landesgrenze

Genuss

Stressige Lehrstellensuche

40 Wie die Eltern ihren ­Kindern helfen können

Highlight Hanföl

23 Entdecke sein Aroma Schnelle Küche

Kolumne

Fotos: Migusto, Adobe Stock

24 Mittagessen, die ruckzuck auf dem Tisch sind

43 Katja Fischer De Santi über weisse Socken 44 Rätsel 47 Schlussgang

Meine Region

29 Aktionen, Storys, News, kompakt verpackt

Achtung, fertig, essen! Für die Pastrami-Wraps steht man nur 5 Minuten in der Küche. S. 24

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EDITORIAL

Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen ­Kapitals, Organ des­Migros-­ Genossenschafts-Bundes (MGB) ONLINE: migros.ch/magazin ADRESSE: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich TELEFON: 0800 840 848 KONTAKT: migmag.ch/leser HERAUSGEBER: MGB CHEFREDAKTORIN:

Sabine Eva Wittwer AUFLAGE: 1 314 143 Ex. (Wemf, Auflagenbulletin 2025) LESERSCHAFT: 2 179 000 (Wemf, MACH Basic 2026-1) ABONNEMENTE: migmag.ch/abo TELEFON: 058 577 13 00*

Ausführliches Impressum auf migmag.ch/impressum M-INFOLINE: TELEFON: 0800 840 848 CUMULUS-INFOLINE: TELEFON: 0848 850 848* * 8 Rp./Min. aus dem Schweizer Festnetz

Liebe Leserin, lieber Leser Mein Sohn ist 14, und das letzte Jahr war nach ­seinen eigenen Angaben das stressigste seines ­Lebens. Glauben Sie mir, für mich war es das auch. Plötzlich stand «Berufswahlkunde» in seinem Stundenplan. Bis im Winter sollte er schon drei Schnupperlehren absolviert, Stärkenprofile aus­ gefüllt und einen Lebenslauf parat haben. Und bitte den Notenschnitt ja nicht vernachlässigen! ­Damit gilt es, sich möglichst früh zu bewerben. Mit 14 Jahren zu wissen, welchen Beruf man lernen möchte, und sich eine entsprechende Lehrstelle dann auch noch ein Jahr im Voraus zu schnappen, das ist herausfordernd – für die ganze Familie. Wie man als Eltern sein Kind unterstützt, ohne zu viel Druck auszuüben, darüber habe ich mit Experten, Eltern und Jugendlichen gesprochen (ab Seite 40). Ich kann Entwarnung geben: Mein Sohn weiss jetzt, was er nächsten Sommer machen wird. Es kommt richtig gut.

Katja Fischer De Santi Leiterin Content Migros-Gruppe Foto: Mirjam Kluka

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Apro

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Start im August Rund 70 000 Jugend­ liche starteten Anfang August schweizweit mit ihrer Berufslehre. Das sind rund zwei Drittel des Jahrgangs. Erfolgreiche Ausbildnerin 877 Lernende der Migros haben ihre Aus­ bildung 2026 erfolg­ reich abgeschlossen. Das sind 96 Prozent des Jahrgangs. Grosse Auswahl Anfang August haben 1297 neue Lernende ihre Ausbildung bei der Migros begonnen. Von der Mediamatikerin bis zum Laboranten bietet die Migros 55 Lehr­berufe an.


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AKTUELL

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Kurz und gut

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Kunst für Nachtschwärmer Am Samstag, 5. September, haben 52 Museen in der Stadt Zürich von 18 bis 2 Uhr nachts offen. Auch das Migros Museum für Gegenwartskunst macht mit. Es bietet Führungen für Familien, ein Livekonzert des Künstlers Mohamed Bourouissa und vieles mehr an. Mehr Infos zur Museumsnacht: → langenacht-zuerich.ch

Scouty ist eine praktische Funktion der Migrol App und auf migrol.ch. Sie beobachtet die Preisentwicklung von Heizöl und Holzpellets und informiert dich, sobald die Preise innerhalb der Spanne sind, die du festlegst. So behältst du den Überblick und entscheidest, wann der richtige Zeitpunkt für deine ­B estellung ist. Hier die kostenlose Migrol App herunterladen:

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AKTUELL

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Kurz und gut

Zahl der Woche:

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Das erste iPhone hatte 8 GB Speicherplatz. Heute tragen wir 128, 256, 512 oder noch mehr GB Speicherplatz im Hosensack mit uns herum – und trotzdem ist der Handyspeicher schon mal voll. In den Einstellungen identifiziert man Speicherfresser und löscht sie. Oder man lagert Daten in eine Cloud aus. Diese ist mit den Abos von Migros Mobile ab Fr. 13.95 pro Monat von überall her erreichbar. Hier gehts zu den Migros-Mobile-Abos:

Im neuen Migusto-Magazin

Kürbis mit Burrata Die Herbst-Ausgabe des Migusto-Magazins erscheint nächste Woche. Bereits jetzt kannst du die Digitalversion durch­ stöbern. Darin findest du spätsommerliche Rezepte, die allesamt maximal 30 Minuten aktive Kochzeit benötigen. Wie zum Beispiel der im Ofen gebackene Kürbis mit Burrata und Datteln, drei Toppings für ein Baguette oder schnelle ­Desserts mit Steinfrüchten. Hier gehts zum digitalen Migusto-Magazin:

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AKTUELL Thomas Bucheli

Das «SRF Meteo»-Dach war Thomas Buchelis liebster Arbeitsort.

«Genug ist genug – jetzt längts»

Meteorologe Thomas Bucheli prägte die Wettersendungen des Schweizer Fernsehens während mehr als 30 Jahren. Nun geht er in Pension. Ein Gespräch über den Hitzesommer, Fehlprognosen und seine Pläne. Text: Angela Obrist

Thomas Bucheli, wie haben Sie den Sommer erlebt? Thomas Bucheli: Dieser Sommer war ab­

solut einmalig und in vieler Hinsicht ein Ausreisser: die enorm langen Hochdruck­ phasen, die Trockenheit und Hitze. Ein ­solches Extremereignis ist fachlich natürlich äusserst spannend, ich hätte aber lieber ­darauf verzichtet. Auch privat, ich bin kein Hitzetyp und mag kühleres Wetter.


AKTUELL

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Thomas Bucheli

2003: Thomas Bucheli sagt an der Ski-WM in St. Moritz das Wetter voraus.

Die wichtigste Erkenntnis zu diesem Sommer?

Wie sind Sie zum Fernsehen gekommen?

Als das Schweizer Fernsehen eine eigenständige Wettersendung plante, wurde ich zu einem Casting eingeladen. Für mich kam das aus heiterem Himmel. Ich war ein etwas verschrobener Naturwissenschaftler und hatte von der Medienwelt keine grosse Ahnung.

Unsere Temperaturprognosen basieren auf automatisierten Berechnungen. Es hat sich gezeigt, dass wir bis zu vier Grad mehr zu diesen Werten dazurechnen mussten, verglichen mit einem durchschnittlichen Sommer. Wieso das?

Lagen Sie mit einer Prognose mal so richtig daneben?

Wegen der extrem trockenen Böden. Normalerweise verdunstet Wasser im Boden und zieht Wärme von der Umgebung ab. Ist kein Wasser mehr im Boden, wird die gesamte Sonnenenergie in Wärme umgewandelt. So intensiv haben wir das bis jetzt noch nie erlebt. Seit 2002 präsentieren Sie und Ihr Team das Wetter live vom Dach des Fernsehstudios. Wie gefällt es Ihnen dort oben?

Für mich ist es jedes Mal eine Offenbarung, wenn ich auf das Dach komme. Bis ich oben stehe, weiss ich meist nicht, wie ich die Sendung anmoderieren werde und lasse mich dann von dem inspirieren, was ich am Himmel sehe.

Fotos: Nik Hunger, SF DRS/Christian Wyss, SF DRS/Oscar AlessioOscar Alessio

Und bei schlechtem Wetter?

Bei Blitzgefahr gehen wir nicht nach oben. Ich moderiere aber unheimlich gerne auf dem Dach, deshalb war das wann immer möglich mein Ziel. Ab und zu waren die Gewitter schneller als gedacht. In einem Fall wurde es so prekär, dass ich extrem froh war, als die Sendung vorbei war und wir vom Dach verschwinden konnten. Hätten Sie als Meteorologie-Student gedacht, dass Sie einmal vor einer Kamera stehen werden?

Nicht im Traum. Ende der 1980er-Jahre hatte das Wetter in den Medien noch einen tieferen Stellenwert. Als ich nach dem Studium bei der Schweizer Wetterbehörde das Handwerk lernte, gab es nur ein kurzes, tägliches Radiointerview zum Wetter. Sporadisch wurde ein Meteorologe in die Tagesschau eingeladen.

1992: Das erste «SRF Meteo»-Team mit Bettina Walch, Jörg Kachelmann und Thomas ­Bucheli (v. l.)

Thomas Bucheli (65) Der Meteorologe moderiert seit 1992 die Wettersendungen des Schweizer Fernsehens und leitete von 1995 bis 2026 «SRF Meteo». Seine letzte Sendung absolviert Bucheli am Mittwoch, 26. August. Seine Nachfolge als «SRF Meteo»-Chef tritt Gaudenz Flury an.

Sicher. Eine Fehleinschätzung, die ich nie vergessen werde: Der damalige Bundespräsident Adolf Ogi brauchte eine Prognose für eine Wanderung in der Folgewoche. In den Wettermodellen zeigte sich mir die komplizierteste Wetterlage überhaupt. Ich wog ab und riet ihm, zu gehen. Es hat den ganzen Tag geregnet. Wie hat die Technologie Ihr Handwerk in den letzten Jahrzehnten verändert?

