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Migros magazin 35 2016 d ne

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MM35, 29.8.2016 | www.migrosmagazin.ch

Menschen und ihre Tattoos Seite 32

Harry Potter ist erwachsen Seite 42

Down-Syndrom

Bild: Monika FlĂźckiger

Lias ist anders. Er zeigt seinen Eltern und Geschwistern jeden Tag, was wichtig ist im Leben Seite 108


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6 | MM35, 29.8.2016

32

D Editorial

Ehrlich und transparent Die Ungläubigkeit triefte aus jedem Wort: «Das gibt zu denken», schrieb der Mediennachrichtendienst «Horizont» konsterniert. «Das Kundenmagazin der Migros erscheint glaubwürdiger als die Sonntagsblätter der Tamedia und der AZ Medien.»

Marke

1. Neue Zürcher Zeitung (1) 2. Radio SRF 1 (2)

3. NZZ am Sonntag (3) 4. SRF 1 (4) 5. SRF 2 (5)

6. Radio SRF 3 (6)

7. Tages-Anzeiger (7) 8. Migros-Magazin (8) 9. Sonntagszeitung (9) 10. Schweiz am Sonntag (--) © Publicom MediaBrands

2016

Das Migros-Magazin gehört Was war passiert? Das Beratungsunter- zu den zehn glaubwürdigsten Medien der Schweiz. nehmen Publicom hat in einer grossen Meinungsumfrage die Beliebtheit, Glaubwürdigkeit, Relevanz, kurz: die Stärke der schweizerischen Medienmarken untersucht. Es ist unter anderem zum Ergebnis gekommen, dass das Migros-Magazin zu den zehn glaubwürdigsten Medien der Schweiz gehört. Und dass zehn Prozent der Schweizer das Migros-Magazin gar als ihr Lieblingsmedienprodukt bezeichnen.

Kann das sein? Dass das Publikum einem Kundenmagazin mehr vertraut als einer gestandenen Zeitung? Durchaus. Aber dazu gehören zwei Faktoren: Die Firma, die das Magazin herausgibt, muss selber eine hohe Wertschätzung beim Publikum haben. Das ist bei der Migros sicher der Fall. Sie gehört seit Jahren zu den beliebtesten Firmen der Schweiz und führt die Rangliste meist auch an. Und das Kundenmagazin muss kontinuierlich authentische Arbeit bieten. Es muss transparent und ehrlich sein – und seine Leserschaft ernst nehmen. Transparenz und Kontinuität. Keine überdrehte Showtime, kein überflüssiger Firlefanz, sondern glaubwürdige, verständliche Information, gut aufgemacht, unterhaltend und spannend präsentiert. Wir müssen die Welt nicht jede Woche neu verkaufen, wir dürfen aber nie aufhören, sie zu erklären. In Zeiten, in denen sich ein Teil der Öffentlichkeit den klassischen Medien konsequent verweigert, nichts mehr mit den «Lügenmedien» zu tun haben will, ist es wichtig, dem grassierenden InfoWahnsinn im Internet («Beweis! Hillary Clinton ist eine Hexe!») etwas Verlässliches entgegenzustellen. Liebe Leserin, lieber Leser, danke für das Vertrauen, das Sie uns entgegenbringen. Hans Schneeberger, Chefredaktor hans.schneeberger@migrosmedien.ch

42

«Ich begegne dauernd Leuten, die sich dafür bedanken, dass ich Teil ihrer Kindheit war» Daniel Radcliffe, britischer Schauspieler


MM35, 29.8.2016 | 7

22

Menschen 10 Diese Woche

Der Ärztemangel in der Schweiz spitzt sich zu. Was tun? 12 Luxus ist ihr Job

Sie leben im Luxushotel, ohne es geniessen zu können. Sie arbeiten. Fünf Porträts 21 Bänz Friedli

Leben

22 Hochzeit ja, Kirche nein

107 Knigge

Heiraten in der Kirche kommt für viele überhaupt nicht infrage. Sie wollen den Ort für ihre Hochzeit selber wählen

Wann ist es angebracht, eine Person mit ihrem Doktortitel anzureden?

32 Mein Tattoo, meine Story

Lias Gerber (3) hat das Down Syndrom. Seine Familie empfindet dies als Bereicherung

Fünf Menschen mit Tattoos über den Grund und die Bedeutung ihrer Tätowierung 40 Leserforum 42 Interview

Bilder: Vera Hartmann, Roshan Adhihetty, Maarten de Boer/Kontributor/Getty Images, Claudia Linsi

61

76 Feines aus der Region 82 Alleskönner Kokosöl 86 Für Sammler: Farmmania 90 Alnatura für Babys 94 Genuss ohne Fleisch 97 Die Pflaumen-Aprikose 98 Herbstputz mit Potz & Co. 101 Filter für Leitungswasser 102 Leggins zum Verlieben 104 Ein wenig Rot tut not

108 Familie

115 Ernährung

Was gehört wohin in einen Kühlschrank und was nicht?

Schauspieler Daniel Radcliffe über seinen langen Weg weg von Harry Potter

117 Gesundheit

Migros-Welt

119 Digital

51 Migros-Woche 53 Von uns. Von hier.

120 Kinder

55 Neues aus der Region Aktionen, Reportagen, News

123 Zoodoktor 124 Leseraktion 126 Rätsel / Impressum

61 Samtige Verführerin Aprikosen lassen sich für süsse und salzige Gerichte verwenden. Drei Rezepte

Morgengymnastik hat nur Vorteile. Fünf Übungen Musikgenuss ohne Kabelsalat Alles über Murmeltiere

132 Meine Welt SRF-Wetterexperte Thomas

Bucheli: So lebt er, das liebt er

M-Infoline: Tel. 0800 84 0848 oder Fax 0041 44 277 20 09 (Ausland). www.migros.ch/kundendienst; www.migros.ch Cumulus: Tel. 0848 85 0848* oder +41 44 444 88 44 (Ausland). cumulus@migros.ch; www.migros.ch/cumulus Redaktion Migros-Magazin: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Tel. 058 577 12 12, Fax 058 577 12 08. redaktion@migrosmagazin.ch; www.migrosmagazin.ch * Normaltarif

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Menschen MM35

Darauf freuen wir uns Tag des Kinos Erstmals findet dieser Anlass am 4. 9. in 250 Kinos der Schweiz statt. Eintrittspreis an diesem Sonntag: 5 Franken. Europäischer Tag jüdischer Kultur An neun Schweizer Orten

werden am 4. 9. Konzerte, Museums- und Synagogenbesuche organisiert; www.jewisheritage.org

Unnützes Wissen

Europäische Reise In der Londoner U-Bahn werden pro Jahr 75 000 Regenschirme vergessen. Der Hauptbahnhof Leipzig ist Mein Bild der Woche «Als einstiger Hausautor des Theater Basel habe ich mich ver-

Bilder: Keystone, Reinhard Maximilian Werner, Bruno Bolinger

und Träger des Salzburger Stiers.

Hörprobe

Entschuldigung, was hören Sie gerade? Désirée Klinger (30), Bardame, Zürich

a) «No one» von Alicia Keys b) «Kiss me» von Sixpence None the Richer c) «Mul Mantra» von Snatam Kaur

Antwort c): Die Musik entspannt, beschwingt und tut der Seele sehr gut.

Gabriel Vetter (33) ist Satiriker

gangene Woche wahnsinnig über etwas gefreut: Das Haus ist zum zweitbesten deutschsprachigen Theater der vergangenen Saison gewählt worden. Ein fulminanter Einstand für den neuen Intendanten Andreas Beck. Vor allem die Sparte Schauspiel, die in Basel längere Zeit eher stiefmütterlich behandelt worden war, hatte schon nach der ersten Saison beim Publikum und bei der Kritik enormen Eindruck hinterlassen. Das Foto zeigt eine Szene aus «John Gabriel Borkman» unter der Regie von Hausregisseur Simon Stone. Die Produktion wurde von der Zeitschrift «Theater heute» zur Inszenierung des Jahres 2016 gewählt. Chapeau!»

der grösste Kopfbahnhof Europas. In der Wiener Hofburg befinden sich mehr als 3000 Zimmer. Das erste Kaffeehaus Europas eröffnete 1647 in Venedig. In Deutschland existieren neun World Trade Center: in Berlin, Bremen, Dresden, Frankfurt (Oder), Hamburg, Kiel, Köln, Rostock und Stuttgart. Prinz William wurde im Musikzimmer des BuckinghamPalasts geboren. Quelle: Unnützes WienWissen, Neon/Stern


10 | MM35, 29.8.2016 | MENSCHEN

Wie oft gehen Sie zum Arzt? www.migmag.ch/ umfrage

Umfrage Letzte Woche fragten wir:

Diese Woche

Was ist dran am Medizinermangel? Die Schweiz als Arbeitsort steht bei deutschen Ärzten derzeit weniger hoch im Kurs als in den vergangenen Jahren. Das spitzt den oft beklagten Ärztemangel zu. Die Lücke könnten Mediziner aus Griechenland oder Rumänien füllen – was allerdings nicht überall gut ankommt. Text: Reto E. Wild

Was machen Sie bei Minuszinsen? 27% Ich investiere in

Immobilien, Autos, Wein oder Gold. 31% Ich lasse mein Geld, wo es ist – auf der Bank. Minuszinsen tun nicht wirklich weh. 42% Ich bunkere mein Geld zu Hause, im Tresor oder unter dem Kopfkissen.

Zahlen und Fakten

4

Mal pro Jahr geht ein Schweizer durch­ schnittlich zum Arzt. In Deutschland beträgt der Vergleichswert über 8.

Prozent der Medizine­ rinnen haben zehn Jahre nach dem Studien­ abschluss noch keinen Facharztausweis, während es bei den Männern zwölf Prozent sind.

1,2

Millionen Franken kostet den Staat die Ausbildung eines Mediziners. Quellen: «NZZ» und FMH

Laut FMH fehlen der Schweiz seit Jahren schon die Ärzte. Uneinig ist man sich darüber, wie das Problem gelöst werden soll.

D

er Ärztemangel spitzt sich zu, weil immer weniger deutsche Ärztinnen und Ärzte in der Schweiz arbeiten wollen. Mehr als 6000 deutsche Mediziner stehen in den hiesigen Spitälern und Praxen auf der Lohnliste. Sie stellen die Mehrheit der ausländischen Ärzte. FMH-Präsident Jürg Schlup betont jedoch, dass die Zahl der deutschen Ärzte nicht abnimmt, nur ihr Anteil an den ausländischen Medizinern sank innert fünf Jahren von 60 auf 56 Prozent. Andererseits haben in den letzten

zehn Jahren rund 2000 Griechen, Rumänen, Belgier, Ungarn und Polen ihre Abschlüsse in der Schweiz anerkennen lassen. Für CVP-Nationalrätin Ruth Humbel (59), Mitglied der Gesundheitskommission, ist das keine Lösung: «Die Westwanderung der Ärzte finde ich unethisch, denn die Volkswirtschaften in den ärmeren Ländern bezahlen die Ausbildung der angehenden Mediziner, und wir profitieren davon.» In den Augen der Aargauer Politikerin ist es problematisch, dass die Sprachanforderungen an Ärzte in der

Schweiz – etwa im Gegensatz zu Deutschland – zu tief seien. Bis zur Diagnose laufe alles über die Sprache. Es sei wichtig, dass die Mediziner verstanden werden. Humbel hinterfragt auch den oft beklagten Ärztemangel. Die Schweiz gehöre zu den Ländern mit einer enormen Dichte an Ärzten. Tatsächlich: Auf 10 000 Einwohner kommen laut destatis.de 40 Ärzte, in Deutschland 39, in Frankreich 32 und in Kenia nur 2. «Das Mangelempfinden hängt mit unseren Ansprüchen zusammen», folgert die Nationalrätin. MM

Bilder: Echo/Getty Images, zVg

20


MENSCHEN | MM35, 29.8.2016 | 11

Strassenumfrage

Jürg Schlup

«Wir müssen mehr Ärzte in der Schweiz ausbilden» Jürg Schlup, die Schweiz verliert bei deutschen Ärzten an Anziehungskraft. Was ist angesichts des Ärztemangels zu tun? Wir müssen mehr Ärzte in der Schweiz ausbilden. Ein Drittel aller Ärzte in der Schweiz hat ein ausländi­ sches Diplom. Davon sind 56 Prozent aus Deutschland. Deren Anteil an den ausländischen Ärzten nimmt ab. Also ist alles bestens? Nein. Seit 2003 haben wir gewarnt, dass ein Ärztemangel droht. Damals wurden jährlich nur gut 700 Ärzte diplomiert. 2011 schrieb der Bundes­ rat in einem Bericht, dass wir jährlich 1300 diplomierte Ärzte benötigen. In jenem Jahr haben aber nur 750 Doktoren abgeschlossen. 2015 waren es immerhin schon 863, was aber noch immer viel zu wenig ist. Eine Lösung könnten Ärzte aus Ländern wie Griechenland, Rumänien oder Polen sein. Politiker warnen aber, dass diese unsere Sprache und Kultur nicht genügend verstehen. Weil das passieren kann, fordert die FMH Sprachprüfungen und drei Jahre Tätigkeit an einem anerkann­ ten Spital der Schweiz. Angesichts des aktuellen Ärztemangels braucht es auch Sofortmassnahmen. Welche? Wir brauchen mehr Studienplätze. Wenn wir jährlich 1300 Abschlüsse haben wollen, benötigen wir mehr Plätze, weil nicht alle das Studium schaffen. Zweitens müssen wir die administrative Belastung der Ärzte reduzieren. Ein Spitalarzt verwendet nur ein Drittel seiner Arbeitszeit für patientennahe Tätigkeiten. Und drittens müssen wir attraktive Arbeitsbedingungen bieten, um weiterhin ausländische Ärzte anzuziehen. Schätzungen gehen davon aus, dass 2020 vier von zehn Medizinern Ausländer sind. Politiker hinterfragen die Ärztedichte in der Schweiz. Sie entspricht derjenigen Deutsch­

Haben wir zu wenig Schweizer Ärzte?

lands und ist tiefer als in Österreich. Dort kommen auf 10 000 Einwohner 50 Ärzte. Die durchschnittliche Arbeitszeit von Ärzten in Schweizer Spitälern beträgt weit über 50 Stunden pro Woche. Das ist wenig attraktiv. Dies ist eine Verbesserung gegenüber früher, wenn auch nicht weitreichend genug. Eine weitere Verbesserung wären mehr Teilzeitstellen und eben der Abbau von Administration. Die Ärzte werden immer mehr kon­ trolliert, und sie müssen vermehrt dokumentieren und berichten.

Jürg Schlup (60) ist seit 2012 Präsi­

dent der Schwei­ zer Ärztinnen und Ärzte (FMH).

Elia von Felten (25), Medizinstudent, Zürich: «Es ist gut, mehr

Schweizer Ärzte auszubilden. Aber wir müssen auch mehr Teilzeitstellen schaffen, weil Familie und Arztberuf sonst nicht vereinbar sind.»

Der Bundesrat investiert Geld in neue Studienplätze. Ist das der richtige Weg? Ja. Wir begrüssen sehr, dass die Fakul­ täten in der Schweiz die Studienplätze seit 2009 deutlich erhöht haben. Wir brauchen aber noch mehr. Der Medizinstudentenverband kritisiert allerdings, dass die Qualität des Studiums darunter leidet. Ich teile diese Meinung. Wir benöti­ gen zusätzliche Labor­ und Prakti­ kumsplätze und können nicht einfach nur neue Hörsäle bauen. Laut «NZZ am Sonntag» wechselt jeder fünfte Arzt den Beruf. Müsste man nicht hier den Hebel ansetzen? Nach unseren Informationen verlässt nur etwa jeder zehnte Arzt vor der Pensionierung die kurative Tätigkeit. Meistens nutzen Ärzte ihre medi­ zinische Qualifikation aber weiterhin, beispielsweise im Gesundheitswesen oder in der Forschung. Häufige Aus­ stiegsgründe sind die kaum familien­ verträglichen Arbeitspensen. Sollten wir weniger oft zum Arzt rennen? Im internationalen Vergleich gehen die Schweizer nicht oft zum Arzt. Trotzdem könnte man die Gesund­ heitskompetenz der Bevölkerung fördern, damit beispielsweise die Notaufnahmen seltener in Anspruch genommen würden. MM

Amélie Schulz (33), Sozialarbeiterin, Ulm (D): «Kommt darauf an, was ein

Land will. Klar wäre es schön, wenn die Schweiz mehr Mediziner aus­ bilden könnte. Aber ausländische Fachkräfte einzustellen geht auch.»

Carlos Gonzalez (40), Hausmann, Zürich: «Ja, so ist es. Wir müssen den

Numerus clausus abschaffen. Es ist nicht fair, dass die Schweiz von den teuren und im Ausland ausgebildeten Medizinern profitiert.»


12 | MM35, 29.8.2016 | MENSCHEN

The Dolder Grand

Die Menschen hinter dem Luxus Das Dolder Grand auf dem Zürichberg ist ein Palast. In den edlen Kulissen des Gault-Millau-Hotels des Jahres 2016 arbeiten 350 Menschen rund um die Uhr für den perfekten Service. Fünf von ihnen plaudern aus dem Nähkästchen. Sie erzählen von brennenden Adventskränzen, extravaganten Gästewünschen und Bombenspürhunden in der Lobby. Text: Anne-Sophie Keller

D

as Dolder Grand thront seit über hundert Jahren wie ein Märchenschloss über der Stadt Zürich. Die Suiten kosten bis zu 14 600 Franken pro Nacht und wurden bereits von illustren Gästen wie Haile Selassie, Albert Einstein, Winston Churchill, Walt Disney, Sophia Loren oder den Rolling Stones gebucht. Der Service im GaultMillau-Hotels des Jahres 2016 ist perfekt; ein Heer aus derzeit 350 Mitarbeitern sorgt rund um die Uhr dafür, dass jeder noch so exklusive Wunsch in Erfüllung geht. Dabei arbeiten sie nicht nur vor den Kulissen, sondern auch in den drei Untergeschossen des Dolder Grand, einem Netz aus kilometerlangen Gängen.

Bilder: Marvin Zilm

Auf der sogenannten Mitarbeiterautobahn hat auch Daniel Filser seit 2014 seinen Arbeitsort. Dort steht der Florist zwischen Designervasen in einem Meer aus Blättern und Schnittabfällen. 1101 Rosen für einen Gast

Die Entscheidung, seinen Beruf nicht in einem normalen Blumenladen auszuführen, fiel dem 27-Jährigen leicht: «In einem Hotel kann ich ein Werkstück die ganze Woche sehen und die Entwicklungsphasen der Blumen beobachten. Zudem sind die Dimensionen in der Hotellerie enorm.» So wird an Ostern ein drei Meter grosses Osterei aufgestellt, das innert 24 Stunden mit 12 000 Nelken dekoriert wird. Filser: «Drei Mal pro Woche kommt

ein Lastwagen aus Holland mit bis zu 30 verschiedenen Rosenarten, Hortensien und saisonalen Blumen. Zudem haben wir Lieferanten in Italien und fahren direkt an die Blumenbörse nach Wangen.» Die Vorweihnachtszeit, sagt Filser, sei mit Abstand die stressigste Phase des Jahres: «In einem Waldstück in der Nähe von Regensdorf suchen wir jeweils den Weihnachtsbaum für den Eingangsbereich aus. Wir schmücken ihn dann mit 7500 Kugeln.» Manchmal ist die Arbeit in der Floristik unerwartet dramatisch: Vor ein paar Jahren fing ein Adventskranz aus getrockneten Blüten und 24 Kerzen Feuer. Der ganze Lobbytisch stand innert Sekunden in Flammen.


MENSCHEN | MM35, 29.8.2016 | 13

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Der lange Weg vom Personalbereich zu den Zimmern

Nelken werden jährlich für das Dolder-Osterei verarbeitet.

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2

1 Ein Märchenschloss über den

1

Dächern der Limmatstadt: Das Dolder Grand wurde vor über hundert Jahren erbaut und ist das Gault-Millau-Hotel des Jahres 2016. 2 Daniel Filser arbeitet seit 2014 in der Floristik des Luxushotels. Ihm gefällt, dass die Herausforderungen grösser sind als im Blumenladen. 3 Das Dolder Grand ist Tradition

und Luxus pur. 350 Mitarbeiter stehen den Gästen zur Verfügung. Rund um die Uhr.

3

4

4 Seine fertigen Werke kann Daniel Filser jeden Tag begutachten. Sobald eine einzige Blüte auch nur einen kleinen Fleck aufweist, wird eine Blume ausgetauscht.


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MENSCHEN | MM35, 29.8.2016 | 15

35 Minuten haben die Zimmermädchen durchschnittlich Zeit, um ein Zimmer komplett zu reinigen.

Ana Pinto ist Senior Floor Supervisor. Ihrem scharfen Blick entgeht kein Fleckchen.

Die Feuerwehr musste anrücken. Seither sind offene Kerzen im Haus verboten. Einmal fiel eine Vase von einem Lobbytisch hinunter. «Da waren 80 Liter Wasser drin. Wir mussten den Teppich stundenlang mit dem Wasserstaubsauger reinigen.» Aus­ sergewöhnlich seien hie und da auch die Bestellungen aus den Zimmern: «2015 hat ein Gast um 17 Uhr genau 1101 Rosen für einen Heiratsantrag am folgenden Tag bestellt.» Für die Floristik war die Organisation eine Höchstleistung: «Nicht einmal die Blumenbörse führt so viele Rosen. Also haben wir die städtischen Läden kontaktiert und es glücklicherweise rechtzeitig geschafft», erzählt Daniel Filser. Das grosse Happy End sei dennoch ausgeblieben: «Die Dame hat Nein gesagt.» Staub und Fingerabdrücke sind tabu

Angefangen hat Ana Pinto 2008 als Zimmermädchen. Heute ist sie für die Kontrolle der Zimmerreinigung zuständig.

In den Räumen neben der Floristik riecht es nach frisch gewaschener Wäsche. In der Wäscherei arbeiten die Angestellten rund um die Uhr für piekfeine Laken, perfekt gebügelte Hemden und korrekt angepasste Uni­ formen. Hier befindet sich das Büro von Ana Pinto. Die 34­Jährige hat 2008 als Zimmermädchen angefan­ gen und ist seit 2011 Senior Floor Supervisor. Unter anderem ist sie in ihrer Funktion für die Kontrolle der

Zimmerreinigung zuständig. Funk­ tioniert die Technik? Gibt es Finger­ abdrücke? Sind die Scheiben streifen­ frei, die Kleiderbügel abgestaubt, die Kissen richtig aufgeschüttelt, die Dekorationselemente korrekt? «All das muss stimmen», sagt Pinto. Für ein Einzelzimmer benötigt sie etwa 20 Minuten. Ihrem Blick ent­ geht nichts: kein Haar auf dem Bett, kein Flecken auf einer Blüte des Blu­ menarrangements, kein Krümel auf dem Balkongeländer und kein Staub­ korn in der hintersten Ecke des Safes. Die Zimmermädchen haben 35 Minu­ ten Zeit, um ein Zimmer zu reinigen. Trinkgeld erhalten sie meistens keines oder nur wenig; zum Lohn sagt Pinto: «Ich bin zufrieden.» Jeder sieb­ te Gast im Dolder Grand stammt aus dem arabischen Raum. «Dann müssen wir uns so organisieren, dass auch Concierge, Servicepersonal und Portier weiblich sind.» Denn streng gläubige Musliminnen dürfen nicht mit einem fremden Mann allein im Zimmer sein. Dass sie auch zu Hause nicht abschalten kann, nimmt Pinto mit Humor: «Wenn irgendwas falsch steht, muss ich es richten – auch wenn es nur Millimeter sind. Dann sage ich mir: Du bist nicht mehr bei der Arbeit!» Die Freude an der Perfek­ tion sporne sie aber an: «Sie gehört dazu.»


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MENSCHEN | MM35, 29.8.2016 | 17

Concierge Markus Dorner steht jederzeit für die Gäste bereit.