Früher gab es ein Modell für die Wetter­ vorhersage, heute nutzen wir acht. Es ist deutlich aufwendiger, alle Modelle zu studieren und im eigenen Kopf einen Wetterfilm zu generieren, also eine Vorstellung, wie sich das Wetter entwickeln wird. Verlangt die Bevölkerung heute präzisere Vorhersagen?

Auf jeden Fall. Wenn sich das Wetter nicht genau wie prognostiziert zeigt, werden die Leute hässig. Wir sollten die Möglichkeiten, aber auch die Grenzen der Meteorologie vor Augen behalten. Das heisst?

Wetterprognosen sind immer Wahrscheinlichkeitsangaben, keine Tatsachenberichte. Als Meteorologen prognostizieren wir auf Basis der verschiedenen Modelle die wahrscheinlichste aller möglichen Wetterveränderungen. Melden sich die Zuschauer nach falschen Prognosen?

Fortsetzung auf Seite 13


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Tag 2 Luxor ˃ Edfu Busfahrt nach Theben-West zum Tal der Könige, wo Sie einige der Grabkammern bewundern können. Nach dem Besuch des Tempels der Königin Hatschepsut fahren Sie nach Luxor zurück.

Tag 5 Assuan ˃ (Abu Simbel) Möglichkeit zu einem Tagesausflug zu den Tempeln von Abu Simbel (CHF 240).

Tag 3 Edfu ˃ Kom Ombo ˃ Assuan In Edfu besuchen Sie den mächtigen Horus-Tempel. Flussreise nach Kom Ombo. Hier erhebt sich der Doppeltempel des Sobek und Haroeris direkt über dem Nil. Tag 4 Assuan ˃ Nassersee Besichtigung des malerischen PhilaeTempels auf der Insel Agilkia. Nachmit-

Ihre Route

Tag 6 Assuan ˃ Edfu Die Alyssa nimmt Kurs auf Edfu. Flussreise stromabwärts durch die besonders schöne Landschaft Oberägyptens. Tag 7 Edfu ˃ Luxor Die über 3000 Jahre alte Tempelanlage des Amun Re in Karnak fasziniert mit ihrer überwältigenden Sphinx-Allee und dem grossen Säulensaal. Tag 8 Luxor ˃ Zürich Transfer und Rückflug nach Zürich.

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AKTUELL

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Thomas Bucheli

Fortsetzung von Seite 11 Ja, sie schreiben mir. In den letzten Wochen gab es manche enttäuschte Mails von Leuten, die aufgrund der Prognose auf ihrem Handy mit Regen gerechnet hatten, und es dann trotzdem trocken blieb. Es kommen aber auch positive Feedbacks von Leuten, die sich zum Beispiel für eine gelungene Er­ klärung in der Sendung bedanken. Welches Wetterereignis hat Sie nachhaltig beschäftigt?

Der Sturm Lothar, der 1999 zu Todesopfern und grossen Schäden führte. Ich habe am Abend vor dem Sturm noch gearbeitet. Am Morgen konnte ich nicht verstehen, was draussen los war, liess private Pläne sausen und fuhr ins Büro. Das Modell, auf das wir damals hauptsächlich setzten, hatte den Sturm nicht vorausgesehen, ein anderes zeigte jedoch starken Wind an. Seit diesem Ereignis behandeln wir alle Modelle gleich­ wertig. Zeigt eines etwas an, müssen wir dem auf den Grund gehen.

«Als Adolf Ogi eine Prognose für eine Wanderung brauchte, riet ich ihm, zu gehen. Es hat dann den ganzen Tag geregnet.» Thomas Bucheli

Ihre letzte Sendung steht bevor. Wie fühlen Sie sich?

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Als ich Ende Mai offiziell pensioniert wurde, war ich noch nicht bereit und froh, dass ich wegen Personalengpässen über den Sommer aushelfen konnte. Das brauchte ich wohl. Es ist natürlich ein Loslassen und ich werde diese extrem tolle Zeit beim SRF nie verges­ sen. Aber genug ist genug, jetzt längts. Was sind Ihre Pläne für den Ruhestand?

Ich werde Piloten der Lufthansa und Swiss im Bereich Wetter ausbilden, darauf freue ich mich. Seit einigen Jahren leite ich zudem Gruppenreisen in spannende Wetterregionen wie das Amazonasgebiet. Dafür habe ich jetzt mehr Zeit. Auch möchte ich einmal den Be­ ginn des Monsunregens in Pakistan erleben – den kenne ich bis jetzt nur aus der Literatur. Und beim Wetter verlassen Sie sich künftig aufs Bauchgefühl?

Bei mir läuft ständig ein Wetterfilm im Kopf, wie sich die Lage entwickeln könnte. Und da meine Frau mich auch in Zukunft fragen wird, wann der Regen kommt, den sie auf ihrer Wetter-App sieht, werde ich auch in Zukunft die Modelle studieren.


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AKTUELL Bäuerinnen

A

ls Frau auf einem Bauernhof zu arbeiten, ist nicht einfach. Weltweit – und die Schweiz ist keine Ausnahme. Das Pro­ blem: Die Arbeit der Frauen ist unverzichtbar, aber oft nicht sichtbar. Diese Realität hat die UNO dazu bewogen, das Jahr 2026 zum Internationalen Jahr der Landwirtinnen auszurufen. «Ohne Bäuerinnen würden viele Land­ wirtschaftsbetriebe nicht funk­tionieren. Sie kochen nicht nur für die Mitarbeitenden oder kümmern sich um die Wäsche. Sie füh­ ren die Buchhaltung, orga­nisieren die Di­ rektvermarktung, melken Kühe und packen bei der Ernte mit an», sagt Anne Challandes (57), Präsidentin des Schweizerischen Bäue­ rinnen- und Land­frauenverbands (SBLV). Kurz, die Bäuerinnen springen überall ein, wo es sie braucht. Trotz dieser Vielzahl an Aufgaben bleibt eine angemessene Ent­ löhnung oft aus. In der Schweiz erhält noch immer beinahe jede zweite Frau, die auf dem familieneigenen Landwirtschaftsbe­ trieb mitarbeitet, keinen Lohn. Das macht viele Bäuerinnen finanziell abhängig und wird spätestens bei einer Trennung zu einem grossen Problem. «Ein eigenes Einkommen ermöglicht es, selbst AHV-Beiträge zu leis­ ten sowie Zugang zur beruflichen Vorsorge und zur Mutterschaftsversicherung zu ha­ ben», betont Anne Challandes. Sozial abgesichert

Doch das System verändert sich langsam. Der jüngste Erfolg der Landfrauen betrifft die soziale Absicherung: Ab 2027 erhalten Betriebsleitende die vollen Direktzahlungen nur noch, wenn die Ehepartnerin, die auf dem Hof mitarbeitet, gegen Krankheit und Unfall versichert ist. Auch in der Ausbildung bewegt sich vie­ les. Immer mehr Frauen wollen Bäuerin werden und nicht nur die Frau eines Bauern. «Heute ist schon jede vierte Person, die eine Lehre als Landwirt/Landwirtin absolviert, eine Frau. Im Gemüsebau beträgt ihr Anteil sogar 40 Prozent.» Die Berufs­bildung soll

Selbst ist die

Bauersfrau Frauen tragen viele Höfe mit – oft unbezahlt. Im UNO-Jahr der Landwirtinnen erzählen drei Bäuerinnen, wie sie sich in der männerdominierten Branche ihren Platz erkämpft haben. Text: Nina Huber, Pierre Wuthrich

Fotos: Gabi Vogt, Guillaume Perret


AKTUELL

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Bäuerinnen

Fakten zu Bäuerinnen in der Schweiz Während der Erntezeit arbeitet Bäuerin Barbara Wirth sieben Tage die Woche.

Rund

53 300

Frauen arbeiteten 2025 in der Schweizer Landwirt­ schaft. Das entspricht mehr als einem Drittel (36 %) aller Erwerbstätigen in diesem Sektor.

«Ich heiratete einen Bauern und wurde Bäuerin» Barbara Wirth (53) ist Co-Betriebsleiterin des Biohofs im aargauischen Olsberg.

daher umfassend reformiert werden. So soll die Lehre zur Bäuerin/zum bäuer­lichen Haushaltleiter, die bislang fast ausschliesslich von Frauen absolviert wird, modernisiert werden. Neben den Kenntnissen in der Haushaltsund Betriebsführung werden künftig auch praktische Kompe­tenzen in Bereichen wie Tierhaltung oder Anbauplanung stärker gefördert. «Es gibt Wissen und Fähigkeiten, die auf einem Bauernhof von allen beherrscht werden ­sollten. Wir wollen die Grenzen zwischen Frauen- und Männeraufgaben aufbrechen», sagt Anne Challandes.

Mit 30, als gelernte Pharma-Assistentin, ­verliebte sich Barbara Wirth in einen ­Bauern – und in ein Leben, das sie heute nicht mehr missen möchte. «Ich heiratete einen Bauern und wurde Bäuerin», sagt die heute 53-jährige Aargauerin. Bereut habe sie diese Entscheidung keine Sekunde. Auch dann nicht, wenn sie während der ­Kirschen-, Aprikosen- und Zwetschgenernte sieben Tage die Woche arbeitet. Morgens pflückt sie Früchte, nachmittags sortiert und verpackt sie sie im Akkord. Dazwischen kocht sie für bis zu 17 Hel­fende. Am Abend warten 20 Mutterkühe und Kälber, die gefüttert werden wollen; der Stall muss gemistet werden. Manchmal falle sie todmüde ins Bett. Dafür werde es auch nie langweilig. Ihr Mann habe nie von ihr erwartet, dass sie auf dem Hof arbeite. «Für mich war immer klar, dass ich meinen Beitrag leiste», sagt sie. Kurz nach der Hochzeit kamen die zwei Kinder. Jahre später, als etwas mehr Luft da war, machte sie den Fachausweis zur Bäuerin – mit über 40. Diese Ausbildung gibt ihr Sicherheit. So könnte sie einen Betrieb auf eigenen Namen übernehmen. Heute ist sie Fortsetzung auf Seite 16

55 %

der Frauen wurden 2022 für ihre Arbeit auf dem Familien­ betrieb entlöhnt. 2012 lag dieser Anteil erst bei 31 %.

8%

der in der Landwirtschaft ­tätigen Frauen führten 2024 in der Schweiz einen Bauern­ betrieb allein, gegenüber 5 % im Jahr 2014. Rund ein Viertel der Chefbäuerinnen ist unter 35 Jahre alt.

53 %

der Frauen, die auf dem Betrieb arbeiten, haben zusätzlich eine andere Erwerbstätigkeit. Zudem stammt ein Drittel des Einkommens eines Familien­ betriebs aus ausserland­ wirtschaftlichen Quellen (ohne Geschlechterunter­ scheidung).


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AKTUELL Bäuerinnen

Fortsetzung von Seite 15

Co‑Betriebsleiterin des Biohofs. Einen Lohn für ihre Arbeit auf dem Hof hat sie von ­Anfang an bekommen. Und sich auch ein Vorsorgekonto eingerichtet. Ihr Mann und sie haben schon immer auf Augenhöhe zu‑ sammengearbeitet, auch wenn sie je ihre ­Gebiete haben. «In Sachen Obst muss ich ihm nicht reinreden, hier ist er der Ex‑ perte», sagt sie. Am meisten liebt sie den Sommer: das geschäftige Kommen und Gehen, das Lachen auf dem Hof. «Dann ist immer Leben da.» Sie schätzt die Vielseitigkeit, das Draussen‑ sein – und sogar die Büroarbeit. Und sie lebt ihre kreative Ader aus: Aus alten Gymnas‑ tikbällen bastelte sie riesige «Chriesi» für den Hofladen, in dem sie ihre Früchte, Eier, Most und Wurst verkaufen. Nur montags tauscht sie Hof gegen Spitalapotheke. Nicht, weil sie muss. Sondern weil sie es will. «Es ist mein Ausgleich», sagt sie, und man spürt: Genau das hält sie in Balance.

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Melanie Knup ist Chefin des grössten Beerenbetriebs der Schweiz.

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AKTUELL

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Bäuerinnen

«Mami ­ent­scheidet, sie ist die Chefin» Melanie Knup (40) leitet den Familienbauernhof in Kesswil TG.

Melanie Knup wusste früh, wohin ihr Weg führt. Schon als Kind streifte sie durch die Felder am Bodensee, half mit – und naschte sich regelmässig durch die Erd­ beeren. «Ich wollte immer in den Fami­ lienbetrieb», sagt sie. Was ihr Ururgrossvater 1873 mit zwei Kühen begann, ist heute der grösste Bee­ renbetrieb der Schweiz sowie ein wichti­ ger Lieferant für die Migros. Und Melanie Knup steht an der Spitze. Der Entscheid reifte im Gymnasium: Die Bauerntochter merkte, dass sie alle ihre Lieblingsfächer wie Biologie, Che­ mie, Sprachen und Wirtschaft später als Unternehmerin in der Landwirtschaft brauchen kann. Sie studierte Betriebs­ ökonomie in St. Gallen, sammelte Erfah­ rung auf ausländischen Beerenbetrieben und liess sich zur Landwirtin ausbilden. 2011 stieg sie im Betrieb ein, seit fünf Jahren ist sie die Chefin. Im Sommer ­bedeutet das, bis zu 300 Mitarbeitende in Kesswil zu führen, zusätzlich am zwei­ ten Standort in Landquart nochmals 200 Angestellte. Zur Erntezeit beginnen ihre Arbeits­ tage um 5.15 Uhr und enden gegen 19 Uhr. Dass sie als erste Frau nach vier Genera­ tionen den Hof leitet, war für sie nie ein Thema. Ihr Mann bringe zum Glück nicht nur Verständnis mit für die hohe Arbeits­ last, er trage sie auch mit. Die beiden lernten sich kennen, als er als Saisonnier auf ihrem Betrieb arbeitete. Heute ist er dafür zuständig, dass die Beerenpflanzen optimal mit Nährstoffen und Wasser ver­ sorgt sind und gut wachsen. Ihren zwei Kindern lebt Melanie Knup vor, dass Einsatz sich lohnt – und Arbeit Freude machen darf. Ihr Fünfjähriger bringt es trocken auf den Punkt: «Du ent­ scheidest sowieso, du bist die Chefin.» Sie entgegnet lachend: «Und gleichzeitig widerspricht mir niemand so oft wie du.»

Betriebslei­ terin Chantal Tétaz wird heute auch von älteren Bauern respektiert.

«Mein Vater traute einer Frau diesen Beruf nicht zu» Chantal Tétaz (41) steht an der Spitze eines 40-Hektaren-Hofs in Lussy-sur-Morges VD.

«Als mein Vater 2018 starb, war für mich sofort klar, dass ich seinen Betrieb dereinst übernehmen möchte», erinnert sich Chantal Tétaz. Vorbestimmt war das aber nicht. Im Gegenteil: «Mein Vater traute einer Frau die körperlichen Anforderungen dieses Berufs nicht zu. Er sah mich nicht als Bäuerin. Des­ halb machte ich eine Lehre als Floristin und arbeitete später in einer Einrichtung für Kinder mit Behinderung», sagt die zweifache Mutter. Um den Hof führen zu können, ab­ solvierte sie eine verkürzte landwirtschaft­ liche Ausbildung. Den Familienbetrieb in Lussy-sur-Morges übernahm sie erst 2023, als ihre Mutter pensioniert wurde. Heute steht sie an der Spitze des 40 Hek­ taren grossen Hofs. Unterstützt wird sie von einem vierköpfigen Team, zu dem auch ihr Lebenspartner gehört. Sie baut Reben, Wei­ zen und Raps an und versucht sich gerade an Zuckerrüben. «Ich probiere gern Neues aus», sagt die Landwirtin. Das habe aber weniger damit zu tun, dass sie eine Frau sei, als dass

sie einer jüngeren Generation angehöre, die Neues ausprobieren müsse, um zu überleben. Gegenüber der männlich geprägten alten Garde hatte sie es als Betriebsleiterin anfangs nicht leicht. «Es gab spöttische Blicke und Gelächter von älteren Bauern. Manchmal habe ich deswegen geweint und mich völlig allein gefühlt – etwa wenn ich einen Anhän­ ger ankuppeln musste. Der Beruf ist tatsäch­ lich körperlich fordernd», sagt Tétaz. Also krempelte sie die Ärmel hoch und beschloss zu zeigen, was in ihr steckt. Mit Erfolg. Heute geniesst die Waadtländerin Res­ pekt in ihrem Umfeld. Ihr ist es wichtig, dass auf ihrem Hof mit den Menschen wert­ schätzend umgegangen wird. «Ich musste doppelt so viel leisten wie ein Mann, um dahin zu kommen», so Chantal Tétaz. Ihr Fazit: «Viele Frauen vollbringen Ausserge­ wöhnliches und sagen trotzdem noch ‹wir›, obwohl sie alles allein geschafft haben. Wir müssen uns sichtbarer machen. Nur so lassen sich Denkweisen verändern.»


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AKTUELL Freiwilligenarbeit

hne sie illige: O Freiw len­ ie v läuft in hts . hen nic B­ereic

«Ein ‹Danke› allein ­genügt

Karin Freiermuth, Sie forschen und beraten zum Thema freiwilliges Engagement. Engagieren Sie sich auch selbst?

definitiv nicht»

Ja. Seit 20 Jahren bin ich in verschiedenen Organisationen im Asyl- und Migrations­ bereich freiwillig engagiert. Als Schweizerin fühle ich mich privilegiert, und mir ist wichtig, Menschen zu unterstützen, die schwie­ rigere Ausgangslagen als ich haben.

Wer packt an? Wer hilft mit? Expertin Karin Freiermuth sagt, was Vereine tun müssen, um heute Freiwillige zu motivieren.

Für Vereine wird es immer schwieriger, Freiwillige zu motivieren. Waren Sie selbst nie demotiviert?

Text: Pierre Wuthrich

Nein, ich habe das Gefühl, dass meine Aufgaben sinnvoll sind. Dieses Engagement bringt auch mir viel.


AKTUELL

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Freiwilligenarbeit

Jetzt abstimmen! Jede fünfte Person in der Schweiz engagierte sich 2024 freiwillig in einer Organisation oder einem Verein. Damit sich diese Menschen auch langfristig mit Freude einsetzen, hat das MigrosKulturprozent einen ­Ideenwettbewerb ins Leben gerufen. Gefördert werden Projekte, die das Wohlbefinden der Freiwilligen stärken. Jetzt stehen die 25 Finalisten fest. Bis zum 5. September kannst du deine Stimme für dein Lieblingsprojekt abgeben. Die 15 Projekte mit den meisten Stimmen erhalten bis zu 30 000 Franken. Hier gehts zur Abstimmung:

tät und Zeitmangel geprägt. Wir wohnen in Zürich und arbeiten in Bern. Am Wochenende verbringen wir unsere Freizeit in den Bergen. Früher wohnte man in einem Dorf, arbeitete im Nachbardorf und engagierte sich im Turnverein des Dorfs, in dem schon die Eltern aktiv waren. Wenn sich die Menschen nach wie vor freiwillig engagieren und sich lediglich die Dauer verändert hat, haben wir trotzdem ein Problem?

Ja, wichtige Ressourcen und Erfahrungen gehen verloren, wenn Freiwillige ihr Engagement beenden. Die Organisationen müssen viel Zeit investieren, um immer neue Freiwillige zu gewinnen und auszubilden, die dann nicht lange bleiben. Bei Aufgaben mit Menschen ist es zudem nicht ideal, wenn ständig neue Betreuungspersonen zum Einsatz kommen. Gerade bei vulnera­ blen Menschen spielt eine vertrauensvolle, persönliche Beziehung eine wichtige Rolle. Übrigens sind aktive, aber demotivierte Freiwillige auch ein Problem, da die Qualität ihres Engagements abnimmt. Was können die Vereine tun, damit die Freiwilligen motiviert bleiben und nicht aussteigen?