Die Perfektion hat eine lange Ge­ schichte: Eröffnet wurde das «Dolder Grand Hotel & Curhaus» im Mai 1899. Ein Jahrhundert später übernahm der Unternehmer Urs E. Schwarzen­ bach (68) die Aktienmehrheit und schloss das Hotel 2004 für einen gros­ sen Umbau. Der britische Stararchi­ tekt Norman Foster übernahm den prestigeträchtigen Auftrag. Vier Jah­ re und 400 Millionen Franken später erstrahlte das Hotel in neuem Glanz: die 40 000 Quadratmeter und 175 Zimmer hatten einen modernen Touch erhalten. Allem Glamour zum Trotz musste das Hotel in den letzten Jahren um Besucher kämpfen. Die wirtschaftliche Situation half wenig: Die Schweiz war 2015 das teuerste OECD­Land; die Hotelkosten sind 50 Prozent höher als im EU­Schnitt. Der Mann für (fast) alle Fälle

Für Markus Dorner aus dem Fran­ kenland gibt es im Dolder Grand keine Routine. Der 38­Jährige arbei­ tet seit sieben Jahren als Concierge im Luxushotel und erfüllt die aus­ gefallensten Wünsche. «Zu Hause haben unsere Gäste ihre Assistenten. Unterwegs brauchen sie eine neue Ansprechperson. Wir sind dann für sie Assistenten auf Zeit», sagt er. Mit seinem Team organisiert Dorner alles: Blumen, Privatjets, Helikopter, Babysitter, Ausflüge, Tiere.

Für den selbsternannten Adrenalin­ junkie gilt: Je komplizierter der Wunsch, desto interessanter die Her­ ausforderung. «Vor fünf Jahren feierte eine arabische Familie hier einen Kindergeburtstag. Wir hatten etwas mehr als einen Tag Zeit, um 80 Tauben, fünf Pferde, Hunderte bedruckte Luftballons, ein Barbecue und aus­ schliesslich weibliches Personal zu organisieren.» An solchen Tagen bleibe keine Zeit für Schlaf. Auch internatio­ nale Politiker seien für das ganze Per­ sonal eine Herausforderung. Weilt einer im Haus, müsse man sich daran gewöhnen, Schützen auf dem Dach und Bombenspürhunde in der Lobby anzutreffen. Einmal blockierte eine Rallye aus 40 Sportautos alle Zufahrts­ strassen. «Man muss etwas verrückt sein für diesen Job», räumt Dorner ein. Als Dank für seinen Einsatz zeigen sich manche Gäste entsprechend grosszügig: «500 Franken Trinkgeld oder auch ein schönes Geschenk sind schon mal vorgekommen.» Genug, um auch privat ein Luxusleben zu führen? «Natürlich, ich komme jeden Tag mit dem Helikopter zur Arbeit!», scherzt er. «Nein, natürlich nicht. Gerade am Anfang ist es problema­ tisch, wenn man in der Luxushotel­ lerie arbeitet. Man ist ständig um­ geben von teuren Sachen und kauft sich dann oft Dinge, die man sich eigentlich gar nicht leisten kann.»

Markus Dorner: «Man muss etwas verrückt sein für diesen Job.»

80 Tauben verlangte eine arabische Familie einst für eine Kindergeburtstagsparty am nächsten Tag.


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MENSCHEN | MM35, 29.8.2016 | 19

Ruth Beck arbeitet seit 2012 als BäckerKonditor im Dolder.

10

Minuten beträgt die maximale Zeit für ein Dessert – von der Fertigstellung bis zum Servieren.

Nur weil man täglich Luxus um sich hat, ist man nicht Teil davon. Mit diesem Aspekt müssen viele Mitarbeiter umzugehen lernen. Wobei der Luxus im Dolder Grand omnipräsent ist: An den Wänden hängen Bilder von Ferdinand Hodler, Salvador Dalí und Andy Warhol; daneben stehen Skulpturen von Jean Tinguely oder Keith Haring. Desserts im Minutentakt

Das Dolder Grand ist Mitglied der renommierten Hotelvereinigungen Leading Hotels of the World und Swiss Deluxe Hotels. Für die Mitgliedschaft müssen die Hotels rund 800 Kriterien und Standards in unterschiedlichen Bereichen erfüllen. Diesen Druck spürt auch Ruth Beck, Bäcker-Konditor. Sie stellt seit vier Jahren mit Leidenschaft kleine, süsse Kunstwerke her – zum Teil mit der Pinzette. Laut Vorschrift müssen ihre Desserts nach der Fertigstellung innerhalb von zehn Minuten beim Gast sein. «Die Hotellerie ist im Gegensatz zu einer Patisserie viel abwechslungsreicher und kreativer», erzählt die 26-Jährige. Sie habe die Freiheit, jeden Tag neue Dessertkreationen zu erstellen. «Wir haben einmal eine Torte in Form eines Löwenkopfs gebacken. Die Bestellung kam sehr

Ausgezeichnet

Gault-Millau-Hotel des Jahres 2016

Ende August vergangenen Jahres wurde das Dolder Grand zum Gault-Millau-Hotel des Jahres 2016 gekürt. «Der neue General

Manager Mark Jacob und seine Mitarbeiter haben die Gastfreundschaft neu definiert: professionell und dennoch herzlich. Zuvorkommend, aber nie servil», kommentierte Gault-Millau-Chef Urs Heller die Wahl. Am 5. September wird der Preisträger 2017 bekanntgegeben.

kurzfristig rein, und wir haben einen ganzen Tag damit verbracht.» Geklappt habe bis jetzt alles. Teamwork sei in einem Haus, in dem Angestellte aus 52 Nationen arbeiten, zentral. «In unserem Team haben wir Leute aus Griechenland, Russland und Thailand. Wir übersetzen dann einfach untereinander.» Besonders schön ist es für Ruth Beck, wenn sie während des Sonntagsbuffets bei den Gästen steht und Komplimente erhält.

Für die Herstellung der Desserts ist Fingerspitzengefühl gefragt.

Menschen wie du und ich

So nah wie Aline Bourboulas (20) kommt den Gästen niemand. Ihr Reich ist der Spabereich im ersten Untergeschoss. Dort, wo es nach ätherischen Ölen riecht und die grossen Wasserreinigungstanks der Pools surren. Die gelernte Kosmetikerin war als Kind oft mit ihrer Mutter auf der DolderKunsteisbahn: «Das Hotel hat mich immer beeindruckt, es war für mich wie ein Märchenschloss.» Heute ein Teil davon zu sein, mache sie stolz. «Im Gegensatz zu einem normalen Kosmetiksalon tragen wir im Dolder Grand Spa noch mehr Verantwortung – nicht zuletzt auch für den Ruf des Hauses.» Bourboulas’ Kunden sind nicht selten einflussreiche Personen. «Am Anfang war ich extrem aufgeregt, wenn berühmte Leute zu mir kamen.» Doch dann habe sie deren kleine Makel entdeckt und sei sich bewusst geworden: Auch die Gäste im Dolder Grand sind ganz normale Menschen. MM www.dolderhotelag.com

Kosmetikerin Aline Bourboulas kommt den Gästen im Spa hautnah.


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MENSCHEN | MM35, 29.8.2016 | 21

O Bänz Friedli

What You’re Proposing

Open-Air auf dem Lande, das ganze Dorf ist auf den Beinen. Es ist, als wäre die Szenerie am See aus der Zeit gefallen, man wähnt sich in einer wohligen, ungefähren Vergangen­ heit. Dazu passen die Musiker, die aufspielen sollen: die alten Rumpelrocker von Status Quo. Sohn Hans und ich haben ein Billett zu viel; sein Götti, der unser Faible für Retro­ musik teilt, ist verhindert. Während der Anfahrt scherzten wir noch, wie wir das über­ zählige Ticket loswerden könnten. Ich bin gewöhnlich geneigt, solch eine Eintrittskarte zu verschenken. Hans schlug vor, sie für fünf Rappen abzugeben. «Und zwar genau fünf Rappen.» Hätte die fragliche Person keinen Fünfräppler dabei, würde sie das Nachsehen haben. Deren Gesicht wolle er dann sehen!

Bänz Friedli (51)

hörte sich Status Quo an.

Doch wir werden überrumpelt. Drei junge Frauen, bereits angeheitert, hauen uns an. Eine von ihnen hat kein Billett. Ihre Freundin prescht vor: «Für wie viel gibst du es ihr?» Und hakt, noch ehe ich unseren vorbereiteten Gag von den fünf Rappen anbringen kann, keck nach: «Für füfzg Stutz?» Sogleich kom­ men mein Sohn und ich stumm überein, dass wir diesen Deal nicht ausschlagen sollten. 89 Franken betrug der Verkaufspreis. Sie will feilschen und hofft wohl, zuletzt bei günsti­ gen 65 Franken zu landen. Ich aber sage: «Okay! Weil ihr es seid …» Für uns sinds immerhin Fr. 49.95 mehr als geplant.

Status Quo? Ich hielt die Briten, obzwar sie mit «Down Down», «What You’re Propo­ sing», «Rockin’ All Over the World» und «In the Army Now» für einige Hitparaden­ knaller meiner Jugend sorgten, stets für einen Abklatsch amerikanischer Originale. Nie hätte ich geahnt, mit welchem Spielwitz und vor allem: welch englischer Selbstironie sie zu Werke gehen. Die wissen genau, dass ihre besten Songs nicht von ihnen, sondern von Chuck Berry, Ernie Maresca und John Fogerty stammen. Leadsänger Francis Rossi charmiert, kämpft kokett mit den Mücken und Motten, die das Scheinwerferlicht angelockt hat, und strahlt Zufriedenheit und Demut aus: Der hält sich für nichts Besonde­ res. Es wird ein rundum gelungener Abend, und fast bedaure ich, die munteren Kerle erst auf ihrer Abschiedstournee kennengelernt zu haben. Die Moral von der Geschicht? Keine. Ausser, dass mein Sohn später mitbekommt, wie die junge Frau prahlt, sie sei saugünstig zu ihrem Ticket gekommen: «…und dieser Löu gibt es mir für 50 Stutz!» Dabei gab dieses Huhn mir 50 Stutz, wo ich es ihr doch für einen Fünfräppler überlassen hätte. Wirtschaftsleute sprächen wohl von einer Win­win­Situation. MM Bänz Friedli live mit dem neuen Programm «Ke Witz!»: 1. 9. Interlaken BE, 5. bis 9. 9. St. Gallen

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Franka Alimocan (17), Berufslernende aus Uganda


22 | MM35, 29.8.2016 | MENSCHEN

Wie und wo haben Sie geheiratet?

Hochzeit

Ja, ich will, aber nicht in der Kirche!

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Vier von fünf Brautpaaren heiraten heute ausserhalb der Kirche. Sie bevorzugen persönlich gestaltete Feste und Rituale – eine Steilvorlage für aufgeschlossene Geistliche, professionelle Planer und andere Exponenten der milliardenschweren Hochzeitsindustrie. Text: Barbara Lukesch

D

er liebe Gott gibt alles. Gleissender Sonnenschein lässt das Brautpaar, die Gäste und das Zürcher Grossmünster erstrahlen. Fragt man das Paar, warum es sich kirchlich trauen lässt, sagt es: «Wir woll­ ten nicht nur auf dem Standesamt einen Vertrag unterschreiben, sondern wünschten uns, öffent­ lich im Kreis unserer Freunde und Angehörigen zu heiraten, im Wissen, dass wir zum Gelingen unserer Ehe auf uns, unser Beziehungsnetz und den Segen Gottes angewiesen sind.» Mit dieser Haltung gehören die beiden zu einer schwindenden Minderheit. Nur noch 8000 Paare lassen sich hierzulande pro Jahr in der Kirche trauen, je zur Hälfte reformiert oder katholisch. Das entspricht einem Fünftel aller in der Schweiz geschlossenen Ehen und markiert einen historischen Tiefstand. Warum ist die Kirche nicht mehr gefragt, wenn Paare den wohl schönsten Tag ihres Lebens feiern? Dafür gibt es handfeste Gründe: Immer mehr Menschen treten aus den Landes­ kirchen aus; die Zahl der Konfessionslosen ist seit 1960 von 0,5 auf 22,2 Prozent gestiegen. Brautleute, die entweder konfessionslos oder auch reformiert sind, wissen manchmal nicht, dass sie gleichwohl in der Kirche heiraten könnten. Kommt hinzu, dass viele das Kon­ kubinat bevorzugen. Nur: Seit rund 20 Jahren sind es konstant um die 40 000 Paare, die jähr­ lich heiraten. 32 000 davon wählen also einen

Bilder: Rosahn Adhihetty

anderen Rahmen als die Kirche. Schlechte Erfahrungen bestärken viele in der Überzeu­ gung, die Kirche habe bei ihrer Hochzeit nichts verloren. Das mag die Erinnerung an die Beerdigung der Mutter mit der abgehobenen, unpersönlichen Predigt des Pfarrers sein. Oder der Streit um die Musik bei der Taufe, wo sich der Pfarrer einen Song von Bob Dylan verbat. Ganz zu schweigen von den meist fruchtlosen Diskussionen um den Ort der Trauung: Wäre es denn nicht möglich, sich den kirchlichen Segen an einem See oder auf einem Berg geben zu lassen? Innovative Trauungen liegen im Trend

Andrea M. Bianca (55), reformierter Pfarrer in Küsnacht ZH, erfüllt solche Wünsche wenn immer möglich. Seine Predigt richtet er auf die Lebensumstände von Braut und Bräutigam aus: «Wir können einem jungen Brautpaar nicht länger Bibelverse überstülpen. Stattdessen müssen wir uns auf seine individuelle Lebensund vor allem auf seine Liebesgeschichte einlassen und dort symbolische Bezüge zur Bibel aufspüren.» Gleichwohl greift Bianca in den mehrstündigen Vorbereitungsgesprächen Themen wie Glauben, Werte oder die religiöse Erziehung künftiger Kinder auf und leitet daraus ein Trauversprechen ab, das «auf das Paar zugeschnitten ist und nicht Standard­ floskeln wiedergibt».

Zahlen & Fakten

40 000 Paare heiraten im Schnitt pro Jahr in der Schweiz. Darunter sind 32 000, die sich nicht in der Kirche trauen lassen.

19 000

Trauungen verzeichnete die reformierte Kirche 1970 – ein Rekord. Heute sind es noch rund 4000.

2000

Personen nutzen jährlich das Angebot «Paar­ beratung und Mediation» im Kanton Zürich. Finan­ ziert wird es vom Kanton, der 330 000 Franken pro Jahr zahlt, die beiden Kirchen steuern je 800 000 Franken bei.


MENSCHEN | MM35, 29.8.2016 | 23

Trauung in einem angesagten Lokal? Kein Problem für den reformierten Pfarrer Andrea M. Bianca (55) aus Küsnacht ZH. Für ihn steht das Brautpaar im Zentrum, nicht die Kirche.


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MENSCHEN | MM35, 29.8.2016 | 25

Auch Roland Peterhans weiss, was Brautpaare wollen. Der Leiter des Zivilstandsamts der Stadt Zürich ist verantwortlich für den Vollzug von rund 2300 zivilen Trauungen pro Jahr. Seit 2009 bietet sein Amt zwei Varianten an: eine viertelstündige traditionelle Trauung im Stadthaus für 75 Franken und die Galavariante für etwa 500 Franken im Zunfthaus zur Waag, in einer Weinschänke im Niederdorf oder in der MasoalaHalle im Zoo. Die Nachfrage gibt Peterhans recht: Gut zehn Prozent der Paare heiraten unter DeluxeBedingungen. Seine Kundschaft weiss überdies die Möglichkeit zu schätzen, die Trauung ein Jahr im Voraus online zu buchen oder sich am Samstagvormittag zwischen 9 und 12 Uhr das Jawort zu geben. Auch für binationale Paare hat der umtriebige Beamte ein spezielles Angebot: Sie können Verwandte in der Heimat via Skype an der Trauung teilhaben lassen. Sehr beliebt sind Hochzeitszeremonien, wie sie die Ritualgestalterin Yvonne Vogt in Aadorf TG für rund 1500 Franken anbietet: Die 38-jährige studierte Pädagogin empfängt ihre Kundschaft in einem alten Bauernhaus, das sie mit ihrer Familie bewohnt.

Ritualgestalterin Yvonne Vogt entwickelt gemeinsam mit dem Paar eine «ernsthafte persönliche Zere­ monie, in deren Zentrum die Liebe steht».

Zürichs Zivilstandsamt­Leiter Roland Peterhans ist verant­ wortlich für den Vollzug von rund 2300 Trauungen pro Jahr.

Gemeinsam mit dem Paar entwickelt sie eine «sehr ernsthafte, berührende persönliche Zeremonie, bei der die Liebe im Zentrum steht». Sie enthalte auch das Jawort, den Ringtausch und das Trauversprechen des Paars, sei aber ausserhalb der Kirchen angesiedelt und entspreche damit den Wünschen vieler konfessionsloser oder kirchenferner Menschen. Natürlich gibt es auch Paare, die ihren Gästen ein grandioses Fest bieten wollen, das von ihrem Erfolg im Leben zeugt. Einschlägige Websites für die Planung solcher Hochzeiten listen bis zu 70 Posten auf, die zu beachten sind, vom Essen und Trinken über Hochzeitsfotografen bis zu Give-aways für die Gäste. Eine siebenstöckige Hochzeitstorte kann bis zu 6000 Franken kosten, die Frisur der Braut gegen 2500 Franken, und das bisher teuerste Hochzeitskleid, das ein renommiertes Zürcher Fachgeschäft für Brautmode verkaufte, hatte den stolzen Preis von 20 000 Franken. Nach Schätzung von Experten verschlingt ein Hochzeitsfest heute im Schnitt gut und gern 25 000 Franken. Wer es exklusiv will, muss mit bis zu

100 000 Franken rechnen. Rekordverdächtig war die Hochzeit eines ehemaligen Schweizer Fussballstars, der dafür rund eine Million Franken lockermachte. Er liess das Zürcher Dolderbad mit Bühnen und einem Steg versehen, drei Topbands aus dem Ausland einfliegen und den Cateringservice engagieren, der auch für Tina Turner auftischt. Mit dem Kamel in den Festsaal

Alles in allem soll der Schweizer Hochzeitsmarkt jährlich eine Milliarde Franken schwer sein. Ein ansehnliches Stück dieses Kuchens schneiden sich die Hochzeitsplanerinnen ab, deren Angebot in den USA längst etabliert ist und auch in der Schweiz zunehmend auf Interesse stösst. Eva Hauser (39) ist eine der erfahrensten der Branche. Ihr Ehrgeiz besteht darin, alles umzusetzen, was sich Brautpaare wünschen – «so lange es legal ist». Dieser Nachsatz sei nötig, meint die Zürcherin und lacht. Denn ihre Kunden hegten teils extravagante Wünsche. Lesen Sie weiter auf Seite 28


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MENSCHEN | MM35, 29.8.2016 | 27

Durchschnittliche Ausgaben in Franken für eine Hochzeit mit 50 Gästen

1700

20

Herrenanstecker

Apéro

150

Brautstrauss

350

600

Brautstyling

Hochzeitsauto mit Chauffeur für 4 Stunden

150

Autoschmuck

4000

2500

Fotograf

1500

3000–4000

Anzug Bräutigam

93

40 7

13

2

43 2

01

57

46 6

Hochzeitstorte

5000

Eheringe

Eheschliessungen in der Schweiz

450

32

Dinner

Brautkleid

450

Einladungen, Tischund Menükarten

1930

50

60

70

80

94 2000 04

10

14

15

Durchschnittsalter bei der Erstheirat

35 30

45

31,8

29,8

29,6

27,4

3000–7000 Liveband

25 1997

2000

2004

2010

2014

1997

2000

2004

2010

2014

Hochzeit

© BILANZ-Quellen: BfS: Bevnat, Statpop, weddingfactory.ch, yourperfectday.ch, eigene Recherche

Jedem ein Stück vom Glück Heiraten kommt in der Schweiz nicht ganz aus der Mode: 2015 gaben sich in absoluten Zahlen fast so viele Paare das Jawort wie 1960. Dafür lassen sich die Schweizer den «schönsten Tag im Leben» etwas kosten: 46,7 Prozent der heiratswilligen Paare geben für ihr Fest der Liebe zwischen 20 000 und 27 500 Franken aus – 20 Prozent nehmen sogar über 35 000 Franken in die Hand. Das Sprichwort «Drum

110 Mio. Franken Prinz Charles & Diana Spencer

66 Mio. Franken Prinz William & Kate Middleton

60 Mio. Franken Vanisha Mittal & Amit Bhatia

prüfe, wer sich ewig bindet» scheinen sich die Schweizer zu Herzen zu nehmen. Zum Zeitpunkt ihrer Erstheirat sind Männer wie Frauen von Jahr zu Jahr älter: War der Bräutigam 1997 bei der Hochzeit im Durchschnitt 29,8 Jahre alt, wartete er 2014 fast bis zum 32. Geburtstag. Die Bräute sagten 2014 durchschnittlich mit 29,6 Jahren Ja – statt wie 1997 noch mit 27,4 Jahren.

6,9 Mio. Franken Wayne Rooney & Coleen McLoughlin

Teure VIP-Hochzeiten

5 Mio. Franken Chelsea Clinton & Marc Mezvinsky

2,5 Mio. Franken Paul McCartney & Heather Mills


28 | MM35, 29.8.2016 | MENSCHEN

Hochzeitsplanerin Eva Hauser organisiert fast alles für ihre Kundinnen und Kunden – sogar einen Ritt auf dem Kamel in den Festsaal.

So erinnert sich Eva Hauser gut an die Braut, die unbedingt auf einem Kamel in den Festsaal des Zürcher Kongresshauses reiten wollte. Hauser fand ein gezähmtes Exemplar, das der Situation gewachsen schien und auch durch die Tür gepasst hätte. Im letzten Moment änderte die Braut

Pfarrer Jaroslaw Duda gibt Paaren eine «Ehegarantie auf 15 Jahre». Voraussetzung ist der jährliche Service in der «Ehegarage».

allerdings ihre Meinung, weil sie befürchtete, nach dem Intermezzo nach Kamel zu riechen. Tiere, erzählt Hauser, seien ein Dauerbrenner an Hochzeiten. Besonders beliebt seien Schwäne, Enten und Hasen; gern ge­ sehen aber auch Pferde und manch­ mal sogar ein Elefant. Hausers Hauptarbeit besteht in der Auswahl des Orts, der Planung des Fests sowie der Organisation von Essen und Trinken, Blumen, Dekora­ tionen, Musik und vielem mehr. Am liebsten hat sie ein Jahr Zeit, um alle Vorbereitungen treffen zu können. In diesen Monaten trifft sie sich regel­ mässig mit der Braut, um die Details zu besprechen. «Hochzeiten», sagt Eva Hauser, «sind eine Frauen­ domäne; Frauen messen diesem Fest einen unglaublichen Stellenwert bei. Sie sehnen sich nach der Erfüllung eines Märchentraums.» In dieser Zeit sei sie oft nicht nur Planerin, sondern auch Freundin, Schwester, Psycho­ login und Seelsorgerin in einem. So viel Einsatz hat seinen Preis. In der Branche ist von zehn Prozent des Gesamtbudgets die Rede. Eva Hauser winkt ab: Für eine Hochzeit, die 30 000 Franken koste, könne sie angesichts ihres immensen Aufwands nicht für 3000 Franken arbeiten. Mehr verrät die Geschäftsfrau nicht, die nicht nur Freelancer, sondern auch fest angestellte Mitarbeiterinnen beschäftigt. Ihr Business läuft wie geschmiert: An einem Wochenende in den Hochsaisonmonaten Juli, August und September richtet sie mit ihrem

Team auch mal bis zu 30 Hochzeiten gleichzeitig aus. Einen Hinweis auf die wachsende Bedeutung des Trauungsbusiness gibt auch die Hochzeitsmesse, eine Kommerzshow voller Glamour, die in Zürich, St. Gallen, Basel, Bern und Zug gastiert. An rund 300 Ständen bietet sie alles, was sich Menschen für ihr Fest wünschen: Brautkleider, Torten, Blumengestecke, Kerzenständer, Tischkarten, die passende Mietlimou­ sine zum Fest. Der Publikumsandrang ist beachtlich – an zwei Tagen bis zu 8000 Besucherinnen und Besucher. Service in der «Ehegarage»

Die Erkenntnis, dass der Ehealltag zuweilen nicht mehr ganz so berau­ schend ist wie das Hochzeitsfest, hat den katholischen Pfarrer Jaroslaw Duda aus Bülach ZH dazu bewogen, eine «Ehegarantie auf 15 Jahre» an­ zubieten. In deren Genuss kommen ausschliesslich Paare, die ihn nach der Hochzeit einmal pro Jahr in seiner «Ehegarage» aufsuchen. Dass dieser Begriff an den jährlichen Autoservice denken lässt, ist Absicht: «Eine gute Ehe bedarf der Pflege. Wer sich nur schon einmal pro Jahr mit den eige­ nen Ressourcen, aber auch mit den Defiziten als Paar auseinandersetzt, ist gegen Schwierigkeiten besser gewappnet.» Zurzeit stehe er mit 55 Paaren regel­ mässig in Verbindung, sagt Jaroslaw Duda und betont: Die Ehe sämtlicher Paare, die sein Angebot nutzen, habe nach wie vor Bestand. MM


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32 | MM35, 29.8.2016 | MENSCHEN

Tattoos

Ein ganzes Leben lang? Tätowierungen sind salonfähig geworden. Und sie sind so individuell wie ihre Träger: Fünf Tattoo-Fans verraten, was ihnen ihr Motiv bedeutet, warum sie sich dafür entschieden haben und ob sie ihre Wahl heute bereuen. Text: Anne-Sophie Keller

T

attoos sind längst Mainstream. Das wird klar, wenn man in den warmen Monaten, sobald die Leute wieder mehr Haut zeigen, einmal genau hinschaut. Nicht nur Fussballerinnen oder Hollywood­ stars, auch Bankerinnen oder Kleinkind­ erzieher lassen sich ihre Haut mit Tinte verzie­ ren. Die Zeiten, als tätowierte Menschen noch als Rebellen galten, als ihnen gar etwas Krimi­ nelles anhaftete, sind definitiv vorbei. «Grund­ sätzlich finden Tätowierungen viel mehr Akzep­ tanz in der Gesellschaft. Sie haben ihr verruchtes Image längst verloren», erzählte die Tattoo­ Künstlerin Myra Brodsky (28) kürzlich in der Frauenzeitschrift «Annabelle». Die Zahlen geben ihr recht: Laut Schätzungen des Zürcher Tattoo-Studios Giahi sind rund zwei Millionen Menschen in der Schweiz tätowiert. Der Verband Schweizerischer Be­ rufstätowierer schätzt die Anzahl der Studios auf 800 bis 900. Am beliebtesten sind Tattoos an den Rippen, und während Männer sich zu­ dem gern Bizeps und Rücken stechen lassen, stehen bei den Frauen auch die Füsse hoch

Bilder: Vera Hartmann

im Kurs. Doch nicht bei allen währt die Freude am dauerhaften Körperschmuck ewig: Derzeit boomen nicht nur die Tattoo­Studios, sondern auch die Praxen, in denen man sich die Tinte wieder weglasern lässt. Das Hauptmotiv der Klientinnen und Klienten: Das Sujet passt nicht mehr zum aktuellen Lebensstil. Nach dem Trend ist vor dem Trend

In den 90ern lagen Sonnen­ oder auch Tribal­Sujets im Trend. In den Nullerjahren sah man die ersten Tattoos mit weisser Tinte. Noch vor einigen Jahren waren Sterne sehr beliebt oder auch japanische und chinesische Schriftzüge. Es folgten römische Ziffern, das Unendlichkeitssymbol, Traumfänger und Pusteblumen. Der neueste Trend: sogenannte Blackout­Tattoos, grossflächige schwarze Stellen. Sogar drastische Körperkunst wie das Tätowieren der Augäpfel oder der Innen­ seite des Mundes ist mittlerweile gefragt. Persönliche Porträts und Interview: ab Seite 35

Das Arschgeweih musste weg: Anouk Eschler hat es mit einem neuen Motiv überdecken lassen.


MENSCHEN | MM35, 29.8.2016 | 33

Anouk Eschler unter der Nadel

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Bye bye, Arschgeweih

Anouk Eschler (35), Barkeeperin und Produktionsassistentin, Zürich «Mein erstes Tattoo, das Arschgeweih, habe ich mir mit 18 an der Tattoo-Messe im Zürcher Albisgüetli stechen lassen. Da habe ich Blut geleckt – obwohl es total schlimm war: Ein grosses Tattoo beansprucht den Körper extrem, er pumpt das gesamte Blut an die Stelle, die gerade verletzt wird. Ich wurde fast ohnmächtig und hatte enorme Schweissausbrüche. Als Teenie macht man sich nicht so viele Gedanken, und das Arschgeweih hatten damals alle. Mit Mitte 30 ist das anders: Man weiss, was man will, und entwickelt einen eigenen Stil. Mittlerweile habe ich um die 13 Tattoos – eins davon im Mund. Allein das Cover-up des Arschgeweihs mit Teekanne und Tasse hat 800 Franken gekostet. Die Reaktionen sind fast immer positiv – bis auf die der Familie: Meine Mutter mag Tattoos nicht und ist der Meinung, dass ich meinen Körper verunstalte. Und bei meinen Grosseltern trage ich stets lange Ärmel. Ich finde tätowierte Menschen sexy, sinnlich, individuell und schön. Die Tattoos sind meine Art, mich kreativ auszudrücken.»


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MENSCHEN | MM35, 29.8.2016 | 35

Toni Dedai

«Ein Tattoo ist immer individuell» Toni Dedai, wie viele Tattoos haben Sie? Ich kann das gar nicht genau sagen. Ich schätze, so um die 30, 40. Und sicher kommen noch einige dazu – am Bauch oder an den Beinen habe ich noch freie Körperstellen. Wie alt waren Sie bei der ersten Tätowierung? Mit 16 habe ich mir mein Sternzeichen, einen Skorpion, stechen lassen. Meine Eltern und die ganze Welt waren dagegen. Aber für mich war es Liebe auf den ersten Blick. Toni Dedai (39) ist Gründer und Geschäftsführer des Studios «Lebende Legend Tattoo» in Bern.

Sie haben viele Promis gestochen. Können Sie uns davon erzählen? Den Deutschrapper Sido habe ich mehrere Male getroffen. Bei seinem zweiten Termin wollte er mich auch tätowieren: Er hat mir eins seiner Logos auf die Innenseite meines Armgelenks gestochen. Hat Sie in ihrem Berufsalltag schon mal etwas schockiert? Mich hat schon vieles schockiert. Viele Kunden kommen mit brutalen Ideen wie Bildern von abgetrennten Körperteilen. Wenn die Kunden nicht seriös scheinen oder das gewünschte Motiv unserem Studio nicht entspricht, machen wir das auch nicht. Wir lehnen ziemlich oft Wünsche ab. Was für Wünsche sind das? Wenn unsere Kunden sich das Gesicht tätowieren lassen wollen, raten wir ihnen davon ab. Ebenso bei Teenagern, die sich die Initialen ihres Partners stechen lassen wollen. Es ist wichtig, dass man die Sujets gut bespricht. Welche Körperteile sind beliebt? Die Rippen. Und zwar bei beiden Geschlechtern. Wo schmerzt es am meisten? An den Rippen. Zudem auch an den Fussknöcheln oder an der Innenseite der Oberschenkel. Bei grossen Motiven stechen wir maximal drei Stunden lang, damit der Körper sich erholen kann. Gibt es Körperstellen, die man nicht tätowieren kann? Nein. Man kann sogar die Innenseite des Mundes oder die Augäpfel tätowieren – Letzteres halte ich ich aber für Blödsinn. Welche Trends gibt es derzeit in der Szene? Über 60 Prozent unsere Kunden sind Frauen. Sie mögen Anker, Blumen oder Schriftzüge. Zurzeit

Herz statt Style

Rock Battaglia (47), Velokurier, Zürich «Vor rund 15 Jahren habe ich in Zürich das Piercingund Tattoo-Studio World’s End gegründet, das es heute noch gibt. Das erste Tattoo liess ich im Alter von 25 Jahren an der «Tattoo Convention» in Amsterdam stechen. Ich lasse mich heute hauptsächlich von Freunden tätowieren, die den Beruf nicht nur professionell ausüben, sondern ihn auch aus Leidenschaft betreiben. Mir ist das viel lieber, als mich in einem durchgestylten Studio ohne Persönlichkeit stechen zu lassen: Die haben nichts mehr mit Tattoos zu tun – es geht nur noch ums schnelle Geld. Und viele lassen sich schon mit dem Gedanken tätowieren, dass man das Sujet ja wieder wegmachen kann. Das geht mir total gegen den Strich.»

Ein Engel fürs Grosi

Jasmin Bühler (25), in Ausbildung Pflege, Steffisburg BE «Als ich mit Tattoos anfing, war ich 14. Ab da ging es immer weiter. Mittlerweile habe ich 20 Tattoos, für die ich insgesamt wohl um die 4000 Franken ausgegeben habe. Bereut habe ich noch nichts. Ich möchte mir sogar noch weitere Motive stechen lassen, aber da ich derzeit in Ausbildung bin, fehlt das Geld dafür. Den Engel habe ich machen lassen, als meine Eltern sich trennten und mein Grosi starb. Das Tattoo hat mir geholfen, diese Ereignisse zu verarbeiten: Der Engel ist mein Schutzengel und meinem Grosi gewidmet.»


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MENSCHEN | MM35, 29.8.2016 | 37

Hippes Gamer-Motiv

scheint sich der Aquarell-Look als Trend durchzusetzen. Bei den Männern steht der Maori-Stil hoch im Kurs. Zudem sind Cover-ups sehr beliebt, also Tattoos, die ein altes Sujet überdecken. Viele, die sich vor 20 Jahren tätowieren liessen, können sich heute nicht mehr mit dem Motiv identifizieren. Vor allem das Unterrückentattoo, das sogenannte Arschgeweih, oder geschwungene Tribal-Motive – beides grosse 90er-Jahre-Trends – lassen sich viele entfernen.

Sarah Hahn (26), Chemielaborantin, Kiesen BE «Von klein auf habe ich das Videogame ‹The Legend of Zelda› gespielt, und meine Freundin mochte das Spiel ebenso wie ich. Deshalb haben wir uns mit 20 das Zelda-Motiv als Freundschaftstattoo stechen lassen. In meinem Heimatdorf, in der Nähe von Frankfurt am Main, hatte niemand ein Tattoo, deshalb war ich die totale Aussenseiterin. GamerMotive waren mal total hip, heute sind sie aber bereits wieder Mainstream. Heute habe ich 17 Tattoos, und die meisten davon bedeuten mir sehr viel. Tattoos sind für mich eine Art Souvenir. Auf meiner Reise in Thailand habe ich mir beispielsweise das thailändische Wort für Elefant, ‹Chang›, stechen lassen.»

Wäre Weglasern nicht die bessere Alternative? In 30 Prozent der Fälle können wir kein Cover-up machen, da die Flächen zu gross sind. In solchen Situationen empfehle ich den Kunden, das Motiv weglasern zu lassen oder sich halt damit zu arrangieren. Denn das Lasern kann grosse Narben hinterlassen. Sind Sie manchmal auch Hobbypsychologe? Schon ein bisschen. Ich erfahre sehr viel von meinen Kunden. Es ist wichtig, zuhören zu können. Immerhin tragen die Leute nach ihrem Besuch bei uns etwas Lebenslängliches mit nach Hause. Welche Begegnung werden Sie nie vergessen? Ein Mitglied aus Peter Fox’ Band wollte einen Frosch. Und eine Frau wünschte sich eine Kuh mit Kuhglocke, weil sie mit diesen Tieren aufgewachssen war. Sie schien intelligent, sonst hätte ich das Sujet nicht gestochen.

Biografie am Körper

Christoph Spörri (46), Anzeigenleiter, Bern «Mein erstes Tattoo habe ich mit 26 machen lassen. Es fing mit einem Tribal am Arm an – das hatten viele. Sogar ein Arschgeweih habe ich mir zugelegt. Danach wollte ich meinen Lebenslauf tätowiert haben. So sind etwa die Namen meiner zwei Söhne Kyano (6) und Deymien (10) in die Tribals eingeflossen. Tattoos sind für mich wie eine Biografie. Beide Arme, der Rücken, die Handflächen und Oberschenkel sind voll. Hals, Gesicht und Finger sind tabu. Der Wert meiner Tattoos liegt mittlerweile bei rund 30 000 Franken; am teuersten waren die Porträts meiner Söhne: 4000 Franken für 18 Stunden Arbeit. Ich werde mir sicher noch weitere Tattoos stechen lassen. Aber so eine Sitzung ist ja immer auch ein Angriff auf den Körper.»

Tätowierungen sollen ein Ausdruck der Persönlichkeit sein. Und doch folgen viele den gängigen Trends. Ist das noch individuell? Ein Tattoo ist immer individuell. Jeder fertigt die Sujets auf seine eigene Art. Wenn jemand einen Totenkopf haben möchte, zeigen wir ihm beispielsweise, wie man das mit einem anderen Motiv verbinden könnte. Daraus entsteht dann etwas Zeitloses, Persönliches. Ist man heute noch rebellisch, wenn man sich tätowieren lässt? Nein, überhaupt nicht. Mittlerweile gehört man sogar eher zum Mainstream. Und dennoch wird Tinte unter der Haut bei einem Vorstellungsgespräch nicht gern gesehen. Warum haftet tätowierten Menschen immer noch ein unseriöser Ruf an? Ich sehe das nicht so. Heute ist fast jeder Zweite tätowiert. Wir wollen von unseren Kunden allerdings wissen, was für einen Beruf sie ausüben. Einem Banker etwa würde ich abraten, sich ein Motiv auf die Hände stechen zu lassen. Ihr Studio heisst «Lebende Legend». Ein Schreibfehler? Nein, das ist bewusst so gewählt. Wir leben in der Schweiz, darum das deutsche Wort «lebende». «Legend» wirkt international. Wir werden ziemlich oft auf unseren Studionamen angesprochen. Er hat den Vorteil, dass die Leute ihn sich einprägen. MM


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40 | MM35, 29.8.2016 | MENSCHEN

Leserforum MM34: Editorial und Interview «Man muss alldem Rationalität und Besonnenheit entgegensetzen»

«Es werden Sendungen en masse über die Angst fabriziert» Welches Medium im Land ist der grösste Angstverbreiter? Es ist das SRF. Tagtäglich werden dort aus den hintersten Winkeln des Planeten terroristische Ereig­ nisse hochgejubelt, von denen die Mehrheit des Publikums nicht einmal weiss, wo sie sich zugetra­ gen haben. Sodann werden Sen­ dungen über die Angst en masse fabriziert und bewirtschaftet. Dreiprozentige Kurseinbussen an den Börsen werden regelmäs­ sig als gigantische Kursstürze und ­schocks überzeichnet, die darauffolgenden Erholungen aber geflissentlich verschwiegen. Nicolas W. Oetterli, per E-Mail

Jörg Schindler im Interview über diffuse Ängste.

Der Ruf nach mehr Sicherheit ist nachvollziehbar, aber nicht immer richtig. Denn wer die Freiheit für mehr Sicherheit opfert – sagt ein treffendes Zitat –, wird bekanntlich beides verlieren. Die Wahrschein­ lichkeit, Opfer eines Unfalls im Strassenverkehr zu werden, ist ein Vielfaches höher, als einem terroris­ tischen Anschlag zum Opfer zu fallen. Gegen Terro­ rismus und Extreme gibt es «nur» ein Mittel: die Verteidigung der Freiheit und Offenheit.

Mit dem Titelbild von MM34 wurde mein Leserinteresse ge­ weckt. Im Umgang mit Ängsten empfiehlt Jörg Schindler, nüch­ terne Analyse, Hinterfragen, Aufklärung, statt «gnadenlose Überversicherung». Wir sollen auch lernen, mit den Gefahren zu leben. Beim Thema atomarer GAU wird aber nicht hinterfragt, analysiert. Beznau sollte wegen Sicherheitsdefiziten laut Studie

Pascal Merz, per E-Mail

«Risiko Altreaktoren Schweiz» von Dieter Majer, ehem. Leiter der deutschen Atomaufsicht, un­ verzüglich abgeschaltet werden. Die seriöse Berechnung (Prog­ nos AG) eines Sachschadenfalls bei atomarem GAU kommt auf eine Summe von 8000 Milliar­ den Franken. Man spricht von der Unbewohnbarkeit eines grossen Teils der Schweiz auf Jahrhunderte, Städte wie Zürich würden zu Ruinen, Grund­ und Hausbesitz wird wertlos. Müssten die AKW obiges Schadensrisiko versichern, käme ihr Strom auf ca. Fr. 3.50 bis 4.– zu stehen. Ich empfehle den sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie, das wäre vernünftig. Bruno Meier, 5027 Herznach AG Jörg Schindler macht es sich einfach, wenn er den Protest­ parteien unterstellt, dass sie die Ängste nutzen würden, und die Leute generell als «Rechtspopu­ listen» bezeichnet. Einige dieser Bewegungen fordern im Gegen­ teil direkte Demokratie. Davor haben allerdings die System­

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MENSCHEN | MM35, 29.8.2016 | 41

vertreter in den EU-Ländern Angst, und mit Recht. Denn ihre Politik würde nicht akzeptiert, wenn es Volksabstimmungen gäbe. Deswegen tun die herrschenden Politiker alles Mögliche, um diese Bewegungen zu verunglimpfen. Dabei werden sie unterstützt von vielen Medienvertretern und ich bedaure es, wenn man im Migros-Magazin da auch mitmacht. Regula Heinzelmann, via www.migrosmagazin.ch Wer immer noch glaubt, dass die Schweiz nicht vom Terror betroffen ist, soll mir mal bitte erklären, warum. Die Schweiz ist ebenso ein christliches Land, es ist zudem bekannt, dass wir IS-Zellen bei uns haben. Der Islam versucht auch hier, sich Stärke zu verschaffen, und das

Land wehrt sich – zumindest ein Teil davon – dagegen. Ziel des IS ist es, alle Ungläubigen zu bekehren. Wenn man nun beginnt, nicht mehr darüber zu berichten, nenne ich dies Arbeitsverweigerung der Medien. Nicole Müller-Boder, 5632 Buttwil AG MM34: Markus Latscha Nach

einem Verlust wieder ins Leben finden

«Wir konnten die Hoffnung noch nicht aufgeben»

auch an Darmkrebs starb, wollte auch den Freitod, aber ich und mein Vater wollten und konnten die Hoffnung noch nicht aufgeben. Und so starb sie am Krebs. Rückwirkend wäre der Freitod viel menschenwürdiger gewesen. Aber wir konnten leider damit nicht umgehen. Marisa Liviero, via www.migrosmagazin.ch MM34: Diese Woche Wer sparen

will, muss bald dafür bezahlen

«Will man das Ausland nicht verärgern?»

Mein grosser Respekt, wie Markus Latscha mit dem Thema Freitod umgegangen ist. Meine Mutter, die Anfang dieses Jahres

Negativzinsen – hatten wir das nicht schon mal? Wenn ich mich richtig erinnere, war das

ungefähr in den 1970er-Jahren. Fritz Leutwiler war seinerzeit Präsident der Schweizerischen Nationalbank. Es ging auch damals darum, dafür zu sorgen, dass nicht zu viel Geld aus dem Ausland in der Schweiz angelegt wurde. Nur hatte man damals eine andere Lösung. Nur Geldanlagen von Ausländern in der Schweiz wurden mit einem Negativzins belastet. Warum macht man dies heute nicht? Ausländer, die in der heutigen Zeit für ihr Geld einen sicheren Hafen suchen, wären noch so gerne bereit, dafür einen Negativzins zu bezahlen. Könnte es sein, dass man das Ausland mit einer solchen Massnahme nicht verärgern möchte? Albert Schaub, via www.migrosmagazin.ch

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42 | MM35, 29.8.2016 | MENSCHEN

Daniel Radcliffe

«Zauberei fasziniert mich noch immer» Zehn Jahre lang war er der berühmteste Zauberlehrling der Welt. Inzwischen hat Daniel Radcliffe in Film, Fernsehen und im Theater bewiesen, dass er «Harry Potter» längst hinter sich gelassen hat. Zwei seiner neuen Filme wird er Ende September am Zurich Film Festival persönlich vorstellen.

Bild: Maarten de Boer/Getty Images

Interview: Marlène von Arx


MENSCHEN | MM35, 29.8.2016 | 43

Gefragt fĂźr Hollywoodund Independent-Filme: Daniel Radcliffe


44 | MM35, 29.8.2016 | MENSCHEN

Daniel Radcliffe, die Ferienzeit ist gerade zu Ende. Wie sehen Ferien bei Ihnen aus? Ferien sind, wenn ich mal zu Hause in New York oder London sein kann. Ich habe gerade in Australien gedreht und war dort auch am Strand. Aber ich finde das nicht entspannend – ich bin so blass, sodass ich alle zehn Minuten Sonnencreme auftragen muss.

Mit dem Illusionisten-Thriller «Now You See Me 2» kehren Sie erstmals seit «Harry Potter» in die Welt der Zauberer zurück. Ein bewusster Schritt? Das wird mir jetzt niemand glauben, aber ich Einfaltspinsel habe keine Sekunde daran gedacht, dass das eine mit dem anderen etwas zu tun haben könnte. Die Rollen sind ja sehr unterschiedlich, und die Zauberei ist eine ganz andere als in «Harry Potter». Zauberei fasziniert mich aber noch immer, und ich finde sie auch nicht weniger interessant, wenn ich die Tricks dahinter kenne. Von Ihren Co-Stars wurden Sie gelobt, weil Sie in einer Szene Ihren langen Monolog fokussiert und fehlerlos beim ersten Mal ablieferten. Versuchten Sie, die eingespielte Truppe zu beeindrucken? Seinen Text zu können, gehört doch einfach zum Job! Dafür, dass ich ihn auswendig gelernt habe, muss man mir wirklich nicht auf die Schulter klopfen. Ich nerve mich auch immer über Schauspieler, bei denen sich im Hintergrund nichts bewegen darf. Ich war mal dabei, als ein Schauspieler ein CrewMitglied deswegen total zusammenstauchte und vor allen blamierte. Dabei: Der Schauspieler arbeitete auch im Theater, und da klingeln Handys, oder es passiert sonst was – dann muss man auch weitermachen können. Jemand anderem die Schuld in die Schuhe zu schieben, ist lausig. Set-Etikette ist Ihnen sehr wichtig? Ja, schauen Sie sich Michael Caine an: Als Schauspieler möchte ich eines Tages den Respekt geniessen, der ihm zuteil wird. Er hat wirklich Spass an seinem Job, und das auch noch mit über 80 Jahren um vier Uhr in der Früh draussen in der Kälte. Ich denke, wenn man diese Freude nicht hat, sollte man nicht auf einem Set sein. Wenn ich mir also gerade mal etwas leid tue und einen Aufstel-

In «Now You See Me 2» fordert Daniel Radcliffe (im hellen Anzug) die Zauberhelden heraus: Dave Franco, Lizzy Caplan und Jesse Eisenberg (von links).

ler brauche, schaue ich die lange Filmliste seines Lebenswerks an. Caine spielt im Film Ihren Vater. Was haben Sie von Ihrem eigenen Vater Nützliches auf den Lebensweg mitbekommen? Sehr vieles, was ich aber jetzt nicht konkret wiedergeben könnte. An einen Ratschlag erinnere ich mich aber gut: Ich war noch sehr jung, als er mir sagte, ich soll immer zuerst die Hand zum Gruss ausstrecken, wenn ich jemanden kennenlerne. Ich fand das damals einen eher banalen Anstandstipp, aber später war ich tatsächlich dankbar dafür. Das Befolgen dieser Regel zeigt Enthusiasmus gegenüber der anderen Person. Es hat mir sicher oft geholfen, einen besseren Eindruck zu hinterlassen, als ich es sonst getan hätte. Sie sind untrennbar mit Harry Potter verbunden. Verleidet es Ihnen nie, auf ihn angesprochen zu werden? Ich begegne dauernd Leuten, die sich dafür bedanken, dass ich Teil ihrer Kindheit war. Und ehrlich: Das höre ich immer gern. Es ist ja auch eine ziemlich grosse Leistung, auf die ich immer noch stolz bin, vor allem auf die späteren Filme. Und Spass hatte ich auch dabei. Und reich sind Sie damit auch geworden. Wofür geben Sie sinnlos Geld aus, weil Sie es können? Ich verschleudere mein Geld nicht, ich habe auch keinen extravaganten Geschmack. Vielleicht gebe ich mal Geld für «guilty pleasures» wie Eis und Gebäck aus, aber das wird mich nicht in den Ruin treiben. Ich habe hübsche Wohnungen in New York und London, das ist eigentlich alles. Im Gegensatz zu 90 Prozent der männlichen Bevölkerung interes-

sieren mich Autos kein bisschen – zum Glück für mein Portemonnaie und für alle Autofahrer auf der Strasse. Emma Watson sieht man öfters, Rupert Grint, den Dritten aus dem Potter-Trio, weniger. Haben Sie noch Kontakt zu ihm? Ich habe ihn das letzte Mal Anfang Jahr gesehen. Wir sind beide furchtbar schlechte SMS-Schreiber, aber wenn ich ihn sehe, haben wir es immer gut zusammen. Sie sind der jüngste Nicht-Royal, dessen Bild in der National Portrait Gallery in London hängt. Was bedeutet Ihnen das? Es ist eins dieser bizarren, aber auch coolen Dinge, die in meinem Leben passiert sind, über die ich nicht viel nachdenke. Eigentlich müsste diese Ehre doch jemand anderem zuteil werden, denkt man. Aber so sage ich: Herzlichen Dank! Hatten Sie nie Angst, für immer auf die Potter-Rolle reduziert zu werden? Gegen Ende von Potter machte ich mir schon etwas Sorgen. Vor allem, weil mich Journalisten dauernd fragten, ob ich denke, dass mit 20 meine besten Jahre hinter mir liegen. Das setzte sich ein bisschen in meinem Kopf fest. Aber ich hatte mir fest vorgenommen, dass ich eine Karriere nach Potter haben würde. Deshalb trat ich mit 17 Jahren – zwischen den Potter-Filmen 5 und 6 – in «Equus» auf, einem schwierigen und düsteren Theaterstück. Ich spielte es in London und New York, um zu signalisieren, dass ich meinen Horizont als Schauspieler erweitern wollte. Sie kehren auch heute immer wieder auf die Bühne zurück. Fühlen Sie sich da besonders wohl?