Fotos: Getty Images, zVg; Montage: Migros-Magazin

Das sehen offenbar viele in der Schweiz nicht mehr so …

Das stimmt nicht. In der Schweiz lässt sich keine generelle Abnahme der Freiwilligenarbeit feststellen. Die Beteiligungsquote blieb in den letzten rund 15 Jahren stabil. Aber die Art des Engagements hat sich verändert. Das heisst?

Das traditionelle Engagement mit einer starken Bindung an einen Verein hat abgenommen. Viele Freiwillige mögen sich nicht mehr für einen längeren Zeitraum verpflichten, sondern bevorzugen projektbasierte und zeitlich begrenzte Engagements. Haben Sie dafür eine Erklärung?

Unser Leben ist heute viel mehr von Mobili-

sie sich bei Problemen oder nachlassender Motivation wenden können. Kann eine Art von Mitverantwortung die Bindung stärken?

Ja und nein. Aufgaben eigenverantwortlich zu übernehmen, stärkt schon das Gefühl der Zugehörigkeit. Freiwillige, die in Entscheidungsprozesse eingebunden werden, zeigen eine höhere Motivation und langfristige Bindung an die Organisation. Es gibt aber auch Leute, die das gar nicht suchen. Für diese kann zu viel Verantwortung abschreckend wirken oder zur Belastung werden. Sollten Vereine und Organisationen nicht auch ihre Strukturen überdenken?

Ja, denn es wird immer unwahrscheinlicher, dass sich Menschen für eine Amtszeit von vier Jahren verpflichten. Vereine sollten sich fragen, ob kürzere Amtszeiten möglich sind. Ist ein Co-Präsidium denkbar? Können Vorstandssitzungen auch online stattfinden? Solche Anpassungen sind zentral, um das freiwillige Engagement in der Zukunft zu sichern. Dies ist umso wichtiger, da viele Angebote – etwa Fahrdienste für ältere ­Menschen oder Pflege der Wälder – ohne Freiwillige gar nicht möglich wären.

Freiwillige möchten spüren, dass ihre Arbeit geschätzt wird. Fehlt diese Anerkennung, fühlen sie sich leicht ausgenutzt oder übersehen. Das kann dazu führen, dass sie die Motivation verlieren und ihr Engagement aufgeben. Reicht ein einfaches «Danke» als ­Anerkennung aus?

Ein allgemein formuliertes «Danke» an alle beispielsweise in einem Newsletter genügt definitiv nicht. Besser wäre es, die Aner­ kennung möglichst persönlich zu gestalten, ­damit sie glaubhaft und spürbar wird. Klar, das ist sehr aufwendig, aber wichtig. Die Begleitung von Freiwilligen ist nichts, was nebenbei passieren soll. Deshalb gibt es bei grösseren Vereinen Personen, die sich nur um die Freiwilligen kümmern. Dadurch ­haben sie auch eine Ansprechperson, an die

Karin Freiermuth (45) ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Nonprofit- und Public Management der Fachhochschule Nordwestschweiz. Sie ist Mitglied der Jury für den Ideenwettbewerb «Freiwilliges Engagement» der Mitmach-Initiative «Hier und jetzt engagiert» des Migros-Kulturprozents.


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RATGEBER Spartipps

Handarbeit: flicken statt neu ­kaufen

1

Flicken

2

Tauschen und weitergeben

Kinder wachsen aus ­Kleidern schnell heraus. Es lohnt sich, die Kleidung im Umlauf zu halten: ­Ent­weder gibt es kleinere ­Kinder in der Familie oder man nutzt Plattformen im I­ nternet, Secondhand-­ läden oder Flohmärkte. Werkzeuge und Geräte ­stehen oft die meiste Zeit herum. In der Zeit können andere Leute in der Um­ gebung sie nutzen – so ­entsteht gelebte Nachbar­ schaft. In Städten bieten sich Plattformen wie ­sharely.ch an.

Grosis

Haushaltshacks Flicken, Licht ausschalten, mit Zeitungspapier die Fenster putzen: Zehn Spartipps von einst, die noch heute funktionieren. Text: Claudia Schmidt

3

Fruchtschalen trocknen

Statt sie wegzuwerfen, trocknet man Apfelschalen für Tee oder als Knabberei. Wichtig: Die ­Äpfel vor dem Schälen gründ­ lich abwaschen und abtrocknen. Die abgeriebene Schale von Orangen und Zitronen aroma­ tisiert Zucker zum B ­ acken.

4

Kochwasser für Pflanzen

Das Kochwasser von Eiern enthält Mineralstoffe und ­eignet sich abgekühlt zum Giessen von Pflanzen. Früher sammelten viele Haushalte dieses Wasser gezielt in ­Kannen und nutzten es zur Bewässerung ihrer Pflanzen.

Fotos: Adobe Stock (3), Getty Images

Ein fehlender Knopf, ein Riss oder ein kaputter Reiss­ verschluss ­waren kein Grund für ­einen Neukauf. Es wurde genäht und geflickt. Selbst beim Faden hat Grosi ge­ spart und die Fäden von Teebeuteln zum Annähen von Knöpfen an Bett­ wäsche verwendet.


RATGEBER

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Spartipps

Butterpapier: ideal zum Einfetten von Kuchenformen

Einmachen: ­S aisongemüse das ganze Jahr im Glas

7

Günstige Eiweisslieferanten

5

Vorräte anlegen

Zur gelebten Saisonalität gehörte nicht nur das Kochen mit saisonalen Zu­ taten, sondern auch das Einkochen von Gemüse und Früchten in Zeiten des Überflusses. Heute besteht zwar keine so grosse Abhängigkeit mehr davon, doch der Grundgedanke bleibt aktuell: Aktionen bieten eine gute Gelegen­ heit, Lebensmittel dann einzukaufen, wenn sie ­besonders günstig sind.

6

Frucht- und Gemüsenetze zum Schrubben

Netze von Kartof­ feln, Zitronen oder Zwiebeln eignen sich zusammen­ geknüllt zum Rei­ nigen von Pfannen. So erhält Ver­­packungsmaterial ­einen praktischen zweiten Nutzen und ersetzt einen ­Scheuerschwamm.

Fleisch war in vielen Familien ein Sonntagsessen. Unter der Woche kamen trotzdem ­eiweissreiche und sättigende Gerichte auf den Tisch: ­Hülsenfrüchte wie Bohnen, Erbsen und Linsen gehörten zu den wichtigsten Zutaten der Alltagsküche. Dass sie heute wieder beliebt sind, überrascht kaum, schliesslich verbinden sie einen guten Nährwert mit Nachhaltigkeit.

8

Fensterputztrick

Fenster lassen sich mit Zeitungspapier nachputzen. So ­erzielt man streifen­ freie Glasflächen.

10

9

Nichts wegwerfen

Einfach ausschalten

Wer den Raum verlässt, macht das Licht aus. Das war fast in allen Häusern eine feste Regel, die eine Renaissance verdient. Auch der Ofen oder die Herdplatte wurde früher ausgeschaltet und das Essen mit der Restwärme fertig gegart.

Eine alte Zeitung sorgt für streifenfreie,­ ­saubere Fenster.

An der Butterverpa­ ckung bleibt oft etwas Butter zurück. Mit dem Papier lassen sich Kuchen- oder Auflauf­ formen einfetten. Die Tüte vom Bäcker wird für ein Sandwich für unterwegs wiederver­ wendet, Rüebligrün aromatisiert Suppen oder wird zum Pesto. 33 Prozent Rabatt 2500 Produkte in Aktion Vom 20. August bis 9. September läuft der Migros Mega Deal. Auf 2500 Produkte übers ganze Sortiment hinweg gibt es 33 Prozent Rabatt.


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GENUSS

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Warenkunde

Highlight Hanföl In der kalten Küche ist Hanföl mit seinem feinen nussigen Aroma vielseitig einsetzbar. Text: Dinah Leuenberger

Das kann man damit zubereiten Je nach Herkunft und Pressung schmeckt Hanföl von nussig, leicht süsslich bis frisch-grün. Zum Braten und Kochen ist Hanföl nicht geeignet, da Hitze die wertvollen Inhaltsstoffe und das feine Aroma zerstören kann. Stattdessen schmeckt es kalt: in Salaten, kalten Saucen und Dips oder als Finish über Ofengemüse und Bratkartoffeln. Nach dem Öffnen kühl lagern und rasch konsumieren.

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So wirds hergestellt

Vegetarisch fein

Ein Salat aus gehobeltem und ­gebratenem Rosenkohl, mit Quinoa und gekochten Eiern Hier gehts zum Migusto-Rezept:

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Hanf gehört zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt. In Europa und auch in der Schweiz wird Hanf seit Jahrhunderten angebaut. Hanföl entsteht aus den Samen der Nutzhanfpflanze und enthält kein rauschauslösendes THC. Es wird meistens kalt gepresst und behält so besonders viele s ­ einer Inhaltsstoffe, zum ­Beispiel Omega-3-Fettsäuren. Deshalb gilt es als hochwertiges Speiseöl.

Fotos: Migusto, Adobe Stock

Kochen mit Hanföl

Salatsauce

Topping

Käse und Brot

Falsche Nuss

Hanföl mit etwas Zitronensaft und Salz kombinieren: So kommt das nussige Aroma besonders zur Geltung. Schmeckt im grünen, ­Randen- und Gurkensalat.

Kurz vor dem Servieren ein paar Tropfen Hanföl über warme Suppen, ­Ofengemüse oder Pasta ­geben.

Hanföl harmoniert mit ­Frischkäse, Hüttenkäse oder Mozzarella. Auch einfach mit wenig Salz auf frischem Brot ergibt es eine schnelle Vorspeise.