Bild: Lions Gate/Courtesy Everett Collection/Keystone

Man hört, Sie seien ein besessener Baccarat-Spieler. Spielen Sie in den Ferien zu Hause Karten mit Hollywoods Pokerfans Ben Affleck und Tobey Maguire? Nein, eine Pokerrunde wäre für mich eine schnelle Art, viel Geld zu verlieren. Aber als wir für «Now You See Me 2» in Macau waren, hat mir Baccarat tatsächlich den Ärmel ein bisschen reingezogen. Meine Leidenschaften sind aber noch immer Fantasy, Football und die Basketball- und NHL-Playoffs.


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46 | MM35, 29.8.2016 | MENSCHEN

Zur Person

Gast am Zurich Film Festival Daniel Jacob Radcliffe (27) ist der Sohn eines

Literatur-Agenten und einer Casting-Agentin aus London. Schon mit zehn Jahren verdiente er seine erste Gage als junge Version von «David Copperfield» in einer Charles-DickensAdaption der BBC.

Als Zauberlehrling Harry Potter ist der britische Schauspieler Daniel Radcliffe erwachsen und zum Star geworden.

aus und spielte den Zauberlehrling über die nächsten zehn Jahre in allen acht Potter-Filmen. Bereits vor Ende dieser Filmserie erweiterte Radcliffe mit der provokativen West-End-Inszenierung von «Equus» sein schauspielerisches Repertoire. Seither beweist er sein vielseitiges Talent in einer grossen Bandbreite an Filmen. Radcliffe lebt in New York und London.

Er ist mit der Schauspielerin Erin Darke liiert, die er bei den Dreharbeiten zum Drama «Kill Your Darlings» kennenlernte, in dem er den Dichter Allen Ginsberg spielt. Von 30. September bis 2. Oktober ist Daniel Radcliffe in Zürich, um

am Zurich Film Festival seine beiden neuen Filme «Swiss Army Man» und «Imperium» vorzustellen, ein schräges Indie-Drama und einen Thriller, der im US-Neonazi-Milieu spielt. Schon ab 1. September läuft «Now You See Me 2» in den Schweizer Kinos, wo er den Bösewicht spielt: einen Tech-Milliardär, der die MagierHelden aus dem ersten Teil in die Mangel nimmt. www.zff.com «Now You See Me 2» startet am 1. 9. in den Kinos.

Wohler als am Anfang. Auf «Equus» habe ich mich 18 Monate vorbereitet, etwa mit Stimmtraining, damit man mich auch ganz hinten hört. Beim Film ist das anders. Jetzt habe ich das zwar intus, aber die Angst, meinen Text zu vergessen und hilflos auf der Bühne zu stehen, ist immer noch da. Zurzeit wird in London «Harry Potter and the Cursed Child» aufgeführt, ein Stück von J. K. Rowling über Harry Potters spätere Jahre. Haben Sie es gesehen? Nein, und ich denke, ich gehe auch nicht hin. Sonst geht es an jenem Abend mehr darum, dass ich da war, als um das Stück. Ich finde es toll, dass Jamie Parker mich spielt, er ist ein toller Schauspieler. Ups, sorry, das klang jetzt ganz bescheuert. Er spielt natürlich Harry, nicht mich. Sie möchten generell nicht erkannt werden. Vor zwei Jahren verkleideten Sie sich als Spider-Man, um sich beim Comic-Kongress Comic Con unerkannt unter die Massen mischen zu können. Wie gehen Sie mit Ihrem Star-Status allgemein um? Es klingt schräg, dass man sich erst in einem Spider-Man-Kostüm normal vorkommt, aber deshalb mag ich auch Halloween: Ich kann mich verkleiden, und niemand macht ein Aufhebens mehr um mich. Was den Star-Status sonst betrifft: Mit dreizehn habe ich das Buch von William Goldman gelesen, einem der grössten Hollywood-Drehbuchautoren. Er schreibt darin so etwas wie: «Alle Stars sind temporär, Schauspieler dauern an.» Ich wollte andauern. Ich war damals so froh, musste ich nicht mehr in die Schule. Ich war schlecht, und alles, was die Lehrer an mir beanstandeten, wurde bei der Schauspielerei gefördert. Ich hatte mein Zuhause auf dem Set gefunden, und ich wollte alles geben, dass ich bleiben konnte. Im Vergleich zu anderen Jungstars scheinen Sie ja auch kein grosses Problem mit

den Medien zu haben. Stimmt der Eindruck? Ich hatte tatsächlich Glück, ohne grossen Druck von jener Seite aufwachsen zu können. Die Medien haben mir sogar schon geholfen: Ich bekam den Job in der romantischen Komödie «What If», weil der Regisseur mich in einem TV-Interview gesehen hatte und fand, ich passe für die Rolle. «What If» ist Ihre einzige romantische Komödie. Bleiben Sie bewusst Filmen fern, die das Image des TeenagerSchwarms und Sexsymbols verstärken? Ich bin total bereit, mich mit der Bürde des Sexsymbols auseinanderzusetzen ( lacht). Aber im Ernst: Ich mache das, was mich interessiert. Wenn eine gute romantische Komödie auf meinen Tisch flattert, würde ich sie gerne machen. Aber es ist halt viel schwieriger, etwas Glückliches auf der Leinwand spannend zu erzählen. Deshalb gibt es mehr Filme düsterer Schattierung. Anfang Jahr haben Sie mit «Swiss Army Man» am Sundance-Filmfestival Furore gemacht. Sie spielen einen furzenden Leichnam, der von Co-Star Paul Dano wie ein Schweizer Sackmesser für Überlebenszwecke genutzt wird. Die Leute liefen entnervt aus dem Film. Wurmt Sie das? Das täte es, wenn niemand den Film verstanden hätte. Aber es gab auch Leute, die ihn sehr originell fanden. Ich habe den Film nicht gewählt, um Leute zu schockieren oder eine Debatte auszulösen. Natürlich kann man einzelne Elemente herausnehmen und daraus verrückte Schlagzeilen basteln. Aber es geht um so viel mehr. Sie werden es sehen, wenn der Film ins Kino kommt (voraussichtlich Ende Oktober, Anm. d. Red.). Ich bin jedenfalls sehr glücklich und zufrieden, dass ich grosse Hollywoodfilme wie «Now You See Me 2» und schräge Indie-Streifen wie «Swiss Army Man» machen kann. Ich kann mich über nichts beklagen. MM

Bild: IFT Film/Keystone

Bald darauf stach er beim Casting für «Harry Potter» 16 000 Bewerber


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Migros-Welt MM35

Zitat der Woche

«Hotelplan hat die technologische Führung im Reisemarkt und wird sie weiter ausbauen.» Thomas Stirnimann, CEO der Hotelplan Group, in der «SonntagsZeitung» vom 21. August.

Mini-Migros

Bilder: Erwin Züger, PD

Filiale im Kleinformat: In der Mini-Migros können Kinder nach Herzenslust «Verkäuferlis» spielen.

So realitätsnah konnten Kinder noch nie «Verkäuferlis» spielen: Die Migros hat eine über 100 Quadratmeter grosse Spielfiliale gebaut. Darin können die Kleinen in die Rolle des Verkäufers, der Kundin oder des Logistikers schlüpfen. Die Mini-Migros wird schweizweit durch verschiedene Einkaufszentren touren. Los gehts am 29. August im Glattzentrum in Wallisellen. Dort bleibt der Spielladen bis zum 10. September. Zusätzlich wird die Mini-Migros im Herbst an der Olma zu finden sein. Weitere Tourdaten und Infos auf: www.vonuns-vonhier.ch/ mini-migros


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MIGROS-WELT | MM35, 29.8.2016 | 51

Videoclips

Schräge Bilder Eine junge Frau im Badeanzug fällt aus einem lachsroten Himmel und landet in einem riesigen Schwamm, der mit grüner Farbe getränkt ist. Die surreale Szene stammt aus einem Videoclip der Neuenburger Rockband The Rambling Wheels. Entstanden ist der Kurzfilm mit einem Förderbeitrag des Migros­Kulturprozents. Ausgewählte Clips von Schweizer Bands werden gezielt unterstützt, weil die Videos heute als eigene Kunstform gelten. Sie ermöglichen Musikern, auf Youtube präsent zu sein und so neue Fans zu gewinnen. Bis zum 30. September können sich Bands beim Migros­Kulturprozent um Förderbeiträge für Clips bewerben. Besonders ange­ sprochen sind junge Musiker der Sparten Pop, Rock, Indie, Urban und Electronica. Alle Infos auf www.kulturprozent.ch (Stichwort «Förderantrag»)

Warenrückzug

Falsche Deklaration von Wachteleiern Gemäss Recherchen des «Kassensturz»

hatte die Migros falsch deklarierte Wachteleier im Sortiment. Das Un­ ternehmen ging diesen Vorwürfen sofort nach und bedauert, dass ihr Produzent von Wachtel­ eiern tatsächlich teil­ weise falsche Deklara­ tionen angebracht und aus Spanien zugekaufte Ware als Schweizer Wachteleier aus Boden­ haltung gekennzeichnet hat. Für die Migros ist ein solches Vorgehen inakzeptabel. Deshalb hat sie einen sofortigen Liefer­ und Verkaufs­ stopp veranlasst und verkauft momentan keine Wachteleier mehr.

Generation M

Grosse Auswahl für Veganer

Bilder: zVg, Lucas Peters

Da bei den bisher verkauften Eiern mögli­

cherweise die Herkunft und allenfalls auch die Produktionsbedingun­ gen falsch deklariert sind, können Kundinnen und Kunden die Wach­ teleier in jede Filiale zurückbringen und erhalten den Verkaufs­ preis zurückerstattet.

Die Migros baut laufend ihr vegetarisches und veganes Sortiment aus.

Die Migros hat sich im Rahmen von Generation M ehrgeizige Nachhaltigkeits­ ziele gesetzt. Zweimal jähr­ lich informiert die Detail­ händlerin über den Fort­ schritt bei der Umsetzung. Derzeit sind noch 22 Ver­ sprechen offen.

und veganen Produkten bis Ende 2017 um 30 Prozent zu erweitern. Aktuell sind 447 Artikel vegetarisch oder vegan zertifiziert. Das entspricht einer Steigerung um 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Das Fazit: 18 dieser Versprechen sind auf Kurs. Dazu gehört auch die

Lesen Sie mehr zum veganen und vegetarischen Sortiment auf Seite 94.

Zusage der Migros, ihr Sor­ timent an vegetarischen

Alle Versprechen von Generation M gibts auf www. generation-m.ch


52 | MM35, 29.8.2016 | MIGROS-WELT

Haben Sie eine Frage?

Kontaktieren Sie uns! M-Infoline, der Kundendienst der Migros, erreichbar unter 0800 84 0848 oder www.migros.ch/ kundendienst

Telefonisch erreichbar Montag bis Freitag: 8.00–18.00 Uhr, Samstag: 8.30–16.30 Uhr. Anrufe auf die oben genannte Nummer sind gratis.

Frage der Woche

Ich habe das Gefühl, dass die Butter der Migros in letzter Zeit weicher als sonst ist und eine gelbliche Farbe hat. Woran liegt das? Butter ist ein Naturprodukt und hat daher nicht immer die genau gleiche Farbe und Konsistenz. Die leichten Unterschiede sind von der Jahreszeit abhängig. Sommerbutter hat in der Regel eine eher gelbliche Farbe und einen etwas tieferen Schmelzpunkt. Dies liegt daran, dass die Kühe saisonal unterschiedliches Futter fressen. In der warmen Jahreszeit besteht ihre Nahrung vor allem aus Gras, im Winter ist der Anteil an Heu und Raufutter grösser. MM

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MIGROS-WELT | MM35, 29.8.2016 | 53

Von uns. Von hier.

Wer ist der Mega-Fan?

Bild: Stefan Kubli

M

enschen sind Fans von Musikern, Sportlern oder, wie die Website migros-momente.ch beweist, auch von MigrosProdukten. Daher sucht die Migros jetzt den Mega-Fan ihrer Farm Chips und ihrer Biskuits, egal ob Bärentatzen, Nussstangen oder Petit Beurre. Wer seine persönliche Fangeschichte erzählt und verrät, was die Migros-Guetsli oder Farm Chips zu seinem Lieblingsprodukt macht, hat Aussicht auf eine attraktive Belohnung: Unter allen Einsendungen verlost die Migros je einen exklusiven Rundgang durch die Produktionsstätten der Midor AG, wo die Biskuits hergestellt werden, und der Bischofszell Nahrungsmittel AG, die die Farm Chips produziert. Dazu gibt es jeweils einen Warenkorb, gefüllt mit den entsprechenden Lieblingsprodukten. MM

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54 | MM35, 29.8.2016 | MIGROS-WELT

Kulturprozent

Ein einzigartiges Engagement

Das Kulturprozent ist seit fast 60 Jahren in der Satzung der Migros verankert und unterstützt zahlreiche Projekte in der Schweiz.

M

igros-Gründer Gottlieb Duttweiler wollte allen Zugang zu Ausbildung und Kultur ermöglichen. 1957, als in der Satzung der Migros festgeschrieben wurde, dass ein Prozent des Jahresumsatzes für diese Zwecke verwendet werden muss, wurde sein Traum wahr. Es war die Geburtsstunde des Migros-Kulturprozents! Dank dieser

weltweit einzigartigen Verpflichtung können in der Schweiz jedes Jahr Bildungseinrichtungen, kulturelle Aktivitäten und soziale Aktionen unterstützt werden. Auch die zehn Genossenschaften sind verpflichtet, jedes Jahr ein halbes Prozent ihres Umsatzes für das Kulturprozent bereitzustellen. Dies gilt auch für die Migros Neuenburg-Freiburg. Die Renovierung des

Musiksaales in La Chaux-de-Fonds, Partnerschaften mit Kulturstätten wie dem Café du Soleil in Saignelégier, dem Théâtre du Pommier in Neuenburg oder der Orgelakademie Freiburg sind schöne Beispiele für dieses regionale Engagement. Drei Abteilungen ermöglichen es den Verantwortlichen, zahlreiche Künstler, Laien- oder Profi-Ensembles zu unterstützen (siehe rechts). MM

Bilder: Pierre- William Henry/ Kulturprozent

Text: Maude Righi


MIGROS-WELT | MM35, 29.8.2016 | 55

Ihre Region

Neues aus der Genossenschaft Migros Neuenburg-Freiburg

Patrick Brupacher hat 2013 und 2014 den Studienpreis Tanz des Migros-Kulturprozents gewonnen.

Nicole Wilson leitet die Kulturabteilung der Genossenschaft. Dort werden jährlich mehr als 400 Dossiers bearbeitet. Professionelle Künstler und Kulturstätten sind die Hauptbegünstigten dieser Abteilung.

Pascal Guillet ist seit zwei Jahren

Vorsitzender des Ausschusses für Kultur und Soziales. Er wurde vom Genossenschaftsrat gegründet und besteht aus rund fünfzehn ehrenamtlichen Mitgliedern.

Sandra Leuenberger leitet die

Kunst und Kultur

Kultur und Soziales

Spenden und Sponsoring

«Ein echte Starthilfe für jemanden, der am Anfang seiner künstlerischen Laufbahn steht»

«Wer seinen Salat bei der Migros kauft, unterstützt die regionale Kultur»

«Wir verteilen kleine Beträge, aber wir merken, wie wichtig sie für die Begünstigten sind»

Pascal Guillet, wem kommen die Spenden Ihrer Abteilung zugute? Hauptsächlich kleinen Institu­ tionen oder gemeinnützigen Vereinen, die Projekte oder Ver­ anstaltungen von Laien organi­ sieren. Dabei kann es sich um die Jubiläumsvorführung eines lokalen Vereins, das Theaterstück eines jungen Ensembles oder auch die Beschaffung neuer Uniformen eines örtlichen Fanfarenvereins handeln. Wir sind für alles offen! Wir weisen meist kleinere Beträge zu, die für die Begünstigten jedoch ent­ scheidend sind.

Sandra Leuenberger, an wen gehen die Spenden Ihrer Abteilung? An alle Laien in den Bereichen Kultur und Soziales, Sport und Kulturerbe. Wir haben beispiels­ weise bereits ein Tierheim, die Bibliothek des Couvent des Cordeliers in Freiburg oder medizinisch-soziale Einrichtungen unterstützt. Im Rahmen des Sponsorings unterstützen wir Veranstaltungen wie die Tour du canton und verteilen Getränke und Energieriegel. Auch lokale Unternehmen oder Vereine können sich an uns wenden, um 5 Prozent Rabatt auf Geschenkkarten für ihre Mitarbeiter oder Preise für eine Lotterie zu erhalten.

Nicole Wilson, an wen gehen die Spenden Ihrer Abteilung? Ein Teil unseres Budgets ist Ensembles und professionellen Künstlern vorbehalten, egal ob Sängern, Tänzern oder bilden­ den Künstlern. Wir haben aus­ serdem Partnerschaften mit kleinen und grossen Theatern. Mit dem anderen Teil wird der Grand Prix Culturel unterstützt, der mit 50 000 Franken dotiert ist und jedes Jahr einem regio­ nalen Künstler verliehen wird. Eine echte Starthilfe für jeman­ den, der gerade am Anfang seiner künstlerischen Laufbahn steht! Warum ist die Kulturabteilung so wichtig? Wir möchten das Kulturprozent bei allen Bevölkerungsgruppen bekannt machen. Deswegen unterstützen wir vielfältige und abwechslungsreiche Projekte, von den Mittelalterfestspielen in Le Landeron über die Murten Classics bis hin zum ParaBôle Festival.

Warum ist der Ausschuss für Kultur und Soziales so wichtig? Unsere Unterstützung trägt zur kulturellen und sozialen Ent­ wicklung in der Region bei. Wer bei der Migros einen Salat kauft, muss wissen, dass er damit einen Beitrag zum kulturellen Leben seiner Region leistet, denn jede Spende wird vom Kulturprozent getätigt!

Abteilung für Spenden und Sponsoring. Jedes Jahr gehen rund 1500 Anfragen bei ihr ein. Über 60 Prozent davon werden bewilligt.

Warum ist die Abteilung für Spenden und Sponsoring so wichtig? Wir verteilen kleine Beträge, manchmal nur 50 Franken, aber wir merken, wie wichtig sie für die Begünstigten sind. Das motiviert uns, möglichst viele Antragsteller zu unterstützen.


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MIGROS-WELT | MM35, 29.8.2016 | 57

Schwingen

Schnuppertag für zukünftige Schwingerkönige Lust, Schwinger zu werden und 2031 sogar zum Schwingerkönig gekrönt zu werden? Jeder kann Schwinger werden, nicht nur Jungen oder Schweizerinnen und Schweizer. Am 3. September lädt die Migros alle, die den Nationalsport noch nicht kennen, zu einem Schnuppertag ein. Dieser findet in mehr als 100 Schwingklubs aus der ganzen Schweiz statt. Mehr Infos: www.esv.ch

Frische

CCL St-Imier: JeudreLIVE Eintritt: Fr. 10.–

JeudreLIVE

Musikalische Entdeckungen in St-Imier Die Konzertabende der Reihe JeudreLIVE haben sich bereits einen Namen gemacht. An jedem Donnerstag verwandeln sich ab 20 Uhr die zentrale Halle und die Bar des CCL in St-Imier in einen Konzertsaal, wo es in nettem Ambiente verschiedenste musikalische Newcomer zu entdecken gibt. Der erste Abend am 1. September steht im Zeichen des Blues. Das Gitarristenduo The Two war während des Sommers auf einigen der grössten Bühnen zu sehen, unter anderem auch am Paléo Festival. Infos: www.ccl-sti.ch

Keine Kilbi ohne Botzi-Birnen Die Botzi-Birne wird hauptsächlich im Broye-Bezirk angebaut und ist untrennbar mit der Freiburger Kilbi verbunden. Es handelt sich um eine kleine, knackige und eher saftige Birnensorte. Sie wird selten roh aus der Hand gegessen, denn gegart entfaltet diese süsse, typisch freiburgische Frucht erst ihr ganzes Aroma. Die Botzi-

Birne wird in einer Mischung aus Rotwein, Gewürznelken, Zucker und Zimt geschmort und ist die perfekte Beilage zu Fleischgerichten und die ideale Zutat für die typischen Desserts des Kilbi-Menüs. Sie steckt ausserdem hinter dem Vin cuit (Birnendicksaft), einem reichhaltigen Nektar, der durch das Einkochen von Birnensaft gewonnen wird.


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Saisonküche

Süsse Verlockung

Weich und zart ist ihre Haut, betörend ihr Duft und lieblich-süss ihr saftiges Fruchtfleisch: Die Aprikose zieht wirklich alle Register. Für den Genuss empfehlen wir drei Variationen. Text: Claudia Schmidt Bilder & Styling: Claudia Linsi Rezepte: Margaretha Junker

Herausnehmen und sammeln!

Fruchtige Aprikosen zu jeder Mahlzeit

Noch mehr Rezepte

Die knusprige Entenbrust wird von einem Couscous mit Nüssen und Aprikosen begleitet.

Die Saisonküche gibt es auch im Abonnement, 12 Ausgaben für nur Fr. 39.– www.saison.ch


62 | MM35, 29.8.2016 | MIGROS-WELT

Aromatisches Frühstück

Edles Dessert

Nobles Nachtessen

AprikosenGewürze-Konfitüre

AprikosenMandel-Plunder

Entenbrust auf Aprikosen-Nuss-Couscous

Ergibt 4 Gläser à 3 dl

Dessert für 6 Personen 3 grosse Aprikosen 250 g Blätterteig Mehl zum Auswallen 6 TL Mandel-Backfüllung 2 EL Aprikosenkonfitüre 1 Ei 1 EL Mandelblättchen

Hauptgericht für 4 Personen 2 Entenbrüste à ca. 300 g

1 kg 1 ½ 1 600 g 2 4–5

vollreife Aprikosen Limette Orange kleine Zimtstange Zucker Vanilleschoten Safranfäden

Zubereitung

1. Aprikosen entsteinen. Von der Limette und der Orange die Schale fein abziehen. Fruchtschalen und Zimt in ein Tee-Ei geben. Früchte auspressen. Fruchtsaft mit Zucker und Aprikosen in einer grossen, weiten Pfanne sehr gut mischen. Ca. 30 Minuten ziehen lassen. Gefülltes Tee-Ei, Vanilleschoten und Safran dazugeben. Alles aufkochen. Unter gelegentlichem Rühren bei mittlerer Hitze ca. 30 Minuten kochen lassen. 2. Tee-Ei und Vanillestängel entfernen. Konfitüre in heiss ausgespülte Gläser füllen. Sofort verschliessen. Gläser einige Minuten auf den Kopf stellen. Langsam auskühlen lassen. Tipp 1 TL Konfitüre auf einen Teller geben, im Kühlschrank auskühlen lassen. So sieht man schnell, ob der gewünschte Geliergrad erreicht ist. Zubereitungszeit ca. 20 Minuten + ca. 30 Minuten ziehen lassen + ca. 30 Minuten kochen

Pro Person ca. 3 g Eiweiss, 1 g Fett, 170 g Kohlenhydrate, 3100 kJ/750 kcal

Zubereitung

Backofen auf 180 °C vorheizen. Aprikosen halbieren, Steine entfernen. Blätterteig auf wenig Mehl ca. 3 mm dünn auswallen. In 6 Quadrate à 15 cm schneiden. Teigecken zur Mitte falten und gut festdrücken. Auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen. Je 1 TL Mandel-Backfüllung in die Teigmitte geben und Aprikosen mit der Schnittfläche nach oben daraufsetzen. Aprikosen mit etwas Konfitüre füllen. Ei verquirlen. Teigränder mit Ei bestreichen. Mit Mandelblättchen bestreuen. Plunder in der Ofenmitte ca. 20 Minuten backen. Herausnehmen und noch warm mit Konfitüre bestreichen. Zubereitungszeit ca. 20 Minuten + ca. 20 Minuten backen

Pro Person ca. 4 g Eiweiss, 18 g Fett, 26 g Kohlenhydrate, 1200 kJ/290 kcal

Salz, Pfeffer

Couscous: 6 dl ¼ TL 400 g 6 2 EL je 2 Zweige 3 EL

Gemüsebouillon Kreuzkümmel nach Belieben Couscous Aprikosen Nussmix, ungesalzen Pfefferminze, Basilikum und Petersilie Zitronenöl Salz, Pfeffer

Zubereitung

1. Backofen auf 80 °C vorheizen, eine Platte mitwärmen. Haut der Entenbrüste mit einem scharfen Messer über Kreuz einschneiden, ohne das Fleisch zu verletzen. Entenbrüste mit Salz und Pfeffer würzen. Eine Pfanne erhitzen. Entenbrüste bei grosser Hitze auf der Hautseite 3 Minuten anbraten, wenden und 2 Minuten weiterbraten. Auf die vorgewärmte Platte geben und im Ofen ca. 1 Stunde garen lassen.

2. Bouillon mit Kümmel aufkochen, Couscous übergiessen und zugedeckt ca. 10 Minuten quellen lassen. Aprikosen halbieren, Steine entfernen, Früchte würfeln. Nüsse in einer Bratpfanne ohne Fett hell rösten, grob hacken. Couscous mit einer Gabel auflockern. Mit vorbereiteten Zutaten mischen. Mit Zitronenöl, Salz und Pfeffer abschmecken. Entenbrust in feine Tranchen schneiden. Mit Couscous anrichten. Zubereitungszeit ca. 20 Minuten + ca. 1 Stunde im Ofen garen

Pro Person ca. 38 g Eiweiss, 38 g Fett, 80 g Kohlenhydrate, 3400 kJ/800 kcal


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Als Solistin ist sie brillant. Denn die Lasagne Bolognese enthält alles, was schmeckt: Pasta, Fleisch, Käse. Doch erst im Duett mit Lollosalat an Parmesandressing wird sie am Familientisch unschlagbar. Die Zutaten finden Sie in Ihrer Migros, das Rezept unter www.saison.ch/ de/m-tipp.

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Gemüse-Kit für Bénichon «Aus der Region.», Seeland, Beutel ca. 1,5 kg, 6.90 Hit

Fisch, Fleisch und Geflügel

Yogo Drink im 3-er-Pack, Schweiz, z.B. Himbeer, 3 x 200 ml, 2.75 statt 3.45 20% Chèvre frais «Aus der Region.» im 3er-Pack, 3 x 80 g, 7.90 statt 9.30 15%

Blumen und Pflanzen

Alle Twin Kapseln, z.B. Latte Macchiato, 16 Kapseln, 4.30 statt 6.20 30% Zweifel Chips im Duo-Pack, z.B. Corn Chips Original, 2 x 125 g, 3.80 statt 4.80 20%

Nivea Baby Feuchttücher Refill im 9er-Pack, Soft & Cream und Pure & Sensitive, 9 x 63 Tücher, z.B. Soft & Cream, 25.35 statt 42.30 40% **

M-Classic Traubenzucker im Duo-Pack, Himbeer und Orange, z.B. Himbeer, 2 x 200 g, 2.85 statt 3.60 20%

Gesamtes Pial ReinigungsmittelSortiment, ab 2 Stück, jedes 1.– günstiger, z.B. Tapino Teppichschaum, 500 ml, 3.40 statt 4.40 **

Frey-Branches Cornflakes, -Fruit Branches Mango-Maracuja und -Raspberry im 3er-Pack, UTZ, z.B. Raspberry, 3 x 115 g, 8.60 statt 10.80 20%

Gesamtes Vogel- oder NagerSortiment, z.B. M-Classic Holzhobelspäne, 1 kg, –.75 statt –.95 20%

Gesamtes Nescafé Sortiment, z.B. Cappuccino, 125 g, 3.15 statt 3.95 20% Appenzeller Bratwurst, Schweiz, 2 x 130 g, 4.10 statt 5.90 30% Kümmelwurst Tradition, Schweiz, 1 Paar à 200 g, 3.90 statt 5.10 20% Schweinssteaks Dragon, Schweiz, per 100 g, 2.85 statt 3.60 20%

Bromelie im Keramik-Übertopf, erhältlich in diversen Farben, z.B. pink, 9.65 statt 12.90 30%

Weitere Lebensmittel

Jakobsmuschelspiesschen mit Speck, MSC, Nordostatlantik, Packung à ca. 170 g, per 100 g, 4.30 statt 5.40 20%

Brot und Milchprodukte

Marie Croccant und Noisette im 3er-Pack, z.B. Noisette, 3 x 245 g, 7.30 statt 9.15 20%

Alle Ice Tea Pulver, z.B. Classic, 700 g, 4.– statt 5.– 20%

Near-/Non-Food Alle Oasis Getränke, z.B. Tropical, 6 x 25 cl, 5.– statt 7.20 30%

M-Classic Champignons und Mischpilze im 3er-Pack, z.B. Mischpilze, 3 x 200 g, 7.80 statt 11.70 33%

Alle Covergirl Mascara, ab 2 Stück 20% Farmmania-Trinkflaschen oder -Lunchboxen, z.B. Lunchbox grün, pro Stück, 4.90 Hit Gültig bis 17.10.

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MIGROS-WELT | MM35, 29.8.2016 | 75

Wissenswertes Hintergrund

Rund um die Aprikose Saison

Schweizer Aprikosen haben von Juli bis Anfang September Saison. Es bleibt also nur wenig Zeit für die Zubereitung von Wähen mit frischen Früchten und feinen Konfitüren sowie zum Dörren.

Mehr Rezepte auf www.saison.ch

Allzeit genussbereit Im Sommer am liebsten frisch vom Baum und das ganze Jahr über als Konfi, Kompott oder Dörrobst: Die Aprikose versüsst unseren Speiseplan. Doch nicht nur ihr Fruchtfleisch, auch ihr Kern findet Verwendung.

Lagerung

Reife Aprikosen sollten zeitnah gegessen oder verarbeitet werden. Im Kühlschrank schwindet ihr liebliches Aroma, auch wenn sie sich dort gut eine Woche länger als ungekühlt aufbewah­ ren lassen. Entsteinte Früchte kann man ein­ frieren und im Winter zu Kompott oder Wähen verarbeiten. Dörren

Ihr Vitamin-C-Gehalt ist gering, dafür punktet die Aprikose mit viel Betacarotin, aus dem der menschliche Körper das wertvolle Vitamin A gewinnt. Durchschnittlich 2,3 Milli­ gramm pro 100 Gramm stellen im Vergleich mit anderen Früchten einen Spitzenwert dar.

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Grillieren

Bild: Fotolia

Halbiert und entsteint lassen sich Aprikosen auch grillieren. Dazu legt man sie mit der Schnitt­ fläche nach unten auf den Rost. Je nach Hitze bräunen die Früchte in zwei bis drei Minuten. In Zusammenarbeit mit www.saison.ch

Im harten Aprikosenstein steckt ein knackiger Kern, der sich wie eine Mandel verwenden lässt. Man kann ihn unter anderem hervorragend zum Marzipanersatz Persipan verarbeiten.

Code 80061246

Wie Äpfel, Birnen und Zwetschgen lassen sich auch Aprikosen gut dörren und somit halt­ bar machen. Dazu sollte man sie entsteinen, denn nachher ist es ziemlich mühsam, den Kern zu entfernen. Im Backofen lässt man die halbierten Früchte auf einem Gitter rund zwölf Stun­ den bei 70 °C trocknen. Anschliessend gut aus­ kühlen lassen, bevor man sie verpackt, da sich sonst Kondenswasser bildet, das wiederum zu Schimmel führen kann.

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76 | MM35, 29.8.2016 | MIGROS-WELT

Aus der Region. Für die Region.

Regional gekocht und aufgetischt Was Produzenten sorgfältig und mit Liebe zu den eigenen Wurzeln herstellen, ist so vielfältig wie die Landschaften ihrer Heimat. Mit wertvollen Zutaten aus der Region lassen sich schnelle und feine Gerichte zubereiten. Text: Claudia Schmidt

Überbackene Chips mit Peperoni Snack für 4 Personen 2 Peperoni, z. B. gelb und grün 400 g Tomaten, z. B. Rispentomaten 360 g Mais-Chips 200 g Halbhartkäse, z. B. Gouda ½ Bund Koriander oder glattblättrige Petersilie

Peperoni längs vierteln, entkernen und in dünne Streifen schneiden. Tomaten halbieren, entkernen und in kleine Würfel schneiden. Mit den Chips auf ein mit Backpapier belegtes Blech verteilen. Peperoni darauf­ geben. Käse grob darüberreiben. Im Ofen bei Grillfunktion 2–3 Minuten überbacken. Koriander oder Petersilie erst direkt vor dem Servieren über die überbackenen Chips zupfen. Zubereitungszeit ca. 20 Minuten

Pro Person ca. 20 g Eiweiss, 42 g Fett, 58 g Kohlenhydrate, 2900 kJ/700 kcal

Bilder: Claudia Linsi (Food), Marvin Zilm (Porträts) Illustrationen: Flavia Travaglini Rezepte: Annina Ciocco

Zubereitung


MIGROS-WELT | MM35, 29.8.2016 | 77

Migros-Genossenschaft Zürich

Tortilla­Chips Vollkorn, 180 g Fr. 3.90 Regional erhältlich

Mais als Passion In der Linthebene und im Zürcher Oberland wurde jahrhundertelang der Linthmais, eine regionale Maissorte, angebaut. Nach 1945 geriet die Sorte jedoch in Vergessenheit. Christian Bruhin (Bild) setzte sich als Vorsitzender des Vereins Linthmais für den Erhalt und den kontinuierlichen Anbau der alten Sorte ein. Dass er das konnte, verdankte er Familien, die noch über Maiskörner für die Aussaat verfügten. Die Tortilla-Chips mit dem Label «Aus der Region. Für die Region.» werden aus Linthmais hergestellt und sind somit nicht nur ein schmackhafter Snack, sondern auch ein Beitrag zum Erhalt dieser alten Maissorte der Region. Die Maiskörner werden für die Chips zunächst zu Brei verarbeitet. Schonend frittiert werden sie in Rapsöl. Das Würzen mit Salz unterstützt das feine Maisaroma. Für Christian Bruhin ein perfektes Produkt: «Der Mais ist fest in der Region verankert, und gleichzeitig sind die Tortilla-Chips eine moderne, beliebte Knabberei. Zudem enthalten sie weniger Fett als herkömmliche Pommes chips.» MM

Zahlen & Fakten

Hätten Sie gewusst, … dass die Migros Zürich knapp 9000 Mitarbei­ tende beschäftigt? … gut 90 Produzenten über 600 Produkte mit dem Label «Aus der Region. Für die Region.» an die Migros Zürich liefern? Mehr Infos auf www.ausderregion.ch

Dank jahrzehntelangem Engagement finden Sie heute rund 8000 Produkte von regionalen Produzenten in Ihrer Migros. In Zusammenarbeit mit www.saison.ch


78 | MM35, 29.8.2016 | MIGROS-WELT

Tomatensuppe mit Apérostängeli Kleine Mahlzeit für 4 Personen

1 kg ½ 4 EL 1 4 dl 1 TL

Tomaten, z. B. Rispentomaten Zwiebel Olivenöl Knoblauchzehe Gemüsebouillon Tabasco Salz ¼ Bund Basilikum Zubereitung

1. Tomaten in Stücke schneiden. Zwiebel hacken. Im Öl dünsten. Knoblauch dazupressen. Tomaten beigeben und mitdünsten. Mit Bouillon ablöschen. 2. Suppe ca. 20 Minuten köcheln lassen. Mit dem Stabmixer fein pürieren. 3. Mit Tabasco und Salz abschmecken. Basilikum dazuzupfen und mit den Apérostängeli servieren. Zubereitungszeit ca. 25 Minuten + ca. 20 Minuten köcheln lassen

Pro Person ca. 6 g Eiweiss, 18 g Fett, 24 g Kohlenhydrate, 1200 kJ/280 kcal


MIGROS-WELT | MM35, 29.8.2016 | 79

Zahlen & Fakten Migros-Genossenschaft Waadt

Butterige Knabberei

Bâtonnets Croustillants Vaudois, 120 g Fr. 4.20 Regional erhältlich

Im Unternehmen Afiro in Écublens VD engagiert man sich nicht nur für die Verwendung regionaler Zutaten, sondern auch für die soziale und berufliche Integration von Menschen aus der Region. In dem Betrieb werden unter anderem feine Knusperstangen, die Bâtonnets Croustillants Vaudois, hergestellt. Mehl aus den Moulins de Cossonay, Salz aus der Saline von Bex und Butter aus der Molkerei von Peney-le-Jorat: Die Hauptzutaten für die buttrigen Knusperstangen kommen alle aus der Waadt. Die restlichen Zutaten wie Malz und Milchpulver werden nicht in der Region produziert, stammen aber aus der Schweiz. Da die Mengen in den fertigen Stängeli jedoch gering sind, spielt es für die Zertifizierung der Bâtonnets Croustillants als «Aus der Region. Für die Region.»-Produkt keine Rolle. «Unsere Knusperstangen kommen nicht nur aus der Region, sondern sie geben auch Menschen aus der Region eine Aufgabe», erklärt Bäcker- und Konditormeister Gildo Martinelli (Bild). So sorgt der Betrieb auch dafür, dass das erwirtschaftete Geld auch wieder in die Region investiert wird und die Menschen davon profitieren. Von der Qualität der Stangen überzeugt er sich nur zu gern selbst: «Der Stängel ist knusprig, aber nicht hart und schmeckt nach guter Butter.» MM

Hätten Sie gewusst, … dass in der Migros Waadt über 750 regionale Produkte erhältlich sind? … dass es das Label «Aus der Region. Für die Region.» in der Migros Waadt seit 2006 gibt? Mehr Infos auf www.ausderregion.ch

Dank jahrzehntelangem Engagement finden Sie heute rund 8000 Produkte von regionalen Produzenten in Ihrer Migros.


80 | MM35, 29.8.2016 | MIGROS-WELT

Safrannudeln mit Speck und Frühlingszwiebeln Hauptgericht für 4 Personen 2 EL Haselnüsse 12 Tranchen Bauernspeck à ca. 5 g 12 Frühlingszwiebeln 2 EL Butter 400 g Safrannudeln

Salz, Pfeffer

Zubereitung

1. Haselnüsse grob hacken und in einer Bratpfanne ohne Fett rösten, bis sie leicht Farbe annehmen. Specktranchen in einer Bratpfanne ohne Fett knusprig braten. Auf Haushaltpapier abtropfen lassen. Frühlingszwiebeln halbieren, in Streifen schneiden, in Butter ca. 2 Minuten dünsten. 2. Inzwischen Nudeln in reichlich Salzwasser ca. 8 Minuten kochen. Abgiessen und tropfnass zum Frühlingszwiebelgrün geben, mischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Mit Haselnüssen, Zwiebeln und Specktranchen servieren. Zubereitungszeit ca. 20 Minuten

Pro Person ca. 20 g Eiweiss, 15 g Fett, 73 g Kohlenhydrate, 2150 kJ/510 kcal


MIGROS-WELT | MM35, 29.8.2016 | 81

Zahlen & Fakten

Hätten Sie gewusst, Urdinkel­Safran­ Nudeln mit Ei, 400 g Fr. 6.20 Regional erhältlich

Migros-Genossenschaft Basel

… dass in der Migros Basel neben Lebens­ mitteln auch Chrysan­ themen und andere Pflanzen das Label «Aus der Region. Für die Region.» tragen? Mehr Infos auf www.ausderregion.ch

Pastaliebe Keine Konservierungsstoffe, keine Geschmacksverstärker und E-Nummern: Die Teigwaren, die Remo Sutter (Bild) mit seiner Frau Andrea in seinem Betrieb Pasta Avanti in Böckten produziert, werden mit natürlichen Zutaten hergestellt. Und von denen weiss Sutter ganz genau, woher sie kommen. So verwendet der Pastaspezialist für die Safrannudeln nur Urdinkel, der im Gebiet der Migros Basel angebaut wird. Gemahlen wird das Getreide in der Mühle Graf in Maisprach BL. Auch die Eier bezieht Sutter aus der Region. Den Hühnerhof und seinen Betreiber kennt er persönlich und kann somit darauf vertrauen, dass die Zutaten für seine Pasta qualitativ hochwertig sind. Lediglich der Safran stammt nicht aus der Schweiz. Bei rund 15 Kilo Safran, die der Betrieb pro Jahr verarbeitet, wird schnell klar, dass das kostbare Gewürz nicht aus der Schweiz kommen kann. Das steht aufgrund der geringen Menge in der Pasta einer Zertifizierung als «Aus der Region. Für die Region.»Produkt aber nicht im Wege. Besonders stolz ist Remo Sutter auf die schonende Verarbeitung der regionalen Zutaten: «Die Nudeln aus Urdinkelmehl trocknen wir bei tiefen Temperaturen. So bleiben die Inhaltsstoffe erhalten.» MM

Dank jahrzehntelangem Engagement finden Sie heute rund 8000 Produkte von regionalen Produzenten in Ihrer Migros.


82 | MM35, 29.8.2016 | MIGROS-WELT

Kokosöl

Alleskönner in der Küche Ob zum Backen, Braten oder Kochen – das Fairtradezertifizierte Biokokosnussöl ist in der Küche die ideale Wahl. Das kaltgepresste Öl ist hitzebeständig und enthält keine Zusatzstoffe, weil es direkt aus Nüssen von biologisch angebauten Kokospalmen in Sri Lanka gewonnen wird. Dadurch bleiben auch die natürlichen Nährstoffe und das typische Aroma bewahrt. Die Kokosnüsse stammen von Bauern, die gemäss den strengen Bio- und Fairtrade-Richtlinien produzieren.

Das Kokosöl macht den Pancake-Teig schön geschmeidig.

Bananen-Apfel-Pancakes

* in Bioqualität erhältlich

Zubereitung

1. ⅔ des Kokosöls leicht erhitzen, bis es flüssig wird. Eier und Milch verquirlen. Flüssiges Öl dazugeben. Mehl, Backpulver, Zimt, Salz und Zucker in einer Schüssel mischen. Eiermilch dazugeben und rasch zu einem glatten, dickflüssigen Teig verrühren. Ca. 30 Minuten ruhen lassen.

2. Inzwischen Apfel halbieren, Kerngehäuse entfernen. Apfelhälften sechsteln und in feine Scheiben schneiden. Zum Teig geben, mischen. 3. Backofen auf 80 °C vorheizen. Einen Teller im Ofen erwärmen. Banane in Scheiben à ca. 3 mm schneiden. Etwas vom restlichen Kokosöl erhitzen, pro Pancake 2 EL Teig in die Pfanne geben.

Einige Bananenscheiben darauf verteilen. Pancakes beidseitig bei mittlerer Hitze goldbraun backen. Im Ofen warm stellen. Pancakes mit Ahornsirup servieren. Zubereitungszeit ca. 20 Minuten + ca. 30 Minuten ruhen lassen

Pro Stück ca. 2 g Eiweiss, 6 g Fett, 14 g Kohlenhydrate, 500 kJ/120 kcal

Bild & Styling: Claudia Linsi

Zutaten 60 g Kokosöl* 2 Eier 2 dl Milch 200 g Mehl 2 TL Backpulver je 1 Prise Zimt und Salz 50 g Zucker 1 kleiner säuerlicher Apfel 1 Banane Ahornsirup zum Servieren

Rezepte: Lina Projer

Ergibt ca. 12 Stück


MIGROS-WELT | MM35, 29.8.2016 | 83

Kabissalat mit knusprigen Pouletwürfelchen Hauptgericht für 4 Personen Zutaten 500 g Weisskabis

2 1 1 EL 4 EL 2 EL 1 EL 6 EL

Frühlingszwiebeln Chilischote Kokosöl* Weissweinessig Sojasauce flüssiger Blütenhonig Sonnenblumenöl Salz

Pouletwürfelchen: 400 g Pouletbrüstchen

Salz, Pfeffer

2 EL Maisstärke 50 g Kokosflocken 30 g Paniermehl 2 Eiweiss ca. 200 g Kokosöl* * in Bioqualität erhältlich

Zubereitung

1. Weisskabis halbieren, Strunk entfernen. Kabis in dünne Streifen schneiden. Zwiebeln hacken. Chilischote halbieren, Kerne entfernen. Fein hacken. Kokosöl erhitzen, Zwiebeln und Chili darin andünsten. Kabis dazugeben, ca. 5 Minuten dünsten.

Inzwischen Essig mit Sojasauce, Honig und Sonnenblumenöl in der Schüssel verrühren. Zwiebelgrün in Ringe schneiden. Kabis noch heiss in die Sauce geben, gut mischen. Zwiebelgrün dazugeben, Salat mit Salz abschmecken. 2. Für die Pouletwürfelchen Fleisch in Würfel à ca. 2 cm schneiden. Mit Salz und Pfeffer würzen und rundum mit Stärke bestäuben. Kokosflocken und Paniermehl in einem Suppenteller mischen. Eiweiss in einen

zweiten Teller geben. Fleisch zuerst durchs Eiweiss, dann durch die Kokos-PaniermehlMischung ziehen. Kokosöl in einer tiefen Bratpfanne erhitzen. Pouletwürfelchen darin in zwei Portionen 3–4 Minuten halb schwimmend backen. Mit der Schaumkelle herausheben, abtropfen lassen und auf dem Kabissalat anrichten. Zubereitungszeit ca. 30 Minuten

Pro Person ca. 27 g Eiweiss, 39 g Fett, 16 g Kohlenhydrate, 2250 kJ/530 kcal

TIPP Kokosöl nach dem Backen abkühlen lassen, durch ein feines Sieb in ein sauberes Glas giessen und für salzige Speisen wiederverwenden.

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MIGROS-WELT | MM35, 29.8.2016 | 85

Zeitreise

Bild: Fotoarchiv MGB

Ein Produkt geht mit der Zeit Zurück ins Jahr 1925. Die ersten fünf MigrosVerkaufswagen fuhren durch die Strassen von Zürich. Beladen mit sechs Produkten: Zucker, Kaffee, Reis, Seife, Hörnli und Kokosfett. Zwei Pfund davon kosteten damals Fr. 1.75, was deutlich günstiger war als bei der Konkurrenz. Mittlerweile hat sich das Lebensmittelsortiment der Migros vertausendfacht und umfasst mehr als 20 000 verschiedene Produkte. Noch immer in den Regalen erhältlich ist auch das Kokosfett: einerseits in seiner ursprünglichen festen Konsistenz und neu auch als kalt gepresstes Biokokosöl – zertifiziert durch das Max-Havelaar-Label. MM Fahrender Laden: Das legendäre Ford-T-Modell, mit dem die ersten Migros-Produkte verkauft wurden.