Ein kleiner Löffel Hanföl passt in ­Birchermüesli, ­Joghurt oder ­Porridge – für eine feine Nussnote.


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GENUSS Schnelle Küche

So geht Zmittag ruckzuck Hunger, aber nur 15 Minuten Zeit? Mit diesen Rezepten und Tipps bereitest du im Nu ein vollwertiges Mittagessen zu. Text: Dinah Leuenberger


GENUSS

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Schnelle Küche

Polenta mit Tomaten-Salsa Die 2-Minuten-Polenta ist schnell serviert. Mit kühler Salsa aus Tomaten und Oliven, verfeinert mit Olivenöl, Knoblauch und Basi­ likum, wird sie zum Vegi-Hauptgericht.

Süsskartoffeltoast mit farbigem Hüttenkäse Kleine Mahlzeit für 4 Personen 4 kleine Süsskartoffeln à ca. 200 g ½ Bund Kräuter, z. B. Dill oder Schnittlauch 1 Peperoni 1 Becher Hüttenkäse à 200 g Salz Pfeffer

t l a k t k c e Schm auwarm oder l

1. Süsskartoffeln längs in ca.

5 mm dicke Scheiben schneiden. Im Toaster in 2–3 Durchgängen gar toasten. 2. Inzwischen Kräuter hacken,

Zucchettisalat mit Orecchiette an Pesto-Dressing Orecchiette, die kleinen «Öhrchen», schmecken mit Zucchetti und Pesto-Dressing sommerlich. Sie lassen sich gut vorbereiten und toppen – etwa mit Roastbeef.

Peperoni klein schneiden und beides mit Hüttenkäse mischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Auf den Süsskartoffelscheiben anrichten. TIPP Statt im Toaster Süss-

Hier kannst du die MigustoApp herunterladen.

Rezepte und Fotos: Migusto

kartoffelscheiben mit wenig Öl in einer Bratpfanne rösten.

Mehr Rezepte und Tipps auf Seite 27


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aus dem Boden – einige glatt wie Samt, andere durchlöchert wie ein Schweizer Käse und viele von innen hohl: die kappadokischen Höhlenwohnungen. Sie erleben das «Tal der Mönche», besuchen das historische Felsendorf Zelve, erhalten Einblick in die Knüpftradition der Region und spazieren durch die malerische Töpferstadt Avanos. 6. TAG / KAPPADOKIEN – TEPESI DELIK HAN – ANTALYA: Besuch der seldschukischen Karawanserei Tepesi Delik Han und anschliessend Fahrt durch das wildromantische Taurusgebirge zurück an die Türkische Riviera. 7. TAG / ANTALYA: In Antalya, einer der schönsten Städte der türkischen Riviera, besuchen Sie u.a. den malerischen Hafen, den Bazar und den Karpuzkaldiran-Wasserfall. 8. TAG / RÜCKFLUG oder BADEFERIEN: Rückflug nach Zürich oder Transfer in Ihr Badeferienhotel.

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GENUSS

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Schnelle Küche

Wenn es schnell gehen muss

Fortsetzung von Seite 25

1

Fixfertige Basics integrieren Vorgekochte Linsen, Kicher­ erbsen oder Bohnen aus dem Glas sowie Tiefkühlgemüse statt frisches Gemüse verwen­ den. Gekochte Eier im Kühl­ schrank bereithalten.

2

One-Pot statt Topfchaos Gerichte wie Pasta, Suppen oder Hülsenfrüchte in nur einer Pfanne kochen. So braucht der Abwasch ebenfalls wenig Zeit.

3 Pastrami-Wrap Vollkorn-Tortillas, gefüllt mit Pastrami, Salat, To­ maten und Kichererbsen­ aufstrich, werden in fünf Minuten zu einem feinen Mittagssnack.

h c n u L r e l Schnel itnehmen zum M

Clevere Zutaten nutzen Hüttenkäse, Mozzarella oder Thon aus der Dose sind proteinhaltig und brauchen nur wenig Zubereitung.

4

Fein schneiden Je kleiner das Gemüse, desto schneller ist es gar. Zudem mit geschlossenem Deckel kochen. Beides spart Zeit.

5

Warm und kalt Warmes wie Pasta oder Reis mit Kaltem mischen – Frisch­ käse, Cherrytomaten, Rucola. Das spart Kochzeit.

AprikosenTomaten-Salat Aprikosen har­ monieren wunderbar mit Tomaten und Burrata. Etwas Brot dazu, und schon steht der saftige Zmittag auf dem Tisch.

6

Wasserkocher nutzen Wasser für Pasta oder Gemüse im Wasserkocher kochen. So verkürzt sich die Kochzeit.

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MEINE REGION

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Migros Basel

Die Oldies im ­Kulturhuus Häbse sprühen noch immer vor Energie.

Viel Wirbel um einen falschen Gast

Text: Luzia Schmid-Zuberbühler; Foto: zVg

Ein angeblich reicher Investor sorgt im neuesten Stück des Ensembles «Die Dritte – e goldigi Generation» im Kulturhuus Häbse für richtig viel Aufruhr in der Seniorenresidenz. Für die Verwechslungskomödie «Jesses, Walti!» gibts vergünstigte Tickets. Mit «Jesses, Walti – dä bhalti!» steht im ­Kulturhuus Häbse in Basel auch diesen Frühherbst wieder die alte Garde auf der Bühne. Rinalda Caduff, Peter Richner, Susi von Lindenau Huber, Sylvia Bossart, Walter Aeppli und Hedy Kaufmann sind alle über 65-jährig – Letztere feierte dieses Jahr ihren 91. Geburtstag. Die einzige Ausnahme bildet Jungspund Rolf Boss (58). Die Komödie spielt passend dazu in einer Senioren­residenz. Im «Golden Goal» trifft Eile mit Weile auf Youtube-Ambitionen, und der Lift fährt – ganz im Sinn des Alters – meistens nur abwärts. Die Kasse ist leer und der Ruf ramponiert. Als der angeblich reiche Investor Walter Halter einzieht, nimmt das Unheil seinen Lauf. Während die leicht überdrehte PR-Frau Trixi und die chaoti-

sche Heimleiterin Lotti versuchen, den falschen Gast zum Retter aufzubauen, droht ­zwischen Empfangschefin Barbara und Walter, der es mit der Wahrheit nicht immer genau nimmt, das Gefühlschaos. Mittendrin: Heiri, der leicht zynische Abwart des Hauses, und Helen, die mit einem der neuen Heimbewohner eine Rechnung offen hat. Gold im Herzen

Bisweilen herrscht ein ziemliches Chaos. Das Stück zeigt aber auch die Wieder­findung einer verlorenen Familie und die Erkenntnis, dass wahres Gold nicht auf dem Bankkonto liegt, sondern in den Menschen, denen man begegnet. Die Komödie stammt aus der Feder von Marcel Rohr, dem ehemaligen Chefredaktor der «Basler Zeitung», der da-

mit seine ­Premiere als Theaterautor feiert. Regie führt Theaterchef Dani von Wattenwyl. Die Uraufführung findet am 10. September im Kulturhuus Häbse statt. Für die Vorstellungen gibt es vergünstigte Tickets. Vergünstigte Tickets Mit dem Promocode «Walti» gibts auf haebse.ch für alle Vorstellungen vom 10. bis 13. sowie vom 17. bis 20. September eine Vergünstigung von 10 Franken.

Migros-Kulturprozent


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REGIONALITÄT, DIE VERBINDET.

Magdalena und Moritz Fiechter, Himbeeren aus Zunzgen


MEINE REGION

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Migros Basel

Käsermeister ­Daniel Rohrbach am offenen Kupferkessel – bei der Produktion von Le Gruyère AOP zwingend vorgeschrieben.

Die Käsemacher

aus dem Jura Charaktervoller Gruyère oder würziger Bergkäse: An den Käsetheken der Migros Basel wartet eine grosse Vielfalt an «Aus der Region»-Spezialitäten aus dem Jura – hergestellt mit lokaler Milch und meisterhaftem Handwerk. Text: Luzia Schmid-Zuberbühler

Wer in diesen Tagen an die Käsetheke einer Filiale der Migros Basel tritt, darf sich auf einen ganz besonderen Neuzugang freuen: den «Aus der Region»-Gruyère mittelreif. Produziert wird er in der Fromagerie Miba SA in Develier, einer kleinen, hochmodernen Dorfkäserei im Kanton Jura, die zur Miba Genossenschaft gehört. Rund 3,3 Millionen Kilogramm Milch von 14 lokalen Bäuerinnen und Bauern werden dort jährlich zu Gruyère AOP verarbeitet. Wo Tradition auf Moderne trifft

Die Käserei unweit von Delémont wurde 2025 umfassend modernisiert und erweitert. Das Herzstück des Neubaus ist ein ­imposanter Reifekeller, der Platz für bis zu 3600 Laibe bietet. «Wir haben den Reife­ keller vergrössert und unsere Prozesse di­gi­ talisiert, um effizienter zu werden», erklärt

Fotos: Michelle Weber

r e f p u en K m o V sel in d kes eifekeller R

Käsermeister Daniel Rohrbach. «Das war alles nur dank des Neubaus möglich, da sich die alten Räumlichkeiten nicht für eine Erweiterung eigneten.» Doch bei aller moderner Technik bleibt die Seele des Käses traditionell: Gearbeitet wird in Develier am offenen Kupfer-­ kessel – eine Handwerksmethode, die bei der Herstellung von echtem Gruyère ­zwingend vorgeschrieben ist. Während der ­langsamen, mehrere Monate dauernden ­Reifung in den Veredelungskellern werden die Laibe regelmässig gewendet und mit einer Mischung aus Salz und Wasser ge­ waschen. Die Reifung dauert 5 bis 18 Monate. Ein Laib Le Gruyère AOP wiegt zwischen 25 und 40 Kilogramm. Der Teig hat eine feine Oberfläche, die sich leicht feucht ­anfühlt. Die fruchtigen Aromen können


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r M i g ro s

25 JAHRE

REGIONALITÄT, DIE VERBINDET.