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86 | MM35, 29.8.2016 | MIGROS-WELT

Farmmania

Sammeln und entdecken Es darf gesammelt, getauscht, geklebt und gespielt werden: Die neue Migros-Sammelaktion Farmmania bietet alles, was es auf Schweizer Bauernhöfen zu entdecken gibt. Zum Start der Aktion fand im Toggenburg ein Erlebnistag für Familien statt. Text: Claudia Schmidt

Bilder: Daniel Ammann, Heiko Hoffmann

F

ür einen Nachmittag im August verwandelte sich der Birkenhof der Familie Sennhauser in Bazenheid SG in ein Erlebnisparadies für Kinder. Famigros und das Label «Aus der Region. Für die Region.» hatten unter dem Motto «Familienabenteuer Bauernhof» eingeladen, um Kindern und ihren Eltern die Welt der Bauernhöfe näherzubringen. Anlass war die Lancierung der neuen Sammelaktion der Migros, Farmmania. Als Gastgeber auf dem idyllisch gelegenen Birkenhof im Toggenburg begrüsste das Ehepaar Franz und Petra Sennhauser die Kinderschar und stellte die «Mitbewohner» vor: Neben der Berner Sennenhündin Amira bevölkern 33 Milchkühe, unzählige Hühner, ein paar Pferde, Kaninchen und Katzen den Birkenhof. Auf einem Rundgang erklärte Franz Sennhauser, wer auf dem Hof für welche Tätigkeiten verantwortlich ist. Fürs Melken zum Beispiel ist sein Bruder Reto zuständig. Ein erstauntes Gesicht machte so manches Stadtkind, als Reto Sennhauser erklärte, wie viel Milch eine Kuh täglich gibt. Im Fall der Birkenhof-Rinder sind es bis zu 30 Liter.

Feines von Produzenten aus der Ostschweiz

Nach dem Rundgang war auch schon Zeit für einen Zvieri mit Butterzöpfen, Äpfeln, Landjägern und Picknickeiern aus der Region. Damit schloss sich der Kreis vom Bauernhof zu dem, was wir täglich essen: Lebensmittel, die auf Bauernhöfen wie dem der Sennhausers produziert werden. Denn ohne die Milch der Kühe gäbe es keinen Rahm, aus dem die

Butter für den Butterzopf hergestellt wird. Ohne Bauern keine Äpfel, keine Eier und auch keine Wurst – das leuchtete selbst den Kleinsten ein, auch wenn der Genuss des Zvieris an erster Stelle stand.

Nuri (5) und Mila (3) haben mächtig viel Spass als Traktorfahrerinnen. Auch wenn der Motor sicherheitshalber ausbleibt.

Spielerisch lernen auf dem Bauernhof-Parcours

Mit Kindertraktoren durften die Kleinen Minimilchkannen umkurven, besonders Mutige steuerten ihr Gefährt über eine Kipprampe, andere liessen sich von ihren Eltern anschieben, um schneller zu sein. Beim Geschicklichkeitsparcours war auch die Sportlichkeit der Mütter und Väter gefragt: Sie mussten die Kinder erst in einer Schubkarre möglichst schnell zum ersten Hindernis chauffieren. Ab hier durfte dann der Nachwuchs Beweglichkeit und Geschick unter Beweis stellen: Krabbelnd, springend und rennend mussten Hürden in Form von Strohballen gemeistert werden, um ans Ziel zu gelangen. Startschuss zur Sammelaktion Farmmania

Zum Schluss gab es für jedes Kind eine Tasche mit Sammelalbum und einigen Sachets zum Start der Farmmania. Zu sammeln gibt es Tierfiguren vom Bauernhof und einige Wildtiere, ausserdem Pflanzensamen inklusive einer Erdtablette sowie Utensilien, die ein Bauer täglich braucht: Milchkannen, Holzkisten, Traktor und vieles mehr. Jedes Sachet enthält ausserdem einen Sticker für das separat erhältliche Sammelalbum. Ergänzt werden die Sammelelemente durch einen Miniatur-Bauernhof. MM

Julia (9) springt beim Geschicklichkeitsparcours über Strohballen.


MIGROS­WELT | MM35, 29.8.2016 | 87

Sammelaktion

So funktioniert die Farmmania

Pro Einkauf von 20 Franken gibt es vom 30. 8. bis 17. 10. ein Sachet mit einem Sammel­ element oder Pflanzensamen und einem passenden Sticker.

Letztere werden in das Sammel­ album* eingeklebt. Bild für Bild entsteht so ein vollständiges Album über das Leben auf dem Bauernhof. Mit der Aufteilung nach Jahreszeiten wird der Bauer ein ganzes Jahr lang begleitet. Kinder lernen so spielerisch viel über die Herausforderungen auf einem Bauernhof: Wann wird gepflanzt? Wann wird geerntet? Was machen die Tiere im Winter? Auf all die vielen Fragen gibt das Sammelalbum Antworten. Den Sinn für Gerüche schulen und Pflanzen mit der Nase erkennen

Mikko (2) posiert mit Stofftier und Mistgabel. Jedes Kind durfte das vor Ort ausgedruckte Foto mitnehmen.

Einige Duftfelder im Sammel­ album – gekennzeichnet durch eine rote Nase – ermöglichen es ausserdem, bestimmte Düfte wie Fenchel, Apfel oder Erde zu erschnuppern. Damit der Duft freigesetzt wird, streicht man mit dem Finger über die roten Felder mit der Nase. In Verbin­ dung mit den Bildern prägen sich so markante Düfte ein. Kräuter, Gemüse und Wildblumen selbst ziehen

In einigen Sachets verbergen sich Erdtabletten und Samen. Mit etwas Wasser, Wärme und

viel Liebe wachsen aus den Samen kleine Pflanzen heran. So können Kinder (und auch Erwachsene), wenn sie alle 15 verschiedenen Erdtabletten gesammelt haben, einen realen kleinen Bauerngarten daheim hochziehen. Inspiration im Internet: www.farmmania.ch

Im Internet gibt es weitere Infor­ mationen zur Abenteuerwelt Bauernhof. Videos inspirieren zum Erschaffen einer eigenen Bauernhofwelt daheim. Für Lehrer gibt es ausserdem einen Bereich mit Lehrmaterialien. Ein Sachets erhalten Sie pro 20 Franken Einkauf in allen Migros­Filialen, Fachmärkten (nicht in den E­Shops), bei Obi, in den Migros­ Restaurants, Take Aways sowie pro Lilibiggs­Kindermenü und auf Le­Shop.ch. Pro Einkauf werden maximal zehn Sachets abgegeben; das entspricht einem Einkauf von 200 Franken. * Famigros­Mitglieder erhalten vom 30. 8. bis 19. 9. 2016 gegen Vorweisen ihrer Famigros­ oder Cumulus­Karte an der Kasse das Sammelalbum gratis, solange Vorrat. Famigros­Mitglied können Sie auf www.famigros.ch/ anmelden werden.


Von Buenos Aires nach Rio

Erleben Sie die umwerfende Natur und eindrucksvolle Städte Südamerikas

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Das ist alles inbegriffen

Rio de Janeiro

1 Kreuzfahrt – 3 Länder erleben Kommen Sie mit auf eine unvergessliche Reise mit dem Schiff von Buenos Aires bis Rio de Janeiro. Erkunden Sie das beeindruckende Buenos Aires mit seinen Kolonialbauten als auch das pulsierende Rio de Janeiro.

Ihr Reiseprogramm 1. Tag: Hinflug Zürich – Frankfurt – Buenos Aires (Argentinien) 2. Tag: Buenos Aires Ankunft am Morgen in Buenos Aires. Am Nachmittag lernen Sie bei einem Stadtrundgang einige Höhepunkte dieser lebendigen Stadt kennen. 3. Tag: Buenos Aires Tagesausflug zu einer Gauchofarm. Lernen Sie ihre traditionelle Musik näher kennen, fahren Sie mit einer Pferdekutsche und lassen Sie sich am Mittag ein typisches Asado schmecken. 4. Tag: Buenos Aires Bei einer ganztägigen Stadtrundfahrt erkunden Sie weitere schöne Ecken von Buenos Aires und fahren durch San Telmo nach La Boca, das für seine bunten Blechhäuser berühmt ist.

Hotel an der Copacabana

5. Tag: Buenos Aires Halbtagesausflug ins Tigre Delta. Sie unternehmen eine einstündige Bootrundfahrt. Abendessen mit Tango Show. 6. Tag: Buenos Aires Vormittag zur freien Verfügung. Transfer zum Hafen und Einschiffung. 7. Tag: Montevideo (Uruguay) Die Hauptstadt von Uruguay bietet mit seinem unverwechselbaren Charakter viele Sehenswürdigkeiten, welche Sie auf eigene Faust oder bei einer Stadtrundfahrt besichtigen können. 8. Tag: Punta del Este (Uruguay) Heute erreichen Sie Punta del Este. Die Halbinsel ist vor allem durch seine prominenten Gäste bekannt und sozusagen das «Saint Tropez von Uruguay». 9.–10. Tag: Erholung auf See 11. Tag: Santos (Sao Paulo, Brasilien) Santos mit seinem historischen Zentrum ist die bedeutendste Hafenstadt Lateinamerikas. 12. Tag: Ilha Grande (Brasilien) Heute haben Sie die perfekte Gelegenheit sich an einem der vielen Strände von Ilha Grande zu sonnen. 13. Tag: Rio de Janeiro (Brasilien) In Rio angekommen, fahren Sie sogleich zu den zwei grössten Wahrzeichen der Stadt, dem Zuckerhut sowie dem Corcovado. Nachmittag zur freien Verfügung oder optionaler Ausflug.

14. Tag: Rio de Janeiro Am Vormittag unternehmen Sie eine Stadtbesichtigung per Bus und zu Fuss durch das historische Viertel. Den Nachmittag können Sie individuell gestalten. 15. Tag: Rio de Janeiro Sie besuchen eines der berühmtesten Stadtviertel von Rio, das Künstlerviertel Santa Teresa. Es ist für seine vielen verwinkelten Gassen sowie die Fliessentreppe Selaron bekannt. 16. Tag: Rio de Janeiro Am Vormittag besuchen Sie das Sozialprojekt Casa de Santa Ana, eine Tagesstätte für Senioren und Kinder der Favela. Anschliessend etwas freie Zeit im Hotel. Transfer zum Flughafen und Rückflug nach Frankfurt. 17. Tag: Rückflug Rio de Janeiro – Frankfurt – Zürich

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sprache ist Englisch, die Kleiderordnung leger. Kabinen (968): Die Kabinen verfügen über Bad mit Dusche/WC, Föhn, Klimaanlage, Safe, Telefon und TV. Sport & wellness: Basket-/Volleyballplatz, Joggingbahn, Fitnesscenter mit Sportkursen, Swimming-/ Whirlpools, Body Waves Spa (gegen Gebühr).

Nicht inbegriffen Auf Anfrage • Einzelkabine 100.– • Katalogpreis • Fakultative Landausflüge Auf Anfrage • Versicherungen • Kleingruppenzuschlag unter 20 Personen möglich Internet-Buchungscode: vsargbra Vögele Reisen AG, 8048 Zürich, info@voegele-reisen.ch

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MIGROS-WELT | MM35, 29.8.2016 | 89

Farmmania Bauernhof

Für den eigenen Bauernhof Damit die Farmmania-Sammelelemente eine standesgemässe Heimat bekommen, gibt es den Bauernhof zum Selbstaufbauen*. Aus wenigen Teilen lassen sich Bauernhaus, Stallungen für Ziegen und Pferde sowie ein Zaun als Weidebegrenzung für weitere Tiere fertigen. Kinder werden so selbst zum Bauern und können das Landleben mit vielen Tieren nachspielen. Das Haus verfügt über ein abnehmbares Dach. So lassen sich nach dem Spielen alle Tiere und Utensilien im Haus praktisch verstauen, und es geht keine Sammelfigur verloren. * Der Bauernhof (ohne Sammelfiguren) ist zum Preis von Fr. 9.80 in allen Migros-Filialen erhältlich.

FarmmaniaRoadshow www. farmmania.ch Roadshow & Tauschbörse

Drei Sachets gratis Freitags und samstags finden während der Sammelaktion Roadshows in ausgewählten MigrosFilialen statt. Kinder können an einem Spiel teilnehmen und erhalten dafür drei Farmmania-Sachets mit Sammelfiguren oder Erdtabletten mit Pflanzensamen. Ab 14. September wird es zudem mittwochs und samstags eine Tauschbörse geben. Welche Sammelelemente sich in den Sachets befinden, ist immer eine Überraschung, sodass man einige Figuren eventuell doppelt hat. Kinder können an der Tauschbörse Bilder und Sammelelemente tauschen. Weitere Informationen zu den Terminen der Roadshows und Tauschbörsen: www.farmmania.ch


90 | MM35, 29.8.2016 | MIGROS-WELT

Alnatura

Bio von A bis Z Damit eine natürliche Ernährung der Kleinsten von Anfang an gewähr­ leistet ist, bietet Alnatura ein um­ fassendes Sortiment in Bioqualität an. Seit mehr als 20 Jahren gibt es daher Baby­ und Kleinkindernahrung von Alnatura in hundertprozentiger Bioqualität. Wann immer möglich stammen die Zutaten von einem anerkannten Bioanbauverband wie Bioland oder von biodynamisch wirtschaftenden Landwirten. Die regelmässige Kontrolle und die Zertifizierung erfolgen von unab­ hängiger Stelle.

Das Sortiment umfasst Nahrungsmit­ tel aller Art: von der Anfangsmilch über die Folgemilch, Tees, Breie mit Gemüse ohne Salz und Obstprodukte mit 100 Prozent Fruchtanteil bis hin zu Getreidebrei und vollwertigen Menüs. Sobald dann die ersten Zähn­ chen kommen, wächst auch die Freude am Knabbern und Selberessen. Bei Alnatura gibt es dafür Früchteriegel, Reiswaffeln, Zwieback, Guetsli und vieles mehr. Insgesamt sind zurzeit 58 Baby­ und Kleinkinderprodukte von Alnatura in der Migros erhältlich. www.alnatura.ch

Alnatura Folgemilch 2, 500 g* Fr. 10.80

Alnatura Baby-Kräuter-Tee (Btl.), 40 g* Fr. 2.40

Alnatura Wasser & Saft Apfel-Mango-Banane, 500 ml* Fr. 1.80

WHO-Empfehlung «Alnatura-Anfangs- und -Folgemilch für Säuglinge ab Geburt und nach dem sechsten Monat. Stillen ist die beste Ernährung Ihres Babys. Unsere Empfehlung: Verwenden Sie eine Säuglingsanfangsnahrung nur auf den Rat unabhängiger Fachleute wie Arzt, Hebamme oder der Klinik.»


MIGROS-WELT | MM35, 29.8.2016 | 91

Alnatura Hafer Getreidebrei, 250 g* Fr. 3.40

Alnatura Mini Reiswaffeln Apfel­Mango, 35 g* Fr. 1.10

Alnatura Linsengemüse mit Couscous, 190 g* Fr. 1.60

Alnatura Apfel-Birne Früchteriegel, 25 g* Fr. –.80

Alnatura Apfel mit Banane und Dinkel, 190 g* Fr. 1.50

Bild: Lucas Peters

Styling: Miriam Vieli­Goll

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Vegetarisch und vegan

M-Classic Apfelsaft, vegan, 1 l * Fr. 1.90

Cornatur Quorn Pfeffer-Steak, 200 g Fr. 5.50

Cornatur Cordon Bleu, 260 g Fr. 4.80

Cornatur Quorn Gehacktes, 230 g Fr. 4.90

Bild: Daniel Aeschlimann

Mit den letzten Sonnenstrahlen des Spätsommers stellt nicht nur die Natur auf Herbst um, sondern auch unser Appetit. Die Lust auf währschafte Gerichte steigt – und die gibt es auch ohne Fleisch. Die Migros bietet für Vegetarier und Veganer ein grosses Sortiment zertifizierter Produkte an. Zudem verspricht die Detailhändlerin im Rahmen ihres Nachhaltigkeitsprogramms Generation M, dieses Angebot bis Ende 2017 um 30 Prozent zu erweitern.

Styling: Sandro Corra

Schlemmen ohne Fleisch


MIGROS-WELT | MM35, 29.8.2016 | 95

Tipps

Alternativen für den fleischlosen Genuss Vegan oder vegetarisch kochen ist ohne grossen Mehraufwand möglich. Für viele Produkte mit Inhaltsstoffen tierischen Ursprungs bieten sich Alternativen an. Viele davon sind in der Migros erhältlich.

Alles zertifiziert Freunde der vegetarischen und veganen Ernährung können in der Migros aus rund 400 Produkten auswählen.

Quorn ist ein Nahrungs-

Auch vegetarisch und vegan lässt sich mit Lust und Genuss schlemmen.

mittel, das in Konsistenz, Struktur und Geschmack dem Fleisch sehr ähnlich ist. Es besteht hauptsächlich aus hochwertigem Eiweiss, das aus Pilzkulturen gewonnen wird. Quorn-Produkte wie das Gehackte und die Grillspiesse von Cornatur liefern zudem wertvolle Ballaststoffe. Sojaprodukte wie Tofu und Tempeh eignen sich sehr gut als Fleischersatz. Sie sind schnell gebraten – zum Beispiel auf dem Grill, würzig mariniert mit Kräutern und Knoblauch. Hülsenfrüchte wie

Linsen, Bohnen und Erbsen sind gute Eiweissquellen. Das macht sie zu idealen Zutaten für Hauptgerichte, die nicht nur vegetarischen und veganen Geniessern schmecken.

Das europäische V-Label kennzeichnet Produkte, die sich für eine vegetarische oder vegane Ernährung eignen.

Cornatur Grill Ribs, 200 g* Fr. 4.90

Migros-Bio Rote Linsen, 500 g Fr. 2.50

Cornatur Quorn Aufschnitt, 100 g Fr. 3.20

Cornatur Grillspiesse provençal, 200 g* Fr. 5.90

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MIGROS-WELT | MM35, 29.8.2016 | 97

Migros Sélection

Pflaume und Aprikose in einem

Bild und Styling: Ruth Küng

Die Plumcot ist eine natürliche Kreuzung von Pflaume und Aprikose, und der Name setzt sich aus den englischen Wörtern «plum» und «apricot» zusammen. Die Oberfläche und das Fruchtfleisch erinnern mehr an eine Pflaume als an eine Apri­ kose. Der Geschmack ist süss und erfrischend aromatisch. Die rote Frucht mit dem leicht gemaserten Fruchtfleisch ist nur drei bis vier Wochen erhältlich. Eine gute Gelegenheit also, die saftigen, aus Spanien und Frankreich stammenden Plumcots zu probieren. Die Plumcots eignen sich als Snack, aber auch für die Zubereitung von Wildgerichten, Saucen oder Desserts.

Die Plumcots sind besonders süss und haben einen kleinen Kern.

Nur für kurze Zeit erhältlich

Sélection Plumcot, Schale à 250 g Fr. 1.95


98 | MM35, 29.8.2016 | MIGROS-WELT

Potz, Hygo und Migros Plus

Für den Herbstputz Jetzt ist es Zeit, die Wohnung auf Vordermann zu bringen. Vor allem für das Bad und für die Küche braucht es zuverlässige Putzmittel. Viele Reinigungsmittel von Potz und Hygo sowie besonders umweltfreundliche Produkte von Migros Plus sind bis zum 12. September in Aktion. Text: Dora Horvath

Illustrationen: Konrad Beck

4

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1

Aktion Sorgt mit neuer Rezeptur für streifenfreie Resultate, auch bei spiegelnden Oberflächen: Potz Glasreiniger Duo, 2 × 500 ml Fr. 5.90 statt 7.40

2

Für die Küche

Für die ganze Wohnung

1

Aktion Reinigt schonend mit Zitrone diverse Oberflächen und ist zu 98 Prozent biologisch abbaubar: Migros Plus Cremereiniger Duo, 2 × 750 ml Fr. 5.60 statt 7.–

3

Löst mit Soda stark fett­ verschmutzte Ober­ flächen und ist zu 99 Prozent biologisch abbaubar: Migros Plus Küchenreiniger, 750 ml Fr. 4.50


MIGROS-WELT | MM35, 29.8.2016 | 99

5

3 Küche und Bad sind punkto Sauberkeit die heikelsten Zonen einer Wohnung.

Für Bad und WC

2

Aktion* Reinigt und entkalkt zuverlässig: Hygo WC Power Concentrate, 500 ml Fr. 2.80

4

Aktion* Kraftschaum fürs WC und Bad, beseitigt Schmutz, Kalk und Urinstein: Hygo WC Maximum Power Mousse, 500 ml Fr. 4.10

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Aktion Entfernt hartnäckigen Schmutz, Seifenreste, Kalkflecken und Fettränder: Potz Badreiniger Duo, 2 × 500 ml Fr. 5.90 statt 7.40

5

Neu Entfernt Kalk und verhindert Verkalkung der Duschkabine mit Aktiv-Kalkschutz: Potz Shower, 500 ml* Fr. 4.20 * in grösseren Filialen

Die M-Industrie stellt viele MigrosProdukte her. Dazu gehören auch die Putzmittel von Migros Plus und Potz.


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MIGROS-WELT | MM35, 29.8.2016 | 101

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Bild: Yves Roth

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102 | MM35, 29.8.2016 | MIGROS-WELT

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MIGROS­WELT | MM35, 29.8.2016 | 103

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Text: Anette Wolffram Eugster

Bilder: Mirjam Kluka Styling: Mirjam Käser Hair and Make up: Arlette Kubler

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Tipps und Tricks Wer Bauch, Hüfte und Po

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kaschieren möchte, kann dies geschickt mit Tuniken und Oversize-Oberteilen tun.

Zum offenen Mantel zaubern Leggings schlanke Beine und eine schmale Silhouette. Dazu trägt man Pumps oder klassische Sneaker. Mit dunklen oder einfar­ bigen Modellen können

Leggings auch elegant aussehen. Dazu passen weisse Blusen und ein Blazer. Lederleggins sind rockig

und sexy für ein AbendOutfit. Dazu passen eine edle Long-Bluse, Halskette und High-Heels.


104 | MM35, 29.8.2016 | MIGROS-WELT

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MIGROS-WELT | MM35, 29.8.2016 | 105

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Gehören Doktortitel zur mündlichen Anrede? Richtig oder falsch?

Beim Auswärtsessen müssen Umweltund Klimaschutz auf der Strecke bleiben.

Illustration: Andreas Klammt; Bild: Stefan Sulzer

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Philipp Tingler (44) ist

Autor und Philosoph und schreibt hier jede Woche über Phänomene des modernen Benehmens.

«Die Verwendung von akademischen Titeln im umgangssprachlichen Verkehr hängt ab von zwei Faktoren: erstens von den umgebenden kulturellen Gepflogenheiten und zweitens vom Verhältnis zur fraglichen Person. Zu Punkt eins: Die Schweiz versteht sich als Eidgenossenschaft der Gleichen. Titel werden ausserhalb des akademischen Bereichs wenig exponiert und auch bei der Anrede nicht verwendet. Wichtiger aber ist Punkt zwei: das Verhältnis zum Titelträger. Eine Studentin oder ein Angestellter eines Professors sollte den Titel eher benutzen (Achtung: bei mehreren Titeln nur den höchsten verwenden!). Handelt es sich hingegen um ein Klientenverhältnis wie etwa beim Arzt, der vom Klienten bezahlt wird, kann man auf den Titel verzichten. Grundsätzlich gilt: ‹Herr› oder ‹Frau› ist nie falsch. Ausser bei königlichen Hoheiten. Aber das ist ein anderes Thema.»

Darum gilt: Wer nicht nur daheim, sondern auch auswärts umwelt- und klimafreundlich essen möchte, findet auf www.goutmieux.ch Restaurants, die dies ermöglichen.