Daniel Rohrbach, Gruyère aus Develier


MEINE REGION

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Migros Basel

Diese und weitere Spezialitäten «Aus der Region. Für die Region» gibts jetzt an den Käsetheken der Migros Basel zu entdecken! In der Froma­ gerie Miba in Develier reifen bis zu 3600 Gruyère-Laibe heran.

AdR Chaux-d’Abel per 100 g Fr. 2.85

AdR Freiberger Bergkäse Hat der Käseteig die richtige ­Festigkeit? Regel­ mässige Tests sind wichtig.

je nach Herkunft variieren und werden von einer sal­zigen Grundnote unterstrichen, die sich mit zunehmender Reife intensi­viert. Diese feine Balance zwischen traditio­ neller Käsekunst und modernsten Mitteln ­ prägt auch die Käserei Fromages Spielhofer in St.-Imier. Der von den Brüdern Cédric und Florian Spielhofer in zweiter Generation geführte Familienbetrieb stellt «Aus der ­Region»-Spezialitäten wie den Le Jura, den Chaux-d’Abel oder den Mont Soleil her. Das Geheimnis ihres Erfolgs ist die regionale Rohstoffqualität. «Wir arbeiten mit rund 60 lokalen Produzentinnen und Produzenten zusammen, die sich in einem Umkreis von 20 Kilometern befinden, alle auf über 700 Metern Höhe», sagt Florian Spielhofer. ­Besonders exklusiv geht es beim Mont Soleil zu: «Fünf unserer Bauern sind direkt am Mont Soleil ansässig und liefern aus­ schliesslich die Milch für unseren Mont-So­ leil-Käse.» In der Gemeinde Tramelan auf 1000 Me­ tern über Meer liegt die Fromagerie des Reussilles. Dort kümmern sich Edwin Schärli und sein Team um den beliebten Freiberger Bergkäse «Aus der Region». Die Milch für diesen Käse stammt von 27 Bauernfamilien der Region, deren Kühe im Sommer auf den

per 100 g Fr. 2.90

Auch die Beschrif­tung des Laibs erfolgt von Hand.

sattgrünen, bewaldeten Weiden der umlie­ genden Hügel frisches Gras und im Winter aromatisches Heu fressen. Jeweils morgens und abends liefern die Bauern die Milch per­ sönlich in der Käserei ab – ein echtes Stück Regionalität, das man mit jedem Bissen schmeckt.

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Jeder Käse hat seine eigene Geschichte

Dass sich eine traditionsreiche Geschichte und ein Blick in die Zukunft nicht ausschlies­ sen, beweist schliesslich die ebenfalls zur Miba Genossenschaft gehörende Fromagerie des Franches-Montagnes in Le Noirmont. Seit über einem Jahrhundert wird dort auf einem Hochplateau auf 1000 Metern Höhe Käse mit viel Charakter produziert. Kurze Wege und persönliche Beziehungen stehen im Zentrum. Bei der Produktion denkt man in Le Noirmont auch stark an die Umwelt: Das 2019 eröffnete, moderne Käsereigebäude samt interaktiver Schaukäserei nutzt für eine ressourcenschonende Herstellung gross­ flächige Solarpanels und heizt mit regionalen Holzschnitzeln. So erzählt jeder «Aus der Region»-Käse in der Auslage der Migros Basel seine ganz ­eigene, faszinierende Geschichte – aus dem Jura, für die Region.

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LEBEN Tanzen

Das Discofieber kennt kein Alter

Corinne Dutoit und Gérard Scheurer, beide 67, haben sich auf der Tanzfläche lieben gelernt. Sie nehmen an der grössten Seniorendisco der Welt teil und erzählen, was ihnen das Tanzen bedeutet. Text: Pierre Wuthrich


LEBEN

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Tanzen

«Es macht e ­ infach Spass»: Corinne Dutoit und ­G érard Scheurer tanzen beim Tanzen..

Fotos: Nicolas Brodard, Getty Images; Montage: Migros-Magazin

C

orinne Dutoit (67) erinnert sich: «Mit 13 hatte ich einen Auto­ unfall und sass danach bis zu meinem 17. Lebensjahr im Roll­ stuhl. Als ich nach einer langen Rehabilitation wieder gehen konnte, sagte mir ein Arzt, dass ich nun endlich wie an­ dere tanzen gehen könne.» Mehr als 50 Jahre später folgt die Freiburgerin diesem Rat noch immer und besucht regelmässig die Tanznachmittage der Pro Senectute. Dort lernte die Freiburgerin im vergangenen Winter ihren heutigen Partner Gérard Scheurer kennen. Doch um ein Haar hätten sich ihre Wege gar nicht gekreuzt. «Als ich sah, dass ich der einzige Mann im Saal war und zudem mit Abstand der Jüngste, wollte ich gehen. Doch die Organisatorin bat mich zu bleiben. Zum Glück habe ich auf sie gehört, denn kurz darauf kam Corinne herein», erzählt Gérard Scheurer (67). «Beim ersten Mal haben wir nur mit­ einander gesprochen. Bei der zweiten ­Seniorendisco wagten wir uns gleich an ­einen akrobatischen Rock’n’Roll», erzählt Corinne lachend. Das Paar erinnert sich noch heute daran, wie erstaunt die übrigen Gäste zuschauten. Langsam kamen sich die beiden näher. Auch die Küche wird zur Tanzfläche

Und wieder war es das Tanzen, das den Takt vorgab. «Eines Tages sah ich Gérard mit ­einer anderen Frau tanzen. Da wurde mir klar, dass ich einen so wunderbaren Mann nicht verlieren wollte», sagt Corinne. Sie gab ihrem Herzen einen Schubs und seither sind die beiden unzertrennlich und verpassen keine Gelegenheit, gemeinsam das Tanzbein zu schwingen. «Wir gehen zum Beispiel gern ins Mythic, einen Club in Freiburg, wo ein

100 vergünstigte Tickets für die grösste Seniorendisco der Welt DJ Musik aus den 1980er-Jahren auflegt», erzählt Corinne. Sie findet es schade, dass es so wenige Tanzveranstaltungen speziell für ältere Menschen gibt. Aufhalten lassen sich die beiden davon nicht. Regelmässig schie­ ben sie die Möbel in Corinnes Wohnung zur Seite und machen das Wohnzimmer oder die Küche zu ihrer Tanzfläche. An Energie mangelt es den beiden jeden­ falls nie. «Beim Tanzen entspannt man sich körperlich und mental. Man kann loslassen, Probleme für eine Weile vergessen und fühlt sich frei», sagt Gérard. Corinne ergänzt: «Ausserdem stärkt es die Muskulatur, was in unserem Alter besonders wichtig ist. Und es macht einfach Spass.» Dübendorf wird zum Mekka der Ü-60

Mit ihrer Begeisterung sind sie längst nicht allein. Immer mehr Seniorinnen und Senio­ ren zieht es auf die Tanzfläche. An einer von der Pro Senectute organisierten ESC-Disco nahmen 2025 in Basel rund 1300 Personen teil. Der Erfolg führte dazu, dass die Orga­ nisatoren jetzt noch grösser denken. Am 12. September soll in Dübendorf ZH die weltweit grösste Disco für Menschen über 60 stattfinden. Bereits mehr als 2500 Personen haben ein Ticket gekauft. Natürlich auch Gérard und Corinne. Trotz der deutsch-französi­ schen Sprachbarriere wollen die beiden Ver­ liebten neue Bekanntschaften schliessen. «Wir haben noch nie Tänzerinnen oder Tän­ zer getroffen, die uns nicht sympathisch waren», sagen sie beide. Und wirken dabei wie ein Paar, das keine Gelegenheit ­auslässt, das Leben in vollen Zügen zu g­ eniessen. Programm der Disco: → suissedisco.ch

Exklusiv für das Migros-­ Magazin stellt Pro Senectute 100 Tickets zum Sonderpreis von 11 statt 21 Franken für die «SUISSE DISCO 60+» vom 12. September in Dübendorf zur Verfügung. Die Tickets sind ausschliesslich online erhältlich. Es gilt das Prinzip «first come, first served». Maximal kann man zwei Tickets pro Person beziehen. Je nach Browser oder End­ gerät kann es nötig sein, auf «Zugangsschlüssel eingeben» zu klicken und den Code «Migros» im entsprechenden Feld einzugeben, um von der Vergünstigung zu profitieren. Hier gehts zu den vergünstigten Tickets:


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LEBEN Ausflüge

Bergamo (I) Bergamo liegt rund 50 Kilometer nordöstlich von Mailand. Die Stadt besteht aus zwei Ebenen: der lebendigen Unterstadt und der historischen Città Alta auf einem Hügel. Mit der Standseilbahn gehts in wenigen Minuten hinauf in die Oberstadt, die von Stadtmauern aus dem 16. Jahrhundert umgeben ist. Mit ihren Gassen, Plätzen und Palazzi zählt sie zu den am besten erhal­ tenen Altstädten Norditaliens.

Das musst du sehen: Das Herz der Città Alta ist die Piazza Vecchia. Gleich da­ neben stehen die Basilika Santa Maria Maggiore und die reich verzierte Cap­ pella Colleoni, eines der bedeutendsten Renaissancebauwerke Norditaliens. Tipp: Ein Spaziergang auf den Stadt­ mauern rund um die Città Alta gehört für viele zum Höhepunkt eines BergamoBesuchs. Von den Wegen entlang der Mauern reicht der Blick über die Dächer der Stadt bis in die Alpen.