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Familie

«Von Lias lernen wir, gelassen zu sein»

Familie Gerber aus Gurzelen BE hat einen Sohn mit Down-Syndrom – und erlebt dies als grosse Bereicherung. Denn Lias ist ein Kind, von dem die Erwachsenen lernen können. Text: Claudia Langenegger

Bilder: Monika Flückiger


LEBEN | MM35, 29.8.2016 | 109

V

Reichlich Platz zum Spielen: Lias (3) mit den Geschwistern Stella (5) und Nevio (7) auf dem Trampolin und bei den Kaninchen daheim in Gurzelen. Mutter Christine hilft beim Besteigen der Seilrutsche.

ier Tage nach der Geburt ihres dritten Kindes hatten die Eltern Gewissheit: Lias (3) hat das DownSyndrom, auch Trisomie 21 genannt. «Natürlich war das kein einfacher Moment», sagt der Vater, Adrian Gerber (39), rückblickend. Und Christine Willen Gerber (36) erinnert sich: «Uns stellten sich Tausende von Fragen.» Vermutet, befürchtet oder gar gewusst hatten sie nichts – wie bei den Geschwistern Stella (5) und Nevio (7) hatten die Ultraschalluntersuchungen nichts Ungewöhnliches ergeben. Dennoch war es kein Schock. Das Ehepaar war sogar froh über sein Nichtwissen: «Wir hätten uns nur unnötig Sorgen gemacht.» Und so oder so hätten sie das Kind behalten. Natürlich gab es Tage mit vielen Tränen, Sorgen und offenen Fragen. Hebammen, das Pflegepersonal im Spital und die Ärztin kümmerten sich gut um sie alle. «Sie haben uns unterstützt und viele Fragen beantwortet», sagt ChristineWillen Gerber. Seine fröhliche Art ist ansteckend

Das Paar sitzt am Tisch in der offenen Küche in Gurzelen BE, unweit von Thun. Ein friedliches Stück Erde: Einziges Nachbarhaus ist der Bauernhof nebenan, ansonsten nur Wiese und Wald. Durch die Baumwipfel erspäht man ein Stück Thunersee, darüber das Weissgrau der Schneeberge. Die Grossmutter spielt mit Stella und Nevio Memory, während Lias sich auf den Schoss des Vaters kuschelt. Er hat dieses flachere Gesicht und die Mandelaugen, wie es typisch ist für Kinder mit Down-Syndrom. «Er kann besonders gut lachen und schmusen», sagt die Mutter. «Lias ist unser Sonnenschein.» Die Grossmutter, die mitgehört hat, ruft hinüber: «Mit keinem Enkelkind habe ich so viel gelacht wie mit Lias.» Bei Trisomie-21-Kindern ist das 21. Chromosom aufgrund eines Gendefekts dreifach vorhanden. Zudem geht das Syndrom bei rund der Hälfte der Betroffenen mit einem angeborenen Herzfehler einher. Davon ist Lias verschont geblieben. «Er ist nicht krank, das ist unser Glück», sagt Adrian Gerber. «Er ist langsamer in der Entwicklung, das ist alles.» Der Dreijährige hat erst mit zweieinhalb zu laufen angefangen, ist kleiner als Gleichaltrige und spricht noch nicht wirklich. Vielmehr plappert er oft und gern unverständlich vor sich hin.


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Lias ist mittlerweile von Papas Schoss runtergerutscht und sitzt nun bei der Grossmutter auf dem Sofa. «Er ist eine Bereiche­ rung mit seiner fröhlichen Art, keine Belastung», sagt die Mut­ ter. «Wir müssen uns in dersel­ ben Weise um ihn kümmern, wie wir es bei den älteren Geschwis­ tern getan haben, als sie klein waren», ergänzt Adrian Gerber. Bloss keine Sonderbehandlung

(K)eine ganz gewöhnliche Familie: Christine und Adrian Gerber mit ihren Kindern Lias, Nevio und Stella (von links).

Anders ist, dass Lias nicht nur wie Schwester Stella eine logo­ pädische Therapie, sondern auch Physiotherapie und Frühförde­ rung braucht – oder vielleicht: geniessen darf. Denn seine Ge­ schwister sind manchmal etwas neidisch, weil ihr kleiner Bruder so viel Zuwendung erfährt. Vor allem die kleine Stella möchte auch gern Frühförderung erhal­

ten – denn sie sieht: Dort wird gespielt, das macht Spass. «Ich muss den älteren Kindern dann sagen, dass sie doch den Schwimmkurs besuchen dür­ fen», sagt Christine belustigt. Lias gleich zu behandeln wie seine Geschwister – das ist nicht immer einfach. «Es gibt Mo­ mente, in denen ich mich frage: Begreift er es nicht, oder will er nicht folgen? Das ist immer wieder eine Gratwanderung», sagt die Mutter. «Ich glaube nicht, dass wir weniger streng mit ihm sind. Wenn wir etwas durchgehen lassen, hat das eher damit zu tun, dass Lias mit dem ‹Jöö­Effekt› punkten kann.» Auch wenn die Gerbers mit der Diagnose Down­Syndrom umzugehen wissen, ist ihnen auch bewusst: Aussenstehende können schnell überfordert sein.

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LEBEN | MM35, 29.8.2016 | 111

Zahlen und Fakten

Trisomie 21 «Offenbar wird uns zugetraut, dass wir es schaffen, ihn aufzuziehen. Darum ist dieses Kind zu uns gekommen.»

In der Geburtsanzeige teilten sie denn auch gleich mit, was mit Lias los ist. «Zuerst wehrte ich mich dagegen – warum sollte ich das sagen?», sagt Christine Willen Gerber. «Bei den anderen Kindern haben wir ja auch nicht betont, dass keine Geburtsgebrechen vorliegen.» Dennoch taten sie es. «Wir wollten, dass alle es wissen, auch um peinliche Situationen zu vermeiden», sagt der Vater. Die Reaktionen gaben ihnen recht; viele waren froh, informiert worden zu sein. Das Paar kann sich aber auch an die Bemerkung einer Bekannten erinnern: «Nun hat es euch getroffen!» Doch für die Gerbers ist die Diagnose beim dritten Kind kein Schicksalsschlag, im Gegenteil: «In einem gewissen Sinn sind wir auserwählt», sagt Adrian Gerber.

Ein Kind, das Gelassenheit lehrt

Christine Willen Gerber erlebt oft, dass die Leute zweimal hinschauen, wenn sie mit Lias unterwegs ist. Übel nimmt sie es ihnen nicht. «Ich würde es genauso machen – oder nicht?» Immer wieder schildern ihnen wildfremde Menschen ihre Erlebnisse mit Menschen, die das Down-Syndrom haben. Und stets sorgt Lias für Kontakte, besonders beim Einkaufen. «Wenn wir an der Kasse warten, winkt er anderen zu, teilt sich mit und steckt sie mit seiner Freude an. So werde ich immer wieder in Gespräche verwickelt», sagt die Mutter lachend.

Kinder wie Lias relativieren mit ihrer Art die Forderungen der strengen Leistungsgesellschaft. «Durch ihn spüren wir, was wichtig ist im Leben», sagt Adrian Gerber. «Das vergisst man im Alltags- oder Arbeitsstress ja leicht.» Die Gerbers haben festgestellt, dass sie von Lias lernen können: «gelassen zu sein und das Leben und die Menschen so zu nehmen, wie sie sind». Sie sei offener geworden gegenüber Menschen am Rande der Gesellschaft», sagt die Mutter. Sorgen um die Zukunft machen sie sich nicht, vielmehr lassen sie alles auf sich zukommen. Sie sind überzeugt, dass es Kinder wie ihren Sohn auf der Welt braucht: «Die Gesellschaft wäre arm ohne Menschen wie Lias.» MM Experteninterview: Seite 113

Seit März 2016 findet sich Trisomie 21 auf der Liste der Geburtsgebrechen. Laut Bundesamt für Statistik (BFS) ist die Anzahl der Geburten von Kindern mit Trisomie 21 in den vergange­ nen Jahren um fast das Doppelte angestiegen, von 40 Fällen im Jahr 2003 auf 73 Fälle 2014. Diese Zahl relativiert sich: Vorgeburtliche Diagnostik führt dennoch in den meisten Fällen zu einem Schwangerschaftsabbruch. Der Widerspruch erklärt sich dadurch, dass wer­ dende Mütter heute im Schnitt älter sind und daher ein deutlich grösseres Trisomie-21-Risiko tragen, aber auch seltener abtreiben. www.down­syndrom.ch www.insieme21.ch

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LEBEN | MM35, 29.8.2016 | 113

E Mamma mia

Mutterlügen

Fast immer gut aufgelegt: Der kleine Lias ist eine Frohnatur.

Das sagt die Expertin

«Diese Kinder haben ein Gespür für zwischenmenschliche Schwingungen» Was bereitet Eltern bei Neugeborenen mit Trisomie 21 besonders viele Sorgen? Sie fragen sich häufig, wie sich ihr Kind entwickeln wird, wie eigenständig es später sein kann und welche Möglichkeiten es haben wird. Viele Eltern fürchten sich vor Belas­ tung und Überforderung, weil sie nicht wissen, wie der Alltag mit dem Kind aussehen wird. Welches sind die zusätz­ lichen Belastungen? Das variiert. Aber es ist nicht zwingend ein­ schneidend, denn diese Kinder sind wie alle Kin­ der sehr unterschiedlich. Nur sind sie grundsätz­ lich langsamer in ihrer Entwicklung, leiden oft an Muskelhypotonie, einem Mangel an Mus­ kelspannung. Rund 40 Prozent haben einen angeborenen Herzfehler, bei manchen kommen weitere gesundheitliche Probleme dazu. Diese Beeinträchtigungen sind

in der Regel aber gut behandelbar. Vereinzelt wird zusätzlich Autismus diagnostiziert. Wie können die Eltern reagieren? Gut ist, wenn Eltern in der ersten Phase betreut werden, damit sie mit ihren Sorgen nicht allein sind. Hier können die Fachpersonen der Früh­ förderung einen wichti­ gen Beitrag leisten. Sinn­ voll ist aber auch der Austausch mit Eltern, die bei uns, bei Insieme 21, zusammengeschlossen sind. Wir haben Regional­ gruppen in der gesamten Deutschschweiz. Wie kann man die Kinder fördern? Die Kinder werden in ihren Entwicklungs­ schritten begleitet. Thera­ peutisch unterstützt man sie durch Frühförderung und Logopädie, möglich sind auch Physio­, Ergo­ und Hippotherapie. Wichtig sind Anreize im Alltag, damit sie sich mo­

torisch und sprachlich entwickeln können. Besteht die Gefahr, dass wir sie in unserer Leistungsgesellschaft überfordern? Das Gegenteil kann der Fall sein – man darf sie nicht unterfordern. Das geschieht leider viel zu oft. Vieles wird ihnen nicht zugetraut, und das spüren sie auch. Man muss diese Kinder ernst nehmen und mög­ lichst normal behandeln. Mit Unterstützung kön­ nen sie viel lernen, auch Lesen und Schreiben. Was können diese Kin­ der besonders gut? Wir beobachten, dass sie oft sozial sehr stark sind, zwischenmenschliche Schwingungen gut spü­ ren und ein Talent dafür haben, wahrzunehmen, wie es anderen geht. Kin­ der mit Trisomie 21 sind oft die Ersten, die mer­ ken, wenn es einem ande­ ren Kind schlecht geht, und es dann auch trösten.

Ruth Tejada (48) ist Präsidentin von Insieme 21, Anlauf­ stelle für Familien mit Trisomie­21­Kindern.

Viele haben Berüh­ rungsängste gegenüber Menschen mit Down­ Syndrom. Warum? Das beruht wohl meis­ tens auf Unsicherheit, begründet durch Un­ wissenheit. Es ist wichtig zu wissen, dass Kinder mit Down­Syndrom Menschen wie du und ich sind, mit Schwächen und Stärken. Sie haben die gleichen Bedürfnisse wie jedes andere Kind auch. MM

Es gibt echte Lügen, und es gibt Mutter­ lügen. Echte Lügen sind selbstverständ­ lich verboten, die anderen sind aber okay und gehören zum Erziehen dazu. Neu­ lich waren wir in einem Shoppingcenter im Tessin. Nach der Kasse entdeckte Eva eine dieser elenden Maschinen, mit denen Kinder Helikopter oder Rakete fliegen können.

«Nur einmal», bet­ telte sie. Da ich keine Lust hatte, das Geld auf diese Art aus dem Fenster zu werfen, be­ mühte ich eine Mut­ terlüge: «Ich habe lei­ der nur Zürcher Geld dabei, und hier müs­ sen Tessiner Münzen rein ...» Klappte. Ein paar Tage später ver­ suchte ich den Trick erneut. Ida verlangte nach meinem Smart­ phone, um schnell mal «etwas zu googeln». Da ich nicht diskutie­ ren mochte, schaltete ich unauffällig das Roaming aus. «Tut mir echt leid, das Internet geht gerade nicht.» Meine Grosse sah mich mitleidig an: «Mami, du musst halt unter Einstellungen das Daten­Roaming aktivieren. Und WLAN geht hier auch ...»

Bettina Leinenbach (39)

ist Journalistin und zweifache Mutter.


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LEBEN | MM35, 29.8.2016 | 115

Wie siehts in Ihrem Kühlschrank aus?

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Was nicht in den Kühlschrank gehört · Am besten orientieren Sie sich am Beispiel des Supermarkts. Was dort nicht gekühlt ist, müssen Sie auch nicht kühlen. Was dort gekühlt ist, sollte auch daheim gekühlt werden. · Kartoffeln werden bei Kühlschranklagerung süsslich. Werden sie anschliessend gebraten oder frittiert, entsteht gesundheitsschädliches Acrylamid. Jedes Produkt am richtigen Ort: So bleiben Lebensmittel im Kühlschrank länger frisch. Ernährung

Richtig kühlen Jedes Lebensmittel hat im Kühlschrank seinen Platz. Hier erfahren Sie, was wo rein und was draussen bleiben sollte. Text: Marianne Botta

Bild: Jo Kirchherr/Mauritius Images

W

erden Lebensmittel bei einer Temperatur unter fünf Grad Celsius auf­ bewahrt, bleiben sie am frischesten. Diese tiefe Temperatur hemmt Mikroorganismen wie Bak­ terien oder Schimmelpilze in ihrem Wachstum. Aber aufgepasst: Nicht überall im Kühlschrank ist es gleich kalt. Während man im obersten Fach Temperaturen von acht Grad misst, sinken sie im untersten Fach auf zwei bisdrei Grad. Deshalb sollte der Kühlschrank schlau eingeräumt werden. Ins oberste Fach und in die Tür gehören Konfitüre, Getränke, Butter und geöffnete Gläser. In die Mitte passen Milchprodukte sowie Milch. Und auf die Glasplatte, die sich über dem Obst­ und Gemüse­

fach befindet, gehören die am schnell­ sten verderblichen Lebensmittel wie Fisch, Fleisch und Wurstwaren. Das Obst­ und Gemüsefach ist natürlich für Salate, Obst und Gemüse reserviert. Damit der Kühlschrank optimal funktionieren kann, sollte er nicht überfüllt werden. Zudem gilt die Regel: Je trockener der Kühlschrank, umso hygienischer. Damit möglichst wenig Kondenswasser entsteht, sollte die Kühlschranktür jeweils nur kurz geöffnet werden. Stark wasserhaltige Lebensmittel deckt man am besten mit Frischhaltefolie ab oder lagert sie in gut verschliessbaren Vorratsbe­ hältern. Je stärker der Geruch eines Lebensmittels ist, desto besser muss es verpackt werden, damit es nicht zu Aromaübertragungen kommt. MM

· Basilikum wird im Kühlschrank welk, die Blätter werden schwarz. Besser: ins Wasser stellen. · Zwiebeln und Knoblauch schadet eine zu tiefe Temperatur ebenfalls. Sie werden feucht, schimmeln und verderben rascher. Deshalb bei Zimmertemperatur aufbewahren – allerdings getrennt voneinander, weil sie sonst weniger lang haltbar sind. · Spezialfall Avocado: Sie reift bei Zimmertemperatur nach. Wird sie bereits reif gekauft, kann sie im Kühlschrank gelagert werden. · Auch Zitrusfrüchte wie Orangen, Mandarinen und Zitronen mögen keine Kälte. Sie verlieren darin rasch ihr Aroma. · Bananen werden bei Kühltemperatur schwarz, sind aber noch geniessbar. Andere exotische Früchte wie Papaya, Mango oder ganze Ananas vertragen keinen Kühlschrank.

· Honig auch nicht in den Kühlschrank stellen, er würde darin kristallisieren. · Ein hochwertiges Olivenöl gehört nicht in den Kühlschrank, wenn man es gebrauchsfertig halten will. Es wird dickflüssig, fast butterig. Möchte man eine ungeöffnete Flasche länger aufbewahren, darf man sie bis zum Gebrauch in den Kühlschrank stellen. · Geöffnete Konservendosen gehören nicht in den

Kühlschrank. Sind sie geöffnet, reagiert der Inhalt mit dem Dosenmaterial, was weder gesund ist noch schmeckt. Deshalb vor dem Kühlen in luftdicht verschliessbare Aufbewahrungsdosen umfüllen. · Bevor man gekochte Speisen im Kühlschrank

lagert, sollten sie erkaltet sein. Am besten mit kaltem Wasser abschrecken, sprich abkühlen.

Hier schreiben die Vivai-Experten über Ernährungsfragen. Dieses Mal die Ernährungswissenschaftlerin Marianne Botta. In Zusammenarbeit mit

Das Nachhaltigkeitsmagazin der Migros


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LEBEN | MM35, 29.8.2016 | 117

Gesundheit

Früh übt sich

Turnen Sie sich morgens fit?

Den Tag mit Sport zu starten, bringt Vorteile: Man ist danach wacher, und das Thema Bewegung ist für diesen Tag erledigt.

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www.migmag.ch/ fruehsport

Text: Roberto Llano Illustrationen: Nina Tiefenbach/Kombinatrotweiss

Frühsport

Gut zu wissen Beckenlift Kräftigung Rückseite Oberschenkel und Rumpf. Rückenlage, Beine anwinkeln. Die Arme seitlich zum Stützen neben den Körper, dann langsam das Gesäss heben (Rumpf und Oberschenkel bilden eine Linie) und diese Position halten. Dabei Bauch und Po anspannen. Eine Steigerung erzielt man, indem man ein Bein auf gleicher Höhe des Beckens ausstreckt.

2 3 5 4 Der Käfer Kräftigung der geraden und schrägen Bauchmuskulatur. Rückenlage,

Dips Kräftigung der Arme (Triceps). Sich locker hinter dem Körper auf einem Stuhl abstützen, die Ellenbogen zeigen nach hinten. Dann gerade und langsam das Gesäss in Richtung Boden gleiten lassen und mit den Armen wieder hochdrücken. Schultern dabei gesetzt halten, die Füsse stehen locker auf dem Boden.

Die Brücke Kräftigung des Rumpfs und der Schultern. Auf die Ellenbogen und die Zehenspitzen stützen und die Position halten, sodass der gesamte Körper eine Linie bildet (dynamische Steigerung: Im Wechsel ein Bein etwas heben, ohne die Position des restlichen Körpers zu verändern).

die Arme seitlich an den Kopf nehmen und immer den gegenüberliegenden Ellenbogen und das Knie vor dem Bauch zusammenbringen, gleichzeitig das andere Bein in der Luft strecken.

Grundsätzlich ist am Morgen eher ein leich-

tes Work-out oder eine moderate Ausdauertrainingseinheit empfehlenswert, insbesondere wenn man vor dem Zmorge trainiert. Dann kommt der Körper schneller an seine Reserven, wird müde und baut früher Fett ab. Dies ist gut für die, welche Gewicht verlieren wollen. Wird aber das Mass überschritten, werden auch Muskeln abgebaut, was nicht erwünscht ist. Welchen Sport man betreibt, ist zweitrangig. Wichtig ist, dass er Spass macht und dass man ihn regelmässig ausübt. Es gibt viele Work-outs, die aus vier, fünf Übungen bestehen, die man in etwa drei Sätzen zu etwa zwölf Wiederholungen absolviert (siehe links).

Squats Kräftigung Oberschenkel und Gesäss. Hüftbreit stehen

und mit dem Gesäss nach hinten absitzen (wie sich auf einen Stuhl setzen). Die Knie dürfen hierbei nie vor die Zehenspitzen gelangen. Die Arme können zum Ausbalancieren benutzt werden. Wichtig: langsam auf und ab bewegen.

Dr. med. Roberto Llano, Facharzt FMH für Allgemei-

ne Innere Medizin/ Sportmedizin SGSM, Leiter Medbase Bern In Zusammenarbeit mit


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LEBEN | MM35, 29.8.2016 | 119

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reto.vogt@ migrosmedien.ch

Digital

Schnurloser Hörspass

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Gerüchten zufolge schafft Apple beim nächsten iPhone die Buchse für Kopfhörer ab. Grund genug, drei kabellose Bluetooth-Modelle zu testen. Text: Reto Vogt

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Bilder: PD

Alle Kopfhörer erhältlich bei Melectronics sowie auf www.melectronics.ch

Der Trick mit dem Stick Mir fehlt die Berechtigung, Dateien vom USBStick auf die Festplatte zu kopieren. Was ist zu tun? Dietmar Stolzenberger

Das Modell Beoplay H5 wiegt leichte 18 Gramm und bietet guten Tragekomfort.

ür Kopfhörer kann man viel Geld ausgeben – theoretisch. Praktisch lohnt sich das aber selten. Sparen kann, wer Musik nur auf dem Smartphone abspielt: Sie ist meist so stark komprimiert, dass die hohe Qualität teurer Modelle gar nichts nützt. Das wichtigste Kriterium beim Kauf eines Kopförers ist der Tragekomfort. Um einen Eindruck davon zu gewinnen, empfiehlt es sich, das betrefende Gerät vor dem Kauf zu testen. Ob es ein In-Ear- oder eher ein On-Ear-Modell sein soll, lässt sich nicht generell sagen. Grosse Kopfhörer brauchen zwar mehr Platz und sind viel schwerer, bieten dafür aber auch eine bis zu viermal längere Akkulaufzeit (siehe auch Tabelle). MM

Ratgeber

Philips SHB3060

JBL Everest 300

Beoplay H5

Für einen On-EarKopfhörer ist das Modell vergleichsweise leicht und platzsparend. Die Steuerung (nächster Song, Lautstärke, Pause etc.) gelingt intuitiv. Soundqualität und Akkulaufzeit stimmen, daher Bestnote für das PreisLeistungs-Verhältnis.

Via Share-Funktion lässt sich der Kopfhörer über Bluetooth mit einem anderen verbinden. Die Schaumstoffpolster schützen gut vor Umgebungsgeräuschen – über den Tragekomfort lässt sich streiten. Störend: das Gewicht, herausragend: die Akkulaufzeit.

Da verschiedene Aufsätze mitgeliefert werden, passt der Beoplay H5 in viele Ohren. Wer die Kopfhörer nicht nutzt, trägt sie wie eine Halskette und verbindet die Enden per Magnet: Das aktiviert den Stromsparmodus (zum Glück, bei der geringen Akkuleistung). Beste Soundqualität.

positiv

• Preis/Leistung • leicht, platzsparend

• Akku (20 Std.) • Share-Funktion

• Soundqualität • Gewicht (18 g)

negativ

• viel Plastik • wirkt instabil

• Gewicht (245 g) • Bedienung

• Akku (nur 5 Std.) • Bedienung

Preis

69 Franken

159 Franken

249 Franken

Wenn das USB-Laufwerk angezeigt wird, die Dateien sich aber nicht kopieren lassen, kann sein Kopierschutz aktiviert sein. Bei manchen USBSticks gibt es dafür einen mechanischen Riegel: Wenn man ihn mit dem Fingernagel in die andere Position schiebt, lässt sich der Schutz aufheben.

Zeigt Windows Explorer den USB-Stick hingegen gar nicht an, ist dafür meist ein Konflikt mit den Laufwerkbuchstaben verantwortlich. Er lässt sich einfach beheben: mit der rechten Maustaste auf «Computer» klicken, «Verwalten» wählen und dem USBStick über die Option «Laufwerkbuchstaben und -pfade ändern» einen eindeutigen Laufwerkbuchstaben zuweisen.

Reto Vogt (31),

Ressortleiter Online Migros-Magazin @revogt


120 | MM35, 29.8.2016 | LEBEN

Kinder

Die Wachposten der Alp Alpenmurmeltiere gehören zum Landschaftsbild in Bergregionen. Diesen Lebensraum teilen sie mit vielen anderen Tieren – auch gefährlichen. Deshalb müssen die putzigen Nager stets auf der Hut sein. Text: Laurent Nicolet

Illustration: bunterhund

Natürliche Feinde der Murmeltiere Der Steinadler ist mit seinem scharfen, ge­ krümmten Schnabel in der Lage, Murmeltiere zu erlegen – wenn diese noch jung sind.

Alpenmurmeltiere leben in Kolonien und verständigen sich durch Pfeiftöne, vor allem wenn Gefahr droht.

Auch vor Fuchs und Marder müssen sich junge wie ausgewach­ sene Tiere fürchten, besonders dann, wenn sie allein unterwegs sind.

Gelegentlich machen

Hunde, Raben und sogar der Mensch

Jagd auf unvorsichtige Murmeltiere.

Die Alpenmurmeltiere sind eine

Unterart der Murmeltiere, die zur Familie der Nager zählen. Sie leben in Höhenlagen zwischen 1300 und 3000 Metern. In Kanada werden sie auch «Pfeifer» genannt – wegen der Pfeiftöne, die über mehrere Kilometer zu hören sind, damit sie Artgenossen vor Gefahren warnen können. Für den Winter fressen sie

sich jeweils eine dicke Fettschicht an. Auf ihrem Speiseplan stehen Gräser, Kräuter, Spinnen, Insekten und auch Würmer. Für ihren Bau wählen sie meist eine sonnige Wiese mit unge­ hinderter Sicht, um Raubtiere besser erkennen zu können. Sie verlassen ihn vor allem morgens für die Nah­ rungssuche. Der Bau, den sie mit ihren langen Krallen an den Vorderbeinen

graben, besteht aus einem ausgedehn­ ten Gangsystem mit einem mit Gras ausgepolsterten Nest. Hier halten sie sechs Monate lang Winterschlaf. Ihre Körpertemperatur sinkt dafür auf fünf Grad, und der Herzschlag fällt von 200 auf 20 Schläge pro Minute. Anfang Juni kommt der Nachwuchs zur Welt. Ein Wurf besteht aus drei bis sieben Babys. MM


LEBEN | MM35, 29.8.2016 | 121

Sofia (11), Zürich

Du selbst bekommst keine Busse, aber deine Eltern werden möglicherweise gebüsst. Das kann sie mehrere Tausend Franken kosten, je nachdem, wie schlimm der Fall ist. Alle Eltern in der Schweiz sind verpflichtet, ihr Bestes zu tun, damit ihr Kind der sogenannten Schul- beziehungsweise Bildungspflicht nachkommt. Sie haben dafür zu sorgen, dass du zuverlässig in der Schule erscheinst oder anderweitig geschult wirst. Je nach Kanton geht man mit Schulschwän-

zern unterschiedlich um. Die Verwarnungen oder Bussen sind also nicht überall gleich.

Der wahre Joker aber ist, dass ihr in die Schule gehen dürft. Früher mussten viele Kinder hart arbeiten, sodass sie keine Schule besuchen konnten. Bauern- und Arbeiterkinder bekamen wenig oder keine Bildung. Nur die Reichsten wurden geschult, oft auch nur die Jungs. Noch heute gibt es Länder, in denen Mädchen nicht zur Schule gehen dürfen oder Kinder zu arm dafür sind. Dabei ist das Recht auf Bildung ein Menschenrecht – ein Joker für die Freiheit des Denkens. MM

Klar, zuweilen nervt die Schule. Manchmal will man einfach mal freihaben oder früher in die Ferien fahren. Es gibt Kantone, die dafür Verständnis zeigen und daher eine gewisse Zahl an Freitagen erlauben. Im Kanton Luzern dürfen meine Kinder «Jokertage» einziehen und so auch mal offiziell schwänzen.

8) Zum Spielen. Für Tobi zum Trinken. Damit baut Hugo eine Sandburg. 9) Darauf liegt Nina, wenn sie müde wird. Für einen kühlen Kopf. 10) Damit kann Hugo unter Damit lässt sich Nina auf dem Wasser atmen. Wasser treiben. 11) Gegen die heisse Mittagssonne. 5) Das trägt Hugo am Strand. 12) Damit beobachtet 6) Das braucht es gegen SonnenNina die Fische. brand. 7) Für Tobi zum Knabbern.

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9. NATIONALEN WANDERTAG nach Wald im Zürcher

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Oberland. Die Gemeinde Wald freut sich auf zahlreiche Wanderfans und -familien. MELANIE OESCH, SUSANNE KUNZ und ERICH VOCK begleiten Sie auf drei attraktiven Wanderungen. Zudem erwartet Sie ein vielfältiges Tagesprogramm.

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Mehr zum Wandertag und Programm erfahren Sie unter www.schweizerfamilie.ch

Der 9. Nationale Wandertag der «Schweizer Familie» wird unterstützt von: Veranstalter

Veranstaltungsort

Leukerbad

Hotel Alpenblick direkt neben der Leukerbad Therme direkt neben dem Burgerbad Hotel Alpenblick

Fr. 375.–pro proPerson Person Fr. 396.– mit Halb-Pension 5 Übernachtungen Übernachtungen mit Halb-Pension Eintritt in die Leukerbad-Therme, inklusive 5Täglicher Eintritte Burgerbad Sauna und Dampfbad, Bademantel 1freie Retourfahrt Gemmipass Benutzung derBergbahn Bergbahn Gemmi, Leukerbad Card625.– Plus (Sportarena, Ringjet Fr. pro Person

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LEBEN | MM35, 29.8.2016 | 123

Bewährtes Hausmittel gegen Darmbeschwerden: Das warme Wasserbad wirkt auch bei der Spornschildkröte.

Zootierärztin

Tipps

Wundersames Wärmebad Die Spornschildkröten, die zu den drittgrössten Landschildkröten der Welt zählen, fressen hauptsächlich Gräser, Kräuter und frische Knospen von Kakteen. Grenzenloses Schlemmen kann allerdings üble Folgen haben. Text: Karin Federer

S Karin Federer (30) ist Tierärztin und berichtet regelmässig aus dem Walter Zoo. in Gossau SG.

tattliche 60 Kilo wiegt eine ausge­ wachsene Sporn­ schildkröte. Bei uns leben drei Jungtiere und ein ausgewachsenes Pärchen dieser faszinierenden Art. Sie verbringen den Winter im beheizten Innenraum, wo wir sie hauptsächlich mit Stroh und wenig Heu füttern. Im Frühling werden sie vorsichtig mit steigen­ den Mengen an frischem Saftfutter angefüttert, um sie auf die warme Jahreszeit im Freien vorzubereiten. Sobald die Temperatur steigt, gehts hinaus. Weil der Frühling ins Wasser gefallen ist, mussten die Spornschildkröten lange auf den ersten Gang nach draussen warten. Doch als es endlich wärmer gewor­ den ist, präsentiert sich ihre Wiese voll von saftigem Gras

Bilder: Walter Zoo

und Kräutern, die sie innig lieben. So geniessen die Tiere die Sonne und das saftige Futter in vollen Zügen. Bald jedoch bemerken die Tier­ pfleger: Das Männchen verlässt kaum noch seine Schlafhöhle und ist träge geworden. Einfach, aber wirkungsvoll

Von den Tierpflegern erfahre ich, dass seit zwei Tagen weniger Kot in der Anlage zu finden ist. Dies kann auf eine Darmverstopfung hinweisen. Vielleicht hat sich unser Schildkröten­ männchen etwas zu sehr am frischen Grünfutter genüss­ lich getan. Nach einer All­ gemeinuntersuchung heben wir die grosse Spornschild­ kröte in ein warmes Wasser­ bad. Das ist ein altes Haus­ mittel – mal sehen, ob es auch diesmal Wirkung zeigt.

Tatsächlich scheint es gut­ zutun, obwohl diese Schild­ kröten eigentlich gar keine Bäder mögen. Nach kurzer Zeit beginnt der Bauch des Tiers gut hörbar zu rumoren, und kurz darauf ist es um einige Kilo leichter – und viel entspannter. Die Erleichte­ rung lässt sich sogar messen: Rund die Hälfte eines Zehn­ Liter­Eimers vermag es mit Kot zu füllen. Wir wiederholen das Wasserbad tags darauf. Beim dritten Mal hat der Patient endgültig genug –ein Zei­ chen dafür, dass er die Behandlung nicht mehr braucht. Bereits am Folge­ tag können wir ihn wieder mit leichter Strohkost an­ füttern. Wir haben aus die­ sem Fall gelernt und werden beim nächsten verregneten Frühling vorsichtiger sein mit dem Anfüttern. MM

Wenn das Tier Bauchweh hat Eine Nahrungsum­ stellung, egal bei wel­

chem Tier, muss immer behutsam stattfinden. Die übermässige Aufnahme frischen

Grünfutters kann bei Pflanzenfressern zu Blähungen, Durchfall oder Verstopfung führen. Die strikte Kon­ trolle der Fressdauer und Futtermenge ist daher vor allem im Frühling sehr wichtig. Die Darmmotorik lässt sich bei Reptilien – wie bei uns Menschen auch – durch Wärme anregen. Bei leichten Koliken kann also ein Wasser­ bad helfen. Je nach Reptilienart

sind Schmerzen nur schwer erkennbar – am ehesten lassen sich Verhaltensänderungen feststellen. Im Zweifels­ fall Tierarzt konsultieren.


124 | MM35, 29.8.2016 | LEBEN

8 Tage Flussfahrt zum Sonderpreis ab 1595 Franken

Leserangebot

Natur und Kultur im Überfluss C

hamps-Élysées, Arc de Triomphe, Notre Dame. Lässt sich Paris als Reiseauftakt überhaupt toppen? Es lässt sich! Denn die nächsten Stationen auf der Reise mit «Excellence Royal», einem der luxuriösesten Flussschiffe Europas, liegen in der atemberaubend schönen Normandie. Das Reiseprogramm

Tag 1: Schweiz – Paris

Anreise per Car nach Paris und Einchecken auf der «Excellence Royal».

Tag 2: Paris

Am Morgen eine gemütliche Bootsrundfahrt* auf der Seine, am Nachmittag eine Stadtrundfahrt* durch Paris mit Besuch der Sehenswürdigkeiten wie Eiffelturm, Champs-Élysées, Arc de Triomphe und Notre Dame de Paris. Am Abend legt die «Excellence Royal» ab.

Tag 3: Les Andelys

Ausflug* nach Lyons-la-Forêt, einem der schönsten Dörfer Frankreichs; anschliessend Rundgang* in Les Andelys mit Besuch des bizarr verwüsteten Schlosses Gaillard und der Kirche Notre Dame. Tag 4: Caudebec-en-Caux (Honfleur)

Tagesausflug* nach Honfleur an der Blumenküste, der Côte Fleurie, mit Rundgang im Hafenviertel und Mittagessen in einem typischen Restaurant. Auf dem Rückweg Fahrt durch die Normandie, Zwischenhalt mit Führung und Degustation in einer Calvados-Brennerei. Tag 5: Caudebec-en-Caux (Étretat) – Rouen

Ausflug* nach Étretat zur Alabasterküste mit den hoch aufragenden Kreideklippen und den faszinierenden Steilfelsen Aiguille und dem Felsentor.


LEBEN | MM35, 29.8.2016 | 125

So profitieren Sie Das Reisebüro Mittel­ thurgau bietet 8 Tage Flussfahrt inklusive Vollpension an Bord sowie An­ und Rück­ reise per Bus ab Fr. 1595.–. Inbegriffen ist auch die erfahrene Reiseleitung. Reisedaten 2017:

Auf dem Wasserweg von Paris in die Normandie: Das Migros-Magazin und das Reisebüro Mittelthurgau offerieren eine Schiffsreise auf der Seine zum Sonderpreis.

6-Gang-Gourmetmittagessen (Fr. 160.–) bei Spitzenkoch David Görne in dessen renommiertem Manoir. Tag 6: Rouen

Stadtrundgang* in Rouen, der Stadt der 100 Türme. Auf der «Route der Abteien» (Fr. 45.–) Besuch der Abtei Jumièges, eines der eindrucksvollsten Bauwerke der Romanik. Tag 7: Vernon – Paris

Steil aufragende normannische Kreideklippen, malerische Provinz, aber auch das mondäne Paris – das alles erleben die Passagiere während der Reise auf der Seine. Die Kabinen des Flussschiffs «Excellence Royal» sind komfortabel (rechts unten).

Carausflug* nach Giverny mit Besichtigung des Wohnhauses und des Gartens des grossen Impressionisten Claude Monet, der hier 43 Jahre lang lebte. Tag 8: Paris – Schweiz

Nach dem Frühstück Rückreise mit dem Bus zum Abreiseort. MM * Ausflugspaket: Alle mit * bezeichneten Ausflüge sind im Ausflugspaket inbegriffen. Das Ausflugs­ paket kann nur im Voraus gebucht werden. Sie sparen mindestens 20 %. Die Buchung einzelner Ausflüge ist an Bord möglich.

• 23.4.–30.4. • 30.4.– 7.5. • 7.5.–14.5. • 14.5.–21.5. • 21.5.–28.5. • 28.5.–4.6. • 4.6.–11.6. • 11.6.–18.6. • 18.6.–25.6. • 25.6.–2.7. • 2.7.–9.7. • 9.7.–16.7. • 23.7.–30.7. Preise für Leser des Migros­Magazins: • 2­Bett, Hauptdeck: Fr. 1595.– • 2­Bett, frz. Balkon, Mitteldeck: Fr. 1995.– • 2­Bett, frz. Balkon, Oberdeck: Fr. 2155.– • Kein Zuschlag für Alleinreisende in Hauptdeckkabinen Zuschläge: • Ausflugspaket mit 7 Ausflügen Fr. 245.– • Alleinbenützung Kabine Mittel­/Oberdeck Fr. 795.– • Königsklasse Luxusbus Fr. 285.– Inbegriffen: • An­/Rückreise mit Komfortreisebus • Excellence Flussreise, Vollpension an Bord • Erfahrene Mittel­ thurgau­Reiseleitung Nicht inbegriffen: • Auftragspauschale pro Person Fr. 20.– • Persönliche Auslagen, Getränke, Trinkgeld • Sitzplatzreservation Car, 1.–3. Reihe • Annullations­ und Rückreiseversicherung Abfahrtsorte: Aarau, Baden­Rütihof, Basel, Burgdorf, Pratteln, Winterthur­ Wiesendangen, Zürich­Flughafen, Wil Buchungen: www.mittelthurgau.ch (Buchungscode eypar1) oder Tel. 0800 86 26 85


126 | MM35, 29.8.2016 | LEBEN

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LEBEN | MM35, 29.8.2016 | 127

So nehmen Sie am Kreuzworträtsel links teil Tel. Wählen Sie die 0901 560 041 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD1, gefolgt von dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD1 SOMMER. Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Kreuzworträtsel, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 4.9.2016, 24 Uhr

Teilnahmebedingungen: Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Keine Barauszahlung. Computergesteuerte Massenteilnahmen sind nicht gewinnberechtigt. Die Mitarbeiter der Migros-Medien sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Gewinner werden schriftlich benachrichtigt und mit Namen und Wohnort veröffentlicht.

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LEBEN | MM35, 29.8.2016 | 129

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Gewinnen Sie eine von 5 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3x3-Blöcke nur ein Mal vorkommen. Die Lösungszahl ergibt sich aus den gelben Feldern von links nach rechts.

5

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1 3 8

7

5 9 2

8 4

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5

2

8

8 2 4

7

4

9 2 3 5 7 8 6 1 4

9 6

6 2 7

3

Auflösung Nr. 34: 839

7 9

1 4 8 3 2 6 9 7 5

6 7 5 9 4 1 3 2 8

5 9 1 4 8 7 2 6 3

2 8 6 1 3 5 4 9 7

7 3 4 6 9 2 5 8 1

8 6 7 2 5 3 1 4 9

4 5 2 7 1 9 8 3 6

3 1 9 8 6 4 7 5 2

So nehmen Sie teil Tel. Wählen Sie die 0901 560 044 (Fr. 1.–/Anruf) SMS Senden Sie MMD4, gefolgt von der Lösungszahl, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die 920 (Fr. 1.–/SMS). Beispiel: MMD4 123 Hans Mustermann Musterstrasse 22 8000 Musterhausen Postkarte (A-Post) Migros-Magazin, Sudoku, Postfach, 8074 Zürich Internet www.migrosmagazin.ch/raetsel Teilnahmeschluss: Sonntag, 4.9.2016, 24 Uhr

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5

Teilnahmebedingungen: Auf der zweiten Rätselseite

Paroli

Gewinnen Sie eine von 3 Migros-Geschenkkarten im Wert von je 100 Franken! Füllen Sie die zehn Wörter in das Rätselgitter ein. Das Lösungswort ergibt sich aus den Buchstaben in den Feldern 1 bis 5. 1

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4 3 5

Auflösung Nr. 34: ZINNE

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Lösungswort: 1

2

3

4

5

Impressum MIGROS-MAGAZIN vormals: Wir Brückenbauer, Wochenblatt des sozialen Kapitals, Organ des Migros-Genossenschafts-Bundes, Migrosmagazin.ch Auflage/Leserschaft: Beglaubigte Auflage: 1 567 892 Ex. (WEMF 2015) Leserschaft: 2 386 000 (WEMF, MACH Basic 2016-1) Adresse Redaktion und Verlag: Limmatstrasse 152, Postfach 1766, 8031 Zürich, Telefon: 058 577 12 12 Fax: 058 577 12 08 redaktion@migrosmagazin.ch Herausgeber: Migros-Genossenschafts-Bund Leiter Migros-Medien: Lorenz Bruegger

Publizistische Leitung: Monica Glisenti

Ressort Migros-Welt: Daniel Sidler (Leitung / stv. Chefredaktor), Chefredaktor: Sandra Jermann (Leiterin ProjektHans Schneeberger management), Heidi Bacchilega, Produktion/Ressort Leben: Jean-Sébastien Clément, Remo Leupin (Leitung), Dora Horvath, Andreas Dürrenberger, Robert Rossmanith (Chef von Dienst), Sonja, Leissing, Anna Meister, Sabine Müller (Produzentin), Fatima Nezirevic, Nicole Ochsenbein, Gerda Portner (Produzentin), Anna-Katharina Ris, Ursula Trümpy (Produzentin), Claudia Schmidt, Thomas Tobler, Daniel Schifferle (Verantwortlicher Jacqueline Vinzelberg, Leben), Karin Keller-Jabbie (Korrektorin), Michael West, Anette Wolffram Heinz Stocker (Korrektor) Bildredaktion: Ressort Menschen: Olivier Paky (Leitung), Sabine Lüthi (Leitung), Benjamin Böttcher, Franziska Ming, Andrea Freiermuth, Yvette Hettinger, Susanne Oberli, Helen van Pernis Ralf Kaminski, Anne-Sophie Keller Layout: (Volontärin), Monica Müller, Reto E. Wild Doris Oberneder (Creative Director), Online: Laetitia Buntschu Signer (Art Director), Reto Vogt (Leitung), Almut Berger, Werner Gämperli, Nicole Gut, Gabriela Masciadri, Pablo Tys Reto Meisser

Prepress: Liliane Bolliger, Ruedi Bolliger Lithografie: Reto Mainetti (Leitung), Manuela Seelhofer, Max Sommer Sekretariat: Stefanie Zweifel (Leitung), Imelda Catovic Simone, Nicolette Trindler Honorarwesen: Verena Hochstrasser Kommunikation & Medien-Koordination: Eveline Zollinger (Leitung), Rea Tschumi Verlag: Rolf Hauser (Leitung), Margrit von Holzen verlag@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 70, Fax: 058 577 13 71

Werbemarkt: Thomas Brügger (Leitung) Anzeigen: Gian Berger, Yves Golaz, Andreas Hess, Hans Reusser, Angela Scasascia anzeigen@migrosmagazin.ch Telefon: 058 577 13 73 Fax: 058 577 13 72 Innendienst: Verena De Franco, Michael Glarner, Christine Kummer, Janine Meyer, Jasmine Steinmann Lesermarkt: Nicole Thalmann (Leitung), Marianne Hermann, Nadine Voss Media-Services: Patrick Rohner (Leitung), Tabea Burri, Aisha Kaufmann, Theresa Wuitz Abonnemente: Sonja Frick (Leitung), Sibylle Cecere abo@migrosmagazin.ch Tel.: 058 577 13 00, Fax: 058 577 13 01

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Meine Welt

«Mein Sohn Marc zockt uns alle ab»

«Meteo»-Chef Thomas Bucheli hat beim Rummikubspielen keine Chance, und das nicht nur gegen seine Lebenspartnerin Kathrin Grüneis. Dafür hat er Glück in der Liebe und im Beruf. Über die Fliegerei kam er zur Meteorologie und landete schliesslich beim Schweizer Fernsehen. Heute kann sich der 55-Jährige nichts Schöneres vorstellen. Text: Andrea Freiermuth Bilder: Basil Stücheli


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Meteo-Chef beantwortet Leserfragen

www.migmag.ch/ bucheli

1 Meine Partnerin «Kathrin Grüneis (49) hat mich vor drei Jahren auf einer Party angesprochen. Sie ist Partnervermittlerin und wollte mich in ihre Kartei aufnehmen. Es kam zum Glück anders. Vor knapp zwei Jahren haben wir uns eine gemein­ same Bleibe gesucht.» 2 Mein Kraftort «Unsere Wohnung in Kilchberg ZH hat vier Terrassen. Am

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liebsten halte ich mich auf dieser hier auf. Sie hat am Abend noch Sonne, und zwischen den Bäumen fühlt man sich wie im Wald.» 3 Mein Wetterschal «Die Zuschauer

haben zum Teil sehr originelle Ideen. Diesen Schal hat uns eine Dame zu­ geschickt. Er repräsentiert das Wetter im Jahr 2013. Je blauer der Faden, desto schöner war der Tag.» 4 Unser Ritual «Rummikub spielen.

Kathrin gewinnt meistens. Ausser wenn Marc (19), mein Sohn aus erster Ehe, mitspielt. Er zockt uns jeweils alle ab.» 5 Meine Schwäche «Ich mag Science­

Fiction­Romane, aber nur solche mit Niveau. Darum lese ich etwa Arkadi und Boris Strugatzki. Die Brüder beschreiben nicht bloss Utopien, sondern beschäfigen sich dabei stets mit den Grundfragen des Lebens.»

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6 Meine Patchwork-Tochter «Charlotta (7) ist Kathrins Tochter. Seit wir zusammengezogen sind, bin ich zu­ nehmend an der Erziehung beteiligt. Mit Lotta sind auch die beiden Meerschwein­ chen Lisa und Whisky eingezogen.»

Bild: iStockphotos

Name: Thomas Bucheli (55) Sternzeichen: Zwilling Beruf und Lebenslauf: Ich wuchs in

Mein Lieblingsprodukt «Ich bin der

Chef fürs Gemüse. Meine Spezialität sind reichhaltige Salate.»

Hitzkirch LU auf und wollte eigentlich Swissair­Pilot werden. Darum habe ich noch als Teenager das Brevet für Privatflugzeuge gemacht. Die Fliegerei hat dann mein Interesse am Wetter geweckt. 1988 schloss ich an der ETH in Meteorologie, Klimatologie und Atmosphärenphysik ab und arbeitete im Anschluss beim Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie. Von dort landete ich beim TV. Heute bin ich Redaktionsleiter von «SRF Meteo» und könnte mir nichts Schöneres vorstellen. Das Wetter ist von so vielen Faktoren abhängig. Es gilt sie alle gegeneinander abzuwägen. Und natürlich ist der Ansporn riesig, wenn die Prognosen dann auch zutreffen.


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PETERSILIE

BRAUNVIEH

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KÜKEN UND KORB MIT E IERN

SCHWE IZER HAHN

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HAUSSCHWE IN

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FERKEL

PONY

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DIEPHOLZER GANS

SCHNECKE UND SALAT

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WILDBLUMEN

HEUBALLEN UND GETRE IDESACK

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GÄNSEBLUMEN

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SAANENZIEGE

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MARKTKORB UND GETRE IDE

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SONNENBLUMEN

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BASILIKUM

SCHNITTLAUCH

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