Das Gute

Freiburg im Breisgau (D) Am Fuss des Schwarzwalds liegt Freiburg im Breisgau. Viel Sonne, lauschige Gassen und eine lebendige Altstadt verleihen der Stadt fast mediterranes Flair. Freiburg gehört zu den sonnigsten Städten Deutschlands.

Das musst du sehen: Das Freiburger Münster (Bild o. l.) ist das Wahrzeichen der Stadt. Rundherum zieht sich von Montag bis Samstag der Münstermarkt mit regionalen Produkten und Blumenständen. Hier gibts auch die berühmte «Lange Rote»: eine 35 Zentimeter lange Bratwurst im Brötchen, klassisch mit Senf. Charakteristisch für Freiburg sind die «Bächle», kleine Wasserläufe, die sich durch die Altstadt schlängeln. Tipp: Rooftop Bar Breuninger: über den Dächern Frei­ burgs einen Drink geniessen und mit dem Blick aufs Münster einen der schönsten Ausblicke der Stadt.

liegt so nah Warum in die Ferne reisen, wenn spannende Entdeckungen ganz in der Nähe warten? Fünf Anregungen für Kurztrips in Städte im nahen Ausland, die Geschichte, Kultur und Genuss bieten. Text: Heidi Bacchilega


LEBEN

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Ausflüge

Dijon (F) Dijon liegt näher bei Genf und Basel als bei Paris. Von der Schweiz aus ist die Stadt bequem per Direktzug erreichbar. Die Stadt war einst Hauptstadt des mächtigen Herzogtums Burgund und zählt heute zu den kulturellen Zentren der Region. In der Altstadt wechseln sich Fachwerkhäuser, prächtige Stadtpalais und lebendige Plätze ab. Bekannt ist Dijon für seinen Senf, dessen Geschichte mehrere Jahrhunderte zurückreicht.

Das musst du sehen: Die Eule ist das Wahrzeichen der Stadt und zugleich Wegweiser für den «Parcours de la Chouette». Der rund drei Kilometer lange Rundgang führt zu 22 Sehenswürdig­ keiten, darunter der Herzogspalast, der Place de la Libération und die Kirche Notre-Dame de Dijon (Bild o.). Tipp: Die Eule an der Kirche Notre-Dame gilt auch als Glücksbringer. Wer sie mit der linken Hand berührt und sich dabei etwas wünscht, dem soll der Legende nach bald Glück beschieden sein.

Turin (I) Turin war die erste Hauptstadt des vereinten Italiens und ist bis heute von seiner königlichen ­Vergangenheit geprägt. Prächtige Plätze, Barockbauten und kilometerlange Arkaden verleihen der Stadt ein elegantes Gesicht. Der Fluss Po durchzieht die Hauptstadt des Piemonts, die für ihre Cafékultur, Schokolade und ihre lebendige Museumslandschaft bekannt ist.

Das musst du sehen: Die Mole Antonel­ liana (Bild u.) ist das Wahrzeichen Turins. Der 167 Meter hohe Bau beherbergt heute das Nationale Filmmuseum. Von der Aus­ sichtsplattform eröffnet sich ein weiter Blick über die Stadt bis zu den Alpen. Tipp: Im traditionsreichen Caffè Al Bicerin die Turiner Spezialität «Bicerin» probieren – ein Getränk aus Espresso, Schokolade und Milch, das hier seit dem 18. Jahrhundert serviert wird.

Fotos: Adobe Stock (2), FWTM-Spiegelhalter, Turismo Torino e Provincia/Andrea Guermani, Baden-Baden Kur & Tourismus GmbH

Erhaben: die historische Città Alta von Bergamo

Baden-Baden (D) Baden-Baden zählt zu den bekanntesten Kurorten Eu­ropas. Die Stadt am Rand des Schwarzwalds verdankt ihren Ruf den Thermalquellen, die bereits von den Römern genutzt wurden. Historische Bäder, elegante Villen und weitläufige Parkan­ lagen erinnern an jene Zeit, als sich hier Europas Adel traf. Heute lädt die charmante Altstadt zum Flanieren ein.

Das musst du sehen: Das Kurhaus mit seinem berühmten Casino gilt als Wahrzeichen der Stadt. Ebenfalls sehenswert sind die Trinkhalle, die Lichtentaler Allee (Bild r.) und das Museum Frieder Burda mit seiner modernen Architektur und wech­ selnden Kunstausstellungen. Tipp: Ein Bad im Thermalwasser gehört dazu. Besonders beliebt sind die moderne Caracalla Therme und das historische Friedrichsbad mit seiner eindrucksvollen Architektur.


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LEBEN Ausbildung

Passt! Livia Rakonić hat im MigrosRestaurant in Brugg die passende Lehrstelle gefunden.

Lehrstelle gesucht,

Familie gefordert Im August beginnt für viele Jugendliche die Berufswahl. Was viele Eltern erst dann merken: Allein kriegen das die oft erst 13-Jährigen nicht hin. Doch wie viel Unterstützung braucht es, und wann wird der Druck zu gross? Text: Katja Fischer De Santi

Fotos: Andrea Zahler


LEBEN

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Ausbildung

L

ivia Rakonić ist glücklich. An­fang August hat sie ihre Lehre als Systemgastronomiefachfrau begonnen. Die abwechslungsreiche Arbeit in der Küche, an der Kasse und am Büffet gefällt ihr sehr. Doch bis ins Migros-Restaurant in Brugg AG war es für die 15-Jährige ein langer Weg. Ihre Mutter ist erleichtert. «Ich habe mir eine Weile wirklich Sorgen um L ­ ivias Zukunft gemacht», sagt Iduna Rakonić. Die vergangenen eineinhalb Jahre Berufswahl und Lehrstellensuche seien a­ nstrengend gewesen. «Livia hatte lange keinen klaren Plan, und ich hatte Angst, dass ihr die Zeit davonläuft.» Tatsächlich sind Eltern in der Schweiz stark gefordert, wenn es um die Berufswahl ihrer Kinder geht. Der Startschuss fällt mit dem Beginn der zweiten Sekundarschule, viele Buben und Mädchen sind dann erst 13 Jahre alt. Kinder noch, die meist wenig Lust haben, sich mit ihrer Zukunft auseinanderzusetzen. Zur Auswahl stehen zudem über 240 Lehrberufe, allein die Migros bietet 55 verschiedene Berufe zur Ausbildung an. Zwei Drittel der Jugendlichen in der Schweiz entscheiden sich für eine Lehre. Und befinden sich in der komfortablen Lage, dass es genügend Ausbildungsplätze gibt. Laut Berufsbildung Schweiz ist der Lehrstellenmarkt äusserst stabil, es gibt jedes Jahr noch im Sommer Tausende freie Stellen. Ein Anruf reicht heute nicht mehr

Aber der Markt ist zweigeteilt. Beliebte Berufe in Büro, Verwaltung und Informatik sind hart umkämpft und schnell vergeben. Bereits für Schnupperlehren müssen ganze Bewerbungsdossiers eingereicht werden. «Ein Anruf reicht oft nicht mehr», sagt ­Andres Züger, Berufsberater beim Laufbahnzentrum der Stadt Zürich. Zudem verlangten Firmen für begehrte Lehrstellen neben einem guten Zeugnis Eignungstests wie den kostenpflichtigen Multicheck oder Bewerbungsvideos. In anderen Branchen wie Detailhandel oder Baubranche herrsche dagegen ein Mangel an Bewerbungen, und für Jugendliche stünden die Chancen gut, eine Stelle zu bekommen. Alleingelassen werden die Jugendlichen in diesem Prozess nicht. Schulen und Berufsberatungen begleiten sie mit Berufswahlkunde, Schnupperwochen und Informationsveranstaltungen eng durch die Berufswahl. Trotzdem, sagt Iduna Rakonić, habe sie sich oft allein gefühlt mit der Sorge, ob ihre Tochter eine passende Lehrstelle finde. Ganz ohne elterliche Unterstützung gehe es nicht, sagt auch André Woodtli, Leiter des Amts für

Jugend und Berufsberatung des Kantons Zürich. Das persönliche Netzwerk bei der Suche nach Schnuppermöglichkeiten zu aktivieren oder Bewerbungsschreiben zu überarbeiten, seien wichtige Hilfestellungen. Aber: «Eltern sollen Berater sein und keine Kon­ trolleure. Die Jugendlichen müssen selbst Verantwortung übernehmen.» Und genau daran hapere es öfter. Interpassivität nennt es Woodtli, wenn Eltern immer aktiver werden, während die Jugendlichen immer passiver werden und zeitweise völlig blockieren. Irgendwann war Livia erschöpft

Das war auch bei Livia so. Während ihre ­Mutter versuchte, bei der Lehrstellensuche ­dranzubleiben, zog sich ihre Tochter zurück. «Livia war irgendwann richtig erschöpft», so Iduna Rakonić. Sechs Schnupperlehren hat sie absolviert. Vieles gefiel ihr gar nicht, für anderes hatte sie nicht die passenden Fähigkeiten. Irgendwann konnte sie die Frage «Welche Lehre machst du?» nicht mehr hören und fand, ihre Mutter mache zu viel Druck. Wenn vom eigenen Kind nichts mehr komme, solle man unbedingt eine Pause einlegen, rät André Woodtli. Und keine Vorwürfe machen. Fachpersonen schätzen, dass für rund 20 Prozent der Jugendlichen der direkte Einstieg in eine Ausbildung zu früh kommt. «Für diese ist es klüger, ein Zwischenjahr anzuvisieren.» Dem stimmt auch Berufsberater Züger zu. Die Brückenangebote seien eine wichtige Hilfestellung für diese Jugendlichen. Livia hat erlebt, wie belastend die Lehrstellensuche werden kann. In ihrer Klasse im Kanton Aargau würde fast ein Drittel das 10. Schuljahr anhängen. «Wer keine Hilfe von zu Hause bekommt, hat keine Chance», ist sie überzeugt. Ihre Mutter nickt: «Ich habe ab und zu in ihrem Mailkonto nachgeschaut, um zu sehen, was reinkommt und um sie bei ­ Bedarf unterstützen zu können.» Sie wisse, dass das nicht ideal sei, «aber ich kenne viele ­Eltern, die in einer solchen Situation auch so gehandelt haben». Dass Livia heute in der Gastronomie arbeitet, war nicht absehbar. Anfangs hatte sie sich im Bereich Logistik gesehen. Mehrere Schnupperlehren waren erfolgreich, sie machte sich berechtigte Hoffnungen. Dann kamen die Absagen. Sie stand wieder ganz am Anfang. «Das war der schwierigste Moment», sagt ihre Mutter. An diesem Punkt seien Eltern besonders wichtig, sagt André Woodtli. Nicht als Manager, sondern als emotionale Stütze. «Sie müssen weiterhin an ihr Kind und an eine gute Fortsetzung auf Seite 43

Wie Eltern helfen können 1

Austausch auf Augenhöhe Gespräche anbieten, aber nicht alles abnehmen. Der oder die Jugendliche muss in der Verantwortung bleiben.

2 Fragen

«Wo brauchst du Hilfe? Wie kann ich dich unterstützen?» Und dann auch nur das machen. Beraten statt kontrollieren!

3 Entscheide akzeptieren

Egal für welchen Beruf sich das Kind entscheidet: unterstützen, statt in eine Richtung drängen.

4 Netzwerk aktivieren

Beziehungen der Eltern können helfen, Schnupperlehren zu finden. Gespräche mit Gotte, Onkel oder Grosseltern ­eröffnen neue Perspektiven.

5 Druck rausnehmen

Wenn nichts mehr geht, das Thema einige Wochen ruhen lassen. Frühzeitig Brücken­ angebote prüfen oder eine Berufsberatung beiziehen.

Links für die Lehrstellensuche:

→ berufsberatung.ch → lehrstelle.ch → gateway.one → yousty.ch


42

LEBEN Ausbildung

Fortsetzung von Seite 41

Lehrstellen bei der Migros 55 Lehrberufe, 3300 Lernende: Die Migros ist die grösste Ausbildnerin in der Schweiz. Ob in der Filiale, im Büro, im Labor oder in der Gastronomie: Junge Menschen erhalten hier eine tolle Chance für den Einstieg ins Berufsleben. Jetzt sind auf der Migros-Jobplattform Hunderte neue Schnupperlehren und Lehrstellen mit Start Sommer 2027 aufgeschaltet. Schau rein und bewirb dich:

Iduna Rakonić stand ihrer Tochter bei der Suche beratend zur Seite.

→ jobs.migros.ch/de/lehre

Lösung glauben. Das ist enorm wichtig.» Ähnlich sieht es Andres Züger: «Die Eltern sind die wichtigsten Influencer ihrer Kinder.» Oft genügten beiläufige Bemerkungen, um Wünsche der Jugendlichen zu prägen. Bei Livia war es der Grossvater, der den entscheidenden Hinweis gab. Um seine ­Enkelin zu unterstützen, suchte er im Internet nach freien Lehrstellen und stiess auf die Ausschreibung als Systemgastronomiefachfrau im Migros-Restaurant in Brugg. Er hatte früher selbst in der Gastronomie ge­ arbeitet und ermunterte seine E ­ nkelin, sich zu bewerben – für Livia ein Glücksfall. Im Februar folgte dann eine einwöchige Schnupperlehre. «Da hatte ich zum ersten Mal ein wirklich gutes Gefühl.» Nur eine Woche später erhielt sie die erlösende Z ­ usage. Die Erleichterung in der Familie war gross. Rückblickend habe wohl alles genau so kommen müssen, sagt Iduna Rakonić. Livia nickt. «Ich bin froh, dass nicht alles nach Plan gelaufen ist. Sonst hätte ich vielleicht nie gemerkt, was wirklich zu mir passt.»

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LEBEN Kolumne

r s nu Alle se Pha e n i e

Ressortleiterin Katja Fischer De Santi schreibt jede zweite Woche über das chaotische, schöne Leben als mittelalte Frau und Mutter von Teenagersöhnen. Sie lebt am Bodensee und arbeitet in Zürich.

Foto: Dan Cermak

Nicht ohne meine weissen Socken Es muss ein weltweites Teenagertreffen gegeben haben, von dem wir Mütter und Väter nichts wissen. Ein ge­ heimer digitaler Gipfel der männlichen Generation Z, auf dem via Social Media ein unumstössliches Gesetz beschlossen wurde: Ab sofort trägt der Teenagersohn von Welt absolut und ausschliesslich schneeweisse ­Socken. Hochgezogen bis zur Wade. Grundsätzlich wäre mir die Beinkleidästhetik meiner Jungs ja völlig egal. Das mit den weissen Socken hatten wir schon mal, irgendwann in den 1990ern. Das eigent­ liche Problem ist, wie multifunktional meine Söhne diese Socken einsetzen. In ihrem Universum funktio­ nieren sie wie Allwetterreifen. Man läuft mit ihnen über frisch gemähten Rasen zum Trampolin, geht zum Brief­ kasten und trägt sie in Adiletten selbst am Sandstrand bei 35 Grad. Nicht ohne meine weissen Socken, lautet das globale Teenagermantra.

Dass die Dinger dabei unfassbar dreckig werden, dass man auch barfuss gehen könnte, dass manche Socke schon nach dreimal tragen richtig zerfetzt ist und ich ständig für Nachschub sorgen muss – alles keine Ar­ gumente für meine Kinder. Als ob ich Verse aus einer längst vergangenen Welt vortragen würde. Gesetzmäs­ sigkeiten, die für sie keinen Belang haben. Ich versuche es ja zu verstehen: Ist die Welt da draussen für sie so hart und ungemütlich, dass sie sich permanent einen flauschigen Kokon über die Knöchel ziehen müssen? Oder herrscht bei den Jungs plötzlich eine grassierende Fussscham, finden sie ihre Zehen ganz furchtbar? Sind ihre Füsse zu individuell? Vielleicht ist es auch die nackte Angst vor Fusspilz. Wobei, nein, das ist es ganz sicher nicht. Doch ich wasche diese Härtefälle nicht mehr. Selbst 60 Grad mit Einweichen bringt die Teile nicht mehr weiss. Wenn die zarten Füsschen der heutigen Jugend keinen Direktkontakt mit der Erde aushalten, dann müssen sie sich das auch etwas kosten lassen. Socken sind ab sofort Privatsache, müssen vom Taschengeld finanziert und selbst gewaschen werden. Ich denke, es wird nicht lange dauern und sie werden barfusslaufen.

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ital.: Tiger

schriftliche Mitteilung

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griechische Unheils3 göttin

Wahlkreis des Kantons Luzern

Erweiterung eines Hauses

Tatkraft

Schmutzwasserlache

spanisch: nein

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Schauder

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ugs.: Gefängnis

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französisch: See

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japan. Saiteninstrument

Top-Level-Domain von Südafrika

chem. Zeichen für Zinn Prüfungen Waffelgebäck mit Eis

Gaben

3

öliges Vorname Fisch- der fett Lemper

kleine Fahne

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8

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ärztl. Arzneiverordnungen

kleines Bücherregal

Unterwassergefährt

Vorname des Sängers Ramazzotti nicht gebraucht

2

dt. KurzInhaber form von (Abk.) Eduard

in guter Kondition uneigennütziger Mensch

englisch: essen latein.: id est (Abk.)

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nicht mager

grossartig

1

französisch: verrückt

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Mitarbeitenden des Gewinnspielveranstalters sowie Gewinnspielvereine, automatisierte Dienste und weitere professionalisierte/gewerbliche Teilnehmende. Gewinner/-innen werden schriftlich benachrichtigt und mit Namen und Wohnort veröffentlicht. Seit September 2023 ist die kostenlose Teilnahme an Verlosungen ausschliesslich online möglich.

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1 Wie heisst der oberste Halswirbel? D Halal

T Palace

3 4 9 1 6 5 1 1 7

Wer ist mit Abstand der grösste Kiwiproduzent der 3 Welt? V Neuseeland P China B Italien

8

4 Was ist Krill?

7 9 1 3

E ein Krebstier

L eine Alge

Auf welchen Papst geht unser heutiger Kalender 5 zurück? S Clemens XIV. G Innozenz III. L Gregor XIII.

3

6 Wie lautet der Plural von «Status»? L Status

R Staten

Die Zahl bei jeder Spalte oder Zeile bestimmt, wie viele Felder durch Schiffe besetzt sind. Diese dürfen sich nicht berühren und müssen vollständig von Wasser umgeben sein, sofern sie nicht an Land liegen.

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K Atlas

Welcher Film wurde vollständig mit 70-mm-IMAX2 Kameras gedreht? A Die Odyssee L Titanic G Batman

T ein Vogel

Schiffe versenken

Sudoku

M Statusse

1 4 1 3 0 4 0 3 1 3

4

9 5 6 3

3 4 5 2 4 4 6 5 9

2 2 4 4 0 1 0 0 4 4 1

7 Was ist ein Hauptmerkmal der Demokratie? N Polizeistaat

R Kapitalismus

E Gewaltenteilung

Lösungswort

Kinderrätsel

Paroli

2 × 100 Franken zu gewinnen Trage die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Das Lösungswort ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1 bis 5. www.migmag.ch/paroli

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3

4

Finde das Quadrat Miguel und Mello haben ein gutes Auge – du auch? Kannst du herausfinden, wo die quadratischen Ausschnitte im grossen Bild zu finden sind?

2

L

4 1

3

5

5

Rätsel online lösen & kostenlos teilnehmen: www.migmag.ch

Teilnahmeschluss ist der Dienstag, 1.9.2026, um 24 Uhr. Die Teilnahmebedingungen findest du auf der ersten Rätselseite. Lösungen & Gewinner früherer Ausgaben: www.migmag.ch/raetsel

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